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Forum

Freitag, 3. Februar 2012

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ämtler kantonsräte meinen

Moritz Spillmann (SP, Ottenbach)

Von der Wüste und der Oase Gut 80 Millionen Franken gibt der Kanton jährlich für das Opernhaus Zürich aus. Dieser Betrag scheint gerechtfertigt, wenn man dem Präsidenten des Verwaltungsrates Glauben schenkt: Die Oper diene im wahrsten Sinne der Menschenbildung. Doch was nützt das noch: Neben den Maya und Uriella sieht auch die SVP die Welt unmittelbar vor ihrem Ende: Weil Europa – wenn nicht heute, so doch morgen – implodiere, müsse auch die Kultur einen Beitrag leisten, dass wir uns wenigsten mit ausgeglichenem Konto verabschieden. Deshalb stellte die SVP letzten Montag im Kantonsrat den Antrag, die Beiträge an die Oper zu reduzieren. Weitere Parteien sekundierten die SVP in dieser Forderung: Für die CVP ist das Opernhaus nicht per se zu teuer, aber dennoch

gelte beim Sparen eine gewisse «Opfersymmetrie». Und so war die Opernhausdebatte im Rat in erster Linie eine über Finanzen, die sich nicht um die Menschenbildung kümmerte. Ich habe die Budgetdebatte vom letzten Dezember aus Sicht der Bildungspolitik noch in lebhafter Erinnerung: Die Bildungsverwaltung wurde um 10% gekürzt, der Familien- und Jugendhilfe wurde das Budget zusammengestrichen, und die überfälligen Investitionen in die Infrastruktur der Schulen und der Universität blieben auf der Strecke. Es muss gespart werden in diesem Kanton! So erstaunt es doch, dass das Opernhaus ungeschoren davonkommt. Den Ausschlag zugunsten des Opernhauses gab die FDP, welche noch im

Dezember in blinder Sparwut jede Kürzung in der Bildung unterstützt hatte. Und so drängt sich der Verdacht auf, dass es der FDP weniger um «Menschenbildung» geht, als vielmehr darum, das Vergnügen ihrer eigenen Klientel von der Allgemeinheit finanzieren zu lassen. Warum soll es auch beim Freizeitvergnügen anders sein als bei den Steuern? Vom staatstragenden und bildungsliberalen Liberalismus hat sich die FDP offenbar verabschiedet. Umso mehr kann ich verstehen, dass der sehr hohe Beitrag an die Oper in Frage gestellt wird. Es kann nicht sein, dass die bürgerliche Mehrheit den Kanton systematisch finanziell austrocknet und in dieser Wüste gleichzeitig eine Wohlfühloase für Gutbetuchte unterhält!

Peter Frey erfüllt alle Voraussetzungen

Ist Frey noch frei?

Ich unterstütze mit Überzeugung Peter Frey zur Wahl als Präsident des Bezirksgerichts. Er war während meiner aktiven Richterzeit als Gerichtsschreiber, Leitender Gerichtsschreiber und Ersatzrichter tätig. Viele Jahre amtete er als Vorsitzender des Mietgerichts. Diese Aufgaben erledigte er speditiv, korrekt und kompetent. Peter Frey verfügt über hervorragende juristische Kenntnisse. Er versteht die Angestellten zu betreuen und zu führen. Peter Frey ist eine ausgeglichene Persönlichkeit. Er besitzt fachlich und menschlich alle Voraussetzungen für das Präsidium des Bezirksgerichts. Peter Frey ist mein Kandidat für das Präsidium des Bezirkgerichts.

Zum Leserbrief von Dr. iur. Ueli Vogel-Etienne, «Anzeiger» vom 31. Januar 2012.

