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TREFFPUNKT GRENCHEN

BILD: PETER BROTSCHI

Garage Vogelsang

Cäcilienchor

Heinz Westreicher

Die umfangreichen, extrem komplexen Umund Neubauarbeiten der Garage Vogelsang stehen kurz vor ihrer Vollendung.

Seit 133 Jahren ist der Cäcilienverein Grenchen fester Bestandteil der Römisch-katholischen Pfarrei St. Eusebius.

Der Präsident des Gewerbeverbandes über leere Schaufenster und die Auswirkungen des Onlinehandels.

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EDITORIAL

Willkommen auf der Jurasonnenseite

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eniessen Sie die Sonnenseiten des Lebens in den familienfreundlichen Gemeinden Grenchen, Bettlach und Lengnau» lautet der Slogan, der Grenchen als Wohnregion fördert. Bereits im vergangenen Jahr hat die erfolgreiche Petition mit Lengnau und Bettlach für den Erhalt der Schnellzugshalte am Bahnhof Grenchen Süd auf eindrückliche Art bewiesen, welches Potenzial in der Zusammenarbeit unserer Region steckt. Mit der Jurasonnenseite werden die Vorteile der Wohnregion, zusammen mit dem Industrie- und Handelsverband der Region Grenchen (IHVG), aufgezeigt. Auf der neu geschaffenen Homepage jurasonnenseite.ch treten diese Organisationen deshalb gemeinsam auf. Nebst Fakten zur Lebensqualität besticht die Seite mit Veranstaltungskalender, Wohnungsmärkten, Informationen zum Verkehrsanschluss und zur Gesundheitsversorgung. Unter dem Motto «Savoir Vivre» erfährt man Näheres über Dinge, die man auf der Jurasonnenseite tun sollte. Augenfälliges, Verstecktes, Rasantes, Gemächliches, Historisches, Sportliches, Lautes, Leises, Kulturelles, Buntes. Die drei Gemeinden haben 29 Ausflugsziele und Aktivitäten zusammengefasst, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Den Themen wie «Familienfreundlichkeit» und «Älter werden» sind auch sehr interessante Aspekte gewidmet. Dass Ende Monat mehr Geld im Portemonnaie übrigbleibt, weil die Fixkosten in der Region tiefer sind als im Durchschnitt anderer Gemeinden, spricht auch aus finanzieller Sicht für die Jurasonnenseite!

Am 6. Juni findet im Parktheater das Grenchner Wirtschaftsforum, organisiert von IHVG, Gewerbeverband und der Wirtschaftsförderung, statt. Auch zum Thema Zentrumsentwicklung passiert etwas. So sucht die Wirtschaftsförderung mit der Credit Suisse am Marktplatz, in deren ehemaligen Geschäftsstelle, eine Zwischenlösung für Start-up-Unternehmen. Der Marktplatz steht diesen Sommer auch bei Veranstaltungen im Mittelpunkt: So wird der «coffre ouvert» am 1. Juli zum siebten Mal zahlreiche Kunstliebhaber zum Verweilen einladen, und vom 21. bis zum 23. Juli findet das 1. World Food Festival statt – ein kulinarischer Gaumenschmaus für die ganze Familie! Schon fast eine Tradition ist «Rock am Märetplatz»: «Chappelitüüfel» Kurt Gilomen wartet am 5. August mit einem musikalischen Top-Programm auf; ein Benefizanlass für Gross und Klein. Auch im sportlichen Bereich «läuft» im wahrsten Sinne des Wortes einiges! Der Grenchenberglauf macht am 25. Juni wie jedes Jahr beste Werbung für unser einzigartiges Naherholungsgebiet. Zum 2. Mal findet am 8. Juli die Pumpking-Challenge auf der BMX-/Pumptrack-Anlage beim Tissot Velodrome statt, und ein Muss für alle Fussballbegeisterten ist sodann der legendäre Uhrencup: im Stadion Brühl sind am 13. und 15. Juli zwei internationale Fussballspiele geplant. Ab 22. Juni entführt das Stück «Wiiberheer» die Zuschauer zurück ins Jahr 1798, kurz vor dem Einfall der napoleonischen Trup-

pen. Dem Stück liegen drei historische Figuren von Grenchen zugrunde: Maria Schürer, Elisabeth Frei und der «Seuzejoggeli». Mehr erfahren Sie auf der Website www.freilichtspiele-grenchen.ch. Aktuelle und weiterführende Informationen zu unserer Stadt finden Sie wie gewohnt auf unserer Website

www.grenchen.ch oder unserem Facebook-Kanal «Grenchen – üsi Stadt». Es würde mich freuen, Sie bald an einem der zahlreichen Grenchner Anlässe begrüssen zu dürfen. François Scheidegger Stadtpräsident


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INHALT Der Vogelmann Die Bilder von Sarah Weya bieten viel Platz zur Interpretation

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Zeit des Vergessens

Der Grenchenberg

Im «Y-Psilon» finden demenzkranke Menschen einen Platz zum Wohnen

Hausgemachte Crèmeschnitte zum Start

Ballettschule Bernhard Nicht zum Ballettunterricht müssen, sondern dürfen

39 Wenn der Funke überspringt

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Feuer und Flamme für die Jugendfeuerwehr

Um-/Neubau Garage Vogelsang AG

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HÖRberatung Rasser

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Cäcilienchor Grenchen

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Vom 19. bis 21. Mai findet das zweite Kantonale Jugendmusikfest statt

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Gemeinschaftsantennen-Anlage Grenchen

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Bestattungsdienst Bänninger

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Im Gespräch: Gewerbeverbandspräsident Heinz Westreicher

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Rückblick auf die Auto Expo 2017

ERSCHEINT ALS BEILAGE ZU

27 Kunsthaus Grenchen Anfang Jahr hat Claudine Metzger die künstlerische Leitung übernommen

IMPRESSUM: Beilage des az Grenchner Tagblatts, der az Solothurner Zeitung und des Grenchner Stadt-Anzeigers Herausgeber: AZ Zeitungen AG, Zuchwilerstrasse 21, 4501 Solothurn Layout: Hajnalka Hajdu Bilder/Texte: Markus Kocher, Toni Rütti, Dominique Simonnot, Fotolia, zVg Titelbild: Peter Brotschi Korrektorat: Stefan Gass Anzeigenverkauf: az Grenchner Tagblatt & Grenchner Stadt-Anzeiger, Kapellstrasse 7, 2540 Grenchen, Telefon: 032 654 10 60, E-Mail: inserate@grenchnertagblatt.ch, inserate@grenchnerstadtanzeiger.ch Verkaufsleitung und Themenauswahl: Lara Näf Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Aarau


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Zeit des Vergessens

Markus Kocher

Im «Y-Psilon», dem ersten Wohnheim für demenzkranke Menschen im Kanton Solothurn, finden demente Menschen einen Platz zum Wohnen und persönliche, familiäre Betreuung.

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us einem Zimmer ertönt türkische Musik. In der Küche sitzen zwei Männer mit einem Glas Tee am Tisch. Frau Meier* blättert im Wohnzimmer in einer farbigen Illustrierten. Herrn Zubler geht es heute, wie er selber sagt, «glänzend». Frau Speiser sucht verzweifelt ihren Sohn, der «schon längst aus den Ferien hätte heimkommen sollen». Anouk Botange Leisi, Tochter der Heimgründerin und Co-Leiterin des Wohnheims,

geht zu ihr und legt ihr beruhigend den Arm auf die Schulter. Wir befinden uns im «Sunnehus», das am 1. August 2011 eröffnet worden ist und zum «Y-Psilon» gehört. Die Idee des Wohnheims für demenzkranke Menschen geht zurück auf Claire-Lise Leisi, die während fast zwei Jahrzehnten Heime geleitet hatte, in denen sowohl demenzkranke als auch nicht demente Bewohner untergebracht waren. «Eine Situation, die sehr


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leiterin wurde mit ihrer Idee eines Wohnheims ausschliesslich für Demenzkranke beim Kanton vorstellig. Dort stand man voll und ganz hinter dem Anliegen, startete mit dem Wohnheim ein Pilotprojekt und erteilte dem «Y-Psilon» am 1. Juli 2005 die Betriebsbewilligung. 18 Betten – 35 Mitarbeitende Heute bietet das «Y-Psilon» an zwei Standorten in Grenchen je 9 stationäre Betten an. Dazu kommt seit dem November 2010 eine Tagesstätte, in der tageweise bis zu fünf Gäste betreut werden können. «Ein Angebot, das die Angehörigen eines Demenzkranken extrem entlastet und das durch den Kanton finanziell unbedingt noch weiter gefördert werden sollte», sagt Claire-Lise Leisi. Der familiäre Aspekt in der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner liegt ihr besonders am Herzen. «Wir handeln nach dem Normalitätsprinzip und holen die Bewohner dort ab, wo sie sich zu Hause fühlen.» Das bedeutet, dass gewohnte Handlungen, die die Patienten ihr Leben lang getätigt haben, bewusst in den Tagesablauf integriert werden. So können die Bewohner zum Beispiel beim Wäschezusammenlegen mit-

helfen oder beim Gemüserüsten fürs Mittagessen. Doch das Normalitätsprinzip geht weit über diese alltäglichen Arbeiten hinaus. «Einmal hatten wir einen Bäcker bei uns in der Wohngruppe, mit dem sind wir jeden Morgen um 4 Uhr aufgestanden, um die ‹Backstube› aufzuschliessen», sagt ClaireLise Leisi. «Ein anderes Mal wohnte ein ehemaliger Gemeindesekretär bei uns, dem haben wir ein halbes Büro eingerichtet – PC und ‹Sekretärinnen› inklusive.» So viel Betreuung braucht natürlich entsprechendes Personal. Aktuell beschäftigt das «Y-Psilon» 35 Mitarbeiter (inklusive 2 Lernende) im Alter von 16 bis 70 Jahren. Von Anfang an mit dabei ist auch Anouk Botange Leisi. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Fachangestellten Betreuung die Weiterbildung zur eidgenössischen Heimleiterin abgeschlossen und ist seit 2015 Co-Leiterin des Wohnheims. «Eine perfekte Kombination», sagt Claire-Lise Leisi: «Meine Tochter hat ein enormes Fachwissen und ich jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken. Um die Zukunft unserer Institution braucht man sich keine Sorgen zu machen.» *alle Namen geändert

Das Leitungsteam: (v. l.) Claire-Lise Leisi (72), Anouk Botange Leisi (32) und Tochter Anaëlle (6 Monate).

unbefriedigend war», sagt die heute 72-Jährige. «Es kam öfters zu Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Klienten. Beispielsweise dann, wenn eine demenzkranke Person das falsche Zimmer betrat – im guten Glauben, dass es das Ihre sei. Erschwerend kam hinzu, dass auf die besonderen Bedürfnisse der Demenzkranken kaum Rücksicht genommen werden konnte.» Eine Frau, ein Gedanke, ein Entschluss. Die Heim-


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NOAH FREHNER Seit August 2015 ist der gebürtige Appenzeller Geschäftsführer der Rotpunkt Drogerie in Grenchen Süd. Ein Job, der ihm unglaublich viel Spass mache, so Frehner, denn «in meinen Augen gibt es nicht viele Berufe, in denen man eine so intensive Bindung mit

Auf einen Kaffee seinen Kunden eingehen kann wie als Drogist.» An Grenchen gefallen dem 26-jährigen Bewegungsmenschen, der sich gerne in der freien Natur aufhält und in seiner Freizeit Pilzexkursionen macht, die tolle Lage, die guten Zugverbindungen und die Nähe zum

mit … Grenchenberg. «Hier kann ich gut abschalten und – wenn es die Zeit zulässt – meinen Bewegungsdrang ausleben.» Darüber hinaus lese er gerne, reise mit seinem Bus durch halb Europa oder gehe ab und zu an Konzerte oder (MKO) Festivals.

