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SANT’AMBROGIO DI VALPOLICELLA Das Tor Zum Valpolicella Tal


INDEX

Sant’Ambrogio di Valpolicella DAS TOR ZUM VALPOLICELLA TAL

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Das Valpolicella Tal ORIGINS

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Sant’Ambrogio di Valpolicella DIE ORTSCHAFT DES BRUNNENS

San Giorgio di Valpolicella EINE DER SCHÖNSTEN ORTSCHAFTEN ITALIENS

I II

Gargagnago DIE ORTSCHAFT DES AMARONE

III

Ponton DIE ORTSCHAFT AN DER ETSCH

IV

Monte DIE ORTSCHAFT DER FESTUNG

V

Domegliara DIE ORTSCHAFT MIT DEM BAHNHOF

VI

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Sant’Ambrogio di Valpolicella

DAS TOR ZUM VALPOLICELLA TAL Wegen seiner Lage an der Kreuzung der wichtigsten Verkehrswege kann das Dorf Sant’Ambrogio als „das natürliche Tor zum Valpolicella Tal” bezeichnet werden, eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Italiens. Sant’Ambrogio liegt 20 km von Verona entfernt und kann von dort mit dem Auto, mit dem Zug, mit dem Bus oder auch mit dem Fahrrad erreicht werden. Der Gardasee liegt nur 12 km entfernt. Durch die Schnellstraße oder auch die Bahnverbindung zum Brenner, die durch das beeindruckende Etschtal führen, wird Sant’Ambrogio wieltige Kommunikationspunkt mit Norditalien und Nordeuropa. Charakteristisch für Sant’Ambrogio di Valpolicella sind seine typischen historischen Ortschaft. Die kontrastreiche Landschaft bietet sanfte Hügel voller Weinberge, steile Felsen, die zu den Tälern hinabführen, imposante Gruben, deren Steine in der ganzen Welt berühmt sind, den Monte Pastello mit seinen 1112 Metern Höhe und schließlich die Etsch, die meistens gemächlich dahinfließt, manchmal aber auch gewaltig. Ein einzigartiges Gebiet, das Geschichte, Kultur und Traditionen, typische Produkte, venetianische Villen, jahrhundertealte Kirchen, österreichische Festungen, naturalistische Wanderwege, Beispiele für ausgezeichnete Gastronomie, renommierte Weinkellereien und verschiedene Formen der Gastlichkeit, wie kleine Hotels, Bed and Breakfast´s und den charmanten Landhaustourismus, in sich vereint.

Zahlreiche ehrenamtliche Einrichtungen und Vereine fördern die lokalen Traditionen und die Spitzenqualität der Gourmetgastronomie, indem sie abwechslungsreiche Veranstaltungen organisieren, die das Gebiet zu jeder Jahreszeit anziehend und zu etwas Besonderem machen. Besonders charakteristisch ist das „Festa delle Fae” (Ackerbohnenfest), das am 2. Novembersonntag im Ortschaft San Giorgio di Valpolicella stattfindet. Es handelt sich bei dieser auf eine heidnische Tradition zurückgehenden Veranstaltung um ein Fest in traditionellen Kostümen mit einer Verkostung von Ackerbohnensuppe, Kastanien und typischen Weinen. Es wird Volksmusik gespielt und es werden Volkstänze aufgeführt. Ein weiteres besonderes Fest ist das „Festa delle Ciliegie” (Kirschfest), das im Juni in der Ortschaft Gargagnago gefeiert wird. Auch wenn man nur einen Tag zur Verfügung hat, kann man die Hügel, die die Ortschaft umgeben, besuchen und die wunderbaren Weine, wie den Valpolicella Classico, den Valpolicella Classico Superiore, den Valpolicella Classico Ripasso, den Überblick über die Valpolicella

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Recioto della Valpolicella Classico und den renommierten Amarone della Valpolicella Classico probieren. Die zauberhafte Ortschaft San Giorgio di Valpolicella, mit seiner langobardisch – romanischen Pfarrkirche wurde Ende 2015 in die Liste der „Schönsten Ortschaften Italiens” aufgenommen. Die kleine romanische Kirche von San Zeno in Poia, die zahlreichen Venetianischen Villen, wie z.B. die Villa Brenzoni-Bassani, die Villa Serego Alighieri, die Villa Rovereti Zurla, die Villa Nichesola und all die anderen interessanten Orte verdienen einen längeren Aufenthalt, um ausreichende Bewunderung zu bekommen. Sant’Ambrogio ist neben seinen erlesenen Weinen auch für seinen hochwertigen Marmor bekannt. Der ambrosianische Marmor ist in der ganzen Welt berühmt. Er

