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EinzelverĂśffentlichungen zur Medizingeschichte, ((S. 2 - vacat)) Bd. 7 bei der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. Herausgegeben von Kristina HĂźbener

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Bernd Maether

Das Vivantes Klinikum Kaulsdorf Vom Arbeiterwohnlager zum modernen Krankenhaus 75 Jahre Krankenhaus Kaulsdorf

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2017 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebra-wissenschaft.de Lektorat: Matthias Zimmermann, Berlin Redaktion der Reihe: Kristina Hübener, Berlin Umschlag: hawemannundmosch, Berlin Satzbild: Friedrich, Berlin Schrift: 10,5pt, Linux Libertine ˇ Druck und Bindung: Finidr, Ceský Tešín ˇ ISBN 978-3-95410-202-0

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Inhalt

Grußwort Dagmar Pohle Bezirksbürgermeisterin in Berlin Marzahn-Hellersdorf­

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Vorwort Dr. Andrea Grebe Vorsitzende der Geschäftsführung der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

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Das Vivantes Klinikum Kaulsdorf 1939 bis 1945 – Arbeiterwohnlager und Krankenhaus

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Von einer landwirtschaftlichen Nutzfläche zum Arbeiterwohnlager

11

Erste Planungen für ein Arbeiterwohnlager (1939)

des Generalbauinspektors (GBI)

12

Vom Arbeiterwohnlager zum Krankenhaus des GBI (1941 bis 1943)

19

Ausbau des Krankenhauses und Kriegszerstörungen (1943 bis 1945)

26

1945 bis 1989 – das Städtische Krankenhaus Kaulsdorf

00

Der schwierige Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg –

Aufbau des Gesundheitswesens (1945 bis 1949)

Der Aufbau des Städtischen Krankenhauses Kaulsdorf nach 1946

39 41

Die Entwicklungen in den ersten Jahren nach der Gründung der DDR 1949 53 Neue Abteilungen des Krankenhauses

54

Gesundheitspolitische Orientierungen der 1950 er Jahre

56

Erweiterung der ambulanten Betreuung im Krankenhaus Kaulsdorf

60

Die Rolle des Gesundheits- und Sozialwesens in den 1960 er Jahren

71

Strategische Neuorientierungen der 1970 er Jahre

80

Neue gesundheitspolitische Aufgaben nach

der Bildung des Stadtbezirks Marzahn 1979

Das Krankenhaus Kaulsdorf in den 1980 er Jahren bis zur Wende Die komplexe Rekonstruktion ab 1986

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Inhalt

1989 bis zur Gegenwart – der Weg zum Vivantes Klinikum Kaulsdorf Nach der Wende – Anpassung, Umgestaltung und Neuplanungen

00 109

Die Fusion des Krankenhauses Kaulsdorf und des

Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses zum Krankenhaus Hellersdorf

123

Strukturveränderungen und Standortkonzentration

127

Klinikum Hellersdorf im Vivantes-Konzern

132

Ein moderner Klinikstandort entwickelt sich

143

Die Zukunft hat begonnen

149

Nachwort

182

Anhang Abkürzungsverzeichnis 185 Anmerkungen 188 Chronologischer Überblick

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Das leitende Personal

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Abbildungsnachweis 208 Der Autor

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Grußwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, mit der vorliegenden Publikation wird deutlich, welchen Stellenwert das Krankenhaus Kaulsdorf in all den Jahren seit seiner Errichtung für die medizinische Versorgung im Nordosten Berlins hatte und hat. Während es in den ersten Jahrzehnten vor allem der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner von Kaulsdorf, Mahlsdorf und Biesdorf diente, gewann es mit dem Bau der Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf zunehmende Bedeutung für die Region. Immer bedurfte es des besonderen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass die baulichen Veränderungen und Ausstattungen mit dem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung Schritt halten konnten. Mit der politischen Wende 1989/90 und der Wiedervereinigung von Berlin wuchs die Erwartung an grundlegende Verbesserungen am Standort. Vieles hat sich seither getan und die Planungen für den Standort lassen eine weitere Stärkung im geriatrischen Bereich erwarten. Mit dem Neubau für die Psychiatrie am Standort Myslowitzer Straße wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Somatik und Psychiatrie enger zusammenrücken konnten und die gemeindenahe psychiatrische Versorgung wesentlich bessere räumliche Bedingungen erhielt. Und dass mehr als die Hälfte aller neugeborenen Kinder im Bezirk Marzahn-Hellersdorf an der Myslowitzer Straße das Licht der Welt erblicken, trägt auch zur Identifikation mit dem Standort bei. Für Marzahn-Hellersdorf ist das Krankenhaus Kaulsdorf unverzichtbar als Gesundheitsstandort und -angebot in der Region und es kann sich der Unterstützung des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung gewiss sein. Mit viel Sympathie habe ich in den letzten Jahren die Aufarbeitung der Geschichte des Krankenhauses verfolgt. Damit konnte und kann ein wichtiger Beitrag zur Regionalgeschichte geleistet werden. Dass dieses Engagement mit einer neuen erweiterten Publikation gekrönt werden kann, ist den Vielen, die an der Erarbeitung des historischen Abrisses in unterschiedlicher Art und Weise beteiligt waren, zu danken. Ich wünsche der Publikation viele interessierte Leserinnen und Leser! Dagmar Pohle Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin für Stadtentwicklung, Gesundheit, Personal und Finanzen Im Bezirk Berlin Marzahn-Hellersdorf Berlin, im August 2017 | 23 7

