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vierteljährlich, verlagspostamt 1040 wien, p.b.b., gz 05z036212 m, no.08, DEZEMBER 2008

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Michael Braungart: Der Öko-Revolutionär hat einen Plan

Project Better Place: Eine Zukunft ohne Verkehrslärm?

Zimt, Safran, Vanille: Dem Geschmack auf den Zahn gefühlt


www.hybrid-zukunft.at

Schon 1,2 Mio. Menschen fahren mit 10 Jahren

Hybrid-Vorsprung.

*Verkehrsclub Österreich: Toyota ist jene Marke, die bei den verkauften Fahrzeugen 2006 die größten CO2-Einsparungen im Vergleich zum Vorjahr hatte.

Abb. ist Symbolfoto. Normverbrauch: 4,3 l/100 km; CO2-Emission: 104 g/km

Und Sie?

TOYOTA PRIUS HYBRID. Verantwortung hat Zukunft. Autos bauen, heißt Verantwortung unserer Umwelt gegenüber zu übernehmen. Toyota hat das vor allen anderen erkannt und dem Umweltschutz höchste Priorität eingeräumt. Das Ergebnis ist seit 10 Jahren serienreif und weltweit bewährt. Unser Ziel? 0-Emission, denn Zukunft bedeutet

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für Toyota Mensch, Umwelt und Mobilität in Einklang zu bringen. Dass Toyota am besten Weg ist dieses Ziel zu erreichen, beweist die vom VCÖ jüngst veröffentlichte Studie*. Sie wollen nun auch mit Hybrid-Vorsprung fahren? Dann kommen Sie zur Probefahrt – jetzt bei Ihrem Toyota Partner.


Biorama No. 08⁄08

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Wir sind’s! Editorial Yes, WE can. Wir wissen langsam ziemlich genau, was wir alles nicht dürfen. Müll in den Wald werfen. Verboten. Das Licht brennen lassen, wenn wir aus dem Zimmer gehen. Das Auto laufen lassen, während wir die Scheibe frei kratzen. Eher nicht. Eier aus Käfighaltung kaufen. Besser nicht. Drei Mal am Tag die Badewanne füllen. Oder unnötig mit dem Flugzeug fliegen. Auch keine gute Idee. Wir haben bald das Gefühl, dass alles, was wir tun (oder am liebsten tun würden, also unserer Natur entspricht), der Umwelt schadet. Wir sind zu kleinen Schädlingen mutiert, die die Erde belagern, sie langsam zerstören. Wir: böse. Die Erde: arm. Wie wäre es denn, wenn wir aufhören, uns ständig so schuldig zu fühlen? Wenn wir uns mit dem Gedanken anfreunden würden, dass wir Teil dieser Erde sind – und zwar ein wichtiger? Wenn wir uns lösen könnten von der schuldbehafteten Sprache der Öko-Bewegung, die uns dazu gebracht hat zu denken, dass es besser wäre, wir wären gar nicht da. Wenn wir stattdessen anfangen, umzudenken. Michael Braungart hat es mit seinem »Cradle to Cradle«Prinzip vorgemacht. Und es klingt erstaunlich machbar, was er sagt (ab Seite 14). Es ist ein prickelndes Gefühl, dass es möglich sein könnte, die Welt zu retten. Die Welt neu zu betrachten, das Ruder herumzureißen. Wir, he! Wir könnten das schaffen. Es ist nicht Obama, nicht die Regierung, nicht Greenpeace oder WWF, keine NGO, nicht utopia.de, nicht die Helden, Gurus und Berühmten, nicht die Europäische Union und auch nicht Biorama, die den nächsten Schritt tun (müssen), die die Welt zum Positiven verändern. Es sind die Konsumenten, die Unternehmer, die Angestellten, die Studenten, die Designer, die Architekten, die Auftraggeber, die Kunden, die Aktivisten, die Eltern, die Kinder, die Jugendlichen, die Lehrer und Professoren, an denen es

täglich liegt, ob, wie und in welche Richtung sich die Welt permanent verändert. Es ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, dafür zu sorgen, dass unser »footprint« einen befruchtenden, nützlichen und zukunftsfähigen Impact auf die Gesellschaft und den Planeten hat. Yes we can, heißt: Es ist unser aller, es ist dein Job! Liebe Grüße Milo Tesselaar & Ursel Nendzig Rückmeldungen sind erwünscht: redaktion@biorama.at PS: Biorama – das Magazin für nachhaltigen Lebensstil wird ab der ersten Ausgabe 2009 in Österreich und Deutschland erscheinen – zu kaufen im gut sortierten Zeitschriftenhandel sowie online bestellbar, im Abo: www.biorama.at


inhalt 14

EINLEITUNG 03  Editorial 06  Mensch der Saison 09  Produkt der Saison 10  Ich und die Anderen 12  Bücher

Cradle to Cradle Michael Braungart erzählt von Müll, der Gutes bewirkt, vom Bürostuhl, der zur Gänze wieder verwertbar ist, und davon, dass jeder einzelne mehr Macht hat, als er glaubt.

MAGAZIN 14 Cradle to Cradle 22  Speick, das Wunderkraut 26 Project »Better Place« 30  Urlaub auf dem Bauernhof 34 Tee-Zeremonie 36  Gedanken zum Schnee 40  Der mobile Schlachthof

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Project »better Place« Was wäre, wenn? Wenn es nur noch Elektroautos gäbe? Wie würde sich die Welt anhören, wie würde sich das anfühlen? Shai Agassi liefert in seinem Projekt ein paar Antworten.

bildSTRECKE 43  Getting Loose SPEZIAL 48  Zimt, Vanille, Safran MARKTPLATZ 56 Mode 58 Kosmetik 59 Lebensmittel 60 (Kinder) Geschenke

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TEST 62  Tee

Es schneit! Oder wird es wieder ein Winter ohne Schnee? Wir haben Autoren gebeten, ihre Erinnerungen und Gedanken an den Schnee niederzuschreiben.

Info 64 Distributoren 66 Gütesiegel

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Zimt, Vanille, Safran Auf der Suche nach dem echten Geschmack. Samt Portraits der Stars unter den weihnachtlich-winterlichen Gewürzen.


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Biorama wird mit Ökostrom und mit mineralölfreien umweltfreundlichen Farben auf pflanzlicher Basis gedruckt. Sowohl die Druckerei (Gugler Crossmedia) als auch das Papier (Luxo Samtoffset) sind mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

Impressum HERAUSGEBER Milo Tesselaar Chefredaktion Ursel Nendzig, Milo Tesselaar AUTOREN Mirjam Bromundt, Miriam Damev, Sophia Fielhauer, Michael Huber, Marianne Lang, Gabriele Medan, Magdalena Miedl, Christian Resei, Magdalena Vukovic FOTOGRAFIE Katharina Gruzei, Stefan Knittel, Marco Rossi, Kurt Prinz COVERFOTO Marco Rossi ILLUSTRATIONEN Stanislaus Medan, Nana Mandl, Miriam Mone, Eva Hebenstreit LEKTORAT Miriam Zolles GESTALTUNG Super-Fi (Käthe Ivansich, Claudia Wittmann) WEB Super-Fi, m-otion ANZEIGEN Milo Tesselaar (Leitung) VERTRIEB Milo Tesselaar DRUCK gugler GmbH, Auf der Schön 2, 3390 Melk/Donau PRODUKTION, MEDIENINHABER & GESCHÄFTSFÜHRUNG Monopol GmbH, Favoritenstraße 4–6/III, 1040 Wien KONTAKT Biorama c/o Monopol GmbH, Favoritenstraße 4–6/III, 1040 Wien; Tel. +43 1 9076766; www.biorama.at, www.monopol.at, redaktion@biorama.at BANKVERBINDUNG Monopol GmbH, easybank, Kontonummer 20010710457, BLZ 14200 ABONNEMENT (siehe Website: www. biorama.at) ERSCHEINUNGSWEISE 4 Ausgaben pro Jahr; Erscheinungsort Wien; Verlagspostamt 1040 Wien Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Für den Inhalt von Inseraten haftet ausschließlich der Inserent. Für unaufgefordert zugesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Jegliche Reproduktion nur mit schriftlicher Genehmigung der Geschäftsführung. BLATTLINIE Biorama ist als vierteljährlich erscheinendes Medium sämtlichen Aspekten einer nachhaltigen Alltagskultur kritisch verpflichtet. Ziel ist es, trotz internationaler Ausrichtung österreichische Themen aufzugreifen und zu fördern – sofern diese in einem internationalen Kontext sinnvoll erscheinen. Biorama reflektiert einen Hedonismus mit gutem Wissen und Gewissen.

BIORAMA erscheint ebenso wie The Gap, Magazin für Pop- und Alltagskultur, im MONOPOL VERLAG. www.monopol.at


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Mensch der saison

Text_Mirjam Bromundt

»Herr und Frau Klein«, Kinderausstattung in Schön Mercedes-Benz, Bank Austria oder Saturn waren rund 30 Jahre lang die Kunden, die Beate und Stephan Klein betreuten. Im heutigen Geschäft der ehemaligen Werber sind es Mütter und Väter auf der Suche nach einer biologisch und fair gehandelten Kinderausstattung, die funktional aber auch designmäßig was hermacht. »Herr und Frau Klein« haben beim zweiten Kind umgesattelt, definieren sich als Kindergeschäft für Eltern und ziehen altersmäßig dort die Grenze, wo die Vorstellungen von Kindern und Eltern langsam auseinander gehen – bei circa fünf Jahren. »Was das Essen angeht sind wir schon seit sehr langer Zeit darauf bedacht, woher das stammt, was auf unsere Teller kommt«, das Bewusstsein für Bio-Kleidung entstand jedoch erst durch die Recherche fürs eigene Geschäft. Marken stachen aufgrund von Design oder Schnitt ins Auge. Biobaumwolle und die Tatsache, dass man den Produktionsprozess bis zum Feld zurückverfolgen konnte, waren zunächst nur schöne Nebeneffekte. Zwei Jahre wurde an »Herr und Frau Klein« gefeilt, im Oktober 2006 in der Kirchengasse auf 85 m² eröffnet. Seit Oktober 2008 sind »Herr und Frau Klein« rund dreimal so groß und ein paar Häuser weiter in der Nummer sieben untergebracht. Öko-beige, hellblau-rosa Kleidung oder Disneymotive sucht man auch nach der Neueröffnung vergeblich. Ob Bio-Tragetücher von Babylonia, coole Kollektionen in Bio und Fairtrade aus dem Norden (Imps&Elfs!), Retromode von Katvig oder was Baby sonst noch braucht – individuelle Marken mit ansprechendem

Design sind den Kleins genauso wichtig wie die Verbindung von Bio und Fairtrade, der persönliche Bezug zu DesignerInnen oder eine fachkundige Beratung. Ausgesucht werden die Produkte natürlich selbst und ohne Praxistest durch die eigenen Kinder Lennard (4) und Benno (2) geht bei der gebürtigen VorarlbergerIn und dem Deutschen nichts ins Regal. »Wir machen oft kleine Bestellungen, lassen unsere Buben draufsitzen, reinschlüpfen, rumhüpfen – und das nicht nur einmal. Manche Sachen erweisen sich als unpraktisch, unnötig, schlecht gemacht oder gedacht; dann fliegen sie wieder aus dem Sortiment«. Die Defizite im Mädchenpraxistest werden durch die MädchenMamas unter den MitarbeiterInnen ausgemerzt. »Wir wollten gemeinsam ein Projekt aufzubauen, unsere eigenen Chefs zu sein und mehr Zeit für die Kinder haben. Letzteres ist leider noch nicht aufgegangen und unser wichtigstes Ziel für 2009«, sagen die Kleins. Und auch sonst gibt’s genügend Pläne für die Zukunft. Mit der Saint Charles Apotheke wird einer gemeinsamen Marke für BioPflegeprodukte und Tees gearbeitet, die eigene Reihe an Babybasics in schönen Farben und Bioqualität ist in Arbeit und neben einer neuen Homepage wird schon leise über Filialen nachgedacht. Beate und Stephan Klein,
 Kirchengasse 7, 1070 Wien Tel.: 01/9904394 www.herrundfrauklein.com


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Gemeinsam leben, solange es freut. Getrennte Wege gehen, sobald man will. Sich wieder vereinen, so fern man mag. Das STANDARD Abo mit SoftStorno®.

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Produkt der Saison Mit der richtigen Perle: der Sekt zum Fest. Text_Mirjam Bromundt

Wir sind beim Winter angelangt, der Zeit der Festlichkeiten, des guten Essens und der entsprechend stimmigen Begleitung im Glas. Dem Sekt zum Beispiel. Will man nicht nur mit Bio-, sondern auch regionalem Schaumwein anstoßen, hat man in Österreich nicht viel Auswahl. Auf dem Weingut Kirchberghof von Johannes Rittsteuer entsteht gerade die erste Bio-Sektkellerei Österreichs und schon jetzt gibt es mit den vier unter dem Namen »Primus« zusammengefassten Sorten einen kleinen Vorgeschmack. In der Region Kaisergarten am Neusiedlersee werden die Trauben für den Sekt ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel gezogen, von Hand geerntet, verlesen und als Ganzes gepresst. Ausschließlich der Hauptmostteil wird für die Sektgärung verwendet, denn nur so entsteht ein besonderes Mousseux – ein starkes Perlen. Hergestellt wird der Sekt des Weinguts Kirchberghof nach der »Méthode traditionelle«: Vom ersten Füllen über die zweite Gärung, das Lagern und Rütteln bis zum Zusatz der Dosage bleibt der Sekt immer in derselben Flasche, das Hefedepot wird im Tiefkühlbett gefroren und durch eigenen Druck entfernt. Erhältlich ist der »Primus« in seiner gängigsten Sorte als Cuvée aus den Weinen Neuburger und Welschriesling mit Aroma nach reifen Äpfeln und Williamsbirnen, cremig und füllig im Geschmack (auch als Piccolo!). Weiters im Programm: der spritzig feine, als Aperitif passende Welschriesling und der erfrischend leichte Chardonnay – beide sehr trocken. Zur Abrundung gibt’s noch den Muskat Ottonel, der mit dem intensiven Bukett der Muskattraube eine weitere Note ins Sortiment einbringt. Und übrigens: Bio ist nicht gleich teuer – deshalb kostet die Flasche Sekt von Rittsteuer auch nicht mehr als eine kommerziell befüllte. Für den Sektregen zu Silvester aber vielleicht doch etwas zu schade. Biosektkellerei & Weingut Kirchberghof, Rittsteuer GesmbH Sätzgasse 20 und Eisenstädter Straße 2, 7093 Jois 01/2160 8366 www.kirchberghof.at kirchberghof@aon.at


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Ich und die anderen Ulrich Walter und seine liebsten Produkte. Vor rund 30 Jahren übernahm ich in der kleinen norddeutschen Stadt Diepholz einen Bioladen. Das Angebot war im Vergleich zu heute spärlich – besonders Tee, Kaffee und Gewürze fehlten. Das war der Impuls für mich, in Deutschland und Europa nach diesen Lebensmitteln aus Bio-Anbau zu suchen. Ich wurde fündig und nur wenig später war »Lebensbaum« geboren. Inzwischen ist Lebensbaum ein mittelständisches Unternehmen mit fast 100 Mitarbeitern. Unsere Waren beziehen wir heute aus über 40 Ländern rund um den Erdball. Dazu gehören Bio-Tees und Gewürze aus Indien, Kaffees aus Mexiko und Peru und eine Vielzahl an Kräutern, die in bester Qualität auch in Europa angebaut werden. Mir ist es wichtig, erstklassige Produktqualität und soziale und weitere ökologische Komponenten miteinander zu verbin-

den. Aus diesem Grund bevorzugen wir Bio-Erzeuger, die dieses Gedankengut mittragen. Der Ambootia-Teegarten in Indien oder die Sekem-Farm in Ägypten sind Beispiele, die auch weltweit Vorbildcharakter genießen. Aber auch die Förderung des biologischen Landbaus in unserer Region ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Österreichische und deutsche »Kräuter-Bauern« gehören zu unseren Partnern der ersten Stunde. An unserem Standort in Diepholz werden die hochwertigen Rohwaren schonend verarbeitet und verpackt. Der Strom, den wir dazu brauchen, kommt zur Gänze aus regionaler Windkraft. Außerdem nutzen wir Energie schonende Technik, wo es nur geht. So sorgen wir dafür, dass LebensbaumProdukte rundum ein echter, nachhaltiger Genuss sind.

