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BRANDENBURGISCHE HISTORISCHE STUDIEN

Im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission herausgegeben von Klaus Neitmann Redaktion: Kristina Hübener Band 13

Berlin-Brandenburg 2005


Reinhard E. Fischer

Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin Alter – Herkunft – Bedeutung

be.bra wissenschaft verlag


Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. © be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2005 KulturBrauerei Haus S Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebraverlag.de Umschlaggestaltung: Uwe Friedrich, Berlin Satz: Greiner & Reichel, Köln Schrift: Minion 10/12° Druck und Bindung: Hubert & Co., Göttingen Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVD s, CD -ROM s, CD s, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. ISBN 3-937233-30-X ISBN 978-3-937233-30-7 ISSN 1860-2436

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Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Aufbau der Artikel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Namenbuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Namenkunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 Aussprache der Namen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209 Umbenannte Orte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219



Vorwort Das vorliegende Buch von Reinhard E. Fischer über »Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin« gibt in seiner betont sachlichen Darstellungsweise, die ganz darauf konzentriert ist, die Ergebnisse sprachwissenschaftlicher Forschungen in knapper, übersichtlicher Form einem breiteren Publikum zu vermitteln, nicht sogleich offensichtlich zu erkennen, worin sein weitreichender wissenschaftlicher Wert liegt und welche Schlußfolgerungen aus dem hier zusammengetragenen und erläuterten Quellenstoff gezogen werden können. Dem Reihenherausgeber sei daher gestattet, an dieser Stelle mit ein paar skizzenhaften Bemerkungen neben der Eigenart des Werkes auch die Bedeutung der namenkundlichen Untersuchungen für die brandenburgische Landesgeschichte herauszustellen – im Anschluß an die knappen Betrachtungen zur Forschungslage, die Fischer selbst 1997 auf der ersten Tagung der Brandenburgischen Historischen Kommission vorgetragen hat (Namenforschung und Landeskunde in Brandenburg. Erreichtes und Mögliches, in: Brandenburgische Landesgeschichte heute, hrsg. v. Lieselott Enders u. Klaus Neitmann [Brandenburgische Historische Studien, Bd. 4], Potsdam, 1999, S. 23–32). Fischer hat die Ergebnisse seiner Bemühungen in die Form eines klassischen Nachschlagewerkes gegossen und weder eine analysierende Einzeluntersuchung noch eine zusammenfassende darstellende Beschreibung vorgelegt. Sein Gegenstand sind 3 897 Namen von Gemeinden, Ortsteilen, Wohnplätzen, die einstmals Dörfer waren, und Wüstungen innerhalb der Grenzen der heutigen Länder Brandenburg und Berlin. Jeder einzelne Name wird nach einem vorgegebenen Schema in sieben Punkten behandelt. Der Kern der Darbietung ist in den Punkten vier bis sechs enthalten. Hier werden die ersten schriftlichen Belege der Ortsnamen nachgewiesen, damit wird ihr schriftlich dokumentiertes Alter aufgezeigt. Und hier werden die Ortsnamen, seien sie eingliedrig oder zusammengesetzt und mehrgliedrig, in ihrer sprachlichen Bedeutung erläutert, damit wird durch die Erklärung ihres Sinnes ihre Herkunft, das geschichtliche Umfeld, dem sie ihre Entstehung verdanken, herausgestellt. Das »Namenbuch«, das umfangmäßig den größten Teil des Bandes ausmacht, faßt in alphabetischer Reihung und im lexikonartigen Stil die Forschungsresultate zu den einzelnen Orten zusammen. Die darauf folgende »Namenkunde« beschreibt systematisch die Hauptgesichtspunkte des gesamten Gegenstandes, wiederum entsprechend den Anforderungen eines Nachschlagewerkes in der Weise, daß die für die Durchdringung des Stoffes angewandten und daraus abgeleiteten Begriffe alphabetisch aneinandergefügt werden. Neben den sprachwissenschaftlichen Termini findet man in diesem Kapitel vor allem die typologische Gliederung des Namengutes und die Erläuterung der immer wieder auftauchenden Namenglieder. Wegen ihrer Aussagekraft ist den Umbenennungen von Orten ein eigener kurzer Abschnitt gewidmet, sie werden vollständig zusammengestellt wie auf ihre Motive hin untersucht. Jeder Benutzer, der sich gezielt über Alter, Herkunft und Bedeutung »seines« Ortsnamens informieren will, kommt durch die übersichtliche Gliederung rasch zum Ziel. In seinen fast 4000 Artikeln faßt der Autor lexikonartig die Ergebnisse


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Vorwort

einer sprachwissenschaftlichen, namenkundlichen Forschung zusammen, die in den letzten Jahrzehnten mit großem Nachdruck und andauernder Intensität vor allem in Berlin, in der Arbeitsgruppe Namen- und Reliktwortforschung am Institut für Slawistik bzw. Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, und in Leipzig, in der Namenkundlichen Arbeitsgruppe am Institut für Slawistik der Universität Leipzig, von bedeutenden Wissenschaftlern – erwähnt seien pars pro toto nur Ernst Eichler, Hans Walther und Gerhard Schlimpert – betrieben worden ist. Ihr herausragender Wert beruht darauf, daß sie das Namenmaterial, insbesondere Personen-, Landschafts-, Orts- und Gewässernamen, sowohl unter zentralen systematischen Gesichtspunkten als auch flächendeckend gesammelt und ausgewertet hat. Daß die deutsche Slawistik sich nachhaltig der Namenforschung angenommen hat, liegt in ihrer Aufgabe begründet, die Sprache bzw. die sprachliche Hinterlassenschaft der in Deutschland heute oder in der Vergangenheit lebenden Slawen zu untersuchen. Für die ostelbischen Kolonisationsgebiete zeigt sich im reichen slawischen Namengut die Besiedlung dieser Regionen durch die im frühen Mittelalter von Osten und Südosten her eindringenden Slawen, ihre Ausbreitung und Besiedlungsdichte ist gerade an Hand der Ortsnamen ablesbar. Den »slawischen Anteil« an der späteren »deutschen« Geschichte Mecklenburgs, Pommerns, Brandenburgs und Sachsens auf diese Weise wissenschaftlich fundiert zu belegen – im Gegensatz zu dessen politisch bedingter Minderung oder gar Leugnung in voraufgegangenen Zeiten –, ist ein wesentliches Anliegen dieser Forschungsrichtung gewesen, wobei sie sich stets um sämtliche Namen bemüht und von vornherein die deutschen einbezogen hat. Die Sprachwissenschaftler gingen zugleich räumlich in der Weise vor, daß sie schrittweise einzelne Kleinlandschaften oder untere Verwaltungseinheiten (Kreise) bearbeiteten und so in ihrer Summe große historische Einheiten vollständig erfaßten. Zum Arbeitsgebiet der Berliner Sprachwissenschaftler gehörte die Provinz Brandenburg westlich der Oder in den Grenzen von 1900 ausschließlich der Niederlausitz, die von ihren Leipziger Kollegen betreut wurde. In zwei umfangreichen Schriftenreihen – neben wichtigen Einzelwerken – haben seit den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die namenkundlichen Arbeiten vornehmlich ihren Niederschlag gefunden, in den »Deutsch-slawischen Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte« und – noch wichtiger für die brandenburgische Landesgeschichtsforschung – im »Brandenburgischen Namenbuch«. An ihm hat Reinhard E. Fischer von Anfang an maßgeblich mitgearbeitet. Der 1967 erschienene erste Teil dieses großen Gemeinschaftswerkes, das am Institut für Slawistik der Berliner Akademie entwickelt worden war, behandelte die Ortsnamen der Zauche und ging aus Fischers Dissertation hervor. Weitere Bände in der Reihe sind allein seiner Feder oder seiner Mitwirkung zu verdanken. Unser Autor war also der Materie dieses Bandes jahrzehntelang durch eigene Tätigkeit aufs engste verbunden und ist daher zu einer selbständigen, auf eigenem Urteil gegründeten Zusammenfassung des inzwischen erreichten Forschungsstandes wie nur wenige befähigt. Dabei hat er seinen räumlichen Rahmen erheblich weiter geschlagen, als ihn das Brandenburgische Namenbuch abgesteckt hatte, indem es sich wie das Historische Ortslexikon für Brandenburg auf die »Mark Brandenburg« zwischen Elbe und Oder unter Einschluß Berlins und der 1815 der Provinz Brandenburg zugeschlagenen ehemals sächsischen Gebiete um Belzig und Jüterbog, aber unter Ausschluß der gesamten Niederlausitz beschränkte. Fischer hat jetzt die gegenwärtigen Außengrenzen des Landes Brandenburg zugrunde gelegt, so daß er die ebenfalls 1815 Brandenburg zugeordnete Niederlausitz und dazu zahlreiche Orte, die ehemals Mecklenburg, Pommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen zugehörten, berücksichtigt hat. Dafür konnte er sich auf eine ebenfalls intensive Forschungsliteratur stützen.


