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Forum

Freitag, 23. Dezember 2011

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Öffentlicher Verkehr: Das Knonauer Amt profitierte überdurchschnittlich

SP empfiehlt Beatrice van de Graaf

«Freitagsbrief» im «Anzeiger» vom 16. Dezember an Franz Kagerbauer, ZVV-Direktor.

Bezirksgerichtspräsidium – Wahl vom 11. März 2012

Der ZVV hat im Knonauer Amt in den letzten Jahren sehr viel in den öffentlichen Verkehr investiert. Die S-BahnKundinnen und -Kunden profitieren seit der Einführung der S15 von einem durchgehenden Viertelstundentakt. Ein Angebot, auf das andere Regionen im ZVV noch immer warten, obwohl die Nachfrage vielerorts gross ist. Als der Üetlibergtunnel eröffnet wurde, ergriffen wir die Gelegenheit und setzten uns für die neue Postauto-Linie 200 vom Knonauer Amt durch den Autobahntunnel von Affoltern über Bonstetten-Wettswil zum Bahnhof Enge ein; damit nicht nur die Autofahrer vom neuen Tunnel profitieren können, sondern auch die ZVV-Fahrgäste aus dem Säuliamt. Die finanziellen Mittel, die dem ZVV und damit dem öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich zur Verfügung stehen, sind aber nicht unerschöpflich. Der Kantonsrat gibt uns zudem die Stossrichtungen für deren Verwendung und den Angebotsausbau im ZVV vor. Den Postauto-Kurs 237 hat die Gemeinde Stallikon auf Dezember 2009 bestellt. Bereits damals wiesen wir darauf hin, dass wir keine Garantie für die Übernahme dieses Kurses in unser Verbundangebot geben können. Denn bei diesem Entscheid spielt nicht nur die Nachfrage eine Rolle, sondern auch, ob wir genügend Geld zur Verfügung haben. Wir erhalten regelmässig Wünsche und Forderungen aus allen Regio-

«Von allen Mitteln, die für den Ausbau des Postauto-Angebots im ZVV zur Verfügung standen, floss in den letzten Jahren durchschnittlich ein Drittel ins Knonauer Amt», sagt der ZVV-Direktor. (Bild Werner Schneiter) nen, die unsere finanziellen Möglichkeiten übertreffen. Daher gehört es auch zu unserer Aufgabe, Prioritäten zu setzen. Das Knonauer Amt stand in den letzten Jahren stets weit oben auf der Liste: Im Vergleich zu anderen PostAuto-Regionen profitierte es daher sogar übermässig: Von allen Mitteln,

die für den Ausbau des Postauto-Angebots im ZVV zur Verfügung standen, floss in den letzten Jahren durchschnittlich ein Drittel ins Knonauer Amt. Damit ermöglichen wir eine gute Erschliessung des landschaftlich reizvollen Knonauer Amtes. Schliesslich weiss ich selbstverständlich, dass un-

sere Bus-Chauffeure – egal ob bei Postauto, bei der VZO, der SZU, der VBZ, der VBG oder bei Stadtbus Winterthur – ihren Job tagtäglich sehr gut erledigen. Denn ich bin nicht nur ZVV-Direktor, sondern selber Kunde des öffentlichen Verkehrs. Franz Kagerbauer, Direktor ZVV

(Schein-)heiliges zur Weihnacht Europaplatz, Luzern: «Ihr seid grandios!» schrien die Moderatoren von «Jeder Rappen zählt» beim Auszug aus der Glasbox der jubelnden Menschenmenge zu. 6 295 846 Franken sammelte die Aktion von Radio und Fernsehen in der Weihnachtszeit für «Mütter in Not». Das ist wunderbar. Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen in der Weihnachtszeit ihr grosses Herz. Mit feuchten Augen berichtete die eine Moderatorin von einer IV-Bezügerin, die trotz klammem Portemonnaie 10 Franken gespendet habe – für Menschen, denen es noch schlechter gehe. Eine Schulklasse malt Bilder, deren stolzer Erlös «Kindern in ärmlichen Verhältnissen» helfen wird. Jeder einzelne der gesammelten Rappen ist Ausdruck der Solidarität. Das ist wahrlich grandios!