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Vorwort

Das Vivantes Klinikum Kaulsdorf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Standort für eine wohnortnahe Versorgung im wachsenden Bezirk Marzahn-Hellersdorf entwickelt. Mit der Konzentration aller Kliniken und Fachbereiche am Standort Myslowitzer Straße bietet das Klinikum Kaulsdorf qualitativ hochwertige Medizin und Pflege mit den Schwerpunkten Innere Medizin (Kardiologie, Gastroenterologie, Diabe­ tologie und Geriatrie), Viszeralchirurgie und Orthopädie. Weitere Schwerpunkte sind Altersmedizin und Psychiatrie, diese mit besonderem Augenmerk auf die Gerontopsychiatrie und die Suchtmedizin. Die Fachbereiche Gynäkologie, Geburtsmedizin, Anästhesie mit Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie die Radiologie runden das medizinische Spektrum ab. Das Klinikum steht mit seiner Rettungsstelle rund um die Uhr zur Verfügung, ist Standort eines Rettungswagens, besetzt das Notarzteinsatzfahrzeug der Berliner Feuerwehr an der Wache Lichtenberg und verfügt über zahlreiche medizinische Großgeräte, u. a. ein neu eingerichtetes Herzkatheterlabor. Rund 36.000 Patientinnen und Patienten werden pro Jahr behandelt, mehr als 1.100 Babys erblicken hier das Licht der Welt. Für besondere Notfälle verfügt das Klinikum Kaulsdorf seit 2014 sogar über eine Babywiege, die erste und einzige im Ostteil Berlins. Auch für die medizinische Versorgung von Geflüchteten standen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kaulsdorf bereit, als sie gebraucht wurden. Von April 2016 bis März 2017 waren sie mobil in mehreren Notunterkünften und seit Juni 2016 sind sie im Medpunkt der Flüchtlingsunterkunft in der Bitterfelder Straße im Einsatz. Dafür meinen besonderen Dank! Das Krankenhaus selbst hatte 1942 in Kriegszeiten keinen leichten Start. Kaum eröffnet wurde es 1944/45 bei Luftangriffen schwer beschädigt. 1945 begann der schrittweise Wiederaufbau. Zwischenzeitlich wurde im Krankenhaus nach dem Krieg auch noch eine Babybadeanstalt eingerichtet. Auch der frühere zweite Standort am Brebacher Weg hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zur Aufarbeitung der Geschichte der Anstalt Wuhlgarten fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen, die eine »Geschichte der Anstalt Wuhlgarten 1933 – 1945« erarbeiteten. Heute erinnern dort Stelen an die Morde und Verbrechen, die während der Nazi-Zeit an psychiatrischen Patientinnen und Patienten begangen wurden. Nach der Wende wurde zunächst eine Schließung, dann eine Privatisierung des Krankenhauses in Erwägung gezogen. Nach der Gründung des Vivantes-Konzern im Jahre 2001 stoppte der Senat von Berlin 2003 die umfangreichen Neubaupläne für das Klinikum. Erst 2008 beschloss der Aufsichtsrat, in zwei Stufen einen Neubau zu errichten. Die somatischen 8

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Vorwort

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Bereiche wurden im Sommer 2008 am Standort Myslowitzer Straße konzentriert, anschließend begann dort das Neubauprojekt. 2015 konnte der Neubau von der Psychiatrie bezogen werden, die bis dahin noch in Altbauten am Brebacher Weg untergebracht war. Damit waren zur feierlichen Eröffnung des Wilhelm-Griesinger-Hauses im Februar 2016 alle Kliniken am Standort Myslowitzer Straße konzentriert. Vivantes hat hier aus voller Überzeugung in eine deutliche Verbesserung der Behandlungsqualität vor allem der stationären psychiatrischen Patientinnen und Patienten investiert. Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik versorgt pro Jahr etwa 3.000 Menschen stationär, teilstationär und ambulant. Mit dem Neubau erfolgte eine Anpassung an moderne Standards im Hinblick auf Arbeitsabläufe, Arbeitsumfeld und Unterbringung. So konnte beispielsweise auch eine Liaison-Station der Geriatrie und der Gerontopsychiatrie eingerichtet werden. Auch grundsätzlich stellt die Nähe und Vernetzung mit den somatischen Kliniken am Standort einen qualitativen Vorteil dar. Mit Blick auf die demografische Entwicklung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf war es eine gute Entscheidung, in Kaulsdorf auf eine kommunale Versorgung mit den Schwerpunkten Altersmedizin und Psychiatrie zu setzen. Der Versorgungsbedarf älterer und hochbetagter Menschen wird auch in Zukunft weiter steigen. Und last but not least erhielt das Haus nach einer Phase unter dem Namen »Klinikum Hellersdorf« Anfang 2016 seinen ursprünglichen Namen zurück und heißt jetzt wieder »Klinikum Kaulsdorf«. Ich wünsche dem »Kauli« weiterhin eine so positive Entwicklung und danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass sie das Haus mit ihrer Expertise und ihrem Engagement auf einen so guten Weg in die Zukunft gebracht haben. Dr. Andrea Grebe Vorsitzende der Geschäftsführung der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH Berlin, August 2017

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Das Vivantes Klinikum Kaulsdorf

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1939 bis 1945 – Arbeiterwohnlager und Krankenhaus

Von einer landwirtschaftlichen Nutzfläche zum Arbeiterwohnlager

Der im Hochmittelalter aus einer slawischen Siedlung hervorgegangene Ort Kaulsdorf erlebte das Schicksal vieler märkischer Dörfer im Berliner Speckgürtel. Im Dreißigjährigen Krieg dem Erdboden gleich gemacht, war er lange ländlich geprägt, ehe er in den Raum von Groß-Berlin hineinwuchs. Im 18. Jahrhundert lag das Barnimdorf weit vor den Toren der preußischen Residenzstadt Berlin. Das Gelände des heutigen »Vivantes Klinikums Kaulsdorf« war zur damaligen Zeit noch als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen. Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb der Maurer-

Ausschnitt aus dem Ansichtsplan des Arbeiterwohnlagers, 1941. Messtischblatt, 1910.

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Historische Anschichtskarte von Kaulsdorf-Süd, um 1910.

