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Bezirk Affoltern
Dienstag, 10. September 2013
Entdeckungsreise in der Leuchtenstadt Der Jahresausflug der Ämtler Gemeindeschreiber und -schreiberinnen führte nach Luzern Kultur- und Kongresszentrum, Empfang durch den Stadtschreiber, Korporationshaus und Stadtrundgang: Der jährliche Ausflug der Ämtler Gemeindeschreiber und -schreiberinnen – eine Entdeckungsreise in der Leuchtenstadt Luzern. Die Gemeindeschreiberinnen und -schreiber des Bezirks Affoltern treffen sich monatlich zum Austausch. Und einmal im Jahr gehen sie auf Reisen. Der Ausflug, organisiert vom Luzerner Thomas Holl, Gemeindeschreiber in Aeugst, führte am Freitag in dessen Heimat – in die Leuchtenstadt Luzern. Mit einem kulturellen Aufgalopp im Kultur- und Kongresszentrum (KKL), der imposanten Baute zwischen Bahnhof und See. Weil das Lucerne Festival im Gang ist und intensiv geprobt wird, musste die Führung bereits auf 8 Uhr angesetzt werden. Sie gipfelte in einem Besuch der 1850 Personen fassenden Konzerthalle – ein architektonisches Meisterwerk mit baulichen Raffinessen, die insbesondere der Tonqualität dienen.
Die Reisegesellschaft bei prächtigem Wetter vor Luzerns Wahrzeichen, der Kapellbrücke, und Wasserturm. (Bilder Werner Schneiter) Empfang durch den Stadtschreiber Die Reisenden – unter ihnen auch Statthalter Claude Schmidt, sein Vorgänger Hansruedi Maag und Bezirksratsschreiberin Tamara Pfiffner – wurden hernach vom Luzerner Stadtschreiber Toni Göpfert empfangen. Der Berufskollege gewährte einen Einblick in die Organisation von Verwaltung, Regierung und Parlament. Fünf vollamtliche Stadträte und ein 48-köpfiges Parlament, der Gross-Stadtrat, lenken die Geschicke der Stadt – zusammen mit der rund 1800 Mitarbeitenden zählenden Verwaltung, von denen rund die Hälfte in den Betagtenzentren arbeitet. Zu den Stadtratssitzungen sagte Göpfert: «Die Stadträte stimmen selten über ein Geschäft ab. Man diskutiert so lange, bis Einigkeit vorhanden ist ...» Der Blick aufs Organigramm und die Ausführungen des Stadtscheibers veranlassten Hansruedi Maag zur Anmerkung: «Die Verwal-
tung ist sehr gut organisiert.» Göpferts Bemerkung, dass man im Kanton Luzern über die Abschaffung der Regierungsstatthalter diskutiere, provozierte seitens der Gemeindeschreiber zum Spass-Seitenhieb an Claude Schmidt «Du kannst dich bald beim RAV anmelden ...»
Weitreichendes Tätigkeitsfeld der Korporation Luzern Ja, die Stimmung war gut, das Programm unterhaltend und aufschlussreich. Interessant auch der Besuch im sogenannten Korporationshaus, wo Korporationsschreiber Armin Meyer die Ämtler Delegation empfing. Die Korporation kann nicht mit den unsrigen verglichen werden, die sich auf Wald beschränken. In Luzern verdankt die Korporation ihre umfassenden Aufgabenbereiche auch der französischen Revolution. Sie ist heute ei-
ne öffentlich-rechtliche Körperschaft, die demokratisch geführt und von einer Verwaltung unterstützt wird. Ihr fallen die Bewirtschaftung und Pflege der Wälder zu, Unterhalt, Verpachtung und Vermietung von Stadt- und Alpliegenschaften, Pflege und Nutzung der Reuss- und Seefischenzen sowie die Pflege der historisch wertvollen Kulturgüter. Die Korporation Luzern zählt 525 stimmberechtigte Korporationsbürger, hat einen Bürgerrat (Legislative) und eine Korporationsverwaltung (Exekutive). Nach viel Informationen und einem Mittagessen folgte am Nachmittag ein Rundgang durch die Altstadt, eine geschichtliche Exkursion, die auch über Luzerns Wahrzeichen, die Kapellbrücke, und auf den Wasserturm führte. Fazit: ein üppiges und interessantes Programm, das dank häufigen Treppensteigens auch eine sportliche Note enthielt. (-ter.)