Bioprodukte, die ich gern Mag: Amaranth Crunchy von Allos gehört bei mir jeden Morgen zum Obstsalat. Rosendahler Käse von Söbbeke ist ein sehr aromatischer Käse, der nicht nur auf dem Brot, sondern auch zum Wein gut schmeckt. Spaghetti Piccante von Davert sind genau das Richtige, wenn es etwas Deftiges sein soll. Voelkel Demeter Apfelsaft naturtrüb einfach unschlagbar lecker. Cappucino Stick von Rapunzel - eine süße Sünde, die es immer wieder wert ist. Mein Lebensbaum-Lieblingsprodukt: Ist der Demeter Darjeeling Schwarztee vom Ambootia Teegarten. Er verbindet auf ganz besondere vorbildliche Weise die Top-Qualität in Sachen Geschmack mit der konsequenten Verantwortung für Mensch und Natur bei Anbau und Verarbeitung. Für mich ein erstklassiger Begleiter für den Start in einen guten Tag.

Volumen-Shampoo Bier-Honig von Logona hilft auch wenn die Haare dünner werden.

Für weitere Informationen: www.lebensbaum.de


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bücher, die die welt braucht Es sind wohlfeile Bücher am Markt, die uns die kalten Wintertage über beim Lesen und Blättern erheitern, bilden und inspirieren werden. Seite für Seite ökologisch und fair.

Passend zu unserer Covergeschichte (siehe Seite 14) gibt es das Buch »Einfach intelligent produzieren« von Michael Braungart und William McDonough. Im selben Verlag (Berlin Verlag) ist auch das Buch »Biokapital« über die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit von Andreas Weber erschienen. Im Sinne von Biorama werden derzeit auch die Themen Design und Mode von sämtlichen deutschen Verlagen erarbeitet. Ein ausserordentlicher gelungener Buchband, ein Sammlerstück, ist im Hermann Schmidt Verlag Mainz erschienen: »Design Ecology« mit Abbildungen und Interviews zu internationalen Eco-Design-Projekten. Dem Thema Eco und Fair Fashion widmet sich Christine Anna Bierhals in der Serie »green|designed« im Verlag avedition. Es werden unterschiedliche Modelabs portraitiert. Das moderne Standardwerk zu ökologisch nachhaltigem Wissen und Lebensstil ist das vom österreichischen

Designer Stefan Sagmeister gestaltete Buch »World Changing«, das endlich in deutscher Sprache im Knesebeck Verlag erschienen ist - im Zuge dessen sei auch folgende Website empfohlen: www.worldchanging.com Ebenso ganz frisch aus der Druckerei: das Buch zum Film »Let's make Money« aus dem kleinen feinen Verlag Orange Press. Werner Lampert hat in Österreich mit der Gründung der Marken »Ja! Natürlich« und »Zurück zum Ursprung« massive Entwicklungen im (Bio-)Lebensmittelmarkt in Gang gesetzt – nun legt er ein Buch drauf: »100 Lebensmittel die sie glücklich machen« (EcoWin). Das eine oder andere hier empfohlene Buch verlosen wir unter unseren Newsletter-Abonementen – wer zu diesen zählen möchte, kann sich auf www.biorama.at kostenlos anmelden.


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Text_Ursel Nendzig Fotos_Marco Rossi

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Knödel to Knödel Eine Warnung vorweg: Wenn Sie diesen Artikel gelesen und sich dabei mit dem Denken des Michael Braungart angefreundet haben, dann gibt es kein Zurück mehr. Dann wird Ihre Sicht auf die Welt nicht mehr die alte sein. Und das ist gut so.

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s ist Sommer. Ich esse ein Eis. Ich wickle es aus dem Papier, die Vorfreude steigt, ich schlecke mir schon über die Lippen. Und werfe das Papier in einem hohen Bogen weg. Es landet neben dem Mülleimer, auf der grünen Wiese. Es ist mir egal. Es ist mir sogar recht. Denn das Papier wird bald nicht mehr da sein, wird geschmolzen sein, und nicht nur das. Dabei wird es Samen freigesetzt haben, und bald, vielleicht schon in ein paar Wochen, werden hier schöne Blumen wachsen. Willkommen in der Welt von Michael Braungart. »Cradle to Cradle« heißt sein Konzept, von der Wiege zur Wiege. Und die Sache mit dem Eispapier ist nicht ganz abwegig. »Wir müssen umdenken«, sagt er. »Weniger schädlich zu sein, reicht nicht! Wir müssen nützlich sein.« Nützlich, etwa in Form von Samen in vollständig abbaubaren Eispapieren, Häusern, die Sauerstoff produzieren oder Möbelstoffen, die gegessen werden können. »Wir haben das Gefühl bekommen, dass wir schädlich sind. In einer wirklich merkwürdigen Art hat die Umweltbewegung dabei mitgeholfen.« Er geht noch einen Schritt weiter, sagt: »Es bringt nichts, klimaneutral zu sein. Das heißt doch: es wäre besser,

Es gäbe uns nicht. Die Natur, unsere Umwelt, sollte vielmehr durch uns bereichert werden.« Michael Braungart bringt das Prinzip von Cradle to Cradle auf den Punkt: »Es geht darum, dass wir die Dinge so gestalten, dass das nächste Leben schon wieder drin steckt. Statt Cradle to Cradle könnte man meinetwegen auch ›Nudel to Nudel‹ oder ›Knödel to Knödel‹ sagen«, meint der gebürtige Schwabe, 50, und studierte Chemiker, den ein Verhältnis mit der Chemielehrerin seiner Bestimmung zuführte.

»

Es bringt nichts, klimaneutral zu sein. Das heißt doch: Es wäre besser, es gäbe uns nicht.« »Für meine bildungsbürgerliche Familie brauchte ich allerdings einen triftigeren Grund, warum ich gerade Chemie und nicht Germanistik oder Philosophie studieren wollte. Die aufkommende Ökodiskussion kam mir gerade recht um zu sagen: Schaut her, das ist wichtig.« Das Studium und vor allem die Beschäftigung mit ökolo-

gischer Chemie brachten ihn zu den Grünen und zu Greenpeace, deren Chemie-Abteilung er leitete. Davon erzählt er in seinem Buch, das er zusammen mit William McDonough verfasste, »Cradle to Cradle – remaking the way we make things.« Ein Buch, das nicht nur inhaltlich sondern auch haptisch eine Botschaft ist. Es ist nicht aus Papier gemacht, sondern aus abwaschbarem Kunststoff. »Ich lese einfach gerne am Strand und in der Badewanne.« Eine Erklärung auf Braungart-Art. Er wurde, eigentlich unfreiwillig, zum Designer. Und, genauso unfreiwillig, zum Vorbild. Ein Film ist im Entstehen, Stephen Spielberg und fast ganz Hollywood steht mittlerweile hinter ihm und seinem Konzept. »Ich bin kein Vorbild. Ich mache kaum Sport. Ich dusche warm. Eigentlich«, sagt er und lacht, »hoffe ich, dass der Film nichts wird.« Vielmehr wolle er, dass jeder einzelne sagt: Das kann ich anders. »Sonst schiebt man die ganze Sache wieder auf einen Menschen ab. Ich möchte lieber die Designer feiern.« Das sei ihm sogar wichtiger, als das Bewusstsein der Menschen zu fördern. »Das Bewusstsein ist zu langsam. Das eigentlich wichtige ist, jene zu fördern, die Produkte entwerfen und herstellen,


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sie mit einem Selbstwert auszustatten, der sie dazu motiviert, umfassend gutes Design, ›Total Beauty‹ zu machen.« »Alle Dinge, die wir nutzen, sollten auch nützlich sein.« Und darum könne man alles noch einmal neu erfinden. »Menschen recyceln Dinge, die überhaupt nicht für Recycling geschaffen sind.« Er untersuchte etwa Toilettenpapier aus Recyclingpapier. Und erkannte, dass so viel Kohlenwasserstoff darin enthalten ist, dass »ein Kilo Toilettenpapier 30 Millionen Liter Wasser über den Grenzwert belastet.« Der dabei entstehende Klärschlamm sei so stark kontami­ niert, dass er verbrannt werden müsse. »Und damit sind alle Nährstoffe verloren, die eigentlich zurück in den Kreislauf kommen könnten.« Wenn wir dies verhindern würden, »könnten

wir auch viel mehr Menschen auf der Erde sein, ohne Problem.« Ein Problem, das alle anderen Lebewesen nicht kennen. »Ohne dass sie bewusste Entscheidungen treffen, sind Tiere so intelligent, dass sie nur Nährstoffe produzieren, die für andere nutzbar sind, keinen Müll.« Und doch: »Es gibt deswegen aber keinen Grund, die Natur zu romantisieren«, sagt Michael Braungart. »Die Menschen hatten ein jämmerliches Leben über viele Jahrtausende, haben im Winter gefroren, sind an den einfachsten Krankheiten gestorben.« Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Bestehende in Frage zu stellen, sich zu emanzipieren. »Wir haben dabei die Natur misshandelt. Deswegen haben wir jetzt ein schlechtes Gewissen. Und dieses schlechte Gewissen wirkt sich nachteilig aus.« Weil es dazu führe, von ‚Mutter Natur’ zu reden

anstatt echte Partnerschaft mit der Natur einzugehen, von ihr zu lernen und gleichzeitig unsere eigene Kultur und Kreativität zu schätzen. All das hört sich ganz schön einfach an. Michael Braungart sieht das genauso. »Die Leute denken immer, sie sind so hilflos. Dabei ist es genau das Gegenteil. Wenn ich im Supermarkt einkaufe, kann ich fragen: Kann ich es wegschmeißen und daraus Kompost machen? Oder kann ich es verbrennen und nachher die Asche in den Garten packen? Oder nehmen Sie es zurück?’« Wieso, so lautet seine Frage, soll ich etwas kaufen, wofür ich nicht zuständig sein kann? Warum soll ich die Haftung für etwas übernehmen, von dem ich gar nicht weiß, was darin enthalten ist? »Und damit können wir so viel Aufwand erzeugen, dass derjenige, der den


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»Think« wird nach seinem Lebensende als Bürostuhl wieder dem technischen Kreislauf zugeführt. Komplett. (siehe Seite 20)

Laden betreibt, sich fragen muss: Ist das überhaupt gut?« Insoweit sei der Einzelne stärker und mächtiger, als er denkt. Er selbst leihe sich Dinge wie eine Wasch­maschine oder einen Fernseher nur aus. »Ich möchte nicht den Fernseher. Ich möchte die Dienstleis-

»

Ein Fensterrahmen kann morgen ein Computerteil, übermorgen ein Bürostuhl sein.«

tung erwerben, fernzusehen.« Und wenn jemand sich tatsächlich sein Wohnzimmer mit einem Statussymbol wie einem Flatscreen schmücken möchte, »ja, dann soll er es doch haben. Aber bitte: Er gehört ihm dann auch, keiner will ihn nachher


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mehr. Dann muss er auch die Haftung für 4.360 Chemikalien übernehmen, obwohl er eigentlich nur fernsehen möchte.« Über Multiplikatoren bahnt sich Cradle to Cradle langsam aber sicher seinen Weg. Michael Braungart und seine Mitarbeiter von MBDC in Charlottesburg oder EPEA in Hamburg – beides dem Cradle to Cradle verschriebene Unternehmen, die der umtriebige Professor (mit)begründete – vergeben Zertifikate an Unternehmen und bilden Leute aus, die dann wieder Leute ausbilden. In Ländern wie Holland und Kalifornien gibt es bereits weitreichende Communities, die sich dem »C2C«-Konzept verschrieben haben. So entstehen Häuser, die zur Gänze wieder in natürliche oder technische Kreisläufe zurückfinden. »Niemand muss ein Fenster besitzen«, sagt Michael Braungart. »Die Leute bekommen stattdessen 25 Jahre ›Durchkucken‹ als Versicherung. Die Teppichböden sind auch nur Dienst­ leistungen, Fußbodenverpackungsfunktionen also. Diese Materialien sind zu wertvoll um sie an jemanden

zu verkaufen, man leiht sie nur aus. Dann werden sie zurückgegeben und wieder verwendet, beliebig oft. Die Materialien sind dafür entwickelt, dass sie zurück in den technischen Nährstoffkreislauf kommen können.« Ein Fensterrahmen könne morgen ein Computerteil, übermorgen ein Bürostuhl sein.

»

Die Leute denken immer, sie seien hilflos. Dabei ist es genau das Gegenteil.« Die Öko-Effizienz, sagt Michael Braungart, mache vieles nur noch schlimmer. »Autoreifen halten heute doppelt so lange wie noch vor 20 Jahren« Das habe aber einen fatalen Nachteil: »Die Abriebe sind so fein, dass die Teilchen so lange in der Luft schweben, bis sie eingeatmet werden.« Wenn wir uns auf diese Art weiterentwickeln, ist sich Braungart sicher, sieht er in fünfzig Jahren eine Welt, auf der rund eine Milliarde Menschen übrig

bleibt. »Davon werden 200 Millionen Menschen ein gutes Leben haben. Die anderen werden praktisch als deren Nutztiere leben. Etwa dreißig Prozent der Arten werden übrigbleiben, das System sich selbst zerstören.« Wir werden alles einbüßen, was uns Menschen als Menschen auszeichne. Das sei aber nur ein mögliches Szenario. »Ich glaube, dass es möglich ist, in fünfzig Jahren zehn Milliarden Menschen auf der Erde menschenwürdig zu ernähren und andere Lebewesen zu unterstützen.« Cradle to Cradle sei jedenfalls die einzige positive Agenda, die es im Moment gibt. »Wir können alles noch einmal entwickeln«, sagt Michael Braungart. »Wir dürfen uns nicht schuldig fühlen, denn dann sind wir nicht kreativ. Wir müssen ein Kind ansehen und sagen: ›Schön, dass du da bist.‹ Und nicht: ›Du bist eine Bürde für die Erde.‹« www.braungart.com www.epea.com www.mbdc.com www.hamburger-umweltinst.org


Mitglieder, Besucher,

34.000 1.100.000

Beiträge,

45.000 968 Produkte und 77 die einen Unterschied machen.

