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Wolfgang Friedrich Eberhard Rühle. Geboren 1954 in Bautzen, verheiratet, drei Söhne. Baufacharbeiterlehre mit Abitur, Studium der Forstwirtschaft. Seit seinem 22. Lebensjahr bekennender Lutheraner, Bibel­leser, Kirchgänger, Tagungsbesucher. Aktiv in verschiedenen kirchlichen Leitungsgremien auf Gemeinde- und Kirchenbezirksebene. Zu DDR-Zeiten als Revierförster im Dienste zweier katholischer Klöster in der östlichen Oberlausitz. Nach der politischen Wende einige Stationen in der Forstverwaltung des Freistaates Sachsen. Seit 1998 an der Staatlichen Fortbildungsstätte des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, zunächst als Dozent und Trainer für Förster, seit 2004 Seminarbereichsleiter für forstliche Fortbildung, seit 2006 Seminarbereichsleiter für Forsten, Natur- und Bodenschutz. 2009 Austritt aus der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 2011 Eintritt in die Selbstständig Ev.Luth. Kirche, Dreieinigkeitsgemeinde Dresden.

Landeskirche ohne Gott

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Wolfgang Rühle

Wolfgang Rühle

Wolfgang Rühle führte in den letzten drei Jahren seiner Mitgliedschaft in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 2007 – 2009, anfangs als Kirchvorsteher, mit kirchlichen Amtsträgern eine intensive Auseinandersetzung um eine Kirche, in der die gesamte Bibel als Gottes Wort gilt, nannte dies einen Kirchenkampf und dokumentierte ihn sorgfältig. In diesem Buch fasste er die Ergebnisse seines Kirchenkampfes zusammen und wendet sich damit an Landeskirchler, deren Glaube sich ebenfalls nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft gründet, die Jesus Christus ihren Herrn nennen und seinem Worte folgen wollen.

Landeskirche

ohne Gott Die Ergebnisse eines Kirchenkampfes


Gleichstellungshinweis Mit generellen Bezeichnungen, die umgangssprachlich in der männlichen Form stehen, sind in der Regel beide Geschlechter gemeint.

Zitathinweis Alle wörtlich zitierten Bibelstellen entstammen der revidierten Lutherübersetzung von 1984

© Copyright der Ausgabe 2013 by Wolfgang Rühle Vertrieb über Betanien Verlag e.K. Postfach 14 57 · 33807 Oerlinghausen www.betanien.de · info@betanien.de Tel. 05237 899090 · Fax 05237 899091 Umschlaggestaltung: Oleksandr Hudym, Berlin Satz & Layout: Oleksandr Hudym, Berlin


Inhalt und Zielgruppe Wolfgang Rühle führte in den letzten drei Jahren seiner Mitgliedschaft in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 2007 – 2009, anfangs als Kirchvorsteher, mit kirchlichen Amtsträgern eine intensive Auseinandersetzung um eine Kirche, in der die gesamte Bibel als Gottes Wort gilt, nannte dies einen Kirchenkampf und dokumentierte ihn sorgfältig. In diesem Buch fasste er die Ergebnisse seines Kirchenkampfes zusammen und wendet sich damit an Landeskirchler, deren Glaube sich ebenfalls nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft gründet, die Jesus Christus ihren Herrn nennen und seinem Worte folgen wollen. Hier zwei Auszüge aus dem Buch. Der erste nennt die zentrale Frage, der zweite die Absicht des Autors: „Ist eine Landeskirche, in der sich die übergroße Mehrheit aller Mitglieder von der Bibel sowie dem schriftgemäßen Glauben, von der Gemeinschaft mit den Gläubigen sowie vom Gemeindeleben verabschiedet hat, bereits von Gott dahingegeben, oder ist sie noch reformierbar?“ „Diese Schrift soll helfen, Bibelgläubige, die noch Mitglied einer evangelischen Landeskirche Deutschlands sind, wach zu rütteln. Sie möchte ihnen Argumente und Anregungen dazu liefern, sich mit aller Konsequenz bei lebendigen „Vollkost-Gemeinden“ unter der Leitung von bibelfesten sowie bibeltreuen Hirten und Ältesten einzufinden, oder sich zu solchen zusammenzufinden. Möge Gott dazu helfen!“ 


