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ebook-ausgabe

Das Chaos tr채gt highheels von

Conny Berger

Verlag art of arts www.artofarts.de


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Die Rechte an den veröffentlichten Texten liegen bei der Autorin Conny Berger. Vervielfältigungen zum Zwecke der Veröffentlichung – Publikationsrechte liegen beim Verlag art of arts. Alle Rechte vorbehalten. Verwendung zum Zwecke der Weiterveröffentlichung darf nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Verlages und des Einverständnisses der Autorin erfolgen. Der Verlag sowie die Autorin übernehmen keine Haftung bei unsachgemäßer Verwendung und Verbreitung und den eventuell daraus entstehenden Folgeschäden. Für Druckfehler keine Gewähr. Nachdruck oder Vervielfältigung ist nur mit Genehmigung des Verlages gestattet, die Verwendung oder Verbreitung unautorisierter Dritter in allen anderen Medien ist untersagt. Die jeweiligen Textrechte verbleiben bei der publizierenden Autorin, deren Einverständnis zur Veröffentlichung vorliegt. Für Druckfehler keine Gewähr. Bibliografische Informationen der Deutschen Bibliothek. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie – detaillierte bibliografische Daten im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

Original-eBook Erstausgabe 2011

ISBN 3-940119-58-X

ISBN 978-3-940119-58-2 Herausgebender Verlag: art of arts Inh. Frederic Bartl, Forchheim ehrenamtliche Geschäftsführung: Silvia J.B. Bartl Satz, Layout, Gestaltung, Illustration, Cover Design: art of formation - Silvia J.B. Bartl Autorin: Conny Berger Produktion & Vertrieb virtueller Verlag art of arts - created in Germany -


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Das Chaos tr채gt

highheels

... eine spritzig humorvolle Kolumne mit 34 spannenden Episoden

eBook von

Conny Berger www.susansix.webnode.com

Verlag art of arts

www.artofarts.de

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Inhaltsverzeichnis Seite

8

Epilog

Seite

9

Botoxspritze, Samenspender und Schaumbad

Seite 12

Naschen und Hals und Beinbruch

Seite 16

Mord, Haialarm und verbrannte Pobacken

Seite 22

Gletscherspalte, Kondome und Muschelattacke

Seite 26

Halbnackte Weiber und ein wilder Stier

Seite 34

Landeklappen, Prince Charles und eine Minibar

Seite 39

Dildos, ein Hammer-Kerl und Louis Vuitton

Seite 44

Der Chlorvampir, unmoralische Rentner und ich

Seite 50

Angefasste Titten, verwanzt und durchgedreht

Seite 56

Playboy Häschen, Frühlingsrolle und ein Versprechen

Seite 65

Fruchtsaftalarm, Boardkarten und eine Verschwörung

Seite 70

Venedig, Lasagne und Leichenpower

Seite 77

Nächtlicher Spuk, Zungenkuss und seelische Abgründe

Seite 83

Cappuccino, feuriger Hintern und eine Handgranate

Seite 89

Frisch lackiert im Shoppingrausch!

Seite 96

Reiterhosen und ein durchbrennender Gaul

Seite 103

Couch Surfing und ein krachender Schrank

Seite 110

Solariumsause, Pillendesaster und hoher Besuch


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Seite 121

Mädels Dinner und eine Laborratte

Seite 129

Schokomandeln und andere Seelenhäppchen

Seite 137

Bauer sucht Frau, Silberbesteck

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und ein Schuss ins Schwarze Seite 151

Babypuder und ein Bulle vor der Türe!

Seite 159

Paketbombe, Pavian in Leggins und Pulverschnee

Seite 169

Schönheitsdoc, Gesichtskrampf und fliegende Spinnen

Seite 181

Abschiedsparty, Strip und mehr

Seite 192

Adoptierter Esel und ein Tässchen Glühwein

Seite 199

Mafiabraut, Muffinsgift und ein Elektroschocker

Seite 208

Couch Potato, Haifischbiss und Kaviarhäppchen

Seite 216

Brennender Schwanz und Weihnachtszauber

Seite 225

Petticoat, Flugabwehr und ein geheimer Bunker

Seite 233

Haifischparty und andere Überraschungen

Seite 243

Der schwule Mario und die blonde Fahnenstange

Seite 250

Spritzhaube, sexy Küchenhilfe und ein Versacekleid

Seite 259

Feuerwerk für Gaumen, Herz und andere Regionen

Seite 264

Danksagung

Seite 265

Autorenvita

Seite 266

Verlagswort ... & mehr


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Ich bin‘s, Susan Six ... eine Verrückte unter vielen. Ich probiere, den Wunsch meiner Mutter nach einem Enkelkind täglich in Einklang zu bringen, mit meinem "Männer können mir gestohlen bleiben"!

Ich liebe die Hitze im Sommer oder im Körper und bin scharf auf geile Autos, Schuhe, Klamotten und … den Staatsanwalt! Nein!!!! Das mit dem Staatsanwalt ist nur ein Wunschgedanke von meiner Mutter! Aber, um meine Tage verarbeiten zu können, belästige ich euch von nun an innbrünstig mit meinen Tagen ... lach, eure Susan :)


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Hi zusammen, ich heiße Susan Six, und meine Mutter will ein Kind von mir. Das heißt, vorerst möchte sie gerne den richtigen Mann für mich anschaffen, und daran arbeitet sie mit einem Feuereifer, seit ich 15 Jahre alt geworden bin, also schon 20 Jahre lang! Gestern schleppte sie mich zu einem Schönheitschirurgen namens Herr Dr. med. Spritzhauben-Dietrich, der mir dann unter ihrem selbstmordgefährdetem Blick Botox in die Stirn spritzte. Jetzt habe ich da oben eine Spannkraft, als hätten sie mir da eine Leitung Sekundenleim gelegt. Als wäre das nicht genug, wurde ich von Tina meiner Mutter, noch zu einem Hairstylisten geschleppt.