Vorwort

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Die Bedeutung »seines« Ortsnamens zu erfahren, ist ein Wunsch, dem man vielfach unter Laien begegnet, und sie legen erfahrungsgemäß zur Wahrung ihrer Identität besonderen Wert darauf, ihren althergebrachten Ortsnamen zu behalten, wenn ihre Gemeinde in einer größeren Verwaltungseinheit aufgeht. Der in einem Ortsnamen steckende inhaltliche Bezug wird auch gelegentlich zur Gestaltung des Ortswappens herangezogen. Ein Skeptiker mag sich trotzdem fragen, ob der in den letzten Generationen betriebene erhebliche wissenschaftliche Aufwand eigentlich durch das Gewicht des Themas gerechtfertigt ist. Fischers Angaben zu den einzelnen Orten sollten ihn eines besseren belehren, wenn er sie sich in ihrer Summe und in ihrer Bedeutung vor Augen hält. Die Ortsnamengebung ist untrennbar mit der Besiedlung einer Landschaft verbunden. Es ist wohl dem Menschen eigentümlich, seine Siedlungsstätten zu ihrer Identifizierung mit einem Namen zu versehen. So schlägt sich in dem Ortsnamenbuch unseres Verfassers in erster Linie die brandenburgische Siedlungsgeschichte nieder. Die Namen offenbaren die verschiedenen Siedlungsschichten und Besiedlungsphasen, die seit etwa 1500 Jahren das Gesicht Brandenburgs geprägt haben. Die unterschiedlichen Tendenzen und Arten der Namengebung und Namenbildung sind dabei für die näheren Umstände des Siedlungsvorganges aufschlußreich, zumal wenn dazu wie in den mittelalterlichen Jahrhunderten wenige oder gar keine anderen Quellen vorliegen. Da die bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. andauernde germanische Besiedlung nur in den Flußnamen, aber nicht in den Ortsnamen Spuren hinterlassen hat, wird deren erste breite Schicht von westslawischen, d. h. altpolabischen und altsorbischen Namen gebildet. Sie zeugen von den seit dem 6./7. Jahrhundert in die spätere Mark Brandenburg eingewanderten Slawen. Es überwiegen dabei die von Personennamen abgeleiteten Ortsnamen und die Naturnamen, die nach geographischen Gegebenheiten, Eigenschaften, Gestalt und Aussehen der Landschaft sowie nach der Tierund Pflanzenwelt gegeben wurden, gegenüber den Kulturnamen, die auf die Tätigkeit des Menschen hinweisen. Im 12. Jahrhundert ging die slawische Zeit zu Ende, die heidnischen, politisch selbständigen Stämme konnten dem Ausgriff der aus dem deutschen Altsiedelland westlich von Elbe und Saale kommenden Fürsten und Adligen und den Missionsanstrengungen der christlichen Kirche nicht mehr widerstehen. Daß im Gegensatz zum 10. Jahrhundert die Errichtung der deutschen Herrschaft auf Dauer gelang, ist vornehmlich dadurch begründet, daß mit dem Aufbau deutscher Territorialherrschaften die Einwanderung und Niederlassung deutscher Siedler aus westlichen Landschaften, etwa aus Nordwestdeutschland und aus den Niederlanden, einherging. Die deutsche Ostsiedlung und der mit ihr verbundene Landesausbau schufen eine neue, durch den gegenseitigen Bezug von Städten und Dörfern gekennzeichnete Kulturlandschaft mit anderen wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Strukturen. Die Kolonisation des 12. und 13. Jahrhunderts ist allenthalben in den Ortsnamen zu spüren. Wir merken sie in den Orten, die nach einem Mann mit einem deutschen Personennamen benannt sind, üblicherweise derjenigen Person, die den Siedlungsvorgang, die Anlage eines neuen Dorfes, organisiert hat, der sogenannte Lokator. Wir merken sie in den Namenübertragungen, die oftmals erfolgten, wenn die Siedler den Namen ihrer Herkunftsorte in ihre neue Heimat übertrugen. Gerade diese Namenübertragungen sind eine der wichtigsten Zeugnisse für die Bestimmung der Herkunftsregionen, aus denen die Siedler stammten, da andere erzählende und urkundliche Quellen für die Klärung dieses Sachverhaltes fast vollständig versagen. Ohne die sprachwissenschaftlichen Untersuchungen wüßten wir fast nichts über die niederländischen Siedlungen des 12. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg. Slawisch-deutsche Mischnamen, also deutsche Ortsnamen, die mit einem slawischen Personennamen als Bestimmungsort gebildet wurden, bezeugen das Zusammenleben von Slawen und Deutschen in der Kolonisationszeit und die Beteiligung von Slawen am Landesausbau unter deut-


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Vorwort

scher Herrschaft. Sprachliche Veränderungen der Namen zu deutscher Zeit belegen das lange Weiterleben der slawischen Sprache und damit auch der slawischen Bevölkerung. Nachdem durch den spätmittelalterlichen Wüstungsprozeß zahlreiche Dörfer aufgegeben worden waren, setzte ein umfassenderer Neusiedlungsprozeß, die Neu- oder Wiedergründung von Vorwerken und Dörfern, durch die staatliche Peuplierungspolitik des brandenburg-preußischen Absolutismus im 17. und 18. Jahrhunderts ein. Hierunter fallen etwa zahlreiche Orte mit Ergebenheitsnamen, die den Namen hochgestellter Persönlichkeiten, z. B. von Angehörigen des preußischen Herrscherhauses, erhielten. An die Neugründungen Friedrichs des Großen erinnern Namen wie Friedrichsaue, Friedrichsdorf, Friedrichshagen usw. In den monarchischen Jahrhunderten wurden Orte nur in wenigen Einzelfällen und mit unterschiedlichen Absichten amtlich umbenannt, etwa dann, wenn einer verstorbenen Königin oder der eigenen Herrscherfamilie in Zusammenhang mit Schloßbauten gedacht werden sollte (Charlottenburg bzw. Oranienburg). Es blieb dem 20. Jahrhundert und den ideologischen, geschichtspolitischen Ansprüchen der herrschenden Staatspartei überlassen, gezielt und in größerem Umfang Umbenennungen zu betreiben. So suchte der Nationalsozialismus 1936/38 in einer umfassenden Verwaltungsaktion in Rahmen seiner Bekämpfung des Sorbentums die »wendischen« Ortsnamen durch deutsche zu ersetzen, damit auf diese Weise die slawische Vergangenheit der Region verwischt wurde. In ähnlicher Weise wollte die SED nach 1945 durch Umbenennungen den Bezug auf den monarchischen oder adligen Gründer oder Besitzer eines Ortes aus dem Bewußtsein der Bewohner tilgen. Abschließend fühlt sich der Reihenherausgeber besonders dazu verpflichtet, dem Verfasser dafür zu danken, daß er den Forschungsertrag des letzten halben Jahrhunderts zur brandenburgischen Ortsnamenkunde in eine handliche Darstellungsform gebracht und ihn dadurch über die engeren wissenschaftlichen Fachkreise hinaus einem größeren Interessentenkreise zugänglich gemacht hat. Das vorliegende Nachschlagewerk wird dem Leser sowohl rasche Informationen bieten als auch durch den Nachweis der herangezogenen Literatur vertiefende Weiterarbeit ermöglichen. Auf diese Weise werden die hilfswissenschaftliche Funktionen, die die sprachwissenschaftlich-namenkundliche Forschung für andere Wissenschaftszweige, für historische Nachbardisziplinen, darunter gerade die Landesgeschichte, leistet, besonders leicht erfüllt. Dem Werke ist daher weite Verbreitung zu wünschen.

Potsdam, im Mai 2005 Klaus Neitmann Vorsitzender der Brandenburgischen Historischen Kommission


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Die Namen der Gemeinden, Ortsteile und Wüstungen in den heutigen Ländern Brandenburg und Berlin werden sprachlich erklärt. Aufgenommen wurden auch alle Wohnplätze, die einmal Dörfer waren. Insgesamt sind es 3 897 Namenartikel. Die Erklärungen beruhen größtenteils auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die kritisch ausgewertet und bei vielen Namen ergänzt wurden. Die Namenforschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, so daß manche Erklärungen in älteren Werken korrigiert werden mußten. Das vorliegende Buch will die bisherigen Untersuchungen nicht ersetzen, sondern deren Ergebnisse für die Länder Brandenburg und Berlin zusammenfassen und einem größeren Benutzerkreis zugänglich machen. Für einige Gebiete des Landes Brandenburg fehlen namenkundliche Untersuchungen, die alle Namen erfassen. Das betrifft zum einen das Gebiet links der Oder, das bis 1945 zur Neumark gehörte und im Brandenburgischen Namenbuch nicht enthalten ist. Bei der Bildung der neuen Bundesländer sind außerdem Gebiete zum Land Brandenburg gekommen, die ehemals zu Mecklenburg, Pommern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt gehörten. Das vorliegende Buch bringt zum ersten Mal eine Erklärung sämtlicher Ortsnamen der heutigen Länder Brandenburg und Berlin.


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Aufbau der Artikel 1. Amtlicher Name Schreibung der Namen und Zugehörigkeit der Orte zu den Kreisen in Brandenburg analog zu: Land Brandenburg. Register der Gemeinde- und Ortsteilnamen des Landes. Stand: Mai 1994. Landesvermessungsamt Brandenburg. Für Berlin galt als Vorlage: Übersichtskarte von Berlin 1 : 50 000, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen – Vermessungswesen –, Dezember 1995. Die Zugehörigkeit der Ortsteile zu den Stadtbezirken spiegelt den Stand vom 1. Januar 2001 (Bildung der neuen, größeren Stadtbezirke). Alle hier verzeichneten Gemeinden bzw. Stadtbezirke und Ortsteile sind aufgenommen worden. Manche Gemeinden weisen auch kleinere Siedlungen als Ortsteile aus, andere wiederum nur ehemalige Dorfgemeinden. Erklärt werden auch die ehemaligen Namen umbenannter Orte. Außerdem enthält das Buch die Namen aller aufgegebenen Siedlungen (Wüstungen). Seit wann ein Ort nicht mehr besteht, wird nicht vermerkt. Ausführliche Angaben dazu findet man in den Wüstungskunden und in den Historischen Ortslexika. Bei der alphabetischen Anordnung sind unterscheidende Zusätze nicht berücksichtigt, z. B. werden Alt Bork und Deutsch Bork unter Bork behandelt.

2. Kennzeichnung gleichlautender Ortsnamen Blankenburg (1) Blankenburg (2) Buckow (1) Buckow (2) Die Zahlen zeigen an, daß die Namen zwar heute gleich lauten, aber unterschiedlich zu erklären sind. Kriterium ist die Namengebung, nicht die Bedeutung. Beispiele: Blankenburg (1) ist als Name neu gegeben worden, bei Blankenburg (2) ist der Name nicht an Ort und Stelle entstanden, sondern von einem anderen Ort übertragen worden. Buckow (1) ist ursprünglich ein slawischer Seename, nach dem erst im 19. Jahrhundert eine Siedlung benannt wurde. Buckow (2) ist ein Ortsname, der schon zu slawischer Zeit eine Siedlung bezeichnete. Berkholz (a) Berkholz (b) Die Buchstaben zeigen an, daß die Namen gleich zu erklären sind, es handelt sich in diesem Fall um Namenparallelen.


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Aufbau der Artikel

3. Lageangaben (heutige Kreise) Briesen (HVL ) Briesen (LDS ) Niederschöneweide (B – Treptow-Köpenick) In Klammern folgt die Zugehörigkeit zu den heutigen Kreisen, abgekürzt nach Kfz-Kennzeichen, bei Namen im Land Berlin werden Berlin (B) und der Stadtbezirk angegeben. Gleichnamige Orte sind nach der heutigen Kreiszugehörigkeit geordnet: BAR Barnim BRB Brandenburg an der Havel (kreisfreie Stadt) CB Cottbus (kreisfreie Stadt) EE Elbe-Elster FF Frankfurt (Oder) (kreisfreie Stadt) HVL Havelland LDS Landkreis Dahme-Spreewald LOS Landkreis Oder-Spree MOL Märkisch-Oderland OHV Oberhavel OPR Ostprignitz-Ruppin OSL Oberspreewald-Lausitz P Potsdam (kreisfreie Stadt) PM Potsdam-Mittelmark PR Prignitz SPN Spree-Neiße TF Teltow-Fläming UM Uckermark

4. Erste schriftliche Belege der Namen Bagow (PM ), 1224 Bogow Hohenferchesar (PM ), 1186 Verchiezere Bliesendorf (PM ), 1236 Wilhelmus de Blisendorp (Personenname), 1335 Blisindorp Angegeben wird das Jahr, in dem ein Ort das erste Mal schriftlich erwähnt wird, danach folgt der erste Namenbeleg. Viele Ortsnamen sind zuerst als Personenname belegt, das heißt der Zuname (Familienname) einer Person wurde nach der Herkunft oder dem Wohnort gegeben. Hat sich die Namenform sehr verändert, werden mehrere Belege angeführt. Die Orte sind meist viel älter als der erste schriftliche Beleg. Dieser gibt oft nicht die älteste Namenform wieder, da Erstbelege aus Kopien alter, verloren gegangener Urkunden stammen können, z. B. werden viele Orte zuerst in der Meißener Bistumsmatrikel von 1346 genannt, die jedoch nur in einer Kopie aus dem Jahre 1495 überliefert ist.


