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Kontakt Wie erreicht man den AStA?

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Ansprechpartnerinnen

Wir freuen uns sehr auf deine Nachricht, DeiWir sind auch von Deinem Schreibtisch oder nen Anruf und Deinen Besuch! Du kannst es Dir Deiner Couch aus erreichbar: aussuchen: E-Mail: asta@asta.uni-augsburg.de Twitter: @AStAAugsburg Adresse Facebook: https://fb.com/AStAAugsburg Unser Büro ist auf der anderen Seite der Stra- Homepage: http://www.asta.uni-augsburg.de ßenbahngleise an der Universität, links in dem Gebäude mit den vielen Fenstern. Telefon Während unserer Geschäftszeiten sind wir Allgem. Studierendenausschuss telefonisch erreichbar: Salomon-Idler-Straße 2 86159 Augsburg +49 821 598 5168 Oft ist einfach so jemand in unserem Büro. Daneben haben wir noch feste Öffnungszeiten, in denen dann auch das Sekretariat besetzt ist: Montag 08:30 Dienstag 10:00 Mittwoch 08:30 Donnerstag 11:45 Freitag 12:00

bis bis bis bis bis

Unser Büro ist zu den Öffnungszeiten besetzt von unseren beiden Mitarbeiterinnen im Sekretariat:

13:30 14:30 13:30 14:00 14:15

Emily Zitzelsberger, Sekretärin Melanie Neuner, Stud. Hilfskraft

Impressum UNIVERSUM

Herausgeber

Redaktion & Gestaltung

Moritz Duchêne Studierendenvertretung Universität Augsburg 86159 Augsburg

Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung aller Mitglieder des AStA oder der Redaktion wieder.

Geschlechter

Hochschulpolititische Zeitung der Studierendenvertretung an der Universität Augsburg

AStA Universität Augsburg V.i.S.d.P.: AStA Vorsitz

Catinca Soptirean Moritz Duchêne Karl Geller

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Wir haben uns für die Verwendung geschlechtergerechter Sprache entschieden und bemühen uns um inklusives Sprachhandeln.

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Editorial Willkommen im Universum, der Zeitschrift eurer Studierendenvertretung AStA an der MartinSonneborn-Universität Augsburg!

Sicht der Dinge kund tun können. Alle? Eigentlich alle. Denn die Texte dürfen lediglich nicht gegen unser Selbstverständnis verstoßen, das sich auf ganz elementare demokratische Werte Dies ist die Spezialausgabe für bezieht, welches ihr auf unserer die Hochschulwahlen am 9. und Homepage findet. 10. Juni! Vollgepackt mit Interviews der zu wählenden Listen, Wir halten aber an unserem aber auch Artikeln zum Campus- Konzept fest und möchten alle leben. Natürlich darf unsere viel publizistisch Interessierten ergeliebte, aber auch gehasste Ru- neut dazu aufrufen, mitzumabrik Sammelsurium nicht fehlen. chen. Wir freuen uns über eure Geschichten, Gedichte, GedanNach der letzten Ausgabe, übri- ken und Leser*innenbriefe! gens der ersten seit Jahren, haben sich viele gefragt, warum Es lebe die politische braucht es eigentlich noch eine Auseinandersetzung! Zeitung auf dem Campus? Viva Universum! Doch wie es in der Politik immer so ist, geht es nicht nur um die CATINCA SOPTIREAN besten Argumente, sondern auch & um deren Verbreitung. Daher MORITZ DUCHÊNE wäre es doch wunderbar, ein Ma& gazin zu haben, in dem alle ihre KARL GELLER

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Inhalt Kontakt und Impressum Editorial Inhaltsverzeichnis Erläuterungen und Vorstellungen

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hier 5

Hochschulpolitik Verfassste Studierendenschaft Anwesenheitspflicht Geh ja (nicht) wählen Ein Plädoyer für das Nicht-Wählen

6 9 10 11

Interviews JuSo-Hochschulgruppe Grüne Hochschulgruppe Kritische Liste AUStA NoAuSTA RCDS LHG NAH.Gedacht Die Bewegung DIE LISTE

12 15 18 21 25 28 31 35 38 41

Initiativen Gib ab! Vorstellung DIG-Hochschulgruppe Earth Peace Day

45 47 50

Sammelsurium Belletristik-Charts Reaktionen auf die vorherige Ausgabe Die TOP13 geilsten Orte für Sex an der Uni Projekte in der Schublade

52 54 56 59


Erläuterungen Vorstellung der Listen und Interviews

Jede Liste bekommt in diesem Heft eine Seite, die sie komplett frei gestalten konnte und ein Interview. Das Interview führten Karl Geller, Moritz Duchêne (1. bzw. 2. AStA Vorsitzender) und Catinca Soptirean (freie Mitarbeiterin im AStA) Alle Listen, die für den Konvent / EULe antreten, haben von uns die selben Fragen gestellt bekommen – im Gespräch entwickelten sich aber natürlich noch weitere!

Abkürzungen und Begriffserklärungen VS Verfasste Studierendenschaft SOP Semester Opening Party A.d.R. Anmerkung der Redaktion n.e.A. nach eigenen Angaben

Gremiensemester: Damit Studierenden, die aktiv an der Selbstverwaltung mitwirken, kein Nachteil entsteht, dass Studierende für geleistete Gremientätigkeit über die Förderungshöchstdauer hinaus vom BAföG eine „angemessene Zeit“ gefördert werden. Pro abgeleistetes Jahr Gremientätigkeit wird ein Semester mehr BAföG gewährt, höchstens jedoch zwei Semester. Dabei können diese Gremiensemester nicht in Folge geltend gemacht werden.

Zusätzlich zu den allgemeinen Fragen gab es auch noch ein paar listenspezifische Fragen. Hier in diesem Magazin findet ihr ausgewählte Fragen mit teilweise gekürzten Antworten. Das bayerische Die kompletten Interviews gibt's aber auf unse- Experimentierklausel: Hochschulgesetz sieht eigentlich z.B. keinen rer Internetseite AStA vor. Es gibt allerdings eine Klausel, die den Universitäten hier einige Freiheiten zum Expehttp://universum.pink rimentieren mit den Strukturen lässt.

Wer ist dieser AStA eigentlich?

und gesamtdeutschen Bildungspolitik zu nehmen. Wir decken also eine Menge Bereiche ab. Möchtest du dich in einem davon engagieren, kannst du dich gern bei uns melden!

Wir kümmern uns um verschiedene Belange der Studierendenschaft, dafür haben wir unterschiedliche Referate: Die Referate für Kultur, Öffentlichkeit, Internationales, Umwelt und Gesundheit, Frauen, Queeres Leben, Digitale Rechte, Hochschulpolitik und Soziales.

Wir sind für alle Fakultäten zuständig. Daneben gibt es auf den Ebenen der Fakultäten noch die Studierendenräte sowie die Fachschaften. An diese kannst du dich insbesondere bei Angelegenheiten Deines Studiengangs vertrauenswoll wenden.

Einmal im Jahr (im Sommer) wird der studentiDer AStA ist der allgemeine Studierendenausschuss sche Konvent gewählt. Wenn man den mit dem an der Universität. Wir sind Teil der Exekutive Bundestag vergleicht, wäre der AStA die Bunder gewählten Studierendenvertretung für alle desregierung. Der Konvent wählt aus seiner Fakultäten. Mitte die Mitglieder des AStA.

Halte auf dem Campus Ausschau nach unseren Wir sind in regionalen und nationalen studenti- Veröffentlichungen (wie dieser Zeitung hier) schen Zusammenschlüssen aktiv und versuchen und Veranstaltungen – es lohnt sich immer! so, Einfluss auf die Gestaltung der bayerischen

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Verfasste Studierendenschaft Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft mit politischem Mandat Die VS stellt eine unabhängige, selbständig organisierte Vertretung der Studierenden dar, vergleichbar mit einem Betriebsrat. Vor vierzig Jahren wurde sie in Bayern abgeschafft und damit die Strukturen der studentischen Selbstverwaltung an Hochschulen, die ihre Ursprünge in den zwanziger Jahren der Weimarer Republik haben. Sie existiert in allen deutschen Bundesländern – außer in Bayern. Die daraus resultierende

Was sind die Unterschiede zum Finanzen derzeitigen Modell? Die Finanzierung in der VS wird von den Studierenden Selbstorganisation selbst geregelt. In Bayern ist Aktuell unterliegen die ge- man abhängig von den Zuwählten studentischen Struk- schüssen der Landesregierung. turen den Regeln der Außerdem hat der AStA keinen Universität und des Ministeri- freien Zugriff auf sein eigenes ums. So müsste sich der Kon- Konto. vent eigentlich an die Univerordnung halten und Be- Vergleichsweise: sucher*innen, auch Studierende, von der Sitzung Geld der Studierendenausschließen, was er zum vertretung der Uni AugsGlück nicht tut. burg (keine VS): ca. 0,50€ pro Student*in und Semester Geld der Studierendenvertretung der Uni Kiel (mit VS): ca. 10€ pro Student*in und Semester

Studentische Kultur:

Abbildung: Landesastenkonferenz (LAK) Bayern für die VS Abhängigkeit vom Gutdünken der Hochschule und des Freistaats mündet darin, dass die Landesregierung die Studierendenschaften in den letzten Jahren zunehmend finanziell austrocknet. Deshalb fordert der AStA der Universität Augsburg die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft mit politischem Mandat.

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Politisches Mandat

In der Regel etabliert sich rund um eine VS eine buntere, aktivere und politischere Kultur. Beispielsweise: AStA-Cafés, selbstverwaltete Räume, Fahrradwerkstätten, Rechtsberatung, Seminare und Vorlesungen durch und für Studierende, Kulturveranstaltungen, riesige Partys, etc. Die Verfasste Studierendenschaft ist keine Forderung, sondern eine Mindestvoraussetzung für eine eigenständige demokratische Studierendenvertretung!

Der AStA der FU Berlin wurde 2002 verurteilt, weil er in einem studentischen Dachverband aktiv gewesen sein soll. Es gibt also Rechtsauffassungen die besagen, dass sich Studierendenvertretungen nicht wirklich außerhalb der Universität organisieren dürfen um zum Beispiel Einfluss auf die Bundespolitik zu nehmen. TEXT: Eva Lettenbauer (GHG)

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H O CH S CH U LPO LI TI K Es muss ums Ganze gehen! Das Bildungssystem ist Teil dieser Gesellschaft! Die Ausrichtung der Wissenschaft, die Gestaltung von Studium und Lehre und die Bedingungen, unter denen gelernt und gearbeitet wird, dürfen nicht von einer Statusgruppe gegen die anderen durchgedrückt werden! Ebenso wenig darf der Zugang zur Hochschule ein Privileg sozial Begünstigter bleiben. Vor allem Menschen aus prekären Verhältnissen oder mit sogenanntem „Migrationshintergrund“ werden hier strukturell benachteiligt. Gerade in Bildungsinstitutionen muss eine Kultur der Demokratie und der Nachhaltigkeit gelebt werden. Ob Schüler*innen, Auszubildende, Student*innen oder wissenschaftliche Mitarbeiter*innen – wir alle sind dem gleichen Problem ausgesetzt: dem Bildungssystem. Aus diesem Grund sind wir nicht auf unseren eigenen Vorteil innerhalb dieses Systems aus, sondern fordern ein solidarisches Bildungssystem für alle Menschen! Eine umfassende Demokratisierung der Hochschulen und des gesamten Bildungssystems geht daher mit einer ebenso entschlossenen Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse einher. Wir sind alle ein bedeutender Teil dieser Auseinandersetzung und haben es in der Hand, zusammen mit Gewerkschaften, Lehrenden und Forschenden die Alternative zur derzeitigen Bildungspolitik zu realisieren. Aus diesem Grund haben wir uns bundesweit in einem Bündnis zusammengeschlossen und wollen gemeinsam durch unsere Kampagne dafür sorgen, dass die unternehmeri-

sche Hochschule auf der Müll- ne Frage des Geldbeutels. deponie der Geschichte landet! Repetitorien sind teuer und fast schon notwendig für das Jurastudium. Bezahlte BWLBlockseminare ermöglichen es einem, in zwei oder drei Semestern früher zum Bachelor Die Ausfinanzierung der zu kommen. Ein Sportstudium Hochschulen für gute Leh- kostet ebenfalls einige Tausend re und Forschung und die Euro an Materialkosten. usw. damit verbundene Beendigung der Abhängigkeit von Die Demokratisierung der Wissenschaft von Profitin- Hochschulen durch die teressen paritätische MitbestimAktuell haben viele Lehrstühle mung aller Statusgruppen große Probleme, ihre Mitarbei- und eine demokratisch ter*innen zu halten und neue und nicht unterProjekte zu finanzieren. Die nehmerisch geprägte staatliche Finanzierung wurde Entscheidungsstruktur in den letzten Jahrzehnten zu- In Augsburg gibt es 208 rück geschraubt, dadurch ent- Professor*innen, 3500 Mitarstand eine Abhängigkeit von beiter*innen und 20.000 Stuaußeruniversitären Aufträgen. dierende. Dennoch sind in den Ergo sind Lehre und Forschung „demokratischen“ Gremien der nicht mehr frei. Uni stets mehr als 50% der Sitze von Professor*innen beDie Öffnung der Hochschu- setzt. Die Studierenden haben len durch die Abschaffung meist um die 10% der Sitze, aller Bildungsgebühren ähnlich das wissenschaftliche Studiengebühren sind zwar Personal. In den universitären vorerst abgeschafft, doch im- Instituten sind Studiemer noch ist Studieren auch ei- rendenvertreter*innen

Die Forderungen der Kampagne

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H O CH S CH U LPO LI TI K meist gar nicht vertreten. Daher sind wir sicher, dass die Uni dynamischer, demokratischer und gerechter wird, wenn jede Statusgruppe mit gleichen Anteilen in den universitären Gremien vertreten ist.

Die Gewährleistung einer allgemeinwohlorientierten Wissenschaft durch die gesetzliche Verankerung einer Zivil- und Transpaist das neue Bildungsstreikrenzklausel Bündnis. Bereits 2009 wurden Eine Zivilklausel ist eine in ganz Europa, auch in AugsSelbstverpflichtung von wisWürdevolle Arbeitsbedin- senschaftlichen Einrichtungen burg, Hörsäle besetzt um gegen gungen für Lehrende und wie Universitäten, ausschließ- Studiengebühren und Bologna Mitarbeitende lich für zivile Zwecke zu for- auf die Straße zu gehen. Die Studiengebühren haben sich Ein Mensch dieser Gruppen schen und zu lehren. erwartungsgemäß als kontradarf maximal 12 Jahre in unbeproduktiv herausgestellt. Freifristeten Stellen arbeiten. Daheit des Lernens und soziale nach muss er/sie gehen oder Gerechtigkeit ist aber bis heute unbefristet übernommen wernicht umgesetzt worden. den. Da aber in Deutschland auf eine unbefristete Stelle TEXT: Manuel Mieliz (Die LISTE) neun befristete Stellen kom- siehe auch Flyer am Anfang des Heftes men, ist das für viele gut ausgebildete Wissenschaftler*innen Internet: nicht möglich. http://www.lernfabriken-meutern.de https://facebook.com/lernfabrikenmeutern

Lernfabriken... meutern!

Abbildung: Besetzung des Hörsaal 1 durch Studierende im Jahr 2009 UNIVERSUM 2/2015

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Anwesenheitsliste aufpicken! Bier einsacken! Seit einem Jahr protestieren wir gegen die Anwesenheitspflicht und für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und haben wenig erreicht. Daher geben wir den Kampf jetzt auf und unterstützen die unrechtsmäßige Durchsetzung von Pflichtveranstaltungen, die eigentlich keine sind. Das mag man für moralisch verwerflich halten, aber es entspricht dem Geist der Zeit. Wir bieten uns deshalb als Fundbüro für verlorene Anwesenheitslisten an. Solltet ihr also irgendwo eine Anwesenheitsliste herum liegen sehen, steckt sie schnell ein, bevor sie wegfliegt, bringt sie ins AStABüro und erhaltet euren wohlverdienten Finderlohn.

me Lernkultur, in der die Lernenden nicht nur auf die nächste Prüfung gucken. Doch eine Anwesenheitspflicht verschärft diesen Druck nur noch mehr und lässt die Studierenden aus den falschen Motiven antanzen.

