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Erker

Jahrgang 28 - Dezember 2016

Italienische Post AG – Versand im Postabonnement Einzelnummer 0,75 Euro G.D. 353/2003 (abgeändert in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1,1 - Fil. Bozen - Postgebühr bar bezahlt - I.P.

Monatszeitschrift für das südliche Wipptal - Mensile per l’Alta Val d’Isarco

Berglandwirtschaft im Wandel Im Gespräch mit Landesrat Arnold Schuler

POLITIK I Wiedervereintes Edelweiß WEIHNACHTSGESCHICHTE I Goldnes Blatt vom Himmelsbaum SPORT I Wintersportler in den Startlöchern


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EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

BERGLANDWIRTSCHAFT IM WANDEL I 24 Seit jeher ist das Wipptal stark von der Landwirtschaft geprägt. Zurzeit befindet sie sich aber in einer schwierigen Umbruchphase. Welchen Herausforderungen müssen sich die Bauern in Zeiten der Globalisierung stellen und welche Chancen bieten sich? Landesrat Arnold Schuler im Erker-Gespräch. POLITIK

Wiedervereintes Edelweiß I 8 WIRTSCHAFT

Wipptaler Baubarometer 2015 I 12 TOURISMUS

Im Gespräch mit HGV-Gebietsobmann Hermann Gögl I 32 WEIHNACHTSGESCHICHTE

Goldnes Blatt vom Himmelsbaum I 60 STERZINGER EHRENBÜRGER

Bürgermeister Franz Aigner I 76 SPORT

Wintersportler in den Startlöchern I 96 CULTURA

Sollecitare un tavolo?! I 89 WIPPTAL

Un altro anno di sofferenza per i ghiacciai della Val Ridanna I 89 SPORT

Calcio in Alta Val d’Isarco I 90 Weihnachten & Neujahr I 60 - 71

Leserbriefe I 4 Rechtsfragen I 18 Aus der Seelsorgeeinheit I 51 Unter die Lupe genommen I 64 Woher stammt der Name? I 80 Gesundheit I 104 Sumserin I 106 Leute I 106

Rezept I 107 Unterhaltung I 108 Jahrestage I 110 Veranstaltungen I 114 Kleinanzeiger I 116 Gemeinden I 118 Impressum I 118 Vor 100 Jahren I 119

„Die im Dunkeln sieht man nicht“ schreibt Brecht. Den völlig daneben liegenden Umfrageinstituten mag dies eine willkommene Ausrede sein. Ansonsten sind diese Zeiten, Gott sei Dank, lange schon vorbei. In den vergangenen Wochen hat es jedenfalls ordentlich getrumpelt. Der Populismus hat Hochkonjunktur. Das Wahlvolk misstraut dem Establishment, fühlt sich nicht mehr vertreten. Die repräsentative Demokratie ist an einem Scheideweg angelangt. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ titelte gar „Das Ende der Welt (Wie wir sie kennen)“ und schreibt von weitreichenden Auswirkungen von Trumps Wahl auf Europa. Denn auch hier sind Rechtspopulisten allerorts im Aufwind. Die „Trommler“, um ein weiteres Mal mit Brecht zu sprechen, schießen Ängste schürend geradezu wie Pilze aus dem Boden. Rassistische Parolen werden salonfähig. Der trumpelnde Wahlsieg, den die „schweigende Masse“ bewirkt und so einen Polterer erster Klasse in das höchste amerikanische Amt gehievt hat, weil sie sich eine Veränderung wünscht, ohne zu wissen, was da kommen mag, beflügelt nun wohl auch die vielen Salvinis, Straches, Petrys, Wilders, Le Pens, Farages’, Kaczynskis, Orbans und wie sie alle heißen mögen. Von den vielen Erdogans an den europäischen Außengrenzen ganz zu schweigen. Im „christlichen“ Abendland hat die von vielen als überbordend empfundene Herbergsuche von Abertausenden Gestrandeten die Politik an ihre Grenzen und zu Veränderungen geführt, die vor wenigen Jahren in diesem Ausmaß nicht denkbar gewesen wären. Gerade zur Weihnachtszeit – natürlich nicht nur da – sollten wir das biblische Bild der Herbergsuche neu deuten. Mit schwarz-weiß-malerischen und demagogischen Sprüchen, die unaufhaltsam die Stammtische erobern, treiben wir nichts als eine immer größere Kluft in unsere Gesellschaft. Mit unabsehbaren Folgen. Die Politik muss Antworten geben, glaubhafte, unabhängig jedweder Parteiräson, sonst implodiert irgendwann auch in Europa das politische System, das in den vergangenen 70 Jahren für Frieden und Wohlstand gesorgt hat. Dessen sollten wir uns besinnen. Weihnachten ist ein guter Zeitpunkt dafür. Geneigte Leserinnen und Leser, geschätzte Kunden, Ihnen allen wünschen wir eine friedvolle Weihnachtszeit, rutschen Sie gut hinein in das Neue Jahr und – bleiben Sie uns gewogen.

Nächster Redaktionsschluss: 15.12.2016 Erker 12 I 16

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LESERBRIEFE

KVW Frauen bringen Licht in die Adventszeit Mit dem Reinerlös aus dem Verkauf von Handarbeitssachen im September haben die KVW Frauen sieben bedürftige Familien im Wipptal mit einem Gutschein für Lebensmittel in Höhe von je 200 Euro unterstützt. Für die Erdbebenopfer in Amatrice spendeten wir 400 Euro. Der Reinerlös vom Preiswatten Ende Oktober fließt einem Jugendprojekt an der Mittelschule zu. Wir möchten uns bei all jenen

ganz herzlich bedanken, die uns Handarbeitssachen zur Verfügung

gestellt haben. Auch im nächsten Jahr wird diese Aktion weitergeführt. Die KVW Frauen

Verschleiernde Nicht-Nachricht Gut für Schlanders und für den ganzen Vinschgau! Doch muss die Rettung der dortigen Geburtenabteilung von der Landesregierung mit solchem Getöse und abgesehen davon, mit den leider üblichen Verantwortungs-Abschiebungen kundgetan werden? Dass Schlanders gerettet ist, steht fest, seit feststeht, dass Sterzing geopfert wird. Und dieser Beschluss ist bald ein halbes Jahr alt. Somit ist die Meldung keine Nachricht mehr. Sie bringt nichts, was nicht schon bekannt gewesen wäre. Was an der Erfolgsmeldung aber bedenklicher ist: Sie tut so, als habe man bis gestern auf eine Entscheidung Roms gewartet. Rom hat gar nichts entschieden. Die so genannte Geburten-Kommission im Gesundheitsministerium hat zur Kenntnis genommen und ihr Okay gegeben zu etwas, was in Bozen beschlossen worden ist. Es ist bedauerlich und Verwirrung stiftend, dass die Landesregierung in der Geburtenabteilungsfrage weiterhin so tut, als wäre Rom schuld an der Schließung von Innichen und Sterzing.

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Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hat wiederholt erklärt, es liegt in der Zuständigkeit der Autonomen Provinz Bozen, welche und wie viele Geburtenabteilungen das Land sich leisten will. Die Schließung von Sterzing wurde vom Land ausdrücklich begründet mit der Notwendigkeit, Schlanders zu erhalten. Das Ministerium hat diesem Wunsch stattgegeben. Jetzt so zu tun (wie der Landeshauptmann und der Bezirkspräsident des Vinschgaues tun), dass sie die „Entscheidung“ Roms für Schlanders emphatisch begrüßen, ist schlicht opportunistischer Autonomieverzicht: Das böse Rom hat uns die Geburtenstationen von Innichen und Sterzing genommen und jetzt Gott sei Dank mindestens Schlanders zugestanden. Das stimmt nicht. Über richtig oder falsch lässt sich streiten. Unstrittig aber ist: Es sind die Südtiroler Landesregierung und ihr Sanitätsbetrieb, die es in ihrer Autonomie so wollten. Florian Kronbichler, Parlamentsabgeordneter Grüne/SEL


AKTUELL

SANIERUNG DER LANDESSTRASSE BEI RITZAIL

Im Rahmen des EU-Förderprogrammes „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung EFRE 2014 – 2020“ wird das Bachbett des Eisacks in Sterzing auf einer Länge von rund 350 m aufgeweitet und eingetieft, um ein Jahrhundert-Hochwasser schadlos abzuführen; es ist dies die Pegelhöhe oder Abflussmenge eines Gewäs-

sers, die im statistischen Mittel einmal alle 100 Jahre erreicht oder überschritten wird. Durch die Verbauung soll Siedlungs- und Wirtschaftsraum im Sterzinger Talboden erhalten und nachhaltig gesichert werden.

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie werden gleichzeitig mit dem Hochwasserschutz auch ökologische Belange berücksichtigt, indem die Bachsohlenstruktur verbessert wird. Durch die innerstädtische Lage des Projektes sind Aspekte der Freizeitnutzung von großer Bedeutung; sie werden durch die Verbesserung der Zugänglichkeit zum Gewässer berücksichtigt, etwa durch die Schaffung von lokalen Uferaufweitungen. Besondere Herausforderungen bilden die geringe Grund- und Platzverfügbarkeit für die Baustellenlogistik, die klimatisch bedingten relativ kurzen Bauphasen sowie der hohe Grundwasserstand im Umfeld der Baustelle. Das Projekt wird von Amtsdirektor Alexander Pramstraller als Bauleiter, Ingenieur Jürgen Schäfer als statischem Bauleiter und dem Bautrupp unter der Führung von Vorarbeiter Otto Gruber umgesetzt.

Die Landesstraße 77 in der Ortschaft Ritzail in der Nähe von Mauls wird auf einem Abschnitt von rund 2 km saniert. Auf mehreren Teilstücken wird die Straße auf der Talseite durch neue Stahl- und Betonelemente besser befestigt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Geplant ist eine umfassende Sanierung mit Stützkonstruktion aus Stahl und einer Stützmauer. Die Arbeiten wurden am 7. November übergeben und sollen 210 Tage dauern. Da die Arbeiten in den Wintermonaten stillstehen, ist das Bauende für Sommer 2017 geplant. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf eine Million Euro. Während der Arbeiten wird die Straße für den Verkehr gesperrt, und zwar von 8.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr. Wenn es die Arbeiten erlauben, werden von Zeit zu Zeit Fahrzeuge auch während der Bauphase an der Baustelle vorbeigelotst. Mit längeren Wartezeiten ist jedoch zu rechnen.

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© LPA

Arbeiten am Eisack

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AKTUELL

BRENNER

Flüchtlingszahlen rückläufig

„Die aktuellen Zahlen der österreichischen Polizei liegen in etwa bei einem Zehntel im Vergleich zu Tagen mit vielen Bewegungen im Vorjahr“, so Critelli. Der Rückgang sei auf die stärkeren Kontrollen durch die italienische Polizei zurückzuführen, was auch von österreichischer Seite anerkannt werde. „In den Wintermonaten sind die Ankünfte in Süditalien in der Regel geringer, somit dürfte mit keiner Zunahme zu rechnen sein“, prognostiziert Critelli. Dennoch will Österreich die Kontrollintensität am Brenner erneut erhöhen, wie der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter angekündigt hat. Grund dafür seien die aktuellen Zahlen illegal Aufgegriffener in Grenznähe. Im Gegensatz zu Abteilungsdirektor Critelli

© Martin Schaller

„Die Zahlen, auch jene der österreichischen Polizei, zeigen, dass es einen sehr deutlichen Rückgang der Flüchtlingsbewegungen am Brenner gegeben hat“, teilt Luca Critelli, Direktor der Landesabteilung Soziales, auf Anfrage des Erker mit. Dennoch will Österreich die Kontrollintensität erhöhen.

Österreich will die Kontrollintensität im Grenzgebiet erhöhen.

rechnet Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac damit, dass der Druck für ein Grenzmanagement am Brenner in den nächsten Monaten größer werde. Im Herbst seien die Aufgriffe im Grenzraum wieder auf 20 bis 40 Personen pro Tag angestiegen. Dabei handle es sich nur zu einem geringen Teil um Kriegsflüchtlinge, sondern meist um Flüchtlinge aus afrikani-

TED

> Ergebnis November

Nehmen Sie am Verfassungsreferendum teil? > Die Dezember-Frage

Fahren Sie über Weihnachten in den Urlaub? 6

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Stimmen Sie ab auf www.dererker.it!


schen Ländern wie Nigeria, Marokko, Somalia, Gambia und Eritrea bzw. aus Pakistan und Afghanistan. Tomac geht davon aus, dass in Italien heuer die Obergrenze von 200.000 Anlandungen erreicht wird. Im vergangenen Jahr waren es noch 153.000. Wie das österreichische Innenministerium mitteilt, wurden heuer bis Anfang

November in ganz Österreich rund 45.000 illegale Migranten aufgegriffen, davon 10.242 allein in Nordtirol. Die meisten davon werden von den österreichischen Behörden in jenes Land, aus dem sie eingereist sind, zurückgebracht. Unterdessen haben die europäischen Handelsminister im November eine Verlängerung der Grenzkontrollen von Österreich, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen zu anderen EU-Ländern bis Mitte Februar erlaubt. Die Fortsetzung der Grenzkontrollen muss von den Staaten begründet werden. Zudem sind sie verpflichtet, der EU jeden Monat einen Bericht über die durchgeführten Kontrollen und deren Notwendigkeit vorzulegen. Ungarn und Griechenland haben die Entscheidung kritisiert, da sich ihrer Meinung nach die Flüchtlingskrise beruhigt habe und Kontrollen im Schengenraum nicht mehr notwendig seien. Im Fall von Österreich dürfen die Kontrollen an den Grenzen zu Ungarn und Slowenien fortgesetzt werden, für Kontrollen am Brenner gibt es aber keine Genehmigung der EU. sst

FUGGERROPPE

Lieabes Chrischtkindl! I winsch, dass du mir zi Weihnachtn a „ Wu n d e r t ü t e “ untern Chrischtbam legsch.


POLITIK

Wiedervereintes Edelweiß

Friede, Freude, Eierkuchen: Die Funktionäre des SVP-Bezirks Wipptal mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und SVP-Obmann Philipp Achammer

Fast alle Wipptaler SVP-Ortsgruppen haben sich Mitte November mehrheitlich für die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit Landespartei und Landesregierung entschieden. Die Ortsausschusswahlen sollen im Frühjahr nachgeholt werden. Als die Landesregierung im Juli die Schließung der Geburtenabteilung am Krankenhaus Sterzing beschlossen hat, sah sich der SVP-Bezirk Wipptal gezwungen, die Zusammenarbeit mit Landespartei und Landesregierung auf Eis zu legen, keine Parteikärtchen mehr einzusammeln, an keinen Parteisitzungen in Bozen mehr teilzunehmen, den Kontakt abzubrechen. Ende Oktober wurden in Bozen Forderungen deponiert und Verhandlungen aufgenommen. An der landesweiten Wahl der SVP-Ortsausschüsse am 13. November beteiligte sich das Wipptal nicht. Einen Tag nach der Wahl trafen sich rund 50 Wipptaler SVP-Funktionäre im Vereinshaus von Gasteig zur Bezirksausschusssitzung, um die Verhandlungsergebnisse zu bewerten und über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Anwesend waren auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und SVP-Obmann Philipp Achammer, „um die Zusagen zu untermauern und die Ergebnisse zu begründen“, wie SVP-Bezirksobmann Karl Polig erklärt. 15 von 18 anwesenden Ortsgruppen – einige seien entschuldigt

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abwesend gewesen – haben sich nach der Bewertung der Ergebnisse für die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit Landespartei und Landesregierung entschieden. „Drei Ortsgruppen haben sich enthalten: Gasteig, Ridnaun und Gossensaß. Gegenstimmen gab es keine“, so Polig. Wie berichtet (Erker 08/16), sind die Ortsgruppen von Innerratschings und Innerpflersch im Juli zurückgetreten, somit haben auch keine Ortsgruppenfunktionäre an der Bezirksausschusssitzung teilgenommen. „Unsere Parteiarbeit ruht nach wie vor“, so der ehemalige Ortsobmann von Innerpflersch, Christian Aukenthaler. Bezirksobmann Polig hat angekündigt, mit den ehemaligen Funktionären, aber auch mit anderen Interessierten in Innerratschings und Innerpflersch Gespräche aufzunehmen, um die Ortsgruppen zu reaktivieren bzw. neu zu gründen und auch dort im Frühjahr Wahlen durchzuführen. DIE „ZUCKERLEN“ Der Bezirkssitzung vorausgegangen waren wochenlange Diskussionen um Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung des Krankenhausstandortes Sterzing im Zuge der geplanten Gesundheitsreform. Nach vierstündigen Beratungen einigten sich die Bezirksvertreter mit Landeshauptmann und Parteiobmann auf 15 verschiedene Maßnahmen, u. a. auf die Aufrechterhaltung als Akut-Krankenhaus mit


den kleinen Spitälern. „Im Landesgesundheitsplan ist das Prinzip ‚Ein Krankenhaus – zwei Standorte’ festgeschrieben. Damit sind wir nicht einverstanden“, so Polig. Zugesichert sei, dass zumindest ein Departement-Leiter am Krankenhaus Sterzing bleibt – bestätigt wurde Medizin-Primar Othmar Bernhart –, der aber auch für das Krankenhaus Brixen zuständig sein wird. „Nun werden auf Parteiebene weitere Verhandlungen geführt, mit dem Ziel, dass in allen Kleinspitälern zumindest in den Grunddisziplinen Chirurgie und Anästenzen, die pädiatrische Versorgung thesie eigene Primariate bestehen durch das Krankenhaus sowie den bleiben“, so Polig. Sicher sei, dass Ausbau der Neuroreha. wenigstens bis zum Vertragsende Ein Knackpunkt, der vorerst aus- bzw. zur Pensionierung die bestegeklammert wurde, bleibt die Auf- henden Primariate in den Kleinspirechterhaltung der Primariate an tälern erhalten bleiben. Angesprochen worden seien auch andere beDIE WICHTIGSTEN ZUSAGEN zirksrelevante Themen, wie etwa der Verkehr. • Im Landesgesundheitsplan bzw. im dort einDie Ortsausschusswahfließenden Leistungsprofil für das Krankenhaus len werden in jedem Fall Sterzing wird jenes als Akut-Krankenhaus unter nachgeholt, aller Wahrweiterhin eigenständiger ärztlicher Leitung festscheinlichkeit nach im geschrieben. Frühjahr. Wahltermin sei • Die „Betreuung rund um die Geburt“ soll stanoch keiner festgesetzt bilisiert und so optimal wie möglich ausgebaut worden. werden. Die ambulante Vor- und Nachsorge für Landeshauptmann KomSchwangere und Mütter soll in Sterzing attraktiv patscher und Parteiobgestaltet werden, damit die Wipptalerinnen jene mann Achammer zeigauch vor Ort in Anspruch nehmen. ten sich nach der klären• Hebammen rotieren zwischen den Krankenhäuden Aussprache und dem sern Sterzing und Brixen, um ihre Kompetenzen Beschluss zur Wiederaufbestmöglich zu festigen und auszubauen. nahme der Zusammenar• Durch zusätzliche Kompetenzen wird der Fortbebeit zufrieden. stand der Abteilung Gynäkologie am KrankenKarl Polig möchte nun haus Sterzing sichergestellt. So sollen chirurginach vorne schauen und sche Eingriffe aus dem gesamten Gesundheitsbehofft, dass den erteilten zirk Brixen künftig in Sterzing durchgeführt werZusagen auch Taten folden (ausgenommen hochkomplexe Eingriffe, die gen. „Für das Wipptal an spezialisierten Kliniken durchgeführt werden). und unsere Bevölke• Die pädiatrische Versorgung für den ganzen Berung ist die gesetzliche Sicherung und Weiterzirk (somit auch für das Territorium) übernimmt entwicklung des Kranweiterhin das Krankenhaus, wodurch die Abteikenhausstandortes als lung Pädiatrie weiterhin ihre BestandsberechtiAkutkrankenhaus mit eigung erhält. nem 24-Stunden-Bereit• An der Abteilung für Innere Medizin wird die onschaftsdienst vordringkologische Nachbetreuung, etwa Chemotheralich. Die Sanität ist im Bepie, auch in Zukunft in Sterzing angeboten, um zirk seit jeher ein wichtieinen Transport der schwerkranken Patienten ges Thema und wird es nach Brixen zu vermeiden. auch künftig bleiben“, ist • Die Umsetzung des Erweiterungsbeschlusses zur Polig überzeugt. Neuroreha wird garantiert. sst eigenständiger ärztlicher Leitung, die Sicherung der Abteilung Gynäkologie durch zusätzliche Kompe-

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AKTUELL

Geburtshilfe: Hauptverhandlung im Februar „Gehofft, gekämpft, verloren“ – diesen Spruch, der meist auf Partezetteln oder Andenkenbildern zu lesen ist, fand Krankenhausseelsorger Pater Meinrad Gasser am Abend des 31. Oktober passend für die Abschiedsfeier zur Schließung der Sterzinger Geburtshilfe in der Krankenhauskapelle. Seitdem pendeln werdende Mütter aus dem Wipptal für die Entbindung nach Brixen, während die Hauptverhandlung zum von den Gemeinden Sterzing und Freienfeld eingereichten Rekurs gegen den Schließungsbeschluss für 22. Februar angesetzt worden ist. In einem kurzen Wortgottesdienst, an dem das Team der Mutter-Kind-Abteilung sowie weitere Mitarbeiter des Krankenhauses, Mitglieder der Initiativgruppe „Pro Krankenhaus Sterzing“, einige Bürger und Gemeindevertreter teilnahmen, lobte Pater Meinrad den Einsatz, die Hingabe und die fachliche sowie soziale Kompetenz der Geburtshilfe-Mitarbeiter und bedauerte die Schließung der Abteilung. „Dass es nun vorbei ist, liegt nicht an uns“, so Pater Meinrad. Er überreichte an Hebamme und Pflegekoordinatorin Sabine Nitz und an Gynäkologie-Primar Prof. Albrecht Giuliani, der die Abteilung mit 1. November verlassen hat,

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In der Krankenhauskapelle wurde eine kleine Abschiedsfeier zur Schließung der Geburtshilfe veranstaltet.

eine runde Kerze als Symbol für die Abteilung, die „rund um funktioniert hat, die sich als runde Sache ins Mosaik des gesamten Krankenhauses eingefügt hat“. Auch an Primar Dr. Franz Ploner, den ärztlichen Leiter des Krankenhauses, richtete Pater Meinrad seinen Dank und überreichte auch ihm eine Kerze mit den Worten: „Mögest du weiterhin die noch verbliebenen Mosaiksteine des Krankenhauses zu einem funktionierenden Ganzen fügen.“ Koordinatorin Nitz bedankte sich im Namen der Belegschaft bei Primar Giuliani für die gemeinsamen Jahre. „Das, was wir gemeinsam aufgebaut und gelernt haben, möchten wir nun weitertragen und weiterentwickeln“, so Nitz. Als „unfassbar“ und eine „Fehlentwicklung in der Medizin“ be-

schrieb Dr. Ploner den Beschluss der Landesregierung, die Geburtenabteilung zu schließen. Er freute sich, bei der Abschiedsfeier auch den Parlamentsabgeordneten Florian Kronbichler (Grüne/SEL), den Landtagsabgeordneten Hans Heiss (Grüne), den ehemaligen Präsidenten des Landesgerichts Bozen Carlo Bruccoleri und vor allem den ehemaligen Bezirksdirektor des Gesundheitsbezirks Brixen, Siegfried Gatscher, begrüßen zu dürfen. Auch Dr. Ploner dankte den Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz und wünschte ihnen Hoffnung und Mut, trotz widriger Rahmenbedingungen das gemeinsame Ziel, nämlich „für andere da zu sein“, weiterhin zu verfolgen und gemeinsam mit der Brixner Abteilung neue Wege in der Geburtshilfe zu gehen.

Auch der ehemalige Bezirksdirektor Siegfried Gatscher, der vor rund einem Jahr den Ruhestand angetreten hatte, richtete Grußworte an die Anwesenden. „Die Sterzinger Geburtshilfe hat mir immer Freude bereitet und hat nicht nur ihr Plan-Soll stets erfüllt, sondern konnte auch immer eine sehr hohe Patientenzufriedenheit vorweisen. Die hohe Kompetenz, Empathie und Freundlichkeit wurde in Patientenbefragungen immer wieder hervorgehoben“, so Gatscher. Er wünschte dem Team die Kraft und den Mut, gemeinsam mit der Brixner Abteilung neue Nischen zu finden und auszufüllen, neue Standards zu entwickeln und zu neuen Ufern aufzubrechen. Als „Tag der Schande für Südtirols Landespolitik“ bezeichnete der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, den offiziellen Schlusstag für die Sterzinger Geburtenstation. Er unterstrich, dass gerade die Sterzinger Geburtenstation keineswegs hätte geschlossen werden müssen, weder aufgrund der Vorgaben des Ministeriums in Rom noch aufgrund von Mängeln, fehlendem Personal oder gar schlechter Standards. „Es war und ist politischer Wille der Südtiroler Landesregierung, die Krankenhäuser Innichen und Sterzing auszubluten, beginnend beim Aus für die Geburtenabteilungen“, so Pöder. Im Landtag hat er einen Ge-


„EIGENSTÄNDIGE KRANKENHÄUSER BALD GESCHICHTE“

setzentwurf eingebracht, mit dem die Geburtenabteilungen in allen sieben öffentlichen Südtiroler Krankenhäusern zum Grundversorgungsangebot erklärt werden sollen. Dieser ist jedoch im IV Gesetzgebungsausschuss mit drei Ja-Stimmen (Pöder, Riccardo Dello Sbarba, Grüne, und Walter Blaas, Freiheitliche) und vier Gegenstimmen (Oswald Schiefer, Veronika Stirner, Magdalena Amhof und Helmuth Renzler, SVP) abgelehnt worden. Die Geburtenstation Schlanders kann mittlerweile aufatmen. Ende November hat die staatliche Geburtenkommission die Ausnahmeregelung gutgeheißen – laut Landeshauptmann Arno Kompatscher sogar „einstimmig“. Obwohl die Station nur 350 von mindestens 500 Geburten pro Jahr erreicht, darf sie aufgrund der Größe des Einzugsgebietes und der Entfernung zu Meran weiterhin offen bleiben. Nach wie vor schwierig sei aber die Personaldeckung. Die 24-Stunden-Anwesenheit von

Laut dem Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Pius Leitner werden im vorliegenden Entwurf des Landesgesetzes zur Gesundheitsreform nur mehr vier Krankenhäuser angeführt. Die sieben Krankenhäuser werde es nicht mehr geben. „Sterzing wird dem Krankenhaus Brixen einverleibt, Schlanders jenem von Meran und Innichen jenem von Bruneck. Dies bedeutet, dass die Vorgabe ‚Ein Krankenhaus – zwei Standorte’ tatsächlich umgesetzt werden soll“, so Leitner. Dabei sei nicht klar, was die peripheren Standorte künftig konkret machen werden. Im Begleitbericht zum gegenständlichen Gesetzentwurf heißt es dazu wörtlich: „Die Anzahl der Krankenhäuser wird formell von sieben auf vier reduziert, auch wenn die peripheren Krankenhäuser von Schlanders, Sterzing und Innichen aufrechterhalten, aber mit den Krankenhäusern von Meran, Brixen und Bruneck zusammengeführt werden. [...] Es ändert sich die Bezeichnung: Das Zentralkrankenhaus von Bozen wird in Zukunft Landeskrankenhaus heißen; die Schwerpunktkrankenhäuser von Meran, Brixen und Bruneck werden in Zukunft Bezirkskrankenhäuser von Meran-Schlanders, von Brixen-Sterzing und von Bruneck-Innichen heißen.“ Dass sich angeblich nur die Bezeichnung ändern soll, sei eine weitere Irreführung der Bevölkerung. „Der Frust bei den Bediensteten vor Ort, bei der Lokalpolitik und bei den Bürgern ist ebenso absehbar wie die Schwächung des ländlichen Raumes. Nach der Schließung der Geburtenstation in Sterzing, die nur noch durch eine richterliche Verfügung abgewendet werden kann, ist dies die nächste Hiobsbotschaft“, so Leitner.

Gynäkologe, Pädiater, Anästhesist und Hebamme könne nur durch Werkverträge abgedeckt werden. REKURS IST ZULÄSSIG Beim ersten Verhandlungstermin am Verwaltungsgericht Bozen Mitte November ist der Rekurs der Gemeinden Sterzing und Freienfeld – angeschlossen haben sich auch 18

Wipptaler Bürger – gegen den Beschluss der Landesregierung zur Schließung der Geburtshilfe am Sterzinger Krankenhaus für zulässig erklärt worden. Dem Aussetzungsantrag, nach dem der Betrieb in der seit 1. November geschlossenen Geburtenstation umgehend wieder aufgenommen hätte werden müssen, ist nicht stattgegeben worden.

Da die Schließung bereits erfolgt ist, habe eine Aussetzung keinen Sinn mehr. Erzielt wurde allerdings, dass bis zum nächsten Verhandlungstermin, der für 22. Februar angesetzt ist, die Räumlichkeiten und das Inventar der Geburtshilfe nicht abgebaut bzw. anderweitig verwendet werden dürfen. Mit einem Urteil sei spätestens im April zu rechnen. sst

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WIRTSCHAFT

WIPPTALER BAUBAROMETER 2015

Keine Baukräne in Franzensfeste Im Wipptal wurden im vergangenen Jahr 36 neue Wohnungen fertiggestellt und 22 Nicht-Wohngebäude errichtet. Die Bautätigkeit in den einzelnen Wipptaler Gemeinden weist starke Unterschiede auf. Die jährlichen Bauabschlüsse im Wipptal lassen Rückschlüsse auf die Konjunktur des Baugewerbes im Besonderen und die Wirtschaft im Allgemeinen zu. In der Bezirksgemeinschaft Wipptal, so das Landesinstitut für Statistik (ASTAT), wurden im vergangenen Jahr zwölf neue Wohngebäude fertiggestellt und 16 Erweiterungsbauten abgeschlossen. Insgesamt wurden dabei 36 Wohnungen errichtet. Damit gab es deutlich weniger Bauabschlüsse als noch im Vorjahr. Gegenüber 2013 haben sich diese sogar mehr als halbiert. Für 133 Wohnungen wurden Baugenehmigungen eingeholt.