wurde über Jahrhunderte wegen seiner Farbe und seiner Struktur verwendet. Unter den vielen Denkmälern, die in Verona mit ambrosianischem Marmor realisiert worden sind, sind die Arena, das Teatro Romano, die Ponte Pietra und der Madonnenbrunnen auf der Piazza delle Erbe zu nennen. In den Jahren 1961 bis 1992 fand in Sant‘Ambrogio „Marmomacchine” statt, die bedeutendste Messe der Welt auf diesem Sektor. Heute findet diese Messe in Verona statt. In der gesamten Gemeinde kann man die verschiedensten Ausflüge unternehmen, um einen Eindruck von den mittelalterlichen Dörfern, den malerischen Landschaften und den historischen und kulturellen Schönheiten des Gebiets zu bekommen.


Torri del Benaco

Garda

Monte

Fumane

Bardolino San Giorgio

LAGO DI GARDA

Marano di Valpolicella

Sant’Ambrogio di Valpolicella Ponton Domegliara

Gargagnago Negrar San Pietro in Cariano

Lazise

Pescantina

Peschiera del Garda

Valpolicella

ORIGINS Das Valpolicella  Tal ist das Hügelgebiet, das den Veronesischen Voralpen in der Region Venetien vorangeht. Es besteht aus sieben Gemeinden, die alle der Provinz Verona angehören. Das Tal grenzt im Süden an die Etsch und wird im Osten durch die Hügel von Parona, von Quinzano und das Valpantena Tal begrenzt. Im Norden dagegen erstreckt es sich bis zu den Hügeln der Lessinia und im Westen wird es durch das Etschtal und den Monte Pastello begrenzt. Seit der Zeit des antiken Roms ist das Tal wegen des Weinbaus renommiert, im Besonderen ist es für den Amarone bekannt. Von großer Bedeutung ist das Tal auch durch den Abbau des roten veronesischen Marmors. Aus architektonischer Sicht lässt sich sagen,

dass das Valpolicella Tal reich an Venetianischen Villen von hohem künstlerischen Wert ist. Es ist außerdem von reizvoller Schönheit wegen seiner Kapitelle, seiner kleinen Kirchen, seiner Ortschaften, seiner Gassen und Höfe, die das Gebiet mit bedeutenden, historisch kulturellen Zeugnissen bereichern. Die ersten menschlichen Siedlungen gehen auf die Altsteinzeit zurück. Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckte der gefeierte Historiker Scipione Maffei in Sant’Ambrogio und in Fumane zwei Grabsteine, die auf das etruskischerätische Volk der „Arusnati” hinweisen. In römischer Zeit wird Verona municipium und der „Pagus Arusnatium”, behält, obwohl er von der Stadt abhängig war, die administrative und religiöse Selbstständigkeit über sein gesamtes Gebiet. Die Arusnati hatten ihr Zentrum, sehr

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während der Herrschaft der Serenissima, der Republik Venedig, beibehielt . Das Territorium des Valpolicella Tals kann in drei Gebiete unterteilt werden, nämlich das Gebirge im Norden, die Hügel und schließlich die Tiefebene im Süden. Jede Landschaft ist durch eine andere Vegetation ausgezeichnet. Die charakteristischste Vegetation für das Valpolicella Tal sind die Weinberge, die hauptsächlich in der zentralen Hügellandschaft angebaut werden.

Sant’Anna d’Alfaedo

Das Valpolicella Tal steht aber nicht nur für Wein. Auch der Marmorabbau ist seit jeher ein wichtiges Gewerbe. Der rote veronesische Marmor „Rosso Verona” ist wahrscheinlich der Bekannteste. Er wird für Fußböden, Innen – und Außenausstattungen aber auch für die Realisierung von kunsthandwerklichen Gegenständen, für Skulpturen und die Grabkunst verwendet.

