© 2018 AT Verlag, Aarau und München Lektorat: Karin Steinbach Tarnutzer, St. Gallen Kartenausschnitte: Atelier Guido Köhler & Co., Binningen ISBN 978-3-03800-952-8 www.at-verlag.ch
Der AT Verlag, AZ Fachverlage AG, wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016 bis 2020 unterstützt.
Inhaltsverzeichnis
11 12 15
Vorwort Seilbahnwandern – aber richtig! Die Wanderungen und Varianten nach Schwierigkeitsgrad
Graubünden, Ostschweiz, Tessin 21
Engadin total Corvatsch–Furtschellas
24
Zeitreise durch Jahrmillionen Parpaner Rothorn–Aroser Hörnli
29
Die grosse Arena Brambrüesch–Feldis
33
Oben sein und oben bleiben Piz Scalottas–Brambrüesch
37
Die längste Seilbahn der Schweiz Hoher Kasten–Stauberen
41
Eine Wanderung mit zwei Gesichtern Ebenalp–Säntis
45
Wie in alten Zeiten Amden Niederschlag–Wolzenalp
49
Auf den Spuren des Martinslochs Tschinglenalp–Grauberg
55
Frei in den Bergen Elm Ämpächli–Garichti
59
Auf dem Glarner Höhenweg Braunwald Grotzenbühl–Brunnenberg
62
Che bello! Monti di Saurù–Landarenca
67
Viva il Ticino Monte di Comino–Costa
70
Il grande classico Alpe Foppa–Monte Lema
Zentralschweiz 76
Obendrüber statt untendurch Oberschwandi–Waldiberg
81
Uri West Mittelarni–Wilerli
85
Echo vom Gitschital Brüsti–Gitschenberg
89
Auf Bärenspuren Sittlisalp–Kilcherberg
93
Auf zur Urner «Bähnli»-Trophy Eggberge–Ratzi
98
Axenstrasse spezial Ober Axen–Eggberge
103
Höhenluft Fronalpstock–Chlingenstock
106
Auf dem Schwyzer Höhenweg Mostelberg–St. Karl
111
Unbekannte Rigibahnen Timpel–Rigi Burggeist–Hinterbergen
114
Die grosse Rigi-Tour Rigi Scheidegg–Rigi Kaltbad
119
Auf der Höhe Niederbauen–Stockhütte
123
Achtung: Steinschlag! Alp Weid–Niederbauen
126
«Zwische See und heeche Bäärge» Musenalp–Klewenalp
131
Seilbahn ist nicht gleich Seilbahn Niederrickenbach–Haldigrat–Brändlen
134
Völlig abgehoben Gietisflue–Gitschen–Musenalp
138
Hommage an die Sinsgäu-Bahn Bannalp–Sinsgäu–Gitschenen
142
Das grosse Menü Stanserhorn–Bielen
147
Das kleine Menü Bielen–Oberalp–Gummenalp
151
Seilbahn sei Dank Brunni–Bannalp
156
Thema mit Variation Fürenalp–Brüsti
161
Willkommen auf der Engstlenalp Melchsee-Frutt–Engstlensee
164
Im Angesicht des Wetterhorns Melchsee-Frutt–Käserstatt
169
Es lebe die Panoramawelt Brienzer Rothorn–Turren
Berner Oberland und Wallis 175
Und der Berg dort, wie heisst er? Allmenalp–Elsigenalp
178
Alpin von Bahn zu Bahn Engstligenalp–Hahnenmoospass
183
Luft nach oben, Luft nach unten Betelberg–Wasserngrat
186
Der Knotenpunkt Planachaux–Portes du Soleil–La Foilleuse
190
Schöne Aussichten Verbier-Panoramaweg
195
Von Gletscherweiss zu Mattengrün Diablerets–Sanetsch
199
Highway to Heaven Crêt du Midi–Bendolla
203
Grosses Kino Sunnbüel–Schwarenbach–Gemmipass
207
Der böse Brand Torrentalp–Jeizinen
210
Kampfzone Wallis Schalb–Brand
215
Auf den Spuren der Gletscher Trockener Steg–Schwarzsee
219
Der Geheimtipp Gspon–Gibidum–Giw
223
Sein oder Nichtsein Belalp–Riederalp
226
Bahntastisch! Eggishorn–Bettmerhorn–Hohfluh
230
Bildnachweis
