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BIOBOOM.DE

DAS MAGAZIN FÜR KOPF UND BAUCH

SO STRENG GEHT‘S ZU BEI BIO

Öko-Kontrolle Mit dem Prüfer unterwegs

BIO AUF DIE SCHNELLE

Weniger Zusatzstoffe, mehr Genuss U P D AT E N AT U R KO S M E T I K

Sonnenschutz ohne Nano KOCHBÜCHER GEWINNEN + HEFTIG DEFTIG + VIEL MEHR VEGETARISCH + LUST AUF PFLANZENKOST

mitgegeben von:

S O M M E R 2 0 1 8 | G R AT I S



INHALT

4 EHRLICH WÄHRT AM LÄNGSTEN. Die Bio-Branche zeichnet sich seit ihrem Entstehen durch Diskussionsbereitschaft und Transparenz aus: Ja, auch in Bio-Ställen ist Tierwohl Thema. Nein, Bio-Produkte werden nicht auf einem anderen Planeten erzeugt, deshalb können sie Rückstände enthalten. Ja, es gibt Bio-Betrüger, wenn auch glücklicherweise selten. Leider kann durch diese offene Diskussion schnell der Eindruck entstehen: Na ja, Bio ist ja doch nicht so toll. Doch, ist es. Denn während Werbekampagnen für konventionelle Lebensmittel unablässig das Bild einer heilen Welt vorgaukeln, arbeitet Bio an einer besseren Wirklichkeit. Ehrlich. Schon allein deshalb lohnt sich der Weg in den Bio-Handel. Ein weiteres gutes Argument für Bio ist die Tatsache, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel die wohl am strengsten kontrollierten überhaupt sind. Denn sie müssen nicht nur alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen, die europaweit für Lebensmittel generell gelten, sie müssen sich der ÖkoKontrolle stellen. Und die hat es in sich. Im SchwerpunktThema dieser Ausgabe gehen wir den Fragen nach, die sich gerade die stellen, die Bio neu für sich entdecken – oder die, die (noch) nicht ganz überzeugt sind: Woher weiß ich, dass das wirklich Bio ist? Wer kontrolliert das und wie funktioniert das genau? Und wir begleiten einen Bio-Kontrolleur bei seinem Besuch auf einem Bio-Hof – lesen Sie selbst, warum dabei nicht nur Akten durchwühlt und Schränke kontrolliert, sondern auch dösende Kühe zum Aufstehen genötigt werden. Keine Zeit oder keine Lust zum Kochen? Fix- und To goGerichte versprechen schnelle Abhilfe. In der Bio-Version schmecken die bequemen Produkte übrigens natürlicher und leckerer. Und unser Naturkosmetik-Update widmet sich dem Sommer-Thema Sonnenschutz: Im Naturkosmetik-Regal gibt‘s für jeden den richtigen Schutz, selbstverständlich ohne chemische Filter oder Nano-Partikel – ehrliche Produkte eben. Herzlichst Ihre

Jeanine Tovar und das Bioboom-Team

EDITORIAL

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THEMEN UND MENSCHEN Genscheren-Zulassung/Ackergifte/ Portionsgemogel V E R T R A U E N I S T G U T, KONTROLLE IST BESTENS So streng geht‘s zu bei Bio

Vom Samen bis zum Supermarkt Mit Netz und doppeltem Boden

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EINBLICK Sorgfalt am Simmerberg — Dem ÖkoKontrolleur über die Schulter geschaut

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KOCHEN Vegan rösten, schmoren, räuchern, grillen, braten Rezept: Brokkolisteak mit Harissa-Melonen-Joghurt Gewinnen: Kochbuch Heftig deftig

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KOCHEN „Den Gemüsehorizont erweitern“ Rezept: Gebackene grosse Champignons mit Puy-Linsen Gewinnen: Kochbuch Viel mehr vegetarisch

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GUT ESSEN Grünkohlriegel/Eislolli/Ingwerdrink/ Jod/Honig & Senf/Rucksack-Snack

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WA R E N W I S S E N Bio auf die Schnelle Weniger Zusatzstoffe, mehr Genuss

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GUT LEBEN Mistelpflege/Kinderteller/ Beauty-Drink/Schönheitsritual Gewinnen: Buch Lust auf Pflanzenkost

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U P DAT E N AT U R KO S M E T I K Sonnenschutz: Natürlich ohne Nano

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LESER/IMPRESSUM

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DAS PROJEKT Permakultur in Österreich

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MENSCHEN, ZAHLEN, THEMEN

BÜNDNIS FÜR ENKELTAUGLICHE LANDWIRTSCHAFT

ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT ZUM NORMALFALL MACHEN >

Die weiträumige Verfrachtung von Pestiziden macht nicht am Rande konventioneller Felder halt. Sie werden auch über Bio-Äcker und bis hinein in die Städte getrieben. Das ist das Ergebnis einer Pilotstudie, die gängige Ackergifte wie Glyphosat in Baumrinden selbst an Standorten mitten in der Großstadt nachwies. Mit der Kampagne ›Ackergifte? Nein danke!‹ fordert das von Bio-Herstellern und Bio-Händlern gegründete Bündnis für eine enkeltaugli-

che Landwirtschaft ein Umdenken – damit auch zukünftige Generationen noch unbelastete Lebensmittel zu sich nehmen können. Durch die flächendeckende Verfrachtung wird die Gesundheit von Mensch und Tier bedroht. Und natürlich ist es eine existenzielle Bedrohung für alle BioBauern, wenn sich Pestizide unkontrolliert in der Umwelt ausbreiten. Eine Landwirtschaft ohne Ackergifte, da ist sich das Bündnis einig, ist nicht von heute auf morgen zu er-

reichen. Zum einen braucht es gute Argumente, die in die Diskussion mit Forschung und Politik einfließen können. Deshalb fördert das Bündnis aktuell die Studie ›Baumrinde 2018‹, die weitere, industrieunabhängige Erkenntnisse über die Ausbreitung von Ackergiften liefern soll. Zum anderen will das Bündnis in einen intensiven, offenen Dialog mit denen treten, die – noch – Ackergifte einsetzen und aufzeigen, dass es andere Wege gibt: Damit auch künftige Generationen ökologischen Landbau betreiben und unbelastete Nahrung zu sich nehmen können. < w enkeltauglich.bio

PORTIONSANGABEN FÜR LEBENSMITTEL OFT UNSINNIG > Auf vielen Lebensmitteln findet sich eine Portionsgrößenangabe. Eine Hilfe, um sich ausgewogen zu ernähren, biete diese Angabe, die für Hersteller freiwillig ist, aber leider selten: Unsinnig und verwirrend sei sie oft, so das Fazit eines Marktchecks der Verbraucherzentralen. Viele Hersteller rechneten mit Miniportionen zucker- und fettreiche Produkte ›gesund‹. Vor allem bei Süßem entsprächen die Portionsgrößen meist nicht der Realität. So werden Schokoladenriegel für die Portionsangabe willkürlich ge-

teilt. ›Doch wer isst nur ein Drittel eines Schokoriegels?‹ fragt Brigitte Ahrens, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Das berge die Gefahr, dass Verbraucher über die tatsächlich verzehrte Menge von Zucker, Fett oder Salz getäuscht werden. Denn eine bundesweite Befragung der Verbraucherzentralen hatte bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass im Durchschnitt mehr als das Doppelte von Müsli und Chips verspeist wurde, als von den Herstellern je Portion angegeben. Die

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MELDUNGEN

Verbraucherzentralen fordern Hersteller auf, nur realistische Portionsgrößen wie einen Riegel, einen Becher oder eine Scheibe anzugeben. Der Gesetzgeber sei gefordert, eine verständliche, farblich basierte Nährwertkennzeichnung auf Basis einheitlicher Werte wie ›100 Gramm‹ oder ›100 Milliliter‹ auf den Weg bringen. < w verbraucherzentraleniedersachsen.de/portionsangaben

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MENSCHEN, ZAHLEN, THEMEN

DAUERBRENNER GENTECHNIK

KEINE KENNZEICHNUNG FÜR DIE ,,GENSCHERE“? > Eine Weizensorte, die nicht von Mehltau befallen wird. Sojabohnen, die mehr Ölsäure enthalten: Pflanzen, deren Gene mit neuen Technologien wie der ›Genschere‹ CRISPR/Cas verändert wurden, werden aktuell in den USA vermehrt zugelassen. Bei der CRISPR/Cas-Technologie schneidet ein Enzym in den Pflanzenzellen an einer bestimmten Stelle zielgerichtet den DNA-Strang. Dort können dann einzelne Bausteine der Erbinformation ausgetauscht, gelöscht oder DNA-Sequenzen eingefügt werden. Das US-Agrarministerium hat schon mehrfach entschieden, dass solche Pflanzen nicht nach Gentechnikrecht auf Risiken geprüft und gekennzeichnet werden müssen. Deshalb können sie unerkannt in Lebens- oder Futtermitteln verarbeitet werden. Die US-Behörde argumentiert, sie wolle keine Pflanzen regulieren, die auch konventionell gezüchtet worden sein könnten, also etwa durch Kreuzung. Das ist der Fall, wenn die mit den neuen Technologien erzeugten Pflanzen nur Gene