VERONA

Schließlich ist das Valpolicella Tal auch Geschichte, Kultur, malerische Naturlandschaften, Traditionen und Feinschmeckergastronomie. FIUME ADIGE

wahrscheinlich wegen der geografischen Lage, in San Giorgio di Valpolicella. Sie hatten sich in den vicus Fumane, Mazzurega, Sant’Ambrogio, Gargagnago, Volargne und Pescantina angesiedelt . Der Name Valpolicella erscheint zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahr 1117, das von Friedrich Barbarossa unterschrieben worden ist. Über den Ursprung des Namens ist man sich nicht einig. Er könnte Valle des Pol/Tal des Pol (Valpolesela im lokalen Dialekt) bedeuten, weil nämlich die römischen Amtsmänner entlang der Etsch bis nach Pol gelangten und sich von dort aus in die nächsten Dörfer weiterbewegten. Mit Federico della Scala bekam das Valpolicella Tal einen besonderen Status gegenüber der Stadt Verona, den es auch Marmorbruch


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Sant’Ambrogio di Valpolicella

DIE ORTSCHAFT DES BRUNNENS

I


Sant’Ambrogio di Valpolicella ist der Hauptort der Gemeinde. Er ist seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch den Marmorabbau und den Weinanbau charakterisiert. Die lombardischen Steinmetze, die gekommen sind, um lokale Steine zu suchen und zu erwerben, bauten hier eine kleine Kirche, die sie ihrem Schutzpatron Sant’Ambrogio weihten. Um diese Kiche herum entstand schließlich die Ortschaft, die auch den Namen der Kirche, eben Sant’Ambrogio, bekam. Der alte Brunnen

Das Rathaus Auf dem Hauptplatz, am Ende einer wunderschönen, theatralischen Freitreppe aus Marmor, befindet sich das Rathaus. Zwischen den beiden Rampen, im Mittelteil der Freitreppe, befindet sich das Denkmal des Steinmetzes, ein Werk des Bildhauers Ante Marinovic, das in rotem veronesischen Marmor „Rosso Verona” realisiert und am 25. September 1982 eingeweiht worden ist. Am unteren Ende der Rampe befinden sich die Skulpturen von zwei stilvollen Löwen, die als die Wächter des Platzes gelten. Von besonderem Wert ist ein Fresko der „Madonna mit dem Kind”, auf einer der Außenfassaden. Das Fresko ist um das 14. /15. Jahrhundert zu datieren.

Das Rathaus

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Der alte Brunnen Im gesamten Gebiet der Gemeinde finden wir zahlreiche Brunnen, die von den Einwohnern des Dorfes genutzt wurden, um die Tiere zu tränken oder die Wäsche zu waschen. Von Sant’Ambrogios historischem Zentrum aus führt eine von Steinmauern gesäumte Straße, wie sie das gesamte Bild des Valpolicella Tals prägen, zur Fontana Vecchia (zum alten Brunnen). Der Brunnen vermittelt mit seinen Steinsitzen unter zwei großen, jahrhundertealten Platanen das Bild einer Oase der Ruhe.

Die Villa Brenzoni – Bassani

Die Villa Brenzoni – Bassani Südlich der Pfarrkirche von Sant’Ambrogio, befindet sich die Villa Brenzoni – Bassani, eine Venetianische Villa im Besitz der Gemeinde. Die Ausbauarbeiten in der Villa haben einen Kern aus dem 16. Jahrhundert zum Vorschein gebracht, mit einer segelförmigen Decke und Resten dekorativer Malerei. Das heutige Erscheinungsbild verdanken wir einer um 1805 von Chiarastella Brenzoni Volpini initiierten Restauration in neoklassizistischem Stil. Während des Aufenthalts des Neffen von Chiarastella, Paolo Brenzoni, in Sant’Ambrogio war die Villa Treffpunkt für Personen von hohem kulturellen Niveau des damaligen Verona, wie Aleardo Aleardi, Angelo Messedaglia, Benassù Montanari und Maria Teresa Serego - Alighieri. Der Graf Paolo Brenzoni gründete die Kunstschule von Sant’Ambrogio, die mit der Akademie Cignaroli in Verona verbunden war. Sein Anliegen war es, den Arbeitern auf dem Gebiet des Marmors eine umfassende Grundausbildung in Technik und Kultur zu ermöglichen, die sie dazu befähigen sollte, das rohe Material aufzuwerten, indem sie es in Kunstwerke oder architektonische Elemente verwandelten. Die Schule „Scuola d’Arte Paolo Brenzoni“ ist noch heute in Betrieb, und durch die Werke ihrer Schüler hat sie den Marmor von Sant’Ambrogio di Valpolicella in der ganzen Welt berühmt gemacht. Seit 1960 befindet sich die Villa im Besitz der Gemeinde von Sant’Ambrogio. Sie war über viele Jahre Austragungsort der ersten Steinmesse der Welt, bis die Messe nach Verona verlegt wurde. Teile der Villa sind vollkommen restauriert worden und die Gemeinde bemüht sich, sie komplett mit ihrem Park wieder herzustellen.