Aufbau der Artikel

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5. Namenerklärung Die Erklärungen sind aus Platzmangel wegen der vielen Namen sehr kurz. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird oft nur die Bedeutung des Namens angegeben, z. B. Baek ›Bach‹, Gohra, slawisch ›Berg‹. Da es sich um Siedlungsnamen handelt, müßte die Erklärung eigentlich lauten: ›Dorf an einem Bach‹, ›Siedlung an einem Berg‹. ›Slawisch‹ bedeutet, daß der Name aus der Sprache der (einst) hier siedelnden Slawen stammt. Genaueres dazu siehe im Kapitel »Namenkunde«. Bei slawischen Namen wird auf die wissenschaftliche Umschrift erschlossener Namenformen verzichtet. Bei übertragenen Namen erfolgt die Angabe, woher sie stammen. Der Name des Ausgangsortes wird nur erklärt, wenn eine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Namen vorliegt.

6. Verweise Bei zusammengesetzten oder mehrgliedrigen deutschen Ortsnamen wird das Grundwort (letztes Namenglied, z. B. -dorf in Abbendorf, -hausen in Niederschönhausen) oft nicht oder nicht genauer im Namenartikel erklärt, sondern zusammenfassend als Stichwort im Kapitel »Namenkunde«. Hier sind meist keine Verweise im Namenartikel notwendig. Das betrifft auch Erklärungen zur Bildungsweise vieler slawischer Namen.Verwiesen wird jedoch auf Bildungsweisen, die bei mehreren Namen vorkommen und einer Erklärung bedürfen, z. B. Gedenkname, Mischname. Verweise sind auch dann vonnöten, wenn heute Namen gleich auslauten, z. B. auf -a, -au oder -ow, dieser Auslaut aber unterschiedlich zu erklären ist.

7. Literaturangaben Die Zahlen am Ende der Artikel verweisen auf die Nummern im Literaturverzeichnis. Es wird angegeben, woher die Belege und die Namenerklärungen stammen. Wenn ein Name in einem genannten Werk enthalten ist, hier aber anders erklärt wird, heißt es z. B. »anders 101«. Aus Platzmangel wird das nicht begründet. In den meisten Fällen legen jüngere Forschungsergebnisse der Namenkunde und der Geschichtswissenschaft, hier vor allem bei der Zuordnung urkundlicher Belege zu bestimmten Orten, eine andere Namenerklärung nahe. In der genannten namenkundlichen Literatur werden die Erklärungen meist ausführlich begründet.


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Abbendorf – Alexanderhof (b)

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A Abbendorf (PR ), 1413 Abbendorp: Benannt nach

einem Mann mit dem deutschen Personennamen Abbo. (1, 106) Ackerfelde (OPR ) bei Niemerlang, bis 1819 Allmannskniep: Neuer Name nach der Lage der Siedlung auf der Feldmark abseits vom Dorf. (1, 106) Adlershof (B – Treptow-Köpenick), 1753/54 angelegt: Benannt nach dem Adlergestell (heute Straßenname). Brandenburgisch Gestell bezeichnet Wege oder Schneisen, die einzelne Jagen (Waldabschnitte) voneinander trennen. Das Gestell hat seinen Namen nach dem Adler auf dem preußischen Wappen. (4, 103) Adlig siehe Dubrau. Adriansdorf (LOS ) Wüstung bei Beeskow, 1326 Adrianstorf: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Adrian, der aus dem Lateinischen stammt. (9, 112) Ahlimbswalde (UM ) bei Ringenwalde, 1725 Papen Orth, 1734 Papen-See, 1750 Ahlimswalde: A. liegt am Pfaffensee (Papensee), dieser Name weist auf kirchlichen Besitz hin, vgl. Papenbruch. Das ehemalige Vorwerk wurde nach dem Besitzer benannt, der Familie von Ahlimb. (8, 109) Ahlsdorf (a) (EE ), 1380 Coppe von Algerstorff (Personenname), um 1420 Algesdorff, 1446 Wendischen Alsdorff, 1474 Alstorff. (113) Hohenahlsdorf (b) (TF),1352 Alystorp,1368 duetzen Algerstorp, 1657 Hohen Allsdorf. Die Dörfer sind nicht benachbart, so daß die unterscheidendenZusätze›deutsch‹und›wendisch‹nicht bei der Gründung, sondern später gegeben wurden: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen PersonennamenAlger.(10,107)

Ahrensdorf (1 a) (LOS ), 1346 Arnßtorff. (9, 21,

112) Ahrensdorf (1 b) (TF ) südlich Trebbin, 1368 Arns-

torff. (10, 107) Ahrensdorf (1 c) (UM ) bei Templin, 1306 Ludolfo

de Arndestorp (Personenname), 1320 Arenstorp: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Arnold oder der davon gebildete Kurzform Arn, Arnd, Arend. Ebenso Arensdorf, Arnsdorf. (8, 109) Ahrensdorf (2) (TF ) nordwestlich Ludwigsfelde, 1242 Arnestorp, 1249 Arnoldsdorpe: Vielleicht Namenübertragung von Ahrensdorf 1 b. (4, 103, 107) Ahrensfelde (BAR und B – Marzahn-Hellersdorf), 1375 Arnsfelde. Der heutige Berliner Teil, 1897 Neu Ahrensfelde, gehört seit 1920 zur Stadt, weitere Gebiete kamen seit 1986 zu Berlin: Benannt nach einem Mann mit dem gleichen Personennamen wie bei Ahrensdorf 1. (6, 23, 105) Albertsheim (HVL ) bei Rathenow, 1845 angelegt: Benannt nach dem Gründer Albert Schulze. (3, 104) Albertshof (BAR ) bei Rüdnitz: 1861 benannt nach dem Besitzer Albert Petersen. (6, 105) Alexanderdorf (TF ), bis 1875 Alexanderhof. (4, 103) Alexanderhof (a) (TF ), 1756 Siedlungsbeginn, 1814 amtlicher Name Alexanderhof, 1875 nach Vergrößerung der Siedlung umbenannt in Alexanderdorf: Benannt nach dem neuen Besitzer Alexander Constant de Ruville. (4, anders 103) Alexanderhof (b) (UM ) zu Prenzlau, 1840 angelegt: Benannt nach dem Besitzer, dem Bankier Alexander Itzig. (8, 109)


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Allendorf – Angermünde

Allendorf (PM ) Wüstung bei Jeserig/Fläming,

Altdorf (PM ) Wüstung bei Niemegk, 1383 In

1388 Albenstorff, 1487 Alberndorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Albero. (5, 102) Allmannskniep (OPR ) bei Niemerlang, 1817 Allmannskniep, 1819 umbenannt in Ackerfelde: Der Name Allmannskniep ›jedermanns Bedrängnis‹, zu brandenburgisch kniepen ›kneifen‹, war eine abwertende Bezeichnung für einen Ausbau. Die Umbenennung erfolgte auf Grund wiederholter dringender Bitten der Gemeinde. (1, 106) Allmosen (OSL ), 1551 Almusa, Almus, um 1600 Almosen: Slawisch, wahrscheinlich ›Siedlung eines Mannes namens Wolibud‹, Angleichung an das deutsche Wort ›Almosen‹. (115, 121) Alsenhof (UM ) bei Hammelspring, 1862 errichtet, 1866 Alsenhof: Der neue Besitzer (1866) hatte 1864 im preußisch-dänischen Krieg den Übergang nach der Insel Alsen im Kleinen Belt mitgemacht und nannte seinen Hof im Gedenken daran Alsenhof. (8, 109) Alt siehe Bahren, Barenthin, Barnim, Belgern, Bensdorf, Bernsdorf, Biehlen, Bliesdorf, Bork, Daltzow, Döbern, Forst, Friedland, Friesack, Galow, Garz, Gastrose, Gaul, Glienicke, Glietzen, Globsow, Golm, Golßen, Grimnitz, Gröben, Haßlow, Herzberg, Hohenwalde, Hüttendorf, Kietz (zweimal), Krüssow, Künkendorf, Lager, Landsberg, Langerwisch, Langsow, Lewin, Lochow, Lüdersdorf, Lutterow, Mädewitz, Madlitz, Mahlisch, Mönchwinkel, Placht, Ranft, Reetz, Rosenthal, Ruppin, Schadow, Sorgefeld, Stahnsdorf, Temmen, Thymen, Töplitz, Tornow, Trebbin, Tucheband, Wriezen, Zauche, Zeschdorf. Nach der Gründung von neuen Dörfern oder Siedlungen, die den Namen des Nachbarortes übernommen haben, wurden die unterscheidenden Zusätze ›alt‹ (in lateinisch geschriebenen Urkunden ›antiqua‹) und ›neu‹ verwandt. Diese Namengebung ist seit dem Mittelalter belegt. In Brandenburg betrifft es besonders viele Neugründungen seit dem 18. Jahrhundert.

dem alden dorpe zcu Nymig: Da A. bei der Ersterwähnung schon wüst war, kann ein ehemaliges Dorf gemeint sein.Der Name könnte auch eine alte Siedlung bezeichnen, die slawische Burg lag auf der Altdorfer Feldmark. Vgl. Neuendorf bei Niemegk. (5, 102) Altena (a) (BAR ) Wüstung bei Sandkrug, 1335 Altena. Der Name bezieht sich auf die Nähe des ehemaligen Klosterhofs zu Chorin. (8, 109) Altena (b) (MOL ) Wüstung bei Rüdersdorf, 1375 Altena. Das Dorf lag in großer Nähe zu Rüdersdorf: ›Allzunah‹, im Mittelalter verbreiteter Ortsname, am bekanntesten heute Hamburg-Altona. Ebenso Altenau, Alteno, Altnau. (6, 105) Altenau (EE ), 1217 Alzena, 1234 Althena, 1501 Altenaw. Der Ort lag allzunah an einem Elbarm, so daß er durch Überschwemmungen bedroht war: Wie Altena, siehe -au 4. (114) Altenhof (a) (BAR ), 1571/72 Altenhoff. Der alte Hof war wahrscheinlich der wüste Wirtschaftshof Breyde. (8, 109) Altenhof (b) (OPR ) Wüstung bei Fretzdorf, zu 1523 olden Haue. (1, 106) Alteno (LDS ) bei Duben, 1397 Altinow, 1487 Altenow: Wie Altena, siehe -o. (12, 120, anders 117) Altnau (OSL ) bei Calau, 1368 Altnow, 1464 Altenow, 1587 Alttenau: Wie Altena, -au 4. (12, 120, anders 117) Amalienfelde (OHV ) bei Kremmen, bis 1896 Grabow: Offenbar benannt nach der Frau des Besitzers. (3, 104) Amalienhof (UM ) bei Wolfshagen, um 1740 gegründet: Benannt nach Gräfin Charlotte Amalie von Schwerin, geb. Gräfin von Dönhoff. (8, 109) Amt siehe Chorin. Angermünde (UM ), 1263 Henricus de Angermunde (Personenname), 1277 Angermünde, 1286 Neuen Angermünde: Namenübertragung von Tangermünde Kr. Stendal (Sachsen-Anhalt) an der Mündung des Tanger (linker Nebenfluß der Elbe), zu 1009 de civitate Tongere-


