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Juli/August 2013

Wettbewerbsrecht

KARTELLE IM KFZ-HANDEL? Studie Wieder mehr Lust auf Autokauf

Kongress Werkstattmarkt vor Umbruch

Prozess Wer gilt als Sachverständiger?

Netzwerk Werkstattsysteme zur Zukunftssicherung

Zum Herausnehmen! JULI/AUGUST 2013

Marktanalyse

VERHALTENE AUSSICHTEN Branchentreffen Welche Zukunft hat der Fachhandel?

Kooperation Mit der Kraft der Gemeinschaft

Spezialwerkzeug Neue Anforderungen durch RDKS

Ausstattung Werkstattgeräte von und für Profis

Extreme Belastungsprobe: Beim TÜV Austria werden neue Räder „auf Herz und Nieren“ getestet

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Reifen, Räder und das heiße Thema RDKS: Alles dazu lesen Sie in unserem aktuellen Special!

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ANSICHT

Es gibt nichts Gutes ... … außer: Man tut es. Jedes Jahr haben wir im Verlag, so um die Frühlingszeit, die spannenden Überlegungen: „Welches Thema, welche Diskussion bringen wir in die nächste Sondernummer.“ Die Entscheidung fiel einstimmig aus: „Wozu Auto?“. Im ersten Moment meint man „Was denn sonst?“ Sehr schnell stößt man jedoch bei diesem Thema auf all die Schwierigkeiten und Fallstricke, die dem Verkehr entgegengesetzt werden. Fallstricke, die Politik, VCÖ & Co. andauernd auslegen. • Ein Ergebnis dieser Bemühungen: Die Attraktivität des Autos fällt beständig zurück. Das trifft auch auf die individuelle Mobilität zu. Das Auto hat keine Lobby! Die natürlichsten Lobbyisten, Kammern und Gremien sind (Partei!) politisch so total durchwirkt, dass das Löcken wider den Stachel – Stichwort: Parteidisziplin – das rasche Ende jeder Kammerkarriere bedeuten würde. • Als wir von AUTO &Wirtschaft bei den Importeuren die Idee ganz leicht antupften, man könnte doch von jedem verkauften Auto 10 vielleicht 5 oder auch nur 1 Euro in einen gemeinsamen Topf für Öffentlichkeitsarbeit legen, war das ablehnende Gelächter vom Schwarzenbergplatz in Wien bis zu den Spitzenimporteuren nach Salzburg zu hören. Dieses Geld, von einem Profi – und keinem Liebkind der Branche – gekonnt eingesetzt, würde im Sinne einer ehrlichen Aufklärung einiges bis sehr viel bewirken. Einige Fernsehspots, wenn auch noch so gut gemacht, gehen einfach in dem Wust der Markenartikelwerbung unter. .• Aufklärungsarbeit muss viel diffiziler, schon weit im Vorfeld, beginnen. Sonst werden die rot-grüne Parteipolitik und das unsägliche Wirken des VCÖ immer mehr um sich greifen. Diese Kaderparteien bzw. -organisationen mögen den individuellen Menschen und die persönliche Mobilität überhaupt nicht. Dabei müsste es diesen Leuten doch einleuchten, was es für den allgemeinen Wohlstand bedeutet, wenn die Mobilität mehr und mehr eingeschränkt wird. Die Statistik sagt, dass 8 bis 10 Prozent der Arbeitsplätze vom Automobil abhängen. Direkt! • Aber indirekt ist es wohl ein Vielfaches. Was geschieht ohne Auto mit all den Einkaufszentren vor den Toren unserer Städte? Was mit dem Fremdenverkehr? Was

Helmuth H. Lederer, Herausgeber und Querdenker: „Warum eigentlich kein Solidarbeitrag?“

mit dem Ausflugsverkehr? Was mit den tausenden und abertausenden Handwerkern und Gewerbetreibenden, selbstständig oder angestellt? Sie alle sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Die Gewerkschaften und Kammern in ihren Tintenburgen und mit ihrer Pflichtmitgliedschaft sind es sicher nicht. • Wir werden nun versuchen, ein Zeichen zu setzten, ein Zeichen mit neutraler Selbstfinanzierung. Wir werden das Thema „Wozu Auto?“ in unserer gewohnt offenen, aber auch kritischen Form in einem eigenen Sonderheft abhandeln. Sie bekommen damit sehr viel an Argumentationshilfe für Ihre täglichen Gespräche und Diskussionen. • Darüber hinaus können Sie Fortdrucke des Sonderheftes bestellen und mit einem Brief an Ihre Kunden und VIPs versenden. Ab einer gewissen Bestellgröße kann Ihre Firma auf der Titelseite eingeblendet werden und einen speziell auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen eigenen Leitartikel veröffentlichen. In der Textgestaltung helfen wir Ihnen – wenn von Ihnen gewünscht – gerne. • Was halten Sie von dieser Idee? Möchten Sie mitmachen? Schreiben Sie mir persönlich eine E-Mail (hhl@autoundwirtschaft.at). Ich werde jede Post beantworten. Ihre Meinung wird nur dann als Leserbrief veröffentlicht, wenn Sie das ausdrücklich wünschen. • Und das noch: Wenn nur 10 Prozent der Autofahrer zusätzlich auf den öffentlichen Verkehr umsteigen, würden die Öffis hoffnungslos zusammenbrechen. Die meisten, die gegen das Auto wettern und demonstrieren, fahren mit dem (eigenen) Auto zu den Demos bzw. Anti-Autoveranstaltungen. • Wenn Sie Sonderdrucke bestellen, erhalten Sie eine (indirekte) Subvention, denn Sie können die Rechnung für Druck und Porto als Betriebsausgabe verbuchen ! Gutes Gelingen und herzliche Grüße Ihr

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

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Der elektronische Informationsdienst für die österreichische Automobilbranche

ALLRAD LIFESTYLE ABENTEUER

INHALT

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7-8/2013, 26. Jahrgang Cover-Werbung: Garanta MEDIENINHABER, VERLEGER UND ANZEIGENVERWALTUNG A&W Verlag GmbH (FN 238011 t) 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16 T: +43 2243 36840-0 F: +43 2243 36840-593 E: redaktion@autoundwirtschaft.at I: www.autoundwirtschaft.at Geschäftsführer und Chefredakteur: Gerhard Lustig, DW 527 M: +43 664 8229485 E: lustig.gerhard@autoundwirtschaft.at Prokurist und Verlagsleiter: Philipp Hayder, DW 526 M: +43 664 8223301 E: hayder.philipp@autoundwirtschaft.at Redaktion Sonderprojekte: Dr. Lutz Holzinger, DW 591 M: +43 664 8229484 E: holzinger.lutz@autoundwirtschaft.at Leitender Redakteur: Mag. Heinz Müller, DW 523 M: +43 664 8221660 E: mueller.heinz@autoundwirtschaft.at Redakteure: Dr. Klaus Engel, DW 525 M: +43 664 8493231 E: engel.nikolaus@autoundwirtschaft.at Dieter Scheuch, DW 575 M: +43 664 2359052 E: scheuch.dieter@autoundwirtschaft.at Stefan Schmudermaier, DW 576 M: +43 664 2359053 E: schmudermaier.stefan@autoundwirtschaft.at Redaktion: Dr. Kurt Holzbauer, Peter Homola, Dr. Friedrich Knöbl, Matthias Kreutzer, Dipl.Med.-Ing. Olaf Kuhlmann, Manfred Riegler, Dr. Michael Sikora, Christian Vavra Anzeigenmarketing: Stefan Binder (Leitung), DW 522 M: +43 664 5285661 E: binder.stefan@autoundwirtschaft.at Alexander Keiler, DW 521 M: +43 664 8229487 E: keiler.alexander@autoundwirtschaft.at Hartwig Scheicher, DW 520 M: +43 664 8229494 E: scheicher.hartwig@autoundwirtschaft.at Hbv. und Leitung Administration: Annemarie Lust, DW 597 M: +43 664 8229479 E: lust.annemarie@autoundwirtschaft.at Herausgeber: Helmuth H. Lederer E: hhl@autoundwirtschaft.at Schwesterpublikationen: AUTO BILD Österreich Eurotax AUTO-Information AUTO-info4you FLOTTE & Wirtschaft 4wd ALLRADKATALOG AUTO&Wirtschaft Schweiz AUTO BILD Schweiz aboutFLEET Grafik: graphics – A. Jonas KG 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16 T: +43 2243 36840-594 E: jonas.alexander@autoundwirtschaft.at Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH 3580 Horn, Wiener Straße 80 Bezugspreis: Jahresabonnement (11 Ausgaben) Inland: ¤ 68,– exkl. 10 % MwSt (Einzelpreis Inland: ¤ 8,– inkl. 10 % MwSt); Ausland: ¤ 85,– Bankverbindung: Bank Austria UniCredit Group, BLZ 12000, Konto-Nr. 51844 097 901 IBAN = AT63 1200 0518 4409 7901 BIC = BKAUATWW UID = ATU57361312 Gerichtsstand: LG Korneuburg Verbreitete Auflage: 12.500 Stück Erscheinungsweise: monatlich (Juli/August Doppelnummer) mit Supplements laut Mediadaten 2013 Grundlegende Richtung: unabhängige Fachzeitschrift für alle, die vom Kraftfahrzeug leben Manuskripte: Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Sie werden nur retourniert, wenn Rückporto beiliegt.

Aspekte Sonderprojekt startet

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Thema Gefährlicher Wettbewerb

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Handel

Thema Wettbewerbsrecht bekommt Biss Seite 10

Generali: Neu entdeckte Autoliebe? KSV: Passiva deutlich höher Mercedes: Junge Sterne VW: In Segmenten die Nummer 1 Opel: Teil meines Lebens Sikora: Dreirad raus, Cayenne rein Wiesenthal: Der Stern steigt wieder höher Opel Nfz: Variantenvielfalt ist Trumpf Nissan: Was, bitte, ist Nismo? Ostfantasie: Krise ohne Ende Porsche: An der Steckdose

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Management

ZDK-Kongress Viele Argumente für das Auto

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JULI/AUGU

ST 2013

ZUM HERAUSNEHMEN:

Marktanalyse

VERHALTEN AUSSICHTENE

VCÖ: Wie Gorbatschow und Honecker Eurotax: Mit gebündelten Kräften CarGarantie: Serviceteam weiter gestärkt ZDK: Auto ist viel besser als sein Image Partslife: Am Puls der Servicebranche WLAN: Wartezeit sinnvoll nützen Statistik I: Wenn die SUVs nicht wären! Statistik II: Es war nur ein Einmonats-Plus Allianz: Aktive Sicherheit wird wichtiger Kronreif: Der Unbelehrbare s Leasing: „Fahrzeugbestand ausgebaut“ Porsche Bank: Die erste Wahl Wiener Städtische: Urlaubsschutz Umfrage: Negativ-Image wegpolieren? Audatex: Kalkulation und Bewertung Modix: Offensive in Österreich

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Branchentreffen Welche Zukunft hat der Fachhan del?

Kooperation Mit der Kraft der Gemeinschaft

Spezialwerkzeug

Neue Anforde rungen durch RDKS

Ausstattung Werkstattgeräte von und für Profis

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www.autoundwirtsc

haft.at

Internetpolizzen Werden bald auch bei uns weniger Versicherungen im Autohaus abgeschlossen? Seite 46

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Wirtschaft Auto Magic: Ein sauberes Konzept Polizzen: Internet als Provisionskiller Federal-Mogul: Ungebremste Entwicklung ÖAMTC: Die mobile Zukunft? ATP: Ein Marathon bei bester Stimmung Bosch: Die Zukunft ist bereits jetzt Werbas: Große Ziele am großen See Garanta: Zum Wohl der Kunden Fahrtechnik: Zweischneidiges Schwert Istobal: Steigern mit Seat Remus: Sicherheit für Fußgänger Allianz: Sicher auch nach dem Crash

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Gewerbe Karosseriebauer: Nahversorger Eberl: Innovatives Bergefahrzeug ContiTech: Quelle präziser Informationen

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Castrol Special Der Wiener Neudorfer Schmierstoffproduzent und -vermarkter

Werkstattsysteme Der Trend ist in Österreich unübersehbar

ab S. 68

Förch: Ordnung erleichtert Liqui Moly: Filter reinigen statt tauschen Reinz: Auch für Biogasmotoröl geeignet Denso: Erweitertes Angebot Textar: 100 Jahre jung Würth: „Treue Kunden für viele Jahre“ AMS: Mit Sicherheit eine gute Wahl § 57a: Keine Strafe für den Musterschüler Caramba: Mehr im Kerngeschäft Schaeffler: Technik auf der Rennstrecke Ruville: Ein Österreicher gibt Vollgas Werkstattkonzepte: Kein Platz für Einzelkämpfer Bosch: Ein System für jeden Wunsch Derendinger: Werkstattkonzept mit Zukunft ZF: Kompetenz für jeden Auftrag Axalta: Nun nahezu ein Idealzustand Bosal: Erfolgreich gekuppelt Nissens: Heiße Neuigkeit am Kühlermarkt Werkstattausrüster: Für jeden ist etwas dabei Wessels + Müller: Starke Eigenmarke GAG: Vor Ort verfügbar Van Wezel: Passgenaue Identteile Neue Produkte

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Menschen Der schreibende Flieger Neue Führung beim TÜV

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Ansichten Lederer: Es gibt nichts Gutes … Knöbl: Der neue Rechtsschutz

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Zentrum moderner Mobilität

Advertorial

Mit tollen Modellen verschafft sich Opel wieder Respekt im Wettbewerb und kämpft sich, so Philipp Wipplinger, auf die Shoppinglist der Käufer zurück.

Es geht wieder aufwärts, wenn auch langsam. Kraft dieser Erkenntnis macht das Opel-Autohaus Wipplinger aus Mauthausen mit Niederlassung in Grein in schwierigen Marktverhältnissen gute Figur. Traditionelle Produktpalette, gespickt mit modernster Fahrzeugtechnologie und unkompliziertem Hightech-Service sind in den Opel-Betrieben von Wipplinger ebenso selbstverständlich wie modernste Technologie, innovative Finanzierungsangebote und auffällige Fahrzeugpräsentationen. Ganz gleich, ob als Stammkunde oder als Interessent, ist Wipplingers Team darauf geschult, einen Besuch im Autohaus zu einem außergewöhnlichen Erlebnis zu gestalten. Aufmerksame Dienstleister und professionelle Teams sorgen dafür, dass Opel im Markt wieder der Respekt zuteil wird, der der Marke gebührt. Eine ausgewogene Dienstleistungsbereitschaft seiner Mannschaft hilft Wipplinger, in seinem Einzugsgebiet mit Opel wieder Erfolge zu feiern. Die Wipplinger-Betriebe sind kein Produkt von der Stange. Sie sind so individuell wie die Opel-Produkte es vorgeben. Für jede Generation und für jeden Geschmack. Im Wipplinger-Sprech: einfach und schnell oder individuell und ausführlich. Der Markt ist stressig und Wipplinger muss sich nach der Decke strecken, dennoch macht sein Team das Beste daraus und den Erfolg zur Teamsache. Langweilig ist es mit Opel nie!


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Erfolg ist Teamsache Das seit 1980 existierende Grazer Autohaus Kärntner Straße basiert auf dem Gründerfleiß von Ernst Fior, der 1956 mit Opel begonnen hat, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. In der Folge adoptierte er Ernst Karner und Johann Resch, dessen Tochter Barbara Pojer heute die Marke durch alle Höhen und Tiefen führt. Die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden jederzeit erfüllen zu wollen, bedeutet für das Team mit Filiale in Voitsberg, sich leidenschaftlich für seine Visionen und Ziele einzusetzen. Um in den Augen der Kunden ein Zentrum moderner Mobilität zu sein, muss man nicht nur besser, sondern auch anders sein, markenspezifische Anforderungen immer wieder aufs Neue auf höchstem Niveau gerecht zu werden. Das alles spielt sich im Spannungsfeld zwischen Herstellerinteresse und Betriebserfordernis ab. Ein schwieriges Terrain, weiß man in 38 Jahren Markenzugehörigkeit die heutige Autohausrealität mit dem nötigen Sarkasmus richtig einzuschätzen.

Alles nur eine Frage der Haltung, erläutert Barbara Pojer ihr Verhältnis zur Marke Opel im Jubel um tolle Produkte und im Trubel um Anerkennung im Markt.


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ASPEKTE

Wer schnell hilft ... ... hilft doppelt: Das dachte sich Helmut Kainrath, Verkaufshausleiter von W+M Fahrzeugteile in Wien 22, als er vom Schicksal der 16 Jahre al-

Sonderprojekt startet

ten Tina Kern erfuhr. Vor wenigen Wochen verstarb die Mutter der jungen Klosterneuburgerin, ihr Vater liegt mit Leukämie im Krankenhaus und das Donauhochwasser verwüstete das Haus der Familie. Kainrath und 6 Kollegen halfen: Mit vereinten Kräften wurden Küche, Bad und Wohnzimmer geräumt. Insgesamt wurden 25 Kubikmeter Schutt aus dem Haus gebracht. Bei den nun anstehenden Renovierungsarbeiten wird das Team von Wessels + Müller ebenfalls Hilfe leisten.

Endgültiger Beschluss für eCall Die EU-Kommission hat beschlossen, dass ab Oktober 2015 alle neuen Pkws und Leichten Nutzfahrzeuge mit dem automatischen Notrufsystem „eCall“ ausgestattet sein müssen. Dadurch soll die Reaktionszeit bei Unfällen in Städten um 40 Prozent und auf dem Land um 50 Prozent gesenkt werden. Die europäische

Herstellervereinigung ACEA begrüßt das „lebensrettende“ System, der Zeitplan sei allerdings „höchst ambitioniert“. Die Zulieferallianz CLEPA sieht trotz prinzipieller Zustimmung Handlungsbedarf: Die Wahlfreiheit der Konsumenten und der Zugang für unabhängige Dienstleister müsse berücksichtigt werden.

Tirol ist schon gebucht Die beiden besten Teilnehmer des Landeslehrlingswettbewerbs der KfzTechniker in Niederösterreich haben sich für das bundesweite Finale qualifiziert, das im September in Tirol stattfindet: Es handelt sich um Lukas Schwarz von der Brüder Pruckner GmbH in Scheibbs und um Michael Fichtenbauer vom RLH Gmünd Vitis. Landesinnungsmeister Friedrich Nagl zeigte sich von den Ergebnissen der 17 Teilnehmer beeindruckt. Gesponsert wurde der Wettbewerb von Würth und Castrol.

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„Wozu Auto?“: Unter diesem gewollt provokanten Titel steht die diesjährige Sonderpublikation dieses Verlags, an der die Arbeiten bereits voll angelaufen sind. Rechtzeitig bis zum „A&W-Tag“ am 8. November werden wir Entscheider und Unternehmer, aber auch Prominente um ihre Meinung zu diesem Thema bitten. Schließlich steht außer Zweifel, dass die automotive Wirtschaft für rund 10 Prozent aller Arbeitsplätze verantwortlich ist, auch wenn dies so mancher Grün-Politiker in Österreich nicht wahrhaben will. Was in diesem Heft steht, lesen Sie in wenigen Monaten!

Rechtsschutz für Streit mit Importeur Das Kraftfahrzeugsektorschutzgesetz (KraSchG) sieht seit 1. Juni unter anderem ein verpflichtendes Schiedsverfahren vor einem Prozess zwischen Händler und Importeur vor. Darauf hat der Branchenversicherer Garanta reagiert: „Die erweiterten Leistungen unseres Importeursrechtsschutzes schließen nunmehr bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro pro gerichtlichem Verfahren zusätzlich eine Kostenübernahme bis zu 2.500 Euro je Schlichtung ein“, erklärt Hauptbevollmächtigter Kurt Molterer.

Neuer Minisattel-Auflieger Mit dem Minisattel-Auflieger Duo Trans erweitert Eder (mit den Marken Algema und FitZel im Autotransporterbereich präsent) die Angebotspalette um einen völlig neuen Fahrzeugtyp. Um einen möglichst flexiblen und umfassenden Einsatz des neuen Minisattels

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

zu ermöglichen, wurde darauf geachtet, dass das Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht der Sattelzugmaschine von 3.500 Kilogramm mit dem Führerschein B gefahren werden kann. In Österreich besteht neben der Vignettenkeine Mautpflicht.


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„Gemeinsam die Zukunft gestalten!“

Ing. Peter Spatzierer Geschäftsführer Castrol Austria GmbH

Wir bringen Ihr Schmierstoffgeschäft in Fahrt!


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THEMA

Gefährlicher Wettbewerb Schaudernd erinnern sich Mitarbeiter bei Rewe (Billa, Merkur), Philips und Media Markt an die überfallsartigen Besuche der Bundeswettbewerbsbehörde. Die seit 1. März 2013 geltende Kartellrechtsnovelle könnte auch den Unternehmen der Kfz-Branche Hausdurchsuchungen bescheren. Das EU-Wettbewerbsrecht hat plötzlich Biss bekommen. Von Dr. Friedrich Knöbl

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Dr. Martin Eckel, Anwaltssozietät Taylor Wessing

ür Dr. Martin Eckel, Head of Competition bei der Wiener Anwaltssozietät Taylor Wessing, ist eines klar: Der Aufbau einer marktbeherrschenden Stellung ist an sich nichts Verbotenes – unzulässig ist es jedoch, diese Marktbeherrschung auszunutzen. Und da ortet Eckel im mangelnden Problembewusstsein der Konzernzentralen die Ursache vieler Probleme. Die wesentlichste Wettbewerbsbeschränkung liegt darin, dass sich alle Kfz-Hersteller sogenannter „selektiver Vertriebssysteme“ bedienen. Es handelt sich um Netze gleichartiger Verträge, mit denen die Kfz-Betriebe von den einzelnen Lieferanten zum Verkauf ihrer Markenware autorisiert werden. Nur diese Händler werden beliefert; wer einen Weiterkauf an Unternehmen außerhalb dieses Netzes wagt, fliegt selbst aus dem Netz.

Was fällt unter das Kartellverbot? Grundsätzlich wäre das den Kfz-Produzenten durch Artikel 101, Absatz 1 des EU-Vertrages (AEUV) verboten. Vor allem dann, wenn derartige Vertriebsnetze eine „Einschränkung des Absatzes“ oder „unmittelbare oder mittelbare Festsetzung der An- oder Verkaufspreise oder sonstiger Geschäftsbedingungen“ bezwecken. Auch die „Anwendung unterschiedlicher Bedingungen bei gleichwertigen Leistungen gegenüber Handelspartnern“ fällt unter dieses Verbot. Doch da gibt es den Artikel 101, Absatz 3: Der erlaubt unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen, und zwar wenn die „abgestimmten Verhaltensweisen“ zur „Förderung des technischen oder wirtschaftlichen Fortschritts beitragen“. In derartigen Fällen übertrifft der Nutzen des Vertriebssystems den Nachteil der damit verbundenen Wettbewerbsbeschränkung.

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THEMA

Bei dieser Ausnahme gibt es jedoch wieder zwei Einschränkungen: Es dürfen den Händlern keine Einschränkungen auferlegt werden, die „für die Verwirklichung dieser Ziele nicht unerlässlich sind“. Die Händlerverträge dürfen auch nicht so gestaltet werden, dass sie den Lieferanten „die Möglichkeit eröffnen, für einen wesentlichen Teil der betreffenden Waren den Wettbewerb auszuschalten“.

ebenso wie die Aktionsexklusivität unzulässig. Aktionsstützungen durch den Lieferanten sind jedoch erlaubt – wenn die Aktion vom Händler ausgeht. Die Prüfung, ob ein Wettbewerbsmissbrauch vorliegt, haben die Unternehmen jedenfalls selbst vorzunehmen. Dabei hilft ihnen die sogenannte „Gruppenfreistellungsverordnung“ (GVO). In ihr wird definiert, was unter einem „selektiven Vertriebssystem“ zu verstehen ist. Sie legt fest, unter welchen näheren Voraussetzungen Vertriebsbindungen vom Kartellverbot des Artikel 101 „freigestellt“ sind. Eine derartige generelle Freistellung gibt es allerdings nur bis zu einem Marktanteil von 30 Prozent.

Bereits vorbeugend Rat einholen! Darüber – wie etwa bei der Porsche Gruppe – ist eine „Gruppenfreistellung“ ausgeschlossen. Es erhebt sich daher die Frage, woran sich der Importeur bei der Zulässigkeit von Wettbewerbsbeschränkungen zu orientieren hat. „Das Spannende am Kartellrecht ist, dass bei manchen Verhaltensweisen nicht klar ist, ob sie unzulässig sind oder nicht“, verweist Eckel auf die Notwendigkeit, bereits vorbeugend fachkundigen Rat einzuholen. •

Importeure als Konkurrenten ihrer Kunden Hier wird es in der Praxis haarig. Vor allem deshalb, da faktisch alle Kfz-Importeure auch Endverbraucher beliefern. Einerseits durch die eigenen Niederlassungen, anderseits durch Vertragsklauseln, mit denen sie sich den Verkauf an bestimmte Kundengruppen – z. B. Behörden, Diplomaten etc. – selbst vorbehalten. Sie sind damit direkte Konkurrenten ihrer Kunden, also der Autohäuser und Markenwerkstätten. Unter diesen Umständen kommt die von den Importeuren gepflegte „Marktbeobachtung“ mit dem Kartellrecht leicht in Konflikt. Vor allem, wenn Lieferanten betriebswirtschaftliche Daten von den Händlern und Werkstätten „absaugen“, um sie dann selbst als Konkurrenten ihrer Kunden zu nutzen. Da bewegen sich manche Autoimporteure in einer rechtlichen Grauzone, die auch durch die Einschaltung externer „Gehilfen“ – etwa in der Marktforschung – nicht legalisiert wird.

Was darf die BWB – und was nicht?

Nathalie Maierhofer, Bundeswettbewerbsbehörde

Regeln gelten auch für die kleineren Marken Bisher haben sich einige Importeure bei ihrem Marketingkonzept auf die sogenannte „de-minimis“-Regelung ausgeredet: Bei einem Marktanteil unter 5 Prozent sind alle sonst geltenden Wettbewerbsbeschränkungen zulässig. Mit dieser Ausrede ist es seit 1. März vorbei: Zwar wurde die Grenze auf 10 Prozent angehoben – doch dafür müssen nun auch die kleineren Marken die sogenannten „Kernbeschränkungen“ berücksichtigen. So ist es jedem Lieferanten verboten, einem Händler Wiederverkaufspreise, Mindestpreise, Handelsspannen oder Rabatte zu diktieren. Unverbindliche Preisempfehlungen sind aber zulässig. Auch Preisaktionen müssen vom Händler ausgehen: Die Festsetzung von Aktionspreisen durch den Importeur ist laut diesen Regelungen

Mag. Natalie Harsdorf, Bundeswettbewerbsbehörde

Die frühere „freiwillige Nachschau“ mit entsprechenden „Widerspruchsrechten“ gehört der Vergangenheit an. Willkür ist bei den Ermittlungen dennoch ausgeschlossen. „Nur das Kartellgericht kann Hausdurchsuchungen anordnen, die von uns im gerichtlichen Auftrag durchgeführt werden“, ist laut Mag. Natalie Harsdorf, Referentin bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), dafür ein „begründeter Verdacht“ erforderlich. Grundsätzlich sind Unternehmen bei der Hausdurchsuchung verpflichtet, den Ermittlern Zutritt zu allen Räumen, Schränken etc. zu gewähren. Bei einem begründeten Verdacht eines Wettbewerbsverstoßes kalkuliert die BWB, vor allem auf diversen Computern die sogenannte „smoking gun“ zu finden. Da wird auch vor dem privaten Laptop des Firmenchefs nicht halt gemacht. Die Auswertung der Datenträger überlässt man den Spezialisten des Bundeskriminalamtes: „Das fertigt schnell Datenkopien an, damit sind die Geräte nach kurzer Zeit wieder im Unternehmen.“ „Wir empfehlen den Unternehmen, in allen Fällen zu kooperieren, denn das verringert die Dauer der Hausdurchsuchung und damit die Belastung für das Unternehmen“, sagt Mag. Nathalie Maierhofer, die auch als Referentin bei der BWB arbeitet. So können Betriebsunterbrechungen in engen Grenzen gehalten werden.

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

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Advertorial

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Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer honoriert Webasto-ÖsterreichGeschäftsführer Dieter Hahn für seine Verdienste um die österreichische Wirtschaft mit dem Kommerzialratstitel


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Qualität in Produkt & Person & Team Heizen

Klima

Kühlen

AM & OE

AM & OE

AM

Auf diesen drei Produktschwerpunkten basiert der Erfolg der von Dieter Hahn (47) seit über 16 Jahren geführten und hoch motivierten Webasto in Österreich, die 1990 vom heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden des Webasto Konzerns, Werner Baier, gegründet wurde.

Die Marke Webasto ist führend über die gesamte Kundschaft im Bereich Standheizung und Klimaanlagen. Werteverbundene dynamische Unternehmensausrichtung: Die von Dr. Joachim Damasky, Vorstandsvorsitzender Webasto Thermo & Comfort SE, Stockdorf, vorgegebene Unternehmensausrichtung ist in Österreich bereits Realität, die dem Unternehmen in den letzten drei Jahren ein Wachstum von über 50 Prozent bescherte. Webasto bedient mit ihren Produkten alle möglichen Kraftfahrzeuggeschäftsfelder in Österreich – von der Erstausrüstung über die Nachrüstung im markengebundenen und ungebundenen Fachhandel bis hin zum Teilehandel und Service – mit dem gesamten Produktportfolio als „einziger Hersteller“ von Heizung, Klima und Kühlung. Webasto Österreich bringt dem Aftermarket- und OEPartner einen Mehrwert in der Zusammenarbeit durch

Dr. Joachim Damasky Wer wie Dieter Hahn seinen Beruf zur Lebensaufgabe macht, verdient die gleiche Leidenschaft von der Firmenspitze in Stockdorf. Auf Hahns langjährigem Kundenverständnis beruhen viele Produkt- und Dienstleistungsentscheidungen der Zukunft.

fortwährende Produktentwicklungen samt modernen Absatzideen auf hohem Qualitätsniveau. Marktservice 2013: Der Standheizungsmarktführer setzt weiter neue Akzente mit einem modernen Internetauftritt für Händler und Endkunden, Weiterentwicklung der Sales-&-ServiceAcademy gemeinsam mit dem Campus Leitbetrieb sowie marktgerechten Preisanpassungen in den relevanten Produktbereichen. Weitere Qualitätsverbesserungen für die Montage durch die neue patentierte Kraftstoffentnahme werden das Pkw-Standheizungsgeschäft weiter ausbauen. Langfristige Geschäftsmöglichkeiten für Partner in der Nachrüstung: Gut 200 haben sich bereits zu einer besonders intensiven Zusammenarbeit als exklusiv „Webasto-Autohauspartner“ entschlossen. Sie werden mit der richtigen Dosis Einsatzfreude von den Spezialisten Ing. Peter Sitzwohl, Horst Egger, Bernhard Oppenauer und neu im AM Team Jürgen Christiansen betreut. Klima als weitere Zukunftsausrichtung: Eigenentwicklungen wie die SC6 Klimaanlage oder Spezialanlagen wie die CC7hydro Klimaanlage, die nur in Österreich vom OE Profiteam, das Laszlo Csapo, führt verkauft wird, bzw. maßgeschneiderte Kabinenklimasysteme sowie kombinierte Heiz/Klimasysteme zeigen die enorme Kompetenz von Webasto in Österreich und das zukünftige Potenzial für die weitere erfolgreiche Geschäftsentwicklung.


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„2012 haben wir insgesamt 24.900 Fahrzeuge abgesetzt, in diesem Jahr rechnen wir mit einem Anstieg auf 29.700 Stück“,

HANDEL

meint Dr. Alexander Martinowsky auf Seite 20

„Die Liefersituation hat sich auf ein normales Maß eingependelt, doch man spürt jetzt ein leichtes Nachlassen der Bestellungen“, kommentiert Dr. Helmut Eggert auf Seite 25

Fiat 500 bei Saturn: einerseits Empörung ... Für einen Endpreis von 8.888 Euro hat Saturn insgesamt 100 Exemplare des Fiat 500 angeboten. Dabei handelte es sich um Tageszulassungen von Denzel. Der Basispreis für einen neuen Fiat 500 mit gleicher Motorisierung beträgt gewöhnlich 12.100 Euro. Bei Saturn sollen in zwei 2 Tagen alle 100 Stück verkauft worden sein. Aus dem Fiat-Netz verlautet hingegen, dass die Aktion nach zwei Tagen wegen massiver Proteste der Händler abgebrochen wurde. Händlersprecher Mag. Franz Schönthaler drängt auf Preisdisziplin im Internet.

... und andererseits „kein Verständnis für Aufregung“ „Wenn Kika 40 VW Polo kauft und an die Kunden verschenkt, sagt niemand etwas. Doch wenn Saturn bei uns 100 Stück vom Fiat 500 erwirbt und dann zu einem günstigen Preis an seine Kunden weiterverkauft, regen sich die anderen Händler auf – das kann ich nicht verstehen.“ So reagiert Denzel-Chef Komm.-Rat Alfred Stadler auf die Kritik an der Beteiligung seines Unternehmens an der Marketingaktion von Saturn. Das Geschäft sei ganz normal abgelaufen. Saturn sei an Denzel herangetreten, weil das Unternehmen in ganz Österreich vertreten sei.

Erste chinesische Automarke in Österreich Unter dem Namen DFSK Austria bringt das Autohaus Windhaber in Stubenberg ab sofort die Leicht-Lkws des chinesischen Herstellers Dong Feng Motors (DFSK – Dong Feng Sokon) nach Österreich. Das neue Modell K01H ergänzt das Programm der K- und V-Baureihe. In Deutschland habe IndiMo 2012 rund 250 Fahrzeuge abgesetzt, erklärte Geschäftsführer Uwe Jablonski. Seine Erwartung für Österreich sei „relativ hoch“, weil Windhaber mit DFSK die einzige Alternative zum Piaggio Porter samt 4x4-Variante im Programm hat.

„Pionier-Marke“ in Österreich mit neuer Gesellschaft Die vor Kurzem gegründete Tesla Motors Austria in Wien wird zunächst Verträge für das Elektroautomodell S abschließen, dessen Auslieferung im Herbst beginnen soll. Das heimische Unternehmen ist eine Tochter der Tesla Motors Netherlands in Tilburg, die zu 100 Prozent der Tesla Motors in Palo Alto (USA) gehört. Vom Tesla Management bestätigt wurde die Errichtung eines eigenen Service Centers, das im Süden Wiens entstehen soll. Die Eröffnung eines Tesla Stores in Österreich ist nicht vor 2014 geplant.

Realitätsverweigerung in den Kammern? Der gesunkene Pkw-Markt sowie die ebenfalls rückläufige Werkstattauslastung werde von den Interessenvertretern in der Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung nicht ernst genommen, kritisiert Mag. Franz Schönthaler, Obmann des Fiat-Händlerverbandes: „Nach wie vor ist immer vom zweit- oder drittbesten Autojahr der Geschichte die Rede. In Wahrheit sind aber viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht.“ Nach der Ausrichtung der Markenbetriebe auf Wachstum können viele die nötigen Deckungsbeiträge nicht mehr erwirtschaften.

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Dieter Scheuch

Flexibel bleiben Die Lager sind voll – und das schon lange. Die Fahrzeuge müssen weg, bevor die nächste Charge hereindrängt. Angemeldet sind sie ja bereits einmal. Da tut man sich bei der Preisgestaltung leichter und verhält sich – wie von unserer Gesellschaft stets gefordert – entsprechend flexibel. Es trifft sich gut, wenn ein großes Handelsunternehmen aus der Elektronikbranche mit günstigen Autopreisen in fremden Teichen fischen will. Über eine Vermittlungskonstruktion kann sich die Kette auch die Autoschauräume sparen. Praktisch, oder? Daran sollten alle Autohändler denken, die gerade auf Veranlassung des Herstellers investieren, um neue Architektur oder neue CI-Konzepte um richtig viel Geld umzusetzen. Oder sie sind flexibel genug, um auf das Elektronikgeschäft umzusatteln .


s 15 generali studie **! hayGKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:56 Seite 1

HANDEL

Neu entdeckte Autoliebe? Während der Neuwagenmarkt kontinuierlich sinkt, ist das prinzipielle Interesse am Autokauf gestiegen. Das geht zumindest aus der diesjährigen „Generali-Autostudie“ hervor.

Autofahrten. Fahrgemeinschaften werden dagegen nur von 5,8 Prozent der Befragten gebildet, Carsharing nützen lediglich 1,2 Prozent.

Komplettverzicht nicht vorstellbar

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ahr für Jahr erhebt der größte Kfz-Versicherer des Landes die Einstellung zu Auto und Mobilität. Zuweilen sind die Ergebnisse überraschend: So erklärten heuer 46 Prozent der 2.003 befragten Autobesitzer, innerhalb der nächsten 3 Jahre ein neues Fahrzeug erwerben zu wollen. 2012 lag dieser Anteil dagegen nur bei 17 Prozent, vor 2 Jahren bei 25 Prozent.

Sollte der Benzinpreis auf mehr als 2 Euro pro Liter steigen, würden 4 von 5 Autobesitzern ihr Fahrverhalten ändern. Ein kompletter Verzicht auf das Fahrzeug ist jedoch nur für 5,7 Prozent „auf jeden Fall vorstellbar“: aus Sicht des Fahrzeughandels ein weiteres beruhigendes Ergebnis der GeneraliStudie. • (HAY)

Keine Lust auf alternative Antriebe Die Kaufabsichten verteilen sich annähernd gleichmäßig auf Gebrauchte, Neufahrzeuge und „Jungwagen“ unter 6 Monaten. „Vor allem die jungen Gebrauchten werden immer beliebter. Sie sind sofort verfügbar und die Finanzierung ist leichter geworden“, analysiert Generali-Vorstand Walter Kupec. Preislich suchen 4 von 10 Studienteilnehmern nach einem Auto zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Dahinter folgen die Preisklassen unter 10.000 Euro sowie bis 30.000 Euro. Bei den gewünschten Antriebsarten dominiert der Diesel (51,9 Prozent) vor Benzinern (30,6 Prozent) und Hybriden (14,5 Prozent). Lediglich jeder Fünfzigste kann sich dagegen den Umstieg auf ein Elektroauto vorstellen. Die Kaufbereitschaft bei Flüssiggasfahrzeugen ist mit 0,7 Prozent noch viel geringer.

Täglich im Auto unterwegs

„Der Autobesitz ist nach wie vor von elementarer Bedeutung“, sagt Werner Kupec

Überraschung: Laut Studie sind die Kunden so kaufwillig wie schon lange nicht mehr

Pro Haushalt gibt es im Schnitt 1,6 Privat- und 0,1 Firmenautos

In gut der Hälfte der befragten Haushalte gibt es derzeit ein (Privat-)Auto, immerhin 35 Prozent nützen ein Zweitauto und 10 Prozent sogar drei oder mehr Fahrzeuge. Statistisch kommen damit auf jeden Haushalt 1,6 Privatautos. Genützt werden diese Fahrzeuge in 6 von 10 Fällen täglich, weitere 29 Prozent der Studienteilnehmer steigen zumindest mehrmals wöchentlich ins Auto. Gegenüber dem Vorjahr hat sich bei 68,9 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben das Fahrverhalten geändert: Am häufigsten genannt wurden spritsparendes Fahren und die komplette Vermeidung von

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Für 8 von 10 Befragten ist ein Verzicht auf das eigene Auto nicht vorstellbar

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s 16 ksv 1870 **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:13 Seite 2

HANDEL

„Junge Sterne“ nun an über 50 Standorten

die Fahrzeuge als „Junge Sterne“ angeboten werden, durchlaufen sie eine umfangreiche Inspektion. Diese beinhaltet 100 Prüfpunkte in den Bereichen Motor und Getriebe, Karosserie und Lack, Bremsen, Räder und Reifen, Licht und Elektronik sowie Innenraum.

24 Monate Garantie und Umtauschrecht Ab Kauf eines Fahrzeugs erhalten Kunden 24 Monate Garantie, im Garantiefall erfolgt die Reparatur durch einen Mercedes-Fachbetrieb. Zusätzlich gewährt wird auch eine 12-Monate-Mobilitätsgarantie. Kunden haben ein Umtauschrecht: Ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung des Kaufvertrags besteht dieses für zehn Tage. Das Umtauschrecht kann ohne Angabe von Gründen erfolgen. Allerdings muss bei Inanspruchnahme ein anderer gleich- oder höherwertiger Junger Stern oder ein Neuwagen aus dem Bestand des liefernden JungeSterne-Partners gekauft werden. Darüber hinaus geboten wird Servicefreiheit für 6 Monate, eine §-57a-Überprüfung und ein Inzahlungnahme angebot für das Fahrzeug des Käufers. • (DSC)

Das Gebrauchtwagenprogramm „Junge Sterne“ wurde deutlich erweitert und ist nun flächendeckend in Österreich vertreten.

M

it der Beteiligung der Pappas-Gruppe mit ihren 17 Standorten an dem Programm konnte das Angebot deutlich ausgeweitet werden und erstreckt sich nun über mehr als 50 Standorte. Es umfasst Fahrzeuge von Mercedes-Benz und smart, die nicht älter als fünf Jahre sind und nicht mehr als 100.000 km Laufleistung aufweisen. Ehe

Passiva deutlich höher Obwohl die Zahl der Konkurse im 2. Halbjahr zurückging, erhöhten sich die Insolvenzverbindlichkeiten deutlich. Überschattet wurde die Halbjahresbilanz des Kreditschutzverbandes 1870 (KSV) von der Mega-Pleite der Alpine Bau.

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6 Unternehmen mussten im Bereich Transportmittel/Kraftfahrzeuge in den ersten 6 Monaten dieses Jahres Konkurs anmelden, um 29,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wo 65 Unternehmen in die Pleite schlitterten. Auch die Zahl mangels Vermögens nicht eröffneter Verfahren ging mit 33 (2012: 52) deutlich zurück und entspricht einem Minus von 36,5 Prozent. Daraus resultiert auch ein Minus von 32,5 Prozent mit 79 (2012:117). Der Wermutstropfen: Mit 68 Mio. € (2012: 39 Mio. €) stieg die Zahl der Insolvenzverbindlichkeiten um satte 42,6 Prozent. Das sind die größten vom KSV im 1. Halbjahr 2013 im Bereich Transport/Verkehrsmittel verzeichneten Insolvenzen: Autohaus Weitmann/Ulmerfeld (5,5 Mio. €

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Passiva), Erich Anton Temmel/Spielfeld (4,7 Mio. € Passiva), STS Formtechnik/Voitsberg (3,6 Mio. € Passiva), Autohaus Fritz Greinecker e.U./Gunskirchen (2,5 Mio. € Passiva), Johann Walter Bader/Attnang Puchheim (2,5 Mio. € Passiva), Autohaus Kufstein (2,2 Mio. € Passiva), „Speed“ LeasingVöls (2,4 Mio. € Passiva) und Nadegger/Voitsberg (1,8 Mio. € Passiva).

Unternehmen brauchen Unterstützung von Banken

Dr. Hans-Georg Kantner (l.) und KSV-Vorstand Mag. Johannes Nejedlik

Mit 2.828 Fällen ging die Zahl der Unternehmenspleiten in allen Branchen um rd. 7 Prozent zurück, durch den Konkurs der Alpine Bau GmbH (2,3 Mrd. €) schnellten die landesweiten Insolvenzverbindlichkeiten um 171,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum (2012: 1,4 Mrd. €) auf 3,8 Mrd. € in die Höhe. „Die derzeitige Konjunkturlage verheißt wenig Gutes. Es bleibt zu hoffen, dass die Banken notleidenden heimischen Unternehmen wie bereits im Krisenjahr 2009 wieder unter die Arme greifen und sie durch die Krise tragen“, sagt Dr. Hans-Georg Kantner, Leiter Insolvenz KSV. • (DSC)

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s 17 vw ***okhay okmue_Layout 1 08.07.13 15:13 Seite 1

HANDEL

In Segmenten die Nummer 1 Der ganz große neue Wurf ist bei den Nutzfahrzeugen von Volkswagen heuer nicht dabei: Doch der Branchenprimus zeigt mit gezielter Modellpflege in den einzelnen Segmenten, dass man weiß, was die Kunden wünschen.

