Erlaubnis erteilt
Vorwort Wie die Späher der Indianer aus dem Wilden Westen haben wir, mit dem Ohr auf dem Boden, das Galoppieren einer herannahenden neuen, andersartigen Gemeinde vernommen. Manche meinen, diese neue Gemeinde entspringe unserer unbändigen Verliebtheit in das postmoderne Weltbild unserer Kultur. Viele andere verweisen auf den Beginn einer neuen, apostolischen Reformation, die zur Folge haben wird, dass sich unser Herangehen an das Gemeindeleben völlig verändern wird. Andere wiederum sind der Überzeugung, dass diese neue Gemeinde, zumindest indirekt, mit dem neuen Jahrtausend verbunden ist. Sicherlich, diese neue Gemeinde ist draufgängerisch. Ja, sie ist bereit, Risiken einzugehen. Sie wird eine Gemeinde sein, die gerne dorthin geht, wohin zuvor noch niemand gegangen ist. Ähnlich Buzz Lightyear aus dem Trickfilm Toy Story wird sie „bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter“ gehen! Christian Schwarz, ein deutscher Forscher im Bereich des Gemeindewachstums, ist der Meinung, wir befänden uns im Zeitalter einer dritten Reformation. Die erste Reformation fand ihm zufolge im 16. Jahrhundert statt, als Martin Luther dafür kämpfte, dass die Errettung allein durch Glauben und die zentrale Position der Gnade und der Schrift wiederentdeckt wurden. Das war eine theologische Reformation. Die zweite Reformation erlebten wir laut Schwarz im 18. Jahrhundert, als die innige persönliche Beziehung zu Gott wiederentdeckt wurde. Dies nennt Schwarz eine Reformation des geistlichen Lebens. Was jetzt vor uns liegt, ist eine dritte Reformation, in der es um Strukturen geht, darum, wie wir das Gemeindeleben angehen.1 Die erste Reformation veränderte grundlegend unsere Theologie und doch blieben die Hauptelemente des Gemeindelebens davon unberührt. Die kommende Reformation wird jedoch das, was wir seit siebzehnhundert Jahren kennen, völlig umkrempeln und erneuern. Sie wird sich revolutionär leidenschaftlich dafür einsetzen, dass sich das Gemeindeleben verändert, was das Innergemeindliche als auch was die Mission angeht. 6