Autor Wolfgang Friedrich Eberhard Rühle. Geboren 1954 in Bautzen als dritter Sohn des Gastwirts Siegfried Rühle (Sachse) und seiner Frau Meta, geb. Kuhrau (Ostpreußin), bald nach seiner Geburt traditionell in die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens „hineingetauft“. Humanistisch gebildetes, politisch aufgeklärtes und landeskirchlich liberales Elternhaus, unbeschwerte Kindheit und Jugend auf dem Lande, Christenlehre und Kinderglaube, atheistische Indoktrinierung in der sozialistischen Schule, aus der Kirche „herauskonfirmiert“. Baufacharbeiterlehre mit Abitur, den Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee als Soldat beendet, mit 19 zum Glauben an Jesus Christus zurück gefunden, zweieinhalb Jahre „Universität des Lebens“ als politisch Unangepasster, Fernstudium der Forstwirtschaft aufgrund der Delegierung durch einen katholischen Forstbetrieb bei gleichzeitiger Ausbildung in diesem Betrieb. Glücklich verheiratet, drei Söhne. Seit seinem 22. Lebensjahr bekennender Lutheraner, Bibelleser, Kirchgänger, Tagungsbesucher. Aktiv in verschiedenen kirchlichen Leitungsgremien auf Gemeinde- und Kirchenbezirksebene. Zu DDR-Zeiten als Revierförster im Dienste zweier katholischer Klöster in der östlichen Oberlausitz. An der politischen Wende in seinem Wohnort aktiv beteiligt. Nach der politischen Wende einige Stationen in der Forstverwaltung des Freistaates Sachsen. Seit 1998 an der Staatlichen Fortbildungsstätte des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, zunächst als Dozent und Trainer für Förster, seit 2004 Seminarbereichsleiter für forstliche Fortbildung, seit 2006 Seminarbereichsleiter für Forsten, Natur- und Bodenschutz. 2007 - 2009 geistliche Konfrontation mit landeskirchlichen Amtsträgern (sein Kirchenkampf), 2009 Austritt aus der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 2011 Eintritt in die Selbstständig Ev.-Luth. Kirche, Dreieinigkeitsgemeinde Dresden. 


Inhaltsverzeichnis Geleitwort von Dr. Bernhard Kaiser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Vorwort des Autors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 I.

Einf端hrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

II.

Der Abfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

III. Die Folgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 IV. Der Kirchenkampf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 V.

Die Trennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

VI. F端r und Wider . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 VII. Der Aufruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 6 Literaturempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 20 Anlagen zum Thema Kirchenkampf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81




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Zum Geleit Wolfgang Rühle, ein treuer Sohn und aktives Mitglied der Ev.-Luth. Kirche in Sachsen, musste in einem jahrelangen und schmerzvollen Prozess zu der Einsicht kommen: Diese Kirche ist eine falsche Kirche. Weil sie Gottes Wort, die Heilige Schrift, nicht mehr hören will, hat sie Gott verloren und Christus verleugnet. Kirchenglieder, die die Treue zu Schrift und Bekenntnis anmahnen, werden abgestoßen, weil sich sowohl der lokale Pfarrer als auch die Kirchenleitung dem pluralistischen Zeitgeist angepasst haben und mit dem politischen Mainstream schwimmen. Sie wollen die Kritik von Seiten der rechtmäßigen Glieder der Kirche nicht hören. Der Autor hat richtig beobachtet, dass es die sinnentleerende Interpretation der Bibel ist, die die Kirchen zu falschen Kirchen macht. Die biblischen Begriffe werden zwar beibehalten, so dass alles richtig und biblisch zu sein scheint. Davon lassen sich wohlmeinende Christen blenden, doch sie bemerken nicht, dass die Schultheologie den Wirklichkeitsbezug der Bibel längst aufgegeben hat. Die Bibel berichtet dieser Theologie zufolge nicht mehr Wahrheit und geschichtliche Wirklichkeit, sondern nur religiöse Vorstellungen und Deutungen. Mit anderen Worten, Christus ist nicht leibhaftig auferstanden, sondern er ist nur in den Glauben der Jünger hinein auferstanden, denen nach dem Tod Jesu in einem religiösen Erlebnis das Licht aufging, dass er auferstanden sei. Dann klingt es noch ganz fromm, die Auferstehung als Glaubenswahrheit auszugeben. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Rede von der Auferstehung so leer ist wie Bohnenstroh.