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Mario sah man seine Schwulheit schon aus 10 Metern Entfernung an, was meine Bräutigam und Samenspender suchende Mama nicht davon abhielt, ihm meine Vorzüge zu lobpreisen: „… Sie ist so eine wunderschöne, intelligente Frau! Hat sie nicht herrlich blondes Haar? Männer mögen doch blond, nicht? Und sie arbeitet in einem Advokatur- und Notariatsbüro, stellen Sie sich das vor, mit dem Staatsanwalt zusammen!“ Räusper ... meine Mutter vergaß zu erwähnen, dass ich dort nur als Aushilfe die Telefone entgegen nahm, den Rechtsanwälten im Minirock heißen Kaffee servierte und der Chefin ihre Blumen goss bis diese starben, die Blumen! Ich habe sie ersäuft! „… Entzückend, wie Sie mit der Schere umgehen können, Mario!“, säuselte sie ihm zu, und zu mir gewandt meinte sie mit hochrotem Kopf: „Hat er nicht wunderschöne Hände, meine Süße? Ich finde es wunderbar, wenn Männer schöne, gepflegte, schlanke und sehnige Hände haben!“ Bestimmt dachte sie sofort an Sex, das hatten wir gemeinsam, meine Mutter und ich. Männerhände und den unwillkürlichen Gedanken ans Betatscht werden.


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Ich warf dem gelackten Mario, der seine schwarzen Haare mit Gel nach hinten klebte, samtschwarze, polierte Lackschuhe trug und nach einem ekligen Aftershave roch, durch den Spiegel einen entschuldigenden Blick zu. „Susan hat nächste Woche Geburtstag, Mario! Und sie sieht immer wie jünger aus, nicht wahr?“ Marios Blick huschte über mein Gesicht, das meine Mutter seit gestern als babyweich, faltenlos und zart wie eine Pfirsichhaut betitelte, doch sein Gesicht blieb ausdruckslos. Soviel zu der Macht von Botox. Tina blätterte nun in einer OK und klärte uns auf, wie entzückende Kinderchen doch die Angie und der Brad haben, und dass mir das doch sicher auch stehen würde! Ich könnte ja im Notfall auch eins adoptieren, sollten meine Eierstöcke versagen! (Das hat sie wortwörtlich so gesagt, meine Mutter, vor Mario und den anderen Salongästen in dem Edelschuppen Fransen Franz.) Mein freier Nachmittag endete so, dass ich mir zuhause ein Schaumbad inklusive surrendem Delfin gönnte, anschließend ein riesiges Glas Sangria auf dem Balkon, mit einem Telefon, das alle Anrufe ins Nirgendwo umleitete und einer neuen Ausgabe von meiner Mutter „Wie finde ich einen richtigen Mann ab 40!“ Du meine Güte ist das eine Frechheit!


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Ist Naschen ein weibliches Phänomen??? Also ich könnte ständig was naschen! Vorgestern bin ich mit ein paar Kumpels die Aare (das ist ein Fluss in der Schweiz) mit einem Schlauchboot runtergefahren und habe dazu was genascht! Ja! Während das ruckelnde Gummiteil über die Wellen und Stromschnellen hüpfte, verdrückte ich mit der linken Hand einen Schokokeks, während ich mich mit der rechten Hand unter Todesangst an einem Seil festklammerte. Aber nicht, dass ich was gesagt hätte, den Männern im Boot, genauer gesagt meinen Anwaltskollegen und dessen Kumpels. Kann sein, dass auch ein Richter dabei gewesen ist, mit geblümten Badeshorts bekleidet und einem stählernen Grinsen.


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Dass ich nicht so gut schwimmen kann, hab ich denen verschwiegen, schließlich bin ich eine taffe Frau und habe vor nichts Angst, außer vor den Männern, die mir meine Mutter aussucht, aber das ist ein Thema für sich! Nach diesem Trip haben mir die Beine so geschlottert, dass ich mit O-Beinen durch die Gegend lief und Louis mich gefragt hat, ob ich meine Tage habe! Louis ist ein ziemlich fürsorglicher Typ! Vielleicht hätte er mir einen Tampon aus seinem Rucksack gezaubert oder eine Pille gegen Menstrualbeschwerden gegeben, wer weiß! Natürlich verschweige ich meiner übereifrigen Mama, dass ich Louis, der ein sehr beliebter Anwalt ist, NETT finde! Denn einen Mann in meinem Leben kann ich im Moment gar nicht gebrauchen, ich fühle mich gerade wohl, so frei, wie ich bin! „Das nächste Mal gehen wir Gleitschirmfliegen!“ Ich glaube, das war die Baritonstimme des Richters Rechtwisser-Tintenstrich. Gleitschirmfliegen ... na super! Nur ungern erinnerte ich mich an den blonden Muskelprotz Namens Paul Vogel, der mir das Fliegen beibringen wollte! „Ich fliege schon seit 10 Jahren unfallfrei, liebe Susan, ich bin mit Vögeln groß geworden (damit meinte er die Voliere, die seine Eltern zuhause hatten!), und ich werde dich sicher wieder nach unten bringen!“


