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Nun, Doktor, als ich auf der Krim stationiert war und ohne meine Frau leben musste, langweilte ich mich. Sind Sie an den Arterien erkrankt?

Erzähl dem Doktor, was du getan hast! Es ist mir peinlich. Könnte der Herr das Zimmer verlassen ...

Arr! Muss dieser Herr dabei sein?

Das ist mein Assistent. Er darf alles hören. Fahren Sie fort.

Es ist wirklich peinlich. Ich habe mir, wie soll ich sagen, ein Holzspielzeug anfertigen lassen, mit dem ich nun eben ... spielte.

Ossour, ich bitte Sie!

Natürlich. Weiter!

Also, aus dem Krieg zurückgekehrt, behielt ich diese verabscheuungswürdige Gewohnheit bei, und gestern ging der Gegenstand verloren. Wie?

Hi! Hi!

Schweigen Sie endlich!

Ha ha ha ha!

Was?

Nicht meine Schuld! Hätten Sie doch aufgepasst!

Hu hu hu hu!

Doktor, ich bin ein ranghohes Armeemitglied. Entfernen Sie diesen Fremdkörper und ersparen Sie mir die Schande im Armeehospiz.

Nehmen Sie den Dienstweg.

Und wie soll ich mich Ihrer annehmen? Es könnte da doch Zangen geben?

Kommen Sie!

Mir fehlt leider die Ausrüstung.


Welch schönes Wetter wir heute haben! Wie können Menschen nur eingesperrt leben?

Treten Sie ein! Ich lüfte ein wenig, um uns zu erfrischen.

Alles hast du mir genommen, Bell! Frau, Bruder und Kinder.

Stirb!

Vorsicht, der Kopf im Glas!

Es kocht noch über!


Sankt Trinian, einige Stunden zuvor. Wohin fahrt ihr in die Ferien?

Und du?

Wieder zum Reichenbachfall. Es ist so öde. Keine Ahnung, was meine Eltern an der deutschen Schweiz finden. Was gibt’s denn da unten? Wasserfälle.

Das nervt mich. Alle Mädchen sind weg. Uns holt man immer zuletzt ab.

Mein Vater hat keinen Urlaub. Er passt auf mich auf.

Mademoiselle Worth! Ihr Vater ist da.

Also, Mary, bis nächstes Jahr. Schreib mir! Sicher.

Papa!

Tut mir leid.

Ich konnte nicht früher kommen.

Aber ich habe einige Tage frei! Was würdest du gerne tun?

Alle meine Freundinnen sind weg, nur wir verreisen nie. Alice Worth ist in der Schweiz. Die Schweiz ist langweilig.

Der Vater von Alice ist kriminell. Das bringt mehr ein als bei der Polizei.

Willst du einen armen, ehrlichen Papa oder das Gegenteil? Ich will Ferien. Wenn du mich liebst, verreisen wir.

Wir werden beim Professor zum Tee vorbeischauen. Das wird amüsant werden. Er zeigt uns Waffen und andere seltsame Dinge. Einmal formte er sogar Knetmasse zu lebenden Figuren. Ich mag Professor Bell nicht.


Inspektor, welch Freude! Wie geht es Ihnen?

Stören wir Sie nicht? Aber nein.

Ups. Gehen wir in den Salon.

Nicht hier rein! Tag.

Ich find‘s blöd, dass er immer traurig ist.

Jedenfalls freut es mich außerordentlich, dass Sie mit der Kleinen vorbeigekommen sind. Wie heißt du, mein Kind?

Der Professor macht bloß Spaß. Natürlich kennt er deinen Namen.

Aaaah!


Soll ich vielleicht Hilfe holen?

Wer bist du?

Sie erkennen mich nicht?

Nein.

Ich mache Selbstversuche.

Nehmen Sie Drogen? Aber nein.

Um meine Phantasie zu stimulieren. Reiche mir bitte das Kรถfferchen auf dem Tisch. Ich bleibe im Bett, um einige Substanzen auszuprobieren.

Wozu das denn?


Möchtest du auch?

Nein.

Habe ich lange geschlafen? Ja.

Nur wenige Sekunden. Haben Sie geträumt?

Ganz seltsam, von toten Königinnen. Sie erwiesen mir zum Empfang die Ehre, als ob ich eine von ihnen wäre.


Sie sagten mir, was für ein Glück ich hätte. Denn ich wäre der erste Sterbliche, dem sie Zugang gewährten.

Sie beglückwünschten mich zu dem ungeheuren Ausmaß, das die Würde, Dauer und Moral meiner Trauer angenommen hätten.

Sie fügten hinzu, dass sie meine Kunst zu trauern bewundern.

Anschließend musste ich eine Rede halten, um meinen Thron besteigen zu dürfen. Aber ich hatte meine Brille verloren. Im Traum trug ich nämlich eine Brille.

Ich war beunruhigt, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Dann wachte ich auf.

Wie waren die Königinnen angezogen?


Professor Bell Bd. 4. Die Gesellschaft der toten Königinnen