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Die praktische Konsequenz kann nur sein, einer Kirche, die an solchen irrigen Anschauungen festhält, Solidarität und Unterstützung zu versagen. Wer eine vom Wort Gottes abgefallene Kirche verlässt und sich zu einer Gemeinde hält, in der das Evangelium rein verkündet wird und die Sakramente recht verwaltet werden, hat sich mitnichten von Leib Christi getrennt, sondern beweist vielmehr seine Treue zu Christus. Die Tatsache, dass in den Großkirchen noch vereinzelt bibeltreue Pfarrer tätig sind, rechtfertigt weder den Abfall von Schrift und Bekenntnis bei der großen Mehrzahl noch das blinde Festhalten an einer Kirche, die angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung ein Auslaufmodell ist. Christen haben Besseres verdient: Kirche, die wieder für Schrift und Bekenntnis einsteht. Bernhard Kaiser Reiskirchen, Ostern 2013




Vorwort Alles was ich hier geschrieben habe, kann nur von denen verstanden werden, für welche die Bibel als von Gott geoffenbartes Wort der Maßstab für alles Denken, Glauben und Handeln ist. Wer diese Überzeugung nicht teilt und trotzdem weiter liest, kann zumindest erfahren, was einen bibeltreuen Christen im Blick auf die Landeskirche umtreibt. Liberale Landeskirchler werden sich darüber ärgern, Atheisten darüber lachen. Die bibelgläubigen Leser bitte ich, alles an den Schriften der Bibel zu prüfen, so wie es einst die Leute von Beröa mit der Verkündigung von Paulus und Silas machten (Apg 17,1012). Tun sie das, wird sie das Weitere nicht unberührt lassen! Meine geistliche Heimat ist die Lutherische Gemeinschaft in Bautzen, eine Gemeinschaft innerhalb der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. Durch die gute geistliche Pflege und Ernährung in dieser Gemeinschaft wurde ich zum bibellesenden Aktivmitglied der genannten Kirche. 33 Jahre lang durfte ich mich als Mitglied verschiedener Gemeinden und Leitungsgremien dieser Kirche kritisch und konstruktiv in das Gemeindeleben und die Organisation einbringen. In dem Maße, wie meine jeweiligen haupt- und ehrenamtlichen Mitstreiter gewahr wurden, dass für mich die Bibel als von Gott geoffenbartes Wort der absolute Maßstab ist, nahm ihre Annahme meines Einsatzes immer wieder ab. In den letzten drei Jahren verdichtete sich meine Auseinandersetzung mit den Amtsträgern der Landeskirche um eine Kirche, in der die gesamte Bibel als Gottes Wort gilt, zu einem regelrechten Kirchenkampf durch alle Instanzen. Am Ende dieses Kampfes hatte ich die schriftliche Bestätigung, dass alle landeskirchlichen Theologen, mit denen ich mich auseinander


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gesetzt habe, bis hin zur Kirchenleitung, von Gottes Wort und damit von Gott selbst abgefallen sind. Keiner von ihnen wollte sich von einem Laien etwas sagen lassen, der die Bibel in ihrem schlichten Wortsinn für Gottes unfehlbares Wort hält und damit in ihren Augen nur ein Vulgärtheologe ist. Wer meine Schriften einsehen möchte (Anlagen 1-20), kann feststellen, dass ich es dabei an Freundlichkeit und Sachlichkeit nicht fehlen ließ. Natürlich ließ ich es auch nicht an Entschlossenheit fehlen. Schließlich ging es ja nicht um meine Weisheit und Ehre, sondern um das Wort Gottes und SEINE Ehre. Bezogen auf die Lehre der Apostel bezeugte der Apostel Johannes in 1Jh 4,6: „Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ Keiner der von mir zur Rede gestellten Theologen tat Buße über die von ihm vertretenen unbiblischen Lehren. Gott hat sie offensichtlich in ihren verkehrten Sinn dahingegeben. Keiner der Gemeindevertreter und Kirchvorsteher, die mit mir ihr Amt ausübten, war willens und fähig, mich im Kirchenkampf zu unterstützen oder sich wenigstens konsequent auf meine Seite zu stellen. So erfuhr ich schmerzhaft wie es in einer Gemeinde ist, deren Leiter an sich selbst Genüge haben und die Jesus Christus draußen vor der Tür stehen und vergeblich anklopfen lassen (Offb 3,14-22). Es ist meiner Meinung nach eine einseitige Schriftauslegung, in dem Sendschreiben Christi an die Gemeinde in Laodizea die Tür, vor welcher der Herr steht und anklopft, nur als die „Herzenstür“ eines von IHM angesprochenen Menschen zu verstehen. Meine „Herzenstür“ war schon seit meiner Bekehrung offen, aber das Öffnen der „Kirchentür“ für Christus und sein Wort wurde weder anderen noch mir gegeben, auch nicht unter inbrünstigem Gebet. Schließlich gelangte