Annahütte – Aurith

muthi dicta, qui Tongera fluvius ibidem in Albiam cadit, 1136 in Angermunde, 1151 Tangermunde. Der deutsche Flußname bezeichnet ein ›frisches, kräftig fließendes Wasser‹. Das anlautende ›t‹ des Namens Tangermünde wurde als to ›zu‹ aufgefaßt, also ›T(o) Angermünde‹, man ließ es weg. Deshalb bekam Angermünde zeitweilig den Zusatz ›neu‹ zur Unterscheidung von Tangermünde. (8, 109) Annahütte (OSL ), bis 1938 Särchen: Der Name der Braunkohlengrube Annahütte gilt seit deren Vereinigung mit Särchen für den ganzen Ort. Die Grube hieß erst Emilienhütte, um 1870 Annahütte nach den Frauen der jeweiligen Besitzer. (12, 115) Annenwalde (UM ) bei Densow, 1753 angelegt: Benannt nach Anna Margarete Zimmermann, der Frau eines mecklenburgischen Glasmachers. (8, 109) Arendsee (1) (BAR ) bei Lanke, 1242 Arnesse, 1459 Arendsee: Namenübertragung von Arendsee Kr. Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt), 1184 Arnse, am gleichnamigen See, 822 Arnse. Dieser Name ist als ›Adlersee‹ zu erklären, mittelniederdeutsch arn ›Adler‹. Bei unserem Ort befindet sich kein See. Im Barnim gab es einen gleichnamigen See bei Groß Schönebeck, 1589 Der Arendsee, nach dem der Ort Arendsee jedoch nicht benannt sein kann, weil er zu weit davon entfernt liegt. (6, 105, 110) Arendsee (2) (UM ), 1289 iohannes de arnesse (Personenname), 1305 Arnse: ›Adlersee‹, benannt nach der Lage am gleichnamigen See, 1375 Arnssee, dem heutigen Haussee. (8, auch anders 109) Arensdorf (LOS ), 1405 Arnoldesdorff, Arnsdorff: Wie Ahrensdorf 1. (7, 108) Arensnest (PM ) bei Schlamau, 1419/20 Arns-

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nehste: ›Adlernest‹, mittelniederdeutsch arn ›Adler‹. Ursprünglich Flurname, kein Burgenname. Ebenso Arnsnesta. (5, 102) Arenzhain (EE ), 1298 Arnoldishain: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Arnold. Siehe -hain 1. (12, 117, 120) Arnimshain (UM ), 1826 Holzwärterhaus, 1837/ 38 Vorwerk errichtet, 1839 amtlich A. benannt, 1951 umbenannt in Buchenhain: Benannt nach dem Besitzer, Graf von Arnim zu Boitzenburg. Umbenennung aus politischen Motiven. Siehe -hain 2. (8, 109) Arnsdorf (OSL ) bei Ruhland, 1455 Arnsdorf: Wie Ahrensdorf 1. (115) Arnsnesta (EE ), 1288 Arnsneste: Wie Arensnest, siehe -a 2. (113) Atterwasch (SPN ), 1294 Atterbasch, 1318 Oterwatsch: Namenübertragung von Otterwisch im Muldentalkreis (Sachsen), 1269 Oterwash. Dieser wahrscheinlich slawische Name ist unklar. (12, 117, 145) Augustenfelde (UM ) bei Prenzlau, 1840 Lemke, 1841 Lemkenfelde, 1861 Augustenfelde: Erst benannt nach dem Besitzer Lemke, dann nach der Ehefrau oder einer Verwandten. (8, 109) Augustfelde (UM ) bei Schapow, 1750 Klein Holtzendorff, seit 1837 Augustfelde: Das Vorwerk war im Besitz der Familie von Holtzendorf, Zusatz ›klein‹ zur Unterscheidung vom benachbarten Holzendorf, Umbenennung bei Besitzerwechsel. (8, 109) Auras (SPN ) bei Schorbus, 1455 Uriß, 1642 Auraß: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Urad‹. (12, 117) Aurith (LOS ) bei Ziltendorf, 1703 genannt: Die Siedlung gehörte zum Dorf Aurith östlich der Oder, heute polnisch Urad, 1327 Vrat, 1668 Aurith. Dieser Name ist slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Urad wohnen‹. (12, 116)


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Baarz – Bahnitz

B Baarz (PR ) bei Besandten, 1326 Bartze: Sla-

wisch, ›Ort, wo es Waldbienenstöcke gibt‹. Ebenso Patitz. (1, 106) Babben (EE ), 1504 Babben: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Baba‹. (12, 117) Babe (OPR ) bei Roddahn, 1709 Babe (Flurname), 1725 Meierei: Die Meierei wurde mit einem slawischen Flurnamen benannt. Dieser ist mehrdeutig, entweder ›Sumpf, Morast‹ oder metaphorisch ›Napfkuchen‹ für einen Berg. (1, 106) Babekuhl (PR ) bei Lanz, 1406 Babekuhl: Wahrscheinlich slawisch, ›Sumpf, Morast‹, vgl. Babe, Babitz und Cistecal, Kritzkal, Liedekahle. Im Deutschen wurde der Name zu Kuhle ›Grube, Vertiefung, Loch‹ gestellt. (1, anders 106) Babelsberg (P ), 1422 der Berg, der da heißet Buberow (Flurname), 1680 Baberberg (Flurname), 1775 bey Nowawes auf dem Babelberg (Flurname), 1834 Baubeginn Schloß Babelsberg, 1873 amtlicher Name Neu-Babelsberg für Landhauskolonie, 1938 eingemeindet in die Stadt Nowawes, die gleichzeitig in Babelsberg umbenannt wurde: Der Name des Berges ist slawisch,siehe Boberow.Umgestaltung des Namens Bober(ow)berg p Babelsberg in Anlehnung an das biblische Babel (Babylon). (4, 103) Babelndorf (UM ) Wüstung bei Neuhaus, 1375 Bobibindorp, 1537 Baweldorff: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Bobla. Siehe Mischname 1. (8, 109) Babitz (OPR ) bei Wittstock, 1274 ville Babiz… palude Babiz (Dorf Babitz… Sumpf Babitz): Slawisch, ›Siedlung am Sumpf, Morast‹. (1, 106)

Babow (SPN ) bei Kolkwitz, 1458 Babo: Slawisch, ›Ort, wo Bohnen wachsen‹ oder ›Siedlung eines Mannes namens Bob = Bohne‹. (12, 117) Bad siehe Freienwalde, Liebenwerda, Saarow, Wilsnack. Groß Bademeusel (SPN ) bei Forst, 1346 Bodomozil, 1465 grossen Bademewsel. (12, 117) Klein Bademeusel (SPN ) bei Forst, 1454 Kleynen Bademueßel: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Badomysl‹. (12, 117) Badingen (OHV ), 1267 Badinghe: Namenübertragung von Badingen Kr. Stendal (SachsenAnhalt), 1332 Bodingen. Das ist ursprünglich ein altsächsischer Bewohnername, ›Siedlung, wo Leute eines Mannes namens Bodo wohnen‹. Siehe -ingen 1. (8, 109) Baek (PR ), 1320 henneke van der beke (Personenname), 1343 Beke: ›Bach‹. (1, 106) Baekern (PR ) bei Lenzen, 1315 Boekeren, 1652 Bäkern: Wahrscheinlich Namenübertragung von Böckern, aufgegangen in Buer Kr. Osnabrück (Nordrhein-Westfalen), 10./11. Jh. Bukhornon. Dieser Name wird als ›(Reh)bockshorn‹ erklärt. (1, 106) Bagemühl (UM ), 1260 Henrico de Bagemile (Personenname), 1480 Bagemill, Bagemile: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bogumil‹. (8, 109) Bagenz (SPN ), 1389 Bagancz, 1498 Bagenitz: Slawisch, ›Siedlung an einem Sumpf‹. (12, 117) Bagow (PM ) bei Päwesin, 1324 Bogow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bog‹. (3, 104) Bahnitz (HVL ) bei Möthlitz, 1225 Banthyz, 1447 Groszen Bantz. (15)


Bahnitz – Bärenklau

Klein Bahnitz (HVL ) Wüstung bei B., 1459 Bantz deserta (wüst): Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Band wohnen‹. (15, 141) Bahnsdorf (1) (EE ), 1445 Bahnsdorff: Unklar, vielleicht benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Badomar. (113) Bahnsdorf (2) (OSL ), 1462 Baynstorff: Unklar, wahrscheinlich benannt nach einem Mann mit einem slawischen Personennamen. Siehe Mischname 1. (12, 115) Bahren (EE ), Gemeindename für Groß- und Kleinbahren. Großbahren (a), 1267 Nowin Borin, 1534 Grossen Bharen. (12, 117) Kleinbahren, 1255 antiqum Boren, 1534 Kleinen Bharen. (12, 117) Bahren (b) (SPN ) bei Jerischke, 1492 Bahren: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Boren‹. (12, 117) Bahrensdorf (LOS ) bei Beeskow, 1425 Bornsdorff, 1652 Bahrensßdorff: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Boran. Siehe Mischname 1. (9, 112) Bahro (LOS ), 1370 Barou: Wie Bohrau. Nicht auszuschließen ist Namenübertragung von Bahra Kr. Riesa-Großenhain (Sachsen), 1302 Tymo de Borow. Dieser Name ist ebenso zu erklären wie Bohrau. (12, 117, 145) Baiersberg (MOL ) zu Buschdorf, 1764 im Hohen Busch angelegt, 1763/87 Schweineberg, 1775 Bayersberg: Der Flurname Schweineberg bezeichnet die flache Erhebung, auf der die Kolonie errichtet wurde. Später benannt nach dem Kriegsrat Baier in Wollup. (7, 108) Baitz (PM ), 1313 Boghetitz, 1420 Boitz: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Boguta wohnen‹. (5, 102) Bale (OPR ) Wüstung bei Berlinchen, 1244 bale: Slawisch, ursprünglich Gewässername (heute Großer und Kleiner Baal-See), ›See in einer Niederung‹. (1, 106, 110) Bälow (PR ) bei Rühstädt, 1318 nicolaus, miles de below, 1375 Belo: Slawisch, ›Siedlung an einem Sumpf‹. (1, 106)