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Wir standen zusammen breitbeinig auf einer Abschussrampe, keine Ahnung wie das Ding hieß, auf jeden Fall sprang man von dem Teil über einen Fels hinaus in den Abgrund! Nervös zupfte ich an den dünnen Fäden herum, die den Fallschirm hielten, und mir war zum Kotzen übel! Doch das Beste sollte noch folgen! Während ich vor Paulchen in meiner Ausrüstung Hüfte an Hüfte an ihn geschmiegt über die Alpen flog, der Wind durch meine blonden Haare pfiff, die unter dem Helm hervor lugten, machte Paul plötzlich seinen Mund auf: „Susan?“, seine Stimme zitterte ein wenig. „JAAA?“, brüllte ich in den Wind. „Ich muss dir was sagen! ... Räusper …“ „JAAA?“ Oh, mein Gott, oh, mein Gott! Gleich sagt er mir, dass das Segeltuch über uns einen Riss hat, oder dass die Seile nur noch eine halbe Stunde halten, oder dass das Teil nur noch eine Person trägt und er mich losschneiden muss! „Willst du mich heiraten?“ „WASSSS?“ Eine ziemlich starke Windböe erfasste uns und zerrte mit aller Gewalt an den dünnen Seilchen, mein Herz zitterte vor Empörung. Aber was war mit Paul los? War der nicht mehr ganz dicht? Der wollte mich heiraten? Im Moment hätte ich ihm alles versprochen, nur um heil wieder runter zu kommen. Aber heiraten? Den VogelPaul? Nein, das wäre mir doch ein Bisschen zu viel des Guten!


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„HAB ICH NOCH BEDENK ZEIT?“, schrie ich ihn an. „Ohhhh!“, hörte ich seine entrüstete Stimme hinter mir. „Ich will aber keine Andere als dich, du bist meine Traumfrauuuu!“ Ich hatte Angst, dass er gleich zu heulen beginnt. Irgendwie hatte Paulchen plötzlich Mühe mit fliegen und landen und allem drum herum, und wir stürzten mit halsbrecherischer Weise direkt auf den Wald unter uns zu. Ich schrie vor Angst und presste meine Augen fest zu, dann der Aufprall. Es warf uns hin und her, ein Schwanken, dann ein ziemlich harter Ruck, der mir wie ein Messerstich durch den Rücken fuhr. Ich öffnete erstaunt die Augen und sah, wie wir etwa 10 Meter über dem Boden in einer Tanne hingen. Paul nestelte hinter meinem Rücken an etwas herum und sprach dann aufgeregt in sein Walkie-Talkie. Später rettete uns die Feuerwehr, und ich schoss Paul so was von ab. Meine Mutter heulte ihm noch gut eine Woche hinterher, doch dieser Vogel hatte für mich ausgeflogen! „Ich brauche dringend einen Kaffee!“, flüsterte ich nun Louis mit fahlen Wangen zu. Beschützend legte er mir einen Arm um die Schulter und führte seine Kumpels und mich ins nächste Restaurant.


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Heute Morgen ist ein Aktenkofferträger mit dem Kopf voran gegen einen Laternenpfahl geknallt. Er hat meiner Freundin Alissa zu tief in die Augen geschaut, diese hat sich dann gekugelt vor Lachen, und ich habe mir mal wieder gedacht: Mädel, lass dir die Brüste machen! Mir schauen die Männer meistens nur auf den Hintern, der ziemlich knackig ist! Wir waren beide auf dem Weg ins Büro, sie in die Zahlungsverkehr Abteilung einer Großbank, und ich in mein Advokatur- und Notariatsbüro, als mein Mobiltelefon klingelte. Ein schwerer Seufzer entglitt meinen rosa Gloss-Lippen.


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„Mama?“ „Susan, Süße, wie geht es dir? Wie war die Schiffsfahrt? War der Staatsanwalt dabei?“ Huii, ich sah förmlich, wie ihr das Wasser im Munde zusammenlief von der Vorstellung, dass ich den Lord der Anwälte persönlich getroffen hätte, und das im Bikini! „Nein Mama, der war nicht dabei, der hat wohl ziemlich viel um die Ohren!“ „Hast du deine Zwillinge auch hübsch in Szene gesetzt, Mädchen? Schließlich waren da doch auch noch andere Männer dabei!“ NEIN! Meine Mutter ist mir nie peinlich, niemals!!! Ich biss zornig in ein frisches Schokoladen-Croissant und warf Alissa einen „sterbender-Schwan-Blick“ zu. Im Einklang trippelten wir auf unseren Highheels weiter und bahnten uns einen Weg durch die frühmorgendliche Menschentraube. „Was könntest du denn machen um IHM näher zu kommen, Schätzchen? Irgend so ein Delikt, nicht wahr? Klau doch mal etwas, muss ja nichts Großes sein!“ „Mutter!“ „Ja ich meine ja nur, wäre ja nicht SO schlimm! Stell dir vor, wie du dann ein Leben lang sorglos leben könntest! Also bitte …“ „Tina!“ (ich nannte meine Mutter manchmal beim Namen,


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wenn sie mir endlich zuhören sollte!) „Um beim Staatsanwalt zu landen, müsste ich schon jemanden ermorden!“ Eine winzige Pause folgte, in der ich die herannähernde Straßenbahn hörte. „Na jaa ...“ Na ja? Ich wurde hellhörig wie mein Pfarrer als ich ihm sieben Sünden beichtete. „Deine Nachbarin, Frau Grottenschlecht, ist doch immer so ungerecht zu dir! Du könntest doch im EFFEKT handeln, einfach so, dass der Staatsanwalt dich wieder freisprechen müsste!“ „Das heißt Affekt, Mama! Und NEIN, ich werde niemanden umbringen!“ Wütend schluckte ich den letzten Bissen Croissant herunter und würgte das Telefongespräch ab. Mein Tag war gelaufen, die Stimmung glich der Vulkanwolke über Island und dem Bodenfrost vom Denali Nationalpark in Alaska. „Mütter!“ Alissa lachte verständnisvoll und kniff mir in die Seite.