Unternehmen,

34.000 Menschen haben sich in dieser Zeit auf www.utopia.de registriert. Professoren und Studenten, Veganer und Metzger, Politiker und Schauspieler, Erfinder und Biobauern, Unternehmer und Arbeitslose. 1.100.000 Besucher nutzten dieses Jahr Utopia als ihre Web-Plattform für ein nachhaltiges Leben und Arbeiten. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass eine vermeintliche Utopie Wirklichkeit wird: eine Welt, in der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte im Gleichgewicht stehen. 45.000 Beiträge sind in den letzten 12 Monaten auf www.utopia.de entstanden. Das Online-Magazin bietet praktische Ratgeber, exklusive Interviews, spannende Portraits, Hintergrundberichte und Neuigkeiten aus aller Welt. Die Utopisten tragen eigene Artikel, persönliche Blogs, Forumsbeiträge, Produktbewertungen und Kommentare bei. 968 nachhaltige Produkte finden Sie aktuell im Utopia Produkt-Guide – vom Joghurt bis zum Fertighaus. Denn nur wer sich auskennt, kann »strategisch konsumieren«. Experten und Utopisten stellen hier ihre Favoriten vor, alle Produkte können bewertet und kommentiert werden.

Wenn Sie auch einen Unterschied machen wollen, registrieren Sie sich jetzt. Gemeinsam glauben wir an das Mögliche. Ohne erhobenen Zeigefinger werden wir die Welt zum Besseren verändern. Schritt für Schritt und Tag für Tag. www.utopia.de

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77 Unternehmen gehen schon mit uns den Weg in eine nachhaltige Zukunft. Als Sponsoren, Aktionspartner oder Mitglieder der Business-Community berichten sie über ihren Weg und stellen sich dem Dialog mit kritischen Konsumenten.


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Zum Beispiel: michael braungarts prinzip »Cradle to Cradle« in der anwendung. Der Bürostuhl »Think« ist das erste Cradle to Cradle-zertifizierte Produkt überhaupt. Der Bürostuhl wird nach seinem Lebensende als Möbelstück einer neuen Bestimmung zugeführt. Jedes einzelne Teil wird wieder einem technischen Kreislauf zugeführt oder ist komplett kompostierbar. Neben »Think« entwickelte der Hersteller Steelcase drei weitere Bürostühle und 19 andere Produkte (neben Möbeln und architektonischen Lösungen eine Reihe von Stoffen und Geweben), die ebenfalls Cradle to Cradle-zertifiziert sind. www.steelcase.com

Der Möbelstoffproduzent Backhausen, ein österreichisches Familienunternehmen und Produzent für Möbelstoffe, entwickelte die weltweit ersten wiederverwertbaren und umweltschonenden Flammfeststoffe. Dafür erhielt Backhausen die Silbermedaille auf der größten US-amerikanischen Interior-DesignMesse Neocon in Chicago. Die preisgekrönten Stoffe werden aus der Faser Trevira CS hergestellt und entsprechen dem Cradle to Cradle-Prinzip: Durch die Extraktion umweltbedenklicher Substanzen während des ganzen Produktionsprozesses entstehen wiederverwertbare und umweltfreundliche Stoffe. www.backhausen.com Die Unterwäsche Triumph entwickelte eine komplette Unterwäschelinie nach Cradle to Cradle-Maßgaben. »Pure origin« heißt sie, in jedem Triumph-Shop zu haben. Pure Origin ist aus ökologischer Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau gemacht. Die Wäsche ist außerdem hautfreundlich. Was klingt, als wäre es selbstverständlich, ist es durchaus nicht. »Pure origin« ist die erste Unterwäsche, die auch wirklich dafür hergestellt ist, mit der Haut dauerhaft in Berührung zu kommen. www.triumph.at

Die ganze Region Die Region Graz wird zur Cradle to Cradle-Modellregion. Entwickelt werden derzeit Pilotprojekte mit Unternehmen in und um Graz. Vernetzung von Wirtschaft und Industrie, Bildungsinstitutionen und Politik sind dabei wesentlich. Aber nicht nur: Bewusstseinsbildung ist eines der schwer wiegenden Schlagworte in der Entstehung der Modellregion. Die Politik (seit Mitte des Jahres regiert in Graz eine Schwarz-Grüne Regierung) sieht Cradle to Cradle als relevanten Faktor im Bezug auf die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Graz und steht hinter dem Projekt. Doch nicht nur die Attraktivität des Standorts und die damit verbundene Wettbewerbsfähigkeit soll erhöht werden. Sondern auch, und vor allem, die Lebensqualität der Bewohner der Region. Die bereits bestehende Schwerpunktregion Limburg (Niederlande) ist für Graz Vorbild und Kooperationspartner zugleich. www.pilotprojekt.at Und auch der Schuh Ein Schuh von Wexla besteht, wie jeder andere auch, aus drei Teilen: Sohle, Oberteil und Fußbett. Mit dem Unterschied, dass die Teile hier selbst ausgetauscht und kombiniert werden können. Das System schützt außerdem die Umwelt: Verschleißteile, die Sohle etwa, können nachgekauft werden, ohne den gesamten Schuh entsorgen zu müssen. Die kaputten Schuhteile können kostenlos an Wexla zurückgeschickt werden. Dieses Material wird, ganz Cradle to Cradle, in neue Kreisläufe integriert. Das aus Kunststoff bestehende Oberteil wird zu Granulat und anschließend zu einem Spielzeug oder Fensterrahmen. www.wexla.at


www.schladmingerbier.at


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Es duftet nach Nostalgie Die Speick-Seife kennt man doch. Sie gehört zum Wortschatz vergangener Generationen. Ein simples Produkt, das seinen Ansprüchen gerecht wird – kein medialer Schnick-Schnack, keine übertriebenen Versprechungen. Die Seife hat sich gehalten und heute, da Hautpflege immer absurder wird und sich ständig neu erfinden muss, ist ein altbekanntes Produkt eine willkommene Abwechslung. Text_Magdalena Vukovic Illustration_Nana Mandl

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m Jahr 1928 gründete Walter Rau in Stuttgart eine FeinseifenSiederei und sein populärstes Produkt wurde die Speick-Seife. Von rosiger Farbe und charakteristisch herbem Duft ist sie vor allem älteren Generationen im deutschsprachigen Raum ein Begriff. Der Geruch weckt Assoziationen an großmütterliche Stuben und die alpenländische Würze saftiger Wiesen. Welchen Ursprung das vertraute Aroma hat, ist aber wenigen bekannt. Eine kleine Pflanze, die in den Bergen Kärntens wächst, ist Namensvetter und wichtigster Inhaltsstoff: der Speick oder Alpenbaldrian. Walter Rau kam aus einer Familie

von Seifenherstellern und wollte die Tradition der Eltern weiterführen und über die herkömmliche Kernseife hinauswachsen. Er war der damals erst wenige Jahrzehnte alten Ideen der Anthroposophie, die Rudolph Steiner zu Beginn des 19. Jahrhunderts definierte, zugetan. Die Lehre besagt, dass der Mensch mit seiner Außenwelt verwoben ist, dementsprechend kein in sich geschlossenes System bildet. Körper, Geist und nicht zuletzt die sagenumwobene Seele bilden eine Einheit, eingebettet in eine Umwelt, die ebenso einen Einfluss auf uns hat wie umgekehrt. Alles spielt zusammen: Lebenswandel, soziales und auch physisches Umfeld – sie alle bestimmen

unser Glück. Klingt nach esoterischem Gefasel, besonders zu einer Zeit als der nüchterne Geist der Moderne dabei war, seinen Höhepunkt zu erreichen. Was Walter Rau wollte – um zu dem geradezu revolutionären Schwaben zurückzukehren – war der löbliche und durchaus bodenständige An­ spruch, hochwertige Kosmetik zu ent­ wickeln, ohne dabei die Bedürfnisse des Endverbrauchers zu vergessen. Einen ausgleichenden und wohltuenden Einfluss sollte die Körperpflege haben. In den malerischen Alpen Kärntens, fernab seiner Heimat, fand er jene Zutat, die das Kraut fett machte. Dort, auf den Nockbergen – und nur dort – wächst ab einer Höhe


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Der Geruch! Er weckt Assoziationen an Omas Stube und grüne Wiesen!«

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 JEMVIV,ERHIP von rund 1.800 m der Speick (auch gerne Speik geschrieben, je nach Geschmack). Er ist ein Baldriangewächs von unscheinbarem Äußerem: Ein zierliches Pflänzchen mit gelben, trichterartigen Blüten, das einen intensiven, würzigen Duft verströmt, lange bevor man es zu Gesicht bekommt. Das Öl aus den Wurzeln der Pflanze hat nachweislich einen beruhigenden Einfluss auf den Menschen, ohne ihn zu ermüden. Schon die alten Römer wussten um seine heilsame Wirkung und schätzten den intensiven Geruch der

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Speickpflanze. Unter dem Namen Valeriana Celtica (valere – gesund erhalten; celtica meint die keltische Herkunft) war er damals bekannt. Das kostbare Speick-Öl, in der Neuzeit mit Gold aufgewogen, wurde über Venedig in alle Welt, aber vorzugsweise in den Orient exportiert, wo es zu Salböl und Räucherwerk verarbeitet wurde. Wie so oft, ließen sich die Menschen von der Gier leiten und die Pflanze war vom Ausrotten bedroht. Im Jahr 1936 wurde der Speick unter Schutz gestellt und verlor seine wirtschaftliche Bedeutung – schnell vergaß man auch um seine Heilkraft. Für das Speickwerk war das vernichtend: Walter Rau ließ in seiner Not die Pflanze im Schwarzwald anbauen, aber die Qualität des Kärntner Originals wurde nie erreicht. Erst in den 1980ern beauftragte man das Institut für Botanik an der Universität Wien eine Studie dazu durchzuführen, mit dem Ergebnis, dass der Speick sich am besten vermehrt, wenn er nur zur Hälfte eingesammelt wird. Das war der Freibrief zur maßvollen Ernte: Heute haben zwei Bauern die Lizenz zum »Speicken«, aber nur 20 Kilogramm pro Saison sind erlaubt, um die Existenz des Alpenbaldrian nicht

Dort, auf den Nockbergen, und nur dort, wächst ab 1.800 m Seehöhe der Speick«

meisten Inhaltsstoffe sind aus biologischem Anbau und dementsprechend vom BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel) zertifiziert. Die Kosmetika werden, wie damals der kostbare Speick-Extrakt, in alle Welt exportiert, von Amerika bis Japan. Das Speick-Werk und seine nostalgi­ sche Seife reihen sich damit nahtlos in den aktuellen Bio- und Wellnesstrend ein.

man in diesem Fall, mit Zertifikat versteht sich, von kontrolliert biologischer Wildsammlung (kbW, im Gegensatz zum kontrollier biologischen Abau, kurz kbA). Das Speickwerk in Stuttgart hat derzeit das exklusive Recht auf den Speick-Extrakt und versetzt jedes seiner Hautpflegeprodukte in homöopathischen Dosen damit. Der Leiter des Unternehmens und Enkelsohn von Walter Rau, Wikhart Teuffel, unterzog die traditionsreiche Marke seines Großvaters einer milden Verjüngungskur, dem Geschmack der Zeit entsprechend. Er setzte auf ein schlichtes serifenloses Logo und die Erweiterung der Produktpalette. Die

Auch dem neuen Bewusstsein für soziale und ethische Fragen, das die urbane Mittelschicht erst in letzter Zeit entwickelt, wird seit jeher Folge geleistet. Seit der Gründung des Speick-Werks wird für betriebliche Altersvorsorgen, Weiterbildung und Kinderbetreuung gesorgt. Walter Rau forderte vor rund 80 Jahren seine Angestellten sogar zur regelmäßigen Eurythmie am Arbeitsplatz auf. Die Turnübungen haben sich rentiert. Die Zahlen des Betriebs scheinen dem Konzept Recht zu geben: Ein 40-Mann-Betrieb mit rund 8 Millionen Euro Umsatz pro Jahr spricht für sich.

erneut zu gefährden. Im August bearbeiten die Bauern in den Nockbergen mit ihren SpeickKramperln das Erdreich. Ein Stück der Wurzel bleibt dabei im Boden, damit aus den Bruchstellen neue Triebe gedeihen können. Seit 2003 spricht

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Tanken mit Gedanken an eine bessere Welt »Better Place« heißt das ambitionierte Start-Up-Unternehmen des 40-jährigen Israeli Shai Agassi – Stromtankstellen statt Benzinzapfsäulen und umweltfreundliche Elektroautos sollen die Automobilindustrie revolutionieren. Text_Marianne Lang Illustration_Miriam Mone

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n der Ferne bellt ein Hund. Dazwi­schen die Geräusche einer Fahrradklingel und die Schritte von Menschen auf Asphalt. Es ist ein ganz normaler Tag in der Stadt, und doch ist irgendetwas anders. Wenn der Bus nicht brummt und das Auto nicht wummert, ist es plötzlich ungewöhnlich ruhig. Die Vorstellung eines lärmfreien Verkehrs fühlt sich gut an, doch gleichzeitig irreal wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film. Nicht wenn es nach Shai Agassi geht. Der 40-jährige Geschäftsmann aus

Israel plant mit seiner Ende 2007 gegründeten Start-Up-Firma »Better Place« eine grüne Revolution in der Automobilbranche – umweltfreund­ liche und nahezu geräuschlose Elektro­autos für den Massenmarkt statt abgasproduzierende Benzinoder Dieselfahrzeuge. Die Grundidee ist keineswegs neu. Bereits in der frühesten Entstehungsgeschichte des Automobils gab es Fahrzeuge mit Elektroantrieb, und spätestens seit der Ölkrise Ende des 20. Jahrhunderts erlebt das E-Auto einen neuerlichen

Boom. Doch warum konnte es sich bisher nicht durchsetzen? Ist die Öllobby zu mächtig oder der grüne Gedanke zu schwach? Der Hauptgrund liegt wohl eher in der noch mangelhaften Technologie der Elektroautos. Denn derzeit müssen die Akkus etwa alle 100 Kilometer mehrere Stunden lang aufgeladen werden. Weite Strecken werden dadurch unmöglich. »Better Place« von Shai Agassi, dem ehemaligen Vorstand des Softwarekonzerns SAP, bietet dafür


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nun eine simple und gute Lösung an – Lade- und Tauschstationen, an denen Batterien aufgeladen bzw. in Minutenschnelle ausgetauscht werden. Bis 2010 sollen in Israel, das etwas größer als Niederösterreich ist, 500.000 solcher E-Tankstellen errichtet werden. »Zuerst muss nämlich die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Erst dann kann man die Menschen für eine neue Sache begeistern«, weiß Öko-Revolutionär Agassi. Mit klugen Worten und einem innovativen Konzept trifft der charismatische IT-Experte den Nerv der Zeit. Und auf rege Zustimmung. 200 Millionen US-Dollar Anschubfinanzierung hat er für »Better Place« bereits eingesammelt – eine der größten Risikokapital­investitionen der letzten Jahre. Der Autohersteller RenaultNissan hat sich zur Zusammenarbeit verpflichtet und will bis 2011 mit der Massenproduktion stromgetriebener Fahrzeuge beginnen. Und auch die israelische Regierung bietet mit der steuerlichen Begünstigung beim Kauf

von Elektroautos Unterstützung an. Besonders Israels Präsident Shimon Peres ist von Agassis Visionen begeistert. Anfang 2008 meinte er gegenüber der Financial Times, dass Israel in zehn Jahren ohne Öl auskommen werde.