«Die Zukunft beginnt jetzt» Mit einer neuen, topmodernen Carrosserie-Werkstatt, einem neuen Showroom und dem Ausbau der mechanischen Werkstatt stösst die Garage Vogelsang AG in neue Dimensionen vor.

Markus Kocher

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itte April 2017. An der Bielstrasse 85 in Grenchen herrscht Hochbetrieb. «Nach gut 20 Monaten Bauzeit befinden wir uns kurz vor dem Abschluss der umfangreichen, extrem komplexen Um- und Neubauarbeiten.» Philipp Vogelsang, Geschäftsführer des gleichnamigen Familienunternehmens, strahlt übers ganze Gesicht, wenn er an den 20. Mai 2017 denkt. «Dann feiern wir mit einem Tag der offenen Tür offiziell die Neueröffnung unserer Garage. Sämtliche Abteilungen öffnen ihre Türen und ermöglichen einen Einblick hinter die Kulissen.» Ein Blick, der sich durchaus lohnen dürfte. Da, wo das Unternehmen vor 63 Jahren gegründet worden war, musste das Wohnhaus der neuen, gut 600 m2 grossen Carrosserie-Werkstatt weichen. Sie liegt im Untergeschoss direkt neben der Lackiererei und wird dank grossen Fensterflächen mit Tageslicht versorgt. Gut zu wissen: Neben der Reparatur von eingedrückten Stossstangen, zerbeulten Türen sowie sommerlichen Hagelschäden übernehmen die Spezialisten der markenunabhängigen Carrosserie- und Maler-Abteilung auch Revisions- und Restaurationsarbeiten aller Art. Nettes Detail am Rande: Dank dem grossen Fahrzeugpark können die Kunden der Carrosserie-Abteilung jederzeit aus einer Fülle modernster Fahrzeuge ihr Ersatzauto auswählen. «Ausschliesslich neue Modelle unserer beiden

Das Team der Garage Vogelsang AG freut sich auf die offizielle Neueröffnung der Garage.

Hausmarken BMW und MINI», präzisiert Vogelsang. Apropos Hausmarken: Seit Anfang der 1970er-Jahre vertritt die Vogelsang AG die Marke BMW, seit 2001 zusätzlich die Marke MINI. «Hersteller, die in Sachen Technik und Motorenbau zum Besten gehören, was die Autowelt derzeit zu bieten hat, bei denen aber auch Emotionalität grossgeschrieben wird», sagt Philipp Vogelsang. Der Chef von gegen 50 Mitarbeitenden – darunter 8 bis 10 Lehrlinge – denkt dabei etwa an die leistungsfähigen BMW-M-Modelle, den neuen 5er Touring, der am Wochenende des 20. und 21. Mai erstmals zu besichtigen ist, oder an den neuen X3, der im Herbst in der Garage Vogelsang vorfahren wird.

So weit, so gut. Doch liegt die Zukunft der Autobranche in Zeiten von Treibhauseffekt und Klimaerwärmung nicht eher in sparsamen Elektrofahrzeugen statt in hochgezüchteten Premiumfahrzeugen? Philipp Vogelsang ist skeptisch. Zwar sei er überzeugt, dass E-Mobilität in Zukunft eine Rolle spielen werde. Doch wie und in welchem Ausmass, stehe derzeit noch in den Sternen. Weshalb diese Vorbehalte? Vogelsang: «Erstens sind Elektrofahrzeuge noch immer deutlich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Zweitens steckt das E-Tankstellennetz nach wie vor in den Kinderschuhen. Und drittens leiden E-Fahrzeuge unter einem übermässigen Zeitwertverlust.» Die Entwicklung

FOTO: ZVG

in Sachen Elektromobilität und Batterietechnik sei nämlich so dynamisch, dass E-Mobile innert weniger Monate dramatisch an Wert verlieren würden, so Vogelsang. Dann brauchen sich BMW und MINI bis in alle Ewigkeiten überhaupt keine Sorgen zu machen? Vogelsang lacht und sagt: «Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Auch wenn die Bayern mit ihren effizienten Verbrennungsmotoren, den diversen Hybridmodellen sowie den visionären E-Mobilen auf dem richtigen Weg sind, müssen wir die weitere Entwicklung sehr aufmerksam beobachten. Wir haben mit unseren Investitionen auf jeden Fall ein Statement abgegeben, dass wir auch in Zukunft an die individuelle Mobilität glauben.»


Ein erfolgreiches Unternehmen rüstet sich Architektenbericht zum Um-/Neubau der Garage Vogelsang AG in Grenchen

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ie Garage Vogelsang AG hat ihren Firmensitz an der Bielstrasse 85 in Grenchen und ist seit vielen Jahren offizielle BMW- und MINI-Vertretung sowie Toyota-Service-Partner. Die Firma ist über die Jahre laufend gewachsen und hat den Betrieb stetig erweitert. Auch beim Projektstart war der Wunsch nach mehr Platz für die Spenglerei und für die Werkstatt ausschlaggebend. Schnell wurde klar, dass eine Erweiterung praktisch nur im Bereich des bestehenden Wohnhauses möglich ist. Das ursprüngliche Projekt, das mit der Firma Bigolin+Crivelli Ar-

chitekten AG ausgearbeitet wurde, sah den Abbruch des Wohnhauses vor. Im Untergeschoss entstand die neue Spenglerei und auf dem Niveau der Bielstrasse ein überdachtes Occasion-Drive-in. Somit war gewährleistet, dass sowohl die Spenglerei für die Zukunft gerüstet ist und auch die Werkstatt in der alten Spenglerei den zusätzlichen Raumbedarf erhält. Während der Projektphase wurde klar, dass auch die Ausstellungsräumlichkeiten an die neuen Vorgaben vom BMW und MINI angepasst werden müssen. In der Projektbearbeitung mit BMW

wurde eine Variante gewählt, bei welcher der MINI-Ausstellungsraum ausgebaut wird und dadurch auch der BMW-Ausstellungsraum vergrössert werden kann. Komplexes Bauvorhaben Um die neuen Vorgaben erfüllen zu können, entschied man, dass im bestehenden Ausstellungsraum «kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird». Nebst den Oberflächen von Böden, Wänden und

Decken musste auch eine komplett neue Fassade projektiert werden. Auch die gesamte Möblierung, Beleuchtung und die Anforderungen und die Implementierung der neuen Medien wie Touchscreens und audiovisuelle Elemente mussten eingeplant werden, was aufseiten der Haustechnik einer Neuinstallation gleichkommt. Von Beginn weg war auch klar, dass das gesamte Bauvorhaben unter laufendem Betrieb umgesetzt


für die Zukunft!

werden musste. Als Erstes wurde das Wohnhaus rückgebaut und die neue Spenglerei zwischen den bestehenden Ausstellungsraum und die bestehende Malerei gebaut. Da sich die Firma auf dem Gebiet der ehemaligen Kehrichtdeponie Mösli der Stadt Grenchen befindet, war schon der Aushub erschwert, da das Material je nach Kontamination getrennt entsorgt werden musste. Aufgrund der schlechten Baugrundverhältnisse wurde der Neu-

bau der Spenglerei mit einer Pfahlfundation ausgeführt. Im Anschluss an den Rohbau der Spenglerei wurde die Erweiterung des MINI- Ausstellungsraumes ausgeführt. Der BMW-Ausstellungsraum inklusive der Serviceberatung wurde in drei Etappen umgebaut, wobei sich im Moment die 3. Etappe in der Abschlussphase befindet. Der Umbau des Ausstellungsraumes unter laufendem Betrieb war für alle Beteiligten eine Herausforderung, im Speziellen natürlich für die Firma Vogelsang AG und ihre Mitarbeiter. Bereits jetzt ist jedoch ersichtlich, dass sich die Garage Vogelsang AG nach Abschluss der Umbauarbeiten in einem völlig neuen, modernen Gewand präsentieren wird. Die Bevölkerung ist eingeladen, den Betrieb am Samstag, dem 20. Mai 2017, zu besichtigen. Bigolin+Crivelli Architekten AG, Grenchen


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MEHMET POLAT Ohne ihn könnte man sich die Baracoa Lounge & Bar nicht vorstellen. «Und ich mir mein Leben nicht ohne meine Bar.» Der gebürtige Grenchner Mehmet Polat strahlt übers ganze Gesicht, wenn er von «seinem Kind» spricht, das er vor 16 Jahren auf die Welt gebracht hat. «Nachdem die

Auf einen Kaffee Lokalität zwei Jahre lang leer gestanden ist, habe ich die Chance ergriffen und mir mit der Übernahme des Lokals einen Lebenstraum erfüllt.» In seiner Freizeit rennt der leidenschaftliche Gastronom bei den Veteranen des FC Grenchen dem runden Leder hinterher oder erholt sich

mit … in der freien Natur. Daneben gefällt dem Vater einer 24-jährigen Tochter aber auch die familiäre Atmosphäre in Grenchen. Lediglich in Sachen «Gewerbe» dürfte noch etwas mehr laufen, sagt Polat. «Das Lädelisterben macht leider auch vor Grenchen nicht Halt.» (mko)

«Ohren sehen mehr als Augen»* Vor zwei Jahren eröffnet, hat sich die HÖRberatung Rasser weit über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Namen für alle Angebote und Dienstleistungen in Sachen Hören und Verstehen gemacht. Mit dem Hörtraining, das die Akustik-Spezialistinnen ab Sommer 2017 anbieten, folgt der nächste Streich.

