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Klaus-Dieter Müller

Wider den Stillstand Plädoyer für einen Aufbruch in Politik und Gesellschaft


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © edition q im be.bra verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2019 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebraverlag.de Umschlag: hawemannundmosch, Berlin Satzdaten: Zerosoft Schrift: Utopia 9/13 Druck und Bindung: Friedrich Pustet, Regensburg ISBN 978-3-86124-724-1

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Inhalt

Der Zukunft eine Perspektive

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Zwischen Aufbruch und Verdrängen Leben in der jungen BRD

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Prügelstrafe und antiautoritäre Erziehung Die privilegierte Generation

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Alles gehört an den Pranger Das »rote Jahrzehnt«

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Willy Brandt oder Mao Tse Tung Von guten und schlechten Vorbildern

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Freiheit oder Unterdrückung Die USA als »unverzichtbare Nation«

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Markt und Gesellschaft Der Kapitalismus und das vergessene Selbst

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Haben oder Sein Unser Weg in die Überforderung

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Der sterbende Planet Für eine Kultur der Nachhaltigkeit

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Die deutsche Einheit Überheblichkeit statt Sensibilität

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Es wächst zusammen Filmemacher blicken zurück

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Alles Mitte Das Ende der Volksparteien

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Herrschaft der Bürokraten Die Demokratie steht auf dem Spiel

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Rechtsstaat und Willkür Wenn Freiheit ihren Wert verliert

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Gleichheit und Teilhabe Ohne Gerechtigkeit keine Demokratie

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Demokratie und keiner macht mit Die Glaubwürdigkeitskrise der Parteien

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Schöne bunte Medienwelt Wenn Instinkte das Programm bestimmen

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Im Netz aller Netze Die digitale Globalisierung und ihre Folgen

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Fake News Manipulation, Machtmissbrauch und Widerstand

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Die smarte Gesellschaft Wenn Google uns den Krieg erklärt

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Wissen und Wertschöpfung Wissenschaft in der digitalen Revolution

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Wenn das Ich regiert Das Versagen der Eliten

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Aufbruch in Politik und Gesellschaft Vision für eine nachhaltige Zukunft

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Nachwort von Professor Jutta Allmendinger

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Anhang Anmerkungen Literaturverzeichnis Meine Gesprächspartnerinnen und -partner Der Autor

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Der Zukunft eine Perspektive

»Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft«, hat uns Wilhelm von Humboldt ins Stammbuch geschrieben. Nach einem bewegten Berufsleben in sehr unterschiedlichen Funktionen habe ich das Bedürfnis, meine Vergangenheit und die meiner Zeitgenossen Revue passieren zu lassen und das eigene Tun zu hinterfragen. Dieses Bedürfnis haben offensichtlich viele Menschen, denn Autobiografien gibt es genug. Mir erscheint daher ein anderer Ansatz als der übliche sinnvoll. Ich habe die letzten fünfundsechzig Jahre aus zeitgeschichtlicher Perspektive betrachtet, die Berichterstattung zu den wichtigsten Ereignissen und Entwicklungen nachvollzogen und über zwanzig Protagonisten befragt, die in entscheidenden historischen Momenten sehr viel näher am Geschehen waren als ich und authentisch berichten können. Dazu gehören so erfahrene Politiker wie Rita Süssmuth und Björn Engholm, aber auch ein Mitglied des Aufsichtsrats des Berliner Großflughafenprojekts und der letzte Stasi-Chef der DDR oder eine Lehrerin, die nach dem Fall der Mauer »Politik« in einem der neuen Bundesländer lehren sollte, ohne zu wissen, welche Inhalte jetzt zu vermitteln waren, oder zwei Sozialarbeiter, die Chancen benachteiligter Kinder anders wahrnehmen als wir aus sicherer Distanz. Meine eigenen Erfahrungen als Wissenschaftler, Politiker, Künstler und Unternehmer habe ich überall dort einfließen lassen, wo sie den Text sinnvoll ergänzen. Zu meinen Erfahrungen gehört die Kindheit unmittelbar nach dem Holocaust mit ungewisser Zukunft, aber auch die Teilhabe am Umbruch in den sechziger und siebziger Jahren als Heranwachsender und Student. Schon damals war das Verhältnis der jungen Generation zu den Vereinigten Staaten ambivalent. Wir waren hin- und hergerissen zwischen Dankbarkeit für die Verheißungen des Marshallplans, der Bewunderung des charismatischen John F. Kennedy und der Ablehnung des Vietnamkriegs, der uns empörte und auf die Straße trieb. Diese Ambivalenz findet gerade jetzt einen neuen Höhepunkt, befeuert durch

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einen US-Präsidenten, für den man sich schämen, mit dem man sich auf keinen Fall identifizieren möchte. Es fällt schwer, Verständnis dafür aufzubringen, wie ein solcher Idiot von einem so freiheitsliebenden Volk gewählt werden konnte. Der Fall der Mauer und die deutsche Vereinigung beschäftigen uns seit 1989 – von der Freude darüber, dass wieder zusammenwächst, was zusammengehört, bis hin zu den Auswüchsen rechter Gewalt. Haben wir es im Vereinigungsprozess an Sensibilität und gebotenem gegenseitigen Respekt fehlen lassen? Werden vielen jungen Menschen immer noch zu wenig Perspektiven geboten? Die Aussagen der von mir befragten Zeitzeugen geben auch darauf neue Antworten. Im Fokus meines Buches aber steht die digitale Revolution, die schleichend, aber umso mächtiger über uns hereingebrochen ist und die nicht nur meine Generation, sondern auch unsere Regierung zu überfordern scheint. Die Fülle an möglichen Informationen und Unterhaltungsangeboten lässt uns bisweilen ratlos zurück. Viele, gerade junge Menschen flüchten sich in Netzwerke, die man zynisch »sozial« nennt, und nehmen an einem demokratischen Diskurs nicht mehr teil. Die Meinungsbildung ist den »digitalen Stammtischen« anheimgefallen. Vielen segensreichen innovativen Möglichkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen und Branchen steht die faktische Selbstabschaffung des Datenschutzes gegenüber. Wir sind gläsern geworden und, was mit dem »Alles, immer und überall« einhergeht, zudem auch sehr viel hektischer und suchender. George Orwell wäre heute weit über hundert Jahre alt, kannte das Digitale nicht und konnte nur erste Ahnungen beschreiben, aber er hat unsere heutige Überforderung in seinem Roman 1984 sehr treffend vorhergesagt: »Die Zeit vergeht nicht schneller, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.« Und weniger achtsam, möchte ich hinzufügen. Dass nicht nur in China heute die digitale Diktatur droht, sollte uns bei aller Freude über technische Neuheiten, die unser Leben erleichtern und auch verlängern können, dafür sensibilisieren, die Entwicklungen wachsam zu begleiten. Ungeahnte Möglichkeiten der Manipulation haben nicht nur die Informationsintermediäre wie Google, Amazon & Co., sondern auch Politik und Bürokratie infiziert und das Politische zu einem Wetteifern um die besten digitalen Fake News pervertiert. Vom