Die Kirche von Sant’Ambrogio Wenn man vom Hauptplatz aus eine elegante, von Bäumen gesäumte Allee entlanggeht, gelangt man zur Kirche von Sant’Ambrogio. Ursprünglich handelte es sich hier um eine Kapelle, die zur nahegelegenen Kirche von San Giorgio di Valpolicella gehörte. 1456 wurde sie Pfarrkirche, aufgrund der Abwanderung der Bevölkerung aus dem Gebirge und dem damit verbundenen Bevölkerungsanstig in den Tälen. In der Kirche können wir zahlreiche Werke von Giovanni Battista Lanceni und Orazio Farinati bewundern, die auf das 17. Jahrhundert zurückgehen. Aus dem Jahre 1786 ist ein Gemälde von Angelo da Campo, das die Begegnung von Sant’Ambrogio mit dem Kaiser Theodosius darstellt. Beeindruckend sind auch der Altar mit dem Kruzifix, die Madonna und der Heilige Johannes, bei denen es sich um Werke lokaler Meister handelt. Die Kirche hat neoklassizistischte Formen und die gesamte Fassade ist aus lokalem weißen Stein. Der Glockenturm wurde seitliche der Kirche gebaut. Der Grundriss der Kirche zeigt einen einschiffigen Raum mit vier Seitenkapellen. Die Verwendung von hochwertigem, mehrfarbigem Mamor schafft einen wunderschönen, dekorativen Effekt. Vor der Kirche befinden sich zwei Grabsteine aus romanischer Zeit.

Die Kirche von Sant’Ambrogio

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Die kleine Kirche von San Zeno in Poia Geht man die Straße hinter der Fontana Vecchia ungefähr für einen halben Kilometer weiter aufwärts, gelangt man zu der kleinen Kirche von San Zeno in Poia. Sie befindet sich auf dem Gipfel des Hügels Poia, inmitten der Natur und umgeben von einer Gruppe von Zypressen. Sie ist romanischen Ursprungs und wurde aus verschiedenen Schichten rosanen Kalks konstruiert. Das Innere der Kirche ist mit mittelalterlichen Fresken geschmückt, die San Zeno und San Giorgio darstellen.

Die kleine Kirche von San Zeno in Poia


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San Giorgio di Valpolicella

EINE DER SCHÖNSTEN ORTSCHAFTEN ITALIENS

II


Seit November 2015 ist San Giorgio di Valpolicella im „Club der schönsten Ortschaften Italiens”. Die aus Stein gebaute Ortschaft befindet sich auf einer Anhöhe und ist vom Zentrum von Sant’Ambrogio leicht zu erreichen. Das Panorama ist mit einem wunderschönen Blick auf den Gardasee sehr beeindruckend. Bei klarem Wetter kann man sogar den Toskanisch Emilianischen Appenin sehen.

Die langobardisch-romanische Pfarrkirche Die Ortschaft San Giorgio di Valpolicella erhebt sich um seine Pfarrkirche, eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke auf veronesischem Gebiet. Eine Inschrift, die auf das Jahr 712 zu datieren ist und sich auf einer der kleinen Säule befindet, die das Ziborium stützen, lässt auf eine erste Kirche aus langobardischer Zeit schließen. Es heißt, zu jener Zeit, unter der Herrschaft Liutprandos, habe der Meister Ursus mit seinen Assistenten an der Realisierung eines Ziboriums gearbeitet. Die Kirche hat einen dreischiffigen Grundriss und folgt den Maßstäben der klassischen Architektur. Die heutige Fassade wurde aus Blöcken aus lokalem Kalkstein realisiert, ebenso wie der aus rechteckigen Platten gebildete Fußboden.

Die langobardisch-romanische Pfarrkirche

Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts wurde das Innere der Kirche durch Zyklen wertvoller Fresken aufgewertet. Im Besoderen ist der das Abendmahl darstellende Zyklus an der südlichen Wand von großem Interesse. Erwähnenswert ist auch das alte Taufbecken neben dem Eingang und das berühmte langobardische Ziborium, das im Bereich des Presbyteriums zu sehen ist. Neben der Kirche befindet sich der Kreuzgang, der im 12. Jahrhundert gebaut worden ist. Von großem Interesse sind die verschiedenförmigen Kapitelle der Säulen mit tierischen und pflanzlichen Motiven. Der Säulengang befindet sich nur auf drei Seiten des Kreuzgangs. Der Säulengang auf der vierten Seite wurde durch ein Gatter ersetzt. Vom Kreuzgang aus gelangt man in den Kapitelsaal, den Fresken mit geometrischen und florealen Figuren schmücken. Im Kapitelsaal werden die Statue einer Madonna mit Kind und ein prächtiges, auf das 15. Jahrhundert zurückgehendes Kruzifix aus Holz aufbewahrt.