AUF EINEN BLICK HÖRberatung Rasser Kirchstrasse 1 2540 Grenchen Telefon 032 653 08 08 Bernstrasse 120 C 4852 Rothrist Telefon 062 794 00 70 www.hoerberatungrasser.ch info@hoerberatungrasser.ch

Sind immer ganz Ohr: Brigitte Schneiter (li.) und Vera Rasser.

Text und Foto: Markus Kocher

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nser Hörtraining umfasst ein wissenschaftlich fundiertes Hör- und Lerntraining und ist für Menschen gedacht, die aktiv ihr Gehör trainieren möchten – mit und ohne Hörgeräte oder Hörverlust.» Vera Rasser, gelernte Hörgeräte-Akustik-Meisterin strahlt übers ganze Gesicht, wenn sie auf ihr neustes Kind zu sprechen kommt. «Nach einer genauen Einführung werden die Kunden sicher und effizient durch den Trainingsprozess geführt», so Rasser weiter. «Je nach Alter werden Trainingsziele mit Referenzwerten vorgegeben. Schon mit 10–15 Minuten Training pro Tag hält man sein Gehör fit und leistungsfähig, kann Gesprächen besser

folgen und fühlt sich auch in einer lauten Geräuschkulisse sicherer.» Erste Ansprechpartnerin in Sachen Hörtraining ist die neue Mitarbeiterin der Hörberatung Rasser, Brigitte Schneiter, die vor wenigen Tagen ihre Arbeit an der Kirchstrasse 1 in Grenchen aufgenommen hat. Die gebürtige Lengnauerin hat langjährige Erfahrung in der Akustik-Branche und freut sich schon heute auf ihre neue Herausforderung. Zweite wichtige Neuigkeit aus dem Hause Rasser war die Eröffnung der Filiale in Rothrist am 1. Juni des vergangenen Jahres. Vera Rasser: «Sie wird von Patricia Möhler geführt, die ebenfalls eine Hörgeräte-Akustik-Meisterin ist, und sie hat bereits im ersten Jahr ihres Bestehens eine treue Kundschaft ge-

funden.» Grosse Freude macht Vera Rasser und ihren Mitarbeiterinnen aber auch die neuste Generation der Akku-Hörgeräte, die seit Herbst des vergangenen Jahres auf dem Markt sind. Dank einer neuen Akku-Generation genüge für 24 Stunden Hörgenuss jetzt eine Ladezeit von lediglich drei Stunden, so Rasser. «Darüber hinaus stellen sich die neuen Hörgeräte vollautomatisch auf die jeweilige Hörumgebung ein und können via iPhone oder Smartphone gesteuert werden. Die Digitalisierung ist auch im Bereich der Hörgeräte nicht mehr aufzuhalten.» * Manfred Hinrich, (1926–2015), Dr. phil., deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

DIENSTLEISTUNGEN Hörtest + Beratung Nach der rund 10-minütigen Höranalyse und einem Sprachverständnis-Test werden die Resultate ausgedruckt, ausführlich analysiert und das weitere Vorgehen miteinander besprochen. Hörerlebnis (Anprobe) Da es mehrere hundert Hörgeräte von einem knappen Dutzend Anbietern gibt, können in der HÖRberatung verschiedene Systeme ausprobiert werden. Service/Reparatur Als Dankeschön für das Vertrauen erhalten alle Kunden der HÖRberatung Rasser beim Kauf eines neuen Hörsystems gratis den exklusiven, persönlichen Servicepass – u. a. mit 3-Monats-Service, grossem Jahresservice, jährlichem Hörtest und vielem mehr. Tinnitus Kein Tinnitus ist wie der andere. «Unser Ziel ist es, den Kunden den bestmöglichen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus und ähnlichen Innenohrerkrankungen zu verschaffen», sagt Vera Rasser. Gehörschutz Individueller Gehörschutz für Musikliebhaber, Jäger und Schützenkönige oder Wasserratten – Die HÖRberatung Rasser bietet die optimalen Möglichkeiten für den persönlichen und massgefertigten Gehörschutz. Eora Hörschmuck Eora-Hörschmuck vereint brillantes Hören mit der Eleganz eines Schmuckstücks.


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MARKUS MEYER Seit bald 60 Jahren bietet die Überland-Garage M. Meyer AG ihren Kunden einen Rundum-Wohlfühlservice für sämtliche Belange rund ums Auto. «Und wir setzen alles daran, dass das auch die nächsten 60 Jahre so bleibt», sagt Markus Meyer im Brustton der Überzeugung. Der jüngste Spross der «Familie Meyer ist Mitte 2014 nach

Auf einen Kaffee einer halbjährigen Weltreise zurück in den elterlichen Betrieb gekommen und bereitet zusammen mit seinem Vater Martin Schritt für Schritt den Generationenwechsel in der Garage vor. In seiner Freizeit erholt sich der Naturliebhaber beim Bräteln an der Aare, beim Skifahren oder im Garten seines umgebauten Hauses. Und auch

mit … das Dorfleben, von der Fasnacht über den Jugendtreff bis hin zum Turnverein, kommt bei Markus Meyer nicht zu kurz. Und wenn es die Zeit zulasse, schraube er auch gerne einmal an seinem eigenen Auto herum, sagt Markus Meyer. «Dieses Vergnügen muss ab und zu einfach sein.» (mko)

Cäcilienchor: Mal a cappella, mal mit Orgelbegleitung Wann haben Sie zum letzten Mal gesungen? Eine Frage, die beim Kirchenchor Cäcilienverein in Grenchen auf der Tagesordnung steht. Denn: Wer grundsätzlich gerne singt, der ist beim Chor der Römisch-katholischen Kirche von Grenchen an der richtigen Adresse. Für die Zuhörer ist der kirchliche Liedervortrag ein Ohrenschmaus. Text und Foto: Toni Rütti

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rst zaghaft, schon bald sicherer und schliesslich kräftig mitsingend: So ist schon manches Neumitglied in den gemischten Kirchenchor der Römisch-katholischen Kirche von Grenchen eingestiegen. Vom Anfänger wird nicht erwartet, dass er gleich einen professionellen Auftritt hinlegt. Dabeisein, zuhören, zusehen, mitmachen – dies reicht vorerst, um eines mit Sicherheit festzustellen: Das Zu-

sammenklingen des Chors verhilft einem zu einem erhabenen Feeling. Und für die Zuhörer ist der mehrstimmige Liedervortrag ein Ohrenschmaus, auch wenn keine Solisten mitwirken. Seit 133 Jahren ist der Cäcilienverein Grenchen bzw. der Kirchenchor fester Bestandteil der Römisch-katholischen Pfarrei St. Eusebius. «Gewiss, zwischendurch gab es auch turbulente Phasen zu

Chorprobe der derzeit 31 Mitglieder ist jeweils montags im kirchlichen Zentrum Eusebiushof.

bewältigen. Umso mehr schätze ich es, dass Verein und Chor heute wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs sind», so Präsidentin Franziska Fritz. Und dass sie sich auf den Vorstand, die Chorleitung sowie den Vizedirigenten und den Orgelvirtuosen verlassen könne. Namentlich auf Dr. Jürg Schläpfer, der hauptberuflich an der Kantonsschule Solothurn unterrichtet. Und auf Albert Knechtle: An der schwarz-weissen Tastatur fühlt er sich zu Hause. Seit Jahren trägt er mit seiner musikalischen Kunst dazu bei, dass die Gottesdienste vollends zum Lob Gottes werden. Ein offenes Ohr für die Anliegen von Verein und Chor hat aber auch Pfarrer Mario Tosin, Leiter der Pfarrei. Unglaublich reicher Schatz an Kompositionen Chorleiter Schläpfer erklärt, was hochgehalten wird: «Von Bedeutung für uns ist der unglaublich reiche Schatz an Kompositionen, der in über tausend Jahre entstanden ist. So singt die Choralschola Werke aus dem frühen Mittelalter, die bis heute nichts an ihrer tiefen Wirkung verloren haben. Der Chor gestaltet Kompositionen von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert – mal a cappella, mal mit Orgel oder mit Instrumentalisten und Solisten.» Im Chorgesang erlebe jeder Einzelne, dass sich diese Form der sozialen Kooperation in hohem Masse lohne. Und dass man gemeinsam etwas für sich und andere gestalte, was einem allein nicht

möglich wäre. «Das Singen führt unterschiedlichste Menschen zu äusserst positivem Tun zusammen, tut gut und verbreitet Momente des Glücks», so Jürg Schläpfer. Mit aktuell 31 Mitgliedern ist der Verein ein fester Bestandteil der Pfarrei, hörbar in zwölf Gottesdiensten im Jahr. Die Präsidentin wünscht sich Zuwachs: «Wir möchten die Gottesdienste und Hochfeste auch in Zukunft mit unserem Singen mitgestalten. Fühlen Sie sich angesprochen?» Auch Freunde und Bekannte seien willkommen in dieser frohen Chorgemeinschaft. Weitere Gemeinsamkeiten ergänzen das Singen im kirchlichen Zentrum Eusebiushof.

Schutzpatronin der Kirchenmusik Der Überlieferung zufolge soll die heilige Cäcilia im 3. Jahrhundert in Rom gelebt haben. Verehrt wird sie als Jungfrau und Märtyrerin der frühen Kirche sowie als Patronin der Kirchenmusik. Ihre Attribute sind Orgel und Geige, aber auch das Schwert und die Rose. Allzeit soll sie die Frohe Botschaft in ihrem Herzen getragen haben. Genau dies tun auch die Mitglieder des Cäcilienchors Grenchen, die sich jeweils am Montagabend zur Probe und an speziellen Anlässen zum Vortragen der einstudierten Werke zusammenfinden. Ihr Esprit springt zweifellos auch auf die Kirchgänger und Konzertzuhörer über. Weitere Infos: www.kirchenchor-grenchen.ch


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Der Vogelmann Die Bilder von Sarah Weya wirken auf den ersten Blick verstörend. Verstörend ehrlich und offen. Und fordern auf, sich mit ihnen intensiver zu befassen. Was folgt, ist eine Auseinandersetzung, auch mit sich selbst.