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Bamme (HVL ), 1334 Bamme: Namenübertragung, wahrscheinlich von Bamme (Wüstung) bei Zülpich Kr. Euskirchen (Nordrhein-Westfalen), 943 Bamma, Bamme. (3, 104) Bandelow (UM ) bei Trebenow, 1321 Bandelow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bandel‹. (8, 109) Banekow (PR ) bei Karstädt, 1621 Banekow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Barnek‹. (1, 106) Bantikow (OPR ), 1316 stagnum Bantekow (Bantikower See), 1339 Bantikowe: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bandek‹. (1, 106) Banzendorf (OPR ), 1365 Banzendorp: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Banscha oder Bandsa. Siehe Mischname 1. (2, 111) Bardenitz (PM ), 1268 Bardenitz: Slawisch, ›Siedlung an einem Hügel‹, vielleicht ursprünglich Name des Bardenitzer Fließes (rechter Nebenfluß der Nieplitz), also ›Bach, der an einem Hügel entlangfließt‹, die Siedlung wäre dann nach dem Bach benannt worden. (10, 107) Bardin (BAR ) Wüstung bei Oderberg, 1231 Barsdin: Slawisch, ›Siedlung bei einer Furche‹, offenbar metaphorisch nach der Geländeform. (8, 109) Bärenbrück (SPN ), 1400 Berenbrug, 1502 Bernbruck, 1509 Berinbruch: ›Eberbruch‹ (mittelniederdeutsch bere ›Eber‹) oder ›Beerenbruch‹. Angleichung an den Namen des benachbarten Ortes Heinersbrück. (12, anders 117, 120) Bärenklau (1) (OHV ), 1350 Berenklawe: Namenübertragung von Berenklauw Prov. Gelderland (Niederlande), 1391 de Berenclau. Benennung mit dem Pflanzennamen Bärenklau ›Heracleum sphondylium‹ ist von der Namenbildung her nicht möglich. (3, 104) Bärenklau (2) (SPN ), 1295 Bernbruch, 1517 Bernbruch, 1602 Bärenklau: Namenübertragung von Bernbruch Kr. Muldentalkreis (Sachsen), 1253 Bernbruch. Dieser Name wird als ›Bärenbruch‹ oder ›im Bruch gelegene Siedlung eines


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Bärensprung – Baumschulenweg

Mannes mit dem deutschen Personennamen Bero‹ erklärt.SpäterAngleichung an den Pflanzennamen Bärenklau.(12,117,145) Bärensprung (PR ) bei Dannenwalde, 1867 benannt: Ursprünglich Flurname, ›Bärenquelle‹, brandenburgisch Spring, Sprung ›Quelle‹. (1, 106) Barenthin (PR ), 1339 Nuwenbrantin, 1375 Borentyn nova. (1, 106) Wüsten Barenthin (PR ) bei Königsberg, 1337 Borentin, 1375 Borentyn antiqua, 1472 Wustenbarentin. Das Dorf wurde nach 1413 wüst, 1753 Kolonie zu Wutike, 1754 Vorwerk zu Königsberg: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Borenta‹. (1, 106) Barnewitz (HVL ),1289 thidekino dicto bornewitz (Personenname), 1315 Bornewitz: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Born wohnen‹. (3, 104) Altbarnim (MOL ), 1412 majori barnim, 1472 groszen barnym, 1949 umbenannt in Altbarnim. (6, 105) Kleinbarnim (MOL ) zu Altb., 1300 parue Barne, 1450 Lutkenbarnym, 1454 Cleyne Barnym: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Barnim‹. (6, anders 105) Neubarnim (MOL ), 1756 Kolonistendorf errichtet. (6, 105) Barsdorf (OHV ),1318Bardestorpe:Wahrscheinlich wie Basdorf. (16) Barsikow (OPR ), 1433 Heyne Barskow (Personenname), 1491 Barssekow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Barsek.‹ (2, 111) Bartschendorf (OPR ) bei Dreetz, 1774/75 errichtet: Benannt nach einem Mann mit dem Familiennamen Bartsch. (2, 111) Baruth (TF ), 1275 de Buruth (Personenname), 1285 Baruth: Slawisch, unklar, nicht von einem Personennamen gebildet. Vielleicht Namenübertragung von Baruth Kr. Bautzen (Sachsen), 1234/80 Heinricus de Baruth (Personenname). (10, 107, 145) Bärwalde (TF ) bei Meinsdorf, 1342 berewalde: ›Dorf an einem Wald, wo es Bären gibt.‹ (10, 107)

Bärwinkel (MOL ) bei Neuhardenberg, 1801/03 erbaut: Ursprünglich Flurname, ›abseits gelegenes Flurstück, wo ein Bär war‹. (7, 108) Barzig (OSL ), 1403 Barczk: Slawisch, ›Ort, wo es Waldbienenstöcke gibt‹, vgl. Baarz. (12, 117) Basdorf (a) (BAR ), 1302 Bartoldistorp, 1375 Barstorp, 1591 Bastorff. (6, 105) Basdorf (b) (OPR ), 1525 Beßdorff, 1764 Basdorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Bart(h)old, Bert(h)old. Ebenso Baßdorf. (2, 111) Basedow (UM ) bei Klinkow, 1249 Reineko de Bassedouue (Personenname), 1321 Bazdow: Slawisch, ›Ort, wo Holunder wächst‹. Ebenso Beesdau. (8, 109) Baßdorf (UM ) bei Vietmannsdorf, 1335 Bartoldesdorp,1459Barstorp.Wahrscheinlichgegründet von Bertold von Brakel aus Westfalen und nach ihm benannt: Wie Basdorf. (8, 109) Bathow (OSL ) bei Zinnitz, 1402 Bothow, 1463/ 66 Bathow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bat‹. (12, 117) Battin (UM ) bei Grünberg, 1316 Batyn: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Batja‹. (8, 109) Batzlow (MOL ), 1375 Bogslow, 1480 Batzelow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Boguslaw‹. (6, 105) Bauersdorf (a) (HVL ) Wüstung bei Tremmen, 1173 Bauwerstorp. (3, 104) Schadebauersdorf (HVL ) Wüstung bei Tremmen, 1216 Scadebauresdorp. Der Zusatz ›schade‹ bezeichnet ein kleines Dorf. (3, 104) Bauersdorf (b) (PR ) Wüstung bei Putlitz, 1492 Bawerstorp: Benannt nach einem Mann namens Bauer, nicht ›Dorf von Bauern‹. (1, 106) Baumgarten (a) (OHV ), 1348 Bomgard. (2, 111) Baumgarten (b) (UM ) bei Ludwigsburg, 1240 Bomgarde: ›Obstgarten‹. Möglich ist auch Namenübertragung von Baumgarten Kr. Stendal (Sachsen-Anhalt), 1157 Bomgarden. (8, 109) Baumschulenweg (B – Treptow-Köpenick), 1864 Verlegung der Gärtnerei (Baumschule) von Franz Späth an den heutigen Ort: Benannt


Beauregard – Fehrbellin

nach dem Weg, der zur Baumschule von Franz Späth führte, siehe Späthsfelde. (4, 103) Beauregard (MOL ) bei Altwriezen, 1754 gegründet, die Kolonisten stammten aus der Schweiz: Französischer Name ›schöner Blick, Anblick‹ nach dem Zeitgeschmack des Adels. Die Siedlung wurde von Friedrich Paul Graf von Kameke angelegt. Siehe Abstrakta. (6, 105) Bebersee (UM ) bei Groß Dölln, 1590 der Beber See (Gewässername), 1718 Peter Stein, 1805 Bebersee, Biebersee: Peter Stein war ein dort ansässiger Zaunsetzer, später wurde die Siedlung nach dem Bebersee ›Bibersee‹ benannt. (8, 109) Bechlin (OPR ) bei Neuruppin, 1315 Bechelin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bechla‹. (2, 111) Beelitz (PM ), 1216 Beliz (Urkunde von 997 Belizi bezieht sich auf Belzig): Slawisch, ›Siedlung in sumpfigem Gebiet‹. (5, 101) Beelitz-Heilstätten (PM ), 1898 Ankauf des Geländes für die Heilstätten, die 1902 in Betrieb genommen wurden. (5, 101) Beenz (a) (UM ) bei Boitzenburg, 1251 Johanne de Benitz (Personenname), 1321 Bentz. (8, 109) Beenz (b) (UM ) bei Lychen, 1393 Beentze: Wie Behnitz. (8, 109) Beerbaum (MOL ) bei Heckelberg, 1375 Berbom: ›Birnbaum‹. (6, 105) Großbeeren (TF ), 1271 Grossen Bern. (4, 103) Kleinbeeren (TF ), 1285 Kleinen Bern: Namenübertragung, mehrere Ausgangsorte sind möglich: Behrend Kr. Stendal (Sachsen-Anhalt), 1427 Berne, Bern bei Herpt in Nordbrabant (Belgien), 1123 Berna, Berne Kr. Wesermark (Niedersachsen), 1149 Berna. (4, 103) Neubeeren (TF ), ab 1750 errichtet. (4, 103) Beerfelde (LOS ), 1285 Berenvelde: ›(Dorf am) Bärenfeld oder Beerenfeld‹. (7, 108) Beesdau (LDS ), 1272 Henrico Besedowe (Personenname), 1346 Beßdo: Wie Basedow, siehe -au 3. (12, 21, 117) Beeskow (LOS ), 1272 Beskowe: Slawisch, ›Ort, wo Holunder wächst‹. (9, auch anders 112) Beetz (OHV ), 1397 Betz: Slawisch, benannt

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nach der Lage am Beetzer See. Der Gewässername ist nicht sicher zu erklären. (3, 104, 110) Behlendorf (LOS ) bei Heinersdorf, 1405 Behlendorff: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Bela. Siehe Mischname 1. (7, 108) Behlow (LDS ) bei Lieberose (LDS ), 1302 Below: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bel‹. Ebenso Bühlow. (12, 117, anders 121) Behnitz (a) (B – Spandau), ehemalige Vorstadt, heute nur Straßenname, 1240 Bens. Name hier in der metaphorischen Bedeutung ›bauchiges Gefäß‹ als Parallele zum Namen Spandau. (3, 104) Groß Behnitz (b) (HVL ), 1358 Benitz, 1373 Grozzen Bentz. (3, 104, 110) Klein Behnitz (HVL ), 1335 parva Bentz: Slawisch, benannt nach der Lage an Gewässern, ›See mit Vertiefungen oder Buchten‹. Ebenso Beenz. (4, 104, 110) Behrensdorf (LOS ) bei Ahrensdorf, 1443 Bernsdorf: Wie Bernsdorf. (9, 112) Beiersdorf (1 a) (EE ), 1251 Beiersdorph. (114) Beiersdorf (1 b) (TF ) Wüstung bei Körbitz, 1221 Beieresdorp. Offenbar benannt nach Otto Bawarus (Bawarus = latinisierte Namenform von Bayer), der das Dorf vor 1221 dem Erzbischof von Magdeburg verschrieb: Der deutsche Zuname Beier kennzeichnet die Herkunft des ersten Namenträgers aus Bayern. (10, 107) Beiersdorf (2) (MOL ), 1275 Beigersdorp, 1300 Beirstorp: Namenübertragung von Beiersdorf 1 b. (6, 105) Bekenthin (PR ) bei Kunow, 1376 Bekentin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bekanta‹. (1, 106) Alt Belgern (EE ) bei Martinskirchen, 1240 Aldenbelgern: Benannt nach dem westlich des Ortes gelegenen Belgern Kr. Torgau-Oschatz (Sachsen), 973 Belgora. Dieser Name ist slawisch, ›weißer Berg‹. Ebenso Byhleguhre. (114, 145) Fehrbellin (OPR ),1216 Belin,1402 dy fere tu Bellyn, 1657 Fehrbellin: Der Name Bellin ist slawisch, ›weiß schimmernde Sumpflandschaft‹,