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von verwandten Gewächsen enthalten. Auch wenn nur Gene deaktiviert wurden, falle die Pflanze nicht unters Gentechnikrecht. Die Europäer diskutieren aktuell, wie sie Pflanzen einstufen wollen, deren Gene mit neuen Technologien bearbeitet wurden. Auch die Europäische Kommission neigt dazu, sie nicht so streng kontrollieren zu wollen, wie mit der ›klassischen‹ Gentechnik veränderte Pflanzen. Sie will aber eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs abwarten, der sich eventuell bereits im Frühsommer dazu äußern wird. ›Die EU muss jetzt klarmachen, dass sie auf Nachweisverfahren und Risikoprüfung besteht, egal ob es sich um neue oder alte Gentechnik handelt‹, fordert die Organisation Testbiotech. Denn sonst könnte nicht nur CRISPR/Cas-Weizen aus den USA eines nicht so fernen Tages auf deutschen Tellern landen. < r Vera Fischer | Informationsdienst Gentechnik

w keine-gentechnik.de

MELDUNGEN

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SO STRENG GEHT‘S ZU BEI BIO – NICHT NUR IN DEUTSCHLAND.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist bestens Von Öko-Kontrollen hören Verbraucher meistens, wenn Bio-Lebensmittel in die Schlagzeilen geraten. Dabei gehören Bio-Produkte zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Wie gut Bio ist, was alles passiert, bevor das Bio-Siegel die Verpackung schmückt und wie vertrauenswürdig Bio-Produkte aus dem Ausland sind: Bioboom hat nachgeforscht.

ALTES EU-Bio-Label

NEUES EU-Bio-Label

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Wer Begriffe wie ›biologisch‹, ›ökoloBeispiel beim Thema Tierwohl, sind oft gisch‹ oder ›aus kontrolliert ökologideutlich strenger – man könnte sie ›Preschem Anbau‹ auf Bio-Lebensmitteln mium-Bio‹ nennen. Schon jeder zweite Bio-Betrieb in Deutschland ist ein Verliest, kann sicher sein: Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Denn der Gebandsbetrieb. Markus Fadl, Sprecher bei setzgeber hat diese Begriffe seit 1992 Naturland, betont, dass der Anteil begeschützt. Bio-Produkte sind eindeutig zogen auf die Fläche noch höher liegt: am EU-Bio-Label erkennbar: das neuere nämlich bei 63,3 Prozent. Die Zahl der Partner, die das Naturland-Zeichen nutEuro-Blatt, zwölf weiße Sterne auf grünem Grund in Form eines Blattes, oder auch das Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. sechskantige deutsche Denn der Gesetzgeber hat diese Begriffe Bio-Label ›Nach EG-Öko- seit 1992 geschützt. Verordnung‹. Beide sind parallel im Einsatz. Seit 1992 setzt die europäische Öko-Verordzen, steige seit Jahren kontinuierlich an. nung einen einheitlichen MindeststanDas bestätigen auch die Kollegen der dard für Bio-Produkte – vereinfacht ausAnbauverbände Bioland und Demeter: gedrückt die ›Bio-Basis‹. Sie regelt unter ›Wir wachsen nachhaltig. Doch das führt anderem, dass Bio-Bauern auf chemischnicht zu einer Aufweichung unserer synthetische Pestizide und mineraliRichtlinien. Im Gegenteil: Sie sind in den schen Stickstoffdünger verzichten, wie vergangenen Jahren eher noch strenger Öko-Tiere gehalten werden müssen, geworden‹, sagt Demeter-Sprecherin Suwelche Zusatzstoffe in ökologischen Lesanne Kiebler. Bioland-Sprecher Gerald bensmitteln verwendet werden dürfen. Wehde ergänzt, dass vor allem ›marktrelevante Betriebe und professionelle EU regelt Basis-Bio Direktvermarkter‹ die Leistungen der s Hinzu kommen die ökologisch produVerbände nutzten. Alle drei Verbände zierten Erzeugnisse der Anbauverbände. bestätigen, dass viele Betriebe erst auf Die drei größten sind Bioland, NaturEU-Bio umstellen, und später ein ›Upland und Demeter. Ihre Kriterien, zum grade‹ auf ›Verbands-Bio‹ machen.

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V E R T R A U E N I S T G U T, KO N T R O L L E IST BESTENS

Vorgaben einhalten s Wer aber stellt sicher, dass die stren-

Ein TÜV für Bio s Bei der Öko-Kontrolle geht es aber

nicht nur um das Endprodukt, sondern gen Bio-Kriterien auch wirklich eingeden gesamten Prozess der Erzeugung halten werden? In Deutschland übernehmen das 17 Öko-Kontrollstellen, die ›vom Samen bis zum Supermarkt‹, erläutert Tobias Fischer. Übrigens: Das gilt wiederum vom Staat überwacht werden. auch für Bio-Produkte, die aus dem Aus›Kein Lebensmittel wird so stark kontland kommen. Ob Südamerika, Ägypten rolliert wie Bio‹, sagt Tobias Fischer, oder Türkei: Wer glaubt, die Ware würde stellvertretender Kontrollstellenleiter von Kiwa BCS. Diese war die erste in Deutschland zugelassene Öko-Kontrollstelle. 1990 ging sie an den Start, bevor Bio Gesetz wurde. ›Damals herrschte ein regelrechter Bio-Wildwuchs auf dem Markt‹, ›Kein Lebensmittel wird blickt Tobias Fischer zu- so stark kontrolliert rück. Aus einer ›Two Man wie Bio‹ Show mit Sekretärin‹ entstanden, kontrolliert die Kiwa BCS Öko-Garantie heute weltweit und zählt zu den größten Kontrollstellen Deutschlands. In den Jahren des Entstehens der Bio-Branche ab den 1980ern waren es nur die Kriterien der großen Anbauverbände, die sichere Orientierung für Bio-Standards boten. Viele dieser Kriterien flossen in die erste ›EG Öko-Verordnung‹ ein. Seitdem hat sich erst im Hafen kontrolliert, täuscht sich. die Gesetzgebung kontinuierlich weiterOb Deutschland, EU-Land oder ›Drittentwickelt: Paragraphen wurden ersetzt, land‹: die Kontrollen erfolgen engmaergänzt, gestrichen, geändert, mehr Kontrollen eingeführt und die Kontrolschig, vor Ort – und schon lange vor der leure zu mehr Meldungen verpflichtet Ernte. Wie‘s funktioniert, erklärt Martin – kurzum: die Kontrollen sind mit den Rombach, Vorsitzender des Bundesverbands der 17 Öko-Kontrollstellen, erst Anforderungen an Bio und vor allem mit einmal am Beispiel Deutschland: Mindem Wunsch der Verbraucher, so rückdestens einmal im Jahr bekommen hier standsfreie Produkte wie möglich vorzufinden, immer strenger geworden. Auch Bio-Bauern und -Hersteller Besuch vom bei den Anbauverbänden spielen die Kontrolleur. Mindestens 25 Prozent dieVerbraucherwünsche eine große Rolle: ser Besuche finden unangemeldet statt, So verzichtet Bioland zum Beispiel bei erläutert Rombach. Bei anderen BesuWurstwaren ›auf Nitritpökelsalz und anchen kündigt sich der Kontrolleur an, dere schädliche Zusatzstoffe‹, wie Spredamit sämtliche Unterlagen parat sind. Es erfolgt ein gestrenger Blick in sämtcher Gerald Wehde berichtet.

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liche schriftlichen Unterlagen, Genehmigungen und natürlich auch auf Ställe und Felder. So wird zum Beispiel abgeglichen, ob die Menge des eingekauften Futtermittels mit der des tatsächlich verfütterten stimmig ist. Betriebe, die Tiere halten, werden besonders intensiv kontrolliert, ebenso wie Betriebe, die sowohl biologisch als auch konventionell

Das gilt auch für Bio-Produkte, die aus dem Ausland kommen

arbeiten, was nach EU-Bio-Verordnung möglich ist. Damit nicht ›geklüngelt‹ und ›gemauschelt‹ oder gar ›betuppt‹ wird, wechselt der Kontrolleur – nach drei Kontrollen muss ein anderer ran. Und die Kontrolleure selbst werden ebenfalls kontrolliert, nämlich von den staatlichen Behörden.

