Brandenburg - Neues altes Land (Leseprobe)

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Brandenburgische Historische Studien, Bd. 15 Herausgegeben von der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V., in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv, dem Landesarchiv Berlin sowie der Märkischen Allgemeinen Zeitung unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Landtages Brandenburg

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Friedrich Beck Manfred GĂśrtemaker Kristina HĂźbener Klaus Neitmann (Hrsg.)

Brandenburg Neues altes Land Geschichte und Gegenwart

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Die Drucklegung des Bandes wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung durch: Ostdeutscher Sparkassenverband sowie Eberswalder Wurst GmbH Erdgas Mark Brandenburg GmbH EWE AG Feuersozietät Berlin Brandenburg MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH Ruppiner Kliniken GmbH Vattenfall Europe Generation AG

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© be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2010 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebra-wissenschaft.de Lektorat: Matthias Zimmermann, Berlin Satz und Umschlag: typegerecht berlin, Berlin Schrift: ITC Stone Sans 18pt, ITC Stone Serif 10pt Druck und Bindung: Bosch-Druck, Ergolding ISBN 978-3-937233-66-6

www.bebra-wissenschaft.de

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Inhaltsverzeichnis

Grußwort

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Vorwort

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Klaus Neitmann, Friedrich Beck und Frank Göse Die Mark. Brandenburg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

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Kristina Hübener und Frank Göse Die Provinz. Brandenburg im 19. und frühen 20. Jahrhundert

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Michael C. Bienert und Hans-Joachim Schreckenbach Das Land und die Bezirke. Brandenburg in den Jahren der SBZ/DDR (1945–1989/90)

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Manfred Görtemaker, Michael C. Bienert und Robert Dambon Das Bundesland. Wiedervereinigung und Entwicklung seit 1990 128 Anhang

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Grußwort des Präsidenten des Landtages Brandenburg

Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Wiederbegründung des Landes Brandenburg jährt sich zum zwanzigsten Mal. Möglich wurde dies durch das beispiellose persönliche und zivile Engagement der Bürgerinnen und Bürger zwischen Elbe und Oder in der friedlichen Revolution der Jahreswende 1989/1990. Eine allgemeinverbindliche Geschichtsschreibung der sich anschließenden nicht minder bewegten zwei Jahrzehnte steht noch aus. Vielleicht soll und kann es sie in dieser Form auch noch gar nicht geben. Die Wahl des Ausschnitts und des Blickwinkels auf selbsterlebte Ereignisse bleibt notwendigerweise von unseren eigenen Biografien und Erfahrungen geprägt. Auch das vorliegende Buch steht damit nicht am Ende einer Debatte, sondern leistet einen eigenständigen Beitrag aus Sicht der Autorinnen und Autoren zur demokratische Verfasstheit unseres Gemeinwesens. Der gewählte Zugang über die Einordnung des neuen Bundeslandes in die bedeutend älteren langfristigen Entwicklungslinien der Mark Brandenburg unterstreicht die jüngste Aufbauleistung der Brandenburgerinnen und Brandenburger. Auch haben wir über die Jahrhunderte gesehen, dass demokratischer Fortschritt keinem Automatismus folgt. Dies schärft den Sinn für die zukünftigen Herausforderungen und Gefährdungen unserer freiheitlichen Demokratie. Ich habe daher gerne die Schirmherrschaft für das vorliegende Buchprojekt »Brandenburg. Neues altes Land – Geschichte und Gegenwart« übernommen. In den zurückliegenden Jahren ist es uns trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelungen, unserem Land eine gute Richtung, eine moderne Verfassung und starke Institutionen zu geben. Hierzu haben insbesondere die Abgeordneten der ersten Legislaturperiode einen entscheidenden Beitrag geleistet. Durch den Schulterschluss aller demokratischen Kräfte entwickelte sich Brandenburg zu einem weltoffenen und innovationsfreundlichen Land. Gerade die beachtliche wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre beweist, dass wir uns auf einem guten Weg in die Zukunft befinden.

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Gunter Fritsch.

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Natürlich gehören zu der Geschichte eines Landes nicht nur jüngste Erfolgsmeldungen. Rückschläge gab es auch in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten. Entscheidend aber ist, dass wir daraus die richtigen Lehren für zukünftige Herausforderungen gezogen haben. So haben wir – ganz in der Tradition des Ediktes von Potsdam – gezeigt, dass Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in unserem Land haben. Die stetige und engagierte Arbeit des Netzwerkes Tolerantes Brandenburg, des landesweiten Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie ihrer lokalen Bürgerbündnisse hat Früchte getragen und dient international als Blaupause für vergleichbare Netzwerke. Heute ist Brandenburg ein schönes Heimatland und deshalb auch ein beliebtes Reiseziel. In jedem Jahr besuchen uns mehr Gäste aus aller Welt. Viele Menschen entscheiden sich wie schon in den vergangenen Jahrhunderten wieder ganz bewusst für Brandenburg als ihre neue Wahlheimat. Die gemeinsame Wirtschaftsregion BerlinBrandenburg kommt uns hier sicherlich entgegen. Auch wenn wir nach dem Scheitern des Volksentscheides im Jahr 1996 von der Länderfusion wieder weit entfernt sind, so funktioniert die Zusammenarbeit im Konkreten ganz hervorragend: Ob gemeinsame Landesplanung, länderübergreifende Gerichte, das Landesinstitut für Schule und Medien oder der rbb, der seit dem 1. Mai 2003 in die Haushalte in Brandenburg und Berlin sendet. An vielen Stellen bemerkt man die Landesgrenze kaum mehr. Dies gilt auch zunehmend in Bezug auf die Grenze zu unseren polnischen Nachbarn. Lange Zeit EU-Außengrenze, konnten nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 und dem Beitritt zum Schengener Abkommen zum 21. Dezember 2007 die Grenzkontrollen eingestellt werden. Seitdem können sich die Menschen dies- und jenseits der Oder ganz alltäglich begegnen. Brandenburg liegt im Herzen Europas und hat alle Chancen, die Oderregion zu einem internationalen Wachstumsmotor zu entwickeln. Vom Wachstum der Region um die Hauptstadt haben in den zurückliegenden Jahren bereits alle Brandenburgerinnen und Brandenburger profitiert. Einen Beitrag dazu leistet die ursprünglich durchaus ungeliebte Neugliederung des Landes. Aus zuvor 38 eigenständigen Landkreisen und kreisfreien Städten gingen im Jahr 1993 14 neu zugeschnittene Kreise und Städte hervor. Die Erfahrungen zeigen, dass es damit gelungen ist, eine tragfähige Struktur für unser Gemeinwesen zu finden. Brandenburg lebt zuvorderst vom Engagement seiner Bürger. Unsere Verfassung bietet dafür einen großartigen Rahmen. Die Er-