Anwesenheitspflicht ist, vielleicht nach Studiengebühren, das deutlichste Zeichen, dass unser Studium, unsere Bildung, nicht uns gehört. Es wird nicht nur ein Nachweis verlangt, dass wir etwas in einem bestimmten Themengebiet gelernt haben. Uns wird zudem vorgeschrieben, wie wir es lernen sollen – mit welcher Intensität und mit welcher Methode. Wir aber fordern ein selbstbestimmtes Studium, das uns erlaubt, unsere Zeit selbständig einzuteilen und zu entscheiden, welche Themen uns wichtiger sind oder, dass wir uns die Inhalte lieber selbständig erarbeiten… Von anderen Pflichten neben dem Studium ganz zu schweigen. Dabei lassen wir uns auch nicht auf Argumente ein, dass das ganze Seminar nur zusammen gut lernt. Wir wünschen uns eine gemeinsa-

des Bildungsstreiks 2009, die umgesetzt wurde, war die weitgehende Abschaffung der Anwesenheitspflicht.

Pick das System!

Was ist also zu tun? Wir fordern euch auf, das Überprüfen der regelmäßigen Anwesenheit zu garantieren. Wenn ihr Anwesenheitslisten findet, dann pickt sie einfach auf! Bringt sie im AStA vorbei. Für jede Liste gibt's ein Bier oder eine Saftschorle als Finderlohn.

Die aktuellen Regelungen Warum immer diese Anwe- werden nicht eingehalten. senheitspflicht? Eine der wenigen Forderungen Und auch wenn ihr nicht die

Möglichkeit seht, die Liste mitzunehmen, sagt uns Bescheid, welche Lehrenden diese repressive Methode verwenden; wir sammeln diese Daten In Vorlesungen ist prinzipiell und sprechen das an verschiekeine Anwesenheitspflicht denen Stellen an. Schreibt einmöglich, in Seminaren nur in fach: ganz wenigen und begründeten Ausnahmefällen. Egal was eure anwesenheit_sucks@web.de Dozierenden sagen, solange die Anwesenheit nicht im Modulhandbuch und in der Prüfungsordnung eures Studiengangs festgeschrieben ist, ist sie regelwidrig! Die meisten Anwesenheitsregelungen an der Uni Augsburg, auf die wir treffen, sind übrigens genau das: regelwidrig. Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal nachzuschauen. Wer es genau wissen will, findet auf der Internetseite des AStA alles wissenswerte. TEXT: Arbeitskreis „Liste“ (Liste DIE LISTE)

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Geh ja (nicht) wählen

Gewählt wird die studentische Vertretung für Fakultätsrat, Konvent und EULe. Doof nur, dass kaum jemand der Studierenden auch nur einen Hauch Ahnung von diesen Gremien und deren Aufgaben und Zielen hat. Dennoch gehen erstaunlich viele Leute zur Wahl – ohne sich (anständig) zu informieren. Mitunter auch, weil Listen mit versprochenem Freibier oder  kostenlosen Waffeln versuchen, sie zu locken – die Sinnhaftigkeit dieses Unternehmens sei mal dahingestellt. Aus diesem Grund möchte ich Euch aufrufen: Geht nicht zur Wahl! Vor allem, weil Ihr die Zeit viel besser nutzen könnt.  In einer von Kapitalismus und Materialismus geprägten Zeit wie heute trifft das allseits bekannte Zitat von Franklin besser zu als je zuvor: „Remember that time is money“.

oder aber auch mal endlich einen kompletten Artikel in der BILD lesen. Abgesehen davon habt ihr gar keine Chance, mitzubekommen, was hochschulpolitisch so geht, wenn ihr nicht gerade regelmäßig mit so pseudoengagierten Leuten rumhängt. Das Universum, als Infoquelle Nummer 1, müsste man halt auch erst mal lesen (An dieser Stelle Glückwunsch, dass ihr das gerade sogar tut!). Zugegebenermaßen ist es echt viel zu viel verlangt, sich selbstständig zu informieren. Und wo kämen wir denn hin, wenn uns Studierenden die Fähigkeit der Selbstständigkeit nahe gelegt würde? Das wäre erstens ein Verrat an Bologna (Verschulung) und zweitens nicht im Sinne der sogenannten UniDemokratie.

Abbildung: Spiele Konvent durch eindrucksvolle Abwesenheit boykottieren. Warum solltet ihr eure Stimme geben, um diesen Zirkus noch zu beeinflussen? Letztlich habt ihr noch daran Schuld, wenn weitere Vollidiot*innen eure Interessen vertreten.

Seit der Einführung des Mindestlohns im Januar ist eure Zeit sogar noch wertvoller geworden. Wieso diese also mit einer sinnlosen Kreuzchenmalerei vergeuden? In den fünf langen Minütchen, die ihr Alles in allem würde ich euch dafür verschwenden würdet, explizit von einer Wahl abrakönntet ihr genauso gut minten. Falls ihr das Konzept der destens 71 Cent verdienen. Das Demokratie allerdings doch ist mehr als ein Beilagensalat in nicht so übel findet (was ich für der Mensa! Und wenn ihr eher meinen Teil echt schräg fände, arbeitsscheu seid, gibt es einidie Diktatur kommt wieder in ges, womit man die Zeit sinnMode, stand in der „Brigitte“) voller nutzen könnte. zum Im Endeffekt sitzen auf den dann würde ich euch Beispiel, einfach mal so richtig Listen für die Gremien lauter empfehlen, eine Spaßpartei ausgiebig in der Nase bohren Mitglieder eines riesengroßen (beispielsweise die der FDPInzestvereins, die sich mitein- Hochschulgruppe LHG) zu ander absprechen und Plätze wählen. vorher ausschachteln. Gehören andere Listen nicht zu diesem Wie dem auch sei, ich wünsche „Wir-haben-uns-alle-lieb“euch guten Appetit bei eurem Bündnis, dann entsteht so et- Beilagensalat und freu mich was wie ein Kleinkrieg zwi- darauf im Wahlbüro nicht anschen lauter machtgeilen stehen zu müssen! Despot*innen, die sich gegenAbbildung: Brot seitig tyrannisieren und den TEXT: Mary Poppen UNIVERSUM 2/2015

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H O CH S CH U LPO LI TI K Nichtwählen ist die einzige Option, wenn nur schlechte Optionen zur Wahl stehen. Wenn Du das liest, dann bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit jemand der keine Ahnung von den Wahlen an der Uni hat! Das geht nämlich den allermeisten Studierenden so und davon geht ein erschreckend hoher Prozentsatz wählen. Die „Geh wählen“ Kampagnen der Fachschaften sind ziemlich für 'n Eimer. Die geben dir, wenn du zur Wahl gehst, eine Waffel oder auch zwei. Nur wenn du wählen gehst, sonst nicht. Außerdem sorgen sie durch Absprachen im Vorhinein dafür, dass nur eine einzige Liste zur Fakultätswahl antritt. Der einzige Grund, wählen zu gehen, ist, dass die gefühlte Legitimation der studentischen Vertretung steigt. Bei Einheitslisten und Waffelgegen-Stimmen-Wahlkampf ist das auch durchaus nötig.

Aber all diesen Waffelwahlkämpfer*innen sei gesagt:

Hier noch einige Gründe: • Demokratie ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit. 51% können 49% tyrannisieren. Und dann dürfen sich die 49% nicht beschweren, ist ja voll demokratisch. • Ihr habt bestimmt besseres mit eurer Zeit vor. • Es interessiert euch nicht. Obwohl es das sollte. • Ihr habt in der Regel keine Ahnung, wie das Wahlsystem funktioniert. Das Traurige: die Kandidat*innen oft auch nicht. • Und ihr habt noch viel weniger Ahnung, wer die Kandidat*innen sind. Wer von denen wirklich in den Konvent will und wer nur als Stimmenfang auf der Liste steht. Was sie umsetzen wollen (meist ein wenig Kleinkram) und was sie umsetzen werden (nichts, bis ganz wenig Kleinkram).

• Ihr werdet vor der nächsten Wahl nicht nachschauen, was „eure“ Liste erreicht hat und ob sie Die größten Errungenschaften für studentische ihre Wahlversprechen eingelöst hat. Mitbestimmung wurden in den Jahren nach 1968 erkämpft. Erkämpft, nicht allein mit Argu- Das Wahlsystem gaukelt Mitbestimmung vor. menten erbettelt. Die gibt es aber nicht, nicht wirklich. Die Einführung der Verfassten Studierendenschaft, wie Wollt ihr wirklich was auf die Tagesordnung es überall im deutschen Ausland Standard ist,, universitärer Gremien setzen und Missstände ist die Mindestvoraussetzung um von Mitbebeseitigen, dann geht mit 30 Leuten in eine stimmung zu reden. Doch auch dort sind die nicht-öffentliche Sitzung, legt die Tagesordnung Zeiten nicht rosig, aber immerhin blüht was. fest und diskutiert, was euch bewegt. Solange in den Gremien mindestens ca. 2/3 von Profes- Deshalb wählt ein anderes System, streitet für sor*innen besetzt ist (meistens noch mehr) und eure Belange gemeinsam mit und ohne die „genur ca. 15% der Sitze von Studierenden, ist eine wählten Vertretungen“. Eine andere Uni, ein derartige Aktion noch nicht mal undemokrati- anderes Verhältnis zur Bildung und eine andere scher als eine reguläre Sitzung. studentische Vertretung sind möglich. Unwichtige Nebeninformation: Es gibt ca. 100x mehr Studierende als Profs.

TEXT: Holger im Namen der Liste DIE LISTE Liste für intelligente Studierende und Elitenbeförderung

Ein Plädoyer für das Nicht-Wählen 11

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Jungsozialisten Augsburg Existieren bereits seit 40 Jahren. Hervorgegangen aus der SPD, stehen ihr aktuell aber kritisch gegenüber. Sind für Linke Bildungspolitik und überregional vernetzt.

Interviewgast: Paul Kesselring Was ist eigentlich Univer- Unikino erhalten, Kulturticket, sität für dich? Hochschulsport-Angebot erweitern (zu viele volle Kurse), Paul: Ein Raum der Bildung, an bessere Zusammenarbeit der dem alle das studieren können, Initiativen und Fachschaften was sie wollen, wie sie wollen durch gemeinsame Strukturen, und das kostenlos. Online-Veranstaltungskalender. Den Austausch mit andern Worin siehst du den Sinn Unis fördern, sowohl innerhalb des Studiums (Bildung vs. als auch außerhalb DeutschAusbildung)? lands. Insgesamt müssen wir eine Kultur implementieren Paul: Lernbulimie stoppen, und Strukturen schaffen, damit mehr Praxisorientierung, Bil- juristische Drohungen keine dung für den selbstbewussten Wirkung erzielen. Bürger um unsere globalisierte Welt kritisch zu hinterfragen. Was sind eure drei HauptWieso willst du gewählt forderungen? werden und was willst du als Konventsmitglied er- Paul: VS, Zivilklausel, Politisiereichen? rung der Studierenden. Paul: Wir wollen die Studierenden gegenüber der Universität und der Politik vertreten. Um die Hochschulstrukturen zu politisieren, die SOP zu erhalten und die Zivilklausel und die VS von institutioneller Seite zu forcieren. Was könnte man für das studentische Leben deiner Meinung nach tun? Paul: Ein paar Ideen der Jusos vorweg: selbstverwaltete Fahrradwerkstatt à la Bikekitchen,

und Informierung mit unserem Magazin Der Rote Faden und verschiedenen Infoständen. Wie hast du dich bisher an der Uni engagiert? Paul: Ich habe mich im Konvent, AStA, Ältestenrat und dem Magazin (Der Rote Faden) eingebracht. Matthias Herrle hat dafür gesorgt, dass die Zusatzstoffe in der Mensa gekennzeichnet werden und Laura Tietgen hat den Frauenraum wiederbelebt, der mittlerweile Emanzipationsraum heißt, den Frauen nutzen können, wenn sie unter sich sein wollen. Aber auch das QueerReferat nutzt den Raum für Beratungsangebote.

Was habt ihr dafür schon Was werdet ihr auf jeden getan? Fall umsetzen, wenn ihr gewählt werdet? Paul: Innerhalb der SPD haben wir Druck ausgeübt, dass diese Paul: Die SOP weiterhin verForderungen ins Parteipro- anstalten! gramm aufgenommen werden bzw. wurden. Wir hatten schon Erfolg in Baden-Württemberg mit der Wiedereinführung der VS und in NRW sowie in Niedersachsen wurde die Zivilklausel ins Landeshochschulgesetz aufgenommen. An der Uni Augsburg fördern wir die Politisierung

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I N TERVI EWS Was empfindest du an der Uni Augsburg besonders positiv und negativ? Wie willst du die negativen Dinge ändern?

Paul: Dafür ist der Staat zuständig, auf keinen Fall die Studierenden. Ausreichende Finanzierung muss gewährleistet sein, damit jeder sein Studium ordentlich durchlauPaul: Die ÖPNV-Abdeckung fen kann. Studiengebühren und die Mensa-Angebot finde lehnen wir weiterhin ab. ich sehr positiv. Negativ finde ich die vollen Hörsäle und die Wie steht ihr zur Verflechhohen Kopierkosten. tung von Universität und Wirtschaft? Wie beurteilt ihr die Möglichkeiten studenti- Paul: Das sehen wir kritisch. scher Mitbestimmung? Die Uni muss unabhängig von Wie steht ihr zur VS? der Wirtschaft sein, soll aber kooperieren dürfen. Darüber Paul: Die studentische Mitbe- muss informiert werden und stimmung ist noch nicht aus- die Studierenden sollen über reichend, das könnte man Kooperationen mitentscheiden mittels VS verbessern. Dann dürfen. Kooperationen mit der könnte die Studierendenver- Rüstungsindustrie lehnen wir tretung selbstständig handeln ab, daher wir fordern eine Ziund ist finanziell unabhängig vilklausel. von der Uni.

Paul: Politisch gestalten! Der AStA soll zu politischen Themen seine Meinung äußern. Der AStA soll mehr für Geschlechtergerechtigkeit tun? Ja! Wenn du Präsident der Uni wärst, was würdest du tun? Paul: Freibier für alle! Grundsätzlich sollen alle Materialien aus Lehre und Forschung frei verfügbar sein. Frei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass allen Menschen Zugang gewährt und die Nutzung nicht eingeschränkt wird.

Paul: Ja. Insbesondere Asylbewerber sollte der Zugung erWie und von wem soll die Soll der AStA politisch ge- möglicht werden. Universität ausfinanziert stalten oder unpolitisch werden? verwalten? Die Ökonomisierung des Bildungswesens (u.a. leistungsorientierte Mittelvergabe) sollte gefördert werden? Paul: Nein. Jeder Student ist es wert, gefördert zu werden, unabhängig von der Fachrichtung. Was ich noch loswerden will, aber der komische Mensch hier nicht fragt: Paul: Geht zur Wahl, das geht alle was an. Und kommt alle zur JUSO-HSG!

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GRÜNE Hochschulgruppe Gegründet 1986. Möchte Cannabisautomaten in der Mensa einführen.

Interviewgäste: Eva Lettenbauer und Franziska Kreß Wer seid ihr? Eva: Wir sind die Grüne Hochschulgruppe und wir machen grüne Hochschulpolitik. Das heißt, ihr wollt mehr Solarzellen und den Veggieday in der Mensa?

zeiten und viel zu straffe Lehrpläne lehnen wir ab. Daher setzen wir uns weiter ein für mehr Wahlmöglichkeiten und eine einfachere Anerkennung von LPs (z.B. aus dem Ausland). Alle sollen so studieren können, wie es ihnen am besten passt. Aber klar, wir fordern natürlich auch mehr veganes Essen. Und Cannabisautomaten in der Mensa!

Eva: Wir wollen ein freies und selbstbestimmtes Studium für alle, also frei gestaltbar und für alle ohne Hürden zugänglich. Franziska: Wir wollen auch ein Studiengebühren, Anwesen- kunterbuntes Campusleben! heitszwänge, Maximalstudien- Dafür brauchen wir endlich

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wieder eine Verfasste Studierendenschaft. Was habt ihr dafür bisher getan? Eva: Hinter vielen Projekten stecken Leute der GHG. Das UNIKINO oder dieses Magazin hier wurde z.B. von uns mitbegründet. Auch an der SOP waren wir beteiligt.

