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Hintergrund Das Team Züri stemmt sich in der Badminton-NLB gegen den Abstieg

Hoffnungsschimmer in Bülach Bülachs Badmintonspieler warten in der NLB weiter auf den ersten Saisonsieg. Das 4:4 gegen den Tabellenletzten Redline Zentralschweiz ist für sie eine leise Enttäuschung – die Hoffnung aber bleibt.

lye-Spieler, der sehr viel läuft, wenn ein Gegner so wie er nicht präzise genug angreifen kann, ist es einfach für mich.» Der Spieler aus der grossen Badminton-Nation Indonesien glaubt zudem fest an den Ligaerhalt des Teams, dem er seit drei Jahren angehört. «Wir klauen immer wieder Punkte bei den Spitzenmannschaften, unsere Konkurrenten gehen gegen dort leer aus.» Ein Grund für die schwierige Tabellensituation ist für ihn, dass das Team nur einmal in der Woche unter Anleitung des Trainers Werner Kuster trainiert. «Das Training bringt sehr viel, nur müssten wir als NLB-Team öfter mit ihm zusammen arbeiten.» Kuster selbst sieht es ähnlich: «Normalerweise müssten wir als NLB-Team drei- bis viermal gemeinsam trainieren.» Da Kuster aber am zweiten Trainingsabend in Bülach in seinem eigenen Badminton-Center in Wetzikon Einzelstunden erteilt und die Hallenzeiten in Bülach knapp sind, liegt nicht mehr drin.

Peter Weiss 17:14 im zweiten Satz für den Bülacher Andranata Andranata. Gegner Christian Bernet macht mächtig Druck, jagt den Bülacher quer übers ganze Spielfeld, nach vorne, nach hinten, nach links nach rechts – doch Andranata macht seinem Ruf als Laufwunder alle Ehre. Ähnlich dem Igel im FabelWettlauf mit dem Hasen ist er trotz seiner 39 Jahre zur Stelle und macht am Ende den Punkt. Kurz darauf fügt sich der Zenralschweizer in die Niederlage. Mit seinem Sieg bringt Andranata die Bülacher 4:3 in Führung. Dann muss er aber machtlos mit ansehen, wie das Mixed-Doppel Michael Scheike auch den zweiten Satz knapp verliert und sich das Team Züri, so nennen sich die Bülacher seit drei Jahren aufgrund einer engen Kooperation mit Zollikon, erneut mit einem Remis begnügen muss. Da dies bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison der Fall ist und noch dazu vier Niederlagen die Bilanz belasten, bleibt das Team Züri als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz.

Viele knappe Niederlagen

«Versuchen, ruhig zu bleiben» Auch er selbst habe angesichts der misslichen Tabellenlage und wegen des knappen Spielstands den Druck gespürt, unbedingt gewinnen zu müssen, gibt Andranata Andranata zu. «Vor dem Spiel war ich richtig angespannt», berichtet er, «aber man muss versuchen, immer ruhig zu bleiben.» Das sei ihm recht gut gelungen, wenn auch unter Mithilfe des Gegners. «Ich bin ein Ral-

Andranata Andranata: Der Bülacher erläuft auch mit 39 Jahren jedes Shuttle – und bringt seine Gegner damit regelmässig zur Verzweiflung. (Balz Murer)

«Wenn man das alles sieht, ist es erstaunlich, dass sie überhaupt so gut mithalten können», lobt Werner Kuster seine Schützlinge. Der Trainer ist vom Ligaerhalt überzeugt. «Es steckt viel Potenzial im Team: Alle drei Männer sind gegen die Gegner aus dem Tabellenmittelfeld immer für einen Sieg gut, und wenn dann auch das Damen-Doppel so überzeugt wie heute, können wir das packen.» Zudem habe man oft nur sehr knapp verloren. Wenn es gelänge, das körperliche Fundament zu verbessern, könnten sie diese Spiele gewinnen. Das trifft besonders auf Franziska Altorfer zu. Die 24-jährige Bülacherin verlor ihr Einzel denkbar knapp im dritten Satz. Sie hat in den vergangenen sechs Monaten ihre Studienabschlussarbeit in Informatik erstellt und daher «praktisch gar nicht trainiert – da fehlt natürlich die Kondition, die ich für mein Spiel dringend brauche». Mit ein wenig mehr Training besteht daher berechtigte Hoffnung auf Besserung.


Hoffnungsschimmer in Bülach