Kreuzweg der Steinmetze

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Das Antiquarium: Archäologisches Museum und rätische Hütten Neben der Pfarrkirche befindet sich das 1992 entstandene Antiquarium, in dem sämtliche prähistorische, historische, künstlerische und folkloristische Fundstücke der Gegend von San Giorgio di Valpolicella aufbewahrt werden. Während einiger 1975 begonnener Ausgrabungen sind Wohnformen entdeckt worden, die nach dem Modell eines „rätischen Hauses” strukturiert sind. Es handelt sich hierbei um halbunterirdische Behausungen mit Wänden aus Stein, die auf die Eisenzeit zurückgehen. Es ist heute möglich drei von acht wiedergefundenen Behausungen zu besichtigen: eine Werkstatt für die Bearbeitung von Knochen und Horn, eine Werkstatt für die Bearbeitung von Metall und eine Zisterne.

Kloster

Alte Gruben In San Giorgio di Valpolicella gibt es eine Reihe von Gruben, aus denen hochwertiger Marmor gefördert wurde, der in ganz Italien, ganz Europa und zum Teil in vielen Ländern der ganzen Welt berühmt ist. Einige dieser Gruben sind noch nicht erschlossen, andere kann man besichtigen. Um an die vielen Steinmetze zu erinnern, die auswandern mussten und ihre Kunst in die ganze Welt gebracht haben, hat die Scuola d’Arte in der Nähe des Friedhofs einen beeindruckende „via crucis dei lapicidi” (Kreuzweg der Steinmetze) realisiert.

San Giorgio Übersicht


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Gargagnago

DIE ORTSCHAFT DES AMARONE

III


Gargagnago wird auch die Ortschaft des Amarone genannt, denn hier, in den renommierten Weinkellereien, werden DOCG Weine* angebaut und hergestellt. Die Ortschaft befindet sich auf einer Anhöhe, wenige Kilometer vom Zentrum von Sant’Ambrogio entfernt, und ist von Weinbergen und Kirschbäumen umgeben, die den Hügeln während ihrer Blüte im Frühjahr eine weiße Farbe verleihen.

Die Kirche Santa Maria della Misericordia Die Kirche Santa Maria della Misericordia wird seit dem Jahr 1378 erwähnt, aber es ist wahrscheinlich, dass ihre Ursprünge älter sind. 1820 wurde die Kirche unter Bartolomeo Giuliari durch den Anbau eines neoklassizistischen Portikus verlängert. Die Kirche besteht aus einem Schiff mit einer halbrunden Apsis. Es gibt jedoch vier Seitenaltare. In der Kirche wird eine aus dem Jahr 1517 stammende Holzstatue einer Madonna der Barmherzigkeit aufbewahrt und verehrt, der der Kirche ihren Namen verdankt.

Die Kirche Santa Maria della Misericordia

Die Villa Serego-Alighieri Zu Füßen des Hügels von San Giorgio, im Ortschaft Gargagnago, befindet sich die Villa Serego – Alighieri. Die Alighieri waren eine bedeutende toskanische aber in Verona ansässige Familie. Sie erwarben seit dem 16. Jahrhundert Güter in Gargagnago. Pietro I., Sohn des Dichters Dante, erwarb schon 1353 ein erstes Grundstück, und zwar das heutige Casal dei Ronchi. Heute besteht die Villa aus einer Reihe von einzelnen Bauteilen, wie Pavillons, kleinen Höfen, kleinen Loggien aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen Baustilen. Der italienische Garten befindet sich neben einem weiten Park, der durch viele hochstämmige Bäume charakterisiert ist. Die früheste, noch erhaltene Zeichnung von der Villa ist auf den 10. November 1591 datiert. Die Säle des Haupthauses sind vollkommen mit Stuckarbeiten, Wappen, Mosaiken und Fresken aus dem 17. Jahrhundert dekoriert. Diese Fresken stellen Statuen von Gottheiten dar, und vorgetäuschte architektonische Räume, die sich fantastischen Landschaften öffnen. Teil des Haupthauses ist auch eine der Jungfrau Maria geweihten Kapelle aus dem Jahr 1637. Im Inneren befindet sich eine wunderschöne Madonna mit dem Kind, die Liberale da Verona zugeschrieben wird.