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I N TERVI EWS Franziska: Zum Thema Anwesenheitszwang hat sich der AStA auf unser Wirken hin klar positioniert und einen Leitfaden rausgegeben. Letzte Woche gründeten wir mit anderen die lokale Basisgruppe zu „Lernfabriken meutern“, einer bundesweiten Aktionsgruppe für bessere Bildung. Toll, aber uns interessieren eigentlich die Cannabisautomaten. Eva: Das Studentenwerk schwankt da noch zwischen White Diesel Haze, Northern Lights und Afghan Kush. Wir bleiben aber dran! Worin seht ihr den Sinn des Studiums? Franziska: In der Entfaltung einer mündigen Persönlichkeit durch selbstbestimmtes Lernen. Es erschließt aber auch den Zugang zur Arbeit. Wirtschaftliche Verwertbarkeit sollte innerhalb der Uni trotzdem keine Rolle spielen. Was ist Universität? Franziska: Ein Ort der Ideen, des Wissens und des Lernens. Aber auch reflektierende Instanz, die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragen soll. Dazu muss sie unabhängig sein. Was uns gleich zur nächsten Frage bringt: Wie und vom wem sollen Forschung und Lehre finanziert werden? UNIVERSUM 2/2015

Eva: Vom Staat, und zwar komplett. Denn nur der Staat kann das ansatzweise bedingungslos. Dass Unis heute auf Drittmittel von Unternehmen angewiesen sind, darf nicht sein.

rationen auch offen gelegt werden, damit wir überhaupt darüber diskutieren können. Bisher laufen solche Projekte unter Geheimhaltung. Zum Beispiel wissen wir auch gar nicht, ob es in Augsburg Rüstungsforschung gibt oder Warum, die Nähe zur Wirt- nicht. schaft ist doch toll. Praxisnahe Lehre wird von Wie beurteilt ihr die MögStudis sehr geschätzt. lichkeiten studentischer Mitbestimmung? Würde Franziska: Kooperationen eine Verfasste Studierenkönnen sinnvoll sein, v.a. in denschaft die Möglichtechnischen Bereichen. Pro- keiten verbessern? blematisch wird es, wenn Unis darauf angewiesen sind und Eva: Auf jeden Fall! Aktuell ist das ist aktuell der Fall. Unter- der AStA viel zu abhängig von nehmen beeinflussen so, an der Unileitung und hat nicht was geforscht wird und das wi- mal Zugriff aufs eigene Konto. derspricht der Forschungsfrei- Mit der VS wäre die Studieheit. Hochschulautonomie ist rendenvertretung eigenständig in den letzten Jahrzehnten zu und hätte mehr Mittel für neue privaten Drittmittelfinanzie- Projekte (z.B. kostenlose rung verkommen. Alles, was Rechtsberatung oder ein wirtschaftlich nicht verwert- Campus-Festival). Letztens hat bar ist, wird so vernachlässigt. z.B. der Bike-Sharing Dienst Das sieht man auch, geht ein- nextbike eine Kooperation fach mal von Phil.-Hist. ins angeboten, was aber auch an Physikgebäude. der fehlenden VS gescheitert ist. Es gibt sogar Kooperationen mit der Rüstungsin- Soll der AStA politisch gedustrie. Viele lehnen das stalten oder unpolitisch ab und fordern eine „Zi- verwalten? vilklausel“. Ihr auch? Franziska: Politisch gestalten! Eva: Rüstungsforschung hat an Und nicht nur hochschulpolider Uni nichts zu suchen. Leh- tisch! re und Forschung sollten zu einer friedlichen, auf Werdet ihr euch für den Grundwerten wie Demokratie, Erhalt der SOP einsetzen? Pluralität, gegenseitigem Respekt und Dialog basierenden Ja! Wir sehen auch keine Gesellschaft beitragen. Oft „rechtlichen Bedenken“ wie lässt sich aber schwer zwi- andere Gruppen. schen ziviler und Rüstungsforschung unterscheiden. Daher müssen solche Koope-

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Kritische Liste

Herausgegangen aus dem Bildungsstreik 2009. Bei der Wahl 2014: Bündnis mit Lehramtsliste.

Auch dieses Jahr tritt die Kritische Liste wieder für den Konvent an. Die KL kann auf eine lange und traditionsreiche Geschichte an der Universität Augsburg zurückblicken. Sie ist ein Zusammenschluss der Lehramtsliste, Fachschaftenliste und der Initiative Friedliche Uni Augsburg und findet ihre Wurzeln in den Idealen des Bildungsstreiks. In den letzten Jahren konnte die Kritische Liste immer wieder einige Plätze im Konvent gewinnen und verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. In der aktuellen Amtszeit wird das Konvents-Präsidium, nach dem unrühmlichen Rücktritt des ursprünglichen vorsitzenden LHG-Vertreters, von Valentin Rouault und Irena Rietzler getragen. Thomas Müller fungiert aktuell als Ansprechpartner der Universitätsleitung und Hochschulpolitischer Referent des AStA. Zudem wurde Thomas Eber als QueerReferent eingesetzt. Die Mitglieder der KL verfügen über jahrelange Erfahrung in der Hochschulpolitik, beispielsweise Lisa Gagel, zuletzt Gewinnerin des Preises für studentisches Engagement, aktuell Vorsitzende des Sprecherrats und ehemalige Konventspräsidentin. Zudem sollen auch Neulinge an den Konvent herangeführt werden. Andererseits verstärkt nun auch Katharina Wiedemann, aktuelle Kultur-Referentin und Hauptverantwortliche für die SOP, den Listenzusammenschluss. Mit einer Mischung aus frischem Blut (Felix Baumann) und Erfahrung (Carolin Härtel und Mark Bibbert) wollen wir auch nach den nächsten Wahlen un-

sere Arbeit in den studentischen Gremien fortsetzen, denn der Status Quo der Augsburger Hochschulpolitik ist katastrophal: Viele unerfahrene und fehlgeleitete Studierendenvertreter*innen blockieren sämtli- Abbildung: Mark Bibbert che Entscheidungsfindungsprozesse oder sabotieren die Projektarbeit des AStAs. Zudem wurden der Stellenwert und die Möglichkeiten der Erweiterten Universitätsleitung massiv entwertet. Mit einer starken KL kann die Arbeit der überfakultären Studierendenvertretung wieder aufgewertet werden.

Ziele: • SOP beibehalten • Einführung eines überfakultären Teilzeitstudiums • Hochschulpolitik und ihren Stellenwert aufwerten • Handlungsorientierte Projekte

Abbildung: Carolin Härtel

Die KL bietet daher einen kompetenten und bestens vernetzten Kontrast (zudem ein Wahlprogramm, was ja heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich ist) zur AUSTA- und RCDSListe.

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Interviewgäste: Carolin Härtel und Mark Bibbert Was ist eigentlich Univer- dium angeboten wurde, das sität für euch? meine Interessen in sehr großen Teilen widerspiegelt Mark: Die Universität ist ein und mit dem ich mich identifiRaum, in dem man sich ver- ziere. Das wünsche ich allen wirklichen kann. Man kann und deswegen bin ich auch ein sich Wissen aneignen, neues großer Verfechter von Vielfalt schaffen und kann somit auf an Hochschulen. die Gesellschaft insgesamt positiv einwirken. Zumindest Wieso wollt ihr gewählt sollte die Universität ein werden und was wollt ihr solcher Raum sein. als Konventsmitglieder erreichen? Carolin: Da würde ich mich anschließen; für mich ist die Uni Mark: Ich möchte gewählt werAugsburg zudem ein Ort, an den, weil ich glaube, positiven dem gestaltet werden kann und Einfluss auf problematische an dem die Reichweite hoch ist. Entwicklungen nehmen zu Sozusagen ein kleines ‚eigen- können. Ich studiere seit 2010 ständiges‘ Universum (lacht). an der Universität Augsburg, bin seitdem in der Fachschaft Worin seht ihr den Sinn SoWiSo aktiv, war im AStA und des Studiums (Bildung vs. habe 2012 das Uni-Kino wieAusbildung)? derbelebt. In dieser Zeit habe ich vieles gesehen und gehört, Mark: Das Studium muss was nicht nur mich, sondern Selbstzweck sein dürfen. Der auch viele andere stört und da Sinn des Studiums liegt in der möchte ich jetzt einfach auf eiumfassenden Allgemeinbil- ner neuen Ebene, dem Kondung. Ganz aktuell sieht man, vent, tätig werden. wie gefährlich unterkomplexe Antworten auf heutige Proble- Carolin: Ich will gewählt werme sind (Stichwort PEGIDA). den, weil ich glaube, dass Dinge Eben deswegen braucht es ein geändert werden können und Studium, das zuerst jedem of- ich Lust und Mut habe, diese fen steht und dann aber auch Dinge auch anzugehen. Ich nicht nur arbeitsmarktrelevan- werde mich dafür einsetzen, tes Know-How vermittelt, son- dass die Vielfalt der Studiendern auch umfassendes Wissen gänge nicht zu Gunsten von und die Fähigkeit zur Kritik. drittmittelstärkeren Studiengängen weiter eingedampft Carolin: Studium ist für mich wird und, dass die Entscheieine besondere Form, die eige- dungen nicht nur abgenickt, nen Interessen auszubauen. Ich sondern auch hinterfragt werhatte das Glück, dass in meiner den. Meine Erfahrung sowohl Wahlheimat Augsburg ein Stu- von der Fachschaftsarbeit bei

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SoWiSo als auch durch verschiedene gemeinnützige Projekte sind ein guter Ausgangspunkt für meine Arbeit im AStA, über den ich zukünftig auch die Organisation von ‚Gib ab‘ an der Universität koordinieren will, um damit studierendenfreundliche Entwicklungen in Gang zu bringen. (siehe Gib ab – Artikel in den Initiativen) Zum Beispiel die Vielfalt der Studiengänge wird doch in der Eule entschieden. Warum tretet ihr dann für den Konvent an? Mark: Die Gestaltung der Studiengänge, Wahlfreiheit, Modulgestaltung usw. wird z.B. auch auf Fakultätsebene konkret verhandelt. Von daher trete ich zur Wahl für den Stura Phil.-Soz. an. Trotzdem finde ich es enorm wichtig, nicht nur auf Fakultätsebene Verbesserungen für einzelne Studiengänge anzustoßen, sondern eben auch im Konvent einen Kurs gegen die Verschulung des Studiums zu etablieren. Der Konvent kann über den AStA Studierende informieren, kann Druck auf die Unileitung ausüben, kann sich für eine Verfasste Studierendenschaft aussprechen. Eine Politisierung der Studierenden ist nämlich der wichtigste Schritt gegen eine Verschulung des Studiums. Der Konvent ist dabei genau der Rahmen in dem solche Aktionen angestoßen werden können. UNIVERSUM 2/2015


I N TERVI EWS Was könnte man für das studentische Le- Wie steht ihr zur Zivilklausel? Wie zu ben eurer Meinung nach tun? Verflechtung von Uni und Wirtschaft? Mark: Wichtig ist vor allem, wieder ein angenehmes Klima herzustellen. Die aktuellen „Grabenkämpfe“ gewisser Gruppen ersticken die Arbeit vieler anderer. Gerade den vielen kleinen Fachschaften an der Phil.-Hist. Und Phil.-Soz. werden seit ein bis zwei Jahren Steine in den Weg gelegt, weil sich andere Gruppen „bekriegen“. Gleichzeitig hat sich ein reges studentisches Leben in der Augsburger City entwickelt. Das gilt es auch wieder verstärkt an die Uni zu holen. Z.B. mit Vorträgen, Poetry Slams, Flohmärkten usw. Zusätzlich muss der Status studentischer Initiativen gestärkt werden und die Hürde, eine solche zu gründen, muss herabgsetzt werden. Carolin: Und auch die Zusammenarbeit der Initiativen und Hochschulgruppen zu stärken – an einem Strang ziehen, um mehr auf die Beine stellen zu können. Sowie die Hochschulpolitik konstruktiv zu gestalten und nicht so destruktiv.

Mark: Die Verflechtung von Wirtschaft und Universität ist ein schwieriges Thema. Eine Zivilklausel unterstützen wir definitiv. Der AStA soll mehr für Geschlechtergerechtigkeit tun. Ja oder Nein? Mark: Der Konvent muss sich endlich daür aussprechen und dem AStA einen entsprechenden Auftrag erteilen. Der AStA sollte sich dann an aktuellen feministisch-dekonstruktivistischen Ansätzen orientieren. Es gilt die Zwei-Geschlechter-Ordnung hinter uns zu lassen. Ein erster Schritt wären z.B. Unisex-Toiletten. Wie soll studentisches Engagement gefördert werden? Mark: Aus eigener Erfahrung als hochschulpolitisch engagierter Mensch, der auch BAföG bezog, kann ich ganz klar sagen: Gremiensemester sind überfällig.

Was sind die drei Forderungen der Kriti- Carolin: Und durch die Umverteilung von alter schen Liste? technischer Uniausstattung an studentische Initiativen, Fachschaften und andere HochschulMark: Mehr Transparenz, mehr Mitbestim- gruppen, können sich die engagierten mung, geringere Hürden für Engagement. Studierenden besser auf ihre Hauptaufgaben konzentrieren. Wie beurteilt ihr die Möglichkeiten studentischer Mitbestimmung? Wie steht ihr zur Verfassten Studierendenschaft? Mark: Es wird Zeit, dass sich der Konvent für eine Verfasste Studierendenschaft ausspricht und die Einführung über die Grundordnung der Universität Augsburg fordert. 2010 war es fast soweit. Der Konvent stimmte mit 10 zu 9 Stimmen dagegen. Damals hatte die Liberale Hochschulgruppe die Stimmenmehrheit und nutzte diese, um sich gegen die Verfasste Studierendenschaft zu positionieren. Wir sind eindeutig für eine Verfasste Studierendenschaft.

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Nur ohne Anklage und Satirefeindlichkeit. Trolllisten-Attacke

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NoAuSTA

NoAUStA bestand darauf, hier das Wort "Trololo" einzufügen.

Interviewgast: Thomas Geisberger Was ist dich?

Universität

für andere Listen nicht gewählt werden. Welche das sind, verrate ich nicht. Ich will ja Die Universität ist für mich ein schließlich nicht verklagt werhässliches Gebäude, in das man den. Dafür stehe ich mit meiab und zu geht, wenn es drau- nem Namen: NoAuSTA. Sollte ßen zu kalt ist oder man Hun- ich tatsächlich gewählt werden, ger hat. trolle ich auf höchster Ebene. Darüber hinaus verspreche ich, Worin siehst du den Sinn ich wiederhole: ich verspreche, des Studiums? Stichwort: mehr Anträge einzubringen, Bildung vs. Ausbildung? als dies aktuell gut vertretene Fraktionen getan haben. Der Sinn des Studiums besteht für mich darin, mich möglichst Gut, das ist nicht schwer, lange vom Erwerbsleben fern aktuell hat die studentizu halten und mich dabei, bei sche EUle-Vertretung (beiso vielen Leuten wie möglich de AUStA) so weit uns unbeliebt zu machen. bekannt ist, noch keinen Antrag eingereicht. Das Wieso kandidierst du für heißt, du müsstest dafür die EULe? nur einen Antrag einreichen. Was für ein Antrag Das ist eine ganz witzige Ge- wäre das? schichte. Ich war furchtbar betrunken und dann kam so ein Trololo. komischer Typ auf mich zu, der meinte, dass er ein Auto- Was könnte man für das gramm von mir will, weil ich so studentische Leben deiner hübsch bin. Ein paar Tage spä- Meinung nach tun? ter habe ich dann gehört, dass ich für die EULe kandidiere. Man könnte das studentische Leben, in dem es ohnehin zu Wieso willst du gewählt wenig zum Lachen gibt, mit werden und was willst du mehr Satire verbessern. Hier als EULe-Mitglied errei- möchte ich euer wunderbares chen? Magazin, das UNIVERSUM, mal ausdrücklich loben. AuIch will eigentlich gar nicht ge- ßerdem, könnte man einen rewählt werden. Ich will nur, dass spektvollen Umgang zwischen UNIVERSUM 2/2015

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den Studierenden, der ohne Klagedrohungen und Klagen auskommt, fördern. Und man sollte studentische Vertreter*innen, die z.B. auf Facebook PEGIDA liken, stärker isolieren. Spielst du darauf an, dass ein AUStA-Vertreter PegidaArtikel gepostet hat? Trololo Welche Ziele verfolgst du mit deinem Wahlkampf? Mein Hauptziel ist es, nicht aufgrund meines Wahlkampfes verklagt zu werden. Wenn euch das nicht passt, verklagt mich doch, ihr *******! Was sind deine drei Forderungen? Erstens, fordere ich ein Klageverbot. Irgendwelche dubiosen Charaktere sollen nicht wegen irgendwelchen Nichtigkeiten oder persönlichen Befindlichkeiten andere Studierende verklagen können. Zweitens fordere ich, Satirefeindlichkeit zu bestrafen und drittens, PEGIDA-Fanboys sollten von ihren Ämtern zurücktreten müssen.