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„Kommst du nachher auch ins Solarium über den Mittag? Ich brauche noch eine dezente Bräune, bevor ich mir meinen weißen Luxus Designer Bikini mit goldiger Schnalle umwerfe!“ Also brutzelten wir dahin, nackt, schwitzend und mit Meeresrauschen in den Ohren. In diesem wohligen Zustand ließ ich meine Gedanken in die Ferne schweifen, … zu Peter! (englisch ausgesprochen!) Hawaii, Sommer 1998, wie alt war ich da nochmals? 24! Du meine Güte, eine blutjunge Knospe! Da waren die Zeiten von Cellulite, Wechseljahren und erstem grauen Haar noch in unerreichbar weiter Ferne! Peter lernte ich auf meiner damaligen Weltreise, die ich mit Claudine antrat, kennen. Claudine und ich waren Busenfreundinnen seit ich denken konnte, und nichts und niemand konnte uns von unserem Tatendrang abhalten. Während die anderen Mädchen unserer ehemaligen Schulklasse bereits heirateten und als Gebärmaschinen fungierten, gondelten wir zwei durch die Betten und Weltgeschichten dieser Welt. Peter war Australier und ein Schatz! Er hat mir das Leben gerettet! Es war ein ziemlich windiger und heißer Tag gewesen, als ich beschloss, meinen Hintern das erste Mal auf ein Surfbrett zu setzen! Da ich mein pinkfarbiges Bikinihöschen während einer nächtlichen Kuschelstunde am Strand verlor, trug ich nun einen neongelben String


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von Claudine (ich platze noch heute vor Lachen, wenn ich ein Foto davon zu Gesicht bekomme) und pinke Dreiecke, die meine zwei Mädels bedeckt hielten. „It‘s very easy Darling!“ Diese Worte von meinem Peter flößten mir den nötigen Mut ein, und bald darauf paddelte ich mit den Händen, bäuchlings auf dem Brett liegend, durch die kleinen Wellenkämme in Strandnähe. Wellenreiten war geil! Das Stehen und Gleichgewichthalten waren mir schnell zu schwer, schließlich hatte ich Ferien und wollte nicht zu sehr ins Schwitzen kommen. Also ließ ich mich treiben und hinaus tragen in das weite Türkis des Meeres, in die mit Schaumkronen verzierten Wellen, die mich an ein riesiges Blue-Curacao-Eis aus Malta erinnerten, dessen Eis königlich auf den Lippen zerfloss und den Hals in Süße runter rann, dass der Gaumen sekündlich nach mehr lechzte. „Attention!“ Ich hörte plötzlich verschiedene Stimmen schreien und blickte fragend und lachend zum Strand. Dort hüpften mindestens zehn Badegäste wild gestikulierend auf und ab und zeigten in meine Richtung! Ich verstand leider kein Wort, warf aber trotzdem einen erstaunten Blick über meine linke Schulter, direkt auf eine näher kommende graue Rückenflosse! Mein Herz pochte zum Zerspringen,


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während ich im Effekt, wie meine Mutter sagen würde, die Beine hoch zog auf das dünne Brettchen. Ein Hai sucht sich was zum Naschen, super! War bestimmt ein weiblicher Hai! Das hast du jetzt davon Susan! Dein breiter Hintern scheint ja wie gemacht zum Reinbeißen! Im Bruchteil einer Sekunde dachte ich an den unerfüllten Kinderwunsch meiner Mutter, dann nur noch an mich und mein Ableben! Während ich auf den Todesbiss wartete, pflügten sich plötzlich ein paar wundersam starke Männerarme todesmutig durch die Hölle des Meeres direkt auf mich zu! PETER! PEEETER!!! JAAAAA! Mein Held ruderte mich an Land, nachdem er mir tausend Mal erklärt hatte, dass die Rückenflosse nicht einem Hai, sondern einem schnuckeligen Delfin gehörte! Ein lautes Piepsen holte mich aus meinen Tagträumen zurück. Geblendet öffnete ich die Augen und den Solariumdeckel und stellte mit Entsetzen fest, dass ich mir soeben den Rücken und die Pobacken verbrannt hatte.


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Wieso muss das immer mir passieren? Warum kann das Unglück nicht mal einen riesigen Bogen um mich machen? Und warum ist fast immer ein Mann an meiner verhängnisvollen Situation schuld? Der Tag hatte so herrlich begonnen mit einer Sinfonie aus Sonnenschein, warmen Brötchen und Nutella. Abenteuerlustig packte ich meinen pinken Rucksack und schnallte mir die Wanderschuhe um. Pünktlich um 8:30 klingelte es an meiner Wohnungstüre und mein Kumpel, Anwalt Louis, stand mit einem herzhaft breiten Grinsen vor mir.


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„Na, Susan, bist du fit für die Gletschertour?“ „Jaaa, ich kann es kaum erwarten!“, strahlte ich ihn an und schloss die Haustüre hinter uns ab. Wir setzten uns in seinen weißen aufgemotzten BMW A8 mit Flügeltüren (seuuufz) und fuhren los in Richtung Sustenpass. Der fürsorgliche Louis hatte jede Menge Kletterzeugs bei sich und versicherte mir mit überirdisch ehrlichem Anwaltsblick unter dunklen Augenbrauen, dass es ein Riesenspaß werden würde. Warum konnte ich bloß nie Nein sagen, bevor es zu spät war? Nun hing ich also da, ungefähr 6.5 Meter tief in einer Gletscherspalte, und spielte mit dem Gedanken, wie ein Erfrierungstod denn so ablaufen würde! Die Kälte schlich bereits mit zunehmend langen Krallen meine Beine hoch. Es fehlte nicht mehr viel, bis meine Pobacken zusammenfroren! „SUSAN? WIE GEHT ES DIR DA UNTEN?“ So eine blöde Frage konnte auch nur ein Mann stellen! „DANKE BESTENS! Ich krieg nur langsam HUNGER!“ Wobei ich bestimmt nichts beißen könnte, so wie mir gerade die Kiefer aufeinander klapperten. „ICH PROBIERE DICH HOCH ZU ZIEHEN! ... MAN, BIST DU SCHWEEEER!“ Fehler Nummer zwei, sprich niemals mit einer Frau in