Das Klinikum Kaulsdorf

und Ziegeleimeister Johann Wilhelm Beyer auf dieser Feldflur eine Ziegelei.1 Der Kriegskommissar Christian Gottlieb Dehne beantragte gegen den Widerstand der Kaulsdorfer Bauern die Neuaufteilung der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die sogenannte Separation2. Bis 1813 war sie abgeschlossen. Dabei erhielt der Freigutbesitzer3 Johann Gottfried Geest das Gelände in Alt Kaulsdorf 1 –11 und betrieb dort gleichfalls eine Ziegelei. Diese bestand noch 1876, mittlerweile unter dem neuen Besitzer Karl Adolf Landré, einem Weißbierbrauereibesitzer aus Berlin-Friedrichshain. Zwischen der Eisenbahnstrecke (Ostbahn) und der Straße Alt-Kaulsdorf sowie zwischen dem alten Ortsteil östlich der Friedrichstraße, die 1933 in Myslowitzer Straße umbenannt wurde, und der Mahlsdorfer Ortsgrenze befand sich Ende des 19. Jahrhunderts noch ein riesiges freies Gelände. Der lehmige Grund und Boden wurde nur von einem Weg, dem sogenannten Wasserstrang, durchzogen. Das gesamte Gelände war Eigentum des Kaulsdorfer Freigutes.4 Nachdem um 1900 auf der Feldmark von Lichtenberg viele Industriebetriebe angesiedelt worden waren, entstanden auch in Kaulsdorf Siedlungen. Zahlreiche Bauern verkauften in jener Zeit ihre landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen, die dann für die Errichtung von Wohnbauten zur Verfügung standen. Das Gelände des heutigen Vivantes Klinikums Kaulsdorf gehörte zu jener Zeit dem Gutsbesitzer Eugen Voigt. Trotz vielfältiger Planungen wurde sein Land zunächst nicht bebaut, sondern verpachtet und durch den Anbau von Getreide, vor allem Roggen und Gerste, landwirtschaftlich genutzt. Am 1. Oktober 1920 kam Kaulsdorf, mit vielen anderen Gemeinden5, zur einheitlichen Stadtgemeinde von Groß-Berlin.6 Erste Planungen für ein Arbeiterwohnlager (1939) des Generalbauinspektors (GBI)

Auf dem Gebiet des heutigen Bezirkes Marzahn-Hellersdorf entstanden unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 begann, eine ganze Anzahl von Lagern für kriegsgefangene ausländische Arbeitskräfte. Dazu waren verschiedene Bestimmungen herausgegeben worden. Für den Generalbauinspektor (GBI) Berlin errichtete die »Organisation Todt« 1939 u. a. eine Fremdarbeiterunterkunft auf dem Gelände zwischen Alt-Kaulsdorf (Nr. 71 bis 87), Myslowitzer Straße und Münsterberger Weg.7 Darüber hinaus entstanden sieben weitere Lager im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die »Organisation Todt« (Kurzzeichen OT) entwickelte sich im Frühjahr 1938 aus der für den Bau der Reichsautobahn geschaffenen Gruppe von Einsatzkräften. Sie wurde nach dem Generalinspekteur für das Straßenwesen, Dr. Fritz Todt, benannt. Es war eine Bauorganisation für militärische Anlagen, die sowohl in Deutschland als auch in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten kriegswichtige Bauvorhaben durchführte. Die OT war straff hierarchisch organisiert. Nach Ernennung Todts zum Reichsminister 12

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für Bewaffnung und Munition im Jahr 1940 erhielt die OT als zentrale Verwaltungsstelle eine Amtsgruppe im neuen Ministerium. Bereits 1936 wurde am Wiesenburger Weg in Marzahn ein Zwangslager für Sinti und Roma eingerichtet. Das Ghetto bezeichnete das nationalsozialistische Regime verharmlosend als »Zigeunerrastplatz Marzahn«. Die Reichshauptstadt sollte während der Olympischen Spiele 1936 »zigeunerfrei« sein. 1938 befanden sich im Lager 852 Sinti und Roma. 1939 sollten die Lager in ein reguläres KZ umgewandelt werden. Durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Vorhaben aber nicht umgesetzt. Einen Großteil der Menschen deportierten die Nationalsozialisten später in die Konzentrationslager Auschwitz oder Bergen-Belsen. Zwei Zwangsarbeiterlager, eines für Westeuropäer und eines für sogenannte »Ostarbeiter«, bestanden auf dem Gelände der Carl Hasse & Wrede GmbH, ein Tochterunternehmen der Knorr Bremse AG in Marzahn. Die GmbH wurde zwischen 1940 und 1942 gegründet. Sie war Leitbetrieb der deutschen Wehrwirtschaft und seit 1944 »Nationalsozialistischer Musterbetrieb«. Betrieben wurden diese Lager u. a. durch die Generalbauinspektion (»Gemeinschaftslager« Nr. 12–14 und 56 in Biesdorf), die Deutsche Reichsbahn und einzelne Firmen, wie die Firma Hasse & Wrede.8 Insgesamt konnten bisher 27 Lagerstandorte mit verschiedener Verantwortlichkeit im Bezirk ermittelt werden. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 verschärfte sich die gesamte Kriegssituation. Der GBI war mit rund 80 Lagern, in denen die mit umfangreichen Luftschutz- und anderen Bauten beschäftigten Arbeiter untergebracht wurden, größter Bauorganisator der Zwangsarbeit. Der Ge-

Teilansicht des Bebauungsplans von Alt-Kaulsdorf, 1934.

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neralinspektor für die Reichshauptstadt Berlin unterhielt 1942/43 23 Lager mit 10.304 Personen und gehörte damit zu den größten Betreibern von Zwangsarbeitslagern in Berlin, neben der Siemens AG (101 Lager mit 14.677 Personen) und der Deutschen Reichsbahn (30 Lager mit 13.497 Personen).9 Bereits zum 30. Januar 1937 war gegen den Widerstand zahlreicher Bedenkenträger der Architekt Albert Speer zum Generalbauinspektor ernannt worden, wobei er Hitler direkt unterstellt war. Als Fritz Todt bei einem Flugzeugabsturz am 8. Februar 1942 ums Leben kam, wurde Albert Speer sein Nachfolger im Ministerium und zum neuen Führer der OT ernannt. Von Hitler im Reichstag präsentiert, erhielt Speer das Entscheidungsrecht in allen wichtigen Baufragen für Berlin, dann auch für das Umland, was fortan bis 1945 die Lager einschloss, und schließlich auf andere Städte ausgedehnt wurde. Der Architekt baute die Generalbauinspektion, eine staatliche Reichsbehörde, bis 1938 mit einer Planungsstelle, einem Hauptamt, einer Generalbauleitung und einer Durchführungsstelle auf. Nach 1940 wurden Luftschutzbauten zum Kriegsauftrag des GBI. Der GBI war an Planung, Genehmigung und Bau der rund 1.000 bekannten Zwangsarbeiterlager in und um Berlin beteiligt. Ihre tatsächliche Zahl wird mittlerweile auf über 3.000 geschätzt. Kriegsgefangene und Zivilpersonen der besetzten Gebiete wurden während des Zweiten Weltkriegs gezwungen, die fehlenden, zur Wehrmacht eingezogenen Arbeiter zu ersetzen. Dadurch sollte insbesondere die Kriegsproduktion aufrechterhalten werden. Die Zwangsarbeiter wurden vorwiegend in der Landwirtschaft und Industrie eingesetzt. Aber auch öffentliche Einrichtungen, die Kirche und Privatpersonen konnten Zwangsarbeiter anfordern. Die Verpflegungssätze der Zwangsarbeiter waren sehr eng bemessen, wie auch ihre sehr geringe Entlohnung, sofern es eine gab. Die Unterbringung in den Zwangsarbeiterlagern erfolgte zum überwiegenden Teil in Holzbaracken. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz des GBI war für die Organisation der Lager und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. Der GBI beschäftigte in seinen Lagern u. a. »Fremdarbeiter« aus Italien, Frankreich, Kriegsgefangene aus Osteuropa sowie deportierte Juden, die allerdings nach der »Fabrikaktion« vom 27. Februar 1943 nicht mehr in den Lohnlisten auftauchten. Eines der Lager befand sich an der Staakener Feldstraße. Es sollte dem Bau der Großen Halle dienen, die als zentraler Bestandteil von Speers Konzept für die Reichshauptstadt Germania galt, jedoch nie gebaut wurde. Ein anderes Lager, nahe dem Wilmersdorfer Eisstadion, diente als Lazarett und ein weiteres befand sich auf dem Gelände des heutigen Klinikums Kaulsdorf. Im September 1943 trat das Gesetz zum »Schutz der Volksgesundheit« in Kraft. In diesem heißt es: »Auf besondere Anweisung des Führers erfolgt gegenwärtig die Einrichtung einer ganzen Anzahl großer, bester Krankenhausanlagen durch die Organisation Todt. Der Führer hat für Sonderaufgaben zwischen militärischem und zivilen Sektor seinen Generalkommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, Prof. Dr. Brandt, bevollmächtigt.«10 14