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»Cyberwar« ist heute oftmals die Rede. Die digitale Revolution ist sicher die bedeutendste und alle Lebensbedingungen verändernde Entwicklung unserer Zeit. Ich habe daher versucht, einige ihrer gravierenden Aspekte zu beleuchten. Über die großen historischen Veränderungen hinaus haben sich im Laufe eines Lebens auch Erkenntnisse und Überzeugungen verändert. Ich war als junger Mann und noch vor zwanzig Jahren überzeugt, der Kapitalismus, zumal im Gewand der Sozialen Marktwirtschaft, sei der richtige Weg bei der Bekämpfung von Armut und zur Sicherung von Wohlstand nicht nur bei uns. Viel zu spät habe ich erkannt, welche verheerenden Wirkungen das ökonomische Paradigma des quantitativen Wachstums hat. Das gilt für die Zementierung der Ausbeutung einer großen Mehrheit der Weltbevölkerung ebenso wie für den verantwortungslosen Verbrauch unserer natürlichen Ressourcen. Eine Entwicklung, die mich gleichermaßen betroffen macht und die, wie ich meine, rechten Populismus erst ermöglicht hat, ist unser jahrzehntelanger Drang, alle gesellschaftlichen Unterschiede und Probleme mit dem Beschwören einer diffusen Mitte zu verschleiern. Ungerechtigkeiten werden geleugnet: Alle können ihre Chancen nutzen. Widersprüche werden unterdrückt: Alle können mit allen koalieren. Die Erfolgreichen verschanzen sich in ihren teuren Wohnvierteln, die Armut wird hinter die Sichtblenden verschoben: »Living apart together.« Eine schwerwiegende Folge ist der politische Inkrementalismus, die Beschränkung des politischen Denkens und Handelns auf das Tagesgeschäft, also die Behandlung ausschließlich der drängenden Symptome. Die großen Probleme und Veränderungen in unserer Gesellschaft werden negiert oder deren Lösung immer wieder vertagt. Es gelingt der Politik nicht annähernd, die Komplexität von Problemen deutlich zu machen. Die Menschen spüren, dass die von ihnen gewählten Repräsentanten keine Konzepte und Visionen mehr haben, dass ihnen der Mut fehlt, gegen Demoskopen und kapitalkräftige Interessen zu regieren, und sie wenden sich nicht aus Überzeugung, sondern aus Frust denen zu, die ihren Unmut lauthals artikulieren. Das Kleinreden und Verdrängen von Armut und Diskriminierung, eine politische Kaste, die sich auf der medialen Bühne der Eitelkeiten eingerichtet hat, Willkür der Bürokratie

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und die Aufgabe von Freiheitsrechten, um vermeintlich Sicherheit zu garantieren, bedrohen unsere Demokratie, weil ihre Akteure als egozentrische Handlanger privilegierter Interessen wahrgenommen werden. Und Eliten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die von einem Versagen ins andere stolpern, wundern sich, dass ihnen das Volk zunehmend die Gefolgschaft verweigert. Meine Generation ist eine privilegierte. Nie zuvor haben Menschen so in Freiheit, Wohlstand, Sicherheit und ohne Last von Konventionen leben können wie wir. Wir dürfen gerade deshalb das Erreichte nicht fahrlässig und sehenden Auges aufs Spiel setzen. Das gilt für Fragen der Nachhaltigkeit, unseren Umgang mit transkulturellen Herausforderungen, aber auch für vermeintlich ökonomische Gesetze wie das quantitative Wachstum um jeden Preis oder die Gier nach technologischen Innovationen, ohne diese an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren. Gibt es Alternativen? Das Leben wird immer komplexer und die Lebensumstände undurchschaubarer. Für die meisten Menschen ist eine Beziehung zum Produkt ihrer Arbeit angesichts der modernen Arbeitsteilung nicht mehr möglich. Wir werden, nicht zuletzt durch die Digitalisierung, immer stärker von außen bestimmt. Das natürliche Lebensumfeld entrückt immer weiter, vieles wird unpersönlicher, Entfremdung bestimmt unser Leben. Was fehlt: Respekt, Anteilnahme, Zuneigung, Liebe. Gerade in dieser Beziehung können wir alle im Umgang mit unseren Familien, Freunden und Nachbarn neue Akzente setzen. Aber es gilt vor allem auch, jungen Menschen zu vermitteln, dass es mehr denn je darum geht, zu Gesetzmäßigkeit Erklärtes zu hinterfragen, Masken der Verführung zu erkennen und Verantwortung in den Mittelpunkt auch ökonomischen Handelns zu stellen. Ich habe versucht, unsere Vergangenheit durch Recherchen und Interviews besser kennenzulernen, um der Zukunft eine Perspektive zu geben. Und ich suche nach Gleichgesinnten. Der folgende Text trägt autobiografische Züge, allerdings mit stark zeithistorischem Bezug. Ich hatte das große Glück, in unterschiedlichen Berufswelten – als Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Künstler – viele spannende Menschen kennenzulernen. Mit einigen von ih-

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nen habe ich zu bestimmten Themen Interviews geführt, die das selbst Erlebte und Zitierte lebendig ergänzen sollen. Mein Buch ist eine kritische Analyse – aus Dankbarkeit. Klaus-Dieter Müller, im Januar 2019

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Zwischen Aufbruch und Verdrängen Leben in der jungen BRD Ich bin ein Kind der fünfziger Jahre. Als sich meine Eltern 1950 entschieden, noch ein Kind zu bekommen, lag das Ende des Nationalsozialismus gerade einmal fünf Jahre zurück. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West eskalierte, in Korea standen sich die Lager militärisch gegenüber. US-Senator Joseph McCarthy schürte in den USA die antikommunistische Stimmung mit Hilfe eines ständigen Ausschusses beim Repräsentantenhaus, dem House Commitee on Un-American Activities (Komitee für unamerikanische Umtriebe). Die beiden deutschen Staaten, die erst im Jahr zuvor gegründet worden waren, entwickelten sich zunehmend auseinander. Die britische Besatzungsmacht ordnete die Demontage des Salzgitter-Werks an. Der Strom der Heimatvertrieben aus den früheren deutschen Ostgebieten vor allem in die Bundesrepublik riss nicht ab. Ihre Forderungen nach Eingliederungshilfen und Entschädigungen für verlorene Güter schufen Vorurteile und Ressentiments. Die Stimmung damals war durchaus vergleichbar mit heutigen Reaktionen auf den aktuellen Flüchtlingsstrom. Meine Eltern aber waren optimistisch. Die letzten Lebensmittelkarten wurden in der Bundesrepublik 1950 abgeschafft. Der französische Außenminister Robert Schuman legte den nach ihm benannten Schuman-Plan vor, der eine gemeinsame Oberbehörde für die französische und deutsche Kohle- und Stahlindustrie vorsah. Bundeskanzler Konrad Adenauer unterstützte den Plan. Die Initiative Schumans wird heute als erster bedeutender Schritt der europäischen Einigung angesehen; die BRD wurde 1950 Vollmitglied des Europarates. Schon 1947 hatte der amerikanische Außenminister George C. Marshall das European Recovery Program (ERP) vorgestellt, das als Marshallplan in die Nachkriegsgeschichte eingegangen ist. Marshall erhielt 1953 für sein Engagement den Friedensnobelpreis. In der Darstellung meiner Eltern war der Marshallplan eine selbstlose Geste der neuen amerikanischen Freunde. Aber auch damals hatte die US-Regierung handfeste Gründe für die Gewährung materieller Hilfen, die über ein soziales Engagement weit hinausgingen. Nach