> KLIMAHAUSZERTIFIZIERUNGEN 2015 Gold A 12 B 18 C 11 Sonstige 74 _____________ Gesamt 115

> BAUABSCHLÜSSE 2015 Wohngebäude Wohnungen Nicht-Wohngebäude N* E* N E Brenner 4 3 5 1 Franzensfeste Freienfeld 2 5 8 9 5 Pfitsch 1 1 2 1 Ratschings 8 6 18 4 4 Sterzing 1 5 3 2 Wipptal 12 16 36 22 12 N* = Neubauten, E* = Erweiterungsbauten

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ler Unternehmen, die in die Bau- Wipptal im vergangenen Jahr 115 arbeiterkasse eingeschrieben sind, Energieausweise vergeben. haben 2015 um 4,4 Prozent abge273.000 EURO WOHNGELD nommen. In der Gemeinde Franzensfeste AUSBEZAHLT Von den 401 Wohgab es im ver> WOHNUNGEN IM gangenen Jahr nungen des SüdEIGENTUM DES WOBI so gut wie keitiroler Wohnbauinne Bautätigkeit. stitutes (WOBI) im Brenner 82 Überaus gering Wipptal waren im Franzensfeste 44 war diese auch vergangenen Jahr Freienfeld 31 in den Gemein215 unterbelegt. Im Pfitsch 31 WOBI-Bauprogramm den Pfitsch und Ratschings 26 2001 – 2015 scheiSterzing. DageSterzing 187 gen boomt das nen im Wipptal die _________________ Baugewerbe Gemeinden Sterzing Wipptal 401 in der Gemeinmit 28, Ratschings de Ratschings schon seit Jahren. und Pfitsch mit jeweils fünf WohDie KlimaHaus-Agentur hat im nungen auf. Seit die Vergabemodalitäten > ABGEHOLTE BAUGENEHMIGUNGEN 2015 für die AuszahWohngebäude Wohnungen Nicht-Wohngebäude lung des WohnN* E* N E geldes geändert Brenner 3 2 11 1 3 worden sind, Franzensfeste sind die BeiträFreienfeld 3 8 13 10 6 ge dafür stark Pfitsch 6 45 1 gesunken. WurRatschings 7 11 20 4 4 den 2013 noch 1,05 Millionen Sterzing 4 7 44 4 6 Euro an WohnWipptal 23 28 133 20 19 N* = Neubauten, E* = Erweiterungsbauten geld ausbezahlt,

22 Neubauten (-5) und zwölf (-2) Erweiterungsbauten gab es bei Nicht-Wohngebäuden. Davon entfielen, unterschieden nach Wirtschaftssektoren, 22 Bauabschlüsse auf landwirtschaftliche Gebäude, fünf auf das Handwerk und Produzierende Gewerbe, fünf auf den Dienstleistungssektor. Für 39 Nicht-Wohngebäude wurden Baugenehmigungen eingeholt. Die verbaute Kubatur betrug bei Wohngebäuden 17.237 m3, bei Nicht-Wohngebäuden waren es 64.070 m3. Zudem wurden 59 Wiedergewinnungsarbeiten abgeschlossen. Die geleisteten Arbeitsstunden der 453 Arbeiter von 39 Wippta-


waren es im vergangenen Jahr in den sechs Wipptaler Gemeinden nur noch 273.000 Euro. STAGNIEREN MARKT- UND MIETPREISE WIRKLICH? Bis auf periphere Lagen in den Gemeinden Freienfeld und Ratschings sind die Kauf- und Miet-

die statistischen Daten des ASTAT nämlich mit realen Kauf- und Mietangeboten, ist hier sehr oft ein krasser Unterschied feststellbar. So entspricht beispielsweise der höchste von ASTAT angegebene Quadratmeterpreis von 3.440 Euro für eine zentral gelegene Wohnung in Sterzing nur in den we-

> WERT DES BAUGRUNDES 2015 Zentren und Wohngebiete Brenner Franzensfeste Freienfeld Pfitsch Ratschings Sterzing

MIN

MAX

185 180 210 205 195 350

220 235 270 300 320 455

Randgebiete MIN

155 120 120 145 160 225

Gewerbegebiete

MAX

MIN

MAX

175 180 210 205 225 350

90 100 100 100 110 105

105 110 140 145 150 160

Werte in Euro je m2 laut handelsüblicher Messung I gelb = gleich wie 2014, rot = teurer, grün = billiger

preise für Wohnungen im vergangenen Jahr in keiner Wipptaler Gemeinde (laut ASTAT) gestiegen. In den meisten Fällen blieben die Wohnungspreise in sehr gutem Zustand gegenüber dem Jahr 2014 unverändert; in den Gemeinden Brenner, Freienfeld und Pfitsch wurden sie teilweise sogar etwas billiger. Nicht teurer geworden ist im vergangenen Jahr auch der Baugrund. Besonders auffallend ist, dass die Höchstsätze für Gewerbegrund in allen Wipptaler Gemeinden rückläufig waren. In den Gemeinden Brenner und Franzensfeste trifft dies auch für Zentren sowie Wohn- und Randgebiete zu. Die Wirklichkeit ist freilich sehr oft eine ganz andere. Vergleicht man

nigsten Fällen auch der Wirklichkeit. Der Käufer muss dafür weit mehr berappen. In Sterzing haben die Wohnungspreise schon seit Jahren ein, nicht nur im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden, sehr hohes Niveau erreicht. Das Wohnen in Sterzing ist heute wesentlich teurer als andernorts. lg

> WIPPTAL: LIEGENSCHAFTEN 2015 Wohnungen

10.606

Liegenschaften für kommerzielle Zwecke

2.220

Garagen und Stellplätze

6.405

Liegenschaften mit Sonderzweckbestimmung, zu denen auch Produktionsstätten, Hotels und Pensionen zählen

1.647

> MARKT- UND MIETWERTE DER WOHNUNGEN IN SEHR GUTEM ZUSTAND 2015

Brenner Franzensfeste Freienfeld Pfitsch Ratschings Sterzing

zentrale Lage Marktwerte Marktwerte Kauf Mieten Min Max Min Max 2.150 3.150 6,75 9,85 2.150 2.800 6,75 8,80 2.000 2.825 6,25 8,85 2.350 3.275 7,38 10,30 2.125 2.963 7,10 9,95 2.550 3.440 8,32 11,22

periphere Lage Marktwerte Marktwerte Kauf Mieten Min Max Min Max 1.838 2.363 4,63 5,98 1.813 2.225 4,58 5,63 1.838 2.313 4,78 6,05 1.875 2.250 4,73 5,70 1.938 2.563 4,88 6,45 2.108 2.675 5,20 6,58

Werte in Euro je m2 laut handelsüblicher Messung I gelb = gleich wie 2014, rot = teurer, grün = billiger

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Aus für die Kirchturmpolitik? Bildung von übergemeindlichen Verwaltungseinheiten ab 2017 geplant

Hunderte von Ämtern gibt es in den 116 Südtiroler Gemeinden. Diese Dienste – ausgenommen sind die Städte – sollen ab 2017 zu 40 übergemeindlichen Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen werden. Was in jeder Gemeinde bleibt, ist ein „Bürgerschalter“ mit Parteienverkehr. Der Erker hat bei den Wipptaler Bürgermeistern nachgefragt, welche Vor- und Nachteile sie in der Verwaltungsreform sehen. Eine bittere Pille oder eine Chance für mehr Effizienz? Den kleinen und mittleren Gemeinden Südtirols steht mit 2017 eine große Verwaltungsreform bevor. Heute findet man in jedem Rathaus noch für jeden Dienst einen eigenen Beamten, der in Kleingemeinden auch schon mal mehrere Ämter zugleich über hat. In Zukunft soll Parteienverkehr in der Gemeinde nur mehr über einen „Bürgerschalter“ möglich sein, wo Dokumente hinterlegt oder abgeholt werden können. Denn ab 2017 sollen die Zeiten, in denen auch kleine und mittlere Gemeinden (mit 5.000 Einwohnern) über ein eigenes Bauamt, Steueramt und eine autonome Buchhaltung ver-

fügen, vorbei sein. Mit Ausnahme der Städte sollen sich Südtirols Gemeinden zu Verwaltungseinheiten zusammenschließen und innerhalb dieser Dienste gemeinsam abwickeln. Landesweit soll es 40 solcher Einheiten geben. Die Reorganisation der Funktionen und Dienste der örtlichen Körperschaften und der Landesverwaltung wurden von Landesrat Arnold Schuler und Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer den Sommer über in den Bezirken vorgestellt. Dabei wurden landesweit die Vorschläge zur Neuordnung der Gebietskörperschaften mit den Bürgermeistern besprochen. Vertieft wurde auch, welche Zuständigkeiten vom Land an die Gemeinden übergehen könnten und wie die Zusammenarbeit aussehen könne. In der Anfangsphase sollen Kooperationen auf freiwilliger Basis eingegangen werden. Ziele der neuen Kompetenzzentren sind die Sicherung und der Erhalt der politischen Gemeinden, eine Gewährleistung von Qualität und Effizienz in der Verwaltung sowie eine einheitliche Entwicklung der Gemeinden. „Es sind keine Zwangsfusionen

geplant. Vielmehr wollen wir die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden behutsam angehen und diese Schritt für Schritt gestalten“, so Landeshauptmann Kompatscher. Herausforderungen dabei sind die Aufteilung der Kosten zwischen den Gemeinden, kollektivvertragliche und personalrechtliche Aspekte, die Definition der dienstleistenden und dienstnehmenden Gemeinden sowie der Weisungsbefugnisse, die Sicherung der Arbeitsplätze im ländlichen Raum sowie die Anpassung des Personalstandes an die aktuellen Herausforderungen. Wie diese Einteilung der Kompetenzzentren aussehen wird, ist noch nicht definiert. Es wird daran gedacht, finanzielle Anreize für Pilotgemeinden zur Verfügung zu stellen, welche die Umsetzung rasch vornehmen. Die nächsten Schritte sind Diskussionen auf politischer Ebene, gefolgt von technischen Arbeitsgruppen der Gemeindesekretäre und der Gewerkschaften, auf die das Gesetz zur institutionellen Reform folgt. Die Details der Umsetzung werden in einem Abkommen zwischen dem Rat der Gemeinden und dem Land festgelegt.

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STERZING Wie Bürgermeister Fritz Karl Messner erklärt, ist die Gemeinde Sterzing als Stadt mit annähernd 7.000 Einwohnern von der Verwaltungsreform nicht b e t ro ff e n . „Dennoch sind wir kooperativ und schließen auch in Zukunft eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden bei bestimmten Diensten nicht aus, wie dies bereits in der Vergangenheit im Fall des Steueramtes mit Franzensfeste gut funktioniert hat“, so Messner. Der Vorschlag, bestimmte Dienste auf Bezirksebene zusammenzulegen, werde vom Land abgelehnt. „Der zunehmende Bürokratismus ist vor allem für Kleingemeinden eine große Belastung und leider haben Reformen die Lage nicht verbessert, sondern eher noch verschlimmert. Beamte werden zu spezialisierten Fachleuten, die schwer ersetzbar sind, weshalb eine Zusammenarbeit sicherlich Vorteile bringen würde. Die Kooperation sollte aber immer im

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Einklang mit Bürgernähe stehen und Kontaktpersonen vor Ort vorsehen“, so Messner. Eine Reform solle nicht von oben aufgesetzt, sondern von unten – von den Gemeinden – getragen werden. BRENNER In Bezug auf die angekündigte Verwaltungsreform gelte es laut Bürgermeister Franz Kompatscher noch eine Reihe von Hürden zu überwinden. Vor allem seien die Personalvertretungen bzw. Gewerkschaften miteinzubeziehen. „In manchen Bereichen kann eine Zusammenarbeit der Gemeinden durchaus positiv sein, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Bürger keine Benachteiligungen in Kauf nehmen müssen. Grundsätzlich sollte es den Gemeinden überlassen werden, welche Dienste sie gemeinsam bewältigen und zusammenlegen möchten. Zum Teil geschieht dies auch schon. Für die Gemeinde Brenner wird eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pfitsch vorgeschlagen“, so Kompatscher. Oberstes Prinzip einer solchen Reform müsse es sein, die Verwaltungsabläufe zu vereinfachen, effizienter zu gestalten und

eine Verwaltung nach nordischem Vorbild einzuführen. „Der Bürger muss alle Informationen in seiner Gemeinde bekommen, nur unter dieser Voraussetzung sind keine Nachteile für ihn zu befürchten“, so Kompatscher. Dies lasse sich aber auch mit einem Bürgerschalter bewältigen. Ein Vorteil könnte die Zusammenlegung bei Personalausfällen (Kündigungen, Krankheit ..) sein. „Auf jeden Fall erscheint mir eine Zusammenlegung der Ämter nur in manchen Bereichen sinnvoll, auch müssten damit weitere Reformen einhergehen, so etwa ein neues Urbanistikgesetz“, so der Bürgermeister. Mit leerstehenden Räumen im Rathaus oder einem Personalabbau sei seiner Meinung nach nicht zu rechnen. PFITSCH In Zeiten von immer komplexer werdenden Regelwerken könne laut Bürgermeister Stefan Gufler durch eine Zusammenlegung von gewissen Ämtern in kleinen und mittleren Gemeinden ein Qualitätsvorteil bezüglich der zu erbringenden Leistungen erreicht werden. „Wie das Ganze genau ablaufen soll, muss sicherlich noch im Detail geklärt werden, aber eine Zusammenarbeit in gewissen Bereichen kann ich mir durchaus vorstellen. Mit welcher Gemeinde wir als Gemeinde Pfitsch eine Einheit bilden sollen,

ist noch nicht beschlossen“, so Gufler. Da die Ansprüche von den Bürgern an die Gemeinde ständig steigen, könnten seiner Meinung nach komplexe Themen durch den Aufbau von Kompetenzzentren besser betreut werden. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass dadurch alles nur mehr an einem zentralen Ort stattfindet. „Die Nähe zu den Bürgern muss weiterhin gewährleistet sein. Sofern die Zusammenlegung so organisiert wird, dass die Beratung der Menschen vor Ort nicht zu kurz kommt und die Kompetenzzentren in den einzelnen Gemeinden verteilt werden, überwiegen sicherlich die Vorteile“, so Gufler. Er denkt nicht, dass es durch die Zusammenlegung auch zu einem Personalabbau und einem Freiwerden von Räumlichkeiten im Rathaus kommt. „Es geht darum, die Qualität der Leistungen zu steigern sowie einen stärkeren Austausch von Kompetenzen zu generieren. Ob diese geänderte Organisationsform der Dienstleistungserbringung längerfristig auch andere Umstrukturierungen mit sich bringt, wird sich zeigen“, so Gufler.

RATSCHINGS „Die Bildung übergemeindlicher Verwaltungseinheiten ist noch nicht zur Gänze ausdiskutiert, also erst im Anfangsstadium; trotzdem hat der zuständige Landesrat diesbezüglich eine recht klare Position“, so Bürgermeister Sebastian Helfer. Grundsätzlich könne die Zusammenlegung von Diensten innerhalb von Gemeinden aber eine Win-win-Situation werden, sofern die betroffenen Gemeinden in etwa gleich aufgestellt sind bzw. gleiche Voraussetzungen haben und die Größe der betroffenen Gemeinden nicht zu unterschiedlich ist. „Sonst besteht meines Erachtens längerfristig die Gefahr, dass der ‚große Bruder’ den ‚kleinen Bruder’ zwangsläufig einverleibt. Zu den möglichen Kooperationen gibt es bisher seitens des Landes einen Diskussionsvorschlag: Da die Gemeinde Ratschings an Sterzing und Freienfeld angrenzt, wäre es folglich logisch, dass wir mit einer dieser Gemeinden zusammenarbeiten“, so Helfer. Für die Bürger sollten die Vorteile darin liegen, dass erstens die Verfahrensabläufe optimiert und vielleicht auch verkürzt werden

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könnten, zweitens auch eine Optimierung der Gebietsstrukturen angestrebt werden könnte und der Dienst selber qualitativ verbessert werden müsste. „Der ‚Bürgerschalter’ bzw. die Ansprechperson für den Bürger muss aber weiterhin zu jeder Thematik in der eigenen Gemeinde vorhanden sein. Große Nachteile dürfte es somit durch die Zusammenlegung von Diensten eigentlich keine geben“, so Helfer. Personalabbau dürfe es und werde es keinen geben. „Die Gemeinde Ratschings ist im Vergleich zu ähnlich großen Gemeinden des Landes seit jeher diesbezüglich zahlenmäßig unterbesetzt und es werden daher auch nach dieser möglichen Verwaltungsreform keine Büros frei werden“, so der Bürgermeister. Für das Wipptal als kleinen Bezirk würde er aber die Idee favorisieren, Dienste auf Bezirksebene zusammenzulegen, etwa die Buchhaltung oder die Steuerämter. FREIENFELD „Die Gemeinde Freienfeld musste in der Vergangenheit mit verschiedenen personellen Engpässen zurechtkommen. Durch die Bildung von Verwaltungseinheiten erhoffe ich mir, dass es in dieser Hinsicht eine Verbesserung gibt“,

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so Bürgermeister Peter Faistnauer. Einer Zusammenlegung von Diensten stehe er generell positiv gegenüber, wenn sie gut durchdacht ist und von der Basis, sprich den Mitarbeitern in den Gemeindeämtern mitgetragen und mitentwickelt wird. „Jene Dienste, die vermehrt Parteienverkehr benötigen, sollten weiterhin vor Ort in den einzelnen Gemeinden verwurzelt bleiben. Für Freienfeld würden mehrere Gemeinden als Kooperationspartner infrage kommen“, so Faistnauer. Durch die Bildung von Verwaltungseinheiten würde sich seiner Meinung nach das Knowhow erhöhen. Die Bürger würden aus einem größeren Wissensbereich schöpfen, da es nicht mehr die einzelnen „Spezialisten“ vor Ort sind, die Informationen weitergeben. „Bis heute ist es in kleineren Gemeinden so, dass bei plötzlichem Ausfall eines Experten dieser nicht kurzfristig ersetzt werden kann. In Zukunft soll dies durch die Bildung von Verwaltungseinheiten abgefedert werden. Da die konkre-

te Planung noch nicht weit fortgeschritten ist, kann nicht abgeschätzt werden, wie die Räumlichkeiten im Rathaus künftig genutzt werden“, so der Bürgermeister. Mittel- bzw. langfristig sollte es zu Einsparungen kommen – wie hoch diese ausfallen, könne noch nicht gesagt werden. „Wichtiger ist die Professionalisierung der Gemeindedienste in kleinen Gemeinden, die ansonsten beim derzeitigen bürokratischen Aufwand früher oder später kapitulieren müssten. Am besten durch die Bildung von Einheiten auf Bezirksebene, etwa im Bereich Steuern und Buchhaltung“, so Faistnauer. FRANZENSFESTE „Die Gemeinde Franzensfeste steht aus Überzeugung und Notwendigkeit hinter der Verwaltungsreform. Seit Jahren schon wickeln wir verschiedene Dienste in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden ab (Sekretär, Bauamt, Steueramt). Der Gemeinderat hat schon vor Monaten einen Grundsatzbeschluss getroffen, eine Verwaltungseinheit mit Vahrn anzustreben“, so Bürgermeister Thomas Klapfer. Die geplante Reform würde nun den rechtlichen Rahmen dazu bilden. Die Anforde-

rungen an die öffentlichen Verwaltungen nehmen ständig zu und erfordern eine steigende Professionalisierung. „Den Bürgern sollen weiterhin die Basisdienste vor Ort angeboten werden. Bei komplexeren Themen könnte es sein, dass der Bürger einen weiteren Weg auf sich nehmen muss, dafür aber leichter einen A n s p re c h partner vorfindet. So haben wir etwa heute das Steueramt an nur einem Tag pro Woche besetzt. In einer größeren Einheit könnte sich das bessern“, so Klapfer. Ein weiteres Beispiel könne der Bauhof der Gemeinde sein; so würden sich gerade auch hier Synergien finden lassen, etwa beim Fuhrpark. Verschiedene Maschinen könnten dann von der Nachbargemeinde geliehen werden. Nachdem kurz- und mittelfristig nicht mit einem Personalabbau zu rechnen sei, dürften die Räumlichkeiten weiterhin genutzt werden.

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GEMEINDEN

BRENNER

„Kein leichtes Jahr“ Rund 30 Personen lauschten bei der diesjährigen Bürgerversammlung der Gemeinde Brenner im Gemeindesaal in Gossensaß den Ausführungen von Bürgermeister Franz Kompatscher, der eine Rückschau auf das nunmehr fast abgelaufene Jahr hielt und in nächster Zukunft geplante Tätigkeiten vorstellte. „Es war kein leichtes Jahr, das nun zu Ende geht“, betonte Bürgermeister Franz Kompatscher zu Beginn der Bürgerversammlung, die Mitte November in Gossensaß abgehalten wurde. Die Situation am Brenner, wo im vergangenen Jahr rund 27.000 Flüchtlinge betreut wurden, sei auch für ihn persönlich eine nervenaufreibende Zeit gewesen; besonders Kundgebungen wie jene der Black Blocks hätten ihm Sorge bereitet. „Es ist mir allerdings gelungen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene auf das Problem aufmerksam zu machen“, so Kompatscher. Eine große Belastung für die Gemeinde sei auch die leidige Ver-

kehrssituation, die im vergangenen Sommer u. a. auch auf ein ungeschicktes Baustellenmanagement des Landes zurückzuführen gewesen sei. Mittlerweile seien die Uferverbauungen abgeschlossen, die Brücke in Brennerbad werde im Frühjahr 2017 fertiggestellt. „Damit werden auf der Strecke zwischen Brenner und Gossensaß für längere Zeit keine neuen Baustellen eingerichtet“, betonte Kompatscher. Ins Bautenprogramm des Landes aufgenommen wurde mittlerweile die Umfahrungsstraße von Gossensaß. Bis die Bauarbeiten in Angriff genommen werden können, vergehen jedoch noch mindestens fünf Jahre. Auf der Zielgeraden befindet sich hingegen die Errichtung der Lärmschutzwände entlang der Eisenbahnlinie. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund drei Millionen Euro, die Arbeiten werden voraussichtlich 2018 aufgenommen. IN KÜRZE Für das Schwärzlerhaus in Gossensaß, das umgebaut werden

Die Flüchtlingssituation am Brenner: große Herausforderung für die Gemeinde

soll, konnte noch keine einvernehmliche Lösung mit dem Landesdenkmalamt gefunden werden. Die Neugestaltung des Ibsenplatzes ist noch nicht abgeschlossen. Fertiggestellt wurden mehrere Arbeiten in den Bereichen Asphaltierung, Beleuchtung und Wasserleitung, genauso wie die Zufahrt zum Friedhof. Mit der Verlegung des Glasfasernetzes soll im kommenden Jahr begonnen werden. Auch die Eisackverbauung wird 2017 weitergeführt; u. a. muss der Zugang zum Beinhaus umgestaltet werden. Für die energetische Sanierung der Turnhalle konnte ein staatlicher Beitrag gesichert werden. Der Neubau des

Kindergartens wird 2,5 Millionen Euro verschlingen. Referentin Dolores Oberhofer stellte die Sommerbetreuungsangebote für Kinder vor und sprach über Modelle der Kleinkindbetreuung im Bezirk; eine Herausforderung stelle die finanzielle Unterstützung für das Skigebiet Ladurns dar. Vizebürgermeister Franz Plattner verwies auf bevorstehende Änderungen bei der Müllsammlung; da diese 2018 neu ausgeschrieben werden muss, ist es notwendig, Sammelstellen zusammenzulegen. Referent Giovanni Pederzini berichtete hingegen von Vandalenakten am Bahnhof. bar

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LAUT

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DAS VORKAUFSRECHT ANGRENZENDER SELBSTBEBAUER

KLAUS GSCHNITZER, Rechtsanwalt Kanzlei D’Allura & Gschnitzer

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Bürgerversammlungen in Franzensfeste Einen Rückblick auf bisher Geleistetes und eine Vorschau auf bevorstehende Projekte lieferten Bürgermeister Thomas Klapfer und der Gemeindeausschuss von Franzensfeste Mitte November bei zwei Bürgerversammlungen. Die wichtigsten Punkte. Nachdem es nach mehrmaliger Ausschreibung nicht gelungen ist, die Stelle des Gemeindesekretärs zu besetzen, besteht seit rund eineinhalb Jahren eine Konvention mit der Gemeinde Vahrn, deren Sekretär an zwei Vormittagen in Franzensfeste tätig ist. „Auch in anderen Bereichen arbeiten wir mit Vahrn gut zusammen, weshalb im Zuge der anstehenden Verwaltungsreform der Gemeinden eine Verwaltungseinheit mit der Nachbargemeinde angestrebt wird“, so Bürgermeister Klapfer. Im Hinblick auf die geplante Eröffnung des BBT im Jahr 2026 setzt sich die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit Nachbargemeinden im Wipp-, Eisack- und Pustertal dafür ein, dass am Tunnelportal in Franzensfeste auch internationale Züge anhalten. Das neue Verkehrskonzept ist noch offen. In diesem Zusammenhang ist die Jochtal AG an die Gemeinde Franzensfeste mit der Idee einer Verbindungsbahn („Kaiserbahn“) vom Bahnhof Franzensfeste zum Skigebiet Jochtal (Bereich „Stoanermandln“) herangetreten. Gegen die Realisierung habe die Gemeinde grundsätzlich nichts einzuwenden. Machbarkeit und Finanzierung seien aber noch zu prüfen. Die Großbaustelle zur Eisackunterquerung ist bereits weit fortgeschritten. Für Februar 2017 ist der Baubeginn zur neuen Zufahrt Riol geplant; die Bauzeit soll ein Jahr betragen. Was die Festung betrifft, sei in den letzten Jahren viel Geld in die Sanierung investiert und Arbeitsplätze sowie Sommerjobs geschaffen

© Stefan Schönweger

Ist Gegenstand eines Kaufvertrages eine mit einer landwirtschaftlichen Zweckbestimmung versehene Grundparzelle (Wald, Wiese, Weide) und wird diese Grundparzelle von keinem Pächter landwirtschaftlich bewirtschaftet, so sieht der Gesetzgeber zu Gunsten des angrenzenden Selbstbebauers ein Vorkaufsrecht vor, d. h. er kann die zum Verkauf stehende Liegenschaft zu denselben Bedingungen erwerben wie ein Dritter. Um das Vorkaufsrecht auszuüben, muss der angrenzende Selbstbebauer die vom Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen erfüllen: Er muss die an der zum Verkauf stehende angrenzende Grundparzelle seit mindestens zwei Jahren selbst bewirtschaften, mindestens ein Drittel der für den Kulturgrund notwendigen Arbeitskraft selbst bzw. mit seinen Familienmitgliedern aufbringen und in den zwei vorhergehenden Jahren keine Liegenschaft verkauft haben. Weiters muss die vom angrenzenden Selbstbebauer bewirtschaftete Grundparzelle an die zum Verkauf stehende Grundparzelle angrenzen und letztgenannte darf nicht von einem Pächter landwirtschaftlich bewirtschaftet werden, da der Gesetzgeber das Vorkaufsrecht des Pächters vor jene des angrenzenden Selbstbebauers stellt. Für den Fall, dass das zu verkaufende Grundstück verpachtet ist und der Pächter sein Vorkaufsrecht nicht ausübt, kann der angrenzende Selbstbebauer das Vorkaufsrecht nicht mehr ausüben und die Grundparzelle kann ohne Mitteilung an den angrenzenden Selbstbebauer veräußert werden. Grenzen mehrere Selbstbebauer an, steht jedem von ihnen das Vorkaufsrecht zu, wobei jener den Vorzug erhält, für den das Grundstück von größerem Nutzen ist.

Die Festung Franzensfeste wird ab 1. Jänner zum Landesmuseum. Ein Verbindungssteg zwischen Festung und Bahnhof ist geplant.

worden, die erhofften Besucherzahlen habe man aber noch nicht erreicht (heuer rund 30.000). „Ab 1. Jänner wird die Festung zum Landesmuseum, als so genannter neuer ‚Leuchtturm’ für das touristisch-kulturelle Angebot“, so der Bürgermeister. Die heuer eingeführte Harmonisierung der Buchhaltung hat zu einer zeitlichen Verzögerung bei öffentlichen Arbeiten geführt. Erneuert worden sind die Spielplätze von Mittewald und Franzensfeste sowie die Trinkwasserleitung in Oberau, wo gleichzeitig auch die Leerrohre für das Glasfasernetz verlegt wurden. „Um den Bürgern

entgegenzukommen, legt die Gemeinde bei Interesse die Glasfaserleitung gratis ins Haus“, so Klapfer. Aus einem offenen Workshop im Oktober ging der Wunsch hervor, das ANAS-Haus in Franzensfeste als offene Struktur zu gestalten. Das Seeufer am südlichen Dorfeingang von Franzensfeste, wo sich auch der Recyclinghof befindet, soll neu gestaltet werden. Geplant sind ein Park mit Grünanlagen sowie mehrere Parkplätze. Über ein Leader-Projekt soll ein Verbindungssteg von der Festung bis zum Bahnhof realisiert werden; dazu ist ein Ideenwettbewerb geplant.

BBT-ZULAUFSTRECKE: EINIGUNG ÜBER UMWELTGELDER Die elf betroffenen Gemeinden entlang der Trasse der BBT-Zulaufstrecke haben sich nach längeren Verhandlungen Anfang November auf einen Verteilerschlüssel für die ihnen zustehenden Umweltausgleichsgelder von rund 28 Millionen Euro geeinigt. Bewertet wurden die negativen Auswirkungen in der Bauphase und im Betrieb der Zulaufstrecke nach einem Punktesystem. Nach diesem Verteilerschlüssel erhält die Gemeinde Franzensfeste 10,39 Prozent der Gelder. Anpassungen können aber noch während des Baus gemacht werden, da möglicherweise neue Belastungen auftreten könnten. Ausgezahlt werden die Gelder, deren genaue Summe noch festzulegen ist, frühestens bei Baubeginn. Das Projekt soll 2017 ausgeschrieben werden; dies würde einen Baubeginn im Jahr 2018 bedeuten. Unter diesen Voraussetzungen könne die Zulaufstrecke gleichzeitig mit dem BBT fertiggestellt werden.