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Beschwerdebrief von Helene Lange an den GBI, 9. Januar 1941.

Auch die Stadtverwaltung Berlin gehörte – mit den einzelnen Bezirksbürgermeistern – zu den Organisatoren der Zwangsarbeit. Das Hauptplanungsamt, die Rechtsstellen und die Wirtschaftsabteilungen bereiteten dem GBI Standortentscheidungen vor, übernahmen baupolizeiliche Prüfungen für die Lager und vermieteten dafür städtischen Grundbesitz. Die Stadt war auch selbst Bauherr für Lager und setzte Zwangsarbeiter ein.11 Im Verlaufe des Jahres 1940 war Berlin mehrfach das Ziel von Luftangriffen der alliierten Streitkräfte. Infolgedessen war man gezwungen, in der Reichshauptstadt verschiedenste Luftschutzmaßnahmen einzuleiten. 1940 lief u. a. ein Programm »Mutter mit Kind« im Flughafen Tempelhof an. In den sogenannten »Kinderbunkern« wurden Kinder der Umgebung gebracht. Mit dem »Luftschutz-Sofortprogramm« vom 10. Oktober 1940 wurde veranlasst, in Wohngebieten Luftschutzräume zu errichten. Weiterhin sollten beim Bau neuer Verkehrswege bombensichere unterirdische Schutz| 23 15

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Das Klinikum Kaulsdorf

räume geschaffen werden. Im geheimen Befehl hieß es: »Mit der Durchführung der Maßnahmen in Berlin habe ich den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt beauftragt. Zur Durchführung dieser kriegswichtigen Aufgaben sind die notwendigen Bauarbeiter, Baustoffe und Transportmittel bereitzustellen.«12 Angesichts der drohenden Gefahr weiterer, noch heftigerer Luftangriffe wurden durch den Generalbauinspektor unter dem Titel »Geländebeschaffung für die Aufstellung von Baracken zur Unterbringung von Arbeitern des Luftschutzbaues« verschiedene Geländeabschnitte ausgewählt, die für die Errichtung weiterer Lager vorgesehen waren. Dabei sollten auch private Grundstücke herangezogen werden. Ihre Besitzer erhielten die Aufforderung, die Grundstücke dafür bereitzustellen. Dies galt auch für Kaulsdorf. Mit Blick auf die Akquirierung eines geeigneten dortigen Grundstückes hieß es: »Zur Durchführung der Luftschutzaktion muss ich eine größere Anzahl Baracken zur Unterbringung ausländischer Arbeiter erstellen. Ich benötige hierzu u. a. das in Kaulsdorf, Alt-Kaulsdorfer Straße gelegene, Ihnen gehöriges Grundstück in einer Größe von rd. 24.000 qm. Ich bitte, mir mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Sache diese Grundstücke mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen und mich von Ihrer Zustimmung umgehend in Kenntnis zu setzen.«13 Das erwähnte Grundstück in Kaulsdorf gehörte Helene Lange, geb. Grunow.14 Noch bevor sie dem Verkauf ihres Besitzes zustimmte, wurden dort Ende Oktober, Anfang November 1940 schon im Auftrag des Generalbauinspektors von der Baufirma Richter & Schädel aus Berlin-Steglitz die ersten Unterkunftsbaracken errichtet.15 Die Grundstückseigentümerin beklagte sich daraufhin in einem Brief, dass sie darüber nicht informiert worden sei.16 Bis dahin war das Gelände zur landwirtschaftlichen Nutzung an die Landwirte Albert Bredereck (Dorfstraße 29 in Kaulsdorf) und Rudolf Giese (Dorfstraße 30 in Kaulsdorf) verpachtet, die dort Getreide anbauten.17 Da diese landwirtschaftliche Fläche (6,5 Morgen – 1,625 ha) von der Baugruppe Wilhelmi der GBI ohne Zustimmung der Eigentümer schon teilweise mit einem Barackenlager für ausländische Arbeiter bebaut worden war, stand es für die Bauern nicht mehr zur Verfügung. Zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme für das Barackenlager war es unbeackert. Für dieses Stück Land wurde deshalb auch kein Antrag auf Entschädigung durch die Pächter gestellt. Außerdem hatte der Pächter Giese noch eine Fläche von 4,5 Morgen (1,125 ha) gepachtet, auf welcher der Regierungsbaurat Prasser ein Arbeiterwohnlager errichtet hatte. Dazu hieß es: »Zur Zeit der Inanspruchnahme dieses Geländes war es mit Roggen bestanden. Die Ernte wurde nicht abgewartet, das gesamte Getreide ist vernichtet. Für diesen entstandenen Schaden machte Giese Entschädigungsansprüche geltend. Er erkennt die vom Reichsnährstand vorgenommene Schadensfeststellung in Höhe von 540,- RM an und erklärte sich durch Zahlung dieses Betrages für abgefunden.«18 Die Abfindung kam 1942 zur Auszahlung. Der Lageplan des Geländes vom 14. Mai 1941 gibt sehr deutlich die Bebauungssituation wieder. Am Münsterberger Weg sind die Gebäude des Ar16