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Überzeugung Marshalls waren Länder mit wirtschaftlichen Problemen sehr viel anfälliger als andere für totalitäre Regimes. Dabei hatte er die Sowjetunion und ihren Diktator Stalin im Blick, dessen Einflussnahme auf Mitteleuropa als große Gefahr gesehen wurde. Darüber hinaus betrachteten die USA Europa schon damals als wichtigen Handelspartner. Entgegen der Legende, es seien mehr als fünf Milliarden US-Dollar nach Deutschland gezahlt worden, stellt der Historiker Werner Abelshauser fest: »Es ist kein einziger Dollar nach Deutschland geflossen. Mit dem Geld sind vor allem amerikanische Farmer finanziert worden, die ganz überwiegend Tabak und Baumwolle nach Deutschland geliefert haben.«1 Diese Waren mussten die deutschen Importeure bezahlen. Die Zahlungen gingen jedoch nicht direkt in die USA, sondern an die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die wiederum vergab die sogenannten Marshall-Kredite zum Wiederaufbau der Bundesrepublik. Beim Marshallplan handelte es sich also tatsächlich um ein gewaltiges Darlehensprogramm. Diese US-Darlehen wurden komplett aus Haushaltsmitteln der Regierung Adenauer an die Amerikaner zurückgezahlt. Richtig bleibt, dass die im Potsdamer Abkommen festgelegten Reparationen in Form von Demontagen auf dem Territorium der Bundesrepublik nur in stark reduziertem Umfang stattfanden, wobei vor allem Frankreich aus dem Marshallplan Kompensationen erhielt und die deutsche Wirtschaft gleichberechtigt in den europäischen Markt integriert wurde. Die Amerikaner wollten die Fehler von Versailles nicht wiederholen, und die Angst vor Stalin war groß. Der Marshallplan ist durchaus ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Bundesrepublik, die später Wirtschaftswunder genannt wurde. Mit der Einführung der D-Mark am 21. Juni 1948 war ein wichtiger Schritt in die Marktwirtschaft getan. Die wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich spürbar. Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, dass sich die Entscheidung meiner Eltern für ein Kind nicht an zeitgeschichtlichen Parametern orientiert hat. Meine Mutter hatte aus erster Ehe eine Tochter, mein Vater keine Kinder. Ein gemeinsames Kind sollte die Familie komplett machen. Und doch ist der unsichere politische und gesellschaftliche Hintergrund in Nachkriegsdeutschland Beleg dafür, dass zeitgeschichtliche Momentaufnahmen keine zuverlässigen Erklärungen geben für künftige gesellschaftliche Entwicklungen. Rückblickend können wir konsta-

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tieren, dass es in der deutschen Geschichte niemals zuvor eine Generation gegeben hat, die siebzig Jahre in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben konnte. Ich nenne die in den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik Geborenen daher die »privilegierte Generation«. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in der DDR fand in unserer Familie kein Interesse, und für mich blieb das bis in die achtziger Jahre so. Wir hatten keine Verwandten »drüben«, was sicher eine wichtige Rolle spielte. Andere mit persönlichem Bezug zu Familien in der DDR haben die deutsche Teilung anders und intensiver erlebt. Ich komme aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Meine Mutter war seit meiner Geburt nicht mehr als Krankenschwester tätig, mein Vater Bauleiter bei der damals großen Tiefbaufirma Sager & Woerner. Wir lebten in Neumünster in Schleswig-Holstein. Die Familie konnte keine großen Sprünge machen, aber zu bescheidenem Wohlstand reichte es. Es gab drei Mahlzeiten am Tag, vor der Schule frische Brötchen, nach der Schule Mittag- und pünktlich um halb sieben Abendessen. Fleisch stand nur einmal in der Woche auf dem Speiseplan, weil es zu teuer war. Gegessen wurden Eierpfannkuchen, Bratkartoffeln, Senfeier und Gemüsesuppen. Pasta, Döner und Cevapcici waren noch nicht verbreitet, diese Gerichte erreichten uns später über die »Gastarbeiter«, wie wir die ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen damals nannten, die ab 1961 als Arbeitskräfte in die Bundesrepublik kamen – aus Italien, dem damaligen Jugoslawien und aus der Türkei. Das erste McDonald’s Restaurant wurde zwar schon 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald in San Bernardino, Kalifornien, eröffnet, die erste McDonald’s-Filiale in Europa gab es aber erst 1971 in Amsterdam. Es reichte auch für einen VW-Käfer und ein TV-Gerät. Am 27. November 1950 startete das Versuchsprogramm des NWDR-Fernsehens von Hamburg aus. Weihnachten 1952 begann der sogenannte Regelbetrieb; es wurde täglich zwischen 20 und 22 Uhr gesendet, in der übrigen Zeit konnte man nur das »Testbild« sehen. 1952 besaßen nur 300 Haushalte TV-Geräte mit ausschließlich schwarz-weißen Bildern; Farbfernsehen wurde erst ab 1967 ausgestrahlt. Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Bern dann begann ein Run auf TV-Geräte: Im Januar 1954 gab es in der BRD 11.658 Fernsehgeräte, im Dezember 1954 schon 84.278. Ich kann mich nicht genau erinnern, wann mein Vater den ersten Fern-

