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Kapitel 2

Suchen Sie nach einem Gott … der immer da ist, wenn Sie ihn brauchen?

P

apa?« Eine kleine Hand fasste mir ins Gesicht. Ich schlug meine Augen auf, die ganz automatisch sofort den Digitalwecker in unserem Schlafzimmer anpeilten. 2.45 Uhr. Das musste 2.45 Uhr nachts sein, urteilte der Nebel in meinem Kopf. »Ja, Todd?« »Ich muss auf die Toilette.« Todd war damals gerade fünf Jahre alt. »Schön, Todd. Danke, dass du mir Bescheid sagst. Geh einfach.« Die Toilette befand sich auf der anderen Seite des Hauses – am Ende eines dunklen Flures. Wenn man fünf Jahre alt ist, dann scheint dieser Flur fünf Kilometer lang zu sein und unzählige Nischen zu haben, in denen sich Monster und wilde Tiere verstecken, die nur darauf warten, dass ein armes, kleines Kind vorbeikommt. Todd schlurfte brav aus meinem Zimmer und machte ein paar Schritte im Flur, als er merkte, dass der Flur immer dunkler wurde. Und was war das für ein Geräusch? Und war das da ein Schatten oder bewegte sich da etwas? Er drehte ganz schnell um und schon näherte sich das Geräusch der kleinen Füße wieder meinem Bett. »Papa?« »Ja, Todd?« »Warum kommst du nicht mit?« »Danke für die Einladung, Todd, aber ich bin aus irgendeinem Grund etwas müde. Geh einfach. Lass dich von mir nicht abhalten.« Schlurf, schlurf. Stop. Umdrehen. Zurückschlurfen.


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»Paapaaa?« »Ja, Todd?« »Ich glaube wirklich, dass du mitkommen solltest.« »Hast du Angst?« »Neeeiiin. Ich will einfach, dass du mitkommst, Papa. Nur, dass du mit mir den Gang runterläufst.« »Na gut.« Ich stieg aus dem Bett, und wir gingen gemeinsam durch den Flur. Ich weiß nicht, was in Ihrem Leben Ihr »langer, dunkler Flur« ist. Vielleicht bahnen sich berufliche Veränderungen an. Wenn Sie sich richtig entscheiden, können sich alle Ihre Erwartungen erfüllen. Im anderen Fall können Sie Ihre ganzen Ersparnisse, Ihr Auto, Ihr Haus, alles verlieren. Vielleicht steht Ihnen ein Prozess bevor. Oder Sie haben Angst vor dem Gedanken, ein Baby zu bekommen. Vielleicht bedrückt Sie der Gedanke, dass nun bald Ihr jüngstes Kind von zu Hause ausziehen wird, um zu studieren. Vielleicht müssen Sie den dunklen Flur der Arbeitslosigkeit, einer neuen medizinischen Behandlungsmethode oder der Enttäuschung über Ihre Familie hinuntergehen. Egal, wie Ihr Flur aussieht – was brauchen Sie mehr als alles andere? Jemanden, der an Ihrer Seite geht.

Jemand, der immer da ist Sicher wissen nur die wenigsten unter Ihnen, wie die Saison der National Football League 1996 begann. Die Dallas Cowboys schrieben Geschichte, als einer ihrer Spieler, Deion Sanders, etwas leistete, was seit den Anfängen des professionellen Footballs nur selten zu sehen war. Er spielte gleichzeitig in der Verteidigung und im Angriff und heimste so in einem Spiel häufig mehrere hundert Punkte ein. Es war wirklich erstaunlich. In einer Runde, während des dritten Spieles der Saison, startete er einen Angriff und lief dann zurück bis hinter die Linie der Ausgangsposition. Als Dallas den Ball wieder bekam, verhinderte er plötzlich an einer ganz anderen Stelle einen langen Pass von Quarterback Troy Aikman.