GEMEINDEN

Im kommenden Jahr wird die Grundschule von Mittewald energetisch saniert. Geplant ist auch die Verbauung des Schindlergrabens über BBT-Umweltgelder, ebenso wie die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED. Im März 2017 werden vom Schienennetzbetreiber RFI bei Mittewald Lärmschutzwände entlang der Eisenbahn realisiert. Ebenfalls in Mittewald soll – wenn genügend Interesse besteht – eine neue Wohnbauzone ausgeschrieben werden. Für das geplante Fernheizwerk in Franzensfeste sei laut dem Bürgermeister nun die kritische Masse an notwendigen Anschlüssen erreicht worden. Mit der Realisierung des Fernheizwerkes sollen gleichzeitig die Trinkwasserleitung saniert sowie die Glasfaserrohre im Dorf gelegt werden. Angesprochen wurde auch die geplante Neutrassierung des Radweges zwischen Mittewald und Franzensfeste. Wie Bürgermeister Klapfer berichtete, wurde ein Varianteprojekt der Bezirksgemeinschaft nicht genehmigt, weil der vorgesehene Abstand von 30 m zum Autobahnzaun eingehalten werden muss. Nun sei eine weitere Variante südwärts auf der rechten Seite nach der Brücke über den Weißenbach geplant. Beim neuen Standort des Fußballplatzes Franzensfeste, wo der Boden mit Asbest verseucht ist, wird nun das Areal für 1,2 Millionen Euro durch Betonierung saniert. In rund einem Jahr könne dann mit dem Neubau des Fußballplatzes begonnen werden. Einige Bürger erkundigten sich über die angedachte Verschönerung des Dorfplatzes von Mittewald. Laut Bürgermeister Klapfer sei es schwierig, während der Bauzeit des BBT den LKW-Verkehr aus dem Dorf zu verbannen, was als Voraussetzung für eine Umgestaltung des Dorfplatzes gelte. sst

BAHNHOF FRANZENSFESTE WIRD BARRIEREFREI Mit der Erhöhung der Bahnsteige und mit dem Bau eines Aufzuges wird nun auch der Bahnhof Franzensfeste barrierefrei gestaltet. Die italienische Betreibergesellschaft für das Schienennetz RFI hat Anfang November mit den Bauarbeiten begonnen. „Damit wird nun an einem weiteren wichtigen Bahnhof an der Brennerlinie Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Fahrgästen mit Kinderwägen oder Gepäck der Zugang erleichtert“, so Mobilitätslandesrat Florian Mussner. Einen besonderen Stellenwert nehme in diesem Zusammenhang die 150-Jahr-Feier der Brennerbahn im nächsten Jahr ein, zumal Franzensfeste ein historisch wichtiger Baustein dieser Linie sei. Seit geraumer Zeit wurde auf eine Anpassung des Bahnhofes Franzensfeste gedrängt, der sich im Zuständigkeitsbereich von RFI befindet. Die Nutzung der Bahn im Eisack- und Wipptal hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen: Allein in den Jahren 2013 bis 2014 gab es zwischen Waidbruck und Brenner einen Zuwachs der Fahrgastzahlen von 14 Prozent, im Jahr darauf einen weiteren Zuwachs von fünf Prozent, wobei im Abschnitt Franzensfeste – Brenner die größten Steigerungen verzeichnet wurden. In Zahlen ausgedrückt sind die Entwertungen auf der Bahnstrecke zwischen Waidbruck und Brenner von 1,57 Millionen im Jahr 2013 auf knapp 1,9 Millionen im Jahr 2015 angestiegen. Im laufenden Jahr 2016 seien weitere Steigerungen zu verzeichnen, heißt es aus der Landesabteilung Mobilität. Gerade auch für die Anschlussverbindungen ins Pustertal sei der Bahnhof Franzensfeste ein viel genutzter Umstiegsknoten, an dem monatlich bis zu 30.000 Fahrgäste einoder umsteigen, werktags seien es etwa 1.500 Fahrgäste pro Tag. Im Zuge der ersten Bauarbeiten werden die Bahnsteige 2 und 3 erhöht. Vorgesehen sind in einem nächsten Schritt der Bau eines Aufzugs an der Bahnsteigunterführung, einige damit verbundene Anpassungsarbeiten sowie die Errichtung von Bahnsteigüberdachungen. Die Arbeiten werden von RFI durchgeführt, die Planung oblag der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA). Die Kosten für Projektierung und Ausführung betragen rund 1,1 Millionen Euro, die gemäß der Konvention zwischen RFI und der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT-SE in Form von Ausgleichsmaßnahmen für Anrainergemeinden im Zusammenhang mit dem Bau des BBT finanziert werden.

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FREIENFELD

Neues Raumprogramm für Sportzone Bei der Gemeinderatssitzung in Freienfeld Ende Oktober standen zwei Bilanzänderungen, darunter die Übertragung des Verwaltungsüberschusses aus dem Finanzjahr 2015, auf der Tagesordnung. Kritik hegte die SVP-Fraktion am neuen Raumprogramm für das Servicegebäude in der Sportzone. Einstimmig gutgeheißen wurde die Richtigstellung der aktiven und passiven Rückstände, die Sicherung des Haushaltsgleichgewichts und eine Bilanzänderung, durch die vor allem Vereinsbeiträge in Höhe von insgesamt rund 85.000 Euro gewährt werden können. Der Verwaltungsüberschuss aus dem Finanzjahr 2015 von rund 1,3 Millionen Euro wurde mit neun Ja-Stimmen (FLF) und fünf Gegenstimmen (SVP) in den Haushalt eingebaut. Davon werden u. a. 334.500 in die Hangsicherung im steinschlaggefährdeten Gebiet in Mauls investiert, 253.000 Euro in die Zone „Wolf“, 208.000 Euro in das Projekt City

Bus, 165.000 Euro in die Sanierung des Rathausplatzes und 68.000 Euro in den Buswendeplatz Stilfes. 235.000 Euro werden für die vorzeitige Rückzahlung eines Darlehens verwendet. ERNENNUNGEN Für Diskussionen sorgte der Vorschlag der Freien Liste, Vizebürgermeisterin Verena Überegger (FLF) als Gemeindevertreterin in den Verwaltungsrat der Energiegenossenschaft Mauls zu entsenden. Bei einem Treffen zwischen Bürgermeister Peter Faistnauer (FLF) und der SVP-Fraktion sei nämlich vereinbart worden, dass Helene Hilber Nössing (SVP) die Gemeinde vertreten soll. „Dass nun Verena Überegger vorgeschlagen wird, wirkt auf uns sehr befremdlich“, so die SVP-Fraktion, die Faistnauer „Wortbrüchigkeit“ vorwarf. „Bei der Aussprache im Juni ist zwar Helene Hilber Nössing vorgeschlagen worden, wenn aber in Verwaltungsräten von Gesellschaften mit Gemeindebeteiligung nur ein Gemeindevertreter vorgesehen

ist, wie es in der Energiegenossenschaft Mauls der Fall ist, ist es unserer Meinung nach sinnvoller, ein Regierungsmitglied mit Entscheidungskompetenz zu entsenden. Zudem ist die Vizebürgermeisterin für die Fraktion Mauls zuständig“, rechtfertigt Faistnauer den Vorschlag. Von Wortbrüchigkeit könne seiner Ansicht nach nicht die Rede sein. „Aufgrund gewisser Äußerungen, die Überegger getätigt hat, halten wir sie nicht für die richtige Besetzung, um die Interessen der Gemeinde im Verwaltungsrat optimal zu vertreten“, so die SVP-Räte, die Hilber Nössing als Gegenkandidatin vorschlugen. Die geheime Abstimmung fiel mit neun zu fünf Stimmen zugunsten von Überegger aus. Auch bei der Ernennung eines Gemeindevertreters für die Bildungsausschüsse von Mauls, Stilfes und Trens setzte sich Überegger mit neun Stimmen (FLF) gegen Hilber Nössing (fünf Stimmen, SVP) durch. Die SVP-Fraktion war vom Vorschlag, für die nächsten vier Jahre einen einzigen Vertreter in

alle Bildungsausschüsse zu entsenden, nicht überzeugt, schlug schlussendlich aber Hilber Nössing als Gegenkandidatin vor, mit Verweis auf deren Erfahrungsschatz und Kompetenz. „Als zuständige Referentin für Bildung und Kultur und im Sinne unserer Aufgabenzuteilung – weg von den Kirchtürmen, hin zur Bündelung von Aufgabenpaketen – macht es Sinn, dass die Vizebürgermeisterin die Gemeinde in den Bildungsausschüssen vertritt. Auch hier spielt die Entscheidungskompetenz eine wichtige Rolle“, so der Bürgermeister. NEUFESTLEGUNG RAUMPROGRAMM SPORTZONE Meinungsverschiedenheiten gab es auch in Bezug auf die Neufestlegung des Raumprogrammes für das Servicegebäude in der Sportzone Freienfeld. Zum einen bemängelte die SVP-Fraktion Formfehler im vorgelegten Dokument, zum anderen gebe es bereits ein genehmigtes Projekt. „Es gibt hinsichtlich des neuen Raumpro-

25 JAHRE AKTIONSGEMEINSCHAFT BRENNERBAHN Mit einer Rück- und Vorausschau hat die Aktionsgemeinschaft bahn (AGB) zusammengeschlossen, um den Ausbau der BahnstreBrennerbahn Anfang November in Innsbruck ihr 25-jähriges Beste- cke München–Verona voranzutreiben, und zwar unter Berücksichhen gefeiert. „In all diesen Jahtigung von Umwelt und Anrairen wurde enorme Arbeit geleisnern. Dass der gemeinsame Eintet und wir haben viele wichtige satz erfolgreich war, zeige der Ziele erreicht“, unterstrich MoBrennerbasistunnel, dessen Bau zu 25 Prozent verwirklicht ist bilitätslandesrat Florian Mussund durch den 2026 die neue ner. Dabei sei es von großer BeBrennerbahn rollen soll. deutung gewesen, die GemeinDer derzeitige Präsident der den und die Bürger mit einzuAGB, der Trentiner Transportlanbinden, welche die strategische Wichtigkeit der neuen Brennerdesrat Mauro Gilmozzi, erinnerbahn erkannt und sich für deren Landesrat Florian Mussner (3. v. l.) mit seinen Amtskollegen aus dem Trentino, Tirol te an den großen Einsatz, damit © Ufficio stampa Trento Modernisierung eingesetzt ha- und Verona die Verkehrsachse als Korridor eingestuft werde. Als Symbol für die geleistete Arbeit der verganben. Vor 25 Jahren haben sich die Länder und Provinzen Südtirol, Tirol, genen 25 Jahre gab es für die Vertreter der AGB einen kleinen GraTrentino, Verona und Bayern zur Aktionsgemeinschaft Brenner- nitstein von der BBT-Baustelle im Eisacktal.

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gramms weder eine Machbarkeitsstudie, noch eine provisorische Kostenschätzung oder einen Finanzierungsplan“, so die SVP. Zudem seien falsche Informationen zu den zur Verfügung stehenden Geldern gegeben und Ansuchen um Geldmittel aus den so genannten Artikel-5-Geldern „in Höhe einer sechsstelligen Summe“ verabsäumt worden. Auch würden gut funktionierende Strukturen, wie etwa der Standort des Eislaufplatzes Stilfes, infrage gestellt. Die Einschätzung der Gemeindeverwaltung, mit dem gleichen Betrag des Projektes alle zusätzlichen Angebote laut neuem Raumprogramm (mehr Kubatur, mehrere neue Anlagen) realisieren zu können, widerspreche nach Meinung der SVP-Fraktion jeglicher Logik. Die FLF gestand Formfehler im Dokument ein; der Rohentwurf sei unbearbeitet weitergeleitet worden. Martin Rainer (Mühlsteiger, SVP) habe aber im Gegensatz zu seinen Äußerungen in der Ratssitzung bei vorhergehenden Zusammentreffen mit Interessierten und Vereinsvorständen bekräftigt, dass die neuen Ideen bereits von der „alten Regierung“ angedacht worden seien. Der Bürgermeister stellte klar, dass das Ansuchen für einen Beitrag für die Fertigstel-

Für Diskussionen sorgt das neue Raumprogramm für das Servicegebäude in der Freienfelder Sportzone.

lung der Sportzone aus den Artikel-5-Geldern von ihm bereits im August vergangenen Jahres gestellt worden sei und Kommissär Helmuth Kiebacher im November 2015 das Bestätigungsschreiben für 250.000 Euro erhalten habe. „Vom von der vorhergehenden Verwaltung validierten Gesamtprojekt von 2,9 Millionen Euro, an dem wir nun arbeiten, sind nach Abzug dieses Beitrages noch rund 630.000 Euro offen, wofür

noch eine Finanzierung gefunden werden muss“, so Faistnauer. Da durch die neue Gemeindenfinanzierung die Pro-Kopf-Quote erhöht wurde – Freienfeld erhält nun über 800.000 Euro pro Jahr, womit auch Investitionen abgedeckt werden müssen –, sei der Topf der Artikel-5-Gelder kleiner geworden. „Diese sind zurzeit vor allem für Kleinstgemeinden reserviert, die ansonsten nie größere Investitionen in den Bereichen

Sport oder Schule tätigen könnten. Wenn Ansuchen für Beiträge möglich sind, werden sie von uns natürlich immer fristgerecht gestellt“, so Faistnauer. Wie die SVP-Fraktion betont, habe sich 2015 vor allem der damalige SVP-Referent Oswald Mair um die Landesbeiträge laut Artikel 5 gekümmert. „Es ist unverzeihlich, dass im Jahr 2016 vom Bürgermeister und von seiner Regierung verabsäumt wurde, um diese För-

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dermittel anzusuchen. Dieser Topf wurde 2016 von der Landesregierung sogar aufgestockt, und nicht – wie vom Bürgermeister behauptet – abgeschafft bzw. den Kleinstgemeinden vorbehalten“, so die SVP. Als Beispiel sei die Gemeinde St. Lorenzen genannt, die heuer 700.000 Euro lukriert habe, Freienfeld mit weniger Einwohnern gehe hingegen leer aus. „Damit die geplanten Räumlichkeiten im Servicegebäude sinnvoll genutzt werden, haben wir alle Vereinsvorstände und Interessierten zu einem offenen Treffen eingeladen und gemeinsam diskutiert. Aus diesen Gesprächen resultiert das neue Raumprogramm, das nun als Variante im Rahmen des Gesamtprojekts realisiert wird, weshalb eine Kostenschätzung in diesem Moment nicht notwendig ist“, so Vizebürgermeisterin Überegger. Aus der heutigen Fußballcontainerzone soll eine attraktive Sportzone werden, wodurch aber andere Strukturen, wie der Eislaufplatz Stilfes, in keiner Weise infrage gestellt würden. Die SVP-Fraktion stimmte gegen das vorgelegte Raumprogramm, das mit den neun Ja-Stimmen der FLF-Mandatare trotzdem genehmigt wurde. Um mehr Räumlichkeiten zu schaffen, wird demnach einerseits auf das separate Bargebäude und die Clubräume im Obergeschoss verzichtet, andererseits wird das Gebäude verbreitert und das Obergeschoss über den Garagen erweitert. Das neue Raumprogramm beinhaltet im Erdgeschoss Umkleideräume und sanitäre Anlagen für Athleten, Schiedsrichter und Gäste sowie einen Erste-Hilfe- und Bälleraum. In Richtung Eisack sind Garagen und ein Lagerraum angesiedelt. Im Obergeschoss soll eine Vierer-Kegelbahn, ein Bogenschützenstand, ein Mehrzwecklokal, eine überdachte Terrasse, eine kleine Küche und eine Bar

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zur Mehrfachnutzung angesiedelt werden. Die Technikräume sollen nach Möglichkeit unter das Dach verlegt werden. KREISVERKEHR TRENS Zum geplanten Bau eines Kreisverkehrs in Trens wies die SVP-Fraktion darauf hin, dass eine vom Ausschuss in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für eine Wellblech-Unterführung hinsichtlich Benutzungskomfort, Barrierefreiheit, Akzeptanz, Kosten, Instandhaltungskosten, Grundverfügbarkeit und Projektabwicklung negative bis sehr negative Bewertungen geliefert habe. Die Kostenschätzung für die Unterführung ergebe rund 560.000 Euro. „Generell ist eine Unterführung die sicherste Querungshilfe, allerdings wird durch den Bau des Kreisverkehrs die Geschwindigkeit an der Ortszufahrt erheblich gesenkt, womit auch die Zebrastreifen – wie im ursprünglichen Projekt vorgesehen – eine relativ sichere und vor allem kurze Querung ermöglichen“, so die SVP. Die Vizebürgermeisterin bestätigt, dass aus der Machbarkeitsstudie die Sicherheit als einziger Vorteil einer Unterführung hervorgeht. „Und genau darum geht es uns auch. In der Gemeinde liegt dazu auch ein Schreiben vom Trenser Familienverband auf, in dem eine möglichst sichere Querung gefordert wird“, so Überegger. Laut Referent Anton Salcher könne eine zwar weniger ästhetische, aber durchaus zweckdienliche Wellblechvariante auch wesentlich günstiger, samt Beleuchtung und Projektierung um etwa 150.000 Euro, errichtet werden. Eine zweite Querungsmöglichkeit bedeutet in den Augen der SVP-Fraktion, Geld zweimal auszugeben. „In Freienfeld gibt es in geringer Entfernung bereits eine Unterführung der Landesstraße, die sehr wenig genutzt wird, u. a.

auch deshalb sind die gesamten Kosten für eine zweite Unterführung zu 100 Prozent von der Gemeinde zu tragen“, so die SVP-Räte. „Der Kreisverkehr ist im Bautenprogramm des Landes für 2017 vorgesehen; mit dem Bau wird im kommenden Frühjahr gestartet. Wir haben nun einen Planer damit beauftragt, die Wellblechlösung in das ursprüngliche Projekt zu integrieren, um Synergien bestmöglich zu nutzen. Wenn wir damit im Rahmen der 150.000 Euro bleiben, ist die Unterführung auch finanzierbar. Das ursprüngliche Kreisverkehr-Projekt samt Zebrastreifen wird dadurch nicht angetastet“, so Bürgermeister Faistnauer. IN KÜRZE Der Bürgermeister berichtete im Rahmen der Sitzung von seinem Antrittsbesuch bei Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Konstruktiv und offen wurden mehrere Gemeindeanliegen, u. a. zum Thema Verkehr, besprochen“, so Faistnauer. Fortschritte gibt es bei den Wohnbauzonen. In Trens konnten etwa schon einige Konzessionen ausgestellt und mit dem Bau begonnen werden. In Egg laufen die Vorbereitungen für den Teilungs- und Durchführungsplan sowie den Infrastrukturplan. Im steinschlaggefährdeten Gebiet in Mauls nahe der Grundschule hat ein Lokalaugenschein mit Landesgeologe Volkmar Mair stattgefunden. Geplant ist nun eine Mischform aus Dämmen und Schutzzäunen, um die betroffene Siedlung abzusichern. „Das Projekt ist in Ausarbeitung und soll noch heuer ausgeschrieben werden. Dadurch sind auch die geplanten Wohnbauprojekte realisierbar“, so Faistnauer. sst


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TITELGESCHICHTE

„Wir müssen besser sein als die anderen“ Fotos © Martin Schaller

Im Gespräch mit Landesrat Arnold Schuler Interview: Astrid Tötsch

Mit vielen guten Vorsätzen und Plänen trat Arnold Schuler vor drei Jahren sein Amt als Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Zivilschutz und Gemeinden an. Für mehr Eigenständigkeit der Gemeinden und mehr Bürgerbeteiligung, eine moderne Verwaltung und Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft trat er ein. Wohin geht die Reise?

Erker: Herr Landesrat, als Sie 2013 zur Wahl angetreten sind, haben Sie sich für mehr Bürgerbeteiligung stark gemacht. Was genau meinen Sie damit? Vereine? Parteien? Landesrat Arnold Schuler: Das geht quer durch. Ich habe das auch immer so formuliert, dass die Kunst der Politik darin besteht, den Spagat zu schaffen zwischen möglichst viel Bürgerbeteiligung, aber auch pragmatischen Entscheidungen. Die Leute erwarten sich, eingebunden zu werden, und es ist auch gut, die Bürger auf die politische Reise mitzunehmen. Auf der anderen Seite erwarten sich die gleichen Leute, dass die Politik irgendwann entscheidet. Was mich beeindruckt, ist nicht so sehr die Entwicklung der direkten Demokratie in der Form, wo wir von Volksabstimmungen oder Anträgen reden, sondern dass man vielfach schon einen Schritt weiter ist und Politik aufgrund von Umfragen macht. Das ist eine neue Form der Politik, die noch viel weiter geht, weil über die Neuen Medien die Kommunikation eine andere geworden ist. Wie auch im Zuge des amerikanischen Wahlkampfes gesagt worden ist, werden künftig vor allem die Agenturen den Wahlkampf, die Kandidaten und das Wahlpro-

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Landesrat Arnold Schuler: „Wir sind es nicht gewohnt, haushalten zu müssen.“ gramm machen. Das ist natürlich bedenklich. Eine negative Entwicklung? Die Frage ist eben: Inwieweit ist sie positiv und ab wann wird sie negativ? Wenn man nur mehr Programme auf Basis von Umfragen macht und sich Politiker aussucht, fehlen dann diejenigen, die pragmatische – und manchmal auch unpopuläre – Entscheidungen treffen. Wer am lautesten schreit und dem Volk nach dem Mund redet, gewinnt? Wir können nur beobachten, wie es jetzt ist, und ich kann mir vorstellen, dass es morgen so sein wird, dass die Agenturen bestimmen, welche Hautfarbe, welches Alter, welches Geschlecht und welches Programm der Kandidat haben soll, um seine Chancen im Wahlkampf zu erhöhen. Wenn das die Art wird, die Kandidaten auszusuchen, dann wird es problematisch. Welche unpopulären Entscheidungen meinen Sie? In meinem Bereich etwa, dass man Förderungen aussetzen muss, weil sie neu aufzustellen

sind und das Geld nicht da ist. Förderung ist immer so ein heikles Thema. Der Landeshaushalt ist in den letzten Jahren um 17 Prozent gewachsen und man erwartet, dass er nicht mehr in dem Maße wächst – und wir gehen davon aus, dass das so sein wird –, sondern eher zurückgehen wird. Es sind also Entscheidungen zu treffen, was ich positiv sehe. Wir sind es nur nicht gewohnt, haushalten zu müssen und Prioritäten zu setzen. Ich glaube, dass es uns gut tut, auch wenn es ein schwieriger Prozess ist, die Dinge wieder zu hinterfragen und zwischen notwendigen und weniger notwendigen Ausgaben zu unterscheiden. Sie haben den Bürger auch als Bittsteller kritisiert. Im Wipptal – wie sicher auch in anderen Gegenden Südtirols – ist es teilweise so, dass die Förderungen die wirtschaftliche Grundlage der Bergbauern bilden. Werden diese ausgesetzt, geht es um die blanke Existenz der betreffenden Landwirte. Die europäische Landwirtschaftspolitik ist auf flächendeckende

Bewirtschaftung ausgerichtet, aber auch auf günstige Grundnahrungsmittelpreise. Von diesen Preisen, quer durch alle Bereiche, kann bei uns kein Bauer leben – und dadurch wurden sie von Förderungen abhängig gemacht. Wenn man bedenkt, dass man zurzeit in Deutschland einen Liter Milch um unter 50 Cent bekommt, dann ist klar, dass so kein Milchbauer bei uns überleben kann. In den Berggebieten wird es ohne Förderungen nie gehen. Früher hat man den Großteil des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, während es in Deutschland jetzt elf Prozent sind und in der Schweiz acht Prozent. Die Leute erwarten sich billige Lebensmittel und jeder erachtet als selbstverständlich, dass das gesamte Angebot auf dem Tisch liegt. Andererseits verlangt man immer mehr Lebensmittelsicherheit. Wie wird mein Lebensmittel produziert, wo kommt es her? Welche Qualität hat es und wie günstig ist es? Früher hat man nicht danach gefragt, heute spielen diese Fragen eine ganz andere Rolle.


TITELGESCHICHTE

Das Ziel meiner Landwirtschaftspolitik ist es, dass der Bauer möglichst viel Einkommen aus seiner Produktion bezieht. Da ist sicher viel getan worden, aber auch noch viel zu tun. Inwiefern haben Sie als Landesrat für Landwirtschaft Einfluss darauf? Zum einen über den Aktionsplan Berglandwirtschaft, auf den ich zurzeit am meisten stolz bin, der aber leider auch nicht einfach zu kommunizieren ist. Es ist natürlich auch als Politiker einfacher, wenn man hergeht und sagt: „Schaut’s, ich habe die Förderungen erhöht!“, weil das kann jeder unmittelbar in seiner Brieftasche spüren. Schwieriger ist es bei den Förderungen, die mittelfristig ausgelegt sind, bei den Investitionen in die Forschung. Vorher gab es kaum Forschung in der Berglandwirtschaft. Man hat sehr viel im Bereich Obst- und

Weinbau geforscht, aber wenig in der Berglandwirtschaft. Gemeinsam mit der Universität Bozen wollen wir in diese Richtung gehen, um eben neue Möglichkeiten aufzuzeigen, sich Einkommen zu erwirtschaften, wie etwa Fleischproduktion, Nischenkulturen, Lebensmitteltechnologien oder Verarbeitung. Mit diesen Maßnahmen soll das Einkommen der Bauern gesichert werden und nicht nur über Förderungen, die auch wichtig sind, aber eben nicht ausschließlich.

„FÖRDERUNGEN SIND WICHTIG, ABER EBEN NICHT NUR.“ Ein Kritikpunkt dieser Förderung ist, dass die Quantität gefördert wird und die Tendenz immer mehr hin zu Großbetrieben geht.

Das ist die europäische Politik, die ich so auch nicht in Ordnung finde. Die Betriebsprämien stammen zu 100 Prozent aus EU-Mitteln, der ländliche Entwicklungsplan zu 43 Prozent und der Rest setzt sich aus 40 Prozent staatlichen und nur zu 17 Prozent aus Landesmitteln zusammen. Das heißt, die großen Spielregeln werden von Brüssel vorgegeben, die Betriebsprämien sind in erster Linie Flächenprämien, d. h. wer mehr hat, der kriegt auch mehr. Das ist natürlich alles andere als günstig für unser Berggebiet, wo das Land aber über Ausgleichszahlungen und vor allem aus Mitteln des Landeshaushaltes über Investitionsförderungen wesentlich zur Gerechtigkeit beiträgt. Es ist zwar gelungen, von Förderperiode zu Förderperiode die Mittel Richtung Berglandwirtschaft zu verschieben, aber bei den Geldern, die von der EU kommen,

sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Trotz Förderungen: Wird es die herkömmliche Art der Landwirtschaft in 20 Jahren noch geben? Da bin ich positiv gestimmt und ein chronischer Optimist. Trotz aller Schwierigkeiten sehe ich es aber positiv. Erstens weil man sich eine gute Ausgangssituation erarbeitet hat, vor allem über die Genossenschaften. Man sieht das an den Milchpreisen; diese sind hier deutlich höher als in anderen Gebieten. Zum anderen haben sich auch viele Landwirte über „Urlaub am Bauernhof“ eine Nebenerwerbsschiene aufgebaut. In diese Richtung möchten wir auch mit dem Aktionsplan verstärkt arbeiten: ein zweites Standbein, eine Alternative, irgendeine Nische, wo ich vielleicht auch auf kleiner Fläche hohe Wertschöpfung habe.

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TITELGESCHICHTE

Ein Bauer müsste in unserer Zeit Produktmanager sein, möglichst mit Jura-Studium, um einen Überblick über den Bürokraten-Dschungel zu haben, damit er am Ende zehn Eier verkaufen darf. Die Situation ist alles andere als einfach, was die Bürokratie anbelangt. Es ist auch viel von Bürokratieabbau die Rede. Aber es ist eine Utopie, anzunehmen, dass es morgen ganz anders sein wird. Um zu den Förderungen zurückzukommen: Alle getroffenen Maßnahmen sind unter dem Deckmantel der Vereinfachung dahergekommen – genau das Gegenteil ist eingetreten. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch verständlich, denn in kaum einem anderen Bereich in Italien wurde so viel Schwindel betrieben wie bei Förderungen und EU-Mitteln. Da müssen natürlich immer wieder neue Netze und Sicherheiten eingebaut werden, um das zu verhindern. Darunter leiden auch wir mit. Wir hatten in Südtirol eine große Kontrolle vonseiten der EU im Bereich der Landwirtschaft und wir waren in allen Bereichen in Ordnung – das ist aber leider Gottes die Ausnahme. Bei den Förderungen wird alles probiert und dann versickern sie irgendwo. Gibt es keinen Weg, damit die Bauern schlichtweg die Möglichkeit haben, ohne großen bürokratischen Aufwand ihre Arbeit zu tun?

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Die Politik ist auf eine Landwirtschaft in einer bestimmten Größenordnung ausgerichtet. In Deutschland hat ein durchschnittlicher Betrieb eine Größe von 70 Hektar, für die der bürokratische Aufwand natürlich kein allzu großes Problem darstellt. Die gleiche Transparenz muss aber auch ein kleiner Betrieb bieten, der vielleicht noch nicht einmal über einen Internetanschluss verfügt und viele Auflagen zu erfüllen hat. Natürlich versuchen wir, hier Ausnahmen zu erwirken, nur gelingt es eben nicht immer. Wir wissen ja auch, wie das heute mit den Lebensmitteln ist. So wie früher, als man die Milch noch beim Bauern geholt hat, geht das heute nicht mehr, allein schon aus hygienischen Gründen. In Bezug auf die Lebensmittelsicherheit wird es in Zukunft immer mehr Auflagen geben, die auch jeder kleine Bauer zu erfüllen hat, ansonsten hätte er enorme Probleme.