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Plan des Arbeiterwohnlagers, 14. Mai 1941.

beiterwohnlagers mit Verwaltungstrakt und den Häusern 1 bis 5 sichtbar. Daneben ist auch das Pachtgelände des Landwirtes Bredereck an der Straße Alt-Kaulsdorf mit der Bezeichnung »Arbeiterlager im Bau« verzeichnet. Das Gelände war zu dieser Zeit noch mit Roggen und Kartoffeln bepflanzt.19 Das errichtete Barackenlager trug die Nummer 15 und diente der »Unterbringung von ausländischen Arbeitern, die beim Bunkerbau eingesetzt werden können«20. Schon zu dieser Zeit bestand die Absicht, »das Barackenlager so bald wie möglich wieder zu beseitigen, um auch diesen Teil des Grundstücks endgültig zu bebauen«21. Für das Barackenlager für auswärtige Arbeiter waren sogar Grünanlagen geplant. Sie sollten durch einen Gartengestalter angelegt werden.22 Das Gelände am Münsterberger Weg wurde ab Mai 1941 erschlossen.23 Vom Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft des GBI bekam der Regierungsbaumeister Hans Prasser a. D. den Auftrag zur Errichtung eines Arbeiterwohnlagers in Kaulsdorf. Im Schreiben vom 7. Juni 1941 heißt es dazu: | 23 17

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Lageplan des Barackenlagers Nr. 15 des GBI, Juni 1941.

»Dieses Lager, das aufnahmefähig gemacht werden soll für rund 1.000 Mann, soll bestehen aus zweistöckigen Massivbaracken. Das hat zur Folge, dass mit einer verhältnismäßig langen Lebensdauer zu rechnen ist. Die Maße betragen: - Straßenfront Länge 175,38 m - Hinterfront Länge 160,00 m - Tiefe 140 m sodaß sich eine Gesamtfläche von 23.520 qm ergibt. [...] Ich mache noch darauf aufmerksam, daß auf Grund einer zwischen Herrn Prasser und der Grundstückseigentümerin getroffenen Vereinbarung wegen der Eilbedürftigkeit bereits mit den Bauarbeiten auf dem erstgenannten Grundstück vor einigen Tagen begonnen worden ist. Ich muss noch darauf hinweisen, daß das unmittelbar angrenzende Grundstück rund 35.000 qm groß ist und in Anspruch genommen wurde für ein anderes GBI-Lager, das unter der Bauleitung von Herrn Wilhelmi errichtet und bereits belegt ist.«24 18

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Letztgenanntes war das GBI-Lager Nr. 15, das somit im April/Mai 1941 wohl schon zur Verfügung stand. Es unterstand dem Baustab Speer und der Luftschutz-Baugruppe Wilhelmi. Beim Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt wurden alle Bauanträge für die Unterkünfte und Lager baupolizeilich geprüft, die Standorte bis zum Autobahnring geplant, baupolizeilich abgeschätzt und freigegeben. Die Baugruppen Wilhelmi und Hetzelt vom GBI, nach den leitenden Ingenieuren benannt, die mit Baufirmen kooperierten, leiteten den praktischen Aufbau von Lagern. Das schloss die Beschaffung von Baustoffen, Treibstoff und Transportmitteln aus Kontingenten ein. Die Lenkung der Arbeiten lag bei der Hauptabteilung II/6, die seit ihrer Gründung bis 1945 vom Baurat Heinrich Rönneburg geleitet wurde. Das Lager Nr. 15 bestand aus vier Wohn- und einer Versorgungsbaracke. Daneben existierten fünf kleinere Baracken. Als Sicherheitsmaßnahme für Bombenangriffe entstanden zwei Splittergräben.25 Die Planungen für das zweite, im Bau befindliche Arbeiterwohnlager am Münsterberger Weg wurde von der GBI-Verwaltung am 20. Juni 1941 indes kritisiert: »Die Architektur ist sehr unzureichend. Ich empfehle, dass für die weiteren Arbeitslager ein fähiger Architekt herangezogen wird, wobei Prasser ja die Bauleitung behalten kann. [...] Mit Rücksicht für die Eilbedürftigkeit haben wir in diesem vorliegenden Falle eine Bearbeitung der Fassade vorgenommen, ohne in die Struktur des Grundrisses einzugreifen.«26 Die hier errichteten Häuser waren 14 Meter breit und rund 44 Meter lang. Die Räume zwischen den Häusern 1 und 2 sowie 4 und 5 betrugen knapp 15 Meter. Das Haus 3 wurde zurückgesetzt, sodass ein kleiner Vorplatz von fast 50 Metern Länge vor dem Verwaltungsgebäude entstand.27 Prasser nannte es das »Arbeiterwohnlager 41 Kaulsdorf«28. Vom Arbeiterwohnlager zum Krankenhaus des GBI (1941 bis 1943)

Aufgrund der zunehmenden Luftangriffe auf Deutschland ordnete Hitler im Jahre 1941 an, weitere Möglichkeiten für Ersatzkrankenhäuser zu schaffen. Diese Häuser wurden von der OT geplant, errichtet und bezahlt. Zum größten Teil wählte die OT eine Barackenausführung. Nach weiteren Zerstörungen von Krankenhäusern während der Luftangriffe bestimmte Dr. Brandt, Generalkommissar des Führers für Sanitär- und Gesundheitswesen, weitere Ausweichkrankenhäuser.29 So wurde auch das im Bau befindliche Arbeiterwohnlager des GBI in Kaulsdorf umfunktioniert. Anhaltende Unstimmigkeiten gab es darüber, ob das Gelände für das Arbeiterwohnlager und das Lager Nr. 15 vom Deutschen Reich gepachtet oder gekauft werden sollte.30 Die Besitzerin des Grundstücks Frau Lange wollte dieses jedoch eigentlich nicht veräußern.31 Der Generalbauinspektor entschloss sich im Mai 1942 dennoch, das Grundstück für den Bau des Arbeiterwohnlagers käuflich zu erwerben. In der schriftlichen Anforderung, die Frau Lange daraufhin erhielt, hieß es: | 23 19