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»Er ist einfach überall! Er ist auf dem ganzen Spielfeld gleichzeitig!«, kommentierte der Stadionsprecher begeistert. Deion war natürlich nicht wirklich überall gleichzeitig. Wenn Sie Ihren Platz verlassen hätten, um sich eine Bratwurst zu kaufen, hätte Deion nicht an der Würstchenbude gearbeitet. Und wenn Sie das Stadion früher hätten verlassen müssen, hätte Deion auch nicht den Verkehr geregelt. Aber in seiner verständlichen Übertreibung drückte der Stadionsprecher aus, dass Deion einen erstaunlich großen Raum des Spielfeldes beherrschte. So etwas hatten die Footballfans seit Jahren nicht mehr gesehen. Was hat Deion Sanders nun mit unserem langen, dunklen Flur zu tun? Ganz einfach. Wenn wir über die Allgegenwart Gottes sprechen, dann verwenden wir nicht die übertreibende Sprache eines Stadionsprechers. Die Allgegenwart Gottes ist wörtlich zu verstehen. Egal, wo Sie sich befinden – Gott ist da. Egal, durch welchen Flur Sie gehen, egal, wie lang, wie dunkel oder wie furchteinflößend dieser Flur ist – Gott ist an Ihrer Seite. Wenn Sie sich selber vor einem langen, dunklen Flur stehen sehen, dürfte das ein außerordentlich wertvolles Wissen für Sie sein. Doch aus welchen Grund auch immer: Es fällt uns schwer, diese Tatsache zu akzeptieren; noch viel schwerer, als an die Allwissenheit Gottes zu glauben. Vielleicht liegt das daran, dass wir im Zeitalter der Mikrochips leben und eher bereit sind, uns vorzustellen, dass Gott allwissend ist, weil wir ja fast täglich von neuen Supercomputern hören, die eines Tages sogar in der Lage sein können – zumindest in der Welt des Science Fiction –, das Universum zu steuern. Deshalb fällt es uns nicht sonderlich schwer zu akzeptieren, dass etwas oder jemand fähig ist, alles Wissen der Welt zu speichern. Aber mit der Allgegenwart Gottes, mit der Aussage, dass Gott überall ist, haben wir weit mehr Schwierigkeiten. So etwas würde nicht einmal ein Supercomputer schaffen. Um hier weiterzukommen, fragen wir uns zuallererst: Was genau bedeutet Allgegenwart eigentlich? In der Bibel steht: Gott ist Geist, was zumindest — rein technisch gesehen – heißt, dass er nicht im selben dreidimensionalen


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Raum lebt wie wir.1 Er ist überall gegenwärtig, aber nicht substanziell (das wäre Pantheismus, also die Lehre, dass Gott und die Welt letztlich eins sind). Gott ist in einem Bereich des Universums nicht weniger gegenwärtig als in einem anderen. Und er ist nirgendwo mehr präsent als an dem Ort, an dem Sie sich gerade befinden. Mit anderen Worten: Jeder, egal, wo er sich in diesem Universum befindet, kann sagen: »Der Herr ist hier an diesem Ort.« Völlig gleich, wo Sie sich befinden, Gott ist genau jetzt an diesem Ort. Ich flog eines Abends gegen Mitternacht in einem kleinen Privatflugzeug über die Getreidefelder von Iowa. Blitze erhellten den Horizont an verschiedenen Stellen. Nach der gleißenden Helligkeit eines Blitzes erschien die undurchdringliche Dunkelheit noch schwärzer. Es gab nur mich, das Gewitter, ein brummendes Flugzeug – und einen großen, immer gegenwärtigen Gott. Ich erinnere mich, dass ich damals keine Angst hatte. Ich war ruhig und zuversichtlich und wusste: »Der Herr ist hier.« Ein Mann aus meiner Gemeinde segelte von Hawaii nach San Francisco. Als eines Nachts zwölf Meter hohe Wellen sein Boot auf die Höhe eines mehrstöckigen Hauses hoch schnellen ließen, konnte er in der Tatsache Trost finden, dass Gott da war. Als drei Astronauten der Apollo 13 in einem defekten Raumfahrzeug gefangen waren und um den Mond kreisten, um zu einem Raumschiff zu gelangen, das sie zurück zur Erde bringen würde, konnten sie – ob bewusst oder unbewusst – Zuversicht in der Tatsache finden, dass Gott da war. Natürlich glaubt nicht jeder daran. Von den ersten sowjetischen Astronauten erzählt man sich, dass sie nach der Rückkehr aus dem Weltraum groß erklärten, sie hätten dort oben keinen Gott getroffen. Da sei einfach niemand. Sie waren vielleicht erfahrene und kompetente Piloten, aber nur Amateurwissenschaftler. Hat irgendjemand daran gedacht, ihnen folgende Fragen zu stellen: »Haben Sie den Sonnenwind gesehen? Was ist mit der Schwerkraft? Nein? Sie haben nichts davon gesehen? Dann glaube ich auch nicht, dass sie existieren.« Ob hinter dem Mond, hinter den Mauern eines Sitzungssaals oder hinter der Türe Ihres Schlafzimmers – egal: Gott ist da. Die

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Bibel lehrt, dass Gott ein überall gegenwärtiger Gott ist. Und falls Sie denken, dass das nur eine bedeutungslose, irrelevante theologische Spitzfindigkeit ist, dann warten Sie, bis Sie über die Folgen nachgedacht haben.

