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CHF 8.–

JUNI 2020

Das Schaffhauser Wirtschaftsmagazin

NEUE WEGE IN DER KRISE

Mit Schutzglas gegen den Stillstand ALLEIN ZU HAUSE

DIREKT NACH HAUSE

PLUS

Wie eine Immobilienfirma im verordneten Homeoffice die neue Arbeitsweise erprobte.

Im Reiat gelangen Salate und Sellerie via Internetlieferdienst frisch vom Hof zum Kunden.

Wirtschaftsförderung Kanton Schaffhausen


Seit 75 Jahren Partner der Medizin Endoskopie und vernetzte Systemlรถsungen von KARL STORZ

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I N H A LT

E D I T O R I A L

NEUE WEGE IN DER KRISE 04

Etliche KMU wie die Firma Bührer & Partner Immobilien betraten mit Homeoffice Neuland

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Der Reiat-Lieferservice brachte Kooperationen hervor, die den Lockdown überstehen sollen

14 Mit Infektionsschutzwänden überbrückte die FMS-Technik aus Beringen die Auftragsflaute

18  (R)Evolution in der Krise 25

Firmennews Success Story Rhyno Solutions

Sondia – Schutzmasken aus Schaffhausen

Smart Farming wird vorangetrieben

Neue Version der Schaffhauser eID+

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Finanzen Was passiert mit meinem Geld in Zeiten von Corona?

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RSE-News Virtuell in den Rheinfall eintauchen

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ITS-News Das ITS als Innovationsbegleiter für regionale KMU

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KGV-News Die Krise als Chance

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IVS-News SIG Combibloc – in Zukunft öfter von zu Hause aus arbeiten

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IVS-Mitglieder ProMove TM

SH POWER

Hinweis zu dieser Ausgabe: Neue Wege in der Krise – der Titel dieser Ausgabe galt auch bei der Produktion dieses Magazins. Aufgrund der besonderen Situation in den vergangenen Wochen umfasst die vorliegende Ausgabe der «SH Wirtschaft» etwas weniger Umfang als gewohnt. Bewährte Rubriken wie zum Beispiel «Leute» entfallen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Liebe Leserinnen und Leser Einen solchen Stillstand hat die Welt selten gesehen. Verteilt über den gesamten Globus wurden dieses Frühjahr einschneidende Massnahmen ergriffen, um eine schnellere, unkontrollierte Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Geschäfte mussten geschlossen bleiben, Unternehmen schickten über Nacht einen Grossteil ihrer Belegschaft ins Homeoffice, und die Menschen folgten dem Aufruf, zu Hause zu bleiben. Für viele Unternehmen bedeutete dies, dass sie neue Wege beschreiten mussten – um Ausfälle zu kompensieren, ihre Kunden zu erreichen oder sich innerhalb der Belegschaft neu zu organisieren. Die Schaffhauser Betriebe zeigten sich kreativ. Es entstanden unvermittelt Take-away-Angebote von Restaurants, neue Formen der Kundeninteraktion oder ganz neue Geschäftsmodelle. Im Reiat schlossen sich etwa zahlreiche lokale Produzenten im Reiat-Lieferservice zusammen. Sie bringen seither ihre Produkte vom Hof direkt zu ihren Kunden nach Hause. Die FMS-Technik AG aus Beringen passte kurzerhand ihr Geschäftsmodell an und produziert nun zusätzlich Schutzund Arbeitswände aus Acrylglas, wodurch neue Kunden gewonnen und Umsatzeinbussen kompensiert werden konnten. Die Corona-Pandemie hat sich gleichzeitig als Treiber der digitalen Transformation erwiesen. Mit dem erzwungenen Homeoffice etablierten sich die virtuelle Zusammenarbeit und Kundeninteraktion endgültig. So auch beim Schaffhauser Unternehmen Bührer & Partner Immobilien, das wie viele andere das Homeoffice kurzerhand zum fixen Bestandteil seiner neuen Arbeitswelt erklärte. Die Wirtschaftsförderung hat ihrerseits in der Krise neue Wege beschritten. Statt Vor-Ort-Besuchen interessierter Unternehmen werden digitale Standortbesuche ermöglicht, die Jahresmedienkonferenz online übertragen und mit der CoronaHotline die ansässigen Firmen während der Krise unterstützt. Die Wege, die in den letzten Wochen beschritten wurden, waren unterschiedlich, doch sie alle haben gezeigt, dass unsere Unternehmen mit Kreativität auf die Krise reagiert und sich ihren Weg aus dem Stillstand in eine neue Normalität gesucht haben. Stefan Wabel

Christoph Schärrer

Leitung Verlag «Schaffhauser Nachrichten»

Delegierter für Wirtschaftsförderung des Kantons Schaffhausen

I M P R E S S U M ERSCHEINT VIERTELJÄHRLICH, 6. JAHRGANG, AUSGABE NR. 2, JUNI 2020  HERAUSGEBER «SH WIRTSCHAFT» MEIER + CIE AG SCHAFFHAUSEN, VORDERGASSE 58, 8201 SCHAFFHAUSEN REDAKTION DANIELA PALUMBO GRAFIKKONZEPT UND PRODUKTION FRANZISKA RÜTSCHI TITELBILD GESCHÄFTSLEITUNG DER FMSTECHNIK AG: MARTIN WILLENER, STEFAN HAGER UND IWAN THOMA (VON LINKS); FOTO: MELANIE DUCHENE  HERAUSGEBER «NEWSLETTER» WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG KANTON SCHAFFHAUSEN, FREIER PLATZ 10, 8200 SCHAFFHAUSEN  REDAKTION PASCAL SCHMIDLIN, PETRA ROOST  GESTALTUNG UND PRODUKTION BBF COMMUNICATION + DESIGN; TRIX BRUNNER VERLAG VERLAG «SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN», STEFAN WABEL ANZEIGENVERKAUF «SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN», TELEFON 052 633 31 11, FAX 052 633 34 02, ANZEIGENSERVICE@SHN.CH  ABONNEMENTE JÄHRLICH FR. 28.–, EINZELNUMMER FR. 8.–, TELEFON 052 633 33 66, ABOSERVICE@SHN.CH. DAS ABONNEMENT IST IN DEN MITGLIEDERBEI­T RÄGEN DES KANTONALEN GEWERBEVERBANDES KGV UND DER INDUSTRIE- & WIRTSCHAFTS-VEREINIGUNG IVS REGION SCHAFFHAUSEN SOWIE IM ABONNEMENT DER «SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN» ENTHALTEN.  AUFLAGE 25 0 00 EXPL.  ISSN 2297-5276  DRUCK STAMM+CO, SCHLEITHEIM

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Arbeiten trotz Von einem Virus und seinen wirtschaftlichen Folgen aus der Komfortzone gestossen, mussten viele Unternehmen sich anders orientieren. Innovative Ideen waren gefordert, nicht nur, was Produkte und Dienstleistungen betraf, sondern auch die Arbeitsweise. So betraten in der Krise viele KMU mit der Einfßhrung von Homeoffice Neuland – zum Teil mit Erfolg, wie ein Beispiel aus der regionalen Immobilienbranche zeigt. TEX T DA NIEL A PA LUMBO BILDER MEL A NIE DUCHENE


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Nur drei Angestellte von 18 durften im Firmensitz von BĂźhrer & Partner Immobilien in Schaffhausen sein, die anderen mussten ins Homeoffice.

Lockdown


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ie im Traum hätte Patrick Bührer daran gedacht, dass seine 18 Mitarbeiter und er einmal ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen würden. Doch als der Lockdown Mitte März verkündet wurde, traf das Unvorstellbare ein. Eine Vorahnung und eine Vision machten es gleichwohl möglich, dass alle Angestellten der Firma Bührer & Partner Immobilien aus Schaffhausen von einem Tag auf den anderen problemlos im Homeoffice weiterarbeiten konnten. Mitte Februar hatte Bührer mit einem Kunden, der Stockwerkeigentum besass, einen Handwerkertermin vereinbaren wollen. Der Kunde teilte ihm mit, er sei flexibel. Sein Arbeitgeber Google habe allen Angestellten infolge von Corona Homeoffice verordnet. Diese vorgezogene Massnahme eines amerikanischen Konzerns und die Entwicklung der Pandemie in Italien drängten Bührer dazu, auf eine allfällige Heimarbeit vorbereitet zu sein. Instinktiv erkannte er die Zeichen der Zeit, und am Wochenende vor dem Lockdown wies er seinen IT-Beauftragten an, sich eine einfache Lösung auszudenken, damit alle Mitarbeiter von überall her auf ihre Computer im Büro am Rheinweg zugreifen konnten. Ob das wirklich so dringend sei, hatte der Informatiker gefragt. Bührer antwortete bestimmt: «Ja, das ist nötig.» Schon vor zwei Jahren hatte er ein Dokumentenmanagementsystem eingeführt, um die Vision eines papierlosen Büros umzusetzen, und so waren alle Mieterdossiers digitalisiert und von aussen zugänglich. Folglich konnte Bührer alle Mitarbeiter am 16. März nach Hause schicken.

NEUE WEGE IM HOMEOFFICE Die Angestellten der Immobilienfirma arbeiteten vor Corona tagein, tagaus im 500 Quadratmeter grossen Büro in Schaff hausen. Von dort aus verkauften oder vermieteten sie Liegenschaften und bewirtschafteten und betreuten sie Objekte und Kunden. Lediglich eine Mitarbeiterin, eine Mutter aus dem oberen Kantonsteil im Teilzeitpensum, arbeitete gelegentlich von zu Hause aus.

Arbeitsplatz zu Hause in Tausend 600 500 400

Homeoffice als Normalarbeitsform Im Jahr vor der Coronakrise erledigten mehr als 1 Million der Erwerbstätigen in der Schweiz gelegentlich oder regelmässig ihre Arbeit von zu Hause aus, lediglich 136 000 verbrachten über die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. Dies dürfte sich nun aufgrund des Lockdown ändern, der die Angestellten von Grossunternehmen und KMU zur Heimarbeit verdonnert hat. Homeoffice, davon geht eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW aus, wird sich auch nach der Coronakrise als gleichberechtigte oder gar Normalarbeitsform durchsetzen. Der Druck der Mitarbeitenden dürfte dafür sorgen. Denn mehr als 70 Prozent der Befragten fühlten sich im Homeoffice wohl oder sehr wohl und möchten diese Art der Arbeitsorganisation beibehalten. Geschätzt wurde vor allem das hohe Mass an Autonomie. Wichtig für das Gelingen der Umstellung waren weniger die Arbeitsbedingungen zu Hause, sondern die Führung des Vorgesetzten, der aus der Ferne Orientierung und Unterstützung bieten musste. Vermissen taten die Angestellten im Homeoffice den sozialen Austausch mit Kollegen und Kolleginnen. Die Präsenz am Arbeitsplatz lasse sich, so die Studienautoren, daher sinnvollerweise als Quality-Time nutzen für den Auf bau von tragfähigen Beziehungen sowie für Kreativitäts- und Innovationsmeetings. Quelle: Studie zur Umstellung auf Homeoffice in der Schweiz während der Covid19 Krise. FHNW und ZHAW. 2020.