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Vorwort
Die Schweiz ist das Land der Seilbahnen. Was es da nicht alles gibt: von der luftigen Viererkiste bis zum Luftschiff mit einem Fassungsvermögen von 250 Personen, von kurzen Zubringerbahnen bis zur Gondel, die 1250 Höhenmeter überwindet, von der topmodernen Kunststoffkabine bis zu musealen Holzmodellen. Oft sind schon die Seilbahnen allein eine Entdeckungsreise wert. Noch schöner ist es jedoch, wenn man zwei oder mehrere davon mit einer Panoramawanderung verbinden kann. Das bringt einen doppelten Nutzen: Der schweisstreibende Aufstieg bis über die Waldoder Nebelgrenze entfällt, dafür eröffnet sich schon von Beginn weg die Bergwelt in ihrer ganzen Pracht. Zudem darf man ruhig etwas länger oben bleiben und geniessen – denn auch für den Schlussabstieg ins Tal ist eine Seilbahn besorgt. Aus diesem Grund finden sich in diesem Buch 50 der schönsten Wanderungen mit 34 Varianten von Seilbahn zu Seilbahn in der Schweiz. Viele dieser Wanderungen sind einfach und gemütlich zu begehen, andere fordern die Kondition etwas mehr. Technische Schwierigkeiten bieten aber die wenigsten der vorgeschlagenen Touren. Nach bewährtem Rezept der AT-Bergbuchreihe werden in einem ausführlichen Serviceteil die nötigen Informationen mitgeliefert, und eine Übersichtskarte mit eingezeichneter Strecke sowie viele Fotos runden die stimmungsvollen Beiträge ab. Genaue Hinweise zu Schwierigkeit und Routencharakter ermöglichen es Ihnen zudem, eine Tour auszusuchen, die genau Ihren Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Zusätzlich finden Sie die Routen in einem Verzeichnis nach Schwierigkeitsgrad geordnet. Ich danke dem Lektorat und der Verlagsleitung des AT Verlags. Dank ihrer Unterstützung sind Sie alle, ob Familien, Genuss- oder Bergwanderer, herzlich eingeladen, mit diesem Buch die vielfältige Welt der Schweizer Bergbahnen zu entdecken. Dabei wünsche ich Ihnen viel Spass.
David Coulin
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Unterkunft und Verpflegung unterwegs Drehrestaurant mit Zimmern auf dem Hohen Kasten (1793 m) Berggasthaus Staubern (1745 m), Panoramarestaurant mit Zimmern, www.staubern.ch Berggasthaus Bollenwees (1470 m), grosses Berghaus mit Zimmern und Massenlager, www.bollenwees.ch
Route Vom Hohen Kasten zuerst nördlich hinunter zum Kastensattel, dann unter dem Gipfelkopf traversierend zum Südwestgrat. Auf diesem rund 5 Kilometer via Glogger zur Stauberen. Variante Von der Stauberen weiter zur Saxerlücke. Kurzer Abstieg zur Bollenwees, dann auf Alpstrasse hinunter zum Sämtisersee. Vom Appenzeller Sämtis Gegensteigung zur Alp Sigel. Evtl. weiterer Aufstieg bis zur Gratkante, dann über die Zahme Gocht (P. 1662) hinunter bis zur Bergstation der kleinen Seilbahn, die hinunter nach Hasler führt. Betriebszeiten: Anfang Mai bis Ende Oktober durchgehend 8–18 Uhr (Informationen: www. alpsigel.ch). Von der Talstation 10 Minuten auf der Fahrstrasse nach Brülisau (gesamte Tour T2, 850 m Abstieg, 600 m Aufstieg, 5–6 Std.).