Zürcher Rathaus Ortswechsel. Zürcher Rathaus, Dienstag 13. Dezember, um 18.30 Uhr: Der Kantonsrat beschliesst, das Budget der Kinder- und Jugendhilfe um 1.5 Millionen zu kürzen. Damit setzt der Rot-

stift gerade bei den Schwächsten unserer Gesellschaft an: Kinder und Jugendliche, die auf den unmittelbaren Schutz und die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind. Verwahrlosung, sexuelle Ausbeutung, aber auch die «normale» Mütterberatung sind wenige Stichworte aus dem Aufgabenfeld dieser Amtsstelle. Bereits heute können die unterbesetzten Fachstellen die steigenden Anforderungen nicht mehr bewältigen. SVP, FDP, GLP und die angebliche Familienpartei CVP setzten sich gegen SP, Grüne und EVP durch. Denn der Kanton könne sich diese Ausgabe nicht leisten.

Spenden hui – Politik pfui? Der Widerspruch zwischen der Solidarität im Fernsehen und der in der Politik könnte kaum grösser sein. Hier die Tränen der guten Taten - dort der gefühllose Rotstift der Politik. Der Jubel beim Auszug der Moderatoren, die Fanfaren wie aus einem Heldenepos made in Hollywood, das Feuerwerk bei Bekanntgabe der Spendensumme von sechs Millionen scheinen nur

recht und billig: Wir feiern die Moderatoren mit Herz, wir feiern die Millionen - und wir feiern uns selber! Spätestens in der Live-Schaltung vom Samstagabend entzog sich die Sammelaktion jeglichen Inhalts. Nicht die «Not der Mütter», sondern die Inszenierung der eigenen Grosszügigkeit stand im Vordergrund. Der Rausch des Gutmenschentums lässt die Verbindung zu den realen Nöten der Menschen verblassen; es geht um die Millionen und nicht die Menschen. Die Inszenierung zielt nicht auf ein Verständnis der «Nöte der Mütter», sondern auf die gefühlte Wohltat der Spender. Jeder und jede wird Teil der euphorisierten Solidarität.

Die fehlende Würde Und damit stehen «Jeder Rappen zählt» und der Rotstift in der Politik auch nicht in einem Widerspruch. Die Gesellschaft verschiebt die Solidarität immer mehr auf die private Ebene. Solidarität wird zur Wohltat ohne Rechtsanspruch. Die Tränen der guten Tat treffen auf Tränen der Dankbar-

keit. Solidarität fürs Gemüt statt demokratische Solidarität (welch abstrakter Begriff)! Es stimmt: Für Solidarität braucht es Nächstenliebe und Gefühl. Doch es ist eine der grössten Errungenschaften unserer demokratischen Gesellschaften, dass wir Solidarität politisch verankern und sie von den persönlichen Bindungen lösen. Denn nur der Sozialstaat kann dafür sorgen, dass die hilfebedürftigen Kinder und Mütter nach dem Spendenjubel im Januar nicht vergessen gehen. Solidarität ist Alltag, Solidarität ist auch leise und kennt so etwas wie Würde. Weder das Schweizer Radio und Fernsehen noch der Zürcher Kantonsrat zeigten sich diesen Anforderungen gewachsen. Gerade deshalb: Vielleicht denkt die eine oder der andere in der Besinnlichkeit der Weihnachtstage an die Schwachen, die Bedrängten und auch an die «Mütter in Not». Sie brauchen uns – unsere Gedanken, unser politisches Engagement und unsere «Rappen».

Dabei ist ihm oft furchtbar heiss. Ich habs! Er braucht was für den Schweiss! Ein weisses Taschentuch ich hol

Solche Worte habe ich schon längst erwartet «Kritik an Blocher ist nicht einfach – ich tue es trotzdem», «Anzeiger» vom 20. Dezember.

Soll ich zu Uschileins Andenken ein schönes, grosses U ihm schenken? Ich machs aus Knet. Dann kann er’s biegen, sollt’ er mal eine andre lieben.

Klein Inge zog, bis sie ihn hatte und verpackte ihn in Watte. Problem gelöst. Sie freut sich sehr. Schenken ist gar nicht so schwer!

Was schenke ich der Mami, was?