Während der ersten Wochen des Lockdown hielten sich dagegen abwechselnd höchstens drei Personen im Firmensitz auf. Alle anderen blieben im Homeoffice. Die Weisung des Managements lautete: Nur eine Person darf jeweils ein Doppelbüro besetzen. Die Mitarbeitenden sollten sich absprechen. «Das funktionierte sehr gut», sagt Bührer. Zu tun gab es mehr als genug. Viele Stockwerkeigentümerversammlungen wurden zunächst abgesagt, dann verschoben, dann erneut abgesagt. Die einfacheren wurden schliesslich schriftlich abgehalten. «Der administrative Aufwand war während der Krise hoch», sagt Bührer. Die Immobilienverwalter merkten unmittelbar, dass auch viele andere Angestellten im Homeoffice waren. Weil die Leute mehr zu Hause arbeiteten, trafen mehr Wünsche und Reklamationen ein. Manche beschwerten sich, weil die Kinder im oberen Stockwerk zu laut waren und beim Homeoffice störten. Andere fanden endlich Zeit, kaputte Geräte oder Installationen zu melden, was sie sonst vor sich hinschoben. «Trotzdem hatten wir verglichen mit anderen Branchen Glück», sagt Büher. «Wir durften arbeiten.»

300 200 100 0 Mehr als 50 % Gelegentlich (oder regelmässig der Arbeitszeit unter 50 % der Arbeitszeit) 2001

Gelegentlich

Regelmässig unter 50 % der Arbeitszeit

Mehr als 50 % der Arbeitszeit

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Teleheimarbeit bzw. Homeoffice der Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) in der Schweiz. Quelle: BFS – Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE), April 2020 · © 2020 OFS-BFS-UST / WSA

Bei den Kauf- und Mietinteressenten liess die Nachfrage indes nach, dafür war die Abschlussquote höher. Neugierige blieben wegen Corona den Besichtigungen fern, die mit dem nötigen Abstand weiterhin durchgeführt wurden. Anfangs wollten einige Mieter ihre Wohnungen nicht zeigen, aber nach Gesprächen übernahm jeweils ein Mitarbeiter der Immobilienfirma die Aufgabe. Die Mieter übergaben den Schlüssel und blieben während der Besichtigung weg. «Es musste weitergehen», sagt Bührer. «Unsere Arbeit war nicht stark beeinträchtigt, vor allem dank des Dokumentenmanagementsystems.» Von zu Hause konnte man sogar auf den Bürodrucker zugreifen. Ein anwesender Kollege packte


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die zum Versand bestimmten Dokumente ein und brachte sie auf die Post. An Homeoffice hatte Bührer damals nicht gedacht, als er sich für die Digitalisierung entschied. Angetrieben hatte ihn der Traum vom papierlosen Büro. «Ich wollte mit der Zeit gehen. Die Umstellung hat uns nun in die Karten gespielt.»

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ins Büro kam, waren elf vom Team anwesend. «So geht das nicht», sagte er und MISSTEN DIE schickte einige wieder nach Hause. Danach WÖCHENTLICHE hielten sich etwa sieben Mitarbeiter im Grossraumbüro auf, Platz für die erforderTEAMSITZUNG.» lichen Abstände gab es genug, Einzel- und Doppelbüros ebenfalls. Alle vermissten die PATRICK BÜHRER Geschäftsführer DIGITALE AUSTAUSCHKANÄLE wöchentliche Teamsitzung. Daher war für Bührer & Partner Immobilien Bührer vertraute darauf, dass sein junges Team auch Bührer schnell klar: «Wir wollen nicht so von zu Hause verlässlich arbeitete. «Die Leistung ist weiterarbeiten.» Trotzdem hat die Umstelgut messbar. Die Vorgaben und Erwartungen klar kommunilung ein Umdenken bewirkt, zum Positiven. «Ich ziert.» Er selbst pflegte während dieser Zeit intensiven Austausch hatte mich vorher nie intensiv mit Homeoffice ausmit allen Mitarbeitern. 80 Prozent seines Arbeitsalltags bestand einandergesetzt», sagt Bührer. «Nun habe ich viel aus Telefongesprächen. Was sonst spontan in den Gängen begesehen und gelernt.» sprochen wurde, musste nun via Handy gelöst werden. Schrieb er E-Mails, kam sofort eine Rückmeldung. Das Team-Meeting Was vorher in diesem Masse nicht vorstellbar war, mit 18 Personen via Zoom fand einmal statt, verlief unproduktiv entpuppte sich durchaus als eine alternative und wurde nicht wiederholt. Video-Konferenzen im kleineren Arbeitsweise für maximal einen Tag pro Woche. Rahmen mit zwei bis drei Angestellten hingegen schon – auch Die teilzeitarbeitende Mutter darf nun sogar die der Videoaustausch mit Kunden erwies sich als nützlich. Der Hälfte ihres 50-Prozent-Pensums von zu Hause aus externe IT-Experte hatte nach der Installation nicht mehr viel arbeiten. Bührer selbst merkte, dass er im Homeofzu tun. Nicht ganz geglückt war hingegen die Telefonumleitung, fice effizienter vorankam, in Ruhe an etwas dranda sich Bührer gegen eine teure Lösung entschied. Die Mitarbeibleiben konnte. Denkbar sei, dass er sich fortan für ter mussten die Büro-Nummer während den Bürozeiten auf ihr einzelne Tage dahin zurückziehe. Doch auch der privates Handy umleiten und gaben so bei Anrufen von Kunden Chef ist lieber im Firmenbüro. Er mag gern Menund Handwerkern ihre Privatnummer preis. «Das war nicht sehr schen um sich herum und durch seine tragende beliebt», gesteht Bührer. Funktion ist seine Anwesenheit erwünscht. Noch etwas war anders während des Lockdown. Es gab Die Mitarbeiter schalteten schnell auf Homeoffice-Modus um. Aber zwar mehr Arbeit, aber fast keine Termine. «Ich nach drei bis vier Wochen wollten alle wieder ins Büro. Als der musste nicht von Termin zu Termin hetzen. Das hat Chef, der teilweise ebenfalls Homeoffice machte, eines Morgens alles entschleunigt.»

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Regionales via Webshop Die Coronakrise hat die Schweizer Wirtschaft hart getroffen – aber längst nicht alle kleinen Unternehmer in die Knie gezwungen. Neue Geschäftsideen wurden umgesetzt. So florierte ein Lieferservice mit frischen Produkten direkt vom Hof.

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s ist eines der innovativen Angebote, das ohne Corona nicht so schnell entstanden wäre, der Reiat-Lieferservice, der nicht nur regionale Produkte direkt vor die Haustür liefert und damit Produzenten und Bevölkerung zusammenbringt, sondern seit Kurzem auch einen attraktiven Laden im Dorfkern von Thayngen betreibt. Doch eins nach dem anderen. Wenn die Not da ist – bringt diese gewissen Unternehmerinnen und Unternehmern oftmals auch einen wahren Kreativitätsschub. Wie bei Lisa Fuchs vom landwirtschaftlichen Betrieb Föhrenhof in Altdorf. Man könnte fast sagen, alles begann mit einem Ei. Vor zwei Jahren konnte ihre Familie ihr lang geplantes Projekt «Hühnerstall» wahr werden lassen. Seither werden unter dem Namen «Ei(d)er Fuchs» eigene Hofprodukte und solche anderer Direktvermarkter ausgeliefert. Mit dem Slogan «Allein ist man stark, gemeinsam unschlagbar» preist die Website Eier, Brot, Knöpfli, Likör und vieles mehr im Internet an. So wie die Familie Fuchs gehen immer mehr

Markt auf moderner Basis: ReiatMarkt-Leiterin Jenni Schmid und Mitarbeiterin Monika Leu (r.)

Bauernfamilien neue Wege, um ihre Produkte direkt zu vermarkten, auch, um die Wertschöpfung auf dem Hof zu erhöhen.

REGIONALE GAUMENGENÜSSE Seit das Einkaufen im Laden wegen der Corona-Pandemie zur Gefahr für die Gesundheit erklärt wurde, hat das Geschäft mit der Hauslieferung stark zugenommen. «Die Krise ist auch eine Chance», sagt Lisa Fuchs, denn in kurzer Zeit hat sich die Zahl der Bestellungen auf der Homepage stark vermehrt, «und mit der Coronakrise ist das Bedürfnis nach regionaler Ernährung und Wertschöpfung enorm gestiegen», freut sich die Unternehmerin. Lisa Fuchs hat die Chance erkannt und ihre Dienstleistung ausgebaut. Viel Arbeit gab der Aufbau des Online-Shops, über den die meisten Bestellungen


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laufen. «Eine grosse Herausforderung, die aber auch Spass macht», sagt sie im Nachhinein. Die neu gegründete Plattform Reiat-Lieferservice vermarktet die regionalen Gaumengenüsse zahlreicher Produzenten aus dem Reiat und darüber hinaus. «Alles für den täglichen Gebrauch und neu sogar auch Milchprodukte», wie sie mit Stolz betont. Ständig kommen neue Produzenten dazu. Statt selbst auf Tour zu gehen, kümmert sie sich nun um die Organisation, was ihre Rolle kurzum verändert hat. Helferinnen und Helfer mussten gesucht werden. Auch grössere Räumlichkeiten. Gut vernetzt wie sie ist, konnte sie anfangs auf die Mithilfe des Thaynger Werbeprofi und Fotografen Peter Schäublin zählen. Eine wertvolle Hilfe im Aufbau und in Sachen Social Media und vielem mehr war auch Versicherungsspezialist Bruno Bosshard aus Opfertshofen. Weil Hygiene schon bei der Produktion eine wichtige Rolle spielt, gehören Desinfektionsmittel und Handschuhe sowieso zur Grundausrüstung. Um der stetig wachsenden Nachfrage möglichst schnell gerecht zu werden, konnte Lisa Fuchs auch auf die grosse Erfahrung und

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die Infrastruktur von Thomas Meisters Firma Natürlich Meister Holzart GmbH zugreifen. Der kreative Zimmermann – er entwickelt seit über zehn Jahren mehrere Geschäftsideen – ist unter anderem auch der Schöpfer der «Reiat-Cherze», welche zu einem Gestell mit Fondue-Caquelon und vielfältigen anderen Verwendungsmöglichkeiten erweitert werden kann. Meister, bekannt auch als Buchenholzpionier, bezeichnet den Reiat-Lieferservice als Start-upUnternehmen.

