Sport
Dienstag, 17. Juni 2014
Schnelle Bewegungen – grosse Disziplin 350 Kinder und Jugendliche am Junior Karate League Turnier in der Bonstetter Schachenhalle ................................................... von werner schneiter
D
ie beiden etwa zehnjährigen Mädchen, wie alle weiss gewandet und mit blauem und rotem Gurt ausgestattet, sind konzentriert. Sie stehen auf blauen Matten und verneigen sich gegenseitig, dann auch vor dem in der Ecke sitzenden Richter. Er hält mit einer Hand die Fahne, dann bläst er in die schrill klingende Trillerpfeife. Es geht los. Der Aussenstehende sieht ruckartige, schnelle Bewegungen mit Händen und Beinen, zwischendurch begleitet von einem «Schrei». Ja, am vergangenen Sonntag herrschte in der Bonstetter Schachenhalle Grossbetrieb. Rund 350 Mädchen, Knaben und Jugendliche aus der ganzen Schweiz beteiligten sich am Karate-League-Turnier der Junioren, organisiert vom Shukokai Karate Center Albis in Affoltern. Sie massen sich in den Kategorien Kumite und Kata. Kumite ist der klassische Zweikampf. Aber diese prügeln sich nicht. Es ist ein Wettkampf ohne Körperkontakt, fast ohne. Während Berührungen auf Kopfhöhe absolut tabu sind, werden im Bauchbereich Stoff-Berührungen toleriert, zumindest bei Juniorenwettkämpfen. «Es ist ein Ausbildungs- und Förderturnier, da sehen wir von strengen Regelauslegungen ab», sagt Roland Zolliker, Präsident des schweizerischen Karateverbandes. Im Wettkampf gilt es aber, die vorgegebenen Techniken sauber umzusetzen – kraftvoll. Es geht auch um Selbstbeherrschung und Ausdruck – und um eine möglichst hohe Punktzahl. Während beim Kumite, sozusagen die Kür, jeweils zwei Wettkämpfer gleichzeitig antreten, existiert beim Kata nur ein imaginärer Gegner – auch hier müssen die vorgegebenen Abläufe möglichst exakt vorgeführt werden. Nach rund eineinhalb Minuten ist der Wettkampf vorbei. Anstrengung und Konzentration stehen den Mädchen und Burschen ins Gesicht geschrieben. Mit roter oder blauer Fahne zeigt der Richter an, wer das Programm besser interpretiert hat. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wird das richterliche Urteil kommentar- und vorbehaltlos angenommen, auch dann, wenn sich im Gesicht eine gewisse Enttäuschung widerspiegelt. Disziplin und Respekt bis zum Schluss: Dann verneigen sich die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer erneut. – Karate ist zwar eine Randsportart. Sie boomt aber gleichwohl:
Ob er sich mit dieser Vorführung einen Pokal erkämpft? (Bilder Werner Schneiter)
Bein und Arm hoch.
Im Kumite treten zwei Wettkämpferinnen gleichzeitig an. Schweizweit gibt es 13 000 lizenzierte Kämpferinnen und Kämpfer. 60 Prozent davon sind jünger als 20. «20- bis 30-Jährige treten weniger bei, ab 40 oder 50 gibt es – zum Beispiel nach
einer beruflich bedingten Pause – viele Wiedereinsteiger», stellt Roland Zolliker fest. Bis zu 600 beteiligen sich an Juniorenturnieren. In Bonstetten waren es rund 350, die übrigens alle-
samt zweimal antreten durften – etwas, das bei «grossen» Turnieren nicht selbstverständlich ist. Wer den Final verpasst, hat dann lediglich einen Einsatz von weniger als zwei Minuten.
Auch der Ausdruck zählt.
Saisonziel erreicht: Drei Bonstetterinnen an der Schweizer Juniorinnen-Kunstturnmeisterschaft Drei Mädchen aus Bonstetten dürfen am 21. und 22. Juni in Frauenfeld an der Schweizer Meisterschaft Juniorinnen im Kunstturnen teilnehmen. Es sind dies Tabea Hug im P1 (Kutu Urdorf), Sarah Fehrenbacher im P2 (Kutu Urdorf) und Janine Auberson im P4 Amateur (Kutu Obersiggental). Die drei Bonstetterinnen haben hart auf dieses Ziel hingearbeitet, dürfen doch im P1 und P2 nur je 48 und im P4 Amateur gar nur 24 Turnerinnen an der SMJ teilnehmen. Sie trainieren drei- bis viermal pro Woche, damit sie neben den Kaderturnerinnen bestehen können. Seit März haben die Mädchen diverse Qualifikationswettkämpfe bestritten und sich kontinuierlich verbessert. Nun gilt es nochmals, «Gas zu geben», um an der SMJ in den vordersten Rängen mitturnen zu können. Informationen zur SMJ findet man unter: www.smj14.ch.
Klasse auf dem Schwebebalken ...
... und am Boden. (Bilder zvg.)
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