Ute Ruf

Franz Kengelbacher, Affoltern

Moritz Spillmann, Kantonsrat SP

Klein Inge hatte ein Problem Was soll ich bloss dem Papi schenken? Ich muss jetzt einfach daran denken, was er in seiner Freizeit tut. Hm – Fussballspielen kann er gut.

SP Bezirk Affoltern

Lieber Herr Bortoluzzi: Solche Worte habe ich von Ihnen schon längst erwartet. Als Einwohner Ihrer Gemeinde hab ich nun schon seit Jahren festgestellt, dass die Polarisierungsparolen Ihrer Partei schlussendlich nur alle in Angst und Schrecken versetzen. Das Vertrauen gewinnt/gewann Ihre Partei dabei vor allem bei denen, die sich rächen wollen oder sich ungerecht behandelt sehen. Wir sind aber alle im gleichen Boot. Und so wünsche ich Ihnen und uns allen, dass Sie sich an das Gemeinwohl erinnern mögen. Da liegt es beispielsweise nicht drin, dass die IV auf dem Buckel der wirklich Betroffenen saniert wird. Sorry, ich bin kein Sozi, sondern ich denke nur daran, dass uns alle ein schweres Schicksal treffen kann. Selbstverständlich wünsche ich das niemanden. Und die paar Schmarotzer kriegen wir Schweizer doch auch noch in den Griff, ohne dass die wirklich Betroffenen zuerst die Bühne verlassen müssen, oder? PS: Ihre Türen in meiner Mietwohnung sind allererste Sahne.

zwischen-ruf

Klein Inge hatte ein Problem: Was schenke ich zur Weihnacht wem? Es soll nichts kosten, das ist klar, was andres sein als letztes Jahr.

Es sind zwei ausgewiesene und erfahrene Fachleute, die sich im März des nächsten Jahres um das Präsidium des Bezirksgerichts bewerben. Die SP Bezirk Affoltern lud beide Kandidaten, Herrn Peter Frey und Frau Beatrice van de Graaf, am 14. Dezember in Affoltern zu einem Hearing. Beide stellten sich vor und beantworteten die jeweils ähnlichen Fragen. Aus parteipolitischer Sicht wohl überraschend, überzeugte die sehr differenziert argumentierende SVP-Kandidatin van de Graaf die Versammlung und setzte sich so gegen den parteilosen Herrn Frey durch. Dass die Bevölkerung aus der Laienposition Fachleute bewerten und aussuchen soll, ist eine schweizerische Besonderheit und warf in der Versammlung die Frage auf, wie politisch eigentlich das Richteramt sei. Gehe es nicht vielmehr um die Anwendung der Gesetze? – Die Verankerung der Gerichte in der Bevölkerung beurteilte Frau van de Graaf als äusserst wichtig, um die Akzeptanz der Rechtsprechung zu stärken. Aber auch die Auslegung und Anwendung der Gesetze sei sehr stark politisch geprägt. Die heute strengere Ahndung der Raservergehen zeige dies beispielhaft. In diesem Sinne versuchte Frau van de Graaf gar nicht, ihre politische Herkunft zu leugnen. Für die SP entscheidend ist jedoch, dass sie sich der Bedeutung ihrer Grundwerte bewusst ist und sich darüber auch Rechenschaft ablegt. Genau diese Mischung zwischen eigener Überzeugung und der bewussten Selbstkritik macht die Stärke der Kandidatur aus. Frau van de Graaf ist nicht die Kandidatin der SP, aber sie ist eine authentische und zugängliche Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Die SP Bezirk Affoltern hofft, dass die Bevölkerung im kommenden März auch die Chance packen wird, eine Frau mit der sehr wichtigen Aufgabe der Leitung des Bezirksgerichts zu betrauen. Wir empfehlen Frau van de Graaf zur Wahl.

und stick darauf das Wörtchen «Goal». Was geb ich meinem Bruderherz, dem Hans? Er hat grad Liebesschmerz. Die Uschi wars, die ihn verliess, drum gehts ihm momentan so mies.

Anscheinend hat sie ihren Spass an meinen kleinen Wackelzähnen. Sie sagt, ich solle mich nicht schämen wegen meinem leeren Munde. Bald hab ich eine neue Wunde, denn wieder wackelt so ein Zahn. Ich zieh, so fest ich ziehen kann.


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