Mit Netz und doppeltem Boden s Jeder Bio-Erzeuger kann seine ÖkoKontrollstelle frei wählen – und muss sie bezahlen. Damit ist er streng genommen der Auftraggeber für das Kontrollunternehmen. Ist das kein schiefes Sys-

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tem? Nein, sagt Martin Rombach, denn: ›Sie fahren mit Ihrem Auto ja auch zum TÜV und bezahlen diesen. Und trotzdem vertrauen Sie darauf, dass verkehrstaugliche Autos auf den Straßen fahren.‹ Rombach findet, dass der Staat sogar gut daran getan habe, die Öko-Kontrolle in private Hände zu geben und wiederum diese zu kontrollieren. Wenn der Staat

Nachfrage führt in Versuchung s Trotzdem, Bio-Skandale kommen vor und sie beschädigen das Vertrauen der

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Eine Umstellung auf Bio braucht Zeit. Jahre. Böden müssen ruhen, Stichtage eingehalten werden, M

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selber prüfe, sei das leider nicht besser, ›das sieht man ja an den Kontrollen der konventionellen Betriebe und den leider immer wieder auftauchenden Lebensmittel-Skandalen.‹ Rund 40.000 BioBetriebe in Deutschland sind es, die so kontrolliert werden. Wenn Mängel festgestellt werden, zum Beispiel ein Verarbeiter unzulässige Zutaten verwendet oder der Auslauf für Tiere auf einem BioHof zu klein ist, haben die Betriebe vier bis sechs Wochen Zeit, den beanstandeten Punkt zu beseitigen. Einst waren Öko-Kontrolleure nebenberuflich tätig – heute sind sie festangestellt und arbeiten 600 Seiten ›Kontrollgrundlagen‹ ab.

Verbraucher. Zum Beispiel der Fall ›gestiefelter Kater‹: In Italien wurden im großen Stil über mehrere Länder konventionelle Getreide-Tonnen in Bio umdeklariert – ein klarer Fall von Betrugskriminalität, interessant geworden nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Bio nach wie vor boomt. Der Umsatz hat 2017 die Zehn-Milliarden-Euro-Marke geknackt, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Zwar stellen jeden Tag durchschnittlich fünf Bauern eine Landwirtschaftsfläche von 500 Fußballfeldern auf Bio um, wie der BÖLW stolz berichtet, aber die Nachfrage kann das nicht decken. Und eine Umstellung braucht Zeit. Jahre. Bö-

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den müssen ruhen, Stichtage eingehalten werden, wer es bis zum 1. Januar nicht schafft, muss zwölf Monate warten. So ist das nun mal mit Gesetzen und Verordnungen. 41 Prozent der Bio-Möhren, 34 Prozent des Bio-Weizens und 28 Prozent des Bio-Schweinefleischs kommen aus dem Ausland, wie die AMI Marktforschung feststellt. Eine gute Nachricht: Die Importe für tierische Produkte (außer Rindfleisch) sind gesunken, weil die deutschen Bio-Bauern hier ihre Produktion, insbesondere die Milchproduktion, ausgeweitet haben. Die zweite gute Nachricht: Auch bei Äpfeln, Möhren und Kartoffeln sind die Importraten dank einer guten innerdeutschen Ernte 2017 gesunken. Anders sieht dies für Ackerfrüchte aus: Hier sind die Importe gestiegen. ›Der Ackerbau in Deutschland hinkt in der Umstellung anderen Betriebszweigen hinterher‹, moniert die AMI. Gleichzeitig benötigen die umgestellten tierhaltenden Betriebe auch mehr Futter, so dass die höhere Nachfrage mit Importen gestillt wird.

Kontrollvorgaben gelten weltweit s Also doch noch einmal die Frage: Wer garantiert, dass Importware mindestens den europäischen Bio-Standards entspricht? Tobias Fischer von Kiwa BCS kontrolliert und zertifiziert weltweit. ›Die Produkte aus dem Ausland werden genauso geprüft wie die in Deutschland‹, hält er fest. Zum Beispiel Saatgut: Die EU-Ökoverordnung schreibt vor, dass Bio-Bauern ausschließlich Bio-Saatgut verwenden dürfen. Nur wenn dieses definitiv nicht vorhanden ist, können sie auf konventionelles unbehandeltes Saatgut zurückgreifen. Das, so Fischer, gilt genauso für den Farmer in Ecuador, der

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Subtropisches Bio-Obst: ›Da tut man als Kunde ein gutes Werk, die dortigen Bio-Bauern mit dem Kauf zu unterstützen.‹

Produkte nach Deutschland importieren möchte. Auch er muss nachweisen, dass er Bio-Saatgut verwendet und entsprechende Lieferanten hat. Auch im Ausland checken Tobias Fischer und seine Kollegen nicht nur das Saatgut, sondern den gesamten Prozess, von der Ernte, über die Produktion, die Verpackung, das Exportunternehmen bis zum europäischen Importeur. ›Es ist ein Klischee, dass im Ausland die bösen Buben sitzen. Fehler passieren überall‹, meint Tobias Fischer. ›Und wenn, dann lernen wir draus. Ich kenne kaum ein anderes gesetzliches System, bei dem Kontrolleure und Gesetzgeber so effizient die Tür für Trittbrettfahrer verschließen.‹

Netzwerke für mehr Bio-Sicherheit s Auf EU-Ebene hat sich dazu 2007 die Anti Fraud-(Anti-Betrugs-)Initiative gegründet Mit dabei: Jochen Neuendorff von der Öko-Kontrollstelle GfRS (Gesellschaft für Ressourcenschutz). Hier wer-

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den Fälle wie der ›Gestiefelte Kater‹ minutiös aufgearbeitet, damit sie sich nicht wiederholen können. Die Initiative versteht sich als Plattform für einen länderübergreifenden Austausch, veranstaltet Workshops, bringt Gesetzgeber und Praktiker zusammen und fährt mit Mitarbeitern von Behörden zum Beispiel in die Ukraine, um ihnen die dortigen Bedingungen für Bio zu zeigen.

Bio-Importe helfen vor Ort s Wer mit Jochen Neuendorff telefoniert, merkt schnell: dieser Mann kennt sich so gut in der europäischen Bio-Branche aus wie kaum ein anderer. Nach jahrelanger Arbeit kennt er die Tricks auf beiden Seiten. Von Bio-Schummlern – und auch von Tierschützern, die ihre medienwirksamen Bilder von ›nackten Hühnern‹ in Bio-Ställen immer wieder in denselben Betrieben einfangen. Dass durch schwarze Schafe die gesamte Bio-Szene Schaden nimmt, sei

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EINFACH AUFS STEAK STREUEN V E R T R A U E N I S T G U T, KO N T R O L L E IST BESTENS

Verbraucher als Zünglein an der Waage s Doch auch ›Billig-Bio‹, auf dem Vormarsch zum Beispiel im konventionellen Discounter, hat Schattenseiten. Branchen-Insider berichten von knallharten Verträgen, die Bauern zuweilen zum Schummeln geradezu nötigen würden. Billig und bio – das geht schlecht zusammen. Dass Grenzen zumindest bis zum Anschlag ausgereizt werden, wenn der Preis das einzige Kriterium ist – das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Und schließlich: Nicht nur der Preis und der Gedanke an die eigene Gesundheit sollten bei Bio Kauf-Kriterien sein. Tierwohl, die Umweltbelastung – dieser ganze Prozess sollte in den Kauf mit hineinspielen, findet Kontrolleur Tobias Fischer. ›Wir können so gute Arbeit machen wie wir wollen, aber am Ende ist doch der Verbraucher das Zünglein an der Waage, welches System er mit seinem Geld unterstützt‹, und gibt mit auf den Weg: ›Lebensmittel müssen in Deutschland wieder mehr Wert bekommen.‹ Und das sei nicht nur die Arbeit der Kontrolleure, sondern aller Beteiligten. r Jörg Oberwittler

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Da wird

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Grill-Gut statt -Böse: Bio-Fleisch bedeutet bessere Tierhaltung.