„EU-FÖRDERPOLITIK: WER MEHR HAT, KRIEGT AUCH MEHR.“ Warum aus hygienischen Gründen? Die Bauern schauen doch darauf, dass sie keine saure Milch verkaufen und ihr Produkt in Ordnung ist. Sicher ist das so, aber sollte es irgendein Problem geben, dann kommt es zu einer Kontrolle, wo

darauf geschaut wird, ob ja alle Vorschriften eingehalten worden sind. Ansonsten gerät man in Schwierigkeiten und der einzelne sagt sich, das rentiert sich nicht mehr, ich gebe die Landwirtschaft auf, was natürlich schade ist. Hier ist aber nicht nur die EU schuld oder der Gesetzgeber, sondern – seien wir ehrlich – die Gesellschaft. Sie verlangt immer mehr hundertprozentige Sicherheit und niemand ist mehr bereit, ein Risiko einzugehen, auch was die Lebensmittel betrifft, was ich irgendwo noch verstehen kann. Es wird vielfach mit Recht der Politik die Schuld gegeben, die immer wieder neue Normen und Gesetze beschließt, aber es hat sich auch ganz massiv die Gesellschaft geändert. Es wird heute sofort angezeigt und das schaukelt sich dann alles auf. Nur der Politik die Schuld zu geben, ist ein bisschen einfach. Das Rindfleisch aus den hiesigen Supermärkten stammt von französischen Tieren, obwohl in Südtirol ein Überangebot da ist und Landwirte ihre Rindviecher quasi verschenken müssen. Wie passt das zusammen? Obwohl Europa noch immer stark landwirtschaftlich geprägt ist und in einigen Bereichen auch eine Überproduktion da ist, importieren die meisten europäischen Länder im Lebensmittelsektor mehr, als sie exportieren, allein schon aufgrund des Konsumverhaltens der Menschen. Von der Eigenversorgung ist man weit entfernt. Es herrscht ein starker Austausch zwischen den Ländern und es gibt auch eine zunehmende Spezialisierung in der Produktion. Jedes Land produziert vorwiegend das, wo es glaubt, am besten zu sein. Auch in der Landwirtschaft gibt es diese Globalisierung. Soll Südtirol in Masse investieren oder in Qualität? Südtirol hat zum Glück – obwohl wir auch in großen Mengen produzieren – auch auf Qualität gesetzt, bei der Milch vor allem bei

der Veredelung, wo wir uns von anderen differenzieren. Wir können in keinem Bereich – sei es Äpfel, Wein oder Milch – mit den großen Produzenten dieser Welt mithalten, das ist eine Utopie. Wir müssen auf Differenzierung setzen und besser sein als die anderen. Das sieht man speziell bei der Milch. Während im letzten Jahr die Milchpreise im freien Fall waren, hat Südtirol mit einem Rekordpreis abgeschlossen. Auch heuer wird man mit einem kleinen blauen Auge davonkommen. Dazu kommt der Gegentrend zur Globalisierung, nämlich das Regionale hervorzuheben. Dort ha-

ZUR PERSON Landesrat Arnold Schuler, geboren am 19. August 1962 in Meran, arbeitete nach Abschluss der Landwirtschaftsschule Laimburg auf dem elterlichen Hof in Plaus, den er 1992 übernommen hat. Seit frühester Jugend setzt er sich für die Wünsche und Anliegen von Vereinen ein, als Gründungsobmann der Südtiroler Bauernjugend von Plaus machte er erste Erfahrungen in der Gemeindepolitik. Zuerst war er Gemeinderat von Plaus, dann 24 Jahre dessen Bürgermeister, darüber hinaus vier Jahre Präsident des Südtiroler Gemeindeverbandes. 2008 wechselte er als Abgeordneter des Südtiroler Landtages in die Landespolitik. Von 2010 bis 2014 war er Mitglied des Verwaltungsrates der Laimburg. Seit 2014 ist er Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Zivilschutz und Gemeinden. Er ist seit 1983 mit Maria Alma Clara verheiratet und hat drei Kinder.


TITELGESCHICHTE

ben wir sicher noch ein großes Potential. Das ist die Chance für Südtirol, wo sich durch den Tourismus auch neue Nischen auftun. Beim Käse macht man das inzwischen schon hervorragend: Wir haben viele Hof- und Almkäsereien, die eine gute Qualität produzieren und auch in der Lage sind, auf dem lokalen Markt gute Preise zu erzielen. In Sterzing gibt es die Genossenschaft Wipplamb, die Fleisch aus der Region anbietet – allerdings nicht zu den Preisen wie im Supermarkt. Gerade was die Fleischproduktion betrifft, starten wir über den Aktionsplan eine Initiative. Aber egal, um welche Lebensmittel es heute geht, man will eine bestimmte Qualität haben. Und ab einer bestimmten Qualität ist man noch einmal in der Lage, einen ordentlichen Preissprung zu erzielen. Wir haben heute viele Betriebe gerade in der Gastronomie, in denen auf einem hohen Niveau gekocht wird. Spitzenköche bedauern, dass zu wenig Südtiroler Spitzenfleisch auf dem Markt ist. Sie müssen es natürlich regelmäßig und mit garantierter Qualität bekommen. Dazu ist man derzeit nicht in der Lage.

Daran müssen wir arbeiten, weil ich überzeugt bin, dass der Markt da ist. Vor zehn Jahren wurde die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“ gegründet, die seither mit dem Slogan „Soziale Landwirtschaft“ wirbt. Landwirte sollen künftig – nach entsprechender Ausbildung – nicht nur Kinder-, sondern auch Seniorenbetreuung übernehmen können. Was hat das mit Landwirtschaft zu tun? Das wäre eine Alternative. Wir haben heute schon die Situation, in denen Bäuerinnen nach einer Ausbildung als Tagesmütter arbeiten. Ich finde das auch eine tolle Geschichte, dass Kinder die Chance haben, ihre Zeit auf einem Hof zu verbringen statt in einer geschlossenen Kindertagesstätte. Für diese Kinder ist es sicher eine Aufwertung und eine Bereicherung, mit Tieren in Kontakt zu kommen. Und für die Bäuerinnen ist es natürlich ein Zuerwerb, wenn sie vielleicht selber Kinder haben und dann noch einige andere mitbetreuen. Ähnlich könnte das morgen bei der Betreuung von Behinderten oder Senioren sein. In einem Projekt, das mich beeindruckt hat, geht es

um eine Therapie für Magersüchtige, die den Bezug zu Lebensmitteln nie hatten oder verloren haben. Sie können für eine Weile auf einem Hof leben, wo sie auch selber mal eine Karotte ausreißen und somit wieder einen Bezug zu den Nahrungsmitteln bekommen. Eine Arbeitsgruppe, die von Maria Kuenzer geleitet wird, ist dabei, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten, der im nächsten Jahr in den Landtag kommen soll. Um auf die Forschung zurückzukommen: 400.000 Euro sind für ein Massenspektrometer für Lebensmittelsicherheit und Rückstandsmessung vorgesehen, weitere Investitionen für ein Qualitätslabor zur Zertifizierung von heimischem Fleisch und Speck. Wozu? Es gibt mehrere Bereiche, auf die man die Forschung konzentrieren will: Produktion, wo man neue Perspektiven geben will, Systemanalyse, Nischenkulturen. Was geht wo am besten, wenn man unterschiedliche Höhenlagen und Hangneigungen hat? Was kann man entsprechend empfehlen? Und natürlich ist auch die Lebensmitteltechnologie, also die Verarbeitung selbst, ein wichtiger Aspekt, bei dem es um die

Authentizität und die Rückverfolgbarkeit der lokalen Produkte geht. Damit wollen wir die Hersteller dieser Produkte schützen, weil es viele Trittbrettfahrer gibt. Die große Chance der Forschung ist es, aufzuzeigen, wohin die Reise noch gehen kann, wohin sie gehen muss und welches die Auswirkungen einer bestimmten Art der Produktion sind. Durch die Forschung können wir heute auch frühzeitig Fehler erkennen und gegensteuern. Wenn der Landwirt überleben will, muss er sich an die schnelllebige, globalisierte Welt von heute anpassen? Innovation ist das Stichwort. Der Sennereiverband, der kürzlich sein 70-jähriges Bestehen feierte, wurde anfangs für seine Joghurtproduktion belächelt. Jetzt ist es das Erfolgsmodell schlechthin und beschert einen hohen Milchpreis. Wenn man damals nicht den Schneid gehabt hätte, auf Innovation zu setzen, dann wären wir heute schon lange untergegangen. Dann hätten wir heute Auszahlungspreise von 25 Cent und die Stalltüren wären zu – für immer! Wir brauchen wieder mehr Idealisten und auch Optimisten, dann hat man auch wieder mehr Courage. E

fliesen wolf

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WIRTSCHAFT

STERZING

Parkplätze sollen erhalten bleiben hds-Umfrage zur Neugestaltung des Untertorplatzes Im Zuge eines neuen Bauprogrammes am Untertorplatz in Sterzing soll auch der Platz selbst – heute wenig einladend und chaotisch anmutend – neu gestaltet werden. In einer Umfrage des örtlichen Handelsund Dienstleistungsverbandes (hds) sprechen sich Sterzinger Betriebe und Wirtschaftstreibende mehrheitlich für die Beibehaltung von Oberflächenparkplätzen aus. Seit geraumer Zeit liegen die Pläne zur Neugestaltung des Untertorplatzes vor. Im Süden des Platzes entsteht ein neuer Gebäudekomplex, geplant von Architekt Siegfried Delueg (der Erker hat mehrmals darüber berichtet). Ein Gerüst simulierte wochenlang die Ausmaße des neuen Gebäudes, wobei die Höhe von der Arbeitsgruppe, die sich mit der Neugestaltung des Untertorplatzes befasst, als überdimensioniert erachtet wurde. Am Platz selbst wird eine Tiefgarage errichtet; die 28 oberirdischen Stellplätze sollen gestrichen werden.

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Mit der Streichung derselben hat sich nun auch intensiv die hds-Ortsgruppe Sterzing auseinandergesetzt und in einer Umfrage die Meinung der innerstädtischen Wirtschaftstreibenden eingeholt. Von 139 befragten Betrieben in der Neu- und Altstadt, Geizkofler-, Gänsbacher-, Bahnhof- und Hochstraße sprachen sich 104 und damit die überwiegende Mehrheit für die Beibehaltung von Oberflächenparkplätzen und 87 auch für die Einführung von Kurzparkzo-

nen aus. Da künftig laut Auskunft der Gemeinde am Untertorplatz nur Linien- oder Touristenbusse halten dürften, wollte der hds auch dazu die Meinung der Wirtschaftstreibenden eruieren. Mehrheitlich sprachen sich diese für die Parkmöglichkeit von Linienbussen (58) aus. 30 wünschten sich eine Haltemöglichkeit für Touristenbusse, 22 für Linien- und Touristenbusse. Der hds, der sich bei der Neugestaltung des Untertorplatzes eine stärkere Einbindung der Betrie-

be in Entscheidungsprozesse gewünscht hätte, befürchtet durch das Bauvorhaben weitreichende Folgen für die Entwicklung des Handels in der Stadt. Sterzing, so der Tenor, müsse besser erreichbar und damit als Handelsstadt gestärkt und attraktiver werden. Dies gelinge aber nur, wenn weitere Parkflächen geschaffen und zusätzliche Kurzparkzonen rund um das historische Stadtzentrum eingerichtet würden. Gleichzeitig bemängelt die hds-Ortsgruppe Sterzing einen diesbezüglich dürftigen Informationsfluss. Derzeit gebe es nämlich eine Reihe offener Fragen, so hds-Ortsobmann Matthias Knollenberger. So stellt sich die Frage, wo die jetzigen Motorradparkplätze, die Taxistände, die Reise- und Linienbusse und auch die Fahrradständer nach der Umgestaltung geplant sind. Gibt es dazu Alternativen und wenn ja, welche? Das Ergebnis der Umfrage wurde im November Bürgermeister Fritz Karl Messner überreicht. Bei dieser Gelegenheit konnten einige offene Fragen angesprochen werden. lg


WIRTSCHAFT

„Innenstadt attraktiv bespielen“ Im Gespräch mit hds-Ortsobmann Matthias Knollenberger

Erker: Der hds ist bestrebt, Sterzing als Handelsstadt aufzuwerten. An welche konkreten Maßnahmen denken Sie kurzfristig? hds-Obmann Matthias Knollenberger: Wir sind der Meinung, dass wir durch das Werbepaket und die gute Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein bereits sehr viel für die Innenstadt unternehmen. Die vielen Initiativen, die im Laufe des Jahres organisiert werden, zeugen davon. Die Stadt wird lebendig, sie wird zu einem Treffpunkt. Unser Bestreben ist es, möglichst viele für die Beteiligung an diesen Aktionen zu überzeugen. Wir sollten wie ein einheitliches Einkaufszentrum, das wir in natürlich und historisch gewachsener Form ohne Zweifel sind, auftreten. Durch eine autofreie Zone am Untertorplatz wird ein Rückschritt für Sterzing als Handels-

stadt befürchtet. Eines gleich vorweg: Wir begrüßen die Initiative, dass der Untertorplatz neu gestaltet wird. Zusätzliche Parkplätze können von uns nur positiv gewertet werden. Wir finden aber, dass zur Tiefgarage zusätzliche Oberflächenparkplätze für die Einkaufsstadt Sterzing notwendig sind. Denn, wie viele Analysen bereits bewiesen haben, fährt niemand für eine schnelle Besorgung in eine Tiefgarage. Und wenn die Oberflächenparkplätze gänzlich verschwinden, hat die Stadt ein Problem. Gerade unsere heimischen Kunden aus dem ganzen Bezirk sind uns sehr wichtig. Und derzeit wird der Untertorplatz gerade von der einheimischen Bevölkerung aufgesucht. Ist die Erreichbarkeit der Stadt heute nicht mehr ausreichend gewährleistet? Gibt es zu wenig

Kurzparkzonen? Es geht darum, die gesamte Stadt so gut wie möglich besucherfreundlich und erreichbar zu gestalten – und das zu kundenfreundlichen Preisen. Von daher ist es unser Anliegen, so zentral wie möglich rund um die ganze Stadt kostengünstige Kurzparkzonen zu schaffen. Damit kommen wir unseren Kunden entgegen, die in der Stadt schnelle Erledigungen tätigen müssen. Wie hat sich das Handelstreiben in der Innenstadt von Sterzing in den vergangenen Jahren verändert? Für den Handel wird es immer

schwieriger, die Kunden zu binden. Es gibt immer mehr Mitbewerber, die von kostenlosen Parkplätzen und fast unbeschränkten Werbe-

budgets profitieren. Und zu guter Letzt: Von der Aussiedlung verschiedener Ämter und Betriebe hat die Innenstadt mit Sicherheit nicht profitiert.

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WIRTSCHAFT

Die besten 300 Die Aspiag Service GmbH mit Sitz in Bozen bleibt Südtirols umsatzstärkstes Unternehmen. Die marktführende Management- und Holdinggesellschaft des Lebensmittelunternehmens Aspiag Austria Spar International AG hat in Südtirol 2015 rund 1.790,1 Millionen Euro Gesamtleistung sowie 21,1 Millionen Euro Gewinn erzielt. Dies geht aus dem Ranking der führenden 300 Unternehmen hervor, das vor kurzem im „Südtirol Panorama“, einem Magazin aus dem Verlag der „ff“, veröffentlicht wurde. Das Redaktionsteam hat rund 1.000 Bilanzen durchforstet und miteinander verglichen. Zur Größenbestimmung wurden nicht nur die Verkaufserträge erfasst, sondern auch die Gesamtleistung des Umsatzes, also u. a. auch die in Ausführung befindlichen Arbeiten. Die Betriebe müssen Kapitalgesellschaften mit Rechtssitz in Südtirol sein und ihre hinterlegte EU-Bilanz des Jahres 2015 bei der Handelskammer Bozen bis 15. September einreichen. Ausgenommen sind Banken und Leasinggesellschaften. Die Bilanzen einiger größerer Unternehmen im Land sind nicht oder noch nicht bei der Handelskammer hinterlegt und werden dementsprechend von „Südtirol Panorama“ nicht berücksichtigt. Genauso wenig sind im Ranking Gruppenumsätze von Unternehmen zu finden, die nur intern konsolidieren. Von Rang 5 auf Rang 3 geklettert ist die Seetech

Global Industries AG, ein Konstrukt des Sterzin- System GmbH hingegen zu den 30 größten Arger Seilbahn-Unternehmers Michael Seeber mit beitgebern des Landes. Sitz in Bozen, mit einer beachtlichen Gesamtleis- Zum zweiten Mal wurden heuer auch die 30 tung von 769,7 Millionen Euro und einem Ge- größten Genossenschaften des Landes erfasst. winn von 8,6 Millionen Euro. Unter die 100 gewinnstärksten und vermögendsten Unternehmen Südtirols haben es heuer aus dem Wipptal die Auto-Plose Sadobre GmbH und die Wolf System GmbH, beide aus Freienfeld, geschafft, gelistet auf Rang 50 mit einer Gesamtleistung von 67,6 Millionen Euro bzw. auf Rang 59 mit einer Gesamtleistung von 60 Millionen Euro. Auf Rang 118 hat sich die Wipptaler Bau AG eingereiht, auf Platz 152 folgt die Troyer AG, wenig dahinter auf Rang 171 die Die Sterzinger Mader GmbH zählt mit einem Gesamtleistungszuwachs von Mader GmbH. Ebenfalls im Ranking 58,1 Prozent zu den größten Aufsteigern des Jahres. der Top 300 gelistet sind die OssanMit einer Gesamtleistung von 438,8 Millionen na GmbH (198.) und die Pfiff Toys GmbH (267.). Auch unter den 30 größten Aufsteigern ist Euro im Jahr 2015 liegt hier wiederum der Verdas Wipptal vertreten: Die Auto-Plose Sadobre band der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) GmbH, die LKW-Tankstelle vor Sterzing, die zu aus Terlan auf Platz 1. Als einzige Wipptaler Ge52 Prozent der A22 gehört, landet auf Rang 3 nossenschaft in den Top-30 hat sich der Milchmit einem Gesamtleistungszuwachs von 119,3 hof Sterzing mit einer Gesamtleistung von 88,1 Prozent, die Mader GmbH liegt auf dem 8. Platz Millionen Euro von Rang 6 im Vorjahr auf Rang 5 mit einem Zuwachs von 58,1 Prozent. Mit Perso- hochgearbeitet. sst nalkosten von 14 Millionen Euro zählt die Wolf

DIE WIPPTALER UNTER DEN TOP 300 Platzierung

Ranking Top 300

Vorjahr

Unternehmen

Gesamtleistung in Mio. Euro

Gesamtleistungszuwachs 2014/15

Gewinn in Mio. Euro

Gesamtleistungsrendite

Personalkosten in Mio. Euro

Personalkostenquote

Eigenkapital in Brutto-Cashflow Mio. Euro Mio. Euro

Auto-Plose Sadobre GmbH, Freienfeld

67,6

119,3 %

0,1

0,1 %

0,3

0,4 %

0,3

Wolf System GmbH, Freienfeld

60,0

7,6 %

-0,4

-0,6 %

14,0

23,3 %

5,5

0,8

Wipptaler Bau AG, Brenner

31,5

13,2 %

1,5

4,7%

6,2

19,8 %

31,7

3,5

168.

Troyer AG, Sterzing

25,9

15,2 %

0,1

0,5 %

8,3

32,0 %

7,6

1,0

253.

Mader GmbH, Sterzing

21,6

58,1 %

0,5

2,2 %

4,3

20,1 %

6,1

1,0

198.

203.

Ossanna GmbH, Pfitsch

18,6

5,2 %

0,1

0,8 %

2,9

15,7 %

2,4

0,4

267.

280.

Pfiff Toys GmbH, Pfitsch

12,6

4,2 %

0,2

1,5 %

1,5

12,2 %

0,8

0,5

1.

50.

125.

2.

59.

67.

3.

118.

*

4.

152.

5.

171.

6. 7.

0,4

* Vorjahresvergleich nicht möglich wegen geänderter Bilanzierungsbasis

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UMWELT

Im Auftrag der Stubaier Bergbahnen hat das Sterzinger Unternehmen Leitner ropeways eine neue Zubringerbahn am Stubaier Gletscher errichtet. Es handelt sich hierbei um die erste Dreiseilumlaufbahn von Leitner in Österreich und gleichzeitig die längste 3S-Bahn in den Alpen. Zum Einsatz kamen erstmals die neuen, eleganten Kabinen mit Namen „Symphony“, die von Pininfarina entworfen wurden. Moderne Formen, der großzügige Einstieg, die Panoramafenster in Echtglas, Echtledersitze sowie WLAN in allen Kabinen sorgen für ein einmaliges Fahrerlebnis. Zudem ist diese Bahn die weltweit erste Dreiseilumlaufbahn, die mit dem zukunftsweisenden DirectDrive ausgestattet ist; dieser besticht durch geringere Lautstärke, weniger Verschleiß und Energieersparnis. Ende Oktober nahm die neue „3S Eisgratbahn“ ihren Betrieb auf und beförderte schon am ersten Tag mehr als 7.000 Besucher. Sie wurde unter zum Teil widrigen Witterungsbedingungen in nur 16 Monaten Bauzeit realisiert. Das gesamte Investitionsvolumen betrug 64 Millionen Euro. Dieses Projekt hat Leitner auch den Weg für weitere wichtige Projekte bereitet, wie etwa die weltweit höchstgelegene 3S-Bahn am Klein Matterhorn, die bis 2018 fertiggestellt sein wird. AUSBAU IN TELFS Rund 250 Mitarbeiter beschäftigt Leitner ropeways in seinem Werk im Nordtiroler Telfs, 70 kommen nach dem aktuellen Ausbau hinzu. Mittelfristig soll die Zahl der Beschäftigten auf 350 steigen. Das Werk, das in diesem Jahr um 40 Millionen Euro und 650 m2 aufgestockt wurde, hat im ver-

© Leitner ropeways

Die längste Dreiseilumlaufbahn in den Alpen

gangenen Jahr 145 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von 726 Millionen Euro beige-

tragen. Neben der Fertigung ist Telfs auch globales Ersatzteillager für Prinoth.

PR

WEIHNACHTEN MIT SANEVA Das kürzlich eröffnete Sanitätshaus im Herzen von Sterzing und die erweiterte Kosmetikpflegeabteilung der bekannten Fußpflegerin Eva Hofer bieten gemeinsam eine große Auswahl an nicht ganz alltäglichen Produkten, Geräten und Behandlungen. Pflegebedürftige finden, was Sie brauchen, um ihre Mobilität und Unabhängigkeit zu verbessern, und Ästhetikbewusste die besten Kosmetikprodukte und Anwendungen, die der Markt heute zu bieten hat. Alles, um sich „gesund & schön“ zu fühlen. Unsere Physiotherapeutin Claudia Golser plant demnächst ein Seminar zum Thema Rückenschmerzen und nach Weihnachten bieten wir eine dreitägige Make-up-Beratung mit Visagistin Irina Scarperi an. Anmeldungen direkt in unserem Fachgeschäft: 0472 766610

NATALE CON SANEVA La piccola sanitaria inaugurata di recente nel cuore di Vipiteno e il reparto di cura estetica della nota pedicurista Eva Hofer insieme offrono una vasta gamma di prodotti, dispositivi e trattamenti particolari. Chi é bisognoso di assistenza può trovare ciò che occorre per migliorare la propria mobilità e indipendenza e chi tiene al proprio aspetto estetico scoprirà i migliori prodotti e trattamenti cosmetici che il mercato è in grado di offrire. Tutto per sentirsi “sani & belli”. La nostra fisioterapista Claudia Golser sta preparando un seminario sul tema dei dolori di schiena e dopo Natale offriremo anche una consulenza make-up della durata di tre giorni condotto dalla stilista Irina Scarperi. Per le iscrizioni rivolgersi direttamente al nostro negozio specializzato: 0472 766610 Erker 12 I 16

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TOURISMUS

„Für Nostalgie und Romantik ist heutzutage kein Platz mehr“ Interview: Susanne Strickner Der Tourismus ist mit rund 370.000 Ankünften und 1,26 Millionen Nächtigungen pro Jahr einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Wipptal. Seit dem Jahr 2000 sind die Nächtigungen im Bezirk um rund 35 Prozent angestiegen. Und es gibt noch viel Potential, vor allem im oberen Segment. Der Erker hat sich mit HGV-Gebietsobmann Hermann Gögl unterhalten, warum es so schwierig ist, den Qualitätstourismus in Sterzing voranzubringen, wie das Wipptal als Ferienregion gestärkt werden könnte und welches Potential der BBT für den Tourismus birgt. Erker: Herr Gögl, wie ist die Sommer- und Herbstsaison gelaufen? Hermann Gögl: Mit dem vergangenen Sommer und Herbst sind wir sehr zufrieden. In der Hauptsaison sind alle Betten voll und eine Steigerung ist nicht mehr möglich. Wenn man aber in der Nebensaison auch gut arbeitet, macht das aufs ganze Jahr gesehen viel aus. Die Nächtigungszahlen sind in den letzten Jahren beständig angestiegen, rückläufig ist jedoch

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Hermann Gögl: „Wenn wir uns im Sterzinger Tourismus strategisch und zukunftsorientiert entwickeln wollen, müssen wir uns qualitativ steigern.“

die Aufenthaltsdauer. Der Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer ist ein Trend, der in ganz Südtirol zu beobachten ist. Grundsätzlich ist es so, dass nicht mehr der klassische Jahresurlaub – einmal im Sommer, einmal im Winter – geplant wird. Die Gäste haben heute mehr Informationen zur Verfügung, die Erreichbarkeit ist gegeben und so fahren sie kurzfristiger weg. Man kann von London direkt nach Innsbruck fliegen, von dort ist es ein Katzensprung zu uns. Da ist auch ein Kurzurlaub von drei Tagen möglich. Dieses veränderte Reise-

verhalten können wir für uns nutzen. Während in anderen Wipptaler Orten im Tourismussektor ständig gebaut bzw. erweitert wird und vor allem Qualitätsbetten dazukommen, fehlen in Sterzing nach wie vor Betten im oberen Segment. Warum ist es so schwierig, den Qualitätstourismus im städtischen Raum voranzubringen? Schon vor Jahren wurde diese strukturelle Schwäche erkannt. Wir Gastwirte haben uns seit jeher dafür eingesetzt, den Qualitätstourismus voranzubringen,

haben aber den einen oder anderen Leitbetrieb verloren. Persönliche Entscheidungen von Unternehmerfamilien müssen akzeptiert werden. Mittlerweile haben sich einige Strukturen sehr gut entwickelt, jedoch immer außerhalb des unmittelbaren Stadtzentrums. So gilt das Parkhotel „Zum Engel“ als eine Art Leitbetrieb im höheren Segment und auch das Sporthotel „Zoll“ hat sich qualitativ entwickelt. Diese Strukturen am Stadtrand haben einen Riesenvorteil: genügend Platz. Direkt im Stadtzentrum sind das Platzangebot und die Möglichkeiten, eine Immobilie so zu entwickeln, wie es der Markt heute erfordert, sehr eingeschränkt. Im urbanen Gebiet hat man in Bezug auf den Baugrund mit riesigen Investitionskosten zu kämpfen. Zudem ist das Bauen selbst aufwendiger. Gab es in den vergangenen Jahren Fortschritte? Die Entwicklung der letzten Jahre geht in die richtige Richtung. Die Unternehmer haben das Problem erkannt und brauchen nun Partner, vor allem in der öffentlichen Verwaltung, welche die nötigen Voraussetzungen schaffen. Der Fall „ASPIAG-Hotel“ hat gezeigt, dass die Suche nach Investoren nicht so einfach ist, wenn das Konzept nicht überzeugt. Es


genügt nun einmal nicht, zu sagen „Wir brauchen Betten, egal welcher Art“. Diese Strategie ist auch in anderen Wipptaler Gemeinden gescheitert. Aus dieser „Niederlage“ muss jetzt eine Lehre gezogen werden: Es ist wichtig und richtig, den Unternehmer mit seiner Idee in den Mittelpunkt zu stellen und zusammen mit ihm die Möglichkeiten für eine Investition zu schaffen. Wenn wir uns im Sterzinger Tourismus strategisch und zukunftsorientiert entwickeln wollen, müssen wir uns qualitativ steigern – und das geht nur über mehr Platz und Kubatur. Einschränkungen in unseren baulichen Möglichkeiten gibt es schon genug: die Nachbarschaft, den Denkmalschutz und künftig auch den Ensembleschutz. Die Betriebe erkennen, dass das, was derzeit realisiert werden kann, am Markt vorbeigeht – und verhalten sich entsprechend passiv. Was könnte die Stadtverwaltung tun, um die nötigen Voraussetzungen zu schaffen? Es gilt, die Weichen im Ensembleschutzplan so zu stellen, dass auch morgen noch eine touristische Entwicklung möglich ist. Das Land hat es vorgemacht und die Kubaturbeschränkung im Ortskern für den Tourismus aufgehoben. Was aber nützt die Kubatur, wenn ein realistisches Investitionsszenario nicht entwickelt werden kann? Wir fordern endlich Konsequenzen aus dem jahrelangen Gerede, unabhängig vom politischen Geplänkel, das unsere Gemeinde seit einiger Zeit dominiert. Seit über zwei Jahren liegt in der Gemeinde ein Entwurf zum Ensembleschutzplan auf. Das hat auch seinen Grund. Der Entwurf sieht nämlich vor, die gesamte Alt- und Neustadt pauschal unter Ensembleschutz zu stellen. Das wäre ein Schritt mit weitreichenden Konsequenzen – nicht nur für die Entwicklung des Tourismus in der Wiedergewinnungszone. Es ist wichtig, dass sich auch historische Gastbetriebe und andere Unternehmen in der Innenstadt mit historischen Wurzeln in der Gegenwart und in der Zukunft bewähren und entwickeln können. Ein Betrieb in unserer Branche, der keine Entwicklungsmög-

lichkeiten hat, wird mittelfristig keine Chance haben. Hier sehe ich dringend Handlungsbedarf. Der Roßkopf bleibt ein Sorgenkind. Jeder, der sich für den Roßkopf einsetzt, verdient meiner Meinung nach Anerkennung. Über Jahrzehnte wurden immer wieder viele Lösungswege aufgezeigt, um das Ruder herumzureißen. Gefehlt hat dabei aber stets ein schlüssiges Konzept für die Finanzierung. Dass jeder für den Roßkopf das Beste will, aber jeder nur seinen eigenen Weg gehen will, ist das große Problem. Gehen kann es nur gemeinsam – mit einer realisierbaren Vision. Wie man die Probleme löst – ob mit einer Verbindung mit Ladurns oder mit einer Abfahrt nach Gossensaß oder Sterzing – ist doch sekundär. Es geht darum, den Skibetrieb weiterzuführen. Alles andere, wie rodeln oder wandern, ist zwar eine Attraktion, die unser Angebot bereichert, aber touristisch gesehen ist im Winter allein der Skibetrieb eine Kernkompetenz. Nun geht es vor allem darum, wie sich die großen Player verhalten. Wir werden jedenfalls alle Bemühungen unterstützen, damit der Skibetrieb weitergeht. Ohne eine entsprechende Finanzierung ist aber jede Zukunftsvision umsonst. Für Nostalgie und Romantik ist heutzutage kein Platz mehr. Bei HGV-Versammlungen haben Sie mehrmals die Wichtigkeit der Vernetzung mit den Nachbargemeinden betont. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll, die drei Wipptaler Tourismusvereine zusammenzuschließen, um Synergien zu nutzen und das Gebiet besser zu positionieren? Das ist eine Schlüsselfrage, der wir uns im Moment stellen müssen. Kürzlich ist mir ein Erker-Interview mit Altlandeshauptmann Luis Durnwalder aus dem Jahr 2006 untergekommen, in dem er sagt, wir Wipptaler sollen weniger kritisieren und mehr zusammenhalten. Damit hat er nach wie vor Recht. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass das Wipptal ein gemeinsames touristisches Angebot hat und eine gemeinsame Vermarktung braucht. Was spricht Erker 12 I 16

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TOURISMUS dann noch gegen eine gemeinsame Verwaltungsstruktur? Je größer die Struktur wäre, umso stärker wären wir aufgestellt. Wenn man die Entwicklungen auf Landesebene anschaut und wo wir als Wipptal strategisch, wirtschaftlich und politisch stehen bzw. welchen Einfluss wir noch auf Entscheidungen haben, dann sollten wir uns am Riemen reißen und gemeinsam reagieren. Wir könnten als Tourismusbranche die Ersten sein und einen neuen Weg aufzeigen. Eine gemeinsame Struktur mit fast 1,5 Millionen Nächtigungen wäre meiner Meinung nach schon eine starke und wahrnehmbare Stimme. Die landesweite Reform der Tourismusorganisationen, die 2018 über die Bühne gehen soll, würde sich für eine Fusion der Tourismusvereine anbieten. Derzeit arbeiten wir an einem Projekt, das Marketing im Wipptal gemeinsam zu gestalten. Wenn die Zusammenführung von Produktentwicklung und Werbung gut funktioniert und harmonisch zusammengearbeitet wird, dann ergibt sich die gemeinsame Verwaltungsstruktur von selbst. Wie könnte die Ferienregion Wipptal aufgewertet werden? Es geht in erster Linie darum, einen gemeinsamen Auftritt zu finden. Die Ferienregion „Wipptal“ ist sozusagen ein Kunstbegriff, der am Markt komplett unbekannt ist. Wir müssen schauen, welche Begriffe der Markt kennt und was unsere Stärken sind. Im Rahmen der Marketingzusammenarbeit orientieren wir uns an Marktstudien und haben versucht, gemeinsam eine Begriffsdefinition festzumachen. Darauf müssen wir jetzt aufbauen.