Mehr als Vergebung – Freundschaft In meiner Kindheit wurde die Transzendenz Gottes betont. Ich dachte über Gott in erhabenen Begriffen, die vor allem die Distanz und das »Nicht-von-dieser-Welt-Sein« Gottes beschrieben. Mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass er sehr weit von mir entfernt war. Ich wusste, was es hieß, Gott zu fürchten, und wie wichtig es war, ihm zu dienen. Mir war klar, dass er eines Tages über mich urteilen würde, also musste ich lernen, ihm zu gehorchen. Aber in all dem vermisste ich etwas sehr schmerzlich. Das wurde mir deutlich, als ich in einem Seminarraum saß und zuhörte, wie einer meiner Professoren, Dr. Gilbert Bilezikian, über seine Beziehung zu Jesus Christus sprach. Dr. B., wie er allgemein liebevoll genannt wird, redete so, als ob er gerade mit Jesus zusammen zu Mittag gegessen hätte. Immer, wenn er Jesus erwähnte, erinnerte er mich an einen Menschen, der von seinem besten Freund spricht. Man hatte den Eindruck, dass man mit Jesus einfach so spazieren gehen und sich unterhalten konnte. Ich habe lange genug bei diesem Dozenten studiert, um zu wissen, dass er eine ausnehmend hohe und erhabene Meinung von Gott hatte. Was mich aber faszinierte, war seine schon fast unglaubliche Fähigkeit, in geradezu familiärer Manier mit Gott umzugehen. Ich wünschte mir das mehr als alles andere. Also blieb ich eines Tages nach dem Seminar da und fragte ihn geradeheraus: »Wie kommt es, dass Sie Christus auf so persönliche Weise kennen und ich nicht?« Er hielt kurz inne und schaute mich an, dann sagte er etwas, das mich völlig überraschte: »Vielleicht betrachten Sie Jesus nur als jemanden, der Ihnen Ihre Sünden vergibt.« Als ich darüber nachdachte, kam ich zu dem Ergebnis, dass er Recht hatte. Ich hatte gelobt, Jesus zum Führer meines Lebens zu machen. Aber keiner hatte mir jemals etwas darüber erzählt, dass Jesus vor allem eines sein will: mein Freund.2


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Darin besteht die erstaunlichste Nachricht des christlichen Glaubens. Es geht nicht darum, dass Gott existiert – das lehren auch andere Religionen. Es geht darum, dass Gott sich leidenschaftlich nach einer liebevollen Beziehung zu den Menschen sehnt, die er geschaffen hat. Auf den ersten Blick mag das für Sie nichts Besonderes sein, aber diese Tatsache hat mein Leben verändert. Ich kann meine geistliche Reise in zwei klar umrissene Abschnitte einteilen: die erste Etappe, während der ich mit Gott »religiös« umging; und die zweite Etappe, die begann, als ich ihn »persönlich« kennen lernte und eine Beziehung zu ihm aufbaute. Christsein »im Angestelltenverhältnis« Es war für mich überhaupt kein Problem, an die Existenz Gottes zu glauben. Als ich ein Kind war, kannte ich keinen Menschen, der die Existenz Gottes in Frage stellte. Zumindest gab es keiner zu, falls er daran zweifelte. Aber mein Bild von Gott war nur eindimensional. Für mich war Gott der »Chef des Universums«. Beim christlichen Glauben, dachte ich, ging es vor allem darum, die Listen der Pflichten und Verbote auswendig zu lernen, die der Chef erlassen hatte. Für mich war klar, dass es mit Konsequenzen und Belohnungen verbunden war, das Konzept, das der Chef für die Welt entworfen hat, umzusetzen. Von mir wurden dieselben beiden Dinge verlangt, die von den meisten Angestellten verlangt werden: Ich musste mich sehen lassen und ich musste Leistung bringen. Also ging ich mit meiner Familie regelmäßig zum Gottesdienst und bemühte mich, so gut es ging, die Vorgaben des Chefs zu befolgen. In vielerlei Hinsicht wird Ihnen diese Art von Christsein den anderen großen Weltreligionen wie Islam, Buddhismus und Hinduismus bemerkenswert ähnlich erscheinen. Auch diese Religionen sind gekennzeichnet von dem Bemühen, es der jeweiligen Gottheit recht zu machen. Da diese höchsten Wesen oft sehr unpersönlich sind, fehlt den nichtchristlichen religiösen Menschen jeglicher liebevolle Bezug zu ihnen. Es gibt Glaubenslehren, die man befolgen, Codes, die man beherrschen und Rituale, die man absolvieren muss. Am Ende jeden Tages wird dann jede gute Tat auf der Plusseite hinzuad-