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Die Vorstellung eines lärmfreien Verkehrs fühlt sich gut an, doch gleichzeitig wie aus einem Science-Fiction-Film.« In Shai Agassis Öko-Projekt »Better Place« werden also große Hoffnungen gesteckt. Selbst schwerwiegende Worte wie »Frieden in der Welt« oder »die Rettung der Umwelt« werden im selben Zusammenhang genannt. Könnte die Welt durch die Massenproduktion von Elektroautos tatsächlich eine bessere werden? Mit Sicherheit wäre sie eine ruhigere, und zwar in zweierlei Hinsicht. Keine Lärmschutz-

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wände neben Autobahnen mehr und auch keine schlaflosen Nächte wegen brummender Lastwägen. Und auch keine großangelegten Kriege mehr um Macht durch Erdöl zu erlangen. Die Sonne, die eine der Hauptquellen für den Strom der »Better Place«-Autos sein soll, lässt sich nämlich nicht monopolisieren. Sie ist da oder auch nicht. »Wir beabsichtigen, so weit wie möglich, sauberen Strom einzukaufen, der mit grünen Me­t hoden gewonnen wird, einschließlich Windund Solarenergie«, sagt Shai Agassi und stößt damit bei der israelischen Regierung auf offene Ohren. Für die sonnenstromhungrigen Elektroautos sollen künftig zwei große Solarkraftwerke gebaut werden, die billigen Strom für den emissionsfreien Verkehr liefern. Billig ist ein Stichwort mit dem der erfolgsverwöhnte Manager Agassi gerne und zielorientiert hantiert. »Better Place« möchte die derzeit noch enorm teuren Elektroautos nach dem Handy-Modell anbieten: wer einen


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mehrjährigen Vertrag unterschreibt und bereit ist, für den Strom das zu bezahlen, was er für dieselbe Strecke für Benzin ausgibt, bekommt das E-Auto geschenkt dazu. An den Tankstellen können die Akkus dann aufgeladen bzw. ausgetauscht werden. Die Identifizierung des Fahrzeuges und die Abrechnung erfolgen automatisch per Software und Funkchip. Sieht man Shai Agassi auf den unzähligen You-Tube-Videos von seinem E-Projekt erzählen, ahnt man, dass der Mann, der durchaus auch als sympathischer Fernsehmoderator durchgehen könnte, selbst seinen größten Konkurrenten, den Öl­scheichs, ein Auto verkaufen könnte. Seine kohlschwarzen Haare sind adrett gekämmt, der Anzug sitzt perfekt, genauso wie das verschmitzte Lächeln in seinem Gesicht. Schon im Alter von nur sieben Jahren wusste der Sohn eines ehemaligen israelischen Armee-Oberst was er wollte – einen Computerkurs an der Uni von Tel Aviv absolvieren. Während des Wehrdienstes war Agassi Programmierer und hatte wenige Jahre später

seinen Informatik-Abschluss in der Tasche sowie eine Vertriebsfirma für Multimedia-Software gegründet. Um seine finanzielle Zukunft braucht sich der IT-Experte keine Sorgen mehr zu machen. Er kann sich getrost zurücklehnen und über die Verbesserung der Welt nachdenken.

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In zehn Jahren kommt Israel ohne Öl aus.« Die Ausgangslage, um seine Vision tatsächlich zur Realität werden zu lassen, könnte kaum besser sein. Denn Agassi kennt die richtigen Leute und weiß wie man Projekte umsetzt. Der »Better Place«-Ansatz soll schrittweise die ganze Welt erreichen. Dänemark und Frankreich planen bereits ein Netz von Ladestationen für Elektroautos, und auch Australien zeigt Interesse an emissionsfreiem Verkehr. Und Österreich? Derzeit summen 131 elektrobetriebene Fahrzeuge auf

unseren Straßen, die im Vergleich zu den 4,2 Millionen diesel- und benzinbetriebenen Autos kaum auffallen. Weder optisch, noch akustisch, noch feinstaubtechnisch. 1505 Elektrotankstellen sind quer über das Land verstreut, und in den meisten Fällen als Restaurants, Hotels und Cafés getarnt. Viele von ihnen bieten ihren Kunden den Strom noch gratis an. Doch der Alltag mit einem E-Auto ist immer noch nicht massenkompatibel und muss genauestens geplant werden. Shai Agassis »Better Place«-Projekt könnte Abhilfe schaffen, und auch dieses Land womöglich zu einem »besseren Ort« machen. Noch besser wäre es jedoch, um mit einem ScienceFiction-getränkten Bild zu schließen, wenn eines Tages jeder von uns eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Hausdach hätte, mit der er sein leises EAuto aufladen könnte und die Hunde wieder beim Bellen hören würde.

www.elektrotankstellen.net www.betterplace.com


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DIE LIEBE ZUM LEBEN Tierstimmen und Nachtstille machen den Frienerhof zu einem Ort der Gelassenheit. Text und Fotos_ Sophia Fielhauer, Christian Resei

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emach! In der steirischen Ramsau lässt sich selbst der Nebel Zeit, wenn er in aller Herrgottsfrühe mit der Sonne im Wettstreit liegt. Umrahmt von den Tauern im Süden, dem kleinen Kulmberg und dem Scheichenspitz im Norden liegt der Frienerhof. Eine schmale Landstraße führt den Auto‑ reisenden (alternativ mit der Bahn ins nahe Schladming) zum Gehöft, dessen Geschichte ins Jahr 1345 zurückreicht. Einkehren in fünf Ferienwohnungen und zwei Zimmer - hier finden rund 25 Städter, die nach Landleben gieren, ihren Gegenpol. »Nicht, was möglich ist, darfst du auch machen, du musst schauen, was verträgt die Umwelt und

was verträgst du selber«, ist Landwirt Georg Berger, 44, überzeugt. »Wir wollen den Gästen nichts vormachen.«

Den Hof bis in den kleinsten Winkel zur Urlauberresidenz ausbauen wollte er nicht. Mehr Gästeraum, mit viel

hellem Holz vom Architekten, Bergers Bruder, verwirklicht, wäre weder Hof noch Gästen bekömmlich. Der Morgen beginnt mit einem Panoramablick auf Wald und Gebirge, tiefem Durchatmen am Balkon und dem guten Gefühl: Die Großstadt ist weit entfernt. Spazieren zum angelegten Badeteich, Schafe und Milchkühe beim Weiden beobachten, den Waldweg zum Kulmberg beschreiten. Seit sieben Uhr morgens ist Georg Berger im Stall zu Gang, damit hat er schon als 5-Jähriger begonnen. Den Frienerhof übernahm er gemeinsam mit seiner Frau Claudia, 41, zur Hochzeit und wandelte ihn seit 1991 in kleinen, gezielten Schritten


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vom Bauern- in einen Biohof um. »Wir wollten etwas Nachhaltiges machen, damit unsere Kinder die gleichen Chancen haben wie wir«, sagt Georg, der zwei Töchter, 14 und 16 Jahre, und einen 10-jährigen Sohn hat. Nachnamen werden eingespart, über 1.100 Meter Höhe sind alle per Du. Des Gastes Freude, der sich beim willkommenen Besuch im Stall nicht gar so fremd vorkommt. Auch die 40 Milchkühe und Kälber tragen Vornamen und Georg kennt sie alle. Die Gelassenheit der Gastgeber scheint auf die Gäste abzufärben, der Mensch lässt sich auf einmal gar viel Zeit, wird angenehm langsam. Das mag an der Dachstein-Höhenluft liegen und am Fehlen jeglicher Lärmquellen. Die Ohren sind frei für Muh, Mäh und die Grunzlaute der Schweine Willi und Erika, für Windrauschen, Vogelstimmen oder die faszinierende Stille der Nächte. Sich postieren und Sternbilder beobachten, die nahe der Stadt so niemals zu sehen sind.

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Wir wollten etwas Nachhaltiges machen, damit unsere Kinder die gleichen Chancen haben wie wir«

Aus der Natur traben Besucher gemächlich zum Biofrühstück, das wartet, keine festen Zeiten verordnet und Freiheit suggeriert, die sich die Gastgeber auch selbst ausgiebig für ihre Morgenmahlzeit nehmen. Den Gäste-Frühstückstisch betrachten

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sie als Lebenssüße für ihre Gäste. Da prangt die selbst gemachte Butter als sonnengelber, runder Gupf auf dem Gmundner Teller, stehen Wurst, Speck und Biowürste bereit. Milch, Käse, Marmeladen und Säfte vollbiologisch ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, gentechnikfrei. Großteils hausgemachte Schmankerl. Claudia ist stolz auf ihren »Steirer Kas«, ein Schimmelkäse aus Magermilch zubereitet, fettfrei. Er sieht wie Rohrzucker aus, mundet ähnlich wie Gorgonzola. Beim Frühstücken in der Frienerstube, mit all ihren Schätzen eines alten Bauernhauses, verfliegen die Stunden. Köstliches Dachsteinwasser im und zum Kaffee – Claudia und Georg amüsieren sich, wenn amerikanische oder deutsche Gäste mit Mineral-Tragen anreisen. Behutsame Stadtentwöhnung folgt. Der Frienerhof setzt auf das Gut der Ruhe und das Gute in der Landwirtschaft. »Je länger wir uns mit


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Angesichts der Kürze unseres Lebens ist es mehr als verwunderlich, dass wir uns nicht mehr Zeit zum Leben nehmen«

biologischer Landwirtschaft auseinandergesetzt haben, desto mehr Lust haben wir bekommen, Lebensmittel selber herzustellen«, sagt Claudia. Ein Verbund aus zehn Bauernhöfen, Pensionen und Hotels sind die »Ramsauer Bioniere«. Das in rot und gelb gehaltene Holzschild prangt von einem Balkon des Frienerhofes. Georg hat die Bewegung 1999 gegründet. »Wir mussten die Stärken unserer Region unterstreichen, haben uns auf das Biologische spezialisiert und sind Pioniere geworden. Du musst da hineinwachsen, es darf ja keine aufgesetzte Geschichte sein, nur weil es jetzt im Trend liegt.« Anfangs schwer hatten es die »Bioniere«, neben Milch und Bier auch Essentielles wie Biobrot anzubieten. Jede Backingredienz muss zertifiziert sein, der Zulieferer-Betrieb darf nicht anders produzieren. Ein aufwendiges Unterfangen, das viele ansässige Unternehmen scheuen. »So sind wir mit der Idee gewachsen«, erzählt Georg, der wie die anderen »Bioniere« Nachhaltigkeit im ganzen Tagesablauf anbietet. Das reicht von der Wäschereinigung bis zur

Tierhaltung. Standen die Kühe einst angekettet im Stall, so mutet ihr Lebensbereich jetzt eher wie eine Tier-WG an. Zwischen dem Milchvieh residieren Stallkatzen, Meerschweinchen und Hühner. Bordercollie Nell wird ihrer Aufgabe als Arbeitshund gerecht, bringt Ordnung ins tierische Durcheinander. Klänge einer steirischen Knopfharmonika dringen aus der Küche, die Claudias Reich ist. Der Holzherd aus den 60er Jahren ist das Zentrum, am Familientisch übt Georg jun. auf dem Instrument. Demnächst wird die Biobäuerin verstärkt am Herd stehen. Die Langlaufsaison startet, durch die Region ziehen sich 180 Kilometer Loipe, teils direkt am Frienerhof vorbei. Gäste der Ramsau, die nicht auf dem Rücken der Pferde am nahen Reiterhof ihre Ruhe und Entspannung finden, schnallen die Bretter an. Die Friener- wird zur Langläuferstube, Pausen- und Aprés-Laufstation. Mit Friener’s Magenbitter zum Aufwärmen, zubereitet aus dem Biokräutergarten. »Rauten, Melisse, Schafgarbe,

Wermutkraut, Orangenscheiben und etwas Muskatnuss nach Gefühl« setzt Claudia sechs Wochen im riesenhaften Einweckglas am Fenstersims der Stube an. Was die »Bioniere« ausmacht, ist eine tief verwurzelte Solidarität zwischen den Betrieben, die größtenteils alle Land- mit Gastwirtschaft verbinden. Ganz Vorberg in der Ramsau bietet Fremdenverkehr, ob mit Bio- oder gängigem Angebot. Der Gedanke an Konkurrenzkampf im Tourismusgebiet drängt sich auf. Doch anscheinend hat auch hier die Ruhe gesiegt, die Einheimischen teilen sich die Pfründe auf, empfehlen weiter. So schickt der Frienerhof seine Gäste zum Essen beispielsweise ins Naturhaus Lehnwie‑ ser, mitten in den nahen Nadelwald. Ein rund einstündiger, stiller Spaziergang oder ein kurzer Weg mit dem Auto. Vegetarische Biovollwertkost und ein Sozialprojekt, ohne es sich auf die Fahnen zu heften. Lehrlinge aus Österreich oder auch Alex aus Berlin werden zu Bioköchen ausgebildet. Sie alle haben eine Lebensgeschichte, die ihnen sonst kaum einen Ausbildungsplatz verschaffen würde. Beruhigender Urlaub mag auch ein Fremdenverkehr sein, der seine Angestellten nicht zu stressbeladenen Dienstboten macht. Am überarbeiteten Granteln liegt den Bergers nichts, deshalb fahren sie einmal im Jahr ans Meer, nahe Caorle. »Wir wollen auch einmal was anderes sehen und nichts tun. Wenn wir wieder zurückkommen, kommt es mir vor, als wären wir viel länger als eine Woche weg gewesen. Ich freu mich wieder auf den Hof«, sagt Georg. Etwas schonen, gelassen bleiben, in Ruhe verharren und sie mit den Gästen teilen.


G端nter Franzmeier, Schauspieler

Wir sprechen mit den Menschen. DATUM. Magazin f端r Politik und Gesellschaft.


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Text_Miriam Damev Foto_Stefan Knittel

In der Ruhe liegt die Kunst Das Vergängliche zurücklassen, am Ewigen teilhaben, das ist Chadô, der Weg des Tees. Tief in der japanischen Gesellschaft verankert, umschließt der Kult um das grüne Getränk Harmonie, Reinheit und Stille. Gegen Unordnung und Wirrnis, Hässliches und Schmutziges, Hast und Unruhe.

