Bezirk Affoltern
Dienstag, 5. Februar 2019
Geburtstagsparty
Schöne Orgelklänge
Der Musikverein Harmonie Hausen feiert sein 125-Jahre-Jubiläum. > Seite 11
Konzert mit Gian Vito Tannoia in der katholischen Kirche in Affoltern. > Seite 13
-
9
Ereignisreicher Start Die Ottenbacher Pontoniere begannen das Jahr mit vielen Aktivitäten. > Seite 13
Rifferswil feiert ein Jahrtausend Grosses Jubiläum mit fünf übers Jahr verteilten Anlässen Rifferswil will sein 1000-JahreJubiläum würdig feiern. Weil die 1100-Seelen-Gemeinde im Oberamt finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, soll die Hälfte des 100 000-Franken-Budgets durch Sponsoren finanziert werden. ................................................... von martin platter «Entweder machen wir etwas Rechtes oder wir lassen es bleiben», antwortet Hugo Walter auf die Frage nach den Kosten für die 1000-Jahre-Feier. Walter ist der einzige Gemeinderat in Rifferswil, der sich bei den letzten Wahlen im April 2018 nochmals zur Verfügung gestellt hatte und die Wiederwahl schaffte. So war es fürs neue Gremium logisch, dass er das OK-Präsidium für die 1000-Jahre-Feier der Oberämtler Gemeinde übernimmt. Schliesslich wurde auch das Budget noch vom «alten» Gemeinderat abgesegnet. Es sieht ein Total von 100 000 Franken vor, die Hälfte soll durch Sponsoringbeiträge gedeckt werden. An guten Ideen mangelt es nicht, wie sich anlässlich eines Kurzbesuches an einer OK-Sitzung am letzten Mittwochabend im neuen Schulhaus gezeigt hat. Das Organisationskomitee setzt sich aus einer elfköpfigen Kommission zusammen, die in der Bevölkerung breit abgestützt ist. Den Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet eine Reihe von Festen, die übers ganze Jahr verteilt sind. Der Neujahrsapéro hat bereits stattgefunden. Das Frühlingsfest wird übers Wochenende vom 31. Mai bis am 2. Juni stattfinden und bildet den eigentlichen Auftakt ins Jubiläumsjahr mit einer Stubete, einem Puurezmorge, einem Confiund Honigwettbewerb und einem Geranienmarkt. Begleitet wird der Anlass von Lesungen und Geschichten von lokalen Künstlern sowie einem Konzert mit Disco am Samstagabend.
Backofen für die Dorfgemeinschaft Das Sommerfest findet vom 16. bis 18. August statt. Zum Auftakt wird am
Die Kommission für die 1000-Jahr-Feierlichkeiten in Rifferswil von links: OK-Präsident Hugo Walter, Christof Roth, Claudia Strasky, Christa Brunhart, Maria Cristina Schmid, Angi Brugger, Werner Schmid, Christof Hotz, Dani Suter, Barbara Abt und Thomas Ziegler. (Bild Martin Platter) Freitagabend der neue Holzfeuerbackofen eingeweiht, der im alten Feuerwehrhäuschen vis-à-vis des «Schwiizer Pöschtli» entstehen soll. Er soll vollumfänglich aus Sponsorenbeiträgen finanziert werden und in Zukunft von einer eigenen Trägerschaft übers Jubiläumsjahr hinaus weiterbetrieben werden. Die Idee ist, dass sich die interessierte Rifferswiler Bevölkerung wie früher zum gemeinsamen Backen trifft. Auch der folgende Samstag steht mit einem Schmaus auf dem Dorfplatz im Zeichen der Kulinarik. Ein Orientierungslauf im Dorf, ein historischer Handwerkermarkt mit flotter Marschmusik und Gesangs-Hymnen sowie ein mehrteiliges Theater zur Reformation bilden das Nachmittagsprogramm. Ein
Openair-Konzert beschliesst den Tag. Am Sonntag gibts 1000 Sonnengrüsse im Seleger Moor, einen Gottesdienst und einen Frühschoppen auf dem Dorfplatz.
Fest vom 1. bis 3. November Vom 1. bis 3. November soll das Herbstfest steigen. Es startet am Freitagabend mit dem Lichterfest der Primarschule und anschliessendem Suppenznacht für alle. Auch der Samstag steht im Zeichen der Kinder – wobei auch die Erwachsenen eingeladen sind, sich an den Spielen, Gestaltungs- und Bewegungs-Workshops zu beteiligen. Die Nacht beginnt mit einem Hofkonzert
und anschliessendem Apéro riche. Der Sonntag geht mit weiteren Spielen, Workshops und Theatervorführungen weiter. In der Silvesternacht soll das Jubiläumsjahr dann gemeinsam beendet werden.