nicht fair, mahnt Neuendorff. Er plädiert aber auch dafür, dass das Thema Tierwohl auch bei Bio einen noch höheren Stellenwert bekommt. ›Das Tierwohl muss noch mehr in den Zertifizierungsprozess einfließen. Man kann alles mit dem Zollstock ausmessen; ob die Ausläufe teilweise oder ganz überdacht sind. Aber am Ende steht doch die Frage: Wie geht’s dem Tier?‹ Eine Kritik, die Bio-Verbände bereits beherzigen: ›In der Tierhaltung hat Naturland 2014 gemeinsam mit Öko-Verbänden verbindliche Tierwohlchecks eingeführt‹, sagt Sprecher Markus Fadl. Auch die Schlachthöfe habe man 2017 mit einer detaillierten Richtlinie für Transport und Schlachtung ›stärker in die Pflicht genommen‹. Bei Futtermitteln aus dem Ausland sieht Jochen Neuendorff ebenfalls Fragezeichen. ›Futtermittel-Produktion muss nicht in Kasachstan oder Kirgisistan erfolgen, sondern geht auch hier in der Bundesrepublik.‹ Anders sei es natürlich bei subtropischem Bio-Obst. ›Da tut man als Kunde ein gutes Werk, die dortigen Bio-Bauern mit dem Kauf zu unterstützen.‹ Jochen Neuendorff hat selbst gesehen, was eine konventionelle Bananen-Plantage bedeuten kann: ›Mit den Spritzflugzeugen fliegen die da nicht nur über die Bananen-Stauden, sondern auch über die Arbeiter, über die Kinder in den Schulen und über die Dörfer. Und da werden Pflanzenschutzmittel verwendet, die in Deutschland keine Zulassung haben!‹ Da kriegt man als Verbraucher Gänsehaut.


SORGFALT AM SIMMERBERG

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Mindestens einmal im Jahr ist es soweit: Jeder Bio-Landwirt, -Verarbeiter und -Händler bekommt Besuch von der Öko-Kontrollstelle. Es folgt eine pingelige Prüfung, ob die Kriterien der EU-Öko-Verordnung eingehalten werden. Bioboom-Autor Leo Frühschütz war bei einer Öko-Kontrolle im Allgäu dabei. Gerhard Kempter geht auf die Kuh zu, die träge wiederkäuend im Stroh liegt. Unwillig steht das Tier auf und trottet zu den anderen Kühen. ›Nur wenn sich die Tiere bewegen, kann ich erkennen, ob eines lahmt‹, erklärt Kempter. Klauenprobleme und

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daraus resultierende Lahmheiten sind ein häufiges Gesundheitsproblem in Milchkuhställen und ein Teil von Kempters Job ist es, zu überprüfen, ob es den Tieren gut geht, er ist Kontrolleur für die ÖkoKontrollstelle ABCert.

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Quellen DAS LEBENDIGE WASSER

DEM ÖKO-KONTROLLEUR ÜBER D I E S C H U LT E R G E S C H A U T

Wie geht’s uns denn so?

E An diesem Tag inspiziert er den Betrieb von Klaus Erd in Sim-

merberg im Allgäu. Ein typischer Milcherzeuger dieser alpinen Grünlandregion, mit 43 Milchkühen im Stall und 34 Hektar Wiesen und Weiden dazu. 2016 hat der 53-Jährige seinen Betrieb auf Bio umgestellt. ›Ich war eh schon nah dran an Bio, aber ich wollte mir die Freiheit erhalten, auch einmal Kunstdünger einzusetzen, wenns nötig wäre‹, erklärt er. Als der konventionelle Milchpreis 2015 ins Bodenlose fiel, hatte er die Nase voll: ›Ich soll immer beste Qualität liefern und dann bekomme ich von der Molkerei nur ein Schundgeld dafür.‹

Alles sauber im Stall

Fotos: Leo Frühschütz

E Während Klaus Erd erzählt, hat Gerhard Kempter seinen

Rundgang durch den Stall fortgesetzt und seine Liste abgearbeitet: ›Ich achte darauf, ob die Tiere zu mager oder zu fett sind, schaue mir ihr Fell an und suche nach Abschürfungen oder Hautkrankheiten.‹ Der Kontrolleur überprüft auch, ob die Tränken genug Wasser geben, ob das Heu, das die Tiere bekommen, frei von Schimmel ist und ob die Saugzapfen an den Kälbereimern sauber sind. Entwickelt haben diesen Tierwohl-Check die Bio-Verbände für ihre Mitglieder, doch inzwischen wenden ihn die Kontrollstellen bei den meisten Bio-Betrieben an. Denn die EU-Öko-Verordnung schreibt zwar vor, wieviel Platz die Tiere im Stall haben müssen und dass ihnen Einstreu und Auslauf zustehen. Doch der Gesundheitszustand der Tiere war bei der Bio-Kontrolle lange kein Thema. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. ›Jeder von uns Kontrolleuren muss mindestens einmal im Jahr auf eine Schulung, „Ich war eh schon nah bei der wir eine Woche Theorie dran an Bio.“ und die Tierbewertung in der

FINDE DEIN WASSER JEDES WASSER SCHWINGT ANDERS. GENAU WIE JEDER MENSCH.

Praxis üben‹, erzählt Kempter. MISSTRAUISCH GEGEN MEDIKAMENTE

In jede Schublade wird geguckt

E An den Tieren von Klaus Erd hat der Kontrolleur nichts auszu-

setzen und auch sonst findet er im Stall nichts Auffälliges. In der Stallkammer hat er sich vom Landwirt die Schubladen der Kommode und den Schrank öffnen lassen: Er sieht ein für Bio-Betriebe zugelassenes Stärkungsmittel für die Tiere, eines gegen Blähungen, Bandagen, falls sich ein Tier verletzt, Arbeitshandschuhe, was man eben so braucht im Stall. Auch die Schuppen inspiziert Kempter,

LEBENDIGES WASSER Ursprüngliche Qualität aus artesischen Tiefenquellen: rein, hochschwingend und für jeden individuell ganz rund im Geschmack. Natürlich in der Glasflasche. Ihre Wahrnehmung zeigt Ihnen beim Sensorik-Test, welches Wasser momentan am besten zu Ihnen passt: Es schmeckt weich und trinkt sich wie von selbst.

Die Schönheit höchster Wasserqualität: ein Wasserkristall der St. Leonhardsquelle (nach Emoto). bioboom.de

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www.st-leonhards-quellen.de


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mit den gesammelten Rechnung geben und blättert ihn durch. Er schaut sich die Belege des Tierarztes an und erklärt: ›Wenn der Tierarzt Medikamente dagelassen hat zur Weiterbehandlung, dann muss der Landwirt schriftlich drauf bestätigen, dass er das auch gemacht hat‹. Denn kranke Tiere müssen ordentlich behandelt werden, verlangt die EU-ÖkoVerordnung.

Tierwohl-Check der Öko-Verbände: Mittlerweile oft Bestandteil der Kontrolle.

findet Bio-Mineralfutter, einen Sack mit Kalk, der im Stall mit eingestreut wird, die letzten Ballen an Heu und Silage. ›Hat’s gereicht über den Winter?‹, fragt er den Bauern und schnell sind die Beiden in einem Gespräch über den schlechten Graswuchs im letzten Jahr und die Probleme, in diesem Winter gutes und bezahlbares Bio-Heu zu bekommen. Denn Gerhard Kempter ist im Nebenerwerb selber Landwirt. Zwei Tage in der Woche kontrolliert er für ABCert Betriebe, die restliche Zeit kümmert er sich um seine Milchkühe. Er kennt das Leben auf einem Hof – und er weiß, wo er hinschauen muss.

Wiesen des Bauern an; alle auf einmal zu besichtigen, wäre zu aufwändig. PINGELIG

Zahlen und Maße abarbeiten

EEbenso

E Das gilt auch für die Wiese, über die wir nach der Stallbegutachtung stapfen. ›Am Zustand der Wiese kann ich feststellen, ob sie intensiv oder extensiv bewirtschaftet wird.‹ Der Kontrolleur würde es auch bemerken, wenn Klaus Erd den Ampfer, ein großblättriges Wiesenunkraut, das die Kühe nicht fressen, mit Spritzmitteln bekämpft hätte. Bei jeder Kontrolle schaut sich Kempter andere

wichtig wie der Blick auf Stall, Scheune und Felder ist bei der BioKontrolle der Blick in die Akten. Dazu sitzen Gerhard Kempter und Klaus Erd in der holzvertäfelten Stube des Hofes. Als erstes kommt die Betriebsbeschreibung auf den Tisch. Sie wird zum ersten Mal erstellt, wenn ein Betrieb in das Bio-Kontrollsystem aufgenommen wird und umfasst alle wichtigen Daten: Die Tierzahl, die genau Lage der Wiese und Weiden, die bisherige Wirtschaftsweise und vieles mehr. Bereits damals hat sich Gerhard Kempter den Stall genau angeschaut und nachgemessen: Haben die Tiere so viel Platz wie vorgeschrieben, passt der Abstand zwischen den Fressgittern, gibt es ein eigenes Abteil, um die Kälber als Gruppe zu halten. Punkt für Punkt gehen die beiden nun durch, ob sich im letzten Jahr etwas geändert hat. Bis auf wenige Kleinigkeiten ist alles beim Alten geblieben. Als nächstes lässt sich der Kontrolleur den Ordner

