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Freitag, 19. Juli 2019
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5G verhindern und stoppen
Ronald Alder (glp, Ottenbach)
Spital Affoltern – ein zusätzliches Jahr gewonnen Die neue Gesundheitsdirektorin Frau Natalie Rickli hat letzte Woche verkündet, dass sie die Einführung der neuen Spitalliste vom 1. Januar 2022 auf den 1. Januar 2023 verschiebt. Sie wolle sich genügend Zeit nehmen, um die Situation im Kanton Zürich gut zu analysieren und dann eine langfristige Strategie für die stationäre Gesundheitsversorgung vorlegen zu können. Die Spitallandschaft durchlebt momentan einen grossen Strukturwandel. Der medizinische Fortschritt erlaubt es, dass immer mehr Operationen «ambulant statt stationär» durchgeführt werden können. Das heisst, dass beispielsweise Meniskusoperationen oder Einsetzen und Wechseln eines Herzschrittmachers nicht mit einer Übernachtung im Spital verbunden sind, sondern während des Tages erfolgen. Dies nützt den Patienten, die nach der Operation nicht mehr im Spital bleiben müssen. Zudem konnten so 2018 10 Millionen Franken eingespart werden. Um diesen positiven Trend zu verstärken, müssen bei den Tarifen
Korrekturen angebracht werden. Auf kantonaler Ebene heisst dies konkret, dass der ambulante Taxpunktwert angepasst und auf nationaler Ebene die einheitliche Finanzierung von ambulant und stationär umgesetzt werden muss. Einen weiteren positiven Effekt für die Patienten und die Kosten haben die zunehmenden Kooperationen zwischen den Spitälern. Das Spital Affoltern kooperiert mit dem Stadtspital Triemli, das Spital Männedorf mit dem Universitätsspital, das Spital Wetzikon mit der Klinik Balgrist, usw. So kann einerseits der zunehmenden Spezialisierung Rechnung getragen und anderseits die medizinische Leistung wohnortnah erbracht werden. Die Verschiebung der Einführung der neuen Spitalliste auf den 1. Januar 2023 bietet dem Spital Affoltern die Chance, sich auf die Bewerbung für die Leistungsaufträge noch besser vorbereiten zu können. Diese Bewerbung erfolgt im Herbst 2021 und basiert insbesondere auf den Kennzahlen 2019 und 2020. Das Spital Affoltern
muss der Gesundheitsdirektion aufzeigen, dass es die angestrebten Leistungsaufträge zu einem qualitativ hohen Niveau und kostengünstig erbringen kann. An der letzten Delegiertenversammlung des Spitals Affoltern hat die Betriebskommission den Jahresabschluss 2018 präsentiert. Die Zahlen sind zwar noch nicht, wo sie sein sollten, aber die Anstrengungen des gesamten Betriebes erzielen ihren Effekt, sodass der Trend in die richtige Richtung zeigt. Mit der Gründung der gemeinnützigen Spital AG an der Abstimmung vom 19. Mai hat sich gezeigt, dass sich das Säuliamt hinter das Spital stellt. Der nächste Schritt der Gemeinderäte ist nun, den Verwaltungsrat zu wählen. Dieser wird die Aufgabe haben, das Spital zum Erfolg zu führen. Die gesamte Bevölkerung und die medizinischen Partner sind aufgefordert, das Spital im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Dies im Interesse einer guten, kostengünstigen regionalen Gesundheitsversorgung im schönsten Amt der Schweiz.
Energiewende und Ortsbildschutz Die Gletscher schmelzen, der Klimawandel hat alle erreicht. Was tun? Zum Beispiel Solaranlagen bauen. Das Thema hat der Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern unlängst aufgegriffen, weil der Zürcher Heimatschutz gegen eine von der Gemeinde Hausen bewilligte Fotovolotaik-Anlage rekurriert hat. Die guten Karten für den Bau von Solaranlagen haben grosse Flächen: Industriedächer, Wohnüberbauungen, Werkhallen. Hier können Solaranlagen in grossem Stil gebaut und gut in die Umgebung eingefügt werden. Energietechnische Nachhaltigkeit ist das eine, baukulturelle Nachhaltigkeit das andere Ziel. Geschützte Häu-
ser machen rund zehn Prozent des Gebäudebestandes aus, bei den Dachflächen sind es noch weniger. Wieso will man auf Kosten des Denkmalschutzes die Energiewende herbeiführen? Solardächer wirken in geschützten Ortsbildern fremd. Wenn sie mehrfach und bald überall errichtet werden, beeinträchtigen sie das einheitliche Bild geschützter Bauten und Ensembles massiv. Darum verlangen die Gerichte, dass vor der Bewilligung von Solardächern auf geschützten Gebäuden oder in geschützten Ortsbildern eine fachliche Beurteilung stattfindet. Das Dach gehört zum Denkmal und zum Ortsbild.