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ie unsicheren wirtschaftlichen Aussichten haben auch in der Nutzfahrzeugstatistik gewisse Bremsspuren hinterlassen, die Zahl der Neuzulassungen ging vor allem bei den KleinLkws leicht zurück: Doch bei VW Nutzfahrzeuge ist man dennoch einigermaßen zufrieden: „Wir konnten uns in diesem schwierigen Marktumfeld sehr gut behaupten und unseren Marktanteil bei den Lkw-Neuzulassungen in den ersten fünf Monaten um 0,6 Prozent auf 26,1 Prozent steigern“, sagt Marketingleiter Gerhard Kisslinger. Weitaus stärkstes Modell war mit 2.937 Einheiten der T5, gefolgt vom Caddy (2.300 Stück), dem Amarok (432) und dem Crafter (376). Um dem Caddy, dem Amarok und auch dem T5 ihren Platz an der Spitze des jeweiligen Segments zu erhalten, präsentierte der Importeur im Juni einige Neuhei-

ten: Erkennbar ist der neue Caddy Country an den schwarzen Kunststoffleisten an den Seitenschwellern sowie am Unterfahrschutz vorn und hinten; der Allradanteil dürfte bei diesem Modell bei rund 55 Prozent liegen. Für richtige Allradfans bringt VW im Herbst den Amarok Canyon auf den Markt. Diese Version markiert das obere Ende der Modellpalette und soll nach Einschätzung des Importeurs von rund einem Viertel der Amarok-Kunden gekauft werden.

Erdgasauto für wirtschaftlich denkende Kunden

Ob Caddy Country (großes Bild oben), Amarok Canyon (o.) oder eco up! – alle Modelle sind neu am Start

In einem ganz anderen Bereich buhlt der neue eco up! um Kunden: Das Auto ist als Zwei- und Viertürer lieferbar und richtet sich an jene, die ein besonders wirtschaftliches Modell suchen – laut Angaben des Herstellers benötigt dieses Auto nur 2,9 Kilogramm Erdgas (bzw. rund 3 Euro) je 100 Kilometer; damit erspart sich der Kunde im Vergleich mit einem Benziner etwa die Hälfte der Treibstoffkosten. Allerdings kostet der 68 PS starke eco up! 12.830 Euro, das sind 1.500 Euro mehr als der um 7 PS stärkere Benziner. • (MUE)


s 18 kronlachner **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:12 Seite 2

HANDEL

„Opel ist Teil meines Lebens“

Opels Imageprobleme in der Öffentlichkeit kompensiert Franz Kronlachner bei seinen Kunden mit technisch überzeugenden Produkten, rigorosem Serviceeinsatz und persönlicher Überzeugungskraft.

Franz Kronlachner ist mit Opel groß geworden und er bleibt allein dieser Marke treu

Von Gerhard Lustig

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Einmal- immer Kronlachner-Kunde

pelplatz 1 prangt es von der Fassade des seit 1977 bestehenden Opel-Betriebes in Kematen und keine 3 Kilometer entfernt in der Opelstraße 1 steht die Karosserie-Klinik des Markensolisten unter Subpartnervertrag von Opel Günther in Linz. 11 Mitarbeiter zählt sein Imperium und jeder – vom Firmengründer bis zum Lehrling – zieht an einem Strang, damit der Laden läuft. Mit seinen Standorten direkt an der Autobahn gelegen, beackert er mit seinem Bruder Herbert seine Kunden in einem Umkreis von 40 bis 60 Kilometern.

Kronlachners Erfolgsrezept liest sich einfach, ist jedoch ein Tagwerk voller Leistungswille und ragt oft bis weit in die Privatsphäre hinein. „Wenn der Kunde ruft, bin ich egal zu welcher Tageszeit zur Stelle, um zu helfen!“ Mit dem sympathischen Nebeneffekt, dass

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solcherart Geholfene das gerne weiter erzählen. Das Ergebnis sind rund 50 verkaufte Opel-Neuwagen und bis zu 150 Gebrauchtwagen im Jahr. „Das erledigen wir mit Handschlagqualität und großer Verlässlichkeit“, sieht sich damit Kronlachner auch in etwas kriselnden Zeiten als Mobilitätspartner bei Privat- und Firmenkunden gut aufgestellt.

Das kann sich sehen lassen: facettenreich und dennoch kundenfreundlich

Was mancherorts vielleicht überheblich klingen mag, ist bei Kronlachner gelebte Kundenbindungsstrategie. „Selbst wenn einmal ein Kunde fremd kauft, er kommt beim nächsten Mal wieder zurück zu mir“, erklärt der 35-jährige Vollblutunternehmer mit Frau und bald 3 Kindern im Talon. Dennoch fightet er nicht mit jeden Preis um neue Kundschaft: „Geschäft muss Geschäft bleiben. Ich überzeuge mit meiner Arbeit, und das im Team.“ Und: „Opel ist Teil meines Lebens.“ Kronlachner ist in diesem Umfeld groß geworden und jederzeit stark genug, auch schwierige Zeiten erfolgreich zu meistern. Seine lokale Verwurzelung ist ein weiterer Meilenstein seiner Arbeit und – darauf legt er Wert – die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Günther. „Auf dieser Basis lassen sich ungünstige Markenausprägungen leichter ausgleichen“, sagt Kronlachner, „Kraft schöpfen für neue Erfolge.“ Er fühlt sich in seinem Universum rund um Kematen wohl und ist mit seiner Einstellung wertvoller Bestandteil in der Opel-Entwicklung. •

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s 19 sikora **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:10 Seite 1

HANDEL

Dreirad raus, Cayenne rein Selbst in Phnom Phen, der Hauptstadt von Kambodscha, gibt es neuerdings einen Porsche-Händler. Das macht deutlich, wie weit die Globalisierung in der (Luxus-)Autobranche bereits vorangeschritten ist. Von Dr. Michael Sikora

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ndochina-Touristen aus Europa posten auf Facebook Urlaubsfotos, auf denen sie im dreirädrigen „Cyclo“ durch die Innenstadt kutschiert werden. Die deutschen Oberklassefahrzeuge, die eine Straße weiter über die Kreuzungen jagen, haben sie nicht fotografiert. Doch schon bald wird es in der Metropole Kambodschas mehr Luxusautos als Dreirad-Taxis geben.

Luxusmarken entdecken Kambodscha Beim Autohändler Hrak Sun hat ein Porsche Panamera für 138.000 US-Dollar schon einen Käufer gefunden, ein weißer Cayenne ist für 128.000 Dollar noch zu haben. Seit mehr als 10 Jahren verkauft der auf das Luxussegment spezialisierte Betrieb RollsRoyce, Bentley, Porsche, BMW, Audi, Mercedes-Benz, Land Rover, Lexus und Toyota. Und das in einem Land, wo 85 Prozent der Bevölkerung über keinen Stromzugang verfügen und ein Drittel der Menschen mit einem US-Dollar pro Tag das Auslangen finden muss. Geschätzte 40 Porsche (darunter auch etliche tiefergelegte 911) müssen auf den holprigen Straßen Kambodschas wahre SUV-Stärken beweisen – allesamt Grauimporte natürlich. Doch Hak Srun bekommt Konkurrenz: Porsche errichtet aktuell eine eigene Niederlassung in der Hauptstadt. Vom wirtschaftlichen Aufschwung in den letzten Jahren haben in erster Linie die Oberschicht und die Neureichen profitiert. Die „Nouveaux Riches“ zeigen ihren Status ohne Scham – und zwar ganz wie in China durch einen PS-starken Auftritt.

konger Autohändlers Lei Shing. Dieser errichtet für Porsche die Niederlassung und wird sie auch betreiben.„Der Zeitpunkt ist genau der richtige“ so Hunter, der mit Blick auf den Platzhirsch Mercedes und den Neuling BMW ausführt: „Lexus und Land Rover sind ja ganz nett, aber richtig gute Autos kommen nun einmal aus Deutschland.“ Porsche Kambodscha will 2014 zwischen 40 und 50 Fahrzeuge verkaufen und ist sicher, dieses Umsatzziel zu erreichen. Als er erstmals ins Land kam, so erzählt Hunter weiter, erwartete er auf der Straßen Horden von stinkenden, knatternden Mopedrollern und wurde „von der großen Anzahl an Oberklassefahrzeugen geradezu geschockt“.

Dr. Michael Sikora, Gastautor von AUTO & Wirtschaft

Steuern sparen durch Grauimport? Gelassen erwartet unterdessen der Finne Viggo Gundersen, langjähriger Geschäftsführer der auf Land Rover spezialisierten Firma Envotech, den Markteintritt von Porsche. Gundersen kennt seine Kundschaft genau: Diese wird seiner Meinung nach auch in Zukunft den Ankauf über steuersparende Importeurskanäle abseits der offiziellen Markendistributoren bevorzugen. •

Duell zwischen Porsche und BMW Porsche ist nicht die erste deutsche Oberklassefirma vor Ort, sondern folgt dicht auf den Fersen von BMW. Die Bayern haben im Juni 2013 die kambodschanische Royal-Gruppe als Exklusivimporteur und Händler nominiert. Der 2.700 Quadratmeter große Schauraum am Russian Boulevard im Bezirk Pur Senchely strahlt eine besondere Eleganz aus – eine Vorgabe für Porsche. Dort lässt man sich nicht lumpen und investiert rund 2 Millionen Dollar in Schauraum und Werkstätte, so Gräme Hunter, der lokale Geschäftsführer des Hong-

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s 20 wiesenthal **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:43 Seite 1

HANDEL

Der Stern steigt wieder höher

Die bei vielen Autohändlern herrschende Katerstimmung kann Wiesenthal nicht teilen. Geschäftsführer Dr. Alexander Martinowsky erwartet heuer deutliche Zuwächse. Von Philipp Hayder

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o tief der amerikanische Automarkt vor einigen Jahren gefallen sein mag: Derzeit zeigt die Kurve wieder steil nach oben. Von den Rekordverkäufen in den USA kann auch die Wiesenthal-Gruppe profitieren. Das traditionsreiche Wiener Autohandelsunternehmen betreibt derzeit 4 Standorte in Übersee. Der jüngste Teilbetrieb, ein BMW- und Mini-Standort in Philadelphia, wurde erst Ende 2012 übernommen und soll heuer schon 1.400 Verkäufe zur Gesamtbilanz beisteuern. „Auch in Hinblick auf die Erträge läuft es in den USA sehr gut“, berichtet Firmenchef Martinowsky, der angesichts dessen weitere Expansionspläne hegt. In der „alten Welt“ gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage.

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Dr. Alexander Martinowsky sieht sich auf gutem Weg

„Keine Interessenkonflikte mehr“ Rückenwind erwartet man sich bei Wiesenthal durch die Integration der Importgesellschaft, vormals Teil der Pappas-Gruppe, in den Daimler-Konzern. „Das sollte es uns ermöglichen, ohne Interessenkonflikten daran zu arbeiten, erstens die Stückzahl nach oben zu bringen und zweitens mehr Geld zu verdienen“, meint Martinowsky. Das mittelfristige Mindestziel von Großund Einzelhandel müssten „ehrliche 4 Prozent Marktanteil“ sein: „Da waren wir schon länger nicht.“

Wachstumskurs bei Mercedes

Händlerrenditen verbessern

„2012 haben wir insgesamt 24.900 Fahrzeuge abgesetzt, in diesem Jahr rechnen wir mit einem Anstieg auf 29.700 Stück“, erklärt Martinowsky. Der betriebswirtschaftliche Umsatz soll parallel von 1,26 auf knapp 1,4 Milliarden Euro steigen, bei der Umsatzrendite will man sich sukzessive einem Wert von mehr als 2 Prozent annähern. Allein bei der Hauptmarke Mercedes-Benz sollen heuer knapp 2.000 Autos mehr verkauft werden. Angesichts von über 2 Monaten an offenen Bestellungen erscheint dieses Vorhaben durchaus realistisch. „Darunter sind naturgemäß relativ viele Exemplare der erneuerten E-Klasse und des neuen CLA, aber auch bei anderen Modellen wie dem M oder dem GL ist die Nachfrage groß“, schildert Martinowsky.

Martinowsky begrüßt in diesem Zusammenhang die bereits angelaufene Reform des Margensystems, die überdurchschnittlich hohe Zielerreichungsbonifikationen im heurigen Jahr und eine stärker bruttoertragsorientierte Komponente ab 2014 beinhaltet. Handlungsbedarf gebe es dagegen noch beim Marketing, bei IT-Themen und bei der „bisher nicht besonders aggressiven“ Lagerpolitik des Importeurs. Zuversichtlich ist Martinowsky, dass er bei der neuen Importchefin auf offene Ohren stoßen wird. Der Handlungsbedarf sei schließlich groß, verweist der europäische Mercedes-Händlersprecher auf den Nachholbedarf gegenüber anderen Ländern: „Im internationalen Vergleich war Österreich jahrelang einer der Märkte mit den schlechtesten Händlererträgen.“ •

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s 21 opel nfz **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:42 Seite 1

HANDEL

Variantenvielfalt ist Trumpf Die Opel-Nutzfahrzeuge Combo, Vivaro und Movano bieten unzählige Individualisierungsmöglichkeiten, vergeben werden die Aufträge an lokale Unternehmen.

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ie Branchenvielfalt im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge ist riesig, viele Unternehmen stellen jedoch ganz spezielle Anforderungen an ihre Fahrzeuge. Opel deckt mit den Baureihen Combo, Vivaro und Movano die Grundbedürfnisse gut ab, doch lediglich fünf Prozent aller Fahrzeuge kommen so zum Einsatz, wie sie das Werk verlassen. Gern genommen werden Fahrzeugeinrichtungen zum Beispiel von Sortimo oder Würth, die nicht nur für Ordnung sondern auch für Sicherheit sorgen. Während diese Systeme die Grundstruktur der Fahrzeuge unverändert lassen, gehen die Wünsche anderer Branchen deutlich darüber hinaus.

Lokale Spezialisten Da man nicht hunderte Vom Allradkipper bis zum AutoVarianten im Werk abtransporter reicht das Angebot decken kann, arbeitet Opel mit externen Zulieferern zusammen. Diese müssen die strengen Qualitätskriterien von Opel einhalten und werden auch zertifiziert. Durch die Kooperation mit lokalen Anbietern sind auch Kleinserien oder Einzelstücke umsetzbar. Sehen lassen können sich die Opel-Nutzfahrzeuge auch fahrdynamisch, wie ein Test auf dem Handling-Parcours ebenso eindrucksvoll unter Beweis stellte wie der Bremstest aus 100 km/h, wo alle Modelle mit halber Beladung unter 40 Meter blieben. • (STS)

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s 22 knöbl *** okmue_Layout 1 08.07.13 14:54 Seite 2

ANSICHT

Der neue Rechtsschutz W

er Krieg führt, braucht Soldaten. Wer Prozess führt, braucht Moneten. Diese alte Weisheit ist auch allen Autohändlern klar. Doch kaum einer hat für den Ernstfall vorgesorgt. Jeder verlässt sich darauf, dass schon nichts passieren wird. • Doch wie heißt es so treffend im Wilhelm Tell: Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Es kann daher schneller was passieren, als sich ein solider Autohändler träumen kann. Die einfachste und nahe liegendste Vorsorge ist der Abschluss einer vernünftigen Versicherung. Die sorgt im Streitfall für die ausreichenden Moneten. Doch da höre ich seit Jahren, das sei ein überflüssiger Aufwand. Die ersparten Prämien bringen einem mehr, als das Prozessieren kostet. Wobei die meisten keine Ahnung haben, welche Kosten im Streitfall auf sie zukommen können. • Im Grunde geht es nicht darum, ob oder wann sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung amortisiert. Sie soll ja auch keine Einladung zum Prozessieren sein. Schließlich wünscht sich jeder, mit seinen Kunden und Lieferanten in Harmonie und Frieden leben zu können. Doch das spielt’s nicht immer. Deshalb bietet die Versicherung vor allem die Gewissheit, im Streitfall genügend „Munition“ im Bunker zu haben. • Wesentlich ist auch, welches Risiko zu welchem Preis abgedeckt werden soll. Für Bagatellfälle ist kein Rechtsschutz erforderlich. Da sind die meisten Autohändler clever genug, diese nervensparend aus dem Weg zu räumen. Wer versitzt schon gerne seine Zeit im Gerichtssaal, um nach mühseligen Verhandlungen vom Richter zu einem Vergleich gedrängt zu werden. Dem man dann ermattet auch zustimmt.

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Branchenanwalt Dr. Fritz Knöbl: „Versichern beruhigt. Keiner weiß, welche Überraschungen uns die Marketingstrategen und Netzplaner der Hersteller bescheren.“

Anders ist es, wenn es bei einer Auseinandersetzung ums Eingemachte geht. Da lässt sich ein Rechtsstreit oft nicht vermeiden. Vor allem, da beide Seiten überzeugt sind, im Recht zu sein. Sonst würden sie sich ja nicht im Gerichtssaal, sondern im Wirtshaus oder auf dem Golfplatz treffen. Und da ist vor allem zu berücksichtigen, dass meist nur einer gewinnen kann. Win-win-Lösungen sind beim Prozessieren jedenfalls nicht zu erwarten. • Nach unserer Rechtsordnung hat der Verlierer dem Gewinner alle Kosten zu ersetzen. Das kann sehr teuer werden. Und deshalb kommt es oft bei Streitigkeiten nicht darauf an, wer Recht hat. Da kommt es vielmehr darauf an, wer den längeren Atem hat, wer sich eine Prozessführung eher leisten kann. Vor allem, wenn die Prozessdauer nicht absehbar ist. Da ist es dann bei Vergleichsgesprächen beruhigend, die Kostendeckung der Versicherung in der Tasche zu haben. Das verschafft beim Verhandeln jene Sicherheit, die für ein erfolgreiches Prozessende unerlässlich ist. • Besonders mühsam ist es, mit dem eigenen Importeur – der eigentlich der Partner sein sollte – streiten zu müssen. Deshalb wurde, angeregt von der Wirtschaftskammer, schon vor Jahren ein eigener Händlerrechtsschutz kreiert. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Meist wurde ein derartiger Abschluss erst ins Auge gefasst, wenn ein Streit schon vorprogrammiert war. Naheliegenderweise konnte sich die Versicherung dann auf ihre Leistungsfreiheit berufen. Hinderlich war auch, dass es für die in den Verträgen vorgesehenen Schiedsverfahren keine Kostendeckung gab. • Seit dem 1. Juni gilt nun das neue KraSchG. Das bestimmt, dass allfällige rechtliche Auseinandersetzungen aus dem Händlervertrag vorweg zwingend per Schiedsverfahren zu lösen sind. Erst wenn das scheitert, ist der Weg zum Gericht frei. Diese neue Rechtslage war für das Bundesgremium nun der Anlass, sich erneut für den Händlerrechtsschutz zu engagieren. Um 427 Euro pro Jahr und vertretener Marke gibt es einen Rechtsschutz, mit dem pro Schlichtungsverfahren 2.500 Euro an Schlichtungskosten gedeckt sind. Für den allenfalls dennoch nötigen Prozess stellt die Garanta dem Versicherten pro Versicherungsfall 250.000 Euro zur Verfügung. Auch all jene, die keinesfalls mit ihrem Importeur streiten wollen, sollten eine derartige Versicherung abschließen. Denn Versichern beruhigt ungemein: Schließlich weiß keiner, welche Überraschungen uns die Marketingstrategen und Netzplaner der Hersteller bescheren.

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s 23 nissan *** okmue _Layout 1 08.07.13 14:52 Seite 1

HANDEL

Nissan bietet ab sofort das zweite Modell der „Performance-Marke“ an. Das Gesamtkonzept dahinter liegt indes noch im Dunkeln.

Was, bitte, ist Nismo? M

Nismo-Versionen gibt es vom Juke und vom 370Z

ercedes hat AMG, BMW die M GmbH, Audi die quattro GmbH. Bei manchen japanischen Marken steht hinter einem Modellnamen ein „R“, anderswo ein „RS“. Allesamt Anzeichen dafür, dass „Performance“-Cars vor der Tür stehen, die sowohl beim Reifenabrieb als auch bei den Gewinnspannen hohe Werte versprechen. „Nismo“, ein Akronym aus „Nissan“ und Motorsport, ist ein Begriff für werksgetunte sportliche Fahrzeuge. In Österreich sind bis dato Versionen des Juke und des 370Z erhältlich. Für die aktuell 44 Haupthändler in Österreich (bzw. insgesamt 93 Vertriebsstandorte) sind laut Importeur keinerlei Investitionen nötig. Die beiden Nismo-Modelle werden einfach wie zusätzliche Modellvarianten angeboten und beim Importeur bestellt. Auch eigene Prospekte, Ausstellungsflächen oder verpflichtende

Vorführwagen sind – derzeit – nicht vorgesehen. Der „Nissan Juke Nismo“ hat 10 PS mehr Motorleistung (190 PS), beim Nissan 370Z liegt die Leistungssteigerung bei 16 PS (344 statt 328). In Österreich will man 120 Stück vom Juke Nismo absetzen, bei rund 1.900 Juke-Verkäufen insgesamt. Beim Nissan 370Z sind für heuer nur rund 20 Einheiten vorgesehen.

Zwei weitere Modelle rollen in den nächsten Monaten an Bei zusätzlichen Werbeaktivitäten oder Events ist bisher eher Fehlanzeige. Laut Elisabeth Schaljo, Communications Director bei Nissan Österreich, ist das Gesamtkonzept für Nismo gerade in der Einführungsphase. Doch schon sind zwei weitere Nismo-Modelle bestätigt worden. Noch heuer soll mit dem Nissan Juke RS das dritte Modell auf den Markt rollen, gefolgt zu Jahresende oder Anfang 2014 von einer ÜberDrüber-Version des Nissan GT-R. • (VCA)

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HANDEL

Krise ohne Ende Der ungarische Automarkt wurde in den vergangenen Jahren viel stärker als andere Länder Ostmitteleuropas von der Krise getroffen. Von Peter Homola

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Hisashi Takeuchi, Generaldirektor von Magyar Suzuki

ános kommt aus Ungarn und arbeitet als Taxifahrer in Niederösterreich. Noch vor zwei Jahren war er für ein großes Autohaus in Westungarn tätig, doch die Krise des ungarischen Automarktes hat ihn den Job gekostet. Sein Schicksal ist nur eines von vielen Beispielen der ungarischen Krise. Der ungarische Markt hat 2003 mit rund 208.000 verkauften Pkws das bisher beste Jahr erlebt. In den vergangenen Jahren ist der Markt dank einer Mischung der globalen und der ungarischen Wirtschaftskrise total abgestürzt. Mit nur 43.441 Pkws wurde 2010 der Tiefstand erreicht, 2011 waren es nur einige hundert Autos mehr. Im Vorjahr sind die Neuwagenzulassungen auf rund 53.000 Autos gestiegen.

Flottenverkäufe und Reexporte

Gábor Koncz, Geschäftsführer von Opel Magyarország

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Eine der Folgen der Krise ist der drastische Rückgang der Verkäufe an Privatkunden. Laut Gábor Koncz, Geschäftsführer von Opel Magyarország, ist der Anteil der Flottenverkäufe auf dem ungarischen PkwGesamtmarkt von den früheren rund 40 Prozent auf mehr als 75 Prozent gestiegen. Ein Problem der statistischen Wahrheit sind die steigenden Reexporte, die Koncz mit 13 bis 14 Prozent des Gesamtmarktes beziffert. „Wir spielen dabei keine wichtige Rolle“, so der ungarische Opel-Chef. Opel war in den vergangenen zwei Jahren die ungarische Nr. 1. Im Vorjahr hat Opel die Pkw-Statistik mit 7.164 Neuwagen angeführt, gefolgt von Skoda, Ford, VW, Renault und Suzuki. Nach den ersten fünf Monaten 2013 liegt Opel hinter Skoda und VW, doch Koncz hofft, dass Opel im Gesamtjahr wieder PkwMarktführer wird.

Bis Ende Mai wurden in Ungarn insgesamt knapp 22.000 Pkws neu zugelassen, um 2,8 Prozent weniger als zwischen Jänner und Mai 2012. „Wir rechnen damit, dass die heurige Gesamtzahl ähnlich wie im Vorjahr sein wird“, sagt Koncz.

Langsame Besserung Für die nahe Zukunft rechnet die Branche mit einer langsamen Besserung. „Für die nächsten Jahre erwarten wir kleine Steigerungen“, sagt Koncz. Es dürfte sich um Steigerungen von höchstens 5 Prozent pro Jahr handeln. Langfristig ist man doch optimistischer. „Die Zahl der Autos auf 1.000 Einwohner ist in Ungarn wirklich niedrig und deswegen gibt es Platz für ein deutliches Marktwachstum“, so der ungarische Opel-Chef. Doch wohl niemand erwartet, dass der Markt wieder auf mehr als 200.000 Einheiten steigen wird. „Wir rechnen nicht mit einem so großen Markt, denn viele Bedingungen, der finanzielle Hintergrund, die Art, in der finanzielle Mittel den Menschen zur Verfügung gestellt werden, sind komplett anders“, sagt Koncz. Vor der Krise haben auch jene Ungarn, die sich einen Neuwagen kaum leisten konnten, einen relativ leichten Zugang zur Finanzierung gehabt. „Einige Marken haben ihren Kunden gar Geld gegeben, wenn sie ihre Autos gekauft haben“, so Koncz. „Diese Zeiten werden nie zurückkommen, in unserer langfristigen Prognose bis 2020 erwarten wir eine Rückkehr auf 150.000 bis 160.000 Autos im Jahr.“

Schwacher Heimatmarkt Gerade Suzuki hat den Kauf seiner Autos durch weniger solvente Kunden besonders leicht gemacht und ist nun sehr stark von dem ungarischen Marktabsturz betroffen. Die Marke hat viele Händler verloren. Während der japanische Hersteller, der im nordungarischen Esztergom sein einziges europäisches Autowerk betreibt, 2003 als Marktführer knapp 40.000 Autos in Ungarn absetzen konnte, waren es im Vorjahr nur 3.300 Neuwagen, immerhin mehr als das Doppelte des noch schlechteren Jahres 2011. Doch Hisashi Takeuchi, Generaldirektor von Magyar Suzuki, freut sich auch über die kleinen Fortschritte. „Wir haben unseren Verkauf und unseren Marktanteil im Vorjahr drastisch erhöht“, erklärte er vor Kurzem bei der Eröffnung eines neuen Suzuki-Händlerbetriebs in Tatabánya. •

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


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HANDEL

Porsche an der Steckdose Spannende Zeiten kommen auf die PorscheHändler und -Kunden zu: Erstmals gibt es eine Plug-in-Version vom Panamera, die an jeder Steckdose aufgeladen werden kann.

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llerdings ist Österreich nicht der wichtigste Markt für den elektrisch betriebenen Porsche, der rund 35 Kilometer mit einer Batterieladung auskommt und danach von einem Dreiliter-V6-Biturbo vorangetrieben wird (wobei die Batterie auch während der Fahrt wieder aufgeladen werden kann, wenn der Fahrer das wünscht). Insgesamt liegt die Systemleistung bei 416 PS, das Fahrzeug steht mit 112.900 Euro in der Preisliste. Dr. Helmut Eggert, Chef des Porsche-Imports in Österreich, nennt einen einfachen Grund dafür, dass der Panamera S E-Hybrid in Österreich nicht vollen Anklang finden wird: „Zwei Drittel der Panamera werden bei uns mit Allradantrieb verkauft, doch der ist beim diesem speziellen Modell nicht verfügbar.“

gewesen. Nun habe sich die Liefersituation auf ein normales Maß eingependelt, doch man spüre jetzt ein leichtes Nachlassen der Bestellungen. „Aber es ist noch immer Jammern auf hohem Niveau“, sagt der Importeurs-Chef. Eggert glaubt, dass am Jahresende rund 900 neue Porsche zugelassen sein werden. In den ersten fünf Monaten wurden in Österreich 201 neue Cayenne angemeldet. Knapp dahinter liegt mit 197 Einheiten der 911, gefolgt vom Boxster/Cayman mit 101 Einheiten. Auf den Panamera entfielen von Jänner bis Mai dieses Jahres 22 Auslieferungen; durch die Erneuerung (ab 27. Juli bei den Händlern) wird diese Zahl aber deutlich ansteigen. • (MUE)

900 Porsche bis Silvester Wie auch immer: Insgesamt stehen vom neuen Panamera gleich 10 verschiedene Motorisierungen zur Verfügung, darunter auch der in Österreich beliebte Sechszylinder-Diesel mit 300 PS. Porsche will heuer noch 90 Panamera in Österreich verkaufen; insgesamt wurden in den vergangenen vier Jahren hierzulande 463 Stück vom Gran-Turismo-Modell abgesetzt. Zu den anderen Modellen: Nach den 521 Porsche-Neuzulassungen von Jänner bis Ende Mai glaubt Eggert allerdings nicht, dass das Geschäft auf diesem Rekordniveau (1,6 ProNobel geht es im Fond zu, vor allem bei der Version mit 15 cm mehr Radstand zent über den ersten Das Stromtanken dauert maximal fünf Monaten 2012) 5 Stunden weitergeht. Ein Teil der heurigen Auslieferungen sei noch auf Bestellungen von 2012 (vor allem beim Cayenne) zurückzuführen

Dr. Helmut Eggert leitet erfolgreich den Porsche-Import in Österreich


s 26 einstieg management *! jonGKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:40 Seite 2

„Auch in manch anderer Hinsicht kann Österreich durchaus als Vorbild gelten“,

MANAGEMENT

bilanziert Heiko Haasler auf Seite 28

„Auf diese Weise verbinden wir die Kernkompetenzen von beiden Unternehmen“, sagt Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Beck auf Seite 42

Übernahme in der Fuhrparkbranche Nigel Storny, Geschäftsführer von LeasePlan Österreich, wird ab Herbst rund 6.500 zusätzliche Fahrzeuge verwalten: So groß ist der Bestand der BAWAG P.S.K. Fuhrparkleasing, der vorbehaltlich der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden zur Gänze übernommen werden soll. Storny spricht von „einer der wenigen anorganischen Wachstumschancen am hart umkämpften österreichischen Leasingmarkt“. Nicht betroffen ist das Retail-Leasing der BAWAG P.S.K., in dem das Kreditinstitut mit zahlreichen Autohändlern kooperiert.

Expertenmeinung zum Reifendruck-Kontrollsystem Laut Goodyear Dunlop Tyre Austria stellt der serienmäßige Einsatz von RDKS den Reifenfachhandel vor große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance, sich zu differenzieren und Kunden stärker zu binden. Der Aufwand für den Reifenwechsel mit RDKS ist höher, da die Systeme beim Reifenwechsel geprüft und neu kalibriert werden müssen. Dennoch hat der Handel mit der RDKS-Pflicht die Chance, sich besser als kompetenter Servicepartner zu positionieren und den Kunden stärker an sich zu binden.

Garanta hat ein großes Herz für Oldtimer Versicherungsspezialist Garanta engagiert sich in der Förderung des Oldtimer-Sports wie erst jüngst im steirischen Hügelland rund um Hartberg. „Wir fühlen uns dem Oldtimersport sehr verbunden, weshalb wir auch als Sponsor und Förderer verschiedener Oldtimer-Rallyes entsprechend unterstützen“, sagt Garanta-Österreich Chef Kurt Molterer. Garanta bietet auch speziell für Oldtimer maßgeschneiderte Tarife, wie etwa „Top-Klassik“ welcher auf die spezifischen Anforderungen von Besitzern – etwa die Wertsteigerung oder die Teilnahme an Rallyes – abgestimmt ist.

Intensive Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätte Eberspächer Österreich intensiviert die Zusammenarbeit mit der Siegfried Marcus Berufsschule für Kfz-Technik in Wien-Floridsdorf: Als Ergänzung zum Werkstättenunterricht wird in den kommenden Jahren im Bereich „Motorunabhängige Standheizung“ verstärkt Theorie gelehrt. Eberspächer stellt dafür ein Wasserheizgerät, Schulungsmaterial sowie einen Zugang zum Eberspächer-Serviceportal zur Verfügung. Das Projekt ist das jüngste einer Reihe von Förderungsmaßnahmen zugunsten der Bildung Jugendlicher und Erwachsener.

Neuer 4-Marken-Betrieb in St. Johann Kürzlich eröffnete die Pirnbacher GmbH in St. Johann im Pongau den Autohausneubau, der sich, nur einige Parzellen entfernt, wie der bisherige Betrieb an der Bundesstraße befindet: Auf einem insgesamt 7.000 Quadratmeter großen Grundstück wurde das Autohaus für 4 Handels- und Servicemarken – Renault, Dacia, Suzuki und Mitsubishi – errichtet. Im Schauraum mit Platz für insgesamt 16 Autos werde „allen Marken gleich viel Platz eingeräumt“, sagt Geschäftsführerin Kristina Pirnbacher.

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AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

Mag. Heinz Müller

Radfahren? Ja, aber nicht so! Ich fahre selbst gern Rad: Früher, als der Arbeitsplatz noch in der Stadt war, von Termin zu Termin, jetzt nur noch in der Freizeit. Was ich aber nie machen würde, ist mit mehreren tausend anderen von A nach B zu radeln (wie ich auch nicht bei organisierten Wanderungen, Auto- oder Motorradausfahrten dabei bin). Warum am 13. Juni 3.500 Radler in Wien über Ring und Kai in den 2. Bezirk zur Donau gefahren sind, um sich anschließend im Prater zu vergnügen, kann ich erst recht nicht verstehen. Noch viel weniger geht mir in den Sinn, warum diese Veranstaltung ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit am späten Nachmittag genehmigt wurde. Denn selbst auf der A22 und der Tangente standen an diesem Abend Zehntausende im Stau. Wie viel CO2 da wohl sinnlos ausgestoßen wurde?


s 27 VCÖ**okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:39 Seite 1

MANAGEMENT

Wie Gorbatschow und Honecker I

n wessen Auftrag lobbyiert der VCÖ, wird gefragt. Die Antwort darauf ist einfach: Der VCÖ ist ein unabhängiger Verein und in den Statuten des VCÖ sind die inhaltlichen Zielsetzungen klar festgelegt. Dieses Statut ist die Basis für die Tätigkeit des VCÖ, also der „Auftraggeber“ des VCÖ – nachzulesen sind die inhaltlichen Zielsetzungen auch auf der Website des VCÖ unter www.vcoe.at. Der VCÖ setzt sich für eine ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität ein. Der VCÖ tritt seit seiner im Jahr 1988 erfolgten Gründung – durch Verkehrswissenschafter, Vertreterinnen und Vertreter von Radfahrgruppen und der Anti-Transit-Bewegung – für eine gleichberechtigte Vielfalt der Verkehrsmittel ein. Und wer sich heute das Mobilitätsverhalten in Österreich zwischen Bodensee und Neusiedlersee ansieht, merkt, dass das Mobilitätsverhalten tatsächlich vielfältiger geworden ist. Immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer fahren auch mit dem Fahrrad, gehen kürzere Wege zu Fuß oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Und das ist gut so, denn es fördert ein respektvolles Miteinander im Verkehr. Immer mehr wählen aus dem vielfältigen Angebot der Verkehrsmittel für die jeweilige Fahrt das jeweils am besten geeignete Verkehrsmittel aus. Der Mensch ist eben ein Vernunftwesen. Dem VCÖ sind eine gesunde Luft, eine intakte Umwelt und gleiche Mobilitätschancen für alle Menschen, unabhängig vom Alter und Einkommen ein wichtiges Anliegen. Dem System Auto tut der Einsatz von NGOs, wie dem VCÖ, gut. Letztlich sichern jene Verbesserungen, die Umwelt-NGOs in den vergangenen Jahrzehnten beim Auto erreicht haben, die Akzeptanz des Autos in der Gesellschaft. Die AbgasGrenzwerte waren hart umkämpft, der Widerstand der damaligen Autohersteller groß. Der VCÖ und sein Dachverband Transport & Environment zählten zu jenen, die sich für strengere Abgasgrenzwerte eingesetzt haben. Damit wurde letztlich auch sichergestellt, dass Autos heute noch in Städte fahren dürfen. Ähnliches gilt übrigens auch für den Einsatz des VCÖ für strengere CO2-Grenzwerte und damit für einen niedrigeren Spritverbrauch für Neuwagen. Der VCÖ

In der Mai-Ausgabe hatten wir gefragt, in wessen Auftrag der VCÖ tätig sei – mit großem Echo in der Leserschaft. Auch Mag. Christian Gratzer vom VCÖ hat reagiert; seinen Brief drucken wir ungekürzt ab. So kann sich jeder selbst ein Bild über die Ideen des VCÖ machen!

Mag. Christian Gratzer, VCÖ-Kommunikation

hat bereits vor fünfzehn Jahren auf die zukünftig steigenden Erdölpreise hingewiesen. Heute ist der Rohölpreis vier Mal so hoch wie vor zehn Jahren – und damit sind auch die Spritpreise gestiegen. Die Autofahrerinnen und Autofahrer würden sich viel Geld ersparen, wenn die Politik früher strengere CO2-Grenzwerte für Neuwagen beschlossen hätte: Die heutige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte bereits in den 90er Jahren maximal 120 g CO2 pro km. Es ist auch der VCÖ, der sich im Interesse von Umwelt sowie Autofahrerinnen und Autofahrern gegen die immer stärkere Abweichung des realen Spritverbrauchs vom Normverbrauch stark macht. „Ich unterstütze den VCÖ, weil ich auch in 20 Jahren noch Autofahren möchte“, stellte einmal ein VCÖ-Unterstützer fest. Der VCÖ wird übrigens von rund 10.000 Menschen unterstützt. Die Herausforderungen für den Verkehrsbereich sind in Zukunft riesig. Die von der Politik auf nationaler und internationaler Ebene gesetzten Energieziele sind ohne umfassende Änderungen im Verkehrssystem nicht erreichbar. Viele Unternehmen stellen sich auf den Mobilitätswandel ein und sorgen dafür, dass die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Zukunft gesichert sind. Ein Transport, der energieeffizienter, sauberer und damit gesünder und kostengünstiger ist, stärkt die Wirtschaft, sichert den Wohlstand der Bevölkerung und ist gerade für das Tourismusland Österreich auch aus wirtschaftlicher Sicht wesentlich für eine erfolgreiche Zukunft. Wer die Augen vor der Realität verschließt, wird ein böses Erwachen erleben und Ähnliches zu hören bekommen, was Michail Gorbatschow einst Erich Honecker kurz vor dem Fall der Berliner Mauer ins Ohr geflüstert hat: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte. •

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s 28 eurotax **GKU cargarantie **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:38 Seite 2

MANAGEMENT

gen“, berichtet Haasler. Auf diesen Lorbeeren kann er sich freilich nicht ausruhen: Soeben übertrug ihm der Konzern die Verantwortung für die Schweizer Landesgesellschaft, an deren Spitze er den aus dem Konzern ausscheidenden Peter Ballé ablöst.

Österreich als Vorbild

Heiko Haasler übernimmt mehr Verantwortung

Österreich und die Schweiz zählen zu den traditionsreichsten Märkten von EurotaxGlass’s. Gemeinsam sind die beiden Alpenländer für ein annähernd gleich hohes Umsatzvolumen wie Deutschland und Großbritannien, die größten Einzelgesellschaften im Konzernverbund, verantwortlich. Auch der Personalstand ist mit 36 Mitarbeitern in Wien und gut 30 Personen im schweizerischen Freienbach ähnlich. „In manch anderer Hinsicht kann Österreich durchaus als Vorbild gelten“, verweist Haasler auf die hierzulande nach wie vor einzigartige Funktion als „Datendrehscheibe“ rund um das Auto. Nun gelte es, ein regionales Kompetenzzentrum aufzubauen, das die jeweiligen Stärken verbindet. „Die gemeinsamen Produktentwicklungen der letzten Jahre haben eindrücklich gezeigt, dass wir gemeinsam sehr erfolgreich sein können und dass dies direkt unseren Kunden zugute kommt“, ist Haasler zuversichtlich: Die Bündelung der Aktivitäten sei angesichts dessen „ein logischer und richtiger Schritt“. • (HAY)

Mit gebündelten Kräften Neben Österreich ist Heiko Haasler bei EurotaxGlass’s künftig auch für die Schweiz verantwortlich. Der Branchendienstleister erwartet sich von der neuen Struktur zahlreiche Synergien.

N

ach einem halben Jahr in Wien fällt die Zwischenbilanz des Eurotax-Generaldirektors durchwegs zufrieden aus. „Einerseits hat der Markt sehr positiv darauf reagiert, dass wir in Österreich wieder unter dem altbekannten Namen ‚Eurotax‘ auftreten. Andererseits ist uns mit EurotaxAutoWert4 eine überaus erfolgreiche Produkteinführung gelun-

Serviceteam weiter gestärkt CarGarantie hat das Team der österreichischen Niederlassung weiter verstärkt, um seine Dienstleistungsqualität bei ständig wachsendem Serviceangebot weiter zu optimieren.

D

em erweiterten Produktportfolio entsprechend hat CarGarantie das ServiceCenter gestärkt. Das Unternehmen legt großen Wert auf qualifizierte Mitarbeiter, die CarGarantie-Partner optimal rund um den Garantievertrag unterstützen.

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(V. l.): Bogdan Strobl, Marcela Fekete , Nenad Gajič, Kinga Szöke, Peter Tanczos, Agnieszka Witek, Daniel Benčik, Peter Bachmaier, Uwe Imbach, Mag. Daniel Friedl, Erika Liškova, Ing. Franz Braumann, Diana Kostadinova, Michael Ströml, Olga Greifeneder und Christian Rothböck

Seit Mai ergänzen Marcela Fekete und Olga Greifeneder das Team des ServiceCenters. Beide haben langjährige Erfahrung in der Kundenbetreuung und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den CarGarantiePartnern. Die Mitarbeiter im ServiceCenter nehmen sämtliche telefonischen Anfragen entgegen. Das Team ist speziell für die Bedürfnisse des automobilen Fachhandels geschult und steht für alle Fragen rund um die Dienstleistung Garantie sowie die unterschiedlichen Produkte persönlich zur Verfügung. Die Niederlassung Wien spielt innerhalb der internationalen Aktivitäten von CarGarantie eine besondere Rolle. Neben der Betreuung der österreichischen Partner dient sie auch als Zentrale für den osteuropäischen Markt. Die Service-Mitarbeiterinnen zeichnen sich durch eine hohe Sprachkompetenz aus. • (LHO)

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


s 29 ZDK-kongress ** okmue_Layout 1 08.07.13 14:45 Seite 1

MANAGEMENT

Foto: Automobildialog ZDK

Der Autofahrer als Melkkuh: Mit diesem Logo sammeln unter anderem die Autoimporteure der Schweiz Stimmen für eine Volksabstimmung gegen den Automatismus immer weiter steigender Kosten ohne Gegenleistung für den individuellen Verkehr. Fachkundige Redner beim 1. Berliner Automobildialog (v. l.) Prof. Dr. Gunter Zimmermeyer (Vizepräsident der Deutschen Verkehrswacht), Dr. Roland Krause (Dekra) und Ulrich Klaus Becker (Vizepräsident ADAC); Dr. Christoph Konrad vom gastgebenden Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) leitete die Diskussion (r.)

Das Auto ist viel besser als sein Image Das Image des Autos ist schlecht oder zumindest nicht so, wie es der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung entspricht. So verwundert es nicht, dass Politiker in diese Stimmungslage einfallen. Das ist nicht nur in Österreich oder der Schweiz so, sondern auch in Deutschland.

