CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 379 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 95 I 178. Jahrgang I Freitag, 6. Dezember 2024
Ab 2028 ist die Kasse klamm
Duft nach Seelennahrung
An der Gemeindeversammlung in Wettswil wurde deutlich, dass man über finanzielle Reserven verfügt – aber nicht ewig. Seite 5
Ein Start-up in Obfelden will mit einer Rosmarin-Neuzüchtung die Küchen dieser Welt erobern. Seite 13
Lukas Rist verlässt das Spital Affoltern Der CEO wechselt ans Kantonsspital Baselland Livia HäberLing
Sie bauten gemeinsam diese grosse Krippe Im Büelmatt 6 in Bonstetten erstellen Christopher und Dominique Anicic-Hauser sowie ihre Nachbarn und deren Kinder jedes Jahr eine Weihnachtskrippe mit fast lebensgrossen Figuren. Bei Aufbau und Gestaltung haben alle Kinder angepackt, was das Projekt zu einem echten Bild Brigit te Reemt s Flum Gemeinschaftserlebnis macht. (red) Seite 9
Das Spital Affoltern kommt nicht zur Ruhe: Nachdem Anfang November ein E-Mail publik geworden war, in dem mehrere Mitarbeitende ihre Sorge zur Zukunft des Spitals äusserten, folgt nun der nächste Knall: CEO Lukas Rist nimmt per Ende Februar den Hut. Im April 2025 wird er Direktor am Kantonsspital Baselland. Dies gab das Spital Affoltern in einer Mitteilung bekannt. Nach dem Abgang von Michael Buik im Mai 2020 war Rist vorübergehend Co-CEO an der Seite des Verwaltungsratspräsidenten Stefan Gyseler. Im Frühjahr 2021 übernahm er als Direktor die operative Führung. «In den vergangenen Jahren hat er das Spital durch einen umfassenden Transformationsprozess geführt und dabei massgeblich zur strategischen Weiterentwicklung und Konsolidierung des Spitals beigetragen», heisst es in der Mitteilung. Unter seiner Führung habe das Spital Affoltern seine Strukturen modernisieren und sich als zukunftsorientierte Gesundheitseinrichtung positionieren können.
Rückhalt aus der Trägerschaft fehlte Zur neuen Strategie gehörte eine Spezialisierung mit mehreren Zentren, die in den vergangenen Monaten gestaffelt eröffnet wurden. Bisher sind diese in finanzieller Hinsicht jedoch unter den Erwartungen geblieben: Das erklärte Ziel, näher an die Gewinnzone zu rücken, könne auch für 2024 nicht erreicht werden, räumte Verwaltungsratspräsident Stefan Gyseler Anfang November gegenüber dem «Anzeiger» ein. Dies, nachdem das Spital bereits für das Geschäftsjahr
2023 einen Verlust von 800 000 Franken hatte verzeichnen müssen. Das sei «unbefriedigend», so Gyseler. Unzufrieden war zuletzt offenbar auch Lukas Rist selbst: «Die letzten Monate waren herausfordernd, da die Unterstützung für die langfristige Ausrichtung des Spitals nicht immer in dem Masse vorhanden war, wie ich es mir
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Medaillen durfte der 17-jährige Affoltemer Judoka Aaron Müller mit nach Hause nehmen. Seite 18
«Die rote Nase ist der Türöffner zu den Menschen.» Katharina Thierer aus Obfelden, Clownfrau. (Bild Marianne Voss)
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Steuern in Aeugst sinken per 2025 Geschmack an tieferen Steuern haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nicht nur in Affoltern, sondern auch in Aeugst. Am Abend vor der dortigen Gemeindeversammlung war in Affoltern die eigentlich geplante Steuererhöhung für die Sekundarschule abgelehnt worden. Weil es der politischen Gemeinde in Aeugst nicht möglich war, über Nacht ein neues Budget zu erstellen, wurde dennoch über die im Gegenzug geplante Steuerfusssenkung abgestimmt. Die Steuerzahlenden in Aeugst dürfen sich nun für ein Jahr über einen rekordtiefen Gesamtsteuerfuss von 90 Prozent freuen. (red)
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«Die Bevölkerung hat 2019 ganz klar Ja gesagt zum Spital. Aber ein Teil der Trägerschaft stellt es trotzdem immer wieder neu infrage.» Lukas Rist, Direktor Spital Affoltern
gewünscht hätte», wird er in der Mitteilung zitiert. Auf Anfrage sagt er: «Die Bevölkerung hat 2019 ganz klar Ja gesagt zum Spital Affoltern. Aber ein Teil der Trägerschaft stellt es trotzdem immer wieder neu infrage.»