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I N TERVI EWS Wie willst du das umsetzen?

Wo siehst du den Unterschied zwischen Möglichkeiten von Konvent und EULe?

Mit drastischen Strafen, wie zum Beispiel Kielholen im Unisee, Pranger vor der Mensa, etc. Keine Ahnung, da muss ich mich wohl noch informieren, wenn ich gewählt werde. Was hast du für Erfahrung in den studentischen Gremien? Was willst du in der EULe erreichen, was nicht über den Konvent geht? Ich habe meinen Machiavelli gelesen, bereits eine Konventssitzung live mitverfolgt und mich In der EULe kann man auf höchstem Niveau für eine dubiose Liste aufstellen lassen. trollen, während man im Konvent nur studentische Vertreter*innen belästigen kann. Was empfindest du an der Uni Augsburg besonders positiv und was negativ? Denkst du, dass man mit Trollen etwas erreichen kann? Als positiv empfinde ich es, dass es an der Uni Leute gibt, die sich über alles aufregen. Es gibt Man muss sich nur mal Horst Seehofer, mein also ein hohes Potential für die hohe Kunst des großes Vorbild und vermutlich auch das große Trollens. Negativ empfinde ich es, dass sich Vorbild des RCDS, bei dem es sich übrigens um Leute für Gremien aufstellen lassen und so tun, eine CSU-Tarnliste handelt, ansehen. Der Mann als meinten sie es ernst und dann eben nichts trollt den ganzen Tag und man muss sich mal tun. Oder aber auch, dass mit Anzeigen, Klage(n) denken, was für einen Unsinn er damit in Berlin und Klagedrohungen ein negatives Klima an der durchgesetzt hat. Uni geschaffen wird, das studentische Gremien und Fachschaften erheblich einschränkt. Gegen wen willst du deine Troll-Aktivitäten hauptsächlich richten? Wie stehst du zum Augsburger-Modell? Ich ziele vor allem auf diese NoAuSTA-Liste ab. Könnte schlimmer, aber auch besser sein. Allein schon, wie dumm dieser Name klingt. Da kann man doch gar nicht anders. Wie beurteilst du die Möglichkeiten studentischer Mitbestimmung? Wie stehst Ähm, du bist bei der NoAuSTA-Liste. du zur VS? Oh, da hab ich dann wohl etwas verwechselt. Ich Die Studierenden haben eindeutig zu wenig weiß auch nicht, wie mir das passieren konnte. Mitsprache in relevanten Themen. Eine VS Na ja, egal. Es gibt so viele Listen gegen die man brächte sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich, trollen kann. würde insgesamt aber die Mitbestimmungsrechte verbessern. Der große Nachteil wäre je- Möchtest du noch was los werden? doch, dass man damit funktionierende, informelle Strukturen untergraben würde. Ja. Ich will wirklich nicht gewählt werden. Mir geht's einfach ums Prinzip. Trololo. Wenn du Präsident der Uni wärst, was Die Bewegung zum Beispiel hat ein viel besseres würdest du tun? Wahlprogramm, als ihr Name vermuten lässt. Für alle Idiot*innen da draußen an den Geräten, Vermutlich wichtige Präsidententätigkeiten das war ein Wink mit dem Zaunpfahl! ausführen und in jedem Fall irgendwelche hohen Tiere trollen.

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RCDS Augsburg e.V

Ring Christlich Demokratischer Studenten

CSU-nahe Hochschulgruppe

Interviewgast: Georg Obermayer, Vorsitzender des RCDS Augsburg Was ist Universität für Was sind eure drei Haupteuch? Worin seht ihr den forderungen? Sinn des Studiums? Mehr Parkplätze, längere ÖffUniversität und Studium müs- nungszeiten der Mensa und sen für uns mehr als Wissen Vereinheitlichung der Studienund Können vermitteln, son- portale. Im Speziellen Onlinedern auch Herz und Charakter vorlesungen, e-learning und bilden. Onlinenotenstatistik.

Der Konvent dient der Beschlussfassung der Studierendenvertretung. Welchen Antrag reicht ihr als erstes ein? Ein Positionspapier zur Stärkung des Ehrenamtes.

Was will der RCDS? Wie habt ihr euch persön- Aber das könnt ihr doch lich bisher an der Uni en- auch alles außerhalb des Der RCDS setzt sich für nachgagiert? Konvents erreichen. haltige, zielorientierte Hochschulpolitik ein. Wir wollen das Von unseren 8 Kandidaten war Das ist aber kein Grund nicht tägliche Leben der Studenten Moritz Reiser Referent für Öf- anzutreten. Das Mandat ver- verbessern und uns nicht, wie fentlichkeitsarbeit im AStA leiht unserer Stimme mehr Be- andere Hochschulgruppen, in und zuletzt Mitglied im Ältes- deutung. ideologiegetragene Diskussiotenrat. Da ein Großteil unserer nen verlieren. Kandidaten noch neu an der Was habt ihr für eure ForUni ist, haben diese verständli- derungen bisher getan? Wie steht ihr zum aktuelcherweise noch wenig an stulen Augsburger Modell? dentischer Gremienarbeit Unsere Hochschulgruppe hat geleistet, sind aber motiviert sich im März dieses Jahres neu Überarbeitungsbedürftig. Wir dies zu ändern. zusammengesetzt, daher hat- halten die Experimentierklauten wir bisher kaum Zeit oben sel für falsch. Welche Möglichkeiten seht genannte Ziele konkret umzuihr im stud. Konvent? setzen. Wir werden das in Zu- D.h. ihr wollt keinen AStA? kunft angehen. Der Konvent hat eine MitverDas hab ich/wir nicht gesagt. antwortung bei der Verwen- Was setzt ihr auf jeden Fall Wir wollen eine bayernweite dung der staatlichen Mittel, die um? Vereinheitlichung der Studieder Studierendenvertretung rendenvertretung, auch gerne zur Verfügung gestellt werden. Es wäre leichtsinnig, hier etwas mit AStA. Damit können wir die Interes- zu versprechen, da zu viele unsen der Studenten auch in den beeinflussbare Faktoren mitoffiziellen Gremien am besten spielen, aber wir werden das vertreten und umsetzen. uns Mögliche tun.

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I N TERVI EWS Wie beurteilt ihr die Möglichkeiten studentischer Mitbestimmung und wie steht ihr zur VS? Wir sehen die Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung momentan gering ausgeprägt. Wir sind gegen die VS, einerseits wegen des Demokratiedefizits und der Finanzautonomie, die im Ausland (A.d.R.: gemeint sind andere Bundesländer) schon oft zu Streitigkeiten führte. Wie und von wem soll Universität finanziert werden? Als staatliche Ausfinanzierung, für alle universitären Grundbedürfnisse. Euer Bundesverband fordert aber Studiengebühren.

Teilweise gibt es auch uni- Wie wirst du beim Antrag versitäre Rüstungsfor- zur nächsten SOP abstimschung. Wie steht ihr men? dazu? Ich kann nicht für die restliDadurch wäre die im GG ge- chen Mitglieder des RCDS währte Freiheit der Wissen- sprechen, ich persönlich hege schaft beschnitten. Es sollte Sympathien für das Konzept jedem Wissenschaftler selbst der SOP. überlassen sein, ob er solche Forschungsaufträge annimmt. Also dafür oder dagegen? Die Entscheidung dafür oder dagegen darf keinen Einfluss Das überlasse ich dem auf die wissenschaftliche Kar- Moment. riere haben. Soll Material aus Lehre Aktuell ist das für wiss. und Forschung für alle frei Mitarbeiter so nicht verfügbar sein? möglich. Schöne Idee, wir haben aber Dann müssen die Möglichkei- urheberrechtliche Bedenken. ten dafür geschaffen werden. Wollt ihr in den AStA? Der AStA soll politisch gestalten oder unpolitisch Ja, wenn sich die Möglichkeit verwalten? ergibt.

Unpolitisch verwalten. Der Mit wem würdet ihr am Der Bundesverband entschei- AStA hat rechtlich kein allge- ehesten koalieren? det nicht auf Länderebene. meinpolitisches Mandat und Momentan sehen wir keinen darf und soll auch nur hoch- Wir sehen einige inhaltliche Bedarf an Studienbeiträgen. schulpolitisch gestalten. Schnittmengen mit der LHG. Haltet ihr euch nicht an Soll der AStA mehr für GeBundesbeschlüsse? schlechtergerechtigkeit tun? Wir sind eine autonome HSG, nur unserem Gewissen ver- Ja, der RCDS tritt für die pflichtet, die Beschlüsse sind Gleichstellung ein. für uns nicht verbindlich. Soll der AStA weiterhin Wie steht ihr zu Verflech- Partys organisieren? tung von Uni und Wirtschaft? Ja, aber wir sehen Probleme mit der Legitimation durch das Oberstes Ziel muss immer ein bayrische Hochschulgesetz. staatlich unabhängiges und freies Wissenschaftssystem sein.

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Und mit wem am wenigsten? Wir schließen grundsätzlich nichts aus, wir wollen pragmatische und zielorientierte Hochschulpolitik machen. Wollt ihr noch was loswerden? Ein satirischer Kontext ist hier ausgeschlossen!

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Liberale Hochschulgruppe Seit 1987 – Unabhängig, aber FDP-nah – „der liberale Gedanke verbindet“. Besteht aus Mitgliedern der Hochschule und der Uni Augsburg.

Interviewgäste: Markus Kretzler, Julian Polenz und Michael Ziegelmeir. Was ist eigentlich Univer- Was wollt ihr als Konvents- Warum tretet ihr dann sität für euch? mitglieder erreichen? nicht für die EULe an, wo ja genau das umgesetzt werMarkus: Ein Ort für wissen- Julian: Wir wollen unsere For- den kann? schaftliche Einrichtungen. Ein derungen durchsetzen. (siehe Ort zum Kennenlernen, sich nächste Seite) Julian: Im studentischen Konaustauschen. Zusammenkomvent sehen wir mehr Potential men intelligenter junger Men- Was sind eure drei Haupt- uns aus LHG-Sicht stärker schen die aufs Leben forderungen? einzubringen. In der EULe gibt vorbereitet werden. Desweitees nicht so viele Vertreter, im ren soll die Universität die Ge- Julian: Wir sind gegen eine Zi- Konvent hat man mehr Einsellschaft richtungsweisend vilklausel und für eine Einfüh- flussmöglichkeiten und es gibt voranbringen. rung des Teilzeitstudium, da es bessere Möglichkeiten unseren im Moment nur zwei Studien- Standpunkt öffentlich zu maWorin seht ihr den Sinn gänge in Augsburg gibt, die das chen. des Studiums? Stichwort: unterstützen. Dies beinhaltet Bildung vs. Ausbildung auch eine Verlängerung der Michael: Der Konvent ist deRegelstudienzeit. mokratischer, weil er mehr Julian: Bildung ist auf die WisSitze hat. Bei nur zwei Sitzen senschaft ausgerichtet. Ausbil- Markus: Wir wollen auch ein kann man die Studenten dung ist eher praktisch und das Urlaubssemester für ehren- schlecht vertreten. explizite Ziel der Ausbildung amtliches Engagement durchist es, sich in den Arbeitsmarkt setzen. Was habt ihr für diese Forzu integrieren. derungen bis jetzt geAber diese Forderungen macht? Was ist eure Motivation bei kann man doch außerhalb den Hochschulwahlen teil- des Konvents genauso Julian: Durch den Kontakt zur zunehmen? schlecht oder gut umsetz- FDP sind wir auch in der Lage ten, da sie nicht in den über den Stadtrat Einfluss zu Markus: Wir wollen freiheitli- Kompetenzbereich des nehmen. Wir haben einen Anche Elemente an der Uni Konvents fallen. trag an die FDP weitergeleitet, durchsetzen und dafür sorgen, der darauf abzielt ein Ferndass du über dein Studium Markus: Ja, aber wir verspre- busterminal in Augsburg zu selbst bestimmen kannst, ge- chen uns durch die Öffentlich- etablieren. mäß dem Motto "Dein Studium keitswirkung des Konvents deine Freiheit". mehr Gehör.

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I N TERVI EWS Wie habt ihr euch bis jetzt Wie wollt ihr das negative len und aus denselben Bewegan der Uni engagiert? ändern? gründen. Aber auf jeden Fall nicht mit der Liste DIE LISTE. Julian: Markus und ich sind Julian: Wir wollen mehr öffentbeide Neumitglieder in der lich kommunizieren, die Stu- Wenn ihr im Unipräsidium LHG und sind beide im vierten denten kontinuierlich über die wärt, was würdet ihr tun? Semester. Wir dachten, es wäre Arbeit des Konvents informiegut wenn wir nicht nur vor uns ren, kommunalpolitische An- Julian: Wir würden Studenten hin studieren sondern uns auch träge stellen und eine Anreize geben, sich hochpolitisch einbringen. Entbürokratisierung. schulpolitisch zu engagieren. Aktuell engagiert sich bei Was werdet ihr auf jeden Wie steht ihr zum Augs- 20.000 Studenten nur ein Fall umsetzen, wenn ihr burger Modell? Bruchteil. Ich würde besser gewählt werdet? kommunizieren, was es diesMichael: Es ist eines der Mo- bezüglich für Möglichkeiten Julian: Wir werden einen An- delle in Bayern mit der meisten gibt. trag gegen die Zivilklausel Mitbestimmung, also positiv schreiben und einen Antrag für hervorzuheben. Die Experi- Soll der AStA die SOP fortein Urlaubssemester für Men- mentierklausel ist positiv, weil führen? schen mit ehrenamtlichem En- jede Uni selbst entscheiden gagement. Außerdem wollen kann, wie das durchgeführt Julian: Ja. Nur die Räumlichwir die Monopolstellung des wird. Studenten sollten selbst keiten geraten an ihre KapaziStudentenwerks aufheben. verantwortlich sein, dass sie tätsgrenzen. mitbestimmen können. Was ist positiv/negativ an Grundsätzlich sollten alle der Universität Augsburg? Was haltet ihr von der Ver- Materialien aus Lehre und fassten Studierenden- Forschung frei verfügbar Julian: Positiv sind die langen schaft? sein. Frei bedeutet in dieÖffnungszeiten der Bibliothek, sem Zusammenhang, dass negativ ist die Bürokratie bei Markus: Find ich gut. Der AStA allen Menschen Zugang der Einstellung der studenti- als Vertreter der Studenten be- gewährt wird und die Nutschen Hilfskräfte. kommt mehr Handlungsfähig- zung nicht eingeschränkt keit und ist unabhängiger. wird. Ja oder Nein? Markus: Der Campus ist schön. Die Raumsituation ist nicht in Soll der AStA politisch ge- Michael: Neutral. An und für Ordnung. Die Räume sind zu stalten oder unpolitisch sich ja, wenn dadurch keine klein. verwalten? Einschränkung der Studierenden von statten geht und keine Michael: Die Orientierung an Markus: Politisch gestalten! zu große Kostensteigerung der Uni ist für Außenstehende einhergeht. Bei Forschungservöllig unverständlich. Außer- Mit wem wollt ihr in eine gebnissen eher nein. dem ist die Uni so grau. Über Koalition? die LHG-Bayern haben wir Julian: Aus rechtlichen Gründerzeit einen Antrag, dass Michael: Das können wir jetzt den bin ich eher dagegen. Hochschulgruppen immer das noch nicht beantworten. Wir Recht auf die Nutzung der müssen schauen, wie wir unseRäumlichkeiten der Universi- re Ziele möglichst gut umsettät haben. zen können. Wenn wir eine Koalition eingehen, dann nur mit Listen mit denselben ZieUNIVERSUM 2/2015

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I N TERVI EWS Was sind eure Positionen zur Studienfi- Würdet ihr also nichts dagegen haben, nanzierung? wenn Heckler & Koch mit einem konkreten Projekt zur Erforschung eines neuen Julian: Wir sind für ein elternunabhängiges Waffensystems, an die Universität AugsBafög. Wir fordern aber auch nachgelagerte Stu- burg herantritt? diengebühren. Also Gebühren, die man nach dem Studium ab einem bestimmten Einkom- Julian: Nein. men zahlen muss. Die LHG hat in der letzten Amtsperiode Was haltet ihr von der Ökonomisierung Thomas Oppel in den Konvent geschickt. des Bildungswesens? Er trat nach einem Abwahlantrag gegen ihn noch vor der Abstimmung zurück Julian: Auf jeden Fall wollen wir eine Koopera- und war auch erst bei zwei AStA-Sitzuntion mit Unternehmen. Das ist eine wichtige gen, obwohl er Sozialreferent im AStA ist. Komponente um Drittmittel zu generieren, um zusätzliches Lehrpersonal anzustellen. Aber es Julian: Thomas Oppel steht NICHT auf der Liste. muss unabhängig vom Freistaat Bayern sein. Er tritt nach unseren Informationen für die SOP-Heroes von AUStA an. Wir haben uns Michael: Universität soll nicht nur vom Staat fi- vollkommen neu aufgestellt. nanziert werden. Aber es darf keine Abhängigkeit von Staat oder Wirtschaft herrschen. Warum seid ihr gegen eine Zivilklausel? Julian: Die Wissenschaft beraubt sich Innovationsmöglichkeiten, vieles beruht auf Militärforschung. Wissenschaft sollte sich nicht einschränken lassen. Michael: Bei der Entwicklung des GPS und der Luftfahrt war auch Militärforschung dabei.