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fahrungen der friedlichen Revolution haben dazu geführt, dass das Recht auf außerparlamentarische politische Mitwirkung, das Recht auf Akteneinsicht und auch die Volksgesetzgebung in unserer Verfassung verankert wurden. Bereits heute engagiert sich jede dritte Brandenburgerin und jeder dritte Brandenburger ehrenamtlich. Sie alle sorgen dafür, dass Schwächeren geholfen wird, dass in den Städten und Dörfern gemeinsame Veranstaltungen stattfinden und die einzigartigen märkischen Natur- und Kulturlandschaften gepflegt und erhalten werden. Ein einmaliger Satz aus der Landesverfassung kann gar nicht oft genug aufgegriffen werden: »Jeder schuldet jedem die Anerkennung seiner Würde.« Nichts kann das tolerante und solidarische Grundverständnis der Brandenburgerinnen und Brandenburger besser auf den Punkt bringen. Ich danke den Autorinnen und Autoren ebenso wie den zahlreichen Sponsoren, der Märkischen Allgemeinen Zeitung und dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, die gemeinsam das vorliegende Buch möglich gemacht haben. Mein Dank gilt auch den vielen Institutionen, die dafür zum Teil erstmalig ihre Archive geöffnet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Fritsch Präsident des Landtages Brandenburg

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Vorwort

2010 feiert das 1990 (wieder)erstandene Land Brandenburg sein 20-jähriges Jubiläum, 2007 gedachte es der »Gründung« der Mark Brandenburg vor 850 Jahren. Allein diese beiden Jubiläums- und Gedenkveranstaltungen verdeutlichen dem Beobachter, dass der Rückblick auf die Geschichte des heutigen Landes Brandenburg – auf seine eigene bzw. auf die seiner »Rechts- und Funktionsvorgänger«, die in manchen Gesetzestexten angerufen werden – ambivalent ausfällt. Brandenburg zählt seit der deutschen Wiedervereinigung zu den »neuen Ländern« im Osten der Bundesrepublik Deutschland, die erst durch den Untergang der DDR dem Geltungsbereich des 1949 geschaffenen Grundgesetzes beitreten konnten. Aber es zählt auch – im Gegensatz zu manchen »alten Ländern«, etwa zu den sogenannten Bindestrich-Ländern wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg – zu den politischen Einheiten, deren Entstehung nicht auf die Entscheidungen der Westalliierten nach dem Zweiten Weltkrieg oder auf die große Flurbereinigung Deutschlands am Anfang des 19. Jahrhunderts, sondern auf die Territorialbildungen des hohen Mittelalters im 12. und 13. Jahrhundert zurückgeführt werden kann. Freilich darf man für die brandenburgische Landesgeschichte nicht von einer jahrhundertelangen geradlinigen Kontinuität ausgehen, im Gegenteil. Schon die verschiedenen staatsrechtlichen Bezeichnungen »Mark«, »Provinz« und »Land« zeigen an, dass der politische Körper Brandenburgs in den zurückliegenden historischen Epochen in seiner Verfasstheit ebenso wie in seinem Gebietsumfang tiefgreifende Brüche zu erleiden hatte, seine Existenz zuweilen auf dem Spiel zu stehen schien oder sogar vor knapp 60 Jahren gänzlich ausgelöscht wurde. Immerhin war das »Landesbewusstsein« der Brandenburger, das Gefühl der Zugehörigkeit zu demselben Territorium oder die Erinnerung an die regionale Schicksalsgemeinschaft stark genug, um zu erreichen, dass Brandenburg in wechselnden Verfassungsformen, mit spürbaren Gebietsschwankungen und un-

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terschiedlicher Selbständigkeit seine politische Eigenart bewahrte. Fragt man nach deren tragenden und gestaltenden historischen Kräften, fällt der Blick zunächst auf die »Landesherren«, auf die Herrscher aus verschiedenen Fürstendynastien, die bis zum Ende der Monarchie in Deutschland 1918 an der Spitze des Staates gestanden haben. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die Mark ihre Entstehung im hohen Mittelalter dem Wirken der Markgrafen aus dem Hause Askanien zu verdanken hat und dass sie nach einer ihre Grundfesten erschütternden Krise im 14. und 15. Jahrhundert von den Kurfürsten aus dem Hause Hohenzollern auf Dauer gefestigt worden ist, was sich als unentbehrliche Voraussetzung für deren Aufstieg zu einer der maßgeblichen europäischen Großdynastien als Könige von »Preußen« erwies. Genauso wenig ist zu übersehen, dass zum Aufbau und zum Zusammenhalt der Mark wesentlich seine Bewohner beigetragen haben, die geistlichen, adligen, bürgerlichen und bäuerlichen Stände, aus deren Reihen die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen »Landstände« und ihr Anspruch auf Beteiligung an den politischen Entscheidungen über Wohl und Wehe ihres Gemeinwesens hervorgegangen sind. Und von den frühneuzeitlichen Ständen führt direkt oder indirekt der Weg zu den modernen Repräsentationskörperschaften. Der folgende Überblick über die brandenburgische Geschichte konzentriert sich daher auf Landesherren und Landstände bzw. auf Landesregierung und Provinzialverwaltung einerseits, kommunale Selbstverwaltung, Liberalisierung und Demokratisierung der Verfassungsordnung und Teilhabe des Staatsvolkes am politischen Leben andererseits. Verständlicherweise wird dabei den gegensätzlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts breiter Raum gewidmet, dem Ringen zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen den demokratischen Bestrebungen, Gruppierungen und Parteien und den antidemokratischen, totalitären Bewegungen, das auch in Brandenburg ausgetragen wurde und hier seine tiefen Spuren hinterlassen hat. Es zeugt von der Kraft historischer Traditionen, dass in den Monaten der friedlichen Revolution 1989/90 sogleich an die (Wieder)Begründung eines Landes Brandenburg gedacht wurde, als sich die Beseitigung der diktatorischen, zentralistischen Strukturen der DDR abzeichnete. Das Buch schließt damit zu schildern und zu skizzieren, unter welchen schwierigen Rahmenbedingungen und vor welchen umfassenden Herausforderungen das »neue alte Land« seine wieder gewonnene Eigenständigkeit auf Dauer zu behaupten suchen muss. An der Entstehung des vorliegenden Bandes haben viele Personen und Institutionen mitgewirkt. Ihrem engagierten Einsatz ist es