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Vorwort

ich zu der Einsicht, dass ich aus dieser Kirche rausgehen muss, wenn ich bei meinem Herrn und Heiland Jesus Christus sein will. Im Frühjahr 2009 trat ich im Alter von 55 Jahren aus der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens aus und wurde mit Beginn des Jahres 2011 Mitglied der Selbstständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK), Dreieinigkeitsgemeinde Dresden. Nun könnte man meinen, hatte meine Seele Ruh´. Dem ist nicht so! Die Gedanken an die mir nahe stehenden Glaubensgeschwister, welche in der Landeskirche verharren, immer noch auf Besserung hoffend, lassen mich nicht zur Ruhe kommen. Bei den gläubigen Kirchenmitgliedern ist hinsichtlich ihrer ungläubigen Pfarrer und verweltlichten Gemeindeveranstaltungen eine Abstimmung mit den Füßen deutlich wahrnehmbar. Trotzdem halten sie formal an ihrer Kirchenmitgliedschaft fest. Die Motive dafür erscheinen mir sehr unterschiedlich: Treue, Leidensbereitschaft, Harmoniebestreben, Kompromissbereitschaft, Gewöhnung, Bequemlichkeit, Ängstlichkeit, Unsicherheit, Resignation u.a.m. Dieses Verharren bleibt nicht ohne Folgen. Die ihrer ursprünglichen Bestimmung nach geistlichen Zusatzveranstaltungen, wie Gemeinschafts- und Bibelstunden, wurden für sehr viele landeskirchlich gebundene Pietisten zu Gottesdienst-Ersatzveranstaltungen. Vielfach werden diese von geistlich unterschiedlich geprägten Gastrednern bestritten. In der Regel finden sie am Abend statt, wo das menschliche Aufnahmevermögen bei vielen schon nachgelassen hat. Nicht wenige frustrierte Kirchenmitglieder zogen sich in familiäre Hauskreise zurück. Das Heilige Abendmahl unterliegt sehr oft einem unseligen Fasten. Für froh machende Gottesdienste zu familiären Anlässen, müssen sich bibeltreue Kirchenmitglieder einen gläubigen Pfarrer suchen. Die geistliche „Zusatzernährung“ besteht aus ebenfalls recht unterschiedlich geprägten evangelikalen Schriften. Vervollständigt wird diese Notversorgung durch die Teilnahme an 11


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bibelorientierten Tagungen oder Rüstzeiten, wo sich das geistliche Aufleben trainieren lässt. Nach jedem Kurzaufenthalt in einer geistlichen, meist ferngelegenen Oase geht es dann wieder für lange Zeit zurück in die geistliche Steppe oder Wüste. Gläubige Kirchenmitglieder sind wie Schafe, die keinen Hirten haben. In der Bekenntnis-Orientierung gibt es keine klare Linie, persönliche Seelsorge ist nahezu unbekannt. Bei den Älteren nimmt bewusst oder unbewusst der Frust zu, ihre Kinder und Kindeskinder fallen nach und nach vom Glauben ab. Auf der anderen Seite finden junge, bibeltreu ausgebildete und reformatorisch bekennende Theologen, für die in den Landeskirchen kein Platz ist, für ihre Anstellung innerhalb Deutschlands so gut wie keine freie Gemeinde. Das mit anzusehen, tut mir in der Seele weh! Diese Schrift soll helfen, Bibelgläubige, die noch Mitglied einer evangelischen Landeskirche Deutschlands sind, wach zu rütteln. Sie möchte ihnen Argumente und Anregungen dazu liefern, sich mit aller Konsequenz bei lebendigen „Vollkost-Gemeinden“ unter der Leitung von bibelfesten sowie bibeltreuen Hirten und Ältesten einzufinden, oder sich zu solchen zusammenzufinden. Möge Gott dazu helfen! Allen, die mich beim Schreiben beraten haben, möchte ich an dieser Stelle von Herzen danken! Wolfgang Rühle Malter, August bis November 2012