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dieser Tonlage über ihr Gewicht! Auf meiner Stirn bildete sich trotz Botox Behandlung (die mir meine Mutter unter Todesdrohung verpassen ließ) eine Zornesfalte. Wann hatte ich mich das letzte Mal so über einen Mann geärgert? Ach ja! Das letzte Date, das mir meine Mutter arrangiert hatte, der geile John war das gewesen! Der hatte doch echt gedacht, dass er, nachdem er mir zum Kotzen scheußliche Spaghetti Frutti di Mare aufgetischt hatte, einen Porno mit mir drehen könnte! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob eventuell meine Mutter vorher in seiner Wohnung war und sämtliche Kondome zerstochen hatte, damit ich geschwängert würde! Als mir der geile John dann tatsächlich anstandslos an die Strumpfhalter grapschte, knallte ich ihm diese mit ekligen Muscheln garnierten Spaghetti um die Ohren. „SUSAN? ZAPPEL UND STAMPF NICHT SO WÜTEND, ICH KRIEG DICH SONST NICHT HOCH!“ „SCHEISSE, SCHEISSE, SCHEISSE! SCHEISSSSS KERLE!“ Nun, ich muss zugeben, es war alleine meine Schuld, dass ich in die Spalte geflogen bin! Louis hatte sich immerhin mit väterlicher Besorgnis mit mir verbunden. Ein Seil fürs Leben sollte man meinen! Lach, ja … und dann wollte ich dem Herrn Anwalt zeigen, wie gut seine Tippse im Klettern war! Mit geradem Rücken und schwingenden


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Hüften lief ich über das Eis wie eine Diva auf dem roten Teppich und zog die frische Gletscherluft durch meine geblähten Nüstern (ich meine Nase, bin ja kein Pferd), und dann entglitt ich dem irdischen Dasein hinunter in die Unterwelt. Da baumelte ich nun, während meine blonden Haarsträhnen vereisten, und der Bürofurz da oben versuchte, eine Lady wie mich, hoch zu zerren. Und PLUMS stand ich plötzlich auf zittrigen Beinen, wie ein junges Fohlen, das die Welt mit erstaunten Augen betrachtet, und heulte. Oh nein, bitte nicht! Ich war doch sonst nie nahe am Wasser gebaut, das fehlte mir gerade noch! „Susan, liebe Susan!“ Etwas unbeholfen tätschelte Louis mir die Schultern, und als er mich nun stützte, weil mir meine Beine nachgeben wollten, sah ich plötzlich das erste Mal so richtig tief in seine blauen Augen. Dieses Blau entwickelte einen Sog, der mich zu verschlingen drohte, und ehe ich mich versah, spürte ich plötzlich einen zärtlichen, sanften, kurzen Kuss auf meinen Lippen. Dann hörte ich, wie seine Stimme sich von mir entfernte und eine schwarze, samtige Stille umhüllte mich.


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Der wilde Stier stand direkt unter meinem Baum. Als wäre das nicht genug, trampelte er auch noch mit dem linken Vorderhuf auf meinen Highheels Marke Cindy Crawford herum! Ich klammerte mich mit aller Kraft an dem dicken Ast fest auf dem ich saß, drei Meter über den spitzen Hörnern, im lila Minirock und mit schwarzen Netzstrümpfen. Die Sonne brannte unbarmherzig nieder, auf die Berge, Tannen und Felsen um mich herum und auf den Stier, dessen Augen gefährlich funkelten. „Suuuusaaan! Was machst du daaa?“


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Ich erblickte meine Freundin Alissa, die sich mit allem Gepäck den steinigen Wanderweg zurückkämpfte. Hinter ihr torkelten noch Claudine, meine Busenfreundin, mit der ich auf Weltreise war, Sophia, die temperamentvolle Spanierin, und meine hübsche Anja, das Berliner Kätzchen. Nun standen sie zu viert am Gatter und starrten sich über die Kuhwiese die Augen aus dem Kopf. „Mein Gott, Susan, der Stier will wohl was von dir!“ Claudine lachte schallend und strich sich mit gespreizten Fingern durch ihren Lockenkopf. „Ja ja, könnt ihr bitte mal den Stier etwas ablenken?“, rief ich zurück immer darauf bedacht, mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. „Susan, das ist doch nur eine Kuh! Die macht dir doch nichts!“ Anja öffnete das Gattertor und marschierte auf goldigen Sneakers mutig auf mich zu. Der Stier drehte langsam den Kopf, und kaum hatte er Anja im Visier, spannte er seine Muskeln unter dem gefleckten Fell und galoppierte mit schwingenden Glocken auf sie zu. Anja kreischte wie ein defektes Nebelhorn eines Ozeandampfers und flüchtete in Todesangst hinter die Umzäunung zurück. „Warum musstest du auch eine Abkürzung nehmen Susan, scheiße, jetzt bin ich noch in einen Kuhfladen


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getreten!“, schimpfte sie und ihre Stimme überschlug sich vor Empörung. Und das an meinem Geburtstag! Heute Morgen als das Telefon klingelte und meine Mädels sich eine Überraschung für mich ausgedacht hatten, konnte ich nicht ahnen, dass das was mit einem tollwütigen Stier zu tun hatte. Ich fing an zu lachen, weil ich immer lachte, wenn mich was überforderte. „Vielleicht hält er dich für eine Kuh und buhlt so um dich!“, meinte Sophia grinsend. „Ich habe eine Idee!“ Sie flüsterte den Mädels was zu, und dann schrien die vier Weiber plötzlich wie verrückt, rissen sich die T-Shirts von den Leibern, wedelten mit ihnen herum und sprangen mit hüpfenden Brüsten den Wanderweg Richtung Berg hoch. Der irritierte Stier gaffte erst affig, löste sich dann aus seiner Erstarrung und trabte erschrocken von dannen. Ich riss mich zusammen, das Adrenalin schoss mir in Strömen durch die Adern und katapultierte mich mit einem Satz auf die Erde runter. Dort sammelte ich meine zertretenen Highheels ein und stürmte los wie eine Langstreckenläuferin. Erst als ich über das Gatter sprang und sicher dahinter landete, wagte ich mich zurückzuschauen. Der Stier war hinter zwei Felsen verschwunden und meine Freundinnen kamen angerannt und lachten Tränen.