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zu verdanken, dass das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte. An erster Stelle sind natürlich die Autoren zu nennen. Sie haben sich der Herausforderung gestellt, die lange und wechselvolle Geschichte des Bundeslandes von seinen historischen Wurzeln im Mittelalter bis in die Gegenwart anschaulich und in der gebotenen Kürze nachzuzeichnen. Darüber hinaus sind wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kooperationspartner zu großem Dank verpflichtet. Sie haben das Projekt mit großem Engagement begleitet. Neben dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum und dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv sind das Landesarchiv Berlin und die Märkische Allgemeine Zeitung als großzügige Leihgeber für die zahlreichen Illustrationen hervorgetreten, die diese Publikation enthält. Eine beträchtliche Zahl an Abbildungen stammt darüber hinaus aus den Sammlungen der Abteilung für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Staatskanzlei Potsdam, wo Frank-Michael Gorges und Volker Tanner kompetente Ansprechpartner waren. Kärstin Weirauch, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, und Dagmar Wahrenberg, Märkische Allgemeine Zeitung, haben auch in schwierigen Phasen des Projektes dafür Sorge getragen, eine Zusammenstellung der Abbildungen bereitzustellen. Robert Dambon und Daniel Wicker haben sich mit ihrer stets verlässlichen und professionellen Art bei der redaktionellen Arbeit als unentbehrliche Helfer verdient gemacht. Die Entstehung einer solchen Publikation braucht aber auch einen finanziellen Rahmen. Den Förderern des Vorhabens sind wir deshalb für eine »Investition« zu Dank verpflichtet, deren Ergebnis sie erst am Tag der öffentlichen Präsentation in Augenschein nehmen können. Dem Landtag Brandenburg, vertreten durch seinen Präsidenten Gunter Fritsch, ist als Schirmherrn zu danken. Er hat u. a. dafür Sorge getragen, die Förderer des Projektes zu gewinnen. Ohne die vom Landtag bereitgestellte große organisatorische und auch finanzielle Unterstützung wäre diese vorläufige Zwischenbilanz des »neuen alten Landes« Brandenburg wohl kaum denkbar gewesen. Zum Abschluss verbleibt es den Herausgebern, dem Verleger des be.bra wissenschaft verlags Berlin, Ulrich Hopp, und seinem Team zu danken – nicht nur für das große Interesse an dem Projekt, sondern vor allem für die umfassende Beratung. Die angenehme und zielorientierte Begleitung durch den Lektor Matthias Zimmermann hat dem Buch seine, wie wir meinen, ansprechende Form gegeben. Potsdam, im September 2010 Die Herausgeber

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Klaus Neitmann, Friedrich Beck und Frank Göse

Die Mark. Brandenburg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Entstehung und Entwicklung der Landesherrschaft im hohen und späten Mittelalter 1157 eroberte Markgraf Albrecht der Bär die slawische Feste Brandenburg an der Havel und nannte sich seitdem »Markgraf von Brandenburg«, sodass der ursprünglich an dem Ort haftende Name schließlich auf sein ganzes Territorium überging. Dieses historische Ereignis wird als »Gründung« der Mark Brandenburg gedeutet. Die Vokabel darf freilich nicht allzu wörtlich genommen worden, denn weder gab es einen Gründungsakt noch eine Gründungsurkunde. Die Betonung des Jahres 1157 ist letztlich nur aus den langfristigen Folgerungen, die an die Eroberung eines slawischen Herrschaftsmittelpunktes und die Übernahme einer slawischen Herrschaft zwischen Elbe und Oder anknüpften, gerechtfertigt. Sie ist außerdem zu relativieren durch die Vorgeschichte, denn das Ausgreifen der Deutschen in die Regionen östlich der Elbe setzte bereits im 10. Jahrhundert ein und erklärt – trotz seiner zeitweiligen Erfolglosigkeit – erst die Vorgänge des 12. Jahrhunderts. Die Erörterung über die Anfänge der Mark Brandenburg muss daher auf die von der ostfränkischdeutschen Königsdynastie der Ottonen in ihren östlichen Randzonen vorgefundenen Verhältnisse eingehen. Das fränkische Großreich, das Karl der Große zu seiner größten Ausdehnung führte, verschob durch die Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen in den letzten Jahrzehnten des 8. Jahrhunderts seine Ostgrenze bis an die Elbe. Zu deren Sicherung und zur Beobachtung des weiteren Vorfeldes wurden Grenzmarken mit Grafen an der Spitze eingerichtet, denen seit dem 7. Jahrhundert von Osten her eingewanderte, bis zur Elbe-Saale-Linie und gelegentlich darüber hinaus vorgedrungene westslawische Stämme gegenüberstanden. Als seit 919 das ostfränkisch-deutsche Reich von Königen aus dem sächsischen Herzogsgeschlecht der Liudolfinger regiert wurde, wandte sich ihre politische Aufmerksamkeit wegen der damals vornehmlich von den Ungarn ausgehenden Gefahren den benachbarten östlichen Völkerschaften zu. Heinrich I. eroberte im Winter 928/29 die Brennabor (Brandenburg) an der Havel, den

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Markgraf Otto IV. von Brandenburg beim Brettspiel. Miniatur, frühes 14. Jahrhundert (linke Seite).

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Urkunde über die Gründung des Bistums Brandenburg, 948.

Siegel Albrechts des Bären, 12. Jahrhundert.

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Herrschaftsmittelpunkt der Heveller. Sein Sohn Otto I. (»der Große«) erweiterte Räume und Ziele seiner eigenen Ostpolitik erheblich, indem er, unterstützt vornehmlich von dem tatkräftigen Markgrafen Gero, das gesamte Gebiet zwischen Elbe und Oder und von der Ostsee bis zum Erzgebirge in das Reich einzugliedern und zugleich, untrennbar damit verbunden, die dort lebenden slawischen Heiden durch den Aufbau einer Kirchenorganisation zu missionieren trachtete. Mehrere Bistümer wurden zwischen 946 und 968 in den und für die östlichen Grenzregionen gegründet, ihre Diözesansprengel weit in die slawischen Siedlungsräume zur Verbreitung der christliche Lehre unter der dortigen Bevölkerung ausgedehnt. Dabei wurden zunächst 946 und 948 die Bistümer Havelberg und Brandenburg geschaffen, die dann dem 968 errichteten Erzbistum Magdeburg unterstellt wurden. Ottos Werk wurde freilich 983 zu einem erheblichen Teil vernichtet, als sich in der Nordmark, also im nördlichen Teil des nach Geros Tod 965 geteilten Markengebietes, in den Landen östlich der mittleren Elbe, die Slawen erfolgreich gegen deutsche Herrschaft und christlichen Glauben erhoben; nur in den südlichen Landen, im Bereich des Bistums Meißen, blieben die Gewinne Heinrichs I. und Ottos I. ungeschmälert. Die Bischöfe von Havelberg und Brandenburg verloren ihre Bischofssitze, wurden zwar weiterhin regelmäßig gewählt und eingesetzt, erhielten somit ihren Anspruch auf ihre Diözesen aufrecht, aber tatsächlich lebten sie im westelbischen »Exil«.