Gody Plankensteiner, Alt-Bezirksrichter * In meiner Funktion als Betreibungsbeamtin (1993 bis 2008) hatte ich beruflich regen Kontakt mit dem Bezirksgericht Affoltern. Insbesondere mit Peter Frey, der damals als Leitender Gerichtsschreiber amtete. Seine fachlich kompetente, unterstützende und sehr zuvorkommende Art ist mir in guter Erinnerung geblieben. Gerade diese Eigenschaften kombiniert mit seiner langjährigen Erfahrung am Bezirksgericht Affoltern befähigen Peter Frey zweifelsfrei für das Amt des Bezirksgerichtspräsidenten. Ich werde deshalb am 11. März 2012 Peter Frey als Bezirksgerichtspräsident wählen. Doris Huguenin-Bergenat, Alt-Betreibungsbeamtin Stallikon

Es reicht! Neue Fachmärkte und Einkaufszentren, Hunderte von neuen Parkplätzen, Tausende von neuen Autofahrten täglich: Umfahrung Ottenbach, Umfahrung Obfelden, Umfahrung Affoltern… Umfahrung Zwillikon, Umfahrung Hedingen, Umfahrung Mettmenstetten, Umfahrung Knonau… Die Grünen sind die einzigen, die sich konsequent und auf allen Ebenen gegen diesen Unsinn zur Wehr setzen. Machen Sie mit – werden Sie Mitglied der Grünen des Bezirks Affoltern http://www.gruene-zh.ch/gruene-vor-ort/ bezirksparteien/affoltern oder per EMail gruene-affoltern@bluewin.ch oder unterstützen Sie uns: Postkonto 85-246387-4, Grüne Bezirk Affoltern. Hans Läubli, Kantonsrat, Affoltern

«Parteibuch oder Leistungsausweis» übertitelt der auch am Bezirksgericht Affoltern praktizierende Rechtsanwalt Dr. iur. Ueli Vogel-Etienne seinen Beitrag über die bevorstehende Wahl des Gerichtspräsidiums. Offensichtlich hat er den Sonderfall Schweiz noch immer nicht verstanden. Hierzulande stehen den Bürgern eben – im Unterschied zu den von ihm zitierten «Vorbildländern» – weitgehende Rechte zu, unter anderem eben auch das Recht ihre Richter zu wählen. Es gibt deshalb keinen Grund, die Bestellung der Gerichte via Volkswahl zu verunglimpfen. Demgegenüber darf ernsthaft bezweifelt werden, ob von akademischem Standesdünkel gesteuerte Gerichtsbestellung zu qualifizierterer Rechtssprechung führen würde. Ganz nebenbei ist auch zu bemerken, dass es bei der bevorstehenden Wahl nicht um die Besetzung irgendeines Richterstuhles geht. Hier steht das Präsidium des Bezirksgerichts Affoltern zur Wahl. Der herabwürdigende Hinweis, dass die Kandidatin der SVP, welche «immerhin über eine juristische Aus-

bildung verfügt», durch Parteibuch zur Kandidatur legitimiert sei, spricht eine eigene Sprache. Frau van de Graaf verfügt nicht nur über eine juristische Ausbildung, sie verfügt über eine breite Gerichtspraxis und ist als vollamtliche Ersatzrichterin für alle Bezirksgerichte im Kanton und am Obergericht, in der Rechtspflege des Kantons Zürich hervorragend vernetzt und anerkannt. Zudem ist die in Mettmenstetten wohnhafte Richterin im wahrsten Sinne des Wortes unabhängig. Ich masse mir nicht an, die juristische Qualifikation des Mitbewerbers um das Präsidium des Bezirksgerichts, Herrn Peter Frey, zu beurteilen. Aber es fällt auf, dass sich zwei im Bezirk wohnhafte Rechtsanwälte, die Herren Vogel-Etienne und Hegetschweiler, welche in Ausübung ihrer anwaltlichen Tätigkeit immer wieder Klienten vor dem Bezirksgericht Affoltern vertreten, intensiv für die Kandidatur von Herrn Ersatzrichter Frey stark machen. Das ist doch irgendwie bemerkenswert, Volkswahl für Richter ist des Teufels, Lobbying unter Berufskollegen offensichtlich nicht. Da bleibt die Frage offen, wie frei ist Frey? Jakob Schneebeli, Affoltern