INNERHALB VON ACHT WOCHEN Von der Idee bis zum fertigen Angebot hat die Krise ungeahnte kreative Prozesse freigesetzt. Die ganze Aufbauarbeit, die unter normalen Bedingungen Monate an Vorbereitungszeit gebraucht hätte, gelang in kürzester Zeit. Innerhalb von acht Wochen ist alles passiert. «Wir haben das Ganze nicht neu erfun-

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Der «Reiat-Lieferservice» und der «ReiatMarkt» sind eng verknüpft mit dem «Reiat-Genuss», der kürzlich unter der Federführung von Wein­macher Thomas Stamm ins Leben gerufen wurde. Deren Ziel ist es, Produzenten mit Gastronomen der Region – das Gebiet von Dörflingen, Thayngen, den unteren und oberen Reiat und das Durachtal – zusammenzubringen.

den, sondern neu kombiniert», ergänzt Meister. Agilität und somit offen sein für Veränderungen und proaktives Handeln sind in Zeiten der Unsicherheit von grosser Bedeutung. «Diese Kraft bricht alte Verhaltensweisen auf, die Suche nach alternativen Wegen durch Improvisation bringt Neues hervor.» Und das Neue wird bleiben. Hoffentlich. «Vorher, als die Wirtschaft auf Hochtouren lief, die Grenzen offen waren, war das beinahe unmöglich», bilanziert Meister. Dass die Rückbesinnung auf Regionales erst durch die Coronakrise ausgelöst werden musste, stimmt ihn nachdenklich. Es freut ihn aber auch, dass man jetzt mit der Region für die Region etwas tun könne. Dafür stimmt die Kooperation zwischen den Beteiligten, die mit viel Freude, Schaffenskraft und vor allem gespannt auf die kommende Zeit nach Corona blicken. Als starker Dienstleister für alle und mit der Überzeugung, dass beide Seiten einen gewaltigen Nutzen haben werden. «Ohne grossartige Unterstützung all dieser Leute wäre das gar nicht realisierbar gewesen», betont Meister. Um die Wettbewerbsposition auch langfristig zu sichern, wird der Reiat-Lieferservice kontinuierlich ausgebaut. «Wir möchten allen regionalen Betrieben die Möglichkeit bieten, unsere Plattform zur Vermarktung zu nutzen», fügt er an. Seit Anfang Mai ist in den Räumlichkeiten mitten im Dorfzentrum von Thayngen, wo vorher der «Müller Beck» eingemietet war, ein Laden mit ländlichem Charme dazugekommen. Den Anstoss gaben Marion und Marcel Fringer, die Besitzer der Liegenschaft und letztgenannter Präsident des Schaffhauser Gewerbeverbandes. Sie taten dies aus Solidarität, aber auch als eine Aktion gegen das Lädelisterben, denn der Metzger und die Bäckerei sind ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Wie auch genügend Parkplätze. Federführend beim Auf bau des «Reiat-Markt» war Jenni Schmid aus Hofen. Zweimal pro Woche, jeweils am Mittwoch- und Samstagmorgen, wird eine Auswahl an saisonalem Bio-Gemüse angeboten, dazu ein Angebot an regionalen und frischen Produkten.

Lisa Fuchs hat für den ReiatLieferservice die Logistik ausgebaut.

Das ehemalige Markthüsli hat Thomas Meister inspiriert für weitere tolle Projekte.

kunft des Produktes zu ermitteln, würde sich hier erübrigen, zudem sei der Dorfladen ein Ort, wo man sich nun auch wieder treffen könne. «Ein Schwatz fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und belebt das Dorfleben.» «Wir möchten, dass der Reiat-Lieferservice und der Reiat-Markt zu einer festen Grösse in der Region heranwachsen», erklärt Jenni Schmid, die in der Zwischenzeit durch weitere Teilzeit-Mitarbeiterinnen unterstützt wird. Auch um das Bewusstsein zu fördern, dass man fast alles mit regionalen Produkten abdecken kann. Wenn man dies auch will. Ideen für weitere Aktivitäten sind vorhanden und mit dem offiziellen Eintrag der neu gegründeten Gesellschaft im Handelsregister steht auch einer Weiterführung der Idee nichts im Weg.

ALLES FRISCH UND AUS DER REGION Somit besteht also die Möglichkeit, alle Produkte aus dem Webshop auch vor Ort zu beziehen. Die Innenausstattung trägt auch hier die Handschrift von Thomas Meister. Als dreimonatiges Pop-upStore-Projekt angedacht, war der Kundenaufmarsch von Beginn an grösser als erwartet. «Hier weiss man, dass alles frisch ist und aus der Region stammt», meint ein zufriedener Kunde. Die Her-

Die Macher vom «Reiat-Lieferservice» und «Reiat-Markt» haben nicht nur Mut gezeigt, Herzblut und Leidenschaft mit eingebracht, sondern auch den Grundstein für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesetzt. Grundsteine zukünftiger Wachstumsfelder. Mit Produkten, die bei einem Wirtschaftsaufschwung das Wachstum mittragen werden. Bekanntlich sind heute initiierte Innovationsaktivitäten die besten Voraussetzungen von morgen. Dann, wenn die Not nicht mehr da ist.

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Auftragsflaute mit Infektionsschutz überbrückt Um Menschen vor maschinellen Gefahren zu schützen, rüstet eine Firma in Beringen industrielle Arbeitsund Werkplätze aus. In der Coronazeit hat FMS-Technik AG diesen Bereich ausgedehnt. Die Nachfrage nach ihren Infektionsschutzwänden war so gross, dass sie die krisenbedingten Auftragseinbrüche zumindest teilweise kompensieren konnte.

TEX T V INCEN T FLUCK BILDER MEL ANIE DUCHENE

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n vielen Fabrikationsprozessen bewegen Fliessbänder die Werkstücke zu den Maschinen und den Menschen, die sie bearbeiten. Dafür braucht es die entsprechend eingerichteten Arbeitsplätze. Sie bestehen zum Beispiel aus Montageflächen, aus Halterungen für die Computerbildschirme, aus Gestellen, aus Förderbändern und zum Schutz des Personals aus Ummantelungen und Trennwänden. Die Beringer Firma FMSTechnik AG hat die Bauteile, die es dazu braucht. Kernelement sind eckige Metallstangen, sogenannte Aluminiumprofile. Sie werden auf die richtige Länge zugeschnitten, zusammengeschraubt, mit Plastikscheiben und Platten verbunden und je nach Bedarf mit kleinen Rädern oder höhenverstellbaren Füsschen versehen. Das Baukastensystem erlaubt es, auf Kundenwünsche einzugehen. Als im März die Corona-Welle anrollte, überlegte sich die Unternehmensleitung der Beringer Firma, wie sie ihre Mitarbeitenden vor einer Keimübertragung schützen kann. Die entsprechenden Vorrichtungen bereitzustellen, war keine grosse Sache, da die nötigen Bestandteile aus dem oben beschriebenen Baukastensystem leicht verfügbar waren. «Normalerweise befassen wir uns mit dem Schutz des Menschen vor der Maschine», sagt Geschäftsführer Martin Willener. «Jetzt ging es um den Schutz des Menschen vor dem Menschen.» Bald kam der Gedanke auf, dass


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Zu Beginn der Coronakrise hatten die Verantwortlichen der FMS-Technik AG nur die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden im Sinn. Doch dann kam die Idee, dass der Infektionsschutz auch anderswo auf Anklang stossen kรถnnte.


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FMS-Technik aus Beringen Das Unternehmen wurde 1989 von den Brüdern Christian und Stefan Di Ronco gegründet. Etliche Jahre vor dem Pensionsalter – um Zeit für andere Projekte zu haben – verkauften sie 2018 ihre Anteile an den Teilhaber und mittlerweile seit 22 Jahren im Betrieb tätigen Martin Willener. Bedingung des neuen Inhabers und Geschäftsführers war, dass Iwan Thoma und Stefan Hager im Betrieb bleiben. Thoma ist seit sieben Jahren dabei und verantwortlich für den Verkauf, Hager arbeitet seit sechs Jahren mit und leitet die Konstruktion. Zusammen bilden die drei die Geschäftsleitung. Ihr Unternehmen beschäftigt aktuell 23 Mitar­beitende. Die drei Buchstaben im Firmennamen stehen für flexible modulare Systeme. Die FMS-Technik hat die Vertretung für das Baukastensystem der deutschen Firma Bosch Rexroth in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. (vf)

Ein Mitarbeiter bereitet eine zugekaufte Plexiglasscheibe für die Montage vor.

die Arbeitsplatz-Trennwände auch ausserhalb des Firmengebäudes auf Interesse stossen könnten – ein neuer Geschäftszweig war geboren. «Wir gehörten zu den ersten, die in diesem Bereich tätig wurden», sagt der Geschäftsführer. «Dadurch gewannen wir einen zeitlichen Vorsprung.»

würde. Da die Firma mit ihren Produkten auch Labore und medizintechnische Betriebe beliefert, konnten die Verantwortlichen den Bundesbehörden deutlich machen, dass auch sie als «systemrelevant» einzustufen sind. Geschäftsführer Willener war überrascht von der schnellen Reaktion des Bundesamts für Gesundheit: Innert weniger Stunden hatten sie eine positive Antwort.

DIE SUCHE NACH DEN KUNDEN Das Wissen über die Herstellung von Schutzwänden war, wie gesagt, vorhanden. Anspruchsvoller war die Frage, wie die möglichen Kundinnen und Kunden erreicht werden können. Denn der angepeilte Kundenkreis ging über die üblichen Industrieabnehmer hinaus. Nun rückten Kleinbetriebe, Praxen, Behörden und Schulen in den Fokus. Bruno Jakob, Geschäftsführer der Schaffhauser Agentur Wanda Multimedia, erarbeitete sozusagen über Nacht ein Werbekonzept. Dazu gehörten eine Homepage unter der eigens ins Leben gerufenen Adresse infektionsschutzwand.ch, Foto- und Filmbeiträge für soziale Medien sowie Flugblätter. «Sehr viele Leute haben auf unsere Inserate in den Zeitungen und auf die elektronischen Mailings reagiert», sagt Bruno Jakob. Auch bei der grössten Internetsuchmaschine schaltete er Inserate. Er war überrascht, dass er beim Festlegen der Suchstichworte für die Begriffe «Corona» und «Covid-19» Alternativen finden musste. Google wollte so verhindern, dass aus der Pandemie Profit geschlagen wird. In den ersten Tagen der Krise kam im Beringer Industriegebiet etwas Nervosität auf. Im Raum stand nämlich, dass auch Fertigungsbetriebe stillgelegt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Darüber hinaus bestand die Gefahr, dass Personal ins Militär oder in den Zivilschutz abgezogen

Anfänglich konzentrierte sich die FMS-Technik auf Infektionsschutzwände für den Arbeitsplatz, das Sitzungszimmer und den Empfangsschalter. Mit Aluprofilen wurden Stützbeine zusammengeschraubt und oben drauf ein Rahmen mit Plexiglasscheibe montiert. Man konnte das Ganze in kleiner Version für die Tischplatte haben oder in mannshoher Ausführung. Nach und nach wurde das Angebot auf Schulen ausgedehnt, wo Lehrer vor einer Ansteckung durch ihre Schüler geschützt werden mussten, und auf Altersheime, wo man den Bewohnern virusfreie Besucherkontakte ermöglichen wollte.

VON PLEXIGLASLIEFERANTEN BEVORZUGT Allein im Monat April flatterten etwa 500 Bestellungen für Trennwände ins Haus. «Es war eine grosse Welle, die wir zu bewältigen hatten», erinnert sich der Geschäftsführer. Da andere Projekte zurückgestellt waren, konnten die Aufträge mit der bestehenden Belegschaft ausgeführt werden. Nur ein einziger Temporärmitarbeiter musste zusätzlich eingestellt werden. Wegen der landesweit grossen Nachfrage wurde es mit der Lieferung der auswärts zugeschnittenen Plexiglasscheiben knapp. Doch wegen der langjährigen Beziehungen kam es zu keinem Unterbruch. «Wir verwenden schon immer Plexiglas und wurden von unseren Lieferanten bevorzugt behandelt», sagt Verkaufsleiter Iwan Thoma. Unter den Abnehmern


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Die Infektionsschutzwände müssen nach der Krise nicht entsorgt werden. Sie können dann als Informationsund Werbetafeln genutzt werden.

der Infektionsschutzwände war unter anderem das Reisebüro Sulzberger in Neuhausen, das für die Beratungsgespräche Schutz brauchte, oder die Firma Gummi Roost in Schaffhausen, die ihre Verkaufstheke ausrüsten wollte. Das Beringer Alters- und Pflegeheim bestellte eine Besucherbox. Und auch von Schulen gingen Bestellungen ein, in einem Fall waren es 170 Trennwände. Mitte Mai klang die Nachfrage ab. Während in der Montagehalle die Angestellten die Bestelllisten abarbeiteten, stellte sich die Frage, wie es weitergeht. «Das war ein Blick in die Kristallkugel; wir wussten es nicht», sagt der Geschäftsführer. Er ging aber davon aus, dass es nochmals einen Anstieg geben werde, da auch Berufsund Fachhochschulen zum geordneten Alltag zurückkehren durften. Auch vonseiten der Industrie rechnete er mit Bestellungen, da weitere Arbeitsplätze virensicher gemacht werden müssten. Vielleicht seien auch von Restaurantbetreibern Aufträge zu erwarten. «Mit der Hälfte der Tische können sie nicht überleben», sagt Konstruktionsleiter Stefan Hager. Tatsächlich trafen Ende Monat Bestellungen von Berufs- und Fachhochschulen ein. Auf längere Frist ist das Abklingen der Nachfragewelle absehbar, trotzdem zieht der Geschäftsführer eine positive Bilanz. «Diese Aufträge halfen uns, die Flaute zu überbrücken», sagt er. In der Produktion hatten während der kritischen Phase alle zu tun. Dank der neuen Aufträge mussten einzig die vier Aussendienstmitarbeiter und ein Teil des Innendienstes auf Kurzarbeit gesetzt werden. Von den insgesamt 23 Mitarbeitenden erkrankte niemand am Coronavirus. Nur Geschäftsleitungsmitglied Stefan Hager blieb zwei Wochen lang zu Hause, aus Sicherheit, weil ein Nachbar aus dem virenverseuchten österreichischen Touristenort

Ischgl zurückgekehrt war. Und die über 65-jährige Putzfrau blieb zu ihrem eigenen Schutz bei vollem Lohn zu Hause. Umsatzmässig konnte das Geschäft mit den Trennwänden immerhin einen Teil der sonstigen Ausfälle kompensieren.