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I. Einführung Schon seit längerem erhitzen sich die Gemüter bibelgläubiger Mitglieder der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, die mit den geistlichen Verhältnissen in ihrer Kirche unzufrieden sind, an der Frage, ob oder wie lange man dieser Kirche noch die Treue halten kann. Ganz sicher steht diese Frage auch in anderen evangelischen Landeskirchen Deutschlands. Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen stößt man auf die nächste, alles entscheidende Frage: Ist eine Landeskirche, in der sich die übergroße Mehrheit aller Mitglieder von der Bibel sowie dem schriftgemäßen Glauben, von der Gemeinschaft mit den Gläubigen sowie vom Gemeindeleben verabschiedet hat, bereits von Gott dahingegeben, oder ist sie noch reformierbar? Für die soeben getroffene, ungeheure Aussage bezogen auf die übergroße Mehrheit aller Kirchenmitglieder der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens verbürge ich mich als langjähriges Mitglied in fünf verschiedenen Gemeinden innerhalb vier verschiedener Kirchenbezirke und als Mitarbeiter in fünf verschiedenen Leitungsgremien dieser Kirche. Meine Aussage ist weder die polemische Behauptung eines Außenstehenden, noch die hochmütige Verurteilung der unwissenden und ungläubigen Kirchenmitglieder, sondern nur eine ungeschminkte Feststellung der landeskirchlichen Wirklichkeit. Mit dieser Schrift versuche ich deutlich zu machen, dass die Ev.Luth. Landeskirche Sachsens, hinsichtlich ihrer Stellung zu Gottes Wort und Willen nicht reformierbar, also offensichtlich von Gott dahingegeben ist. Wohlgemerkt nicht die wenigen Ausnahmen unter Hirten, Ältesten und Gemeinden, auch nicht das einfache Kirchenmitglied, sondern das System Landeskirche. Soweit ich es 13


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überblicke, teilt die sächsische Landeskirche damit das Schicksal der anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ich benenne die entscheidenden Irrlehren der in allen evangelischen Landeskirchen Deutschlands vorherrschenden Theologie und beschreibe die gegenwärtige allgemeine Situation der Landeskirchen als Folge dieser Irrlehren. Wegen der zulässigen Vergleichbarkeit ist im nächsten Kapitel nur von der Landeskirche die Rede. Menschen, die Jesus Christus nachfolgen wollen, sollen erkennen, dass es an der Zeit ist, sich aktiv und konsequent von einer Organisation zu trennen, die schon lange nicht mehr den Leib Christi repräsentiert. Weil diese Erkenntnis aber viele Hürden zu überwinden hat, nehmen in dieser Schrift die immer wieder genannten Begründungen für den Verbleib in der Landeskirche großen Raum ein. Ich stelle sie mit geistlichen Argumenten in Frage und ermahne dazu, sie noch einmal mit Gottes Hilfe zu überdenken.

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II. Der Abfall Die Tatsache, dass die übergroße Mehrheit aller Mitglieder der Landeskirche im biblischen Sinne ungläubig ist, findet noch eine böse Steigerung. Die landeskirchlichen Hirten und Ältesten sind fast alle vom biblischen Glauben abgefallen oder, was eher zutreffen wird, nie zu ihm bekehrt worden. Mit Hirten und Ältesten sollen hier folgende Personen und Ämter gemeint sein: Bischof, Kirchenräte, Synodale, Pröpste, Superintendenten, Pfarrer/Pastoren, Prediger/ Prädikanten, Gemeindepädagogen, Dozenten, Lehrer, Seelsorger, Diakone, Kirchvorsteher/Gemeindekirchen-räte/Presbyter usw., also alle haupt- und ehrenamtlichen Führer und Helfer einer evangelischen Landeskirche in Deutschland. Fast alle sind sie im biblischen Sinne ungläubig, das heißt sie haben Gottes Wort zu Menschenwort und die menschliche Vernunft zu ihrem Gott gemacht. Mit ihrer Unbelehrbarkeit und Unbußfertigkeit beweisen sie, dass Gott sie in ihren verkehrten Sinn dahingegeben hat. Auch für diese Aussage verbürge ich mich mit meinen über dreißig Jahre lang aktiv gesammelten Kenntnissen und Erfahrungen in einer solchen Landeskirche. Bis auf sehr wenige Ausnahmen lassen sich die landeskirchlichen Theologen und Pfarrer im Wesentlichen nach vier Grundtypen unterscheiden. Grundtypen landeskirchlicher Theologen und Pfarrer: 1. Irrlehrer im besonderen Dienst des Teufels; der Herr Jesus nennt sie „Wölfe im Schafspelz“ (Mt 7,15ff): 15