2

013 ist Wahljahr und die Parteien positionieren sich zum Stimmenfang. Dem Negativimage des Autos will der Zentralverband des deutschen KfzGewebes (ZDK) entgegenwirken und hat den 1. Berliner Automobildialog ins Leben gerufen. „Mobilität im Fadenkreuz – brauchen wir eine Allianz für das Auto?“ Unter diesem Titel lässt der ZDK Experten zu Wort kommen, die Vorurteilen mit Argumenten und Studien begegnen. Der Veranstaltungsort war gut gewählt: In Sichtweite zum Berliner Reichstag, ein Katzensprung für Politiker. Drei Volksvertreter ließen sich sehen. Und die zeigten sich allesamt

Siegfried Kauder, Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, fragte provokant in die Runde: „Und jetzt?“ Was bringen gute Ideen, Vorschläge und Anregungen, wenn die Themen die Politiker nicht erreichen? Offene Kritik am „Reden ohne Konsequenzen“. Während es die Automobilhersteller verstehen, ihre Themen in der Politik zu platzieren, fehlt den Autofahrern – und damit allen, die sonst noch mit und vom Auto leben – häufig die Unterstützung. Aber wie verschafft sich diese Gruppe Gehör? Auf allen politischen Ebenen, auf dem Land und in der Stadt? Am Ende gilt: Wer sich nicht wehrt, darf sich nicht wundern, wenn vielleicht Entscheidungen getroffen werden, die den tatsächlichen Lebenssituationen widersprechen. Kauder bot im Zuge dessen an, beim Aufbau einer Petition zu helfen, die dem Bundestag übergeben werden soll. Ein Anfang und damit wäre der 1. Berliner Automobildialog des ZDK schon ein Erfolg. Weitere Dialoge sollen übrigens folgen, man darf gespannt sein.

dem individuellen Straßenverkehr eher zugetan. Keine Spur von Vertretern der Parteien, die mit Tempolimits auf Autobahnen oder eine drastische Einbremsung des städtischen Verkehrs auf Wählerfang gehen. Dabei hätte es einiges Interessantes zu hören gegeben. Beispiele für Aussagen, die für den Straßenverkehr in Deutschland belegt wurden: • Der individuelle Straßenverkehr zahlt seit Jahren viel mehr, als in ihn investiert wird. • Fehlendes Geld in der Infrastruktur ist mitverantwortlich für Unfälle, z. B. auf Landstraßen oder in Städten. • Autobahnen sind die sichersten Straßen in Deutschland. • Die Wirksamkeit von Tempo 30 km/h in Städten ist nicht überprüft und es gibt gute Gründe gegen diese Maßnahme. • Autofahrer befolgen Regeln schneller und konsequenter, wenn sie von deren Sinn überzeugt sind. • Die Fortschritte im Bereich Umwelt und Verkehrssicherheit in den vergangenen 40 Jahren sind enorm. • Vision Zero – null Verkehrstote und Schwerverletzte auf der Straße – ist kein realistisches Ziel, sondern wäre nur bei Einstellung des Verkehrs erreichbar. • Der Sicherheitsaspekt ist im Straßenverkehr wichtig. Ökologische, ökonomische und soziale Komponenten dürfen aber nicht ignoriert werden. Wie Interessen mit Nachdruck vertreten werden können, zeigt der Blick ausgerechnet zu den eigentlich als zurückhaltend geltenden Schweizern. Unternehmer, Gewerbevertreter und Politiker wehren sich mit der „Milchkuh-Initiative“ dagegen, dass die Autofahrer permanent steigende Kosten schlucken sollen und gleichzeitig immer länger im Stau stehen oder über löchrigen Asphalt rollen. Publikumswirksamer Start der Stimmensammlung für ein Referendum war am Autosalon Genf. Selbst etwas bewegen ist allemal besser, als nur bewegt zu werden. • (OKU)

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

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s 30 partslife **okhay okmue_Layout 1 09.07.13 14:00 Seite 2

MANAGEMENT

Am Puls der Servicebranche Jahr für Jahr zeichnet Partslife die besten Werkstätten Deutschlands aus. Die Siegerehrung ist gleichzeitig ein internationales Spitzentreffen des Servicemarktes. Von Philipp Hayder

D

er eine oder andere Besucher der AutoZum wird sich daran erinnern, dass heuer erstmals österreichische „Werkstätten des Jahres“ prämiert wurden. In Deutschland ist dieser Wettbewerb längst ein Fixtermin im Branchenkalender: Das bewiesen die rund 200 prominenten Teilnehmer bei der Preisverleihung, darunter auch die heimischen Manager Franz Lettner (Birner) und Erwin Leitner (ATP). Ein Umweltpreis wurde ebenfalls vergeben: Er ging an den österreichischen Batteriehersteller Banner, der an 3 deutschen Standorten Photovoltaikanlagen errichten ließ. Am Folgetag wurde beim „Partslife Kongress“ diskutiert, wie sich Internet und demografischer Wandel auf die Werkstatt- und Teilebranche auswirken.

Wolfgang Steube ruft und der Servicemarkt gibt sich ein Stelldichein: Heuer fanden Siegerehrung und Kongress in Wiesbaden statt Heuer wurden 2 Partner des Werkstattkonzepts Autofit und ein 1a-Autoservice-Betrieb als „Werkstätten des Jahres“ geehrt

Teile aus dem Netz „Dem Thema Internetvertrieb kann man sich einfach nicht verschließen“, unterstrich Martin Jobst, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Amplify. 16 Prozent aller Deutschen sowie 35 Prozent der Personen unter 29 Jahren hätten bereits Kfz-Teile oder Reifen im Internet erworben. Zudem geht Jobst davon aus, dass Werkstattportale „zu einem festen Bestandteil der Kundenentscheidung werden“. Lediglich beim reinen Neuwagenvertrieb werde sich das Internet weniger stark auswirken, meint Jobst: „In diesem Bereich rechnen wir mit 4 Prozent reinen Onlineverkäufen bis 2020.“

Amazon statt Großhändler? Dass der Onlinehandel das „gelernte“ Preisgefüge am Teilemarkt durcheinander wirft, machte Berater Norbert Dohmen deutlich: „Im Internet werden selbst Ar-

30

tikel ‚erster Marken‘ bis zu 70 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller verkauft.“ Derzeit nützen dies vor allem autoaffine Endkunden, doch Dohmen geht davon aus, dass zukünftig auch Werkstätten auf „virtuelle“ Einkaufsquellen zugreifen werden: „In den USA erprobt Amazon bereits den taggleichen Teileversand samt Verrechnungsrahmen.“

„Mittelschicht bricht weg“

Martin Jobst, Norbert Dohmen, Dr. Charles McKay (v. l.) und weitere Referenten erörterten die Zukunft der Branche

Neben dem Internet wirkt sich die zunehmend ungleiche Wohlstandsverteilung auf die Reparaturbranche aus. „Die Mittelschicht bricht weg“, analysierte Wirtschaftswissenschafter Dr. Charles McKay. Die Folge sei unter anderem ein Auseinandertriften von qualitätsund preisorientierten Kunden. Wie Werkstätten und Teilehändler mit diesen Phänomenen umgehen sollen, konnte bei der Tagung naturgemäß nicht endgültig beantwortet werden. Eines ist den Gastgebern rund um Wolfgang Steube, Geschäftsführer von Partslife, aber eindrücklich gelungen: Sie haben gezeigt, dass ihr Unternehmen nicht nur ein Umweltdienstleister, sondern auch eine Informationsdrehscheibe für die gesamte Branche ist. •

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


s 31 freewave *** okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:32 Seite 1

Die Kunden schätzen das kostenlose Internet-Angebot

Wartezeit sinnvoll nützen Kostenloses WLAN ist in Cafés schon längst gang und gäbe: Nun hält es auch in immer mehr Autohäusern Einzug.

E

s passiert immer wieder, dass ein Auto bei einem Werkstattaufenthalt etwas später fertig wird – aber auch während kurzer Checks oder dem Reifenwechseln bleiben Kunden gern in der Wartezone sitzen. So mancher nutzt die Zeit, um am Laptop zu arbeiten. Doch bisher fehlte in vielen Autohäusern eine Internet-Verbindung. „Als erster ist Citroën Wien im September 2011 auf uns zugekommen, dann folgte Peugeot mit seinen Filialen in Wien und Linz“, sagt Wolfgang Krivanek, Geschäftsführer von Freewave. Sein Unternehmen hat bereits mehr als 500 sogenannte „Hotspots“ errichtet: Neben Cafés und Restaurants sind auch Fitness- und Einkaufszentren, Krankenhäuser und Museen Freewave-Kunden.

Wolfgang Krivanek, Geschäftsführer von Freewave

Auch in Störfällen jederzeit greifbar Doch nun lassen sich auch immer mehr Autohäuser von den Vorteilen überzeugen. „Wir sind auch in möglichen Störfällen sofort da“, sagt Krivanek. Dadurch könnten sich die IT-Verantwortlichen des Autohauses um andere Dinge kümmern. Zuletzt ließ Denzel seine Kundenzentren mit GratisWLAN ausstatten. „Das ist bei Autohäusern relativ einfach, weil es meist eine strukturierte Verkabelung gibt“, so Krivanek. Der Sender wird in der Zwischendecke versteckt, eventuelle Verstärker für das Signal sehen aus wie ein Brandmelder. Üblicherweise dauert es einen halben Tag, bis das System betriebsbereit ist. Je nach Aufwand verrechnet Krivanek 490 bis 990 Euro, der monatliche Betrieb kostet 99 Euro.• (MUE)

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


s 32-33 statistik***okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:31 Seite 2

MANAGEMENT

Wenn die SUVs nicht wären! Gebrauchtwagen Mai 2013

32

Jän. – Mai 2013

Stück

MA in %

+/ – in % z. Vorjahr

MA in %

+/ – in % z. Vorjahr

VW

15.087

20,28

3,19

Audi

6.528

8,77

5,12

70.249

20,24

1,98

31.802

9,16

BMW

5.234

7,04

8,34

9,11

24.305

7,00

Opel

5.192

8,82

6,98

-3,49

23.955

6,90

-7,74

Ford Mercedes-Benz

4.549

6,11

1,65

21.763

6,27

-0,60

4.144

5,57

9,80

18.298

5,27

2,03

Renault

3.652

4,91

4,88

16.989

4,90

-0,32

Peugeot

3.238

4,35

2,76

15.350

4,42

5,38

Mazda

2.709

3,64

5,45

12.113

3,49

0,49

Skoda

2.704

3,63

12,06

13.723

3,95

14,71

Fiat/Abarth

2.610

3,51

6,62

11.977

3,45

2,92

Seat

2.409

3,24

22,35

11.125

3,21

13,90

Toyota

2.118

2,85

16,31

9.479

2,73

5,26

Citroën

1.792

2,41

-7,63

8.817

2,54

-1,41

Hyundai

1.197

1,61

4,00

5.814

1,68

6,33

Suzuki

1.182

1,59

8,24

5.317

1,53

0,70

Nissan

1.096

1,47

-5,44

5.510

1,59

-4,49

Kia

Marke

Stück

1.016

1,37

11,89

4.874

1,40

6,07

Mitsubishi

864

1,16

-1,82

4.089

1,18

-4,13

Alfa Romeo

854

1,15

2,15

3.824

1,10

-4,26

Volvo

844

1,13

14,52

3.931

1,13

8,53

Honda

774

1,04

1,04

3.526

1,02

0,31

Chevrolet/Daewoo

691

0,93

15,75

3.091

0,89

12,85

Chrysler

446

0,60

-8,04

2.065

0,60

-10,14

Porsche

419

0,56

3,20

1.642

0,47

6,07

Mini

373

0,50

1,91

1.660

0,48

7,51

Jeep

316

0,42

3,27

1.477

0,43

2,93

smart

282

0,38

20,51

1.272

0,37

-0,39

Lancia

258

0,35

1,98

1.162

0,33

3,57

Subaru

248

0,33

9,73

1.452

0,42

19,60

Dacia

237

0,32

44,51

1.122

0,32

42,57

Land Rover

234

0,31

20,62

1.068

0,31

14,84

Jaguar

183

0,25

14,38

670

0,19

-0,74

Daihatsu

127

0,17

-11,81

587

0,17

-16,74

Rover

126

0,17

-12,50

521

0,15

-17,69

Saab

94

0,13

-16,81

412

0,12

-9,85

Lexus

64

0,09

4,92

297

0,09

20,24

Dodge

55

0,07

61,76

210

0,06

16,67

Ferrari

40

0,05

48,15

110

0,03

3,77

SsangYong

40

0,05

11,11

210

0,06

8,25

Maserati

24

0,03

33,33

83

0,02

53,70

Lada

22

0,03

22,22

84

0,02

-1,18

Aston Martin

16

0,02

33,33

45

0,01

25,00

MG

15

0,02

-11,76

59

0,02

7,27

Lamborghini

12

0,02

300,00

23

0,01

35,29

Bentley

8

0,01

-20,00

44

0,01

33,33

KTM

6

0,01

100,00

10

0,00

-28,57

Rolls-Royce

5

0,01

0,00

20

0,01

-23,08

Infiniti

2

0,00

100,00

5

0,00

-44,44

816

0,24

-11,50

347.047 100,00

2,92

Sonstige

259

0,35

-9,12

Summe

74.395

100,00

4,93

D

as Mai-Minus von 10,2 Prozent bei den Neuzulassungen am Pkw-Markt wurde in den vergangenen Wochen bei Importeuren und Händlern hinreichend analysiert. Interessant ist, dass im Mai ein weiteres Segment in die negativen Zahlen gerutscht ist, nämlich ausgerechnet das stärkste: Obwohl mit dem VW Golf der Klassenprimus erneuert wurde, wird das Segment immer kleiner. Großteils deshalb, weil viele Kunden auf SUVs umsteigen. Zwar ist das Wachstum heuer mit knapp mehr als 5 Prozent nicht mehr ganz so stark wie im Vorjahr, doch neben den Geländewagen sind die SUVs das einzige Wachstumssegment in diesem Jahr.

Keine Bremsspuren bei den Gebrauchtwagen A propos Wachstum: Mit 74.395 Ummeldungen (+4,93 Prozent) setzte der Gebrauchtwagenmarkt auch im Mai seinen Erfolgslauf fort. Nach fünf Monaten liegt dieser Bereich weiter auf Rekordkurs: 347.047 Einheiten bedeuten knapp 3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2012. Interessant ist,dass sich BMW erstmals zu diesem Zeitpunkt auf Rang 3 wiederfindet, wenn auch nur knapp vor Opel und relativ klar hinter Audi und dem Sieger VW. • (MUE).

Modell-Ranking Neuwagen Marke/ Modell

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Mai 2013

Jän. – Mai 2013

Stück MA in %

VW Golf Skoda Fabia VW Tiguan Renault Mégane VW Polo Ford Focus Hyundai i20 Hyundai ix35 Skoda Octavia Nissan Qashqai

1.438 918 833 728 687 630 620 578 488 483

4,9 3,2 2,9 2,5 2,4 2,2 2,1 2,0 1,7 1,7

Stück MA in %

7.631 3.191 3.816 3.744 4.045 2.772 2.590 1.875 3.007 2.680

5,5 2,3 2,7 2,7 2,9 2,0 1,9 1,3 2,1 1,9

Bundesländer Neuanmeldungen Bundesland B K NÖ OÖ S St T V W

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

Mai 13 1.026 1.519 5.476 5.408 2.230 3.727 2.447 1.076 6.185

+/- % -17,06 -17,80 -12,76 -8,82 -11,89 -15,04 -9,67 -16,26 -0,13

Mai 13 1.237 1.848 6.277 5.931 2.531 4.387 2.709 1.285 6.193

Alle Daten zum Fahrzeugmarkt finden Sie auch im MarketAnalyser von EurotaxGlass’s


s 32-33 statistik***okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:31 Seite 3

Neuwagen Stück

VW Hyundai Skoda Ford Opel Audi Renault Seat BMW Fiat/Abarth Mercedes Benz Kia Peugeot Mazda Toyota Nissan Dacia Citroën Suzuki Chevrolet Mitsubishi Volvo Mini Honda Alfa Romeo Land Rover Subaru Porsche Lancia smart Jeep Jaguar Lexus Ferrari KTM Maserati Bentley Aston Martin Saab Cadillac Daihatsu Infiniti Lada Lamborghini Lotus Rolls-Royce SsangYong Sonstige Summe

4.825 16,58 1.979 6,80 1.964 6,75 1.901 6,53 1.824 6,27 1.724 5,93 1.533 5,27 1.387 4,77 1.342 4,61 1.060 3,64 998 3,43 943 3,24 923 3,17 914 3,14 823 2,83 787 2,71 696 2,39 669 2,30 597 2,05 347 1,19 306 1,05 295 1,01 230 0,79 191 0,66 170 0,58 142 0,49 127 0,44 104 0,36 87 0,30 66 0,23 55 0,19 28 0,10 18 0,06 11 0,04 10 0,03 5 0,02 4 0,01 3 0,01 1 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 0 0,00 5 0,02 29.094 100,00

-17,84 -4,03 1,45 0,21 -9,70 -6,00 5,65 -21,28 -22,65 -8,62 10,52 -12,03 -36,95 19,79 8,43 -4,37 31,07 -48,30 2,93 -19,30 -25,18 13,90 -16,36 9,14 -8,60 -25,65 130,91 -17,46 -25,00 32,00 -40,86 55,56 -41,94 266,67 0,00 0,00 0,00 50,00 0,00 -100,00 -100,00 -100,00 -100,00 -100,00 -100,00 0,00 -100,00 -54,55 -10,20

Jän. – Mai 2013 Stück

MA in %

24.766 8.916 9.591 8.005 8.130 8.877 7.247 7.105 6.797 5.151 5.408 4.121 4.321 4.076 4.216 4.170 2.802 3.210 2.179 1.684 1.595 1.323 905 1.167 781 1.024 383 521 390 373 302 149 84 39 19 9 22 13 1 4 1 18 5 2 3 0 2 18 139.925

17,70 6,37 6,85 5,72 5,81 6,34 5,18 5,08 4,86 3,68 3,86 2,95 3,09 2,91 3,01 2,98 2,00 2,29 1,56 1,20 1,14 0,95 0,65 0,83 0,56 0,73 0,27 0,37 0,28 0,27 0,22 0,11 0,06 0,03 0,01 0,01 0,02 0,01 0,00 0,00 0,00 0,01 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,01 100,00

+/ – in % z. Vorjahr -4,88 1,07 -9,46 -21,59 -18,32 -0,70 -4,86 5,57 -9,19 -5,42 19,83 -29,37 -33,59 0,49 18,83 0,02 26,73 -43,60 -21,68 -23,18 -18,04 -11,62 -8,40 9,89 -27,35 15,71 -34,75 1,56 -35,86 -10,55 -19,47 -4,49 -38,69 56,00 46,15 125,00 -12,00 62,50 -90,91 -42,86 -99,20 125,00 -68,75 -84,62 -25,00 0,00 -83,33 -51,35 -9,07

Jän. – Mai 2013 Anwendung (inkl. Kzl) männl. 7.092 2.352 2.588 1.625 1.616 2.439 1.867 1.662 1.980 943 1.488 1.418 1.240 1.907 1.684 722 1.576 968 860 636 567 542 215 597 127 286 112 217 33 83 56 30 25 21 5 1 1 5 1 3 0 2 3 0 3 0 0 9 39.607

weibl.

betriebl.

Taxi1

12.800 4.344 5.254 5.532 5.715 5.060 4.389 4.029 4.257 3.324 3.392 1.642 2.104 1.266 1.486 3.094 318 1.775 599 711 639 593 483 287 580 619 244 241 331 236 228 110 50 18 14 7 19 8 0 1 0 16 1 2 0 0 2 7 75.827

51 20 89 36 12 4 3 15 10 6 141 5 2 10 68 7 24 7 0 12 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 525

4.874 2.220 1.749 848 799 1.378 991 1.414 560 884 528 1.061 977 903 1.046 354 908 467 720 337 389 188 207 283 74 119 27 63 26 54 18 9 9 0 0 1 2 0 0 0 1 0 1 0 0 0 0 2 24.491

VerDiplomietung1 matie1 591 2.636 817 436 1.011 125 202 227 1.003 403 618 235 132 4 250 411 1 109 11 24 4 75 186 2 22 4 0 2 51 113 7 0 10 0 0 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 9.726

29 1 3 2 3 6 3 0 63 1 38 0 2 1 7 3 0 0 0 0 2 11 4 1 0 5 0 1 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 189

in betrieblichen Zulassungen enthalten

Marke

MA +/ – in % in % z. Vorjahr

1

Mai 2013

Gewinner und Verlierer nach Segmenten Jänner – Mai 2013: 139.925 Kleinwagen

Stadtwagen

Microvans

Familyuntere vans Mittelklasse

Mittelklasse

Oberklasse

Luxusklasse

Sportwagen

7.556

28.488

4.401

30.755

10.193

13.478

3.450

203

960

-13,1 %

-14,3 %

-22,7 %

-1,7 %

-24,3 %

-12,1 %

-30,3 %

-22,8 %

-11,1 %

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

Geländewagen

Geländew. Minivan medium

+12,7 %

+5,1 %

5.747

23.600

5.644

-14,3 %

33


s 34 jato ***okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:31 Seite 2

MANAGEMENT

Es war nur ein Einmonats-Plus Die Hoffnung vieler Autobauer und -händler, dass der Anstieg bei den Neuwagen-Verkäufen im April ein Ende der seit eineinhalb Jahren währenden Krise in Europa einläuten würde, erfüllte sich leider nicht.

N

achdem der Neuwagenabsatz in den 30 untersuchten Ländern Europas im April erstmals seit September 2011 gestiegen war (wenn auch nur um bescheidene 2 Prozent), gab es im Mai wieder einen Dämpfer für die krisengeschüttelte Autoindustrie: Mit 1.088.195 Neuzulassungen wurde das Ergebnis des Mai 2012 um 66.847 Einheiten verfehlt, das ist ein Minus von immerhin 5,8 Prozent und damit der niedrigste Wert seit dem Mai 1993. Ausschlaggebend war, dass weiterhin vier von fünf großen Staaten in Europa unter der Absatzschwäche leiden: Ähnlich wie Österreich mussten auch Deutschland und Mag. Heimo Egger, für Frankreich im Mai Rückgänge von Mazda in Zentral- und rund 10 Prozent hinnehmen. Südosteuropa tätig Hingegen war das Minus in Spanien und Italien, wo es in den vergangenen Jahren besonders starke Rückgänge im Absatz gegeben hatte, im Mai nicht so dramatisch, auch Griechenland scheint sich langsam auf einem – wenngleich sehr niedrigen – Niveau eingependelt zu haben. Wirft man einen Blick auf die Hersteller, so fällt auf, dass diesmal sogar neun von den zehn Großen in Europa Rückgänge hinnehmen mussten; lediglich Mercedes kam wegen des Erfolgs der neuen A-Klasse ungeschoren davon.

Mazda erlebt heuer erfolgreiches Jahr Erfreulich ist die Situation hingegen für Mazda: Verglichen mit dem Mai des Vorjahres stiegen die Neuzulassungen um stolze 29,8 Prozent, damit wurden heuer in Europa 61.160 Stück (+6,9 Prozent) neu zugelassen. Gute Zahlen kann auch Mag. Heimo Egger vorweisen, der für Mazda von Klagenfurt aus 14 Länder in Zentral- und Osteuropa managt. „Obwohl der Absatz aller Hersteller in diesen Ländern heuer um 12 Prozent gesunken ist, hatte Mazda ein Wachstum von 20 Prozent“, sagt Egger. Bis Jahresende geht er sogar von einem Plus für Mazda von 25 Prozent aus. Neben dem CX-5, der heuer erstmals in einem Volljahr erhältlich ist, hat auch der Mazda 6 eine große Fangemeinde: Vom Vorgänger wurden seit 2002 in Zentral- und Osteuropa 25.000 Autos abgesetzt. • (MUE)

34

Länderstatistik Land Mai 13 Mai 12 Belgien 44.519 40.780 Dänemark 16.611 16.670 Deutschland 261.316 289.977 Estland 2.003 1.942 Finnland 10.228 7.326 Frankreich 148.490 165.691 Griechenland 5.238 5.271 Großbritannien 180.111 162.288 Irland* 5.963 7.697 Island 890 1.536 Italien 136.711 148.203 Kroatien 3.328 3.377 Lettland 960 1.040 Litauen 1.109 1.213 Luxemburg 4.614 4.833 Niederlande 30.262 47.757 Norwegen 12.280 12.897 Österreich 29.094 32.399 Polen 22.550 23.929 Portugal* 11.016 10.674 Rumänien 4.107 7.745 Schweden 25.782 25.759 Schweiz 26.678 29.165 Serbien 2.212 2.189 Slowakei 5.917 5.957 Slowenien 4.914 4.660 Spanien 70.957 72.409 Tschechische Republik 14.822 15.975 Ungarn 5.034 4.614 Zypern 479 1.069 Total 1.088.195 1.155.042 * geschätzte Volumina für Mai 2013

Veränd. in % +9,2% -0,4% -9,9% +3,1% +39,6% -10,4% -0,6% +11,0% -22,5% -42,1% -7,8% -1,5% -7,7% -8,6% -4,5% -36,6% -4,8% -10,2% -5,8% +3,2% -47,0% +0,1% -8,5% +1,1% -0,7% +5,5% -2,0% -7,2% +9,1% -55,2% -5,8%

kum. 13 kum. 12 246.715 237.469 74.373 69.497 1.219.717 1.337.679 8.646 8.365 47.640 59.149 740.121 840.084 24.694 26.797 948.666 868.166 51.544 60.297 2.802 3.338 611.075 689.246 12.155 16.863 4.110 4.412 4.893 5.146 22.089 23.717 177.290 255.223 60.485 58.982 139.925 153.891 122.285 125.356 43.208 42.602 20.582 26.017 106.031 117.071 124.952 137.219 8.549 9.650 25.876 27.868 22.384 23.347 315.330 332.687 66.336 76.072 22.318 23.018 2.676 4.934 5.277.467 5.664.162

Veränd. in % +3,9% +7,0% -8,8% +3,4% -19,5% -11,9% -7,8% +9,3% -14,5% -16,1% -11,3% -27,9% -6,8% -4,9% -6,9% -30,5% +2,5% -9,1% -2,4% +1,4% -20,9% -9,4% -8,9% -11,4% -7,1% -4,1% -5,2% -12,8% -3,0% -45,8% -6,8%

Top-Ten-Marken in Europa Volkswagen Ford Opel/Vauxhall Peugeot Audi Renault Fiat BMW Mercedes Citroën

Mai 13 138.271 87.002 75.800 65.553 63.749 61.744 57.434 55.303 55.135 52.427

Veränd. Mai 12 in % 148.528 -6,9% 87.711 -0,8% 83.652 -9,4% 74.205 -11,7% 66.625 -4,3% 75.118 -17,8% 60.543 -5,1% 59.113 -6,4% 54.154 +1,8% 62.090 -15,6%

Veränd. in % -7,9% -12,9% -6,9% -11,8% -2,5% -12,5% -2,0% -1,6% +2,3% -16,5%

kum. 13 663.631 395.250 353.280 320.544 300.816 325.098 264.307 268.322 263.500 262.592

kum. 12 720.552 453.616 379.511 363.459 308.678 371.539 269.742 272.645 257.601 314.588

kum. 13 196.097 127.675 113.982 105.800 123.565 116.415 100.226 83.205 95.300 85.275

Veränd. kum. 12 in % 200.312 -2,1% 145.351 -12,2% 23.335 +388,5% 120.213 -12,0% 107.719 +14,7% 135.440 -14,0% 117.162 -14,5% 71.357 +16,6% 92.988 +2,5% 104.452 -18,4%

Top-Ten-Modelle in Europa Volkswagen Golf Ford Fiesta Peugeot 208 Opel/Vauxhall Corsa Renault Clio Volkswagen Polo Ford Focus BMW Reihe 3 Nissan Qashqai Opel/Vauxhall Astra

Mai 13 40.695 26.530 23.020 22.518 22.093 22.075 20.367 17.837 17.393 17.328

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

Veränd. Mai 12 in % 40.964 -0,7% 28.201 -5,9% 10.920+110,8% 26.566 -15,2% 20.874 +5,8% 23.972 -7,9% 22.361 -8,9% 17.359 +2,8% 15.691 +10,8% 22.337 -22,4%


s 35 allianz **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:30 Seite 1

MANAGEMENT

Aktive Sicherheit wird wichtiger Wenn die aktiven Sicherheitssysteme ab 2016 beim NCAP-Crashtest in die Bewertung einfließen, wird sich die Autoindustrie noch stärker damit befassen, aber auch die ungeschützten Verkehrsteilnehmer finden Beachtung.

I

m Rahmen des diesjährigen Allianz Autotages im Allianz Zentrum für Technik in Ismaning bei München standen die ungeschützten Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger im Mittelpunkt. Denn während die getöteten Autofahrer in Europa in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgingen und die EU zwischen 2010 und 2020 diese Zahlen sogar nochmals halbieren will, sind bei Radfahrern oder Fußgänger kaum Rückgänge zu verzeichnen. Bei den Radfahrern setzt sich die Allianz verstärkt für das Tragen von Helmen ein, die Verletzungsgefahr wird dadurch massiv gesenkt. Durch die Pedelecs, die Elektrofahrräder, ist das Risiko noch höher, durch den hohen Seniorenanteil sind diese Menschen ganz besonders gefährdet. Jeder Vierte der weltweit mehr als eine Million Verkehrstoten jährlich ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, daher hat hier auch die Automobilindustrie eine besondere Verantwortung.

Aktive Assistenzsysteme auf dem Vormarsch Seit einigen Jahren werde viel in das Thema aktive Sicherheit investiert, wie Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik, erläutert: „Ab 2016 gibt es beim NCAP-Crashtest Punkte für solche Systeme, dann steigt die Bedeutung weiter an. Allerdings dauert es relativ lange, bis der Automarkt

Unterschiedliche Assistenten sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr Dr. Christoph Lauterwasser ist Leiter des Allianz Zentrum für Technik

mit dieser neuen Technik durchdrungen ist.“ Solange die Systeme nicht serienmäßig sind, gibt es noch ein Problem: „Speziell bei Systemen für den Fußgängerschutz gibt es wenig Kaufanreiz für die Autokäufer, die oft teure Technologie zu erwerben.“ Um zumindest die Folgen eines Aufpralls zu lindern, sind die Fahrzeugfronten deutlich weicher als noch vor einigen Jahren. • (STS)


s 36 kronreif ** okmue_Layout 1 08.07.13 14:30 Seite 2

MANAGEMENT

Kronreif – der Unbelehrbare Im Mai hat sich AUTO & Wirtschaft mit einem Kfz-Reparaturgutachten des an Salzburger Gerichten tätigen Verkehrsunfallexperten Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Kronreif kritisch auseinander gesetzt.

Walter Janisch zu klären. Dieser ist für Kfz-Reparaturen und Havarieschäden in die Sachverständigenliste der Justiz (17.11) eingetragen. Ein Fachgebiet, das in Österreich auch Spengler- und Lackiererarbeiten umfasst. Was aus der Sicht Kronreifs in Oberbayern anders gehandhabt wird: „Es wurde SV Janisch zwar als Schiedsgutachter vorgeschlagen und fungierte als solcher, jedoch ist Janisch kein Lack-Sachverständiger. Er ist weder in die Sachverständigenliste der österreichischen Justiz noch in einem anderen Land eingetragener Sachverständiger für Kfz-Lackierung.“

K

ronreif ist laut SV-Liste des österreichischen Justizministeriums weder für Kfz-Reparaturen noch für Kfz-Lackierungen zuständig. Nach österreichischer Gesetzeslage ist für eine derartige Eintragung eine fünfjährige einschlägige Praxis in einer KfzLackiererei oder in einer Kfz-Spenglerei erforderlich. Dazu erhält AUTO & Wirtschaft von Kronreif die folgende – aus Platzgründen gekürzte – Darstellung: „Ich bin von der Regierung von Oberbayern nicht nur für das Fachgebiet ,Verkehrsunfälle‘ öffentlich bestellt und beeidet, sondern (seit dem Jahr 2003) auch für das Fachgebiet ,Kraftfahrzeugschäden und Bewertung‘, wobei diese öffentliche Bestellung und Beeidigung seitens der Regierung von Oberbayern – neben einigen anderen Spezialgebieten – auch das Gebiet ,Fahrzeugreparatur‘ und ,Fahrzeuglackierung‘ beinhaltet. Damit bin ich zuständig, auch zu diesem Thema Gutachten zu erstatten, selbstverständlich ist dies auch im nichtbundesdeutschen Raum möglich. ... Da eine öffentliche Bestellung und Beeidigung seitens der Regierung von Oberbayern ohnehin über die Bundesgrenzen hinaus anerkannt ist, bestand meinerseits keine Notwendigkeit der diesbezüglichen Ergänzung in der Sachverständigenliste der österreichischen Justiz.“

Keine Freundschaft mit Privatgutachter Darüber hinaus legt Kronreif Wert auf die Feststellung, dass er mit dem von ihm bestellten Privatgutachter Johann Pfarrkirchner nicht beDer Unbele hrbare I freundet ist: „SV Pfarrkirchner ist mir lediglich von Berufs wegen sowie von Sachverständigenveranstaltungen bekannt. Er wurde mir (über Empfehlung durch den Kfz Fachgruppenobmann StV des Landesverbandes für OÖ und Sbg) beauftragt, zur gegenständlichen Reparatur der Fa. Dipl.-Ing. (FH) Moreau am Pkw-Skoda und zur Frage der Richtigkeit Gerhard Kronreif der Gutachten des SV Hattinger und des SV Janisch ein Gutachten zu erstatten. Dabei kam er zum Ergebnis, dass ... die Ausführungen im Gutachten Hattinger technisch nicht nachvollziehbar und auch nicht richtig sind sowie das Gutachten SV Janisch zweifelsfrei und sehr leicht als offenbar unrichtig zu erkennen ist.“ MANAGE

MENT

Nur wenige Ges Gutachter für chädigte machen sich die Mühe, zu ziehen. falsche Gutachten zur Wie Verantwortu Ernst Moreau mühsam das ist, kon ng nte achtens des aufgrund eines falschen Kfz-Meister Dipl Laufe der verg .-Ing. (FH) Gerhard GerichtsgutKro angenen fünf nrei Von Dr. Fried Jahre erleben f im rich Knöbl .

32

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2013

Gilt oberbayerische Bestellung in Österreich – oder nicht? Diese Rechtsexpertise wird von heimischen Juristen nicht geteilt: Ein in einer deutschen Liste eingetragener Rechtsanwalt muss selbstverständlich die österreichischen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, um in eine österreichische Rechtsanwaltsliste eingetragen zu werden. Diese Voraussetzungen sind von der österreichischen Justizverwaltung zu überprüfen. Analog ist diese Regelung auch auf die bei Gericht tätigen Sachverständigen anzuwenden. AUTO & Wirtschaft berichtete über die Bemühungen des damaligen Bundesinnungsmeisters der Karosseriebetriebe Arthur Clark, den Streit über das KronreifGutachten durch ein Schiedsgutachten des SV

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Das Gericht muss nun entscheiden Der Salzburger Richter Dr. Ganzera und der von ihm bestellte Tiroler SV Anton Mayr sahen dies anders. Das erstinstanzliche Urteil stellte fest, dass Moreaus Schadenersatzforderung aus dem falschen KronreifGutachten „dem Grunde nach zu Recht besteht“. Kronreif stellt jedoch klar, „dass ich gegen das im Artikel angeführte Gerichtsurteil volle Berufung ausgeführt habe ... und der Richter sowohl eine unrichtige rechtliche Beurteilung als auch eine unrichtige Beweiswürdigung vornahm“. • (KNÖ) AUTO & Wirtschaft wird über das Ergebnis der Kronreifschen Berufung berichten.

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


wr.städtische_0713_ok_Layout 1 02.07.13 16:16 Seite 1

Weil uns Partnerschaft wichtig ist UntERnEhMEn – LEASinGGESELLSchAFtEn – WiEnER StädtiSchE die Wiener Städtische Versicherung bekennt sich zu einer modernen Form der Zusammenarbeit. Für Unternehmen bietet sie alles rund ums Auto gemeinsam mit den Partnern aus der Leasingbranche an. Schwerpunkte sind die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten für die jeweilige Firma, aber auch die vereinfachten Rahmenbedingungen für und mit den Leasinggesellschaften.

Sofortiger Einsatz der Fahrzeuge Mit einer vereinfachten Vertragsgestaltung, dem österreichweiten Zulassungsservice und einer technisch unterstützten Polizzierungs-Lösung ist sichergestellt, dass die Unternehmen und Leasingpartner umgehend das KFZ in Einsatz bringen können und zu einer raschen und korrekten Vertragserstellung kommen. Vereinfachte Prämienverrechnung Auch bei der Prämienverrechnung erfolgt für das Unternehmen eine vereinfachte Abrechnung mit den Leasingpartnern, die diese auf elektronischem Weg an die Wiener Städtische weiterleiten und damit eine unbürokratische Abwicklung ermöglichen.

Ein wichtiger Teil bei der Auslagerung der gesamten Abwicklung für die KFZ-Flotte und damit von Fuhrpark-Management ist der Versicherungsbereich. Hier ergeben sich einige wesentliche Punkte die für das Unternehmen und für die Fuhrpark-Gesellschaften Vorteile bringen und damit für alle Beteiligten zu einer verbesserten Kosten-Nutzen Rechnung führen. Maßgeschneiderte Angebote Die Wiener Städtische bietet maßgeschneiderte Angebote bei der Prämien- und Versicherungsdeckung mit zusätzlichen Vorteilen, die auf die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse des jeweiligen Unternehmens abgestimmt werden und trotzdem mit vereinheitlichten Systemen einen Konditionsrahmen mit der Leasinggesellschaft möglich machen.

Professionelle Schadensabwicklung Die Wiener Städtische hat zu ihrem technischen Schadenbesichtigungs-, Abrechnungssystem „NEXA“ eine österreichweite Lösung im Bereich der Schadensabwicklung aufgebaut. Für die Leasingpartner wurde ein Großkundenteam eingerichtet, um auf die speziellen Anforderungen von Unternehmen mit Fuhrpark eingehen zu können. Umfassendes Reporting Ergänzend zu den üblichen Schadensauswertungen werden den Unternehmen und den Leasingpartnern umfangreiche Statistiken zur Verfügung gestellt, um eine genaue Analyse des jeweiligen Fuhrparks vornehmen und rechtzeitig auf Auffälligkeiten reagieren zu können. Damit erhält die Firma neben den Auswertungen durch die Leasinggesellschaft auch von der Wiener Städtischen ergänzende Darstellungen und somit ein umfassendes Bild Ihrer Fahrzeugflotte.

Auf Grund der jahrelangen Zusammenarbeit der Wiener Städtischen Versicherung in Partnerschaften mit Leasinggesellschaften – und hier ganz speziell im Fuhrpark-Management – können die Erfahrungen in umfangreicher und vorteilhafter Form an die Unternehmen weiter gegeben werden.

KONTAKT: Monika Strohmayer, KFZ Key-Account Management Obere Donaustr. 49-53, 1020 Wien Tel. +43 (0) 50 350-22515, m.strohmayer@staedtische.co.at www.wienerstaedtische.at


s 38 ebv **GKU porsche bank **okhay okmue_Layout 1 09.07.13 14:15 Seite 2

MANAGEMENT

„Fahrzeugbestand weiter ausgebaut“ Bei s Leasing hat man sich zum Ziel gesetzt, bis Ende dieses Jahres im Fuhrparkmanagement mehr als 5.000 Fahrzeuge im Bestand zu haben.

G

erade in Zeiten, in denen der Kostendruck immer höher werde, seien professionell gemanagte Fuhrparks ein probates Mittel, um kosteneffizient zu agieren, sagt Andre Löhlein, Geschäftsführer von s Leasing. Dass dieser Trend anhalte, würden die aktuellen Zahlen bestätigen. „Wir haben unseren Bestand im Bereich Fuhrparkmanagement auch heuer weiter ausgebaut“, freut sich Löhlein.

Der Trend, Leasingverträge in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu verlängern, habe bereits vor drei Jahren begonnen. Löhlein glaubt allerdings nicht, dass es zu einem weiteren Ansteigen der Verlängerungsquote kommen wird: „Man muss sich ja auch die Frage stellen, ab wann es Sinn macht, den Altwagen gegen einen neuen zu tauschen. Schließlich werden die

Reparatur- und Servicekosten ab einer gewissen Kilometerzahl immer höher. Außerdem entsprechen ältere Autos ja nicht mehr den Standards der neuen Modelle.“ Spätestens wenn es um die Sicherheit gehe, sei es Zeit, das Leasing-Fahrzeug zu wechseln, sagt Löhlein. Durch ein individuell gestaltetes Modulsystem bietet sich s Leasing auch als Partner für Klein- und Mittelbetriebe an. Die Erstanalyse des Fuhrparks in Form eines Beratungsschecks ist kostenfrei. Außerdem bietet s Leasing bargeldlose und günstigere Tankmöglichkeiten bei der OMV ebenso wie vergünstigte Fahrsicherheitstrainings oder Einkaufsvorteile bei Forstinger. Am Ende des Leasingvertrags kooperiert s Leasing via Internetplattform mit mehr als 150 Kfz-Händlern, die ihr Anbot im Bieterverfahren abgeben und so für eine schnelle Abwicklung sorgen. • (MUE)

Die erste Wahl

schließen“, sagt Vorstand Mag. Hannes Maurer: „Wir sind optimistisch, hochmotiviert und werden unsere Marktperformance weiter ausbauen.“

Ältere Fahrzeuge sollten gewechselt werden Andre Löhlein ist Geschäftsführer von s-Leasing

Kluge Rechner mit hohen Ansprüchen

Trotz des schwierigen Pkw-Markts wächst der Anteil der gewerblichen Verkäufe. Als größter Flottenmanager ist die Porsche Bank bei dieser Entwicklung ganz vorn mit dabei. Mag. Hannes Maurer unterstreicht, dass Qualität am Flottenmarkt belohnt wird

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M

it über 12.000 neuen Verträgen verzeichnete die Porsche Bank 2012 das bisher beste Fuhrparkjahr. Der Bestand wuchs parallel – die Aktivitäten in zahlreichen ausländischen Märkten nicht mitgezählt – von 27.000 auf mehr als 30.000 Firmenfahrzeuge. „Unser Ziel ist es natürlich, da anzu-

Die firmeninterne Beschäftigung mit einem Auto bindet heute deutlich mehr Kapazitäten als noch vor einigen Jahren. „Ehrlich gerechnet, kommt eine ‚Inhouse-Lösung‘ daher so gut wie nie günstiger als die Zusammenarbeit mit einem professionellen Fuhrparkmanager“, sagt Maurer. Dass man mit den Marken VW, Audi, Seat und Skoda alle Mobilitätswünsche abdecken kann und durch das Zusammenrücken mit dem VW-Konzern Fahrzeugflotten in ganz Europa betreuen kann, macht die Porsche Bank noch zusätzlich attraktiv. Freilich gilt es auch, hohe Ansprüche zu erfüllen. „Flottenkunden sind die treuesten Kunden überhaupt – sofern Qualität in Form von Verlässlichkeit, Termintreue und vor allem raschem sowie flexiblem Agieren in außergewöhnlichen Situationen geboten wird“, weiß Maurer. Gelingt es, diese Erwartungshaltung zu erfüllen, profitieren Fuhrparkmanager und betreuende Händler zudem von einem beachtlichen Werbewert: Berufliche Vielfahrer, die Jahr für Jahr zehntausende Kilometer in ihrem Firmenauto zurücklegen, sind schließlich die beste Referenz. • (HAY)

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


s 39 wr.städtische **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 14:42 Seite 1

MANAGEMENT

„Umfassender Schutz im Urlaub“ Die Urlaubszeit ist voll im Gang: Um unliebsame Überraschungen in den Ferien zu vermeiden, bietet die Wiener Städtische eine OnlineReisek@sko-Versicherung an.

D

as Auto ist aufgebrochen. Der Koffer wird gestohlen. Ein Unbekannter beschädigt das vor dem Hotel geparkte Fahrzeug: Die Liste der unliebsamen Überraschungen im Urlaub ließe sich noch endlos fortsetzen. Umso erfreulicher ist es, wenn man rechtzeitig vorgesorgt hat: Ausreden, man habe das nicht gewusst oder keine Zeit gehabt, eine Versicherung abzuschließen, gelten nicht. Denn die Wiener Städtische hat eine Online-Reisek@asko-Versicherung auf den Markt gebracht. „Dieses Angebot ist mit einigen wenigen Klicks abschließbar“, erklärt Dr. Ralph Müller, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen. „Das ist schnell und kinderleicht. Man wird Schritt für Schritt durch den Antrag geführt.“ Die Bezahlung erfolgt – je nach Wunsch – durch Überweisung oder mittels Kreditkarte. Umfangreichen Versicherungsschutz genießt man bereits ab einer Prämie von 92 Euro.

Versichert sind neben dem Auto auch jene Dinge, die sich im Fahrzeug befinden, und zwar ab einer zusätzlichen Prämie von 10 Euro aufwärts. Diese Option nennt sich „Freizeitpaket“ und ist für den Urlaub ideal, da sich unter anderem Golf- und Surfutensilien oder Schlauchboote versichern lassen. Die Wiener Städtische nennt in ihrer Werbung sogar Fallschirme als Option.