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Die Nordmark wurde trotz ihrer weitgehenden Aufgabe vom König weiterhin an Angehörige verschiedener Adelsgeschlechter verliehen, so an die Grafen von Walbeck, Haldensleben und Stade, deren Macht auf ihrem Amts- und Eigengut vornehmlich am Süd- und Ostrand der Altmark beruhte. Sie versuchten allein oder in Zusammenarbeit mit den Königen die Verluste von 983 wettzumachen, in unterschiedlichen politischen Konstellationen und mit schwankendem Kriegsglück; so wechselte etwa die Brandenburg etliche Male den Besitzer zwischen Deutschen und Slawen. Aber letztlich wurde das Ergebnis von 983 nicht umgestoßen, allein mit militärischen Mitteln erwiesen sich die Deutschen zur erneuten Unterwerfung der zeitweise im Liutizenbund zusammengeschlossenen slawischen Stämme außerstande. Diese verschlossen sich der Mission noch ca. 150 Jahre lang, im Gegensatz zu den östlich von Warthe und Netze siedelnden Polen, die zwar nach ihrer eigenen Herrschaftsbildung in

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Albrecht der Bär erstürmt die Feste »Brennabor« im Jahr 1157. Bleistiftzeichnung von Adolph Menzel, 19. Jahrhundert.

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Siegel Ottos I., Markgraf von Brandenburg (Nachzeichnung).

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der Mitte des 10. Jahrhunderts eine zeitweilige lose Oberhoheit des Reiches hatten anerkennen müssen, aber schon 966 das Christentum angenommen hatten, einige Jahrzehnte später in unmittelbare Beziehungen zum Papst getreten und als eigenständiges gleichberechtigtes Glied in die Staaten- und Völkergemeinschaft der westlichen Christenheit aufgenommen worden waren. Den Westslawen zwischen Polen und Deutschen sollte ein anderes Schicksal beschieden sein, als in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die deutschen Vorstöße über die Elbe hinaus aufgrund der unvergessenen, aber uneingelösten Ansprüche des 10. Jahrhunderts nachdrücklich und dauerhaft wieder aufgenommen wurden. Befördert wurden sie vom Geist der Kreuzzugsbewegung, die mit neuem, vertieftem Ernst die Verchristlichung Europas und die Missionierung der verbliebenen heidnischen Völkerschaften betrieb, und von der Aussicht auf eine Ostsiedlung mit der Erschließung fruchtbaren und ertragreichen Landes unter freiheitlichem Recht. Kaiser Lothar III. übertrug die Nordmark 1134 Albrecht »dem Bären« aus dem Hause der Grafen von Ballerstädt-Aschersleben, einem am Harz und im Harzvorland begüterten, angesehenen Adelsgeschlecht, der bereits zuvor seine Fühler zu dem christlich gewordenen Fürsten der Heveller und Herren der Brandenburg PribislawHeinrich ausgestreckt hatte. Dieser hatte in den späten 1120er Jahren Albrechts Sohn Otto als Pate anlässlich von dessen Taufe die Zauche geschenkt, und in den frühen 1140er Jahren sicherte er wegen seiner Kinderlosigkeit Albrecht das Havelland nach seinem Tode zu. Die Durchsetzung seines Versprechens erwies sich dann für Albrecht zwar als schwierig, da die Brandenburg zeitweise von dem slawischen Fürsten Jaxa von Köpenick besetzt wurde, aber Albrechts Gegenstoß führte 1157 zur dauerhaften Einnahme der Burganlage. Seitdem nannte er sich Markgraf von Brandenburg. Albrecht und seine Nachfolger aus dem Herrscherhause der Askanier vermochten in den letzten Jahrzehnten des 12. und vor allem im 13. Jahrhundert von ihren ursprünglichen Besitztümern aus, die um 1180 den größten Teil der Altmark, das Havelland und die Zauche umfassten, weit nach Osten vorzudringen und in stetiger Auseinandersetzung mit benachbarten Fürsten ihre Markgrafschaft um ein Vielfaches auszudehnen. Albrecht II. stieß über die Havel-Grenze nach Norden, Nordosten und Osten vor, erreichte zwar nicht den Zugang zur Ostsee und die Unterordnung der Herzöge von Pommern in Stettin, aber er rückte seinen Herrschaftsbereich bis zur einer Linie Oderberg–Zehdenick und im Norden bis vor Fürstenberg vor und gliederte ihm den Barnim größtenteils und den westlichen Teltow ein. Im Osten und Südosten hatten sich seine Söhne Johann I. und Otto III.

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mit den Ausdehnungsbestrebungen der von der Niederlausitz nach Norden vorstoßenden Markgrafen von Meißen auseinanderzusetzen, denen sie um 1240/45 den östlichen Teltow abnahmen. Die Herzöge von Pommern mussten ihnen 1250 die Uckermark abtreten, von Frankfurt (Oder) aus, das sie 1253 nach der Erwerbung des Lebuser Landes gründeten, griffen sie über die Oder nach Nordosten aus und errichteten 1257 Landsberg an der Warthe. Im nachfolgenden halben Jahrhundert wurden auch die nördlich und nordöstlich von Landsberg gelegenen Landschaften dem askanischen Territorium angefügt, sodass die Mark Brandenburg seit dem 14. Jahrhundert nach einer damals aufkommenden Begrifflichkeit in die westlich der Elbe gelegene »Altmark«, die zwischen Elbe und Oder gelegene »Mittelmark« und die östlich der Oder gelegene »Neumark« zerfiel. Der politische Erfolg der Askanier, ihr Aufbau eines bedeutenden Territoriums im Nordosten des Reiches, der schließlich seit der Mitte des 13. Jahrhunderts auch zu ihrer Aufnahme in die kleine Schar der Kurfürsten, der Wähler des deutschen Königs, führte, erklärt sich

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Darstellung der Anlage eines Rodungsdorfes aus dem »Sachsenspiegel« des Eike von Repgow, um 1220.