Dominique Simonnot

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leine, aber wache Augen schauen einen an, als wollten sie mitreden. Die Nase überdimensional lang, der Mund klein und verschlossen. Klein auch das Ohr, das auf der rechten Seite in die Leere des roten Raumes ragt, der das Gesicht umgibt. Auf der linken Seite fehlt das Ohr ganz. Auf den Schultern sitzen zwei Vögel mit grossen Augen und blicken einen nicht minder durchdringend an. «Der Vogelmann – emotional und verletzlich»: So hat Sarah Weya ihn genannt, den Mann auf dem Gemälde, das im Wohnzimmer die Gäste empfängt. «Er hat Mühe, seine Gefühle auszudrücken. Und seine Introvertiertheit lässt ihn kommunikativ ermüden», beschreibt ihn die Künstlerin weiter. Leid tut er einem dabei nicht, dafür wirkt er zu klar und zu ausgeglichen. «Meine Freundin Giulia rennt immer schreiend davon, wenn sie das Bild sieht», mischt sich Lara, die 7-jährige Tochter von Sarah, ein. «Auch vor den anderen Bildern haben manche meiner Freundinnen Angst.» Lara findet das lustig. Ihr machen sie keine Angst, sie sind Teil ihres Zuhauses, ihres Lebens mit einer Künstlerin als Mutter. Sarah Weya malt seit ihrer Kindheit. Bereits während der Lehre zur Polygrafin hatte sie ihr eigenes Atelier. «Da ich in meinem Kinderzimmer schon als Mädchen alles mit Farbe verschmutzt habe, habe ich bereits während meiner Lehre gleich neben meinem Elternhaus ein Studio gemietet und darin ein kleines Malatelier eingerichtet.» Ein weiser Entschluss. Schon mit 18 Jahren stellte die gebürtige Grenchnerin im Parktheater ein erstes Mal ihre Bilder aus. Ein paar Jahre später folgten unter anderem Ausstellungen in einer Grenchner Galerie sowie im Künst-

lerhaus Solothurn. Im Jahr 2001 erhält sie den Förderpreis Grenchen, arbeitet fortan als Polygrafin und malt in ihrer Freizeit, bis sie sich 2015 als Gestalterin selbstständig macht und die Malerei etwas zurückstellen muss.

Es ist eine Freundin, die sie Ende 2015 zum Bild «die Laborratte» animiert. «Meine Freundin hat mir gesagt, ich solle versuchen, das Ego einer Person darzustellen», erklärt Sarah, «Ego im Sinne von Selbstbild; die Subjektbezogenheit

des Denkens und Fühlens einer Person.» Sie stellt dieses Ego mit Linien und Kreisen dar. Schon immer interessierte sie sich mehr dafür, Menschen oder Gesichter abzubilden als Landschaften. In der Folge entstehen Werke, die zwar einer konkreten Vorstellung ihrer Schöpferin entspringen, nach aussen aber viel Platz für Interpretationen lassen. Ihre Bilder mit den Menschen und ihrem Ego haben Namen wie «Nora», «der Neidvolle», «ein Grossdenker», «Verliebter» oder «Chimäre» und fesseln den Betrachter in ihrer Ausdrucksstärke und Komplexität. In einer Zeit der Widersprüche, in der alles transparenter wird, während die Menschen sich gleichzeitig mehr zurückziehen und hinter einer Maske verschwinden, sind die «lesbaren» Menschen von Sarah Weya Exoten. Und wirken in ihrer Durchschaubarkeit durchaus auch beruhigend. Die endgültige Wirkung liegt dabei wohl allein im Auge des Betrachters. sarahweya.ch

Nächste Ausstellungen Oktober bis März: Galerie Böhner, Mannheim

FOTO: DANIEL PREPROTNIK

17. November bis 17. Dezember: Artis Galerie, Büren an der Aare (Gruppenausstellung Tête-à-Tête )


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Auf einen Kaffee

mit …

KERSTIN UND FRITZ SCHLUP Das Hobby zum Beruf machen war schon immer der Traum von Kerstin und Fritz Schlup. Mit ihrem Friseurstudio Création Marc in Grenchen und einem zweiten Salon in Studen leben sie ihren Traum tagtäglich. Dabei arbeiten sie mit hochwertigen italienischen Produkten von Framesi

und sind auch in Sachen Frisurenmode immer auf dem neuesten Stand von Italien und Paris. Der Coiffeursalon ist besonders angesehen für seine Hochsteckfrisuren und Haarverlängerungen. «Dafür müssen wir uns natürlich ständig weiterbilden und auch an Wettbewerben teilnehmen», sagt

Kerstin Schlup, die auch privat gerne ihre Kreativität auslebt, zum Beispiel beim Fotografieren. Die Stammkunden wissen das zu schätzen und kommen seit Jahren zu Création Marc. «Das ist eine grosse Wertschätzung für uns», bemerkt Fritz Schlup, «vor allem in der heutigen schnelllebigen Zeit.» (DOM)

«Auf die Pauke schlage ich längst nicht mehr» Fünf Jahre nach der Premiere in Fulenbach findet vom 19. bis 21. Mai 2017 in Grenchen das zweite Kantonale Jugendmusikfest statt. Ex-Paukist und OK-Präsident Robert Gerber kann es kaum erwarten.

Sorgt für einen reibungslosen Ablauf des Festes: OK-Präsident Robert Gerber. FOTO: MKO

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etzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.» OK-Präsident Robert Gerber sitzt entspannt an seinem Wohnzimmertisch und freut sich unbändig auf die Auftritte des solothurnischen Blasmusik-Nachwuchses. Alles in allem erwartet der ehemalige Polizeikommandant der Stadt Grenchen vom 19. bis 21. Mai über 600 teilnehmende Musikantinnen und Musikanten aus dem Kanton Solothurn und den angrenzenden Kantonen, dazu jede Menge Funktionäre und natürlich zahlreiche Freunde, Verwandte und weitere Musikinteressierte. Blasmusik habe ihm schon immer gefallen, sagt Gerber und erzählt, dass er einst als Paukist in verschiedenen Musikformationen gespielt habe. Aus beruflichen und

zeitlichen Gründen habe er die Pauke allerdings schon vor vielen Jahren an den Nagel hängen müssen. Doch selbstverständlich habe er der Blasmusik nicht komplett abgeschworen und besuche – so oft wie möglich – Auftritte und Konzerte von Blasmusiken. Die Expertisenkonzerte des Jugendmusikfestes finden am Samstag und Sonntag ab 10 Uhr im Parktheater statt. Als Einspiellokale dienen der Pavillon der christkatholischen Kirche und die Aula Schulhaus IV. Am Sonntag ist zudem eine kleine Marschmusikparade auf der Lindenstrasse vorgesehen. Verpflegt wird in der Nordbahnhof-Turnhalle. Zum Rahmenprogramm gehören ferner zwei hochstehende Blasmusikkonzerte: Am Freitagabend ist das Eröffnungskonzert der Jugend-

Brass-Band des Solothurnischen Blasmusikverbandes (SOBV) unter dem Titel «Gala der Jugendmusik» angesagt. Ebenfalls auftreten wird an diesem Abend die Talentformation der Bürgermusik Luzern, die 2014 den Fernsehwettbewerb «Kampf der Orchester» gewonnen hat. Den musikalischen Höhepunkt wird das Konzert des englischen Spitzenorchesters Black Dyke Band bilden, der wohl berühmtesten Brass Band der Welt. Sie gewann nicht weniger als 30-mal den British Brass Band Championship,

24-mal die National Championship in der Royal Albert Hall und spielte über 130 Tonträger ein. Abgeschlossen wird das Jugendmusikfest am Sonntagnachmittag um 17.30 Uhr mit der Rangverkündigung. «Genau 1 ½ Stunden nach der Rangverkündigung der Gemeinderatswahlen, bei denen ich – ganz nebenbei – auch kandidiere und zusätzlich Wahlkampfleiter bin», sagt Gerber. «Im Prinzip die perfekte Gelegenheit, um am Abend – so oder so  – mit meiner Frau eine besonders gute Flasche Wein zu öffnen.» (AZ)

Festprogramm Freitag, 19. Mai 2017 19.00 Uhr 20.00 Uhr

Türöffnung für Eröffnungskonzert «Gala der Jugendmusiken» Eröffnungskonzert mit: SOBV Jugend-Brass-Band Kanton Solothurn SOBV Jugendblasorchester Kanton Solothurn BML-Talents Luzern (Sieger «Kampf der Orchester 2014»)

Samstag, 20. Mai 10.25–11.30 Uhr 13.00–15.50 Uhr 16.30 Uhr 18.45 Uhr 20.00 Uhr

Wettspiele Bläserensemble 1 Wettspiele Harmonie Unterstufe Gesamtchor, anschliessend Rangverkündigung Türöffnung für Galakonzert «Faszination in Brass» Galakonzert

Sonntag, 21. Mai 10.00–11.30 Uhr 12.30–14.20 Uhr 14.45–16.05 Uhr 16.45–17.00 Uhr 17.30 Uhr

Wettspiele Bläserensemble 2 Wettspiele Harmonie Mittelstufe Wettspiele Brass Band Mittelstufe Parademusik Gesamtchor, anschliessend Rangverkündigung


22 | TREFFPUNKT GRENCHEN | MAI 2017

Hausgemachte Crèmeschnitte als Start Der Bus mit der Nummer 38 tuckert mit 300 PS angestrengt, aber gleichmässig den Berg hoch, passiert Stierenberg und nimmt auf der Anhöhe Wäsmeli die Abzweigung rechts Richtung Unterer und Oberer Grenchenberg. Fast tut er einem leid, der Bus. Erzeugt er doch unwillkürlich das Bild eines bepackten Esels, der seine knorrigen Beine die steilen Pfade hochzwingt. Der Busfahrer als Reiter, die Passagiere sind das Gepäck.

Die «Nummer 38» vor dem Bahnhof.