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„Du meine Güte, Susan, wie schaffst du das immer?“, grölte Alissa und umarmte mich dabei stürmisch. „Ich mag ja sonst wilde Stiere, aber nur die auf zwei Beinen!“, witzelte ich mit roten, verschwitzten Wangen. 36 Minuten später saßen wir auf einer Kaschmirdecke an einem sprudelnden, eiskalten Gebirgsbach, in dem sich drei Champagnerflaschen vor uns lümmelten. Sophia hatte sich einen Strohhut auf ihren schwarzen, klassischen Bob gesetzt und probierte ein herrliches Grillfeuer zu entfachen. „Und jetzt erzähl uns was vom Gletscherspalt!“ Während wir uns die Bäuche mit Paprika Chips, Speckbrötchen, Nürnberger Würstchen von Anja, Mozzarella-Tomaten-Salat von Alissa, Tapas aus Schinken und Käse von Sophia und Gurken mit einer Tartar Dip Sauce von mir vollschlugen, gab ich meinen Sturz in die Eisspalte zum Besten. „Louis hat dich dann also geküsst! Habt ihr es nachher noch getrieben?“ Das war Claudine mit ihren aufgeweckten, spitzbübischen Augen und den Sommersprossen auf der Nase. „Wenn er auf bewusstlose Frauen steht?“, entgegnete ich schelmisch.


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„Der ist Anwalt, der steht doch nicht auf Leichen!“ Alissa boxte mich freundschaftlich in die Seite. „So tot bin ich auch wieder nicht!“, lachte ich fröhlich und tunkte ein Würstchen in eine Chilisauce. „Und Louis ist mir eh zu brav!“ „Warte es ab, vielleicht steckt hinter seiner Fassade ein wilder Rodeostier!“ Sophia leckte sich genüsslich über die vollen Lippen. „Finde es doch wenigstens heraus!“ „Das musst du Susan nicht zweimal sagen!“, lächelte Anja und entkorkte unter lautem Knall eine Champagnerflasche. Wir füllten die mitgebrachten Plastiksektgläser und prosteten uns zu. „Auf Susan, das verrückteste Weib unter der Sonne, das sogar die Stiere um den Verstand bringt!“ Wir lachten, bis uns die Bäuche schmerzten, und ich musste dringend pissen gehen. Vorsichtig tapste ich barfuß über spitzige Steine hinter eine kleine Ansammlung von Sträuchern, aus dem Blickfeld von Kühen und Menschen und lies mein Höschen runter. Frauen wissen, wie schwierig das Pinkeln im Freien ist! Als wäre ich nicht gefordert genug, hörte ich plötzlich ein Rascheln zwei Sträucher weiter. Dort tauchte wie aus dem Nichts heraus ein Hüne von einem Schweizer Mann auf. Schockiert riss ich mir


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das Höschen hoch und blieb mit den Haaren an einem wilden Brombeerenstrauch hängen. „Mist verfluchter!“, zischelte ich und probierte mir die Dornen von meinem Kopf zu zerren. Der Hüne indessen versorgte sein Prachtsteil (das ich ganz kurz durch eine Strauchlücke entdeckte) in seine Boxershorts. „Oh, hallo Madame. Kann ich Ihnen behilflich sein?“ Beim Pissen oder was? Und bitte helfen Sie mir noch in die Netzstrümpfe! „Nein danke, ich habe nur mein Mobiltelefon verloren!“ „Oh!“, sagte er schon wieder und runzelte die gebräunte Stirn. Sein Gesicht war markant, er hatte Muskeln wohin das Auge reichte und nussbraune, freundliche Augen. „Ich heiße übrigens Ramon!“ Er trat zwei große Schritte auf mich zu und schüttelte mir mit einem starken Händedruck die Hand. „Susan, freut mich!“, entgegnete ich. „Ich muss jetzt nur dringend ein Telefonat erledigen, es geht um Leben und Tod!“ Damit wollte ich ihn eigentlich abwimmeln.


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„Sie dürfen gerne meins benutzen, Susan!“ Mit einem herzgewinnenden Lächeln überreichte er mir sein Telefon und ich rief in der Not meine Mutter an. „Tina, … hallo!“, ich geriet völlig aus dem Atmen. Schwindeln war noch nie meine Stärke gewesen. „Süße, mein Perlchen, wie gefällt es dir so in den Alpen? Ich gratuliere dir zum Geburtstag und wünsche dir alles Glück der Welt und viele Kinder!“ „Räusper … hmmm, … ehm Tina, mich hat ein Stier auf die Hörner genommen!“ Oh Gott, was schwafle ich denn da? Meine Mutter lachte glockenhell auf. „Nennt man DAS jetzt so unter euch Jugendlichen? War er gut? Ich hoffe, du hattest deinen Spaß!“ „Ich stehe noch immer unter Schock!“ Mit zusammengebissenen Lippen riskierte ich einen Seitenblick auf Ramon und sah mit geistigem Auge sein Horn vor mir. Er kratzte sich kurz am mit Stoppeln übersäten Kinn und musterte mich dann eingehend von den nackten Füßen bis zu dem Brombeerblatt in meinen Haaren.


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„Wow, das muss ja ein Hammerkerl sein! Dann will ich dich nicht mehr stören Süße, und immer schön dran bleiben am Ball, gell! Ich habe nämlich gerade das zweite Babystrickjäckchen fertig gestrickt!“ Susan! Ruhig ein und aus atmen! Denk an was Schönes, denk an einen warmen Schokoladenkuchen mit einem Sahnehäubchen oben drauf. Ich beendete das Gespräch und gab Ramon sein Mobiltelefon zurück. „Tut mir leid, ich muss jetzt wirklich ganz dringend …“, mit diesen Worten ließ ich den verdutzten Hünen stehen und eilte keuchend zu meinen Freundinnen zurück.