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»Das Deutsche Reich, vertreten durch unsere Behörde, lässt durch den Oberbürgermeister der Reichshauptstadt Berlin das Grundstück am Münsterberger Weg 92/104 und Alt-Kaulsdorf 71–87 erwerben. Auf einem Teil des Grundstücks ist ein Arbeiterwohnlager errichtet worden, das jetzt zu einer Krankenanstalt um- und ausgebaut wird. Der andere Grundstücksteil ist mit einem Barackenlager zur Unterbringung ausländischer Arbeiter, die beim Luftschutzbunkerbau eingesetzt werden, bebaut worden.«32 Der Kaufvertrag vom 11. Mai 1942 wurde über 55.035 Quadratmeter zu einem Grundstückspreis von 4,20 RM pro Quadratmeter, insgesamt 231.147,- RM33, abgeschlossen. Zu den Planungen für die Bebauung hieß es: »Auf dem rund 25.000 qm großen Teil des Grundstücks am Münsterberger Weg 92 wird das Krankenhaus Kaulsdorf errichtet, während der rund 30.000 qm große Rest des Grundstücks, der Unterbringung von ausländischen Arbeitern, die beim Luftschutzbunkerbau eingesetzt werden, dient.«34 Von einer Zeitzeugin erfahren wir über den Fortgang der Bauarbeiten: »Schon im Februar 1942 war das Haus 1 baulich fertiggestellt und eingerichtet. Das Haus 2 war halb fertig sowie Haus 3, 4 und 5 mussten noch eingerichtet werden. Im Haus 3 waren Sechs-Bett-Zimmer. Manchmal waren in einem Raum Patienten aus sechs Ländern (Russen, Finnen, etc.).«35 Der Generalbauinspektor übernahm im Laufe des Dezembers 1941 die Verwaltung der GBI-Lager von der Deutschen Arbeitsfront.36 In die Häuser 1 bis 5 wurden nach ihrer Fertigstellung von der Firma Flohr 1942 Fahrstühle für den Krankentransport eingebaut.37 Die ersten medizinischen Gegenstände für das neue Krankenhaus kamen wahrscheinlich aus Frankreich. In einem Bericht über den Einkauf von Ausstattungsgegenständen für das Krankenhaus Kaulsdorf heißt es: »Im Mai/Juni 1942, also zu einer Zeit, als erst mit den Vorbereitungen zum Aufbau des Krankenhauses Kaulsdorf begonnen wurde erhielt Herr Dr. Heins, die Möglichkeit, in Paris bei dem Ing. Ranft eine vollständige Lazaretteinrichtung zu kaufen. […] Er fuhr deshalb im Juni 1942 nach Paris, sah sich die Lazaretteinrichtung bei Herrn Ranft an, suchte die für das Krankenhaus passenden Gegenstände aus und kaufte diese für das Krankenhaus Kaulsdorf.«38 Die Änderung des Projektes von einem Arbeiterwohnlager zu einem Krankenhaus des GBI war den kriegsbedingten Umständen geschuldet. Der Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 war für die sowjetischen Truppen völlig überraschend gekommen und hatte ihnen erhebliche Verluste gebracht. Erst kurz vor Moskau kam die deutsche Blitzoffensive im einsetzenden Winter (Dezember 1941) zum Stillstand. Die Niederlage der deutschen Truppen in der Schlacht um Stalingrad Anfang 1943 war der Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Am 5. November 1941 wurde in den Unterlagen des GBI das Kriegsgefangenenlager Kaulsdorf als ein neues Lager geführt, das vorbereitet wurde. Schon 1942 wurde das Lager als in »Funktion« bezeichnet. Eine Bestätigung des Bestehens gab es am 29. Oktober 1943.39 Im sogenannten Hilfskrankenhaus Kaulsdorf befanden sich sowohl unter den Beschäf20

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tigten und Patienten eine ganze Anzahl von Zwangsarbeitern. Ihre Unterbringung erfolgte in den einfachen Baracken.40 Am Anfang der Errichtung der Lager durch die Organisation Todt kamen die Hilfskräfte im Wesentlichen aus den westeuropäischen Ländern. Ab 1942 wurden immer mehr Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene für die Baumaßnahmen zum Schutz der Reichshauptstadt eingesetzt. Ende 1943/44 wandelte sich die Struktur der Arbeitskräfte nochmals. Verstärkt kamen jetzt Arbeitskräfte aus den Konzentrationslagern, Arbeitserziehungs- und Gefangenenlagern des NSStaates. 1944 bezog das Regime den Personenkreis der sogenannten »Halbjuden« mit ein. Schon im September 1942 bestätigte das Deutsche Reich, vertreten durch den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, dass von Helene Lange das Grundstück in Kaulsdorf, nebst den Baracken zur Unterbringung ausländischer Arbeiter und den Krankenhausneubauten, abgekauft worden war.41 Über die Nutzung der errichteten Bauten als Krankenhaus fand am 23. Oktober 1942 ein Gespräch zwischen dem Verwaltungsamt und Regierungsrat Pape, Verwaltungsführer Schmidt und den Verantwortlichen für Rechnungsführung des Krankenhauses Kaulsdorf Sorge statt. Gegenstand war das Kassen-, Rechnungs- und Buchhaltungswesen des neuen Krankenhauses in Kaulsdorf. In einem Schreiben zur Einschätzung der Situation heißt es: »Das Lager Nr. 22 (Hohenzollerndamm) wird bis auf weiteres als Krankenstation für Verpflegung leicht erkrankter Regiearbeiter benutzt. Sie ist ein Teil des

Ansichtsplan des Arbeiterwohnlagers Münsterberger Weg, 1941.

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Lageplan Krankenhaus Kaulsdorf, 1942.