Auch bei Hagel, Feuer oder Explosion So bietet das „Freizeitpaket“ zusätzlichen Schutz beim Einbruchsdiebstahl in das Fahrzeug, aber auch bei der Entwendung des kompletten fahrbaren Untersatzes. Auch wenn der Dieb den Inhalt eines versperrten Fahrradträgers (oder wahlweise auch eines Skiträgers bzw. einer Dachbox) mitgehen lässt, springt die Wiener Städtische ein. Ähnliches gilt für den Diebstahl aus einem versperrten Wohnwagen oder einem anderen Anhänger. Auch wenn ein Gegenstand im Urlaub durch Hagel oder andere Naturgewalten, durch Feuer oder eine Explosion beschädigt wird, wird der Versicherungsschutz aktiv.• (MUE)

Vorstandsdirektor Ralph Müller


s 40-41 bl umfrage **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:40 Seite 2

MANAGEMENT

Gute Leute in den eigenen Reihen „Lobbying pro Auto zu betreiben ist wichtig. Allerdings bezweifle ich, dass ein Branchenfremder erfolgreicher agieren kann als all jene, die fachlich fundierte gute Argumente pro Automobil liefern können, mit der komplizierten Materie vertraut sind und dadurch auch die Politiker überzeugen können“, sagt Ing. Franz Berger, Geschäftsführer Top Reifen Team/Salzburg. Ein wichtiges Thema seien vor allem die technischen Innovationen, die in den letzten Jahren von der Fahrzeugindustrie entwickelt wurden. „Gerade im Bereich Abgasemissionen gibt es enorme Verbesserungen, dennoch wird der Verkehr weiter für Feinstaubbelastungen verantwortlich gemacht, viele andere Verursacher aber bei Weitem nicht so unter Druck gesetzt.“

Kosten könnten steigen „Es ist kein Geheimnis, dass ich mich im Gremium gegen die Aktion, einen bezahlten Lobbyisten zu engagieren, ausgesprochen habe“, sagt Komm.-Rat Manfred Ellensohn, Geschäftsführer Toyota Ellensohn/Rankweil und Vorarlberger Gremialobmann des Fahrzeughandels. „Ich glaube, dass die besten Lobbyisten immer noch aus den eigenen Reihen kommen, weil sie mit der Thematik bestens vertraut sind, über gute Kontakte verfügen und wenn notwendig auch vieles bewegen können. Darüber hinaus ist es für mich durchaus vorstellbar, dass auch die Kosten für diese Aktion noch deutlich steigen könnten.“

Haben nichts zu verbergen „Es stellt sich die Frage, ob Lobbying überhaupt notwendig ist“, sagt Mag. Michael Mayr, Geschäftsführer Autopark/Innsbruck. „Wir können mit stolzgeschwellter Brust von uns behaupten, dass wir in einer Branche tätig sind, die seit 100 Jahren für technische Innovationen steht und als Motor für die gesamte Wirtschaft fungiert.“ Weshalb Mayr auch meint, sachlich gegen Untergriffe von Autogegnern zu argumentieren. „Es gibt nichts zu verbergen und wir können deshalb auch entsprechend dagegen auftreten.“ Neben der hohen Zahl von Arbeitsplätzen in der KfzBranche stehe dabei auch das Bedürfnis nach individueller Mobilität im Mittelpunkt.

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Erfolg nicht sicher „Lobbying pro Auto zu betreiben, ist an und für sich eine gute Sache“, sagt Rudolf Lindorfer, geschäftsführender Gesellschafter von Francecar/Linz. „Allerdings bezweifle ich – auch in dem Wissen, wie viel Geld für großangelegte Marketing- und PR-Aktionen notwendig ist – dass mit vergleichsweise geringen Mitteln auch wirklich die gewünschten Effekte erzielt werden können.“ Eine extreme Autofeindlichkeit ortet Lindorfer in Oberösterreich nicht. Um Lenkern das Autofahren nicht zu vergällen, würde er es begrüßen, dass der Individualverkehr stauund stressfreier gestaltet wird. „Auch dafür wäre entsprechendes Lobbying sicher von Nutzen.“

Gut für das Image „Das Aufpolieren des Images ist gewiss ein Gewinn, weshalb Lobbying in diesem Zusammenhang durchaus als wichtig und richtig bezeichnet werden kann“, sagt Wolfgang Tschernutter, Geschäftsführer Autohaus Tschernutter/ Radenthein. Aber angesichts der Summe, die dafür zur Verfügung stehen soll, sei nicht zu erwarten, dass damit Großes bewegt werden könne. „Ich glaube, es wäre wirklich wichtig, die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilwirtschaft in Österreich, an der so viele Arbeitsplätze hängen, zu kommunizieren. Darüber hinaus sollte auch ins Bewusstsein gerückt werden, dass Einnahmen, die in Zusammenhang mit dem Autofahren lukriert werden, Milliarden von Euro in die Staatskasse spülen.“


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Auf dem Land kein Thema „Lobbying pro Auto zu betreiben ist wichtig. Allerdings braucht man die Menschen bei uns auf dem Lande nicht von der Bedeutung eines Autos überzeugen. Hier im Waldviertel ist man auf ein Fahrzeug angewiesen, denn der öffentliche Verkehr ist praktisch nicht existent“, sagt Martin Weiss, Geschäftsführer Autohaus Weiss/Schrems. „Ich habe generell den Eindruck, dass sich alle Probleme nur rund um urbane Bereiche drehen, aber vergessen wird, dass auch viele Menschen in Österreich am Land leben. Sich von Leuten, die leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel in wenigen Minuten erreichen können, erklären lassen zu müssen, wie schlecht das Autofahren sei, ist eine Provokation. Sie finden bei den Menschen hier sicher kein Gehör. Ich würde Autogegner gerne zu uns einladen, sie sollen ausprobieren, wie sie ohne Fahrzeug auskommen. Ich bin überzeugt, dass viele dann ihre Meinung ändern.“

Durch Studien belegen „Alles, was man in der Argumentation für das Auto tun will, sollte vorher durch Studien belegt werden, damit die Kommunikation dann auch wirklich Gehör findet“, sagt Konrad Spes, Geschäftsführer Spes Automobile/Graz. „Das Bedürfnis für individuelle Mobilität wird gleich bleiben, und der Wunsch, mobil zu sein, ebenso. Aber aus finanziellen und platzmäßigen Gründen wird das in Zukunft nicht unverändert wie bisher möglich sein: Die knappen Zeitpläne vieler funktionieren nur mit einer Kombination von Individual- und öffentlichem Verkehr. Schränkt man die Automobilnutzung zu sehr ein, schaffen es unsere Kunden nicht mehr, alle ihre Aufgaben und Wege zu erledigen.“

Erfolgreicher Lobbyist „Eine Kampagne pro Auto ist sicher sehr wichtig und begrüßenswert“, sagt Gernot Keusch, Geschäftsführer Auto Stahl/Wien. „Allerdings lässt sich schwer sagen, welche Geldmittel für eine derartige PR-Aktion gebraucht werden.“ Mit dem Lobbyisten Wolfgang Rosam habe das Gremium im Verbund mit dem Arbeitskreis einen Profi gefunden. „Ihm ist es nach dem Glykolskandal überaus erfolgreich gelungen, die österreichischen Weine wieder als Spitzenprodukt zu vermarkten.“ Wichtig sei, den Stellenwert der Autobranche als Wirtschaftsfaktor und seine Bedeutung als Jobmotor in Österreich ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, so Keusch.

Kann Lobbying Negativ-Image wegpolieren? Das Bundesgremium und der Arbeitskreis der Automobilimporteure wollen der Autofeindlichkeit gegensteuern. Um dem Auto ein positiveres Image zu verpassen, soll der Lobbyist Wolfgang Rosam engagiert werden. Gerade einmal 180.000 Euro sollen dafür zur Verfügung stehen. Kann damit wirklich etwas bewegt werden? Von Dieter Scheuch

Autogegnern Paroli bieten „Grundsätzlich halte ich Lobbying für die Kfz-Branche für sehr wichtig“, sagt Christoph Leskovich, Geschäftsführer Reifen Ritz/Eisenstadt. „Wie viel Geld dafür vonnöten ist, kann ich nicht beurteilen.“ Allerdings sei es enorm wichtig, Autogegnern auch Paroli bieten zu können. „Diese stammen oft aus der Großstadt, wo eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Diese Leute, die die U-Bahn vor der Haustür haben, wollen dann Menschen, die – wie etwa im ländlichen Bereich – beruflich von ihrem Fahrzeug abhängig sind, erklären, dass das Autofahren der Umwelt schadet und finden auch oft politische Unterstützung. Gleichzeitig werden durchs Autofahren hohe Summen an Steuern lukriert.“

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s 42 audatex pfeffer **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:26 Seite 2

MANAGEMENT

gegen mangels einer ausreichenden Datenbasis nicht erfolgreich in Österreich eingeführt werden. Der Autopreisspiegel wiederum genießt mit seinem nicht auf mathematischen Kurven, sondern der Erfassung tatsächlicher Gebrauchtwagenangebote basierenden Berechnungsmodell ein Alleinstellungsmerkmal bei der Fahrzeugbewertung. „Viele Kunden wünschen sich aber aus gleicher Hand ein Kalkulationsprogramm. Diese Anforderung konnten wir bisher nicht erfüllen“, so Dr. Wolfgang Pfeffer, prominenter Kfz-Sachverständiger und Entwickler des Programms.

„Beachtliche Effizienzsteigerung“

Audatex gilt als Spezialist für die Reparaturkalkulation, der „Autopreisspiegel“ hat sich einen exzellenten Ruf bei der Fahrzeugbewertung erarbeitet. Künftig können die beiden Systeme miteinander verbunden werden.

Die einfach bedienbare Schnittstelle wird derzeit von Pilotkunden erprobt

Von Philipp Hayder

In Zukunft wird das anders sein: Wie Beck und Pfeffer erklären, hat man eine Schnittstelle entwickelt, durch die in einem System erfasste Fahrzeugdaten in das andere Programm übertragen werden. Auch das Ergebnis eines Bewertungsvorgangs wird automatisch

Kalkulation und Bewertung aus einer Hand E

ine Software, die ohne doppelte Dateneingabe einerseits die Instandsetzungskosten und andererseits den Fahrzeugwert ermittelt: Das gab es bisher nur von einem Anbieter. Demnächst wird Sachverständigen und Werkstätten aber eine Alternative zur Verfügung stehen. Eine neue Schnittstelle verbindet die Kalkulationsprogramme von Audatex mit dem von Dr. Wolfgang Pfeffer entwickelten Autopreisspiegel.

Gebündelte Stärken „Auf diese Weise verbinden wir die Kernkompetenzen von beiden Unternehmen“, sagt Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Beck, Vertriebs- und Marketingleiter bei Audatex Österreich. Unter dem Namen „Kfz5“ hat Beck einerseits das Standardprogramm der österreichischen Sachverständigenwelt im Angebot, andererseits nützt eine wachsende Zahl von Werkstätten mittels „AudaPadWeb“ die Kalkulationskompetenz von Audatex. Das in anderen Ländern erfolgreiche Wertermittlungsprogramm „ValuePIlot“ konnte da-

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Dr. Wolfgang Pfeffer (l.) und Thorsten Beck besiegeln die neue Zusammenarbeit

übernommen. „Damit entfällt die Mehrfacheingabe der Eckdaten eines Fahrzeugs ebenso wie die Notwendigkeit, ein Bewertungsergebnis als PDF-Datei zu exportieren“, erläutert Pfeffer. Beck macht deutlich, was dies für den Sachverständigen- und Werkstattalltag bedeutet: „Pro Fahrzeug spart sich der Anwender einige Minuten. Über ein ganzes Jahr betrachtet, läuft dies auf eine beachtliche Effizienzsteigerung hinaus.“

Ab Herbst verfügbar Die in den vergangenen Monaten entwickelte Schnittstelle umfasst vorerst alle Pkw-Kalkulationen. Nicht ausgeschlossen ist laut Beck und Pfeffer, dass die Kooperation auch auf Zweiräder (der „Motorradpreisspiegel“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit) ausgedehnt wird. Dieser Tage erproben Pilotkunden den praktischen Umgang mit dem neuen „Komplettpaket“, spätestens im Herbst soll es voll am Markt verfügbar sein. •

AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


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JULI/AUGUST 2013

Marktanalyse

VERHALTENE AUSSICHTEN Branchentreffen Welche Zukunft hat der Fachhandel?

Kooperation Mit der Kraft der Gemeinschaft

Spezialwerkzeug Neue Anforderungen durch RDKS

Ausstattung Werkstattgeräte von und für Profis

Extreme Belastungsprobe: Beim TÜV Austria werden neue Räder „auf Herz und Nieren“ getestet

www.autoundwirtschaft.at


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• s 3 edit **!hayGKU okmue ISERAT BRIDGESTONE_Layout 1 09.07.13 12:40 Seite 1

Beratung als Alleinstellungsmerkmal

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ie Frage nach dem Ende der Währungs- und Wirtschaftskrise stellen sich nicht nur Ökonomen. Auch der Reifenhandel hat unter einem volatilen Umfeld zu leiden: Auf die Produktknappheit des Jahres 2011 folgte die Überproduktion von 2012. Heuer schleppt sich die Branche eher dahin, als von einem Aufschwung die Rede sein kann. Die Sommerreifensaison war durchwachsen, die Perspektiven für den Herbst sind am besten mit „verhalten“ zu beschreiben. • Während in den Ballungsräumen Ostösterreichs das Nischenphänomen des „Durchfahrens“ mit saisonal ungeeigneten Reifen zunimmt, läuft das Hofgeschäft anderswo passabel. Überregional berichten Betriebsinhaber aber von signifikanten Rückgängen im Wiederverkaufsbereich: Macht sich die Marktmacht der (deutschen) Online-Reifenbörsen bereits so deutlich bemerkbar? • Als Kaninchen auf die Internet-Schlange zu starren, wird dem Reifenhandel nicht helfen. Die virtuellen

Philipp Hayder, Verlagsleiter

ANSICHT Plattformen sind aus dem Geschäft nicht wegzudenken und werden im innergewerblichen Vertrieb noch stärker an Bedeutung gewinnen. Dass man gegen diese Entwicklung nicht ankämpfen, sehr wohl aber von ihr partizipieren kann, zeigt point S vor: Die Kooperation hat sich gemeinsam mit Tyre24 kurzerhand eine „eigene“ Onlinebörse geschnitzt. • Reifendruckkontrollsysteme müssen spätestens im Herbst 2014 in allen Neuwagen verwendet werden. Überraschend viele Reifenhändler haben sich mit dieser Thematik noch nicht auseinandergesetzt, dabei ist sie für die Branche eine variable Chance. Schließlich wird der Kunde auf Fachwissen angewiesen sein, wenn er nach einer Nachrüstfelge für sein RDKSFahrzeug sucht. Diese kompetente (und persönliche) Beratung bekommt er nur beim Fachhandel!


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„SEIN ODER NICHT SEIN“ In allen Kanälen des Handels präsent Für Wilfried Fleischmann ist das Internet als Marktfaktor nicht wegzudiskutieren und daher ein Element, mit dem man rechnen muss. Als fixe Größe des Reifenfachhandels in Ostösterreich betont Fleischmann, dass er zwar zu 95 Prozent direkt von der Industrie kauft, wobei unter anderem Marktunterstützung und Konditionen passen müssen, er aber auch selbst an Internetportalen wie Tyre24 beteiligt ist. Als einer der Großhändler mit 100.000 Reifen

Wilfried Fleischmann mit starker Präsenz in Wien und NÖ

Den Autohäusern bei RDKS Paroli bieten! Wanggo-Chef Ing. Mag Stefan Deschka sieht die Konzentration auf weniger Lieferanten derzeit als notwendigen und aktuellen Trend. Deschka begründet diese Tendenz damit, dass die Zunahme der Reifenmodelle und -dimensionen eine Konzentration auf wenige Lieferanten erforderlich macht, um die Lagerhaltung weiter finanzieren zu können. An der Markenreduktion führt demnach kein Weg vorbei. Was die Preisentwicklung angeht,

Stefan Deschka hält RDKS für eine große Herausforderung

Reich wird man zur Zeit sowieso nicht Ernest Ruhdorfer schreibt im Reifengroßhandel schwarze Zahlen. Wenn das nicht so wäre, würde er diese Aktivität bleiben lassen. Der im Südosten Österreichs im Groß- und Kleinhandel stark präsente Reifenfachhändler sagt, dass er in diesem Punkt nur für sein Haus sprechen könne. Neben diesem Tätigkeitsbereich erweist sich laut Ruhdorfer der Absatz von Premiummarken im Hofgeschäft als wichtiger Umsatzträger. In dem Unternehmen macht

Ernest Ruhdorfer: Premiummarken wichtiger Umsatzfaktor

und mehr liefert Fleischmann selbst in allen Netze. Dabei kommt ihm zugute, dass er in Wien und Niederösterreich aufgrund seines umfassenden Lagers als regionaler Schnellversorger deutlich rascher präsent ist als große deutsche Internetanbieter. Der Lagerhaltung schreibt er im Hofgeschäft weiterhin einen wichtigen Stellenwert zu, die allerdings ebenfalls vom lieferfähigen Großhandel mit entsprechender Logistik abgepuffert werden kann. Von der Industrie erwartet Fleischmann Unterstützung im Bereich Marketing und Dienstleistungen. Wurden früher in der Branche alle Hersteller mit offenen Armen aufgenommen, führe der Preisdruck mittlerweile dazu, dass die Produkte von schwer gängigen Marken nicht mehr zum Zug kämen.

beobachtet der Reifenfachmann eine Reduktion sowohl im Sell-in als auch im Sell-out. Zusätzlich drücke die durch das Internet geschaffene Preistransparenz auf die Erträge. Im Gegenzug beobachtet der Wanggo-Chef eine steigende Bereitschaft des Reifenfachhandels, den Kunden die Dienstleistungen rund um die Montage vermehrt in Rechnung zu stellen. Was das Internet angeht, empfiehlt Deschka, selbst vernünftige Web-Auftritte zu inszenieren, um die Kunden, die in dem Medium Preise abfragen, mit korrekten Informationen zu versorgen, um ihnen die richtige Reifenwahl zu erleichtern. Die Einführung der Reifendruck-Kontrollsysteme in den nächsten drei Jahren sei – bei vorläufig vagen Informationen – eine Herausforderung für den Fachhandel, um Autohäusern paroli bieten zu können.

der Anteil der Premiumprodukte mehr als 50 Prozent vom Gesamtabsatz aus. Die Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS) betrachtet Ruhdorfer als „tolle Sache“, weil sie in puncto Sicherheit einen Sprung vorwärts bedeuten. In seinen Betrieben ist diese Technik „nichts Neues“, weil sie schon bisher beherrscht wird. Künftig werden spezifische Schulungen erforderlich sein, um das Gros der Mitarbeiter auf die neue Technologie einzustellen. Hinterhofwerkstätten würden damit nicht zu Rande kommen. Dienstleistungen angemessen in Rechnung zu stellen, hält Ruhdorfer für unabdingbar, um in dieser Branche, in der man ohnehin nicht reich werden könne, auf einen grünen Zweig zu kommen.


• s 4-5 semperit *! lus-lhoGKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:49 Seite 2

ist des Reifenhandels Frage Platz zum Überleben als Gretchenfrage Herbert Wadel, Reifenfachhändler in Klagenfurt, betrachtet die Einführung des RDKS als große Herausforderung für die Reifenbranche. Wadel, Vorstandmitglied des Verbands der Reifenspezialisten Österreichs, erklärt, dass durch die Einführung der Reifendruck-Kontrollsysteme die Prozesse im Reifenfachhandel auf den Kopf gestellt würden. Professionelles Herangehen sei unter anderem zur Verbesserung des Adressenmaterials der Kun-

Herbert Wadel: Verrechnung der Dienstleistungen notwendig

Zu einer Partnerschaft gehören immer zwei Dr. Andrea Appel, Geschäftsführerin der Semperit Reifen GmbH, ortet Handlungsbedarf für alle Marktteilnehmer. Der Reifenfachhandel ist traditionell ein wichtiger Partner von Semperit, Marktveränderungen in diesem Segment sind daher auch für uns von hoher Bedeutung. Eine Neuorientierung in vielen Bereichen ist derzeit für den Handel ein Gebot der Stunde, aber auch die Industrie wird sich darauf einstellen müssen. Veränderungen bieten Chancen, haben aber auch viele Risiken. Die Verbraucher verbringen mehr

Andrea Appel: Geschäftsbeziehung ist keine Einbahn

Immer kurzfristigere Veränderungen Diplom-Betriebswirt (FH) Peter Pfnür, Prokurist von Reifen John, sieht den Reifenfachhandel permanenten Turbulenzen ausgesetzt. Die vom BRV kolportierten Zahlen waren laut Pfnür absehbar und man konnte sich darauf einstellen. Dass der Stückzahlenrückgang noch dazu mit einem Rohertragsrückgang einhergeht, war ebenfalls zu erwarten. Leider potenzieren sich beide Faktoren. Jedenfalls werden kurzfristig weder der Bedarf noch die Preise steigen.

Peter Pfnür sieht rasche Schwankungen als Herausforderung

den unerlässlich. Das Geschäft müsse auf eine neue Basis gestellt und ein neues Niveau erreicht werden. Was die Verrechnung der Dienstleistungen an die Kunden angeht, ist Wadel davon überzeugt, dass nur jene Betriebe überleben werden, die davor nicht zurückscheuen und nicht gewillt sind, etwas herzuschenken. Auf die Frage, ob Regionalhändler in der Tendenz mit drei Lieferanten auskommen, sagte der Reifenfachhändler, dass zwei bis drei Konzerne ausreichten. Er betonte gleichzeitig, dass die Frage der Marken jeder Marktteilnehmer für sich beantworten müsse. Dabei sei mitentscheidend, welche Lieferanten dem Fachhandel entsprechend Support bieten könnten.

und mehr Zeit im Internet. Herkömmliche Kommunikationsmethoden verlieren damit nach und nach an Bedeutung. Eine differenzierte Zielgruppenansprache/Kundenansprache wird immer wichtiger. Die Kundendatei wird zu einem zentralen Baustein, um beispielsweise Montagetermine besser vorbereiten und „Direct Mails“ optimal selektieren zu können. Personal- und Servicequalität werden entscheidende Erfolgsfaktoren, die Lager- und Kundendepot-Situation wird weiter an Stellenwert gewinnen. Unsere kompetenten und aktiven Partner zu unterstützen, ist für uns selbstverständlich, da nur ein für die Zukunft gut gerüsteter Reifenfachhändler langfristig überleben kann. Eine intensive Zusammenarbeit muss aber für beide Seiten Vorteile bieten – kann also keine Einbahnstraße sein. Partnerschaftlich werden wir uns diesen Herausforderungen stellen, um sie gemeinsam mit unseren Partnern zu meistern.

Da im Warenbereich nicht der notwendige Rohertrag erwirtschaftet werden kann, müssen die Dienstleistungspreise auf eine betriebswirtschaftlich korrekte Basis angehoben werden. Ob die Branche reif für den Psychiater sei, beantwortet Pfnür humorvoll: „Nun gibt es immer kurzfristigere Änderungen und Neuerungen auf dem Markt, auf die sich einzustellen große Flexibilität und ein hohes Maß an organisatorischen Fähigkeiten voraussetzt. Dies erfordert viel Kraft, massiven Einsatz und langen Atem. Möglicherweise überfordert das manche.“ Für die Einführung des RDKS hat Reifen John für die optimale Vorbereitung einen eigenen Mitarbeiter abgestellt.


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RÄDER EXTRA

Auf vier Kontinenten zu Hause Apollo/Vredestein und Cooper Tire & Rubber werden zu einem Unternehmen vereinigt. Neeraj Kanwar, Vizepräsident von Apollo Tyres, geht davon aus, dass dadurch ein weltweit führender Reifenhersteller gebildet wird. Der Schritt soll den Erfolg des Unternehmens auf dem umkämpfen Weltmarkt absichern.

Erfolgreiche Firmengeschichte

V Thomas Körpert, Vredestein-Österreich-Geschäftsführer

Harald Kilzer, Vertriebsleiter

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Unternehmens wird die Marktsegmente Pkws, Leichtund Schwer-Lkws, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Offroadfahrzeuge (Geländewagen) umfassen. Durch die größere globale Reichweite werden Kunden und Vertriebspartner weltweit einen verbesserten Zugang zu einem umfassenderen Portfolio von Markenreifen des Hauses haben.

redestein als Premiummarke des Hauses, das zum siebtgrößten Reifenhersteller mit einem derzeitigen Umsatz von 6,6 Milliarden US-Dollar aufsteigt, ist unterdessen weiter mit dem Tagesgeschäft befasst. Dazu gehört beispielsweise, wie VredesteinÖsterreich-Geschäftsführer Thomas Körpert betont, die Entwicklung eines neuen Winterreifens, der dem hohen Qualitätsanspruch der Marke gerecht wird.

Imposante Daten Die beiden Träger des Zusammenschlusses können sich sehen lassen: Cooper ist der elftgrößte Reifenhersteller der Welt. Die Gesellschaft wurde 1914 gegründet und produziert heute weltweit unter den Marken Cooper, Mastercraft, Starfire, Chengshan, Roadmaster und Avon Premium- und Mittelklassereifen. Apollo wiederum genießt seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1972 einen internationalen Ruf als Hersteller von High-Performance-Reifen – mit Apollo und Vredestein als Flaggschiff-Marken. „Durch den Zusammenschluss von Apollo und Cooper haben wir nunmehr eine Marktpräsenz, die sich über vier Kontinente erstreckt mit wichtigen Standbeinen in den drei größten Automärkten der Welt – USA, Europa und China. Wir werden ferner eine führende Position in rasch wachsenden Märkten wie Indien, Afrika und Lateinamerika einnehmen“, betont Kanwar in einem Schreiben an die Kunden und Partner des Hauses. Die breit gefächerte Angebotspalette des fusionierten

Laut Kanwar blicken Cooper und Apollo jeweils auf eine lange und erfolgreiche Firmengeschichte zurück. Beide Unternehmen pflegen demnach eine Kultur des Engagements und der Leistungsbereitschaft für Produkte höchster Qualität und sind einem exzellenten Service verpflichtet. Die Stärken der Unternehmen ergänzen sich in den Bereichen Produktpolitik, Service-Effizienz, technologische Kompetenz und geografische Reichweite. Schließlich spricht der Apollo-Vizepräsident davon, dass das Unternehmen durch den Zusammenschluss „besser dafür gerüstet ist, sich an die Spitze der sich rasch verändernden globalen Reifenindustrie“ zu setzen.

Designerreifen für Winter-Sicherheit Unterdessen hat Vredestein den Wintrac xtreme S als Nachfolgemodell des Wintrac xtreme vorgestellt, das auf die rauen Bedingungen der kalten Jahreszeit ausgelegt ist. Durch seine hervorragende Straßenhaftung und sein einzigartiges Lenkverhalten wird der Wintrac xtreme S zu einem außergewöhnlichen Sicherheitsfaktor auf Schnee, Eis und Schneematsch. Auf trockenen und feucht-kalten Fahrbahnen bietet der Reifen ebenfalls Bestleistungen. Die „Internal Sipe Locking Technology“ stellt sicher, dass der Wintrac xtreme S bei Höchstgeschwindigkeiten eine hohe Stabilität aufweist. Mit der Geschwindigkeitsklasse Y ist der Reifen bis zu 300 km/h zugelassen. Ferner bietet der von Giugiaro gestaltete Winterreifen einen hohen Grad an Stil. • (LHO)

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• s 7 vrö **GKU okmue_Layout 1 09.07.13 14:45 Seite 1

Hoffen auf den Winter Die Sommerreifensaison ist für den Fachhandel wenig befriedigend verlaufen. Wird in den kommenden Monaten alles besser?

viel besser bis besser gleich schlechter bis viel schlechter

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xakt die Hälfte der heimischen Fachhändler klagt laut einer „Blitzumfrage“ des Verbands der Reifenspezialisten Österreichs (VRÖ) sowohl bei der Zahl der verkauften Pkw-Pneus als auch beim Umsatz über Rückgänge gegenüber der Sommersaison 2012. Bei Lkw-Reifen liegen 38 Prozent der Firmen mengenmäßig und 53 Prozent in Bezug auf die Stückzahlen hinter dem Vorjahr. Für das 2. Halbjahr sind die befragten Betriebe vor allem im Pkw-Bereich optimistischer, 46 Prozent erwarten Stückzahl- und Umsatzverbesserungen. Bei LkwReifen geht jedoch nur ein Drittel der Händler von höheren Verkäufen und lediglich ein Viertel von parallel steigenden Umsätzen aus.

Die Umsatzerwartungen für die Pkw-Winterreifensaison (h.) sind deutlich positiver als bei Lkws

Die Lust am breiten Pneu Interessante Details ergibt die Segmentierung des bisherigen Pkw-Reifenmarktes nach Geschwindigkeitsindizes. „Selbst im Mai, also am Höhepunkt der Sommersaison, lag der mengenmäßige Anteil der Hochgeschwindigkeitsreifen bei fast 30 Prozent und somit nur knapp hinter den H-Reifen“, berichtet Renate Okermüller, Generalsekretärin des VRÖ. Dies geht aus dem „Reifenpanel“ des Marktforschungsunternehmens GFK hervor, an dessen Erstellung der VRÖ mitwirkt. Kumuliert haben die Geschwindigkeitsindizes W, Y und Z von Jänner bis Mai beinahe den gleichen Umsatzwert wie die Segmente H und V erwirtschaftet – die Reifenbranche kann sich also glücklich schätzen, dass Autoliebhaber nach wie vor gerne zu Höchstleistungsprodukten greifen. • (HAY)

Infos aus erster Hand Nicht nur die Marktlage bewegt die Reifenbranche: Die verpflichtende Einführung von ReifendruckKontrollsystemen (RDKS) sorgt für großen Informationsbedarf. Das engagierte VRÖ-Team rund um Obmann James Tennant (B.) lädt deshalb am 13. September, 13 Uhr, zu einer Tagung in Wien.

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• s 8-9 brv **GKU okmue_Layout 1 09.07.13 13:28 Seite 2

RÄDER EXTRA

Auf der Insel Mainau nahm ein Wunschbaum die Hoffnungen der Besucher aus der Reifenbranche auf

Reifenersatzbedarf überschritt den Zenit Der Reifenfachhandel verliert in weiter schrumpfenden Märkten zugunsten der Markenautohäuser und Onlinehändler jährlich 1 Prozent Marktanteil, lautet eine ernüchternde Erkenntnis von Fachleuten.

Verhalten optimistisch führten Hans Jürgen Drechsler (l.) und Peter Hülzer vom BRV durch das schwierige Programm

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räsident Peter Hülzer vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisierhandwerk (BRV) befürchtet angesichts eines miserablen Jahresstarts, wachsender Wettbewerbsintensität, sowie Überlager insbesondere im Großhandel die bislang „verhalten optimistisch“ betrachtete Reifenmarktentwicklung gegen Jahresmitte hin in „abwartend skeptisch“ anpassen zu müssen. Für Österreichs BRV-Mitglied Peter John erfordert eine sich längerfristig abzeichnende negative Marktsituation eine rasche Reaktion im Angebotssortiment: Hochleistungsreifen ab 17 Zoll, SUVs, Vans können Nischen sein, Verluste im Standardsegment kompensieren zu können.

Die „Sonnenkönigin“ schipperte die Reifenhandelsprominenz über den Bodensee und zu neuen, jedoch heiklen Aussichten

Fabian Seelenbrandt, Euromaster, fand die Tagung interessant

RDKS muss auf die Agenda des Reifenhändlers Entsprechend der EU-Verordnung, wonach alle ab dem 1. November 2014 neu typgenehmigten Fahrzeuge mit einem Luftdrucküberwachungssystem ausgestattet sein müssen, ist jeder mit Reifen handelnde und servicierende Kfz-Betrieb, aufgefordert, sich mit dieser Thematik schon jetzt massiv auseinanderzusetzen. Der serienmäßig verbindliche Verbau von RDKS,

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Die Bestandsaufnahme von abh-Marktforscher Wolfgang Alfs öffnete manchem Branchenteilnehmer die Augen

Dipl.-Ing. Marc Johann vom BRV sprach über Zeiterfassung und Dokumentation in Verbindung mit dem künftigen RDKS-Aufwand

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Peter John (l.) und sein Prokurist Peter Pfnür nutzten die Veranstaltung zur FactFinding-Mission


• s 8-9 brv **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:54 Seite 3

RÄDER EXTRA

Peter Hülzer nahm sich ob der Risiken im Reifengeschäft kein Blatt vor den Mund

Mag. Michael Peschek hat für den VRÖ die Spur zum eigendominierten OnlineReifenhandel aufgenommen

insbesondere direkter Systeme, in der Erstausrüstung der Klasse M1 wird den Reifenservice massiv beeinflussen. Daher sei die Werkzeugbeschaffung vorrangig und der Schulungsaufwand rasch einzuleiten. Es wird der Vertriebskanal Gewinner sein, der professionell zu handeln versteht. Entsprechend des Marktrückganges wird das auch den Ausleseprozess im Reifenhandelsgeschäft beschleunigen, warnen die Fachleute aus Industrie, Handel und Gewerbe.

Fehlender Schulterschluss im Mitgliederkreis Sich mit den Zukunftsfragen des Reifenfachhandels bis 2020 auseinandersetzend, klagt Hülzer angesichts der divergierenden Interessen und Egoismen der einzelnen Branchenteilnehmer (egal ob Einzel- oder Großhandel, Industrie, Online-Portalbetreiber, Kooperation oder Handelssysteme) über eine unzureichende Solidaritätsbereitschaft innerhalb seiner Mitglieder. Er meint damit ordnungspolitisches Wirken mit dem Ziel, trotz aller Akzeptanz marktwirtschaftlicher Wettbewerbsprinzipien, die Branche auf in geeintes Fundament zu stellen, um Verwerfungen und Auswüchsen, die eine solide und auskömmliche unternehmerische Zukunft gefährden, entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang trifft die Reifenhersteller die BRV-Kritik, in Sinne ihrer eigenen Interessen die Dinge geradezu vorsätzlich schleifen zu lassen. Jedenfalls sieht der Verband, mit dem auch der VRÖ (Verband Reifenspezialisten Österreichs) kooperiert, keine Ansätze, die für eine Beruhigung bzw. Optimierung der Marktverhältnisse im deutschsprachigen Reifenersatzgeschäft sorgen könnten. Dies, obwohl sich dabei Hersteller selbst ihre Markenwerte ramponieren und somit selbst Leidtragende sind. Ohne Solidarität wird es für den tradierten Reifenhandel auch schwierig, an der Reifenvermarktung via B2CPortalen erfolgreich teilnehmen zu können. Heute 8 Prozent Online-Distributionsanteil, 2020 könnten es bereits 20 Prozent sein. Ablehnung durch Verweigerung wird darauf die falsche Aktivität sein. Vielmehr muss der Kunde – Stichwort Multi-Channel – dort abgeholt werden, wo er glaubt, seinen Bedarf am besten decken zu können.

BRV plant eigenen Onlinehandel Vorausgesetzt eine solidarische finanzielle wie operative Haltung aller Marktbeteiligten plant der BRV, ein

Leitfaden zu Reifendruckkontrollsystem „RDKS“ in Ausarbeitung Im Rahmen der BRV-Mitgliederversammlung wurde die Herausgabe eines Leitfadens zum Einstieg in das unumgängliche Montage- und Serviceprogramm „RDKS“ verlautbart. Spätestens ab Juli dieses Jahres können Mitglieder unter www.reifendrucksensor.info auf diese wichtige Starthilfe zugreifen. Inhaltlich richtet sich der Leitfaden an alle Kfz-Betriebsarten, die sich kommerziell mit dem Reifengeschäft beschäftigen.

eigenes vom Einzelhandel selbst bestimmtes B2CPortal zu gründen. Dieser Idee fühlt sich auch der VRÖ zugetan, verlautbart dazu aus dem österreichischen Präsidium. Hülzer wirbt bereits bei allen Einflussgrößen für ausreichende Kapitalausstattung, insbesondere für notwendige Marketingaktivitäten, damit rasch eine durchschlagende Wirkung beim internetaffinen Verbraucher erzielt werden kann. Online-Reifenplattformen werden laut BRV-Agenda „Reifenfachhandel 2020“ markante Marktanteilsgewinne von heute 6 bis 8 Prozent bis zu 20 Prozent in 7 Jahren zulasten der tradierten Handelsschienen zugetraut. Der VRÖ könnte diese Pläne gut unterstützen, müsse jedoch seinen angemessenen Obolus leisten, legt BRVGeschäftsführer Hans Jürgen Drechsler die Spielregeln dazu fest.

Im Kerngeschäft unter Druck Wolfgang Alfs, Geschäftsführer des Kölner abh Marktforschungsinstituts, führte vor rund 160 Mitgliedern des BRV, inkl. zwei Vertreter des VRÖ, durch seine Bestandsaufnahme zu Entwicklungstendenzen und Handlungsoptionen im Reifenfachhandel. Seine Conclusio vorweg: Der Zenit im Reifenersatzbedarf ist überschritten. Der Reifenfachhandel verliert zugunsten der Markenautohäuser und Onlinehändler jährlich 1 Prozent Marktanteil, lautet die ernüchternde Erkenntnis. Also Anlass, sich mit den Auswirkungen eines allgemein schrumpfenden Marktszenarios auseinanderzusetzen. 1 Monat Sprint-, 2 Monate Langstrecken-, 4 Monate „Walking- und 5 Monate Stand-by-Modus machen dem noch führenden Reifenfachhandel mangels Ganzjahreskompetenz das Leben schwer. Alfs hat bei stagnierenden 3 Prozent Autoservice-Anteil zur Veränderung auch keine Patentlösung parat. Lediglich aus der Verteidigung heraus kann man den einen oder anderen Konter starten. Unter Online-Check www.brv-bonn.de sich selbst prüfen, darf sich selbst im eigenen Unternehmen niemand eine Schwäche tolerieren. Daher ist RDKS auch Chance zur Profilierung des Reifenfachhandels. Dem deutschen Reifenfachhandel attestiert die Studie demnach bis 2020 einen Absturz im Marktanteil von derzeit 44 auf 37 Prozent. In stetig wachsender Komplexität des Geschäftsmodells lautet Alfs Fazit: „Entweder es geht einfach oder es geht einfach nichts mehr.“ Viele kleine Dinge machen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Auf Basis dieser ernüchternden Entwicklungsdarstellung hallt auch den heimischen Branchenbeteiligten der Rat entgegen, das in den letzten Jahren des Wachstums Vernachlässigte rasch anzugehen, das heißt jedes noch so kleine Geschäftsfeld beackern und dabei die Kosten im Griff zu behalten. • (LUS)

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• s 10 tüv **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:31 Seite 1

RÄDER EXTRA

In der Datenbank des TÜV Austria Automotive sind über 1,8 Millionen Anbauszenarien enthalten

Damit alles rund läuft! Welche Rad- und Reifenkombination passt zu welchem Fahrzeug? Diese Frage kann niemand so gut beantworten wie die Experten von TÜV Austria. Von Philipp Hayder

überhaupt in die Schauräume kommt.“ Das erfordert den Einsatz modernster Gerätschaften, aber auch ausgiebige Fahrversuche stehen am Programm: „Inklusive der Anbauprüfung sind wir mit einem Auto durchschnittlich 40 Stunden lang beschäftigt.“

Überblick über RDKS-Konzepte

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enn Fachhändler Felgen verkaufen, gehen sie mit Fug und Recht davon aus, dass es sich um Qualitätsprodukte handelt. Das ist freilich nicht selbstverständlich: „Rund ein Drittel der Felgen fällt bei unseren Tests durch“, sagt Eduard Vomela, Prüftechniker bei TÜV Austria Automotive. Sein Team führt eine standardisierte Prüfreihe aus Abroll-, Vibrations- und Aufprallprüfungen durch. Wird einer der Tests nicht bestanden, müssen sich entweder die Felgenentwickler nochmals an die Arbeit machen oder die Behörden versagen aufgrund des Test die Importgenehmigung – was in der Praxis häufiger vorkommt, denn oft handelt es sich bei den „Durchfallern“ um Billigware aus Asien.

Datenbank für den Aftermarket Pro Jahr prüft der TÜV Austria Automotive rund 1.000 Felgenmodelle. Doch nicht nur das: Die Organisation verfügt auch über eine detaillierte Datenbank mit über 4.400 Fahrzeugen und 1,8 Millionen Anbaufällen von Reifen und Rädern. „Das ist vor allem für die Felgenhersteller ein unverzichtbares Nachschlagewerk“, sagt Christian Kubik, Bereichsleiter Kraftfahrtechnik. Er erläutert den enormen Aufwand, der hinter dieser Datenbank steckt: „Im Idealfall haben wir bereits alle zulässigen Kombinationen eingetragen, bevor ein Auto

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Harter Test: Neue Felgenmodelle werden „auf Herz und Nieren“ geprüft

Die Verantwortung für TÜV Austria Automotive trägt seit Kurzem Christian Rötzer. Der Manager ist in der Autobranche bestens bekannt, war er doch nach diversen Positionen bei Tarbuk 7 Jahre lang als Geschäftsführer der Porsche-Zubehörtochter Auto Z tätig. Seine neue Aufgabe definiert er wie folgt: „Der TÜV Austria Automotive wird weiterhin als zuverlässiger Partner für die Sicherheit rund ums Auto auftreten und parallel die Kundenorientierung verstärken.“ Dazu gehören zum Beispiel auch Reifendruckkontrollsysteme: Welche RDKS-Lösungen in welchen Autos verbaut werden und wie die jeweiligen Anforderungen an Nachrüsträder lauten, wird derzeit erhoben. Der daraus resultierende Marktüberblick wird in der Branche zweifellos auf reges Interesse stoßen. •

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Christian Kubik, Christian Rötzer und Eduard Vomela (v. l.) sorgen für Sicherheit


• s 11 euromaster **!hayGKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:30 Seite 1

RÄDER EXTRA

Qualitätsoffensive in Österreich Erst im Mai wurde der großzügig umgebaute Standort in Oeynhausen eröffnet, nun übersiedelte die Zentrale von Euromaster an eine neue Adresse. Das unterstreicht die Ambitionen der Reifenhandelskette am heimischen Markt.

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nsgesamt 11 eigene Filialen, eine Servicestation und 8 Franchisebetriebe umfasst derzeit das Netzwerk von Euromaster in Österreich. Damit ist die markenübergreifend tätige Tochter des Michelin-Konzerns jedoch noch nicht zufrieden: Geht es nach dem für den heimischen Markt verantwortlichen Direktor Michael Frank, sollen schon bald weitere Standorte folgen.

„Kunde im Mittelpunkt“ Euromaster versteht sich freilich nicht nur als Reifenhandelshaus. Das macht der Mitte Mai nach umfangreichen Umbauarbeiten eröffnete Betrieb im südlich von Wien gelegenen Oeynhausen deutlich: Hier werden auch Werkstattarbeiten an Pkws und Lkws nach höchsten technischen Standards angeboten. „Der Service reicht weit über den Reifen hinaus und umfasst beispielsweise Verschleißreparaturen und Inspektion nach Herstellervorgabe oder auch die wiederkehrende Pickerl-Begutachtung“, sagt Frank. Für den Österreich-Chef war die Neueröffnung in Oeynhausen „das erste Ergebnis unserer großen Qualitätsoffensive“. Diese sei Anfang 2013 gestartet worden und ziele darauf ab, „den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken“. Im Zuge dessen habe man auch zahlreiche interne Prozesse neu strukturiert. Der nächste Schritt erfolgte nunmehr in Wien 23: Hier wurde die Zentrale von der Akaziengasse in die Triester Straße übersiedelt. Die frei werdenden Kapazitäten in der Akaziengasse werden unter anderem dazu genützt, das Reifenlager auszuweiten. Auf das diesjährige Winterreifengeschäft sind Frank und seine Mitarbeiter damit zweifellos gut vorbereitet. • (HAY)

Bei den Wachstumsplänen von Euromaster spielen auch Franchisepartner eine wichtige Rolle


• s 15 point S **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:28 Seite 2

RÄDER EXTRA

Seit 10 Jahren betreibt Manfred Brasser einen Kfzund Reifenbetrieb in der Südsteiermark

„point-S gehört den Händlern“ Im Reifenhandel werden die Spielräume enger. Als Teil eines starken Netzwerks können aber auch klassische Familienbetriebe optimistisch in die Zukunft blicken: Das beweist die steirische Firma Brasser. Von Philipp Hayder

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eifen führender Hersteller, ein attraktives Felgenprogramm und Servicearbeiten für alle Automarken: Mit diesem Dienstleistungsprogramm hat sich Manfred Brasser vor rund einem Jahrzehnt in Frauental bei Deutschlandsberg selbstständig gemacht. „Wir haben klein begonnen, auf bestmöglichen Kundenservice gesetzt und uns Schritt für Schritt nach oben gearbeitet“, erzählt der Steirer. Irgendwann sei man jedoch an Grenzen gestoßen: „Uns wurde klar, dass wir als Einzelkämpfer nicht mehr weiter wachsen können.“ Im Jahr 2011 entschloss sich das Unternehmen daher, der Reifenhändlerkooperation point-S beizutreten: eine Entscheidung, die sich für den Firmenchef und seine bis zu 10 Mitarbeiter als „absolut richtig“ herausgestellt hat.

Vorteile ohne Einschränkungen „point-S gehört den Händlern“, unterstreicht Brasser, dass sich die Kooperation ausschließlich auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder konzentriere. Diese würden in ihrer Selbstständigkeit nicht eingeschränkt, profitierten aber von zahlreichen Vorteilen. „Ich bekomme zusätzliche Leasing- und Flottenkunden, kaufe besser ein und bei der Neugestaltung meiner Fassade gab es eine finanzielle Unterstützung“, berichtet Brasser.