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diert und jeder Fehltritt führt dazu, dass Punkte abgezogen werden. Bei alledem können Sie nur hoffen, dass Sie sich selbst immer gut dabei fühlen. Diese Religionen neigen dazu, zwei Dinge überzubetonen: Glaube und Leistung. Ihnen fehlt das, was den christlichen Glauben so einzigartig macht: die Erkenntnis, dass Gott eine echte, leidenschaftliche Zuneigung zu jedem von uns hat, dass er uns einlädt, dieser Liebe unser Herz zu öffnen und sie aufrichtig zu erwidern. Bevor Dr. B. mein eingeschränktes Bild von Gott in Frage stellte, erfüllte ich alle äußeren Bereiche des christlichen Glaubens, allerdings mehr mechanisch. Mir fehlte dieses gewisse Strahlen, das für Menschen charakteristisch ist, die Jesus als Freund kennen gelernt haben. Mein Glaube spielte sich vor allem im Kopf ab, nicht im Herzen. Im Lauf der nächsten Monate und Jahre dachte ich viel über die Tatsache nach, dass unser liebevoller Gott immer gegenwärtig ist – in jeder Unterhaltung, in jeder Beziehung, in jedem Augenblick, auch wenn wir alleine zu sein scheinen. Christusorientierter Glaube Wir haben etwas Wesentliches verstanden, wenn uns klar geworden ist, dass wir Wesen sind, die ganz und gar auf Beziehung ausgerichtet sind. Gott schuf uns zu einem Leben in Gemeinschaft mit anderen. Sobald Kinder etwa vier Jahre alt sind, fangen sie an, ihre Eltern mit Fragen zu löchern, ob ihr bester Freund bei ihnen über Nacht bleiben kann. Junge Erwachsene sind oft jahrelang von nichts anderem innerlich eingenommen, als den Mann oder die Frau fürs Leben zu finden. Erwachsene in den mittleren Jahren gehen sehr gerne zum Essen aus, lieben die Gesellschaft guter Freunde. Und nur wenige Dinge bringen ältere Menschen so sehr zum Strahlen wie der Besuch der Enkelkinder oder eines alten Freundes. Doch wer ganz ehrlich ist, muss zugeben, dass auch unsere besten Freunde unsere Sehnsucht nach der absoluten Freundschaft nicht erfüllen können. Wenn Sie gelernt haben, auf Ihre Gefühle zu achten, merken Sie, dass Sie das Bedürfnis nach einem Begleiter im eigentlichen Sinn des Wortes haben. Unter Umständen hat diese Erkenntnis


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für Sie eher einen bittersüßen Beigeschmack. Sie haben realisiert, dass auch die besten Freunde nicht immer um Sie herum sein können. Auch alte Freunde ziehen weg oder sterben. Auch der verständnisvollste Freund kann nicht immer verstehen, was Sie gerade durchmachen. Und auch die vertrautesten Freunde sind nicht immer verlässlich. Nun, werden Sie fragen, was das für ein Gott ist, der uns mit einer Sehnsucht nach tiefen Beziehungen erschafft, uns diese Beziehungen dann aber doch vorenthält? Auf diese Frage kann Gott nur mit einem Lächeln antworten: »Ich weiß, dass du diese Sehnsucht hast und ich habe dir eine Möglichkeit gegeben, diese Sehnsucht zu stillen. Ich biete dir mich selbst an. Ich will dein Begleiter sein.« Die Erkenntnis, dass Gott immer als mein Freund gegenwärtig ist, prägte mein Leben seit dem Seminar bei Dr. B. Den Rest dieses Kapitels möchte ich darauf verwenden, mit Ihnen zu überlegen, wie die Omnipräsenz Gottes auch Ihr Leben verändern kann. Als ich über die Allgegenwart Gottes nachdachte, merkte ich, dass sich mir dadurch ganz neue Gesichtspunkte auch für moralisch-ethische Entscheidungen eröffneten.

Der Blick nach oben Die Bibel berichtet uns, wie Mose einen Ägypter beobachtete, der einen Israeliten brutal misshandelte. Da ihm das überhaupt nicht gefiel, schaute er sich um, nach rechts, nach links, und als er niemanden sah, brachte er den Ägypter um und verscharrte ihn im Sand. Wie kam Mose auf die Idee, dass er mit seinem Mord ungeschoren davon kommen würde? Er ging irrtümlicherweise davon aus, dass die Luft rein war und ihn dabei niemand beobachtet hatte. Dabei hatte er in alle Richtungen geschaut, nur nicht nach oben. Dasselbe passiert uns, wenn wir nicht im ständigen Bewusstsein leben, dass Gott gegenwärtig ist. Heuchelei entsteht dann, wenn wir in Schubladen denken – wir lassen Gott in der Kirche und denken, er begleitet uns nicht während der Woche. Etwas Ähnliches können wir im zweiten Buch Samuel über König David nachlesen. David beobachtete eine schöne Frau, Batseba,