KREATIVITÄT GEHÖRT IMMER DAZU Stimmungsmässig hat man die Krisenzeit bei der FMS-Technik gut erlebt, jedenfalls in der Geschäftsleitung. Die vielen Ideen, die in dieser Zeit entwickelt wurden, seien aber nichts Aussergewöhnliches, sagt der Verkaufsleiter. Seit der Übernahme der Firma im Juli vor zwei Jahren (siehe Kasten) sei das Führungsteam in einem kontinuierlichen Kreativitätsprozess. «Wir sind daran, die Dinge in der Firma so umzustellen, wie wir es uns vorstellen.» Geschäftsleitungskollege Stefan Hager ergänzt: «Kreativität ist unser tägliches Brot. Mit den Vorgaben unserer Kunden versuchen wir uns möglichst kreativ zu verhalten.» Ist die Viruskrise eines Tages endgültig bewältigt – weil ein Grossteil der Bevölkerung immun geworden ist – brauchen die vielen Schutzwände nicht entsorgt zu werden. Dem Führungsteam von FMS-Technik war es wichtig – Stichwort «Nachhaltigkeit» – dass sie für andere Zwecke nutzbar sind. Zum Beispiel lassen sie sich als Informations- oder Werbewand verwenden. Mit einer selbsthaftenden Folie können A4-Blätter mühelos auf die Plexiglasscheibe geheftet und wieder entfernt werden. Und wenn die Scheibe durch eine dafür geeignete Platte ersetzt wird, wandelt sich die Schutzwand zur Schreibtafel. Schon während der Krise hat das Beringer Unternehmen mit der Mehrfachnutzung für seine Produkte geworben. Vor allem Schulen haben sich von diesem Verkaufsargument überzeugen lassen.

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newsletter Wirtschaftsförderung Kanton Schaffhausen

BE DÜR FNI S S E DIGITA L BE DIE NE N

Mit 360-Grad-Aufnahmen ermöglicht die Wirtschaftsförderung neu digitale Standortbesichtigungen. Fotograf Ruedi Hendrikx (l.) und Robin Sticher, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung, besprechen auf dem Urbahnareal, wie dieses ins Bild gerückt werden soll.


V IR TUELLE S TA NDO R TBES ICHTIGUNGE N M ÖGLICH M ACHEN

BE H Ö R DE N G Ä NGE DIR EK T V E R KNÜPFE N

(R)Evolution – neue Wege in NEUE WEGE der Krise IN DER KRISE

Die Corona-Pandemie hat den Alltag auf den Kopf gestellt. Davon betroffen sind nicht nur zahlreiche Unternehmen und Organisationen, die nun einen Weg in die neue Normalität finden müssen. Auch die Wirtschaftsförderung des Kantons Die Corona-Pandemie hat den Alltag auf den Kopf gestellt. Davon betroffen Schaffhausen geht neue Wege, um den Kanton Schaffhausen im veränderten sind zahlreiche Unternehmen und Organisationen, die nun einen Weg Umfeld als attraktiven Firmenstandort und lebenswerte Wohnregion weit über in die neue Normalität finden müssen. Auch die Wirtschaftsförderung des die Grenzen hinaus zu vermarkten. Kantons Schaffhausen geht neue Wege, um den Kanton Schaffhausen VON PASCAL SCHMIDLIN | LAYOUT BBF | FOTOS 4KP, Z.V.G.

im veränderten Umfeld als attraktiven Firmenstandort und lebenswerte Wohnregion weit über die Grenzen hinaus zu vermarkten. VON PASCAL SCHMIDLIN | LAYOUT BBF | FOTOS 4KP, Z.V.G.


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A N GE BOTE S I CHTBA R M ACHEN

GUTE A NBINDUN GE N AUFZ E IGEN

Mit voller Wucht traf die Corona-Pandemie die Welt. Von einem Tag auf den anderen wurde die Mobilität stark eingeschränkt, Grenzen geschlossen, Lieferströme unterbrochen, persönliche Treffen verunmöglicht. Die Folgen der Krise sind noch nicht absehbar, der wirtschaftliche Schaden wird jedoch gross sein: Alleine im Kanton Schaffhausen haben über 500 Unternehmen einen Notkredit beantragt, und rund ein Drittel aller Beschäftigten im Kanton Schaffhausen waren in den Monaten März und April von Kurzarbeit betroffen. Mit den Lockerungen seit Ende April kam Schritt für Schritt ein Stückchen Normalität zurück. Doch wird sich die neue Normalität wohl von derjenigen zuvor unterscheiden, – wenn auch noch unklar ist, wie stark. Auch die Wirtschaftsförderung musste auf die laufenden Veränderungen reagieren und hat ihre Dienstleistungen schnell auf die neue Situation ausgerichtet, wie Wirtschaftsförderer Christoph Schärrer erklärt: «Unsere Arbeit ist ein klassisches People-Business. Wir pflegen den persönlichen Kontakt, empfangen Delegationen und begeistern sie für den Kanton Schaffhausen.» Hinzu komme der direkte Austausch mit Unternehmen im Kanton sowie innovativen und kreativen Personen, die Unterstützung bei der Gründung suchen. Gerade der Austausch mit den ansässigen Unternehmen hat sich über die letzten Wochen stark intensiviert. «Die Bestandespflege ist seit jeher ein Grundpfeiler unserer Arbeit», betont Schärrer. Deshalb sei sein Team bereits zu Beginn

der Corona-Pandemie proaktiv auf ansässige wie auch internationale Unternehmen zugegangen, um zu erfahren, ob sie Hilfe benötigen und um ihnen unterstützend zur Seite zu stehen. Ein Ergebnis dieser Bemühungen war, dass zahlreiche Schaffhauser Unternehmen schnell und frühzeitig vom Bund als systemrelevant eingestuft wurden. «Dank den guten Beziehungen zu den Unternehmen im Kanton konnten wir schnell und gezielt reagieren», betont er. Auch in Zukunft bleibt dieser intensive Austausch – die Bestandespflege – ein wichtiger Pfeiler der täglichen Arbeit. Die Pandemie wurde gleichzeitig zum Anlass genommen, das Leistungsangebot der Wirtschaftsförderung weiterzuentwickeln, neue Ideen auszuprobieren und in die Tat umzusetzen. «Einige davon hatten wir zum Teil seit längerer Zeit im Köcher. Diese haben wir nun schnell in die Tat umgesetzt», sagt Schärrer. Dazu gehören neue Online-Aktivitäten, der Einsatz virtueller Tools sowie eine weitere Schärfung des Technologie- und Innovationsprofils des Standorts Schaffhausen. In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass Schaffhausen dabei auf dem richtigen Weg ist. «Ein Wandel schiebt immer neue Entwicklung an – dies auch bei uns», betont Schärrer.

E IN SATZ VIRTUE LLE R TOOLS IM A N S IE DLU NGS PROZ ES S «Der Besuch eines Standorts spielt eine wichtige Rolle im Ansiedlungsgeschäft – ein Unternehmen will sich in

Die Rundum-Ansichten werden mit weiteren Informationen zum Standort Schaffhausen ergänzt. So können Interessierte direkt im Bild auf Success Stories oder verfügbare Büroflächen verwiesen werden und sich von den Vorteilen des Standorts Schaffhausen überzeugen.


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S UCCES S S TO R IES ER Z ÄHLE N Obertorkreisel Kreisel bei Vienna House

V E R TR AUE N

Mühlenstrasse, kurz vor RCS

AUFBAUE N

Am Ende des Durachparks – vor Giesserei

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«DA MIT KÖ NNE N W IR S TA NDO R TBE S UCHE DIGITA L A NBIE TE N U ND AU F DIE BEDÜ R FNI S S E DE R UNTER NEHM EN ZU S CHNE IDE N» C H R I S TO PH S C H Ä R R E R , W I R T S C H A F T S F Ö R D E R E R K A N TO N S C H A F F H AU S E N

der Regel vor Ort von dessen Vorteilen überzeugen», sagt Schärrer. Um im Ansiedlungsgeschäft herauszustechen, entwickelte die Wirtschaftsförderung bereits vor der Corona-Pandemie Ideen, um den Standort virtuell erlebbar zu machen. Und so früher im Entscheidungsprozess sicht- und erlebbar zu sein. «Die derzeitige Situation verstärkt den Trend, dass Standorte erst nach einer strengen Vorselektion besucht werden.» Der digitale Auftritt und die Vernetzung der Onlineangebote werden deshalb wichtiger. «Wir ergänzen unsere Webaktivitäten laufend und sind auf den sozialen Medien viel aktiver unterwegs», sagt Schärrer. Während des Lockdowns hat man erstmals virtuelle Standortbesichtigungen ermöglicht, da Vor-Ort-Besuche nicht mehr möglich waren. Dafür wurden verschiedene Areale – Bauland in verschiedenen Teilen des Kantons oder die Strecke vom Bahnhofsareal zur Stahlgiesserei – und deren Umgebung mit einer 360-Grad-Kamera erfasst.

Dank digitalen Tags können die angesprochenen Entscheidungsträger mit Klicks auf Gebäude Informationen zu den dort ansässigen Firmen erhalten, mit den Vermietern in Kontakt treten oder gleich auch die Büros in 3D erkunden. «Damit können wir Standortbesuche digital anbieten und auf die Bedürfnisse der Unternehmen zuschneiden», zeigt Schärrer auf. Zudem laufen Vorbereitungen, um Behördengänge und Firmengründungen digital zu ermöglichen oder Sprachtestanforderungen via Webcast anzubieten.


