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Augenzeugen seiner Herrlichkeit

Der christliche Glaube ist in seiner ursprünglichen Form nichts weiter, als Jesus zu sehen. Und christlicher Dienst in seiner reinsten Form ist nichts weiter, als dem nachzueifern, den wir gesehen haben. Seine Herrlichkeit sehen und sein wollen wie er – das ist schon alles, was den christlichen Glauben ausmacht. Seit einundfünfzig Jahren war Bob Edens schon blind. Seine Welt erlebte er wie eine finstere Halle, in der es nur Töne und Gerüche gab. Fünf Jahrzehnte tastete er sich durch die Dunkelheit. Und dann – konnte er plötzlich sehen. Ein fähiger Chirurg hatte einen komplizierten Eingriff gewagt, und zum ersten Mal blickte Bob Edens in die Welt. Wie überwältigend das war! „Ich hätte nie gedacht, dass gelb so ... gelb ist!“, rief er aus. „Ich finde keine Worte. Dieses Gelb! Aber das Rot finde ich noch schöner. Es ist meine Lieblingsfarbe. Unglaublich, wie es leuchtet. Die Mondsichel! Was für eine Form! Ich kann mich nicht sattsehen am blauen Himmel, wenn Flugzeuge ihre zarten Kondensstreifen ziehen. Und vor allem die Sonnenaufgänge! Nachts 5


Augenzeugen seiner Herrlichkeit

dann die Milchstraße und die blinkenden Sterne. Nie hätte ich gedacht, dass alles so fantastisch ist.“ Wie Recht hat er doch! Allerdings können wir, die wir ein Leben lang in die Welt geschaut haben, uns nicht vorstellen, das Augenlicht ganz neu geschenkt zu bekommen. Bob Edens ist jedoch nicht der Einzige, der ein Leben lang dem Licht so nahe ist und es dennoch nicht wahrnimmt. Die ganze Zeit kann es hell um uns sein, aber sofern wir es nicht wahrnehmen, wird es nicht Teil unserer Erfahrung. Heilt uns niemand von dieser Form der Blindheit, so bleibt unsere Welt eine finstere Höhle. Aber selbst wenn jemand in seinem Leben schon tausend Regenbogen gesehen hat, heißt das noch lange nicht, dass er die Schönheit eines einzigen bemerkt hat. Man kann einen blühenden Garten vor dem Haus haben, und die üppige Pracht entgeht einem dennoch Tag für Tag. Ein Mann kann jahrzehntelang an der Seite seiner Frau leben, ohne ein einziges Mal in ihre Seele geschaut zu haben. Und da wird ein Mensch alt und weiß trotzdem vom Urheber des Lebens nichts. Wir mögen ihn vom Hörensagen kennen, aber solange wir ihn nicht mit eigenen Augen gesehen haben, können wir uns kein Urteil bilden. Vielleicht glauben wir gar, ihn zu kennen, aber in Wahrheit haben wir seine Gestalt bislang nur schemenhaft im Dunkeln gesehen. Wie ist es mit Ihnen, haben Sie IHN gesehen, wie 6


Augenzeugen seiner Herrlichkeit

er wirklich ist? Oder haben Sie nur einen flüchtigen Blick von seiner Herrlichkeit erhascht? Es ist von Jesus die Rede. Der Mensch. Der sonnengebräunte Galiläer, der so beeindruckend vollmächtig predigte und sich gleichzeitig schlicht wie ein Kind gab. Der Gott in Menschengestalt, der von sich sagte, er sei älter als die Zeit und stärker als der Tod. Wenn er zu den Menschen sprach, blieb nichts mehr übrig vom Pomp der Religionen, der Nebel theologischer Dogmen lichtete sich, und die Dispute der Klugen verstummten. Er war mitten unter uns. Jesus. Haben Sie ihn schon einmal wirklich gesehen? Diejenigen, die es taten, waren hinterher veränderte Menschen. „Mein Herr und mein Gott!“, rief Thomas aus. „Ich habe den Herrn gesehen“, rief Maria Magdalena. „Wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen“, berichtete Johannes. „Brannten nicht unsere Herzen, als wir mit ihm redeten?“, erzählten die Emmaus-Jünger voller Freude. Petrus aber traf es am besten: „Wir sind Augenzeugen seiner Herrlichkeit geworden.“ Seine Herrlichkeit, das ist die Majestät des Herrschers von Juda – und doch erschien er in Gestalt eines Menschen aus Fleisch und Blut. Für einen Augenblick schlug die Tür zum Thronsaal des Himmels auf, und Gott trat hindurch. Seine Herrlichkeit wur7