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NAH.Gedacht Existiert seit einem Jahr, Hauptsächlich Studierende aus den Naturwissenschaften

Interviewgäste: Dominik, Leonie, Stefan Warum wollt ihr gewählt Warum glaubt ihr, dass das werden? studentische Engagement und die Mitbestimmung Leonie: Auf unserer Liste sind zur Zeit gerade etwas leieinige Leute, die schon in Fach- det? schaften engagiert waren. Ich selber war auch schon im AStA. Leonie: Ich muss so oft Leuten, An der Uni läuft gerade hoch- die schon im fünften Semester schulpolitisch nicht besonders sind erklären, was ist eigentlich viel. Da vor allem im studenti- der Konvent. Daher sehe ich da schen Konvent eine gewisse einen sehr hohen InformatiStagnation vorherrscht, wollen onsbedarf. wir jetzt wenigstens versuchen etwas zu verändern, indem wir Was haben eure Kandiuns zu den Hochschulwahlen dat*innen schon gemacht? aufstellen lassen. Leonie: Wir sind noch eine sehr Dominik: Und auch das politi- junge Liste. Was die "alten" sche Interesse an der Uni wie- Leute konkret in den Konvent der aufleben lassen. eingebracht haben, weiß ich nicht. Aber wir sind auf jeden Um welche Themen geht es Fall eine Liste von Leuten, die euch? sich schon für die Studierenden in Fachschaften engagiert hat. Leonie: Wir haben ja schon ei- Unser Fokus war nicht was die nige studentische Arbeitsräu- Leute bisher gemacht haben, me, aber die sind noch nicht so sondern wer sind wir und was bekannt. Man müsste diesbe- wollen wir. Unser Fokus war alzüglich besser informieren, so eher auf einem frischen welche Räume wann genutzt Start. werden können. Softwarekurse und Rechte der Fachschaften. Oftmals treten für die EULe Studierende mit viel Der AStA soll mehr für Ge- Erfahrung in der Hochschlechtergerechtigkeit schulpolitik an. Eure Spittun? zenkandidatin in der EULe (Elisabeth Letterer) ist Leonie: Ja. aber noch nie hochschulpolitisch aktiv gewesen. Dominik: Ich versteh die Frage nicht, weil ich persönlich noch Stefan: Das sehe ich grundsätznie irgendwelche Ungerechtig- lich nicht als Hindernis. keiten kennen gelernt habe. Irgendwann muss man mal an-

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fangen die Leute einzuarbeiten. Wir werden denen auch Berater aus höheren Semestern zur Seite stellen. Was könnte man für das studentische Leben deiner Meinung nach tun? Dominik: Wie gesagt die Arbeitsräume und wir fänden es gut, dass das Angebot des Teilzeitstudiums weiter ausgebaut wird. Außerdem die Ausweitung des Angebots an OfficeKursen, Unterstützung der Fachschaften und die Stärkung der Kooperation untereinander. Wie steht ihr zur Verfassten Studierendenschaft? Leonie: Die VS ist bis jetzt aber noch kein Kernthema von uns. Sie wurde ja vor über 40 Jahre aus rein politischen Gründen abgeschafft. Wir würden uns auf jeden Fall dafür einsetzen, das wieder aufleben zu lassen, weil derzeit alles nur auf Zugeständnis basiert. Stefan: Nichts desto trotz sind wir auf jeden Fall glücklich über das hohe Maß an Mitbestimmung, das wir an der Uni haben.

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I N TERVI EWS Sollte der Staat die Universität komplett Und ihr seht darin keinen Widerspruch? ausfinanzieren? Stefan: Nein. Dominik: Praktisch wird das bei uns (Naturwissenschaften) nicht möglich sein. Wir sind auf Wie steht ihr zu Rüstungsforschung an Drittmittel angewiesen und dafür stehen wir Universitäten? auch ein. Es besteht ohne Drittmittel auch die Gefahr, den Anschluss an die Wirtschaft zu ver- Leonie: Die Liste hat keine genormte Meinung lieren. zu diesem Thema. Wir würden uns gegen jede Form der Zivilklausel aussprechen, die nicht Wie seht ihr das mit Beiträgen für Studie- den kompletten Erhalt der Drittmittel garanrende? tieren kann. Leonie: Dazu haben wir grundsätzlich keine Po- Stefan: Wir sind grundsätzlich für freie Forsition. Ich persönlich bin dagegen. Stefan und schung und den Erhalt aller Drittmittel. Die Dominik stimmen zu. Frage um den Erhalt aller Drittmittel muss Vorrang vor der Diskussion um eine Zivilklausel Der AStA sollte politisch gestalten oder haben. unpolitisch verwalten. Wenn die Uni aber auf jedes DrittmittelStefan: Politisch gestalten! projekt angewiesen ist, dann ist doch die Freiheit der Forschung nicht mehr gegeSeid ihr bereit euch außerhalb der Uni ben, oder? mit Gewerkschaften, Parteien, politischen Gruppen und Initiativen, etc. zu Stefan: Das ist nur zum Teil richtig, weil das vernetzen? Annehmen von Forschungsaufträge an den einzelnen Personen liegt. Solange wir von KoJa. operationen mit der Wirtschaft profitieren, wollen wir da nichts beschränken. Habt ihr eine Position zum Gremiensemester? Ihr seid für dafür das BaföG auszubauen und gegen Studiengebühren? Wir haben noch keine Position dazu. Leonie: Ja und ja. Letztes mal war es kritisch ob die SOP überhaupt noch stattfinden darf. Würdet Seid ihr für die Abschaffung der Nichtöfihr sie weiter ausrichten? fentlichkeit aller universitären Gremien? Leonie: Grundsätzlich sehe ich kein Problem mit der jetzigen Form der SOP und wir würden Dominik: Ja sie weiterhin ausrichten. Leonie: Ich finde das schwierig. Wir sollten da Was ist mit der Freiheit der Forschung für nochmal gemeinsam diskutieren. Grundsätzlich die Mitarbeiter derjeniger Lehrstühle, sollten Konvent und AStA weiterhin öffentlich die Forschungsaufträge annehmen? For- tagen. schungsaufträge, die eventuell militärisch sind? Stefan: Wir sind für den Erhalt aller Drittmittel und freie Forschung. UNIVERSUM 2/2015

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Die Bewegung Seit diesem Semester und für diese Wahl gegründet. Haben bereits alle hochschulpolitische Erfahrung.

Interviewgäste: Lisa Gagel und Alexander Münzing Wer seid ihr?

Was ist Universität für euch und worin seht ihr den Sinn des Studiums? Lisa: Wir sind eine bunt zusammengemischte Stichwort: Bildung vs Ausbildung? Liste, mit Menschen aus fast allen Fakultäten und den unterschiedlichsten Hintergründen. Lisa: Für mich persönlich in gewisser Weise Unsere Kandidat*innen sind alle schon länger Ausbildung, denn es ist der einzige Weg zu aktiv, viele waren in der Kritischen Liste, bei den meinem Wunschjob (Lehrerin). Universität und JUSOS oder in Fachschaften. Studium sollten aber mehr als das sein. Universität ist für mich auch ein Lebensraum, den man Warum sollen wir euch wählen? sich selbst gestalten kann. Wofür steht ihr? Wie seht ihr Möglichkeiten studentischer Lisa: Wir konzentrieren uns auf Projekte, die Mitbestimmung? sich auch innerhalb eines Jahres umsetzen lassen. Zum Beispiel fordern wir seit längerem die Lisa: Aktuell gibt es für studentische Gruppen uniweite Etablierung des Teilzeitstudiums. In neue Richtlinien, mit denen aber alles noch der Phil.-Hist. Fakultät haben wir das schon an- komplizierter wird. Das ist eine totale Übergestoßen. Aktuelle große AStA-Projekte, wie bürokratisierung. Daher sind wir auch für die UNIKINO oder SOP wollen wir natürlich erhal- VS, mit der sich die Studierendenvertretung ten. selbst verwalten kann. Alex: Zur Gewährleistung der Chancengleichheit wollen wir das Beratungsangebot für psychologische und rechtliche Fragen ausbauen und es bekannter machen. Viele kennen das Angebot gar nicht. Klingt, als wärt ihr schon länger dabei.

Was empfindet ihr als postitiv und was als negativ an der Uni? Lisa: Der Campus ist schön. Alex: Diese ganzen Schmierwerbeträger, wie Microsoft und Gauloises, sind hässlich.

Lisa: Wie gesagt, wir sind eigentlich alle schon Wie soll Uni finanziert werden? länger in Fachschaften engagiert. Momentan sind wir auch im Konvent, AStA und Sprecher- Lisa: Vom Staat, und zwar komplett. rat. Auf die bisher geleistete Arbeit wollen wir im kommenden Jahr sinnvoll aufbauen. Alex: Außerdem wollen wir elternunabhängiges BAföG. Freie Bildung für alle! Dass es den Unis Alex: Aktuell führen wir Gespräche zur Einfüh- derzeit überall an Geld fehlt, ist echt rung eines „Urlaubssemesters“ für sozial oder problematisch. hochschulpolitisch engagierte Studierende. Denn oft bleibt neben dem Studium kaum Zeit dafür.

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I N TERVI EWS Stimmt, was auch zu immer mehr Einfluss der Wirtschaft führt. Unternehmenskooperationen sind in den Phil-Fakultäten jetzt schon verpflichtend. Ist eine staatliche Ausfinanzierung überhaupt noch praktisch machbar?

Braucht man für die EULe eigentlich irgendwelche speziellen Kenntnisse?

Alex: Man braucht einen Überblick über die Universität und sollte wissen, wie die verschiedenen Gremien arbeiten und funktionieren. In der EULe sollten daher Menschen sitzen, die Lisa: Es geht hier auch darum, wie die Gesell- bereits im Konvent oder auf fakultärer Ebene schaft die Uni sieht. Klar sollten Universitäten Erfahrung sammeln konnten. unabhängig sein. Wenn sie aber auf Drittmittel von irgendwelchen Unternehmen angewiesen Dieses Jahr treten überraschend viele sind, kann davon nicht mehr die Rede sein. Listen für die EULe an. Mit wem würdet Denn wessen Brot ich esse, dessen Lied ich sin- ihr koalieren? ge. Alex: Es gibt ja nur zwei Plätze. Schwierig wäre Alex: Es ist auch nicht in Ordnung, dass die zwei jedenfalls eine Zusammenarbeit mit AUStA, die geisteswissenschaftlichen Fakultäten total un- nun ein Jahr im Amt waren und praktisch nichts tergehen, während die Physik z.B. wegen der umsetzen konnten. Nah.Gedacht hat zwar weKooperationen gut da steht. nig Erfahrung, aber wir sind prinzipiell offen für alles. Soll der AStA politisch gestalten oder unpolitisch verwalten? Wie steht ihr zur Zivilklausel? Alex: Politisch gestalten, wobei das jeder AStA Alex: Unterstützen wir, aber sowas ist sehr selbst entscheiden soll. schwierig umzusetzen. Eventuell sollte man zunächst eine Transparenzklausel einführen. Als Unipräsident*in würde ich ... Danke euch! Wollt ihr noch was loswerAlex: Die Regelstudienzeit absetzen und das den? Thema Zivilklausel endlich zur Sprache bringen Alex: Wir freuen uns, wenn ihr uns wählt!

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Die LISTE LISTE für Intelligente Studierende und Elitenbeförderung DIE LISTE Uni Augsburg ist die erste DIE LISTE, die es geschafft hat, einen deutschen AStA-Vorsitz zu übernehmen. DIE LISTE ist die Hochschulgruppe der Partei DIE PARTEI. Die LISTE, so sagt sie über sich selbst, ist im politischen Spektrum genau in der Mitte, sog. Mitten-Extremismus.

Interviewgäste: Manu Mielitz, Ivan Gosêk, Teresa Heintz, Volker Ziercke, Mathias Miller Was ist euch?

Universität

für aber nicht umsonst. Damit wir gemeinsam die Welt verändern. Jaja, wir wissen, es gibt Manu: Die Uni ist in Wahrheit Riegele in der Mensa, aber mal eine Institution zur gesell- ehrlich: Bier oder Riegele, die schaftlichen Legitimierung von Uni sollte sich entscheiden. Alkoholismus, Arbeitsverweigerung, Alkoholismus, wilden Wieso wollt ihr gewählt Partys und Alkoholismus. Das werden und was wollt ihr finden wir gut! Deshalb wollen als Konventsmitglieder erwir es ändern. Alkoholismus. reichen? Wir setzen uns ein, dass Zwangsveranstaltungen dahin Adam: Natürlich wegen des kommen, wo sie hingehören: in AStA-Büros. Welcher Studi die freie Wirtschaft! Die Stu- kann sonst von sich behaupten, dierenden sollen davon ver- ein zweistöckiges Büro mit Seschont bleiben, früher als um kretariat in bester Lage direkt 12 in die Uni gehen zu müssen. neben dem Campus zu haben. Deshalb: Keine Pflichtveranstaltungen vor 12:15 Uhr. Was könnte man für das studentische Leben eurer Adam: Wenn wir betrunken Meinung nach tun? sind, wollen wir immer die Welt verändern, meistens for- Teresa: Unser Wahlprogramm dern wir dann: umsetzen. Wir treten ja schon zum zweiten Mal an und haben BIER FÜR ALLE! bereits einiges verbessert. Das scheitert aber an den Zum Beispiel? Nüchternen und dem Wirt. Deshalb fordern wir. Bier vor Mathias: Anfang Juni jährt sich vier auch an der Uni! Gratis, unser Freibierfestival zum UNIVERSUM 2/2015

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zweiten Mal. Unsere Kondome mit der Aufschrift „Studierende aller Fuckultäten vereinigt euch!“, was natürlich als Aufforderung zu mehr Unisex zu verstehen ist, stoßen ebenfalls auf große Beliebtheit. Natürlich haben wir dafür auch gleich DIE LISTE mit den 13 besten Sexorten an der Uni aufgestellt, getestet und für gut befunden. Sie ist ebenfalls hier im Universum abgedruckt. Was sind eure drei Hauptforderungen? Manu: Wir sagen heute und für immer. Die heilige Dreifaltigkeit besteht aus Macht, Bier und Sex. Alles andere ist Propaganda. Was habt ihr dafür schon getan? Teresa: Die letzten Wahlen gewonnen und das beste Ergebnis seit Kriegsende eingefahren!


I N TERVI EWS Wie habt ihr euch bisher Wurdet ihr nicht für mehr an der Uni engagiert? Freibier gewählt? Das klingt gerade nach ernster Adam: Wir haben es geschafft, politischer Arbeit, also wie als kleinste Liste und als erste ein Bruch eurer WahlverLISTE in Deutschland einen sprechen. AStA zu übernehmen, ihn völlig umzukrempeln und uns das schönste Büro auf dem Campus zu sichern.

Was werdet ihr auf jeden Fall umsetzen, wenn ihr gewählt werdet? Mathias: Wir haben ein ausgefeiltes Wahlprogramm. Aber wir haben beim Wahlkampf

Im AStA habt ihr aber auch maßgeblich die Vernetzungsarbeit auf Bayernund Deutschlandebene vorangetrieben. Ihr seid im Ausschuss der Studierendenschaften des deutschen Dachverbandes fzs. Du, Manuel, wurdest sogar gefragt, ob du fzs-Sprecher werden möchtest. Was sind denn da eure Projekte? Manu: Der übliche Kokolores mit Pressemitteilungen, Gesprächen mit Abgeordneten, Positionierungen und Organisation von Demonstrationen, Bündnissen, etc. Unter anderem beteiligen wir uns an der aktuellen Lernfabriken-Meutern-Kampagne, dem neuen Bildungsstreikbündnis. (A.d.R. siehe auch Artikel Lernfabriken meutern!) Ich muss noch herausfinden, ob dieser fzs-Posten meine Machtgeilheit befriedigen kann. Falls ja werde ich diesen auf jeden Fall ins Auge fassen.