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Damit sind die führenden liberalen Theologen der Landeskirchen gemeint, die mit ihren eigenen Lehren sowie denen ihrer Vorgänger den Mitarbeiter-Nachwuchs prägen und darauf achten, dass kein anderer eingestellt wird. Sie filtern die Schriften der Bibel mit ihrer Vernunft, deuten Gottes Wort um, kürzen und entkräften es nach ihrem Gutdünken. Als falsche Propheten verkündigen sie aus einem anderen Geist einen anderen Jesus und ein anderes Evangelium (2Ko 11, 4). Selbstverständlich meinen sie damit, Gott zu dienen. Ihre geistliche Beurteilung erhielten sie von Jesus Christus nach Lk 11,52: „Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt auch denen gewehrt, die hinein wollten.“ 2. Gutmenschen, die sich für ein reichhaltiges Gemeindeleben im religiösen Gewand aufreiben; der Apostel Paulus nennt sie „Eiferer für Gott, aber ohne Einsicht“ (Rö 10,2-4): Bei ihnen handelt es sich um humanistisch gebildete, idealistisch gesinnte und kulturvolle Aktivisten, im aufopfernden Einsatz um Frieden in der Welt, irdische Gerechtigkeit sowie Natur- und Umweltschutz und für die Pflege des kulturellen Erbes der Menschheit. Sie leisten ihren Einsatz für ein besseres Leben und eine schönere Zukunft und meinen damit auch, Gott zu dienen. Ihre Ausrichtung ist aber ganz und gar diesseitig. Dabei ist in ihrem Streben Jesus Christus das größte Vorbild. Sie arbeiten aus eigener Kraft, bis hin zum Burnout, dem Gemütsabsturz in die Depression. Ihre Hilfe suche sie dann bei Psychologen. Ihre geistliche Beurteilung erhielten sie durch den Apostel Paulus im 1Ko 15,19: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“

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II. Der Abfall

3. Verwalter der kirchlichen Vermögenswerte und Traditionen, fleißig und gewissenhaft wie Martha, die Schwester von Maria und Lazarus (Lk 10,38-42): Die Vertreter dieses Grundtyps sind ebenfalls aufopfernd aktiv. Wofür sie Verantwortung übertragen bekommen haben, setzen sie sich bis zur Erschöpfung ein. Ihre Aufgabenschwerpunkte sehen sie in der Führung, manchmal auch Gängelung, der hauptamtlichen Mitarbeiter, in der Gebäudebewirtschaftung, in der Friedhofsbewirtschaftung, in der Finanzbuchhaltung, in der Auftragsvergabe und Materialbeschaffung, in der Leitung von Vorstands- und Ausschusssitzungen, in der Organisation von Konzerten und Kulturveranstaltungen und dergleichen mehr. Für die ausreichende Predigtvorbereitung und Gemeindeseelsorge finden sie kaum Zeit. Die Sorge um den gut funktionierenden Kirchenbetrieb ist ihr Gottesdienst und bringt sie gelegentlich um den gesunden Schlaf. Auch sie arbeiten vielfach bis zum Ausgebrannt Sein. Und auch sie suchen dann ihre Hilfe bei einem Psychologen. Ihre geistliche Beurteilung erhielten sie durch den Apostel Petrus im 2Pe 2,17: „Das sind Brunnen ohne Wasser und Wolken, vom Windwirbel umhergetrieben, ihr Los ist die dunkelste Finsternis.“ 4. Intellektuelle ohne ausgeprägter Dienstgesinnung, die einen sicheren Job gefunden haben; der Herr Jesus nennt sie „Mietlinge“ (Jh10,12f): Sie lassen sich beschreiben als leidenschaftslose und auf sich bezogene Arbeitnehmer, die mehr auf ihre tarifliche Freizeit ausgerichtet sind, in der sie ihre Hobbys pflegen und eventuell auch ihren Süchten frönen. Gleichzeitig sind sie auf ihre finanziellen Bezüge orientiert und wissen immer, was ihnen zusteht und was man ihnen vorenthält. Während ihrer „Dienstzeit“ machen sie sich keinen Stress. Ihre Überzeugungen haben sie der herrschenden Kirchen17