Augenzeugen seiner Herrlichkeit

de sichtbar. Der Himmel berührte die Erde, und das hatte zur Folge, dass die Erde vom Himmel erfuhr. Ein irdischer Leib beherbergte das Göttliche. Heiligkeit und Menschlichkeit wurden für einen geschichtlichen Augenblick eins. Jesus war nicht der Messias, den wir Menschen erwartet haben. Was von ihm berichtet wird, lässt aufhorchen. Er sprach von seiner göttlichen Herkunft und ließ es dennoch zu, dass ein römischer Soldat der untersten Ränge ihm Nägel durch die Hände trieb. Er predigte Reinheit und setzte sich dennoch für eine bußfertige Hure ein. Er sammelte ein Heer von Anhängern um sich und ließ sich trotzdem nicht zum Herrscher ausrufen. Er sandte Männer in die weite Welt und rüstete sie scheinbar nur spärlich aus – mit der Begeisterung zum Dienst und der Erinnerung an einen auferstandenen Zimmermann. Es wird ihm nicht gerecht, wenn wir ihn zu den großen Lehrern und Denkern dieser Welt zählen. Das, was er von sich behauptete, war so aufsehenerregend, dass ihm selbst Sokrates und Aristoteles nicht das Wasser reichen könnten. Aber auch zu den großen Propheten können wir ihn nicht zählen, die gesandt worden waren, um die ewige Wahrheit zu verkünden. Sein eigener Anspruch schließt diese Möglichkeiten aus. Er war und ist viel mehr. Aber wer ist er dann? Versuchen wir es herauszubekommen. Lassen wir uns nieder auf dem steinharten Boden jener Höhle, in der er geboren wurde. Schnuppern wir den Duft 8


Augenzeugen seiner Herrlichkeit

nach frischem Holz und Sägespänen in seiner Zimmermannswerkstatt. Folgen wir seinen Spuren im Sand. Staunen wir mit den Fassungslosen, die den geheilten Aussätzigen betasten. Lächeln wir ihm zu mit der Frau am Jakobsbrunnen. Singen wir mit der Menge Hosianna. Versuchen wir also, uns ein lebendiges, anschauliches Bild von ihm zu machen. Ist es schon lange her, dass Sie ihn gesehen haben? Wenn Ihre Gebete müde geworden sind, wird das der Fall sein. Wenn Ihr Glaube ins Wanken gerät, ist das Bild von ihm verblasst. Und wenn Sie keine Kraft mehr haben, um Schwierigkeiten zu überwinden, ist es höchste Zeit, ihn wieder zu Gesicht zu bekommen. Über eins sollten Sie sich allerdings immer im Klaren sein: Wer einmal seine Herrlichkeit gesehen hat, ist nicht mehr derselbe wie vorher. Er wird spontan zum Anhänger, zum Jünger und Nachfolger. Sie werfen einen Blick auf den König, und sofort beseelt Sie das Verlangen, mehr von ihm zu sehen und mehr von ihm zu reden. Es genügt Ihnen plötzlich nicht mehr, die Kirchenbank zu wärmen. Frommes Getue ist Ihnen zuwider. Wozu noch all die Zeremonien? Haben Sie erst einmal sein Gesicht gesehen, werden Sie die Sehnsucht nicht mehr los, es wieder und wieder vor Augen zu haben. Ein Gebet begleitet dieses Buch: Der göttliche Chirurg möge Ihr Augenlicht wiederherstellen. Die Unschärfe soll gehen und das Dunkle sich verflüchtigen. Mögen Sie es so erleben, als käme der Christus aus der Wüste, als flirrendes Bild zunächst, undeutlich wie 9