E

in warmer Herbsttag. Das Laub der Bäume, von den Sonnenstrahlen umschmeichelt, scheint um die Wette zu leuchten. Als wollte er sich nicht von seinem Schmuck trennen, wehrt sich der Ahorn, seine purpurfarbenen Blätter loszulassen – vergebens, denn jeder Windstoß lässt ein paar mehr auf den weichen Rasen fallen, wirbelt sie kurz in der Luft, ehe sie auf den in Moos eingebetteten runden Trittsteinen liegen bleiben. Die Luft ist immer noch warm, und doch spürt man die Vergänglichkeit des Augenblicks. Schon in wenigen Wochen wird Kyôto unter einem weißen Wintermantel verschwunden sein. »Man kann mitten in der Großstadt sein und sich doch weit entfernt von ihrem Staub und Lärm fühlen«, schrieb Kakuzo Okakura einst in

seinem »Buch vom Tee«. Und so verbergen sich in der einstigen Kaiserstadt unzählige Teepavillons, hinter den alten traditionellen Häusern, in Tempeln oder Parks. Der Teekult in Japan ist bis zum heutigen Tage ungebrochen. Die Philosophie des Tees dient nicht nur der ästhetischen Freude im alltäglichen Sinn, vielmehr drückt sie zusammen mit Ethik und Religion die ganze Auffassung der Japaner von Mensch und Natur aus. Der Ort, ein Teegarten im Herzen der einstigen Kaiserstadt Japans, soll als räumliche und geistige Vorbereitung auf die Teezusammenkunft dienen. Nichts wird hier dem Zufall überlassen, nur der Augenblick zählt, Zeit spielt keine Rolle. So spaziert man durch halbhohe, dicht gesetzte Bäume und Buschwerk, vorbei an Trittsteinen und – absichtlich – verstreuten Blät-

tern, entlang an einem geschwungenen Pfad, gesäumt von alten Steinlaternen. In einem kleinen Empfangsraum wird ein erster, leichter Tee gereicht, ehe sich die Gäste schweigend zu einer kleinen gedeckten Bank begeben, wo sie gemeinsam auf den Gastgeber warten. Er wird sie schweigend begrüßen, was diese auch schweigend erwidern werden. In der Nähe des Teehauses, eingebettet in üppigen Farn, ein ausgehöhlter Stein, tsukubai, von üppigem Moos überwachsen. Über das Wasser gebeugt werden nun Mund und Hände gereinigt, während der Duft erlesenen Weihrauchs vom Teehaus herüberweht. Es ist die Aufforderung einzutreten. Die sehr niedrige, kleine Tür, etwa in Kniehöhe in der Wand eingelassen, verlangt eher ein Durchkriechen als ein Durchschreiten. Mit gebeugtem Kopf, den


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Blick auf die Füße gerichtet, wird das Innere des Raums betreten. Behutsam schiebt Ikuko die helle, mit Papier bespannte Schiebetür zur Seite und betritt den schlichten klaren Raum, der nur von den wenigen Sonnenstrahlen, die das weit herabhängende schräge Dach hereinlässt, erleuchtet wird. Auf dem Boden liegen Tatami-Matten, in der TokonomaNische hängt das Kakemono, ein Bild mit kunstvoll gestalteter japanischer Handschrift, und bis auf ein paar Kissen ist der Raum leer. »Das Wesentliche bei der Teezeremonie ist, dass man den Alltag hinter sich lässt und das Gefühl bekommt, in eine andere Welt einzusteigen. Eine Welt der Ruhe, der Harmonie. Alles soll angenehm sein und den Sinnen schmeicheln«, erklärt Ikuko das Ritual und beginnt mit der Zubereitung des Tees. Die Stille des Raums wird nur durch das Summen des siedenden Wassers, das in dem eisernen Kessel tönt, durchbrochen. Alle Geräte, das Gefäß für Spülwasser, der schmale Bambuslöffel für das Teepulver, der Bambusschöpfer, die Teedose und die Teeschale ergeben ein anmutiges Arrangement und sind so platziert, dass Ikuko sie leicht erreichen kann. Nun zieht sie ein weißes Tuch hervor, faltet es auf kunstvolle Art und Weise und

wischt in einer eleganten Handbewegung die zuvor mit heißem Wasser ausgespülte Teeschale ab. Mit dem schmalen Löffel nimmt sie etwas von dem erlesenen Teepulver und gibt es in die Keramikschale. »Bitte, nehmen Sie von dem Kuchen«, fordert sie die Gäste auf und gießt mit der Schöpf­ kelle heißes Wasser aus dem Kessel über den Teebesen in die Teeschale. Die aus Bohnenpaste hergestellten und kunstvoll verzierten Namagashi sind von einer feinen, unaufdringlich süßen Note, »damit sich nach ihrem Genuss der Geschmack des Tees voll entfalten kann«, erklärt Ikuko und beginnt den Tee zu schlagen, so lange, bis eine dickflüssige, hellgrüne Flüssigkeit entstanden ist, auf der sich ein klein wenig Schaum bildet. »Das ist Koicha, dicker Tee, weil das Teepulver mit wenig Wasser angemischt wird und das Getränk so eine etwas zähflüssige Konsistenz hat.« Eine Schale wird hier für alle Gäste gereicht. Ehe man einen kleinen Schluck daraus trinkt, hält man, die Teeschale zur Stirn haltend, einen Augenblick inne, »ein stiller Dank an die Sonne, den Regen und die Menschen, die uns den Genuss des Tees erst möglich machen«. Als Abschluss rührt Ikuko einen dünneren Tee an, der mehr Wasser enthält. Nun haben die Gäste die Gelegenheit, alle

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benützen Geräte in die Hand zu nehmen und die kunstvolle handwerkliche Arbeit zu bewundern. Die Teezeremonie neigt sich ihrem Ende zu. Vier Stunden und mehr kann es dauern, ehe die Gäste das Teehaus wieder verlassen. Doch das spielt keine Rolle. Zeit ist beim chadô Nebensache. Die Kunst liegt im Loslassen. Ein lebenslanger Übungsweg, der den Geist der Zen-Lehre in den Alltag des Lebens tragen soll. Die »heitere Ruhe der Seele« nannte sie Okakura, bestimmt von Gelassenheit, Freude und Glück.

Im Teeladen Cha-No-Ma am Naschmarkt wird der köstliche grüne Tee nicht nur verkauft, sondern auch nach japanischer Zeremonie zubereitet. Neben neueren Kreationen wie Matcha Latte, Grüntee mit geschäumter Biosojamilch, werden japanische Snacks und japanische Süßigkeiten serviert. Cha no Ma Faulmanngasse 7, 1040 Wien Auch in Wien finden traditionelle japanische Teezeremonien statt, etwa im Setagaya Park in Döbling. Die Termine erfragt man am besten im Japanischen Informations- und Kulturzentrum. www.at.emb-japan.go.jp


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Illustration_Eva Hebenstreit

Leises Rieseln Stimmt, es liegt auf der Hand, im Winter über Schnee zu schreiben. Wir tun es gerade deswegen. Hier sind gesammelte Gedanken zum Schnee, zu seiner Vergangenheit, seiner Zukunft, seiner Wirkung auf unser Gemüt.

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och bevor die Augen offen sind, ahnen wir es. Es ist ein Gefühl, mehr nicht. Und doch, es ist stark und schön. Es versetzt uns in ganz besondere Stimmung, lässt uns schmunzeln und uns noch einmal im warmen Bett umdrehen. Die Erinnerungen sind nicht wirklich, nicht greifbar, aber sie sind wohlig. Sie handeln von langen Tagen im Freien, die Backen rot, der Hintern unter der Wollstrumpfhose kalt, die Zehen Eisklumpen. Sie handeln davon, dass wir nach Hause gekommen sind, auf der untersten Stufe sitzend unsere Stiefel ausgezogen, uns aus dem Schianzug geschält und uns auf die warme Badewanne gefreut haben. Sie handeln von endlosen Spaziergän-

gen in verzauberten Wäldern, von blauem Himmel und weißer Erde. Sie handeln von heiler, in Watte gepackter Welt. Und wenn wir die Augen dann aufmachen, die Vorhänge zur Seite schieben, schiebt sich auch die Realität vor die Erinnerungen. Und sie ist mindestens genauso schön. Der erste Schnee. Ein besonderer Tag. Nicht nur, dass er unsere ganze Welt in weiß getaucht hat, sich das Weiß auf den kleinsten Ästen stapelt, Zaunlatten Hüte aufsetzt und den Weg des Briefträgers verrät. Zuallererst taucht er unsere ganze Welt in diese besondere Stille. Eine Stille, in der nichts Böses passieren kann, die uns umgibt wie eine wärmende Decke, die alle

Geräusche abfedert. Wir beobachten die neue Welt, staunen, wissen aber, dass sie keinen Bestand haben wird. In ein paar Stunden wird der Schnee zertreten sein, zerfahren, matschig. Deswegen saugen wir das Draußen mit den Blicken auf. Sehen den jungen Hund von Gegenüber, wie er seine Pfoten das erste Mal in dieses fremdartige Pulver setzt. Sehen die Nachbarin, wie sie mit dem Besen das Auto fahrbereit macht, fluchend. Sehen die Kinder, wie sie sich, die Finger rot vor Kälte, mit Schnee einseifen. Und auch wenn wir das ganze Jahr über den Traum vom Süden, von Sonne, Strand und Meer, am liebsten ein Leben lang, träumen – in diesen Minuten, wenn wir sehen, wie der erste Schnee unsere


ganze Welt verzaubert, sind wir glücklich. Ist es offensichtlich, dass nur vier Jahreszeiten ein vollständiges Jahr machen. Wie oft wird uns wohl noch ein schneeiger Winter beschert werden? Wann hat es eigentlich das letzte Mal so richtig geschneit? Wir wissen es nicht. Deswegen hat auch jeder von uns seine ganz eigene Erinnerung an den Schnee.

I

ch erinnere mich an einen Winter Mitte der 90er, da verschwindet Graz im Schnee. Autobesitzer suchen ihre Autos unter Schneebergen, die so hoch sind, dass sie nicht mehr verraten, welches Auto unter ihnen steckt. Vor Caféhäusern stehen Schier an der Wand. Schneemänner und Iglus wachsen aus dem Schnee. Kinderwägen werden gegen Schlitten getauscht. Frei geschaufelte Wege sind so tief, dass sich Kinder darin verstecken können. Das Militär schaufelt Schneeberge auf Lastautos und kippt sie in die Mur. Dächer tragen dicke Schneehauben. Graz ist ganz langsam und still. Unser Winzerhaus ist so eingeschneit, dass zwischen Dach und Boden kein Spalt mehr frei ist. Gabriele, 50, Steiermark

W

as meine Kindheit am Land besonders ausgezeichnet hat, war der Winter. Es hat vermutlich mit klassischer Konditionierung zu tun, denn Schnee erinnert mich an Schneeballschlachten, Schlitten fahren, Schneemänner bauen und natürlich Weihnachten. Jedes Jahr vor der Bescherung ist meine Mutter mit mir und meinem Bruder du-

rch die verschneite Au gefahren, um uns die Zeit zu vertreiben. Seither habe ich ein Faible für Schnee, das Glitzern wenn die Sonne darauf fällt und die Ruhe, nachdem es geschneit hat. Natürlich kann Schnee aber auch gewisse Nachteile mit sich bringen, vor allem wenn man nicht damit rechnet. Was ich nämlich auch mit Sicherheit über Schnee sagen kann ist, dass es in meiner Kindheit mehr davon gab als heute. Aus diesem Umstand ergab sich in meinem Heimatort eine gewisse Unvorsichtigkeit – keiner war auf einen Wintereinbruch gefasst. Der kam allerdings, traf den ganzen Bezirk unvorbereitet und nach wenigen Stunden ging das Streusalz zur Neige. Das Ganze endete in einem totalen Verkehrschaos, das den gesamten Ort stundenlang lahm legte. Zwei Freunde aus Polen und Jordanien, die damals gerade zu Besuch waren, fanden den Ausnahmezustand lustig. Ein sinnentfremdetes Winterwonderland eben. Marlene, 23, Oberösterreich

E

twas bange betreten wir im ersten Morgenlicht den Gletscher. Den Wegspuren folgend sind wir auf der Seitenmoräne mühsam angestiegen und haben so die Gletscherzunge und die erste Spaltenzone umgangen, die bereits tief unter uns liegen. Nun wird es allmählich heller und wir steigen über blau schimmerndes blankes Eis der Firnregion zu. Zwischen den Spaltenzonen steigen wir in Schleifen an, jetzt angeseilt und mit dem Eispickel nach Spalten stochernd. Mit zunehmender Höhe wird der Schnee tiefer, wir sinken bis über die Knöchel ein. Die ersten Sonnenstrahlen treffen uns am Bergschrund, wir gehen die letzte Stunde an, bereits gewiss des immer neuen und doch schon so oft erlebten Gipfelglücks: stolz auf das Erreichte, aber auch geduldet


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von der Natur, bescheiden und dankbar. 30 Jahre später. Schon im Zustieg zur Hütte erscheinen hoch über den Bergkämmen Masten und Stützen der neuen Seilbahnen. Im Tiefblick Bagger, Planierrauben, Lastwagen, unmittelbar an der Gletscherzunge. Der Gletscher selbst aper bis in die nebelverhangenen Kammlagen, schmutzig grau. Schleifenförmig windet sich eine ausgefräste Trasse durch das Eis. Hier entsteht wohl ein neues Skigebiet, Zufahrtsstraße und Parkplatz sind bereits planiert. Am nächsten Morgen steigen wir in einer langen Schlange hinauf zum Joch. Auf der anderen Seite unser Gletscher. Eine Asphaltstraße führt herauf zur Gletscherzunge oder zu dem, was davon übrig ist. Inmitten riesiger Parkplatzanlagen Restaurants, Skischule, Skiverleih, Betriebsgebäude. Das Eis ist mit Plastikplanen abgedeckt, um das Abschmelzen zu verlangsamen. Aber es wird nichts nützen. Weißt Du noch, damals? Mit welchem Respekt wir den majestätischen Gletscher betreten haben? Wie großartig der Blick über die unendlichen strahlend weißen Flächen war? Wie sich unsere dünne Spur in die Höhe gewunden hat zu unserem Gipfel? Warum sind wir so niedergeschlagen, woher kommen unsere Schuldgefühle? Auch wir benutzen die neuen Infrastrukturen, die Aufstiegshilfen, die modernen Hütteneinrichtungen. Warum bleiben wir nicht einfach weg? Gerhard, 65, Baden-Württemberg (D)

I

n meiner Kindheit fiel in Burgas (Bulgarien) so gut wie kein Schnee. Und wenn doch, dann waren es immer große, dicke Schneeflocken, die, wenn sie den Boden berührten, schon geschmolzen

waren. Es war für uns Kinder schon ein richtig aufregendes Ereignis, wenn der Schnee einmal länger als eine halbe Stunde liegen blieb. Eines Morgens, im Winter 1952, wachte ich auf, um mich für die Schule fertig zu machen, als ich aufgeregtes Murmeln aus der Küche hörte. Das Meer sei zugefroren, hieß es. Von der Donau sollen die Eisschollen ins Schwarze Meer gewandert sein. Bis zu der Insel »Heiliger Nikola« könne man laufen, zehn Kilometer! Nach der Schule holte mich mein Großvater ab und wir machten uns auf den Weg zum Strand. Wir spazierten zur Balustrade, von wo sich uns ein überwältigendes Bild eröffnete. Der Strand war voller Menschen, die ungläubig auf das Meer starrten. Anstelle des Wassers riesengroße Eisplatten, man sah Wellen, die in der Kälte erstarrt waren. Die Luft roch anders und das Eis hatte eine eigenartige Farbe. Eine Mischung aus Weiß, Grau und einem hellem Gelb. Ich rannte die Stiege hinab zum Strand, mein Großvater mir nach, ich solle ihn doch nicht so hetzen. Mein Herz klopfte wie verrückt, ich konnte es kaum erwarten, am Eis zu stehen. Ich zog meinen Großvater an der Hand und marschierte auf dem dicken Eis, auf und ab, bis plötzlich mein linkes Bein im Wasser versank. Ich erstarrte vor Schreck, sagte aber nichts. Mit dem klitschnassen Strumpf, frierend, quälte ich mich nach Hause. Aus Furcht, von meiner Mutter für meinen Leichtsinn bestraft zu werden, zog ich mir schnell etwas Trockenes an und so bemerkte niemand mein Missgeschick. Seitdem ist das Meer noch ein einziges Mal zugefroren. Erlebt habe ich es nicht, denn meine Heimat hatte ich damals bereits verlassen. Stefanie, 67, Wien


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Text_Ursel Nendzig Fotos_Stefan Knittel

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Ruhe in Frieden Herbert Schwaiger liebt Kühe. Er liebt aber auch Fleisch. Zwischen den beiden Polen liegt sein fahrender Schlachthof, der Tiertransporte überflüssig macht. Und außerdem das Fleisch auf ganz wundersame Weise beeinflussen soll.