Empfang im Stadthaus: Stadtschreiber Toni Göpfert (links) mit den Gemeindeschreibern Thomas Holl (Aeugst, Mitte) und Roberto Brunelli (Stallikon).
Ämtler Wirtinnen und Wirte auf Höhenfahrt Gastronomen von Gastro Affoltern fuhren mit Ross und Wagen nach Kappel Auch wenn zu Beginn beim Mettmenstetter Schützenhaus die Sonne nicht für alle Wirte gleich hell schien (Foto), wechselte dies im Laufe des herrlichen September-Nachmittags mehrmals, so blieb keiner lange geblendet. In gemütlichem Schritt, frischem Trab und
gelegentlichem Galopp zogen die Pferde zwei Wagen mit nicht ganz zwei Dutzend Gastwirten durch die sanften Wiesen und lauschigen Wälder des Knonauer Amtes. Mancher von ihnen entdeckte die Vielseitigkeit unseres Bezirks, abseits der Autostrassen, von
Neuem. Zu betrachten gab es neben der Schönheit der Natur auch die heimeligen Dörfer mit vielen schmuck herausgeputzten Häusern. Mit Ross und Wagen fuhren die Gastgeber auf Wald- und Feldwegen in aller Ruhe von Mettmenstetten hinauf nach Kap-
pel. Links sah man das Panorama des Albis mit der Kappeler Klosterkirche im Vordergrund und rechts war der Blick auf das weite Amt, den Zugersee, die Innerschweizer Berge bis hin zu den Berner Alpen gerichtet. Ein wichtiger Teil solcher Treffen und somit
Auf den Wagen sassen die Fuhrmänner Albert Schoch und Ruedi Grob, die Gastronomen Ruth und Tony Abächerli (Sonnental, Rossau), Cecile und Hansueli Born (ehemals Kreuz, Maschwanden), Beat Burkard (Löwen, Hausen), Annemarie und Guido Eggerschwiler (Spycher, Mettmenstetten), Anita und Andreas Häberling (Weingarten, Affoltern), Ernst Schneider (Ehemaliger Direktor Lunch Check), Vreni Spinner (Rössli, Mettmenstetten) Trudi, Fredy, Patrick und Karin Steck mit Sohn Tobias (Burestübli, Stallikon), Richi und Regula Studer (Erpel, Tülersee), Linus Wasescha (ehemals Frohsinn, Hedingen), Monsieur Yvon (Löwen, Obfelden) und der Fotograf Urs Peter (Löwen, Obfelden).
auch dieses Ausfluges ist das Gespräch unter den Gastronomen. Nebst verbrachten oder bevorstehenden Ferien drehte sich dieses auch um die Gastlichkeit und wie sie trotz der vielen unwirtlichen Gesetze erhalten werden kann, aber auch um die aktuellen Betriebsschliessungen und die Schwierigkeit, Betriebe aufrechtzuerhalten, wenn mit anderen Nutzungen wesentlich mehr Geld verdient werden kann. In Kappel erwartete die Wirtin Renate Schönbächler auf der Terrasse des Restaurants Adler ihre Berufskollegen, die von einer fantastischen Aussicht ins Amt und auf die Alpen überrascht wurden. Natürlich gab es auch ein feines Zvieriplättli, spendiert von der Gastro-Affoltern-Präsidentin Vreni Spinner, die einen ihrer jugendlichen Geburtstage feiern konnte. Ein Gläschen Wein durfte natürlich auch nicht fehlen, mit dem das etwas zu hoch angestimmte «Happy Birthday» leichter von der Kehle ging. Für einige war der Ausflug bereits um fünf Uhr wieder zu Ende, weil deren Wirte-Sonntag sich nicht mit dem Datum des Ausfluges deckte. Die anderen fuhren mit Ross und Wagen zurück und feierten später im Mettmenstetter «Weissen Rössli» bei Vreni Spinner weiter. (PU)