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Die Ermordung des Lehniner Abtes Sibold durch die Slawen von Nahmitz. Tafelbild, Ende 15. Jahrhundert.

Siegel der Neustadt Brandenburg an der Havel, 13. Jahrhundert.

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daraus, dass sie bewusst und zielgerichtet die neuen Möglichkeiten ergriffen, die das 12. und 13. Jahrhundert der adligen Herrschaftsbildung im Allgemeinen und derjenigen an den nordöstlichen Rändern des Reiches, in den von heidnischen Slawen ohne feste Herrschaftsorganisation besiedelten Gebieten im Besonderen boten. Die ottonischen Bestrebungen waren daran gescheitert, dass sie sich vornehmlich auf militärischen Einsatz stützen mussten. Die Askanier schufen ihre Mark Brandenburg im Rahmen der »deutschen Ostbewegung«, im Rahmen von Ostsiedlung, Landesausbau und Christianisierung, die trotz gesonderter Ansätze und Absichten sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzten und stützten. Schon seit Albrecht dem Bären wurden (nieder)deutsche Siedler ins Land geholt, aus den ostsächsischen Stammlanden des Herrscherhauses, aus West- und Ostfalen, Flandern und den Niederlanden wurden sie mit günstigen Siedelrechten, die die Inhaber der neu geschaffenen Hof- und Hausstellen bzw. die aus ihnen gebildete Gemeinde rechtlich und dienstmäßig freier machten als im Altsiedelland, angelockt. Beide Seiten versprachen sich von den neuen ökonomischen Methoden, mit denen die

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neu erschlossenen und neu gerodeten Ländereien bearbeitet wurden, höhere Erträge und Einkünfte. Die Besiedlung wurde nicht nur von den Markgrafen, sondern auch von großen Adelsgeschlechtern, die zunächst noch weitgehende Unabhängigkeit wahrten, sowie von der Kirche in ihren verschiedenen Organisationszweigen, von Bischöfen und Domkapiteln, von Klöstern und geistlichen Ritterorden getragen. Der Vorgang verlief so reibungslos, weil in dem zuvor dünn besiedelten slawischen Land die deutschen Neusiedler genügend Flächen für die Anlagen ihrer eigenen Wirtschaften fanden, weil die aus dem Westen mitgebrachten leistungsfähigeren Wirtschaftsweisen der deutschen Einwanderer an die einheimischen Slawen weitergegeben und von ihnen angenommen wurden. Letztere waren somit wie erstere an dem Landesausbau aktiv beteiligt, und in der Konsequenz vermischten sich Alteingesessene und Zuzöglinge auf dem Weg über die Angleichung ihrer Rechte gerade auf dem Land, auf dem die weit überwiegende Mehrheit der bäuerlichen Bevölkerung lebte. Aus Deutschen und Slawen entstand der deutsche »Neustamm« der Brandenburger. Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts wurden in der Mark ca. 2.500 Dörfer angelegt sowie rund 100 Städte gegründet, etwa 200.000 Menschen dürften sich damals in ihnen niedergelassen haben. Dorfstellen wurden unter Berücksichtigung von Wasser, Weide, Acker und Straßennähe ausgewählt, der »Siedlungsunternehmer«, der Lokator, besetzte die Höfe mit sechs bis 20 Bauern, die zwei oder drei Hufen zu je ca. 60 preußischen Morgen Land bewirtschafteten, die Hausstellen mit Kossäten, die auf Randstücke der Flur beschränkt waren und dem Dorfherrn größere Abgaben und Dienste leisteten. Die Lokatoren erhielten für ihren Aufwand das Schulzenamt mit dem Vorsitz des dörflichen Gerichtes, vier oder mehr fast abgabenfreie Hufen und teilweise einen Krug mit Schankgerechtigkeit. Sie waren ebenso wie weitere Besitzer großer privilegierter Höfe dem Markgrafen – oder einem anderen Herrschaftsinhaber – zu lehnrechtlich begründeten Militärdiensten verpflichtet. Die Dorfgründungen wurden in gleichzeitiger Planung durch Stadtgründungen – deren große Zeit die Regierung der Markgrafen-Brüder Johann I. und Otto III. war – ergänzt, da dörfliche und städtische Wirtschaften aufeinander abgestimmt wurden, die Stadt mit ihrem Markt und ihrem Nah- und Fernhandel den neuen wirtschaftlichen Mittelpunkt einer Kleinlandschaft und ihrer Agrarprodukte bildete. Die städtischen Bürgerschaften erhielten eine eigene Rechts- und Verfassungsordnung, die vielfach von überregionalen Vorbildern, insbesondere dem in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entfalteten Magdeburger Recht, übernommen

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Siegel des Bischofs Heinrich von Brandenburg, 1264.

