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045_2023

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 45 I 177. Jahrgang I Freitag, 16. Juni 2023

Wege gesperrt

Wer dieser Tage am Üetliberg wandern geht, stösst auf diverse Verbotsschilder. > Seite 3

Jahrzehnte Erfahrung Hans Walti und Hans Schmutz verlassen die «Sek Mättmi» und gehen in Pension. > Seite 5

Endlich ersetzen

Die Gemeindeversammlung Maschwanden stimmt dem Kredit für die Dörflibrücke zu. > Seite 7

Willkommene Chance

Die Baugenossenschaft Bawa nutzt ehemalige Spitex-Räume zu drei Wohnungen um. > Seite 12

Ottenbacher Schulleitung hat bereits wieder gekündigt Die Co-Schulleitung verlässt die Primarschule nach wenigen Monaten im Amt Die Primarschule Ottenbach steht für das neue Schuljahr noch ohne Leitung da. Das bisherige Führungs-Duo hat nach einigen Monaten wieder hingeschmissen. Weshalb? von Livia HäberLing Bis zum Sommerferienbeginn dauert es noch vier Wochen. Für Schulen ist diese Zeit streng; sie müssen zusehen, dass möglichst alle Stellen besetzt sind, wenn im August das neue Schuljahr beginnt. In der Primarschule Ottenbach ist das nicht anders. Gemäss den Ausschreibungen auf der Website fehlen dort Mitte Juni noch eine Schulische Heilpädagogin und eine DaZ-Lehrperson (Deutsch als Zweitsprache), je im Teilzeitpensum. Das ist allerdings nicht alles: Der Schule fehlt für das neue Jahr auch eine Schulleitung. Dabei hatte David Erne erst im April 2022 an die Primarschule Ottenbach gewechselt. Seine Co-Leiterin, Nicole Francioni, war im August 2022 gestartet. Nun haben beide im Frühling die Kündigung eingereicht und verlassen die Schule per Ende Juli. Weshalb?

Unklare Zuständigkeiten zwischen Schulleitung und Schulpflege Zu den Gründen für ihren Abgang möchten sich David Erne und Nicole Francioni nicht äussern. Sie verweisen auf die Schulpflege. Einen rudimentären Einblick in ihre Arbeit der letzten Monate vermittelt der Evaluationsbericht der kantonalen Fachstelle für Schulbeurteilung. Sie hatte die Primarschule Ottenbach im vergangenen Winter besucht und mit Kindern, Eltern, Lehrpersonen und den beiden Co-Schulleitenden Gespräche geführt. Gemäss diesem Bericht

scheinen Erne und Francioni bei den Lehrpersonen akzeptiert gewesen zu sein. Deren Haltung gegenüber der neuen Leitung nach den ersten Monaten wurde im Bericht als «abwartend positiv» bezeichnet, der Führungsstil als «engagiert, transparent und systematisch». Geschätzt wurden unter anderem «die Offenheit und Präsenz der Schulleitung sowie ihr Bemühen, die Mitarbeitenden achtsam zu begleiten». Auch die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Schulverwaltung scheint gemäss Bericht gut funktioniert zu haben. Mit der Schulpflege, dem strategischen Organ, hat es womöglich mehr Reibungsflächen gegeben: Die «klare Trennung zwischen der operativen und strategischen Führung der Schule», die im Geschäftsreglement der Primarschule Ottenbach eigentlich vorgesehen wäre, werde im Alltag «nicht vollständig umgesetzt», wie mehrere Interviewte gegenüber der Fachstelle ausgesagt. «Diese Unklarheit hinsichtlich Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Führungsfunktionen beeinträchtigt teilweise eine effiziente und reibungslose Aufgabenerfüllung», fasst die Fachstelle zusammen.

Schulpräsidentin: «Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert» Dass die beiden schlicht ein anderes, lukrativeres Jobangebot erhalten haben und deshalb gehen, legt zumindest das LinkedIn-Profil von Erne nicht nahe. Gemäss diesem ist er für Stellenangebote offen und hat demnach ohne neue Anstellung gekündigt. Schulpräsidentin Gioia Schwarzenbach bestätigt die Kündigungen auf Anfrage. «Die Schulleitung hat entschieden, sich einer neuen Herausforderung zu stellen», sagt sie am Telefon. Weitere Angaben macht sie mit Verweis auf das Amtsgeheimnis nicht.

Von der kurzen Anstellungszeit oder anhand des Evaluationsberichts auf Differenzen zwischen Schulleitung und Schulpflege zu schliessen, wäre aus ihrer Sicht allerdings falsch: «Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Schulpflege hat gut funktioniert», betont sie. Eine trennscharfe Abgrenzung von operativen und strategischen Belangen sei im dynamischen Schulalltag nicht immer möglich – und auch nicht immer sinnvoll. Schliesslich trage die Schulpflege die Gesamtverantwortung: «Die Schulpflege muss sich in wichtigen Einzelfällen ins Schulgeschäft einbringen können», sagt sie mit Verweis auf das «Handbuch für Zürcher Schulbehörden und Schulleitungen» der Bildungsdirektion.