Karten Landeskarte 1:25 000, 1115 Säntis Landeskarte 1:50 000, 227 Appenzell
Brülisau
Appenzell
1 km Pfannenstiel
Kastensattel
Wasserauen bel
Hoher Kasten
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Stauberenkanzel
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Saxer First
40
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Bollenwees
Saxerlücke
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Säntisbahn, im Hintergrund die Churfirsten
Ebenalp–Säntis
Eine Wanderung mit zwei Gesichtern Wenn ein ausländischer Fotograf die Landschaften der Schweiz in fünf Bildern zeigen müsste – das Wildkirchli unterhalb der Ebenalp wäre so garantiert dabei wie das Matterhorn. An den Felsen geschmiegt, klebt es über dem Abgrund, als Sinnbild der Schweizer Bergmenschen, die sich in jeder noch so schmalen Bergritze eingenistet haben. Tatsächlich dienten die Höhlen auf der Ebenalp schon in prähistorischer Zeit als Behausung. 41
Das Gipfelbeizli auf dem Schäfler ist urchig und gemütlich.
Heute ist es jedoch mit der eremitischen Ruhe beim Wildkirchli nicht mehr weit her. Deshalb lassen wir es bei einer Stippvisite von der Bergstation der Ebenalp-Seilbahn aus bewenden und steigen dann hinauf zum Schäfler. Auch auf diesem Weg ist man selten allein. Das macht aber nichts, denn mit jedem Höhenmeter wird das Panorama umfassender. Nicht nur Säntis, Fählenalp und Meglisalp sind im Hintergrund präsent, sondern auf der anderen Seite auch die Appenzeller Voralpen und gegen Osten hin der markante Zapfen des Hohen Kastens. Je weiter man bergwärts strebt, umso mehr verengt sich die Gratflanke, und ganz oben ist gerade noch Platz für das Berggasthaus Schäfler. Der Platz ist gut ausgenützt so, denn die Siedwürste und der Schlorzifladen, die hier serviert werden, sind so vorzüglich wie die Aussicht. Viele kehren jetzt um. Wir wollen aber weiter. Eine Tafel warnt indes: Ab jetzt ist Alpinwandern angesagt, mit guten Schuhen und Schwindelfreiheit. Zum Glück sind an allen neuralgischen Stellen Sicherungsseile angebracht. Zum Beispiel, um in die Flanke der Altenalptürm abzusteigen. Oder ganz am Schluss, um über den Blau Schnee «von hinten» auf den Säntis zu 42
Blick vom Öhrli zu den Altenalptürm.
gelangen. Dazwischen schlängelt sich der Weg über den Lötzisälplisattel und durch die Öhrligrueb zur Rossegg. Besonders interessant ist der Übergang beim Öhrlikopf. Es lohnt sich, hier das Echo auszuprobieren – die umliegenden Kalkwände erwidern den Gruss dutzendfach. Wenn Zeit und Kondition reichen, lohnt sich auch der Abstecher hinauf zum Öhrlikopf. Der ist technisch einfacher, als es von unten aussieht. Aber Achtung: Der Weg vom Öhrlikopf zum Säntis zieht sich, so schön er ist, doch noch ein bisschen in die Länge. Das ist dann sicher kein Problem, wenn man im Berggasthaus Alter Säntis gerade noch den Sonnenuntergang bewundern und übernachten will. Warum auch nicht?
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Charakter Äusserst abwechslungs- und aussichtsreiche Bergwanderung. Schwierigkeit T3 Höhendifferenz 1050 m Aufstieg, 200 m Abstieg Wanderzeit 5–6 Std. Ausgangsstation Ebenalp (1590 m). Anreise mit der Appenzellerbahn bis Wasserauen, dann Seilbahn bis Ebenalp. Ganzjährig in Betrieb, in den Sommermonaten viertelstündlich 7.30–18 Uhr (Informationen: www.ebenalp.ch). Endstation Säntis (2502 m). Mit der Seilbahn hinunter zur Schwägalp (Postautoanschluss). Ganzjährig in Betrieb, in den Sommermonaten halbstündlich 7.30–18 Uhr (Informationen: www.saentisbahnen.ch).