Manu: Wir setzten uns in allen Bereichen für die Gleichstellung der Faulen ein. Die Faulenquote von 50% für alle Studiengänge war und ist eine zentrale Forderung von uns. Durch den neuen Bildungsstreik erhoffen wir uns, genauso wie mit unserer AStA Kampagne gegen die Anwesenheitspflicht mehr Rechte und weniger Pflichten für faule Langzeitstudierende wie uns.

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von AUStA gelernt, dass diejenige Liste besonders viele Stimmen bekommt, die kein Wahlprogramm hat, deshalb können wir da zum jetzigen Zeitpunkt nicht über Inhalte sprechen. Manu: Vielleicht so viel: Wir werden uns um die Belange der Studierenden kümmern und sie angemessen vertreten oder irgendetwas in der Art.

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I N TERVI EWS Den letzten Satz hören wir tatsächlich Stimmt es dass ihr einen Strohmann in häufig bei den Interviews mit den Kandi- das Rennen um die Präsidentschaftsdat*innen. wahlen an der Uni ins Rennen geschickt habt? Manu: Populismus ist der Trend der Zeit. Die Kategorien der Postmoderne sind nicht wahr Teresa: Ja ein Kandidat der alle Ansprüche der oder falsch, sondern witzig und nicht witzig. Bewerbung erfüllt hat, aber trotzdem, wie übrigens alle anderen Gegenkandidat*innen zur Und ihr seid populistischer als andere Präsident*in, im Voraus durch ein undemokraListen? tisches Wahlkomitee nicht zur Wahl zugelassen wurde. Wir haben dagegen bereits Rechtsmittel Adam: Wir haben eben den Trend der Zeit er- eingelegt und werden die Wahl annullieren laskannt. Hier ein paar Auszüge aus unserem sen. Wahlprogramm: Mehr Unisex:! Tinder auf die CampusApp installieren! Uniweite Faulenquote Manu: Wir möchten bei der Gelegenheit auch von 50% für alle Studiengänge! Entenplage am mal darauf hinweisen, dass der letzte Wahlleiter Unisee bekämpfen! Mehr Peking-Gerichte in eines derart undemokratischen Wahlausschusder Mensa! Katholische und wirtschaftswissen- ses 1946 vor einem alliierten Militärtribunal schaftliche Fakultät zusammenlegen! Grün- hingerichtet wurde. dung einer Fakultät für Wissenschaften die an unsichtbare Wesen glauben! Euch wird vorgeworfen, ihr würdet die Neutralität des AStA untergraben, nicht Was haltet ihr eigentlich von einer Zivil- fristgerecht zu Sitzungen laden, die Faklausel? Karl von der LISTE hat den An- cebook-Seite des AStA zu politisch gestaltrag dazu im Konvent eingebracht. ten und AUStA-Mitglieder zu mobben. Wie steht ihr zu den Vorwürfen? Manu: Wir sind da gespaltener Meinung. Die verfassungsfeindliche Plattform der LISTE hält Manu: Die sind alle richtig! Der AStA muss naam Konzept "Waffeln statt Waffen" fest und türlich politisch-neutral sein, das ist ja klar, weil spricht sich für den Export von Dr. Oetker nach das erstens nirgendswo steht und zweitens treSaudi-Arabien aus. Der militante Arm der LISTE ten politische Listen mit einem politischen dagegen glaubt aber, dass mit Waffeln allein Wahlprogramm an, die dann in den AStA gekein Krieg zu gewinnen ist. wählt werden um dort ihr Wahlprogramm umzusetzen. Auch die nicht fristgerechte Ladung ist ein großes Vergehen, das die Welt ins Chaos stürzen wird. Ob der Mobbing-Begriff dagegen angebracht ist, nur, weil man vorschlägt, Pegida-Unterstützer beim nächsten nervigen Kommentar mit einer Wasserpistole abzuschießen, kann ich nicht beurteilen. Dafür ist mir die Sache zu ernst.

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„Gib ab – weil Geben fetzt!“ Aktion „Nach Hause telefonieren“ beginnt am 9. Juni. Studentische Initiative befasst sich mit der Umverteilung von Technik-Überschüssen: Bei der ersten Aktion sammelt das Team gebrauchte Handys für Asylbewerbende Gebrauchte PCs, Drucker und Handys – eigentlich sind sie zu schade, um weggeworfen zu werden, aber in Gebrauch sind sie auch nicht mehr: viele Unternehmen, Privatpersonen und Institutionen (wie beispielsweise die Universitäten) wissen nicht, wohin mit den Geräten. Oft landen sie dann doch auf dem Müll.

Warum also nicht beide Seiten zusammenbringen? Das machen Carolin und Daniel: Die „Aber muss das eigent- beiden haben lich sein?“ – diese Frage vor etwa zwei Monaten die Initiative stellen sich die beiden Gib ab – weil geben fetzt! ins Leben gerufen. Studierenden Carolin Härtel und Daniel Die Idee dazu kam Carolin schon vor einigen Leichtle schon länger. Jahren: Schließlich fehlen die technischen Geräte an Das war lange eines meiner Schubladenanderer Stelle, denn projekte – als ich Daniel davon erzählt hanicht alle Studierenden be, wussten wir beide, dass jetzt der können sich beispielsrichtige Zeitpunkt gekommen ist, um Gib Nicht mehr ganz weise einen eigenen Lapab umzusetzen. taufrisch, aber kein top leisten, wenn der Grund, es für tot zu „alte” früher als geplant erklären: das Zeitliche segnet. Gemeinsam arbeiten die SozialNoch viel schwerer ha- wissenschaftsstudentin (Universität Augsburg) Etwas älteres Handy ben es dabei einige so- und der Betriebswirtschaftsstudent (Hochziale Einrichtungen: Der schule Augsburg) daran, Gib ab! in die Tat umBedarf an Technik ist oft zusetzen: Mit ihrer Idee nehmen die beiden am größer als die Mittel, die dafür zur Verfügung Wettbewerb 5 Euro StartUp der LMU München stehen. Daher gibt es bei manchen einen großen teil und haben ihr Konzept dort bereits FirÜberschuss an Technik, die jedoch nicht mehr menvertretenden vorgestellt. „Wir haben dort benötigt wird, und an anderer Stelle noch viel und auch von Seiten der Hochschule Augsburg bewirken kann. viel positives Feedback bekommen und haben Kontakt mit mehreren potentiellen Partnerorganisationen – es entwickelt sich sehr gut.“, erklärt Daniel.

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Initiativen Die erste geplante Aktion steht bereits: Carolin und Daniel wollen den Studierenden der Universität und der Hochschule Augsburg ihre gebrauchten Handys abnehmen. Diese Handys sollen Bestandteil von Kommunikations-Starterpaketen für Asylbewerbende in Augsburg sein. Schließlich sei es für Asylbewerbende sehr schwer, den Kontakt zu Familie und Freundeskreis zu halten, so Carolin. Daran soll sich durch den kostenlosen Zugang zu gebrauchten Handys, Stadtplänen und günstigen Telefonkarten etwas ändern. Vom neunten bis zum elften Juni ist Gib ab mit der Aktion, die sie Nach Hause telefonieren getauft haben, an Universität und Hochschule mit Ständen vertreten. Alle Studierende und Dozierende, die gebrauchte, aber noch funktionstüchtige Handys und/oder Ladekabel zuhause haben, können sie gerne an diesen drei Tagen bei uns abgeben.

Die Handy-Aktion ist aber nur der erste Schritt: Danach soll in großem Umfang gebrauchte Technik – insbesondere Desktop-PCs und Laptops – aus der Universität, der Hochschule und aus Unternehmen an soziale Einrichtungen umverteilt werden. Gerade auch Unterkünfte für Asylbewerbende sowie andere studentische Initiativen sollen davon profitieren. Ein Beispiel dafür ist ZEBRA, denn mit den Sachspenden können sich dort mehr Studierende bei Bedarf Laptops ausleihen. Noch steht Gib ab! am Anfang - bislang stemmen die beiden Studierenden den Großteil der Arbeit alleine. „In vielen Bereichen können wir auf die Hilfe von anderen zählen, aber wir suchen noch weitere Mitstreitende.“, meint Carolin. „Ob jemand einmalig helfen oder Verantwortung übernehmen will: Wir sind für alle offen, die mithelfen wollen, diese Idee voranzubringen.“ Besonders können die beiden von Gib ab! Studierende brauchen, die sich mit Homepage-Betreuung, PC-Wartung oder Fundraising auskennen. Auch nach Jurist*innen suchen sie. Ebenfalls willkommen sind Studierende, die gerne beim Transport mit anpacken wollen.

meint Carolin. Wer also etwas Gutes für die Asylbewerbenden und die Umwelt tun will, kann das an diesen drei Tagen machen. „Wir freuen uns, wenn ordentlich etwas zusammen- Wer sich angesprochen fühlt, darf sich gerne bei kommt!“, meint Daniel dazu. Carolin oder Daniel persönlich oder per Email melden.

Email:

leichtle.daniel@googlemail.com carolinhaertel@web.de

TEXT: Carolin Härtel (Kritische Liste)

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Golda, Jitzchak und die ganze Mischpoke? Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat eine neue Hochschulgruppe. Am 14. Mai 2015 feierte der jüdische Staat Israel seinen 67. Geburtstag. Das noch sehr junge Israel kann schon jetzt auf eine bewegte, ereignisreiche und nicht immer ganz einfache Geschichte zurückblicken. Im Mai 1948, als David Ben-Gurion die israelische Unabhängigkeitserklärung verlas und somit den Gründungsakt beging, befand sich bereits die gesamte Region in Aufruhr. Obwohl sich schon abzeichnete, dass die alten, neuen Nachbarn zum Krieg mobilisieren werden und die erste Zerreißprobe nicht lange auf sich warten lassen würde, fanden sich nicht nur Worte der Entschlossenheit, sondern auch ein Angebot zur Verständigung und eine Einladung zum friedlichen Zusammenleben in der Erklärung: Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten. Dass sich dieser fromme Wunsch nicht so einfach gestalten würde, war von Anfang an klar. Allerdings konnte Israel sich im Unabhängigkeitskrieg behaupten und die erste Demokratie im Nahen Osten ist seitdem viel mehr als „nur“ Zufluchtsort für die Überlebenden der Shoa und die potentiellen Opfer des leider immer noch allgegenwärtigen Antisemitismus geworden. Die Israelis haben die Wüste grün gemacht, wie es sich Ben-Gurion einst erträumte, und einen UNIVERSUM 2/2015

lebenswerten Ort für alle Menschen der Region geschaffen. Lebensfroh, dynamisch und vielfältig ist dieses kleine Land heute. Klar, der Alltag ist oft auch problematisch. Ständig besteht die Gefahr, dass sich schwelende Konfliktherde innerhalb und außerhalb Israels wieder blutig entladen könnten. Der Sechstagekrieg von 1967 und seine Folgen, die sogenannten „Intifadas“ oder die - vielleicht bald schon atomare - Bedrohung durch das iranische Regime sind Realitäten, mit denen sich viele Menschen im Nahen Osten auseinandersetzen müssen. Die barbarischen Taten des Islamischen Staates (IS) und das Leiden der Menschen in Syrien sollen natürlich auch nicht unter den Tisch fallen. Erst letztes Jahr, als die Operation Protective Edge notwendig wurde, kam es der gesamten Weltöffentlichkeit wieder in den Sinn, dass „der Nahostkonflikt“ doch eigentlich unerträglich sei. Leider sind es nicht immer nur Mitgefühl und die aufrichtige Sorge um Menschenleben, die besorgte Kommentatoren umtreiben. Viel zu oft müssen Israel oder „die Palästinenser“ als Projektionsfläche für niederträchtige Ressentiments, Heuchelei oder einfach nur zum Distinktionsgewinn herhalten. Auch im Sommer 2014 überwogen wieder einmal Empörung und die üblichen hasserfüllten Gerüchte. Andererseits gab es natürlich ernsthafte Gesten der Solidarität mit den betroffenen Menschen in den umstrittenen Gebieten. Leider waren diese nicht ganz so zahlreich. Auch große Demonstrationen in Deutschland mitsamt all ihren verbalen und physischen Ausschreitungen haben einmal mehr erkennen lassen: sogenannte Kritik an Israel geht häufig mit

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Hetze, Diskriminierung und wahnhaften, gewalttätigen Ausschreitungen einher. Aber auch abseits von vermeintlich tagespolitischen kann festgestellt werden: Antizionismus und „Israelkritik“ sind oft nur dünne Deckmäntelchen des Antisemitismus. Vor Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen in Deutschland müssen oft Polizei und Sicherheitsdienste dafür Sorge tragen, dass Menschen frei von Angst und dem Hass ihrer Mitmenschen ihren Glauben ausleben können. Sogar Museen, Restaurants oder Kindergärten werden oft zur Zielscheibe. Jüdische Menschen in Deutschland werden grundlos verantwortlich gemacht für irgendwelche Entscheidungen der jeweiligen israelischen Regierungsparteien oder sie sollen zumindest Stellung dazu beziehen. In Augsburg kam es während einer der fragwürdigen „Free Gaza“-Demos letzten Sommer zu entsetzlichen Szenen auf dem Rathausplatz. Eine kleine Gruppe wagte es, auf einem Transparent der israelfeindlichen Einseitigkeit zu widersprechen und auf eines der tatsächlichen Hindernisse für dauerhaften Frieden zwischen Israel und Palästinensern hinzuweisen: Free Gaza – From Hamas Die Reaktionen bewegten sich zwischen massivem Bedrängen durch einen Teil der Demonstrierenden, antisemitischen

Beschimpfungen („So seid ihr geschmacklose bis antisemitiJuden, so ist Israel: Ihr lügt und sche Sticker. Leider findet man ruft dann nach Hilfe“) und Ge- solche sogar heute noch ver-

Abbildung: der Stand der noch jungen Hochschulgruppe auf der Initiativenstraße im Sommer

waltandrohungen. Als sich immer größere Teile der Hauptdemonstration der israelsolidarischen Gruppe zuwandten und dieser pausenlos „Kindermörder Israel“ entgegenbrüllten, drohte nicht nur nach Einschätzung der Polizei eine Eskalation. In manchen Städten wurden sogar Hamas-, IS- und Hizbollah-Fahnen und der „Deutsche Gruß“ zur Schau gestellt. Nach den Berichten vorangegangener Tage in anderen deutschen Städten, in denen israelsolidarische Demonstrierende auch mit Flaschen und Fäusten angegriffen worden waren, entschied man sich, vorzeitig den Rathausplatz zu verlassen. Auch hier an der Universität klebten zu dieser Zeit immer mal wieder

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einzelt. Die neue Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an der Universität Augsburg wird es sich zur Aufgabe machen, nicht nur in stürmischen Zeiten verzerrten und falschen Positionen zum Staat Israel entgegenzutreten. Dazu zählt nicht nur die Auseinandersetzung mit antiisraelischen Äußerungen und Vorkommnissen in Deutschland im Allgemeinen und an unserer Uni und in Augsburg im Speziellen. Um zu einem besseren Verhältnis zum Staat Israel beizutragen, wird auch die Befassung mit der bewegten Geschichte und seiner Gegenwart ein wichtiger Schwerpunkt sein. Es gilt, daran zu erinnern, dass es in Israel eine UNIVERSUM 2/2015


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„besondere Normalität“ gibt: eine im Nahen Osten bis dato einzigartige pluralistische und demokratische Gesellschaft. Dieser kleine Staat ist geistig-kulturelles Zentrum und Wiege dreier Weltreligionen. Menschen aus der ganzen Welt fanden und finden in Israel nicht nur Zuflucht, sondern auch einen neuen Lebensmittelpunkt. Lange Partynächte in Tel Aviv, High-Tech-Industrie und gemütliche Strandtage prägen jenseits der alltäglichen Spannungen mindestens genauso stark das Bild dieser vielseitigen Gesellschaft. Ähnlich wie die Normalität in Israel eine „besondere“ ist, ist auch das Verhältnis zur Bundesrepublik „nicht ganz einfach“. Durch das Leid und den Terror des deutschen Nationalsozialismus, der in der industriellen Vernichtung von Millionen Jüdinnen und Juden kulminierte, stehen die junge Demokratie Israel und die Bundesrepublik Deutschland in einem besonderen und schwierigen Verhältnis. Auch Erinnerungsarbeit, Aufklärung und gemeinsames Gedenken sind ganz zentrale Aufgaben, die jeden Menschen angesichts dieser Schrecken beschäftigen sollten. Dass überhaupt schon seit 50 Jahren diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Staaten bestehen, grenzt eigentlich fast an ein Wunder. Aber nicht nur ausschließlich auf dem internationalen Parkett, wo man sich mit staatsmännischem Kalkül und einer gewissen höflichen Distanz begegnet, findet reger Austausch statt. Viele Israelis und deutsche Staatsbürger haben Interesse am Leben der jeweils Anderen und wünschen sich Begegnungen und Auseinandersetzungen – nicht nur über politische Themen. Geplant sind bis jetzt bereits regelmäßige Vorträge, gemeinsame Exkursionen, Filmabende und natürlich auch gesellige, feierliche Anlässe. Gerne würden wir es auch sehen, wenn in Zukunft auch Kooperationen mit anderen studentischen Initiativen oder interessierten Lehrenden entstehen.