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Naturalistische Wanderwege Der Verein Pro Loco und die Wandergruppe in Gargagnago haben zahlreiche Wanderwege geschaffen, die durch die ganze Gemeinde führen. Besonders beeindruckend ist der Weg der Vier Brunnen. Es handelt sich hierbei um einen Wanderweg, der über 2,5 Kilometer vier Steinbrunnen einschließt, die in Zusammenarbeit mit der Schule des Marmors und der Gemeinde restauriert wurden. Er führt durch das Dorf, auf den Hügel Monteleone und durch die Felder, vorbei an Weinbergen und Kirschplantagen. Der CAI* Wanderweg der Gesundheit oder “Vajo del Ragnin”, wie er im veronesischen Dialekt genannt wird, soll in die Wanderwege des Glaubens inseriert werden und verbindet Gargagnago mit S.Giorgio di Valpolicella. Weitere Naturpfade führen von S. Giorgio nach Ponton und an die Etsch und auf den Monte Solane und den Monte Pastello. Sie schlängeln sich durch die Landschaft, vorbei an kleinen Quellen, Weihern, Ufern und durch eine üppige Vegetation

Weinberg Überblick

Naturalistische Wanderwege


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Ponton

DIE ORTSCHAFT AN DER ETSCH

IV


Ponton befindet sich an der Etsch. Schon zu Zeiten der Römer, war der Fluss die wichtigste Straße in die Voralpen und Verbindung zu den Provinzen jenseits der Alpen. Ab dem Jahr 1500 fungierte Ponton als Hafen und wurde somit wichtig für die Ladung und den Transport des in der Gemeinde produzierten und bearbeiteten Marmors. Noch heute ist die alte Straße nach Verona befahrbar, auf der damals Pferde und Maultiere die Schiffe und Handelskähne zogen. Die Straße hat verschiedene dialektale Beinamen, darunter „alzaia”, „cavallara” oder „strada del tirraglio”. Die Kirche der Heiligen Maria Magdalena

Die Oase Heute ist der Hafen nicht mehr in Betrieb. Aber die kleine Flussbiegung ist eine naturalistische Oase, die von interessanten Pflanzen und Tieresorten charakterisiert wird. Seit langer Zeit wird das Gebiet wegen seiner natürlichen Beschaffenheit und seiner Hydrologie untersucht. Es ist hier möglich, lange Spaziergänge inmitten von unberührter Natur zu machen.

Etsch

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Die Kirche der Heiligen Maria Magdalena Kurz außerhalb des Dorfes Ponton befindet sich die Kirche der Heiligen Maria Magdalena. Die Kirche ist 1456 Pfarrkirche geworden und ist im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Veränderungen unterzogen worden. Der Fußboden ist aus verschiedenfarbigem Marmor (schwarz, rot, weiß) und in Form eines Schachbrettmusters konstruiert. Über dem Hauptaltar befindet sich ein Altarbild, das eine „Madonna mit dem Heiligen Pietro, mit Magdalena und mit Paul” darstellt. Es handelt sich um ein Werk aus dem 16. Jahrhundert von Domenico Riccio, genannt Brusasorzi. Es ist sicher, dass eine Vorgängerkirche aus hochmittelalterlicher Zeit existiert hat.

Die Villa Nichesola Die Villa wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Fabio Nichesola im Sanmicheli Stil gebaut. Berühmt wurde sie durch Fabios Sohn Cesare, der hier eine hochwertige Sammlung von Inschriften und archäologischen Fundstücken gepflegt hat. Er hat ebenfalls einen botanischen Garten geschaffen, der bis zu seinem Tod gepflegt wurde. Der Garten bewahrt noch heute eine Seerosen Grotte, die im Inneren mit Muscheln und künstlichen Stalaktiten dekoriert und mit einem wunderbaren Mosaikfußboden ausgestattet ist. Im Inneren der Villa befinden sich drei Säle mit Fresken von Paolo Farinati und mit vorgetäuschten Architekturräumen, sowie mytologischen Szenen, die auf griechische und lateinische Gedichte zurückgehen. Auch im Außenbereich des Palastes waren Fresken zu finden, auf die heute nur noch Farbspuren hinweisen. Die Villa kann nach Terminabsprache besucht werden. Tel. 349 6320276 - 340 1211657 E-mail: giconforti@alice.it

Die Villa Nichesola


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Monte

DIE ORTSCHAFT DER FESTUNG

V


Am Hang des Monte Pastello (450m ü.d.M.) gelegen, zeigt sich der Ortschaft Monte mit seinen charakteristischen Straßen und Häusern. Die Ältesten von ihnen sind noch mit den für die Lessinia typischen Portalen und Höfen erhalten. Am Ende des Dorfes befindet sich die österreichische Festung Mollinary.