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wie sie ein Bad nahm. Sie war alleine, denn ihr Ehemann kämpfte zu dieser Zeit in einem Krieg, den König David führte. Einen Augenblick lang geriet sein moralischer Kompass außer Kontrolle und er nahm Batseba mit in sein Bett. Als sie daraufhin schwanger wurde und David Angst hatte, entdeckt zu werden, gab er den Befehl, ihren Ehemann im Kampf umkommen zu lassen. Was dachte David sich dabei? Keiner weiß, was hinter geschlossenen Türen passiert? Falsch! Gott sandte einen Propheten, der David die Leviten lesen sollte. Vielleicht hat David unter dem Eindruck dieser Erfahrung diese Verse geschrieben: »Wohin kann ich gehen, um dir zu entrinnen, wohin fliehen, damit du mich nicht siehst?«3 Ein neutrales Hotelzimmer? Eine Bar um die Ecke, wenn Sie auf Geschäftsreise sind? David fand keinen Ort. »Steige ich hinauf in den Himmel – du bist da. Verstecke ich mich in der Totenwelt – dort bist du auch.«4 David realisierte, dass es keinen Ort gab, an dem er Gottes Gegenwart entgehen konnte. Leben Sie auch in diesem Bewusstsein? Wir fahren Auto. Es gibt vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeiten. Irgendwo haben wir noch im Hinterkopf, dass die Bibel uns auffordert, der Obrigkeit zu gehorchen. Aber in zehn Minuten fängt ein wichtiger Geschäftstermin an und wir brauchen wahrscheinlich noch zwanzig Minuten, um dorthin zu kommen. Was machen wir? Meistens schauen wir nach rechts und nach links, halten Ausschau nach Radarfallen und beschließen dann, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen ja doch nur für die anderen gelten. Wir beruhigen uns selbst damit, dass die Luft rein ist und uns keiner sehen wird. Aber Gott sieht uns. »Sage ich: ›Finsternis soll mich bedecken, rings um mich werde es Nacht‹ – für dich ist auch die Finsternis nicht dunkel, und die Nacht so hell wie der Tag.«5 Wenn wir ohne ein Bewusstsein für die Allgegenwart Gottes leben, stürzen wir uns von einer Illusion in die andere. Wir denken: »Keiner merkt es, wenn ich im Büro einem Kunden gegenüber die Wahrheit etwas frisiere – Hauptsache, sie sehen mich am Sonntag mit


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allen anderen im Gottesdienst fromme Lieder singen.« Oder: »Keiner merkt, wenn ich mir von der Firma ein paar Bleistifte und Notizblocks ausleihe – sie sehen nur, wie ich Spenden für Lebensmittelpakete sammle. Keiner sieht meine nächtlichen Fressgelage – alle sehen nur, dass ich immer sehr bescheidene Portionen bestelle, wenn wir auswärts essen. Keiner hört, wenn ich meiner Frau, meinem Mann, meinen Kindern gegenüber die Stimme erhebe – sie hören nur, wie schön ich im Gottesdienst bete. Keiner sieht, welche illegalen Sachen ich unternehme – sie sehen nur den gefalteten Scheck, den ich in den Klingelbeutel werfe.« Vielleicht denken Sie jetzt: »Ich hasse diese Vorstellung. Gott ist wie der ›Große Bruder‹ (George Orwell, »1984«), der mich die ganze Zeit überwacht und der bereit ist, mir bei der geringsten falschen Bewegung den Prozess zu machen.« Aber so ist es nicht. Gott hängt uns nicht ständig im Genick, um uns anzuklagen. Er weicht deswegen nicht von unserer Seite, weil er unser Leben verbessern möchte. Er sagt: »Schau, ich möchte dich zur Verbindlichkeit anhalten. Ich möchte dir begreiflich machen, dass du mich nie täuschen kannst. Also gib deine dummen Spielchen auf und lass uns gemeinsam weitermachen.« Die erste Auswirkung von Gottes Allgegenwart ist, dass wir uns selbst nichts mehr vormachen müssen, indem wir uns einreden, uns würde niemand beobachten. Zu dieser Schlussfolgerung kam schließlich auch David. Erst recht erfüllte eine weitere Konsequenz sein Herz mit Freude. Die Hand der Liebe Als David erst einmal verstanden hatte, dass es kein Verstecken und kein Theater gibt, wurde er von Freude ergriffen. Man könnte Psalm 139,7-12 etwa folgendermaßen zusammenfassen: »Gott ist so außergewöhnlich und ich bin ihm so wichtig, dass es nicht funktionieren würde, falls ich aus irgendeinem verrückten Grund vor ihm davonlaufen wollte (es wäre wirklich dumm, es zu tun, aber nehmen wir einfach mal an, es wäre so). Gott würde mich nicht lassen. Ich werde es nie schaffen, aus seinem Gesichtsfeld herauszukommen.«

