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056_2019

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Extra herkömmliches

Freitag, 19. Juli 2019

Das Zimmer

Zynisch Das Adjektiv zynisch kommt von lateinisch cynicus beziehungsweise griechisch kynikos. Es bedeutet wörtlich übersetzt «hündisch» und bezeichnet die Zugehörigkeit zur Philosophenschule der Kyniker. Deren populärster Vertreter ist Diogenes, der um 350 vor Christus in Athen als Bettler in einem Fass gelebt haben soll, das ihm als Unterschlupf diente. Die Kyniker verzichteten auf Besitz, Ehe und Lebensvorsorge. Sie betrachteten Gott als Vater aller Menschen, betonten wie Jesus die Nächstenliebe und lehnten Vergeltung ab. Aufgrund ihres ungepflegten Erscheinungsbildes hinterliessen die Kyniker einen zwiespältigen Eindruck. In den Augen mancher Zeitgenossen führten sie ein Hundeleben. Dies umso mehr als sie sich über religiöse Vorschriften und Bräuche unbekümmert hinwegsetzten, was von den ehrbaren Bürgern als herablassend, verächtlich oder eben zynisch empfunden wurde. Vor allem dieser Aspekt der kynischen Lebensanschauung ist im heutigen Sprachgebrauch erhalten geblieben: Ein Zyniker ist ein bissiger, respektloser Spötter, der auf Konventionen und Anstandsregeln keine Rücksicht nimmt. (ubo) In der Serie «Herkömmliches» deutet Urs Boller die mutmassliche Herkunft von Wörtern und Begriffen.

Bestnote für Julian Bersnak Der Hedinger Julian Bersnak hat seine Ausbildung als Systemtechniker bei der Kantonalen Verwaltung mit einer Gesamtnote von 5,8 abgeschlossen – Bestnote im ganzen Kanton. Bersnak hat die vierjährige Ausbildung an der Kantonsschule Hohe Promenade absolviert. Der 19-jährige Informatiker ist auch ein erfolgreicher Judoka und erhielt vom Kanton die Möglichkeit zu einer von Swiss Olympics anerkannten Sportlerlehre. Er war 2017 Schweizer Meister im Einzel seiner Kategorie, im Folgejahr holte er Silber. (pd.)

gedankensprünge Vorsorge Unfälle wollen wir verhindern Spricht Mutter Vorsicht zu den Kindern Darum tragt ihr, das kann nicht schaden Schwimmwesten auch beim Sonnenbaden Martin Gut

Detektiv Adrian Aegerter – Ihr Ratekrimi im «Anzeiger»

Im Spital Affoltern geboren

Sie möchten mit mir hier in Ihrem «Anzeiger» ermitteln? Das ist wunderbar! Also lösen wir doch gleich mal unseren ersten gemeinsamen Fall … «Es ist schön hier bei Ihnen in Affoltern, ich fühle mich sicher!», verkündete der Mann aus Genf und ich strahlte vor Stolz auf unsere Stadt. Wie einer der drei roten Äpfel in unserem Stadtwappen. «Noch schöner wäre es natürlich, wenn ich mich noch sicherer fühlen würde. Mit Ihnen an meiner Seite zum Beispiel!» Das war der Moment, in dem der Mann aus Genf nicht mehr einfach nur der Mann aus Genf war, das war die Sekunde, in der er zu meinem Klienten wurde. Er schob in dem kleinen Kaffeehaus, in dem wir uns heimlich wie zwei Pubertierende vor dem ersten Kinobesuch trafen, zur Illustration seines Angebotes einen Stapel Banknoten über den Tisch, die er hübsch in ein Kuvert gepackt hatte. Die Banknoten stammten nicht aus dem Sammlungszentrum des Schweizerischen Nationalmuseums, wie ich zunächst befürchtete, nein, es handelte sich um aktuell gültige Geldscheine. Nun war es auch für mich noch schöner hier in Affoltern und ich fühlte mich noch sicherer. «Sie sind achtundvierzig Stunden in meiner unmittelbaren Nähe, Sie sind mein treuer Begleiter, Sie sind mein Wachhund!», erklärte Herr Vonlanthen. Und ich wagte nicht zu fragen, welches Futter der Wachhund bekommen, ob er am Fussende des Bettes schlafen und wann er denn Gassi geführt werden würde. Mein Auftraggeber sah mich Auftragnehmer an und gab den ersten Auftrag aus: «Wir fahren jetzt in mein Hotel und Sie überprüfen dort bitte mein Zimmer!» Ich war zwar einmal Polizist gewesen, aber ich hatte keine spezielle Personenschutz-Ausbildung. Nachdem wir unsere beiden Fahrzeuge auf dem Hotelparkplatz abgestellt hatten, untersuchte ich trotzdem mit wichtiger Miene tapfer das Zimmer dreihundertsiebzehn meines Klienten, das in dem kleinen Hotel auf einem Gang mit zwanzig von Nummer 301 bis Nummer 320 nummerierten Zimmern lag. Etwas Schlimmes finden konnte ich allerdings nicht. Keine Kamera in der Minibar, keinen Sensor hinter dem Toilettendeckel, kein Mikrofon unter dem Kopfkissen. Mein Klient sah mir zu. «Ich bin hier, um morgen einem Partner wichtige Unterlagen zu

wetter

Dean, 9. Juli.