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seher für 1.500 DM gekauft hat, weiß aber noch sehr genau, dass unser Wohnzimmer bei übertragenen Großereignissen stets von vielen Nachbarn besucht wurde. Mein Vater genoss es, Mittelpunkt unserer Wohnumgebung zu sein. Das rechtfertigte für ihn die kostspielige Investition. Will man die wirtschaftliche Situation einer bundesdeutschen Familie Ende der fünfziger Jahre ermessen, hilft ein Vergleich der Durchschnittseinkommen und der Ausgaben für Miete: Im Internet erfahre ich, dass eine durchschnittliche Arbeitnehmerfamilie 1955 über einen Bruttolohn von 470 DM verfügt hat.2 Bei einem Jahresgrundfreibetrag von 1.680 DM und einem Einstiegssteuersatz von 20 Prozent verblieben der Familie etwa 400 DM. Nach Abzug der Miete von rund 80 DM bei einer Wohnungsgröße von 60 – 80 Quadratmetern, was weniger als 25 Prozent des Nettoeinkommens entspricht, hatte die Familie 320 DM für sonstige Lebenshaltungskosten zur Verfügung. Heute beträgt das durchschnittliche Bruttogehalt deutscher Arbeitnehmer im Jahresmittel 41.000 Euro. Viele Berufstätige erreichen diese Gehaltsschwelle jedoch bei Weitem nicht, während andere deutlich mehr verdienen. Wer mit rund 41.000 Euro zu den Durchschnittsverdienern zählt, hat jeden Monat etwa 2.000 Euro netto in der Tasche.3 Mieten liegen heute laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln bei etwa 6,90 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, wobei dieser Wert in keiner Weise die Mietbelastungen in den großen deutschen Stadtzentren wiedergibt. In Berlin stiegen die Mieten von 2010 auf 2016 um 26 Prozent, in München um 14 Prozent und in Hamburg um 12 Prozent. In Ballungsräumen verschlingen die Mietkosten heute mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens, was dazu führt, dass Geringverdiener in die Außenbezirke und ins Umland ziehen. Ohne staatliche Zuwendungen wie zum Beispiel das Wohngeld würden insbesondere Arbeitslose diese Mieten nicht mehr aufbringen können. 2016 wurden bereits mehr als 45 Milliarden Euro Wohngeld gezahlt. Meiner Familie war in den fünfziger Jahren ein bescheidener Wohlstand sicher, zumal sich die Konsumbedürfnisse eher auf Waren für den täglichen Bedarf konzentrierten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Aenne Burda mit ihren Magazinen voller Schnittmuster in allen Haushalten präsent war, da Kleidung sehr oft selbst genäht, gestrickt oder gehäkelt wurde. An unserer wirtschaftlichen Situation änderte sich nichts, als mein Vater ab 1956 durch eine schwere Erkrankung

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ans Haus gefesselt war. Ihm musste das rechte Bein amputiert werden, seine Herztätigkeit war stark durch die erfahrene Unterernährung in russischer Kriegsgefangenschaft belastet. Die Kriegsopferversorgung und eine Betriebsrente sicherten fortan den Lebensstandard. 1972 starb mein Vater im Alter von nur siebenundfünfzig Jahren. Die sich kontinuierlich verbessernde wirtschaftliche Situation ist das eine Privileg meiner Generation in Kindheit und Jugend, ebenso wichtig aber war die Chance, eine gute Schulausbildung zu erlangen. Nach der vierjährigen Grundschule konnte gewählt werden zwischen Hauptschule, Mittelschule (Realschule) und Gymnasium, wobei die Empfehlung der Lehrer großes Gewicht hatte. Mein Patenonkel war ein bekannter Mediziner in Hamburg, er überzeugte meine Eltern schnell, dass nur eine Ausbildung auf dem Gymnasium infrage kam, und ich wurde für die nächsten neun Jahre Schüler der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster, einem neusprachlich-naturwissenschaftlichen Gymnasium, das von Jungen und Mädchen besucht wurde. Koedukation, wie das damals hieß, war noch nicht selbstverständlich; die anderen Gymnasien in meiner Heimatstadt waren reine Jungen- bzw. Mädchenschulen. Das Erlernen von Fremdsprachen und die Möglichkeit zu reisen, die uns, anders als in der DDR, gewährt war, stellt für mich ein wichtiges Merkmal der Freiheit dar. Vor allem aber begreife ich die damals wie heute existierende absolute Meinungsfreiheit als Privileg, von der ich ein Leben lang ausgiebig Gebrauch gemacht habe. Die von den Alliierten und dem Parlamentarischen Rat, einer von elf Länderparlamenten der drei Westzonen gewählten Versammlung, wohlüberlegte deutsche Verfassung, das Grundgesetz, und die bis heute vorbildliche Verfassungsgerichtsbarkeit sind die wichtigsten Garanten für dieses so elementare Freiheitsrecht. Hochschulzugangsbeschränkungen, den Numerus clausus, gab es noch nicht. Alle Wege standen uns offen. Die Dankbarkeit für diese Chancen darf nicht dazu führen, unkritisch in Erinnerungen zu schwelgen, sie sollte Motivation sein, die Entwicklungen der letzten fünfundsechzig Jahre kritisch zu beleuchten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf der Welt bis heute weit mehr als einhundert Kriege geführt. Längst überwunden geglaubter Populismus blüht gut siebzig Jahre nach dem Holocaust wieder überall in Europa auf. Die digitale Revolution bedeutet wie die industrielle Revo-

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lution in der zweiten H채lfte des 19. Jahrhunderts eine tiefgreifende und nachhaltige Ver채nderung der wirtschaftlichen und sozialen Verh채ltnisse und Lebensbedingungen. Immer noch gibt es in Deutschland Kinderarmut. Kurzum, viele Entwicklungen geben Anlass zu einer kritischen Betrachtung.

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Prügelstrafe und antiautoritäre Erziehung Die privilegierte Generation Die Nachkriegsgeneration und ihre Kinder sind Gegenstand einiger Publikationen. Da wird von der »geprügelten Generation« oder von den »Erben der vergessenen Generation« gesprochen und ein Bild gezeichnet, als wären die Kinder der fünfziger und sechziger Jahre in eine Gesellschaft geboren, in denen die Eltern ihre Wut an ihnen ausließen, weil ihre Träume vom »Großdeutschen Reich« zerplatzt waren.1 Diese Schlussfolgerungen halte ich für abwegig. Sie sind auch keinesfalls bewiesen. Für richtig halte ich, was der Berliner Erziehungswissenschaftler Ulf Preuss-Lausitz formuliert hat: »Körperliche Strafen, die berühmte Ohrfeige oder auch das ›mal an den Ohren ziehen‹ - solche Strafen waren üblich in den 50er und 60er Jahren und dementsprechend allgemein akzeptiert. In den Medien, überhaupt in der Öffentlichkeit, ja auch in den Gesprächen der Erwachsenen untereinander galten Schläge als erzieherisch wirksames Mittel.«2 Wir wissen heute, dass jedes Kind, um sich entfalten zu können, den Schutz der Erwachsenen benötigt. Die Schweizer Psychologin Alice Miller beschreibt die verheerenden Folgen der Gewaltanwendung von Eltern: »Werden diese lebenswichtigen (Schutz-)Bedürfnisse des Kindes frustriert, wird das Kind stattdessen für die Bedürfnisse Erwachsener ausgebeutet, geschlagen, gestraft, missbraucht, manipuliert, vernachlässigt, betrogen, ohne dass je ein Zeuge eingreift, so wird die Integrität des Kindes nachhaltig verletzt. Die normale Reaktion auf die Verletzung wäre Zorn und Schmerz. Da der Zorn aber in einer verletzenden Umgebung (wie im Familienverbund) dem Kind verboten bleibt und da das Erlebnis der Schmerzen in der Einsamkeit unerträglich wäre, muss es diese Gefühle unterdrücken, die Erinnerung an das Trauma verdrängen und seine Angreifer idealisieren. Es weiß später nicht, was ihm angetan wurde. Die nun von ihrem eigentlichen Grund abgespaltenen Gefühle von Zorn, Ohnmacht, Verzweiflung, Sehnsucht, Angst und Schmerz verschaffen sich dennoch Ausdruck in zerstörerischen Akten gegen andere (Krimi-