Text und Fotos: Dominique Simonnot

N

atürlich könnten wir auch einfach mit dem Auto auf den Grenchenberg fahren. Es wäre sicherlich schneller. Vielleicht auch günstiger. Dann könnten wir aber nicht unaufhörlich diesen Blick geniessen, der mit jedem Höhenmeter eindrücklicher wird. Wir würden auch nicht in den Genuss der Gelassenheit des Fahrers kommen, der den Bus des Busbetriebs Grenchen und Umgebung (BGU) in bedächtiger, fast stoischer Manier nach oben fährt: Schneller geht eh nicht. Was solls. Wir könnten auch nicht am Ratespiel der Kinder teilnehmen, welcher Gipfel denn nun zum Eiger gehört. Die meiste Zeit ist es jedoch fast andächtig still. Und das gleichmässige Schaukeln und Tuckern so schön einschläfernd. Oben angekommen, fällt der Ausstieg schwer. Besonders bei der Vorstellung der bevorstehenden Wanderung. Also erst einmal Kaffee: Auf der Terrasse des Restaurants Unterer Grenchenberg, denn diese bietet den perfekten Auftakt für unsere Wanderung. Das einmalige Panorama bietet frontal einen Blick auf die Alpenkette und seitlich auf die Juraberge mit dem kahlen Chasseral. Nach einem Kaffee und einer hausgemachten Crèmeschnitte sind die Geister wieder geweckt und es geht los Richtung Oberer Grenchenberg. Die Gratwanderung Obergrenchenberg steht an und führt einen erst einmal über breite Wiesen, vorbei an neugierigen Kühen. Kaum vorstellbar, dass hier im Winter Skifahrer vorbei-

Welcher Gipfel gehört zu welchem Berg?

heizen. Nach gut 20 Minuten stehen wir vor einer kleinen Trockenmauer und staunen nicht schlecht: Einen Meter hinter der Mauer geht es Hunderte von Metern senkrecht ab. Auf der Mauer ein Schild mit der Aufschrift «Trockenmauer erbaut von Jugendlichen aus Irland, Israel, Palästina Schweiz.» Die Mauer als kulturelle Brücke. Leicht nervös vergewissere ich mich, dass mein siebenjähriger Sohn auch schön hinter der Mauer

bleibt. Mich machen solche Höhen nervös. Meine Mutter dagegen eher übermütig. An einer breiten Stelle steigt sie über das Mäuerchen, um den sagenhaften Blick ins Tal mit ihrer Kamera besser einfangen zu können. Der Blick geht über Grenchen und die schlangenförmige Aare über das weite Emmental bis zu den Alpen und lässt einen nicht mehr los. Er wird uns die nächsten zwei Stunden fast ununterbrochen begleiten. Genau wie der Wind,

der mal mehr, mal weniger heftig bläst. Den Jurakamm geht es weiter entlang Richtung Weissenstein. Auf der linken Seite lassen wir die Gaststätte Oberer Grenchenberg neben uns liegen und steuern die Aussichtsplattform mit der beschrifteten Tafel an. Uns interessiert, wie die schneebedeckten Gipfel in der Ferne heissen. Uneinig, welches der Eiger ist, geht es weiter – immer dem Kamm entlang auf einem schmalen und


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Blick von oben auf den Gasthof Oberes Brüggli.

Blick von unten auf die Wandflue.

Gasthof Unterer Grenchenberg.

geruch liegt in der Luft, gemischt mit dem Duft frischer Wald- und Wiesenkräuter. Der Wanderweg hier unten ist breit, kindgerecht und abwechslungsreich. Auch der Wind weht weniger stark. Respektvoll und demütig schauen wir immer wieder die steilen Felswände hinauf, denn wir ahnen: Irgendwann und irgendwie müssen wir dort wieder hoch, denn da oben liegt die Bushaltestelle. Auf der Höhe Oberer Grenchenberg dann das Erwartete: Steil, sehr steil, führt der Weg nach oben, vorbei an Heidelbeersträuchern, die die Fülle an Früchten

teilweise sehr exponierten Weg über steile Vorsprünge und Felsen. Bergwanderwegniveau. Und nichts für ängstliche Kinder. Unser Kleiner findet allerdings gerade diejenigen Stellen spannend, die meine Nerven blank liegen lassen. Glücklicherweise sind sie meist mit einer Kette oder einem Seil gesichert. Nach zwei Stunden kommen wir an die Abzweigung, an der es eine Ebene runter Richtung Oberes

Brüggli geht. Jetzt wird es noch mal sehr steil und schmal. Eine weitere Kletterpartie und einige Bärlauchfelder später stehen wir voller Hoffnung und Erleichterung vor der Gaststätte Oberes Brüggli und freuen uns auf eine wohlverdiente Pause und Erfrischung. Nach der Pause geht es unterhalb des Jurakammes über Wiesen und durch sanfte Wälder via Bettlachberg wieder zurück Richtung Unterer Grenchenberg. Gülle-

im Sommer erahnen lassen. Weiter nach oben durch ein Geröllfeld und unter blank liegenden Felsen entlang setzen wir gemächlich und nahe am Pulslimit einen Fuss vor den anderen. Dieser Aufstieg ist am Ende einer mehrstündigen Wanderung für Plauschwanderer eine Herausforderung und wir jubeln, als wir oben ankommen und es nur noch zwanzig Minuten bis zum Bus sind. Während der Fahrt geniessen wir ein letztes Mal den Blick in Richtung Alpen, deren Gipfel noch von der Sonne angestrahlt sind, während der untere Teil bereits im Schatten liegt.


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Telekommunikation aus einer Hand Die Gemeinschaftsantennen-Anlage Region Grenchen GAG wird dank neuen interaktiven Angeboten und noch schnelleren Übertragungsnetzen jetzt noch attraktiver. Markus Kocher

U

nser modernstes Glasfasernetz sowie die technischen Übertragungselemente der Stadt Grenchen, Bettlach und Selzach haben wir in den Jahren 2013–2016 weiter aufgerüstet und seit März dieses Jahres erneuern wir in Lengnau das eigene Übertragungsnetz.» Millionenschwere Investitionen, die für Kurt Hohler, seit elf Jahren CEO der GAG, unumgänglich sind. «Um die Datenflut der neuen digitalen Angebote weiter ‹handeln› zu können und unsere Mitbewerber in Schach zu halten, ist nur die beste Infrastruktur gut genug.» Und auch das Endziel der Ausbauarbeiten steht für Kurt Hohler fest: «Wir

wollen so rasch als möglich in jeder Gemeinde unser modernstes Glasfasernetz bis ins Haus bringen. Nur so ist es möglich, unseren Abnehmern – ob Privat- oder Geschäftskunden – jederzeit rund um die Uhr den besten Service bieten zu können.» Kundennähe, Service und innovative Produkte – Begriffe, die im Gespräch mit Kurt Hohler immer wieder fallen. Der GAG-Chef denkt dabei etwa an die virtuelle Cloud-Telefonie, die attraktiven Mobile-Angebote für die ganze Familie oder das brandneue interaktive Quickline-TV, das dank Sieben-Tage-Replay, Video-on-Demand, Aufnahmefunktion, TV-App und

elektronischer Programmzeitschrift sowie den individuellen Kundenprofilen das Fernsehen jetzt noch persönlicher macht. Auf Knopfdruck stehen den über 20 000 angeschlossenen Haushalten 500 digitale TV- und Radioprogramm zur Verfügung. Ganz besonders freut sich Hohler in diesem Zusammenhang auf den Sportsender MySports, welcher u. a. die Spiele der Schweizer Eishockeymeisterschaft sowie der Nationalmannschaft beinhaltet. Ein Konsortium inklusive Quickline hat sich für fünf Jahre die Übertragungsrechte gesichert und MySports wird im Sommer dieses Jahres auf Sendung gehen.

GAG IN ZAHLEN Die Gemeinschaftsantenne GAG ist eine Aktiengesellschaft im Besitz der Gemeinden Grenchen, Bettlach, Lengnau, Pieterlen und Selzach und beliefert rund 20 000 Haushalte in 16 Gemeinden mit TV/Radio-, Internet- und Telefondienstleistungen. Die Firma erzielt mit 18 Mitarbeitenden einen Umsatz von gut 11 Millionen Franken und ist eine von 22 Wiederverkäuferinnen des Quickline-Verbundes, der von der gleichnamigen Firma in Biel mit den Multimedia-Signalen und weiteren Dienstleistungen beliefert wird. Die GAG wiederum ist für die Gewährleistung der technischen Infrastruktur bis zum Hausanschluss verantwortlich. Inserat

1211983


Wir Schweden haben eine ganz eigene Auffassung von Innovationen. Sie dürfen niemals nur Selbstzweck sein, sondern müssen zuallererst den Menschen dienen – mit dem Ziel, jede Fahrt so komfortabel und sicher wie möglich zu gestalten. Mit dem neuen Volvo V90 haben wir 2016 einen Premium-Kombi auf die Strasse gebracht, der dieses Denken mehr verinnerlicht als jede andere. PILOT ASSIST MIT LENKASSISTENT T8 TWIN ENGINE MOTOR POWER PULSE SENSUS CONNECT VOLVOCARS.CH


MAI 2017 | TREFFPUNKT GRENCHEN | 27

SILVIA STUTZ «Eigentlich wollte ich gar nie einen Hunde- oder Katzenshop führen.» Silvia Stutz lacht übers ganze Gesicht, wenn sie die letzten Jahrzehnte Revue passieren lässt. Durch puren Zufall ist die ehemalige Taxiunternehmerin vor 33 Jahren in die Hunde- und Katzenszene geraten. Silvia Stutz: «Da wir immer eigene Hunde sowie

Auf einen Kaffee Ferienhunde hatten, schien es mir praktisch, wenn ich die Tiere selber scheren und frisieren kann.» Aus diesem Grund habe sie in Lengnau einen kleinen Hundesalon eröffnet. «Der ist von Jahr zu Jahr etwas grösser geworden, die ersten Hunde- und Katzenartikel sind dazugekommen und heute lässt unser Sortiment fast

mit … keine Wünsche offen.» Besonders stolz ist die gebürtige Archerin auf ihre beiden Mitarbeiterinnen Barbara Berger und Nicole Gilgen: «Sie verfügen über ein enormes Fachwissen und können mit ihrer grossen Erfahrung bei praktisch allen Fragen und Problemen weiterhelfen.» (mko)

Wo das Medium Druckgrafik speziell gefördert wird Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst, Kooperationen mit anderen Institutionen, Sammlungspräsentationen sowie nationale Ausstellungen für Druckgrafik: Das sind die Charakteristika des Kunsthauses Grenchen. Claudine Metzer blickt auf die ersten 100 Tage als künstlerische Leiterin zurück. Text und Foto: Toni Rütti