Nika, 9. Juli.

Adrian Aegerter - Ihr Detektiv aus Affoltern – ermittelt diesen Sommer im «Anzeiger». zeigen. Unterlagen, die nicht in fremde Hände gelangen dürfen. Aber ich fühle diese fremden Hände schon nach ihnen greifen, wenn Sie mir dieses blumige Bild erlauben.» Ich nickte, ging an ihm vorbei, lief draussen den Gang entlang und schaute mir die Zimmertüren der anderen Zimmer an. Die mit den geraden Nummern lagen auf der einen Seite, die mit den ungeraden Nummern auf der anderen Seite. Aber auch hier fand ich nichts Verdächtiges, keinen Sprengstoff hinter den Landschaftsbildern an den Wänden und keine Lauscher. Und vor allem keine fremden Hände, die nach den Unterlagen greifen wollten und denen ich auf die Finger klopfen musste. In meinem Zimmer gegenüber erfrischte ich mich, dann begleitete ich meinen Klienten in seinem Wagen in die Stadt. Er sah sich die reformierte Kirche an, trank einen Kaffee in einem Café, betrachtete das Wandbild im Gerichtshaus und bestellte in einer Pizzeria eine Pizza. Ich war immer in seiner unmittelbaren Nähe, ich war sein treuer Begleiter, ich war sein Wachhund. Wie vereinbart. Es passierte zwar nichts, aber trotzdem hatte ich das ungute Gefühl, dass uns irgendjemand beobachtete. Nachdem

ich mit einem Cappuccino, einer Pizza und einer gewissen Laufstrecke schon einen Teil meines Honorars verdient hatte, fuhren wir wieder zum Hotel. Als wir die Glastür vom Treppenhaus zum Gang öffneten, hörte ich ein Geräusch. «Stopp!», flüsterte ich. «Da ist jemand!» Ein Mann zog gerade mit einem tarnenden Hüsteln die Tür des Zimmers meines Klienten zu. Er hatte die Unterlagen gesucht, aber natürlich nicht gefunden. Weil sie nicht in diesem Zimmer, sondern in meinem im Safe lagen. Deshalb verschwand der Einbrecher auch enttäuscht in seinem Zimmer, dem übernächsten Zimmer vom Tatort-Zimmer aus, auf der gleichen Seite. In welchem Zimmer wohnte also der Täter ?

Alicia Marie, 10. Juli.

Damian, 10. Juli.

LÖSUNG: Nach den genannten Zimmernummern («… von Nummer dreihunderteins bis Nummer dreihundertzwanzig …») und der Anordnung («… die mit den geraden Nummern lagen auf der einen Seite, die mit den ungeraden auf der anderen Seite …») gibt es «vom Tatort-Zimmer (317) aus, auf der gleichen Seite» nur in einer Richtung ein «über-

Naya Shay, 11. Juli.

nächstes» Zimmer (in der anderen Richtung nur ein «nächstes») - weil dieses «übernächste» Zimmer das Zimmer 313 ist, kann der Täter nur in Zimmer 313 wohnen!

volg-rezept

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Chur 14° 27° St.Moritz 6° 18°

Sion 15° 30°

Genève 16° 29°

Panierte Mozzarella-Sticks Zutaten für 4 Personen

Bellinzona 16° 27°

300 g Mozzarella 200 g Rohschinken, in Scheiben, halbiert 2–3 EL Mehl 1–2 Eier 120 g Paniermehl 2 EL Sesam Erdnussöl zum Frittieren

Zubereitung

Aussichten

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Alpennordseite

15° 28°

16° 28°

16° 30°

17° 30°

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Alpensüdseite

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19° 29°

20° 30°

21° 31°

22° 31°

min °C max °C

bauernregel «Im Juli warmer Sonnenschein, macht alle Früchte reif und fein.»

Den Mozzarella in zirka Pommesfrites-grosse Stifte schneiden, Käsestifte mit Rohschinken umwickeln. Mehl in eine flache Schüssel geben, die Käsestifte darin wenden, Eier in einer zweiten Schüssel verquirlen, Käsestifte durchs Ei ziehen.

Paniermehl mit Sesam vermischen, in eine flache Schüssel geben, die Käsestücke damit panieren, Panade etwas andrücken. Paniervorgang Ei/Panade wiederholen. Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen (ca. 160° C), Käsestifte bei mittlerer Hitze goldbraun backen, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Auf Zahnstocher oder Holzspiesse stecken. Zubereitung: 40 Minuten.

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Jari Frédéric, 13. Juli.

Weitere Rezepte unter www.volg.ch/rezepte.

Maximilian Felix, 13. Juli.

Leart, 15. Juli. (Bilder Irene Magnin)


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