Gemeinsam in die Zukunft Dank point-S sieht sich der Unternehmer auch gut aufgestellt, wenn es um Zukunftsthemen wie etwa

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Reifendruckkontrollsysteme geht: „Die Gruppe arbeitet bereits jetzt an Schulungen für alle gängigen RDKS-Technologien. Wenn die ersten Kunden danach fragen, wird mein gesamtes Team bestens Bescheid wissen.“ Beim Thema Internet stehe point-S den Mitgliedern ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite, lobt Brasser: „Die Bündelung der Händlerkontakte bringt einen echten Mehrwert.“ Vor diesem Hintergrund kann sich der Unternehmer ganz auf jenen Aspekt konzentrieren, der auch in Zukunft über den Markterfolg entscheiden wird: die Zufriedenheit der Kunden. •

50 Gesellschafter mit 62 Standorten beteiligen sich mittlerweile an point-S. Die Wachstumskurve zeigt weiterhin nach oben. Dass die Generalversammlung von point-S Anfang Juli in Velden am Wörthersee stattfand, war ein netter Zufall: Schließlich kommt mit der Klagenfurter Firma „Reifenstadl“ auch das jüngste Mitglied aus Kärnten. Bei der Tagung standen Themen wie RDKS, Neukundengewinnung und geänderte Marktbedingungen im Mittelpunkt. „Auf den Wandel des Marktes werden wir mit Einigkeit und Flexibilität reagieren“, unterstrich Geschäftsführer Michael Peschek. „Als selbstständige Unternehmer sind unsere Händler enger mit den Kunden verbunden als andere Anbieter. Immer mehr Kunden wissen auch zu schätzen, dass sie mit einer bewussten Kaufentscheidung beim lokalen Fachmann die regionale Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze sichern.“

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• s 13 bridgestone **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:29 Seite 1

RÄDER EXTRA

Begehrtes Qualitätssiegel Nicht nur der LM-80, auch der neue Blizzak LM-32 schlägt sich bei Reifentests sehr gut: Er hat kürzlich das „TÜV-Gütesiegel“ erhalten. Wie Bridgestone mitteilt, ließ der Pneu beim Bremsen auf trockenen und nassen Fahrbahnen, bei der Nasshaftung sowie beim Aquaplaning auf gerader Strecke die Mitbewerber hinter sich. Ab August wird der neue Winterreifen in 8 Hauptgrößen in 17 und 18 Zoll erhältlich sein.

Gewerbekunden im Fokus

Offensive im Winter

Der LM-80 EVO gilt als Premiumreifen aus dem Hause Bridgestone

Vom SUV über das Familienauto bis zum Transporter: Bridgestone hat für die kommende Reifensaison zahlreiche Neuheiten im Programm.

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u den aktuellen Pneus des Qualitätsherstellers zählt der Blizzak LM-80 EVO. Dabei handelt es sich um eine verbesserte Version des LM-80, der 2012 bei mehreren Reifentests Spitzenpositionen erzielen konnte. Der in Europa hergestellte SUV-Reifen verfügt nunmehr über 3 verbesserte Wintereigenschaften: Dies sind eine neue Lamellenverteilung für die Traktion, eine eigens für die europäischen Fahrverhältnisse abgestimmte SilicaRich-Mischung sowie ein optimiertes Mittelrippen- und Schulterblockdesign für eine bestmögliche Straßenlage. Außerdem wurde der Rollwiderstand reduziert und somit der Spritverbrauch gesenkt.

Ebenfalls neu ist der Blizzak W810, ein moderner Lamellenreifen für mittlere und schwere Transporter. „Er bietet Fahrern ein robustes Paket aus maximaler Sicherheit bei Winterbedingungen kombiniert mit optimierter Laufleistung und verbesserter Kraftstoffersparnis“, verspricht José-Enrique Gonzalez, Director Consumer Marketing bei Bridgestone Europe. Gegenüber dem W800 wurde zum Beispiel das Laufflächendesign mit einem um 11 Prozent höheren Negativanteil optimiert. Die um 13 Prozent erhöhte Kantendichte verbessert das Traktions-, Brems- und Einlenkverhalten auf vereistem Untergrund.

„Kernzielgruppe von Firestone“ Von der Konzernmarke Firestone kommt unterdessen der Winterhawk 3: Dieser im mittleren Preissegment angesiedelte Pkw-Reifen soll ein Höchstmaß an ausgewogener Leistung bei winterlichen Bedingungen bieten. Im Vergleich mit dem Vorgänger Winterhawk 2 Evo zeichnet sich der Pneu zum Beispiel durch ein innovatives Profil und ein größeres Rillenvolumen aus, was für mehr Traktion auf Schneefahrbahnen, bessere Haftung auf eisigem Untergrund sowie 30 Prozent mehr Laufleistung sorgen soll. „Der Winterhawk 3 ist für die Kernzielgruppe von Firestone gedacht“, sagt Gonzalez: „Das sind Familien und junge Leute, die für ihr Geld einen Reifen fahren wollen, der im Winter Sicherheit bietet.“ • (HAY)


• s 14 s kaguma**-borbet GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:41 Seite 2

RÄDER EXTRA

Kundenbindung per Mausklick Nutzer der Reifenhandelsplattform Kaguma profitieren ab der kommenden Wintersaison von einer praktischen Innovation: Ihr „Einlagerungs-Tool“ wurde um eine Serienbrieffunktion erweitert.

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iele Reifenhändler wissen das „Kaguma Einlagerungs-Tool“ bereits zu schätzen. Dieses Werkzeug vermittelt per Mausklick einen Überblick über Marke, Dimension und Zustand der eingelagerten Pneus. Dank der neuen Serienbrieffunktion wird es künftig möglich sein, in Sekundenschnelle einen Brief im individuellen Händlerdesign an die hinterlegten Kundenadressen zu versenden. Geschäftsführer Marco Schulz unterstreicht, dass es somit bei der gezielten Kundenansprache „keinen Medienbruch“ mehr gebe: „Jeder Händler kann anhand der eingelagerten Reifen und Räder sein Ersatzreifenpotenzial optimal nutzen. Das Kaguma Einlagerungs-Tool stellt somit ein unverzichtbares Kundenbindungsinstrument dar.“

informieren will. Dieser mühsame Prozess wird dank der Innovation von Kaguma bald der Vergangenheit angehören – und das ohne direkte Mehrkosten, denn Kaguma stellt den Händlern das Tool kostenlos zur Verfügung. Lediglich für den Versand der Serienbriefe, der über einen externen Dienstleister abgewickelt wird, fallen nachvollziehbare Kosten an.

Begehrte Auszeichnung Marco Schulz unterstreicht die Serviceorientierung von Kaguma

Einfache Anwendung Im Betriebsalltag bedeutet die Serienbrieffunktion eine wesentliche Erleichterung. Schließlich ist bislang oftmals ein zeit- und ressourcenraubender manueller Abgleich von Daten nötig, wenn man die Endkunden beispielsweise über abgefahrene Pneus

„Wir wollen uns weiter von unseren Mitbewerbern abgrenzen und unser Versprechen halten. Die Positionierung als Reifen- und Serviceplattform muss weiter gelebt und ausgebaut werden“, unterstreicht Schulz die Philosophie hinter dem innovativen Hilfsmittel. Diese Philosophie wird auch von objektiven Beobachtern honoriert: Die deutsche Initiative Mittelstand zeichnete das Kaguma Einlagerungs-Tool vor Kurzem mit dem Innovationspreis „Best of 2013“ in der Kategorie Branchensoftware aus. • (HAY)

Edle Optik für Enthusiasten Ob Tuningfreak oder stilvoller Autoliebhaber: Borbet hat neue Felgen für anspruchsvolle Kunden im Programm.

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ls Spezialist für Aluminiumräder in höchster Qualität und geschmackvollem Design hat sich Borbet seit Jahrzehnten einen Namen gemacht. Aktuell sorgt das deutsche Familienunternehmen, das mit weltweit 3.500 Mitarbeitern zu den ganz Großen seiner Branche gehört, mit 2 Neuheiten für Aufsehen. Zum einen ergänzt das Design XRT die Reihe der Premiumfelgen aus dem Hause Borbet. Das Doppelspeichenrad zeichnet sich durch seine konkave Linienführung und die hochglanzpolierte Oberfläche (zur

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Wahl stehen „Graphite Polished“, „Brillant Silver“ und „Black Glossy“) aus. Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, die Größe zu variieren und zum Beispiel vorn 18- und hinten 19-Zoll-Räder zu verbauen. Verfügbar ist die Felge in den Dimensionen 8 x 17, 8 x 18, 9 x 18, 8,5 x 19 und 9,5 x 19 Zoll. In der Tuningszene sorgen seit Kurzem die Designs BL4 und BL5 für Aufsehen: Die Farben „Black Polished Glossy“ und „Brillant Silver“ passen zur glänzenden Oberfläche. Optisch sind die beiden Räder identisch, Unterschiede gibt es bei den Einpresstiefen und Dimensionen. Das Design BL4 ist in den Varianten 6,5 x 15, 7 x 16 und 7 x 17 Zoll verfügbar. Das Schwestermodell wird in den Dimensionen 7 x 16, 8 x 17 und 8 x 18 Zoll ausgeliefert. • (HAY)

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• s 15 alcar **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:28 Seite 1

RÄDER EXTRA

Im Gegensatz zum angespannten Reifenmarkt ist die Felgenbranche mit der Nachfrage recht zufrieden. Das gilt auch für den Marktführer Alcar, der sich mit attraktiven Produkten für die kommende Wintersaison gerüstet hat.

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ährend draußen hochsommerliche Temperaturen herrschen, beschäftigen sich Reifenhändler und engagierte Kfz-Betriebe bereits mit der Vorbereitung auf das Herbstgeschäft. Vor allem im Felgenbereich sind zeitige Bestellungen ratsam: „Es ist den Händlern in den vergangenen Monaten im Großen und Ganzen gelungen, ihre Lager zu bereinigen. Das bedingt einen entsprechenden Einlagerungsbedarf“, sagt Christian Thaller, Geschäftsführer von Alcar.

Heiß auf Schnee und Eis Der führende österreichische Räderhersteller sorgt als „verlässlicher und vernünftiger Partner“ für den Geschäftserfolg der Händler. Dazu gehören gute Verfügbarkeit, persönliche Betreuung, Fachhandelstreue und vor allem ein (in der Branche keineswegs selbstverständliches) Bekenntnis zur Preisstabilität. Dass zudem die Produkte den Puls des Marktes treffen, beweisen die aktuellen Neuheiten der Marke Dezent.

Mit den Felgenreihen Dezent TE (h.) und TB will Alcar in der Wintersaison punkten

Großes Nachrüstpotenzial bei SUVs Ob Porsche Cayenne oder Hyundai Santa Fe: Das kraftvolle Felgendesign Dezent TE trägt in dem SUVTrend Rechnung. Die 10 nach außen geschwungenen Speichen verleihen dem Leichtmetallrad einen sportlichen Charakter, die innere Felgenbettkante liefert die notwendige Tiefe und sorgt für optische Akzente. Verfügbar ist die TE-Reihe in den Dimensionen 7,5 x 17 Zoll, 8 x 18 Zoll und 8,5 x 18 Zoll.

Für BMW maßgeschneidert Die Felgenreihe Dezent TB wurde dagegen speziell für die Nachrüstung von BMW-Fahrzeugen entwickelt. Das Fünfspeichen-Layout und die zum Zentrum hin nach innen gewölbte Schüssel spiegeln die Markensprache wider, der Verzicht auf einen kleinteiligen Aufbau lässt die Felge selbstbewusst wirken und erleichtert die Reinigung. Leicht geht auch die Montage vonstatten: Die in den Dimensionen 7 x 16 Zoll, 7,5 x 17 Zoll, 8 x 17 Zoll und 8 x 18 Zoll erhältlichen Räder erfordern we-

der zusätzliche Genehmigungen noch einen Verzicht auf die für BMW typischen Notlaufreifen. Ob TE oder TB – die volle Wintertauglichkeit sei beiden Felgenfamilien gemeinsam, unterstreicht Thaller: „Schnee, Matsch oder Streusalz können diesen Rädern nichts anhaben.“ • (HAY)

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• s 16 diewe **GKU reifenfachmann **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 13:26 Seite 2

RÄDER EXTRA

Wer die Wahl hat ...

und „Platin“ gilt die Felge zu Recht als Premiumprodukt. Die spezielle CAD-Konstruktion des in den Größen 8x18 und 9x19 Zoll erhältlichen Zehnspeichen-Rades sorgt einerseits für eine hohe Traglast bis zu 920 Kilogramm und erfüllt andererseits den Kundenwunsch nach maximaler optischer Größe.

... greift besonders oft zu Diewe: Der deutsche Felgenhersteller, der hierzulande von Reifen Bruckmüller importiert wird, ist mit der Resonanz in Österreich sehr zufrieden.

„Sogno“ heißt die Premiumfelge von Diewe

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eit dem Markteintritt im Herbst 2011 hätten sich die Geschäfte so stark entwickelt, dass man mittlerweile schon ein Fünftel des Gesamtumsatzes in der Alpenrepublik erwirtschafte, berichtet der technische Leiter Andreas Riedlberger. Aktuell hat Diewe einige attraktive Alufelgen im Angebot, mit denen der Erfolgskurs fortgesetzt werden soll

Für anspruchsvolle Autofahrer

Felgenparade: Diewe punktet auch mit Designs wie „Impatto“, „Trina“, „Amaro“ und „Bellina“ (v. l.)

„Zeitloses Design für höchste Ansprüche“ verspricht das Modell „Sogno“. Mit einem auswechselbaren, polierten Edelstahltiefbett und den Oberflächen „Argento“, „Platin Machines“

Erfolg seit 1990

Breites Programm Einige weitere Räder von Diewe sind uneingeschränkt wintertauglich. Dazu gehört die 16-Zoll-Felge „Allegrezza“, die mit Vier- und Fünflochkreisen für nahezu alle Pkws geeignet ist. Das Modell „Amaro“ (16, 18 und 20 Zoll) besticht mit weichen Formen aus italienischer Designerhand sowie mit bis zu 1.000 Kilogramm Traglast. Während es „Bellina“ (15, 16 und 17 Zoll) in den Farbtönen „Nero“ und „Pigmentsilber“ gibt, wird „Impatto“ (18 und 20 Zoll) in silberner sowie auf Anfrage auch in handpolierter, effektschwarzer oder anthrazitfarbiger Ausführung angeboten. Noch mehr Farbvarianten stehen beim Felgendesign „Trina“ zur Auswahl. Auch die angebotenen Größen von 16 bis 19 Zoll sollten kaum Kundenwünsche offen lassen. • (HAY)

Der Kurs dauert zwei Wochen und endet mit einer kommissionellen Abschlussprüfung. Auch der Termin für den nächsten Turnus steht schon fest: Er beginnt im Jänner 2014. Den Teilnehmern wird aber bei dem Kurs in Linz nicht nur graue Theorie vermittelt, sondern sie lernen

In Linz wurde im Juni der mittlerweile 25. Lehrgang für die Ausbildung als Reifenfachmann abgeschlossen.

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omm.-Rat. Ing. Günter Deschka, der den Kurs seinerzeit gemeinsam mit Techn. Rat Ing. Karl Hawelka ins Leben gerufen hat, spricht von einem vollen Erfolg: „Das Ziel war es, dem damals eher matten Image der Branche als Gummischuster zu begegnen und den Mitarbeitern im Reifenfachhandel eine fundierte, umfassende Ausbildung zu ermöglichen.“ Mittlerweile wurden am WIFI Linz 25 derartige Kurse abgehalten, fast immer waren sie aufgrund des großen Interesses überbucht. Es werden maximal 28 Teilnehmer aufgenommen, um die Qualität in der Wissensvermittlung zu halten. Laut Deschka wurden bisher rund 650 Teilnehmer zum Reifenfachmann (und immer wieder auch zur Reifenfachfrau) ausgebildet.

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Rund 2 Dutzend Teilnehmer absolvierten den Kurs, der im Juni endete

auch die Praxis kennen. So machten die Teilnehmer des im Juni abgeschlossenen Lehrgangs eine Exkursion zum Runderneuerungswerk Vulkoplast nach Hallein. • (MUE)

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• s 17 falken **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 13:59 Seite 1

Der Winter kann kommen Bei der Einlagerung von Winterpneus sollten Reifenhändler an Falken denken: Der japanische Hersteller schickt sich an, mit dem Eurowinter HS449 und dem LA/SL S112 am Markt zu punkten.

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ie Anforderungen an einen guten Winterreifen für Pkws sind hoch – insbesondere in puncto Fahrsicherheit. Der Eurowinter HS449 von Falken meistert alle winterlichen Wetterbedingungen. Dank seiner Gummimischung mit erhöhtem Silika-Anteil und neuen Polymer-Verbindungen mit hohem Styrol-Anteil verfügt der HS449 über verbesserte Bremsleistungen und Handlingeigenschaften bei Nässe. Bei kälteren Temperaturen sorgen großvolumige Querrillen für eine hervorragende Bremsleistung auf Schnee. Darüber hinaus steigert die neue dreidimensionale Zickzack-Lamellenstruktur die Performance und den Grip bei Schnee und Eis. Aber auch bei Trockenheit sorgt der Eurowinter HS449 dank der optimierten Anordnung der dreidimensionalen Lamellen für verkürzte Bremswege, optimiertes Handling und gleichmäßigen Verschleiß. Die fünffach phasenverschobenen Profilblöcke des Pneus garantieren minimierte Abrollgeräusche und steigern durch die Geräuschminderung zusätzlich den Fahrkomfort. Der Reifen wird in über 90 verschiedenen Dimensionen, 60er bis 40er Serie, in den Geschwindigkeitsindizes T/H/V und von 13 bis 19 Zoll für verschiedenste Pkws angeboten.

Starke Profile: Eurowinter HS449 (l.) und LA/SL S112

Für SUVs konzipiert Ideal für schwere SUVs wie Subaru Forester oder Volkswagen Touareg ist hingegen der Falken LA/SL S112. Eigenschaften wie der erhöhte Silika-Anteil oder die „Breathing-Pumice“-Technologie bieten komfortable Bremseigenschaften und ein gutes Handling bei allen Straßenverhältnissen. Auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt verhindert der Reifen gefährliches Aquaplaning. Ebenfalls ein wichtiges Kaufargument ist die hohe Langlebigkeit des Reifens. Erhältlich ist der LA/SL S112 in neun Dimensionen mit dem Geschwindigkeitsindex Q, in 80er- bis 60er Serie und von 15 bis 17 Zoll. Neu im Sortiment des Japaners ist der Falken Euroall Season AS200 (Ganzjahresreifen), der ab der Herbstsaison 2013 erhältlich ist. Bei der Entwicklung der Gummimischung stand das Verhältnis zwischen gutem Nass- und Trockenhandling und gleichzeitig ausgeprägter Kilometerleistung im Vordergrund - unter allen Fahrbedingungen und Witterungsverhältnissen. Der AS200 verfügt über die in Europa vorgeschriebene M&S-Markierung auf der Seitenflanke und das Schneeflockensymbol für hinreichende Wintertraktion. • (LHO)

Gut vorbereitet Günther Riepl, Falken Director für Österreich, die Schweiz und Osteuropa erklärt: „Falken Tyre Europe geht gut vorbereitet in die Wintersaison, unser Lineup und die Möglichkeit, den HS449 in allen nennenswerten Dimensionen anbieten zu können, wird mit einer ebenfalls verbesserten Logistik die Zusammenarbeit mit unseren Partnern stärken.“

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• s 18 werksttatausrüstung **okhay okmue_Layout 1 08.07.13 13:25 Seite 2

RÄDER EXTRA

Das Beste ist gerade gut genug Unter dem Motto, wonach das Beste gerade gut genug ist, sollten die Arbeitsmittel für den Reifendienst stehen. Denn neben gut ausgebildeten Arbeitskräften entscheidet die Quantität der Ausrüstung über optimale Arbeitsergebnisse.

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lle österreichweit präsenten Werkstattausrüster bieten optimale Hilfsmittel für den Reifenfachhandel und Kfz-Betriebe an, die im Bereich des Reifendienstes erfolgreich agieren wollen. Die Auswahl reicht von Reifenmontage- und Reifenwuchtanlagen bis hin zu unentbehrlichen Kleinteilen. Thomas Posch, Produktmanager von Derendinger, legt seinen Kunden mit der S 300 von Sice eine hydraulische Reifenmontiermaschine besonders ans Herz. Dafür führt er unter anderem das Argument ins Treffen, dass das Gerät die Montage auch von sehr großen Rädern ohne Montiereisen erlaubt.

Viel wichtige Kleinigkeiten Würth verweist auf das breite Sortiment des Hauses im Bereich „rund um das Rad“ und hebt in dem Zusammenhang vor allem diverse Hilfsmittel hervor. Das beginnt bei Wuchtgewichten, geht über Reifenventile, Luftprüfer bzw. Kraftstecknüsse und endet bei Reifenhebern und -reparatursystemen. Besonderes Augenmerk lenkt Würth auf die Reparaturstreifen Pneusil, mit denen Schadstellen bis maximal 6 mm in Schlauchlosreifen ohne Demontage behoben werden können, und spezielle Transporterventile, die auch für leichte Nutzfahrzeuge, Geländefahrzeuge und Wohnmobile geeignet sind.

Qual der Wahl Kastner präsentiert sich im Bereich der Werkstattausrüstung für den Räderdienst als absoluter Vollsortimenter. Aufgelistet werden

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Montiermaschinen, Rad-Waschmaschinen, Stickstoffgeneratoren für die Reifenbefüllung und eine TÜV-geprüfte Felgenaufbereitung. Das Angebot von Kastner zeichnet sich dadurch aus, dass in den einzelnen Produktgruppen jeweils Angebote von nicht nur einem, sondern mehreren Herstellern zur Wahl stehen. Neben der Reifenwaschmaschine Wheely (als Eigenmarke von Kastner) werden Reifenmontiermaschinen von Beissbarth (MS65OR – Racing) und von Quadriga (Modell 1000) oder Reifenwuchtmaschinen von Hofmann (megaspin 1000P) und von Beissbarth (Microtec MT 847 AD) angeboten.

Alles von einem „Reifenmontiermaschinen für jeden Bedarf“ ist das Motto, mit dem Birner am Markt auftritt. Demnach werden sowohl Geräte für schnellen und rationellen Service, wie Bosch TCE 4420, als auch Multitalente mit viel Komfort, wie Bosch TCE 4425, angeboten. Für Profis sei die Bosch TCE 4460 S44 gedacht, die automatischen Breitenreifen-Service ermöglicht. Alle Geräte des Produktportfolios garantieren eine felgenschonende Montage und bieten die Möglichkeit zwischen Rechts- und Linkslauf. Birner hält sich überdies ein „umfangreiches Wuchtmaschinen-Portfolio“ zugute. Demonstriert wird das mit folgendem Angebot: „Die Bosch WBE 4100 sowie die Bosch WBE 4110 und die Bosch WBE 4140 glänzen durch exzellente Technik und hohe Zuverlässigkeit.“ Für Profis biete sich die Bosch WBE 4400 als Multitalent an, das dazu gehörige Servicepaket sei in dem platzsparenden und schlanken Design verpackt. Als Mittelweg zwischen Einsteigermodellen und Profigeräten wird die Bosch WBE 4225 als elektronische Radwuchtmaschine mit digitaler Anzeige beschrieben. • (LHO)

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• s 19 bosch **-nokian **GKU okmue Seitenangabe fehlt_Layout 1 08.07.13 14:00 Seite 1

RÄDER EXTRA

Achsvermessung für Diagnose Die Entwicklung von überzeugender Kundenzufriedenheit ist ein Langzeitprozess, der optimalen Service erfordert. Dazu gehört es, die Ursachen von unregelmäßiger Reifenabnützung zu erforschen.

sich um ein 3D-Achsmesssystem, das sich besonders für den Einsatz in Kfz-Werkstätten und Reifenservicebetrieben mit hohem Achsmessdurchsatz eignet. Das FWA 4630 S40 ist seit Juni mit optimiertem Lieferumfang zu haben. Der bisherige Universal-Radhalter wurde komplett durch einen neuen MultiFit-Spannhalter mit Drehmomentbegrenzer für Standardfelgen ersetzt. Durch diese neue Spanneinheit sollen Felgenbeschädigungen vermieden werden. Neue Spannklauen mit einem Click-Mechanismus sorgen für einen einfacheren Klauen-Wechsel. Das Gleit- und Spannsystem ist wartungsarm. Die Spannweite beträgt 13 bis 22 Zoll und ist optional auf 28 Zoll erweiterbar. Bei der 3D-Achsvermessung mit Triangulationsprinzip erfolgt die Messung mit zwei hochpräzisen Kameras pro Rad. Ein integriertes Referenzsystem mit zwei Kameras in jedem Messwertaufnehmer sorgt für sichere, reproduzierbare Messergebnisse ohne komplizierte und fehleranfällige Kalibrierung.

Zurück im Sortiment

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m dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist eine Diagnose mittels Achsvermessung nahezu unerlässlich. Auf diesem Gebiet bietet sich Bosch als verlässlicher Partner im Bereich der Werkstättenausrüstung an. Angeboten wird beispielsweise das Fahrwerkanalysegerät FWA 4630 S40. Dabei handelt es

Grüne Reifen Diese Überschrift bezieht sich natürlich nicht auf die Farbe der Pneus. Stattdessen geht es um das Umweltbewusstsein von Nokian, das der finnische Reifenhersteller im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht unter Beweis stellt.

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ätten Sie gewusst, dass Nokian als weltweit erstes Unternehmen auf die Verwendung hocharomatischer Öle bei der Reifenproduktion verzichtet hat? Diesem Erbe tragen die Finnen, die hierzulande vor allem als Winterreifenspezialisten bekannt sind, weiterhin Rechnung. Zum Beispiel wurde der Anteil der Reifen mit geringem Rollwiderstand und entsprechend niedrigerem Spritverbrauch 2012 um 44 Pro-

Fahrwerkvermessung auf höchstem Niveau

Das Bosch-Angebot „Rund ums Rad“ umfasst eine breite Produktpalette. Aufgrund der starken Kundennachfrage wurde das Reifenmontiergerät TCE 4450 S40 wieder in das Sortiment aufgenommen. Dieses Allround-Modell ist für Räder mit einem Felgendurchmesser zwischen 10 und 26 Zoll, den wichtigsten Pkw-Radgrößen, geeignet und zeichnet sich durch einen extra großen Spannteller mit zwei Drehgeschwindigkeiten, pneumatisch kippbaren Montagesäulen und vormontierter Hilfssäule aus. • (LHO)

zent gesteigert Außerdem werden bei der Reifenentwicklung stets die Folgen während des gesamten Produkt lebenszyklus berücksichtigt. Weniger umwelt- als sicherheitsrelevant ist das gute Abschneiden von Nokian bei vielen Reifentests. Beispielsweise gelang es im Sommerreifenbereich, 88 Prozent der Reifen mit sehr starkem Nassgrip auszustatten. „Wir können Erfolg haben und unsere Aktivitäten verantwortungsvoll entwickeln – trotz der herausfordernden internationalen Marktsituation“, beschreibt CEO Kim Gran im kürzlich erschienen Nachhaltigkeitsbericht die Firmenphilosophie. Wenn das nicht in bestem Sinn skandinavisch ist! • (HAY)

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• s 20 bartec **-herkules **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:18 Seite 2

RÄDER EXTRA

Erste Adresse für RDKS-Arbeiten Die verpflichtende Verwendung von Reifendruckkontrollsystemen wirft ihren Schatten voraus. Nun wird auch der weltweite Marktführer bei RDKS-Diagnosegeräten in Österreich aktiv.

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as britische Unternehmen Bartec Auto ID produziert seit 1998 Systeme zur Reifendruckerkennung. Heute ist das Unternehmen in über 100 Produktionsstätten der Fahrzeugindustrie, darunter beispielsweise bei Ford, Mercedes, Nissan, Renault, Opel, Chrysler und dem GM-Konzern, vertreten. „Dieses Knowhow fließt in unsere Werkzeuge für den Aftermarket ein. Allein in den USA sind 70

der EU neu zugelassenen Fahrzeuge mit einem RDKS ausgestattet sein. In Vorbereitung darauf erweitert Bartec sein Engagement in Europa: „Wir wollen dem Reifenfachhandel und den freien Werkstätten dabei helfen, ein erfolgreiches RDKS-Geschäft durchzuführen“, sagt Wells. Im Zuge dessen werde man „in wenigen Monaten“ eine deutsche Niederlassung samt Büro und Schulungscenter gründen. Über diesen Standort soll auch der österreichische Markt betreut werden, entsprechende Vertriebskanäle werden bereits etabliert.

Qualität aus dem eigenen Haus

Millionen Werkstätten mit durchschnittlich 50 RDKS-Reparaturen am Tag beschäftigt“, berichtet European Sales Manager David Wells. Die USA sei auch der bislang größte Markt: „Dort werden unsere Handgeräte in 95 der 100 größten Werkstattketten eingesetzt.“

Startschuss für den deutschsprachigen Raum Bekanntlich müssen ab November 2014 auch alle in

Saubere Reifen Mit der neuen Rad-Waschstation Drester W-650 erweitert Herkules die Optionen für eine saubere Reifenwäsche. Mit ihr können Reifen und Felgen bis zu 850 mm Durchmesser gereinigt werden.

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in energieeffizienter Heizstab und das geschlossene Wassersystem sorgen für niedrige Verbrauchskosten. Die Rad-Waschstation W-650 arbeitet mit der patentierten Granulat-/Wasserreinigung umweltfreundlich ohne Chemikalien. Das garantiert eine schonende Säuberung der Reifen und Felgen. Ein dynamischer Sprüharm gewährleistet dabei auch die optimale Reinigung von empfindlichen Alu-Felgen. Je nach Reifen- und Felgentyp stehen vier unterschiedliche Waschprogramme zur Verfügung. Eine einfa-

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Zu den Besonderheiten von Bartec gehört, dass von der Produkt- und Softwareentwicklung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb alle Aktivitäten „aus einem Haus“ kommen. Das in der Branche weit verbreitete Outsourcing wird – auch aus Gründen der Qualitätssicherung – abgelehnt. Das für den österreichischen Markt relevante Geräteprogramm umfasst vorerst die RDKS-Diagnoselösungen TPMS PAD und Tech400DSE. Darüber hinaus sollen auch die Modelle Tech200 und Tech500 sowie ein Koffer mit Spezialwerkzeugen angeboten werden. Tech400DSE und Tech500 verfügen übrigens über eine OBD-Unterstützung, was bei manchen Fahrzeugen zum Anlernen neuer Sensoren zwingend erforderlich ist. • (HAY) che Handhabung und die geringen Betriebskosten machen den Einsatz der Drester Rad-Waschstation W650 besonders attraktiv. Der sparsame Wasserverbrauch ermöglicht niedrige Reinigungskosten pro gewaschenem Rad. Daher wird das Zusatzgeschäft Reifenwäsche zu einem lukrativen Service-Angebot für den Reifenfachhandel.

Standortunabhängiges System

Die neue Radwaschstation von Drester

Die Drester Rad-Waschstation ist standortunabhängig und benötigt keinen Wasseranschluss. Das System muss erst nach rund 300 Waschgängen gereinigt werden. Wasser und Schmutzpartikel werden durch Sedimentation voneinander getrennt. Das Wasser fließt ab und der zurückbleibende Schlamm wird umweltfreundlich entsorgt. Bei Bedarf kann ein Koagulierungsmittel eingesetzt werden, um Restprodukte aufzufangen. • (LHO)

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• s 21 tyre 24*hay eurowheelGKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:17 Seite 1

RÄDER EXTRA

Noch mehr Service Das fortschrittliche IT-System und die persönliche Händlerbetreuung machen Tyre24 zu einer beliebten Einkaufsquelle für den Fachhandel.

Rolf Beißel (o.) und Markus Nagel treiben den Erfolg von Tyre24 voran

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ber 1.500 österreichische Reifenbetriebe nützen die Plattform Tyre24. Sie können aus einem stetig wachsenden Lieferantenkreis wählen: Wie das deutsche Unternehmen mitteilt, wurden allein im 1. Halbjahr 2013 am Heimatmarkt sowie in Österreich, Frankreich und Polen über 60 neue Großhändler gewonnen.

Zum Portfolio der Tyre24 Group gehören auch die „maßgeschneiderten“ Aluräder der Marke AZEV

„Einmalige Servicequalität“ Um sicherzustellen, dass der virtuell abgebildete Produktbestand der tatsächlichen Verfügbarkeit entspricht, setzt Tyre24 auf eine innovative Schnittstellentechnologie. „Damit werden die Bestands- und Auftragsdaten in Echtzeit aktualisiert, sodass lästige Stornierungen wegfallen“, erläutert Rolf Beißel, Leiter des Lieferantenmanagements, den Nutzen für den Geschäftsalltag. Zudem ermöglicht es die „SOAPSchnittstelle“, den Auftragsstatus laufend zu aktualisieren, die Zustellung nachzuverfolgen sowie Rechnungsdaten per PDF zu übermitteln. Beißel ist überzeugt, auf diese Weise eine „einmalige Servicequalität“ bieten zu können.

Neuzugang in Österreich Neben der Technik investiert Tyre24 aber auch in das Personal. „Die persönliche und kompetente Beratung unserer Kunden ist ein wichtiger Aspekt unseres Erfolgs“, sagt Vertriebsleiter Markus Nagel. Dementsprechend wurde auch in Österreich ein neuer Mitarbeiter eingestellt: Neben dem bisherigen Repräsentanten Franz Schleining betreut ab sofort Hubert Fanninger die heimischen Kunden. Wie die OnlineReifenbörse mitteilt, verfügt Fanninger über „fast 40 Jahre Branchenerfahrung“ und war zuletzt bei Bridgestone sowie Euromaster tätig. • (HAY)

Betrieb nach Maß Rund 7 Millionen Euro hat Stefan Deschka in den ersten Standort seiner Lkw-Reifenfirma Eurowheel investiert. Das Resultat ist ein echter Vorzeigebetrieb.

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Christian Beisl (l.), Stefan Deschka (r.) und der für das ambitionierte Projekt verantwortliche Bauunternehmer Christian Peneder

und 20.000 Quadratmeter Gesamtfläche, 14.000 Reifen Lagerkapazität und extralange Öffnungszeiten von Montag bis Samstag: Diese Eckdaten unterstreichen die ehrgeizigen Ziele des jungen Unternehmens Eurowheel, das soeben seinen ersten Standort in Vorchdorf eröffnet hat. Deschka, in der Branche vor allem als Eigentümer von Reifen Wanggo bekannt, will damit die Präsenz im LkwReifengeschäft deutlich ausbauen. Die Vorzeichen

sind bestens, befindet sich der Vorchdorfer Betrieb doch unmittelbar neben der täglich von 8.000 Schwerfahrzeugen befahrenen Westautobahn. „Schon im nächsten Jahr“ sollen laut Deschka und Geschäftsführer Christian Beisl in Vorchdorf Gewinne erwirtschaftet werden. Das Umsatzziel für das erste volle Wirtschaftsjahr liegt bei 20 Millionen Euro. Mittelfristig ist ein weiterer Ausbau des soeben eröffneten Musterbetriebs übrigens ebenso denkbar wie die Errichtung weiterer Eurowheel-Filialen. • (HAY)

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• s 22 aeolus **GKU hankook **GKUGKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:16 Seite 2

RÄDER EXTRA

Aeolus Tyre hat auch im Winter ein breites Sortiment zu bieten

Neuer Spieler am Reifenmarkt

„Wer ist Aeolus?“, werden sich jetzt manche Marktteilnehmer fragen. Ihnen will Wohlgemuth relativ rasch eine Antwort geben, und zwar auch am heimischen Markt: „Wir haben vor Kurzem einen Vertrag mit einem für Österreich verantwortlichen Generalimporteur fixiert.“ Jetzt gilt es, nicht mehr viel Zeit zu verlieren. „Rechtzeitig vor der Wintersaison werden wir die ersten Reifen im Markt haben“, sagt Wohlgemuth. Konkrete Ziele für die in China produzierten Pneus will der Manager noch nicht bekannt geben: „Wir wollen in jedem Land Europas Fuß fassen und wissen, dass es in Westeuropa keine signifikanten Mengensteigerungen geben wird wie in aufstrebenden Märkten.“ Starten wird Aeolus jedenfalls mit zwei unterschiedlichen Winterreifen für kleine/kompakte Pkws beziehungsweise für die obere Mittelklasse (SnowAce AW02 und AW03).

Reifen sollen punktgenau verfügbar sein

Bisher war die Marke Aeolus nur Insidern bekannt: Rechtzeitig vor Beginn des Wintergeschäfts werden die Reifen aber auch in Österreich angeboten. Von Mag. Heinz Müller

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homas Wohlgemuth ist in der Reifenbranche bestens vernetzt Seit 13 Jahren ist der Deutsche, der einige Zeit an der Universität in Peking studiert hat, in diesem Metier tätig – unter anderem für Pirelli und das Onlineportal Popgom. Nun kümmert sich Wohlgemuth als General Manager Westeuropa um den Aufbau der neuen Reifenmarke Aeolus. Sein für Europa zuständige Team hat seinen Sitz in Rödermark (Deutschland).

Thomas Wohlgemuth, General Manager von Aeolus für Westeuropa

Aeolus bezeichnet sich selbst als zwanziggrößten Reifenproduzenten der Welt. In Europa war man in den vergangenen Monaten bereits in Spanien, Italien und Polen tätig. Der Hersteller will sich als Vollsortimenter platzieren. „Wir sind flexibler als andere“, sagt Wohlgemuth, „und wir orientieren uns nah an Retailer-Bedürfnissen.“ Außerdem habe man auch hohe Ansprüche auf Produktebene: „Qualität hat oberste Priorität. Wir testen unsere Reifen zum Beispiel dort, wo sie zum Einsatz kommen wie zuletzt unsere Winterreifen in Ivalo, Finnland.“ Dass die neue Pkw-Reifenmarke an ihrer Qualität und auch an den Lieferzeiten und damit an den punktgenauen Verfügbarkeiten gemessen wird, ist Wohlgemuth bekannt: „Wir wissen, dass das insbesondere in den saisonabhängigen Märkten wie Deutschland, Österreich und der Schweiz entscheidende Erfolgsfaktoren sind.“ •

Ausbau des ungarischen Werks Hankook baut die europäische Fabrik in Ungarn weiter aus. In den Standort sollen weitere 313 Millionen Euro investiert werden.

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er Gesamtwert der Investitionen in die europäische Hankook-Produktion beläuft sich nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2015 auf 880 Millionen Euro. Bereits Mitte 2014 soll die neue Einheit mit der Produktion starten und 2015 die volle Auslastung erreichen. Die neue Produktionseinheit wird die Fertigungskapazitäten der ungarischen Fabrik auf 17 Millionen Reifen pro Jahr erhöhen. Seit Produktionsstart im Juni 2007 haben am ultramodernen europäischen Standort viele Millionen Reifen die Ferti-

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gungsstraße verlassen. Die Kapazitäten der Fabrik steigen kontinuierlich: So verdoppelte das Unternehmen die Produktion von 6 Millionen Reifen im Jahr 2010 auf 12 Millionen im Jahr 2012. Die Fabrik in Rácalmás produziert derzeit Reifen für Pkws, SUVs und Leicht-Lkw in hunderten verschiedenen Spezifikationen. Pkw-Reifen stellen den höchsten Prozentsatz in der europäischen Hankook-Produktion, wobei Hochleistungs- und Erstausrüstungsreifen eine steigende Rolle im Portfolio spielen. • (LHO)

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• u3 goodyear **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 13:15 Seite 1

Die traditionell enge Verbindung mit den Fahrzeugherstellern ist ein wichtiger Impulsgeber für Goodyear. Besonders hoch hängt die Messlatte bei der PneuEntwicklung für Premiumhersteller.

Advertorial

Reifen nach Maß für OEMs Holger Rehberg, Goodyear Produktmanager, Goodyear Dunlop Tires Germany

Die Goodyear-Ingenieure sind bereits in einem sehr frühen Stadium in die Neuentwicklung eines Fahrzeugmodells eingebunden und arbeiten vom Konzept bis zur Serienreife eng mit dem Autohersteller zusammen. Das Resultat: Goodyear liefert Reifen für alle namhaften PkwHersteller, darunter beispielsweise Audi, BMW, Mercedes, Volkswagen, Ford, Chrysler, General Motors, Rolls-Royce oder Toyota. Auch für die aktuellen Modelle von Porsche besitzt Goodyear Erstausrüstungsfreigaben.

gebenen Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2 vergrößert den Straßenkontakt der Reifenaufstandsfläche während des Bremsvorgangs. Während sich herkömmliche Profilblöcke beim Bremsen wenig oder gar nicht verändern, dehnen sich die dreidimensionalen Profilblöcke des Reifens durch die gerundete Kontur der Profilrippen aus und vergrößern damit die Kontaktfläche zur Fahrbahn, wenn der Reifen durch die dynamische Radlastverlagerung vorn auf die Straße gepresst wird. Zudem verfügt der Reifen über eine Karkassen-Struktur mit gekreuzten Kordlagen. Die daraus resultierende erhöhte Verwindungssteifigkeit führt neben einer besseren Lenkpräzision und Handling auch zu einem optimierten Bremsverhalten auf trockener Straße.

Goodyear ab Werk auf Porsche

Seitenstabilität für Frontmotorfahrzeuge

Der Porsche 911 wird in der populären 19-Zoll-Größe ab Werk mit dem Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2 ausgerüstet. Der Ultra-High-Performance-Reifen wird auf der Vorderachse in der Dimension 235/40 ZR 19 (92Y) und auf der Hinterachse in der Größe 295/35 ZR 19 (100Y) auf den Sportwagen montiert. Auch der Cayman und Boxster werden ab Werk mit dem Asymmetric 2 ausgeliefert: auf der Vorderachse ebenfalls in der Größe 235/40 ZR 19 (92Y) sowie auf der Hinterachse in 265/40 ZR 19 (98Y). Der neu aufgelegte Cayenne ist ab Werk mit dem Eagle F1 Asymmetric SUV in 255/50 R19 110Y XL unterwegs und der Panamera wird serienmäßig mit dem Eagle F1 Asymmetric bereift, auf der Vorderachse in der Dimension 255/45 ZR19 (100Y) und auf der Hinterachse in 285/40 ZR19 (103Y). „Ein wesentliches Leistungskriterium bei den Heck- und Mittelmotorfahrzeugen, wie beispielsweise der 911er oder der Cayman, sind kurze Bremswege“, sagt Holger Rehberg, Produktmanager Goodyear bei Goodyear Dunlop Tires Germany. „Zum einen muss beim Bremsvorgang möglichst viel Gummi Kontakt zur Fahrbahn haben, dann sollte der Reifen eine stabile Karkasse aufweisen und über eine haftungsintensive Laufflächenmischung verfügen.“

„Für frontangetriebene Fahrzeuge wie der Panamera oder Cayenne ist ein wichtiges Kriterium eine optimale Seitenstabilität, die beispielsweise der Eagle F1 Asymmetric in der normalen sowie in der robusteren Version für Sport Utility Vehicles (SUV) aufweist“, so Rehberg. Der Eagle F1 Asymmetric hat daher im Bereich der Innenschulter ein anderes Profil als auf der Außenseite. Auf der Außenseite bewirken breite, massive Profilblöcke eine maximale Bodenhaftung bei Kurvenfahrten. Die asymmetrische Karkasse mit einer Verstärkungslage in der Seitenwand sorgt beim Lenken für eine gleichmäßigere Druckverteilung auf der Aufstandsfläche und damit für eine bessere Bodenhaftung und optimiertes Kurvenverhalten.

Kurze Bremswege durch ActiveBraking-Technology Die ActiveBraking-Technologie des für diese Modelle freige-

Erstausrüstungsfreigaben wichtiger Impulsgeber Goodyear ist seit vielen Jahren wichtiger Entwicklungspartner namhafter Automobilhersteller: „Das Geschäft in der Erstausrüstung trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit durch ein zukunftsorientiertes Produktportfolio sicher zu stellen“, so Rehberg. So wirkt das Engagement im Erstausrüstungsgeschäft auch als technologischer Treiber. Gleichzeitig wirkt es auch in das Ersatzgeschäft. „Wenn der Autofahrer mit den ab Werk gelieferten Reifen zufrieden war, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er beim Nachrüsten zur gleichen Reifenmarke greift.“


traffic.de

Der Husky unter den Winterreifen.

Huskies – seit Jahrhunderten die treuen Begleiter des Menschen in den eisigen Wintern des hohen Nordens. Mit ihrem starken Antritt, dem perfekten Grip

und ihrer schier unendlichen A ­ usdauer sind sie das ideale Sinnbild für den neuen Falken EUROWINTER HS449. Mit Sicherheit durch Eis und Schnee!

fal ke n - e u rop e.co m

facebook.com/Falken.Motorsports

Vom Rennsport auf die Straße.


s 43 modix**GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:25 Seite 1

MANAGEMENT

Offensive in Österreich Händlerhomepages für Toyota, Verknüpfung mit Werbas und Fahrzeugverwaltung per Nationalcode: Bei Modix jagt derzeit eine Innovation die andere.

damit Kostenersparnis für unsere Kunden durch mehr Effektivität“, so Meichenitsch.