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In Vers 8 schreibt David in etwa: »Angenommen, ich wäre ganz unten. Oder angenommen, ich wäre ganz oben: Gott wäre jedesmal da.« »Oder angenommen, ich würde nach Osten in unbekannte Gegenden reisen. Gott wäre da.« Die Verse 9 und 10 machen uns auf tröstliche Weie deutlich, dass Gottes Gegenwart nicht kalt und berechnend ist. Seine Gegenwart ist vielmehr warm, einladend und beruhigend. »Fliege ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder zum Ende des Meeres, wo sie versinkt; auch dort wird deine Hand nach mir greifen, auch dort läßt du mich nicht los.« Egal, wo ich hingehe, sagt David, kann ich seine Hand spüren. Jeder, der an Gott glaubt, kann immer und zu jeder Zeit in den Genuss dieser väterlichen, beruhigenden Berührung kommen. Vor vielen Jahren waren wir als ganze Familie in Disneyland. Unser Sohn Todd war gerade sechs Jahre alt. Das ist das Alter, in dem kleine Jungen mutiger sein wollen, als sie eigentlich sind. Als wir vor dem Spukhaus standen, fragte ich ihn, so beiläufig wie möglich: »Todd, möchtest du meine Hand haben, während wir da durchlaufen?« »Nein!« »Sicher?« »Natürlich, ganz sicher!« »Na gut.« Nur so für alle Fälle achtete ich darauf, dass meine Hand in seiner Nähe war. Drei Schritte in dieses Spukhaus, und whap!: Todd packte meine Hand mit seinen beiden Händen und hängte sich mit verzweifeltem Griff an mich. Ich zog meine Hand nicht weg, und auch Gott macht das nicht. Seine Hand ist immer da. Er zieht sie niemals weg, Sie können sie ergreifen, wenn Sie Angst haben. In Psalm 34 beleuchtet David dieses Thema noch aus einem anderen Blickwinkel: »Wenn sie verzweifelt sind und keinen Mut mehr haben, dann ist er ihnen nahe und hilft.«6 Eine junge Familie in unserer Gemeinde merkte in einer der schrecklichsten Erfahrungen, die man machen kann, dass diese Aus-


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sage sehr begründet ist. Ihre zehn Monate alte Tochter, das einzige Kind, kam an eine Flasche Möbelpolitur heran und schüttete unglücklicherweise den Inhalt über sich aus, wobei sich ihre Lungen sofort mit den giftigen Dämpfen füllten. Die Eltern handelten, ohne eine Sekunde zu verlieren. Während die Mutter schnell der Kleinen andere Kleider anzog, fuhr der Vater das Auto aus der Garage und gemeinsam rasten sie ins Krankenhaus. Unterwegs spürte die Mutter, die das Baby im Arm hielt, wie es immer schlaffer wurde. Können Sie sich ein schrecklicheres Gefühl vorstellen? Im Krankenhaus entwickelten die Ärzte und Schwestern einerseits eine beruhigende, andererseits aber auch beängstigende Geschäftigkeit. Sie nahmen das schon fast leblose Baby aus dem Arm der Mutter und brachten es schnell auf die Intensivstation. Von da an, nach all dieser nervenaufreibenden Aktivität und Hektik, konnten die Eltern nichts anderes tun als warten. Das junge Ehepaar erzählte mir später: »Als wir im Wartezimmer saßen, während unsere einzige Tochter auf der Intensivstation war, wussten wir, dass Gott bei uns war. Wir konnten seine Gegenwart geradezu spürbar wahrnehmen.« Gott sei Dank wurde dieses kleine Mädchen entgegen allen Prognosen wieder gesund. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Tatsache, dass Christen nie irgendwelchen Schicksalsschlägen oder Katastrophen ausgesetzt sind, ohne dabei die Gegenwart Gottes zu spüren. Wenn Sie Ihr Leben Christus anvertrauen, dann erhalten Sie damit gleichzeitig die Zuversicht, dass Sie mit ihm einen Freund gewonnen haben, der immer in Ihrer Nähe ist, vor allem, wenn es einmal hart auf hart kommt. Sie müssen keine langen Distanzen überwinden. Er wird auf jedem Schritt Ihres Weges bei Ihnen sein. »Aber wie?«, fragen Sie jetzt vielleicht. »Wie spüre ich seine Gegenwart, wenn ich manchmal nur sein Schweigen und Ferne fühle?« Das ist eine gute Frage, mit der sich jeder von uns auseinander setzen muss, vor allem in Zeiten der Angst. Ein Psychologe sagte einmal, dass es nur zwei Gruppen von Menschen gibt, die keine Angst spüren: Tote und Geistesgestörte. Deswegen wollen wir uns kurz überlegen, wie Gott uns auch mitten in unseren Ängsten begegnet.