Ausblick auf die kommenden 1000 Jahre Neben dem geplanten Dorfbackofen sollen noch zwei weitere Projekte Bestand übers Jubeljahr hinaus haben. Bis zum Frühlingsfest soll der geteerte Platz zwischen Kirchgemeindesaal und Kirchentreppe durch Kopfsteinpflaster ersetzt werden. Die dazu nötigen 2400 Pflastersteine sollen für 10 Franken das Stück verkauft und die
Steinspender auf einer Tafel verewigt werden. Dazu will das OK in Rifferswil von Tür zu Tür gehen, um für die Aktion Geld zu sammeln. Das dritte Projekt ist ein 1000+1000-Jahr-Weg. Entlang von Gemeindewegen wird eine zweimal 1000 Meter lange Strecke definiert, die die vergangenen und die zukünftigen 1000 Jahre symbolisieren soll. Holzpflöcke, auf denen ein beschriftetes und mit QR-Code versehenes Metallschild angebracht ist, sollen Meilensteine der 1000-jährigen Geschichte Rifferswils markieren. 1291 beispielsweise die Gründung der Eidgenossenschaft, deren Details sich mittels QR-Code kinderleicht aufs Smartphone holen lassen. Was wohl der QR-Code zum Jahr 3019 orakelt?
Die Mauer von Kappel
W
ir wollen keine neue Klostermauer!» Dies war die Schlagzeile einer Volksinitiative zuhanden der Zürcher Landeskirche, deren Unterschriftensammlung am 25. Mai 2018 startete. Die Bögen wurden seinerzeit auch im «Anzeiger» und im «Reformiert» abgedruckt. So hätten theoretisch alle reformierten Mauergegner von Kappel im Kanton Gelegenheit gehabt, den Vorstoss zu unterzeichnen. Dem war aber trotz grossem Engagement des Initiativkomitees nicht so. Bis zum Ablauf der Sammlungsfrist im November kamen nur rund 1800 Unterschriften zusammen. Doch die damals geltende kantonale Kirchenordnung verlangte 2000, Adventsfreude kam kaum auf. In einer Publikation im Amtsblatt vom Januar
2019 stellte der Kirchenrat fest, dass die Frist von sechs Monaten zur Einreichung der Initiative unbenutzt abgelaufen sei. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bereits im letzten Mai hatte die Kirchensynode, das Parlament der Zürcher Reformierten, ein umfangreiches Paket zuhanden einer Volksabstimmung geschnürt. Dieses enthielt auch eine Reduktion der Unterschriftenzahlen für Volksinitiativen auf 1000. Das Geschäft wurde am 23. September 2018 an der Urne den reformierten Zürcher Stimmberechtigen vorgelegt. 76 % der Stimmenden sagten damals Ja. Der Kirchenrat hat die beschlossenen Gesetzesänderungen auf Anfang 2019 in Kraft gesetzt.
Nun hat das Ämtler Ex-Muros-Initiativkomitee gemäss kürzlichem Bericht im «Anzeiger» die Unterschriftenbögen doch noch eingereicht. Es ist wohl davon auszugehen, dass das Volksbegehren, dessen Unterschriften nach altem Recht gesammelt wurden, nicht automatisch auch für die Neuregelung Gültigkeit haben werden. Denn das Verfahren mit Ankündigung und Abschluss der sechsmonatigen Sammelfrist ist ja eigentlich längst Geschichte. Somit liegt der Ball nun bei Kirchenrat und Synode, welche die Knacknuss öffnen und sagen müssen, was ihrer Meinung nach gilt, «Juristenfutter» für hüben und drüben! Für das Initiativkomitee ist die tiefere Unterschriftenzahl zwar etwas wie verspätete Weihnachten. Sollte
Freiwillig! Seit Jahren erhalte ich, offensichtlich immer aus der gleichen Ecke, jedenfalls mit dem gleichen Schrifttyp, anonyme Briefe, letztmals im Dezember nach meinem Bericht über die Gemeindeschreiber im Bezirk. Man habe Erbarmen mit mir und frage sich, ob man solche Berichte wirklich freiwillig schreibe
jedoch der Vorstoss als ungültig erklärt werden, hilft dies auch nicht weiter. Ob die Sache dann mit einen dritten Kappeler (Papier-)Krieg oder
oder dazu gezwungen werde. Waren frühere Papiere ohne Unterschriften, zierten diesmal handschriftlich «Fridolin, Linda, Peter, Cornelia, Max und Georg» den Zettel. Nach über 70 Beiträgen seit bald sieben Jahren schreibe ich trotz meiner 80 Lenze aufgrund von auch positiven Reaktionen aus der Leserschaft vorläufig (freiwillig) weiter. (rf.)
doch noch mit einer echten Milchsuppe enden wird, steht heute wohl noch in den Sternen. Erich Rüfenacht