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008 2014

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Wahlen 2014

Freitag, 31. Januar 2014

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In Ottenbach ist eine Auswahl möglich Ausgangslage der Wahlen vom 30. März für die Gemeinde- und Primarschulbehörde Während der Gemeinderat nur einen Rücktritt zu verzeichnen hat, müssen bei der Primarschulpflege gleich drei neue Mitglieder gewählt werden. Für beide Behörden bewerben sich mehrere Personen für die frei werdenden Sitze, sodass eine echte (Aus-)Wahl möglich wird. ................................................... von martin mullis Nach zwei Amtsperioden verlässt Tiefbauvorstand Fritz Schumacher den Gemeinderat. Er erreicht in diesem Jahr sein Pensionsalter und freut sich darauf, wieder mehr Zeit zu besitzen, um mit seiner Frau vermehrt auch spontane Reisen unternehmen zu können. Präsident Kurt Weber und die Gemeinderätinnen Rita Ackermann und Gaby Noser Fanger sowie Gemeinderat Bruno Ruh stellen sich erneut für vier Jahre zur Verfügung. Wer die amtliche Publikation der provisorischen Wahlvorschläge für die Erneuerungswahlen vom 30. März 2014 genauer betrachtet, stellt fest, dass sich sowohl bei der Gemeinde- als auch bei der Schulbehörde mehr Kandidaten um ein Amt bewerben als frei werdende Sitze zur Verfügung stehen. Auf der Liste der insgesamt zwölf Kandidaten beider Behörden werden jedoch lediglich vier Namen einer Partei zugeordnet. Das bedeutet, dass acht Bewerber parteilos in den Wahlkampf gehen. Gemeindepräsident Kurt Weber (FDP) bezeichnet das Fehlen einer Parteizugehörigkeit als nicht optimal. Für Wähler, welche die Kandidaten nicht

Das Dorf an der Reuss: Die rund 1800 Stimmberechtigten von Ottenbach werden zur Wahl gebeten. (Bild Martin Mullis) persönlich kennen, würde das Wissen über deren politische Positionierung die Wahl erleichtern. Grundsätzlich freut er sich jedoch sehr, dass sich in Ottenbach genügend Personen für ein politisches Amt bewerben und damit die Verbundenheit mit den Behörden und ein Interesse am Dorfleben bekunden.

Parteiaustritt von Rita Ackermann Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass bei der bisherigen Gemeinderätin Rita Ackermann, welche ursprünglich als Mitglied der SVP in den Gemeinderat gewählt wurde, ebenfalls eine Parteizugehörigkeit fehlt. Rita Ackermann war aufgrund einer Ferienabwesenheit im Ausland für eine Stellungnahme zu dieser Tatsache nicht zu erreichen. Der Präsident der SVP-Ortspartei, Bruno Ruh,

bestätigt jedoch den Parteiaustritt der Gesundheits- und Sozialvorsteherin, welcher bereits vor einigen Monaten erfolgt sei. Er hält jedoch dezidiert fest, dass nicht parteipolitische, sondern ganz persönliche Beweggründe dafür verantwortlich seien. Bruno Ruh betont, dass mit Rita Ackermann Gespräche geführt werden. Er ist zuversichtlich, dass die Unstimmigkeiten bald ausgeräumt werden können. Neu für den Gemeinderat bewerben sich Peter Weis, Bauingenieur HTL und der Kommunikationsberater Salomon Schneider, (ein Kurzporträt der beiden Kandidaten wird in einer späteren Ausgabe des «Anzeigers» erfolgen). Auch bei der Primarschulpflege zeigt sich die Ausgangslage komfortabel. Für die drei Rücktritte bewerben sich vier Kandidaten. Nach zwölf Jahren tritt Thomas Müller zurück und dies eher unfreiwillig, wie er mit ei-

nem Schmunzeln vermerkt. Der bisher als Präsident amtierende Bezirksrichter wohnt bereits seit 2010 nicht mehr in der Gemeinde Ottenbach, durfte jedoch mit einer Ausnahmebewilligung des Bezirksrates die Amtsdauer noch beenden. Eigentlich hätte er ganz gerne eine weitere Amtsperiode angehängt, bedauert er, immerhin durfte er doch viele positive Erlebnisse in dieser Behörde verzeichnen. Ebenfalls nach zwölf Amtsjahren tritt Tom Keller und nach acht Jahren Brigitte Baumgartner zurück. Die bisherigen Schulpflegemitglieder Caroline Meister und Anastasios Minidis stehen weiterhin zur Verfügung, wobei sich der Versicherungsprokurist Minidis als Präsident bewirbt. Für die zwei vakanten Plätze bewerben sich Alexander Kitzinger, Betriebsökonom HWV, die Juristin Katja Niederer und die Zoologin Gioia

Schwarzenbach Wälti. Der abtretende Präsident Thomas Müller freut sich, dass sich für die Schulpflege genügend Kandidaten zur Verfügung stellen und ist überzeugt, dass die Schule in Ottenbach weiterhin auf einem hohen Niveau geführt wird.