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Freiheit von Angst Jeder von uns ist Ängsten und Sorgen ausgesetzt. Da gibt es die Sorgen, die uns keine Ruhe lassen: Wird das besondere Abendessen am Feiertag gelingen? Wird der Kunde den Vertrag auch für nächstes Jahr verlängern? Können wir uns dieses Jahr die Hypothek auf unser Haus und ein neues Auto leisten? Und dann gibt es Ängste, die uns niederdrücken, Ängste, mit denen wir nicht so leicht fertig werden können und die sich auch nicht so leicht wegschieben lassen. Das sind die Ängste, bei denen man das Gefühl hat, als würde das eigene Schiff langsam, aber sicher mit Wasser volllaufen. Da verbreitet sich in der Firma das Gerücht, Entlassungen in größerem Umfang stünden bevor. Ein Kind benimmt sich plötzlich in der Schule ganz seltsam. Oder der Arzt schaut Sie nach einer Routine-Untersuchung eigenartig an und möchte noch ein paar weitere Untersuchungen durchführen. Offensichtlich hat er etwas entdeckt, was ihm Sorgen macht. Der Ehepartner entschuldigt sich fortwährend mit fadenscheinigen Ausreden für seine häufige Abwesenheit, und Sie fragen sich allmählich, was das zu bedeuten hat. Ängste, die uns niederdrücken und denen wir nichts entgegensetzen, können manchmal sogar Panikgefühle auslösen. Sorgen greifen wie ein Krebsgeschwür um sich. Wenn wir ihnen in unserem Leben immer mehr Raum lassen, vergeuden wir damit unsere Energie und verhalten uns schließlich selbstzerstörerisch. Es sind diese Ängste, die uns vor allem erschöpfen und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass sie einfach verschwinden würden. Aber meistens werden sie eher schlimmer und mit der Zeit legen sie uns seelisch lahm. Lähmende Ängste schnüren uns den Magen zu, lösen Panik aus und vermitteln uns ein »Ich-werde-daran-sterben-Gefühl«. Ich selbst bekam eine Ahnung von dieser Angst, als unsere Gemeinde gerade dabei war, die neue Empore anzubauen. Irgendwie wurde ich durch einen Mitarbeiter »verführt«, auf die halbfertige Empore zu steigen, um die Konstruktion in Augenschein zu nehmen. Ich probierte so etwas wie einen Hochseilakt aus, allerdings ohne Netz, auf einem zehn Zentimeter breiten Balken, der sich in einer Höhe von zehn Metern über eine Länge von dreißig Metern erstreckte.


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Den Hinweg schaffte ich ohne Probleme, aber als ich mich auf den Weg zurück machte, sah ich, wie der Mitarbeiter, der mich auf die Empore gebracht hatte, Angst bekam und im Schneckentempo über den Balken zitterte. Vermutlich hatte er nach unten geschaut und dabei realisiert, wie hoch wir eigentlich waren. An mir lag es nun, ihm zu zeigen, dass ich die Nerven behalten würde, auch wenn er seine Nerven verlor. Also ging ich weiter – aber nach etwa zwei Dritteln des Weges verlor ich das Gleichgewicht. Nun, ich habe zwar einen ziemlich harten Kopf, aber in diesem Moment wusste ich schlagartig, dass ein Fall aus zehn Meter Höhe etwas zu viel für ihn sein würde – selbst für einen so dicken Schädel wie den meinen. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich wahnsinnige Angst, und das war kein sehr angenehmes Gefühl. Man bekommt Schüttelfrost, der Mund wird trocken, der Puls rast, die Hände werden feucht und im Kopf überschlagen sich die Gedanken. Zu allem Übel wird einem auch noch schlecht. Gott sei Dank konnte ich mich wieder fangen und kam sicher auf der anderen Seite an. (Ich küsste den Boden, als ich wieder festen Grund unter den Füßen hatte!) Nachdem ich geduscht und mich umgezogen hatte, war ich sogar in der Lage, wieder normal zu arbeiten, aber ich habe keinerlei Ambitionen, jemals diese Dummheit zu wiederholen. Es gibt Menschen, die solche Panikanfälle regelmäßig erleben. Ich musste nur von diesem Balken herunterkommen, um meine Angst loszuwerden. Aber vielleicht befinden Sie sich gefühlsmäßig ständig auf einem Balken über einem Abgrund, der im Nichts endet. Es ist eine Sache, auf einem Balken über eine zehn Meter tiefe Baugrube zu gehen, aber es ist etwas ganz anderes, wenn Sie auf einer einsamen Straße durch das »Tal des Todesschattens« gehen. Wie gehen Sie damit um? Was könnte das Wissen, dass Gott bei Ihnen ist, in Ihrer Lebenssituation bedeuten? Gott ist bei Ihnen, aber Sie müssen sich dafür entscheiden, es auch zu glauben. Wirklich zu glauben, dass das wahr ist. Diese bewusste Entscheidung liegt allein bei Ihnen. Wenn die Panik in Ihnen aufsteigt, dann sollten Sie sich fragen: »Wie wäre es, wenn ich jetzt auf Gottes tröstliche Gegenwart vertrauen könnte? Was hindert mich daran, die Wirklichkeit seiner Allgegenwart anzuerkennen? Warum