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JAHRES MEDIENKONFERENZ IM V IRTUELLEN R AUM Mitten in den Lockdown fiel die diesjährige Jahresmedienkonferenz der Wirtschaftsförderung. «Unser Kommunikationsteam hat sich bereits früh mit möglichen Szenarien auseinandergesetzt, wie wir gegenüber den Medienschaffenden sowie der Öffentlichkeit unseren Informations- und Berichtsauftrag erfüllen können», so Schärrer. Die Wahl fiel schliesslich auf eine Kombination aus Livestream und Videoaufzeichnung. «Wir verfügen über eine professionelle Video-Konferenz-Infrastruktur», erklärt er. Über einen virtuellen, sicheren Meetingraum konnten sich Journalisten und weitere Interessierte live zuschalten, während gleichzeitig die Konferenz aufgezeichnet wurde. Das Video zur Medienkonferenz sowie weitere Unterlagen sind auf der Homepage der Wirtschaftsförderung nun jederzeit für jedermann transparent abrufbar. Sie ergänzen die Berichterstattung im Verwaltungsbericht des Kantons Schaffhausen sowie im Magazin «SH Wirtschaft» (April-Ausgabe) gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Mit neuen Videoangeboten wird auch in Zukunft ein spannender Einblick in die Arbeit der Wirtschaftsförderung geboten werden.

NEUE DIG ITALE A NG E BOTE Der Videostream der Jahresmedienkonferenz ist ein Beispiel dafür, wie die Wirtschaftsförderung die Vorzüge Schaffhausens als innovative, lebenswerte Wohnregion und erfolgreicher Wirtschaftsstandort stärker im digitalen Raum sicht- und erlebbar macht. «Was wir bereits seit Längerem beobachten, ist eine Zunahme von OnlineVeranstaltungen.» Während Messen, Podien oder Konferenzen aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden

Erstmals führte die Wirtschaftsförderung ihre Jahresmedienkonferenz per Videokonferenz durch. So konnten die Journalistinnen und Journalisten trotz Corona-Pandemie teilnehmen und Fragen stellen.

mussten, hat sich der Wissenstransfer stark in den digitalen Bereich verschoben. «Webinare sind kein neues Format, aber das Angebot dieser Online-Events hat sich zuletzt stark erhöht – was uns neue Möglichkeiten eröffnet», hebt Schärrer hervor. Veranstaltungen, die in London, New York oder Berlin stattfinden, sind nun plötzlich ohne grosse Hürden virtuell zugänglich. «Damit können wir uns in neuen Netzwerken einbringen», erklärt er. Das eröffne neue Möglichkeiten, um mit Interessierten und Multiplikatoren schneller und direkter in Kontakt zu treten. In Kombination mit neuen digitalen Angeboten wie den bereits erwähnten virtuellen Besichtigungen, lernen die interessierten Personen Schaffhausen und seine Vorzüge kennen, bevor sie überhaupt physisch hier waren. Das soll sie animieren, in einem zweiten Schritt tatsächlich den Standort Schaffhausen zu besuchen. Mit digitalen Kampagnen, die gezielt auf vordefinierte Zielgruppen


Wirtschaftsförderung

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«S O LCHE O NLINEA N GE BOTE S TÄ R KE N W IR W E ITE R, DA MIT W IR N O CH PR ÄS E NTE R S IND U ND U M IM W E T TBE W E R B DE R S TA NDO R TE HE R AU S ZU S TECHE N» C H R I S TO PH S C H Ä R R E R S C H N E L L E H I L F E S T E L LU N G OFF- UND ONLINE Unternehmen und Selbständigerwerbende sahen sich unvermittelt mit dem Lockdown und der damit verbundenen Ungewissheit konfrontiert. «Was passiert mit meinem Geschäft?», sei die dringendste Frage gewesen, erzählt Pia Weiss. Als Teil des Teams ist sie täglich für das Entgegennehmen der Anrufe auf der Corona-Hotline der Wirtschaftsförderung verantwortlich. Keine leichte Aufgabe, wie sie sagt. «Wir hatten zahlreiche Anrufe von Menschen mit Existenzängsten und vielen offenen Fragen», so Weiss. Erschwerend kam hinzu, dass zeitweilen unklar war, welche Sofortmassnahmen auf Bundes- und Kantonsebene zur Abfederung der Folgen zur Verfügung stehen werden. Eine Antwort auf ihre Fragen hätten die meisten Anruferinnen und Anrufer vielfach nicht erwartet, so Weiss. «Wichtig war in dieser Phase vor allem, dass wir zuhören, ihre Anliegen aufnehmen und sie weiterleiten, etwa an die zuständigen Dienststellen oder an die Taskforce aus Volkswirtschaftsdepartement und Wirtschaftsförderung.» Diese konnten die Anliegen wiederum direkt in die Hilfspakete einfliessen lassen, wie Wirtschaftsförderer Christoph Schärrer erklärt. «Die Hotline war und ist ein wichtiger Kanal für uns», betont er. Er sei sehr stolz auf das ganze Team, das hier das nötige Fingerspitzengefühl bewiesen und den Schaffhauser Unternehmerinnen und Unternehmern wo immer möglich weitergeholfen hat. «Die Hotline war ein grosses Bedürfnis – und sie wird auch in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle für lokale Unternehmen und solche, die sich für den Kanton Schaffhausen interessieren, sein.»

zugeschnitten sind, bringt die Wirtschaftsförderung auch weit entfernten Entscheidungsträgern Schaffhausen über Online-Kanäle wie etwa LinkedIn noch näher. Dabei spielen etwa Videoformate eine Rolle. Auf dem chinesischen Markt bietet die Wirtschaftsförderung mit Videostreams dort ansässigen Unternehmen einen Einblick in die Schaffhauser Wirtschaft und zeigt die Innovationsvielfalt unserer Unternehmen auf. Beispielsweise über den in China stark verbreiteten Smartphone-Messenger WeChat. «Solche Angebote stärken wir weiter, damit wir noch präsenter sind. Denn die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Onlineangebote absolut notwendig sind, um im Wettbewerb der Standorte herauszustechen», sagt Schärrer. «Diese neuen Möglichkeiten werden wir nutzen, um vom ersten Kontakt mit Schaffhausen in der virtuellen Welt, vom E-Mail und telefonischen Austausch bis zum Treffen hier bei uns zu überzeugen.»

Mit Infomailings und speziellen Webseiten hielt die Wirtschaftsförderung zudem die lokalen Unternehmen auf dem aktuellen Stand. «Wir versenden jeden Monat elektronische Newsletter und Infomailings an verschiedene Zielgruppen, etwa internationale Unternehmen oder Expats», erklärt Schärrer. Mit Beginn der Pandemie wurden die vorhandenen Produkte innert kurzer Zeit angepasst, um die betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer mit gebündelten Informationen darüber zu bedienen, wo welche Formulare zu finden sind, wie vorzugehen ist oder welche Regelungen derzeit gelten. «So wurde verhindert, dass sie lange nach den relevanten Informationen und Anlaufstellen suchen mussten.» Dieser Service wurde sehr geschätzt, wie die direkten Rückmeldungen zeigten. Eine Umfrage der Wirtschaftsförderung und des Kantonalen Gewerbeverbandes KGV bei über 300 lokalen Unternehmen bestätigte die sehr guten Noten für die Informationspolitik der verschiedenen Amts- und Anlaufstellen während der Krise.


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Das Schaffhauser Start-up Rhyno Solutions berät Unternehmen rund um das Thema SAP und hat bereits erfolgreich einen Chatbot für den HR-Bereich auf den Markt gebracht. Mit ihren Ideen konnten die vier Gründer sogar Google überzeugen. Von PASCAL SCHMIDLIN Wenige Schritte vom Bahnhof Schaffhausen in der Schaffhauser Altstadt Der Innovationsgeist des Start-ups hat auch bei Google Anklang gefunliegen die Büroräumlichkeiten der Rhyno Solutions GmbH. Die vier den – wo sie in das selektive Start-up-Programm aufgenommen wurden. Freunde Fabrice Bircher, Nils Hartmannsgruber, Felix Anderegg und «Dadurch haben wir Zugang zur Top-Infrastruktur von Google erhalten, Carim Chenna haben das Technologieberatungs-Start-up 2017 gegrün- profitieren aber auch von Beratungen und Support», erklärt Geschäftsdet. Die Idee dazu reifte während des gemeinsamen Wirtschaftsinfor- führer Bircher. Dadurch können sie ihre Chatbots im Google-Rechenmatikstudiums von Bircher, Anderegg und Chenna, bei dem sich die zentrum Zürich trainieren und einfach skalieren, ohne dabei viel Geld in drei in ihren Masterarbeiten aus verschiedenen Perspektiven vertieft mit teure Serverinfrastrukturen investieren zu müssen. «Bei der Wahl des den Themen Chatbot und künstlicher Rechenzentrums war es uns von zenIntelligenz auseinandersetzten. «Der traler Bedeutung, dass dieses phyGründungsentscheid war ein stetiger sisch in der Schweiz vorhanden ist Prozess mit vielen «Wenn» und «Aber» und höchsten Sicherheitsstandards – rückblickend war es schlussendlich genügt», so Bircher. «In Schaff hausen sind zentrale Bürof lächen der richtige Entscheid zum richtigen Zeitpunkt», sagt Co-Founder Chenna. Pragmatische Lösungen auch für ein Start-up erschwinglich.» Dass sie in Schaffhausen ihr Business Carim Chenna, Co-Founder Schweizweit unterwegs aufbauen und nicht in Zürich, St. GalRhyno Solutions setzt auf zwei Bereilen oder Bern sei nicht nur ihrer Herche. «Unser erstes Standbein ist die kunft geschuldet, so Bircher. Sie würSAP-Beratung im Technologieumfeld», den den Standort Schaffhausen erklärt Bircher. Das Jungunternehmen regelmässig challengen. «Schaffhaudecke dabei jegliche Fragen im Bereich sen bietet uns aber einen echten Softwareentwicklung ab – vom EntwiMehrwert, deshalb ist es der richtige ckeln von Erweiterungen bis hin zu GeStandort für uns», fügt er an. Die Entsamtlösungen im SAP-Umfeld – und scheidungswege zu Geschäftsparthat bereits mehrere bekannte Unternern oder Behörden oder der Wirtnehmen in der Schweiz als Kunden schaftsförderung seien kurz und hier gewinnen können. «Wir konzentrieren seien sie nicht einfach eines von vielen uns in unserer Arbeit nicht auf eine beUnternehmen. «Das ermöglicht oft stimmte Region, sondern agieren auch pragmatische Lösungen. Man schweizweit», fügt Chenna an. Die zenkann miteinander an einen Tisch sittrale Lage des Standorts Schaffhausen Die vier Gründer von Rhyno Solutions sind überzeugt, dass zen und reden.» Hinzu komme die kommt ihnen dabei entgegen. «Schaff- Schaffhausen der richtige Standort für ihr Start-up ist. hohe Lebensqualität. «Wir sind berufhausen liegt optimal und verfügt über lich viel unterwegs, deshalb ist es für gute Verkehrsanbindungen auf der Strasse und Schiene», betont Chenna. uns ein Anliegen, an einem Ort zu wohnen, wo wir auch gerne Zeit Deshalb sei auch die Lage ihres Büros in unmittelbarer Bahnhofsnähe ein verbringen», sagt Bircher. wichtiges Kriterium bei der Standortwahl gewesen. «In Schaffhausen sind zentrale Büroflächen auch für ein Start-up erschwinglich», sagt Bircher. Potenzial vorhanden Die Jungunternehmer wünschten sich jedoch eine grössere Start-upDigitale Assistenten für den HR-Bereich Szene. «Mit dem Starthub gibt es nun eine spannende Initiative, die an Das zweite Standbein von Rhyno Solutions sind innovative Softwarelö- diesem Punkt ansetzt und die Firmen vernetzen will», betont Bircher. sungen im Bereich «conversational business solutions» sowie Webent- Chenna und Bircher sind überzeugt, dass mit einem Technozentrum wicklung. «Dazu zählt unser Chatbot ‹Sophie›, den wir mit dem Unter- am Schaffhauser Bahnhof sowie niederschwelligen Angeboten viel ernehmen HR Campus entwickelt und erfolgreich auf den Markt gebracht reicht werden könnte. «Das hätte einen grossen Effekt für Schaffhausen haben», erzählt Chenna. «Sophie» ist quasi die digitale Assistentin eines und würde die Start-up-Szene stärken und näher zusammenbringen», jeden Mitarbeitenden, die immer und überall verfügbar ist. So kann sie betonen sie. Schliesslich gäbe es bereits jetzt vielversprechende Jungmit einfachen Sprachbefehlen Aufgaben wie etwa das Erfassen von unternehmen, die mit einer entsprechenden Förderung und Vernetzung Spesen und Absenzen übernehmen. Parallel dazu etabliert sich in der grosses Potenzial hätten. Schweiz mit «Edi» soeben ihr Stand-Alone Spesentool bei KMU und Grossunternehmen. www.rhyno.ch