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Ein Südtirol-Urlaub wird oft mit Wein- und Obstbau, Sommer, Sonne, Sonnenschein verbunden. Wir im Wipptal haben viel mehr zu bieten. Wir haben zwei Landesmuseen, mit Ratschings ein super Skigebiet, dazu zwei kleinere Skigebiete, die zusätzlich Attraktivität bringen, die Stadt Sterzing, die als touristische Attraktion durchaus wertvoll ist, unsere wunderschönen Ferientäler ... Im Gegensatz zu anderen Gebieten sind wir ein Vier-Saisonen-Standort und haben unsere starken Familienbetriebe. Das ist etwas, was andernorts ein bisschen verloren gegangen ist. Unsere Familien nehmen sich nicht zurück, sondern strengen sich noch mehr an, stehen selbstbewusst zu ihren Betrieben und sind stolz auf das, was sie jeden Tag leisten. Das ist auch Lebensqualität. An reisestarken Wochenenden versinkt das Wipptal im Verkehr, was die Attraktivität der Ferienregion nicht gerade steigert. Ein Verkehrsproblem hat nicht der Brenner oder Sterzing, sondern ganz Südtirol. Wenn ich heute im Passeiertal oder in Gröden gebucht habe, muss ich über den Brenner erst einmal drüber. Es ist nicht fair, dass heute in Gröden die Pässe bemautet werden sollen, weil der Verkehr die Destination beeinträchtigt, und wir Wipptaler müssen an der „Zubringerstrecke“ den ganzen Reiseverkehr schlucken. Ich hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, auf diese Ungerechtigkeit hinzuweisen. Wir brauchen auf jeden Fall für diesen Nachteil des Brenners bzw. der Autobahn eine Entschädigung, denn Südtirol will erreichbar sein

und bleiben. Schnelle, funktionierende Verbindungen und der Anschluss an das internationale Schienennetz sind für den Tourismus von großer Wichtigkeit. Der Bahnhof Sterzing ist nun aber nicht unbedingt ein positives Aushängeschild für die Stadt. Im Investitionsplan des Landes sind künftig Modernisierungen gewisser Trassen vorgesehen. In diesen Plänen scheint aber das Wipptal – zumindest noch – nicht auf. Auch hier müssen wir uns bemerkbar machen, denn wir brauchen Infrastrukturprojekte, wir brauchen eine attraktive Bahnhofstruktur und eine funktionierende Zuglinie, die uns mit Franzensfeste verbindet, wo morgen das Portal des BBT sein wird. Auch hier sollten wir uns auf die Hinterfüße stellen. Wie sehen Sie das Potential des BBT in touristischer Hinsicht? In touristischer Hinsicht wurde immer von einem gewichtigen Investitionsschub in der Bauphase des BBT gesprochen. Bis jetzt können aber bei weitem nicht so viele Frequenzen generiert werden, wie anfangs erwartet wurden. Eine Bereicherung ist sicher die Etablierung der Festung Franzensfeste als Museum, als ein neuer „Leuchtturm“ am Rande des Wipptales. Was die Umleitung der Tourismusströme betrifft, sollten wir keine Angst haben, sondern die Vorteile erkennen. Wir holen heute schon unsere Leute am Innsbrucker Flughafen ab und werden das morgen auch gerne am 20 km entfernten Bahnhof Franzensfeste tun. Für die Stärkung der Bahnverbindung durch das Wipptal gilt es

zu kämpfen. Alles an Verkehr, was auf die Schiene gebracht werden kann, wird für unser Gebiet eine Stärkung der Attraktivität bringen. Allein wenn es gelingt, einen Großteil der LKW in den Tunnel zu leiten, würde sich die Verkehrsbelastung im Wipptal merklich verringern. Ihre Aussichten auf den bevorstehenden Winter? Wir hoffen auf einen schneereichen Winter. Ich bin froh, dass es am Roßkopf vonseiten der Betreibergesellschaft gelungen ist, eine Investition in die Wasserversorgung und Beschneiung zu tätigen, die mehr Schneesicherheit bringen soll. Es ist wichtig, dass der Skibetrieb unabhängig von Wetterkapriolen gewährleistet werden kann. Wenn wir das in Zukunft erreichen, sind wir auf einem guten Weg, da unsere Destination nach wie vor von Gästen geschätzt wird. Wir haben mit heutigem Stand gute Voraussetzungen, pünktlich nach Programm den Winter zu eröffnen. Dabei sollte man die Anstrengungen nicht unterschätzen, die alle Verantwortlichen rund um die Betriebe der Aufstiegsanlagen auf sich nehmen, um das zu gewährleisten. Vergessen wir nicht die neue Investition in Ratschings. Die neue Sesselbahn ist für den Bezirk als Ganzes ein starker Impuls. Auch Ridnaun mit seiner Langlaufloipe wird sich heuer im Dezember anders präsentieren als im vergangenen Jahr – das gilt auch für das Pfitschtal mit seiner einzigartigen Kulisse für alle Wintersportler. Heuer unterscheidet sich der Start in die Saison signifiE kant vom letzten Jahr.


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PR

Danke

Grazie

„WENN ICH NUR AUSSTEIGEN KÖNNTE ...“ SKIGEBIET RATSCHINGS-JAUFEN ERÖFFNET ERSTE 8ER-SESSELBAHN ITALIENS

OHNE EUCH WÄR’ DER ERKER NUR HALB SO BUNT! Wir danken unseren fleißigen Werbekunden, wünschen allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr und freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit! Das Erker-Team

SENZA DI VOI L‘ERKER NON SAREBBE COSÌ VARIOPINTO! Ringraziamo i nostri pubblicitari, auguriamo e un felice anno nuovo. collaborare con voi

affezionati clienti a tutti buone feste Siamo lieti di poter anche in futuro.

Il team dell‘Erker

Achtung: Ein Skitag im Skigebiet Ratschings-Jaufen bietet äußerst hohes Suchtpotential! Schon beim Einstieg in die vollautomatisierte 8er-Kabinenbahn mit atemberaubendem Blick auf die beeindruckende Ratschinger Bergwelt werden Skifans auf unbegrenztes Skivergnügen in einem weitläufigen Gelände eingestimmt. Nicht umsonst zählt das beliebte Skiparadies zu den modernsten Skigebieten in ganz Südtirol. Absolut bequem wird es dann auf dem rundum erneuerten Enzian-Lift, wo über die Sommer-

monate vom Sterzinger Unternehmen LEITNER ropeways die erste 8er-Sesselbahn Italiens realisiert wurde. Die hochmodernen LEITNER Premium Chairs, hier südtirolweit erstmals eingesetzt, sorgen für ein exklusives Aufstiegsvergnügen. Auf den ergonomisch geformten Echtledersitzen, von der Automobilindustrie inspiriert, machen jede Fahrt zu einem einzigartigen Highlight. Verriegelbare Sicherheitsbügel und Einzelfußraster sowie ein automatischer Hubtisch sorgen für maximale Sicherheit, auch für kleine Pistenflöhe. Auf Nachhaltigkeit setzt die Bahn mit dem DirectDrive Standard, einem effizienten getriebelosen Antrieb, der


auch die Umwelt schont. Komfortable Wetterschutzhauben sorgen auch an weniger schönen Tagen für Behaglichkeit. Da Skitage jedoch nicht nur im Lift verbracht werden, wartet das Skigebiet Ratschings-Jaufen mit 20 verschiedenen Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden (leicht bis mittelschwer) auf. Zwischen 1.300 und 2.150 m

Meereshöhe sorgen rund 25 absolut schneesichere Pistenkilometer für unbegrenztes Skivergnügen. Wer wissen will, wie viele Pistenkilometer und Höhenmeter er an einem Skitag zurückgelegt hat, kann sich einen persönlichen Skiline-Account anlegen. Wem es auf den „gewöhnlichen“ Pisten zu langweilig zugeht, kommt in der Funslope

und im Funpark, die das Beste aus Piste, Snowpark und Cross kombinieren, voll auf seine Kosten. Dazu aufregende Buckelpisten, ein Kinder-Skiland, eine fünf Kilometer lange Rodelbahn, eine Höhenloipe sowie ein Skiwanderweg: Nicht umsonst wurde das Skigebiet Ratschings-Jaufen bereits mehrmals ausgezeichnet. Und am Ende eines langen Skitages

kann die Ausrüstung ganz bequem im großen Skidepot mit integrierter Belüftungs- und Desinfizierungsanlage eingestellt werden. Das Skigebiet Ratschings-Jaufen ist unter Schnee-Vernarrten längst kein Geheimtipp mehr. Doch wir haben Sie vorgewarnt: Es bietet Suchtpotential – und das in einer gehörigen Portion!

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TOURISMUS

„Wie mein zweites Zuhause“ Gossensaß aus der Sicht eines Gastes Der Marktflecken Gossensaß, 1908 von Kaiser Franz Joseph I. zur Marktgemeinde erhoben, einst Nobeltourismusort von hohem Range, ist im Fremdenverkehr lange schon in die hintere Reihe zurück gefallen. Hauptursache dafür ist der leidige Brenner-Straßenverkehr durch die Ortschaft, der trotz Brenner-Autobahn wieder besonders an Wochenenden lawinenartig durch das Dorf rollt. Besonders die Baulichkeiten entlang der Brennerstraße leiden darunter und haben bis heute nur zaghaft Erneuerungen erfahren. Wie sagte doch einmal ein Gast aus der Partnergemeinde Hechendorf am Pilsensee in Bayern: „Wenn ich abends durch Gossensaß fahre, kommt es mir vor, als würde ich durch ein früheres DDR-Dorf fahren: schwache Beleuchtung, dunkle, alte Häuserfassaden und Leere ...“ Und was sagt Aila Mattei aus Florenz? Die Touristin hat heuer bereits zum 63. Mal ihre Sommerferien in Gossensaß verbracht.

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Erker: Frau Mattei, Sie verbringen schon seit 63 Jahren Ihre Sommerferien in Gossensaß. Was sind Ihre schönsten Erinnerungen? Aila Mattei: Am schönsten sind meine Kindheitserinnerungen.

lie Gogl in Tennewies. Dort spielte ich mit den Kindern, als ob ich eines der ihren wäre. Ich habe die Kühe gemolken und die Hühner gefüttert. Einmal gab ich den Likör Marsala in das Hühnerfutter und wir Kinder hatten unsere helle Freude, als die Hennen herumtorkelten. Ich bekam eine Strafe von meiner Mutter und auch Frau Gogl schimpfte heftig. Als wir bei der Familie Gogl wegen der steigenden Kinderzahl keinen Platz mehr bekamen, wechselten wir zum Gasthof „Moar“ und 1970 in das Hotel „Erna“. Seit 1972 wohnten wir bzw. wohne ich im Gasthof „Nussbaumer“, auch Aila Mattei (l.) mit ihrem Vater bei einer Feier im Gasthof wenn dieser offiziell ge„Nussbaumer“ schlossen hat. Welche Beziehung Ich wohnte mit meinen Eltern, haben Sie zu Gossensaß? die inzwischen verstorben sind, In all den Jahren habe ich in Gosab dem Jahr 1953 bei der Famisensaß viele Menschen kennen-

gelernt, einige von ihnen wurden wahre Freunde. Ich lernte auch die deutsche Sprache. Welche negativen Erfahrungen machten Sie in Gossensaß? Dass die Hühnerspiel-Lifte, einer nach dem anderen, geschlossen wurden, tat mir sehr leid. Mit diesem großen wirtschaftlichen Einschnitt begann meines Erachtens der touristische Niedergang von Gossensaß. In der Folge schlossen Geschäfte, die Abendlokale beendeten ebenfalls ihre Tätigkeit, es kamen immer weniger Gäste. Es war einfach nichts mehr los im Dorf. Warum kommen Sie trotzdem immer wieder nach Gossensaß? Ich habe Gossensaß einfach lieb gewonnen, es wurde mein zweites Zuhause. Ich kehre immer wieder gerne hierher zurück und, so Gott will, möchte ich auch im nächsten Sommer wiederkommen. Interview: Günther Ennemoser


BRENNER

Outlet Center wichtiger Arbeitgeber

© Outlet Center Brenner Archiv

Eine kürzlich vorgestellte Studie zur Beschäftigungssituation in

Einkaufszentren behandelt auch das Outlet Center am Brenner. Anders als die neuen Einkaufszentren – wie etwa das Twenty in Bozen – ist das DOB Outlet Center nicht in unmittelbarer Nähe eines bestehenden Supermarktes entstanden, sondern wurde gänzlich neu erbaut. 420 Beschäftig-

te zählte das DOB bei der Eröffnung im Jahr 2007, heute sind es bereits 670. Es wurde festgestellt, dass das DOB sich als einmalige Chance für den Brenner erwiesen habe. Nach jahrelangen Verlusten von Arbeitsplätzen bei Zoll und Speditionen erholten sich die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt an der Landesgrenze. Man rechne in Zukunft damit, dass sich der Aufwärtstrend in Sachen Beschäftigung am Brenner auch weiterhin konstant fortsetzen wird und damit ein positiver Effekt für die lokale Wirtschaft und den Arbeitsmarkt erzielt werden kann.

Wipptaler Haubenküche Die Südtiroler Haubenküche kann sich sehen bzw. schmecken lassen. Das beweist auch der neue Gault Millau Guide. Wurde in den letzten Jahren ein eigener regionaler Guide für Südtirol veröffentlicht, so sind die Südtiroler Spitzenköche in diesem Jahr im Anhang des Gault Millau Österreich und Gault Millau Deutschland vertreten. Unter den ausgezeichneten Haubenküchen befinden sich auch vier Wipptaler Betriebe: „Kleine

Flamme“ und „Arbor“ in Sterzing, „Pretzhof“ in Tulfer/ Pfitsch

und „Romantik Hotel Stafler“ in Mauls, das auch vom renommierten Gourmetführer Michelin mit zwei Sternen bedacht wurde.

RATSCHINGS

Neuer Ortstaxen-Tarif ab 1. Jänner Per Landesgesetz wurde am 1. Jänner 2014 die Gemeindeaufenthaltsabgabe (Ortstaxe) eingeführt. Zur Zahlung der Abgabe sind alle Gäste ab 14 Jahren verpflichtet, die in Beherbergungsbetrieben übernachten. Im Gemeindegebiet Ratschings werden die Tarife nach 2015 mit 1. Jänner 2017 bereits zum zweiten Mal erhöht. Bisher hat jeder Gast ab 14 Jahren in Beherbergungsbetrieben mit vier und fünf Sternen 1,60 Euro pro Nacht bezahlt, in 3-Sterne-Betrieben 1,30 Euro und

1 Euro in allen anderen Betrieben. Ab 2017 wird dieser Tarif um jeweils 20 Cent angehoben und beträgt somit in Gastbetrieben mit vier und fünf Sternen 1,80 Euro pro Nacht, in 3-Sterne-Betrieben 1,50 Euro und in allen anderen Beherbergungsbetrieben 1,20 Euro. Für die Gemeinden ist die Abgabe aber nur ein Durchgangsposten, 85 Prozent davon erhalten die örtlichen Tourismusvereine, 15 Prozent gehen an den Tourismusverband Eisacktal bzw. Eisacktal Marketing. Erker 12 I 16

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UMWELT

Operation „Mare Nostrum 2“ oder „Befreit das Meer vom Müll!“ Erdnussbutter-Bananen-Schokochipcookies, Apfelminzsmoothie mit Chiasamen, Cranberrypancakes mit Ingwercreme, Vanillehaferbrei mit frischen Beeren oder herzhafte Kartoffelrösti mit hausgemachtem veganen Nusskäse zum Frühstück? Manchmal fiel es mir schwer, mich für eine Sache zu entscheiden. Die 15-köpfige Sea-Shepherd-Crew auf dem Trimaran namens „Brigitte Bardot“ liebt einfallsreiches veganes Essen. Was es auch gibt, am Ende bleibt sowieso nichts übrig. Also raus aus den Federn und los in die „Galley“, die Bootsküche. Bis um 8.00 Uhr sollte das Frühstück vorbereitet sein, danach folgten wir dem Putzplan, bevor es mit dem Tauchen losging. Diesen Sommer habe ich wieder so einiges gelernt, erlebt und gesehen. Für fast drei Monate war ich als Taucherin, Unterwasserfilmerin, Deckhand und zeitweise vegane Küchenchefin auf einem SeaShepherd-Schiff unterwegs. Die Operation „Mare Nostrum 2“, die Fortsetzung der Geisternetz- und

Magdalena Gschnitzer aus Gasteig ist seit mehreren Jahren als Umwelt- und Meeresschutzaktivistin auf der ganzen Welt unterwegs.

Plastikkampagne von 2015, war wieder ein voller Erfolg. Insgesamt beseitigte die Crew im Mittelmeer 4 km an Geisternetzen und 38 Schlauchboote, anderer Plastikmüll wurde ebenfalls tonnenweise aus dem Meer gefischt oder am Strand gesammelt. In diesem Jahr startete die Kampagne vor Marseille, wo wir tagsüber als Taucher an verlorengegange-

Oft verheddern sich Fische und andere Meerestiere im Müll und verletzen sich dabei.

nen oder verhedderten und zurückgelassenen Fischernetzen arbeiteten, die darin gefangenen Tiere befreiten und die Netze entfernten. Nachts patrouillierten wir gegen illegale Fischerei. Danach ging es für vier Wochen nach Lesbos in Griechenland. Wir hörten von der dortigen Müllproblematik. Jeden Tag kommen Boote mit Flüchtlingen auf der Insel an,

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„... schließt ihr jetzt wirklich oder macht ihr wieder nur einen großen Ausverkauf?“ Diese Frage stellen uns unsere Stammkunden zurzeit täglich. Und es ist ja nicht so abwegig. Schließlich haben wir bereits vor zwei Jahren einen Totalausverkauf gemacht. Und dann doch nicht geschlossen. Aber leider ist es diesmal endgültig. Bis zum 24. Dezember haben wir unseren großen Totalausverkauf mit Rabatten bis zu 80 Prozent und schließen dann endgültig. Bis dahin hat unser Team noch alle Hände voll zu tun. Schließlich nutzen viele Kunden die Möglichkeit, das gesamte Drescher-Papier-Sortiment zu stark reduzierten Preisen einzukaufen.

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die sich von der Türkei her über das Meer nach Griechenland durchschlagen, weil sie von einer besseren Zukunft träumen. Die meisten der Schlauchboote taugen für diesen Zweck nicht viel, und noch weniger Schutz bieten die Sicherheitswesten, die man den Flüchtlingen für 100 Euro pro Stück fast aufzwingt. Würde man sich auf diese verlassen, könnte man sich genauso gut Steine an die Füße binden. Weil diese Dinge von sehr minderer Qualität sind, werden sie an den Stränden zurückgelassen. Manchmal gehen sie auf See verloren und sinken auf den Grund des Meeres. Der Großteil der heuer geborgenen kaputten Schlauchboote stammt von dort. In Zusammenarbeit mit einem Flüchtlingscamp haben wir uns darum gekümmert, dass die alten Schlauchboote für eine Upcycling-Aktion im Camp verwendet werden können. Aus den abgenutzten Schlauchbooten werden u. a. Schmuck, Tragetaschen, Gürtel und Geldbörsen gefertigt und verkauft, wobei der Erlös wieder für einen guten Zweck verwendet wird. Einige Flüchtlinge teilten ihre Erfahrungen mit uns, lustige, aber auch sehr traurige. Ich hörte Geschichten über Liebe, Zusammenhalt und Todesangst. Es geschah einmal in diesem Sommer, dass ein Boot kenterte, wobei die halbe Besatzung ihr Leben verlor. Einer der Überlebenden erzählte uns, wie er über 14 Stunden mit dem Leichnam eines Mädchens auf dem Arm über die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland um sein Leben schwamm, wie er das Mädchen nicht einfach loslassen konnte, obwohl er wusste, dass sie bereits gestorben war. Wenn man diese Erfahrungen im Kopf behält, fällt es einem um so schwerer, nicht darüber nachzudenken, wem wohl der Schuh gehört hatte, den man in 20 m Tiefe fand. Was ist aus dem Menschen geworden, der ihn trug? Nach der Zeit auf Lesbos segelten wir vier Tage lang ohne Pause in Richtung Korsika. Dort warteten weitere Geisternetze darauf, gefunden und entsorgt zu werden. Bei der Überfahrt haben wir in Zweiergruppen abwechselnd das Boot gesteuert und den Kurs überwacht, wobei

man die genauen Kollisionsverhütungsregeln kennenlernt. Das Schiff ist als Trimaran sehr speziell konstruiert, was man auf See auch schnell merkt. Viele werden zu Beginn bereits etwas seekrank, da man bei jeder kleinsten Welle stark hin und hergeschaukelt wird. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich jedoch daran und beginnt das Schaukeln zu genießen, besonders in der Nacht. Die letzten Tauchgänge der Kampagne verbrachten wir auf einer Fischzuchtfarm. Diese Momente werde ich nie vergessen. Jeder einzelne der gezüchteten Fische hatte Wunden, offene oder bereits verheilte, keiner hatte die Schwanzflosse auch nur zum Teil in Ordnung, viele hatten einen deformierten Körper. Das Licht meiner Kamera zog die Tiere an, sie kamen näher, folgten der Kamera und schauten mit einem traurigen Blick in meine Augen, als wollten sie mich fragen, wie ich es geschafft habe, außerhalb dieses Netzes in Freiheit zu schwimmen und warum sie aber gefangen sind. Für kurze Zeit fühlte ich mich den immensen, 20 m hohen Netzgiganten hilflos ausgesetzt. Ich war erstarrt und dachte nur daran, wie egoistisch wir Menschen doch sind, dass wir ein Leben vom anderen so stark unterscheiden. Noch mehr schockte mich der Moment, als ich unter die Netze tauchte. Mindestens 30 bis 40 tote Fischkadaver hingen am Grund eines jeden Netzes, von den meisten nur noch Gräten übrig. Die Tiere sterben in den Netzen, vielleicht an Krankheiten, Infektionen, nicht genügend Platz … Die Einzigen, die es wirklich interessiert, sind die Gelbflossenthunfische, die mit ihrer enormen Geschwindigkeit an uns vorbeisausen, um Fleischstücke aus den Kadavern zu beißen. Und uns! Wir filmten diese Bilder mit Tränen in den Augen und gaben uns nach dem Tauchgang ein Versprechen: Dass wir nicht darüber schweigen werden und diese Erlebnisse mit unseren Mitmenschen teilen. Schlimme Bilder in meinem Kopf und zugleich jene Bilder, die mich antreiben, niemals aufzugeben. Wir Menschen müssen unser Handeln überdenken! Bitte schaut nicht weg, nur weil es einfacher ist! Magdalena Gschnitzer Erker 12 I 16

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UMWELT

Räude dehnt sich weiter aus Seit Jahrzehnten bedroht die Gamsräude den Wildbestand im Wipptal. Die tödliche Seuche breitet sich immer weiter aus. 2015 haben Jäger 24 erkrankte Gämsen erlegt oder tot aufgefunden, heuer waren es bereits 27. Der Tod lauert unterm Fell. Grabmilben (Sarcoptes), 0,2 bis 0,4 mm groß, nisten sich in der Haut des Gamswildes ein, ernähren sich von den Hautzellen und Gewebeflüssigkeit und schaffen es, das Wild innerhalb von sechs Monaten dahinzuraffen. Der Leidensweg ist qualvoll: Milbenkot juckt so stark, dass sich Gämsen beißen sowie mit Hufen und Hörnern kratzen oder sich an Felsen und Bäumen scheuern. Die Haut wird

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rissig und schuppig. Haare fallen großflächig aus, Bakterien dringen ein und verursachen Entzündungen, Körperfunktionen verlangsamen sich, die meisten Gämsen verenden an Erschöpfung. Da Gämsen Rudeltiere sind, ist die Ansteckungsgefahr groß. Wenn eine Gämse offensichtlich schwer erkrankt ist und leidet, wird sie erlegt. Um Gamsbestände so gesund wie möglich zu halten, sollte die Dichte nicht zu hoch sein, denn sehr hohe Bestände sind automatisch schwächer. Wo die Räude einmal aufgetreten ist, bleibt sie auch. Ein völliges Verschwinden ist noch nie festgestellt worden, so der Südtiroler Jagdverband. In den 1970er Jahren ist die Gamsräude erstmals in Südtirol aufgetreten. Im Wipptal besteht der

Jagdaufseher Hermann Gruber hat Ende August oberhalb von St. Jakob in Pfitsch einen fünfjährigen Gamsbock von seinem Leiden erlöst.

Seuchenherd schon seit einigen Jahren, betroffen sind vor allem die Reviere Wiesen und Pfitsch. 2015 gab es im Bezirk 24 Räudefälle, davon neun im Revier Wiesen und die restlichen in Pfitsch.

„Erstmals gab es im vergangenen Jahr auch einen Fall auf der orografisch linken Talseite am Pfitscher Joch“, so Jagdaufseher Hermann Gruber. Heuer wurden bisher bereits 27 Fälle gemeldet, da-


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KRYSTALLOS: NAHRUNG FÜR DIE SEELE von drei in Wiesen und fünf auf der linken Talseite. Seit 2008 fanden im Bezirk 231 erkrankte Gämsen den Tod, nur 34 davon waren Fallwild, der Rest wurde erlegt. „Die Dunkelziffer liegt also weit höher“, so Gruber. Aktuell breitet sich die Räude in Pfitsch auf beiden Talseiten taleinwärts aus. „Da der Räudezug bereits die orografisch linke Seite des Pfitschertales erreicht hat, ist eine Ausbreitung in Richtung Süden, etwa im Revier Trens, nur noch eine Frage der Zeit“, so Bezirksjägermeister Franz Plattner. Der Südtiroler Jagdverband rechnet mit einer Ausbreitung von durchschnittlich 6 km pro Jahr. GEFAHR FÜR STEINWILD „Sollte der Räudezug die Eisackfurche überschreiten, egal ob im südlichen oder nördlichen Wipptal oder im Eisacktal, ist die Gefahr für die großen Steinwildkolonien Südtirols sehr groß“, so Platt-

ner. Gefährdet wäre beispielsweise die Kolonie „Tribulaun“, eine der besten Steinwildkolonien Südtirols. Das Steinwild kommt in diesem Gebiet in sehr hohen Dichten bezogen auf den potentiellen Lebensraum vor, wodurch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko gegeben ist. „Die Übertragung der Räude erfolgt hauptsächlich von Tier zu Tier, und beim Steinwild sind Berührungen untereinander verglichen mit dem Gamswild wesentlich häufiger. Auch die Widerstandsfähigkeit beim Steinwild ist im Vergleich zum Gamswild geringer“, gibt Plattner zu bedenken. In Gebieten, in denen Steinwildkolonien existieren und Räude auftrat, konnten in der Vergangenheit immer wieder große Einbrüche bei den Steinwildpopulationen beobachtet werden. „Im Sellagebiet beispielsweise sind die Steinböcke so gut wie ausgestorben“, so der Bezirksjägermeister. sst

Das Mysterium ureigener Ausstrahlung eines edlen Steines streift unsere Seele sehr subtil, hinterlässt aber einen Sturm an Gefühlen. Edelsteine küssen unseren Geist wach und fordern ihn auf, sich mit ihnen zu beschäftigen. Folgen wir dieser Aufforderung, so ruht unsere Aufmerksamkeit eine Weile in der Aura des „Juwels“ und das Pulsieren der Zeit wird für einen Moment ruhiger. Dann erfüllt uns eine Sehnsucht, in ihm zu versinken, mit ihm zu verschmelzen oder einfach mit ihm wegzuträumen. Wir wollen ihn besitzen, um immer wieder dieses Bedürfnis zu wecken. Solche Steine zeigen wir Ihnen! Das „KRYSTALLOS“ Team wünscht Ihnen ein schönes Fest in Harmonie! www.krystallos.it

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GESELLSCHAFT

Gefahren im Internet Interview: Renate Breitenberger Im Gespräch mit Francesco Campisi, Mitarbeiter der Post- und Kommunikationspolizei Bozen, einer Sondereinheit der italienischen Staatspolizei.

Erker: Herr Campisi, Straftaten im Online-Bereich nehmen weltweit zu. Ist dies auch in Südtirol der Fall? Francesco Campisi: Die Zahl der Online-Straftaten, die bei der Postund Kommunikationspolizei zur Anzeige gekommen sind, ist in Südtirol in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Hierbei handelt es sich aber nur um partielle Daten, da die Bürger auch bei anderen Polizeidienststellen der Provinz Anzeige erstatten können. Diesbezügliche Sensibilisierungskampagnen haben sicher dazu beitragen, obwohl die Zahl der Internetnutzer in der gleichen Zeitspanne zugenommen hat. Welche Straftaten kommen am häufigsten vor? Die meisten Straftaten finden wir im Bereich E-Commerce, also im Online-Handel, gefolgt von Kreditkarten-Missbrauch, Identitätsdiebstahl, Eigentumsdelikten und Kinderpornografie. Immer mehr Kriminelle halten sich im „Darknet“ auf. Was ver-

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Ein Mitarbeiter der Post- und Kommunikationspolizei bei der Arbeit

steht man darunter? Die Gesamtheit der Webseiten wird als „Deep web“ bezeichnet; dieses muss nicht unbedingt illegal sein, wird von den allgemeinen Suchmaschinen wie Google jedoch nicht indexiert. Mit dem Ausdruck „Dark web“ verbindet man einen Unterraum, der spezielle Technologien anwendet, um Inhalte zu verbergen. Darin sind all jene User unterwegs, die sich der Kontrolle der Behörden entziehen wollen, wie politische Gegner, Hacker, Kriminelle oder einfach Neugierige. Gerade in diesem Bereich führt die Polizei zunehmend stärkere Kontrollen durch. Ist es strafbar, das „Deep web“ zu nutzen?