A

m 21. Mai 2017 ist Internationaler Museumstag, der im Kunsthaus Grenchen mit dem Ende der Ausstellung «Kotscha Reist – Les mémoires reconstruites» zusammenfällt. Der Berner Künstler Reist wird den Besuchern am Vormittag seine Werke – Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik – persönlich vorstellen. An der Finissage ebenfalls zugegen wird Claudine Metzer sein. Anfang Jahr hat sie die künstlerische Leitung des Kunsthauses übernommen. «Dass ich meinen Einstand mit der Verantwortung für diese Wechselausstellung geben durfte, hat mir den Start in Grenchen zweifellos besonders angenehm gemacht: Den Künstler Reist kannte ich noch von meiner vormaligen Tätigkeit am Kunstmuseum Bern.» Doch es gab noch weitere Faktoren, die ihr die ersten 100 Tage in Grenchen erleichtert haben: So verliefen Einführung und Stabübergabe durch die Vorgängerin Eva Inversini optimal. Ausserdem wurde die Kunsthistorikerin Metzger vom gesamten Team sehr gut aufgenommen. Auch digital basierte oder experimentelle Arbeiten Dank dieser in Grenchen angetroffenen idealen Ausgangslange konnte sich die neue Leiterin voll

Claudine Metzer, die die künstlerische Leitung innehat, arbeitet bereits intensiv am Programm 2018.

und ganz mit den anstehenden Ausstellungen befassen. Die nächste Vernissage ist am 10. Juni: Eine Hommage an den Bildhauer Peter Travaglini (1927–2015), der sein Leben lang im Kanton Solothurn auch kulturpolitisch aktiv war. Gezeigt werden Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier. Am 26. August ist Vernissage der Plastikerin Anna Amadio (*1963). Sie arbeitet an den Grenzen der Medien Skulptur und Malerei und produziert faszinierende Kunstwerke aus Plastik und Farbe mit attraktiven Oberflächen. Am 25. November findet schliesslich die

Vernissage der Wechselausstellung «Impression 2017» statt. Es ist dies eine Ausstellung für Druckgrafik. Claudine Metzger sagt dazu: «Unsere bereits zur Tradition gewordene nationale Gruppenausstellung ‹Impression› spürt dem aktuellen Geschehen auf diesem Gebiet nach.» Neben Werken, die mit klassischen Druckverfahren hergestellt wurden, wird man auch digital basierte oder experimentelle Arbeiten zu sehen bekommen. Ein vielfältiges Rahmenprogramm und Angebote der Kunstvermittlung im hauseigenen Atelier begleiten jede Ausstellung.

Das Schaffen der Solothurner Künstlerinnen und Künstler Die vier bis sechs jährlichen Wechselausstellungen strahlen in Kombination mit der angestammten Sammeltätigkeit über die Region hinaus. Dies wiederum entspricht voll und ganz der Idee der 1971 von der Stadt Grenchen und der Kunstgesellschaft gegründeten Stiftung Kunsthaus Grenchen. Dabei wurde seit den Anfängen ein besonderes Augenmerk einerseits auf das Medium der Druckgrafik und andererseits auf das Schaffen der Solothurner Künstlerinnen und Künstler gelegt. Niemals wurde dabei die Arbeit der regionalen, nationalen und internationalen Kunstschaffenden in den Sparten Malerei und Plastik vernachlässigt. Dies wiederum widerspiegelt exakt das Profil des Hauses, das seit 1984 in der herrschaftlichen Villa Girard aus dem 19. Jahrhundert und dem im Jahr 2008 angegliederten neuen Anbau beheimatet ist. Diesem Credo wird auch im nächstjährigen Programm nachgelebt, das derzeit im Entstehen ist. Genaueres darüber ist allerdings heute noch nicht spruchreif…

kunsthausgrenchen.ch


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ROBERT LASKI «30 Jahre <Grenchner Hof>, das wäre eine tolle Sache.» Robert Laski, der 44-jährige Wirt des «Grenchner Hofs», strahlt übers ganze Gesicht, wenn er an seine Pensionierung im Jahr 2038 denkt. Doch bis dahin will der in Zuchwil aufgewachsene, gebürtige Kosovare

Auf einen Kaffee

mit …

noch eine ganze Menge bewegen. Rund alle 6 bis 7 Wochen wechselt der leidenschaftliche Gastgeber, der unter dem Label Grenchner Hof nicht nur Wirt, sondern auch Weinhändler ist, die Speisekarte seines Gourmettempels. «Dabei achten wir darauf, dass so viele

Produkte wie möglich aus der Region kommen und wir für jeden Geschmack etwas auf der Karte haben», so Laski. «Denn wir verwöhnen unsere Stammgäste bei Bier und Wurst-Käse-Salat genauso gerne wie unsere Gäste beim mehrgängigen Gourmetmenü.» (MKO)

«Zuhören ist das A und O unseres Berufes» Rund um die Uhr stehen Jacqueline und Jean-Pierre Bänninger sowie Bruno Wüthrich, Mitinhaber des Bestattungsdienstes Bänninger, im Dienste Verstorbener und deren Angehöriger. Ein Gespräch über Würde, tiefe Erfüllung und ein intensives Leben. Text und Foto: Markus Kocher

V

orwurfsvoll miaut «Mogli», der 4-jährige Stubentiger der Bänningers, vor der Tür des kleinen Besprechungszimmers. «Den Kater haben wir vor gut einem halben Jahr nach dem Tod seiner Besitzerin bei uns aufgenommen», sagt Jean-Pierre Bänninger (66), der zusammen mit seiner Gattin Jacqueline den gleichnamigen Bestattungsdienst in zweiter Generation führt. «Überhaupt ist es uns wichtig, dass auch die Haustiere der Verstorbenen nach einem Todesfall nicht vergessen gehen», so Bänninger weiter. Zurzeit haben drei Katzen und zwei Hunde bei den Bänningers ein Zuhause gefunden. «Unser ältestes ‹Familienmitglied› war ein 14-jähriger Hund, der nach dem Tod seiner Halterin hätte eingeschläfert werden sollen», erzählt Jacqueline Bänninger. «Doch seine Zeit war definitiv noch nicht gekommen und er hat noch vier schöne Jahre bei uns verbracht.» Zeit. Ein wichtiger Begriff im Leben der Bänningers. Denn, so Jean-Pierre Bänninger, «sowohl die Verstorbenen als auch die Hinterbliebenen machen nach einem Todesfall einen Prozess durch, der Zeit braucht.» Während es bei den Verstorbenen meist zwei, drei Tage dauere, bis der Körper

(v. l.) Jean-Pierre Bänninger, Jacqueline Bänninger und Bruno Wüthrich.

«leer» und der innere Sterbeprozess abgeschlossen sei, könne der Trauerprozess bei den Hinterbliebenen wochen-, monate- und manchmal sogar jahrelang dauern. Aus diesem Grund sei man für die Hinterbliebenen auch nach der Beerdigung rund um die Uhr da. Jacqueline Bänninger: «Es ist uns bewusst, dass wir den Angehörigen den Schmerz nicht nehmen können, aber es liegt uns am Herzen, dass sie sich in der Zeit des Abschiednehmens bei uns gut aufgehoben fühlen und dass sie

sich jederzeit mit ihrem Anliegen an uns wenden dürfen. Zuhören ist in diesem Zusammenhang das A und O unseres Berufes.» Dabei liege es ihnen am Herzen, auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse, auch auf den religiösen oder kulturellen Hintergrund einer Trauerfamilie einzugehen. «Es ist ihr Abschied und wenn er für sie stimmig ist, kann es für sie eine Hilfe sein auf ihrem weiteren Weg durch die Trauer.» Besteht bei so viel Leid und Trauer nicht die Gefahr, selber am

Leben zu (ver)zweifeln? Jean-Pierre Bänninger verneint vehement: «Keinesfalls! Gerade weil wir Menschen in der Trauer und in leidvollen Situationen begegnen, wird uns bewusst, wie wichtig es ist, die schönen Momente, die einem im Leben geschenkt werden, dankbar zu geniessen. Zudem erfahren wir durch unsere Arbeit tiefe Erfüllung. Die Verstorbenen, die wir waschen, ankleiden und bestatten, haben ein gelebtes Leben hinter sich, mit dem wir würdevoll umgehen wollen. Und die Hinterbliebenen sind durch den Tod in einer sehr intensiven, persönlichen Lebenssituation. Das braucht von unserer Seite her viel Einfühlungsvermögen, ermöglicht aber auch tiefe Begegnungen, die in einem anderen Beruf kaum möglich wären.»

AUF EINEN BLICK Bestattungsdienst / Schreinerei / Schlüsseldienst Bänninger Erlimoosstrasse 3a 2544 Bettlach Telefon 032 644 32 22 baenninger-schreinerei@bluewin.ch


MAI 2017 | TREFFPUNKT GRENCHEN | 31

LUZIA MEISTER «Grenchen ist eine junge Stadt in stetigem Wandel, mit speziellem Charme, den sie nicht sofort jedem zeigt, sehr vielseitig, immer wieder für eine Überraschung gut und hat ein spannendes Potenzial mit vielen offenen und engagierten Menschen.» Luzia Meister, seit sieben Jahren

Auf einen Kaffee Stadtschreiberin in Grenchen, kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn sie auf ihren neuen Lebensmittelpunkt zu sprechen kommt. Die Rechtsanwältin mit Finanzausbildung ist in Riehen BS aufgewachsen und vor sieben Jahren aus beruflichen Gründen nach Grenchen gezogen. In ihrer Freizeit

mit … engagiert sie sich als Vizepräsidentin für Pro Velo Schweiz, singt in einem Chor, liest gerne oder werkelt in der Natur oder in ihrem Garten. Zukunftswünsche? «Dass die Stadt ihre Trümpfe noch besser ausspielt, sich mutig entwickelt und sich nicht selbst schlechtredet.» (MKO)

Nicht zum Ballettunterricht müssen, sondern dürfen Sein Kind schon im Vorschulalter von Barbara Bernard Schildknecht in die Ballettkunst einführen zu lassen, ist der Traum vieler Eltern der Region Grenchen-Solothurn. Und auch die «Eleven» träumen bereits davon, später einmal Primaballerinen zu werden.