Route Von der Bergstation der Ebenalpbahn via Füessler und Chlus direkt hinauf zum Schäfler. Von dort steil über Steinabsätze hinunter (Sicherungsseile). Danach den Hang entlang zum Lötzisälplisattel und weiter durch die Öhrligrueb zum Sattel P. 2131. Weiter unter dem Hüenerberg hindurch bis zum Blau Schnee, der mithilfe eines Seiles erstiegen wird. Nach einem kurzen, gesicherten Abstieg über Felskanten mit Hilfe von Eisenstangen und Trittstufen hinauf zum Säntisgipfel. Variante Vor P. 2131 Abstecher auf den Öhrlikopf (2193 m): T3+, 100 m Auf- und Abstieg, maximal 1 Std. hin und zurück. Unterkunft und Verpflegung unterwegs Berggasthäuser auf der Ebenalp, beim Wildkirchli und auf dem Schäfler Gastronomie auf dem Säntis Berggasthaus Alter Säntis unterhalb des Gipfels, Doppelzimmer und Matratzenlager, www.altersaentis.ch Karten Landeskarte 1:25 000, 1115 Säntis Landeskarte 1:50 000, 227 Appenzell
Appenzell 1 km
Ebenalp
Wasserauen
Schäfler
Lötzlisalpsattel
Potersalp Öhrli Schwägalp
EbnatKappel
44
Rossegg
Se
A l p s t e i n Blau Schnee Säntis
Gross Schnee Altmann Lisengrat
Sämtisersee
Seealpsee
ea
lp Marwees
Stauberenkanzel
Fählensee Saxerlücke
Amden Niederschlag–Wolzenalp
Wie in alten Zeiten Wer hat es nicht lieb gewonnen: das Ruckeln und Zuckeln der Sesselbahn, die einen in gemächlichem Tempo emporhievt, sodass man sich allmählich an die neue Höhe, an die neue Aussicht gewöhnen kann. Gemeint sind hier allerdings nicht die Hochleistungssesselbahnen mit Wind- und Wetterschutz, sondern ein Sessellift alter Bauart, mit Zweiersesseln und vielleicht noch einer Armeewolldecke darauf. Wer dieses Gefühl nochmals aufleben lassen will, ist bei dieser Wanderung richtig. Sie ist garniert mit zwei solchen Sesselbahnfahrten. Beide bieten viel Fahrzeit und Fahrgenuss für wenig Geld. Die erste führt von Amden oberhalb des Walensees nach Niederschlag, die zweite von der Wolzenau nach Krummenau im Toggenburg. Dazwischen erhebt sich kein geringerer als Europas höchster Nagelfluhberg: der Speer. «Seine Entstehung:
Zwischen Oberchäseren und Speer. Im Hintergrund der Mattstock.
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Bildnachweis Mit Ausnahme der nachfolgend genannten stammen sämtliche Fotos von David Coulin. Seite 41: Säntis-Schwebebahnen AG Seite 138, 142, 143: Engelberg-Titlis Tourismus Seite 178: Bergbahnen Engstligenalp AG Seite 214–216: Michael Portmann, Zermatt Seite 218, 220, rechts: Gspon Tourismus Seite 223: Blatten-Belalp Tourismus
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David Coulin ist als Kommunikationsmanager, freier Fotojournalist und Buchautor tätig. Daneben bietet er als erfahrener Alpinist und Tourenleiter mit den Schwerpunkten Wandern und Snowboardtouren Bergerlebnisse in der ganzen Schweiz an. Er ist Autor und Koautor mehrerer Bßcher im AT Verlag. Weitere Informationen unter: www.davidcoulin.ch
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