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ORTSTERMIN

AUF DER WIESE

Keine Spritzmittel

Mit Cross-Check gegen mögliche Öko-Betrüger

E Penibel prüft Kempter Lieferscheine

und Rechnungen von Betriebs- und Futtermittel. Sind die Reiniger für Bio-Betriebe zugelassen, stammt der zugekaufte Ballen Luzerne-Heu aus einem Bio-Betrieb? Auf dem Schein für die Luzerne sind sowohl die Bio-Qualität vermerkt als auch die Öko-Kontrollnummer des Lieferanten. Käme ihm etwas daran schräg vor, könnte Gerhard Kempter anhand des Scheins beim Lieferanten überprüfen, ob er tatsächlich Bio-Luzerne an Klaus Erd geliefert hat. Cross-Check nennt sich das im Kontrollstellen-Jargon und ist ein wichtiges Instrument,

Passen der Input an Bio-Rohstoffen...

und der Ausstoß an Bio-Produkten zusammen... um Falschdeklarationen aufzudecken – vor allem über Ländergrenzen hinweg und bei Lieferungen, bei denen das Risiko von Betrügereien groß ist. Da würde

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Foto: Leo Frühschütz

Der Kontrolleur kennt das Leben auf einem Hof – und er weiß, wo er hinschauen muss.


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es sich dann zum Beispiel um 5.000 Tonnen Weizen aus Rumänien handeln und nicht nur, wie hier auf dem Hof, um einen Ballen Heu. KERNSTÜCK JEDER BIO-KONTROLLE

Die Plausibilitätsprüfung

E Gerhard Kempter hat sich aus den

Belegen rausgeschrieben, wieviel Kraftfutter Klaus Erd zugekauft hat und macht sich nun an das Kernstück einer jeden Bio-Kontrolle, an die Plausibilitätsrechnung. Sie soll zeigen, ob der Input an Bio-Rohstoffen und der Ausstoß an Bio-Produkten zusammenpassen oder ob sich Ungereimtheiten auftun. Bei Milch ist das relativ einfach. Die Jahresabrechnung der Molkerei gibt die abgelieferte Milchmenge an; hinzu rechnet Kempter noch die Milch, die von den Kälbern und den Menschen am Hof getrunken wurde. Geteilt durch die Zahl der Kühe ergibt das bei Klaus Erd knapp 6300 Liter Milchleistung pro Kuh und Jahr. Bekommt eine Kuh nur Weidegras, Grassilage und Heu zu fressen, dann gibt sie übers Jahr gerechnet 4500 bis 5500 Liter Milch. Das zugekaufte ei-

oder tun sich Ungereimtheiten auf?

MorgenLand

weißhaltige Kraftfutter bringt rechnerisch weitere 900 Liter Milch pro Kuh. Die Zahlen sind also stimmig. ›Hätte der Herr Erd 7000 Liter Milch pro Kuh erzeugt, dann wäre dies ein Hinweis darauf, dass da was nicht stimmt und er womöglich unter der Hand zusätzlich konventionelles Kraftfutter mit verfüttert hat‹, erklärt Gerhard Kempter. ALLES KORREKT

Jetzt gibt‘s Brief und Siegel

EZum Schluss füllt er seinen Kontroll-

bericht aus und lässt ihn von Klaus Erd gegenzeichnen. Er geht nun zu ABCert, wo Kollegen von ihm den Bericht auswerten und schließlich das Bio-Zertifikat für ein weiteres Jahr ausstellen. Kontrolle vor Ort und Zertifizierung müssen immer getrennt sein. Zusammen mit dem Zertifikat erhält der Landwirt den Bericht mit den Auflagen, was zu verbessern oder zu ändern ist. Gleichzeitig legen die Zertifizierer fest, ob es eine Nachkontrolle braucht oder ob bei der nächsten Regelkontrolle in einem Jahr die Auflagen mit geprüft werden.

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Vertraulichkeit unerwünscht

E Bei Klaus Erd gab es keine Beanstan-

dungen im Kontrollbericht und so wird er in einem Jahr wieder Besuch vom Kontrolleur erhalten. Allerdings nicht von Gerhard Kempter. Er hat den Hof jetzt drei Jahre lang überprüft und deshalb muss ein Kollege ran. ›Nach drei Jahren kennt man einen Betrieb so gut, dass man leicht betriebsblind wird‹, erklärt der Kontrolleur diese allgemeine Regel für Kontrollstellen. ›Außerdem entsteht eine gewisse Vertraulichkeit, die ebenfalls den klaren Blick trüben kann.‹ Und den braucht es – damit weiterhin Bio drin ist, wo Bio draufsteht. r Leo Frühschütz

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ZUBEREITUNG Den Brokkolistrunk mit einem Messer vorsichtig schälen, sodass alles Holzige entfernt ist. Den Brokkoli anschließend so in drei Scheiben schneiden, dass diese noch durch den unteren Teil des Strunkes zusammengehalten werden. Alle Zutaten für die Marinade verrühren und den Brokkoli damit bepinseln. 30 Minuten bis 1 Stunde stehen lassen. Für den Harissa-Melonen-Joghurt alle Zutaten mischen und nach Belieben mit Salz und Limettensaft abschmecken. Für die Brösel eine Pfanne erhitzen, das Öl hineingeben und Semmelbrösel sowie Pinienkerne darin hellbraun rösten. Knoblauch und Fenchelsaat dazugeben und 30 Sekunden mitrösten. Mit Salz würzen und vom Herd nehmen. Dir marinierten Brokkolisteaks auf dem Grill für etwa 3 Minuten auf jeder Seite knusprig grillen; sie sollten gar, aber noch schön bissfest sein. Auf einem rustikalen Brett oder Teller anrichten und mit etwas Joghurt, Bröseln und Granatapfelkernen garniert servieren. BIOBOOM VERLOST fünf Mal das Buch ›Heftig deftig‹. Schicken Sie bis zum 15. August eine E-Mail, eine Postkarte oder ein Fax an: Redaktion Bioboom, Stichwort: ›Heftig deftig‹, Vordere Schöneworth 17 a, 30167 Hannover, Fax 0511.16 15 925, gewinnen@bioboom.de Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Umtausch oder Barauszahlung der Gewinne nicht möglich. Ebenfalls ausgeschlossen ist die Teilnahme über Dritte, die die Teilnahme an Gewinnspielen vermitteln. Die Daten von Gewinnteilnahmen werden ausschließlich in Zusammenhang mit diesen genutzt und nach Ablauf gelöscht/vernichtet, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen.

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Rezept aus: Heftig deftig – Vegan Foto: ©Hansi Heckmair/Südwest Verlag

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Rezept aus: Viel mehr vegetarisch! Foto: © Simon Wheeler/AT Verlag

FÜR 4 PERSONEN 8–12 große Champignons mit offenem Hut (2–3 pro Person) Olivenöl zum Bestreichen Meersalz und schwarzer Pfeffer FÜR DIE LINSEN 75 g Puy-Linsen  1 kleine Knoblauchzehe, gehackt  1 kleine Schalotte, gehackt  1 TL Kapern, abgespült, abgetropft, gehackt  2 EL glatte Petersilie, Schnittlauch oder Kerbel, gehackt  ½ TL scharfer, englischer Senf 50 ml Olivenöl extra vergine fein abgeriebene Schale und Saft von ½ Zitrone

ein großes Backblech legen. Die Pilze mit Olivenöl leicht bestreichen, mit Salz und Pfeffer würzen. Im Ofen 15–20 Minuten backen, bis sie dunkel, weich und saftig sind. Inzwischen die Linsen in einem Topf mit kaltem Wasser bedeckt zum Kochen bringen. Die Hitze etwas reduzieren und 10– 15 Minuten köcheln, bis sie gar sind, aber noch etwas Biss haben. Die Linsen abgießen und zurück in den heißen Topf geben. Sofort alle übrigen Zutaten für die Linsenmischung dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Gut verrühren. Die Pilze sollten beim Garen reichlich Saft abgegeben haben. Diesen in einen Becher abgießen – nicht wegschütten. Die Pilze auf eine warme Servierplatte legen und die Linsen mit dem Dressing daraufgeben. Die beiseite gestellte Garflüssigkeit der Pilze über Pilze und Linsen träufeln. Dazu passen zerdrückte Kartoffeln.