Krankenhausbetriebes Kaulsdorf, auch in verwaltungsmäßiger Beziehung.«42 Die Haushaltsbewirtschaftung erfolgte nach einem Wirtschaftsplan, der im Einvernehmen mit dem Verwaltungsamt aufzustellen war.43 Für die Einnahmen und Ausgaben im Krankenhaus Kaulsdorf war mit Beschluss vom 30. Oktober 1942 der Regierungsrat Pape zuständig. Währenddessen ging im Laufe des Jahres 1942 der Bau der Gebäude weiter, sodass im November 1942 auch die Fundamente der Keller von Haus 6 und Haus 7 fertiggestellt waren. Dazu lieferte Regierungsbaumeister a. D. Hans Prasser am 10. Dezember 1942 an den GBI z. Hd. des Stadtbaudirektors Stephan die Vorentwürfe der Ansichten vom Infektionsgebäude (Haus 7) und des Wasch- und Badehauses (Haus 8).44 Der Prüfungsbericht des Prüfungsamtes des GBI vom 16. Dezember 1942 stellte dazu fest: »Der Umbau des Arbeiterwohnlagers Kaulsdorf in ein Krankenhaus ist dem Reg.-Baum 22

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a. D. Prasser übertragen worden, der auch sämtliche Einrichtungsgegenstände hierfür liefert. Das Krankenhaus besteht z. Zt. aus: - 1 Hauptgebäude, enthalten das Verwaltungsgebäude, einen großen Saal  und das Operationshaus - 5 Einzelhäusern - 4 Baracken - 1 Waschbaracke - 3 Gebäude sind im Bau begriffen und ist teilweise am 1.12.1942 in Betrieb genommen worden. Das Verwaltungsgebäude ist zum größten Teil fertiggestellt und bezogen, die Zimmer sind jedoch nicht nummeriert worden.«45 Anfang 1943 war die erste Phase der Bebauung der konzipierten Anlage abgeschlossen und das Krankenhaus somit funktionsfähig. Zum weiteren Umbau der bestehenden bzw. dem Neubau noch fehlender Gebäude gab es am 6. Mai 1943 eine Besprechung mit Regierungsbaumeister a. D. Prasser. In deren Verlauf wurde festgestellt, dass durch die veränderte Nutzung der Gebäude als Krankenhaus die Notwendigkeit bestand, ein neues Kesselhaus zu errichten. Das ursprüngliche Kesselhaus war nur für das Barackenund Arbeiterwohnlager Nr. 15 ausgelegt, das im Laufe der Zeit in das Hilfskrankenhaus einbezogen wurde.46 Die Eigentümer der Parzellen in der Myslowitzer Straße Nr. 59–61, Walter Wehler, und in der Myslowitzer Straße Nr. 57, Luise Kavelka47, sollten

Ansichtsdarstellung des geplanten Krankenhauses Kaulsdorf, 1942.

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Bepflanzungsplan des Vorgartens des Krankenhauses, 1943.

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dafür Teile ihrer Grundstücke an den Staat (GBI) verkaufen.48 Grund war die Verlegung einer Heiztrasse.49 Weil sich keine schnelle Einigung erzielen ließ, drohte der Generalbauinspektor (GBI) Luise Kavelka mit der Enteignung ihres Grundstückes.50 Unter diesem Druck entschlossen sich beide Besitzer zum Verkauf. Für das Grundstück Myslowitzer Straße Nr. 57 wurde daraufhin ein Kaufvertrag über 1.387 Quadratmeter abgeschlossen. Auch die Ehefrau des Kaufmanns Walter Wehler stimmte nun dem Kaufvertrag zu. Die Übergabe der Grundstücke erfolgte am 1. Juli 1943.51 Im Laufe des Jahres 1943 war der erste Bauabschnitt des Krankenhauses teilweise fertiggestellt. Einige Gebäude des zweiten Bauabschnittes, das Haus 6 (Quarantänehaus), Haus 7 (Infektionshaus) und Haus 8 (Wasch- und Badehaus) befanden sich noch im Bau. Andere Gebäude waren in Planung, wie etwa die zentrale Aufnahme und das Röntgenhaus, das Labor, die Frauenstation, Wohnungen sowie das Schwesternhaus. Die Krankenhausbebauung war eine symmetrische Hofanlage, die von repräsentativen klassischen Architekturformen geprägt war. Diese ordneten sich aber dem Charakter einer Lageranlage unter. Da bei den zukünftigen Veränderungen (auch nach 1945) auf die symmetrische Ordnung des Ensembles keine Rücksicht genommen wurde, entstand eine uneinheitliche und uncharakteristische Struktur der Gesamtanlage.52 Gegen Ende des Jahres 1942 standen an der Nordseite die massiv errichteten Häuser 1 bis 5, die Wachstation, die Auf-

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nahme, die Küche und die Verwaltung. Der Eingang befand sich damals noch am Münsterberger Weg. Neben dem Aufbau der Gebäude wurde aber auch eine Bepflanzung der Außenanlage in das Bauprogramm mit aufgenommen. So erhielt die Firma Spät53, unter dem von den Nationalsozialisten eingesetzten Direktor Gunder, in der Spätstraße 1 in Berlin-Baumschulenweg, einen Bepflanzungsplan, der die »Vorgartenanlage beim GBI-Krankenhaus in Kaulsdorf« betraf. Dort heißt es: »Wie mit Herrn Steinmetzger fernmündlich besprochen, übersende ich Ihnen einen Bepflanzungsplan i. M. 1 : 50 mit Pflanzenliste für den erhöht liegenden, mit einer etwa 1 m hohen Mauer abgestützten Vorgarten des GBI-Krankenhauses in Kaulsdorf am Münsterberger Weg. Ich bitte, mir einen Kostenvoranschlag auszuarbeiten für die für dieses Frühjahr geplante Anlage der etwa 20 x 30 m großen Rasenfläche und der anschließenden Randpflanzung.«54 Verwaltungsführer Schmidt und Architekt Prasser wollten vor dem Hauptgebäude am Münsterberger Weg an den Rändern der erhöht liegenden Rasenfläche Zwerggehölze anpflanzen. Die Laubengänge hinter dem Haus sollten mit Blütenstauden versehen werden. Die Abgrenzung des Krankenhausgrundstückes nach Osten und Westen war durch Hecken geplant.55 Regierungsbaumeister Prasser erhielt im April 1943 einen Bepflanzungsentwurf im Maßstab 1:100 für den westlichen Teil des Vorgartens. Darin sind auch die Pflanzmengen angegeben. Außerdem waren im Plan ein Sitzplatz und Stauden vorgesehen. Damit konnte die Firma Spät den Auftrag für die Herbstlieferung erhalten.56 Um die GBI-Baueinheiten zu unterstützen, mietete der Generalbauinspektor 1943 den Gutshof Kaulsdorf und nutzte diesen als Garagenhof.57 Aus dieser Zeit stammt auch die Aufstockung des Stallgebäudes an der Dorfstraße, mit der dort am Giebel eingelassenen Jahreszahl »1943«.