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nalität, Völkermord) oder gegen sich selbst (Drogensucht, Alkoholismus, Prostitution, psychische Krankheiten, Suizid).«3 Die Gewalt als Mittel der Erziehung ist aber keine Erfindung im Nachkriegsdeutschland, sie ist bekannt seit der Antike. Eines von vielen Bibelzitaten sei genannt: »Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat.« (Sprüche 3, 12) Auch Martin Luther empfahl, »neben den Apfel eine Rute zu legen«. In den USA ist immer noch in zwei Fünftel der Bundesstaaten körperliches Strafen an öffentlichen Schulen erlaubt. Natürlich hat Aggression häufig etwas mit Frustration zu tun, das erleben wir im Arbeitsalltag auch als Erwachsene, aber als Pauschalerklärung für die Anwendung körperlicher Gewalt in den Nachkriegsjahren kann der – Gott sei Dank – verlorene Krieg sicher nicht herhalten. Ich habe das persönlich auch ganz anders erlebt. Meine Eltern hatten etwaige großdeutsche Träume längst begraben und ihnen auch nicht nachgetrauert. Sie haben nur selten von der Vergangenheit gesprochen, weil sie sich geschämt haben ob der unvorstellbaren Grausamkeiten, die Millionen von Menschen angetan wurden. Der erste Mann meiner Mutter war 1942 in ein KZ befohlen worden, hatte es dort nicht aushalten können und den Weg an die Front gewählt. Er starb Heiligabend 1944, wenige Monate vor Kriegsende. Meine Mutter hat an ihrem achtzigsten Geburtstag in einer Videoaufnahme, die ich von ihr gemacht habe, deutlich ausgesprochen, dass alle gewusst haben, welche Verbrechen in den Konzentrationslagern begangen wurden. »Es fehlten seit 1933 in jedem Haus ganze Familien, die nie wiederaufgetaucht sind. Die meisten sind Juden und Sozialdemokraten. Da kann sich doch niemand herausreden, er habe von nichts gewusst.« Doch sie gibt zu bedenken: »Das war eine grausame Zeit, in der wir uns alle mitschuldig gemacht haben. Aber nicht jeder ist zum Helden geboren. Das ist keine Entschuldigung, aber es erklärt.« Demut war die Antwort meiner Mutter auf die leidvollen Erfahrungen. Gewalt war ihr zuwider. Ihr ist nie die Hand ausgerutscht, wie es damals hieß. Wenn sie traumatisiert gewesen sein sollte, hat sie das nicht an uns Kindern ausgelassen. Sie war eine liebevolle Mutter, der meine Schwester und ich viel Wärme zu verdanken haben und die mir bis zu ihrem Tod im neunzigsten Lebensjahr eine treue Freundin und Vorbild war. Ich bestreite nicht, dass es im Nachkriegsdeutschland in anderen Familien andere Verhältnisse gab, aber

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ein einheitliches Muster der Verarbeitung von Schuld und Kriegstraumata ist für mich nicht erkennbar. Politische Meldungen in Zeitungen und im Fernsehen wurden bei uns zu Hause nicht kommentiert. Als ich mich mit sechzehn Jahren für die SPD zu interessieren begann, nahm mich mein Vater zur Seite und warnte mich vor parteipolitischem Engagement. Ich habe die Tabuisierung von politischen Themen, vor allem auf die Vergangenheit bezogen, als eine Art »geistiges Vakuum« wahrgenommen, und ich behaupte, dass die gesellschaftlichen Veränderungen, die uns in den sechziger und siebziger Jahren erreichen, nicht so schnell Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden hätten, wenn die Generation unserer Eltern der festen Überzeugung gewesen wäre, alles richtig gemacht zu haben und nur verkannt worden zu sein. Sicher, der Staat in seinen reaktionären Strukturen mit zu vielen Ewiggestrigen in politischer Verantwortung und in Militär und Polizei brauchte lange, um zu verstehen, dass es nach dem Holocaust nichts mehr geben konnte, was nicht infrage gestellt werden musste. Mein Vater hat die zum Teil beschämende Besetzung staatlicher Führungspositionen in der Bundesrepublik mit den Worten kommentiert: »Wo willst du auch so viele unbelastete Führungskräfte herbekommen? Die meisten sind doch von den Wahnsinnigen in den Tod getrieben worden. Und Befehle haben wir alle ausgeführt und uns mitschuldig gemacht.« Mir fällt dabei die von Hannah Arendt beschriebene Dummheit des Gehorsams ein. In vielen Familien wurden die radikalen Forderungen und Veränderungen, die Demonstrationen von Studierenden und die Auseinandersetzungen mit der Polizei in den sechziger Jahren mit Unverständnis und mit rüden Beschimpfungen aufgenommen. Aber das Wählerverhalten wendete sich nicht gegen die sozialdemokratische Opposition, die neuen gesellschaftlichen Entwicklungen offener gegenüberstand als die CDU. Die SPD, bei den Bundestagswahlen 1957 noch weit abgeschlagen hinter der CDU (CDU: 50,2 Prozent, SPD 31,8 Prozent), kam 1969 an die CDU heran (CDU: 46,1 Prozent, SPD 42,7 Prozent) und überflügelte sie 1972 mit 0,9 Prozent mehr Stimmen. Es gab keine Protestwähler, wie wir sie heute kennen. Ein Widerstand gegen die grundlegenden gesellschaftlichen Verhältnisse formierte sich nicht, wohl aber gab es den Wunsch nach neuen Möglichkeiten, hin zu »Mehr Demokratie wagen«.