Augenzeugen seiner Herrlichkeit

eine Fata Morgana. Und dann kommt er näher und näher, bis Sie ihn anfassen können, und Sie blicken ins Gesicht eines vertrauten Freundes. Dann werden Sie ausrufen wie damals Thomas, der Apostel: „Mein Herr und mein Gott!“ Das große Geheimnis des Universums steht dann vor Ihnen, und Sie werden es weitersagen: „Wir sind Augenzeugen seiner Herrlichkeit geworden!“

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Teil 1

Gott kommt zu uns

Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine gรถttliche Herrlichkeit gesehen. ... In ihm sind Gottes vergebende Liebe und Treue zu uns gekommen. Johannes 1,14


1. Die Ankunft

Früher als sonst füllten sich die Straßen in Bethlehem. Bereits im Morgengrauen setzte lebhaftes Treiben ein. Händler richteten ihre Stände ein, Ladenbesitzer entriegelten die Türen. Hunde außer Rand und Band weckten bellend die Kinder, und Esel kreischten Protest. Der Herbergsvater war besonders früh aufgestanden. Immerhin war sein Haus voll, jedes Lager belegt, jede Matte und jede Decke in Gebrauch. Bald würden die Gäste munter werden, und so gab es noch viel zu erledigen. Man fragt sich, worüber der Mann wohl zum Frühstück mit seiner Familie geredet hat. Ob jemand die nächtliche Ankunft des jungen Paares erwähnte? Erkundigte sich einer nach ihrem Verbleib? Hatte jemand die Schwangerschaft der Frau auf dem Esel bemerkt? Vielleicht fiel beiläufig eine Bemerkung: Ja, ja, da waren diese beiden. Nichts weiter von Belang. Kam öfters vor, dass man Ankömmlinge abweisen musste. Außerdem geschah so viel Aufregendes dieser Tage, wie sollte man sich da an jeden Einzelnen erinnern? Der Erlass des Augustus zur Volkszählung war für 13


Teil 1 – Gott kommt zu uns

Bethlehem eine glückliche Fügung. Wann hatte man je so gute Geschäfte getätigt? Nein, kaum jemand wird von den beiden Notiz genommen oder die Schwangerschaft bemerkt haben. Viel zu beschäftigt waren die Menschen und müde nach dem langen Tag. Und am nächsten Morgen gab es wieder viel zu tun, und so bemerkte niemand, dass etwas Unglaubliches in ihrer Mitte geschehen war: Gott war als Säugling in diese Welt gekommen! Aber wer zufällig an jener Höhle vor den Toren Bethlehems vorbeigekommen wäre, der hätte sich über eine höchst sonderbare Szene gewundert. Der Raum war erfüllt vom strengen Geruch, wie man ihn in jedem Stall findet. Der Boden hart und nur spärlich mit Stroh bedeckt. Spinnweben zwischen den Balken der Pferche, und dort huscht eine Maus in ihr sicheres Versteck. An einem erbärmlicheren Ort konnte kaum jemand geboren werden. In einer Ecke kauern ein paar Schäfer am Boden und schweigen beklommen. Ihnen fehlen die Worte. Mit diesem Anblick haben sie nicht gerechnet, und dennoch spüren sie Ehrfurcht. Aus ihrer Nachtwache sind sie von einem himmlischen Licht aufgeschreckt worden, das urplötzlich die Dunkelheit erhellte, und von einem Chor, der nicht von dieser Welt war. Gott begegnet denen, die Zeit zum Hören haben. Und so kam er in jener klaren Nacht zu den einfachen Hirten. Neben der jungen Mutter sitzt müde der Vater. Er 14