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wurde. Nachdem ihnen zunächst die selbständige Verwaltung ihrer eigenen Marktwirtschaft übertragen worden war, ermöglichte es ihnen ihr wirtschaftlicher Erfolg im weiteren Verlauf des 13. und im 14. Jahrhundert, den Stadt- und Landesherren die ihnen vorbehaltenen Rechte wie etwa die Gerichtsbarkeit, die diese von ihnen eingesetzten Schultheißen oder Vögten übertragen hatten, abzukaufen. Die Regierung der Stadt ging zunehmend auf den Rat über, der sich zumeist aus den Mitgliedern der vornehmen Kaufmanns- und Gewandschneidergeschlechter rekrutierte. Im 14. Jahrhundert mussten diese freilich dem Verlangen der in Zünften und Gilden zusammengeschlossenen Handwerker und sonstigen Stadtbewohner auf Mitsprache am Stadtregiment nachgeben. Landesausbau und Christianisierung gingen Hand in Hand. Die politischen Erfolge der frühen Askanierzeit ermöglichten zunächst in der Mitte des 12. Jahrhunderts den Wiederaufbau der Bistümer und der kirchlichen Ordnung. Die Bischöfe von Havelberg und Brandenburg kehrten an ihre Bischofssitze des 10. Jahrhunderts zurück, dort wurden Domkapitel gebildet, Domkirchen kündeten in Meisterleistungen der norddeutschen Backsteingotik von der Kraft des Glaubens. Für dessen allgemeine Durchsetzung war noch von größerem Gewicht, dass das niedere Kirchenwesen systematisch ausgebaut wurde: Überall auf dem Land wurden im Rahmen der Dorfanlagen Pfarrkirchen errichtet, Pfarrer eingesetzt und in ihrer wirtschaftlichen Existenz durch die Abgaben der Bevölkerung und durch die ihnen zugestandenen abgabenfreien Pfarrhufen gesichert, sodass sie sich der Verkündigung der Glaubenslehre unter ihren deutschen wie slawischen »Schäflein« widmen und durch deren gleichartige Behandlung ihr Zusammenwachsen fördern konnten. Eine Vielzahl von hochmittelalterlichen Reformorden, von den Zisterziensern und Zisterzienserinnen über die Bettelmönche der Dominikaner und Franziskaner bis zu den Ritterorden der Templer und Johanniter, schufen sich überall in der Mark in Klöstern und Kommenden die Stätten, an denen ihre geistlichen Gemeinschaften mit ihren Mitteln für das Wohl der Landesbewohner wirkten. In den ersten beiden Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts standen die askanischen Markgrafen, bedingt durch die Wirkungen ihres generationenlangen Landesausbaues, auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Trotz aller antibrandenburgischen Bündnisse der betroffenen Anrainer baute Markgraf Woldemar die Mark zur führenden nordostdeutschen Territorialmacht aus, zumal als er nach dem Aussterben seiner verwandten Mitregenten die gesamte Markgrafschaft, die seit 1258 mehrfach unter den verschiedenen Familienzweigen geteilt worden war, wieder in einer Hand vereinigte. Die Gefahren

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der andauernden Expansionspolitik waren zwar insofern nicht zu übersehen, als die kostspieligen politischen und militärischen Unternehmungen seine Einkünfte arg strapazierten und ihn schon zu Verpfändungen und Verkäufen landesherrlicher Regalien und Besitzungen gegenüber den finanzstarken Städten zwangen. Aber die eigentliche Katastrophe, der tiefe Absturz von der erreichten Höhe, wurde erst dadurch ausgelöst, dass die noch eine Generation zuvor in zahlreichen Markgrafen blühende Dynastie plötzlich ausstarb. Nach dem kinderlosen Tod seiner letzten beiden Angehörigen, Woldemars und seines jugendlichen Vetters Heinrich 1319/20 stand die Markgrafschaft ohne einen allgemein anerkannten Erben da, sodass sofort heftige Kämpfe der Interessenten um die Durchsetzung ihrer Ansprüche auf die gesamte Mark oder Teile davon einsetzten. Trotz fehlender erbrechtlicher Vereinbarungen schien sich der maßgebliche Vertreter einer anderen askanischen Linie, Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg, zumindest in der Mittelmark Anerkennung verschafft zu haben, während auf die Grenzlandschaften wie die Altmark, die Prignitz und die Uckermark die erfolgloseren askani-

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Das Berlinische Stadtbuch, die älteste erhaltene Gesetzes- und Urkundensammlung der Stadt Berlin, 1272 bis 1489.

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Wappensiegel Markgraf Ludwigs d. Ä., 1338.

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schen Konkurrenten wie der Erzbischof von Magdeburg, der Fürst von Mecklenburg und die Herzöge von Pommern zugriffen und sie ihren eigenen Territorien einzuverleiben suchten. Letztlich traf der deutsche König Ludwig IV. aus dem Hause der bayerischen Wittelsbacher nach seinem Sieg über seinen habsburgischen Gegenkönig 1323 die Entscheidung über die Mark, indem er als königlicher Oberlehnsherr das Land seinem minderjährigen Sohn Ludwig (dem Älteren) übertrug. Damit änderte sich die politische Lage der Mark Brandenburg, ihre strukturelle Position innerhalb des Gesamtgefüges des Reiches, auf Dauer, für insgesamt ca. anderthalb Jahrhunderte, grundlegend. Sie wurde nicht mehr von einem einheimischen Fürstengeschlecht und dessen Mitgliedern, die in ihr und in ihrer Förderung den Mittelpunkt und den Ansporn all ihrer Bemühungen sahen, regiert, sondern stattdessen von Angehörigen der »Großdynastien« des Reiches, die um die deutsche Königswürde miteinander rangen, oder von Vertretern königsnaher Hochadelsfamilien, die in deren Umfeld wirkten. Deren althergebrachte territoriale Mittelpunkte lagen anderswo, im Süden oder im Südosten des Reiches. Brandenburg diente ihnen daher in erster Linie als Mittel zur Vergrößerung ihrer Hausmacht oder zur Heranziehung seiner finanziellen Ressourcen, oder sie vergaben es als nachrangiges Herrschaftsobjekt an Familienmitglieder zu deren herrschaftlicher Versorgung. Die Mark wurde zu einem bedeutenden, wenn auch nicht ausschlaggebenden Stein auf dem Schachbrett der Reichs- und dynastischen Politik herabgestuft, sank zu einem mehr oder minder vernachlässigten und ausgebeuteten Nebenland herab. Die verheerenden Auswirkungen auf die Stabilität der inneren und äußeren Verhältnisse ließen nicht lange auf sich warten, die mittelalterliche Landesherrschaft geriet in ihre größte Krise. Zwar vermochte sich Ludwig der Ältere ab 1324 zunächst in der Mark allgemeine Anerkennung zu verschaffen und mit territorialen und finanziellen Zugeständnissen die Nachbarmächte zu besänftigen, auch verlorengegangene Landesteile zurückzugewinnen, aber die materielle Substanz seiner Herrschaft schmolz durch die Vergabe von Besitzungen, Rechten und Einkünften bedrohlich zusammen. Sein daraus folgender unausweichlicher Rückgriff auf das Vermögen der Landesbewohner, seine Steuerforderungen, verwickelte ihn rasch in Auseinandersetzungen mit dem Adel und zumal mit den Städten, deren Autonomie er etwa im Falle BerlinCöllns nachdrücklich einschränkte. Die märkischen Wittelsbacher gerieten schließlich an den Rand des Abgrunds, als – nach dem Tode ihres Vaters, Kaiser Ludwigs IV., und mit Unterstützung von dessen Gegenkönig aus dem Hause Luxemburg, Karls IV., König von Böh-