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Familien wurden konkret mit neuen Lebensentwürfen konfrontiert. Ein Beispiel, an das ich mich sehr gut erinnere, war die Forderung nach antiautoritärer Erziehung. Diese Methode widersprach diametral dem damals weit verbreiteten Glauben an die harte Hand in der Erziehung. Einer meiner Cousins war ein großer Verfechter alternativer Erziehungsmethoden und praktizierte sie auch. Das war jahrelang Gesprächsstoff bei allen Familientreffen. Zur antiautoritären Erziehung ist vieles gesagt und geschrieben worden. 1993 hat der Politikwissenschaftler Claus Leggewie anlässlich rechter Gewalttaten gegen Ausländer und Asylbewerber gefragt, ob die Erziehung schuld daran sei. Er machte »eine kolossale Indifferenz des ganz gewöhnlichen (westdeutschen) Familienlebens der neunziger Jahre« für die Übergriffe verantwortlich. »Es gebe keine Grenzziehungen und keine Vorbilder. Dies sei ein Ergebnis der ›repressionsfreien‹ Erziehung von 68«, so seine äußerst kontrovers diskutierten Thesen.4 Das halte ich für schlichtweg abwegig. Die antiautoritäre Erziehung wurde in der Bundesrepublik in den siebziger Jahren nicht flächendeckend praktiziert, sondern eher von linksorientierten jungen Eltern, die vor allem in den städtischen Zentren lebten. Es gab 1968 und danach auch keine einheitlichen Erziehungskonzepte, selbst nicht bei den ersten von Elternselbsthilfegruppen gegründeten alternativen Kindergärten. Die Erziehungswissenschaftlerin Meike Sophia Baader beschreibt auf dem Online-Portal der Bundeszentrale für Politische Bildung die Beweggründe der Elterninitiativen: »Die Kritik richtet sich gegen Erziehungsprinzipien, die mit Gehorsam, Triebunterdrückung, Gefühlskälte, Härte und Bindungslosigkeit assoziiert werden. Dass Kinder beim Mittagsschlaf im Kindergarten in nebeneinander aufgereihten militärischen Feldbetten auf Befehl die Augen schließen sollen oder auf Befehl Perlen aufziehen müssen, wenn die Erzieherin es anweist, und dann getadelt werden, wenn sie noch nicht so viele aufgezogen haben wie andere Kinder.«5 Dieser frühpädagogische Erziehungsstil wurde von den Vertretern der Kinderladen-Bewegung kritisiert. Es ging aber auch um einen anderen Umgang mit Emotionen. So wurde insbesondere das Ausleben kindlicher Aggressionen untereinander erlaubt, ohne dass die Erwachsenen sofort eingegriffen hätten. Ein wichtiger politischer Aspekt waren Überlegungen, wie sich Erziehungsverhältnisse so gestalten lassen, dass nachfolgende Generatio-

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nen nicht mehr anfällig für ein System wie das des Nationalsozialismus wären, sondern das Potenzial zum Widerstand hätten. »Kritikfähigkeit« war das Gebot der Stunde. Meine Schwester und ich sind keine Nutznießer neuer Erziehungsmethoden geworden. Die antiautoritäre Erziehung hat sich nicht durchgesetzt. Mit der Aberkennung jeglicher Autorität nimmt man den Kindern die für ihre Entwicklung bedeutsamen Identifikationsmodelle. Aber sie hat den von Erwachsenen ausgehenden Zwang kritisch reflektiert und dazu beigetragen, das Verhältnis von Eltern und Kindern zu normalisieren und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Die Kinder meines Cousins, der seine Kinder antiautoritär erzog, sind übrigens großartige Menschen, beruflich erfolgreich und mit einem angenehm spürbaren Maß an Empathie ausgestattet. Eine weitere gesellschaftliche Veränderung soll nicht unerwähnt bleiben, weil an ihr deutlich wird, wie grundlegend und persönlich der Wandel in den sechziger Jahren war und welche persönliche Befreiung er für den Einzelnen bedeutete. Es geht um die Sexualität, bis dahin absolutes Tabuthema. Sexuelle Probleme wurden totgeschwiegen, als moralisch haltbar galt sexuelles Verhalten nur, wenn es sich an christlichen Überlieferungen orientierte. Vorehelicher Geschlechtsverkehr war unmoralisch und wurde als Tatsache verdrängt. Eltern, die ihren Kindern und deren Partnern oder Partnerinnen Gelegenheit zum sexuellen Kontakt, zur Unzucht, wie es vor 1973 hieß, gewährten, zum Beispiel, wenn sie im Elternhaus übernachten durften, konnten wegen Kuppelei nach § 180 f. Strafgesetzbuch (StGB) mit Gefängnis von einem Tag bis zu fünf Jahren bestraft werden. Erst im Juni 1973 wurde im Deutschen Bundestag gegen die Stimmen der damaligen CDU/CSU-Opposition ein neues Sexualstrafrecht beschlossen: Kuppelei, Ehebruch, homosexueller Verkehr und Pornografie wurden als Straftatbestände abgeschafft. Selbstverständlich blieben Sex und Pornografie mit Kindern strafbar. Es ging fortan nicht mehr um den »Schutz der öffentlichen Sittlichkeit«, sondern um den »Schutz der individuellen sexuellen Selbstbestimmung«. Diese Reform, längst überfällig, vollzog nach, was zwischenzeitlich gesellschaftliche Praxis war. Mein Vater klopfte schon länger an meine Zimmertür und wartete, bis ich »Herein« gerufen hatte, wenn ich dort mit meiner Freundin zusammen war.

Die privilegierte Generation

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1968 kam ein Buch auf den Markt, an das ich mich sehr gut erinnere und das ich heute noch im Bücherschrank verwahre. Es ist von Bent H. Claesson, einem Dänen, geschrieben und heißt Sexualinformation für Jugendliche. Die Dänen gingen viele Jahre schon weit offener mit dem Thema um. Ich musste meine Eltern damals regelmäßig im VW-Käfer an die deutsch-dänische Grenze begleiten. Gleich auf dänischer Seite kaufte meine Mutter gesalzene Butter, die es zu der Zeit bei uns nicht gab, und mein Vater verschwand im Pornoladen. In dem Buch von Claesson wurden Themen wie Onanie, Petting, Beischlaf und Orgasmus tabufrei behandelt, aber auch Beischlafstörungen und Geschlechtskrankheiten offen problematisiert. Es nahm umgangssprachliche Wendungen auf und machte Schluss mit Vorurteilen und Märchen einer verklemmten »Aufklärung« im Elternhaus: »Die Onanie wird auch mit dem Wort Masturbation bezeichnet, einem Wort, das aus dem Lateinischen kommt und soviel bedeutet, wie sich mit den Händen geschlechtlich befriedigen. In der Jungssprache werden oft andere Ausdrücke benutzt wie: wichsen, sich einen runterholen (…) Obwohl es überflüssig erscheint, muss noch einmal unterstrichen werden, dass Onanie völlig unschädlich ist und nicht übertrieben werden kann.«6 Aus damaliger Sicht – das alles ist gerade einmal fünfzig Jahre her – eine Revolution auf dem Büchermarkt. Ich habe meine Kindheit und Jugend nicht als belastend empfunden. Ich habe gespürt, dass ich in einer widersprüchlichen Gesellschaft lebte, aber auch, dass ich Teil eines gesellschaftlichen Wandels war, der in die richtige Richtung führte, hin zu einem Mehr an persönlichen Freiheiten und Selbstbestimmungsrechten. Unter anderem deshalb spreche ich von der privilegierten Generation.