Augsburg besucht, bei unserem Gründungsakt mit dabei war und wir interessante Gespräche und Vorträge mit ihm erleben durften. Informationen zu kommenden Veranstaltung mit ihm findet ihr beispielsweise auf der Homepage der Universität. Der nächste Termin ist am 10.06.2015, um 18.00 Uhr im Augustana-Saal. Avi Primor spricht mit Prof. Dr. Christoph Weller zum Thema "Der Nahostkonflikt zwischen Eskalation und Versöhnung: eine israelische Perspektive". Kommt zahlreich und lasst euch das bitte nicht entgehen. Gut, wer jetzt noch wissen will, wer Golda Meir ist und warum Jitzchak Rabin eine besonders spannende Persönlichkeit ist, kann gerne mal auf ein Gläschen Jardenwein vorbeikommen. Zugegeben, auch das könnte wieder hitzige, mitunter auch politische Debatten mit sich bringen, aber: „Zum Beispiel ist noch kein Beweis.“, wie es in einem alten jiddischen Sprichwort heißt. Facebook: https://fb.com/dighgaugsburg Veranstaltungen: http://www.jfz.uni-augsburg.de/aktuelles/ internationale_gastdozentur.html

Besonders freut uns natürlich, dass der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor, der im Rahmen einer Gastdozentur des Jakob-FuggerZentrums dieses Semester die Universität TEXT: Georg Tiroch (DIG-Hochschulgruppe) UNIVERSUM 2/2015

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Am Samstag, 4.Juli 2015 „Earth Peace Day“ statt.

findet

auf

dem

Königsplatz

in

Augsburg

der

Von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr zeigen zahlreiche engagierte Ehrenamtliche mit einer bunten Mischung aus Musik, Bühnenprogramm, Kochshows, einer Tombola und verschiedensten kulinarischen Angeboten, wie sich jeder von uns auf unterschiedliche Art und Weise für den Frieden, für mehr Miteinander und für mehr Umwelt- und Tierschutz einsetzen kann.  Das Motto des dritten Earth  Peace  Days in Augsburg „Für die Menschen - für die Tiere - für die Umwelt - für den Frieden“ zeigt, dass Frieden auf ganz verschiedenen Ebenen sichergestellt werden muss: zwischen Menschen, zwischen Mensch und Tier und zwischen Mensch und Umwelt.

Wer bei dem ganzen Treiben hungrig wird, der kommt beim großen Angebot an deftigen und süßen Gaumenfreuden wie Döner und Falafel, Kaffee und Kuchen und leckerem Eis voll auf seine Kosten.

Und das Wichtigste: zu gewinnen gibt’s auch was! Bei der Tombola werden viele großartige Verschiedene Organisationen, die sich für Men- Preise verlost. Unter anderem ein Wochenendschenrechte, Tierrechte, Umweltschutz und aufenthalt auf Mallorca für zwei Personen. Frieden einsetzen, wollen die Besucher für dieses umfassende Thema sensibilisieren und ga- Auch für die Unterhaltung der kleinen Besucher rantieren somit einen abwechslungsreichen und ist gesorgt. Beim Kinderschminken können sie interessanten Tag. sich in ein Wesen ihrer Wahl verwandeln und sich danach an den Riesenseifenblasen erfreuen. Das Event wird von Reiner Erben, Leiter des Re- Im Zusammenhang mit dem Earth  Peace  Day ferats für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migrati- wird außerdem am 3.Juli ein passender Film an on, eröffnet und bietet auch danach ein buntes der Uni gezeigt. Bühnenprogramm. Interessante Vorträge, Kochshows, Theaterstücke und Kabarett – für Veranstalterin des Earth  Peace  Days ist die jeden Geschmack ist was dabei. Abgerundet Tierrechtsinitiative Augsburg e. V.  wird das Ganze mit Live-Musik von den Augsburger Bands Breath of  Rap und  TheAccustiCats, MC Albino aus Lübeck sowie IFEEL aus Kroatien. UNIVERSUM 2/2015

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Du möchtest mithelfen beim Earth Peace Day?

Über die Tierrechtsinitiative Augsburg e.V.

Der Earth Peace Day ist eine nicht-kommerzielle Veranstaltung und wird von vielen engagierten Menschen ehrenamtlich organisiert. Daher sind wir an diesem Tag ganz besonders auch auf die Unterstützung von vielen fleißigen HelferInnen angewiesen. Mit deiner ehrenamtlichen Mithilfe kannst du in ganz besonderer Weise zum Gelingen dieses bunten und unabhängigen Festes beitragen. Wie kannst Du helfen? • • • • • • • • • •

Mithilfe bei der Tombola Filmemacher für Videoaufnahmen Fotografen Mitarbeit am Getränkestand Mitarbeit am Kaffeestand Mitarbeit bei den Kochständen Unterstützung beim Kinderprogramm Auf- und Abbau im Vorfeld Flyer verteilen vegane Kuchen spenden und vieles mehr...

Die Tierrechtsinitiative Augsburg e.V., gegründet im Jahr 2010, ist seit Frühjahr 2013 als gemeinnütziger Verein eingetragen (VR 201331) und seit Frühjahr 2015 Forum Aktionsgemeinschaft Tierrechte in der Agenda 21. Ihr Ziel ist es, Tierschutz (Schutz der Tiere vor der Ausbeutung und Tötung durch den Menschen) und Tierrechte unter Einbeziehung des Schutzes der Umwelt und der Natur zu fördern und in diesem Zusammenhang auch über die vegane Lebensweise und deren Relevanz für Tier, Mensch, Umwelt und Klima sowie die Welternährungssituation Aufklärung zu betreiben. Dies geschieht unter anderem durch regelmäßige, zeitweise wöchentlich stattfindende Informationsveranstaltungen, Aktionstage sowie die Teilnahme an Messen und anderen größeren Events. Als besondere Aktion wird einmal im Jahr der „Earth Peace Day“ veranstaltet, an dem Friedens-, Menschenrechts-, Umwelt- und Tierrechtsorganisationen gemeinsam auftreten.

Alle Informationen zum Earth Peace Day sowie Und was hast Du davon? News zu Programm und Ausstellern gibt es auf Du wirst Teil eines großartigen Teams! der Internetseite sowie auf der Facebook-Seite Für deine Mithilfe bekommst du Essens- und "Earth Peace Day 2015". Getränkegutschein als Dankeschön und natürlich das gute Gefühl zum Gelingen dieser tollen Veranstaltung beigetragen zu haben. Schon jetzt ein ganz großes „Danke!“ für deinen Einsatz! Setze dich gerne per Email unter mail@tierrechte-augsburg.de mit uns in Verbindung, um weitere Informationen zu erhalten.

Internet: http://www.earth-peace-day.de Facebook: https://fb.com/earthpeaceday

TEXT: Fenja Jacobs

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S AM M ELS U RI U M

Lesenswerter Sommer Die Belletristik-Charts, streng subjektiv erstellt vom @literatur_papst auch zu sehen auf: http://buch-haltung.blogspot.com

Platz 1: Adrian McKinty – Die verlorenen Schwestern Belfast, 1983: Als katholischer Bulle hat es Sean Duffy im vom IRA-Terror geprägten Irland eh schon nicht leicht, da wird er nun auch noch auf ein Himmelfahrtskommando geschickt. Er soll einen Bombenleger fassen, der mit ihm zusammen die Schulbank gedrückt hat. Doch darüber hinaus wird Duffy noch mit einem weiteren Fall belastet, der mit seiner aktuellen Suche zusammenhängt. Ein junges Mädchen wurde vor einigen Jahren in einem von innen verschlossenen Pub ermordet. Löst der katholische Bulle diesen Fall, dann könnte er auf die Spur des Bombenlegers stoßen. Irische Noir-Kunst vom Feinsten. Spannend und mit vielen popliterarischen Bezügen. Erschienen bei Suhrkamp nova. Preis 14,99 € - ISBN 978-3-518-46595-0

Platz 2: Klaus Modick Konzert ohne Dichter Drei Tage im Juni 1905: Fin de siècle, Jugendstil und Worpswede. Mittendrinnen der arrivierte Maler Heinrich Vogeler und der Dichter Rainer Maria Rilke. Die beiden Männer werden von Klaus Modick mit all ihren Freund- und Feindschaften sanft ironisch dokumentiert und ihr Verhältnis zur Kunst fundiert geschildert. Die Lektüre von „Konzert ohne Dichter“ ersetzt ein halbes Semester Kunstgeschichte und Germanistik, das Buch macht Lust auf die großen Künstler*innen und ist durch seine geschickte Montagetechnik erzählerisch und sprachlich wunderbar gelöst. Nicht nur für Rilke-Fans eine interessante Lektüre! Erschienen bei Kiepenheuer&Witsch. Preis: 17,99 € ISBN 978-3-462-04741-7 UNIVERSUM 2/2015

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S AM M ELS U RI U M

Platz 3: John Williams – Butcher’s Crossing Nach dem großen Campus-Roman „Stoner“ dreht John Williams in seinem im Original 1960 erschienen Werk den Spieß nun um: Ein Student lässt eine Harvard-Karriere hinter sich, um 1870 ein wahres Abenteuer zu erleben: Eine Büffeljagd auf eine der letzten großen Herden soll ihn zu einem richtigen Mann machen. Doch die Jagd mutiert schnell zu einem Gemetzel fernab von edler Cowboy-Attitüde. Es zeigt sich, dass man die Natur doch nicht so leicht beherrschen kann, wie sich Williams‘ Held dies ausmalte. Existenzialische, großartige Prosa, die auch 55 Jahre nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Erschienen bei dtv. Preis 21,90 € ISBN 978-3-423-28049-5

Platz 4: Ian McEwan – Kindeswohl Die Referenz für anspruchsvolle zeitgenössische Literatur hat ein neues Büchlein (222 S.) verfasst, das nicht nur für Juristen ein Gewinn ist. Die Richterin Fiona Maye ist eine Instanz in Sachen Familienrecht, stets wohlformulierte und bedachte Urteile zeugen von ihrem Geschick. Doch alles gerät ins Wanken, als sie ihr Mann um die Erlaubnis für eine Affäre bittet. Und da ist auch noch der Fall eines fast volljährigen Zeugen Jehovas, der einer Bluttransfusion bedürfte, um zu überleben. Doch dieser lehnt eine solche Transfusion aufgrund seines Glaubens ab. Fionas Fähigkeiten zu klaren Urteilen wären nun mehr denn je gefragt – doch die Juristin ist sich ihrer nicht mehr sicher. Erschienen bei Diogenes. Preis 21,90 € ISBN 978-3-257-06916-7

Platz 5: Bernd Ohm – Wolfsstadt München, 1948: Die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ liegt in den Trümmern. Zwischen den Besatzungsmächten und Häuserruinen sucht der Verbindungsoffizier Fritz Lehmann nach dem Mörder einer im Langwieder See versenkten Leiche. Dabei stößt er auch Kriegsgewinnler, jüdische Expats und tiefe Geheimnisse, die auch ihn betreffen. Lehmann selbst hat nämlich auch blinde Flecken aus den letzten Kriegstagen, die so sehr ans Tageslicht drängen wie die im Langwieder See versenkte Leiche. Zwischen Spruchkammern, Persilscheinen und „Davon haben wir alle nichts geahnt“ muss Lehmann einerseits lavieren, um seinen Fall zu lösen und andererseits versuchen, das Vertrauen der amerikanischen Besatzer*innen nicht zu verspielen. Eine literarisch ambitionierte Geschichtsstunde. Erschienen bei Ars Vivendi. Preis 22,90 € ISBN 978-3-86913-501-4 TEXT: Marius Müller

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Reaktionen auf das erste Universum dieses Jahres. Unter anderem fanden wir auch eine Erwähnung in der Augsburger Allgemeinen und in der Neuen Szene. Mit freundlicher Genehmigung drucken wir hier den Kommentar von Autor Marcus Ertle (Neue Szene) ab. rung durchweg glaubwürdig zeitlich sehr vollgepackt und ist. wer keine wohlhabenden Eltern hat, hat ein Problem. Es ist durchaus bezeich- Glosse, Glosse, Glosse, nie genend für die Geisteshal- hört! - winken der RCDS und tung einiger Köpfe der die Jungen Liberalen ab und AStA, ein solches Pam- der Text landet flugs auf dem phlet im Namen aller Stu- Schreibtisch der Polizei. Doch denten der Universität aus deren Sicht ist, um es in Augsburg und mit öffent- herrlichen lichen Mitteln zu publi- Polizeiberichtsdeutsch zieren zu sagen:

Was an der Meldung wirklich faszinierend ist, ist ja vor allem, dass es den RCDS und die Liberale Hochschulgruppe überhaupt noch gibt. Ich hielt diese Gruppen eigentlich immer für ein universitäres Phantom, ein Gerücht. Ich stelle mir unter den Mitgliedern der RCDS brave Theologiestudenten vor, die sich abends für den Blick auf die knackigen Ärsche der Kommilitoninnen kasteien und die Liberale Hochschulgruppe dürfte identisch mit den Juraund BWL-Studenten sein, die unsere Arbeitsplätze später mal als Unternehmensberater wegrationalisieren helfen. Sympathische Zeitgenossen also, deren moralische Empö-

Man könnte auch sagen, der Text ist ein Witz. Aber das Wort Witz darf nach der geltenden Polizeistellungsnahmenformulierungsverordnung (PoStlngForVe) in offiziellen Statements der Polizei nicht vorkommen, denn darunter würde die Ernsthaftigkeit leiden. Inzwischen liegt auch eine Stellungnahme der Universitätsleitung vor. Nachdem ein Medienrechtsexperte eine ausführliche Analyse durchgeführt hat, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, so der Tenor, dass der vorliegende Text eine Glosse sei. Was bedeutet, dass der Charakter der Unernsthaftigkeit des Das ist alles kein Spaß! AStA-Textes keineswegs mehr als strittig zu bezeichnen ist. Äh, doch, sagt der AStA, das ist Da haben wir aber alle nochmal schon ein Spaß, also der ganze Glück gehabt. Text ist ein Spaß, das nennt man Glosse. Das Studium ist TEXT: Marcus Ertle

Drogen dealen mit dem AStA

Große Aufregung an der Universität! In einem Artikel des AStA-Magazins wurden nicht ganz legale Möglichkeiten studentischer Erwerbstätigkeit erörtert, genannt wurde z.B. der Verkauf von Cannabis. Das hat jetzt beim Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und der liberalen Hochschulgruppe für gewaltige Empörung gesorgt.

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moniert der Vorsitzende des RCDS. Man kann sich seinen Gesichtsausdruck bei der Abgabe dieses Statements gut vorstellen. Ernst, sehr ernst, betroffen, traurig. Man hat es ja schon immer gewusst. Die AStA-Leute sind halt gottlose Dreckschweine, die unseren Kindern Drogen verkaufen und unsere Mütter und Schwestern auf den Strich schicken wollen. Seufz. Wie konnte es nur so weit kommen und das mit öffen-t-lich-en Mitteln! Das kostet doch alles Geld. An der Stelle schaltet sich der panisch-eifrige Kollege von den Jungen Liberalen ein: Alles eine Aufforderung zum Gesetzesbruch! Die Studenten lesen den Bericht und am nächsten Tag sieht man sie als Dealer auf dem Kö. So läuft das doch.