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men – der »falsche Woldemar«, der angeblich nicht 1319 verstorben war, sondern sich auf eine jahrzehntelange Bußfahrt ins Heilige Land begeben hatte, angetrieben von den Askaniern im Herzogtum Sachsen-Wittenberg und in der Grafschaft Anhalt, Ludwig dem Älteren seit 1348 die Regierung streitig machte und zur Vermehrung seiner Anhängerschaft besonders die Städte mit großzügigen Versprechungen auf seine Seite zu ziehen trachtete. Nachdem die Wittelsbacher Karl IV. als deutschen König anerkannt hatten, rangen sie in mehrjährigen Auseinandersetzungen den »falschen Woldemar« und seine inner- und außerbrandenburgischen Anhänger nieder, aber wiederum nur um den Preis von Gebietsabtretungen und Geldzahlungen. Die Markgrafen Ludwig der Römer und Otto erlagen schließlich dem überlegenen diplomatischen und notfalls auch militärischen Spiel Karls IV., der sein böhmisches Herrschaftszentrum durch die Angliederung kleinerer und größerer Territorien in seinem näheren und weiteren Umfeld erfolgreich zum Mittelpunkt des Reiches ausgestaltete. 1373 kaufte er Otto die Mark Brandenburg ab und nahm sich ihrer im folgenden Jahrfünft nachdrücklich an. Er verschaffte sich zunächst einen Überblick über die Verteilung der Herrschaftsbefugnisse im Land, die Geistlichkeit, den Adel und die Städte und damit über den vorangegangenen Ausverkauf der landesherrlichen Rechte an die Stände in seinem berühmten »Landbuch der Mark Brandenburg« (1375), sicherte den Landfrieden durch sein Eingreifen und baute Tangermünde an der Elbe zum wesentlichen königlichen Aufenthalts- und Wohnort in der Mark aus. Aber Karls Wirken blieb letztlich Episode, verpuffte ohne spürbare Nachwirkung, da nach seinem Tode 1378 der politische Auseinanderfall des luxemburgischen Familienverbandes, die Kämpfe zwischen Karls ältestem Sohn, König Wenzel, und seinen Brüdern und Vettern sowie die Verlagerung der politischen Schwerpunkte Brandenburg gänzlich an den Rand des Interesses rücken ließen. Markgraf Sigismund, der jüngere Bruder Wenzels, der die Mark 1378 übernommen hatte, bewarb sich schon wenig später um die polnische und ungarische Königswürde und gelangte 1385/87 auf den ungarischen Thron, sodass er die weit abgelegene Kurmark 1388 seinem Vetter, dem Markgrafen Jost von Mähren, verpfändete. Dieser zeigte ebenso wenig wie zuvor Sigismund spürbare Einsatzbereitschaft für die Mark, beide suchten in erster Linie deren finanzielle Möglichkeiten für ihre eigenen anderweitigen Zwecke auszuwerten. Jost erschien persönlich nur selten und vorübergehend im Land, übertrug die Regierung zeitweise benachbarten Territorialfürsten und setzte Landeshauptleute aus dem einheimischen Adel ein. Sie alle erwiesen sich nicht in der Lage, der zunehmenden Auflösung der politi-

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Thronsiegel König Karls IV., 1348.

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schen Ordnung energisch entgegenzuwirken. Wieder traten Gebietsverluste in den Grenzregionen durch die Aktionen der feindlichen Nachbarn oder durch den Geldhunger des eigenen Herrschers ein. Die Uckermark begab sich mangels markgräflichen Beistandes gegen den mecklenburgischen Angriff unter pommersche Schutzherrschaft (1399), Sigismund verpfändete gegen die hohe Summe von 63.200 ungarischen Gulden die gesamte Neumark dem Deutschen Orden (1402). Im Innern erschütterten die zahlreichen heftigen Fehden zwischen dem Adel und den Städten die öffentliche Ruhe und Sicherheit. Den tatkräftigen Brüdern aus der Prignitzer Familie der Quitzows suchte Berlin zeitweise, aber auf Dauer erfolglos durch Bündnisabschluss Einhalt zu gebieten. Andere, kleinere Städte litten noch mehr darunter, dass mangels eines durchsetzungsfähigen anwesenden Landesherrn die aufbrechenden Rechtsstreitigkeiten immer wieder in Fehden mit gegnerischen Adligen mündeten und deren Fehdeführung den Handel über die Straßen beeinträchtigte und ihre ackerbäuerlichen Wirtschaften ruinierte. Das weitgehend sich selbst überlassene Land drohte, bedingt durch die Gleichgültigkeit der Landesherren und das Unvermögen der verschiedenen Stände, im Chaos zu versinken. Als nach dem Tode Josts 1411 die Mark an Sigismund zurückfiel, bat ihn eine märkische Gesandtschaft dringend darum, ihr zur Beendigung der unhaltbaren Zustände einen Regenten oder Statthalter zu bestellen. Der König übertrug einem seiner vertrauten Ratgeber, dem Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg – aus dem im 11. Jahrhundert in Schwaben erscheinenden, seit dem späten 12. Jahrhundert in Franken tätigen Geschlecht der (Hohen)Zollern –, die dornige Aufgabe. Dieser erledigte sich ihr seit seinem Einzug in die Mark 1412 im Bündnis mit den Städten und im politischen und militärischen Ringen mit oppositionellen Adligen, die lieber die ihren Vorstellungen günstigeren Bedingungen eines abwesenden schwachen Landesherrn aufrechterhalten hätten, mit solchem Geschick, dass seine Statthalterschaft 1415 in einen erblichen Besitz umgewandelt wurde. Am 18. April 1417 wurde Friedrich von König Sigismund auf dem Konstanzer Konzil feierlich mit der Markgrafschaft Brandenburg und dem Kurrecht belehnt. Unter den während der wittelsbachischen und luxemburgischen Zeit eingetretenen Voraussetzungen sahen sich die ersten hohenzollernschen Kurfürsten, Friedrich I., seine Söhne Friedrich II. und Albrecht Achilles, Albrechts Sohn Johann Cicero und Enkel Joachim I. vornehmlich vor die Aufgabe gestellt, die landesherrliche Gewalt und Autorität sowohl nach innen, gegenüber den brandenburgischen Ständen, als auch nach außen, gegenüber den benachbarten Territorialmächten, wieder zu