Nein, das ist nicht strafbar. Der entsprechende Browser und die notwendigen Register für eine Quellensuche sind frei, kostenlos und legal. Im Gegensatz dazu wird von einer Nutzung des „Dark web“ abgeraten, da es zweifelsohne Gefahren in sich birgt. Eine Sondereinheit der Post- und Kommunikationspolizei führt rund um die Uhr Kontrollen durch. Unter Einhaltung der Gesetze führt die Sondereinheit der Post- und Kommunikationspolizei eine kontinuierliche Überwachung durch, was besonders der Vorbeugung, aber auch als repressive Maßnahme dient. Vereinfacht gesagt, fährt die Polizei mit einem Streifenwa-

gen auf der „Datenautobahn“ hin und her und führt Kontrollen durch. Kinderpornografie ist ein Milliardengeschäft. Mit welchen Gefühlen wird ein Polizeibeamter konfrontiert, wenn er auf Fotos und Videos missbrauchte Kinder und Jugendliche sieht? Natürlich sind die Inhalte oft sehr stark, doch ein Polizeibeamter kann da nicht einfach wegschauen. Man muss sich dabei stets bewusst machen, im Interesse aller, insbesondere jedoch der Kinder und Jugendlichen, die Opfer von Pädophilen geworden sind, zu handeln. Sie warnen Eltern eindringlich davor, Halbnackt-Fotos von ihren Kindern ins Netz zu stellen. Welche Folgen kann eine Veröffentlichung solcher Fotos haben? Generell ist aufzupassen, welche Bilder ins Netz gestellt werden. Sind sie einmal veröffentlicht, verliert man darüber schnell die Kontrolle und jeder kann sie für unterschiedliche Zwecke verwenden. Handelt es sich dabei um Fotos, auf denen nackte oder halbangezogene Kinder zu sehen sind, ist es nicht auszuschließen, dass diese Fotos auch von Pädophilen untereinander ausgetauscht werden. Minderjährige können in sozialen Netzwerken wie Facebook und WhatsApp oder bei Online-Spielen Opfer von Pädophi-


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len werden. Wie merkt ein Minderjähriger, ob hinter einem Profil ein Pädophiler steckt? Wenn man die Person nicht wirklich kennt, gibt es keine Sicherheit dafür, wer sich tatsächlich auf der Gegenseite befindet. Am besten sollte ein Jugendlicher nur einer Person vertrauen, die er aus dem realem Leben kennt. Wie kann ein Minderjähriger bestenfalls reagieren, wenn er merkt, dass sein Gegenüber ein Pädophiler ist? Es ist absolut wichtig, dass er sofort mit Eltern und Lehrpersonen darüber spricht, damit diese sofort die Behörden einschalten können. Gib es ein typisches Täterprofil? Ein „typisches“ Täterprofil gibt es nicht. Im Grunde könnte jeder ein Pädophiler sein. In den meisten Fällen ist der Pädophile jedoch ein nüchterner und sich der Sache absolut bewusster Krimineller. Welche Strafe droht ihnen? Wer kinderpornografisches Material herstellt, besitzt und verbreitet, muss mit Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren sowie einem Bußgeld von bis zu 260.000 Euro rechnen. Darüber hinaus sind je nach Fall weitere Strafen nicht auszuschließen. Eltern unterschätzen oft das Risiko, das von sozialen Netzwerken ausgeht. Wie kann man erkennen, ob ein Jugendlicher Opfer eines Pädophilen geworden ist? Missbrauch äußert sich in Schlafoder Essstörungen sowie in Verhaltensänderungen; keine Kontrolle über den Harndrang, geringe Kontrolle über den Darm, Schulprobleme, übertriebene Hygiene, Auftre-

ten von Depressionen und Angstzuständen, Panikattacken, akute Weinanfälle, soziale Isolation, kein altersgerechtes Sexualverhalten, Schuldgefühle sowie Aggressivität sind ernstzunehmende Anzeichen dafür. Kinder äußern sich nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch Gesten, Körpersprache, Spiele und Zeichnungen. Es ist daher grundlegend, die eigenen Kinder zu beobachten, ihnen zuzuhören und an das zu glauben, was sie über sich selbst erzählen. Gefährlich sind vor allem Chatrooms. Sexuelle Neugier kann Kinder und Jugendliche dazu bringen, Kontakte mit Pädophilen, die sie im Netz kennengelernt haben, geheim zu halten. Diese versuchen durch hinterlistige psychologische Manipulation, die Kinder zum Schweigen zu verpflichten. Hellhörig sollten Eltern werden, wenn Kinder plötzlich mehr Zeit im Netz verbringen, wenn sie nervös werden, sobald sich die Eltern nähern, wenn sie schnell den Computer oder das Smartphone ausschalten, wenn zu Hause Anrufe von unbekannten Personen eingehen. Ab welchem Alter sollen Kinder das Internet benutzen? Das Internet bietet unbestritten eine außergewöhnliche Gelegenheit zum Lernen, zur Unterhaltung und zur Kommunikation. Es ist aber auch ein Ort, der schlecht kontrolliert ist; bestimmte Inhalte sind für die kindliche Entwicklung sicher nicht geeignet. Daher wird empfohlen, das Netz ab einem Alter von sechs Jahren, immer im Beisein der Eltern zu nutzen, jedoch nicht täglich und nicht mehr als

30 Minuten pro Tag. Von sozialen Netzwerken sollen Kinder auf jeden Fall ferngehalten werden. Sex ist das meistgeklickte Wort im Internet. Minderjährige haben Zugriff auf Inhalte, die für ihr Alter ungeeignet sind. Welche Möglichkeiten haben Eltern, dies zu verhindern? Bei gängigen Suchmaschinen kommt es oft vor, dass pornografische Bilder erscheinen oder dass Webseiten Werbebanner mit pornografischen Inhalten enthalten. Kinder können auch mit Inhalten in Kontakt kommen, die extrem gefährlich und für ihr Alter völlig ungeeignet sind, wie etwa Webseiten oder Foren, die u. a. Anorexie oder Bulimie oder sogar Selbstmord und Gewalt verherrlichen. Daher ist es unerlässlich, dass Eltern ihren Kindern den Zugriff auf schädliche Inhalte verwehren. Dafür gibt es eine eigene, auch kostenlose Software. „Parental control“ etwa wählt die Seiten im Internet auf der Grundlage bestimmter Kriterien aus; dadurch wird vermieden, dass Kinder gefährlichen und gewalttätigen Inhalten ausgesetzt sind. Hilfreiche Webseiten sind etwa www. kinderserver-info.de, www.sicurinelweb.it, www.gianofamily.org oder www.google.it/goodtoknow/ familysafety. Aber auch die Installation eines der genannten Programme bietet keine Sicherheit, dass das Kind nicht doch Webseiten besuchen kann, die für sein Alter ungeeignet sind. Ist es sinnvoll, Kindern die Nutzung des Internets zu verbieten? Die Verwendung des Internets zu verbieten, um so mögliche Risiken

zu reduzieren, ist sicherlich eine falsche Entscheidung. Es ist jedoch notwendig, mit den Kindern einen dauerhaften und offenen Dialog zu pflegen, um an ihrer Welt zu partizipieren. Nur auf diese Weise lassen sich die Risiken verringern. In Mode ist bei Jugendlichen auch Sexting. Dabei handelt es sich um den Austausch von Fotos und Amateur-Videos mit deutlich sexuellen Inhalten, die oft mit dem Handy gemacht und über WhatsApp, Chats, soziale Netzwerke und verschiedene Anwendungen verbreitet werden. Das Phänomen hat seinen Ursprung darin, dass Teenager ein etwas verzerrtes Bild von sich selbst haben. Sie lieben es, sich an jedem Ort und auf jede Weise zu fotografieren, um sich in ihrem Freundeskreis Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wie viele Jugendliche betreiben Sexting? Einige Studien, u. a. von Telefono Azzurro und Eurispes, zeigen, dass Bilder, Texte und Sex-Videos oft von Freunden (38,6 %) erhalten werden, vom eigenen Freund oder von der Freundin (27,1 %) oder von Bekannten (9,9 %), aber auch ein hoher Anteil von Fremden (22,7 %) ist dabei. Eine 2014 durchgeführte Umfrage zeigt auf, dass 35,9 Prozent der Jugendlichen jemanden kennen, der Sexting betrieben hat. Es hat sich herausgestellt, dass Sexting sowohl für Mädchen als auch für Jungen interessant ist, wenn auch mit einigen Unterschieden: Überwiegend Männer senden und empfangen Sex-SMS oder -MMS (15,5 % gegenüber 7,1 %

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der Frauen). Ist es für einen Minderjährigen strafbar, intime Fotos von sich zu verbreiten? Ein solches Verhalten könnte unter Kinderpornografie bzw. Besitz von pornografischem Material fallen. Die vorgesehenen Strafen sind auch für Minderjährige (älter als 14 Jahre) sehr streng und sehen sowohl Gefängnisstrafen von sechs bis zwölf Jahren bzw. bis zu drei Jahren und Geldstrafen von 24.000 bis 240.000 Euro bzw. 1.549 Euro vor. Auch Cyber-Mobbing ist weit verbreitet. „Cyber-Bullying“ bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, um einem ausgewählten Opfer gegenüber absichtlich feindliches, aggressives und verleumderisches Verhalten an den Tag zu legen. Cyber-Mobbing umfasst alle Formen von Mobbing und Schikane zwischen Gleichaltrigen über Internet oder Mobiltelefone. Welche Praktiken werden beim Cyber-Mobbing verwendet? Das Ziel des Mobbers ist es, das Opfer zu belästigen, zu bedrohen und zu verspotten. Üble Nachrede, die Verbreitung verleumderischer Fotos oder Videoaufnahmen, vulgärer und unangenehmer E-Mails oder Sofort-Nachrichten (auch mit pornografischem Inhalt), von schlechten Scherzen und Witzen haben die klare Absicht zu beleidigen und zu verleumden, das Opfer absichtlich von einer bestimmten Gruppe auszuschließen oder zu isolieren. Welche Konsequenzen können einem Mobber drohen? Der Mobber, den man im Netz fast immer identifizieren kann, kann der Verleumdung beschuldigt werden. Er riskiert eine Haftstrafe von sechs Monaten bis drei Jahren oder eine Geldstrafe von nicht weniger als 516 Euro. Wird das Verhalten als Bedrohung oder Verfolgungshandlung eingestuft, droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis vier Jahren. Für den Fall, dass der Mobber auch Fotos von anderen Personen ohne ihre Zustimmung veröffentlicht, ist eine Freiheitsstrafe von sechs bis 24 Monaten vorgesehen.

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Ist das Phänomen des Cyber-Mobbings in Südtirol besorgniserregend? Dieses Phänomen gibt es auch in Südtirol, doch dank massiver Sensibilisierungskampagnen durch die Post- und Kommunikationspolizei Bozen sowie durch die Schulen ist die Lage derzeit nicht besorgniserregend. Wie sollte sich ein Opfer von Cyber-Mobbing verhalten? Ein Opfer sollte nicht auf beleidigende oder belästigende E-Mails oder SMS antworten, die Nachrichten und das Datum notieren, wann die Nachricht angekommen ist, den Nickname ändern, die Handynummer ändern, niemandem persönliche Informationen geben, besonders nicht Menschen, die man in Chats oder im Internet kennengelernt hat, sofort mit Eltern oder Lehrern sprechen und im Falle von ständigen Bedrohungen und Schikanen Kontakt mit einer Polizeidienststelle aufnehmen. Die Menschen sind allgemein kritischer geworden. Schalten sie jedoch ihren PC ein, werden sie oft unvorsichtiger als im realen Leben. Warum ist das so? Es stimmt, dass viele Menschen im Netz viel weniger vorsichtig sind als im wirklichen Leben. So gibt es Leute, die an einen Fremden für den Kauf eines Fahrzeugs im Netz eine Anzahlung von einigen tausend Euro machen, ohne sich das Auto überhaupt anzuschauen und zu kontrollieren, ob der Anbieter der rechtmäßige Besitzer ist. Würde man im Netz die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie im wirklichen Leben, wäre es viel schwieriger, Opfer von Straftaten zu werden. Im Online-Handel (E-Commerce) hört man häufig von Betrügereien. Was den Online-Handel betrifft, sind die Zahlen der Geschädigten in den vergangenen Jahren recht stabil geblieben. Die Methoden, mit denen Betrüger ihre Opfer täuschen, sind unterschiedlich. Meistens bieten sie die Ware auf falschen Auktionen oder Kleinanzeigen auf absolut legalen Verkaufsportalen an, wie etwa „eBay“ oder „Subito.it“. Die Artikel, mit denen die Käufer in die

Irre geführt werden, sind vorwiegend Artikel der letzten Generation wie Mobiltelefone und Fernsehgeräte, modische Kleidung und Trend-Accessoires, Autos, Mietwohnungen, Vermittlungsanfragen, um etwa ein Erbe von Nigeria in ein europäisches Land zu übertragen, oder Lotteriegewinne. Zu Beginn der Verhandlungen gibt sich der Täter seinen Opfern gegenüber sehr zuvorkommend und überzeugend. Er verlangt die Vorauszahlung durch eine Kontoüberweisung oder durch das Aufladen von Prepaid-Kreditkarten mittels Angabe einer IBAN-Nummer oder durch Finanz-Vermittlungsagenturen. Eine Zahlung per Nachnahme oder „PayPal“ bietet er nicht an, da er ja sonst seine betrügerischen Aktivitäten nicht durchführen könnte. Welche ist die sicherste Methode, Online-Käufe zu tätigen? Bevor man etwas online kauft, sollte man sich über den Verkäufer informieren. Man kann Überprüfungen über allgemeine Suchmaschinen machen, indem man kontrolliert, ob er schon mit früheren Betrügereien im Internet aufgefallen ist. Viele Webseiten im Online-Handel haben Bereiche mit Kommentaren und Bewertungen von anderen Käufern: So kann der Käufer auf „eBay“ am Ende einer Transaktion ein Feedback hinterlassen sowie einen kurzen Kommentar, der helfen kann, die Zuverlässigkeit des Verkäufers zu beurteilen. Lesen Sie die Verkaufsbedingungen und die Produktbeschreibung des Artikels gut durch und überprüfen Sie Preis, Steuern, Versandkosten und Zahlungsmethoden. Die Verkaufskonditionen variieren von Land zu Land. Man sollte stets das Rücktrittsrecht überprüfen, die Art und Weise und den Zeitpunkt für die Rückgabe oder die Abholung des Artikels. Bei vergleichsweise niedrigen Preisen sollte man auf jeden Fall misstrauisch sein. Entscheiden Sie sich immer für einen versicherten Versand mit Sendungsverfolgung. Die Kosten sind zwar etwas höher, aber so lässt sich jederzeit feststellen, wo sich der gekaufte Artikel befindet. E


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„Täter fast immer der Partner“ Rund ein Dutzend Frauen aus dem Wipptal haben im vergangenen Jahr Hilfe in einem Frauenhaus bzw. an einer Kontaktstelle gegen Gewalt gesucht. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten ASTAT-Studie hervor. Dabei spiegeln die Daten nicht so sehr die Häufigkeit von Gewalt an Frauen wider, sondern einzig die Häufigkeit des erfassten Phänomens. Es wird nämlich geschätzt, dass sich nur eine von 20 Frauen, die Opfer von Gewalt werden, auch tatsächlich an eine entsprechende Kontaktstelle wendet. Die Frauen, die Opfer von Gewalt und auch als solche registriert wurden, sind zumeist zwischen 30 und 50 Jahre alt. In mehr als der Hälfte aller Fälle ist der Täter der Ehemann oder Lebensgefährte. Relativ häufig scheint auch der

ehemalige Partner auf. Seltener ist ein Freund, Bekannter oder der Arbeitgeber der Täter und nur in Einzelfällen ein Unbekannter. Derzeit gibt es in Südtirol fünf geschützte Einrichtungen und vier Kontaktstellen gegen Gewalt an Frauen. In den fünf Frauenhäusern stehen 40 Wohnungen bzw. Zimmer zur Verfügung: Diese sind den Frauen in Gewaltsituationen vorbehalten. Zudem stehen auch Zimmer für Kinder bereit. Wipptaler Frauen, die Gewaltsituationen ausgesetzt sind, wenden sich in den allermeisten Fällen an das Frauenhaus

in Brixen. Zumeist dauert der Aufenthalt im Frauenhaus nur wenige Monate, aber es gibt auch Fälle, wo die-

dische Frauen ohne soziales Netzwerk in Form von Verwandten und Freunden benötigen stärker einen „Zufluchtsort“ als inländi-

ser Zeitraum deutlich überschritten wird. Dies hängt in erster Linie vom sozialen Gefüge ab. Auslän-

sche, für die häufig die Unterstützung durch die Kontaktstellen gegen Gewalt reicht.

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GESELLSCHAFT

Die Generation Y Die Lebenswelten junger Südtiroler

Das Südtiroler Statistikinstitut ASTAT hat die Lebenswelten der jungen Südtiroler zwischen 15 und 34 Jahren untersucht. Zwischen 1980 und 2000 kamen in Südtirol 119.970 Personen zur Welt. Man spricht von der so genannten Generation Y. Diese ist wegen der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft, abnehmender Geburtenziffern und des Ausscheidens der sogenannten „Babyboomer“ aus dem Reproduktionsprozess auf weniger als ein Viertel geschrumpft. Häufig wird diese Generation auch mit den Begriffen „Cyberkids“ oder „Digital Natives“ umschrieben, da sie die erste Generation ist, die mit den modernen Kommunikationstechnologien aufwuchs und bei der Mobiltelefone, Computer und soziale Netzwerke nicht mehr wegzudenken sind. In Südtirol nutzen nahezu alle ein Mobiltelefon bzw. Smartphone, mehr als zwei von drei jeden Tag das Internet. Was die Generation Y in erster Linie von den Generationen vor ihr unterscheidet, ist eine zeitliche Verzögerung bei der Ausbildung bzw. den Bildungswegen, beim Eintritt ins Arbeitsleben, dem Auszug aus der Herkunftsfamilie, der Paarbildung und bei der Geburt der Kinder. Junge Erwachsene entschließen sich immer später, eine eigene Familie zu gründen: Derzeit leben mehr als 45.000 unverheiratete Personen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren noch im Elternhaus, wobei deutlich mehr Männer (25.356) als Frauen (19.922) zu den „Nesthockern“ zählen. Nur 9,2 Prozent der Männer und 16,6 Prozent der Frauen haben

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vor dem 35. Lebensjahr den Bund fürs Leben geschlossen. Beinahe die Hälfte aller Kinder kommt heute in Südtirol außerehelich zur Welt. Die jungen Südtiroler sind auch mobiler geworden: Allein 2015 sind mehr als 1.000 Südtiroler ins Ausland gezogen; die Abwanderungstendenz ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig sind 1.450 junge Ausländer zugezogen. Stetig angestiegen ist das Bildungsniveau: Bei der letzten Volkszählung 2011 wiesen 20,1 Prozent einen Oberschulabschluss, 9,5 Prozent ein abgeschlossenes Universitätsstudium auf. Die Schwierigkeiten, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, sowie die wachsende Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse wirken sich nachhaltig auf die Einkommenssituation aus und gehören zu jenen Faktoren, die eine verspätete finanzielle und häusliche Unabhängigkeit der jungen Menschen bewirken. Zwei Drittel der jungen Generation sind allgemein mit ihrem Leben sehr zufrieden. Dabei wird vor allem der eigene Gesundheitszustand von den meisten (92,7 %) positiv eingeschätzt, auch wenn rund 8,5 Prozent im Alter von 15 bis 34 Jahren an einer chronischen Krankheit leiden. Auffallend hoch ist der Anteil minderjähriger Allergiker (rund 15 %). Etwa jeder vierte „Ypsiloner“ nimmt kein angemessenes Frühstück zu sich; weniger als die Hälfte isst täglich Salat und Gemüse, aber fast drei von fünf essen Obst. Bei einem Drittel steht mindestens einmal in der Woche Fisch auf dem Speiseplan, zwei Drittel konsumieren mehr-


FINANZIERUNG DER KLEINKINDBETREUUNG NEU GEREGELT

mals wöchentlich Wurstwaren. Auch Süßspeisen und Salziges sind bei den Jüngsten sehr beliebt: Fast zwei Drittel der 15- bis 24-Jährigen verzehren mehrmals pro Woche Torten, Eis und Ähnliches und 30 Prozent salzige Snacks wie

Kartoffelchips. Zudem konsumiert jeder fünfte täglich zucker- und kohlensäurehaltige Limonaden. 42,6 Prozent betreiben regelmäßig Sport, 23,8 Prozent nur gelegentlich,

während ein Drittel nie sportlich aktiv ist. Rund ein Viertel der jungen Südtiroler ist übergewichtig. 13,3 Prozent der 15- bis 34-Jährigen trinken mehrmals in der Woche alkoholische Getränke außerhalb der Mahlzeiten. Fast einer von vier jungen Menschen raucht, 16,9 Prozent haben es aufgegeben. Einer von zwei der Minderjährigen bringt mehr als zwei Stunden 
täglich vor dem Fernseher zu. Grundsätzlich interessieren sich junge Menschen in Südtirol auch für Politik und für das Tagesgeschehen: Zwei von drei der 15- bis 24-Jährigen und drei von vier der 25- bis 34-Jährigen lesen mindestens einmal wöchentlich eine Tageszeitung. 43,6 Prozent reden regelmäßig über Politik. Im Gegensatz zu vorangehenden Generationen ist die Generation Y viel weniger in die religiöse Gemeinschaft eingebunden. Lediglich zehn Prozent der Heranwachsenden und noch weniger junge Erwachsene (6,8 %) gehen einmal pro Woche zur Kirche oder besuchen eine andere Kultstätte.

Im Jänner 2017 treten die neuen Finanzierungsregelungen in der Kleinkindbetreuung in Kraft. Die Bereitstellung von leistbaren und qualitativ hochwertigen Betreuungsangeboten für Kinder zwischen drei und 48 Monaten gehört zu den vorrangigen Zielen der Europäischen Union. Landesrätin Waltraud Deeg hat mit den neuen Vorgaben ebenfalls einen wichtigen Schritt Richtung Vereinbarkeit Familie und Beruf unternommen. Gemeinden sollen ab dem Jahr 2017 mindestens 15 Prozent der erforderlichen Betreuungsplätze garantieren. Die

Kosten dafür werden ab 2017 je zur Hälfte von den Gemeinden und dem Land übernommen. Bisher waren die Gemeinden ausschließlich bei den Kindertagesstätten (Kitas) zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Trotzdem haben bereits einige Gemeinden den Tagesmutterdienst freiwillig finanziell mitunterstützt. Dieser Beitrag der Gemeinden kam zu 100 Prozent den Eltern zugute. Mit der neuen Regelung bleibt der Stundentarif unverändert, d. h. Eltern zahlen je nach wirtschaftlicher Einkommenssituation von 0,90 bis 3,65 Euro pro Betreuungsstunde. Eltern haben nach wie vor die Wahlfreiheit hinsichtlich der Betreuungsform. Sie entscheiden, ob sie für ihr Kind die Betreuung bei einer Tagesmutter oder in einer Kita bevorzugen. Maria Hochgruber Kuenzer, Präsidentin der Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“, sowie Landesrätin Deeg fordern indes ein höheres Einkommen mit besseren Rentenabsicherungen für Tagesmütter.

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WISSENSCHAFT

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„Wegschauen ist keine Lösung“ Die Aufnahme von Asylbewerbern stand im Mittelpunkt eines Treffens zwischen Landesrätin Martha Stocker, Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer und den Bezirkspräsidenten.

Wir danken unseren treuen Kunden für das Vertrauen und wünschen frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr. Braunhofe Nr. 9, Ridnaun, I-39040 Ratschings Tel. & Fax 0472 656053, Handy 339 6459551, info@mair-josef.it

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Vor kurzem haben sich Soziallandesrätin Martha Stocker, der Präsident des Gemeindenverbandes Andreas Schatzer und die Präsidenten der Südtiroler Bezirksgemeinschaften getroffen, um den aktuellen Stand in der Organisation neuer Aufnahmeplätze für Asylbewerber in den Bezirken zu diskutieren. Das Land Südtirol sucht bekanntlich seit April 2016 in Zusammenarbeit mit den Bezirksgemeinschaften nach zusätzlichen Aufnahme-

tuation vor Ort stünden, so Stocker. Im Vergleich zum Nachbarland Tirol sei die Anzahl der aufgenommenen Asylbewerber in den einzelnen Südtiroler Gemeinden gering. Angesichts der Verpflichtung des Landes Südtirol, im Rahmen des staatlichen Verteilungssystems insgesamt 0,9 Prozent der Asylbewerber – das entspricht aktuell etwa 1.470 Menschen – aufzunehmen, ist es unabdingbar, zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen auf der Flucht zu schaffen. „Die Notwendigkeit von zusätzlichen Aufnahmeplätzen verschwindet nicht, wenn wir einfach wegschauen: Wenn es uns nicht gelingt, uns zu organisieren, werden wir kurzfristige Lösungen

möglichkeiten für flüchtende Menschen, um neu ankommende Asylbewerber unterzubringen und einen Teil jener Flüchtlinge umzuverteilen, die sich zurzeit in der Landeshauptstadt Bozen befinden. „Trotz der allesamt sehr positiven Rückmeldungen auch kleinerer Gemeinden, die bereits Asylbewerber aufgenommen haben, ist die Haltung vor Ort nach wie vor zurückhaltend“, so die Soziallandesrätin. Es sei daher aufwendig, zu einer Lösung zu kommen. Positive Erfahrungen der Südtiroler Gemeinden hätten gezeigt, dass die Ängste und Befürchtungen im Vorfeld in keinem Verhältnis zur aktuellen Si-

finden müssen“, unterstreicht Landesrätin Stocker gemeinsam mit den Bezirkspräsidenten. Die Teilnehmer an der Sitzung bekräftigten daher den Grundsatz eines gemeinsamen Vorgehens zur Schaffung weiterer Aufnahmeplätze in den Bezirken: Von den gesuchten 700 Plätzen müssen noch etwa 300 definitiv festgelegt werden. Die Bezirkspräsidenten werden sich unmittelbar mit den Gemeinden absprechen, um die noch fehlenden Plätze ausfindig zu machen. Im Haus „Lea“ in Wiesen (im Bild) sind seit dem Vorjahr 44 Asylwerber untergebracht.


AUS DER SEELSORGEEINHEIT

DIE NEUE SEELSORGSAUSHILFE: KARL OBERPRANTACHER

Ausländeranteil an Wipptaler Schulen Die Anzahl ausländischer Schüler nimmt seit Jahren unablässig zu, in absoluten Zahlen genauso wie im Verhältnis zu den heimischen Schülern. Er lag 2015 landesweit bei 10,7 Prozent. Vor 20 Jahren hielt er bei unter einem Prozent. An den italienischen Schulen betrug er im vergangenen Jahr mehr als ein Fünftel (22,9 %). Im vergangenen Schuljahr besuchten 701 Kinder im Wipptal den Kindergarten. 13,3 Prozent der Kinder sind ausländischer Herkunft. Zum

Vergleich: In Bozen sind es mit 22,3 Prozent am meisten, in der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern mit 6,7 Prozent am wenigsten. Ähnlich hoch ist der Anteil ausländischer Kinder in der Grundschule: Von 1.056 Wipptaler ABC-Schützen waren 12,5 Prozent ausländi-

sche Grundschüler. Von den 589 Mittelschülern im Bezirk waren im vergangenen Jahr 11,2 Prozent ausländische Kinder. Damit lag der Anteil landesweit nach Bozen und dem Burggrafenamt am dritthöchsten. Der Anteil der ausländischen Oberschüler lag im Bezirk 2015 bei 9,5 Prozent. Landesweit hat der Anteil der ausländischen Kinder in den Kindergärten in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen: Von 1,1 Prozent im Jahr 1995 auf 13,2 Prozent 2015. Dass Südtirol seit Jahren schon ein Einwanderungsland ist, zeigt sich auch an den Grundschulen, wo der Anteil ausländischer Kinder ebenfalls von 0,8 Prozent im Jahr 1995 auf 11,9 Prozent im vergangenen Jahr angewachsen ist. An den Mittelschulen stieg der Anteil seit 1995 von 0,5 Prozent auf 10,3 Prozent, an den Oberschulen von 0,4 Prozent auf 7,8 Prozent. Die Daten entstammen der vor kurzem erschienenen ausführlichen ASTAT-Publikation „Ausländische Schulbevölkerung in Südtirol“.

Beim Familiengottesdienst am 2. Oktober in der Pfarrkirche von Sterzing wurde ich in dieser Pfarrei und in der Seelsorgeeinheit Wipptal in den Dienst als Seelsorger eingeführt. Nachdem der bisherige Aushilfspriester Fabian Tirler studienhalber nach Rom gegangen ist, möchte ich diese, meist auf Wochenenden und Hochfeste fallenden Aufgaben weiterführen. Den Großteil meiner Jahre – ich bin Weihejahrgang 1973 – habe ich als Pfarrer in Kenia in der Mission verbracht, die letzten zehn Jahre als Leiter eines kleinen Bildungshauses in der Diözese Ngong, etwa 150 km südlich der Hauptstadt Nairobi, beim Volk der Maasai. Das waren friedliche Zeiten. Aber ab und zu, vor allem bei den Nationalwahlen für Parlament und Staatspräsident, gab es auch gewaltsame Zusammenstöße zwischen verschiedenen Stämmen, wobei es Tote und Tausende staatsinterne Flüchtlinge gab. Auch habe ich erlebt, wie die Monsunregen, wohl auch als Folge des Klimawandels, unregelmäßiger wurden und teils ausfielen, mit Dürreperioden als Folge, was wiederum dem Viehbestand große Schäden zufügte. In trockenen Savannengegenden litten Kühe ganz besonders unter der mehrere Monate langen Dürre und verendeten wegen Futtermangel. Auch für Menschen mussten mancherorts Nahrungsmittel wie Mais, Bohnen und Kochöl eingeführt und verteilt werden. In der konkreten Seelsorge sieht es in Kenia im ländlichen Raum so aus: Alle Pfarreien bestehen aus einem Zentrum (mit der größeren Pfarrkirche) und aus mehreren, oft Dutzenden Außenkirchen, einfachen Bauten, wo jeden Sonntag eine Wortgottesfeier und gewöhnlich einmal im Monat eine Eucharistiefeier stattfindet. Katechisten, die in Jahres- oder Wochenkursen ausgebildet sind, leiten diese Wortgottesfeiern. Priester legen je nach Lage kleinere oder größere Entfernungen zurück – auch auf holprigen Buschwegen. Ich werde nun in Sterzing und Umgebung vor Ort dem schon länger wirkenden Pfarrer und Dekan Josef Knapp, gemeinsam mit anderen Priestern, helfen, die Seelsorgsdienste auszuüben. Die Pfarre braucht viele andere, ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Beten wir, dass es auch in Zukunft nie an Hirten und Lehrern sowie an der Gemeinschaft aller Gläubigen fehle.