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Die Ernsthaftigkeit des Textes nicht gegeben. – die Polizei


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Der Augsburger AStA und das Universum-Magazin

Das vom AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) an der Uni Augsburg herausgegebene Universum-Magazin wurde neu belebt. Die im April erschienene neue Ausgabe widmet sich im Schwerpunkt dem Thema „Ohne Geld durch die Welt“. Vielfältige Möglichkeiten werden da angepriesen: Containern, den dänischen Sozialstaat zugrunderichten, donnerstags Abend als Mitglied oder Interessierte*r die Ganze Bäckerei besuchen und –um Gottes willen!- waschechter Betrug, Diebstahl und – Himmel hilf! - Dealen. Was neben WegwerfInterviews, unprätentiösem Layout und harmloser Hochschul-Information erstmals überrascht. Nicht direkt überrascht, sondern eher besorgt, geschockt, übertölpelt, verleumdet fühlten sich jedoch im Gros andere Leute: unter anderem Uni-Leitung, ein provinzgeistliches Provinzblatt, Polizei und natürlich unsere ganz besonders guten Freunde von christlichen oder liberalen Hochschulgruppen. Die Reaktionen dieser bemitleidenswerten Kollektive konzentrieren sich einerseits darauf, die Ratschläge des Universum-Magazins als Satire, Ironie oder eben „Glosse“ in wohlwollender Autorität runter zuspielen und zugleich den Zeigefinger zu heben: Wehe, ihr insistiert darauf, dass Armut tatsächlich existiert… Dagegen wehren sich die Autoren des Artikels ausdrücklich und betonen die Ernsthaftigkeit ihrer Message. Andererseits reagiert man mit blankem Hass und reichlich Schaum vor dem Mund und im Kopf: „linkskriminell“ sei der AStA, mit staatlichen Geldern werde zu Straftaten aufgerufen und –so setzt man in grandioser Unkenntnis über die sogar festgelegten Befugnisse des AStAs hinzu- dieser habe mit der aktuellen Universum-Ausgabe unrechtmäßig im Namen aller Studierenden gesprochen oder gar gegen ein „Neutralitätsgebot“ verstoßen. Zunächst muss bemerkt werden, dass jene

Hochschulgruppen momentan in der Hochschulpolitik an der Uni Augsburg glücklicherweise keine große Rolle spielen – aus welchen Gründen auch immer. Trotzdem muss man aber die Frage stellen, warum es für irgendeine*n Studierende*n ein Problem sein sollte, Gesetze nicht zu respektieren, die darauf abzielen, Menschen in dieser Gesellschaft von Gebrauchsgütern fernzuhalten, sie in Lohnarbeit zu drängen oder ihnen vorzuschreiben, welche Genussmittel in Kneipen, Kiosks und Apotheken zu Spitzenpreisen verkauft werden dürfen und welche nicht. Welches Interesse haben die Gestalten, die nun aus dem Porsche oder von der Pfaffenkanzel spucken, daran, dass nicht irgendwelchen Kaufhäusern ein paar Dinge aus den Regalen entschwinden oder, dass sich verzweifelte Augsburger*innen nicht einem Rausch ihrer Wahl hingeben können? Die Antwort ist weniger in dem Umstand zu suchen, dass jene Gestalten manchmal einfach die Kinder der Kaufhaus-Chefs sind, sondern vielmehr in ihrer schlicht peinlichen Kleingeisterei: „Was verboten ist, ist böse“, „Eure Armut kotzt uns an“ und „Verdammt, Mama hat schon wieder nicht das Kruzifix in der Küche abgestaubt!“, scheinen sie zu denken. Solidarität mit prekarisierten Arbeitslosen, Arbeiter*innen, Auszubildenden und Studierenden! Solidarität mit ihren Ausbrüchen aus dem Elend!

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The only free choice is the refusal to pay

Auch die Ganze Bäckerei hat für die frisch gebackene vergangene Ausgabe des Universum den Ofen angeheizt und uns mit einem Kommentar diese neue Ausgabe hier versüßt.

TEXT: Die Zuckerbäcker*innen UNIVERSUM 2/2015


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Die Top 13 geilsten Orte für Sex an der Uni Ausgesucht, getestet und für gut befunden von Sebastian Patata und Mary Poppen

Seit jeher waren Universitäten nicht nur Orte der Wissenschaft und Bildung. In keiner anderen Lebensphase wie dem Studium sind Menschen von derartig vielen attraktiven potenziellen Sexualpartner*innen umgeben, wie der des Studierens.

1. Auf der Toilette Vorteile: Wenn man erst mal in der Kabine drin ist, ist das Risiko, während des Vollzuges erwischt zu werden, relativ gering. Nachteile: Wenn in der Kabine nebenan jemand grade seine Rosette dehnt, dann kann das unter Umständen nicht so antörnend sein. Außerdem sind die Toiletten der Uni nicht gerade für ihre Sauberkeit bekannt.

2. AStA-Büro Vorteile: Durch die vielen Fenster hat man insbesondere auf der Galerie einen schönen Ausblick, außerdem sind die Sofas sehr bequem! Nachteile: Stets um die Aufklärung von Skandalen engagierte Menschen bestimmter Alumni-Gruppierungen werden dir die Scheiße aus dem Leib klagen, einen großen ArtiUNIVERSUM 2/2015

kel in der Augsburger Allgemeinen darüber veröffentlichen und die Unileitung zur Stellungnahme auffordern. Vorteile: Zufällig anwesende, durchtrainierte Sportstudent*innen könnten u.U. sehr inspirierend Vorteile: Ihr habt etwas Ein- wirken. maliges getan, was es noch nie Nachteile: gegeben hat und wohl auch nie Zufällig anwesende, durchwieder geben wird. trainierte Sportstudent*innen Nachteile: Der Unisee ist eine könnten u.U. sehr irritiert widerliche Drecksplörre, die wirken. schmeckt wie 2 Jahre altes aufgekochtes Dosenbier, außerdem können die (teilweise verdammt großen) Fische echt fies beißen. Vorteile: Wenn du Zugang zu diesem Büro hast, bist du sehr wahrscheinlich UnipräsiVorteile: Hier habt ihr, je nach dent*in, womit ein ganz nettes Teilbibliothek (insbesondere in Gehältchen und noch ein paar der Abteilung für Altphilolo- andere Vorteile verbunden gie), relative Ruhe. Außerdem sind. ist es verdammt erotisch, ne- Nachteile: Frau Professor Dr. ben Sekundärliteratur über Sabine Doering-Manteuffel mittelbyzantinische Liebes- kann sehr sehr ungehalten lyrik zu koitieren. werden, wenn ihr euch unNachteile: Wer beim Geruch befugterweise in ihrem Büro alter Bücher wollüstig wird, herumtreibt. hört beim Sex auch gerne Helene Fischer und trägt Birkenstocksandalen mit weißen Socken.

5. Sportduschen

3. Unisee:

6. Büro der Unipräsidentin

4. Bibliothek:

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7. Springbrunnen auf dem Hügel (vorzugsweise wenn an)

10. Ganz unten im Treppenhaus versch. Gebäude

Vorteile: schön feucht Nachteile: Die Jurist*innen haben eine gute Sicht auf euch und vermutlich ist es verboten. Also nicht cooler als die heimische Dusche.

Vorteile: Wer auf Spinnen, Kellerasseln, Mäuse etc. steht, darf sich freuen. Nachteile: siehe Vorteile

11. Informatik-Vorlesung Vorteile: In der letzten Reihe sitzen die zockenden Nerds, d.h. in der zweitletzten Reihe wird euch niemand bemerken. Nachteile: Sollte euch doch jemand beobachten, findet ihr euch vermutlich 2 Tage später auf 9gag wieder.

12. SOP Vorteile: Ihr findet willige Partner*innen an jeder Ecke en masse. Nachteile: Die Punkte 1 und 8 gelten hier besonders. Zusätzlich solltet ihr euch nicht von den Securities erwischen lassen.

8. Studierendenhaus Y der Phil/Theo-Fakultäten

13. Phil-Büro

Vorteile: Es ist sehr gut erreichbar. Außerdem ist es (meistens) sehr sauber und in der Regel Vorteile: Da das neue Gebäude noch relativ un- offen. bekannt ist, weiß niemand, dass es dort im ers- Nachteile: Es ist zu jeder, ich betone jeder Uhrten Stock links einen öffentlichen Arbeitsraum zeit damit zu rechnen, dass aus dem Nichts der für Lerngruppen gibt, der jederzeit offen steht. Stura Phil-Soz oder die Fachschaft SozialwisNachteile: Alle vorherigen Generationen Stu- senschaften mit Nerfguns aus dem Schrank dierender aus deren Studiengebühren das Ge- springt und euch die Scheiße aus dem Leib balbäude erbaut wurde, werden euch verfluchen. lert. Außerdem hängen im Philbüro permanent irgendwelche unnützen Geisteswissenschaftler*innen rum und diskutieren über den Nahostkonflikt.

9. Als Skulptur im Kunstgebäude

Wer 12 aus 13 mit Fotobeweis beim Stura PhilSoz Vorteile: Wenn sich jemand nähert, dann ein- vorlegt, bekommt den Schlüssel für den Sanifach unauffällig neben die nackten Griechen aus tätsraum im Y Gebäude! Stein stellen. Im Zweifel war das kein Verstoß gegen das Sittengesetz, sondern Kunst. Nachteile: Die Griechen sind alle männlich. Insofern ist dies nicht mit allen Sexualpartner*innenkonstellationen praktikabel. TEXT: Sebastian Patata und Mary Poppen UNIVERSUM 2/2015

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Projekte in der Schublade Projekte in der Schublade ist eine Kategorie, in der wir Projekte und Ideen sammeln, die wir schon lange umsetzten wollten oder die uns fasziniert haben, zu denen wir aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gekommen sind. Vielleicht findet ihr ja die Zeit oder habt Lust, das mit den Ansprechpartner*innen anzugehen. Schnuppert einfach mal rein.

Preis für außerordentliche uneigennützige Leistung. (PauL)

oder

Räder zu reparieren. Das ganze Konzept ist an die Bikekitchen in der Augsburger Innenstadt angelehnt und soll nach einer Anfangsfinanzspritze aus Spenden getragen und von Freiwilligen betreut werden. KARL GELLER VORSITZ@ASTA.UNI-AUGSBURG.DE

Viele Studierende, Universitätsmitarbeiter*innen und -angehörige engagieren sich in vielerlei Bereichen. Dies wird zu selten gewürdigt. Hierfür gibt es PauL. Gibt eine der aufgeführten Personen z.B. kostenlos Nachhilfe oder erreicht etwas außergewöhnliches für die Studierenden, dann hat sie PauL verdient. Wie PauL aussieht, das entscheidet dann ihr. MAXIMILIAN NEUMANN QUEER@ASTA.UNI-AUGSBURG.DE

Fakultätsübergreifender Spieleabend.

Warum nicht einen regelmäßigen Spieleabend an der Uni etablieren, der nicht sich nicht nur auf eine Fakultät oder Fachschaft beschränkt? Das dachten sich Stefan und Katrin und sind dabei, das Ganze zu verwirklichen. Der erste Termin steht noch nicht fest, weitere ausgeliehene oder gespendete Spiele sind gern gesehen. STEFAN WAGNER WAGNER@MAIL.DE

Alternatives Unikinaux

Mit der Wiederbelebung des Unikinos im vorletzten Semester fingen wir auch an, parallel zu den „Mainstreamfilmen“ Filme zum Nachdenken zu zeigen. Anschließend diskutierten wir etwa mit dem Regisseur von „Live and Let Live“ oder mit einem Interviewgast im Film "Frohes Schaffen" Fragen des Publikums. Eigentlich eine spannende Sache, die wir aber auf Grund von Kapazitätsgrenzen nicht mehr schaffen. Bereits vorbereitet sind: „Art War“, ein Film über Streetart im Ägypten nach der arabischen Revolution und „Lucio Urtubia Anarchist und Maurer.“, ein Film über das bewegte Leben des Revolutionärs, der Che Guevara vorschlug mit seinen falschen Dollarnoten die USA in eine finanzielle Krise zu stürzen und noch manches mehr. KARL GELLER VORSITZ@ASTA.UNI-AUGSBURG.DE

Crypto-Party

Für alle an IT-Sicherheit Interessierten veranstaltet der AStA Ende des Semesters eine CryptoParty, bei Kaffee, Tee und Kuchen gibt's einen Nachmittag lang Tipps von Nerds für Noobs. Wie verschlüssle ich meine Festplatte? Wie kann ich verschlüsselte Emails schreiben? Was ist TOR und wie nutze ich es? Diese Fragen und noch viel mehr könnt ihr stellen und am besten bringt ihr gleich euren Laptop mit. MORITZ DUCHÊNE VORSITZ@ASTA.UNI-AUGSBURG.DE

Selbstreparier-Fahrradwerkstatt à la Bikekitchen

Im neuen Y-Gebäude könnten wir eine universitäre Fahrradwerkstatt einrichten. Alle könnten dort die Werkzeuge nutzen um ihre

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Die Rückseite: Kurze Wahlhilfen

Wahl-O-Mat: www.universum.pink/wahl-o-mat/

DIE LISTE

JUSOS

GRÜNE Hochschulgruppe (GHG)

LHG

Mit Spitzenkandidat Karl Geller, bundesweit die erste DIE LISTE in einem AStA-Vorsitz. Oft und medienwirksam kritisiert für zu politische Einstellungen und zweifelhafte Aktionen, zuletzt wegen der Herausgabe dieses Magazins. Sie fordern Freibier!

Die wiederbelebte Liste vereinte vorher in unterschiedlichen Gruppen (Initiativen, Grüne Jugend, AStA, Konvent,..) aktive Studierende. Sie eint ihre Visionen einer kritischen, emanzipatorischen und ökologischen Studierendenvertretung.

RCDS

CSU-nahe Liste, die sich nicht in Ideologie tragenden Diskussionen verlieren will, Studiengebühren lehnt die Lokalgruppe momentan ab, der Bundesverband fordert sie aber. Der Staat soll Grundbedürfnisse der Uni finanzieren. Zivilklausel lehnen sie ab. Weiterführung der SOP sehen sie kritisch.

Aus der SPD hervorgegangene Gruppierung, steht ihr mittlerweile kritisch gegenüber. Bundesweit einer der stärksten Hochschulgruppen, waren sie auch im letzten AStA sehr aktiv. Die Forderungen gehen von sozialer, freier und linker Bildungspolitik, über die Zivilklausel bis zu Gleichstellungsaspekten. Die der FDP nahe stehende gruppe ist auch stadt- und landespolitisch aktiv. Nachdem sie vor 5 Jahren den AStA übernommen und komplett umgekrempelt hatten, verloren sie stark an Stimmen. Sie treten für liberale Grundwerte an und wurden auf Grund eines ihrer Mitglieder im letzten Konvent (mittlerweile bei AUStA) kritisiert.

NAH.Gedacht

Besteht hauptsächlich aus Studierenden der Naturwissenschaften. Sie wollen die „destruktive Situation im Konvent beenden.“ Bedingungsloser Erhalt aller Drittmittel ist eine ihrer Kernforderungen. Mit Stefanie Langmann und Leonie Ackermann schicken sie auch zwei PerAUStA sonen mit Erfahrung in der gesamtuniversitärAlias „blaue Fachschaft“, die in der WiWi-Fakul- en Hochschulpolitik ins Rennen. tät für viel Streit sorgt. Mit Spitzenkandidat Sebastian Klöckner, einzige Liste mit Doktortitel. Die Bewegung Dieser wurde von der Vollversammlung kriti- Schickt neben Alexander Münzing und Lisa siert, er würde engagierten Studierenden oft ju- Gagel, vier weitere Urgesteine der Hochschulristisch drohen. Fordert Grundfinanzierung der politik ins Rennen. Bildung soll vom Staat Uni durch den Staat, lehnt Zivilklausel ab. SOP komplett ausfinanziert sein. Rüstungsforschung und UNIVERSUM sind rechtswidrig. lehnen sie ab und fordern die Zivilklausel. SOP haben sie schon oft mitveranstaltet, und soll NoAUStA weiterhin durchgeführt werden. Name ist Programm, eigentlich will NOAUStA nicht gewählt werden. NOAUStA tritt an um da- Kritische Liste für zu sorgen, dass AUStA von der hochschul- Aus dem Bildungsstreik 2009 hervorgegangene politischen Bildfläche verschwindet. Dafür gibt Liste, die sich für eine grundlegende Umgestales auch gern mal eine Wahlempfehlung für die tung der Uni hin zu freier, gleicher und finanKonkurrenz. ziell unabhängiger Bildung, Lehre und Forschung einsetzt. Die Mitglieder sind alle in Fachschaften, Initiativen, Sturas, Konvent und im AStA aktiv.

UNIVERSUM - Wahlausgabe 2015  
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