Eine Hommage an das Spital Affoltern Eines Unfalles wegen wurde ich am 4. Dezember 2011 ins Spital Affoltern eingeliefert; mein Aufenthalt dort dauerte bis zum 5. Januar 2012 bevor ich in die Reha-Höhenklinik in Wald zur Kur ging. Was ich im Spital Affoltern auf dem A-Level erleben durfte, war die hohe Schule von sachgemässer Medizin von Ärzten, Physiotherapeuten und wunderbaren Pflegerinnen und Pflegern mit hoher sozialer Kompetenz. Ich habe zum dritten Mal erfahren und gesehen, was in einem Regionalspital geleistet wird – trotz rigoroser Sparmassnahmen. Ich habe miterlebt, wie viele tolle Pflegerinnen und Pfleger unter Zeitdruck hilfsbereit und mit einer hohen Effizienz zum Wohle der Patienten präsent waren und die direkte Nächstenliebe jeden Tag leben. Der Chefarzt Dr. Christian Hess und die Co-Chefärztin Frau Dr. Lindemann können stolz sein auf die zahlreichen jungen Ärzte, die Physiothera-

peutinnen und -therapeuten sowie die zahlreichen Pflegerinnen, denen nichts zu viel war. Alle diese wundervollen Menschen verdienen ein «summa cum laude» für ihre Arbeit und Liebenswürdigkeit trotz Sparbemühungen und Personalabbau. Ich möchte allen Ärzten und Spitalangestellten von Herzen danken für all das, was sie für mich getan haben, für ihre unermüdliche Geduld und ihr grossartiges Engagement. Ich kann das Spital Affoltern wärmstens empfehlen und möchte jeden Politiker, der noch mehr finanzielle Kürzungen im Gesundheitswesen fordert, für eine Woche Anschauungsunterricht im Spital einladen, damit das «Sparen am falschen Ort» endlich aufhört. Es geht um viel mehr als um Geld, es geht um die Würde des kranken Menschen, egal welcher Provenienz. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, «es gibt nichts Gutes, ausser man tut es» – das Spital Affoltern tut es sehr gut. John E. Bändteli, Affoltern

Und dennoch sprach ich mich überzeugt für die Unterstützung des Opernhauses aus. Auf die kommende Spielsaison wird mit Herrn Andreas Homoki ein neuer Intendant auf den übermächtigen Alexander Pereira folgen. Dabei soll der neue Intendant vieles gleich machen und anderes besser: Vor allem soll er das Opernhaus öffnen. Denn die Oper gehört nicht nur ins Opernhaus, sondern ebenso zu den Kindern und Jugendlichen, auf die Strasse, zu den Menschen hin. Es soll ein Volkstheater werden, das allen Gesellschaftsschichten offen steht. Um nicht von vermeintlichen Finanzfachleuten als Träumer abgestempelt zu werden: Der Strategiebericht zum Opernhaus zeigt sehr eindrücklich auf, dass eine gute Oper ihren stolzen Preis hat – eine schlechte aber nicht viel billiger zu haben ist. In der heiklen Über-

Amputiertes Gedicht im «Zifferblatt» Meine Freude darüber, dass eines meiner Gedichte in der Januarausgabe des Aeugster Kirchenorgans «Zifferblatt» auf der ersten Seite veröffentlicht wurde, verwandelte sich schnell in eine grosse Enttäuschung. Irgendjemand – wer auch immer – hat in der letzten Strophe meines Gedichtes einen ganzen Satz, und zwei weitere Worte weggelassen. Der tiefere Sinn, die Quintessenz des Gedichtes gingen somit verloren! Schlimmer noch, der Hinweis, dass ich den ersten Preis der Deutschen Gedichte Bibliothek 2011 gewonnen haben soll, lässt vermutlich jedermann ungläubig die Stirne runzeln, angesichts eines dermassen verstümmelten Gedichtes. Deshalb möchte ich mein Gedicht «Winterfreude» nochmals veröffentlichen. Teilweise als Berichtigung, und ausserdem in der Hoffnung, auch den Lesern des «Anzeigers» eine kleine Winterfreude bereiten zu können. Hedwig Olsson-Lincke, Aeugst