Wirtschaftsförderung

«Schaffhausen liegt optimal und verfügt über eine gute Verkehrsanbindung»

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Für den ETH-Maschinenbaustudenten Gabriel Sonderegger war der Covid-19 Lockdown im März 2020 und die darauffolgende Diskussion um Schutzkonzepte der Schritt in eine eigene unternehmerische Entwicklung. Von PETRA ROOST Die ETH schloss ihre Türen, die Grenzen waren zu und wichtige Güter wie Hygienemasken und Schutzanzüge Mangelware. In dieser Situation wurde Gabriel Sonderegger – Maschinenbaustudent im 4. Semester an der ETH Zürich – aktiv. Der Engpass, die hohen Preise und die langen Lieferzeiten: Das konnte nicht sein, weshalb er begann, sich intensiv mit der Beschaffung von Masken zu befassen. Dank seiner Mitarbeit im Familienbetrieb Sonderegger Engineering, welche Maschinen für den Medizinaltechnikbereich entwickelt und produziert, hatte er bereits Erfahrung mit den Anforderungen und Regulatorien an die Produkte. Sonderegger stellte bald fest, dass der Import von Masken sehr teuer und unsicher war. Darum prüfte er die Möglichkeit des Aufbaus einer eigenen Produktion. Und so kommt es nun auch: Dank der Unterstützung der Familie konnte er eine Maschine für die Maskenproduktion beschaffen, welche hohen Qualitätsanforderungen entspricht. In dieser Phase konnte er auch auf die Unterstützung der Wirtschaftsförderung zählen, welche ihn bei Abklärungen begleitet und Türen auf nationaler Ebene geöffnet hat.

Rohmaterial auf Schweizer Qualität und auf bewährte und möglichst kurze Lieferketten. Damit will ich sicherstellen, dass auch in schwierigen Zeiten die Produktion in hoher Qualität läuft», erklärt Sonderegger. Sein Ziel ist es, langfristig die Produktion und den Vertrieb in der Schweiz aufzubauen. Als nächster Schritt plant er die Zertifizierung durch Swissmedic, die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, und den Aufbau des Schweizer Markts. Der OnlineShop läuft bereits, die Kontakte werden geknüpft. Dem Jungunternehmer wird noch eine Weile die Arbeit nicht ausgehen – deshalb hat er auch sein Studium kurzzeitig auf Eis gelegt. www.sondia.ch

Masken aus der Schweiz Die Produktion seiner Masken der neu geschaffenen Marke Sondia – Maske us de Schwiiz – läuft seit Mitte Juni. Als Partner für die Produktion und Logistik konnte er die Altra Schaffhausen gewinnen. Gemeinsam werden nun täglich bis zu 50 000 Hygienemasken vom Typ II R für den Medizinalbereich produziert. «Weil ich in der ersten Corona-Welle gesehen habe, wie schnell die Lieferketten zusammenbrechen, setze ich für das

Gabriel Sonderegger (M.) produziert mit seiner Firma neu Schutzmasken in Kooperation mit der altra Schaffhausen.

Smart Farming wird vorangetrieben Auf Schaffhausens Feldern wird modernste Landwirtschaftstechnik in der Praxis getestet. Neu ist der Kanton Schaffhausen offizieller Smart-Farming-Standort im Bundesprogramm von Agroscope. Von PASCAL SCHMIDLIN Im Kanton Schaffhausen werden Innovationen für die Landwirtschaft in der Praxis getestet und verbessert. Dafür spannen die ansässigen Unternehmen GVS Agrar und AGCO mit lokalen Landwirten zusammen. In einer aktuellen Versuchsreihe wird ein «Precision Planting»-Gerät von AGCO für den Mais- und Zuckerrübenbau getestet. Dank modernster Technologie und digitaler Vernetzung sollen dadurch Aussaaten optimiert werden. Die Erkenntnisse aus den Tests unter realistischen Be-

dingungen liefern den beiden Unternehmen wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung. «Solche gemeinsamen Versuche stärken nicht nur die lokale Landwirtschaft für die Zukunft und erhöhen dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern erlauben auch uns als Unternehmen, Innovationen schneller zur Marktreife zu entwickeln», wie Nicolas Helmstetter, Projektleiter bei GVS Agrar für Future-Farming-Projekte, betont.

Kompetenzzentrum für Smart Farming Die Schaffhauser Wirtschaftsförderung will zusammen mit interessierten Firmen und dem kantonalen Landwirtschaftsamt weitere Versuchsreihen mit lokalen Landwirten ermöglichen. Dieses Unterfangen bekam weiter Auftrieb durch die Aufnahme des Kantons Schaffhausen in das Bundesprogramm von Agroscope. Dort ist er neu als Versuchsstation für smarte Technologien verankert. «Dadurch sind die nationalen Grundlagen vorhanden, um Projekte und Vorhaben mit finanzieller Bundesunterstützung nach Schaffhausen zu lenken», sagt Wirtschaftsförderer Christoph Schärrer. Damit wird der Standort Schaffhausen zu einem Kompetenzzentrum für smarte Farmingtechnologien. www.swissfuturefarm.ch

Wirtschaftsförderung

Vom Student zum Jungunternehmer

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Neue Version der Schaffhauser eID+ bringt noch mehr Angebote aufs Handy Schaffhausen treibt die Digitalisierung im Verwaltungsbereich weiter voran. Mit der neusten Version seiner elektronischen Identität können neu amtliche Dokumente angefordert, bezahlt, empfangen und sicher verwahrt werden. Von PASCAL SCHMIDLIN Seit Mitte Mai können Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons Schaffhausen über ihre eID+ App auf dem Mobiltelefon eine Wohnsitzbestätigung oder einen Betreibungsregisterauszug anfordern und bezahlen. Die von Procivis entwickelte eID+ erlaubt den zuständigen Ämtern, den gewünschten Auszug zu erstellen, diesen rechtsgültig mit einem digitalen Organisationszertifikat zu signieren und das Dokument anschliessend wieder direkt an die elD+ App zurückzuschicken.

eID+ ermöglicht digitale Behördengänge Möglich macht diese einfache Online-Interaktion mit den Ämtern der «eID+ Desk», welcher mit dem Update neu in die digitale Identität integriert worden ist. Dies erlaubt den Behörden einen sicheren elektronischen Informations- und Dokumentenaustausch mit den Nutzerinnen und Nutzern von eID+. Im Zusammenspiel mit der neu integrierten Bezahlfunktion der eID+ App können dank dem eID+ Desk viele der bislang noch papierbasierten Behördenprozesse rechtsgültig digital abgewickelt werden. Dies vereinfacht nicht nur die Prozesse für den Benutzer, sondern macht auch gewisse Behördengänge rund um die Uhr von überall aus möglich. «Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein im Aufbau unseres E-Government-Angebots erreicht», sagt Titus Fleck, Leiter eGovernment Kanton Schaffhausen. Daniel Gasteiger, Gründer und CEO von Procivis, fügt an, dass damit in Zukunft noch mehr Services

Die neue Version der eID+ bringt noch mehr Services der Behörden auf das Smartphone, etwa die digitale Wohnsitzbestätigung oder den elektronischen Betreibungsregisterauszug.

ermöglicht würden. So etwa Push-Nachrichten zur zeitnahen Information der Bevölkerung oder Bürgerumfragen zu aktuellen Themen. Der Auf- und Ausbau der eID+ erfolgt auch mit Blick auf das geplante Bundesgesetz für elektronische Identifizierungsdienste «BGEID», wobei die eID+ die wichtigsten im Bundesgesetz vorgesehenen Standards zur Interoperabilität erfüllt.

Was passiert mit meinem Geld in Zeiten von Corona?

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Die aktuelle Krise hat die Anlagemärkte nicht sonderlich stark beeinflusst. Bleibt das so, oder in welchen Bereichen muss der Anleger mit Verwerfungen rechnen? Von FABIAN HELL Am 16. März hat der Bundesrat den Lockdown in der Schweiz bekannt gegeben. Wie haben sich die Anlagemärkte seither entwickelt (Stand 20.5.2020): SMI (inkl. Dividenden) + 22% | Goldpreis + 18% | EUR-Kurs +/- 0% | USD-Kurs + 2% Wenn man die Wertentwicklung seit Anfang Jahr anschaut, hat der Aktienindex SMI vor dem 16. März korrigiert und ist seit Anfang Jahr rund 5 Prozent im Minus. 120% 115% 110% 105% 100% 95% 90% 85% 80% 75% 70% 30-Dez-19

30-Jan-20

29-Feb-20 EUR %

Gold %

31-Mär-20 SMI %

30-Apr-20

USD %

Die Länder und Regierungen weltweit haben mit Konjunktur- und Liquiditätsprogrammen auf diese Krise reagiert. Die Finanzierung dieser Programme erfolgt aber fast ausschliesslich auf der Basis von Krediten /

Schulden. Durch den Konjunkturrückgang ist das Gespenst der Inflation vorläufig nicht vorhanden und die Zinsen werden weiterhin tief bleiben. Eine ansteigende Inflation würde aber diverse Volkswirtschaften vor sehr grosse Probleme stellen. Auch die Schweizer Nationalbank ist wieder aktiv daran, unsere Währung gegenüber dem Euro zu schwächen. Sie wird den Trend nicht aufhalten, aber doch den Rückgang des Euro abbremsen können. Im Aktienbereich werden sich die Mehrheit der Unternehmungen (auch in der Schweiz) auf eine merklich schlechtere Konjunktur einstellen müssen. Der Einfluss auf die einzelne Unternehmung wird aber sehr unterschiedlich ausfallen: Eine Touristikunternehmung kämpft vermutlich ums Überleben, eine Pharmafirma hat nur leicht tiefere Umsätze. Wie es sich konkret auswirken wird, ist noch unklar. In der Annahme, dass die weltweiten Lockdowns merkbare Spuren in den Erfolgsrechnungen hinterlassen werden, rechne ich mit tieferen Aktienkursen. FABIAN HELL Leiter Anlegen Clientis BS Bank Schaffhausen

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Auf dem SIG Areal entsteht aktuell die erste Immersive-Art-Halle in Europa. Mit dem Film «Der Rheinfall in vier Jahreszeiten» wird den Besuchern bereits diesen Sommer die Gelegenheit geboten, das berühmte Naturspektakel in einer einzigartigen audio-visuellen Form zu erleben. Von LEANDRO ROBUSTELLI Der Rheinfall mit seinen 1,5 Millionen Besucher im Jahr wird zurecht als touristischer Leuchtturm des Kantons Schaffhausens bezeichnet. Allerdings konzentriert sich der Grossteil der bisherigen Angebote auf die publikumsintensiven Sommermonate und ist entsprechend stark saison- und wetterabhängig. Mit einem neuen Angebot will die Rhyality AG mit ihrer Immersive-Art-Halle Abhilfe schaffen und auf dem SIG Areal mit einem einzigartigen Erlebnis für alle Sinne einen zusätzlichen, wetterunabhängigen Anziehungspunkt schaffen, wodurch das touristische Gesamtangebot am Rheinfall ideal ergänzt wird.