ZUBEREITUNG Den Backofen auf 190 Grad bzw. 170 Grad Umluft vorheizen. Die Stängel der Pilze entfernen und wegwerfen, die Hüte mit der Öffnung nach oben auf

Mal anders: Die Linsen auf gegrilltem Gemüse, zum Beispiel in dicke Scheiben geschnittenen Fenchel oder Zucchini oder geviertelten Kopfsalat, anrichten.

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Hugh Fearnley-Whittingstall Viel mehr vegetarisch! 416 Seiten, gebunden AT Verlag 28 € (D)

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ie britische Küche gilt nicht unbedingt als eine der besten der Welt, schon gar nicht, wenn‘s ums Gemüse geht. Nun tritt der britische Koch Hugh Fearnley-Whittingstall mit seinem zweiten Gemüsekochbuch erneut den Gegenbeweis an: ›Viel mehr vegetarisch!‹, so der programmatische Titel. In zweihundert Rezepten zeigt der Betreiber des River Cottage in Südengland, wie lecker, befriedigend und sättigend eine Küche sein kann, bei der Gemüse die Hauptrolle spielt. Die Gerichte sind nicht nur vegan, auch raffinierte Kohlenhydrate, also Brot, Nudeln etc. kommen nicht vor; also finden hier auch Menschen, die auf Gluten verzichten möchten, jede Menge Anregungen. Fearnley-Whittingstall selbst ist Allesesser – und eben diese möchte er mit seinen Rezepten auch erreichen. Denn eine Ernährung mit viel mehr Gemüse ist, davon ist er überzeugt, nicht nur ökologischer und damit zukunftsgerechter, sondern vor allem sehr, sehr lecker. ›Essen Sie mehr von dem, was sie mögen und von dem, wovon Sie noch nicht so überzeugt sind‹, so lautet folgerichtig seine Aufforderung. Im Mittelpunkt der Rezepte stehen entsprechend – neben ganz viel leckerem Gemüse – Obst, Samen, Kräuter, Früchte, Gewürze, Nüsse, (Vollkorn-)Getreide und kaltgepresste Öle. Dabei gelingt gleichzeitig das Kunststück, den kochgeneigten Leser nicht mit zu vielen Zutaten und vor allem nicht mit langen Zubereitungszeiten zu überfordern. Daumen hoch!

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BIO AUF DIE SCHNELLE


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BIO AUF DIE SCHNELLE

Mehr als ›Deckel auf, heiss’ Wasser drauf‹ Foodblogs, Kochbücher und Ernährungs-Apps boomen, Kochtüten, Kochhäuser und Gemüse-Abos haben Hochkonjunktur. Doch obwohl Selberkochen scheinbar so angesagt ist, hat sich der Umsatz von Fertiggerichten in den vergangenen sechs Jahren verdreifacht, so die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Auch wenn die Angaben aus dem konventionellen Handel stammen: Wer einen Blick in die Bio-Regale wirft, stellt fest, dass Convenience auch im Bio-Supermarkt oder Naturkostfachgeschäft sehr präsent ist. Die Produkte mit Bequem-Faktor (Convenience bedeutet übersetzt ›Bequemlichkeit‹) sind schließlich auch praktisch: Für berufstätige Familien, ältere Menschen und Singles, kurz, sie unterstützen, wenn aus Zeitmangel (oder eben Bequemlichkeit) keine Mahlzeit von der Pike auf gekocht wird.

Schnelle Kost aus der Tüte hat keinen allzu guten Ruf. Trotzdem lässt sie sich (fast) jeder ab und zu schmecken. Wenn es flott gehen muss, finden sich im Bio-Laden Alternativen: Sie enthalten weniger von dem, was konventionelle Packungen in sich haben, und schmecken dabei natürlicher und leckerer.

zählt zu den Halbfertig- oder vorverarbeiteten Produkten. Jenen Lebensmitteln also, die quasi die Basis einer Mahlzeit ausmachen und noch in irgendeiner

Form weiter zubereitet werden müssen, ob Pizza­teig, gekühlte Pasta oder die Mischung für Bratlinge. Hier muss noch Hand angelegt werden, es gilt zu braten, dünsten, rühren oder backen und vielleicht auch noch eine Beilage wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln dazu zu zaubern. Zu den vorverarbeiteten Produkten zählen: fertige Würzmischungen für Salatdressings und Saucen (für Gemüse, Fisch und Fleisch), Mischungen

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Halbfertig

Der Rest passiert zu Hause

} Das Gros der schnellen Produkte

für Falafel und Burger, Backmischungen für Pizza, Quiche, Brot und Kuchen, Instant-Kartoffelbrei und Puddingpulver und gekühlte Teige. Außerdem gehören in diese Kategorie die Tiefkühlgemüse und -Obst aller Art sowie gewürzte Tomatenpasten aus dem Glas, Pesto, Curry- und Salatsaucen. ›Fix‹-Produkte, die vorbereitete Würzmischungen enthalten und mit frischen Zutaten wie Gemüse und Tofu einfach und schnell zubereitet werden können, sind, zumal in Bio-Qualität, eine Mischung zwischen Convenience und selbst gekocht.

Fix und fertig

Schneller geht’s nicht

} Die klassischen Fertiggerichte sind

hingegen fix und fertig. Sie müssen höchstens noch mit Wasser oder anderer Flüssigkeit erwärmt werden und können dann sofort serviert werden. Oder sie werden direkt aus der Verpackung verspeist: To-go-Salate aus dem Plastikschälchen, Burger und Wraps im Frischepack sowie Puddings, Fruchtjoghurts und Schokodesserts im Becher und Eiscreme. Noch erwärmt werden müssen Suppen und Eintöpfe aus Dose, Becher oder Glas sowie TK-Pizzen und Fertiggerichte wie die beliebte Gemü-

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BIO AUF DIE SCHNELLE

Dabei gilt: je kürzer die Erhitzungs- und Bearbeitungszeit und umso niedriger die Temperaturen, umso geringer die Verluste. Darum bleiben beim Sterilisieren,

Trend sind herzhafte sowie süsse Cup-Mahlzeiten sepfanne, Chili sin Carne oder Lasagne. Auch (gekühlte) gefüllte Pasta wie Ravioli und Maultaschen, die nur kurz in heißem Wasser gar ziehen müssen und dann essfertig sind, gelten als Fertigkost. Trend sind herzhafte sowie süße CupMahlzeiten: Das sind Bechergerichte und Beutel mit jeweils einer Suppe-, Eintopfoder Müsli-Mahlzeit. Flüssigkeit drauf, erwärmen oder quellen lassen, fertig.

Haltbar machen, Nährstoffe schonen

}

Mit Ausnahme frischer Salate ist den Convenience-Mahlzeiten gemein, dass sie in irgendeiner Form haltbar gemacht werden müssen. Denn sie sollen ja zweierlei mitbringen: Zeitersparnis bei der Zubereitung und möglichst lange Haltbarkeit, ob im Vorrats- oder Kühlschrank. Die Rohwaren werden darum vorgekocht und eingefroren, oder, wie bei Bechersuppen, gekocht und abgefüllt. Alles, was ins Glas oder in die Dose kommt, ist entweder pasteurisiert (das heißt kurzzeitig erhitzt) oder sterilisiert, also eingekocht, und somit jahrelang haltbar. Würzmischungen werden aus getrockneten, pulverisierten Gemüsen und Gewürzen hergestellt und CupMahlzeiten aus zerkleinerten (Getreide-) Körnern oder Flocken, die in Wasserdampf vorgegart werden und darum später ruckzuck gar sind. Allen Verfahren ist gemein, dass es durch die Haltbarmachung zu einem mehr oder weniger großen Verlust an Nähr- und Geschmacksstoffen kommt.

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also Einkochen, mehr Nährstoffe auf der Strecke als vergleichsweise beim Pasteurisieren oder Tiefgefrieren. Vor allem die Vitamine Folsäure und Vitamin C leiden, da sie empfindlich auf Sauerstoff, Hitze und Licht reagieren. Andere, zum Beispiel die fettlöslichen Vitamine A, E und K werden kaum in Mitleidenschaft gezogen, auch Mineralstoffe und Spurenelemente sind unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Manche wirken sogar antioxidativ, schützen also das Produkt vor dem Verderb. Und Vitamin A wird erst durch Garen gut verfügbar für den Körper.

