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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 76 I 178. Jahrgang I Dienstag, 1. Oktober 2024
Gesundheit im Fokus
Rückkehr der Natur
Mehr als 20 Informationsstände sowie Arztreferate zu verschiedenen Themen bot der Anlass in Bonstetten seinem Publikum. Seite 5
In der ökologisch bedeutenden Reussebene hat die Gemeinde Obfelden einen kleinen Flachweiher reaktiviert. Seite 6
Der Prämienschock fällt im Säuliamt ein bisschen kleiner aus Im Kanton Zürich gibt es drei Regionen für die Berechnung der Krankenversicherungskosten Florian HoFer Wer nach zwei happigen Prämienrunden auf Entspannung hoffte, wird enttäuscht: Nach 2023 und 2024 steigen die Prämien auch 2025 deutlich, im Schweizer Durchschnitt um 6 Prozent. Die mittlere Prämie liegt bei rund 379 Franken im Monat. Im Kanton Zürich steigen die Prämien um durchschnittlich 4,9 Prozent auf rund 365 Franken, im Aargau um 7,1 Prozent auf 353 Franken, im Kanton Zug um 5,4 Prozent.
In den Städten ist es teurer Die kantonalen Unterschiede sind also gross: Genfer zahlen rund 220 Franken mehr als Appenzeller – jeden Monat. Städtische Kantone haben eine stark ausgebaute Versorgung, ihre Bevölkerung bezieht mehr Leistungen als jene auf dem Land. Doch nicht nur zwischen den einzelnen Kantonen gibt es Unterschiede. In den grossen Kantonen Bern, Graubünden, Luzern, Sankt Gallen und Zürich sind die Gemeinden in drei Prämienregionen eingeteilt. In den Kantonen Basel-Landschaft, Freiburg, Schaffhausen, Tessin, Waadt und Wallis gibt es zwei Prämienregionen. Alle Gemeinden im Knonauer Amt gehören zur Prämienregion 3. Die Krankenkassen können für die Prämienregionen unterschiedliche Prämien festlegen. In den Kantonen mit
mehreren Prämienregionen ist daher für die Krankenkassenprämie der Versicherten auch ausschlaggebend, in welcher Gemeinde sie wohnen und welcher Prämienregion diese Gemeinde zugeteilt ist. In der Prämienregion drei, zu der auch das Säuliamt gehört, liegen die Tarife um bis zu zehn Prozent tiefer.
am Donnerstag vor den Medien, dass auch 2025 die Versicherten wieder mehr für die obligatorische Krankenversicherung ausgeben müssten. Der Anstieg reiht sich in den Reigen hoher Prämien-
Komplexe Berechnung Die Berechnung der einzelnen Tarife ist recht komplex. Die offizielle Website des Bundes (www.priminfo.admin.ch/de/ praemien) hat eine Suchfunktion, mit der man für jedes Alter, jedes Versicherungsmodell und jede Franchise die Tarife für den eigenen Wohnort finden kann. Demnach muss eine 30-jährige Person aus dem Säuliamt bei einer Franchise von 300 Franken für die Grundversicherung zwischen 374 und 560 Franken zahlen – je nach Versicherungsgesellschaft. Die gleiche Person würde im Kanton Zug zwischen 341 und 485 Franken bezahlen und im Kanton Aargau zwischen 397 und 554 Franken. In der Stadt Zürich (Prämienregion 1) wäre es deutlich teurer: 458 Franken kostet dort die günstigste Grundversicherung, 684 die teuerste (30 Jahre, 300 Franken Franchise). So gesehen ist das Säuliamt – zumindest wenn man nach Zürich blickt – noch gut aufgestellt. Es sei wenig überraschend, sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider
«Übernächstes Jahr werden die Prämien weiter steigen.» Elisabeth Baume-Schneider, Bundesrätin und Vorsteherin EDI
aufschläge wie 2023 mit 6,6 Prozent und 2024 mit 8,7 Prozent. Für das Haushaltsbudget einer vierköpfigen Familie bedeutet der neuerliche Anstieg im Jahr 2025 abermals 1000 Franken mehr pro Jahr. Und die Bundesrätin kann und will nicht entwarnen: «Übernächstes Jahr werden die Prämien weiter steigen.» Denn die Kosten im Gesundheitswesen seien bereits wieder so stark gestiegen, dass sich auch ein Prämienwachstum
im nächsten Jahr abzeichne. Fast so, als wäre es ein Naturgesetz. Die Liste der Gründe ist lang: die Demografie und der medizinische Fortschritt. Weiter ist auch seit Jahren das Problem der Mengenausweitung bekannt. Die Menschen beziehen mehr Medikamente und mehr Leistungen: Nicht immer seien diese nötig, wie Baume-Schneider sagt. Neu schlagen aber auch die höheren Preise auf die Prämien durch. Da ist einerseits die Teuerung, die sich erst mit Verzögerung über die höheren Tarife auch auf die Prämien auswirkt. Thomas Christen, Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), sagt: «Die höheren Energie-, Miet- und Lohnkosten lassen nun auch die Gesundheitskosten steigen.» Zudem seien zuletzt insbesondere die Kosten für ambulante Behandlungen sowie auch jene für Arzneimittel gestiegen. Ins Gewicht fallen neue Behandlungen gegen Krebs sowie die Fettwegspritzen, welche über die Krankenversicherung vergütet werden.
Mehr Geld für Prämienverbilligung Mit den Krankenkassenprämien steigen im Kanton Zürich auch die Prämienverbilligungen. Um insgesamt 1,3 Milliarden Franken geht es 2025, auch weil der Kanton eine Ausgleichskorrektur vornimmt – denn er hatte sich bei den Prämienverbilligungen in den letzten Jahren verschätzt (der «Anzeiger» berichtete).
Erich Gysling sprach in Affoltern
40
Jahre Jubla Säuliamt. Dieses Jubiläum wurde kräftig gefeiert. Seite 7
«Ich bin für Muriel Furrer gefahren.» Seite 15 Flurina Rigling, mehrfache ParacyclingWeltmeisterin. (Archivbild Andrea Zahler)
Zürcher und Zuger löffelten Suppe Das Kappeler Milchsuppenessen von 1529 ist in Schweizer Geschichtsbüchern rot angestrichen und gilt gemeinhin als eingängiges Beispiel, wie ein sinnvoller Friedensschluss zwischen zwei verfeindeten Lagern ablaufen könnte. Und das, obwohl bereits zwei Jahre später, 1531, der Frieden schon wieder beendet war. Zum 495-Jahre-Jubiläum trafen sich am Freitag in der Gemeindescheune von Kappel zahlreiche SVP-Politiker aus dem Knonauer Amt und dem Kanton Zug. Aus Oberiberg im Kanton Schwyz angereist kam auch SVP-Parteipräsident Marcel Dettling. Er betonte in seiner Ansprache die Werte von Freiheit und zog Parallelen zu der Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock. Organisiert hatten den Abend die SVP Bezirk Affoltern unter der Leitung von Präsident. David Vogelsanger sowie die Zuger SVP. (red)
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Der Journalist und ehemalige SRF-Korrespondent Erich Gysling wohnt seit 15 Jahren in Affoltern. Vergangene Woche sprach er im lamarotte über die Krisenherde in der Ukraine und dem Mittleren Osten. Organisiert wurde der Anlass für Bild Dominik Stierli Freiwillige, welche in der Region in verschiedenen humanitären Bereichen unterstützen. (dst) Seite 3
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