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ie Geschichte von Herbert Schwaiger ist ganz schön verwirrend, weil verzweigt. Bis Napoleon führt sie und nach China, Argentinien kommt vor und Vaduz, handelt von Herrn Molterer, »einem Schlitzohr«, und von der Pharma- und Schlachthof-Mafia. Im Kern dreht sich aber alles um die großen Themen in seinem Leben: Das Rind. Das Fleisch. Und die beste Methode, zu schlachten. Nämlich so, dass das Fleisch seine »positive Energie« behält. »Das ist er! ›Der fahrende Schlachthof‹ macht den qualvollen Tiertransport unnötig« prangt in schwarzen Buchstaben auf der Rückseite seines LKWs. Damit ist das Prinzip Herbert Schwaigers auf den Punkt gebracht. Der fahrende Schlachthof kommt zum Tier, nicht das Tier zum Schlachthof. Ein einleuchtendes Prinzip, das sicher gut ankommt. So einfach ist es allerdings nicht. Angefangen hat die Idee vom Schlacht­hof mit dem Schifahren. Herbert Schwaiger, er kommt aus Reichenau an der Rax, ist auf dem Bauernhof aufgewachsen. Es hielt ihn dort nicht lange, mit gerade einmal 16 Jahren zog es ihn vom elterlichen Hof hinaus in die Welt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er schon bald mit dem Bau von Schipisten. In seiner Freizeit trainierte er Niederösterreichs Schi­jugend. Da lernte er auch Baldur Preiml, Schisprungtrainer, und Peter Baumgartl, Sportmediziner, kennen. Der erste war Vegetarier, der zweite nicht und Herbert Schwaiger bildete

sich seine eigene Meinung in der Mitte. Es waren die frühen 1980er Jahre und er hatte in eigener Studie entdeckt, dass achtzig Prozent der Weltcup- und Olympiasieger schon in der Jugend die Hausschlachtung als Nahrungsquelle zur Verfügung hatten. »Kein Zufall« glaubt Herbert Schwaiger.

»

Ich habe das ganze System hinterfragt« Doch zwang ihn eine Pilzvergiftung (ein Satanspilz war im Strunk eines Herrenpilzes gewachsen, doch dies nur nebenbei) dazu, die Studie erst einmal zu vergessen, sich zu erholen und anschließend zurück auf den elterlichen Hof, zurück in die Landwirtschaft, zu gehen. Er übernahm den Hof, modernisierte ihn mit allem Drum und Dran. Mais, Spritzmittel, 60 Milchkühe. Zuerst lief alles gut. Dann wurden die Tiere krank, er musste mehr und mehr Geld in Tierarzt- und Medikamentenrechnungen stecken. Seine Konsequenz: »Ich habe das ganze System hinterfragt.« Er stellte 1986 auf Biologische Landwirtschaft um. Zwei Jahre später war es an der Zeit, die ersten Tiere zu schlachten. Das Einladen in den Transporter, der die Tiere zum Schlachthof führen sollte, war ein harter Kampf. »Deswegen habe ich ein Tier zuhause auf der Weide per

Kopfschuss getötet.« Stressfrei. Das Tier wurde geschlachtet, das Fleisch getrocknet und schließlich verkostet. Da stellte Herbert Schwaiger fest, was sein Leben in neue Bahnen lenken sollte: »Das Fleisch, das kam vom Mond.« Beeindruckt von dieser Erkenntnis reifte in ihm die Idee zum mobilen Schlachthof. Denn nicht jeder Bauer, sagt Herbert Schwaiger, könne zu Hause schlachten und dadurch den Transport obsolet machen. »Der Umbau, so dass man am eigenen Hof schlachten kann, mit allen hygieni­ schen Voraussetzungen, kostet eine Million Schilling.« Also muss, um dem Tier das stressfreie Getötetwerden zu ermöglichen, der Schlachter zum Hof. Die gedankliche Geburtsstunde des fahrenden Schlachthofes. Der funktioniert so: Der LKW rollt möglichst nah zur Herde hin, die Schlachtbox – eine Art Zelt, das im hinteren Wagenteil integriert ist – wird ausgeklappt. Das Tier wird per Kopfschuss getötet. Dann wird es auseinander genommen, Haut abgezogen, in der Schlachtbox aufgehängt. Es blutet vor Ort aus. Pansen und Schlachtabfälle werden ebenfalls vor Ort entsorgt. Der LKW fährt mit dem Schlachtgut zum nächsten Kühlhaus. Es dauerte zwei Jahre, bis Herbert Schwaiger seine Erfindung zum Patent anmelden konnte. Kurz darauf baute er den ersten Prototypen. Das war 1993. Zwei Jahre später trat Öster-


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»

Das Fleisch der Tiere, die ich auf der Weide per Kopfschuss getötet habe, hat Positiv-Energie.«

reich der EU bei und machte Herbert Schwaiger und seinem in einer gesetzlichen Grauzone festgefahrenen Schlachthof einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Es dauerte drei Jahre bis der nächste Prototyp fertig war. Diesmal EU-konform. Doch es wäre zu schön gewesen, hätte das »Schlachtmobil« seelenruhig seinen Siegeszug antreten können. Herbert Schwaiger vermietete den Lastwagen nach Korsika, wie er erzählt. »Dort wurde er in die Luft gesprengt.« Eine nicht zu erwartende Wendung, die sich bis heute niemand erklären kann. Herbert Schwaiger vermutet einen gezielten Anschlag dahinter. Sein Hauptverdächtiger: »Wilhelm Molterer«. Das Motiv: »Seine Verwandtschaft kontrolliert die Hälfte des österreichischen Fleischmarktes.« Beweisen kann er die Schuld des heutigen Vizekanzlers nicht. Auch diesen Rückstoß verkraftete Herbert Schwaiger. Er schaffte den LKW heim nach Österreich und stattete ihn mit neuen Features aus, etwa einem Gitter, das es ermöglicht, das Vieh während des Transports ideal ausbluten zu lassen. 2004 kam der nächste Hemmschuh, dieses Mal in Form eines zertrümmerten Unterschenkels. Beim Schifahren. Er konnte zwei Jahre nicht gehen. Und

doch: »Das war die positivste Zeit meines Lebens.« Er sammelte, zur Bewegungs­losigkeit gezwungen, all sein Wissen zusammen. Über Kühe, den Stress des Transports, seine Erfahrungen mit den Schiläufern, deren Leistungssteigerung nach der Zufuhr von mit positiver Energie aufgeladenem Fleisch. Und fing an zu schreiben. Heraus kam ein Buch, »Die Rache der Tiere«, das er im Eigenverlag herausbrachte, Auflage 300 Stück. Zu dieser Zeit leierte er auch eine wissenschaftliche Untersuchung an. Fritz-Albert Popp vom Internationalen Institut für Biophysik durchleuchtete mit dem von ihm entwickelten, komplizierten Biophotonen-Verfahren Fleischproben von stressfreien und durch Transport gestressten Rindern. Die Ergebnisse der Studie fasst Herbert Schwaiger so zusammen: »Das Fleisch der Tiere, die ich auf der Weide beim Fressen per Kopfschuss betäubt habe, hat eine enorme Positiv-Energie.« Jenes der Tiere, die mit ihrer gewohnten Herde zusammen transportiert wurden, hätte immerhin noch ein Drittel dieser Positivenergie. Fleisch aus Massentransport dagegen: Negativenergie. Yu Yan, Mitarbeiter von Fritz-Albert Popp, führte die Biophotonenmessungen durch und interpretiert die Ergebnisse etwas anders. »Wir

haben Unterschiede gefunden. Die waren aber nicht signifikant«, sagt der Forscher. »Denn Unterschiede waren zum Teil bei Tieren zu finden, die aus demselben Schlachthof kamen. Wir vermuten deshalb, dass das individuelle Rind einfach unterschiedlich reagiert.« Auch andere Landwirte sind nicht unbedingt der gleichen Meinung wie Herbert Schwaiger. Manfred Huber, Mitgründer der Mühlviertler Alm Biofleisch GmbH, sagt: »Die Idee ist zwar gut. Der mobile Schlachthof ist aber unrealistisch in der Umsetzung.« Er selbst konnte außerdem beobachten, dass die Tiere nach kurzer Zeit draufkommen, dass nichts Angenehmes passiert, wenn der mit dem Gewehr auf die Weide kommt. Der Stresspegel sei dann genauso hoch. »Man kann Transport tier­ gerecht machen. Das ist viel sinnvoller«, sagt er. Im Moment stehen die beiden fahrenden Schlachthöfe still. Das soll sich bald ändern. Denn in einer Sache, da ist sich Herbert Schwaiger ganz sicher. »Ich war einfach zwanzig Jahre zu früh dran mit meiner Idee. Aber jetzt ist die Zeit reif.«

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Getting Loose Müßiggang. Das war das Stichwort, von dem Katharina Gruzeis Fotostrecke ausging. Und die Fragen, warum dieses Wort so negativ belegt ist. Ist es unsere leistungsorientierte Gesellschaft, die verurteilt, was nicht anstrengend, aufreibend und stressig ist? Was nicht mit Arbeit, Leistung oder Mehrwert belegt ist? Leistung und Müßiggang, in diesem Spannungsfeld liegt das Projekt der Linzer Künstlerin, die mit Film, Sound, Video und Fotografie arbeitet. Sie vereint in ihren Bildern zwei Gegenpole: volle Einkaufstüten, Sinnbild für Bereicherung, Luxus, dafür, sich etwas gegönnt zu haben. Und das eindrückliche Bild eines Schlafenden auf der Parkbank. Ist es nun ein Obdachloser, ein Sandler, ein Säufer, ein Junkie? Oder ist es jemand, der nach dem Kaufrausch einfach eingeschlafen ist? Ein zweiter Konflikt schleicht sich ein. Die schlafenden Konsumenten sind jung, passen nicht ins vorhandene Bild, das sich vom Parkbankbewohner aufgebaut hat, vom alten Penner. Doch gerade junge Leute, sagt Katharina Gruzei, identifizieren sich über Konsumgüter. Leasen Autos, weil sie kein Geld für das haben, was sie sich einbilden, unbedingt zu brauchen. Eine Kritik am Konsumverhalten also. Umso wahnwitziger mutet die Tatsache an, dass das Wiener Kaufhaus LaStafa ihre Sujets, die sie in Graz bereits im Frühjahr ausstellte, für seine Werbeplakate kopierte. »Mich ärgert nicht der Klau«, sagt die freischaffende Künstlerin, »sondern dass die Bedeutung um 180 Grad gedreht wurde.« Auf den folgenden vier Seiten zeigen wir ihre Bilder.


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Text_Michael Huber Illustration_Nana Mandl

Check dein Gewürz Viele Konsumenten kennen Zimt, Safran und Vanille nur in verfälschter Form. Dass echte Qualität auch Nachhaltigkeit und Fairness einschließt, macht die Wahl der richtigen Gewürze aber nicht gerade einfacher.

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ie braunen Röllchen waren verdächtig. Sie waren uns in der Verpackung eines Markenherstellers angeboten worden, allerdings unter dem handelsüblichen Preis, und das Säckchen, in dem sie steckten, war nicht verschweißt, sondern mit einem Draht dürftig verschlossen. »Zimtstangen, Sorte Ceylon, Mild«, stand auf dem Etikett – aber stimmte das? Oder waren wir einer Fälschung aufgesessen? Gewürze haben über Jahrhunderte hinweg Fälscher und Panscher angelockt. Seit der globale Handel um die Dimension der Fairness und ökologischen Korrektheit erweitert wurde, ist

es noch schwieriger, die richtige Wahl zu treffen. In der Kriminalgeschichte der Gewürze nehmen sich die Skandale um Zimt noch relativ harmlos aus. Der Hauptbestandteil des Zimtaromas, Zimtaldehyd, kann wohl synthetisch hergestellt werden, findet aber vor allem in Parfums Verwendung. In der Regel versuchen Gewürzhänd­ ler, ihren Kunden die billigere Sorte Cinnamomum Cassia als die edlere Ceylon-Variante unterzujubeln. De facto ist das meiste Pulver, das heute im Westen als »Zimt« angeboten wird, Cassia – gewonnen aus der Rinde eines Baums, der rascher wächst als

die Ceylon-Variante und in Südostasien und China kultiviert wird. Cassia schmeckt weniger intensiv, aber nicht per se schlecht; sein Ruf litt aller­ dings unter dem toxischen Bestandteil Cumarin, von dem die Sorte deutlich höhere Anteile enthält als CeylonZimt. Der Drang zu Ersatzstoffen und Fälschungen ist umso stärker, je schwerer das Original zu beschaffen ist. Angesichts der Omnipräsenz von Vanillearomen in Eis, Cola, Keksen und Süßspeisen könnte man fast vergessen, dass auch der süßlich-feine Duft ursprünglich sehr schwer zu haben war. Vanille, gewonnen aus der


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Echte Vanille sichert immer Arbeitsplätze.ÂŤ Samenkapsel einer Orchideenart, wird in einem aufwändigen Verfahren in Madagaskar, Mexiko, Indien und anderen feuchtwarmen Weltgegenden produziert. ÂťEchte Vanille sichert immer Arbeits­plätzeÂŤ, sagt Johannes Gutmann, Chef der Bio-GewĂźrzfirma Sonnentor. ÂťDer geschmackliche Unterschied ist ebenfalls sehr groĂ&#x;: Die natĂźrliche Vanille ist weich, rund, eher sĂźĂ&#x;lich im Aroma und lange im Abgang. Die kĂźnstliche Nachbildung ist stechend, riecht intensiv nach Vanille und ist im Abgang nicht nachhaltig.ÂŤ Erstklassige Vanille erkennt man an kleinen weiĂ&#x;en Fädchen, die sich entlang der Schote bilden, erklärt der bayrische GewĂźrzhändler Ingo Holland, ein Spezialist fĂźr exotische, edle Sorten. So lange eine Vanilleschote auf der Verpackung zu sehen ist, sind Hersteller verpflichtet, echte Vanille zu verwenden. Die synthetische Nachbildung, Ethylvanillin, muss

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als künstliches Aroma deklariert werden, und so schmücken sich die Anbieter lieber mit einem Aromastoff, der als »natürlich« oder »naturident« gelten darf. »Vanillearoma« ist meist Vanillin, das durch die Oxidation des

Lebensmittelchemie an der Technischen Uni Graz. »Va­n illinzucker« ist daher nicht mit dem »Vanille-Zucker« zu verwechseln, der echte BourbonVanille enthält.

»

Einige Großproduzenten verwenden echte Vanille als Imagebringer – ein Beispiel ist das Magnum-Vanilleeis, in dem die kleinen schwarzen Pünktchen auf Bourbon-Vanille hinweisen. Ob die Gewürze ihren Herstellern auch zu angemessenen Preisen abgekauft werden, lässt sich für Konsumenten schwer eruieren. Seit Ernteausfälle im Jahr 2000 die Preise für Vanille hochtrieben und viele Abnehmer zu den Ersatzstoffen trieben, haben die Bauern in den Herstellerländern reagiert: Seit 2006 dominiert eine neue, resistentere Vanillesorte die Produktion auf den Plantagen.