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Belten – Bergsdorf

offenbar nach Wollgras und ähnlichen Pflanzen. Es ist unklar, ob der Name schon zu slawischer Zeit auch für das Ländchen galt. Zusatz ›Fehr‹ für den Ortsnamen zur Unterscheidung von Stadt und Ländchen nach der Fähre über den Rhin, die es schon im Mittelalter gab. 1616 bautemaneineBrücke.EbensoByhlen.(3,104). Belten (OSL ) bei Vetschau, 1484 Beltin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Belota‹. (12, 117) Belzig (PM ), 997 Belizi, 1161 Beltiz, 1219 beltiz, beltz, 1487 Beltzigk: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Belota wohnen‹. Das auslautende -ig ist Kanzleiform in Analogie zu sächsischen Städtenamen. (5, 102) Bendelin (PR ), 1431 Bendelin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bandela‹. (1, 106) Benken (PM ),1375Benken:Namenübertragung durch niederländische Siedler, Ausgangsort ist Binkom in Brabant (Belgien), 1159 Benchem, 1218 Benkem, möglich wäre auch Namenübertragung von Benken (wüst) bei Melpitz Kr. Torgau-Oschatz (Sachsen), 1251 Benke, 1350 Benken. Dieser Name wird erklärt als ›zu den Bänken‹, wobei es sich um eine Anlage zum Fischfang oder um Balken über sumpfiges Gelände handeln kann. (5, 102, 145) Bensdorf (PM ), Gemeindename für heutige Ortsteile Alt- und Neubensdorf. Altbensdorf, 1363 Bentsdorp, 1475 Bentczendorf. Zusatz ›alt‹ nach der Anlage von Neubensdorf: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Benzo, einer Kurzform von Bernhard. (15, 119) Neubensdorf, Siedlung des 19. Jahrhunderts. (119) Bentwisch (PR ), 1345 bentewiths, 1441 to der bentwissche: ›Pfeifengraswiese‹, vgl. mecklenburgisch Bent ›Pfeifengras, Molinia caerulea‹. (1, 106) Berga (EE ) bei Schlieben, 1439 Berge: Wie Berge, siehe -a 2. (113) Berge (a) (HVL ), 1292 Berge. (3, 104) Berge (b) (PR ), 1938 Gemeinde aus Groß und Klein Berge gebildet. (1)

Groß Berge (PR ), 1419 Berghe, 1422 zwey dörfer peide berge genant, 1542 Großen Bergen. (1, 106) Klein Berge (PR ), 1422 siehe vor., 1482 lutken berge: ›(Dorf an einem) Berge‹. Ebenso Berga, Bergen, Bergermark. (1, 106) Bergen (LDS ), 1504 Berge: Wie Berge. (12, 117) Bergerdamm (HVL ), 1725 an den Bergischen Damm (Flurname), Ende des 19. Jh. Bahnhof Berger Damm. Die Siedlung entwickelte sich aus einem Kriegsgefangenenlager des 1. Weltkriegs (Ortsteil Bergerdamm-Lager): Ursprünglich Flurname, ›Damm bei Berge‹, siehe Berge a. (3, 104) Bergermark (PM ) Wüstung bei Belzig, 1361 in descripta villa Bergen: Wie Berge. Berger Mark für die Gemarkung hat sich als Wüstungsname durchgesetzt. (5, 102) Bergfelde (OHV ) bei Hohen Neuendorf, bis 16. Jh. Bergholz, 1591 Beerckfeldt: Der Ort wurde nach 1349 wüst, -felde statt -holz für die wüste Feldmark und das um 1600 errichtete Vorwerk. (6, 105) Bergheide (1) (OSL ) Wüstung bei Massen, bis 1937 Gohra: Umbenennung aus politischen Motiven. Neuer deutscher Name in Anlehnung an den slawischen (sorbischen) Namen Gohra, der ›Berg‹ bedeutet. (12, 13, 117) Bergheide (2) (PM ) bei Wildenbruch, nach 1928 entstanden: Namengebung am Anfang der dreißiger Jahre nach der erhöhten Lage im Nadelwald, kein Flurname. Siehe -heide. (5, 101) Bergholz (1 a) (OHV ), 1349 berchholtz, seit dem 16. Jh. Bergfelde. (6, 105) Bergholz (1 b) (PM ) bei Belzig, 1257 in Berkholte: Wie Birkholz. Niederdeutsch Berke ›Birke‹ wurde als hochdeutsch Berg aufgefaßt. (5, 102) Bergholz (2) (PM ) bei Rehbrücke, 1375 Berkholt. Wahrscheinlich deutsche Übersetzung eines slawischen Ortsnamens, der noch erhalten ist im Flurnamen Brieseholz nördlich von Bergholz, zu slawisch breza ›Birke‹: (5, 101) Bergsdorf (OHV ), 1267 Berwaldesdorpp, 1459 Bercstorp: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen (Zunamen) Ber-


Bergsoll – Bernau

wald, dessen erster Träger nach der Herkunft aus Bärwalde/TF so hieß. (8, 109) Bergsoll (PR ) bei Meyenburg, 1825 Vorwerk Bergsoll: Ursprünglich Gewässername, ›mit Birken umgebenes Soll‹, brandenburgisch Soll ›kleineres, meist rundes, abflußloses Gewässer eiszeitlicher Herkunft‹. (1, 106) Berkenbrück (a) (LOS ), 1285 Byrkenbrucke. Der Ort liegt an der Spree. (7, 108) Berkenbrück (b) (TF ), 1295 Berkenbrugke. Hier kann mit Brücke ein Damm durch sumpfiges Gelände bezeichnet worden sein: ›Ort an einer Brücke, wo Birken stehen‹. (10, 107) Berkenlatten (UM ) bei Groß Fredenwalde, 1607 Vorwerk, 1709 Berkenlatten: Ursprünglich Flurname Berkenlatten ›Birkenschößlinge‹. (8, 109) Berkholz (a) (UM ) bei Meyenburg, 1354 Berkholt. Beim Dorf liegen der Briesensee und der Briesenberg. Übersetzung eines slawischen Namens ist möglich wie bei Bergholz 2. (8, 109) Berkholz (b) (UM ) bei Boitzenburg, 1288 Berkholte: Wie Birkholz. Berke ist die niederdeutsche Form von Birke. (8, 109) Berlin (a) (Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland), 1244 dominus Symeon de Berlin (Personenname), 1251 Berlin: Slawisch, ›Siedlung bei einem Sumpf, Morast‹. Angesichts zahlreicher paralleler slawischer Orts-, Gewässer- und Flurnamen ist die Namenerklärung aus dem Slawischen nicht zu bezweifeln. Andere Erklärungen des Namens Berlin sind wissenschaftlich nicht haltbar. Der schon seit 1280 im Stadtwappen enthaltene Bär ist für die Namengebung nicht bestimmend gewesen. Vielmehr ist es möglich, daß deutsche Siedler den fremden Namen früh als Bärlin ›Bärlein, kleiner Bär‹ erklärt haben. Vielleicht wurde der Name auch mit Albrecht dem Bären in Verbindung gebracht. Eine ausführliche Darstellung bisheriger Namenerklärungen gibt Gerhard Schlimpert im Band »Die Ortsnamen des Barnim« des »Brandenburgischen Namenbuches«. Sämtliche auf brl-in- zurückzuführenden Namen im gesamten slawischen Sprachge-

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biet hat Jürgen Udolph in dem Buch »Studien zu slavischen Gewässernamen und Gewässerbezeichnungen« zusammengestellt und kartiert. Man erschließt die Bedeutung ›Sumpf, Morast‹. Sehr viele slawische Wörter bezeichnen ›Sumpf, Morast‹, deshalb ist die spezielle Bedeutung des Wortes in unserem Gebiet nicht klar. Es gibt nur viele Namen, als Appellativum ist *berlin in keiner slawischen Sprache belegt. Zuletzt hat Fritz Bönisch in seinem Aufsatz ›Berlin, Berline und Berlinchen in der Niederlausitz‹ die Lage von Orten mit diesem Namen untersucht und festgestellt, daß sich in der Niederlausitz kaum ein Bezug zu Sumpf erkennen läßt, sondern daß die Orte eher auf unbrauchbarem trockenem Boden liegen. Diese Bedeutung kann eine Sonderentwicklung im Niedersorbischen sein. Die Etymologie des Namens ist dadurch nicht in Frage gestellt. (105, 132, 142) Groß Berlin (b) (OPR ) Wüstung bei Berlinchen, 1311 maiorem Berlin,1430 groten berlin. (1,106) Berlinchen (a) (OPR ), 1274 minoris Berlin, 1431 lutteken berlyn, 1574 Berlinichen. Zusatz ›lütken = klein‹ zur Unterscheidung von Groß Berlin, später durch das Verkleinerungssuffix -chen ersetzt. (1, 106) Berlinchen (b) (OSL ) Wüstung bei Geisendorf, 1486 Berlinichen. (12) Berlinchen (c) (OSL ) Wüstung bei Zinnitz, 1463/ 66 Berlinchin: Wie Berlin. Das deutsche Suffix -chen zeigt an, daß es sich um einen kleinen Ort handelte. Siehe -chen 1. (12, 121) Berlitt (OPR ) bei Rehfeld, 1440 Berlit: Slawisch, unklar. (1, anders 106) Bernau (BAR ), 1292 Barnow, Barnove, 1296 Bernow,1775Bernau:Wahrscheinlichslawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Barn‹, möglich wäre auch deutsch ›Bärenaue‹ oder ›Eberaue‹, mittelniederdeutsch bere ›Eber‹, vielleicht auch Namenübertragung von der Wüstung Bernau bei Coswig Kr. Anhalt-Zerbst (Sachsen-Anhalt), 1355 de Bernouwe. Dieser Name wird aus dem Deutschen erklärt. (6, 26, anders 105)


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Bernheide – Biebersdorf

Bernheide (PR ) bei Lanz, 1521 Berneheide:

Mehrdeutig, ›Eberwald‹, mittelniederdeutsch bere ›Eber‹, auch ›Bärenwald‹ oder ›Beerenwald‹ sind möglich. (1, 106) Bernitzow (HVL ) bei Berge, 1491 Berntzow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Barnisch‹. (3, 104) Bernöwe (OHV ) bei Schmachtenhagen, 1350 berenhouet, 1805 Bernöve: Mittelniederdeutsch berenhövet ›Bärenkopf‹, metaphorische Bezeichnung für einen Berg. (6, 105) Bernsdorf (EE ), um 1420 Bernstorff. (113) Alt Bernsdorf (EE ) Wüstung bei Bernsdorf, um 1620 Alten Bernsdorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Bernhard oder der davon gebildeten Kurzform Bern, Bernd. Ebenso Behrensdorf. (113) Bertikow (a) (OPR ) bei Walsleben, 1524 Bertkow. (2, 111) Bertikow (b) (UM ), 1243 Theodericus de Berticowa(Personenname),1375Berthekow:Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bartik‹. (8, 109) Besandten (PR ), 1328 hoff, ihn der Nedderwisch, 1652 Wische Lenzen, Besandete, 1684 die besandten: Landschaftsname Nedderwische ›niedrig gelegene Wiese‹. Der Name Besandten ›besandete (Stelle, Wiese)‹ entstand nach Überschwemmungen der Elbe, z. B. 1686 ›deren Häuser die Elbe vor 12 Jahren weggetragen und hat die Elbe daß darzugehorige Landt besandet‹.Vgl. Unbesandten. (1, 106) Großbesten (LDS ) zu Bestensee, 1307 to der Besstwinschen Berghen (Flurname), 1375 Bestewin magna, 1436 Grossen Bestwyn, 1546 groß Besthen. (4, 103) Kleinbesten (LDS ) zu Bestensee, 1375 Bestwyn parva, 1436 Cleinen Bestwyn: Slawisch, ›Ort, wo Holunder wächst‹. (4, 103) Bestensee (LDS ), 1938 Groß- und Kleinbesten unter dem Namen Bestensee vereinigt. Die Dörfer liegen an Seen. (4, 103) Bethiko (MOL ) Wüstung im Land Lebus, 1405 Bethiko: Slawisch, unklar. (7, 108) Betten (EE ), 1346 Bettyn: Slawisch, ›Siedlung

eines Mannes namens Beta‹. (12, 121, anders 117) Betzin (OPR ), 1294 Butsin: Slawisch, ›Rotbuchengehölz‹. (3, 104) Groß Beuchow (OSL ), 1346 Beichow, 1453 Gross Bichow. (12, 117) Klein Beuchow (OSL ), 1450 Weynigen Bichow, 1483 Cleyne Beychow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bych‹. (12, 117) Schadebeuster (PR ) bei Wittenberge, 1441 schadeboyster: Namenübertragung von Bovenistier Arr. Waremne, Departement Liège (Belgien), 1147 Bovingisster, 1186 Bouingestir. Zusatz ›schade = klein‹ zur Unterscheidung vom gleichnamigen Ort links der Elbe, Beuster Kr. Stendal (Sachsen-Anhalt), 1246 Boystere. (1, 106) Beutel (UM ), 1327 Beytel: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bytol‹. (8, 109) Beutersitz (EE ), 1300/11 Bitirscheit, 1384 Byterczicz: Benannt nach der Lage an einem Bach, der in die Schwarze Elster mündet. Der Flußname ist slawisch, ›schneller, klarer Bach‹. (114, 121) Großbeuthen (TF ), 1370 Wenschen Buten, 1598 wendischenBeuten,1724Groß-Beuthen.(4,103) Kleinbeuthen (TF ), 1367 Buthen, 1624 deütschen Büeten, 1703 Klein Beuthen: Slawisch, mehrdeutig, am wahrscheinlichsten ›Ort auf fauligem oder fettem Boden‹. (4, anders 103) Beveringen (PR ), 1368 Beveringhe: Namenübertragung von Beverungen an der Bever (Nebenfluß der Weser) Kr. Höxter (Nordrhein-Westfalen), 1155 Beueringen. Dieser altsächsische Name ist zu erklären als ›Leute, die an der Bever wohnen‹. (1, 106) Beyern (EE ), 1346 Beiern: Benannt nach SiedlernausBayern,›(beiden,zuden)Bayern‹.(113) Bicking (EE ) bei Herzberg, 1380 wendischen Bukkeken, um 1900 Klein Buckow oder Bukeken (alias Büking): Unklar. (113) Biebersdorf (LDS ), 1426 Beberstorff, 1447 Biberstorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen (Zunamen) Biber. (12, 120, anders 117)


Biegen – Birkenstein

Biegen (LOS ), 1366 Bigen: Wahrscheinlich benannt nach der Biegung des Flusses, an dem das Dorf liegt. Der Fluß heißt heute Biegener Fließ. (7, 108) Biegenbrück (LOS ) bei Müllrose, 1704 auf der Biegenschen Brücke (Brücke), 1721 Forsthaus, 1751 Kolonisten: Brücke bei Biegen über den Neuen Graben (Friedrich-Wilhelm-Kanal). (7, 108) Biehla (EE ) bei Elsterwerda, 1267 Albertus de Bele(Personenname),1406Bele:Slawisch,›weißer (Berg)‹.(114, 121) Biehlen (1) (OSL ) bei Schwarzbach, 1398 Belhen, 1529 Bylen: Slawisch, ›weißer, heller Ort‹ oder ›Ort bei einem Sumpf, einer feuchten Wiese‹. (115, 121) Alt Biehlen (2) (OSL ) Wüstung bei Settinchen, 1527 wuste Bele: Slawisch, ›Sumpf, feuchte Wiese‹. (12, 117) Biekow (OPR ) Wüstung bei Zechlinerhütte, slawische Siedlung, danach benannt BikowSee, 1778–87 Biekow-See: Slawisch, ›Ort, wo es Stiere gibt‹ oder ›Siedlung eines Mannes namens Byk = Stier‹. (1, 110) Bienenfarm (HVL ) bei Selbelang, 1860 wurde das Selbelangsche Forsthaus amtlich Bienenfarm benannt, offenbar weil auch Bienen gezüchtet wurden. Das Wort ›Farm‹ ist im 18. Jahrhundert in Reiseberichten aus dem Englischen ins Deutsche gelangt und war im 19. Jahrhundert ein »modernes« Wort. (3, 104) Bienenwerder (a) (MOL ) bei Hoppegarten, 1699 Schäferei errichtet. (105) Bienenwerder (b) (MOL ) bei Neurüdnitz, 1768 angelegt: Ursprünglich Flurname. ›Erhebung im Sumpfgelände, wo es Bienen gibt‹. (108) Biesdorf (1) (B – Marzahn-Hellersdorf), 1375 Bysterstorff, 1527 Bistorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamem (Zunamen) Biester, mittelniederdeutsch Bister zum Adjektiv bister ›verwirrt, verworren‹. (6, 105) Biesdorf (2) (MOL ), 1272 Bisterstorp, 1527 Bistorff: Namenübertragung von Biesdorf 1. (6, 105)

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Biesen (OPR ) bei Wittstock, 1352 Bysen: Vielleicht Namenübertragung von Biesum Dep. Groningen (Niederlande), 1. Hälfte 11. Jh. Bisashem. Dieser Name wird als Ableitung von einem Personennamen Biso erklärt. (1, 106) Biesenbrow (UM ), 1292 Johannes Byssemarowe (Personenname), 1321 Bysmerow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Besmer‹. (8, 109) Biesendahlsdorf (UM ),ohnealteBelege:Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen (Zunamen) Biesendahl. Schon 1343 ist ein Petrus Bisedael in Garz belegt. (18) Biesenthal (BAR ), 1258 Bizdal, 1608 Bisendall: Namenübertragung von Biesenthal Kr. Stendal (Sachsen-Anhalt), das am rechten Ufer der Biese (linker Nebenfluß des Aland) liegt. (6, 105) Biesow (MOL ) bei Prötzel, 1375 Byso, Bysow: Namenübertragung von Beese Kr. Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt), 1324 Besa, ›Bies(en)aue‹. Beese liegt an der Biese, siehe Biesenthal. (6, 105) Biesterholz (PR )beiSadenbeck,1897Biesterholz: Ursprünglich Flurname, ›verwilderter Wald‹, mittelniederdeutsch bister bedeutet auch ›verwildert, verkommen‹.Vgl. Biesdorf. (1, 106) Bietikow (UM ), 1214 Bitcowe: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bytek‹. (8, 109) Bindow (LDS ), 1492 Byndunge, 1518 Grosse Bindung, 1684 Bindungen, 1735 Bindow: Benannt nach der Lage an einer Verbindung über die Dahme, mittelniederdeutsch bindinge ›Binde‹. Siehe -ow 4. (9, 112) Birkenfelde (PR ) bei Pritzwalk, 1822 angelegt: Kein Flurname, sondern Namengebung bei der Gründung. (1, 106) Birkenhain (TF ) bei Osdorf, 1949 entstanden: Namengebung nach einem in der Nähe befindlichen Birkenwäldchen. (4, 103) Birkenhöhe (BAR ) bei Bernau, Name amtlich erst 1950 belegt: Kein Flurname. (6, 105) Birkenstein (MOL ) bei Dahlwitz-Hoppegarten, 1932 als Wohnplatz belegt: Kein Flurname, sondern Neubenennung. (105)


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Birkenwerder (a) – Altbliesdorf

Birkenwerder (a) (LOS ) bei Spreeau, 1798 Birkenwerder, 1927 umbenannt in Spreewerder. Ursprünglich Flurname. Umbenennung, um Verwechslungen mit Birkenwerder bei Oranienburg (beide im ehemaligen Kreis Niederbarnim) zu vermeiden. (6, 105) Birkenwerder (b) (OHV ), 1355 Bergkenwerder. Hier ist mit Insel eine Erhebung in der Sumpflandschaft gemeint. Der deutsche Name ist vielleicht als Übersetzung eines ursprünglich slawischen Namens entstanden, siehe Briese, vgl. Bergholz 1: ›Mit Birken bestandene Insel‹. (6, 105) Birkholz (a) (BAR ) bei Bernau, 1370 Berckholze. (6, 105) Birkholz (b) (LDS ) bei Münchehofe, um 1500 angelegt, 1518 Bergkholtz, 1556 Birkholtz. (9, 112) Birkholz (c) (LOS ), 1346 Bergholcz. (9, 21, 112) Birkholz (d) (PR ) bei Mankmuß, 1340 Berckholte. (1, 106) Birkholz (e) (TF ) bei Osdorf, 1375 Berkholte, Berkholtz: ›Birkenwald, -gehölz‹. Ebenso Bergholz, Berkholz. (4, 103) Birkhorst (a) (OHV ) bei Nassenheide, 1845 benannt. (6, 105) Birkhorst (b) (PM ) bei Salzbrunn, 1748 Kolonie errichtet: In beiden Fällen ursprünglich Flurname, ›mit Birken bestandene Erhöhung im Sumpf- oder Luchgelände‹. (5, 101) Birkwalde (EE ) bei Breitenau, bis 1937 Presehna: Birkwalde ist eine Übersetzung des slawischen (sorbischen) Namens Presehna.(12,120) Bischdorf (OSL ), um 1400 Bischofdorff, 1527 Bischdorf: Dorfgründung durch einen Bischof oder auf kirchlichem Land. Bischöflicher Besitz ist jedoch urkundlich nicht belegt. (12, 117) Bischofshagen (UM ) Wüstung bei Berkenlatten, 1375Byscoppeshaghen:Namenübertragungvon Bischofshagen Kr. Höxter (Nordrhein-Westfalen). Dieser Name bezeichnet eine Rodungssiedlung eines Bischofs oder auf kirchlichem Land. (8, 109) Bischofswerder (OHV ) bei Liebenwalde, 1789 Gestüt erbaut: Unklar, ob alter Flurname oder