Die Behördenwahlen in den Gemeinden Am 30. März 2014 werden die Behörden der 14 Gemeinden des Bezirks Affoltern neu bestellt. In einer Serie beleuchtet der «Anzeiger» die Ausgangslage. In einigen Gemeinden stehen Wahlkämpfe an, in anderen werden nehmen die Behördenmitglieder die Legislalaturperiode 2014 bis 2018 in stiller Wahl in Angriff. (-ter.)

Nun kommt es auch im Gemeinderat zur Ausmarchung Jürg Wyttenbach, Mitglied der Grünen, kandidiert in Affoltern als «Wilder» und fährt der IPK in die Parade Mit seiner Kandidatur sorgt Jürg Wyttenbach auch beim Gemeinderat in Affoltern für einen Wahlkampf, nachdem die Interparteiliche Konferenz (IPK) sieben Kandidierende für sieben Sitze präsentiert.

tei, die Grünen, um Unterstützung gebeten, fand aber kein Gehör. Er sei zu konfrontativ, beschied man ihm. Er habe, sagen andere, jedoch schon mehrfach gezeigt, dass er mit allen

................................................... von werner schneiter Die IPK präsentiert für den Gemeinderat im Bezirkshauptort sieben Kandidatinnen und Kandidaten – darunter die beiden Neuen, Markus Meier (FDP) und Markus Gasser (EVP). Mit der Kandidatur von Jürg Wyttenbach (55) kommt es nun also auch beim Gemeinderat zu einer Ausmarchung, nachdem für das Präsidium zwei Bewerber feststehen, die beiden Gemeinderäte Hermann Brütsch (FDP) und Clemens Grötsch (parteilos). «Sieben Kandidierende für sieben Sitze – das geht nicht in einer Demokratie», findet Jürg Wyttenbach. Er hat seine Par-

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Jürg Wyttenbach. (Bild zvg.)

Parteien konstruktiv zusammenarbeiten könne. Wyttenbach selber sieht sich nicht als ideologischer Grüner: Er verteufle das Autofahren nicht, setze auch hier auf den Fortschritt (E-Mobilität) und suche generell nach politischen, pragmatischen Lösungen. Aber er kann auch anders, wenn er zur Überzeugung gelangt, dass Projekte falsch aufgegleist werden und er «Klüngelwirtschaft», nicht transparente Enscheide oder gar Gesetzesverstösse wittert. In Leserbriefen hat er sich wiederholt kritisch zu Vorgängen geäussert. Im Falle des Projekts einer Solarthermie/Fotovoltaik-Anlage für das Schwimmbad Stigeli hat er, letztlich mit Erfolg, unter anderem auch mit rechtlichen Mitteln, grossen Schaden für die Gemeinde abgewendet. Seine Mission ist der Kampf gegen jene, die nach seiner Auffassung Gesetze ritzen und verletzen, Investoren unbotmässige «Geschenke» machen oder in einer mausarmen Gemeinde «einfach «Geld in den Sand setzen». «Ich bin für Transparenz, rechtsstaatliche, geset-

zeskonforme Abläufe und die Beachtung der Gemeindeordnung», sagt Jürg Wyttenbach, der da und dort Aufarbeitung für nötig hält.

Entwicklung im Lindenmoos Und wie sieht sein Blick in die Zukunft aus, zum Beispiel im Bereich der Entwicklung des Bezirkshauptortes? Nun diese soll in erster Linie im Gebiet «Bahnhof Süd» (Lindenmoos) und der angrenzenden Gewerbezone stattfinden. Dort plädiert Jürg Wyttenbach für Wohnen und Gewerbe. Dabei soll in Gehdistanz zum Bahnhof das Schwergewicht beim «Wohnen» liegen. Im Zonendurchschnitt sollen jedoch mindestens zwei Gewerbegeschosse erhalten bleiben. Die Anzahl gebauter Wohngeschosse sollte jedoch möglichst hoch (8) sein. «Wenn Hornbach kommt, wird bei Coop Hobby wohl eine grosse, zweistöckige Ladenfläche frei – daraus entsteht schon bald eine grosse, absolut zentrale Reservefläche für Dienstleis-

tungen aller Art», sagt Jürg Wyttenbach. Er glaubt ausserdem, dass es, wegen Doppelspurigkeiten, nach der Hornbach-Eröffnung im «Albis Park» keinen OBI-Baumarkt braucht. Zur prekären Finanzlage der Gemeinde sagt er: «Wir müssen die Soziallasten, die der Bezirkshauptort zentral trägt, breiter verteilen und die grossen Ausgaben effizienter planen. In welchem Ressort sieht sich Jürg Wyttenbach im Gemeinderat? Nachdem er sich vorwiegend mit Fragen zur Verkehrs- und Zonenplanung auseinandersetzt, würde ihn der Hochbau reizen. Ein Ressort, das frei wird, sofern Clemens Grötsch die Wahl zum Gemeindepräsidenten schafft. Dass er den Wahlkampf ausserhalb der «intransparenten IPK-Familie» betreiben kann, sieht er sogar als Startbonus im Wahlkampf. Möglicherweise wird sich auch eine Gruppe bilden, die Jürg Wyttenbach unterstützt. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, wohnt seit 16 Jahren in Affoltern und ist Dr. sc. tech. dipl. Informatik-Ing.


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