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Frohe Weihnachten & ein gutes Neues Jahr 2017 ... ... wĂźnschen wir all unseren Kunden.

Vielen Dank

fĂźr das entgegengebrachte Vertrauen! Betriebe der Handwerkerzone Freienfeld & Raiffeisenkasse Freienfeld

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GESELLSCHAFT

VORTRAG

„Migration in Südtirol“ Die Bildungsausschüsse von Sterzing und Wiesen organisieren am 12. Dezember um 19.30 Uhr in der Bibliothek Wiesen einen Vortrag zum Thema „Migration in Südtirol – Die Flüchtlinge leben seit einem Jahr mit uns, wie geht es weiter?“. Paolo Valente, leitender Koordinator der Flüchtlingsheime in Südtirol, spricht über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, zeigt den europäischen Flüchtlingsstrom auf und berichtet von Problemen in seinem Berufsalltag. Romina Keim, Koordinatorin mehrerer Flüchtlingsheime, spricht über ihre Erfahrungen mit den Asylwerbern und geht besonders auf das Flüchtlingsheim „Haus Lea“ in

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Deutschkurse für Migranten

Wiesen ein. Zudem werden einige Asylwerber vom „Haus Lea“ über ihr Le-

Seit einiger Zeit bemühen sich engagierte Frauen wie Evelyn Frötscher, Agata Nagler und Maria Dol-

ben erzählen: Warum sie aus Afrika geflohen sind, wie der Alltag im „Haus Lea“ aussieht, welche Arbeits- und Zukunftsperspektiven sie haben.

liana Migranten die deutsche Sprache näher zu bringen. Das Erlernen der jeweiligen Sprache ist Grundvoraussetzung, um in einer fremden Kultur Fuß zu fassen. So hat die Ca-

ritas die Organisation der Sprachkurse übernommen; Kolpingsfamilie und KVW stellen die Räumlichkeiten zur Verfügung. Von den 43 Migranten, die zurzeit im „Haus Lea“ untergebracht sind, haben vier bereits in der Vergangenheit bei Christine Zwischenbrugger Deutschkurse besucht. Diese wurden in Zusammenarbeit von KVW und der Sprachschule Alfa&Beta für alle Migranten in Sterzing angeboten. Zurzeit nehmen etwa 21 Personen die Deutschkurse in Anspruch. Einige von ihnen sind bereits in einem Arbeitsverhältnis und werden in Abendkursen von Evelyn Frötscher betreut. Die Kurse laufen noch bis Weihnachten und werden bei Bedarf fortgeführt.


Lehrlinge und Fachschüler ausgezeichnet

© hds

Die EbK, die Bilaterale Körperschaft für Handel und Dienstleistungen, hat auch heuer wieder Südtirols beste Lehrlinge und

Fachschüler des Sektors Handel und Verwaltung prämiert. Über eine Prämie in Höhe von 500 Euro, die jährlich vergeben wird, dürfen sich all jene freuen, die am Ende der Schulausbildung eine Endnote

von 9,5 und höher aufweisen. Im Rahmen der Dienstleistermesse MOCO wurden am Stand des Handels- und Dienstleitungsverbandes Südtirol (hds) vor kurzem zwölf Lehrlinge und Fa c h s c h ü l e r ausgezeichnet, darunter auch Maria Markart aus Ridnaun und Barbara Salcher aus Trens (im Bild 1. und 2. v. l.). Die Prämie wurde von EbK-Präsident Bernhard Hilpold und Vizepräsidentin Ulrike Egger überreicht.

Blumenwettbewerb in Pfitsch Bereits seit einigen Jahren organisiert der Tourismusverein Sterzing einen Blumenwettbewerb. Im vergangenen Jahr wurde dieser in

der Gemeinde Freienfeld organisiert und heuer im Pfitscher Hochtal. 
Im Beisein von Bürgermeister Stefan Gufler, dem Präsidenten

des Tourismusvereins Alois Bacher und Direktor Josef Turin wurde den fleißigen Blumengärtnern kürzlich eine Anerkennung in Form eines Diploms übergeben. Die Jury, zusammengesetzt aus Mitgliedern des Vorstandes des Tourismusvereins und Direktor Turin, begutachteten im Laufe des Sommers mehrmals Balkone, Gärten, Höfe und Stadel. Im kommenden Jahr sind Sterzings Bürger an der Reihe.

Preis-Mau-Mau in Gasteig

© Claudia Raffl

Mitte November lud die KVW Ortsgruppe Gasteig Kinder, Erwachsene und Senioren zum

Preis-Mau-Mau ins örtliche Vereinshaus. In Paaren spielten Jung

und Alt gegeneinander. Über 30 Spieler folgten der Einladung und versuchten ihr Glück. Unterstützt wurde die Ortsgruppe von der Jugendvertreterin Claudia Raffl. Nach zwei Stunden intensivem Kartenspiel und einer Stärkung wurden die Gewinner prämiert. Die gelungene Aktion soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Erker 12 I 16

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GESELLSCHAFT

Vor kurzem feierte der Bergrettungsdienst Ridnaun-Ratschings sein 40-jähriges Bestehen und blickte dabei auf ereignisreiche Jahrzehnte zurück. Im September 1976 von einigen Interessierten – neben Ideator Rudolf Strickner auch Leopold Fassnauer, Heinrich Haller, Heinrich Volgger, Franz Rainer, Josef Kruselburger und Heinrich Parigger – gegründet, führte Hermann Vantsch als Rettungsstellenleiter die motivierte Gruppe durch die schwierigen Anfangsjahre. Bereits drei Jahre später entschied man sich zu einem Zusammenschluss mit dem BRD Ratschings, um das gesamte Gemeindegebiet abdecken zu können. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln ausgestattet, diente eine Garage beim Jörgeler als erstes Lokal, bis der Bergrettungsdienst 1985 in ein stillgelegtes E-Werk in Maiern und 2002 schließlich in die neue Dienststelle beim Vereinshaus in Ridnaun umziehen konnte. 1995 wurde Vantsch von Christian Gschnitzer als Rettungsstellenleiter abgelöst, von 2003 bis 2014 hatte Paul Strickner dieses Amt inne; seit 2014 steht Philipp Braunhofer dem Team der Bergrettung vor.

Derzeit sind 37 Rettungsleute im Dienst, davon zwei Frauen, die als Hundeführerinnen landesweit im Einsatz sind. Zudem warten drei Anwärter auf ihre Aufnahme als aktive Rettungsmänner. Hermann Vantsch und Heinrich Schölzhorn wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der BRD Ridnaun-Ratschings wird pro Jahr zu durchschnittlich 50 Einsätzen gerufen, die sich vorwiegend auf das Gebiet von Ridnaun und die Monate Jänner und August konzentrieren. Ein Einsatz im September 2013 wird jedoch in die Geschichte der Rettungsstelle eingehen, als sich ein Bergsteiger beim Abstieg von der Becherhütte am Becherfelsen einen Unterschenkelbruch zuzog und aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse von den Rettungsmännern zu Tal getragen werden mussten. Dort kamen sie um 3.00 Uhr morgens völlig erschöpft an, hatte der Verletzte doch ein Körpergewicht von nicht weniger als 120 kg. „In Erinnerung bleiben jedoch auch viele schöne Erlebnisse“, so Rettungsstellenleiter Philipp Braunhofer. „Dass wir zahlreichen Menschen helfen können, ist immer wieder eine große Genugtuung.“

WIPPTAL

Feuerwehren starten Pilotprojekt Die Wipptaler Freiwilligen Feuerwehren sind vor kurzem mit einem Pilotprojekt zur einheitlichen Kommunikation von Standortbestimmungen bei Einsätzen gestartet. Ausgearbeitet wurde das Projekt bereits im Jahr 2015 vom unlängst verstorbenen stellvertretenden Landes- und Bezirksfeuerwehrpräsidenten Alois Sparber aus Telfes zusammen mit Abschnittsinspektor Hannes Plank sowie Feuerwehrmann und Wanderführer Martin Martinelli aus Pfitsch. Im Oktober haben erste Weiterbildungen zur Standortbestimmung mit topografischen Karten für mehrere Gruppen von Bezirksdisponenten und Kommandanten des Feuerwehrbezirks Wipptal stattgefunden. Die mit dem Bezirksausschuss abgestimmten

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menden Jahr zusammen mit praktischen Übungen angeboten. Martinelli hat sich zum Ziel gesetzt, das Projekt landesweit auszudehnen, um eine einheitliche und detaillierte Standortbestimmung mit der Landesnotrufzentrale (LNZ) und anderen Rettungsteams, wie etwa der Bergrettung, bei Suchaktionen und Waldbrandbekämpfung zu gewährleisten.

MAULS

Holztransport mit Pferden Einige Freienfelder ließen heuer im Herbst die alte Tradition des

„Holzstrafens“ wieder aufleben. Franz Steinmann hat Anfang November bei Sam unterhalb vom Nockberg in Mauls auf rund 1.800 m Meereshöhe Holzschlä-

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Ausbildungsinhalte umfassen eine allgemeine Erklärung zu Kartenkunde, wie etwa Legende, Höhenlinie und UTM-Koordinaten. Weitere Kurse werden im kom-

© Martin Martinelli

40 Jahre BRD Ridnaun-Ratschings

gerungsarbeiten durchgeführt. Nach dem Schlägern, Hacken und Ausasten standen ihm beim Abtransport des Holzes über unwegsames Gelände – neben mehreren Helfern – einen Tag lang auch zwei Pferde von Georg Wieser aus Stilfes zur Seite. Über etwa 40 m, wo der Einsatz von Transportmaschinen nicht möglich war, wurden die gutmütigen Tiere wie zu alten Zeiten eingesetzt, um das Holz zum Forstweg zu bringen.


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GESELLSCHAFT

GOSSENSASS

STERZING

Gesundheitswoche ein voller Erfolg

Neuerungen im Kindergarten Löwenegg

Im Oktober veranstaltete der Bildungsausschuss Gossensaß-Pflersch unter dem Motto „Fit und gesund durchs ganze Jahr“ eine Gesundheitswoche; an vier Abenden wurden vor zahlreichem Publikum die unterschiedlichsten Themen behandelt. Am ersten Abend referierte Kräuterexperte Gottfried Hochgruber aus St. Lorenzen zum Thema „Mit Vitaminen gesund über den Winter“. Er stellte zahlreiche Tees, Früchte und andere Naturprodukte vor. Dr. Rudolf Gruber aus St. Georgen

Der Kindergarten Löwenegg in Sterzing nutzt seit diesem Kindergartenjahr das gesamte Haus in neuer räumlicher Strukturierung zum „Entdecken, Erkunden und Erobern“. Den Kindern stehen nun die Schwerpunkträume Bauen, Konstruieren und Mathematik, kreatives Gestalten und Naturwissenschaften, Rollenspiel und Sinneswahrnehmung sowie die Zusatzräume (Holzwerkstatt, Turnhalle, Medienraum mit Bibliothek und Schreibwerkstatt, Licht- und Schattenraum, Sammelplatz, Bereich zum Legen) zur Verfügung. Die Kindergartenkinder finden in jedem Bildungsbereich ihrer Entwicklung und ihren

sprach zum Thema „Die Gesundheit sitzt im Darm“. Gesundheitsberaterin und Kräuterexpertin Christine Gruber aus Mellaun stellte das Thema „Gesunde Ernährung schmeckt – Kreative Ideen und Rezepte für mehr Wohlbefinden und Vitalität“ in den Mittelpunkt. Psychologe und Arzt Dr. Mario Horst Lanczik aus Bozen sprach über „Die Depression als die häufigste Erkrankung der Menschen“ und ging dabei auf die Entstehung und Behandlung von psychischen Erkrankungen ein. rr

STERZING

Martinsfeier des ElKi

© ytti.de

Auch in diesem Jahr organisierte das ElKi, unter tatkräftiger Mithilfe

des KFB, die traditionelle Martinsfeier. Da in den vergangenen Jahren die St. Margarethenkirche stets aus allen Nähten platzte, wurde die Feier heuer in die Pfarrkirche

verlegt. Dort erzählte Dekan Josef Knapp den Kindern anhand von Lichtbildern die Legende des hl. Martin, einige Grundschüler boten eine Klanggeschichte dar und von den Kindern des Kindergartens „Maria Regina Pacis“ wurden die Fürbitten mitgestaltet. Nach der Segnung der Kinder und der Laternen zogen alle gemeinsam bis zum Stadttheater, wo fleißige Helfer eine Stärkung vorbereitet hatten. Die freiwilligen Spenden werden für den Ankauf eines neuen Keyboards für die Pfarrkirche zur Verfügung gestellt.

Bedürfnissen entsprechende attraktive Spiel- und Lernangebote und freuen sich bereits jetzt darü-

ber, das gesamte Haus zu erkunden. Über die Sommermonate wurde zudem der Außenbereich des Kindergartens neu gestaltet und mit verschiedenen Spielmöglichkeiten bereichert. Bei einem Gartenfest Ende Oktober wurden den Eltern die neu gestalteten Räume sowie der Garten präsentiert.

Martinsfeier im Kindergarten Wiesen Heuer gab es im Kindergarten Wiesen nicht den traditionellen

abendlichen Martinsumzug; die Kinder gingen am Vormittag mit ihren selbst gebastelten Laternen in die Kirche. Dort erwarteten sie

Pfarrer Walter Prast, Eltern, Interessierte, aber ganz besonders die von den Kindern eingeladenen Senioren von Wiesen und Bewohner vom Altenheim Schloss Moos. Dieser Tag sollte für alle ein Fest des Teilens und des Lichtes sein, so Pfarrer Prast bei der Messfeier. Die Kinder sangen Laternenlieder und spielten eine Szene aus der Martinslegende. Abschließend wurden die Laternen und alle Anwesenden gesegnet. Erker 12 I 16

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WEIHNACHTEN & NEUJAHR

WEIHNACHTEN & NEUJAHR GOLDNES BLATT VOM HIMMELSBAUM von Christine Haller-Martin Sie lässt das Buch auf ihre Bettdecke sinken. An Weihnachten nimmt sie Little Women immer wieder gern zur Hand. Die Art und Weise, wie Louisa May Alcott das Weihnachtsfest in der Familie March beschreibt, wirkt erfrischend auf sie. Wie die vier Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy das Haus mit Leben erfüllen, erinnert sie an die Zeit, als ihre eigenen Kinder noch halbwüchsig waren. Wie die Konversation unter ihnen nie abbrach, sie in ständigem Austausch untereinander standen, es manchmal auch Reibereien unter Geschwistern gab. Dann war sie als Mutter stets sehr gefordert und langweilig wurde ihr nie. Der Streit war aber immer bald beigelegt, alle Neckereien verziehen und vergessen. Nun lauscht sie in die Stille ihrer vier Wände. Sie schaut auf die Uhr auf ihrem Nachtkästchen. Bald würde die Pflegerin da sein, ihr aus dem Bett und beim Ankleiden helfen. Ihr Gehwagen steht am Ende der Bettstatt, dort, wo

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sie ihn am Abend zuvor abgestellt hat. Er leistet ihr stets gute Dienste, wenn sie sich durch die Wohnung bewegen will. Einst war sie frei durch ihre Räumlichkeiten gegangen, aber diese Zeit ist längst vorbei. „Dobré ráno, guten Morgen!“ Die Pflegerin steht in der Zimmertür. „Frühstück ist bereit.“ Während sie langsam – ihr lückenhaftes Gebiss erlaubt es nicht schneller – am Marmeladebrot kaut, überlegt sie, womit sie den Vormittag ausfüllen könnte. Immer nur an ihre Gebrechen zu denken, die Tabletten in der Box zu zählen, die sie bis zum Abend noch zu schlucken hat, vor dem Fernseher zu sitzen, der ihr nur noch in Bildern verständlich ist, oder in den immer neuen Tagesnachrichten zu blättern, langweilt sie. Besuch ist heute auch keiner zu erwarten. Im Haushalt kann sie kaum mehr etwas selbst erledigen. Sie muss ständig auf der Hut sein, nicht hinzufallen. Ihre Knochen sind in den Jahren so brüchig geworden, dass jeder Stoß Folgen haben kann.

Das Kripplein, fällt ihr ein, das könnte ich aufrichten. Das Fest ist nah und die Enkel und Urenkelchen erfreuen sich immer sehr an der kindlichen Darstellung. „Mirka“, sagt sie, als sie am Stubentisch sitzt, „hol mir bitte die blaue Schuhschachtel aus dem Schrank!“ „Gerne, Babka!“ Ihre Hände sind zwar voller Altersflecken, die mit keinem kosmetischen Mittelchen mehr zum Verschwinden zu bringen sind, und auch ziemlich starr, doch die Finger gehorchen noch einigermaßen. Es ist eine Kinderkrippe mit einigen Plastikfiguren, sorgfältig in weißes Seidenpapier gewickelt. Auch wenn ihr beim Auspacken und Aufstellen eine der Figuren auf den Boden fallen sollte, kann nicht viel passieren.

Zuerst nimmt sie das kleine Stallgerüst vorsichtig aus der Schachtel und wickelt es aus. Es besteht aus hölzernen Bastelklammern, die nach genauer Anleitung auf festem Kartonboden aufgeklebt sind. Ihr Sohn hat es in der letzten Volksschulklasse mit viel Einsatz angefertigt, lang ist’s her. Es hat die Jahre überdauert, schaut jetzt zwar etwas schäbig aus, mit Wachskerzentropfen auf dem Dach und anderswo, aber das macht nichts. Es zeugt vom Le-


WEIHNACHTEN & NEUJAHR

ben, das einst in ihrer Familie pulsierte. Waldemars liebstes Weihnachtslied, so fällt ihr ein, zu dem sie ihn oft auf der Gitarre begleiten musste und das er gerne vor dem Kripplein sang, war Alle Jahre wieder. Die Figuren liegen einzeln verpackt am Grund der Schachtel. Andächtig nimmt sie eine nach der anderen heraus und legt sie vor sich auf den Stubentisch. Sie will sie behutsam auspacken und horchen, was sie erzählen. Wie lange hatten Waldemar und Medea darum gebettelt! Das Geld dafür hatte sie erst zusammensparen müssen und jeden Monat ein wenig vom Haushaltsgeld zurückgelegt. Dann war es endlich soweit. Mit dem Postauto waren sie in die Stadt gefahren. Es kam ihr

vor, als sei dies gestern gewesen. Ihr jüngstes Kind hatte sie in der Obhut ihrer Schwester gelassen. Der Himmel begann bereits bleiblau zuzunachten, als sie mit ihren zwei größeren Kindern an der Hand über den Domplatz schlenderte. Kalt blinkte der erste Abendstern. Pastellfarben säumte die Häuserfassade den rummelnden Platz. Stolz stach der Dom seine blauweiß geränderten Türme in die Vorweihnachtstimmung. Ihm zu Füßen standen hölzerne Buden in Reih und Glied, von geschäftigen Lichtkegeln erhellt. Vom Dachgebälk baumelten pausbackige Tonengelchen, knisternde Säckchen gefüllt mit getrockneten Kräutern und in Cellophan gehüllte Duftkerzen. Mit buntem Zu-

ckerzeug verzierte Lebkuchenherzen kreiselten träge vor sich hin, nachdem neugierige Finger sie berührt hatten. Latschenkiefer- und Thymianduft aus bunten Öllämpchen durchzog die frühe Dämmerung. Menschentrauben hingen am Glühweinausschank, sich die frostigen Finger am Trinkglas erwärmend. Die Inhaberin des Ständchens von nebenan pries eine überdimensionierte Schlernhexe auf ihrem Reisigbesen den Umstehenden an: die knorrige Wurzelnase, den stieren Blick unter steif gestärktem Kopftuch in Farbabstimmung zur Schürze über dunklem Rock. Am Verkaufstisch standen auch Grödnermandln nebst Bethlehemhirten und Christkindln in strohgepolsterten Krippen. Andächtige

Madonnen und fromme Josefsdarstellungen mit Stab und Umhang nebst aus Holz geschnitzten Krippentieren lockten von den Regalen. Sie verzogen keine Miene zur Melodie des fremdländischen Jingle bells am Karussell von visà-vis. Sie blieben stehen. „Wenn jetzt Papa da sein könnte“, rief plötzlich Medea, die Musik übertönend, „es würde ihm hier sicher auch gefallen!“ „Ja, wenn er könnte!“, sagte sie seufzend. „Vielleicht kommt er ja bald heim!“ Dabei kam sie sich vor wie Mrs. March in Little Women, die auch lange Monate ohne ihren Ehemann auskommen musste, und die Kinder ohne ihren Vater.

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In Gedanken rechnete sie aus, wie viele von den hier ausgestellten Figuren sie mit ihrem Ersparten erstehen konnte. Sie waren wunderschön und aus Naturmaterialien gefertigt. Aber für mehr als zwei davon würde das Geld nicht reichen, und zu jeder Krippe gehörten mindestens drei Figuren: Maria, Josef und das Christkind. Obwohl sie noch mit staunendem Blick an den Darstellungen hingen, zog sie Medea und Waldemar weiter durch die Menschenmenge zu einem Ständchen etwas abseits des Trubels. Hier gab es auch Krippenfiguren, viel bunter als die am Ständchen zuvor und vielleicht auch erschwinglicher. In Serie waren sie auf dem langen Verkaufstisch aufgereiht, in Standardgrößen, jede Gestalt in vielfach gleicher Ausführung. Sie schienen einheitlichen Gussformen zu entstammen und waren einer wiederholt wiederkehrenden Farbgebung unterworfen. So sahen sämtliche Marienfiguren rothaarig, in fleischfarbenem, langen Gewand, hellblauem Mantel, einem weißen Kopftuch über immer demselben Gesichtsausdruck, auf einem grünen Sockel kniend, ihrem Betrachter entgegen. Alle Josefstatuetten trugen ebenfalls einheitliche Kleidung, waren mit Wanderstab und Heiligenschein ausgestattet und in derselben knienden Haltung, mit ehrerbietig linker Hand auf der Brust, auf ihrem Sockel erstarrt. Die niedlichen Christkindlein la-

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gen mit blütenweißem Nachthemdchen angetan und auf Stroh gebettet in einem dunkelbraunen Krippengestell und streckten ihre

Arme dem Betrachter entgegen. Unversehens langte Medea auf den Verkaufstisch und streichelte eines der Kindlein. „Nur schauen, Medea!“, ermahnte sie ihre Tochter und zog ihr die Hand weg. „Lassen Sie sie bloß!“, sagte der Händler mit den asiatischen Gesichtszügen hinter dem Tisch. „Ist Plastik, extra für Kinder.“ Als erstes wickelt sie den in liegender Position verharrenden Esel aus. Sie stellt ihn unters Dach in den Hintergrund des Stallraumes. Waldemar hatte ihn ausgesucht, während Medea einen braunen Ochsen mit schwarzen Hörnern

und rot umrandetem Maul wählte, als Gegenpart zum Grauen. Dann zieht sie das Seidenpapier von der Marienfigur und positioniert diese vor dem Ochsen. Neben Maria erhält Josef seinen Stammplatz. Und zwischen den beiden das Kind, so wie es sich eben seit jeher für eine Krippe gehört. Sie erinnert sich, dass sie damals erstaunt war, als ihr der Händler sagte, ihr Geld würde noch für ein paar mehr Figuren reichen. Sie selbst wählte einen Engel in blauem Gewand und Spruchband, das von einer Hand zur andern reicht, und auf dem immer noch „Gloria“ steht, wenn auch in mittlerweile verblassten Lettern. Sie befestigt den Engel am Dachfirst und spricht mit ihm: „In schlimmen Stunden hast du über mich und meine Familie gewacht, mein Schutzengel. Lass uns dir auch jetzt empfohlen sein!“ Als nächstes kommt der Hirte mit der Ziehharmonika und dem Schaf auf dem Grassockel zum Vorschein, der Waldemar so gut gefiel, dass er ihn auch noch haben wollte, und ein alter Hirte mit einem Hirtenknaben an der Hand. Sie stellt sie seitlich an den Stall mit Blick auf das Kind in der Krippe. Auch Medea durfte noch etwas aussuchen. Das war eine Spinnerin an ihrem Spinnrad, die Schafwolle für das Christkind spinnt. Behutsam entfernt sie das Papier von der Figur und betrachtet die

Spinnerin in ihrem faltenreichen, moosgrünen Gewand mit dem dunkelroten Gürtel. Sie verharrt in einer Pose, die zeigt, wie sie den fertigen Wollfaden von der Spindel zieht. Für die kleine Schwester suchten die beiden schließlich eine Fischverkäuferin aus. Diese hat eines der silbrig glitschigen Wassertiere aus der Kiste zu ihren Füßen genommen und bietet es mit breiter Geste dem Kindlein in der Krippe an. Frieda wird sicher Gefallen an der Figur finden, meinte Medea dazu. Und wirklich sprang die Kleine damit lange freudig durchs Zimmer, bevor sie sie in die Krippe stellte. Nun liegen nur noch zwei Päckchen vor ihr auf dem Stubentisch. Sie weiß, was sie enthalten. Das größere davon sind Schafe, die in keiner Krippe fehlen dürfen. Das Geld reichte noch für drei davon. Als Draufgabe legte der Händler zwei kleine, weiße Lämmer dazu. Diese wickelt sie nun besonders vorsichtig aus. Die dünnen Beinchen der Tiere sind äußerst empfindlich. Mirka schaut zur Stubentür herein: „Alles in Ordnung?“ „Ja!“, sagt sie. Und während sie noch ein paar Lamettafäden übers Krippendach hängt, summt sie ihr liebstes Weihnachtslied: „Goldnes Blatt vom Himmelsbaum fiel zur Erde nieder. Lief ich schnell nach Bethlehem, fand’s im Kripplein wieder ...“


WEIHNACHTEN & NEUJAHR

Krampusse, Fratzen und Teufel Am 5. Dezember, dem Vorabend des Nikolaustages, treiben die Teufel im Wipptal wieder ihr Unwesen. Als Begleiter des hl. Nikolaus

ziehen sie mit ihrer Furcht erregenden Gestalt mit schwarzer Farbe und Rutenschlägen durch die Straßen. Während Nikolaus die braven Kinder mit Geschenken belohnt, bestraft der Teufel – vielerorts auch Krampus genannt – die bösen Kinder.

Ursprünglich sollten mit diesem Brauch im Frühwinter Bedrohungen durch die Geister der Finsternis und des Frostes abgeschreckt werden. So zogen diese zotteligen Figuren mit ihren Angst einflößenden Verkleidungen und mit großem Lärm los, rasselten mit Ketten, läuteten mit Glocken und drohten mit langen Ruten. Der seit langem weit über das Wipptal hinaus bekannte „Tuifltog“ in der Sterzinger Innenstadt zieht jedes Jahr unzählige Schaulustige an. Ab 18.00 Uhr zieht der hl. Nikolaus begleitet von Knecht Ruprecht, Mohren und einer Engelsschar durch die historischen Gassen. Die „Tuifl“ begleiten den Zug und sorgen für manch schwarzes Gesicht unter den Zuschauern. In Gossensaß findet der Nikolausumzug wie jedes Jahr um 18.00 Uhr entlang der Romstraße statt.

Bier „made in Sterzing“

Vor kurzem hat sich ein kleiner Freundeskreis aus Sterzing zusammengetan, um gemeinsam den Versuch zu starten, ein „Bier made in Sterzing“ zu brauen. Unter dem Namen „Sterzinger“ wird es erstmals auf dem Weihnachtsmarkt vom 6. bis zum 24. Dezember erhältlich sein. Mit viel Passion haben die Braumeister ein naturtrübes Bier, das keine Konservierungsstoffe enthält, in die Fässer gezaubert. Nebenbei bemerkt hat Sterzing eine lange Tradition in der Bierbraukunst: Peter Seeber gründete 1875 eine Brauerei im Gasthof „Zur Goldenen Krone“. Im Jahr 1880 lag die Produktion bereits bei 10.000 Hektolitern Bier.

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UNTER DIE GENOMMEN

RUDOLF PICHLER

schen Heimat. Und nun zum Gedicht. Selbst im Titel, im altdeutschen Wort „WeihMarkt und Straßen steh’n verlassen,
 nachten“ (die weihevolStill erleuchtet jedes Haus,
 len, heiligen Nächte um Sinnend geh‘ ich durch die Gassen,
 die WintersonnenwenAlles sieht so festlich aus. de), schwingt Romantik mit. Nur die deutsche Sprache kennt eine 
An den Fenstern haben Frauen
 solch magische BezeichBuntes Spielzeug fromm geschmückt,
 nung für das Fest der Tausend Kindlein steh’n und schauen,
 Geburt des Herrn. Sind so wunderstill beglückt. Der Dichter schildert uns, wie er bzw. der fiktive Sprecher des Ge
Und ich wandre aus den Mauern dichtes (das „lyrische 
Bis hinaus ins freie Feld,
 Ich“) den WeihnachtsHehres Glänzen, heil’ges Schauern!
 abend, der sonst mit Wie so weit und still die Welt! Liebe, Familie und Geselligkeit konnotiert ist, alleine erlebt. Das lyri
Sterne hoch die Kreise schlingen,
 sche Ich schlendert zuAus des Schnees Einsamkeit nächst „sinnend“ durch 
Steigt’s wie wunderbares Singen – einen imaginären, fest
O du gnadenreiche Zeit! lich geschmückten Ort, dessen Straßen und Marktplatz verlassen Joseph von Eichendorff (1788 dastehen. Die Bewohner haben – 1857), der Verfasser dieses sich in ihre „still erleuchteten“ verzaubernden Weihnachtsge- Häuser zurückgezogen und feidichtes, war einer der sprach- ern mit den staumächtigsten Dichter der deut- nenden, „wunschen Romantik. Diese geistes- derstill beglückgeschichtliche Epoche (ca. 1795 ten“ Kindern – 1850) ist geprägt durch die Be- Weihnachten. tonung des Gefühls, die Hinwen- Eichendorff zaudung zum Irrationalen und Mär- bert uns in den chenhaften und das Bestreben, ersten beiden der rauen Wirklichkeit des All- Strophen die Utotags eine kunstgeschaffene Welt pie der gefühlsder Phantasie entgegenzusetzen. vollen Feier eines Die Rückbesinnung auf das Mit- friedlichen Weihnachtsfestes im telalter, das deutsche Volksgut intimen Kreise der bürgerlichen und das Religiöse ist ein weiteres Familie hervor, mit festen BräuMerkmal. chen, Schenkriten und erzieheCharakteristisch für die Lyrik Ei- rischen Ansätzen, wohlwissend, chendorffs sind zudem die me- dass diese Idylle durch die fortlancholische Erinnerung an die schreitende Industrialisierung ferne Kindheit und der Schmerz und die sich zuspitzende soziaüber den Verlust seiner schlesi- le Krise seiner Zeit längst schon

WEIHNACHTEN


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Risse bekommen hat. Weihnachten, wie wir es heute erleben, ist in seinen Grundzügen von der Zeit der Romantik geprägt. In der dritten und vierten Strophe verlässt das lyrische Ich die Stadt und schreitet hinaus „ins freie Feld“, in eine stille, weite Winterlandschaft, die im Glanz des Sternenhimmels „heiligen Schauer“ erweckt. Für den Dichter liegt die Chance zum persönlichen Weihnachtserlebnis, zur Selbstfindung und existenziellen Läuterung, zum mystischen Einswerden mit der Natur oder – im christlichen Sinne – mit Gott, allein in der Zurückgezogenheit, in der Einsamkeit und Stille. Das Gedicht ist also auch heute noch aktuell, wo Hektik, Trubel und Kommerz das Fest oft zur hohlen Fassade degradieren. Und das Ding, das „wie wunderbares Singen aus des Schnees Einsamkeit steigt“, lässt uns irgendwie an das bekannteste aller Weihnachtslieder, das „Stille Nacht, heilige Nacht“, erinnern, das ebenfalls aus der Zeit der Romantik stammt und

das erst dann seine erhebende Wirkung zeigt, wenn es nach der Christmette im Dunkel der Kirche nach Momenten absoluter Stille leise erklingt. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine „gnadenreiche Zeit“.