Text und Fotos: Toni Rütti

G

razil sitzen die 5- bis 6-jährigen Mädchen auf dem Parkettboden, nehmen eine vordefinierte Position ein und beobachten sich hochkonzentriert vor dem wandfüllenden Spiegel. Einige tragen Ballettkostüme, einige rosa Tütüs – andere ganz normale Sportkleidung. «Schon bei den Kleinsten gibt es Übungen an der Barre (Stange) und im Milieu (Saalmitte)», erklärt die ehemalige Profi-Balletttänzerin Barbara Bernard Schildknecht, die einst als Solistin auf den grossen Ballettbühnen dieser Welt getanzt hat. «Und wer einmal selbst eine grosse Ballerina werden will, kann nicht früh genug damit beginnen, an seiner Haltung und der Basistechnik zu arbeiten», so Barbara Bernard weiter. Der jüngste Nachwuchs ab 5 Jahren wird jeweils am Freitagnachmittag zum Ballettunterricht gebracht. Die «Eleven» im Schulalter – dabei handelt es sich um 11 Mädchen ab 7 Jahren – kommen zum Teil mehrmals pro Woche zur Tanzausbildung. Woran die Kinder kaum denken, das schätzen die Eltern und Tanzpädagogen umso mehr, erklärt Barbara Bernard, «denn Ballettunterricht ist nicht zuletzt eine wundersame Vorbereitung aufs Leben. Sind doch Diszip-

Schon bei den Kleinsten gibt es Übungen an der Barre (Stange).

lin, Selbstkontrolle und Körperbeherrschung Voraussetzungen fürs Gelingen – auf der Bühne wie im Leben.» Barbara Bernhard versteht es, dies mit den Kleinsten noch spielerisch zu erlangen, sodass sie jetzt und später nicht zum Ballettunterricht müssen, sondern vielmehr wollen und die Tanzstunde jeweils kaum erwarten können.

Für den Dance World Cup qualifiziert Seit 1981 lebt Barbara Bernard in der Schweiz, wo sie in Solothurn und Grenchen ihre Ballettschulen eröffnete sowie 1995 den Internationalen Ballettwettbewerb Solothurn ins Leben rief. Man horchte auf, als 2015 Folgendes zu lesen war: «Die 12-jährige Grenchnerin Viviana Cali

besucht die Ballettschule von Barbara Bernard Schildknecht und hat sich zum hoffnungsvollen Talent entwickelt. Als eine von zwei Schweizerinnen hat sie sich in ihrer Alterskategorie 12/13 Jahre für den Dance World Cup im klassischen Ballett qualifiziert.» Es ist dies einer der grössten internationalen Tanzwettbewerbe für Nicht-Profi-


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STEFAN MUMENTHALER Design allein kann schmerzhaft sein! Das schönste Design verliert seine Berechtigung, wenn der Rücken leidet. Unter diesem Leitsatz führt Stefan Mumenthaler seit 27 Jahren den Möbel Märit in Grenchen. Von Anfang an hat er grossen Wert auf Qualität und Beratung gelegt. «Dadurch können wir uns

Auf einen Kaffee

gut vom Onlinehandel abgrenzen», meint der gebürtige Grenchner. Denn insbesondere bei Schlafsystemen, Sesseln, Sofas und Polstergarnituren überfordert die Vielfalt oft viele Kunden. Sie schätzen daher die kompetente Beratung, die ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. «Bei funk-

«Ballett ist eine wundersame Vorbereitung aufs Leben.» Barbara Bernard

Standardisiert sind alle Positionen. Auch die Arme, Hände und Finger haben bestimmte Positionen sowie der Kopf inklusive der Blick.

mit … tionalen Möbeln geht Probieren über Studieren und es ist wichtig, mit allen Sinnen zu prüfen, ob sie passen», sagt der Vater eines zweijährigen Sohnes und von zwei erwachsenen Kindern, der in seiner Freizeit auch gerne einen guten Film, ein schönes Konzert oder ein feines Essen geniesst. (DOM)

tänzer. Viviana Calis erlangte den 8. Platz! Weitere Erfolge, auf die die Ballettlehrerin Bernard stolz ist: Vera Brotschi, die sich beim internationalen Ballettwettbewerb in Augsburg den 2. Platz ertanzte. Victoria Ziegler schaffte Platz 3 in ihrer Alterskategorie. Cléa Guerry wurde aufgrund ihrer DVD-Bewerbung zu einer 14-tägigen Stage an die Ballettschule der Pariser Oper eingeladen. 615 Bewerberinnen aus der ganzen Welt hatten Videos eingesandt, ca. 10% wurden aufgenommen, verteilt auf die jeweiligen Altersgruppen.

tons Solothurn eine Auszeichnung zugesprochen wurde: der Preis für Tanz. Bereits während ihrer Ausbildung in Wuppertal erhielt sie ein erstes Engagement. «Mit 16 Jahren tanzte ich mein erstes Solo in ‹Romeo und Julia› von Hector Berlioz.» Es folgten Engagements auf diversen Bühnen. «Solistisch tanzte ich bei Erich Walter, Léonide Massine, Aurel von Milloss und Maurice Béjart», so die gebürtige Deutsche. Wuppertal, Köln, Kassel, Mannheim und Madrid waren ihre beruflichen Stationen. Barbara Bernard traute man in klassischen Aufführungen Hauptrollen zu, wie in «Giselle», «Cinderella» oder «Der Nussknacker». Davon oder vom Happy End der kleinen Félicie träumt gewiss manches Kind, das in Grenchen oder Solothurn zum Ballettunterricht kommt: Im französisch-kanadischen Computeranimationsfilm «Ballerina» (2016) gelingt dem Waisenkind Félicie in Paris der Durchbruch als Balletttänzerin.

«Giselle», «Cinderella» oder «Nussknacker» Etliche ehemalige Schülerinnen der Ballettschule Bernard bekamen Engagements an internationalen Bühnen. Andere wurden von renommierten Ballettberufsschulen Europas aufgenommen. Ein solcher Leistungsnachweis zahlt sich aus. Zum Beispiel im Jahr 2009, als der Grenchner und Solothurner Tanzlehrerin vom Regierungsrat des Kan- ballettschule-bernard.ch

Die Hauptrolle in der Aufführung «Der Nussknacker»: Wenn das nicht der Traum der Eleven ist!


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MAI 2017 | TREFFPUNKT GRENCHEN | 35

PETER GASSLER Seit 61 Jahren gibt es die Bäckerei-Konditorei Gassler in Grenchen. Seit 1988 führt Peter Gassler den Familienbetrieb in zweiter Generation und auch sein Sohn Oliver bereitet sich vor, eines Tages in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Mit vier Lokalitäten – darunter das Café Eldorado – sind

Auf einen Kaffee sie in Grenchen vertreten. «Daneben ist die Erreichbarkeit des Geschäfts heute wichtiger denn je», erklärt Peter Gassler. Was nicht bedeutet, dass Kunden wegen eines leckeren Brotes nicht auch einen Umweg in Kauf nehmen. Zum Beispiel, um in den Genuss des Grenchnerbrotes zu kommen. Oder für

mit … die hauseigenen Spezialitäten wie die Gassler-Würfel. «Unsere langjährigen Mitarbeiter nehmen sich auch gerne Zeit, zu erklären, was in den Spezialitäten steckt», sagt der Bäcker- und Konditormeister. «Vielleicht nicht alles», schmunzelt er, «denn es ist ja auch ein Stück Betriebsgeheimnis.» (DOM)

Die ersten drei Sekunden sind matchentscheidend Seit geraumer Zeit weht den Gewerbetreibenden ein rauer Wind um die Ohren. Insbesondere im Detailhandel scheint die Krise noch längst nicht ausgestanden. Heinz Westreicher, Präsident des Gewerbeverbandes Grenchen, über leere Schaufenster, erfolgreiche Anlässe und die Auswirkungen von Onlinehandel und Einkaufstourismus. Text und Foto: Markus Kocher

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err Westreicher, seit gut drei Jahren sind Sie Präsident des Gewerbeverbandes Grenchen. Zufrieden mit dem Erreichten? Heinz Westreicher (lacht): teils, teils. Einerseits haben wir in dieser Zeit diverse neue Aktionen und Anlässe ins Leben gerufen, die auf grosse Resonanz gestossen sind. Andererseits tut jeder Austritt eines Mitglieds extrem weh. Und insgesamt haben wir in Sachen Solidarität unter den Gewerbetreibenden noch viel Luft nach oben. Bleiben wir zuerst bei den erfreulichen Ereignissen. Ihre persönlichen Highlights der letzten drei Jahre? Die gemeinsamen Aktionen und Anlässe wie der Cüpli-Samstag, die Kinonacht, der Neujahrsapéro, der Osteranlass, die «Grenchner Einkaufstäsche» oder der Wirtschaftstag, der ganz im Zeichen der Schulabgänger von Bettlach und Grenchen steht und der dieses Jahr bereits zum 5. Mal durchgeführt wird. Und nicht vergessen möchte ich die Gewerbeausstellung anlässlich des letztjährigen Grenchner Festes. Sie war ein absoluter Erfolg und wird im nächsten Jahr ganz sicher ihre Reprise finden.

Weniger Freude machen Ihnen sicherlich die vielen leeren Schaufenster. Wie begegnet der Gewerbeverband der Krise im Detailhandel? Eine ganz schwierige Frage. Vorab möchte ich festhalten, dass die Probleme des Detailhandels in Grenchen nicht grösser sind als in anderen vergleichbaren Städten. Aber es schleckt keine Geiss weg: Insbesondere Möbel- und Modegeschäfte, aber auch Schuhhandlungen und Kosmetikfirmen, Papeterien oder Lebensmittelgeschäfte haben in Zeiten des unbegrenzten Onlinehandels und grenzüberschreitenden Einkaufstourismus einen schweren Stand. Was tun? Ich bin der festen Überzeugung, dass die persönliche Beziehung zum Kunden der beste Garant fürs wirtschaftliche Überleben ist. Wenn ein Passant einen Laden betritt, entscheidet sich in den ersten drei Sekunden, wie sich der Besuch weiterentwickelt. Diese drei Sekunden muss man nutzen, um mit dem potenziellen Kunden in Kontakt zu treten. Denn letztlich sind es zwischenmenschliche Aspekte, die uns vom Internet abheben.

«Der Detailhandel macht schwere Zeiten durch», sagt Heinz Westreicher, Präsident des Gewerbeverbandes Grenchen.