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Ich pisste mir gleich in die Hose vor Angst. Ich saß eingequetscht neben einem Bierbauch und einer molligen Alten und hätte am liebsten ein Gebet runter geleiert, wenn ich denn eines könnte! Es ruckelte, ziemlich oft sogar und … aaaaah, jetzt fielen wir auch noch! Ein lautes Stöhnen fegte über meine Lippen wie der Luftzug über die Landeklappen des Fliegers, während ich bereits die schmale Linie der Landebahn unter uns erkennen konnte! Wunderbar, die Quote, dass ich hier noch heil runter kam, stieg von Sekunde zu Sekunde. Panik pur hatte ich erlebt, geschüttelt und gerührt, jedoch ohne Cocktailkirsche oder aufgespießter Olive. Und das alles wegen einer dämlichen Wette zwischen mir und meinem Anwaltskumpel Louis!


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Er wusste dass ich Fische hasste! Ich hasste ihre Flossen, die Glupschaugen, die Schuppen, Kiemen und diesen schrecklichen Geruch! Und wo konnte man den elendsten Fisch essen? In einem heruntergekommenen Fisch- und Chips-Restaurant im Stadtkern von London, umgeben von Abgasen, noch schrägeren Vögeln als mir selbst, Wurstverkäufern und Möchtegern-Models. „Susan, wenn du dieses Wochenende nach London fliegst und dir ein Fish and Chips Menü rein schiebst, spendiere ich dir ein Jahr lang ein Gourmet Sandwich gratis zum Mittagessen!“ Louis lachte sein helles, ansteckendes Lachen und schaute mich aus himmelblauen Augen fragend über den Rand seiner Kaffeetasse hinweg an. „Fisch!“, ich kotzte das Wort aus und rümpfte meine mit Sommersprossen übersäte Nase. „Du bist dir darüber im Klaren, dass du dadurch die wunderbarste Sekretärin der Welt umbringen wirst, LOUIS?“ Ich stand auf in meinem hellblauen Spitzenminirock und stöckelte auf meinen Highheels zu seinem Schreibtisch und setzte mich auf den Rand vor ihn hin, die Beine züchtig übereinander geschlungen. Am liebsten hätte ich sie jedoch breitgemacht, so kurz vor dem Eisprung war ich immer scharf wie eine Rasierklinge. „So schnell bringt dich doch nichts um, liebe Susan!


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Denk an den Gletscherspalt!“ Während er lachte, sah ich, wie sein Blick meine Rundungen streichelte. Ich liebe die Macht, die wir Frauen haben. Das Spiel mit dem Feuer am Rande des Abgrunds der Leidenschaft. Hätte ich jetzt mindestens einen Drink intus und säßen Louis und ich alleine in diesem Büro, ich hätte ihn auf der Stelle vernascht! Ganz so langweilig schien er mir nämlich nicht zu sein hinter seiner Krawatten und weißen Hemden Fassade. „Okay, ein Jahr lang ein *****-Sterne Sandwich gratis, wenn ich dieses Weekend über den Teich fliege und im Großstadtmief einen wehrlosen Fisch verdrücke!“ „Ja. Doch ich will Beweise! Einen Videoausschnitt von deiner Mahlzeit plus eine Karte aus London!“ „Abgemacht!“ „Abgemacht.“ Wir schlugen die Hände zum give me five aufeinander. Einen Tag und sieben Stunden später kniete ich nun neben einer Parkbank im Hyde Park und kotzte mir die Seele aus dem Leibe. Mein Bauch rebellierte, und ich hatte die leise Ahnung, dass der Fisch vergiftet gewesen sein musste! Auch das noch! Nebst dem Tod durch einen Haibiss, dem Ertrinken in der Aare, oder dem Freifall mitten in einen dämlichen Gletscherspalt, dem Aufgespießt werden auf Stierhörnern, konnte ich nun auch noch das Sterben an vergiftetem Fisch zu meinen Todesursachen auflisten. Also nicht, dass ich tot wäre oder so, aber


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Frau macht sich halt noch während des Kotzens Gedanken. Louis wird was erleben! „Can i help you?“ Eine junge Frau mit wasserstoffblonder Mähne und Militärstiefeln an nackten Beinen schaute mich durch eine süßliche Nebelwolke hindurch fragend an. Ich wischte mir indes mit dem Handrücken über die brennenden Lippen und drückte ihr meine Kamera in die hageren Hände. „Can you film me?“ Sie starrte verblüfft auf mich nieder, murmelte „You’re crazy!“ und drückte auf die Playtaste, während die nächste Fischwelle über mich hinweg schwappte. „Oh my god!“ Sie ließ die Kamera auf die Parkbank sinken und düste mit ihrer Haschzigarette davon. Ich hörte Hufgetrampel und blickte auf, direkt in die Augen eines sabbernden Pferdes und die eines Polizisten, der in Uniform auf dem Gaul thronte als wäre er Prince Charles persönlich. Er verdonnerte mich mit einer Mine, die einen höhlengereiften Emmentaler Käse die Löcher hätte zusammenziehen können, zu einer horrenden Buße. Abends saß ich einsam und verlassen auf meinem Hotelbett und nervte mich über die drei dicken Kissen unter meinem Kopf. Wie konnten die Engländer bloß so hochgepolstert schlafen? Ich hätte am nächsten Morgen


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Genickstarre, wenn ich nicht gleich ein paar unters Bett schmeißen würde. Mein Magen schmerzte ein bisschen weniger, nachdem ich die Schnapsfläschchen aus der Minibar geplündert hatte. Bald darauf fiel ich in einen wohltuenden Schlaf und träumte von einer Horde nackter Fischer, die mir mit wippenden Ruten am Strand nachliefen und mir ihre Fische zeigen wollten.