Vanille kann man nicht vor der Haustüre produzieren. Safran schon.« Stoffes Lignin, einem Bestandteil der Zellwand im Holz, gewonnen wird. »Wenn auf einem Produkt Vanillearoma steht, kann man eigentlich sicher sein, dass es ein Extrakt aus Holzabfällen ist«, sagt Werner Pfannhauser, Vorstand des Instituts für

Viele kleinere Bauern können sich die neuen Pflanzen nicht leisten, warnt der deutsche Fairtrade-Verband Transfair. Zertifizierte Fairtrade-Gewürze sind in Österreich derzeit allerdings nicht erhältlich. Die in Weltläden gehandelten »EZA«-Produkte stammen aber aus Bio-Kleinbetrieben, die unter fairen Bedingungen produzieren, heißt es bei Fairtrade Österreich. »Ich kann nur raten, dass man in den Fachhandel geht«, sagt Gewürz­ händler Holland, der selbst keine Fairtrade-Ware führt, aber überzeugt ist, dass die Anbieter seiner Spezialwaren gut entlohnt werden. Die Möglichkeit, selbst vor der Haustüre zu produzieren, ist bei der Vanille nicht gegeben – bei Safran schon. »Im niederösterreichischen


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Donauraum wurde unter dem Namen Crocus Austriacus’ ab 1400 bis ca. 1890 Safrananbau betrieben«, sagt der Ökologe Bernhard Kaar. »Dieser besonders hochwertige Safran wurde in der pharmazeutischen Literatur als der beste und reinste europäische Safran geführt und in viele Länder exportiert.« Kaar arbeitet daran, die öster­ reichische Tradition des Safrananbaus wieder zu beleben. In der Nähe von Krems, dem einstigen Handelszentrum österreichischen Safrans, hat er eine biodynamische Safrankultur etabliert, 30.000 Krokus-Knollen wurden heuer gesetzt. Kaar bietet Interessierten Knollen und Anleitungen zum Eigenbau an (www.crocus-austriacus.net). Für jene, die das goldig-rote Gewürz lieber im Laden kaufen, hat er

Hinweise parat. Grundsätzlich sollte Safran immer in Fäden und luftdicht verpackt gekauft werden – gemahlener Safran ist oft mit Kurkuma (Gelbwurz) versetzt. Auch Safranfäden werden oft Teile der Färberdistel, der Arnika oder Ringelblume beigemengt, manchmal finden sogar rote Plastikfasern den Weg ins Gewürzsackerl. »Man sollte auch nicht billig kaufen«, sagt Kaar. »Alles unter fünf Euro pro Gramm kann kein guter Safran sein, oder jemand in der Produktionskette ist massiv betrogen worden. Ein Gramm hat ca. 360 Fäden, was bedeutet, dass Safran nicht teuer, sondern preiswert ist.« Zimt – der Weihnachtsduft aus Omas Küche Botanisch gehört Zimt in die Familie der Lorbeergewächse. Echter Zimt

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(Ceylon-Zimt) stammt von der Insel Sri Lanka, sein ätherisches Öl wird von Zimtaldehyd und Eugenol dominiert. Sein naher Verwandter Cassia schmeckt weniger fein, ist aber günstiger und enthält mehr Cumarin. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hält die durch­schnittliche Aufnahme von 0,1 mg Cumarin pro kg Körpermasse und Tag für langfristig tolerabel, was bei einem 50 kg schweren Menschen mindestens einem Gramm Cassia-Zimt pro Tag entspricht. Je heller das rötlich-braune Zimt-Pulver ist, desto besser die Qualität des Gewürzes. Wer Zimt abseits von Kompott und Milchreis versuchen möchte, kombiniert ihn mit Kurkuma, Ingwer und Koriandersamen und bereitet sich damit einen feinen Lammeintopf mit Cous-Cous.


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Das meiste Pulver, das im Westen als ›Zimt‹ angeboten wird, ist Cassia.«

Safran – der rote Luxus Bei den rot-orangen Safranfäden handelt es sich um die Narben des Safrankrokusses, der zur Familie der Schwertliliengewächse gehört. Die Hauptproduzenten der lila blühenden Krokusse sind Iran und Spanien, wo Safran vor allem rund um La Mancha kultiviert wird, auch Griechenland (Kreta), Italien und Indien produ­ zieren beachtliche Mengen des Luxusgewürzes. Für die intensive, rote Farbe sind verschiedene Carotin-Farbstoffe und Crocetin verantwortlich. Das typische Aroma kommt größtenteils vom Terpenaldehyd Safranal. Die Safranfäden werden im Mörser zerstoßen und erst gegen Ende der Kochzeit der Garflüssigkeit hinzu gegeben. Enthält die Speise nur wenig Flüssigkeit, müssen die Fäden vorher in heißem Wasser gelöst werden. Vanille – teure schwarze Pünkt­ chen Vanille ist die Frucht einer kletternden Orchidee. Die Schoten werden gepflückt, sobald sie gelb sind, danach werden sie in der Sonne getrocknet und nachts in Jutesäcken zum Schwitzen gebracht. Dadurch schrumpfen die Samenkapseln (Schoten), und die Aromen, besonders Vanillin, werden durch Enzyme freigesetzt. Die Früchte enthalten bis zu 2 % Vanillin. Vanille stammt aus Mittelamerika, wo sie angeblich von den Mayas und Azteken zum Würzen ihrer Schokoladege­ tränke verwendet wurde. Heute wird sie vor allem in Madagaskar, Reunion (früher: Bourbon), Indonesien und Mexiko kultiviert. Die BourbonVanille schmeckt intensiver und »dunkler«, sie ist auch meist teurer als jene aus Mexiko.


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Text_Gabriele Medan Illustration_Stanislaus Medan

Hafer Nicht nur Pferde lieben Hafer. Das Rispengras, das sich von jedem anderen Getreide schon rein optisch unterscheidet, ist ein wahrer Alleskönner.

Hafer war die Lieblingsspeise der nordischen Götter und ihrer Pferde. Damals, vor langer Zeit, war der sechs­te Dezember dem germanischen Gott Wotan geweiht. An diesem Abend haben die Kinder ihre Stiefel und Schuhe mit Hafer gefüllt und vor das Haus gestellt. Der Hafer war für Wotan’s achtbeiniges Pferd Sleipnir. Als Dank fanden die Kinder am nächsten Morgen Äpfel und Nüsse in ihren Stiefeln.

Porridge 2 S* feine Haferflocken 6-8 S Wasser 1 Prise Salz 10 Datteln abgeriebene Orangenschale 1 große Handvoll Haselnüsse 1 Msp Bourbon Vanille Haferflocken mit Wasser und Salz zum Kochen bringen, zudecken und 15-20 Minuten sanft köcheln lassen. Von Zeit zu Zeit umrühren. Während die Haferflocken kochen, die Datteln entkernen und so klein wie möglich schneiden. Haselnüsse mahlen oder feinblättrig schneiden. Am Ende der Kochzeit Datteln und Vanille in die Haferflockencreme rühren und noch einige Minuten ziehen lassen. In Schalen füllen, mit Orangenschale und Haselnüssen bestreuen und mit einem Butterflöckchen obendrauf servieren.

*S...Schale

Crispy Boden für Obst- oder Amaranthkuchen Das Rohr auf 170° vorheizen Kuchenform: 25-28 cm 1/2 S Sesamöl oder geschmolzene Butter 3/4 S Haferflocken 3/4 S Kokosflocken 3/4 S Sirup

3/4 S Dinkelvollmehl 1 Prise Salz abgeriebene Schale von 1 Orange Alle Zutaten miteinander vermischen, mit feuchten Händen in eine Kuchenform drücken und 15 Minuten backen. Dick mit süßem gekochtem Amaranth bestreichen und nochmals 20 Minuten bei 190° backen.


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GEPFLEGTER WINTER Die kalte Jahreszeit strapaziert Haut und Haare: Frostige Temperaturen, beißender Wind und trockene Heizungsluft hinterlassen ihre Spuren. Im Winter sind die Hände aufgesprungen, die Lippen rau und die Haare strohig. Unumgänglich ist also die richtige Pflege – fett und reichhaltig muss es sein. Es folgen Produkte, die unsere Haut für den (mittlerweile nicht mehr ganz so harten) Winter rüsten.

reich Stella McCartney ist der Style-Hippie unter den HighFashion-Modemarken. Preislich spielt sie zwar durchaus in der gleichen Liga, präsentiert sich und ihr Label aber als tierlieb, ethisch, naturnah und vor allem exklusiv. Ihre Hautpflegeserie Care ist aus natürlichen, biologisch gewonnenen Inhaltsstoffen, bestätigt von Ecocert. Eines unserer Lieblinsprodukte der Serie ist das Nourishing Elixir, ein reichhaltiges Öl für das Gesicht, das wunderbar duftet und die Haut angenehm weich macht. Abgesehen von der aufwendigen Verpackung überzeugt das Produkt auf ganzer Linie. www.stellamccartneycare.com weich Haarpflegeprodukte von Less is More sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Die Marke wurde von Doris Brandhuber und Hannes Trummer ins Leben gerufen und ist, vom aktuellen minimalistischen Design bis zu den zertifiziert natürlichen Inhaltsstoffen, für alle Sinne ein Erlebnis. Die Pflegekur mit Jojoba- und Olivenöl sowie Ylang Ylang für den Duft ist speziell für trockenes, strapaziertes Haar geeignet. Spröde Locken werden wieder weich und kämmbar. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man das Produkt über Nacht einwirken lässt und am nächsten Morgen wie gewohnt die Haare wäscht. www.lessismore.at

kalt Die Coldcream von Weleda ist der Klassiker unter den vielseitig verwendbaren Fettcremen. Mandelöl und Bienenwachs hüllen die Haut in einen schützenden Kokon gegen fiese Witterungen. Einfach auf raue Stellen großzügig auftragen, über Nacht einwirken lassen und so Strumpfhosen und Wollpullover schonen. Die Creme kann auch für die Lippen verwendet werden. Das enthaltene Rosenöl sorgt für den richtigen Duft und macht die Coldcream zu einem gern gesehenen Bewohner aller Handtaschen. www.weleda.de

rein Die meisten werden schon vernommen haben, dass die Supermarkt-Kette Spar dem Öko-Trend folgt und eine kostengünstige Pflegelinie mit natürlichen Inhaltsstoffen herausbringt. Die kleine Palette von derzeit nur sechs Produkten soll in nächster Zeit erweitert werden. Die gesamte Pflegelinie »Beauty Kiss Natural« ist mit dem BDIH-Siegel ausgezeichnet und besteht, so weit wie möglich, aus biologischen Rohstoffen. Die Reinigungsmilch mit Jojobaöl und Aloe Vera entfernt den Schmutz des Tages und wirkt gleichzeitig rückfettend. www.spar.at sanft Gerade die Haut im Gesicht neigt im Winter zu unangenehmen Spannungsgefühlen, unvorhersehbaren roten Flecken und farblosem Teint. Was hilft, ist ein fettes Pflegeprogramm, das mit einer reichhaltigen Gesichtsmaske beginnt. Die Hautberuhigungsmaske von Dr. Hauschka mit Frauenmantel und Buchweizen hilft gegen Rötungen und liefert Schutz sowie Feuchtigkeit. Die Inhaltsstoffe lesen sich wie ein Who-is-who hochwertiger Pflegeöle: Von Sheabutter bis Macadamia- und Kokosnuss ist alles enthalten, was trockene Haut wieder geschmeidig macht. www.dr.hauschka.de


Wir bitten Sie, Ihre Anfrage bis spätestens 19.12.2008 an uns zu richten, damit wir die Planung für Q2/2009 abschließen können. vienna@super-fi.eu, www.super-fi.eu


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PRODUKTE, UND NICHT DIE SCHLECHTESTEN Wir konsumieren – geht gar nicht anders. Auf den nächsten Seiten stellen wir außergewöhnliche Güter vor, Lebensmittel, die lebenswert sind, und Geschenke, die nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Beerenstart Gerade in der kalten Jahreszeit braucht es Vitamine für einen guten Start in den Tag. Aus Brombeeren, Erdbeeren und Wildkirschen im Wildbeeren-Müsli von Allos zum Beispiel, das neben der eiweißreichen und schonend gepoppten Hauptzutat Amaranth noch Haferflocken, Nüsse oder Sesam enthält. Gesüßt wird nur mit Bienenhonig. www.allos.de

Süßer Allrounder Zum Süßen von Tee, für Weihnachtsgebäck oder einfach auf's Brot – Honig findet vor allem im Winter Verwendung. Der naturreine und leicht lösliche Honig von Himmelbauer wird in Kuba, die nach den Richtlinien ökologischer Imkerei gehaltenen werden, gesammelt und in Deutschland ebenfalls biozertifiziert verarbeitet. www.himmelbauer.de

Lebkuchen Zu Weihnachten kann man sie fast nicht mehr sehen und trotzdem wartet man das ganze Jahr darauf – Lebkuchen. Dass diese auch biozertifiziert Suchtcharakter bergen beweist Flemming mit seinen Elisenlebkuchen, die zweifach sortiert und mit mindestens 25 Prozent Nüssen und Mandeln in der 250g-Packung erhältlich sind und ohne Hirschhornsalz gebacken werden. Lecker! www.flemming-naturkost.de Schokolade pur Wenn es draußen stürmt und schneit ... Genau. Dann macht man es sich drinnen gemütlich, vielleicht mit einer feinen Trinkschokolade von Zotter. Aus biologischen Zutaten stellt der Chocolatier zig Geschmacksrichtungen des liquiden Schokogenusses her, der auch bei längerer wetterbedingter Ausgangssperre die Abende mit Abwechslung versüßt. www.zotter.at

Knusperchips Nach dem Süßkram muss auch was Salziges her. Die knusprigen Bio-Chips von Mayka werden aus ausgewählten Bio-Kartoffeln hergestellt, samt der Schale geröstet und mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gewürzt. Zum Beispiel mit Dill und Schnittlauch, denn von den herkömmlichen Sorten hat man ja irgendwann mal genug. www.mayka.de


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Kuschelweich Gut überlegt sei das Kuscheltier, das man sein Kind tagtäglich mit sich herumschleppen lässt. Keine Bedenken braucht man bei den handgefertigten Senger-Tierpuppen haben, die Schmusetier, Kissen und Wärmflasche zugleich sein können. Die zwischen 30 und 50 cm großen Tierpuppen aus ökologischer Baumwolle mit definitivem Potenzial zum Lieblingskuscheltier beherbergen ein herausnehmbares, mit Bio-Dinkelspreu oder Kirschkernen gefülltes Kissen, das praktisch im Backrohr erwärmt werden kann. www.senger-tierpuppen.de

Semiakustisch Vor gut einem Jahr kam mit der Mada caimes die erste semiakustische Gitarre aus reinem Hanfzellstoff auf den Markt. Von Designer Adam WehselySwiczinsky entworfen und von Gitarrenbauer Andreas Neubauer gefertigt, hat die Mada caimes nicht nur tolle plastikfreie Kurven, sondern erzeugt einen klaren und natürlichen Klang. Genaue Spezifikationen und Maße sind auf der Homepage nachzulesen. www.madaguitars.com

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Eco-Speakers Für den kleinen Musikgenuss zwischendurch sind die Eco-Lautsprecher aus Recyclingmaterial von Fashionation gerade recht. Praktisch faltbar und ohne Batterie sind die greatsounding Speakers jederzeit und jedenorts schnell an iPod oder sonstige Player angeschlossen und in verschiedenen Designs dem Geschmack des/der jeweils Beschenkten anpassbar. www.fashionationstyle.com

Schlafgut Zum Entspannen und Träumen genau das richtige Geschenk: Die Nackenrolle der Göttin des Glücks. Mit Bio-Dinkelspelz aus Österreich gefüllt, machen die bunten Hüllen aus Fairtrade-zertifizierter Bio-Baumwolle mit unterschiedlichen Wohlfühlbotschaften auf jeder Schlafgelegenheit was her. Bestellen geht ganz einfach über die Website. www.goettindesgluecks.at


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Abwarten, Tee trinken und gesund bleiben Wenn Schneeflöckchen leise herniedersinken und die Glocken süßer nie klingen, verkriechen sich wärmeliebende Menschen daheim, trinken Tee und warten auf sonnigere Zeiten. Ganz wunderbar funktioniert das mit dem breiten Sortiment an Bio-Tees, die mittlerweile in jedem Supermarkt zu bekommen sind. Eins steht allerdings fest: Bei den Verpackungen herrscht fast durchwegs großer Designbedarf.