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Intensives Feilschen um den Steuerfuss in Affoltern
Anträge von 99 bis 105 Prozent: Die Vorstellungen der Anwesenden klafften weit auseinander Livia HäberLing Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass die Budgetversammlung der Stadt Affoltern am vergangenen Montag wohl nicht ganz geschmeidig über die Bühne gehen würde. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) empfahl im Beleuchtenden Bericht, das Budget 2025 zu genehmigen, für den Steuerfuss hatte sie jedoch andere Pläne als der Stadtrat Affoltern: Die Stadt beantragte den Stimmberechtigten eine Senkung von zwei Prozentpunkten auf 103 Prozent, um die Steuererhöhung der Sekundarschulgemeinde Affoltern/Aeugst auszugleichen. Diese hatte den Steuerfuss vor sechs Jahren von 21 auf 17 Prozent gesenkt – auch wenn Schulpräsident Urs
Bregenzer damals darauf hingewiesen hatte, dass sich eine Erhöhung mittelfristig wohl kaum umgehen lasse. Die RPK empfahl zwar, diese Steuererhöhung der Sekundarschulgemeinde gutzuheissen, beim Steuerfuss der Stadt sah sie indes noch Optimierungspotenzial nach unten. Ein Steuerfuss von 101 Prozent – also eine Senkung von insgesamt vier Prozentpunkten – war aus ihrer Sicht vertretbar. Nach fünf Jahren Ertragsüberschuss sei es an der Zeit, die Standortattraktivität wieder zu fördern: «Ein längerfristiger, wettbewerbsfähiger Steuerfuss ist ein wesentlicher Faktor, um Unternehmen und Privatpersonen für unseren Standort zu gewinnen und langfristig zu binden», befand sie. Die Steuerfusssenkung hinterlässt in der
Kasse der Stadt Affoltern ein empfindliches Loch: Zwei Prozentpunkte entsprechen 550 000 Franken, vier Prozentpunkte 1,1 Millionen Franken.
RPK-Antrag fand im Vorfeld Zustimmung, aber auch Ablehnung Bei ihrem Richtungswechsel in der Strategie hatte die RPK allerdings nicht ausschliesslich die Standortattraktivität im Blick: Es ging ihr insbesondere auch darum, dass der Stadtrat «endlich sparsamer und verantwortungsvoller» mit den gebundenen Ausgaben umgeht. Der Stadtrat habe dem Sparsamkeitsprinzip, das die RPK gefordert habe, nicht genügend Rechnung getragen. Dann müsse er eben mit tieferen Ein-
nahmen zum Sparen gezwungen werden, gab RPK-Präsident Urs Gmür im Vorfeld zur Versammlung gegenüber dem «Anzeiger» zu Protokoll. «Anders lernen sie es nicht.» Die Aussagen von Gmür erhielten Zustimmung, aber auch Gegenwind: So empfahlen etwa die Grünen den Antrag der RPK zur Ablehnung. Im Hinblick auf die grossen Investitionen, die der Stadt bevorstünden, sei nun «eine vorausschauende Politik der ruhigen Hand» gefragt. Es war demnach absehbar, dass beide Seiten für die Gemeindeversammlungen mobilisieren würden. In welche Richtung das Pendel ausschlug, zeigte sich am Montagabend allerdings bald.
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