1. Die Ankunft

ist der Einzige, der einzunicken scheint. Er hat die Verantwortung getragen, die Reise geplant, sich um Obdach bemüht – und nun, da alles zur Ruhe gekommen ist und Mutter und Kind wohlauf sind, wird ihm der Kopf schwer. Er durchschaut das Ganze noch immer nicht. Ein Geheimnis umgibt alles, was hier geschieht. Aber ihm fehlt die Kraft, es in diesem Augenblick zu ergründen. Wichtig ist, dass es dem Kind an nichts fehlt und Maria behütet ist. Und kurz bevor sich der Schlaf seiner vollends bemächtigt, hört er noch einmal die Stimme des Engels: „Du sollst ihn Jesus nennen.“ Maria dagegen ist hellwach. Wie jung sie noch ist! Sie blickt dem Kleinen ins Gesicht. Ihr Sohn! Und gleichzeitig der Herr! Keiner außer ihr ahnt etwas von diesem Wunder. Sie kann ihren Blick nicht von ihm wenden. Und wenn sie bedenkt, was ihr gesagt wurde, dann muss es etwas Göttliches sein, was sie da in den Armen hält. Das ist er also! Wie waren noch die Worte des Engels? „Seine Herrschaft wird niemals enden.“1 Er sieht so gar nicht königlich aus mit seinem roten Gesichtchen, und seine Stimme klingt zwar kräftig, aber es sind nur die hilflosen Schreie eines Säuglings. Seiner Mutter ist er in die Hände gegeben, und sie ist es, die für ihn sorgt. Das ist Hoheit in der Niedrigkeit. Heiligkeit zwischen Schafsdung und Schweiß. Das Göttliche betritt die Welt in einer Höhle, geboren von einer Jungfrau und beschützt von einem Zimmermann. 15


Teil 1 – Gott kommt zu uns

Sie streichelt die Wangen des göttlichen Kindes. So lang war deine Reise! Noch vor kurzem hat er das All überblickt. Dann hat er den Thronsaal verlassen, um im Stall geboren zu werden. Und statt der dienenden Engel sind ein paar ratlose Hirten gekommen. Draußen in der Stadt ist schon Betrieb. Aber die Kaufleute wissen nicht, dass Gott diese Erde betreten hat. Die Wirte in den Schenken ahnen nichts vom Schöpfer, der in die Kälte dieser Welt gekommen ist. Und das Volk hätte nur Hohn und Spott übrig für jeden, der behauptete, der Messias liege im Arm einer Jungfrau in einem Stall vor der Stadt. Sie alle sind viel zu sehr mit ihrem Alltag beschäftigt, um an solchen Unsinn auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Diejenigen, die seine Herrlichkeit damals verpassten, taten es nicht, weil sie menschlich so verdorben gewesen wären. Nein, sie entging ihnen, weil sie nicht hinschauten. Aber hat sich in den vergangenen zweitausend Jahren wirklich so viel verändert?

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2. In einem Augenblick

Alles geschah in einem Augenblick. Und es schien für die allermeisten ein Moment wie jeder andere zu sein, so normal wie die Zeitspanne, die verstrichen ist, während Sie diese Zeilen lasen. Er kam und ging. Es gab die Zeit davor und danach. Und dennoch war es ein Augenblick, der eine Zäsur in der messbaren Zeit zwischen Anfang und Gegenwart darstellte. Nur ganz wenige waren sich dieser Tatsache bewusst. Der Allmächtige nahm damals Menschengestalt an, während die meisten ihren Tagesgeschäften nachgingen. Der Himmel öffnete sich und legte sein Kostbarstes in den Schoß einer Frau, aber die Menschen schauten nicht hin. Der Allmächtige machte sich verletzlich. Der als Geist alles in allem war, ließ sich durchbohren. Der Eine, der das Weltall durchmaß, machte sich so klein wie ein Fötus. Und der die Welt mit einem Wort in Gang hielt, war bereit, sich von einer jungen Frau nähren zu lassen. Gott als Fötus! Das Heilige im Schoß einer Frau! Der Schöpfer der Welt im Prozess der Menschwerdung! 17