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Prügelstrafe und antiautoritäre Erziehung


Alles gehört an den Pranger Das »rote Jahrzehnt« Das alles klingt eher familiär und friedlich. Wo bleiben die Erinnerungen an das »rote Jahrzehnt«, wie es der Publizist Gerd Koenen nennt, an den SDS, den Tod von Benno Ohnesorg und die RAF? »So sehr die Attentate der RAF oder der Revolutionären Zellen, die Flut der ›Berufsverbote‹ und der ›Unvereinbarkeitsbeschlüsse‹, die zahllosen militanten Straßenaktionen und Showdowns von der ›Schlacht am Tegeler Weg‹ 1968 bis zu den Kämpfen um Brokdorf oder Grohnde 1976/77 die Republik damals aufgewühlt haben, so wenig bildete das verzweigte Geflecht von Gruppen der ›Alten‹ und ›Neuen Linken‹, von den DKPisten und Stamokap-Jusos über die Trotzkisten zu den Maoisten, Anarchisten oder Spontaneisten jemals ›eine Gefahr für die verfassungsmäßige Ordnung‹, um es im erstaunlich deflationären Ton der Verfassungsschutzberichte dieser Jahre zu sagen.«1 All diese Aktionen erreichten uns als Kinder und Heranwachsende in der norddeutschen Provinz im Wesentlichen übers Fernsehen. Natürlich rumorte es auch an den Schulen. Ich war damals Vorsitzender des PAS, des Politischen Arbeitskreises an Schulen, der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster. Der Vietnamkrieg, die deutsche Wiederbewaffnung, aber auch »Der Muff von tausend Jahren unter den Talaren« beschäftigten uns. Doch der Protest fand nicht auf der Straße statt. Er wandte sich allenfalls gegen die Schulleitung. Tatsächlich war der SDS auf die größeren Universitätsorte beschränkt und hatte dort nie mehr als ein paar Dutzend oder, wie in Berlin und Frankfurt, ein paar Hundert wirklich aktive Mitglieder. Zwar strömten Tausende auf die großen Teach-ins und Demonstrationen und es gab jugendliche Rebellen in nahezu allen Orten und vielen gesellschaftlichen Bereichen. Aber 1967/68 waren das eher noch Einzelne oder kleine Cliquen, die sich an einer Reihe von Codes erkannten. Das Kernpotenzial der Jugendrevolte von 1968 lässt sich auf (maximal) 20.000 Aktive schätzen, davon 4.500 allein in West-Berlin. Der SDS hatte auf dem Höhepunkt der Revolte etwa 2.500 Mitglieder.2 Gerd Koenen schreibt: »Erst mit der Auflösung

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von APO und SDS 1969/70 wurde aus der antiautoritären Jugendrevolte eine echte, generationsgeprägte Massenbewegung. Als ich in Hamburg an die Uni kam, waren alle Studierenden in einer politischen Gruppierung involviert. Die Stimmung war aggressiv. Es gab jede Menge nicht angemeldeter Demonstrationen, die von der Polizei mit Wasserwerfern und roher Gewalt aufgelöst wurden. Ich weiß noch, wie ich mich unter einen LKW retten musste, um einem Polizeieinsatz per Hubschrauber zu entkommen. An der Uni selbst gab es jede Menge Blockaden, damit Seminarräume von ›Streikbrechern‹ nicht erreicht werden konnten. Veranstaltungen im Audimax der Universität waren durch Wortgefechte gekennzeichnet, die keinen gegenseitigen Respekt mehr erkennen ließen. Und dieses brodelnde Sektenwesen war nur die sichtbare Spitze eines viel weitläufigeren politisch-kulturellen Phänomens, das sich keineswegs auf Randzonen beschränkte, sondern tief in die Mitte von Staat und Gesellschaft hineinreichte. (…) Richtig ist, dass diese Geschichte sich von selbst erledigt hat.«3 Das »rote Jahrzehnt« begann in der Bundesrepublik am 2. Juni 1967 mit den Schüssen auf Benno Ohnesorg in West-Berlin und endete mit der Befreiung der Geiseln in Mogadischu, der Ermordung Hanns Martin Schleyers und dem Tod der RAF-Häftlinge in Stammheim im Oktober 1977. Der Literaturwissenschaftler und Publizist Richard Herzinger betont, dass die 68er nicht nur radikale Kritiker der Entstellungen liberaler Ideale durch die praktizierte demokratische Macht im Nachkriegsdeutschland waren, sondern geht in seiner Kritik weiter: »Die 68er identifizierten sich sehr weitgehend mit Ideologien und Systemen, in denen die Menschenrechte außer Kraft gesetzt waren und in denen Massenverfolgung, organisierter staatlicher Mord, Folter und Entwürdigung zur selbstverständlichen Praxis gehörten.«4 Dass sie dennoch die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik befördert haben und sich der Mythos der 68er bilden konnte, erklärt Herzinger wie folgt: »Tatsächlich hat der Umgang mit einer radikalen Opposition dem liberalen Erziehungsprozess der deutschen Demokratie mit Sicherheit nicht geschadet. Insgesamt haben die integrativen Mechanismen der liberalen Demokratie sich auch in Deutschland bewährt. Das konnte man Mitte der sechziger Jahre, gerade einmal zwanzig Jahre nach der gewaltsamen Zerschlagung des Nationalsozialismus, nicht unbedingt voraus-