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meinung angepasst, so wie diese sich dem Zeitgeist angepasst hat. Ihre Gottesdienste arbeiten sie ab nach den Vorgaben ihrer übergeordneten Dienststellen. Kommen viele, ergibt sich daraus für sie keine besondere Gelegenheit, sie kriegen ja auch nicht mehr Gehalt dafür. Kommen wenige, können sie damit leben, ihr Gehalt ist ja auch nicht so hoch. Kommt niemand, können sie es auch nicht ändern, ihr Gehalt ist ihnen trotzdem sicher. Im Unterschied zu den Vorgenannten haben sie es schwerer, der Gemeinde ihre Wichtigkeit zu beweisen. Die besten Gelegenheiten dazu finden sie immer noch bei den kirchlichen Trauerveranstaltungen. Ihre geistliche Beurteilung erhielten sie durch den Apostel Petrus im 2Pe 2,2b-3: „um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit erdichteten Worten zu gewinnen suchen. Das Gericht über sie bereitet sich seit langem vor, und ihr Verderben schläft nicht.“ In der landeskirchlichen Wirklichkeit kommen diese vier Grundtypen natürlich in den verschiedensten Mischungen vor. Ihre Arbeit ist nicht „für die Katz´“, sondern, im biblischen Sinne, für den Wolf, der die Schafe frisst. Ihre schlechten Früchte weisen sie aus als des Teufels Mitarbeiter auf dem Erntefeld der Religionen. Unter Hirten, Ältesten und Mitgliedern der Landeskirche überwiegen hinsichtlich der Bibel als dem unfehlbaren Wort Gottes Unglaube und Ungehorsam. Dabei ist der allgemeine Unglaube nicht die Ursache für den Unglauben der kirchlichen Führer, sondern deren Folge. Wie konnte es soweit kommen? Gott wäre es doch ein Leichtes, die Situation zu ändern. Warum ließ ER solchen Abfall zu? Darauf weiß ich im letzten Grunde keine andere Antwort als 2Th 2,9-12: „Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil 18


II. Der Abfall

sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, so dass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.“ Unumstößlich steht es fest, dass der dreieinige Gott den Glauben und alle sich daraus ergebenden Segnungen nur über die schriftgemäße Verkündigung seines biblischen Wortes bewirkt (Rö 10,14-21). Damit beauftragt er von ihm wiedergeborene Menschen in von ihm gestifteten Ämtern, also Hirten und Älteste. Kann denn also Gott in der Landeskirche kaum noch etwas ausrichten, weil er dort nicht mehr über genügend gute Hirten und Älteste verfügt? So würde nur der Unglaube fragen. Denn Gott kann sich jederzeit und unter allen Umständen genügend fähige Mitarbeiter für die Arbeit in seinem Weinberg zurüsten. Tatsache ist jedoch, dass ER dies schon seit Jahrzehnten in keiner einzigen landeskirchlichen oder landeskirchlich anerkannten Ausbildungsstätte mehr geschehen lässt! Auch studentische Selbsthilfegruppen, wie z.B. der „Theokreis“ an der theologischen Fakultät der Universität in Leipzig, können diesen Umstand nicht ausgleichen. Die bibelkritische und damit gottlose Ausbildung der landeskirchlichen Theologen beweist, dass hier nicht nur etwas aus dem Ruder gelaufen ist, sondern dass Gott mit seinen Führern das ganze System Landeskirche dahingegeben hat. Die Organisation Landeskirche war zwar noch nie gleichzusetzen mit dem Leib Christi auf Erden. Trotzdem gab es Zeiten, in welchen sie von vielen Gliedern des Leibes Christi auf Erden repräsentiert wurde. Diese segensreichen Zeiten gingen in dem Maße vorbei, wie sich die führenden landeskirchlichen Theologen nicht mehr Christus und seinem biblischen Wort unterordneten. Die wenigen bibelgläubigen Hirten, Älteste und Ge19


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meindemitglieder werden im gesamtkirchlichen Kanon nicht mehr gehört. Führende und irregeführte Theologen der Landeskirche vertreten im Wesentlichen folgende Irrlehren, die der Bibel und den reformatorischen Bekenntnisschriften widersprechen: 1. Es gilt nicht die Schrift allein, also nur die Bibel als gottgegebene Norm und Maßstab für alle kirchliche Lehre und als Autorität, durch die Gott wahren Glauben schafft und seine Kirche baut, sondern über ihr die Kompetenz der auf die historisch-kritische Methode geprägten Theologen. 2. Es gilt nicht der schriftgemäße Christus allein, also seine Vergebung und Gerechtigkeit, sondern ein humanistischer Jesus ist nur ein Weg, eine Wahrheit und ein Lebensangebot im Kanon der Weltreligionen. 3. Es gilt nicht der schriftgemäße Glaube allein, sondern hauptsächlich die kirchliche Taufe, die Zahlung von Kirchensteuer und Kirchgeld und am Ende ein kirchliches Begräbnis. 4. Es gilt nicht die schriftgemäße Gnade allein, sondern viel mehr Einsatz und Verdienst um die irdische Gerechtigkeit, den Frieden in der Welt und die Bewahrung der nur noch so genannten Schöpfung. 5. Es geht nicht allein um die Ehre Gottes, sondern zuerst um das Wohl des Menschen.