Nobelesoterik »Das riecht wie beim Bioresonanzheini damals im Wienerwald« verblüfft eine Testerin mit frühkindlichen Esoterik-Erfahrungen. Der Duft ist ebenso herb wie der Geschmack, der Rosmarin ist intensiv und macht klar: Das hier ist kein simpler Kräutertee – der ist zu Höherem bestimmt! Das unterstreicht auch die umfangreiche Verpackung, die zwar sehr edel, aber für ein Bio-Produkt ungewöhnlich üppig und sehr entbehrlich ist. Kein Tee für alle Tage. Sonnentor Energie ist überall, Grüntee Rosmarin, Gingko, Apfelminze, Zitronenmelisse, Rosenblüten, Kornblumen, 24 g, 12 Beutel

Tiger in der Tasse Der kleine Bär und der kleine Tiger waren offenbar für alle Tester treue Begleiter durch die Kindheit – schon die Verpackung provoziert Begeisterungsrufe. Schon nach kurzem Ziehen bekommt der Tee eine sehr schöne, volle Farbe. Beim Geschmack dominieren Orange und Rotbusch, mit Honig sicherlich toll. Eine Testerin hat einen Tipp für junge Mütter mit schmalem Budget: Packung mit billigerem Rotbuschtee nachfüllen – merkt kein Kind! Lebensbaum, Janosch Tigertee Roibos, Zitronengras, Zitronenverbene, Pfefferminze, Apfel, Orangenschale, 30 g, 20 Beutel

Black is beautiful Der Klassiker, jetzt auch nachhaltig: Alnatura Schwarztee ist nicht aromatisiert, die Schachtel ist optisch dezent, der Duft feinherb und puristisch. Dieser Tee würde vom Punk bis zur Queen um fünf Uhr jeden Briten begeistern. Österreicher dürfen eventuell einen Schluck Obers hinzufügen. Eine runde Sache. Alnatura, Schwarztee Schwarztee, 35 g, 20 Beutel Der Exot »Schmeckt affig!« Ja, der Tester spricht von Tee. Tatsächlich ist die Variationsbreite an Geschmäckern in diesem Yogi Tee enorm und sie unterstützen einander nicht. Interessant ist die Süßholz-Süße am hinteren Gaumen, der Tee wärmt intensiv und schmeckt ein wenig nach Keksen. Ein besonderes Erlebnis für die Abenteurer unter den Teetrinkern. Guter Nachklang noch Minuten nach dem letzten Schluck! Yogi Tee, Sweet Chili Süßholz, Kakaoschalen, Krauseminze, Fenchel, Anis, Ingwer, Pfefferminze, Brennessel, Chili, Zimt, Kardamom, Nelken, Schwarzer Pfeffer, 30 g, 15 Beutel

Omas Liebling Tee soll ja so gesund sein. Dieser Magentee, der ein viel versprechendes »Fühl dich gut« schon im Namen trägt, schmeckt leider auch so, meint ein Tester. Die Pfefferminze duftet intensiv, die Kamille dringt durch – »Erinnert an Oma!« seufzt jemand und schlägt Honig zum Süßen vor.


Text_Magdalena Miedl

Das Design der Verpackung ist eher fragwĂźrdig und erinnert die Testgemeinschaft an Spital. Im Langzeittest wirkt der Tee zwar nicht, schmeckt aber gut! Spar Natur Pur, Bio Magentee Brombeerblätter, Melisse, Pfefferminze, Rotbusch, Kamille, Anis, Ringelblumen, 40 g, 20 Beutel Duftes Gewissen Der Tee fĂźr gute Menschen: 5 % des ErlĂśses gehen an ein Kinderdorf fĂźr tibetische FlĂźchtlingskinder. Da durch sieht man auch gern darĂźber hinweg, dass er schmeckt, als wäre er fĂźr die Duftlampe geeignet: Das Zitronengras ist dominant, der Ingwer geht im ersten Moment fast unter und entfaltet erst langsam seine Schärfe. Die restlichen Zutaten sind kaum herauszuschmecken. Wer Zitronenmelisse und Eisenkraut mag, wird diesen Tee schätzen. Salus, Kräuter-GewĂźrztee Tashi-Tibet Hagebuttenschalen, Apfel, Brombeerblätter fermentiert, Heidekraut, Ingwer, Lemongras, Pfefferminze, Fenchel, Tulsi, LemongrasĂśl, 30 g, 20 Beutel Best of Basic Oft ist das Einfachste auch das Beste: Der Pfefferminztee von Ja!NatĂźrlich besticht durch eklatante Frische, die direkt in die Nase steigt. Im Mund ÂťfĂźhlt sich das an wie Kaugummi zu trinken!ÂŤ â&#x20AC;&#x201C; fragt sich nur, Doublemint oder Spearmint? Der Unterschied zu frischen Pfefferminzblättern ist marginal. Allein geschmacklich zahlt es sich hier enorm aus, das teurere Bioprodukt zu wählen. Angenehm sachliche Verpackung, hĂźbsche Teesackerln â&#x20AC;&#x201C; nix zu meckern. Ja! NatĂźrlich, Pfefferminztee Pfefferminze, 30 g, 20 Beutel Naschmarkttee Cosmoveda? Wie bitte? Da versucht wieder einmal jemand, die Welt per Tee zu verbessern. Im ersten Moment sieht es nicht danach aus: Auch nach längerem Ziehen bleibt der Tee blass und duftet aus der Packung intensiver als in der Tasse â&#x20AC;&#x201C; ein wenig wie GrĂźntee, aber ohne Bitternoten. ÂťRiecht wie am NaschmarktÂŤ, lautet eine Assoziation. Das Kardamom-Aroma ist intensiv, eine Testerin befindet: ÂťKategorie: unnĂśtigÂŤ. Eine andere ist komplett begeistert. Ausprobieren! Cosmoveda, Ayurveda Pitta Tee Koriander, SĂźĂ&#x;holz, Zitronengras, Kardamom, Fenchel, RosenblĂźten, Safran, 30 g, 20 Beutel

5NSERFRISCHES"IO /BSTUND"IO 'EMĂ SE WIRDIM-ARCHFELD KMVORDEN4OREN7IENS GEERNTET GELAGERT VERPACKTUNDGELIEFERT 5MWELTFREUNDLICHERGEHTSNICHT 0ROBIEREN3IEDIE!BWECHSLUNGUND6IELFALT HEIMISCHEN!NBAUS !LLE)NFOSDAZUUNDZUUNSEREN(OFLADEN UND-ARKTZEITENFINDEN3IEIM)NTERNET

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uns gibts ... BIORAMA gibt es wirklich. Wer sich leibhaftig davon überzeugen möchte, sieht sich zum Beispiel in einer Vertriebsstelle unserer exklusiven Kooperationspartner um. Hier eine kurze Übersicht.

Mangolds – Das frische Restaurant Griesgasse 11, 8020 Graz  www.mangolds.at

Robier Frischehof KEG Im Lagerfeld 11 8430 Leibnitz    www.frischehof.at    www.frischebox.at

Ramsauer Bioniere 8972 Ramsau am Dachstein    www.bioregion-ramsau.at Bio-Hotel & Bio-Bauernhof Feisterer Familie Simonlehner, Vordere Ramsau 35 |Villa & Alpenhotel Ramsauhof, Familie Simonlehner | Pension Waldhof, Familie Pitzer, Leiten 49 | Naturhaus Lehnwieser, Familie Pleninger, Vorberg 20 | Pension Waldhof, Familie Pitzer, Leiten 49 | Grundlehnerhof, Familie Perner, Hirzegg 22 | Biobauer Leitenmüller, Familie Stocker, Leitenmüller 83 | Der Frienerhof, Familie Berg | Pension Feichtlhof, Familie Kraml, Leiten 73

Citybiker.at Citybiker, Lerchenfelderstr. 13, 1070 Wien Grillgasse 30a Ecke Ehamgasse, 1110 Wien Stadtbahnbögen 145-150, Währ. Gürtel Ecke Sternwartestr., 1090 Wien    www.citybiker.at

NIU Klammstrasse 1, 4020 Linz    www.niu.at

Vega Nova Margaretenstraße 82, 1050 Wien Klosterwiesgasse 1, 8010 Graz Pfarrplatz 1, 4020 Linz Herbertstraße 16, 9020 Klagenfurt Roseggerstraße 34, 4600 Wels Pfeifergasse 9, 5020 Salzburg Grünmarkt 14, 4400 Steyr Maximilianstraße 25, 6020 Innsbruck Rathausstraße 37, 6900 Bregenz    www.veganova.at

Saint Charles Apotheke Gumpendorferstrasse 30, 1060 Wien Saint Charles Cosmothecary Gumpendorferstrasse 33, 1060 Wien Naglergasse 9, 1010 Wien Saint Charles Alimentary Gumpendorferstrasse 33, 1060 Wien  www.saint info

Weltcafé Schwarzspanierstr. 15, 1090 Wien   www.weltcafe.at


Tribeka Grieskai 2, 8020 Graz Leonhardstr. 82, 8010 Graz Technikerstr. 13, 8010 Graz    www.tribeka.at

Radlager Windmühlgasse 2, 1060 Wien  www.radlager.at

green Ground Servitengasse 11/7, 1090 Wien  www.greenground.at

Basic Bio Schönbrunner Straße 222 – 228, 1120 Wien Alpen­straße 75, 5020 Salzburg    www.basicbio.at

   www.unitedelements.com

Café Libertad Gartengasse 28, 8010 Graz  www.cafe-libertad.at

Weltladen Linzergasse 24, 5020 Salzburg Lichtensteg 1, 1010 Wien Lerchenfelderstrasse 18 – 24,  1080 Wien    www.eza.cc

Terra Plana Vienna Terra Plana Shop, 12/14 Neubaugasse, 1070 Wien  www.terraplana.com

Magazin für Pop, Kultur und Menschen WWW.THEGAP.AT


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Auf einen Blick Woran man erkennen kann, ob ein Produkt nach biologischen bzw. nachhaltigen Kriterien erzeugt oder fair gehandelt wurde. Die wichtigsten Kennzeichen auf einen Blick – zum Ausschneiden und auf den Kühlschrank hängen. Demeter Die internationale Biomarke steht seit über 80 Jahren für Produkte der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, die nachhaltig für ein kontinuierliches Wachstum der Humusschicht der bestellten Flächen sorgt. Demeter-Landwirte sehen sich nicht nur als Bio-Bauern, sondern auch vielmehr als aktive Gestalter einer lebenswerten Zukunft und verfolgen antroposophische Ziele. Von der Erzeugung über die Verarbeitung bis in den Handel gelten hohe Qualitätsmaßstäbe, die die Bio-Richtlinien der EU übertreffen und selbst hergestellte, feinstofflich wirkende Präparate aus Heilpflanzen, Mineralien und Mist zur Bodenfruchtbarkeit miteinbinden. Der gesamte Hof wird nach Demeter-Grundsätzen bewirtschaftet, die Tiere zur Gänze mit Bio-Futter gefüttert (wovon 50 Prozent der Tiernahrung vom eigenen Hof stammen müssen), Kühe dürfen

nicht enthornt werden, nur absolut notwendige Zusatzstoffe in der Verarbeitung sind erlaubt und auch die Saatgutzüchtung unterliegt bio-dynamischen Richtlinien. Die Verwendung des Demeter-Zeichens ist nur Vertragspartnern erlaubt, die regelmäßig durch den Verband auf eine lückenlose Einhaltung der Vorschriften vom Anbau bis zur Verarbeitung überprüft werden. Weltweit werden in rund 3.500 Betrieben in 38 Ländern auf 100.000 Hektar Nahrungsmittel in Demeter-Qualität angebaut, die zu einer vielfältig sortierten Produktpalette verarbeitet werden: Italienische Antipasti werden genauso von Demeter ausgezeichnet wie Babynahrung, Käse, süße und salzige Knabbereien, Tiefkühllasagne, Wein, Kosmetik oder Textilien aus Baumwolle bzw. Wolle.
   www.demeter.at

üt esi egel Ve rba ndsg w.bio-au str ia.at ww ia Bio Austr www.demete r.at nd Demeter Bu .at d www.fre iland .or Freiland Verban eich en Kont rollz gel .de land www.biosie ch uts De el n www.ama.at Biosieg l-Kontrollzeiche na tio na ter In ow.ama.at ww AM A Bi n he eic ia-Kont rollz AM A Bio-Austr t g.a nt ie www.ab eichen .at Austr ia Bio Ga ra n www.umweltz s Umweltzeiche ecolabel u/ a.e rop .eu /ec Öster reich ische p:/ weltzeichen htt Um s he isc pä g ro Eu w.fsc.or hip Council ww c.org Forest Stewards Council www.ms hip ds ar ew St M ar ine

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Die Ausgesperrten Notturno Good News Müllers Büro 38 – Auch das war Wien Ausländer Raus! Megacities Totstellen Das Einhorn Schamlos Radetzkymarsch Georg Elser Der Stille Ozean Darwin’s Nightmare Wienfilm 1896-1976 Muttertag Die Verwundbaren Wienerinnen/Der Rabe Die Ministranten Postadresse: 2640 Schlöglmühl Jenseits des Krieges Kotsch Speak Easy Staatsoperette Den Tüchtigen gehört die Welt Der siebente Kontinent Welcome in Vienna

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Mann im Schatten Slumming Vollgas Mit Verlust ist zu rechnen Sei zärtlich, Pinguin Flucht ins Schilf Blue Moon Das weiße Rauschen Weiningers Nacht Malambo Erinnerungen an ein verlorenes Land Charms Zwischenfälle Raffl Das ist alles + Babooska Böse Zellen Drinnen & Draussen Die papierene Brücke The Gift of Sound and Vision Nachsaison Zeitsprung Wanted No Name City Alpensaga 1+2 Alpensaga 3+4 Alpensaga 5+6 We Feed the World Der Schüler Gerber

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Die weiße Stadt Moos auf den Steinen Kassbach Der Fall Jägerstätter Operation Spring 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls 87 1. April 2021 – Haider lebt 88 Exit II 89 Asphalt 90 Ravioli 91 Sonne halt! 92 Jedermanns Fest 93 Malaria 94 Jesus von Ottakring 95 Antares 96 Der Schnitt durch die Kehle + Der Wadenmesser 97 Halbe Welt 98 Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? + Knittelfeld 99 Geschichten aus dem Wiener Wald 100 Der Traum der bleibt 101 Die Fälscher 102 Hallo Dienstmann

103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125

Zechmeister Immer nie am Meer Café Elektric Attwengerfilm/ Attwenger Adventure Die letzte Runde (Strawanzer) Models Heile Welt Perfekt – Experimentalfilme Abenteuer in Wien Suzie Washington Mein Boss bin ich – Die Trilogie Crash Test Dummies Das Jahr nach Dayton Poppitz Aus der Zeit Die Ameisenstrasse Die Stadt ohne Juden Hermes Phettberg, Elender In the Mirror of Maya Deren Fleischwolf Gehfilmen Sodom und Gomorrha In 3 Tagen bist Du tot

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Biorama #8  

Biorama - Magazin für nachhaltigen Lebensstil, ausgabe #8 (Winter 08/09)

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