Die Kirche des Heiligen Nicolò Die Kirche San Nicolò befindet sich im Zentrum der Ortschaft Monte. Die frühesten Dokumente über ihre Konstruktion gehen auf das Jahr 1351 zurück, auch wenn man sich darüber einig ist, dass die Kirche früher gegründet wurde. Die Außenfassade hat neoklassizistische Formen. Das Innere besteht aus nur einem Schiff mit zwei halbrunden Seitenkapellen. Der Fußboden zeigt abwechselnd Streifen aus rotem „Rosso Verona“ und gelbem Marmor, mit schwarzweißen Mittelfeldern. Im Bereich des Presbyteriums ist ein wertvolles Altarbid des Malers Francesco Lorenzi erhalten.

Die Kirche des Heiligen Nicolò

Die Festung Mollinary Vom Zentrum des Dorfes, etwa 500 Meter hinter dem Brunnen, erreicht man die Festung Mollinary. Die Festung ist zwischen 1849 und 1852 unter der Herrschaft der Habsburger gebaut worden, und zwar mit Steinen aus den Gruben von Sant’Ambrogio. Obwohl ein großer Teil der Festung heute zerstört ist, verdient sie es doch wegen ihrer Architektur und dem einzigartigen Panorama besucht zu werden. Die Festung Mollinary

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Die Österreichische Straße Eine österreichische Militärstraße verbindet die Festung von Monte (Festung Mollinary) mit der Festung von Ceraino im Etschtal (Festung Hlawaty). Die beiden Festungen bildeten zusammen mit der Festung von Rivoli (Festung Wohlgemuth) und der Festung der Chiusa Veneta eine Sperrzone zum Schutz der Brennerstraße und dem Ausgang des Etschtals. Die eindrucksvolle Strecke schlängelt sich durch die Vegetation und überrascht mit atemberaubenden Aussichten auf das Tal.

Zum Monte Pastello Vom Platz des Dorfes Monte aus erreicht man in ungefähr 2 Stunden den Gipfel des Monte Pastello (1112m). Während des Aufstiegs trifft man auf wunderschöne, originale Steinmauern und auf aus Stein - Sichtmauerwerk gebaute Weiler. Vom Gipfel des Hügels hat man eine fantastische Sicht auf einen großen Teil des Veronesischen Gebiets. Der Abstieg durch den Wald führt zum Forte Mollinary.

Die Österreichische Straße

Monte Übersicht

Zur kleinen, alten Kirche von Cavalo Von der Kirche von Monte aus führt ein Wanderweg mitten durch die unberührte Natur eines Waldes mit Flaumeichen, Hainbuchen, Ahornbäumen, Pappeln, Tannen, Pinien, Ulmen, Eichen und Kastanien zur alten Kirche des Dorfes Cavalo in der Gemeinde Fumane. Der Weg schlängelt sich vorbei an Ruinen von alten Deichen, Mühlen, Eiskammern und vorbei an Weinbergen und alten Landgütern.


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Domegliara

DIE ORTSCHAFT MIT DEM BAHNHOF

VI


Seit der Zeit der Römer war die Brennerstraße eine bedeutende Verbindung zum gallischen Territorium und zu den Provinzen im Norden. Die „Via Claudia Augusta“ verband die padanische Tiefebene mit der Donau in Bayern. Sie nahm ihren Anfang in Ostiglia, durchquerte Verona und Trento, führte durch die Alpen und erreichte schließlich Augusta Vindelicorum (Augsburg). Am Anfang des Etschtals, das mit der Etsch in den vergangenen Jahrhunderten eine bedeutende Wasserstraße war, und links und rechts der alten Brennerstraße, entstand die Ortschaft Domegliara. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts plante die österreichische Regierung die Brennereisenbahnlinie, um einen schnellen und sicheren Transport zwischen Tirol und Italien zu garantieren. Domegliara befindet sich an dieser Eisenbahnlinie und die Entscheidung, dort einen Bahnhof zu bauen, hat das Bild der Ortschaft im Laufe der Jahre verändert. Domegliara war schon auf der alten einschienigen Eisenbahnlinie von Verona nach Caprino und an den Gardasee ein strategischer Haltepunkt. Leider ist die Linie eliminiert worden. Die Strecke Domegliara – Verona ist am 20.04.1959 zum letzten Mal gefahren worden. Neben dem Bahnhof steht ein großer, gut zu erreichender Parkplatz zur Verfügung. Er soll Ankunfts - und Abfahrtspunkt für die Autobuslinien werden, die die Gemeinde mit Verona und mit dem Gardasee verbinden. Domegliara ist heute durch die nationalen und internationalen Verkehrsverbindungen das logistiche Zentrum der Gemeinde, und es eröffnet auch große Möglichkeiten für den nachhaltigen Tourismus. Deshalb kann die Gemeinde Sant’Ambrogio als das “Außergewöhnliche Tor zur Valpolicella ” definiert werden.