Die Vorgänger hatten gemeinsam während des Schuljahrs gekündigt Bereits vor David Ernes und Nicole Francionis Stellenantritten wurde die Primarschule Ottenbach interimistisch geführt. Ende August 2021 waren die Eltern in einem Info-Brief darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die damaligen Co-Schulleitenden, Dino Wolf und Christina Grob, gemeinsam die Kündigung eingereicht hatten. Sie verliessen die Primarschule Ottenbach per Ende November; also während des Schuljahrs. Möglich ist dies, weil Schulleitende – anders als das Lehrpersonal – zum Ende jedes Monats kündigen können. «Das Schulleitungskarussell dreht das ganze Jahr», sagt Gioia Schwarzenbach. Abgänge während eines laufenden Schuljahres seien deshalb nichts Aussergewöhnliches: «Es kann für die Nachfolge sogar Sinn machen, im angebrochenen Schuljahr zu starten und dann das Folgejahr aufzugleisen.» Sollte die Schulleitung der Primarschule Ottenbach bis nach den Sommer-

ferien nicht neu besetzt ist, springt erneut eine Ad-Interim-Leitung ein, wie es in einem Elternschreiben hiess. Dass dieser Zeitungsbericht «zum jetzigen Zeitpunkt» erscheint, bedauert Schwarzenbach, weil man sich bei der (Nach-) besetzung mehrerer Stellen mitten im Prozess befinde.

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«Madame Frigo»

In Bonstetten trägt ein öffentlicher Kühlschrank dazu bei, Foodwaste zu vermeiden. > Seite 15

Folgen bei einer Schussabgabe Vergangenen Freitagabend kam es bei einem Polizeieinsatz beim Bahnhof Affoltern zu einer Schussabgabe. Der Warnschuss blieb für die Beteiligten ohne direkte Folgen. Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei Zürich hat die Staatsanwaltschaft nun dazu Ermittlungen aufgenommen. Auf Nachfrage des «Anzeigers» geben sich die verantwortlichen Medienstellen äusserst wortkarg. Es gibt weder Statistiken zu solchen Vorfällen, noch genauere Angaben. (red.)

> Bericht auf Seite 3

Schüleraustausch «Wir arbeiten sehr gut im Team», sagt immer beliebter Gioia Schwarzenbach über die ZusamSchulpflegerin: «Das Amt ist eine Riesenbüez»

menarbeit innerhalb der Schulpflege. Man pflege einen offenen Austausch. Das Amt sei allerdings zeitaufwändig und fordernd. Es könne deshalb passieren, dass man in die Schulpflege eintrete, ohne ein klares Bild von Aufgabengebiet oder Arbeitslast zu haben. Während der Legislaturperiode 2018–2022 kam es denn auch zu drei Wechseln. Eine Person will sich zu ihrem Abgang nicht äussern. Paul Schelbert, der im Frühling 2018 neu in das Gremium gewählt worden war und zwei Jahre später wieder ausschied, sagt auf Anfrage, sein Austritt sei gesundheitlich bedingt gewesen. Auch Katja Niederer war im Sommer 2020, in der Halbzeit der Legislatur aus der Schulpflege zurückgetreten. Sie war seit 2014 dabei gewesen. Sie betont, dass nicht Differenzen oder Vorfälle der Grund für ihren Abgang gewesen seien, sondern berufliche Gründe. Das Amt in der Schulpflege sei zeitintensiv und bringe viel Verantwortung mit sich. Selbst wenn viel Wille zur Veränderung vorhanden sei, bewege man sich in einem klar definierten, gesetzlichen Rahmen, der zuweilen wenig Spielraum lasse. «Für aussenstehende Personen ist möglicherweise nicht sofort erkennbar, was für eine ‹Riesenbüez› dieses Amt ist», sagt Niederer.

Seit fünf Jahren nimmt die Sekundarschule Hausen regelmässig Austauschschülerinnen und -schüler für ein Jahr auf. Initiantin Luzia Vogel betreut unterdessen auch für Mettmenstetten zwei Schüler und wurde von der Bildungsdirektion des Kantons als Sachverständige in diesem Bereich engagiert. (red.)

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Musik am Türlersee Passende Soundkulisse und laues, sommerliches Wetter – nach vier Jahren Unterbruch lockte am letzten Samstag wieder ein «Live am Türlersee» zahlreiche Fans an. Die Idee zum Open Air in der besonderen Atmosphäre gehe zurück auf die diversen Konzerte der Hausemer Band Last Avenue – die damals noch «Mild’n» hiess – in den Nullerjahren, erinnert sich Martin Gaisser, Leadsänger der Band und technischer Leiter des organisierenden Has-Clubs. 2015 liess man den Musik-Event unter dem Titel «Live am Türlersee» wieder aufleben, lud dazu dann mehrere Bands ein. Das Line-up konnte sich auch diesmal sehen lassen. Zum Finale rockten «Wilcox» das Horn am Türlersee unter sternenklarem Nachthimmel. (red.)

> Bericht auf Seite 17

50024 Ausgelassene Open-Air-Abendstimmung am Horn des Türlersees. (Bild Martin Platter)

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