Teil 1 – Gott kommt zu uns

Gott bekam Augen, Ellbogen, Nieren und Milz. Er wurde ernährt durch das Blut seiner Mutter. Gott war uns so nahe wie nie. Doch er kam nicht als lichte Erscheinung oder als gerüsteter Eroberer, sondern als einer, dessen erste Schreie ein Bauernmädchen und ein Zimmermann hörten. Die Hände, die ihn hielten, waren nicht gepflegt wie bei Hofe, sondern abgehärtet und voller Schwielen. Keine Seide, kein Elfenbein, kein höfisches Getriebe. Keine Zeremonie und kein Fest. Wären die ärmlichen Schäfer nicht gekommen, es hätte ihn niemand begrüßt. Und ohne Sterndeuter hätte niemand Geschenke gebracht. Engel schauten zu, während Maria die Windeln Gottes wechselte, und sie hielten den Atem an, als später der Allmächtige seine ersten unbeholfenen Schritte wagte. Die Kinder aus der Nachbarschaft waren seine Spielkameraden. Und in der Pubertät bekam er vielleicht sogar Pickel. Dreißig Jahre lang lebte er wie Sie und ich. Manchmal fühlte er sich schwach und abgespannt und fürchtete sich vor dem Versagen. Er war verschwitzt nach der Arbeit und erkältete sich zuweilen. Er kannte verletzte Gefühle, Blasen an den Füßen und Kopfschmerzen. Ist es nicht ungebührlich, ihn sich mit all dem vorzustellen? Irgendwie scheuen wir uns davor. Wir sprechen zwar von der Menschwerdung Gottes, aber allzu menschlich darf es dann doch nicht werden. Bitte nicht 18


2. In einem Augenblick

zu viel Mist im Stall, wo die Krippe stand! Kein Schweiß auf der Stirn, der in die Augen rinnt. Schnarchen? Bestimmt nicht. Nase putzen? Na ja, vielleicht ab und zu. Und mit dem Hammer hat er bestimmt kein einziges Mal den Daumen getroffen. Sauber und adrett und ohne allzu menschliche Züge sollte er sein, so wird unsere Fantasie nicht überfordert. Je heiliger wir ihn belassen, desto leichter fällt es, ihn auf Abstand zu halten, und er bleibt handhabbar für unsere Vorstellungskraft. Aber erliegen Sie nur nicht der Versuchung, ihm die Menschlichkeit abzusprechen, die er bereit war, für uns anzunehmen! Lassen Sie in Ihrer Vorstellungskraft zu, dass er sich in den Sumpf unseres Lebens begeben hat, denn nur so kann er uns herausziehen. Wenn er etwas sagt, ist es authentisch, deshalb sollten Sie auf ihn hören. „Liebe deinen Nächsten“, hat der gefordert, dessen Nächste ihm nach dem Leben trachteten.1 Und der Mann, der aufrief, um des Evangeliums willen die Familie zu verlassen, war selber bereit, seiner Mutter den Abschiedskuss auf der Türschwelle zu geben.2 „Betet für die, die euch verfolgen.“ Diese Worte bildeten die Lippen, die bald darauf Gott bitten würden, seinen Mördern zu vergeben.3 „Ich bin bei euch alle Tage“, das sind die Worte eines Gottes, der bewiesen hat, wie ernst er es damit meint, bei uns sein zu wollen.4 In einem Augenblick der Menschheitsgeschichte 19


Teil 1 – Gott kommt zu uns

wurde das Wort Mensch, und damit ermöglichte er es den Sterblichen, Gott zu sehen. Bei seiner Heimkehr in den Himmel ließ er aber die Hintertür offen. Deshalb kann Paulus auch schreiben: „Gott wird uns alle verwandeln. Das wird ganz plötzlich geschehen, von einem Augenblick zum anderen.“5 Von der ersten Verwandlung hat die Welt keine Notiz genommen. Die zweite aber wird niemand übersehen können. Wenn Sie wieder einmal „Einen Augenblick bitte“ sagen, sollten Sie daran denken, dass es nicht länger brauchen wird, um die Welt zu verwandeln.

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