Namengebung bei der Gründung. Offenbar Familienname Bischof. (6) Blandikow (OPR ), 1293 Blantekow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Blandek‹. (1, 106) Blankenberg (OPR ), 1334 Blanckenberg: ›Blanker, heller Berg‹. (2, 111) Blankenburg (1) (B – Pankow), 1375 Blankenburg: ›Helle, glänzende, weiße Burg‹. (6, 105) Blankenburg (2) (UM ), 1250 Blankenborch: Namenübertragung von Blankenburg Kr. Wernigerode (Sachsen-Anhalt), um 1144 de Blankenburc. Namenerklärung wie 1. (8, 109) Blankenfelde (a) (B – Pankow), 1284 Johannes de Blankenfelte (Personenname), 1375 Blankenfelde. (6, 105) Blankenfelde (b) (TF ), 1375 Blankenvelde: ›(Dorf auf) freiem, lichtem Felde, Gelände‹. (4, 103) Blankensee (a) (TF ), 1307 blankense. Benannt nach der Lage am Blanken See, der bis ins 18. Jahrhundert Großer Krossin hieß. Dieser Name ist slawisch, ›schöner See‹. Vielleicht ist Blankensee die Übersetzung des slawischen Namens. (10, 107, 110) Blankensee (b) (UM ) bei Mittenwalde, 1375 Blankese. Benannt nach der Lage am gleichnamigen, heute verlandeten See, 1375 Blankense: ›Blanker, schimmernder See‹. (8, 109) Blasdorf (LDS ), 1302 Blogozchstorf, 1557 Blasdorf: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Blogosch. Siehe Mischname 1. (12, 117) Blesendorf (OPR ), 1291 Blesendorp: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Blisa. Siehe Mischname 1. Ebenso Bliesendorf. (1, 103) Bleyen (MOL ), 1460 Blewen: Unklar, wahrscheinlich slawisch. (14) Bliesdorf (MOL ), 1928 Gemeinde Bliesdorf gebildet aus Altb., Neub., Vevais und Gutsbezirken. (6, 105) Altbliesdorf, 1375 Blistorpp, 1771 Alt Bliesdorff: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Blis, vgl. Blesendorf. Siehe Mischname 1. (6, 105)


Neubliesdorf – Boecke

Neubliesdorf, 1763–73 errichtet. (6, 105) Bliesendorf (PM ), 1236 Wilhelmus de Blisendorp (Personenname), 1335 Blisindorp: Wie Blesendorf. (5, 101) Blindow (UM ), 1269 Daniele de blingowe (Personenname), 1298 Blingow, 1355 Blindow: Slawisch, unklar. (8, 109) Bloischdorf (SPN ), 1346 Bloßdorff, 1523 Blochsdorf: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Blosch oder Blogosch. Siehe Mischname 1. (12, 117, 143) Blönsdorf (TF ), um 1400 Blodenstorff, 1504 Blonstorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen (Zunamen) Blödin, der zu mittelhochdeutsch bloede ›gebrechlich, zart, zaghaft‹ gehört. (118) Blosendorf (BRB ) Wüstung bei Brandenburg, 1249 Blosendorp: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Bloso. (3, 104) Blossin (LDS ), 1448 Blessin, 1556 Blossin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Bloscha‹. (9, 112) Blumberg (a) (BAR ), 1253 Theodericus de Blumenberch (Personenname), 1327 Blomenberge. (6, 105) Blumberg (b) (UM ), 1343 Henning Blumenberch in Garz (Personenname): ›Blumenberg‹. Die mit ›Blume‹ gebildeten Namen gehören zu den Wunschnamen der mittelalterlichen Siedlungszeit. Sie sollen etwas Schönes ausdrükken. (18) Blumenhagen (UM ) bei Schwedt, 1269 Blomenhaghen: Vgl. Blumberg, siehe -hagen 1. (8, 109) Blumenow (OHV ), 1309 Blumenowe: ›Blumenaue‹, vgl. Blumberg, siehe -ow 3. (28) Blumenthal (a) (MOL ) bei Prötzel, 1375 Blumendal. (6, 105) Blumenthal (b) (OPR ) Wüstung bei Garz, 1524 Blumenthal. (2, 111) Blumenthal (c) (OPR ), 1241 Nicolaus de Blumendal (Personenname), 1263 Blomendale: Wunschname der mittelalterlichen Kolonisationszeit, vgl. Blumberg. (1, 106) Blütenberg (BAR ) bei Lichterfelde, 1917 Gut be-

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nannt: Unklar, ob Flurname oder Namengebung bei der Gründung. (6) Blüthen (PR ), 1325 Bluothen, 1496 blüten: Slawisch, ›sumpfiger Ort‹, vgl. Namen des benachbarten Wittmoor. (1, 106) Boberow (a) (OPR ) Wüstung bei Linow, 1590 Bubrow. (2, 111) Boberow (b) (PR ), 1309 boberowe (Personenname), 1312 Bouberowe: Slawisch, ›Ort, wo es Biber gibt‹. Ebenso Buberow (1, 106) Boblitz (OSL ), 1461 Babelicz: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Bobola wohnen‹. (12, 117) Bochow (a) (PM ), 1275 Buochowe, 1300 Bochowe. (5, 101) Neu Bochow (PM ), Ausbau 19./20. Jh. (5, 101) Bochow (b) (TF ), 1225 Johannes de Buchowe (Personenname), 1335 in Bochowe, 1368 in magna Bochow. (10, 107) Lüttgen Bochow (TF ) Wüstung bei Bochow, 1386 parwe Bochow, 1446 lutken Bochow: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Boch‹. (10, 107) Hohenbocka (OSL ), 1451 Bugkow, um 1600 Hohe Bucka: Wie Buckow., siehe -a 2. (115, 121) Böckenberg (UM ) bei Groß Fredenwalde, Anfang 17. Jh. Vorwerk angelegt, 1698 Böeckenberg: Ursprünglich Flurname, ›Buchenberg‹. (8, 109) Bockwitz (OSL ), heute Lauchhammer-Mitte, 1267 Buckuwitz: Wie Bückwitz. (114, 121) Boddin (PR ) bei Langnow, im Mittelalter zwei Dörfer, 1458 beseten Boddien, 1486 wusten Boddin: Slawisch, ›Siedlung eines Mannes namens Boda‹. (1, 106) Boddinsfelde (LDS ) bei Brusendorf, 1910 wurde der aus Teilen der Güter Brusendorf und Großmachnow neugebildete Gutsbezirk nach Karl Wilhelm Hermann Boddin (1844–1907), einem ehemaligen Bürgermeister von Rixdorf (heute Berlin-Neukölln), benannt. (4, 103) Boecke (PM ), 1420 Bucke: ›Buche‹. Möglich wäre Angleichung eines gleichbedeutenden slawischen Namens an mittelniederdeutsch böke ›Rotbuche‹. (15, 119)


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Bogensee – Bönitz

Bogensee (BAR ) bei Lanke, 1598 den Bogen (Ge-

Bölkendorf (UM ), 1346 Boldekendorp, 1684

wässername), 1668 die Bogensehe (dass.), 1950 Bogensee (Ortsname): Der junge Ausbau wurde nach der Lage am Bogensee benannt. Der See hat seinen Namen nach dem Waldgebiet, in dem er liegt. Der Waldname Bogen bezeichnet ›Dickicht, in dem sich Wild befindet‹. (6, 110, anders 105) Böhmerheide (BAR ) bei Groß Schönebeck, 1697 an der Böhmen Heyde, Böhmer Heide (Waldname), 1712 Gesuch zum Bau eines Häuschens, 1861 Groß-Böhmerheide, im Unterschied zu Klein Böhmerheide, das zu Beginn des 19. Jh. gebaut wurde: Das Waldgebiet gehörte seit dem 15. Jh. der Familie Bohm, Plural die Böhmer, in Urkunden auch hochdeutsch Baum. Siehe -heide 2. (6, 105) Böhmisch siehe Rixdorf. Böhne (HVL ), 1221 G. de Bunen (Personenname), 1370 Bone: Slawisch, vielleicht ›feuchte Wiese‹. (15) Bohnsdorf (B – Treptow-Köpenick), 1373 Bonenstorff,1375Bonistorpp:Benanntnacheinem Mann mit dem deutschen Personennamen Bon. (4, 103) Bohrau (SPN ) bei Forst, 1546 Boraw: Slawisch, ›Siedlung am Kiefernwald‹. Siehe -au 3. Ebenso Bahro. (12, 117) Bohsdorf (SPN ), 1455 Boßdorff: Wahrscheinlich benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Bosch. Siehe Mischname 1. (12, 117) Boisterfelde (UM )beiFunkenhagen,1375Bistervelt: ›(Dorf auf einem) verwilderten, schlechten Feld, Gelände‹, mittelniederdeutsch bister ›verwildert, verkommen, elend, schlecht‹. Vgl. Biesterholz. (8, 109) Boitzenburg (UM ), 1240 Johannes de Boyceneburg (Personenname), 1271 Boyceneburch: Namenübertragung von Boizenburg (Elbe) Kr. Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern), 1158 Boyzeneburg. Dieser Ort liegt an der Mündung der Boize, 1591 Boitze, in die Elbe. Der Flußname ist slawisch, ›Stierbach‹. (8, 109)

Bölckendorff: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Boldeke, Boldike. (8, 109) Bollensdorf (a) (MOL ) bei Neuenhagen, 1375 Boldenstorff. (6, 105) Bollensdorf (b) (TF ), 1368 Boldenstede (verschrieben), 1376 Boldewinstorff, 1579 Bollensdorf: Benannt nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Boldewin. Ebenso Bollersdorf. (10, 107) Bollersdorf (MOL ), 1375 Boldewinstorff, 1416 Boldensdorff, 1772 Bollersdorf: Wie Bollensdorf. Form Bollersdorf seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zur Unterscheidung von Bollensdorf a. (6, 105) Bollmannsruh (PM ) bei Päwesin: Der Name ist 1927 oder 1928 entstanden. Fritz Bollmann, ein Brandenburger Friseur, ist angeblich im Beetzsee beim Angeln ertrunken. Das wird in einem populären Lied besungen. (3, 104) Bolschwitz (OSL ), 1432 Bolschewitz: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Bolesch wohnen‹. (12, 117) Boltenhof (OHV ) bei Blumenow, im 18. Jh. Vorwerk: 1812 nach dem neuen Besitzer Bolte benannt. (28) Bölzke (PR ) bei Kemnitz, 1274 Rudolphus miles dictus de Bolzceke (Personenname), 1360 boltzic: Slawisch, wahrscheinlich ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Boletschek wohnen‹. (1, 106) Bomsdorf (1 a) (EE ) bei Uebigau, 1314 Bochemanzdorf (lies Bochemallsdorf), 1384 Bomstorph. (114) Bomsdorf (1 b) (LOS ), 1310 Boemensdorf, 1327 Bogemilsdorf,1415 Bomisdorf: Benannt nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Bogumil.Siehe Mischname1.(12,116,117) Bomsdorf (2) (PM ) Wüstung bei Reetz: 1388 Somstorff (s statt b verschrieben), 1487 bomstorff: Unklar,vielleicht wie Bomsdorf 1.(5,102) Bönitz (EE ), 1202 Boiniz, 1230 Boynz, 1550 Bönitz: Slawisch, ›Ort, wo Leute eines Mannes namens Bojan wohnen‹. (114, 121)


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