Keller des Hauses 7 und Bauarbeiten an Haus 8, November 1942.

Pflanzen des Vorgartens • Weigela Abel Carriere (Laubstrauch) • Spiraea arguta (Brautspiere) • Exochorda grandiflora (Prunkspiere) • Syringa rothomagensis (Chinesischer Flieder) • Syringa vulgaris (Wildflieder) • Forsythia intermedia (Garten-Forsythie) • Philadelphus virginalis (Pfeifenstrauch)

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Ausbau des Krankenhauses und Kriegszerstörungen (1943 bis 1945)

Der Betrieb des neuen Krankenhauses erfolgte auf Grundlage von Verhaltensnormen, welche die Krankenhausverwaltung im April 1943 festgelegt hatte. Durch einen Luftangriff in der Nacht vom 29. zum 30. März 1943 waren verschiedene Schäden im Krankenhausbereich zu verzeichnen. Menschen kamen bei diesem Angriff glücklicherweise nicht zu Schaden. Zwei Schwesternbaracken, die Apothekerbaracke, die Trockenbaracke und das Haus 2 standen auf der Verlustliste. Auch das zum Bau des Hauses 3 benötigte Baumaterial wurde vernichtet, genauso wie Zimmer des Hauses 3, Verhaltensregeln der Krankenhausverwaltung, April 1943.

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die Wachtstation, einige Zimmer des Hauses 1, 4 und 5. Des Weiteren erlitten der große Saal und die große Küche einige Treffer.58 Gleich nach dem Angriff beauftragte der GBI die Firma Müller Nachf. aus Baruth/Mark damit, neue Holzbaracken mit verschiedenen Ausmaßen (42,70 x 12,70 x 2,75 Meter), eine Schwesternbaracke (45,00 x 14,00 x 2,80 Meter), eine Apothekerbaracke (41,200 x 7,40 x 2,75 Meter) und eine Abortbaracke (12,25 x 5,21 x 2,75 Meter) zu liefern.59 Mit den weiteren Planungen, u. a. für den Neubau eines Schwesternwohnheimes im Krankenhaus Kaulsdorf, direkt an der Straße nach AltKaulsdorf, wurde der in Berlin lebende Architekt Erhard Schmidt (1876– 1959) beauftragt.60 Die Unterzeichnung des Architektenvertrages fand am 5. Juli 1943 statt.61 Ausgeführt wurde dieser Bau aber nicht mehr. Eine Überprüfung im Krankenhaus Kaulsdorf im Jahr 1943 ergab, dass der Personalbestand gegenüber vergleichbaren Einrichtungen zu hoch war. Es sollte eine Personalreduzierung erfolgen. Zudem hatte man vor, einige Mitarbeiter auszutauschen, weil sie ihre Aufgaben nicht erfüllten.62 Das Krankenhaus in Kaulsdorf wurde schon betrieben, ehe die letzten Häuser schlüsselfertig übergeben werden konnten. Die ständigen baulichen Änderungen und der verwaltungsmäßige Aufbau beeinflussten den gesamten Krankenhausbetrieb, sodass es auch zu vielen Unregelmäßigkeiten in den Abläufen kam. Negativ wirkte sich auf die Fertigstellung freilich ebenso

Rohbau des Hauses 6, November 1942.

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Krankenhaus- und Wirtschaftspersonal 194363 Ärzte

1 Chefarzt und 7 Ärzte

Arztsekretärin

10 Arztsekretärinnen zzgl. Laborassistentinnen

Apotheker

1 Apotheker, 2 Gehilfen

Krankenschwester

1 Oberin und 69 Schwestern

Pfleger

1 Oberpfleger, 1 Pfleger, 1 Hilfspfleger

Krankenträger

2 Kriegshilfsdienstmaiden, 1 Führerin und 20 Maiden

Wäschenäherin

4

Küchenpersonal

1 Chefkoch und 12 Hilfskräfte

Reinigungsfrauen

1 Aufsicht und 37 Reinigungsfrauen, davon 13 deutsche und 24 dänische Frauen

Pförtner

7

Transportarbeiter

3

Lagerarbeiter

4

Hofarbeiter

1

Boten

2

Schuhmacher

1

Schneider

2

Gärtner

5

Heizer

4

aus, dass die Stationen bereits belegt waren, während vielerorts noch gebaut wurde. Dies bringt ein späterer Prüfungsbericht zum Ausdruck, in dem für das Wasch- und Badehaus (Haus 8) ausgeführt wird: »Diese Gebäude sind zum Teil noch nicht endgültig fertiggestellt und in den einzelnen schon bewohnbaren Räumen sind Möbel enthalten, aber nicht verzeichnet.«64 Nicht zuletzt nahmen die überall spürbaren Beschaffungsschwierigkeiten – von fehlendem Material bis hin zu ärztlichen Sonderwünschen – direkt Einfluss auf die verwaltungsmäßigen Belange. Zeitweise waren auf den Baustellen 100 Bauarbeiter beschäftigt. Die Belegungszahlen der im Krankenhaus befindlichen Patienten und dort Beschäftigten vom Juni 1943 waren trotz dieser Schwierigkeiten hoch. Belegung des Krankenhauses Kaulsdorf im Juni 194365 Krankenbelegung

ca. 300 bis 400 Patienten

Bauarbeiter

80

Gefolgschaft

150

Gefolgschaftslager 22

50

Die Arbeiter der Rüstungsindustrie und des Generalbauinspektors sowie die Männer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) und auch die Transportgruppe der »Organisation Todt« wurden durch die Küche des Krankenhauses verpflegt.66 Küchenchef war ein Koch namens Kuhnert, der früher im Hotel Adlon gearbeitet hatte und in die Krankenhausküche Kaulsdorf kriegsverpflichtet worden war. 28

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Schadensmeldung des Krankenhauses Kaulsdorf an den Generalbauinspektor, 31. März 1943.

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Umschlag eines Briefes der »Organisation Todt« an das Krankenheim des G.B.I. in Kaulsdorf, 17. März 1943.

Schreiben der Krankenhausverwaltung an den GBI über die Schäden nach dem Luftangriff vom 20. Januar 1944.

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Das Klinikum Kaulsdorf (Leseprobe)  

Dieser Band erzählt die Geschichte des Vivantes Klinikums Kaulsdorf (bis 2015 Vivantes Klinikum Hellersdorf). Geplant als Wohnarbeiterlager...

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