Winterfreude kalte Hände – kalte Ohren zur Hälfte schon ist der See gefroren Eiskanten blinken im Sonnenlicht wenn ein Strahl sich in den Kristallen bricht es leuchtet und funkelt – es glitzert so sehr als hätte dort wer Diamanten verloren offenes Wasser – schleichender Dunst ein Erpel beweist seine Taucherkunst er plätschert und schwappt dort im eisigen Nass ganz offensichtlich macht es ihm Spass er kreuzt durch den Nebel – hin und her als geniesse nur er der Elemente Gunst kalte Füsse – ein warmes Herz gelindert – verflogen der grosse Schmerz über all das was mir in letzten Jahren an Trübseligkeiten ist widerfahren ein Lächeln verbreitet sich – mehr und mehr als erzählte mir wer einen guten Scherz

gangszeit des Intendantenwechsels nun die Gelder streichen zu wollen, ist schlichtweg fahrlässig, weil es den Erfolg des Opernhauses in Frage stellt. Kultur ist nicht einfach Luxus, sondern letztlich die Essenz unserer Gesellschaft. Gerade Opern handeln von zeitlosen, existentiellen Konflikten um Freiheit, Liebe, Macht, Schuld und Verrat. Das Leben und die Politik sind voller (solcher) Konflikte – Konflikte, auf die wir konkrete Antworten finden müssen. Die Geschichten auf den Bühnen geben diese Antworten nicht preis, doch sie verstören, lassen innehalten und öffnen unsere Gedanken. Genau im letzteren liegt der Schlüssel zum Erfolg einer Gesellschaft. Ach übrigens: Der Kantonsrat lehnte die Kreditkürzung ab – vielleicht geht die Welt ja doch nicht unter?

Die Qualität in der «Reussbrücke» stimmt nach wie vor! Früher ein regelmässiger Gast, war ich nach zirka zwei Jahren Abwesenheit im Herbst 2011 und diese Woche wieder im Restaurant Reussbrücke in Ottenbach zum Abendessen mit einem Geschäftskollegen. Vom ganzen Hintergrund nichts wissend, habe ich mich gewundert, warum das GaultMillau-Schildchen nicht mehr sichtbar ist... Jetzt ist es klar. Ich kann nur sagen: Bravo Herr Imhof für den mutigen Entscheid. Gesundheit geht klar vor! Ich werde weiterhin in der Reussbrücke essen gehen, die Qualität stimmt nach wie vor. Christoph Siegwart, Eggenwil

Wieder schliesst ein Geschäft im Herzen von Obfelden Für einmal mehr muss ein Geschäft schliessen, dass zum Herzen von Obfelden «vo üseräm Dorf» gehört. Diesmal trifft es die Kleiderbörse Knirps. Frau Haudenschild ist mit ihrer Idee – und auch Illusion – im Jahre 1998 im ehemaligen EKZ-Gebäude gestartet und mittlerweile in den heutigen Raum im Stehli-Areal umgezogen. Dieses wird leider im März abgerissen. In allen 14 Jahren hat es Frau Haudenschild möglich gemacht, dass jederzeit trendgerechte, modische Kinder- und Jugendkleider angeboten werden. Dies zu sehr günstigen Preisen. Auch zu erwähnen ist, dass alles andere, was für ein Baby, Kleinkind (Buggy, Autositz, Bettli) gebraucht wird, je nach Angebot auch immer vorhanden ist, genauso, wie so viele gut erhaltene Spielsachen.

Eine wichtige soziale Einrichtung Der kleine Laden ist liebevoll und übersichtlich eingerichtet – man kann/darf auf einen Schwatz vorbeikommen und/oder auch seine eigenen Sachen verkaufen. Es wäre schade, wenn Frau Haudenschild kein neues Lokal finden könnte. Darum hoffe ich, dass auf diesem Weg ein neuer Vermieter gefunden wird, der dieser wichtigen, sozialen Einrichtung ein günstiges Angebot machen kann. Helen Casanova, Obfelden


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