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II. Der Abfall

6. Es geht nicht um den schriftgemäßen Ruf zur Buße (Mt 4, 17; Apg 3, 19), also zur Umkehr der Herzensgesinnung von gottloser Selbstbestimmung zur Annahme Jesu Christi als persönlichen Herrn und Heiland, sondern um die Versicherung von Gottes allumfassender Liebe. 7. Es geht nicht um die schriftgemäße Nachfolge Jesu und Hingabe (Mk 8, 34-37), also um Kreuztragen und Selbstverleugnung, sondern um Selbstfindung und Selbstverwirklichung mit kirchlicher Umrahmung. 8. Es geht nicht um die schriftgemäße Errettung aus dem kommenden Gericht Gottes über alle unbußfertigen Menschen (Rö 2, 5) und das ewige Leben im Reiche des dreieinigen Gottes (Rö 6, 23), sondern um ein ehrbares, angenehmes und gelingendes Leben in der Welt. Die erstgenannte Irrlehre ist der Ausgangspunkt für alle anderen, die nicht jeder liberale Theologe gleichermaßen zu vertreten braucht. Letzteres macht den Schaden aber nicht geringer, da nach dem Zeugnis der Bibel jede einzelne dieser Irrlehren ausreicht, Menschen den Weg in den Himmel zu verbauen. Die schriftübergreifende Auslegung der Bibel mit der Bibel gilt den meisten liberalen Theologen als intellektuell unredlich. Grundlegende biblische Befunde, die von der liberalen Theologie geleugnet werden: 1. die historische Wahrheit der vollkommenen und sündfreien Schöpfung von Raum, Zeit und Alter, von Himmel und Erde, von allen Lebewesen in ihrer Art und von dem ersten Menschenpaar, 21


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genannt Adam und Eva (alles war sehr gut und ohne Not und Tod) 2. die historische Wahrheit des Sündenfalles von Adam und Eva im Garten Eden (Paradies, nur ein Verbot, Verführung durch die Schlange, Ungehorsam, Vertreibung) 3. die Realität des geistlichen Todes, dem Adam und Eva mit ihrer ersten Sünde verfielen, und dem jeder ihrer Nachkommen von seiner Zeugung an unterworfen ist (Erbsünde) 4. die Realität der durch den Sündenfall von Adam und Eva verursachten Gefallenheit der gesamten Schöpfung (Welt) in Vergänglichkeit, Ängste, Leiden und leiblichen Tod (die Erde als Herrschaftsgebiet des Teufels, der Tod als Widerspruch zum Leben) 5. die sich daraus ergebende Erlösungs-Bedürftigkeit sowie Selbsterlösungs-Unfähigkeit von Mensch und Schöpfung (Römerbrief) Die Frage Martin Luthers nach einem gnädigen Gott wurde in der Landeskirche umgekehrt zur Frage, wie Gott heute noch von den Menschen freundlich anerkannt werden könnte. Aus allen genannten Gründen ist in den nächsten drei Kapiteln nur von der abgefallenen Kirche die Rede.

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III. Die Folgen Jesus Christus spricht zum Abschluss seiner Bergpredigt nach Mt 5-7 in Kapitel 7,15f: „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ Die allgemeinen praktischen Folgen der genannten Irrlehren werden sehr gut sichtbar, wenn man die Situation der abgefallenen Kirche mit einem grundlegenden Bestandteil ihrer Verfassung vergleicht. Die Augsburger Konfession von 1530, auch Augsburger Bekenntnis (A.B.) oder Confessio Augustana (CA, so im Weiteren) genannt. Artikel 7 CA definiert den Begriff Kirche so: Von der Kirche Es wird auch gelehrt, dass allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muss, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden (Hervorhebungen durch WR). Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. […] Diese Definition wird von allen evangelischen Landeskirchen in Deutschland anerkannt und ist deshalb auch samt den anderen zeitlosen Artikeln der CA in jedem neueren evangelischen Gesangbuch (allgemeine Quellenangabe) abgedruckt. Sie soll nach dem Willen 23


Landeskirche ohne Gott Auszug