Und welchen Beitrag leistet der Gewerbeverband für ein lebendiges Gewerbe in Grenchen? Einen grossen! Einerseits kann man als Mitglied des GVG sein Netzwerk aktiv pflegen und ausbauen. Andererseits ist man dank regelmässigen Newsletters immer über die Aktivitäten des GVG sowie gewerberele-

vante Neuerungen informiert. Darüber hinaus pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der politischen Behörde, koordinieren gemeinsame Anlässe, pflegen den Kontakt zu den Medien oder unterstützen die Gewerbetreibenden bei der Suche nach geeigneten Lehrlingen.


Ab Fr. 21 750.–

Leuzigenstrasse 5 – 2540 Grenchen – T. 032 645 42 43


MAI 2017 | TREFFPUNKT GRENCHEN | 37

CARMEN LEIMER «Unsere Stärke sind sicherlich die breite Auswahl und grosse Flexibilität, denn wir reagieren auf die individuellen Wünsche unserer Kunden.» Carmen Leimer leitet seit fünf Jahren die Boutique Olivia in der Kapellstrasse. «Bei uns finden 35–99-Jährige in den Grössen 36–50 etwas zum Anziehen», fügt die gelernte Coiffeuse

Auf einen Kaffee hinzu. Dabei legt Carmen Leimer grossen Wert auf die Herkunft der Ware. «Etwa 90 Prozent unseres Angebots werden in Europa produziert», sagt sie. Und für Frauen, die während der normalen Öffnungszeiten keine Zeit zum Einkleiden haben, gibt es einen besonderen Service: die «Ladies Night», bei der mit Freundinnen oder

mit … dem Partner in Ruhe bei einem Apéro anprobiert werden kann. Für Carmen Leimer sind die freudigen Gesichter, wenn sich ihre Kunden gut angezogen im Spiegel betrachten, die grösste Anerkennung. Und positive Rückmeldungen der grösste Dank. (DOM)

Am Autonabel des Mittellandes Im Gespräch: André Schneeberger, Geschäftsinhaber der Team-Garage Grenchen und OK-Präsident der Auto Expo Grenchen.

Markus Kocher

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err Schneeberger, vom 24. bis 26. März hat in der Tennishalle Grenchen die 23. Auto Expo stattgefunden. Zufrieden mit dem Jahrgang 2017? André Schneeberger: Ja, absolut. Sowohl die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher als auch diejenigen der 29 Aussteller waren durchwegs positiv. Was hat dem Publikum besonders gut gefallen? Einerseits die grosse Auswahl an Modellen (rund 150, Anm. d. Red.), anderseits die perfekte Lage und die ideale Grösse der Ausstellung. Obwohl sie mit rund 4000 Besucherinnen und Besuchern auch dieses Jahr wiederum sehr gut besucht war, traten sich die Leute nicht auf die Füsse. Im Gegensatz zum Genfer Autosalon kann man sich bei uns die Autos in aller Ruhe ansehen, darin Platz nehmen und sich ausführlich beraten lassen. Und negative Kommentare? Waren extrem rar. Selbstverständlich gibt es immer den einen oder anderen Aussteller, der etwas zu mäkeln hat. Doch unter dem Strich sind wir eine der günstigsten Auto-Ausstellungen der Schweiz. Und davon profitieren alle. Und für die Team Garage lohnt es sich finanziell auch? Schön wäre es! Zwar bin ich im Besitz der gesamten Messe-Struktur

Die Auto Expo 2018 steht schon in den Startlöchern.

und stelle für die Messe jährlich gegen 350 Mannstunden. Doch unter dem Strich ist die Ausstellung für unsere Garage ein Nullsummen-Spiel. Themenwechsel: Welche Modelle sind bei den Besuchern besonders gut angekommen? SUV sind nach wie vor ein MegaRenner. Aber auch Wohnmobile oder der neue Tesla X mit Flügeltüren waren Publikumsmagneten. Ihr persönliches Modell-Highlight? Als offizieller Seat-Vertreter hat es

mir natürlich der neue Seat Altaca besonders angetan. Das erste SUV der VW-Tochter bietet viel Platz, setzt bei Design und Fahrgefühl eigene Akzente und bleibt dennoch bezahlbar. Tönt alles schön und gut. Doch Hand aufs Herz: Braucht Grenchen wirklich eine eigene Auto-Ausstellung? Unbedingt! Insbesondere in der heute schwierigen wirtschaftlichen Situation – Stichwort Frankenschock – ist eine solche Plattform wichtig. Zudem erreicht man gemeinsam ein viel grösseres Publikum, als wenn

FOTO: ARCHIV SZ

jede Garage für sich allein etwas auf die Beine stellen würde. Dann steht die Ausgabe 2018 bereits in den Startlöchern? Ja. Schon bald haben wir den offiziellen Kick-off und anschliessend gehen die Arbeiten für die Auto Expo 2018 bereits los. Mit Ihnen als OK-Präsident? Es sieht ganz danach aus (lacht). Ein Job für die Ewigkeit? Gott behüte! Spätestens in drei, vier Jahren möchte ich das Präsidentenamt abgeben.


MAI 2017 | TREFFPUNKT GRENCHEN | 39

LAURA PURRAZELLO Schönheitspflege ist eine Kunst. Im Art of Beauty ist es vor allem eine wohlwollende Kunst. Denn das Team von Art of Beauty möchte, dass sich seine Kunden von Anfang an wohlfühlen. Von medizinischer Hautbehandlung bis zur Nagelpflege bietet das Studio ein umfangreiches Angebot an. Bereits 1988

Auf einen Kaffee hat Laura Purrazello ihr erstes Studio eröffnet und ihr Angebot seitdem stets erweitert. «Das hat natürlich einige Umzüge mit sich gezogen, da auch die Räumlichkeiten vergrössert werden mussten», erzählt die umtriebige Kosmetikerin, die ihr Leben nach dem Motto «Wer rastet, der rostet» lebt und

mit … stets im Namen der Schönheit unterwegs ist: auf Messen oder Weiterbildungen. Mittlerweile arbeiten ihre beiden Töchter ebenfalls im Studio, wobei jede ihr eigenes Spezialgebiet hat. «Es ist ein Traum, die Berufung zum Beruf machen zu können, und das dann auch noch mit den eigenen Kindern.» (DOM)

Wenn der Funke überspringt Bei der Jugendfeuerwehr Grenchen leisten die Jugendlichen ab 12 Jahren noch keine Ernstfalleinsätze. Doch bei Einsatzübungen der Feuerwehren kommen sie als Figuranten und Helfer zum Zug. Darauf und auf eine spätere Karriere werden sie einmal monatlich sowie in Kursen vorbereitet.

Text und Foto: Toni Rütti

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ameradschaft mit Gleichgesinnten und Betreuern statt Heldentum und Action wie im Katastrophenfilm: Was in der US-amerikanischen TV-Serie «Chicago Fire» gezeigt wird, ist für die Jugendfeuerwehr Grenchen eher etwas zum Schmunzeln. Die Realität hält noch genug brenzlige Situationen parat. Als Jugendfeuerwehrmann oder -frau muss man allerdings schon gewisse Eigenschaften mitbringen. Sind einem körperliche Fitness, Durchhaltewillen und Teamgeist eher oder völlig fremd, wird es schwierig. Es spricht für das Konzept und die zuständigen Leiter, dass der Anteil der Aussteiger gering ist. Ist der Funke einmal übergesprungen, geht es erst richtig los: Weiterbildungskurse und die Teilnahme an den Übungen der Ortsfeuerwehr bereiten einen optimal darauf vor, ab vollendetem 18. Geburtstag einer «richtigen» Feuerwehr beitreten zu können. Wer dafür nicht Feuer und Flamme ist, sucht sich lieber einen anderen Zeitvertrieb aus, bei dem es dann allerdings um weniger als die Rettung von Menschenleben oder Tiere in Notsituationen geht. Altersgerechte Kurse und Übungen Mit dem Konzept «Jugend-Feuerwehr Kanton Solothurn» wurden Möglichkeiten der Aus- und Wei-

In Reih und Glied: Die Jugendfeuerwehr Grenchen.

terbildung für Jugendfeuerwehren im Kanton lanciert, der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) sei Dank. In altersgerechten Kursen und Übungen, ja sogar im Rahmen des Ferienpass-Programms, werden den Kindern und Jugendlichen Grundkenntnisse vermittelt. Mit dem Feuerwehrhandwerk vertraut gemacht werden die Kinder und Jugendlichen ab dem 12. Altersjahr. Jugendfeuerwehrleiter Gfr Roger Hegelbach erklärt Ziele und Inhalte: «Die Jugendliche sollen ihre eigene Persönlichkeit bewusst kennen

lernen und den Teamgeist in einer Feuerwehrgemeinschaft erfahren. Sie sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, für Kameraden, für Umwelt und Material.» Auch sollen sich die jungen Leute körperlich betätigen und gleichzeitig praktische Fähigkeiten im Feuerwehrbereich erwerben sowie handwerkliches Geschick entwickeln. Theorieblöcke wechseln sich mit realitätsnaher Praxis ab. «Hier endlich spürt man die Hitze, riecht den Qualm und hört die Rufe der Menschen in vermeintlicher Gefahr. In die-

ser – ungefährlichen – Umgebung lernt man die verschiedenen Löschtechniken und -geräte kennen, also den Umgang mit Strahlrohr, Feuerlöscher, Tanklöschfahrzeug und Motorspritze», erklärt Gfr Hegelbach, der sich auf ein ganzes Team an erfahrenen Milizfeuerwehrleuten verlassen kann. Oblt Andy Schneiter sagt: «Bei aller Hierarchie pflegen wir einen kameradschaftlich fairen Umgangston. Wir treten nicht wie Instruktoren auf dem Kasernenhof auf, doch Disziplin und klare Strukturen sind allein schon aus Gründen der Sicherheit zwingend.» Die Jugendlichen selbst dürfen ebenfalls erste Erfahrungen im Leiten machen: Einmal pro Jahr treten sie bei der FerienpassAktion selber als Postenchefs auf und vermitteln ihr Können den Teilnehmenden. Wo andere Organisationen gegen schwindende Mitgliederbestände zu kämpfen haben, ist bei der Jugendfeuerwehr Grenchen die Anzahl auf 20 beschränkt, um Überblick und Kontrolle, sprich Sicherheit, gewährleisten zu können. «Zu keiner Zeit werden die Kinder und Jugendlichen gefährlichen Situationen ausgesetzt. Bei jeder Übung hat die eigene Sicherheit absoluten Vorrang. Selbstverständlich entsprechen alle Übungen dem aktuellen Wissensstand und Können der Jugendlichen», so Gfr Hegelbach.


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Treffpunkt Grenchen 2017