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und 300 Firmen werden derzeit von Thomas Meichenitsch, dem branchenerfahrenen Landesmanager von Modix, betreut. Laufend kommen neue Kunden hinzu. Beispielsweise gab Toyota Frey 2012 die Neugestaltung der eigenen Händlerhomepages in Auftrag. Die Umsetzung verlief derart schnell und unkompliziert, dass ein Auftrag über CI-konforme Websites für die 85 selbstständigen ToyotaHaupthändler folgte. „Die neuen Seiten bieten dem Händler zahlreiche Vorteile für ein markenkonformes Erscheinungsbild sowie Erleichterungen im Arbeitsalltag“, erläutert Meichenitsch. Dazu zählen Funktionen wie Serviceterminvergabe, Probefahrtvereinbarung oder Prospektanforderung. Neuigkeiten von Toyota werden automatisch eingespielt, darüber hinaus können Händler ihre eigenen Nachrichten selbstständig veröffentlichen. Dass Modix auch ein bedienerfreundliches Modul zur Gebrauchtwagenpräsentation geliefert hat, versteht sich angesichts der einschlägigen Erfahrung des Unternehmens beinahe von selbst.

„Zeit- und Kostenersparnis“ Eine neue Kooperation verbindet unterdessen Modix und den DMS-Anbieter Werbas: Gemeinsam soll eine „abgestimmte, durchgehende und somit medienbruchfreie Prozesskette“ für die Fahrzeugvermarktung geschaffen werden. „Wir erwarten eine Zeit- und

Vertriebserfolg im Internet

Thomas Meichenitsch vertritt Modix in Österreich

Besonders wichtig für den österreichischen Markt ist die ebenfalls neue Möglichkeit, Fahrzeugdatensätze nachträglich mit dem Nationalcode anzureichern. Wird ein Gebrauchtwageninserat ohne den sechsstelligen Code verfasst, weist das System den Anwender darauf hin. Allfällige weitere fehlende Daten wie Hubraum, Leistung, Treibstoff, Bauart, Getriebe, Türen oder Sitze scheinen ebenfalls in der Fehlermeldung auf. Gleichzeitig wird eine Übernahme in die aktuellen Fahrzeuggrunddaten mittels Checkboxen vorgeschlagen. Der Sinn dahinter: Für die Händler soll es noch einfacher werden, im Internet den maximalen Vertriebserfolg zu erzielen. • (HAY)

Werbung im „sozialen Netzwerk“ Rund 3 Millionen Österreicher sind bei Facebook registriert. Diese enorme Zahl potenzieller Kunden sollte kein Autohändler außer Acht lassen, meint man bei Modix. Das Unternehmen hat deshalb „Facebook Ads“, die Benutzer anhand der in den jeweiligen Profilen hinterlegten Interessen und Gewohnheiten ansprechen. Wer diese Werbedienstleistung nützen will, profitiert laut Modix noch bis 30. September von deutlich reduzierten Einstiegspreisen.


s 44 einstieg wirtschaft ** GKU okmue Auferbauer-Foto_Layout 1 08.07.13 14:23 Seite 2

„Unser Portal besuchen auch viele Makler, die uns nutzen ohne abzuschließen“,

WIRTSCHAFT

sagt Mag. Reinhold Baudisch auf Seite 46

„Einschließlich Kaltlager und Freifläche werden 3.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen“, berichtet Erwin Leitner auf Seite 50

Clary betont Fortschritte der Automobilindustrie Laut Arbeitskreis der Automobilimporteure ist der Durchschnittsverbrauch der Neuwagenflotte seit 2000 um mehr als 14 Prozent gesunken. Die Zahl der Unfälle sei im selben Zeitraum um 16,5 Prozent, jene der Verletzten um über 18 Prozent und jene der Todesopfer um 46,5 Prozent zurückgegangen. „Dass sich die Unfallstatistik trotz steigender Anzahl von zugelassenen Fahrzeugen und höherer Verkehrsdichte ständig verbessert hat, ist zu einem hohen Maß ein Verdienst der Fahrzeugindustrie,“ sagte Vorsitzender Dr. Felix Clary.

Neuwagenanschlussgarantie – kostenlos Renault Österreich und die CG Car-Garantie haben laut Vertriebsdirektor Peter Bachmaier eine Nutzfahrzeug-Aktion initiiert: Seit 1. Mai 2013 in Österreich gekaufte Renault Trafic und Master profitieren bei Fahrzeugübergabe bis 31. Dezember von einer kostenlosen Neuwagen-Anschlussgarantie. Damit sind Kunden für insgesamt vier Jahre vor Reparaturkosten abgesichert – mit zwei Jahren Herstellergarantie und zwei Jahren Neuwagen-Anschlussgarantie bis maximal 160.000 Kilometer Laufleistung.

Abwarten nach Zusammenlegung von Vertriebsgebiet Dass Renault die Vertriebsgebiete Österreich und Schweiz zusammenlegen will, war für Mag. Marina Aichlseder, Sprecherin des Verbandes der österreichischen Renault-Händler, durchaus absehbar. Dies sei in anderen Ländern bereits geschehen, weil der Hersteller sich offenbar Synergien erwarte, so die Händlersprecherin. Aichlseder steht dem Projekt positiv gegenüber: „In der RCI-Bank gibt es ja schon lange einen Generaldirektor für Österreich und die Schweiz, und da gibt es bisher keine Nachteile.“

Versicherer trotz Rückgang über Branchenschnitt Nach dem 1. Halbjahr werde das heurige Neugeschäft „zwischen 2010 und 2011 liegen“, sagt Peter M. Steininger, Geschäftsführer der Uniqa-Tochter VMS (Versicherungsmarkt Service). Gegenüber dem im Vorjahr erzielten Rekordwert von 6,26 Millionen Euro würde dies einen Rückgang von rund 10 Prozent bedeuten, was der Entwicklung des Pkw-Gesamtmarktes entspreche. Bei dem mit Autohauspartnern erzielten Bestandsvolumen von 22,4 Millionen Euro rechnet Steininger dennoch mit einem überdurchschnittlichen Plus von 3 bis 4 Prozent.

car4you bietet Versicherungs-Vergleichsrechner Die Gebrauchtwagen-Online-Plattform car4you.at hat Anfang Juli ihr Angebot durch eine Kooperation mit dem Versicherungs-Vergleichsrechner chegg.net erweitert: Das Portal bietet ein Netzwerk von mehr als 1.000 geprüften Versicherungsmaklern; auf Wunsch gibt es nach Vertragsabschluss auch eine Betreuung vor Ort bzw. im Schadensfall. Mag. Markus Auferbauer (B.), Geschäftsführer von car4you, sieht in diesem Angebot eine „Win-win-Situation“, von der beide Unternehmen profitieren.

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AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013

Dr. Nikolaus Engel

Die wichtigste Frage bleibt offen Vielerorts in Österreich nehmen die Händler Geld in die Hand, um Marken nicht zu verlieren: Sie investieren für eine Zweitmarke des gleichen Herstellers, um die Erstmarke behalten zu dürfen, sie gestalten ihre Betriebe den Vorgaben des Herstellers entsprechend und sie trennen die Marken deutlicher, wenn konkurrierende Autobauer darauf bestehen. Dabei denken sie besser gar nicht an alles, womit die Branche in der Vergangenheit bereits konfrontiert wurde: Querverkäufe aus dem In- und Ausland, neue, zum Teil „originelle“ Verkaufskonzepte – die nicht immer internetbasiert sind und Ideen, die fast immer Volumen, in der Regel aber auch Ertrag kosten. Die wichtige Frage, mit welchem Ertrag der Handel in Zukunft kalkulieren kann, bleibt in Wahrheit völlig offen.


s 45 automagic **GKU okmue_Layout 1 09.07.13 16:06 Seite 1

WIRTSCHAFT

Ein sauberes Konzept Wer sich im Bereich der Autopflege und Kleinschadenreparatur selbstständig machen will, kann ab sofort auf einen erfahrenen Partner vertrauen: Auto Magic arbeitet an einem bundesweiten Franchisenetz. Von Philipp Hayder

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n der heimischen Autopflegeszene ist kaum ein Name so bekannt wie Auto Magic: Seit 1987 sorgt das Unternehmen der Familie Wieselthaler für glänzende Karosserien. Zu den Kunden gehören Privatpersonen und Fuhrparks ebenso wie Autohändler, die das Reinigen und Aufbereiten von Kundenfahrzeugen oder eingetauschten Gebrauchtwagen an einen externen Dienstleister vergeben.

Umfangreiche Leistungen „Bereits seit 2007 haben wir an einem Franchisekonzept gearbeitet“, berichtet Firmeneigentümer Mag. Oliver Wieselthaler. Nunmehr liegt unter anderem ein detailliertes „Online-Handbuch“ vor, das den Partnerbetrieben alle Aspekte des Geschäftsalltags erläutert. Hinzu kommen Marketingunterlagen, der Zugang zu technischen und kaufmännischen Schulungen sowie beste Kontakte zu Steuerberatern und anderen Dienstleistern. „Auf Wunsch stellen wir unseren Franchisenehmern sogar mehrsprachige Mitarbeiterunterweisungen zur Verfügung“, plaudert Geschäftsführer Christian Soher aus der Praxis. Doch wer kommt überhaupt als Partner infrage?

Mag. Oliver Wieselthaler (l.) und Christian Soher sind auf der Suche nach Franchisepartnern

ihre Mitarbeiter können sich somit voll auf die Großkundenbetreuung sowie den weiteren Netzausbau konzentrieren. Dieser soll übrigens recht flott vonstatten gehen: Bereits „kurz- bis mittelfristig“ will Auto Magic in jeder Landeshauptstadt mit einem Franchisepartner vertreten sein. •

„Break-even in 24 Monaten“ „Wichtig ist vor allem ein entsprechender unternehmerischer Geist“, sagen Wieselthaler und Soher. Branchenerfahrung sei wünschenswert, aber keine unbedingte Voraussetzung. Der Umfang der angebotenen Dienstleistungen könne individuell abgestimmt werden, denkbar seien sowohl reine Autoaufbereitungsstandorte als auch Kombinationen mit Smartrepair und Waschstraßen. Wirtschaftlich sinnvoll ist die Tätigkeit laut Wieselthaler und Soher ab einem Einzugsgebiet von rund 3.000 Haushalten: „Wir gehen davon aus, dass unsere Franchisepartner innerhalb von 24 Monaten den Break-even erreichen.“

Rascher Netzausbau Aktuell gibt es 2 von Franchisenehmern geführte Autopflegezentren: Zum einen wird die ehemalige Grazer Filiale seit 2012 selbstständig geführt, zum anderen wurde soeben das Vor-Ort-Geschäft im Stammbetrieb Wien-Oberlaa (Himberger Straße) an einen Partner übergeben. Wieselthaler, Soher und

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Deutschland meist einmalig zwischen 60 und 80 Euro. Letztlich macht trotz karger Provisionen die Masse der Besucher die Plattform für ihre Betreiber zum Geschäft. In Deutschland wurden 2012 bereits mehr als 1 Million Kfz-Polizzen über das Internet verkauft – wobei sich „Check24“ mit 620.000 Abschlüssen vor Transparo, ino24 oder Verivox den Löwenanteil sichern konnte.

Vergleiche seit 1977

Internet als Provisionskiller Beim Autoverkauf ist kaum etwas zu verdienen. Dafür beschert dem Händler der Abschluss einer Kfz-Versicherung ein kleines finanzielles Trostpflaster. Das könnte sich in Zukunft durch das Internet drastisch ändern. In England werden bereits 50 Prozent aller Kfz-Polizzen online abgeschlossen. Österreich hinkt da etwas nach, doch Tarifvergleiche werden auch bei uns immer populärer. Von Dr. Friedrich Knöbl

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on den 50 Prozent der englischen Internetabschlüsse makeln zwei Drittel diverse Vergleichsportale, ein Drittel ziehen die Versicherungen per Internet selbst an Land. Schon bisher war Google mit „google compare“ der Marktführer. Schließlich kennt kein Versicherer seine Kunden so gut wie Google seine Nutzer. Das Internet wurde damit zum Schrecken der etablierten Versicherungen – an dem doch keine vorbei kommt. Vor allem, da der Internetverkauf rasante Zuwachsraten verzeichnet. Denn den Konsumenten ist es zu mühsam, selbst verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen. Deshalb haben Internetportale diese Aufgabe übernommen. Der Kunde gibt die erforderlichen Daten ein, das Portal errechnet den günstigsten Preis. Der Plattformbesucher klickt auf Kauf und der Versicherer zahlt dem Portal eine Provision, laut dem Versicherungsexperten Herbert Fromme in

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Die Münchner werben damit, im Herbst 2012 bei einem Vergleichstest des unabhängigen Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) unter zehn Vergleichsportalen als Sieger hervorgegangen zu sein. Alternativ können Interessenten auch auf ein Versicherungsportal zugreifen, wie etwa „da-direkt.de“ von der Zurich Insurance Group oder „cosmosdirekt.de“ – wobei die Cosmos Lebensversicherungs AG mit dem „besten Preis-Leistungs-Verhältnis in der Sparte Kfz“ wirbt. In Österreich rühmt sich Franz Schättle, als Versicherungsmakler 1977 die ersten computerbasierten Versicherungsvergleiche angeboten zu haben. Trotz EDV und Internet schwört Schättle-Geschäftsführer Franz Oberdorfer weiterhin auf das traditionelle Maklerservice. Auch vor einem durch das Internet angefachten Prämienpreiskampf hat er keine Angst. „Es gibt für Makler ja unterschiedliche Prämien, abhängig von der jeweiligen Versicherung und dem dort platzierten Volumen“, kann er teilweise damit auch die Prämien auf den Vergleichsplattformen unterbieten.

3,2 Millionen Tarifvergleiche errechnet Der Österreich-Leader ist die YOUSURE Tarifvergleich GmbH. Die hat laut Geschäftsführer Mag. Reinhold Baudisch mit dem Vergleichsportal „durchblicker.at“ 2012 den Autofahrern 3,2 Millionen Tarifvergleiche errechnet. „Da besuchen uns auch viele Makler, die uns nutzen ohne abzuschließen.“ Er und sein Partner Dr. Michael Doberer erwarten 2013 fast doppelt so viele Anfragen – wobei sie die Zahl der daraus resultierenden Abschlüsse nicht veröffentlichen. „Wir bieten den kostenlosen, anonymen Vergleich und bekommen von den Versicherungen pro Abschluss bezahlt. Grundsätzlich wollen wir alle Versicherungen auf unserer Plattform haben.“ Derzeit vergleicht das Team von Baudisch die Tarife von 25 Versicherungen für das Kfz-Geschäft. Allerdings nicht die Allianz Versicherung: Die hat

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Anfang Juni alle Portalbetreiber per Mail aufgefordert, ihre Produkte aus den Vergleichsplattformen zu entfernen. Diesem Wunsch ist auch Ivo Radulovski nachgekommen, der mit „versichern24.at“ seit 2007 aktiv ist. „Wir waren da unter den Ersten“, hatte damals nur der internationale Broker GrECo eine vergleichbare Tarif-Plattform in Betrieb. Ein Maklerbüro mit 750 Mitarbeitern, das sich zwischenzeitig aus dem Kfz-Bereich wieder zurückgezogen hat.

lovski. Auch bei den großen Versicherungen setzt sich langsam das Online-Denken durch. „Die Vertrautheit der Konsumenten mit dem Internet steigt – und damit auch die Abschlussquoten“, verweist er auf „zurich-connect.at“ oder „allianz24.at“, mit denen die Versicherungen unter dem Motto „bares Geld sparen“ selbst den Online Abschluss propagieren und damit ihren eigenen Vertriebsapparat unterlaufen.

Versicherungen haben nichts zu verschenken

Außendienstmitarbeiter mit hohen Kosten Radulovskis Stärke ist, sein Programm auch für Nischenprodukte wie Anhänger, Motorräder oder Traktoren adaptiert zu haben. „Geld bekomme ich nur, wenn ich mit Preisvergleichen vermittle. Für die Leistung allein zahlt mir keiner was.“ Er sieht sich als klassisch unabhängiger Makler, der bloß das Internet zur Reduktion der Vertriebskosten nutzt. Jene Kosten, die vor allem den bereits etablierten Versicherungen mit ihren tausenden Außendienstlern Kopfzerbrechen bereiten. Dazu zählen auch all die Autohäuser, die als Agenten mit dem Verkauf von Haftpflicht- und Kaskopolizzen oft an eine Versicherung gebunden sind und daher keinen Preisvergleich unterschiedlicher Anbieter vornehmen können. „Das Geschäft mit den Versicherungen wird in den Autohäusern sicher weniger werden“, schätzt Radu-

Franz Oberdorfer, Geschäftsführer von Schättle

Oberdorfer sieht diese Entwicklung nicht so tragisch. „Diese Kunden konnten wir schon jetzt nicht erreichen“, gibt es aus seiner Erfahrung Käufer, die auf ein Service keinen besonderen Wert legen und dafür auch keinen Euro „verschenken“ wollen. Bei den in Deutschland üblichen Abschlussprämien von 80 Euro ist ein persönlicher Service tatsächlich auch nicht drinnen. Versicherungen haben nichts zu verschenken. Geschenke gibt es nur beim Neuwagenkauf. Etwa, wenn Händler und Importeure ihren Kunden eine Kasko für das erste Jahr gratis anbieten. Allerdings mit der Vorschrift, Service und Reparatur nur in einer Vertragswerkstätte durchzuführen. Da geht es dann um die Kundenbindung. Und um die Hoffnung, in den kommenden Jahren mit den Erträgen aus dem Werkstättengeschäft unter dem Strich Verluste aus dem Autoverkauf doch noch auszugleichen. •


s 48 ferodo **dscGKU okmue _Layout 1 08.07.13 14:16 Seite 2

WIRTSCHAFT

Ungebremste Entwicklung In der italienischen Stadt Mondovi im Piemont entwickelt und produziert Ferodo, Tochterunternehmen des amerikanischen Zulieferers Federal Mogul, hochwertige Bremsbeläge für die Erstausrüstung und den Aftermarket.

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as 1897 in England gegründete Unternehmen galt bereits kurz danach als Anlaufstelle für Produkte rund um die Bremstechnik, anfangs für Pferdekutschen, später auch für die ersten Automobile. Neben der Erstausrüstung – so haben beispielsweise der VW-Konzern, die Daimler AG und Mini seit vielen Jahren Ferodo als offiziellen Erstausrüster für ihre Fahrzeuge gewählt – deckt Ferodo mit der Produktpalette auch 99 Prozent für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge mit Bremsbelägen und Bremsscheiben für den Aftermarket ab. Sämtliches Knowhow aus der Erstausrüstung fließt so auch in die Produkte für den Aftermarket ein.

rer Schwerpunkt in der Entwicklung liegt in der Eliminierung von Bremsgeräuschen. „Auch hier hat Ferodo in Tests bewiesen, dass wir Bremsgeräusche weitgehend minimieren konnten. Kein Werkstättenbetreiber will, dass der Kunde mit neuen Bremsbelägen zurück in die Werkstatt kommt, nur weil die Bremsen quietschen. Zu den wohl wichtigsten Parametern zählen die Standfestigkeit und Wirksamkeit der Bremse, die Ferodo im Rahmen von kürzlich mit einem Ford C-Max auf der britischen Mira-Teststrecke durchgeführten Tests unter Beweis stellte (bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h und bei 80 km/h). Bei beiden Tests unterbot Ferodo wesentlich den Bremsweg der Wettbewerber. Bei 160 km/h benötigte das Wettbewerbsprodukt mit der besten Leistung 4 Meter mehr als das mit Ferodo ausgestattete, der schlechteste Wettbewerber um 22 Meter mehr, auch bei 80 km/h verlängerte sich der Bremsweg mit Produkten der Mitbewerber um 2 bis 4 Meter.

Haltbarkeit, Bremsweg und Geräusche im Fokus Mehr als 200 Ingenieure sind weltweit in der Forschung und Entwicklung tätig, auch im Ferodo-Werk Mondovi, wo unter anderem eine Rennabteilung auch Spezialbeläge für den Motorsport entwickelt. Besonderer Wert wird auf die Haltbarkeit der Bremsscheiben gelegt. Die gesamten Bremsbeläge haben spezielle Materialmischungen, so dass für jede Anwendung eine individuelle Lösung zur Verfügung gestellt werden kann. In Tests stellte sich heraus, dass FerodoBremsbeläge im Vergleich mit dem zweitbesten Anbieter 10 Prozent länger halten. Die Bremsbeläge schonen auch die Bremsscheiben. Sie sorgen dafür, dass die Bremsscheibe im Vergleich mit dem zweitbesten Anbieter 20 Prozent länger hält. „Natürlich merken das die Kunden, die aus diesem Grund auch ihren Werkstätten treu bleiben“, sagt Ralph-Peter Glänzer, Federal Mogul Regional Marketing Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ein weite-

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Ferodo-Roadshow im September in Österreich Das Management von Federal Mogul, angeführt von Oliver Legrand (3. v. r.), Federal Mogul Vice President Aftermarket Europe bei der Werksbesichtigung in Mondovi

„In Österreich führen Trost, die Gesellschafter der ATP, WM und Derendinger unsere Marke. Wir werden weiter aktiv unsere Händler mit neuesten Informationen unterstützen und in Abstimmung mit der Distribution die Werkstätten vor Ort informieren“, so Glänzer. Auf dem Programm steht auch die Roadshow, die im kommenden September starten soll. „Wir werden direkt Werkstätten besuchen und über Ferodo informieren – dies ist ausdrücklich keine Verkaufsveranstaltung, sondern wir wollen dort nur unsere Kompetenz und die neuesten technischen Entwicklungen aufzeigen.“ • (DSC)

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s 49 öamtc marchtrenk ***JON okmue_Layout 1 08.07.13 14:15 Seite 1

WIRTSCHAFT

Die mobile Zukunft? In Marchtrenk veranstaltete der ÖAMTC den „Schauplatz alternative Antriebe“: Die zahlreichen Gratis-Testfahrten aus den Bereichen Elektro, Gas, Hybrid, vom Fahrrad bis zum Lkw, waren ausgebucht.

Dr. Max Lang (ÖAMTC), Mag. Carina Gisbrecht (Kommunikationsexpertin), Dipl.-Ing. Heimo Aichmaier (Austrian Mobile Power)

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s fiel auf, dass die alternativ betriebenen Fahrzeuge wesentlich leiser waren als die auf der Westbahnstrecke vorbeidonnernden Personen- und Güterzüge. Einen Tag lang hatte das Publikum Anfang Juni die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit Experten über Produktpräsentation bis hin zu Demonstrationen und kostenlosen Testfahrten. Umwelt und Klimaschutz hatten Vorrang, die Zukunft will man in den Griff bekommen, was auch das Land Oberösterreich deutlich unterstrich. Mit den Landesräten Michael Strugl (Wirtschaft & Sport), Reinhold Entholzer (Verkehr) und Rudolf Anschober (Umwelt) besuchten gleich drei führende Vertreter der Regierung die Veranstaltung und zeigten sich vom riesigen Angebot begeistert.

Elektrofahrrad boomt, das E-Auto aber (noch) nicht Eine Erkenntnis: „Schauplatz Alternative Antriebe“ sollte als Messe jährlich in den Kalender kommen:

Landesrat Michael Strugl im Sattel eines Bike-Prototypen von Lohner (ganz rechts), Vizepräsident Karl Pramendorfer und Präsident Martin Helml (ÖAMTC OÖ, oben), Landesrat Rudi Anschober (r.)

Beim ÖAMTC, wo diese Themen breiten Raum einnehmen, diskutiert man darüber. Eine andere, quasi als Zwischenbilanz: Das E-Rad boomt, das E-Auto (noch) nicht! • (RIE)

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s 50 ATP **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:19 Seite 2

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Ein Marathon bei bester Stimmung So viele Industrievertreter wie noch nie kamen zur diesjährigen ATP-Lieferantentagung. Auch der Zeitrahmen war rekordverdächtig: Über 18 Stunden lang wurde analysiert, diskutiert und verhandelt.

Roland Dworak (l.) und Erwin Leitner gratulierten Herbert Weidenthaler (Sonax) zum Sieg bei der diesjährigen Lieferantenwahl Den zweiten Platz belegte Osram, vertreten durch Reinhard Pauer (l.); ebenfalls am Stockerl landete Mahle (Knecht Filter) mit dem Vertriebsteam rund um Hans-Ulrich Melchert, Ingo Hinrichs und Niko Johannidis (v. r.)

Von Philipp Hayder

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enn Vorstand Erwin Leitner mit der Glocke läutet, wissen die ATP-Lieferanten: Ihre Gesprächszeit ist abgelaufen. Die nächsten 30 Minuten gelten einem anderen Mitglied der Genossenschaft, bis schließlich alle Teilehändler mit allen Industrievertretern die Planung für das kommende Geschäftsjahr abgeschlossen haben. Dieses genial einfache Prinzip steht im Mittelpunkt der Lieferantentagung, die Mitte Juni bereits zum zehnten Mal stattfand. Neben den 22 ATP-Mitgliedern fanden sich Manager von 37 Teile-, Schmierstoff- und Zubehörherstellern im niederösterreichischen Ort Neuhofen ein. Diese geballte Branchenprominenz unterstrich den hohen Stellenwert von ATP.

anderem eine neuerliche Erweiterung des Gemeinschaftslagers. In den kommenden Monaten soll dessen Fläche von 2.000 auf 2.400 Quadratmeter erweitert werden, kündigte Leitner an: „Einschließlich Kaltlager und Freifläche werden somit insgesamt 3.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.“

Kontinuierliche Entwicklung

Gemeinsame Stärke

26 Jahre nach ihrer GrünDie Grundidee einer Genossenschaft dung gilt die Genossenist angesichts der enger werdenden schaft als stabile Größe am wirtschaftlichen Spielräume besonders heimischen Teilemarkt. aktuell, sind Leitner und seine MitstreiTrotz der fortschreitenden ter überzeugt: „Ab einem jährlichen Konzentrationsprozesse Einkaufsvolumen von 80.000 bis und der Konkurrenz durch 100.000 Euro sind die finanziellen VorBeinahe eine große Familie: Von der „Jungen ATP“ gab es ein Dankeneue Kooperationsmodelle teile für jedes Mitglied unübersehbar.“ schön für die Unterstützung durch Mahle (l.), der ATP-Vorstand verabzeigt die Entwicklung beDie Industrie trägt dem gebündelten schiedete Hans-Ulrich Melchert herzlich in den Ruhestand ständig nach oben: So Einkaufsvolumen mit besonders attrakkonnte im Vorjahr der Umsatz, der über das Amstettner tiven Konditionen und Dienstleistungen Rechnung. Zentrallager abgewickelte wurde, um 11 Prozent verbesJene 3 Hersteller, die sich in der Gunst der Händler sert werden. Der gemeinsame Außenumsatz stieg sogar besonders hervortun, werden alljährlich als „Lieferanum 16 Prozent. ten des Jahres“ ausgezeichnet: Heuer ging dieser Preis Das wachsende Geschäftsvolumen erfordert unter an Sonax, gefolgt von Osram und Mahle. •

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Logistik & Service

2012

Reklamationsmanagement

Schulungsangebot

Produktqualit채t

www.atp.at

Lieferf채higkeit des Jahres

Lieferanten

Liefergeschwindigkeit


s 52 bosch ***okhay_Layout 1 08.07.13 14:20 Seite 2

WIRTSCHAFT

Die Zukunft ist bereits jetzt Vor Kurzem ging in Boxberg das 61. internationale Motorpressekolloquium von Bosch über die Bühne, bei dem vor allem Produkte präsentiert wurden, die künftig in den Fahrzeugen zum Einsatz kommen sollen, beziehungsweise treibstoffsparende Innovationen.

Otto- und Diesel-Antriebsstrange so effizient, dass sie die CO2-Grenzwerte fur 2020 auch ohne Elektrifizierung unterschreiten konnen. In der Kompakt-Klasse wird nur der Dieselmotor das CO2-Ziel ohne Elektrifizierung unterschreiten. Der Benziner kommt dem Ziel nur mit einer kostengunstigen Hybridisierung nahe. Bei großen Fahrzeugen wird das CO2-Ziel auch mit allen Optimierungsmaßnahmen bei den Verbrennungsmotoren nicht erreicht. Hier sind leistungsstarke Hybridsysteme gefordert. In Summe gesehen, je großer das Fahrzeug, desto mehr Elektrifizierung wird es beim zukunftigen Antrieb geben. Dr. Markus Heyn, Vorsitzender des Bereichsvorstands Diesel Systems der Robert Bosch GmbH: „Bei Kleinwagen halte ich innermotorische Maßnahmen für ausreichend. Für Antriebe in der Mittelklasse arbeiten wir ebenfalls an einer ähnlichen Technik.“ In der Mittel- bis zur Oberklasse muss laut Heyn mehr aufgeboten werden, beispielsweise Plug-in-HybridSysteme: „Neben der Elektrifizierung des Antriebsstrangs sehen wir – über alle Fahrzeugklassen hinweg – Einsatzmöglichkeiten für sparsame Erdgasantriebe.“ Auch Dr.-Ing. Bernd Bohr, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, sieht den Antrieb der Zukunft effizient und zunehmend elektrisch: „2020 erwarten wir weltweit 110 Millionen Neufahrzeuge, darunter bereits 12 Millionen mit elektrifiziertem Antrieb.“

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ie Palette reicht dabei von Hydraulik-Hybrid bis zum vernetzten Fahren. Als Beispiele sollen hier einige Beispiele genannt werden. Die elektrisch betätigte Kupplung (eClutch) schaltet in den Leerlauf, wenn der Fahrer kein Gas gibt. Der Verbrauch soll um gut 5 Prozent vermindert werden. Ein innovativer Bremskraftverstärker (iBooster), der die Anforderungen von elektrischen Antrieben und Fahrerassistenzsystemen erfüllt, arbeitet elektromechanisch und benötigt keinen Unterdruck vom Motor. Er ermöglicht eine hohe Rekuperation und vergrößert die elektrische Reichweite – Boost Recuperation System: Einstiegshybrid für die Mittelklasse, bildet mit seiner höheren Spannungslage auch den Grundstein für die neuen 48-V-Bordnetze. Die Kraftstoffersparnis beträgt bis zu 7 Prozent. Der neuartige Antrieb, Hydraulik-Hybrid, kann Verzögerungsenergie in einem Druckbehälter speichern und mit einem Hydraulik-

Wachstum im Fokus

motor wieder in Vortrieb umwandeln. Der Verbrauch sinkt im Schnitt um 30 Prozent.

Haben Verbrennungsmotoren Zukunft? Ob Kunden in Zukunft ein Auto mit Verbrennungsmotor oder zusätzlich elektrifiziertem Antrieb fahren, hängt stark von der Bauart des Wagens ab. In der Subkompakt-Klasse werden die konventionellen

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Dr.-Ing. Bernd Bohr erwartet heuer ein Wachstum im operativen Geschäft

Die Robert Bosch GmbH verzeichnete im Bereich Kraftfahrzeugtechnik 2012 einen Umsatz von etwa 31 Milliarden Euro. Bohr erwartet heuer im operativen Geschäft 3 bis 5 Prozent Wachstum: „Nach verhaltenem Start nimmt dieser Bereich im laufenden Jahr wieder Fahrt auf. Dazu tragen vor allem die Internationalität und Innovationskraft bei.“ Ein Großteil des internationalen Geschäfts fällt dabei auf China und Indien. Bohr: „In der weltweiten Automobilproduktion hat sich der Anteil in diesen Ländern mehr als verdreifacht, nämlich von 8 auf 28 Prozent. Der BoschUmsatz hat sich von 900 Millionen Euro auf 7,4 Milliarden Euro mehr als versiebenfacht.“ • (DKH)

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s 53 werbas ***okhay_Layout 1 08.07.13 14:18 Seite 1

WIRTSCHAFT

Große Ziele am großen See Werbas hat in Österreich viel vor: Gerald Beirer, dessen Firma seit wenigen Monaten als Generalvertreter agiert, will die Präsenz am heimischen Markt massiv ausbauen.

Gerald Beirer, Geschäftsführer Vertrieb der RB Power GmbH, vertritt Werbas in Österreich

I

n den vergangenen Monaten sei es vor allem darum gegangen, den Support für die Bestandskunden von Werbas in Österreich aufrecht zu erhalten und auszubauen, meint Gerald Beirer: Doch nun wolle er daran gehen, für das deutsche Werkstatt- und DealerManagement-System (DMS) neue Kunden zu gewinnen. Derzeit stammt etwa die Hälfte jener 130 Kunden, die Beirer mit seinem Team betreut, von Opel. Die zweite Hälfte sind Markenbetriebe ebenso wie „Freie“.

Als einen der Gründe für seinen Optimismus nannte Beirer bei der traditionellen Veranstaltung am Bodensee die große Zahl an Schnittstellen, nämlich 250, zu allen Teilekatalogen und Schadenskalkulationen: „Man kann sich also aus Werbas heraus mit allem verbinden, um seinen Werkstattbetrieb aufrecht zu erhalten.“ So sei auch der Nutzfahrzeugbereich (mit Ausnahme von Scania und Volvo) komplett abgedeckt. Auch die Garantieeinreichungen ans Werk könnten über das Werbas-System erfolgen.

„Schraubenschlüssel wichtiger als DMS-System“

Den Medienvertretern wurden zahlreiche Neuheiten präsentiert

In den kommenden Monaten will Beirer die Zahl der Werbas-Kunden auf rund 160 steigern: „Wir sind aus diesem Grund eine Kooperation mit Birner eingegangen.“ Potenzial gebe es genug, so Beirer: „Ich kenne noch immer Firmen, die ihre Kundendaten nur in der EDV haben und für die ein neuer Schraubenschlüssel viel spannender ist als das System, mit dem sie täglich Rechnungen schreiben und Zeiten abrechnen.“ Das Startup-Paket von Werbas gibt es bereits ab 249 Euro. • (MUE)


s 54 garanta **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:47 Seite 2

WIRTSCHAFT

Aktuelle

Serie:

ern Versich w ie fi! ein Pro

Zum Wohl der Kunden

Im Totalschadenfall erlebt so mancher Autofahrer eine unangenehme Überraschung. Das Autohaus Robinson will seinen Kunden diese Erfahrung ersparen: Daher kooperiert man mit der Garanta.

Hans-Günther Löckinger (l.) und Paul Schweighofer sorgen gemeinsam für zufriedene Autofahrer

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ass ein nagelneuer Flitzer binnen weniger Monate zum Totalschaden wird, erscheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Wenn man aber bedenkt, dass viele Versicherungen schon dann von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“ sprechen, wenn die Reparaturkosten zuzüglich des Zeitwertes 60 Prozent des Wiederbeschaffungswertes übersteigen, ändert sich das Bild – zumal die Preise für havarierte Fahrzeuge durch die Versteigerung in Wrackbörsen in die Höhe getrieben werden. „Vielen Autofahrern wird das erst nach einem Unfall bewusst. Dann hat oft der Autohändler den ‚schwarzen Peter‘“, weiß Paul Schweighofer, Geschäftsführer des renommierten Grazer Autohauses Robinson. Der Mazda- und Kia-Händler baut vor, indem er seine Kunden schon im Verkaufsgespräch über wichtige Versicherungsdetails informiert. Zudem weisen die

Ein anderer Weg

Kurt Molterer, Hauptbevollmächtigter der Garanta

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Durch die in der Versicherungsbranche übliche Totalschadenpraxis entgehen den Autohäusern und Werkstätten beträchtliche Erträge. Außerdem müssen sie sich mit unzufriedenen Kunden auseinandersetzen, denn die Auswirkungen der „Totalschadenklauseln“ sind den meisten Konsumenten nicht bewusst. Als Branchenversicherer gehen wir bewusst einen anderen Weg und runden unsere Leistungen zudem um attraktive Spezialversicherungen für Kfz-Betriebe ab – von der Betriebshaftpflicht bis zum Importeursrechtsschutz!

Mitarbeiter darauf hin, dass sie den Autofahrern die Angst vor einem Totalschaden nehmen können – und zwar mit einer Versicherung der Garanta.

Entscheidende Alleinstellungsmerkmale Als Branchenversicherer unterscheidet sich die Garanta deutlich von anderen Versicherungsgesellschaften: „Wir sind die einzige Versicherung, die allen Kaskokunden Reparaturen bis zu 100 Prozent des Wiederbeschaffungswertes ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Hans-Günther Löckinger. Auf Wrackbörsen wird ebenso verzichtet wie auf Ablösezahlungen, die Schätzung der Reparaturkosten wird ausschließlich von gerichtlich beeideten Sachverständigen vorgenommen. Im Autohaus Robinson weiß man diese Alleinstellungsmerkmale zu schätzen. Schließlich gehen sie mit handfesten wirtschaftlichen Vorteilen einher: „Wir profitieren von höherem Reparaturaufkommen und besserer Werkstattauslastung“, berichtet Schweighofer. Dass sich die Garanta ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughandel konzentriere, habe sich in der mittlerweile ein Jahrzehnt währenden Kooperation ebenfalls als vorteilhaft erwiesen: „Das vermeidet einerseits Konkurrenzsituationen und sorgt andererseits für eine sehr intensive Betreuung.“

„Der beste Partner“ Das Ziel von Schweighofer und Autohauseigentümer Heinz Robinson ist es nunmehr, die Versicherungspenetration auf ein Drittel aller Fahrzeugverkäufe zu erhöhen. Die beiden Firmenchefs sind zuversichtlich, dass ihnen dies gelingen wird: „Die Garanta ist schließlich nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden der beste Partner.“ • (HAY)

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s 55 fahrtechnikzenrum ***okhay_Layout 1 08.07.13 14:18 Seite 1

WIRTSCHAFT

Zweischneidiges Schwert Vor genau zehn Jahren hielten in Österreich flächendeckend Fahrtechnikzentren Einzug. Grund war die damalige Einführung des verpflichtenden Fahrtechniktrainings im Rahmen der Führerscheinausbildung.

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n diesem Jahrzehnt machten sich die Fahrtechnikzentren nicht nur Freunde, so bei unserem Lokalaugenschein am ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum in Melk. An diesem Morgen herrscht schon reger Betrieb, doch man blickt nicht nur in freudige Gesichter. Denn rund 200 Euro sind derzeit von den Führerscheinneulingen für deren Training zu bezahlen. „Die 194,60 Euro sind eine Belastung für mich, da ich meinen Führerschein selbst zahlen muss“, erklärt Jürgen Schmid. Viele Altersgenossen sehen die Dinge ähnlich. Auch manche Anrainer fühlen sich seit dem Bau des Zentrums belästigt. „Man sitzt im Garten und hört ständig das Dröhnen der Motoren“, erzählt Martin Reisinger aus der Umgebung des Wachaurings.

Auch für Rückgang der Verkehrsunfälle verantwortlich Etwas anders sieht der Bürgermeister der Stadt Melk Thomas Widrich die Dinge. „Der ÖAMTC erfüllt beim Betrieb strenge Auflagen, auch eine Lärmgrenze von 83 Dezibel.“ Hans Danzinger, Leiter des Zentrums, zeigt auch wirtschaftliche Zahlen auf: „Im Vorjahr hatten wir knapp 1.000 Personen zu Gast, die auch in der Umgebung nächtigten.“ Weiters sieht Danzinger mit den zehn Angestellten den Wachauring als wichtigen Arbeitgeber. „Wir sind auch für die Abnahme der Unfallzahlen mit verantwortlich“, sagt er und spricht damit den Rückgang der Verkehrsunfälle von 43.000 (2003) auf knapp 35.000 (2012) an. • (MKR)

Auch Instruktoren benötigen eine stete Weiterbildung

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s 56 istobal ***okhay_Layout 1 08.07.13 13:56 Seite 2

WIRTSCHAFT

Marke!“, sagt Roland Egger. Die Marke Seat biete derzeit genug Potenzial. Der Neubau, dessen Farbe und Details schon dem neuen Erscheinungsbild von Seat entsprechen sollten, habe ein gute Dynamik gebracht. „Wir sind eine Art Automobil-Nahversorger.“ Man müsse viel Energie reinstecken, um solche Ergebnisse zu erzielen und „der Region zu zeigen, was da möglich ist“, sagt Marianne Egger.

Istobal M’Start löst die händische Autowäsche ab Torsten Hellmig, Roland Egger und Siegfried Ecker (v. l.)

Steigern mit Seat In Wartberg an der Krems, an einem Punkt mit wunderbarer Aussicht, hat die Familie Egger ihr Statement, „dass es sich lohnt, hier zu bleiben und hier zu arbeiten“, errichtet. Von Dr. Nikolaus Engel

D

er alte Betrieb beim Stammhaus, in dem Max Egger, heute Chef beim Skoda-Importeur Intercar in Salzburg, 1985 mit Seat und Suzuki begonnen und Roland Egger 1989 als Seat-Exklusivbetrieb fortgesetzt hatte, platzte zum Schluss aus allen Nähten: „Wir wollten beim alten Betrieb ursprünglich dazubauen, bevor wir das neue Grundstück gekauft und erschlossen haben.“ Viel Zeit sei mit dem „Schlichten“ der Autos aufgegangen – „trotzdem war stets zu wenig Parkplatz!“, resümiert Marianne Egger.

Marianne und Roland Egger brauchen derzeit keine weitere Marke zu Seat: Sie erreichen auch so SpitzenVerkaufsresultate

Eine logische Wahl für das Autohaus Egger war bei der Investition in eine Waschanlage die M’Start von Istobal, hatte man doch im alten Betrieb alle Kundenautos noch händisch gewaschen. „Im alten Betrieb war eine Waschanlage schon aufgrund der Kanalisation gar nicht möglich“, sagt Egger. Der Bedarf ergab sich aber nicht zuletzt durch die mit den Verkäufen gestiegene Zahl an Autowäschen – unter anderem für Seat-Clubmitglieder, die den Hof des Händlers mit einem blitzsauberen Fahrzeug verlassen wollen.

Ausbaufähige Basis Siegfried Ecker, unter anderem für Oberösterreich zuständiger Außendienstmitarbeiter von Istobal, empfahl die für 200 bis maximal 800 Wäschen pro Monat gedachte M’Start, die offiziell bei der AutoZum 2013 präsentiert und bisher sechzehn Mal in Österreich verkauft wurde, bestätigt Torsten Hellmig, der bei Istobal in Österreich den Vertrieb leitet. „Die M’Start eignet sich für auch niedrig frequentierte Tankstellen, Werkstätten und Privatbetriebe und ist bis auf einige Details aufrüstbar wie die M’22, auch mit diversen Zahlungssystemen wie Code, Transponder, Chipkarten oder Multifunktionsterminal. Zusätzliche Möglichkeiten, die Maschine optisch aufzuwerten, bieten LED-Leuchtanzeigen sowie die – anstatt der Standardverkleidung („Plain“) für Front- wie Heckbereich der Maschine verfügbare „Rocket“-Verkleidung. •

Die Marke Seat hat hier genug Potenzial Die Erfolge des Monomarkenbetriebs können sich sehen lassen: Generell zwischen 13 und 19 Prozent Marktanteil – „meist an zweiter Stelle hinter VW im Bezirk und stets unter den besten 10 Seat-Händlern in Österreich“ – machen deutlich, dass die spanische Marke des VW-Konzerns auch in dem neuen, stilsicher modern gestalteten Betrieb gelebt wird: „Wir haben momentan keinen Bedarf an einer weiteren

Als der alte Betrieb (oben) aus allen Nähten platzte, errichtete Familie Egger auf einem neuerworbenen Grundstück mit 9.000 m2 den neuen, architektonisch ansprechenden Seat-Betrieb.

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s 57 remus-allianz up **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:24 Seite 1

WIRTSCHAFT

Sicherheit für Fußgänger Elektroautos sind leise und daher vor allem in den Städten eine potenzielle Gefahr für Fußgänger. Im Rahmen des Projekts „Sound for Safety“ hat Remus einen Tesla Roadster mit einem „sportlichem“ Sound ausgerüstet.

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ernig und sportlich sei er, sagt Projektmanager Peter Cox – und meint damit jenen Sound, den der von Remus umgebaute Tesla Roadster von sich gibt. Eigentlich ist das ja ein Elektroauto und damit sehr leise: Doch den Technikern von Remus ist es gelungen, einem Prototyp den für Sportwagen typischen Sound einzupflanzen. „Alles andere als ein Warnpiepserl für Fußgänger“, kommentiert Cox: „So werden Emotionen geweckt.“

Darf man den Sound auch abschalten? Mehrere Lautsprecher wurden eingebaut: Einer ist – besonders gefinkelt – als Auspuffmündung getarnt. Damit sich der Sound in alle Richtungen entfaltet, wurden Lautsprecher in die Bodenplatte integriert. So dringen kaum Geräusche in die Fahrgastzelle (außer bei geöffneten Fenstern); der überwiegende Teil dient zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer. Der Sound,

den diese Lautsprecher erzeugen, ändert sich je nach Drehzahl und Gaspedalstellung. „Alles, was der Fahrer macht, spiegelt sich wider“, sagt Cox. Sogar die Lautstärke lässt sich einstellen, sodass der Tesla Roadster zum Beispiel außerhalb bewohnter Gebiete, wo Fußgängern wenig Gefahr droht, leiser unterwegs ist. Wann das Projekt serienreif ist, wird nicht zuletzt von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängen: So wird in den USA, dem stärksten Tesla-Markt, diskutiert, ob man diesen Sound manchmal völlig abschalten darf – etwa nachts und in Wäldern. • (MUE)

Ein Detail im Heck verrät alles: Was aussieht wie ein Auspuff ist in Wahrheit ein Lautsprecher

Sicher auch nach dem Crash Sind Kleinwagen nach einem Unfall noch sicher und welchen Einfluss haben unterschiedliche Aufprallenergien und Reparaturkosten?

