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Bezirk Affoltern

Freitag, 4. März 2016

«Beseelt und poetisch», sagt Elfi Bohrer Ausstellung in Bonstetten mit Bildern von Nadja-D. Hlavka und Skulpturen von Etiyé Dimma Poulsen Absolut harmonisch wirkt das Zusammenspiel der Werke der beiden Künstlerinnen. Ruhe und Gelassenheit in den Farbtönen des Wassers in den Bildern von Nadja-D. Hlavka ergänzen die Dynamik und Energie der Figuren in Raku und Bronze von Etiyé Dimma Poulsen. Eine Ausstellung, in die man voll und ganz eintauchen kann. ................................................... von regula zellweger Die in der Galerie für Gegenwartskunst in Bonstetten ausgestellten Werke von Etiyé Dimma Poulsen und Nadja-D. Hlavka berühren. Annemarie Stüssi, die seit vielen Jahren für den «Anzeiger» schreibt, ist begeistert vom Zusammenspiel der eigenwilligen Werke der beiden starken Frauen. Sie lobt: «Elfi Bohrer ist eine herausragende Kuratorin.» Tatsächlich kann man die Ausstellung als ein vielschichtiges «Kunstwerk mit Kunstwerken» bezeichnen.

Etiyé Dimma Poulsen «Alles, was ich in meinem Leben möchte, ist mit meinen Werken Gefühle zu teilen. Ich habe so oft den Wohnsitz, meine Zuhause, die Länder und die Sprachen gewechselt. Kunst ist die einzige Konstante in meinem Leben – die Sprache, die ich immer und überall sprechen kann», damit fasst die in Afrika geborene Künstlerin zusammen, was ihre Werke ausstrahlen und ihr kulturelles Erinnerungsvermögen widerspiegeln. Poulsen liebt das spielerische Experimentieren – im Zentrum stehen ästhetische Skulpturen von meist afrikanischen Menschen, in Anlehnung ans Nachbarland Ägypten entstehen auch sphynxähnliche Figuren und sogar griechische und südamerikanische Elemente fliessen in ihre Arbeit ein. Bei der traditionellen Raku-Technik gestaltet das Feuer mit. Wie dies die Tonalität der Farben prägt, lässt sich nicht im Voraus berechnen, genauso wenig wie die Anordnung der für diese Brennart typischen Risse, das Craquelé. In einem archaischen Prozess entstehen die menschlichen Figuren aus den elementaren Materialien Erde, Wasser, Holz, Feuer und Metall. Feine Köpfe wachsen, wie Blüten auf langen Stängeln, auf schlanken Hälsen aus stark vereinfachten Kör-

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pern. Die Gesichter sind schwarz, flächig, ruhig, erhaben. Die Farben Schwarz, Rost, Türkis dominieren – wenig Gold verstärkt das Edle der Skulpturen. Die Figuren versinnbildlichen Archetypen elementarer Empfindungen wie Einsamkeit, Angst oder Verlangen, doch die Würde ihrer Haltung überstrahlt alles.

Nadja-D. Hlavka Die Wienerin Nadja-D. Hlavka mag sphärische Farben, Blau- und Grüntöne, kombiniert mit Erdfarben. Sie wählt die Farben sehr bewusst, sie orientiert sich an der klassischen Farbenlehre, wie es die alten Meister taten. Collage-Effekte entstehen durch textile Elemente auf der Leinwand, was Tiefe verleiht – Tiefe als dritte Dimension und als Bildaussage in Anlehnung an die Erosion in der Natur. Die imaginären Landschaften, oftmals mit Spiegelungen, lassen Erinnerungen an Gesehenes oder Geträumtes aufkommen. «Ich habe viele Jahre gebraucht, um Wasser malen zu können. Dann lernte ich, Luft zu malen. Und jetzt faszinieren mich Spiegelungen des Himmels im Wasser.» Man spürt Himmel und Wasser, transzendente Stimmungslandschaften, kann den Übergang aber nicht ausmachen. Ihre Bilder sind oft Metaphern, für jeden Betrachter eine andere. Ihre Landschaftsbilder sind menschenleer, auch damit will Hlavka einladen, diese poetischen Landschaftsräume zu betreten, um eigene Erfahrungen darin zu machen, einen Platz zu finden, der gut tut. Ökologie ist ihr ein Anliegen. Das Werden und Vergehen als Prozess beschäftigt sie immer wieder. Gern malt sie, wie die Natur ihren Lebensraum wieder zurückerobert, sanft und stetig. Darin sieht sie eine Chance für das Leben auf diesem Planeten. Elfi Bohrer hat die beiden Künstlerinnen schon einmal in einer Ausstellung kombiniert. Sie kommentiert: «Für beide ist ihr Schaffen eine Herzensangelegenheit. Beide könnten ohne nicht leben. Diese existenzielle Intensität überträgt sich auf die Betrachter.» Und Poulsen fügt hinzu: «Die Kombination von Nadjas Bildern und meinen Skulpturen regt zum Meditieren an.»

Etiyé Dimma Poulsen mit ihren Figuren in Raku-Technik.

Nadja-D. Hlavka neben ihrer vielschichtigen Öl-Malerei. (Bilder Arthur Bohrer) Ausstellung mit Werken von Nadia-D. Hlavka und Etiyé Dimma Poulsen in der Galerie für Gegen-

13 bis 17 Uhr. Im gleichen Zeitraum ist ein paar

Öffnungszeiten Kunstfenster: Samstag und Sonntag

Informationen:

wartskunst in Bonstetten, noch bis zum 3. April

Schritte entfernt im Kunstfenster an der Dorfstras-

von 14 bis 17 Uhr (jeden Sonntag mit Apéro) und

Galerie für Gegenwartskunst,

2016. Öffnungszeiten Galerie: Donnerstag und

se 13 die Ausstellung mit Bildern von Rosemary

nach Absprache, über Ostern an beiden Orten

Elfi Bohrer, Burgwies 2, 8906 Bonstetten,

Freitag, 14 Uhr bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag,

Rauber zu sehen.

geöffnet nach Vereinbarung.

Telefon: 044 700 32 10, www.ggbohrer.ch.


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