Was tun: In seltenen Fällen wird der Heimatschutz bei einem Bauentscheid der Gemeinde vorher beratend beigezogen. Erfährt er davon erst aus dem Amtsblatt, beträgt die Rekursfrist gerade mal 30 Tage. Der Heimatschutz prüft die Sachlage innert Frist, dokumentiert die Situation, auch fotografisch, wägt den Denkmalwert eines Daches gegen neue Energieformen ab, die traditionelle Eindeckung versus das Solardach. Oft findet das Gespräch zwischen Bauherrschaft und Heimatschutz dann nach Rekurseingang statt. Das ist nicht optimal, aber meistens zielführend. Lydia Trüb, Vorstand Heimatschutz
Mit den NR-Listen auf Frauenkurs Nach Abschluss der Kandidatensuche darf sich die CVP mit ihren drei Unterlisten insgesamt einigermassen stolz als frauenfreundlich und für die Wahlen ins Eidgenössische Parlament gut vorbereitet präsentieren. Auf der Hauptliste der CVP figurieren 14 Frauen und 21 Männer, auf der Liste der CSV sind es 17 Frauen und 18 Männer, davon 5 Frauen an der Spitze, auf der Liste der Frauen haben wir eine volle Liste mit 35 Frauen und weiter auf der JCVP-Liste sind weitere 14 Frauen nebst 21 Männern, also insgesamt 80 Frauen und 60 Männer kandidierend. Mit Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil, steht
auf der CVP-Liste ein Nationalrat zur Wahl, der sich seit 2018 im eidgenössischen Parlament schnell und wirksam eingearbeitet hat. Auf der CSV-Liste, der Christlichsozialen Vereinigung des Kantons Zürich wird Kathy Riklin, Zürich, als Bisherige erneut zur Wahl antreten. Kathy Riklin erreichte 2015 mit mehr als der Hälfte Panaschierstimmen ein ausgezeichnetes Wahlergebnis und wird mit ihrer Bekanntheit in der Bevölkerung und ihrer grossen Parlamentserfahrung sicher auch im Oktober wieder ein gutes Wahlresultat und ihre Wiederwahl erzielen.
Im Bezirk Affoltern haben sich Francesca Brignoli, Wettswil, auf der CVP-Frauenliste und Kurt Meister, Obfelden, auf der CSV-Liste aufstellen lassen. Für den Ständerat kandidiert ebenfalls eine Frau, aus Zürich die CVP-Präsidentin des Kantons Zürich, Nicole Barandun. Die CVP des Bezirks Affoltern freut sich über die Kandidaturen und wünscht schon jetzt den Nationalratskandidatinnen und -kandidaten, sowie der Ständeratskandidatin für den 20. Oktober ein tolles Wahlergebnis und dankt für die Wahlunterstützung. Kurt Meister, CVP Bezirk Affoltern
Roger Köppel sprach in Stallikon Bei perfektem Sommerwetter sprach Roger Köppel am vergangenen Sonntag im Schützenhaus in Stallikon über die Themen Klima, EU-Rahmenabkommen und Zuwanderung. Trotz Ferienanfang fanden 65 interessierte Zuhörer und Zuhörerinnen den Weg ins Schützenhaus. Nach einer kurzen Ansprache von Sektionspräsident Andreas Zbinden, war Roger Köppel
nicht mehr zu bremsen. Voller Elan und mit grosser Begeisterung referierte er 90 Minuten lang. Danach war die Diskussion eröffnet, in welcher er die Anliegen aus dem Publikum aufnahm und sachlich und ausführlich beantwortete. Es spielte dabei keine Rolle, ob die Voten aus dem Publikum kritisch waren oder sich mit seiner Meinung deckten.
Beim anschliessenden Apéro wurde noch munter weiterdiskutiert und Roger Köppel war auch da ein gefragter Mann. Nach zweieinhalb Stunden machte er sich auf den Weg nach Rümlang, wo bereits das nächste Etappenziel wartete. Die nächste Gelegenheit, Roger Köppel live zu erleben, bietet sich am Dienstag, 6. August, in Wettswil. Andreas Zbinden, SVP Stallikon
Die Antenne am Bahnhof Affoltern. (Bild Yvonne Vögeli) Aus all den Leserbriefen entnehme ich viele offene, unbeantwortbare Fragen zu Risiken und allfälligen Nachfolgeschäden an Lebewesen. Es ist unglaublich, dass für so flächendeckende Veränderungen, die uns alle angehen, das Volk nicht im Geringsten einbezogen und gefragt wird. Für sämtliche Kleinstumbauten und Veränderungen, die niemanden tangieren, müssen wir eine Baubewilligung vorlegen. Während hier im kleinen Rahmen «diskutiert» wird, liefern sich Swisscom und Sunrise praktisch ein Rennen und rüsten täglich ihre bestehenden Antennen um und bauen diese mit dem Segen von Bund
und Kanton aus. In der Schweiz stehen, gemäss Auflistung des Bakom, bereits über 300 5G-taugliche Antennen. In der Stadt Affoltern, deren zwei (Bahnhof und MyStop). Braucht die Menschheit das jetzt tatsächlich? Es funktioniert doch auch ohne und es gibt zudem verträglichere Alternativen. Es muss sicher kein Glasfasernetz durch die Luft sein! Behindert werden die Anbieter nur noch durch die aktuellen Strahlenschutz-Grenzwerte. Sie drängen daher seit Jahren auch auf eine Lockerung dieser. Bislang (noch) erfolglos. Also, was können wir tun? Yvonne Vögeli, Affoltern
Sieben Jahre warten sind genug! Am 23. September 2012 sprachen sich 62,6 Prozent der Zürcher Stimmberechtigten für den A4-Zubringer Obfelden/Ottenbach aus. Einsprachen und bürokratische Hürden haben einen Bau bis heute verhindert. Die Grünen wehren sich weiterhin gegen das Projekt. Sie akzeptieren den demokratischen Entscheid von 2012 nicht und lehnen den durch die Verzögerung und die Einsprachen verursachten Zusatzkredit für das Projekt ab. Dabei hat der Autobahnzubringer
für die beiden Gemeinden Ottenbach und Obfelden als auch für dessen Gewerbe eine grosse Bedeutung. Nun gilt es, endlich vorwärtszumachen und den Bau dieses essentiellen Infrastrukturprojekts an die Hand zu nehmen. Dazu muss der Kantonsrat dem Zusatzkredit noch dieses Jahr zustimmen, damit die Bauarbeiten 2020 beginnen können. Alain Schwald, Präsident FDP Bezirk Affoltern
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