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iesen Fragen ging das deutsche Allianz Zentrum für Technik (AZT) am Beispiel eines VW up! nach. Der Kleinwagen wurde mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten (8, 12, 15 und 20 km/h) gegen eine starre Barriere gefahren und nach den Crashtests nach Herstellervorgaben mit Volkswagen-Originalteilen fachgerecht instand gesetzt. Nach den 4 Vorschäden erfolgte mit dem reparierten Fahrzeug bei VW ein High-Speed-Crashtest im Frontbereich nach Euro-NCAP-Bedingung mit 64 km/h. Das Ergebnis wurde mit dem eines Neufahrzeugs verglichen. Es zeigt, dass ein fachgerecht reparierter Kleinwagen auch nach einem Strukturschaden so si-

(V. l.) Heiko Jürgens, Rolf Bergmann, Tobias Jung (Fahrzeugentwicklung Volkswagen), Rüdiger Hackhausen (Allianz) und Dr. Christoph Lauterwasser, (Allianz Zentrum für Technik)

cher und reparaturfreundlich wie ein Neufahrzeug ist. „Um dies sicherzustellen, müssen sich Werkstätten an die Herstellervorgaben halten und Ersatzteile in Qualität der Originalteile verwenden. Die Fahrzeughersteller sind gefordert, geprüfte Reparaturverfahren und Reparaturleitfäden für jedes Modell ab Markteinführung bereitzustellen“, sagt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik. Mit der Aufprallgeschwindigkeit steigen auch die Reparaturkosten: „Moderne City-Notbremssysteme und Notbremsassistenten senken sowohl die Häufigkeit von Auffahrunfällen speziell im Kleinwagensegment“, so Lauterwasser. • (DSC)

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s 58 einstieg gewerbe GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:47 Seite 2

„Daher macht es sich für Werkstätten bezahlt, ihren Kunden nur hochwertigste Produkte anzubieten“,

GEWERBE

analysiert Manfred Guggi auf Seite 65

„Der Fokus liegt auf der Neukundengewinnung, gepaart mit Kompetenz, Transparenz und schneller Abwicklung“, erklärt Sandra Schober auf Seite 71

Umsatzverschlechterung im Reparaturgewerbe Laut aktuellen Daten von KMU Forschung Austria ist der Umsatz der heimischen Kfz-Technikerbetriebe im 1. Quartal 2013 um 5,2 Prozent gesunken. Der Rückgang fiel damit deutlich höher aus als im Durchschnitt aller Gewerbe- und Handwerksbetriebe (-3 Prozent). Im 2. Quartal meldeten 9 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen, 67 Prozent keine Veränderungen und 24 Prozent Einbußen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012. Dies entsprach einer klar schlechteren Beurteilung als in den beiden vorangegangen Jahren.

„Pickerl“-Statistik: 6,6 Prozent durchgefallen Nach der jüngsten Statistik zu den §-57a-Überprüfungen wurden im vergangenen Jahr 2.937.837 Kfz überprüft, wobei Pkws mit 2.288.713 Stück die überwiegende Mehrheit darstellten. Im Pkw-Bereich wurden 356.968 Fahrzeuge ohne Mängel bewertet; 1.758.286 Autos hatten leichte Mängel. Bei 162.390 Pkws konstatierten die Prüfer schwere Mängel, in 11.049 Fällen sogar Gefahr im Verzug. Damit ist das Ergebnis schlechter als 2011: Waren damals 22,5 Prozent aller Kfz ohne Mängel bewertet worden, so waren es im Vorjahr nur 21,3 Prozent.

Nagl mit Ergebnissen der „Pickerl“-Statistik zufrieden „Das ist wieder einmal der Beweis, wie wichtig Überprüfungen für die Verkehrssicherheit sind.“ So kommentierte Komm.-Rat Friedrich Nagl, BIM der KfzTechniker, das Ergebnis der jüngsten Statistik über die §-57a-Überprüfungen. „Allerdings sind diese Ergebnisse auch Anlass, über den 3-2-1-Intervall bei den Überprüfungen nachzudenken“, sagte Nagl und erneuerte die Forderung der KfzTechniker, zum jährlichen Prüfsystem auch für Neuwagen zurückzukehren, weil Vielfahrer in den ersten drei Jahren häufig mehr als 200.000 km abspulen.

Arbeitsgruppe hält Kältemittel für sicher Nach einer aktuellen Analyse der Internationalen Vereinigung der Automobilingenieure (SAE) stellt das neue Klimagas R1234yf eine „viel geringere als viele andere Feuergefahren in einem Fahrzeug“ dar. Die von Daimler & Co. konstatierte Brandgefährlichkeit treffe nicht zu. Die deutschen Autokonzerne halten dennoch an der Ablehnung des eigentlich seit 1. Jänner 2013 in neu typzugelassenen Fahrzeugen verpflichtenden Kältemittels fest. Sie wollen die bisher verwendeten R134a-Klimaanlagen durch Systeme auf CO2-Basis ersetzen.

Sanierungsplan von Teilehändler angenommen Nach der Annahme des Sanierungsplans für die Ing. Kurt Dworzak KG kündigte Ing. Roland Dworak eine „Optimierung der Kostenstruktur im Verhältnis zur Betriebsleistung“ an. Geringfügige Änderungen werde es im 18 Personen umfassenden Mitarbeiterstand geben. Unverändert bleiben dagegen die strategische Ausrichtung sowie die Filialstruktur mit einem Standort in Wien und Wels. Dworak will ferner seine Beteiligung in Höhe von 5 Prozent an der neu formierten Rothmund Handels GmbH weiter halten.

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Dr. Lutz Holzinger

Kleine Ursache, große Wirkung Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass kleine Ursachen oft große Wirkung haben können. Mir ist es jedenfalls passiert, dass im Zuge einer kleineren Kontrolle ein gröberer – allerdings behebbarer – Schaden entdeckt wurde. In dem Sinn ist es zweckmäßig, Kunden, die vor der Urlaubsreise wegen einer Kleinigkeit in die Werkstatt kommen, eine gründliche Diagnose ihres Fahrzeugs anzubieten. Nicht selten stellt sich heraus, dass ein größerer Schaden im Kommen ist, der auf einer langen Reise unvermeidlich zu einer Panne führen würde. Da nichts unangenehmer ist, als überland und möglicherweise noch dazu im Ausland liegen zu bleiben, wäre es kein Wunder, wenn ein derartiges Service sich in langfristiger Kundenbindung niederschlägt.


s 59 papinski **okhay_Layout 1 08.07.13 13:55 Seite 1

GEWERBE

„Nahversorger für Autofahrer“ 8 Jahre lang stand Arthur Clark an der Spitze der Bundesinnung der Karosseriebauer. Mitte Juni erfolgte der Wechsel: Nunmehr vertritt Erik Papinski die Interessen von über 1.300 Mitgliedsbetrieben. Von Philipp Hayder

W

enn in der Öffentlichkeit von der Kfz-Branche die Rede ist, denken viele zuerst an die Autohändler, dann an die Zulieferindustrie einerseits sowie die Werkstätten andererseits und erst spät an die Karosseriebetriebe. Das sei unfair, meint Papinski: „Ein Auto besteht nicht nur aus Technik, auch Blech und Kunststoff haben einen wichtigen Stellenwert.“

Der Salzburger Robert Gerl (l.) wurde zum stellvertretenden Gremialobmann gewählt

Neue Branchenwerbung Dementsprechend zählt eine Imageoffensive zu den ersten Projekten, die der langjährige oberösterreichische Fachvertretungsvorsitzende auf Bundesebene umsetzen will. Ein entsprechendes Konzept wurde von Robert Gerl, dem neben Ferdinand Jandl ebenfalls neu bestellten stellvertretenden Bundesgremialobmann, und seinem Werbearbeitskreis bereits ausgearbeitet. „Lassen Sie nur die Besten an Ihre Karosserie“ lautet der Slogan, der gegenüber früheren Kampagnen leicht abgewandelt wurde. Auch das Werbemotiv hat sich geändert, nachdem die Dame im knappen Minirock für all zu viele Beschwerden aus politisch korrekten Kreisen gesorgt hatte – und das, obwohl das umstrittene Sujet ausschließlich von Frauen entworfen worden war.

Mehr Respekt für die Lehre Papinski möchte sich jedoch nicht nur der Außenwahrnehmung widmen. Auch der Berufsnachwuchs ist ihm ein Anliegen: „Wir müssen von der Einstellung ‚Wer zu dumm für die Schule ist, macht eine Lehre‘ wegkommen.“ Die Kombination von Lehre und Matura sei hilfreich, aber keineswegs das einzige zukunftsorientierte Szenario. Auch ohne höheren Abschluss sei das in Österreich praktizierte duale Lehrsystem international vorbildlich, unterstreicht Papinski, der von aktuell 1.800 Lehrlingen in den heimischen Karosseriebetrieben berichtet.

Kleinräumige Struktur

Erik Papinski (l.) und Arthur Clark berichten von einer in bestem Einvernehmen erfolgten Übergabe

Insgesamt beschäftigt die Karosseriebranche rund 8.000 Personen. Seit 2006 ist die Zahl der Kammermitglieder um 27 Prozent gestiegen, wobei 9 von 10 Firmen ohne Markenvertrag am Reparaturmarkt agieren. Gerade aufgrund ihrer klein- bis mittelständischen Struktur sei die Branche zukunftssicher aufgestellt, ist Papinski überzeugt: „Die Karosseriebauer sind die Nahversorger für die Autofahrer.“

Selbstständig trotz Kammerreform Innerhalb der Wirtschaftskammer will Papinski dieser Bedeutung durch die Wahrung der selbstständigen Standesvertretung Rechnung tragen – die nächste Kammerreform zeichnet sich schließlich bereits ab. Rückendeckung erhält er dabei von seinem Vorgänger Clark, der bereits vor einigen Jahren Fusionspläne mit anderen Innungen abwehren konnte. Auch Schulungen und Seminare wird Clark weiterhin im Auftrag seiner Innungskollegen abhalten. Ansonsten zieht sich der Einundsechzigjährige jedoch weitgehend in den Ruhestand zurück: Sogar den Familienbetrieb in Wien-Donaustadt wird per Jahresende sein Sohn Reinhart Clark übernehmen. •

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s 60 eberl **GKU + contitech **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:46 Seite 2

GEWERBE

Peter Eberl, Leiter des Abschleppdiensts bei Eberl, lobt die Leistungsfähigkeit und den mühelosen, behindertenfreundlichen Einstieg ins Bergefahrzeug

Innovatives Bergefahrzeug Hans Eberl, selbst Abschleppunternehmer und Hersteller von Abschlepp- und Bergefahrzeugen aller Größen, hat ein neuartiges Fahrzeugkonzept mit einem MB Econic Dreiachser realisiert.

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berl Abschlepptechnik in Bergheim bei Salzburg baut Fahrzeuge laut Kundenwunsch mit den Komponenten der Spezialhersteller Boniface und Miller in Europa auf, komplettiert und adaptiert sie für den europäischen Markt. Das Abschlepp- und Bergefahrzeugprogramm reicht von 3,5 bis 60 Tonnen. Ein 75Tonner der Rotator-Serie ist derzeit in Arbeit. Abschleppzubehör hält ProLux-Österreich, eine Sparte von Eberl Abschlepptechnik, bereit.

Sicherheitsvorteil: die Niederflurkabine Das Bergefahrzeug auf Basis eines Mercedes-Benz Econic Dreiachser-Fahrgestells hat Eberl im eigenen Betrieb für seinen Abschleppdienst gebaut. Die Groß-

Quelle präziser Informationen ContiTech baut das Portal mit den Produktinformationen aus: Nun ist auch eine mobile Version verfügbar. Die Zugriffszahlen steigen stetig an.

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is zu 150.000 Mal pro Monat haben Nutzer unter www.contitech.de/pic das Product Information Center (PIC) der ContiTech Power Transmission Group aufgerufen: Die dort angebotenen Informationen über Riemen und Kits sind – ganz einfach über die Artikelbezeichnung – auch mobil in einer für internetfähige Mobiltelefone („Smartphones“) optimierten Version abrufbar. „Im 1. Quartal 2013 haben

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raumkabine des Econic – naturgemäß in der Anschaffung teurer ist als ein konventionelles Fahrerhaus – bietet nicht nur vier zusätzliche Sitzplätze, weshalb in der Regel die Insassen des abgeschleppten Fahrzeugs in der Kabine mitfahren können. Der niedrige Einstieg und die pneumatisch nach innen (nicht in den Verkehr hinein) öffnende Beifahrertür machen Ein- und Aussteigen für Ungeübte mühelos und sicherer.

Zum Transport kleiner Lkws geeignet Das Schiebeplateau ist für 7,5 Tonnen Traglast konzipiert, die Hubbrille nimmt 4 Tonnen Gewicht auf. Die zwei Seilwinden sind für 6 bzw. 4 Tonnen Last ausgelegt. Der Ladekran mit 33 Metertonnen hat 17,5 Meter Ausladung bei 2.600 Kilogramm Hubkraft. • (ENG)

sich die Zugriffszahlen auf den mobilen Onlineservice“, der nun in insgesamt neun Sprachen angeboten wird, mehr als verdoppelt“, sagt Jens Heitkemper vom Marketing Service der ContiTech Power Transmission Group.

Information via QR-Code ins Handy Besonders geschätzt werde die direkte Verlinkung zum PIC per QR-Codes, die sich via Handy von den Produktverpackungen abscannen lassen: Damit sind die spezifischen Produktinformationen abrufbar. Mechaniker bekommen so schnell alle wichtigen Informationen zu genau dem Produkt, das sie gerade in der Hand halten. • (ENG)

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Inhaber Hans Eberl arbeitet derzeit an einem schweren Kaliber, dem 75-Tonner


s 61 förch ** okhay_Layout 1 08.07.13 13:58 Seite 1

Ordnung erleichtert Die Experten von Förch wissen, wie es in Autowerkstätten zugeht – und dass die lange Suche nach einem Werkzeug die schnelle Fertigstellung eines Arbeitsgangs gefährdet. Deshalb bietet das Unternehmen eine ganze Reihe praktischer Helfer.

W

er je den passenden Schraubendreher gesucht (und damit wertvolle Zeit verloren) hat, weiß Ordnung zu schätzen. Das gilt auch für Kfz-Werkstätten, wo das Werkzeug stets an seinem Platz sein sollte. Damit es keine Ausreden über verlegte Utensilien gibt, hat Förch den Werkzeugwagen Förch 5* im Programm: Er ist mit 250 Teilen gefüllt: Von Steckschlüsseln über (flexible) Schraubendreher und Winkelschlüssel bis zu Ring- und Gabelschlüsseln ist alles dabei, was das Herz des Mechanikers höher schlagen lässt. Aber auch Hammer, Meißel, Durchschläge und diverse Zangen sind im Lieferumfang des Werkzeugwagens Förch 5* enthalten.

Genügend Platz für alle demontierten Teile

Der Werkstatt organisator Profi (oben) erleichtert ebenso die Arbeit wie der gut gefüllte Werkzeugwagen (rechts bzw. großes Bild ganz oben)

Ebenso wichtig ist die Antwort auf die Frage, wo man (beim oft beengten Platz) in einer Werkstatt die demontierten Teile eines Fahrzeugs lagern soll. Abhilfe schafft hier der Werkstattorganisator Profi, der für Karosseriebetriebe und Motorradwerkstätten geeignet ist. Durch die hochwertigen, lenkbaren Rollen kann der Wagen schnell und einfach verschoben werden. Zwei schwenkbare Arme bieten die Möglichkeit, auch größere Teile (wie zum Beispiel Türen) aufzunehmen. • (MUE)

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s 62 liqui reinz denso**okhay_Layout 1 08.07.13 14:15 Seite 2

GEWERBE

Filter reinigen statt tauschen

legen. Hier hat Liqui Moly einen Dieselpartikelfilter-Reiniger und eine Spülung auf den Markt gebracht. Es muss nur der Drucksensor entfernt werden, ehe die Sonde eingeführt und die Reinigungsflüssigkeit direkt in den Filter gesprüht wird. Durch die Wirkstoffe wird der verkrustete Ruß gelöst und mit der Spülung entfernt. Inklusive der Einwirkzeit ist diese Prozedur in höchstens einer halben Stunde erledigt – allerdings sollte das Auto dann einige Zeit mit erhöhter Drehzahl gefahren werden, um den Reinigungszyklus zu aktivieren. Mit dieser Anwendung können Werkstätten auch relativ einfach zusätzliches Geschäft machen. • (MUE)

Als kostengünstige Alternative zum Austausch eines verstopften Dieselpartikelfilters bietet Liqui Moly einen Reiniger und eine Spülung an.

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s ist ein leidiges Problem bei jenen Autofahrern, die mit ihrem Dieselfahrzeug vor allem in der Stadt unterwegs sind: Auf kurzen Strecken erreichen die Abgase aber nicht jene Temperatur, bei der sie im Partikelfilter sonst automatisch verbrannt werden. Daher verstopft der Motor, die Leistung sinkt. Bevor Werkstätten ihren Kunden den Kauf eines teuren Filters empfehlen, sollten sie eine Reinigung über-

Auch für Biogasmotorenöl geeignet Die Marke Victor Reinz bringt mit Reinzosil eine universielle SilikonDichtmasse mit einem erweiterten Leistungsspektrum auf den Markt.

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ests haben ergeben, dass Reinzosil auch für Abdichtungen in Biogasmotoren geeignet ist. Weiters sind bei der Montage einer Zylinderkopfdichtung zusätzliche Dichtmassen nur erforderlich, wenn es vom Hersteller ausdrücklich vorgeschrieben ist. Dabei mussten ausgehärtete Proben bei unterschiedlichsten Temperaturen in Biogasmotorenöl ihre Beständigkeit unter Beweis stellen. Auch

Reinzosil ist eine universiell anwendbare Silikon-Dichtmasse

nach zwei Wochen bei 120 Grad Celsius zeigte die Masse keine optischen Veränderungen wie Quellungen, Verfärbungen oder sonstige Schädigungen. Die Messwerte der technischen Materialeigenschaften lagen bei allen Versuchen in der Zugprüfmaschine ebenfalls in einem guten Toleranzbereich. Dieses positive Prüfergebnis für Biogasmotorenöl kann als ein weiteres Sicherheitsmerkmal für die Kunden verstanden werden. Reinzosil ist eine schnell aushärtende Silikon-Dichtmasse zur Abdichtung von flächigen Verbindungen mit Dichtspalt auch ohne Bauteildemontage. Die Masse verfügt über eine extrem hohe Standfestigkeit auch bei hohen Temperaturen. • (DKH)

Erweitertes Angebot Denso lässt sein Lambdasonden-Programm für den Aftermarket weiter anwachsen.

M

it den 24 Teilenummern für 54 Erstausrüsterreferenzen (VW, Audi, Seat, Skoda, Honda) stehen nun insgesamt 380 Teilenummern zur Verfügung: Diese sind für etwa 4.000 Anwendungen geeignet und decken damit mehr als zwei Drittel des mitteleuropäischen Fahrzeugbestands ab. Laut Ingo Reiff, Produktmanager von Denso Aftermarket, sind im Bereich Honda einige Originalersatzteile dabei, die andere Mitbewerber nicht in ihrem Sortiment hätten. Abgedeckt werden nun beispielsweise der VW Passat (1996–2005), die erste Generation des Lupo, die Seat-

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24 Teilenummern für 54 Erstausrüsterreferenzen sind neu am Markt

Modelle der 1990er-Jahre (Arosa, Cordoba), aber auch neuere Autos wie beispielsweise der Exeo (ab 2008). Die Lambdasonden von Denso werden aber auch in der Erstausrüstung von Toyota, Jaguar, Volvo, Mazda, Subaru, Land Rover, Mercedes und Opel verwendet. Die Ersatz-Lambdasonden werden wie die Erstausrüstungsteile lasergeschweißt verarbeitet. • (MUE)

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s 63 textar-tmd **okhayoklus_Layout 1 08.07.13 14:14 Seite 1

GEWERBE

Eigentümer zu haben, der etwas vom Bremsbelag business versteht. Und mit dem man sich auf kaum einem Markt in die Quere kommt. Ein Drittel des Umsatzes im Erstausrüstergeschäft wird mit VW gemacht, mit Porsche sind es nahezu 40 Prozent. Die vier Beläge für die Hinterradbremsen des VW Golf werden auf einer neuen Produktionsanlage gefertigt, immerhin sechs Millionen im Jahr. Über die Jahresproduktionsziffer will man sich nicht exakt auslassen, zu volatil ist die Auftragslage bei den Autoherstellern.

CEO John Hudson hält den Belaghersteller in der Nisshinbo-Group wieder auf Kurs

95 Prozent Keramik-Marktanteil

Führend in der Erstausrüstung und erste Wahl im Ersatzteilmarkt, lautet im 100. Bestandsjahr von Textar der Slogan von Bremsbelaghersteller TMD Friction. TMD steht für die Produktlinien Textar, Mintex und Don.

100 Jahre jung N

ach der Insolvenz vor fünf Jahren zählt TMDHolding-CEO John Hudson heute 440 Mitarbeiter am Fertigungsstandort in Leverkusen. Unter der Gewalt des Finanzinvestors Montagu, der die Textar Muttergesellschaft im August 2000 gekauft hatte, fiel das schwierigste Kapitel in der nunmehr 100-jährigen Firmengeschichte. Dem Vorstand ist die Erleichterung anzumerken, nun mit der japanischen Nisshinbo-Gruppe wieder einen

Im Forschungszentrum stehen Versuchsautos aller deutschen Topmarken und viele aus aller Welt. Bei der Bremsenentwicklung, die auch die ganze Lkw-Sparte umfasst, ist TMD Friction in führender Position auf dem Weltmarkt. Bei den Keramikbremsen nennt Entwicklungsvorstand Andrew Dilnot rund 95 Prozent Marktanteil. Sein Team forscht unentwegt an neuen Mischungen für die Belege, muss doch über kurz oder lang das Kupfer im Belag ersetzt werden. 250 Zutaten für einen modernen Belag sind Standard. Das Ergebnis der Rezepturen ist so geheim, dass Rohstoffe für China sicherheitshalber nur in Leverkusen gemischt werden. Immer leichter, sicherer und dennoch effizienter, lautet die Vorgabe der Automobil industrie.

Kleiner, feiner Österreich-Markt Für den scheidenden Aftermarketchef Josef Besting ist Österreich ein stabiles Absatzland

Im Ersatzteilmarkt sieht sich Josef Besting, scheidender Aftermarketchef, im Kundenkreis als erste Wahl bei Qualitätsbremsbelägen. In Österreich sind Car Parts (Pkw), A.M.S. (Pkw, Nfz), Prema (Pkw), Derendinger (Pkw/Nfz) und Matik (Nfz) seine Absatzpartner und sorgen trotz rezessiver Rahmenbedingungen im Markt für zufriedenstellende Umsätze. • (LUS)


s 64 würth **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:06 Seite 2

GEWERBE

„Treue Kunden für viele Jahre“ Im Autohaus Lampelmaier wird persönliche Betreuung groß geschrieben. Das Beratungsprogramm von Würth hilft dem Unternehmen dabei, die Kunden zufriedenzustellen und damit zusätzliche Umsätze zu erwirtschaften.

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ax Lampelmaier ist nicht nur Freunden des historischen Rennsports bekannt: Auch im Ford-Netz hat sich der Autohausbetreiber aus Mattsee einen Namen gemacht. Sein Einmarkenbetrieb verkauft jährlich 350 neue und 250 gebrauchte Fahrzeuge, der Umsatz liegt bei durchschnittlich 10,5 Millionen Euro. Dass weitere Steigerungen im Fahrzeugverkauf schwierig sind, ist freilich auch Lampelmaier bewusst. Daher forciert er die bessere Ausschöpfung des Werkstattpotenzials. Dabei steht ihm der langjährige Lieferant Würth zur Seite.

Erfolgreiches Projekt: Max Lampelmaier (m.) mit Dietrich Stuhr (l.) und Jürgen Griessler, dem zuständigen Regionalverkaufsleiter von Würth

Beratung nach Maß „Wir helfen den Autohäusern dabei, die Abläufe zu optimieren und Zusatzgeschäfte zu lukrieren “ erläutert Dietrich Stuhr. Der Betriebsberater mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung ist seit 3 Jahren in ganz Österreich unterwegs, um ausgewählte Kunden bei der nachhaltigen Umsatzoptimierung zu unterstützen. Im Autohaus Lampelmaier umfasste das Projekt eine halbtägige Einführungsschulung, je einen Evaluierungs- und Schulungstag sowie die begleitende Betreuung über mehrere Monate. Im Mittelpunkt stand die konsequente Direktannahme. „Derzeit macht etwa ein Drittel unserer Kunden von dieser Dienstleistung Gebrauch, mein Ziel ist ein Anteil von 60 Prozent“, sagt Lampelmaier. Stuhr lieferte freilich auch Tipps und Tricks für zahlreiche andere Aspekte des Betriebsalltags – vom Telefonmarketing bis hin zum gezielten Umgang mit weiblicher Kundschaft.

Vorteil für Betriebe und Autofahrer

Alexander Nuss, Verkaufsleiter Auto bei Würth

„Perfekte Dienstleistung“

Dietrich Stuhr (l.) beim Beratungsgespräch mit Werkstattmitarbeiter Peter Scholz

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Direktannahme und Co helfen dabei, im Werkstattbereich gezielt Zusatzumsätze zu erwirtschaften. Davon profitiert auch der Autofahrer: Die transparente und ehrliche Kommunikation ermöglicht nämlich die Vermeidung teurer Folgereparaturen. Wir stehen unseren Kunden bei der Geschäftsoptimierung zur Seite – und zwar mit professionellem Knowhow ebenso wie mit Verbrauchsmaterialien und modernster technischer Ausstattung.

Mit den ersten Ergebnissen des Beratungsprogramms sind Lampelmaier und seine 31 Mitarbeiter rundum zufrieden. Der Firmenchef berichtet bereits von konkreten Resultaten – etwa Steigerungen bei der Kleinschadenreparatur und beim Verkauf von „Mitnahmelitern“ und Zubehörprodukten. Viele Kunden würden es zu schätzen wissen, wenn sie auf Aspekte angesprochen werden, die ihnen selbst noch gar nicht bewusst waren. „Niemand freut sich, wenn das Auto in die Werkstatt muss“, weiß Lampelmaier: „Wenn es uns aber gelingt, die Autofahrer mit einer perfekten Dienstleistung zufriedenzustellen, haben wir treue Kunden für viele Jahre gewonnen.“ • (HAY)

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s 65 AMS **okhay_Layout 1 08.07.13 13:50 Seite 1

GEWERBE

Mit Sicherheit eine gute Wahl Erstausrüstungsqualität ist bei den über 22.000 Produkten von febi bilstein selbstverständlich Das gilt nicht nur für hoch sensible Produktgruppen wie Lenkungs- oder Bremsentechnik: Auch die Bereiche Motortechnik, Elektronik und Radbefestigung werden abgedeckt. Zudem werden Flüssigkeiten und Reparatursätze angeboten.

von Teilen minderer Qualität auch heute noch zu Korrosion und zur Nutbildung an Auflagestellen kommen kann. Die Radschrauben von febi zeichnen sich dagegen durch richtige Bemaßung, hervorragende Montageeigenschaften und gleichbleibende Vorspannzeiten aus.

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eim Bremsen kommt es auf jeden Zentimeter an. Nicht anders verhält es sich bei Lenkungsteilen: Gerät ein Fahrzeug aus der Spur, kann dies fatale Folgen für den Fahrer und auch für andere Verkehrsteilnehmer haben. „Daher macht es sich für Werkstätten bezahlt, ihren Kunden nur hochwertigste Produkte anzubieten“, unterstreicht Manfred Guggi, Verkaufsleiter von AMS. Das steirische Unternehmen ist hierzulande der traditionsreichste Vertriebspartner von febi bilstein.

Keine Kompromisse bei der Sicherheit

Vorsprung im Werkstattalltag

Zum schnell und zuverlässig verfügbaren Sortiment des renommierten deutschen Teileherstellers gehören sämtliche Bremsenteile – von Belägen über Bremsschläuche bis hin zu Bremsscheiben und Radbremszylindern. Im Fahrwerkbereich spannt sich das Sortiment von Federbeinstützlagern, Verbindungsstangen und Stabilisatoren bis zu Radlagern und Lenkern. All diese Komponenten erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen. Auch bei Motortechnik, Fahrzeugelektrik und Radbefestigungen geht febi bilstein keine Kompromisse ein.

Zusätzlich hat febi bilstein Flüssigkeiten (darunter Motoröle, Kühl- und Bremsflüssigkeiten und Fette) im Programm. Mit der Produktlinie „febi ProKit“ ist das Versprechen verbunden, dass Werkstätten alle zur Reparatur benötigten Einzelteile in einer Packung vorfinden. Aktuell gibt es rund 1.300 derartige Artikel rund um Lenkung und Aufhängung, Reparatursätze für Federbeinstützlager sollen bald folgen. Für den entscheidenden Wettbewerbsvorsprung im Werkstattalltag sorgt weiters „febi plus“, ein sonst fast nur bei OE-Herstellern erhältliches Teileprogramm aus verschiedenen Produktgruppen. Wer neben Pkws auch Lkws repariert, wird bei der „febi Truck Division“ fündig. Hier reicht das Sortiment von Bremsen-, Lenkungs- und Fahrwerkteilen über Motorund Radbefestigungstechnologie bis hin zu Fahrzeugelektrik und Pneumatik. Rechnet man dazu noch die ebenfalls zur bilstein group gehörenden Marken SWAG und Blue Print, ergibt sich ein ebenso breites wie tiefes Sortiment aus über 47.000 Produkten. • (HAY)

Qualität im Mittelpunkt In Sachen Motortechnik wird ein umfassendes Programm an Pkw-Ersatzteilen für deutsche, französische, italienische, schwedische und asiatische Fahrzeuge angeboten. Bei Elektronik und Elektrik punktet febi bilstein ebenfalls mit einem dynamisch wachsenden Sortiment. Gleiches gilt für den Bereich der Radbefestigungen, in dem es übrigens bei Verwendung

Manfred Guggi und das Team von AMS versorgen ihre Kunden mit der Produktvielfalt von febi bilstein

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s 66 pickerl !* grafikGKU okmue_Layout 1 08.07.13 14:45 Seite 2

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Keine Strafe für den Musterschüler Ende Mai hatte sich bereits der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments gegen die verpflichtende Trennung der wiederkehrenden KfzBegutachtung von der Reparatur ausgesprochen. Jetzt ist das „Pickerl-Verbot“ für Kfz-Betriebe definitiv vom Tisch.

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nfang Juli lehnte auch das Plenum des Strassburger Parlaments den von deutschen Lobbyisten vorangetrieben Vorschlag ab, der vor allem den großen Prüfkonzernen wie TÜV und Dekra in die Hände gespielt hätte. Der nunmehr verabschiedete Text enthält stattdessen einige neue Mindeststandards für die nationale Gesetzgebung, darunter verpflichtende Überprüfungen für Motorräder ab dem Jahr 2016 sowie allenfalls für Mopeds ab 2018, für Anhänger über 2 t und Wohnanhänger über 750 kg. Die erste Kfz-Begutachtung muss spätestens nach 4 Jahren erfolgen, danach ist ein zweijähriger Rhythmus vorgesehen. Wichtig für Öster-

Mehr im Kerngeschäft Bei Tegee Clean&Care hat Wolfgang Arlt die Vertriebsleitung für Österreich übernommen. Er will sich verstärkt aufs Kerngeschäft, also auf den Bereich Pflege und Reinigung, konzentrieren und zusätzlich zu den bestehenden auch neue Kunden gewinnen.

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olfgang Arlt entstammt dem hauseigenen Führungsnachwuchs; er ist seit 2007 bei der Christian Maurer GmbH in Pressbaum tätig. Arlt folgt auf Martin Frühauf, der sich um das Exportgeschäft – und hier vor allem auf die Tochterfirmen in Ungarn, Tschechien und Rumänien – konzentriert. „Wir sind ein klassischer Direktvertrieb für Chemieprodukte im Bereich Kfz, Industrie und Gewerbe und müssen das auch wieder verstärkt umsetzen“, sagt Wolfgang Arlt. Daher soll der Bereich Service, der in den vergangenen Jahren zusätzlich zum Kerngeschäft Pflege und Reinigung aufgebaut worden

reich: Strengere Bestimmungen sind weiterhin zulässig, sodass es keine Auswirkungen auf das hierzulande übliche „3-2-1-System“ geben dürfte.

Politischer Einsatz Den ansonsten viel gescholtenen Europaabgeordneten ist in Sachen „Pickerl-Debatte“ durchaus Lob auszusprechen, denn alle österreichischen Abgeordneten sprachen sich für die Beibehaltung des heimischen Prüfwesens aus. SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried brachte beispielsweise mehrere Änderungsanträge gegen den ursprünglichen deutschen Vorschlag ein. Hubert Pirker (ÖVP) verdeutlichte einerseits die wirtschaftliche Bedeutung der §-57a-Überprüfung für die Kfz-Betriebe, andererseits verwies er darauf, dass Österreich in Sachen Fahrzeugzustand ohnehin ein „Musterschüler“ sei: „Das neue Gesetz forciert nun, dass andere EUMitgliedstaaten bei ihren Standards aufholen. Deren Systeme müssen verbessert werden, nicht das bewährte System in Österreich.“ • (HAY)

war, wieder zurückgeschraubt werden. Die aus 18 Mitarbeitern bestehende Vertriebsmannschaft in Österreich wird derzeit leicht umstrukturiert: Mitarbeiter, die sich bisher eher um Service und Wartung gekümmert haben, sollen nun wieder verstärkt in den Vertrieb integriert werden. Laut Auskunft von Arlt stammen 90 Prozent der Produkte von Tegee/Caramba aus eigener Produktion, und zwar zum Großteil aus Deutschland, aber teilweise auch aus Rekawinkel (NÖ). „Aufgrund der kurzen Wege ist es auch einfacher, Sonderwünsche von Kunden zu realisieren: Zum Beispiel haben wir für die Asfinag einen Tunnelreiniger entwickelt und produziert“, sagt Arlt.

Neue Kunden im Fokus

Wolfgang Arlt, Vertriebsleiter bei Tegee/Caramba

Tegee/Caramba will, zu den zahlreichen Bestandskunden – mit Porsche Inter Auto als größten Abnehmer – neue Betriebe gewinnen, etwa im Bereich Autowaschanlagen. „Wir sind immerhin ein Vollanbieter und liefern vom Handreiniger bis zur Waschanlage alles, was ein Autohaus oder eine Werkstätte benötigt.“ Arlt berichtet direkt an Geschäftsführer Christian Maurer. • (MUE)

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s 67 schaeffler **GKUruville **GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:05 Seite 2

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allein im Bereich der Generatorfreiläufe über 220 verschiedene Artikel. Wie sich der Wechsel eines Radlagers von FAG erfolgreich durchführen lässt, stand in Spielberg ebenfalls auf der Agenda.

Technik auf der Rennstrecke

Erprobung mit Vollgas

Schulung einmal anders: Auf dem Red Bull Ring präsentierte Schaeffler nicht nur die neuesten Produktinnovationen, sondern lud auch gleich zur Probefahrt.

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ber 100 österreichische Kunden folgten Mitte Juni der Einladung des Teileherstellers in die Steiermark. Unter dem Titel „TechnikLive!“ standen einerseits Produktschulungen rund um Motor, Getriebe und Fahrwerk am Programm. Von erfahrenen Trainern wurde zum Beispiel das „RepSet 2 CT“ der Marke LuK vorgestellt: In Verbindung mit einem umfangreichen Trainingsangebot, technischen Broschüren, detaillierten Reparaturanleitungen und informativen Schulungsvideos versetzt dieses Komplettpaket freie Werkstätten erstmals in die Lage, trockene Doppelkupplungsgetriebe instand zu setzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Montage und Prüfung von Spannrollen und Generatorfreiläufen der Marke INA. Deren Sortiment umfasst übrigens

Beim Werkstattevent von Schaeffler kamen weder Information noch Fahrspaß zu kurz

Andererseits kam bei „TechnikLive!“ der Fahrspaß nicht zu kurz. Im Anschluss an die Schulungen hatten die Teilnehmer nämlich Gelegenheit, die verbauten Produkte im Renneinsatz zu testen – unter sachkundiger Anleitung eines Instruktors, versteht sich.

Beliebtes Konzept Die eingeladenen Werkstätten und Teilehändlern waren von „TechnikLive!“ begeistert. „Insbesondere die technischen Informationen zum Einbau von neuen Produkten mit dem Spezialwerkzeug sind sehr wichtig für unsere Werkstätten und unterstützen diese in ihrer täglichen Arbeit“, resümierte beispielsweise Alfred Allersdorfer, Gebietsleiter bei Autoteile Klein. Gastgeber Dietmar Hotel, Verkaufsleiter für Österreich und die Schweiz bei Schaeffler Automotive Aftermarket, zeigte sich abschließend ebenfalls zufrieden: „Unser Konzept, Produktschulungen mit Fahrspaß zu kombinieren, ist nach dem erfolgreichen Einstand im vergangenen Jahr neuerlich voll aufgegangen.“ • (HAY)

Ein Österreicher gibt Vollgas Der „Ruville-Porsche“, der in dieser Saison beim Porsche Carrera Cup an den Start geht, wird vom Österreicher Norbert Siedler pilotiert.

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on den Rennfahrerqualitäten des sympathischen Motorsportlers konnten sich Anfang Juni zahlreiche heimische Betriebsinhaber überzeugen. Der Wiener Großhändler Car Parts, langjähriger Vertriebspartner von Ruville, hatte zum vierten und fünften Lauf der

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Rennserie auf den Red-Bull-Ring in Spielberg geladen. Den Betrieben wurde Motorsport der Spitzenklasse geboten, was angesichts der beeindruckenden Leistungsdaten der eingesetzten Fahrzeuge auch nicht überraschend ist. Im Porsche 911 GT3 RS von Siedler arbeitet beispielsweise ein Sechszylinder-Boxermotor mit 3,8 Liter Hubraum und 450 PS Leistung.

Motorsport als Kompetenzbeweis Ruville erwartet sich von seinem Rennsportengagement vor allem eines: Die Kompetenz als Systemspezialist rund um Motor und Fahrwerk (Stichwort Reparatursätze) soll sowohl innerhalb der Branche als auch bei interessierten Autofahrern noch stärker herausgearbeitet werden. • (HAY)

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s 68-69 werkstattkonzepte **! hayGKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:02 Seite 2

GEWERBE

Kein Platz für Einzelkämpfer In Deutschland gehört laut einer aktuellen Umfrage bereits jeder zweite markenfreie Kfz-Betrieb einem Werkstattkonzept an. Davon kann in Österreich noch nicht die Rede sein, doch auch hier ist der Trend zum System unübersehbar. Von Philipp Hayder

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echnische Daten, Reparaturinformationen oder fachkundige Experten, die nötigenfalls per Telefon und Internet eine komplizierte Reparatur unterstützen: Ohne diese Leistungen wird es immer schwieriger, als kompetenter Komplettanbieter für Fahrzeugreparaturen aufzutreten. Deshalb entscheiden sich immer mehr Betriebe für den Beitritt zu einem der Werkstattsysteme, die vor allem vom Teilegroßhandel angeboten werden. Für unsere Artikel auf den folgenden Seiten haben wir mit einigen Systemgebern gesprochen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Vollkonzepten – also jenen Netzwerken, bei denen es auch um gemeinsames Marke-

Verwechslungsgefahr!

Drei aus einer Hand Als größter österreichischer Teilehändler zählt Birner auch zu den führenden Konzeptbetreibern. Die größte Tradition hat dabei ad Autodienst: „Unser Premiumkonzept bietet den Werkstätten sowohl die Möglichkeit, eine herkömmliche Teilegarantie als auch eine darüber hinausgehende, international gültige 24Monate-Garantie auf Teile und Arbeit zu vergeben“, verweist Marketingleiter Richard Pleil auf einen der Systembausteine. Hinzu kommen umfangreichen Werbeaktivitäten in Breitenmedien sowie ein professioneller Internetauftritt für jeden der derzeit 120 Partner. 115 Mitglieder hat aktuell das kostengünstiger positionierte Konzept Auto Mobil Meisterwerkstatt. Auch hier gibt es Werbemaßnahmen, eine technische Hotline und eine europaweite Mobilitätsgarantie. Das im Februar 2012 gestartete Einstiegssystem Auto Profi Werkstatt umfasst unterdessen 35 Mitglieder. Im Gegensatz zu den beiden anderen Konzepten ist es auch für Betriebe ohne §-57a-Berechtigung zugänglich. Hier sehe man mittelfristig ein Potenzial von 60 bis 70 Mitgliedern, erklärt Pleil.

„Flying Doctors“ für die Werkstatt

„Der Autoexperte“ ist das Werkstattkonzept der Teilehändlerkooperation ATEV. Deren früherer Vorstand Adolf Aschenbrenner hat sich mit der neuen Kooperation GAG selbstständig gemacht und bietet nun auch wieder ein Konzept an. Dieses soll auf individueller Basis von den teilnehmenden Händlern umgesetzt werden. Der feine Unterschied: Es heißt „Die Autoexperten“.

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ting, einheitliche Optik sowie häufig auch betriebswirtschaftliche Aspekte geht. Darüber hinaus stehen bekanntlich zahlreiche Detailkonzepte zur Verfügung, etwa die beliebten „Bosch-Module“.

Über 100 Mitglieder haben gegenwärtig die Werkstattkonzepte von Trost. Rechnet man die als BoschGroßhändler mitbetreuten Systeme Bosch Car Service und AutoCrew hinzu, gibt es sogar rund 250 Systempartner. Die von Trost eigenständig vorangetriebenen Konzepten 1A Autoservice, Auto Auto und Auto Netto haben eine gemeinsame technische und organisatorische Basis in Form der Werkstattsoftware „repdoc Professional“. Das Feedback darauf sei sehr positiv, berichtet Geschäftsführer Amer Alkhatib:

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„Das bestärkt uns darin, weiterhin die Strategie zu verfolgen, unsere Partner mit bedienfreundlichen und umfangreichen Servicetools zu unterstützen.“ Im Rahmen von 36 Praxistrainings werden zudem sowohl technische Schulungen als auch Informationen zu Marketing, Recht und Betriebswirtschaft vermittelt. Eine Besonderheit ist der „Trost Flying Doctor Service“, bei dem Experten nötigenfalls vor Ort den Werkstätten bei kniffligen Arbeiten zur Seite stehen.

Betreuung vor Ort Der persönliche Kontakt zum regionalen Teileversorger steht bei den Konzepten der Genossenschaft ATP im Mittelpunkt. Auch bei diesen Netzwerken sorgen Mobilitätsgarantien, zuverlässige Teileversorgung und die zunehmend forcierte Möglichkeit, überregionale Fuhrparks anzusprechen, für zufriedene Mitglieder. Der Süden und Osten von Niederösterreich sowie das Burgenland bilden derzeit die Schwerpunkte beim Ausbau des 48 Standorte zählenden Hauptkonzepts ProfiService. „Im 2. Halbjahr ist mit 5 bis 10 Neuzugängen zu rechnen“, sagt Konzeptbetreuer Andreas Schopf. Parallel soll das Zweitkonzept ATP-Servicepartner um 3 bis 5 Mitglieder wachsen. Zu den Teilnahmebedingungen gehören jeweils eine aufrechte §-57a-Berechtigung, Grundstandards bei der Ausstattung sowie der gemeinsame Marktauftritt.

Verdoppelung als Ziel Mit ATEV bietet eine weitere Teilehändlerkooperation ein Werkstattnetzwerk an: Der Autoexperte heißt dieses System, das derzeit 12 Mitglieder zählt. „Schon recht kurzfristig wollen wir diese Zahl verdoppeln“, sagt Vorstand Werner Fischer. Er spricht von einem „Rundum-Sorglospaket“ aus Mobilitätskonzepten, technischer Hotline, Marketing, Weiterbildung und Finanzierungslösungen. Freilich würden auch „gegenseitiges Verständnis, persönliche Beratung und Betreuung“ groß geschrieben.