Produkte oft Zusatzstoffe wie Dickungsmittel und Zitronensäure, natürliche Färbemittel wie Rote Bete und Spinatextrakt und Zutaten wie Gluten und Milchpulver enthalten. Sie sollen Produkten ein appetitliches Aussehen verleihen, sie schön cremig machen und dafür sorgen, dass sich Zutaten nicht entmischen. Das ist in Ordnung, allerdings: Für ein selbst gekochtes Essen aus der eigenen Küche würde man sie wohl kaum verwenden. Salz, das ist ein weiterer Stoff, von dem im schnellen Essen, ob konventionell oder Bio, oft viel zu viel zu finden ist. Manche Fertigmahlzeiten enthalten pro Portion mehr als ein Drittel, oft auch die Hälfte, der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen sechs Gramm Kochsalz je Tag und Person. ÖKO-TEST fand in einem aktuellen Test ›Vegane Fertiggerichte‹ auch in neun von 15 Bio-Produkten erhöhte oder stark erhöhte Salzgehalte.

Und der Geschmack?

} Bleibt das Problem, dass auch das

Aroma von Gemüse, Obst und Gewürzen im Zuge der Vorverarbeitung leidet. Hersteller konventioneller Fertigprodukte haben es da einfacher: Sie sorgen mit Aromen (dürfen auch nicht-natürlich sein) und allerlei anderen Stöffchen für das verbrauchergerechte Geschmacks­ erlebnis. Das ist in Bio-Produkten tabu. Bio-Hersteller haben deutlich weniger Auswahl, wenn es um Zusatzstoffe geht: Die Liste der laut EU-Öko-Verordnung zugelassenen Stoffe beträgt knapp 50 statt rund 320 Zusatzstoffe für konventionelle Produkte. Aber auch in BioSuppen und -Würzmischungen finden sich Stoffe wie Hefeextrakt und ›natürliche Aromen‹. Sie sind zwar erlaubt, aber trotzdem auf dem Rückzug, denn Verbraucher lehnen die Geschmacks-Helferlein zunehmend ab. Untersuchungen des Blogs ›Bio-Food-Tester‹ zeigen, dass Fix-

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Bio-Hersteller haben deutlich weniger Auswahl, wenn es um Zusatzstoffe geht Je weniger Zutaten, desto besser

} Beim Einkauf der schnellen Gerichte lohnt sich deshalb ein Blick auf die Zutatenliste: je kürzer sie ist, umso besser. Der US-amerikanische Lebensmittelkritiker Michael Pollan gab vor einigen Jahren die Losung ›Take five‹ aus. Soll heißen: fertige oder vorverarbeitete Lebensmittel sollten möglichst nicht mehr als fünf Zutaten enthalten (Gewürze zählen dabei nicht mit). Auch wenn das nicht immer machbar ist, die Devise ist klar: Weniger ist mehr. Pimp it up

} Das gilt nicht, wenn es um die Zu-

bereitung zuhause geht. Wenn noch ein

paar Minuten Zeit und etwas Frisches im Hause sind, lässt sich die schnelle Kost ganz einfach aufpeppen – für Extra-Vitamine und mehr Frische. Eine Pizza Margherita wird mit knackigem Gemüse gepimpt und nach dem Backen mit Rucola getoppt, zur fertigen Suppe gibt es ein leckeres Vollkornbrot und Rohkost, und zu den Tortellini aus dem Frischepack einen knackigen Salat.

Unter Leitung von Prof. Dr. Fritz Albert Popp wurde Hornberger Lebensquell am International Institute of Biophysics mit dem Keimfähigkeitstest untersucht.

Verpackung reduzieren

} Praktisch ist die schnelle Bio-Kü-

che auf jeden Fall. Gut schmecken tut es auch. Allerdings: Für den Komfort der fertigen Mahlzeit muss der Kunde in die Tasche greifen. Ein Cup-Müsli ist pro Portion deutlich teurer als eine Portion Müsli aus dem Kilobeutel, die zuhause in eine Dose abgefüllt wurde. Und das ist ein weiteres Thema: Fertigprodukte, egal ob Bio oder nicht, produzieren jede Menge Verpackungsmüll, vor allem Plastik. Gerade Einzelportionspackungen tragen zum Müllberg bei, auch wenn Bio-Hersteller auch hier bemüht sind, nachhaltige(re) Verpackungslösungen zu finden. Und wenn es tatsächlich schnell gehen muss, ist Bio auf jeden Fall die bessere Wahl. r Annette Sabersky ist Bio-Food-Testerin und hat schon jede Menge Schnellgerichte unter die Lupe genommen. bio-food-tester.de

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Dinkel-Wraps Feinkostsalate und Feinkostsuppen

26.04.18 14:


n N AT U R KO S M E T I K- U P DAT E SONNENSCHUTZ

Natürlich ohne D

Nano

ass Sonne besser gut geschützt genossen wird, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wer will schon vorzeitige Hautalterung riskieren, oder sich kostbare Urlaubstage mit schmerzhaftem Sonnenbrand vermiesen? Ob man dabei zu konventionellen Lichtschutzprodukten oder naturkosmetischem Sonnenschutz greift, das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Prinzipienfrage.

__ Konventionelle Sonnenschutzprodukte setzen auf chemische Lichtschutzfilter. Sie dringen in die Haut ein und wandeln die dort auftreffende UVStrahlung in Wärme um. Praktisch an ihnen ist, dass sie nach dem Auftragen unsichtbar sind. Unpraktisch ist, dass sie erst nach zirka zwanzig Minuten wirken – nix für Spontane also. Schwerer wiegt für viele Sonnenfreundinnen und -freunde allerdings, dass die chemischen Filter ausgesprochen umstritten sind. Etliche der komplizierten Verbindungen, die Namen wie Ethylhexyl Methoxycinnamate, Benzophenone-3 oder 4-Methylbenzylidene Camphor tragen, gelten als hautreizend, allergisierend, können zum Teil hormonähnliche Wirkung entfalten.

Bioboom

KOSMETIK

MINERALISCHER LICHTSCHUTZ WIRKT ANDERS __ Grund genug für Naturkosmetikpioniere, neue Wege zu gehen. In den 1990er Jahren kamen die ersten Sonnenschutzprodukte mit mineralischem Lichtschutz auf den Markt. Sie funktionieren grundsätzlich anders: Fein vermahlene mineralische Pigmente legen sich auf de Haut und reflektieren die UV-Strahlung wie kleine Spiegel. Das ist gut für die Haut, weil sie nicht mit chemisch-synthetischen Substanzen belastet wird. Und der Schutzfaktor ist unmittelbar nach dem Auftragen gegeben. Allerdings sind die mineralischen Pigment auf der Haut nicht völlig unsichtbar. Gerade die ersten Generationen mineralischen Lichtschutzes ›weißelten‹, besonders bei höheren Lichtschutzfaktoren. Heute ist es möglich, die mineralischen Pigmente feiner zu vermahlen, so dass sie sich besser und nahezu unsichtbar auf der Haut verteilen. Allerdings: Wenn die Pigmente so winzig werden, dass sie nur noch zwischen 1 und 100 Nanometern (1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter) klein sind, dann spricht man von Nanopartikeln. Bei Experten und Verbraucherschützern sind sie umstritten, weil ungeklärt ist, ob sie durch geschädigte Haut dringen können oder was passiert, wenn sie zum Beispiel via Sonnenspray eingeatmet werden. Naturkosmetik-Hersteller wie Alga Maris, EcoCosmetics, Lavera oder Weleda verzichten deshalb bewusst auf den kontroversen Inhaltsstoff.

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n INSPIRIERT VON DER LIEBE

N AT U R KO S M E T I K- U P DAT E SONNENSCHUTZ

NANOPARTIKEL UND MIKROPLASTIK MEIDEN

BESCHÜTZER AUS DEM NATURKOSMETIK-REGAL

__ Auch im konventionellen Drogeriemarkt findet man mittlerweile mineralischen Lichtschutz, allerdings nicht selten mit Nanopartikeln. Zu erkennen ist das daran, dass in der INCI, also der Zutatenliste, der Zusatz (nano) auftaucht. Auch Mikroplastik, deklariert zum Beispiel als Acrylat, kann in konventionellem mineralischen Sonnenschutz enthalten sein – in Naturkosmetik ein Tabu, ebenso wie bedenkliche Konservierungs- und Duftstoffe.

ECOCOSMETICS ECO Sonnenspray LSF 50 getönt Q10 sehr hoher Lichtschutz Hoher Schutzfaktor und leichte Tönung: Ideal für die ersten Tage in der Sonne.