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Autorenvita Conny Berger wurde am 22.05.1977 in der Schweiz geboren, lebte in ihrer Kindheit jedoch auch in London ... und für einige Jahre in Papua New Guinea, was ihr Leben sehr prägte. Sie ist ein Freigeist und eine fröhliche Persönlichkeit, die das Schreiben genau so liebt ... wie ein himmlisches Stück Schokolade. Während ihrer Ausbildung zur Bankangestellten absolvierte sie ein zweijähriges Belletristik-Studium an der Axel Anderson Akademie in Hamburg. In der Bank arbeitete sie, bis ihre zwei Söhne, die sie über alles liebt, zur Welt kamen. Jetzt lebt sie mit ihrer Familie in „dem kleinen Venedig“ und der bezaubernden Stadt Thun/Schweiz und teilt ihr Hobby, das Schreiben, mit der Arbeit in einer wundervollen Confiserie. Das größte Kompliment für sie ist, wenn sie den Lesern ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Im Internet ist sie auf der Autorinnenpage www.susansix.webnode.com mit ihrer Buch-Neuerscheinung zu erreichen.


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Verlagswort Wir freuen uns sehr, dass wir für die neue Autorin, Conny Berger, den Traum vom eigenen Buch/eBook Wirklichkeit werden lassen konnten und bedanken uns herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen sowie das größte Gut einer Schreibenden – das Manuskript, welcher Idee durch dieses Buch nun Leben eingehaucht wurde. "Das Chaos trägt Highheels" ist spritziger Humor mit Spaßgarantie, Spannung in charmanten Häppchen und Abenteuer der Gefühle. Sozusagen ein wörtliches Überraschungsei, das weit mehr ist, als nur Schokolade zum Frühstück. 34 Episoden voller weiblicher Inspiration und den Wunschfeeds: Männer, scharfe Autos, coole Designer-Klamotten, geile Highheels, und natürlich Sex, unserem Thema Nummer eins. Susan Six als witzig wortgewandte Chaotin, findet immer einen (Aus)weg aus dem Dilemma der Männerwelt, die ihr scharenweise zu Füßen liegt. Wäre da nicht Mum, die sich regelrecht danach verzehrt, ihren Wunsch nach einem Baby für Susan, durchzusetzen. Six & the city wäre wohl die perfekte Bezeichnung, die auf die Kolumne der hübschen Blondine zutrifft. Mit den Waffen einer Frau trifft Susan Six nicht nur die Mafia, sondern auch ins Herz des männlichen Lesers, sofern dieser das Buch vor seiner Süßen rechtzeitig in Sicherheit bringen und wohlbehütet aufbewahren kann. Deshalb der Tipp: Diese Lektüre bitte gleich doppelt zu kaufen und einem gemeinsamen Leseabend steht nichts mehr im Wege :) Schlemmen Sie ruhig und kalorienarm mit, und gönnen Sie sich ein wahrhaft buchstäbliches Sahneschnittchen ... Vielen Dank für den Erwerb von diesem Buch/eBook Ihr Leseinteresse wecken durften, auch im Namen der Autorin Conny Berger. "Das Chaos trägt Highheels" - ist als Buch und als eBook erhältlich. Das Buch ist im Buchhandel unter der ISBN 978-3940119-57-5 für 14,95 € zu beziehen - bei der Autorin und beim Verlag art of arts. Das eBook ISBN 978-3-940119-58-2 ist für 8,95 € erhältlich, z.B. im Verlagsbuchshop: www.artofbookshop.com


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Verlagsbuchprogramm – Bücher & eBooks bisher erschienen seit 2006 bis 2010

Bücher der art of books collection art of words - Band 1 art of mind - Band 2 art of heart - Band 3 art of mystery - Band 4 art of man – Band 5 art of women – Band 6 art of poetry – Band 7 art of xmas – Band 8 art of kids - Band 9 art of erotica – SoBand 1 art of crime – SoBand 2 art of live – SoBand 3

Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch Buch

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Bücher einzelner Autoren / Autorinnen Das Zauberwort DAS Die wahnw. m. Geschenkefibel Ohnemilch / Agent 0815 Perfekt – Defekt Unglaubliches unter uns GPS-Millionenjagd ourStory geDANKE ... be your reality Erdennebel in eisblau ourStory2 Die Rose des Todes Impulse Wechselhaft heiter bis wolkig Unselbst Alltägliches Allerlei Prophetische Spiritualitäten Im Eifer des Geschlechts Der Stein der Elemente

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Lebens-Quelle Energyflow Pad 2er Set - Wortschwingung Danke Munchyboyz Audio CD - B.Fresh mp3 - "sexlovepain" Promo-Album SURVIVE – exclusiver Song zu art of live - by all-u-can-eat-production

Die Schlange des Regenbogens Blutige Leckerbissen 60 Jahre. Der private Schnüffler 222 Gedichte Hommage Die (un)Erträglichkeit des Seins 6 vor 12 Streiflichter Die sieben Epochen der Poesie Prinzessin Emma Auf ein Wort Bewusstsein und Logik Lebensblüten gel(i)ebte Poesie Von Männern, Mädchen, Löwen ... 2012 ... das Buch Ende gut, alles gut Ich kann mehr als nur ... Feta Prinzessin Emma - 2 Das Chaos trägt Highheels

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… dieses Werk besteht aus 269 Seiten, 44.122 Wörtern, 279.218 Zeichen. "Das Chaos trägt Highheels", von Conny Berger, die ihre Worte, durch dieses eBook der Öffentlichkeit präsentiert. Der Text ist urheberrechtlich geschützt - 2011 (c) Conny Berger. Beitrag gemäß der neuen Deutschen Rechtschreibung. Für Druckfehler keine Haftung.



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