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konsolidieren. Als selbstgemachte Schwierigkeit erwies sich dabei, dass die Hohenzollern zwei Generationen lang in ihrem politischen Schwerpunkt schwankten und nicht allein der Mark ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. Friedrich I. und Albrecht Achilles sahen im Rahmen des gesamten Hauses und seiner Besitzungen ihr Hauptbetätigungsfeld in ihren fränkischen Erblanden, wo immerhin zu Albrechts Zeiten zwei Drittel ihrer Einkünfte erwirtschaftet wurden, und in der großen Reichspolitik, hier zumeist als getreue Anhänger des Königs, während sie in Brandenburg zur Bewältigung der alltäglichen Regierungsgeschäfte ihre Söhne als Statthalter einsetzten. Erst als Albrecht Achilles in seiner Erbordnung von 1473, der sogenannten »Dispositio Achillea«, für seine Söhne die Abtrennung der fränkischen Lande um Ansbach und Kulmbach von der Mark anordnete und letztere ungeteilt seinem ältesten Sohn überließ, wurde endgültig die Trennung zwischen der fränkischen und brandenburgischen Linie des Geschlechts eingeleitet. Johann Cicero und noch mehr Joachim I. zogen sich weitgehend aus der Reichspolitik zurück und lockerten die Verbindung zu ihren fränkischen Verwandten, sie handelten nur noch als brandenburgische Territorialfürsten. Eine andere Gefahr, die der Vorrang des dynastischen Gedankens heraufbeschwören konnte, nämlich die Aufteilung des Landes unter mehreren Söhnen des regierenden Herrschers, wurde in Brandenburg unter Zuhilfenahme des biologischen Zufalls glücklich umschifft. Denn die zeitweiligen Abspaltungen (Altmark und Prignitz 1447–1463, Neumark 1535–1571) fielen jeweils wieder an die kur-

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Bündnisvertrag mittelmärkischer Städte zur Wahrung des Landfriedens, 1394.

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Förmliche Belehnung Friedrichs VI. von Nürnberg mit der Mark Brandenburg am 18. April 1417. Zeichnung aus einer zeitgenössischen Kopie der Chronik des Konstanzer Konzils (1414–1418) von Ulrich von Richental.

märkische Hauptlinie zurück, da ihre Herren söhne- und erbenlos verstarben. Nach außen suchten die Hohenzollern die großen territorialen Verluste, die Brandenburg in seinen Grenzregionen nach 1320 erlitten hatte, wieder rückgängig zu machen und vor allem im Osten den alten Umfang der Kurlande wiederherzustellen. Sie ließen sich förmlich vom König dazu ermächtigen, alle Besitzungen zurückzugewinnen, die der Mark von alters her gehört hätten. Es gelang ihnen, das Programm in beachtlichen Teilen in die Tat umsetzten, wenn auch manches weitgesteckte Ziel nicht erreicht wurde. Der

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Wappen der vier weltlichen Kurfürsten, 1483. Rechts dasjenige des Markgrafen von Brandenburg.

bedeutendste Erfolg gelang Friedrich II. 1455, als er die Notlage des Deutschen Ordens in Preußen dazu ausnutzte, um von diesem gegen einen geringfügigen Preis die Neumark zurückzukaufen. Im Südosten, im Bereich der Niederlausitz und östlich der Oder, verhinderte der Widerstand der Könige von Böhmen größere Erwerbungen über die Herrschaften Cottbus und Teupitz hinaus. Die härtesten und am längsten dauernden Kämpfe und diplomatischen Auseinandersetzungen wurden mit den Herzögen von Pommern ausgefochten. Die Hohenzollern wollten die alte brandenburgische Lehnsoberhoheit über Pommern bewahren und erhofften sich sogar nach dem

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Reitersiegel Kurfürst Friedrichs II., 1466.

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Aussterben der Linie Pommern-Stettin 1464, auf dem Erbwege den unmittelbaren Zugang zur Ostsee für den brandenburgischen Handel und damit zugleich die unumschränkte politische Vorrangstellung in Nordostdeutschland gewinnen zu können. Der weitgehende Vorstoß scheiterte letztlich, 1529 erkannte Joachim I. die Reichsunmittelbarkeit Pommerns, d.h. die direkte Unterstellung unter den Kaiser unter Beseitigung der brandenburgischen Lehnshoheit, an, erreichte aber wenigstens, dass für den Fall des Aussterbens des pommerschen Herrscherhauses das Land an Brandenburg fallen sollte. Im Innern gelang es den Hohenzollern erst in mehreren Schüben, der landesherrlichen Autorität wieder allgemein anerkannte Geltung im Land zu verschaffen und die politische Selbständigkeit der einzelnen Stände, die diese zur Zeit der Wittelsbacher und Luxemburger gewonnen hatten, in umfassender Weise einzuschränken. Zur Durchsetzung seiner tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Rechtsansprüche führte der landsässige Adel besonders in den Grenzgebieten von seinen Burgen aus noch lange Zeit Fehden, wobei die üblicherweise damit verbundenen Raub- und Verheerungszüge den Fernhandel der Städte empfindlich störten und Wüstungen zur Folge hatten. Da die Markgrafen auf das militärische Aufgebot des Adels angewiesen waren, blieben trotz ihrer Bestrebungen, jedermann, Reich wie Arm, Schutz und Schirm zu gewähren, und trotz ihres harten Durchgreifens in Einzelfällen zahlreiche Landfriedensordnungen wirkungslos. Erst unter Joachim I. wurden die letzten Auswüchse des Fehdewesens beseitigt, es begann damit eine lange Periode inneren Friedens. Nicht weniger heftig als mit dem Adel verliefen die Auseinandersetzungen der Kurfürsten mit den Städten. Diese hatten die Schwäche des Landesherrn im 14. Jahrhundert dazu ausgenutzt, ihre politische Autonomie erheblich auszudehnen. Sie drängten vielfach durch den Aufkauf landesherrlicher Rechte die Markgrafen aus ihren Mauern hinaus, Berlin wollte ihren Aufenthalt nur noch unter genau umschriebenen Bedingungen dulden. Bündnisse von Städten innerhalb und außerhalb des Landes, etwa im Rahmen der Hanse, dienten dazu, ihre Interessen vor allem gegenüber dem Adel durchzusetzen. Um die Stadtregimenter, die durchgängig in der Hand von wenigen Kaufmannsfamilien lagen, unter den maßgeblichen Einfluss des Landesherrn zu bringen, setzte Friedrich II. den Hebel an der bedeutendsten Stadt des Landes, der Doppelstadt Berlin-Cölln, an. 1442 nutzte er einen Konflikt, der in ihrem Innern zwischen den Ratsgeschlechtern und den Gewerken ausgebrochen war, dazu aus, in Verbindung mit den aufbegehrenden Handwerkern die bisherige politische Selbständigkeit des Rates zu beseitigen. Die

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