__ Wer beim Sonnenschutz auf zertifizierte Naturkosmetik setzt, gönnt seiner Haut nicht nur besonders verträglichen Schutz. Auch in punkto Pflege wird ein Plus geboten: Wertvolle Öle, natürliche Pflegestoffe und Pflanzenextrakte sorgen schon während des Sonnenbads für Pflege. Den richtigen Sonnenschutz zu finden, das ist gar nicht so schwer: Je heller die Haut, desto geringer ist in der Regel ihre Eigenschutzzeit, also die Zeit, die man in der Sonne bleiben kann, ohne dass sie sich rötet. Hierzulande ist eine Einteilung in vier Hauttypen von eins (sehr hell und sehr empfindlich) bis vier (dunkel und relativ unempfindlich) gängig. Der Lichtschutzfaktor (LSF oder englisch SPF) auf dem Produkt gibt an, um welchen Faktor sich diese Zeit verlängert. Wer also als Hauttyp 2 nach zehn bis zwanzig Minuten Sonne einen Sonnenbrand bekäme, dürfte, wenn eingecremt mit einem LSF 20, 3 Stunden und 20 Minuten in der Sonne bleiben – so die Faustregel. Jede Menge Infos, Tipps und Tricks zum unbeschwerten Sonnengenuss für Groß und Klein finden sich übrigens auf den Internetseiten der Naturkosmetikmacher.

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KOSMETIK

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IMPRESSUM

V

Bioboom Heft 79 Sommer 2018 bioboom.de

WA S S I E S AG E N

HERAUSGEBER

LESERBRIEFE

Harting+Tovar GmbH Vordere Schöneworth 17a · 30167 Hannover bio@bioboom.de T 0511.16 15 920 · F 0511.16 15 925 REDAKTION

Jeanine Tovar (V.I.S.D.P.) + Detlef Harting REDAKTIONSANSCHRIFT

Vordere Schöneworth 17a · 30167 Hannover MITARBEIT

Vera Fischer, Leo Frühschütz, Jörg Oberwittler, Annette Sabersky VERTRIEB/LOGISTIK/ANZEIGEN

Maxi Heyenbruch, Andre Loheide BILDER Dreamstime GESTALTUNG+BILDREDAKTION Torsten Jäckel ERSCHEINUNGSWEISE

Bioboom erscheint 4 x jährlich AUFLAGE 195.000 BEZUG Bioboom gibt’s gratis in Bio-Läden,

Bio-Supermärkten und Reformhäusern Keine Ausgabe verpassen? Bioboom im Jahresabo für 8 Euro (Inland) bequem per Post nach Hause/Einzelheft 2 Euro (Inland) FÜR NATURKOST- UND NATURWAREN­ FACHGESCHÄFTE, REFORMHÄUSER UND

ZU: INTERVIEW DR. MICHAEL KOPATZ/ ÖKOROUTINE

dies ganz sicher die Agrarförderung, die am Hektar festgemacht ist. Solange das so ist, wird sich schwerlichst was ändern lassen. (...) Warum eine Agrarförderung nicht an den Vollzeitarbeitsplätzen festmachen? F. ROESSNER per E-Mail

Neue Regeln für Agrarförderung

Insgesamt klingt es immer so durch, als bräuchten wir Menschen nur eine richtige Vision und der Bioboom wird über uns hereinbrechen. Hat er bis jetzt nicht getan und wird er wohl auch in absehbarer Zukunft nicht tun. Ihnen brauche ich ja den Biomarktanteil an den verkauften Lebensmitteln nicht zu erläutern. Volkswirtschaftlich spricht man dabei immer noch von Nischenprodukten! (…) Es gibt doch ein paar ganz klare Regeln, welche nachhaltig verhindern, das sich die Gesellschaft in die bessere Richtung entwickelt. Im landwirtschaftlichen Bereich ist

NETTE WORTE

Pionierarbeit gewürdigt Vielen Dank für eure wunderbare Zeitung. Ich freue mich immer auf die neue Ausgabe. Wir aus dem Chiemgau sind gut vernetzt und es passiert schon einiges in Sachen ökologische Landwirtschaft, Regionalität, Gemeinschaftsprojekt, Selbstversorgung, enkeltaugliche Zukunft etc. T. HAMBACH per E-Mail

Sagen Sie was: Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Anregungen, die wir gründlich und mit Interesse lesen, auch wenn wir sie leider nicht immer vollständig abdrucken können! Redaktion Bioboom, c/o Harting +Tovar GmbH, Vordere Schöneworth 17a, 30167 Hannover, bio@bioboom.de

D I E N Ä C H S T E B I O B O O M E R S C H E I N T A M 2 9. 0 8 . 2 0 1 8

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DAS MAGAZIN FÜR KOPF UND BAUCH

VISIONEN

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SEIFE

Plädoyer für ein Stück Kulturgut

INSERENTEN

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Ayluna Naturkosmetik GmbH, dennree GmbH,

Kochbuch ›GREEN BONANZA‹ Set ›DUFTENDE WINTERZEIT‹

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Mit Öko-Routine zur Lebensstilwende

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Mplaoyel & Sia EPE, Morgenland/EgeSun GmbH, Öl-

von:

mühle Solling GmbH, ÖMA Beer GmbH, PUR Bio Feinkost Manufaktur GmbH & Co. KG, Sanchon/Petersilchen GmbH, Sonnentor Kräuterhandels GmbH, St. Leonhards-Vertriebs GmbH & Co. KG, Yarrah Organic Petfood B.V.

LESER

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DAS BIO-PROJEKT

In unserer neuen Reihe stellen wir vor, was Bio so alles auf die Beine stellt, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Zum Beispiel auf dem Frei-Hof im österreichischen Waldviertel, der vor zwei Jahren vom Kräuter- und Gewürzspezialisten Sonnentor ins Leben gerufen wurde.

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Vor dem alten Hof liegt der Permakultur-Garten

das Leben ist ein Bauernhof

Ein alter Hof, sieben Hektar Land und engagierte Menschen. Seit 2016 zeigt das Projekt Frei-Hof, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft und ein nachhaltiges Leben in Kreisläufen aussehen könnte. ›Der Freihof ist kein moderner Schaubauernhof, der für Touristen auf die grüne Wiese gestellt wurde. Wir haben die bestehenden Ressourcen bestmöglich genutzt und möchten mit unserem Tun zu einem Umdenken in der Landwirtschaft beitragen‹, erklärt Sonnentor Sprecherin Marie-Theres Chaloupek. Der Frei-Hof ist nicht ›nur‹ Bio, er wird nach dem Prinzip der Permakultur bewirtschaftet: Der Begriff ist vom englischen ›permanent agriculture‹ abgeleitet und bedeutet direkt übersetzt ›dauerhafte Kultur‹. Es geht darum, Systeme zu schaffen, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen

so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme in einem stabilen Gleichgewicht zeitlich unbegrenzt funktionieren und sich selbst regulieren – möglichst ohne ständige Eingriffe. Entsprechend findet man auf dem FreiHof keine Monokulturen oder starren Strukturen. Jedes Pflänzchen sucht und findet den besten Platz, um sich auszubreiten: Ein kleines robustes und produktives Ökosystem, das sich selbst versorgt. Aber permakulturelles Denken macht hier nicht im Gemüsebeet halt, sondern geht noch viel weiter. Ob Bewässerung, Energie oder Bodenfruchtbarkeit: Überall setzt man auf das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Und es funktioniert: Pflanzen, Tiere und Menschen auf dem Frei-Hof leben in einem bunten Miteinander, Auf Führungen wird neu- und wiederworbenes Wissen an das vielleicht chaotisch wirkt, es aber nicht ist. Das Interessierte weitergegeben

Bioboom

KOLUMNE

alte Bauernhaus wurde liebevoll renoviert, in den Beeten dienen auch schon mal alte Fenster als Abdeckung – nichts soll verschwendet oder unnötig neu gemacht werden, den Frei-Hof Macherinnen und Machern ist es wichtig, fast vergessene Lebens- und Arbeitsweisen wiederzuentdecken und neu zu interpretieren. Die Ernte wird für die Betriebsküche von Sonnentor und das Bio-Gasthaus Leibspeis' verwendet. Der materielle Ertrag an Gemüse, Kräutern und Jungpflanzen ist das eine, vor allem aber soll das Projekt Strahlkraft entfalten: ›Unser Permakultur-Garten soll unsere Gäste inspirieren, es uns nachzumachen, Kreisläufe zu schließen und den eigenen Garten zu revolutionieren. Von der aufwendigen Planung, über die richtige Pflanzung bis hin zur lohnenden Ernte – bei uns können die Besucherinnen und Besucher an allen Schritten aktiv teilhaben. Wir bieten Landwirtschaft zum Anfassen und Nachmachen‹, erklärt Frei-Hof Bäuerin Sigrid Drage. In Kursen und Führungen auf dem Gelände wird das Wissen und die praktische Erfahrung mit Permakultur an Interessierte weitergegeben. sonnentor.com/frei-hof

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