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erlaube ich ihm nicht, mich innerlich zu stärken? Warum sollte ich lieber einer Lüge glauben und wie so viele andere schreien: ›Du bist nicht da! Du kümmerst dich nicht um mich, es ist doch so, oder?‹« Eines der Hauptanliegen Gottes besteht darin, uns von den lähmenden Fesseln der Angst und der Furcht zu befreien. Gott muss es das Herz brechen, wenn er mitansehen muss, wie wir uns von Angst demoralisieren und niederdrücken lassen. Wenn Sie das nächste Mal merken, wie die Angst in Ihnen aufsteigt, dann erinnern Sie sich daran: »Der Herr ist hier an diesem Ort.« Das ist der erste Schritt. Versuchen Sie, diesen Satz immer und immer wieder zu wiederholen, bis Sie dadurch getröstet werden. »Der Herr ist hier an diesem Ort.« »Der Herr ist hier an diesem Ort.« Dann sollten Sie Gott Ihr Herz ausschütten, wozu uns David in Psalm 62, Vers 9 auffordert: »Ihr, die ihr zu seinem Volk gehört, setzt allezeit euer Vertrauen auf ihn, schüttet euer Herz bei ihm aus; denn Gott ist unsere Zuflucht!« Wenn Sie Gottes Gegenwart anerkannt haben, müssen Sie deswegen nicht vorgeben, sich anders oder besser zu fühlen. Also sagen Sie ihm einfach, was in Ihnen vorgeht. Weinen Sie. Jammern Sie. Schreien Sie, wenn Ihnen danach ist. Scheuen Sie sich nicht, gerade auch in schlimmen Zeiten Gott anzusprechen. Wie oft hat ein ehrliches Gebet schon alle Angst zerstreut! Ich weiß, dass man sich das vorher nicht vorstellen kann, aber ich weiß auch, dass es stimmt. Es funktioniert. Versuchen Sie es und Sie werden es erleben. Die Bibel verspricht uns, wenn wir Gott »anrufen«, einen Frieden, der alles menschliche Verstehen übersteigt. Dieser Friede, der sich rein psychisch aus der Situation nicht erklären lässt, findet einen Zugang zu unserer Seele und macht uns allmählich innerlich ruhig. Wenn Sie wegen einer konkreten Angst zu Gott beten, müssen Sie schließlich lernen, das Problem, das Ihre Angst verursacht, an Gott abzugeben. Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht damit, Gott lang und breit von diesem Problem zu erzählen. Er kennt schon alle Details. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, das Problem in seine Hände zu legen.


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Mir persönlich hilft dabei, wenn ich meine Gebet aufschreibe. Ein Einstieg in ein Gebet könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen: »Hier und jetzt in deiner Gegenwart weigere ich mich, mich weiterhin von der Angst fertigmachen zu lassen. Ich will aufhören, mir in Gedanken den schlimmsten Fall, der eintreten könnte, auszumalen und mir meine Alpträume selbst zu basteln. Weil du bei mir bist, kann ich anders leben. So treffe ich ganz bewusst und freiwillig die Entscheidung, meine ganze seelische Kraft in das Vertrauen auf dich zu investieren. Ich werde meine Sorgen auf dich werfen, denn genau dazu hast du uns aufgefordert.« Wenn Sie trotzdem wieder unsicher werden, dann lesen Sie noch einmal Psalm 139. Bitten Sie Gott, dass er die Erfahrung Davids zu Ihrer Erfahrung macht. Erinnern Sie sich selbst daran, dass Gott da ist und dass er seine Hand nach Ihnen ausstreckt. Ergreifen Sie sie!

Stop! Vielleicht haben Sie diese Worte nur schnell überflogen, weil Sie mit Ihren Gedanken schon wieder woanders sind. Da liegt noch unerledigte Arbeit, oder gleich fängt Ihre Lieblingsserie im Fernsehen an. Vielleicht sind Sie auch nur abgespannt und freuen sich auf Ihr Bett. Was auch immer Sie jetzt vorhaben, Sie sollten es nicht als Erlaubnis ansehen, Gott für eine Weile vergessen zu können, weil Sie ja wieder in die »reale Welt« zurückgehen müssen. Sicher, Sie sind sehr in Beschlag genommen von all den Anforderungen, die der Alltag an Sie stellt, aber vergessen Sie bei aller Geschäftigkeit nicht das Wichtigste: Gottes ständige Gegenwart, die er Ihnen liebevoll anbietet. Darum habe ich jetzt eine Bitte an Sie: Legen Sie für einen Augenblick alles beiseite. Halten Sie einfach kurz inne. Freuen Sie sich an der Tatsache, dass Sie nicht alleine leben müssen. Gott ist jetzt da, alles was Sie tun müssen, ist, seine Hand zu ergreifen.


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