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Alles gehört an den Pranger


setzen. Um ihre Tauglichkeit auch in Belastungssituationen nachzuweisen, brauchte die Demokratie eine radikale Systemopposition – freilich eine, die niemals eine wirklich ernste Bedrohung für den Bestand des Systems darstellte. Ein mittelschwerer Gegner gleichsam, zum Üben. Nach dieser Lesart haben die 68er, indem sie in das Kostüm radikaler antiwestlicher Revolutionäre schlüpften, der Festigung der westlichen Demokratie in Deutschland einen unschätzbaren Dienst erwiesen. (…) In welchem Maße auch immer der Aufbruch von 1968 tatsächlich dazu beigetragen hat: Ich bin froh über die Erweiterung der politischen und kulturellen Freiheitsspielräume, die seit damals in der Bundesrepublik durchgesetzt worden sind.«5 Gerald Goecke, bekannter Strafverteidiger in Kiel, selbst als Jurastudent in den Siebzigern aktiv tätig gegen justizielle Willkür, fügt im persönlichen Gespräch hinzu: »Nachgeblieben ist in unserer Generation ein gewisses anarchistisches Element, will ich es mal nennen, diese Grundskepsis staatlicher Autorität gegenüber.«6 Ich selbst habe als Student der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg ab 1971 die Studentenbewegung nie aktiv und organisiert unterstützt, sie aber wegen des Vietnamkriegs, der brachialen Gewaltanwendung durch die Polizei bei Demonstrationen (den Begriff der Deeskalation gab es noch nicht) und der Hofierung von Diktatoren wie Schah Reza Pahlavi durch Repräsentanten der Bundesrepublik wohlwollend begleitet. Die Verbrechen der RAF haben bei mir und in meinem damaligen studentischen Umfeld keinerlei Sympathien gefunden. Im »roten Jahrzehnt« haben wir autoritäres Staatshandeln an den Pranger gestellt und sicher einem Umdenken Anstöße gegeben, neue persönliche Freiheitsräume in Familie und Gesellschaft erobert und Politik als etwas Alltägliches und Beeinflussbares erlebt. Das hat mich, aber auch viele andere nachhaltig geprägt und beeinflusst unser Denken und Handeln bis heute.

Das »rote Jahrzehnt«

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Willy Brandt oder Mao Tse Tung Von guten und schlechten Vorbildern Wir wissen, dass wir als unbeschriebenes Blatt auf die Welt kommen und unsere ersten Lebensjahre ohne jede Erfahrung, auf der Suche nach Verhaltensmustern verbringen, um uns die Welt zu erschließen. Es liegt nahe, sich in den frühen Lebensjahren an seinem direkten Umfeld zu orientieren, den Eltern, älteren Geschwistern und Verwandten. Gerade in den Nachkriegsjahren existierten extrem unterschiedliche Vorbilder im familiären Umfeld. Die einen glaubten, es müsse auch in der Familie Autoritäten geben, denen man bedingungslos zu folgen habe, Kinder müssten früh in ihre Schranken gewiesen werden, »sonst würde es das Leben tun«. Andere wollten historische Muster überwinden, vor allem weil durch den Holocaust bewiesen war, welch dramatische Folgen der bedingungslose Glaube an Autoritäten haben kann. Zwischen Extremen ist der Weg stets offen für viele Alternativen. Ich habe meine Mutter und meine Großmutter als liebevolle Menschen erlebt, die zwar auf Grenzen bestanden, aber Übertretungen nicht mit Gewalt und Liebesverzicht ahndeten, sondern vielmehr mit kleinen Einschränkungen im Tagesablauf. Da ging es mal früher ins Bett oder die Lieblingsspeise fehlte auf dem Speiseplan. Mein Vater war in meinen ersten Lebensjahren nur am Wochenende zu Hause. Seine bisweilen cholerischen Anfälle richteten sich eher gegen meine Mutter und meine Schwester als gegen mich, und doch trage ich ihm sein respektloses Verhalten bis heute nach. Mein Vater war zu keiner Zeit ein Vorbild für mich. Die Verehrung meiner Mutter und meiner Großmutter und die Distanz meinem Vater gegenüber verfestigten sich in den Folgejahren weiter. Das Engagement der Frauen in meiner Familie für Gerechtigkeit einerseits und die für mich damals nicht nachvollziehbare Haltung meines Vaters als Angehöriger der Wehrmacht, über die er nie gesprochen hat, andererseits führten zu einer Rollenzuweisung in Gut und Böse. Durch seinen frühen Tod blieb der Konflikt ungelöst. Bis heute aber trete ich an meinen kleinen Hausaltar, wenn ich nachdenklich oder traurig bin, auf dem neben christlicher Symbolik und dem Bild meiner Mutter

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Willy Brandt oder Mao Tse Tung


ein Ring liegt, den sie bei ihrem Tod am Finger trug. Ich nehme den Ring in meine Hand und fühle ihre Nähe. So kann erfahrene Liebe ein Leben lang Hilfe sein. In der Pubertät eines Menschen nimmt das Nachahmen-Wollen ein jähes Ende. Das Ich steht im Mittelpunkt. Tradierte Vor- und Leitbilder werden infrage gestellt. Der Züricher Jugendpsychologe Allan Guggenbühl beschreibt das Verhältnis Heranwachsender zu überlieferten Vorbildern: »Was von einer neuen Generation an tradierten Vor- und Leitbildern übernommen wird, stelle sich oftmals als nur schwer erklärbar dar bzw. bleibe zuweilen fast ein ›Geheimnis‹. Insofern sei auch die Vorstellung, dass eine vorbildhafte Eigenschaft eins zu eins auf eine andere Person übertragen werden könne, psychologisch regelrecht primitiv, insbesondere dann, wenn in einer Beziehung die Authentizität fehle. Im Gegenteil – die Strategie, Vorbilder gleichsam zu verordnen, aufzuoktroyieren, fordere gegenteilige Reaktionen sogar heraus: Vorbilder werden durch die Seele erkoren und sind nicht nur das Resultat eines Sozialisierungsprozesses. Welches Vorbild jemand verinnerlicht, können wir nicht vorbestimmen.«1 Der Heranwachsende orientiert sich jetzt stärker an alternativen Vorbildern oder auch an Idolen, die er selbst auswählen kann. Schon früh habe ich mich mit den Gedanken und Werken Immanuel Kants beschäftigt. Ich war Schüler der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster, oft von der Schule abgelenkt und, gerade was Mathematik und Naturwissenschaften anging, ein eher uninteressierter Schüler. Ich schlug mich so durch, aber in den Fächern Deutsch und Gemeinschaftskunde war ich engagiert und empfand schon die Note »Gut« als Schmach. In meinen Lieblingsfächern habe ich viel über Kant erfahren. Vor allem hat mich fasziniert, dass ein Mann, der Zeit seines Lebens seine Heimatstadt Königsberg nie verlassen hat, so weitsichtig sein kann und allgemein gültige Verhaltensregeln zu formulieren in der Lage ist. Einen Satz aus seiner Kritik der reinen Vernunft habe ich nie vergessen, und er ist leider aktueller denn je: »Es ist demütigend für die menschliche Vernunft, dass sie in ihrem reinen Gebrauche nichts ausrichtet und sogar noch einer Disziplin bedarf, um ihre Ausschweifungen zu bändigen, und die Blendwerke, die ihr daherkommen, zu verhüten.«

Von guten und schlechten Vorbildern

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Wider den Stillstand (Leseprobe)  

Deutschland steht vor riesigen Herausforderungen – aber statt Lösungen zu bieten, verstricken sich Politik und Eliten im Klein-Klein. Für gr...

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