Die Kirche Sacro Cuore di Gesù Im Zentrum der Ortschaft Domegliara befindet sich die Kirche Sacro Cuore di Gesù, die 1897 gebaut wurde. Zwischen 1964 und 1965 wurde die Kirche verlängert und erhielt so ihr heutiges Erscheinungsbild. Die Fassade ist sehr einfach. Die einzige Dekoration befindet sich in einer Lünette, und zwar ein Mosaik aus dem letzten Jahrhundert, das das Sacro Cuore, das Herz Jesu, zeigt.

Die Kirche Sacro Cuore di Gesù

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Die Villa Roverti Zurla

Die Villa Roverti Zurla Die Villa Rovereti Zurla wurde um das Jahr 1780 gebaut und war anfangs mit Statuen und Trophäen entlang der Dachrinne und einer Krone an der gesamten Fassade dekoriert. Die Villa, heute restauriert und wieder im Besitz ihrer alten Pracht, ist von einem weiten Park umgeben und von Agrarland, wo im 19. Jahrhundert eine thermale Wasserquelle entdeckt wurde. Sie dient dazu, die in Wohnungen umgebaute Villa und ihren Swimmingpool zu heizen.

Historische Fotos des Karnevals

Der Karneval Nach dem zweiten Weltkrieg, im Februar 1947, hatten die jungen Leute von Domegliara ihre Lust zu lachen und zu scherzen wiedergefunden und organisierten den ersten Karneval des “Ducato della Valbusa” (dt. Grafschaft von Valbusa, der Name geht auf den Ortsteil Casetta zu Füßen des Montidon zurück), bei dem schon nach einigen Jahren das ganze Dorf mitfeierte. Die Pioniere gründeten den Karnevalsverein „Carnealon de Domeiara” und die buntgeschmückten Wagen wurden immer zahlreicher. Heute ist der Karneval von Domegliara einer der bedeutendsten in der Provinz Verona. Unzählige Besucher kommen jedes Jahr, um die vielen bunten Wagen zu sehen. Am Abend der „Notte delle stelle” (Sternennacht) werden dann die Gräfin und der Graf von Valbusa gekrönt.


*DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) - ist die höchste Klassifizierung für italienische Weine. Das Label kennzeichnet kontrollierte (controllata) Methoden bei der Herstellung und garantierte (garantita) Qualität des Weines. *CAI (Club Alpino Italiano) – Italienischer Alpenverein

IN C O L L A B O R AT I O N MIT GRAFIK NEON comunicazione www.grupponeon.com FOTOGRAFIE Alessandro Gloder www.alessandrogloder.it RELEASE Grafiche Stella www.grafichestella.it BIBLIOGRAPHIE Annuari storici della Valpolicella (Centro Documentazione per la Storia della Valpolicella) – Pierpaolo e Andrea Brugnoli Sant’Ambrogio di Valpolicella – Appunti storico ambientali – Paolo Zanchetta San Giorgio di Valpolicella – Guida di storia ed arte veronese – Pierpaolo e Andrea Brugnoli Monte – Annuario Storico della Valpolicella (Maria Antonietta Polati) Domegliara – La storia del Carnevale (Comitato Carnealon de Domeiara) La Valpolicella – Francesco Quintarelli Archivio storico Comune di Sant’Ambrogio di Valpolicella DANKSAGUNG Consorzio Pro Loco Valpolicella La Strada del Vino Valpolicella Pro Loco di San Giorgio di Valpolicella Gruppo Guide Antiquarium S.Giorgio di Valpolicella Pro Loco di Gargagnago SPONSOR Valpolicella Benaco Banca www.valpolicellabenacobanca.it T R A N S L AT I O N Katia Kalio 32


Via Sengio, 1 37015 Sant’Ambrogio di Valpolicella Verona - IT tel. +39 045 6888467 Fax +39 045 6888467 segreteria@comune.santambrogio.vr.it

www.comune.santambrogio.vr.it

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