„Freie Werkstattmarke“ Eine Sonderstellung hat Automeister inne: Dieses Netzwerk wird nämlich von keinem Teilehändler, sondern von der deutschen point-S-Gruppe (die in

Aus der Vielzahl der in Österreich verfügbaren Konzepte stellen wir auf dieser und den folgenden Seiten die wichtigsten Akteure vor

keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der gleichnamigen österreichischen Reifenhändlerkooperation steht) betrieben. Man verstehe sich als „freie Werkstattmarke“, sagt Systemleiter Jörg Dölicke. „Daher sprechen wir auch sehr viele Markenbetriebe an, die sich ein zweites Standbein am freien Markt aufbauen wollen.“ In Deutschland seien beispielsweise 20 der 21 im Vorjahr hinzugekommenen Betriebe Markenwerkstätten gewesen. In Österreich gibt es gegenwärtig zwar nur 5 Mitglieder, doch auch Automeister will vom Trend zu Werkstattsystemen profitieren und bis zum Jahresende „den einen oder anderen Betrieb“ dazugewinnen. •


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GEWERBE

Ein System für jeden Wunsch Mit „Bosch Car Service“ und „AutoCrew“ hat Bosch zwei renommierte Vollkonzepte im Programm.

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on einem bevorstehenden Werkstattsterben will Helmut Stuphann, Verkaufsleiter bei der Robert Bosch AG, nicht sprechen. Sehr wohl werde sich aber die Spreu vom Weizen trennen: „Aus Sicht der Werkstätten wird die Fähigkeit entscheidend sein, trotz der stetig steigenden Komplexität der Fahrzeuge höchste Reparaturqualität zu liefern." Kfz-Betriebe sind daher gut beraten, sich einen starken Partner an Bord zu holen. Bosch ist dabei für viele Unternehmer die erste Adresse: Schließlich handelt es sich nicht nur um den weltgrößten Zulieferkonzern, Bosch Car Service gilt mit seiner über neunzigjährigen Geschichte auch als traditionsreichstes Werkstattsystem.

Hoher Qualitätsanspruch Eine Mitgliedschaft in diesem Netzwerk ist freilich mit hohen Anforderungen verbunden. Neben den Qualitäts- und Ausstattungsauflagen spielen die gemeinsame Werbung und der einheitliche Außenauftritt eine große Rolle. Im Gegenzug sorgt beispielsweise ein modulares Unterstützungsprogramm dafür, dass die Konzeptbetriebe technisch und wirtschaftlich fit für die Zukunft sind. Zudem werden gezielt Großkunden angesprochen, wie die jüngste Aufnahme in die „Vorteilswelt“ der EBV-Leasing unterstreicht.

Aktuell umfasst Bosch Car Service 104 Mitglieder. In den kommenden Monaten rechnet Key Account Manager Andreas Stangl mit dem einen oder anderen Neuzugang, sodass am Jahresende vor 105 bis 110 Betrieben ein Bosch-Pylon stehen wird.

Eigener Name im Vordergrund An AutoCrew, dem seit einigen Jahren parallel angebotenen Vollkonzept von Bosch, beteiligen sich derzeit 14 Betriebe. „Im Bezug auf technische Unterstützung, Serviceleistungen und Teilebelieferung gibt es zwischen den beiden Systemen keinen Unterschied“, sagt Stangl. Die Differenzierung liege vor allem im Außenauftritt: Während bei Bosch Car Service das überregionale Netzwerk im Mittelpunkt stehe, werde bei AutoCrew die Identität des einzelnen Partners betont.

Neue Konzeptleistungen Partner beider Konzepte dürfen sich über laufend aktualisierte Dienstleistungen freuen. Ganz neu sind beispielsweise Onlineschulungen, die keinerlei Unterbrechung im Betriebsalltag verursachen, sowie die Möglichkeit zur Steuergerätereparatur direkt bei Bosch: „Damit leisten unsere Konzeptpartner einen wichtigen Beitrag zur zeitwertgerechten Reparatur“, unterstreicht Stuphann. • (HAY)

Mehr als Teile: Helmut Stuphann unterstreicht, dass Bosch den Kfz-Betrieben auch mit mehreren Konzepten zur Seite steht

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Startschuss für Lkw-Konzept Bisher standen die Konzepte von Bosch ausschließlich Pkw-Betrieben zur Verfügung Das wird sich im Herbst ändern: Der Zulieferer hat ein „Truck-Modul“ ausgearbeitet, das sowohl selbst reparierende Flottenbetreiber als auch Lkw-Werkstätten mit Mehrmarkenausrichtung ansprechen soll.


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GEWERBE

Ein Werkstattkonzept mit Zukunft Zur Jahrestagung des Werkstattkonzepts „plusService“ lud Derendinger seine Partner zum Erfahrungsaustausch in lockerer Atmosphäre nach Saalfelden und präsentierte strategische Ausrichtungen für die Zukunft.

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ast alle Vertreter der über 100 Mitgliedsbetriebe waren trotz schlechten Wetters zum Come-together mit buntem Rahmenprogramm in den Pinzgau gereist. Derendinger-Österreich-Geschäftsführer Bruno Weidenthaler und Sandra Schober, Leiterin Marketing & plusService, erörterten in ihren Vorträgen, mögliche Faktoren, die die Branche in Zukunft beeinflussen könnten und die auch Grundmauern der strategischen Ausrichtung für das plusService bilden. „Im Markt gibt es die große Gruppe der Fahrzeuge bis vier Jahre und eine ebenso große jener zwischen fünf und neun Jahren. Die Bindung zur Markenwerkstätte sinkt mit dem Fahrzeugalter“, so Schober.

Sandra Schober und Bruno Weidenthaler konnten in Saalfelden zahlreiche plusServicePartner begrüßen

Fokus liegt auf Neukundengewinnung Genau hier müsse der Hebel angesetzt werden, um diese Fahrzeuge in die plusService Werkstätten zu bringen. Neben der freien Werkstätte sei plusService aber auch Markenwerkstätten, die bei Gebrauchtwagen ebenso als freie Werkstätte aufträten, ein wichtiges zweites Standbein. „Für uns steht das individuelle Kundenbedürfnis im Vordergrund, wir erarbeiten gemeinsam die Maßnahmen, die unsere Partner unterstützen.“ Höhere Qualität der Fahrzeuge und längere Serviceintervalle hätten zur Folge, dass die Kontakthäufigkeit Kunde–Werkstatt rückläufig sei. „Als Konsequenz muss der Fokus auf die Neukundengewinnung gelegt werden, gepaart mit Kompetenz, Preistransparenz und schneller Reparaturabwicklung“, so Schober. • (DSC)

Neben Fahrsicherheitstrainings und Runden mit einem Ralley-Fahrzeug standen auch Bogenschießen und Hubschrauberrundflüge auf dem Programm


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GEWERBE

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rbeiten an Antrieb, Fahrwerk und Lenkung erfordern großes Fachwissen. Um den Werkstätten das nötige Knowhow zur Verfügung zu stellen, bietet ZF Services seit Längerem produktorientierte Werkstattkonzepte an. In Österreich beteiligen sich derzeit 88 Pkw- und 13 Lkw-Betriebe am Netzwerk „Original Sachs Service“, bei „Lemförder Plus“ gibt es exakt 29 Mitglieder.

Kompetenz für jeden Auftrag für die laufende persönliche Betreuung. Zielgruppe für diese Ausbaustufe sind vor allem jene Kfz-Betriebe, die sich als Spezialisten für Antrieb und Fahrwerk am Markt etablieren wollen.

Mit den Marken Sachs, Lemförder, Boge und ZF Parts gehört ZF Services zu den renommiertesten Anbietern am Teilemarkt. Diesen Technologievorsprung können Kfz-Betriebe nützen, wenn sie sich für das neue Werkstattkonzept des Zulieferers entscheiden.

Großes Interesse

Alois Ludwig unterstreicht die Partnerschaft mit den freien Reparaturbetrieben

Von Philipp Hayder Ab sofort werden diese Konzepte durch ein einheitliches System abgelöst: „ProTech“ heißt das Rundumpaket, das die bislang markenspezifisch getrennten Dienstleistungen bündelt und um zusätzliche Vorteile anreichert.

Modularer Aufbau Interessierte Werkstätten können im Rahmen des neuen Konzepts aus 2 Modulen wählen. Das Basispaket bietet gegen eine einmalige Einstiegsgebühr von 150 Euro den Zugriff auf Reparaturdaten sowie auf den Online-Teilekatalog „WebCat“. Hinzu kommen eine Einbau- und Produkthotline, technische Unterstützung per E-Mail sowie die Möglichkeit zur Werbemittelbestellung. Schulungsmodule sowie eine Datenbank mit den Serviceaktionen der Hersteller können gegen Aufpreis gebucht werden. Bei „ProTech plus“ sind diese Leistungen bereits in den höheren Systemkosten (100 Euro Einstiegsgebühr, 400 Euro Jahresgebühr) enthalten. Außerdem sorgen die Außendienstmitarbeiter von ZF Services

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Österreich ist nach Deutschland das zweite Land, in dem ProTech eingeführt wird. Der offizielle Startschuss erfolgte Ende Juni, erzählt Alois Ludwig, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ZF Services: „Binnen kürzester Zeit waren die 1.000 Plätze für die zweiwöchige Roadshow, die wir gemeinsam mit unseren Großhandelspartnern durchgeführt haben, ausgebucht.“ Mittelfristig rechnet man bei ZF Services mit 300 bis 400 österreichischen Systembetrieben, davon könnten sich 15 bis 20 Prozent für ProTech plus entscheiden. In Deutschland, wo das Konzept bereits 2012 gestartet wurde, sind die Erfahrungen laut Ludwig äußerst positiv: „Im ersten Jahr haben rund 3.000 Betriebe einen Partnervertrag unterschrieben.“

Starke Stimme für die Branche Übrigens unterstützt ZF Services die freien Werkstätten nicht nur mit Produkten und Konzepten. Auch bei der Interessenvertretung in Brüssel ist das Management sehr engagiert. Schließlich gilt es, trotz der Marktdominanz der Autobauer faire Rahmenbedingungen für den freien Servicemarkt zu schaffen.„Gemeinsam mit anderen Unternehmen drängen wir hier auf Verbesserungen“, betont Ludwig, der zudem ein weiteres Ass im Ärmel hat: Mit dem Projekt „TecAlliance“ soll schon bald eine leistbare Branchenlösung für den Zugriff auf Herstellerdaten geschaffen werden. •

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Axalta-Chef Charles Shaver

Nun nahezu ein Idealzustand Die Carlyle Group, eine der weltweit größten Beteiligungsgesellschaften, hat das Lackgeschäft des DuPont Konzerns übernommen. Es firmiert nun unter der Bezeichnung Axalta Coating Systems. Das Unternehmen ist der einzige Lackhersteller, der nur auf dieses Kerngeschäftsfeld fokussiert ist.

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nlässlich der Präsentation des neuen Logos von Axalta sagte Vorstandsvorsitzender und CEO Charles Shaver: „Der neue Auftritt steht für unseren Anspruch, sich in unseren Märkten noch stärker zu behaupten, unsere Kunden an die erste Stelle zu setzen sowie ein spannendes Markenportfolio anzubieten.“ Shaver unterstrich ferner, dass „das weltweit führende Unternehmen sich 100-prozentig der Entwicklung und Herstellung sowie den Vertrieb von Lacken widmet“.

Führend in vier Sparten Axalta nimmt eine führende Position in den Bereichen Autolacke für OEMs (Erstausrüster), Kfz-Reparaturlacke, Industrielacke und Pulverbeschichtungen ein. Bei Reparaturlacken agiert das Unternehmen weiterhin mit den „Flaggschiff-Marken“ Standox, Spies Hecker und DuPont Refinish. Zusammen mit regionalen und lokalen Marken bezeichnet Axalta sich als weltweit größter Lacklieferant für Werkstätten und Karosseriebetriebe. Im Gespräch mit AUTO & Wirtschaft unterstrich Peter Kalina, als Country Business Manager in Österreich für die Marken Standox und Spies Hecker verantwortlich, dass hierzulande das Unternehmen jeden zweiten Liter Basislack liefere und damit eindeutig die Nummer 1 der Branche darstelle.

Mittelpunkt zu stellen beziehungsweise ganz oben anzusiedeln. Nun sei nahezu ein Idealzustand erreicht. Nach der Information der Mitarbeiter über die neue Konstellation erkennt der Country Business Manager für Österreich eine Aufbruchstimmung, die er dafür nützen will, die Marktstellung von Standox und Spies Hecker weiter auszubauen. Um den Optimismus und die Zuversicht im Betrieb zu nutzen, wurden auch personelle Veränderungen vorgenommen. Die wichtigste Maßnahme scheint der Wechsel von Jan Kelemen als Verkaufsleiter von der Marke Spies Hecker zu Standox, in Österreich die Nummer 1 am Reparaturlackmarkt. Gleichzeitig übernimmt der bisherige Standox-Verkaufsleiter Johann Pöchgraber die Funktion eines Key Account Managers.

Country Business Manager Peter Kalina

Marketing Manager Andreas Auer

Wirtschaftsfaktor in Österreich Andreas Auer, langjähriger Marketing Manager von Standox in Österreich, geht ebenfalls davon aus, dass beide Markenteams von der nun erreichten Selbstständigkeit des Lackbereichs beflügelt werden. Gleichzeitig verweist er auf die 125-jährige Tradition der Lackherstellung in Guntramsdorf. Mit der dortigen Produktionsanlage ist Axalta in Österreich ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Insgesamt werden alles in allem rund 350 Personen beschäftigt.

Standox Vertriebsleiter Jan Kelemen

Aufbruch zu neuen Ufern Kalina freut sich über die neuen Rahmenbedingungen für seine Tätigkeit, die auf der Besonderheit beruhen, dass das weltweit tätige Lackunternehmen nun absolut selbstständig und unabhängig von Konzernumwegen agiert. Er verspricht sich davon vor allem raschere Entscheidungen in Sinne der Kunden. Zur Firmenphilosophie von Axalta gehört es demnach die Kunden in den

Lack & Technik weiter am Ball Die Reparaturlackmarke DuPont Refinish behält vorläufig die bisherige Bezeichnung, soll aber im Laufe des Jahres umbenannt werden. An der Tatsache, dass das Lacksystem seit geraumer Zeit von Lack & Technik in Linz unter der Führung von Rudolf Weismann importiert wird, soll sich nichts ändern. • (LHO)

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Key Account Manager Johann Pöchgraber

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Erfolgreich gekuppelt

Walter Kristoph nimmt sich dieser Spezialität an

Rupert Narnhofer gewann neue Eindrücke von Bosal

Der Werkbesuch bei Bosal in Keczkemet ist Kundenbindung in kleinen, jedoch erfolgversprechenden Schritten. Demonstriert von Bosal-Repräsentant Markus Lämmli, positiv aufgenommen von Kunden der Firma Kastner.

nhängevorrichtungen sind im Trend und Bosal, bekannt für seine Auspuffsysteme, baut sowohl für den OEM- als auch für den Aftermarket modernste Anhängekupplungen und ebensolche Fahrradträger dazu, denn moderne E-Bikes stemmt heutzutage kaum noch einer auf seinen Dachträger. Für Bosal-Repräsentant Markus Lämmli Anlass, mit Kunden von Autobedarf Kastner im Zuge einer Werkbesichtigung über ein Zusatzgeschäft für die Werkstatt zu diskutieren. Konstruktion, Einbausatz und Lohnleistung ergeben ein feines Zubrot. „Jeder 10. in Österreich eingesetzte Pkw hat bis dato eine in der Regel nachträglich montierte Anhängevorrichtung. „Kompetente Einbaupartner sind die Fachwerkstätten“, ist Kastners steiermärkischer Landesniederlassungsleiter Gerald Trabi überzeugt, noch ein großes Käuferpotenzial ausschöpfen zu können. Das sehen auch viele seiner Kunden wie beispielsweise Rupert Narnhofer (Graz-Seiersberg), Gerhard Horn (Möderbrugg), Walter Kristoph (Wies), Erich Mühlfellner (Feldkirchen b. Graz) und/oder Alois Deibel (Hartberg) so. Sie wollen sich zum Beispiel einen Faltträger zu Demozwecken zulegen, um vorhandene Anhängevorrichtungsnutzer für Mehrwertverkauf gewinnen zu können oder eben neue Käuferschichten ansprechen. „Es kommen alle Generationen dafür infrage“, vermittelt Lämmli handfeste Argumente.

Kleine Schritte zum Erfolg Während das Schalldämpfergeschäft im Ersatzbedarf auf hohem Niveau stagniert, entwickelt sich das Business mit den Fahrradträgern besonders bei leistungsstarken Limousinen und SUVs. Zum Beispiel werden ab 2014 in

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Erich Mühlfellner sieht in der Achse Bosal und Kastner einen Schlüssel zum Erfolg

Gerald Trabi, Kastner Graz

Von Gerhard Lustig

Egon Mlineritsch zog vor Ort sein positives Resümee

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Markus Lämmli zeigt, was BosalProdukte alles so können

Martin Kögl registriert exakt, was Kunden brauchen

Gerhard Horn kam, sah und ist vom Produkterfolg im Markt überzeugt

Alois Deibel ist kritisch und dennoch überzeugt

die neue Passat-Generation die modernsten Anhängevorrichtungen erstausgerüstet. Von den vermuteten 60.000 Einheiten wird ein guter Anteil auch nach Österreich kommen. So wundert es nicht, dass allein Bosal jährlich 1,35 Millionen Stück – vom starren bis zum wegschwenkbaren Kupplungsmodul – vermarktet. Lediglich Hybrid- und Elektrofahrzeuge bleiben vorerst davon ausgenommen. Aber auch da tun sich in der Bosal-Entwicklung neue Möglichkeiten auf: Spezielle Kugelköpfe verhindern zwar das Zuglast fahren, nicht jedoch bis zu 60 Kilogramm schwere Lastträger für zwei Fahrräder, bald auch drei, darauf aufzuhängen. Die rund 25 Kunden fuhren mit einem zufriedenen Gefühl von Keczkemet nach Hause, ein Geschäftsfeld vorzufinden, wovon auch der kleine Kfz-Betrieb partizipieren kann. Kastner-Einkaufschef Martin Kögl ortete jedenfalls höchste Motivation für diesen Produktbereich, zumal ein Kunde sagte, wenn er von Bosal was brauche, rufe er den Kastner an, dann bekomme er immer die richtige Auskunft und aus dem 13.000-TeileProgramm zeitgerecht die korrekte Lieferung. Ein großes Kompliment an die Kundenbetreuungsqualität der Kastner-Organisation ebenso wie an die Betreuungsintensität von Lämmli. Dabei ist Bosal Oris (für die Erstausrüstung) im Segment nicht allein: Westfalia, Thule, Wetter, GDW-Boisner buhlen ums Geschäft. Aber Lämmli macht es mit dem gewissen Charme, lässt sich im Sukus die Meinung der teilnehmenden Fachleute zitieren. •

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Heiße Neuigkeit am Kühlermarkt Als Spezialist für Autokühler und Klimateile ist Nissens seit Langem bekannt. Ab sofort hat der dänische Hersteller einen neuen Importeur: Der Karosseriespezialist Binder übernimmt den Vertrieb in Österreich.

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ährend die bisherige Nissens Österreich GmbH geschlossen wird und Geschäftsführer Thomas Freltoft nach Dänemark zurückkehrt, baut Binder mit der neuen Generalvertretung die Marktpräsenz weiter aus. Auch im Autokühlerbereich kann sich das Tochterunternehmen der Birner-Gruppe nunmehr als Komplettanbieter bezeichnen: Schließlich bietet Nissens eine Marktabdeckung von rund 95 Prozent.

Montag bis Freitag auf 17:30 Uhr verlängert. Wenn es mal wirklich schnell gehen muss, haben wir darüber hinaus die Möglichkeit, Expressbestellungen im Nachtsprung zu realisieren“, erläutert Paar.

Qualität im Fokus Einfache Bestellung „Wir haben ab sofort vollen Zugriff auf das 12.000 Artikel umfassende Sortiment von Nissens. Schon jetzt liegen die gängigsten 1.700 Nummern permanent lagernd bei uns und es werden stetig mehr“, schildert Herbert Paar, Produktmanager bei Binder. Die Bestellung ist übrigens denkbar einfach: „Einerseits haben wir unsere Kataloge auf grafische Teilesuche umgestellt, andererseits wurde die Bestellannahme von

Herbert Paar betont das breite Sortiment von Nissens

Bei Binder unterstreicht man, dass Nissens auch aufgrund des hohen Qualitätsanspruchs sehr gut zur Firmenphilosophie passt: Schließlich legt das Unternehmen Wert auf maximale Druck- und Korrosionsbeständigkeit und unterzieht alle Produkte einer zusätzlichen Dichteprüfung. Zudem sorgt die solide Verpackung dafür, dass die Kühler- und Klimateile nicht nur rasch, sondern auch unversehrt bei den Werkstätten eintreffen. • (HAY)

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Sollten in keiner Werkstatt fehlen: LEDScheinwerfer, Achsmessanlage, Reifenreparatursatz und Wuchtmaschine

Für jeden ist etwas dabei Eine Werkstätte ohne Werkzeug? Da könnte genauso gut ein Koch auf Töpfe, Pfannen und Herd verzichten. Die Auswahl ist schier überwältigend und neben bewährten Geräten kommen stets Neuheiten auf den Markt, um den Vorgaben der Hersteller Genüge zu tun.

Radwaschmaschine für viele Anwendungen

ie Faszination Werkzeug beginnt schon früh zu wirken – bei den Kindern. Und wer je g’standene Mechaniker betrachtet hat, mit welch’ glänzenden Augen sie das neueste Werkzeug betrachten, weiß, dass der Wunsch nach guten, feinen Helfern nie nachlässt. Das wissen die Hersteller, das wissen die Großhändler und so tummeln sich auch heuer wieder neben den bewährten Geräten viele neue Werkzeuge und andere Ausrüstungsgegenstände auf dem Markt.

Dass Achsmessgeräte für Werkstätten immer wichtiger werden, hat man bei Derendinger längst erkannt: So sind von der Marke Ravaglioli Modelle in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich. Große Stücke hält man auch von der elektronischen Radwaschmaschine LS 850: Diese kann für die Reifen von Pkws, SUVs und kleinen Nutzfahrzeugen eingesetzt werden. Je nach Felgenart und Verschmutzung sind bis zu sechs verschiedene Waschzyklen möglich. Die Radwaschmaschine ist in mehreren Farben erhältlich und passt durch ihre kompakten Maße (1,02 Meter breit, 1,31 Meter tief und 1,48 Meter hoch) in so gut wie alle Betriebe.

Breites Sortiment an Handwerkzeugen

Scheinwerfer erzeugt helles, scharfes Licht

Weil Ordnung in der Werkstatt ganz wichtig ist, hat Berner vor Kurzem seine Produktpalette um 35.000 Artikel im Bereich Betriebsausstattung/Lagerhaltung erweitert. Dazu gehören Werkbänke ebenso wie Schubladenschränke. Kfz-Geschäftsbereichsleiter Ing. Alfred Rieder hebt auch das breite Sortiment von Handwerkzeugen über Spezialwerkzeuge bis hin zu Großgeräten hervor. Einzigartig sind die bewährten Werkstattwagen „Revolution“ und „Evolution“, bei denen aus 110 verschiedenen Werkzeuginletts gewählt werden kann. Gemeinsam mit der Fahrzeugindustrie wurde laut Angaben von Rieder das Klimaservicegerät KT 1234 entwickelt. Da ein extrem hoher Grad des Kältemittels rückgewonnen wird, verschaffen die Werkstätten ihren Kunden durch den Einsatz dieses Geräts einen klaren Kostenvorteil.

Auf zwei völlig unterschiedliche Produkte aus dem umfangreichen Programm verweist man bei Siems & Klein: In keiner Werkstätte fehlen sollte der LED-Arbeitsscheinwerfer Twilite, der mit seinen beiden frei schwenkbaren und rotierenden LED-Masten ein helles, scharfes Licht erzeugt. Dadurch ist stets genaues und komfortables Arbeiten möglich. Auf eine ganz andere Art von Anwendung zielt hingegen der Reifenreparatursatz für Pkws, der bei Bedarf auch bei Lkws angewendet werden kann. Das Set enthält neben einer Einsatzpistole zwei unterschiedlich große Düsen, eine Raspel, eine Dose Vulkanisierkleber und insgesamt drei Kartons mit pilzförmigen Reparatureinsätzen. Diese können bei Bedarf sowohl bei Radialals auch bei Diagonalreifen in die schadhafte Stelle eingesetzt werden. •

Von Mag. Heinz Müller

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Von einer Sortimentserweiterung spricht man auch bei Birner: So wurden nun auch Gutmann Tester ins Sortiment aufgenommen. Im Bereich Fahrzeugdiagnose bietet man in der KTS-Reihe von Bosch eine ganze Palette vom Einsteigergerät (KTS 200) bis zu einer mobilen Gesamtlösung für die Werkstatt (KTS 340). Daneben hat Birner auch zahlreiche verschiedene Reifenmontier- und Wuchtmaschinen für jede Brieftasche und Anwendung im Programm.

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Wessels + Müller, nach der Übernahme der ZF-Trading auch in Österreich präsent, ist im Bereich der Werkstattausrüstung europaweit eine absolute Größe. Neben Top-Planung und Premiummarken hat das Unternehmen auch eine konkurrenzfähige Eigenmarke im Sortiment.

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ie Wessels + Müller AG (WM) gehört zu den leistungsstärksten Großhändlern für Kfz-Teile, Zubehör, Reifen und Werkstattausrüstungen in ganz Europa. Mit mehr als 175.000 katalogisierten Artikeln bietet das Unternehmen an über 90 Standorten ein

Mit starker Eigenmarke im Spiel umfassendes Warensortiment für Autohandel und Kfz-Werkstätten rund um Pkws, Nutzfahrzeuge und Zweiräder. Seit der Übernahme der vier Standorte der ZF-Trading (in Wien, Graz, Linz und Innsbruck) trifft das mittlerweile auch auf Österreich zu.

Immer gut ausgerüstet WM ist neben der Teilelieferung seit vielen Jahrzehnten kompetenter Ansprechpartner im Bereich Werkstattausrüstung und bietet ein Komplettprogramm von Werkstattausrüstungsgeräten. „Vom Abgastester und Diagnosegerät über Hebebühnen und Reifenservicegeräte bis hin zum Zündungstester statten wir Sie vollständig aus,“ sagte Gerhard Lorber von WM. „Unsere Spezialisten bieten professionelle Hilfe bei Planung, Lieferung, Inbetriebnahme und technischer Einweisung in alle Geräte.“ Bei der Auswahl der Hersteller und Produkte wird auf höchste Qualität und Markenlieferanten ebenso wie auf Funktionalität und optimale Serviceleistungen geachtet. In den zentralen Produktbereichen der Werkstattausrüstung ist WM nicht nur mit PremiumMarken – allen voran Bosch – vertreten, sondern bietet in den Bereich Diagnose, Hebetechnik, und Reifenservice auch die Eigenmarke WM Tec an.

Individuelle Planung WM ist vor allem als zuverlässiger Lieferant von Fahrzeugteilen, Reifen und Werkstattausrüstung bekannt. Das Unternehmen versteht sich jedoch auch als Ansprechpartner für das große Ganze – sprich: die Planung, Konzeption, den schlüsselfertigen Neu- oder Umbau von Werkstätten und Autohäusern. Seit mehr als 40 Jahren werden die Erfahrungen vom Entwurf über die Planung bis hin zur handwerklichen Ausführung an die Kunden weitergegeben. Kunden profitieren von einem lückenlosen Service aus einer Hand,

das sowohl für individuelle Planungen als auch für modulare Autohäuser Vorzüge bietet. Das Projektmanagement begleitet Kunden von der ersten Stunde beim Gespräch zwischen Bauherr und Architekten bis hin zur Schlüsselübergabe. Individuelle Konzepte für den Neu- oder Umbau von Kfz-Betrieben gehören zu den Stärken des Unternehmens. • (LHO)


s 78 gag **GKUVan Wezel **GKUoklus_Layout 1 08.07.13 12:47 Seite 2

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Vor Ort verfügbar Die Einkaufsgemeinschaft „Global Automotive Group“ (GAG) wächst auch in Österreich. Beim Welser Teilehändler Jedinger wurde ein Zentrallager eingerichtet.

zu einer Tagung in Schweinfurt (Deutschland), andererseits wird schon am 31. August ein „Tag der offenen Tür“ bei der Firma Jedinger in Wels stattfinden: Dort wurde das Zentrallager für den österreichischen Markt eingerichtet. „Laufend sind Waren in ausreichender Zahl vorrätig“, unterstreicht Aschenbrenner das Bemühen um eine bestmögliche Verfügbarkeit. Geliefert werden die Teile von einer wachsenden, aktuell rund 50 Firmen umfassenden Zahl an Industriepartnern.

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und 6 Monate nach dem Start ihrer Kooperation ziehen Adolf Aschenbrenner und Matthias Kessel eine zufriedene Zwischenbilanz. Trotz der Turbulenzen rund um ihren Ausstieg beim konkurrierenden Netzwerk ATEV ist es den beiden Managern gelungen, 22 Teilehändler für eine GAG-Mitgliedschaft zu gewinnen. Bis zum Jahresende ist ein Ausbau auf 25 Firmen geplant. 10 der Mitglieder stammen aktuell aus Österreich.

Thomas und Sybille Jedinger (v. l.) sind die österreichischen Logistikpartner von GAG

„Tag der offenen Tür“ in Wels Um den Markt über ihre Kooperation zu informieren, laden die GAG-Gründer einerseits am 21. September

Passgenaue Identteile Für Zeitwertreparaturen von Fahrzeugkarossen ohne Kaskoversicherung sind Identteile eine kostengünstige Alternative. In vielen Fällen spießt es sich bei herkömmlichen Produkten jedoch an der Passgenauigkeit. Für Teile von Van Wezel Autoparts existiert dieses Problem nicht.

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m Gespräch mit AUTO & Wirtschaft unterstreicht Prokurist Kurt Kerschl, dass sein Haus mit Equipart über eine eigene Qualitätsstufe von Karosserieteilen (insgesamt 24.500 Artikel im Programm) verfüge. In der Zentrale von Van Wezel in Belgien ist ein Team von zehn Beschäftigten allein mit der Überprüfung der Passgenauigkeit von Teilen befasst, die neu ins Lieferprogramm aufgenommen werden. Für die Konzeption der Teile und den Check ihrer Passgenauigkeit stehen im Stammwerk 150 Originalkarossen gängiger Automodelle zur Verfügung. Auf diese Weise wird gewährleistet, das Teile, die unter der

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Prokurist Kurt Kerschl und Jürgen Rabsilber

„Zu unserer Informationsveranstaltung in Wels haben wir rund 180 Teilehändler eingeladen“, erklärt Aschenbrenner. Angesichts des regen Feedbacks rechnet er demnächst mit weiteren Beitritten: „Schon kurzfristig sind 15 österreichische Mitglieder eine realistische Größenordnung.“ • (HAY)

Bezeichnung Equipart firmieren, den höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen. In besonders heiklen Fällen wird Kontakt mit den Fahrzeugherstellern aufgenommen. Auf die Frage, welche Karosserieteile besonders gefragt seien, sagt Kerschl, dass es sich vor allem um Kotflügel und Motorhauben handle, weil beispielsweise Türen in derartigen Fällen von den Karosseriespenglern meist repariert würden. Einen ausgesprochenen Boom verzeichnet Kerschl, seit Van Wezel Fensterheber ins Sortiment aufgenommen hat. Wurden im Vorjahr insgesamt 5.000 Stück abgesetzt, so sind heuer bereits im 1. Halbjahr 7.000 Einheiten über den Ladentisch gegangen. • (LHO)

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s 79 neue produkte**okhayoklus_Layout 1 08.07.13 13:01 Seite 1

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Neues System für Einwegbecher

App für RiemenverschleißKontrolle

Für die Einwegbecher SATA RPS (Rapid Preparation System) in den Größen 0,3 l, 0,6 l und 0,9 l wird nun ein Entnahmespender angeboten. Der „SATA RPS wall dispenser“ besteht aus 6 Röhren für Becher, Deckel und Siebe in 2 Größen. Für die dritte Bechergröße gibt es ein Erweiterungsset.

Gates PIC (Parts Image Capture) Gauge ist eine Smartphone-App, die eine genaue, zuverlässige Beurteilung des Riemenverschleißes ermöglicht. Es handelt sich um das erste digitale Tool überhaupt, mit dem qualifizierte Techniker den Verschleiß von Keilriemen rippen präzis diagnostizieren können.

SATA; www.sata.com

Gates; www.gates.com

Eigenes Display für Kerzen

Tabletten für klare Scheiben

Zur Unterstützung des Fachhandels am Point of Sale bietet DENSO exklusive Promotion-Displays an. Die etwa 130 cm hohen Displays sollen die Aufmerksamkeit der Kunden auf das kompakte Twin Tip Zündkerzen-Sortiment von DENSO lenken, das speziell für die Anforderungen des Aftermarktes ausgelegt ist.

Die neuen claro VIEW Autoscheiben-Reiniger-Tabs sparen Geld, Platz und schonen die Umwelt. Sie haben eine erhöhte Reinigungsleistung, sind einfach anzuwenden und immer griffbereit im Handschuhfach. Ein Tab claro VIEW ergibt 4 l Scheibenreiniger, sie sind phosphatfrei und dadurch umweltfreundlich.

Denso; www.denso-am.de

Claro; www.claro.at

Teilekatalog per Smartphone Der Teilekatalog von TRW ist jetzt auch für Smartphones mit Android-Betriebssystem abrufbar. Damit haben Kunden mit AndroidSmartphones Zugriff auf alle Bremsen-, Lenkungs- und Aufhängungsteile aus dem Corner Module von TRW. Die neue TRW-App ist kostenlos unter dem Suchwort „TRW“ im Google Play Store verfügbar.

TRW; www.trw.de

Airbox Cleaner für gesunde Luft Berner Airclean Citrus beseitigt unangenehme Gerüche, Pollenund Nikotinablagerungen aus der Klimaanlage. Mit diesem Airboy-Reiniger können allergieauslösende Bakterien und Keime gründlich bekämpft werden. Darüber hinaus sorgt das Produkt für frischen Zitrusduft im Innenraum.

Berner; www.berner.co.at

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s 80 menschen_hayder GKU okmue_Layout 1 08.07.13 15:49 Seite 1

Philipp Hayder

Der schreibende Flieger V

eränderungen sind unsere ständigen Begleiter im Kreieren von Geschäftsmodellen und Geschäftsbeziehungen. Auch AUTO & Wirtschaft bleibt davon nicht unberührt. Philipp Hayder (30) wird sein Hobby zum Beruf machen und schlägt die Berufspilotenlaufbahn ein. Während seiner 10 Jahre im Tätigkeitsbereich von Helmuth H. Lederers Medienwelt ist der gebürtige Amstettener federführend am Auf- und Ausbau unseres rein automotiv orientierten Verlages beteiligt. Wir schildern jetzt nicht seine faszinierenden Leistungen in unseren Print- und Online-Medien, die ihn rasch zu unserem Prokuristen und Verlagsleiter beförderten. Die Breite seiner Erfolge spiegelt sich in den regelmäßigen Gratulationen und Glückwünschen unserer Leserinnen und Leser wider. Arbeiten ist Einstellungssache. Philipp Hayder machte diesen Härtetest. Wo der eine mit Höflichkeitsberichterstattung das Auslangen findet, zaubert der andere eine Insiderstory nach der anderen aus dem Hut, ohne den kommerziellen Willen unseres Verlages zu negieren. Dieser für die meisten Fachredakteure unüberwindlich scheinende Konflikt wurde von Hayder selbst bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit ausgelotet. Künftig wird er in unserem Verlag leiser treten und dennoch präsent bleiben. Hersteller, Importeure, Handel und Gewerbe, Dienstleister und Funktionäre erhalten weiter seine prüfenden Fragen, um in den Texten unseren Lesern profunde Rückschlüsse auf die Branchenentwicklung zu reflektieren. Ein schrittweise neues Organisationsmodell wird die Verlagsstrukturen neu regeln, das ebenfalls die mit 2017 pensionsbedingt limitierte Geschäftsführung von Gerhard Lustig mit einschließt. • (LUS)

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AUTO & WIRTSCHAFT • JULI/AUGUST 2013


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Seit 1. Juli ist Michael Röck bei McLaren Automotive neuer Operations Manager für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Zentral- und Osteuropa. Er war zuletzt bei der Alcar-Gruppe in Leobersdorf beschäftigt und hatte sich davor bei Denzel unter anderem um McLaren gekümmert.

MENSCHEN Seit Juni ist Roman Sobotka (Bild) Markenleiter für Lexus bei Toyota Frey. Er folgt auf Verkaufsleiter Gerald Traxler, der das Unternehmen verlassen hat. Sobotka war für Toyota/Lexus in den vergangenen Jahren als Unternehmenssprecher und als Filialleiter in Wien, Salzburg und zuletzt Wiener Neustadt tätig.

Abschied von Magna Ing. Hubert Hödl, Vertriebsvorstand von Magna-Steyr in Graz, verlässt das Unternehmen, wird aber weiter als Konsulent zur Verfügung stehen. Seine Arbeit wird vom Deutschen Gerd Brusius (Magna International) zusätzlich übernommen.

Hans Zimmermann (Bild), Country Manager von Yamaha Motor Middle Europe B.V. in Wien, übernahm am 3. Juni auch die Geschäftsführung von Yamaha in Tschechien und der Slowakei. Sein Vorgänger Vaclav Koucky hat Yamaha verlassen, um sich Aufgaben außerhalb der Branche zu widmen. Rainer Harter ist bei Giti Tire Deutschland seit Juni als General Manager für Deutschland/Österreich/Schweiz tätig und verantwortet den Vertrieb der Marken GT Radial, Primell und Runway. Er arbeitete zuletzt bei Michelin als Vertriebsdirektor für Lkw-, Busund Baumaschinenreifen im deutschsprachigen Raum.

Neue Führung beim TÜV Ing. Mag. Christian Rötzer (49, l.) ist neuer Geschäftsführer der TÜV Austria Automotive GmbH; sein Vorgänger Dipl.-Ing. Walter Bussek (M.) ist in den Ruhestand getreten. Zum Leiter des Technischen Dienstes beim TÜV Austria wurde Ing. Walter Posch (47, r.) ernannt.

Anfang Juli hat Jan Willem Jongert (49) die Führung der Wilhelm Schwarzmüller GmbH angetreten. Der Anhängerhersteller hat sich ein Umsatzwachstum verordnet. Zuletzt ist Jongert als Vertriebsleiter für die Region Asien/Pazifik beim Staplerhersteller Jungheinrich tätig gewesen.

Ende Juli wird Monika Mittermayr, seit 24 Jahren im Wiener Büro der Konzernkommunikation von Porsche Austria tätig, in den Ruhestand treten. Ihre Position in Wien wird nicht nachbesetzt; die Aufgaben werden intern von den Kollegen in Salzburg übernommen.

Chefstratege geht

Porsche-Preis

Neben Ing. Hubert Hödl (siehe Meldung auf dieser Seite) hat vor kurzem ein weiterer hochrangiger Österreicher den Magna-Konzern verlassen: Dr. Herbert Demel ist seit 1. Juli nicht mehr Chief Strategy Officer von Magna International; er will sich anlässlich seines bevorstehenden 60. Geburtstags im Herbst verstärkt um seine Professur an der TU Wien kümmern und beruflich leiser treten. Demel war in seiner mehr als 30-jährigen Karriere unter anderem bei Bosch, im VWKonzern und bei Fiat tätig.

Scania-Entwicklungsleiter Dr. Magnus Mackaldener wurde für die Entwicklung effizienter Abgastechnik mit dem „Prof. Ferdinand Porsche Preis“ ausgezeichnet. Bei der Übergabe in Wien (v. l.) Prof. h.c. Ferdinand Piëch, Dr. Magnus Mackaldener, Univ.-Prof. Sabine Seidler, Dr. Wolfgang Porsche.

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Betrifft: Objektivität des ÖAMTC Sehr geehrter Herr Lustig ! Aus gegebenem Anlass möchte ich Ihnen meinen Ärger (und den von Händlerkollegen) über Aussagen von ÖAMTC-Stützpunkt-Mitarbeitern mitteilen: Ein Kunde aus Oberösterreich wollte einen Termin für die Ankaufsüberprüfung für ein Saab Cabrio mit 77.000 km beim ÖAMTC Grenzackerstraße in Wien und erhielt am Telefon die Aussage: „Des brauchen S’ net kaufen, wäu do gibt’s kane Ersotzteil mehr.“ Dadurch wurde er vom Kauf abgehalten. Immer wieder werden wir mit absolut unkompetenten und nicht objektiven Aussagen an Kunden konfrontiert, wenn diese Ankaufstests oder §-57a-Überprüfungen durchführen lassen. Zumeist werden alle Produkte, die nicht den 3 „Großen“ zuzurechnen sind, absolut falsch bewertet bzw. der Kunde damit verschreckt. Es ist aber auch mehrfach passiert, dass offensichtliche Fehler nicht beurteilt wurden. Wie ich aus Gesprächen mit Kollegen weiß, dürften dies keine Einzelfälle, sondern vermehrt die Meinung und Beurteilung der jeweiligen Mitarbeiter sein. Ich denke, dass eine Organisation wie der ÖAMTC objektiv, emotionslos und frei von Vorurteilen agieren sollte. Dies geschieht leider immer wieder nicht. Auch ist es wiederholt passiert, dass ein und dasselbe Fahrzeug von 2 verschiedenen Stützpunkten absolut konträr bewertet wird. Zum Beispiel sind plötzlich Roststellen verschwunden und neue Mängel, die zuvor nicht erwähnt wurden, vorhanden. Offensichtlich gibt es eine höhere Macht, die Fahrzeuge ohne Zutun repariert oder neue Schäden, innerhalb von Tagen, entstehen lässt. Oft mangelt es dem Tester an markenspezifischen Kenntnissen und es werden Dinge negativ bewertet, obwohl diese beim betreffenden Fahrzeug konstruktionsbedingt sind oder bei der Ausstattung vom Hersteller so verbaut wurden. Ein Kunde sollte sich auf die Objektivität, die von Seiten des ÖAMTC kommuniziert wird, verlassen können. Abwertende Beurteilungen über Nischen- und Nichtvolumenmarken sind hierfür suboptimal. Mit freundlichen Grüßen, Alois Weber, Geschäftsführer Autohaus Wien-Oberlaa

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LESERBRIEFE

In der Kolumne „Der A&W-Papierkorb“ sind Inhalte zu lesen, die zum Schmunzeln anregen können, ohne dass sie unbedingt immer mit der Automobilbranche zu tun haben.

Für Leute, die alles haben

Der Vatertag, an dem Derlei manchmal verschenkt werden, ist zwar schon vorbei, doch die nächste Gelegenheit kommt bestimmt: Unter der Adresse www.mydlo24.cz (was so viel heißt wie „Seife24“) bietet eine tschechische Firma Seife mit dem Logo von Automarken an. Allerdings sind derzeit nur drei Marken im Programm (und zwar um umgerechnet jeweils 4,76 Euro): Skoda (logisch), VW und Peugeot.

Betrifft: Lob für „AUTO & Wirtschaft“ Sehr geehrter Herr Chefredakteur! Als Bundesinnungsmeister der Kfz-Techniker ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen und Ihrem gesamten Team ein großes Lob auszusprechen. Das betrifft nicht nur „AUTO & Wirtschaft“, sondern auch die anderen Publikationen in Ihrem Verlag. Die allwöchentliche „Eurotax AUTO-Information“ ist ein unentbehrlicher Fundus an Neuigkeiten, und in der „AUTO-info4you“ schätze ich vor allem die Eilmeldungen zu brisanten Themen. Ihr Team ist stets außerordentlich gut informiert: Diese Einschätzung bekomme ich auch immer wieder von meinen Gesprächspartnern in der Branche bestätigt. Mit freundlichen Grüßen, Komm.-Rat Fritz Nagl, BIM der Kfz-Techniker

Der elektronische Informationsdienst für die österreichische Automobilbranche

Für die Fachwelt ...

... und für Endkunden

Die Fachjournalisten im A&W-Verlag recherchieren die jeden Freitag erscheinende „Eurotax AUTO-Information“ und die 2-mal wöchentlich aktualisierte „AUTO-info4you“. 11-mal jährlich versorgen wir die Fachwelt in „AUTO & Wirtschaft“ mit Branchennews.

„FLOTTE & Wirtschaft“ wird 11-mal jährlich an Flottenbetreiber versandt. An Endkunden richten sich die „AUTO BILD“, für die wir den Österreich-Teil gestalten, sowie die neuen Medien „4wd“ (erscheint zweimonatlich) und „ALLRADKATALOG“ (1-mal jährlich).

Abonnement-Service: Info-Lady Uschi Ernst, 3400 Klosterneuburg, Inkustr. 16, T: +43 2243 36840-529, F: +43 2243 36840-593, M: +43 664 8222224, E: ernst.uschi@lederers-medienwelt.at

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AUTO & Wirtschaft • JULI/AUGUST 2013


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AUTO & Wirtschaft 07/08-2013