Einzigartiges audio-visuelles Projekt Oberhalb des Rheinfalls entsteht auf dem SIG Areal auf rund 350 Quadratmetern ein audio-visuelles 360-Grad-Erlebnis der «Immersive Art». Die Ausstellungshalle bietet hierfür Platz für bis zu 400 Besucher. 30 Hochleistungsbeamer und 90 Lautsprecher verwandeln die Halle in eine riesige Rheinfall-Inszenierung, die einem direkt in Europas grössten Wasserfall eintauchen und diesen in all seiner Schönheit erleben lässt. Die verschiedenen Kunstformen und modernen Darstellungstechniken verschmelzen unter dem Titel «Rheinfall in vier Jahreszeiten» zu einem einmaligen und kunstvollen Erlebnis. Immersion (fachsprachlich «Eintauchen») beschreibt den durch eine Umgebung der virtuellen Realität hervorgerufenen Effekt, bei welchem die Wahrnehmung des Besuchers so intensiv ist, dass die virtuelle Umgebung als real empfunden wird und mit dieser interagiert werden kann. Die Halle ist die erste ihrer Art in Europa.

«Die Kombination aus der innovativen Technologie der ‹Immersive Art› mit dem künstlerisch hochstehenden Film ‹Der Rheinfall in vier Jahreszeiten› bieten uns das Potenzial, um ein zukunftsweisendes Projekt mit starker Strahlwirkung weit über die Region hinaus zu schaffen», sagt Hanspeter Weder, Geschäftsführer der Rhyality AG.

Für Touristen und Kunstinteressierte Die Immersive-Art-Halle spricht neben den klassischen Rheinfalltouristen auch Kunstinteressierte und Interessierte an der innovativen, immersiven Technologie aus aller Welt an. Zudem wird die Attraktion als pädagogisch wertvolles Ausflugsziel für Schulklassen, Lernende und Studenten angeboten. Die Besucher, welche extra hierfür anreisen oder einen bereits geplanten Rheinfallbesuch ausdehnen, sollen insbesondere mehr regionale Wertschöpfung generieren und einen bleibenden Eindruck der Region mitnehmen. «Als unternehmerisch tätige und ansässige Familie im Kanton Schaffhausen war es für uns schon immer eine Pflicht, die Region und natürlich den Rheinfall als Publikumsmagneten für den Besucher noch interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Wir möchten einen Beitrag leisten, die Aufenthaltsdauer der Touristen am Rheinfall von bisher durchschnittlich 45 Minuten zu erhöhen», betont Weder. Die Bauarbeiten in der Halle sind in vollem Gang. Sofern es die Bedingungen der noch immer aussergewöhnlichen Lage zulassen, wird die Halle im Sommer 2020 für die Besucher eröffnet. www.rhyality.ch

Oberhalb des Rheinfallbeckens kann man bald virtuell in den Rheinfall eintauchen und den Wasserfall ganz neu erleben. Mehr als 30 Videoprojektoren und 90 Lautsprecher sorgen für ein einmaliges audio-visuelles Erlebnis, das es so in Europa noch nicht zu finden gibt.

Wirtschaftsförderung

Virtuell in den Rheinfall eintauchen

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I T S - N E W S

Mit dem Ziel, die Innovationskraft der Unternehmen in der Ostschweiz zu fördern, wurde das Regionale Innovationssystem Ost, dem acht Kantone angehören, ins Leben gerufen. Das ITS fungiert seit Anfang Jahr in diesem Innovationsverbund als Anlaufstelle für regionale KMU und unterstützt sie bei ihren Innovationsprojekten. Von PASCAL SCHMIDLIN Unternehmerinnen und Unternehmer sowie eine Vielzahl an KMU kennen das Problem: Die Margen sinken, die Märkte erodieren und dabei noch das Tagesgeschäft aufrechtzuerhalten, nimmt viel Zeit in Anspruch. Nicht selten bleiben deshalb langfristig ausgerichtete und überlebenswichtige Zukunftsthemen und Innovationsvorhaben auf der Strecke – auch wenn der Wille eigentlich vorhanden wäre. Um diesem Problem Abhilfe zu schaffen und die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken, wurde das Regionale Innovationssystem Ostschweiz – kurz RIS Ost – ins Leben gerufen (siehe Kasten). Dieses soll die verschiedenen Anlaufstellen der Kantone für Unternehmen im Bereich Innovation koordinieren und fördert innovative Vorhaben mit kostenlosen Unterstützungsdienstleistungen. Eine solche Anlaufstelle ist auch das ITS Industrie- und Technozentrum Schaffhausen. «Wir sind ab sofort ein sogenannter Point-of-Entry für regionale Unternehmen bei Innovationsfragen und können ihnen dadurch Zugang zum Angebot des RIS Ost vermitteln», erklärt ITS-Geschäftsführer Roger Roth.

Mehr Raum für Innovationsförderung Damit erhält die Innovationsförderung innerhalb des ITS den höchsten Stellenwert, sagt er. «Bisher haben wir das eher begleitend angeboten, nun wird die Innovationsförderung zur Hauptsache des ITS», so Roth. Mit dem ITS war er laufend in die Entwicklung des RIS Ost involviert. Nicht zuletzt deshalb, weil das ITS bereits heute zahlreiche Kernaufgaben im Bereich der Innovationsförderung wahrnimmt und in der Ostschweiz die grösste Erfahrung aus der Praxis einbringt. Mit dem neuen Fokus, wird das ITS einen weiteren Beitrag zu einem starken und innovativen Wirtschaftsstandort Schaffhausen beitragen. Bereits jetzt nach kurzer Anlaufphase betreut Roger Roth rund ein Dutzend Unternehmen. Die ersten Coachings konnten ebenfalls bereits vermittelt werden. www.its.sh.ch

Coaches unterstützen KMU Der Prozess ist ganz einfach gehalten: Ein Unternehmen wendet sich mit seiner Idee oder seinem Innovationsvorhaben ans ITS, das in einem ersten Sondierungsgespräch eine Bedarfsanalyse erstellt. Neu vermittelt das ITS nicht nur Fachexperten, denn: «Braucht das Projekt methodische Unterstützung und ist das Vorhaben förderwürdig, evaluieren wir zum Unternehmen passende Coaches, die das Innovationsprojekt eng begleiten können», so Roth. Ein Vorgehen, das Roth im ITS bereits seit vielen Jahren und hundertfach erprobt im Feld der Technologievermittlung anwendet und nun bei der Innovationsförderung adaptieren kann. Das KMU wählt schliesslich den geeigneten Coach aus, mit dem Opportunitäten angeschaut, eine Umsetzungsstrategie ausgearbeitet und schliesslich eine Pilotierung des Innovationsprojektes vorgenommen wird. Roth wirkt dabei als Key Account Manager und begleitet diesen Prozess als Sparringpartner und Vertrauensperson mit. «Die Hemmschwelle, einen solchen Prozess zu starten, ist jeweils gross, wenn ein KMU auf sich alleine gestellt ist», sagt Roth. Durch das Einbinden eines Coaches erhalten die Unternehmen jedoch Hilfe von erfahrenen Profis. «In unserem Coachingpool sind langjährige Unternehmer, Berater aus dem Innovationsbereich mit viel Fachwissen und vor allem: Menschen, die wissen, wie KMU funktionieren und was deren Bedürfnisse und Möglichkeiten sind», betont Roth.

Anlaufstelle für regionale Unternehmen bei Innovationsfragen: Roger Roth, Geschäftsführer ITS Industrie- und Technozentrum, Schaffhausen roger.roth@its.sh.ch

+41 52 569 89 99

RIS Ost – das Regionale Innovationssystem der Ostschweiz Das Regionale Innovationssystem Ostschweiz (RIS Ost) ist ein Instrument von acht Kantonen und dem Bund zur Unterstützung und zum Ausbau der Innovationskraft der Ostschweizer Unternehmen. Oberstes Ziel von RIS Ost ist es, die KMU spezifisch in ihrer Innovationsfähigkeit zu unterstützen, um eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu erreichen. Bestehende Innovationsvorhaben sollen im Perimeter koordiniert agieren, und es sollen neue Projekte und Initiativen im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) entstehen. Im Fokus stehen effiziente und effektive Angebote für die Wirtschaft. Des Weiteren soll RIS Ost den KMU eine tiefe Zugangsbarriere zu Angeboten im Bereich des Wissens- und Technologietransfers bieten. Dem RIS Ost sind neben dem Kanton Schaffhausen die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Thurgau und das Zürcher Berggebiet angeschlossen. Die Geschäftsstelle von RIS Ost wird durch das Institut für Technologiemanagement der Uni St. Gallen betrieben.

Wirtschaftsförderung

Das ITS als Innovationsbegleiter für regionale KMU

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K G V - N E W S

Es waren harte Wochen. Was in Asien begonnen hat und von vielen, teils bis heute, nicht als gefährlich eingestuft wurde, hat die Welt wie im Sturm und in kürzester Zeit überrollt. Das Coronavirus hat weltweit viele Todesopfer gefordert und wird wohl noch weitere fordern. Von MARCEL FRINGER Verschiedene Staaten sind mit ihren Infrastrukturen an oder sogar über ihre Grenzen hinaus beansprucht worden und man konnte gut beobachten, wie die Solidarität unter den Staaten sehr schnell schwand. Die internationalen Beziehungen wurden auf eine harte Probe gestellt und kamen oft auch an ihre Grenzen. In der Schweiz kam es zum Lockdown, zur Grenzschliessung und wie seit dem Zweiten Weltkrieg nie wieder zur TeilmoMARCEL FRINGER Präsident des Kantonalen bilmachung der Armee. Diese starken Gewerbeverbands Massnahmen des Bundesrates haben Schaffhausen grosse Teile der Wirtschaft sehr hart getroffen, und es wird im Einzelfall Unternehmen geben, die diese Krise nicht überstehen werden. Der Bundesrat hat massvoll und nur da, wo notwendig, eingegriffen. Ich bin sehr froh, dass trotz des sehr hohen Drucks von den Gewerkschaften, die Bauwirtschaft von den Massnahmen des Bundesrates, abgesehen von der Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen, ausgenommen wurde.

Richtige Entscheide des Bundesrats Nach all den turbulenten Wochen kann man über die Entscheide des Bundesrates denken, was man will und hinterher ist es meist ja sehr einfach, die Entscheide zu kritisieren. Ich bin der Meinung, mit dem jeweiligen Wissensstand hat der Bundesrat die richtigen Entscheide getroffen. Er hat die Führung übernommen und unser Land und die Bevölkerung vor noch verheerenderen Auswirkungen des Virus geschützt und den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen gehalten. Auch wenn sich das Virus nicht in Luft auflöst, gehört den Entscheidern der Politik und allen, die sich in dieser schwierigen Zeit in irgend einem Projekt für das Gewerbe stark gemacht haben, an dieser Stelle ein grosser Dank ausgesprochen.

Die Rückkehr zur Normalität wird in vielen kleinen Schritten erfolgen und von verschiedenen Branchen wird es vermutlich noch viel Geduld brauchen. Jetzt gilt es die Balance zwischen wirtschaftlichen Forderungen und der Gesundheit der Bevölkerung zu finden. Jeder Öffnungsentscheid wird mit Sicherheit von den verschiedenen Stakeholdern entsprechend gewürdigt. Ich bin sehr überrascht, wie viele Politiker und auch selbsternannte Besserwisser nun zu Spezialisten in der Virologie mutieren und ohne Faktenkenntnis teils sehr spezielle Vorschläge verbreiten.

Zurück zur Regionalität Einmal mehr hat sich das Gewerbe den Umständen schnell angepasst, sehr flexibel und innovativ reagiert. So hat der Onlinehandel in einigen Firmen sehr schnell Einzug gehalten. Man wurde gezwungen, über die neuen Medien zu kommunizieren und sich zu präsentieren. Neue Geschäftsfelder wurden eröffnet und verschiedene Zusammenarbeiten wurden aus der Not heraus verwirklicht. Ich denke, dass einige Unternehmen ihre Strategien nach Corona zum Standort Schweiz, zu ihrer Finanzpolitik und ihren Märkten nochmals überdenken müssen. Auch die Einkaufstouristen werden die regionalen Produkte wieder mehr schätzen und diese Angebote wieder vermehrt in Anspruch nehmen. Leider wird es in der Wirtschaft auch zur Ausdünnung bei den Firmen kommen und einige werden nach Covid-19 nicht mehr existieren. Diese Krise wird die Schweiz sicherlich nachhaltig verändern. Gerade wegen der grossen Herausforderungen bin ich überzeugt, dass wir den Weg in eine Normalität zurückfinden und gestärkt aus dieser schwierigen Zeit herauskommen.

Kantonaler Gewerbeverband Schaffhausen Dachverband der Schaffhauser KMU www.gewerbe-sh.ch info@gewerbe.sh.ch

Wirtschaftsförderung

Die Krise als Chance

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Nächste Ausgabe vom 25. September 2020

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I V S - N E W S

Homeoffice – bis vor Kurzem für viele nur ein Begriff, ohne persönliche Erfahrung. Doch wegen Corona wurde zu Hause zu arbeiten plötzlich zum Standard. Stellvertretend für viele IVS-Firmen haben wir mit Thomas Bartha, Head of HR Switzerland bei SIG Combibloc, über die Umstellung gesprochen. Von NINA SCHÄRRER

Thomas Bartha, wie beliebt war Homeoffice bei SIG Combibloc zu Beginn dieses Jahres? Homeoffice war bei uns schon lange möglich und einige Mitarbeitende haben dies gerne in Anspruch genommen, allerdings eher in Ausnahmefällen und nicht als regelmässige Lösung. Dies hat auch damit zu tun, dass wir etliche Grenzgänger beschäftigen, welche aus rechtlichen Gründen kein Homeoffice machen dürfen. Dann kam Corona und im März stellten Sie soweit möglich auf Homeoffice um. Wie nahmen die Mitarbeiter diese Veränderung an? Wer die Möglichkeiten des Homeoffice schon früher nutzte, begrüsste die neue Regelung und freute sich beispielsweise über die gewonnene Freizeit durch den wegfallenden Arbeitsweg. Bei anderen war eine gewisse Eingewöhnungszeit nötig. Doch über das gesamte Team hinweg spürten wir immer, dass die Massnahmen verstanden werden.

leisten, haben wir die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln eingeführt. Mindestens genauso wichtig war eine transparente Kommunikation. Denn nur wer den Sinn der Massnahmen erkennt, hält sich auch daran. Zudem war es uns sehr wichtig, dass sich niemand unter Druck gesetzt fühlt. Hierbei legten wir besonderes Augenmerk auf Mitarbeitende mit Vorerkrankungen. Wir hatten Mitarbeitende, welche aufgrund von Vorerkrankungen als besonders gefährdet galten. Allerdings brauchte es bei allen einiges an Überzeugungsarbeit unsererseits, damit sie auch wirklich zu Hause blieben. Das zeigt: Die Stimmung und das Engagement in unserer Produktion war immer gut. Kommen wir nochmals zurück zum Homeoffice: Wie lief die technische Umstellung? Da unser Deutscher Standort bereits früher auf Homeoffice umstellte, konnten wir von bereits getätigten Massnahmen profitieren. So wurde beispielsweise die Zahl der externen Zugänge ins Firmennetzwerk rechtzeitig erhöht. Und kurz vor der Coronakrise haben wir unsere Applikation für Videokonferenzen auf Microsoft Teams umgestellt. Ein Glücksfall! Wir hatten durch das «Social Distancing» einen massiven Anstieg an Videokonferenzen, um Besprechungen weiterhin durchführen zu können und das System funktionierte von Beginn an immer sehr stabil. Aber natürlich sind virtuelle Gespräche nicht dasselbe wie persönliche. Die SIG Combibloc setzt in Zukunft also nicht verstärkt auf virtuelle Sitzungen? Doch, immer dann, wenn es Sinn macht. Gerade Geschäftsreisen kann man sich so sicherlich einige ersparen. Wir haben aber festgestellt, dass virtuelle Treffen am besten funktionieren, wenn man sich zuvor bereits einmal persönlich kennengelernt hat. Physische Treffen und Kennenlernen zwischen echten Menschen werden demnach immer wichtig bleiben.

Wie effizient arbeitet man im Homeoffice? Da gibt es deutliche Unterschiede. Und das hat oft auch mit der Umgebung zu tun. Beispielsweise in Kombination mit Kinderbetreuung oder Homeschooling kann die Effizienz schon auch schlechter sein. Andere arbeiten zu Hause sogar besser als im Büro. Alles in allem funktionierte es aber sehr gut. Und konnte jemand einmal nicht die volle Arbeitsleistung erbringen, konnten immer individuelle Lösungen gefunden werden. In der Produktion ist kein Homeoffice möglich. Wie war hier die Stimmung? Nebst Produktionsmitarbeitenden haben beispielsweise auch die Zuständigen für Qualitätssicherung oder Technik inklusive der entsprechenden Vorgesetzten weiter vor Ort gearbeitet. Um deren Sicherheit zu gewähr-

Und wie sieht es mit Homeoffice im Generellen aus? Viele unserer Mitarbeitenden haben zum ersten Mal Homeoffice betrieben und einige davon werden die Vorteile erkannt haben. Doch einige mussten für die letzten Wochen beispielsweise ihre CAD-Anlage nach Hause nehmen. Wer mit solch speziellen Geräten arbeitet, kann sich nicht immer zwei Arbeitsplätze einrichten, um künftig Büro und Homeoffice zu kombinieren. Über das gesamte Unternehmen gesehen, gehen wir jedoch davon aus, dass in Zukunft wohl öfter von zu Hause aus gearbeitet wird und sich die SIG als attraktive Arbeitgeberin noch intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen wird. Seit dem 11. Mai läuft bei SIG Combibloc in Neuhausen am Rheinfall eine stufenweise Rückkehr aus dem Homeoffice. Ende Mai arbeiteten rund 50 Prozent der Mitarbeitenden wieder vor Ort.

Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen Die Wirtschaftskammer der Region www.ivs.ch

Wirtschaftsförderung

«In Zukunft wird wohl öfter mal von zu Hause aus gearbeitet»

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I V S - M I T G L I E D E R

Seit 1998 erfolgreich: Krisen-Kompass für KMU Seit über 20 Jahren begleiten die 40 Coaches der ProMove TM Organisationen und Privatpersonen im Nutzen von Chancen – gerade in Krisen eine wertvolle Unterstützung. Von ROMINA SCALCO «Wir haben für über 40 000 Menschen in mehreren Hundert Unternehmen Perspektiven schaffen dürfen», sagt Michael Kres, der Firmengründer. «Dabei haben wir erfahren, dass viel mehr Kraft in Menschen und Organisationen steckt, als wir glauben.» Viele Entwicklungsprozesse basieren auf Defiziten. Die Arbeit an Potenzialen bringt aber viel mehr. Wer vor der aktuellen Situation Angst hat, verengt den Fokus. Wer darin jedoch eine Chance sieht, kann sich Möglichkeiten erarbeiten, die anderen verborgen bleiben. Unsere jahrelange Erfahrung hilft Ihnen dabei.

Menschen bewegen – Führung ermutigen – Unternehmen stärken

Krisen-Kompass für KMU Krisen schaffen Platz für Neues. Entscheidend ist, eine zukunftsgerichtete Haltung einzunehmen, auf praxiserprobte Methoden und die Ressourcen der Menschen in der Organisation zurückzugreifen. ProMove TM bietet KMU’s einen kompakten Krisen-Kompass an, um Perspektiven zu erarbeiten. Dieser besteht aus: −− einem unverbindlichen Austausch über die aktuell grössten Herausforderungen und Chancen; −− der Erarbeitung eines individuellen Chancen-Portfolios für Ihre Organisation und −− dem Einsatz von spezifischen Methoden, um Ihre Mitarbeitenden für die Zukunft zu stärken.

www.promovetm.com

Martin Kessler, Senior Coach bei ProMove TM, meint: «Wer einen Krisen-Kompass für seine Organisation hat, kann Talente rascher erkennen, Potenzial besser und gezielter nutzen und schafft sich damit Chancen für die Zukunft.» Wenn nicht jetzt, wann dann? Die aktuelle WebinarSerie, welche Interessierte unter promovetm.com/mutmacher-webinar finden können, gibt Organisationen zusätzlich wertvolle Tipps und Tricks für die eigene Entwicklung. www.promovetm.com/krisen-kompass

Sauber vorwärts mit Ökostrom SH POWER bietet nicht nur komplette Ladelösungen für das Elektrofahrzeug. Der Schaffhauser Energieexperte liefert auch den Naturstrom, der wirklich CO2-freie Mobilität ermöglicht. Von HEIDI DÜBENDORFER

E-Mobilität ist auf dem Vormarsch. Das ist erfreulich, da umweltschonendes Fahren ein wichtiger Schritt hin zur Energiewende ist. Dabei spielen zum Fahrzeugmodell auch die Ladelösung und Stromherkunft eine Rolle. Denn E-Mobilität ist erst in Kombination mit Ökostrom wirklich sinnvoll. SH POWER bietet Energie und schlüsselfertige Ladelösungen in einem: Für Eigenheimbesitzer, Mieter oder für Unternehmer, die ihre Infrastruktur für die Zukunft trimmen möchten.

Energiequelle Rhein Im Schnitt rauschen 360 000 Liter Flusswasser pro Sekunde durch das Kraftwerk am Rhein. Eine Naturkraft, die zwei Turbinen in Bewegung setzt und in Strom umwandelt. «Wasserkraft hinterlässt weder CO2 vom Kohlekraftwerk noch Atommüll», so Energie- und Umweltingenieur Patrick Bartholome von SH POWER. «Im Kraftwerk Schaffhausen produzieren wir rund 165 GWh pro Jahr.» In den Genuss der grünen Power kommen Kunden, die sich für eine Premium-Ladestation entscheiden oder von Haus aus nachhaltigen Strom zapfen. Besteht kein Einfluss auf den Stromtarif, etwa beim Laden unterwegs, ist die Ökostrom-Vignette eine wertvolle Alternative. Mit dem Kauf wird eine gewünschte Kilometerleistung mit Ökostrom gedeckt. Und für jede

Kilowattstunde, die im Kraftwerk Schaffhausen produziert wird, fliesst 1 Rappen in den SH POWER Ökofonds zur Renaturierung des Rheinufers. www.shpower.ch


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