Frohe Weihnacht – gemeinsam! Weihnachtsfeier für alleinstehende Menschen in Sterzing

 Seit 2005 organisiert der Sozialdienst der Bezirksgemeinschaft Wipptal am Heiligen Abend eine Weihnachtsfeier für alleinstehen-

de Menschen. Heuer wird die Feier erstmals im Haus „Maria Regina Pacis“ in der Lahnstraße stattfinden. Die Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes übernehmen die Organisation des Abends, die Tertiarschwesterngemeinschaft sowie Jakob Gruber, der als Freiwilliger im Sozialdienst tätig ist, ge-

stalten den Abend mit der Gruppe. Nach einer besinnlichen Andacht wird gemeinsam gegessen und ein gemütlicher Weihnachtsabend verbracht. Die Besucher erleben den Heiligen Abend als Teil einer Gemeinschaft, die ihnen das Gefühl der Geborgenheit und des Friedens gibt. Beginn der Feier ist um 18.00 Uhr. Ganz nach dem Motto „Frohe Weihnacht – gemeinsam!“ sind alle Personen, die den Abend in einer netten Gemeinschaft verbringen wollen, herzlich dazu eingeladen. Weitere Informationen, etwa auch zu Fahrgelegenheiten, sind im Sozialdienst der Bezirksgemeinschaft Wipptal unter der Rufnummer 347 9861247 oder 338 1482591 (Jakob Gruber) erhältlich.

Ein Wunschbaum für Sterzing Ein Wunschbaum ist ein lebender Baum, an dessen Zweigen Wünsche, Anregungen und Sorgen oder sonstige Gedanken in

Form von beschriebenen Briefchen aufgehängt werden können. Das Wünschen ist ein kaum wegzudenkender Teil unserer per-

sönlichen Entwicklung. Wir wünschen für uns selber oder für andere, dass sich die Dinge in eine bestimmte Richtung entwickeln, dass die herbeigesehnten Ereignisse eintreten bzw. sich erfüllen. Wer einen Wunsch an die Stadtgemeinde Sterzing hat, kann heuer ein Wunschbriefchen an die Tanne am Goetheplatz hängen. Organisiert wird die Aktion vom Seniorengemeinderat, der dann im Jänner die Wünsche an den Bürgermeister überbringt. Briefchen kann sich jeder an der Bar im Stadttheater abholen. Erker 12 I 16

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WEIHNACHTEN & NEUJAHR

Weihnachten auf dem Stadtplatz 39 Stände bezaubern bis zum 6. Jänner mit traditionellen Handwerksprodukten und weihnachtlichen Köstlichkeiten.

Der Christkindlmarkt auf dem Sterzinger Stadtplatz ist seit Jahren ein Treffpunkt für Jung und Alt. Vielseitige Genussnuancen, neuinterpretierte Handwerkskunst und originelle Geschenkideen – beim Flanieren durch die geschmückten Gassen der Innenstadt kommt jeder auf seine Kosten.

Als zertifiziertes „GreenEvent“ wird der Sterzinger Weihnachtsmarkt auch heuer wieder zum Schauplatz der Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Regionalität. Die rund 120 Christbäume in der Innenstadt stammen aus heimischen Wäldern. Einkaufstaschen sind aus umweltfreundlichem Papier, genauso wie die Weihnachts-

„STERZLS MUSIKALISCHE REISE DURCH DIE VERGANGENHEIT“ Im Innenhof des Sterzinger Rathauses führt Tellura X zur Weihnachtszeit 22 Mal das musikalisch-literarische Projekt „Vergessene Weihnacht. Sterzls musikalische Reise durch die Vergangenheit“ auf. Hannes Mittermaier hat dafür neun Weihnachtslieder, von denen das erste aus dem 11. Jahrhundert stammt, neu arrangiert, eingebettet in eine Lichtershow und ein bezauberndes Märchen, in dem Sterzings Wappenvater Sterzl dieses hin und wieder, stets zur Weihnachtszeit, verlässt, um sich zu vergewissern, wie es um den Frieden unter den Menschen steht.

© Egon K. Daporta

AUFFÜHRUNGEN: siehe Veranstaltungskalender ANMELDUNGEN im Tourismusverein Sterzing unter Tel. 0472 765325, info@sterzing.com

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PR

SCHENKEN SIE PURE EINKAUFSFREUDE! marktbroschüre. Spezielle Mülleimer sollen die Gäste zur Mülltrennung animieren. Die Gastronomiestände verwöhnen Einheimische und Gäste mit traditionellen und authentischen Gerichten. In Zusammenarbeit mit der Konditorei „Prenn“ sind heuer erstmals Pralinenschachteln erhältlich, deren Verpackung ein Bild des Weihnachtsmarktes ziert. Weihnachtsweisen, Konzerte mit Chören sowie Bläser- und Singgruppen der Musikschule Sterzing sorgen auf dem Markt für besinnliche Adventstimmung. Besondere musikalische Highlights sind die Aufführung des Chores „Cima Bianca“ am 15. Dezember um 19.30 Uhr in der Kapuzinerkirche, das Konzert der „Joe Smith Band“ am 17. Dezember im Stadttheater und das Konzert der „Bozen Brass Band“ am 25. Dezember um 17.00 Uhr in der Heiliggeistkirche. Das Thema Bergwerk, das maßgeblich die Geschichte Sterzings geprägt hat, spielt wie jedes Jahr eine bedeutende Rolle. Bei einem Stand des Bergbaumuseums gibt es Infos sowie kleine Erinnerungsgeschenke zu kaufen. Wer mehr über das Bergbauleben wissen will, kann mittwochs, samstags und sonntags um 11.15 Uhr an einem geführten Rundgang durch die BergbauWelt Ridnaun-Schneeberg teilnehmen. Ein Bus fährt um 10.31 Uhr von Sterzing nach Maiern. Weitere Termine: 8. und 9. Dezember sowie vom 26. bis zum 31. Dezember. In „Elki’s Backstube“ können Kinder (6 – 10 Jahre) jeden Dienstag von 14.00 bis 17.00 Uhr ihre Lieblings-Weihnachtskekse backen. Jeden Mittwoch und Samstag bis Weihnachten sind Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren eingeladen, bei Ckrealis in der Streunturngasse Weihnachtsschmuck aus Ton und Filz zu basteln. Bis zum 24. Dezember öffnen Engel und Bläser jeden Tag um 17.00 Uhr (am 24. Dezember um 11.00 Uhr) bei weihnachtlichen Weisen und Gesängen ein adventlich geschmücktes Fenster eines

Stadthauses in der stimmungsvoll beleuchteten Fußgängerzone. Die dabei eingehenden Spenden kommen „Südtirol hilft“ zugute. Der 5. Dezember steht wieder ganz im Zeichen von Nikolaus und Krampus. Der allseits beliebte Nikolausumzug startet in gewohnter Manier um 18.00 Uhr. Am 8. Dezember von 10.00 bis 16.00 Uhr können alle Besucher ihre Weihnachtspost mit dem Weihnachtsmarkt-Sonderstempel entwerten lassen. Auch der Ruheraum für Gäste steht am Stadtplatz erneut zur Verfügung. Zwölfertürmchen schmücken seit Jahren den großen Christbaum auf dem Stadtplatz wie auch die vielen Bäume in der Stadt. Auf dem Markt sind die Bäume erneut mit Glocken, Monden und Sternen aus Holz geschmückt, die vom Sozialzentrum Fugger gefertigt wurden. Die heißbegehrte Christkindlmarkt-Tasse wechselt die Farbe und ist heuer in edlem blau erhältlich. Daneben ist Sterzing erneut Mitglied des „Alpen-Advent“ mit Wolfgangsee Advent, Großarl und Berchtesgaden. Der Sterzinger Einkaufsgutschein ist in 100 Geschäften, Bars und Restaurants, den Mitgliedsbetrieben und auch an den Weihnachtsmarktständen einlösbar. Organisiert wird der Weihnachtsmarkt vom Tourismusverein Sterzing in Zusammenarbeit mit den lokalen Wirtschaftsverbänden, den sozialen Verbänden, der Stadtgemeinde Sterzing und der Raiffeisenkasse Wipptal als Hauptsponsor.

ÖFFNUNGSZEITEN 25. November bis 24. Dezember: Montag bis Freitag: 10.00 – 19.00 Uhr Samstag/Sonntag vor Weihnachten/8. Dezember: 9.00 – 19.00 Uhr 24. Dezember: 10.00 – 13.00 Uhr Am 25. Dezember geschlossen 26. Dezember bis 6. Jänner: Montag bis Sonntag und Feiertage: 10.00 – 19.00 Uhr 31. Dezember: 10.00 – 17.00 Uhr 1. Jänner: 13.00 – 19.00 Uhr

Noch keine Idee für ein passendes Weihnachtsgeschenk für Familie, Freunde, Mitarbeiter oder Kunden? Wie wär’s mit einer gehörigen Portion Einkaufsfreude? Mit den bunten Sterzinger Einkaufsgutscheinen im Wert von je 10 Euro können Sie garantiert nichts falsch machen.

SCHENKEN SIE GENUSS! Ihr Bruder ist ein echter Sportfan? Ihre Freundin ist auf der Suche nach einem neuen Parfum? Ihr Mitarbeiter braucht eine neue Winterjacke? Und Ihr Kunde genießt am liebsten lokale Schmankerln und ein gutes Gläschen Wein? Mit dem Sterzinger Einkaufsgutschein schenken Sie keine unsinnigen Staubfänger oder Umtauschware, sondern jedem genau das, was er braucht. Einkaufen und genießen in rund 100 teilnehmenden Geschäften, Bars und Restaurants sowie an den Weihnachtsmarktständen am Stadtplatz – der Sterzinger Einkaufsgutschein macht’s möglich.

IMMER EINE GUTE IDEE Nicht nur an Weihnachten gehen Sie mit dem Sterzinger Einkaufsgutschein auf Nummer sicher. Ob zum Geburtstag, Jubiläum, zur Hochzeit oder zum Ruhestand – mit einem Gutschein für Einkaufs- und Genussmomente in der Stadt Sterzing haben Sie für jeden Anlass das passende Geschenk – und unterstützen gleichzeitig die heimische Wirtschaft. Sinnvolles Schenken ist ein gutes Gefühl. Überzeugen Sie sich selbst!

Erhältlich im Tourismusverein Sterzing und in den Wipptaler Raiffeisenkassen. INFOS unter www.sterzing.com und Tel. 0472 765325 Erker 12 I 16

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WEIHNACHTEN & NEUJAHR

Neujahrsentschuldigungskarte von Christine Schölzhorn Die Künstlerin Christine Schölzhorn aus Ridnaun hat in diesem Jahr die Neujahrsentschuldigungskarte gestaltet. Der original signierte Druck ist für 30 Euro in der Raiffeisenkasse Wipptal erhältlich. Christine Schölzhorn, 1979 geboren, ist in Ridnaun aufgewachsen und wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Sterzing. Durch verschiedene Umstände und Zufälle kam die Kreativität der diplomierten Krankenschwester immer mehr zum Vorschein. Heute arbeitet sie als selbstständige Künstlerin. „Meine Energiebilder entstehen intuitiv bzw. meditativ. Die Kraft und Energie meiner Werke werden bewusst und unbewusst wahrgenommen und wirken sehr harmonisch“, so die Künstlerin. Motiv der Neujahrsentschuldigungskarte 2017 ist das Wahrzeichen der Fuggerstadt, aufgemalt auf eine Lärchenholzschindel. „Ich habe versucht, den Zwölferturm in einer neuen Technik zu verewigen und ein Kunstwerk zu schaffen, das sich wesentlich von den Neujahrsentschuldigungskarten der vergangenen Jahre unterscheidet“, so Schölzhorn. Neujahrsentschuldigungskarten gehen in Sterzing bereits aufdas 19. Jahrhundert zurück. Durch den Kauf der Karte entbanden sich die Sterzinger Bürger der Pflicht, sich gegenseitig die Neujahrswünsche persönlich zu überbringen, was damals ein üblicher und manchmal lästiger Brauch war. Der Erlös aus dem Verkauf der Neujahrsentschuldigungskarte wurde schon damals dem Armenfonds der Stadt zugeführt. Die Stadt Sterzing hat die Tradition der Neujahrsentschuldigungskarte in den 1990er Jahren wieder aufgenommen. Jedes Jahr werden heimische Künstler mit der Gestaltung der Karte beauftragt. Der Erlös aus dem Verkauf der von den Künstlern original signierten Drucke geht zu gleichen Teilen an die deutsche und italienische Pfarrcaritas sowie den Vinzenzverein von Sterzing, die mit der Spende soziale Projekte unterstützen.

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Weihnachtskonzert zum 20-jährigen Bestehen Am Cäciliensonntag gestaltete der Frauenchor Ratschings unter der Leitung von Maria Brunner die Messfeier. Im Rahmen der anschließenden Feier wurden verdiente Sängerinnen geehrt: Christine Brunner, Maria Brunner, Sabine Brunner, Verena Gschliesser, Monika Haller, Manuela Holzmann, Maria Eisendle, Christine Polig, Brigitte Schölzhorn, Brunhilde Schölzhorn, Evi Schölzhorn und Renate Seeber für ihr 20-jähriges Mitwirken, Helga Brunner und Karin Schölzhorn für ihre 15-jährige Chortreue. An der Spitze des Frauenchores kam es zu einem Wechsel. Obfrau Brunhilde Schölzhorn legte nach zehn Jahren ihr Amt nieder. Helga Brunner wurde einstimmig zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Als Stellvertreterin steht ihr Claudia Rainer zur Seite. Weiters wurden Christine Brunner, Verena Gschliesser, Christine Polig, Ulrike Lanthaler und Maria Eisendle als Ausschussmitglieder bestimmt. Der Frauenchor Ratschings feiert sein

20-jähriges Bestehen mit einem Weihnachtskonzert am 28. Dezember in der Pfarrkirche von Innerratschings. Im Rahmen dieses Konzerts wird Maria Brunner den Taktstock an Renate Seeber übergeben.

Die Zuhörer erwartet ein abwechslungsreiches Programm von traditionellen Weihnachtsweisen über Gospels bis hin zu Auszügen der Missa in A-Dur von Josef Rheinberger. Begleitet wird der Chor von Oswald Salcher. Mitwirkende sind außerdem der Wipptaler Viergesang und eine Instrumentalgruppe der Musikschule Sterzing. Das Konzert beginnt um 20.00 Uhr.

STERZING

Chormusik zum Innehalten

Der Männergesangverein Sterzing und der Jugendchor Young Voices haben sich für das gemeinsame Konzert am 18. Dezember in der Pfarrkirche Maria im Moos in Sterzing etwas ganz Besonderes vorgenommen: Ein Adventskonzert, das im klassischen Sinne eigentlich keines ist, aber gerade deshalb Gelegenheit bietet, innezuhalten, in sich zu gehen und der hektischsten Zeit des Jahres wieder etwas von ihrer Stille, Ruhe und Tiefe zu geben. Waltraud Pörnbacher, unter deren Gesamtleitung das Konzert steht, verzichtet dabei bewusst fast gänzlich auf klassische Adventlieder, und will die Stücke auf dem Programm trotz ihrer Bekanntheit mit den beiden Chören neu entdecken. In Begleitung der Pianis-

tin Tamara Salcher soll die glitzernde, oft gehörte Oberfläche der Stücke angehoben und darunter deren wahrer Inhalt zum Vorschein gebracht werden. In der Hektik des Alltags wird gerade bei Stücken wie „Heast as net“, das dem Konzert den Titel gibt, oder dem aktuell aus allen Radiokanälen dröhnenden „The Sound of Silence“ von Simon and Garfunkel oft darüber hinweg gehört, wie tief berührend und inhaltsstark sie wirklich sein können. Der MGV und die Young Voices wollen zu Gehör bringen, dass auch und gerade in solchen Liedern wahre Schätze gehoben werden können, welche die Adventszeit tatsächlich wieder zur „stillsten Zeit des Jahres“ machen. Das Konzert beginnt um 17.00 Uhr.


WEIHNACHTEN & NEUJAHR

STERZING

Das „etwas andere Weihnachtskonzert“ Am 17. Dezember gibt die Joe Smith Band unter der Leitung von Peppi Haller auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Pfarrchor Lüsen, Streichern und mehreren Solisten ein „etwas anderes Weihnachtskonzert“ im Stadttheater Sterzing. Die Joe Smith Band bringt bei ihrem „etwas anderen großen Weihnachtskonzert“ mit dem Pfarrchor Lüsen unter der Leitung von Verena Gruber und begleitet von Streichern orchestral-klassische Werke zur Aufführung. Zu

hören sind u. a. das „Hallelujah“ von Leonard Cohen, klassische Weihnachtslieder wie „Adeste Fideles“ von John F. Wade, aber auch ein Hauch leichter Muse wie etwa der Song „Wings of Love“ von Chris Haller. „Nella Fantasia“ von Ennio Morricone oder „You Raise Me Up“ von Rolf

Lovland stehen ebenso auf dem Konzertprogramm. Als Instrumental- und Vokalsolisten treten Silvia Sellemond (Sopran), Gerhard Haller (Tenor), Jürgen Federer (Sopransaxophon), Walter Plank (Trompete) und Bandleader Peppi Haller alias Joe Smith (Gesang, Posaune) auf. Heike Vigl führt das Publikum als Sprecherin durch den Abend. Das 2003 von Peppi Haller aus Telfes gegründete Ensemble mit hervorragenden Musikern aus ganz Südtirol hat sich der gehobenen Unterhaltungsmusik verschrieben und tritt seit vielen Jahren immer wieder in fulminanten Konzertshows mit namhaften Solisten wie Herbert Pixner, Chris Haller, Vlado Kumpan, Manuel Randi, Barbara Koits & Wilhelm Cabalie, Beatrix Reiterer und Doris Warasin auf. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es im Tourismusverein Sterzing (Tel. 765325, info@infosterzing. com).

STERZING

„Mache dich auf und werde Licht“ Am 10. Dezember findet im Stadttheater Sterzing ein Advents-

konzert statt. Mitwirkende sind der Sterzinger Pfarrchor Maria im

Moos, die Singgruppe Stange, der Frauenviergesang De Cater aus Gröden (im Bild), Instrumenten-Ensembles der Musikschule Sterzing und ein Ensemble aus Kitzbühel. Verbindende Worte spricht Dekan Josef Knapp. Der besinnliche Abend „Mache dich auf und werde Licht“ beginnt um 19.30 Uhr. Erker 12 I 16

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WEIHNACHTEN & NEUJAHR

STERNSINGERAKTION 2017

Auch heuer werden die Sternsinger wieder von Haus zu Haus ziehen, ihre Segenswünsche übermitteln und Spenden für einen guten Zweck sammeln. In der Pfarrei Sterzing läuft die Sternsingeraktion am 2. und 3. Jänner. Etwa 20 Gruppen werden unterwegs sein, um die guten Wünsche in die Häuser und Familien zu bringen. Kinder und Jugendliche, die Interesse daran haben, einmal als Sternsinger Gutes zu tun, können sich im Jugenddienst Wipptal melden. Mit den Spendengeldern werden über 100 soziale, pastorale und Bildungsprojekte auf der ganzen Welt unterstützt. Eines dieser Projekte ist die Organisation „ORPER“ im Kongo. Diese setzt sich für die Resozialisierung und den Schutz der Straßenkinder in Kinshasa ein. ORPER versucht, die Kinder von der Straße zu holen, ihnen Schutz und eine Ausbildung zu bieten und vor allem, sie in ihre Familien zurückzubringen.

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Zwei Neuerscheinungen von Reimmichl Der Reimmichl Volkskalender wird Jahr für Jahr für sein unverwechselbares, 48 Seiten umfassendes Kalendarium mit zahlreichen Angaben zu Brauchtum, Klima, Wetter und Naturabläufen von einer großen Anhängerschaft erwartet und geschätzt. Dem Kalendarium schließen sich kurze literarische Beiträge – u. a. von Alois Brandstetter, Sepp Kahn oder Reinhold Stecher – sowie Artikel über verschiedene Wissensgebiete an, heuer etwa über den „Mistapostel“ Josef Adolf Trientl, von der Kunst der Lithographie und der Papierrestauration oder einem Interview mit dem Osttiroler Bildhauer Lois Fasching. Der Kalender 2017 ist umfangreicher als zuletzt, mit einem Sonderteil zum 150.

Geburtstag des Kalendergründers Sebastian Rieger alias Reimmichl. Als besonderes Geburtstagszuckerl ist vor kurzem auch „Das große Reimmichl Lesebuch“ erschienen. Darin enthalten ist nicht nur eine kritisch-würdigende Biografie des herausragenden Volksschriftstellers, sondern vor allem auch eine repräsentative Auswahl an Schriften aus seinem reichen literarischen Werk. Neben weniger bekannten Texten (Reiseberichte über das Nordkap oder Tunesien) beinhaltet dieser Band auch beispielhafte politische Leitartikel sowie eine Vielzahl an heiteren und besinnlichen Kurzgeschichten. Die beiden Werke sind im Tyrolia-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Weihnachtskrippen bauen Mit ausführlicher Anleitung zum Hintergrundmalen In diesem umfassenden Werkbuch von Susanne Gurschler, Hans Knapp und Hansjörg Penz finden sowohl Anfänger wie auch ausgefuchste Kenner alles Wissenswerte rund um das Krippenbauen. Nach einer kurzen, allgemeinen Einführung in das Thema liefern zwei langjährige Krippenprofis gutes und differenziertes Fachwissen für die verschiedenen Bereiche, die das Krippenbauen zu einer so vielseitigen Tätigkeit machen. Da-

bei werden sowohl Heimatkrippen als auch Orientalische Krippen und sogar die relativ seltenen Winterkrippen ausführlich besprochen. Ein umfangreiches Kapitel widmet sich schließlich der Hintergrundmalerei, was dieses Buch von vielen anderen Krippenbaubüchern erfolgreich abhebt. Das 184 Seiten starke, reich bebilderte Buch ist im Tyrolia-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.


WEIHNACHTEN & NEUJAHR

Jahreswechsel im Wipptal STERZING: DJ LUGGI AUF DEM STADTPLATZ Zum Jahresausklang unterhalten DJ Luggi und Queens Beat von 22.00 Uhr bis 3.00 Uhr in der Früh wieder die zahlreichen Gäste auf dem Stadtplatz von Sterzing. Um das leibliche Wohl kümmern sich Gastronomiestände. Die Party wird vom Tourismusverein Sterzing organisiert. RATSCHINGS: NEUJAHRSHOW

Auch heuer wieder sorgt das traditionsreiche Neujahrsfest, das von der Liftgesellschaft Ratschings-Jaufen, der Skischule und Ratschings Tourismus organisiert wird, bei Einheimischen und Gästen für gute Stimmung. Das Fest beginnt bereits ab 14.00 Uhr an der Talstation mit einer Schneedisco, wo heiße Rhythmen die Besucher zum Mitmachen animieren und für tolle Stimmung sorgen. Ab 17.00 präsentiert die Skischule in einer fulminanten Show Formationsläufe und einzigartige Sprünge. Mit dabei ist wieder das „Vitamin F“-Team, das mit seiner akrobatischen Flugund Stuntshow die Zuschauer begeistert. Da-

IHR

HAUS- & INNENTÜREN BÄDER

BESINNLICH INS NEUE JAHR Wer zum Jahreswechsel weder laute Feuerwerke noch feuchtfröhliche Feste sucht, sondern Ruhe und Besinnlichkeit, kann sich dem Jugenddienst Wipptal und der Pfarrei Wiesen anschließen. Sie laden ein, das alte Jahr mit besinnlichen Texten und Liedern zu verabschieden und das neue Jahr willkommen zu heißen. Treffpunkt ist um 23.15 Uhr bei der Angerkapelle in Ridnaun. Um Mitternacht ziehen die Teilnehmer mit Laternen oder Fackeln zur St. Magdalenakirche.

FACKELZUG UND ZAUBERSHOW IN GOSSENSASS Auch in Gossensaß ist wieder eine Neujahrsveranstaltung geplant. Die Vereine von Gossensaß, begleitet von der Musikkapelle und den Dorfbewohnern, werden am 1. Jänner um 17.00 Uhr vom Restaurant „Europa“ ausgehend mit Fackeln auf den Festplatz ziehen. Bürgermeister Franz Kompatscher, Pfarrer Attila Nagy-György und der Präsident des Tourismusvereins Gossensaß Harald Siller werden ihre Glückwünsche zum Neuen Jahr überbringen. Anschließend gibt es einen kleinen Umtrunk und eine Zaubershow mit dem Magier Robert Ganahl.

Seit Jahren schon ist es zu einer lieben Tradition geworden: das Neujahrskonzert im Stadttheater Sterzing, heuer mit dem Salonorchester Südtirol. Mit bekannten Melodien der Strauß-Dynastie und deren Zeitgenossen zaubert das 2012 gegründete Salonorchester in Anlehnung an das weltberühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am 5. Jänner das Flair der Donaumetropole in das Stadttheater Sterzing und verschafft so dem Publikum einen Jahresbeginn voller Freude und Optimismus. Geleitet wird das Orchester von Stehgeiger Günther Ploner. Als Solistin ist die Sopranistin Stefanie Steger aus dem Ahrntal zu hören, die bereits mit großen Künstlern und Dirigenten unserer Zeit zusammengearbeitet hat. Auf dem heiteren und zugleich besinnlichen Programm stehen neben Werken von Johann, Eduard und Josef Strauß auch (Operetten-)Stücke und Lieder von Carl Zeller, Fritz Kreisler, Karl Mühlberger, Franz Lehár und Enrico Toselli. Der Konzertabend beginnt um 20.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es im Tourismusverein Sterzing oder online unter www.ticket.bz.it. Reservierungen unter der Rufnummer 0471 053800 oder via E-Mail (info@ticket.bz.it).

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neben gibt es ein Schaulaufen, wo altes Outfit, Geräte und Skitechnik vorgeführt werden. Anschließend begeistert die Fireshow „Pyroterra“ die Zuschauer mit moderner Musik, Tanz und Akrobatik gepaart mit Spezialeffekten – und ganz zum Schluss: das große Feuerwerk. 


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© Martin Leitner

FOTOGRAFEN IM GESPRÄCH

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FOTOGRAFEN IM GESPRÄCH

EINZIGARTIGE LANDSCHAFTEN IN EINEM BESONDEREN LICHT Im Gespräch mit Fotograf Martin Leitner

Interview: Susanne Strickner Martin Leitner aus Sterzing ist beruflich viel auf Reisen und beschreibt es als „irrsinniges Glück“, in seinem Job Projekte umsetzen zu können, die mitunter auch faszinierende Landschaften erschließen. Denn diese haben es dem Hobbyfotografen angetan. Glaubwürdigkeit und Leidenschaft verströmt er nicht nur als Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für die Bereiche Technik und Vertrieb der Firma Leitner, sondern auch, wenn er beginnt, über seine Fotoreisen zu erzählen, in denen er einzigartige Momente festhält.

Erker: Herr Leitner, wie sind Sie zur Fotografie gekommen? Martin Leitner: Schon als kleiner Bub habe ich die Fotografie kennengelernt. Mein Großvater hat viel fotografiert und ich habe mit sieben Jahren eine Kamera von ihm bekommen. Das Herumstöbern in seinem Dias-Archiv hat mich inspiriert. Mein Vater hat zwar auch fo-

tografiert, konnte sich aber mehr fürs Filmen begeistern. Ich habe begonnen, auf Reisen mit der Familie viel zu fotografieren. Schon damals haben mich Landschaften und Architektur fasziniert. Während der Schul- und Studienzeit habe ich für die Firma manchmal Werbeaufnahmen gemacht und sogar einmal eine Lizenz angemeldet. Bald habe ich aber gesehen, dass meine Foto-Leidenschaft ein Hobby bleiben soll. Wie kam es zum berühmten „Leitner-Kalender“? Durch die vielen Fotos für die Firma sind wir irgendwann auf das Thema Kalender gekommen. Zuerst haben wir klassische Bildkalender gemacht und dann – vor etwa 25 Jahren – mit einer deutschen Agentur und mit Guido Mangold, einem bekannten deutschen Fotografen, begonnen, einen hochwertigeren Kalender selbst zu drucken. Im Jahr darauf habe ich dann selber für den Leitner-Kalender fotografiert und das ist mir bis heute geblie-

ben. Der Kalender ist für mich ständig ein Ansporn, immer wieder die Zeit für die Fotografie zu finden. Nachdem ich das letzte Jahr versucht habe, die Dolomiten neu einzufangen, stehen 2017 die zwölf Monate unter dem Motto „Alpine Moments“. Welche Motive bevorzugen Sie? Meine große Leidenschaft liegt in der Landschaftsfotografie, aber auch andere Motive haben ihren Reiz. So war ich etwa in Südafrika im Nationalpark unterwegs, um Tiere aus nächster Nähe zu fotografieren. An Landschaften finde ich besonders faszinierend, dass man die gleichen Motive in den verschiedenen Jahreszeiten und mit unterschiedlichen Wolkenstimmungen immer wieder neu erleben kann. Der Moment, den man festhält, ist immer einzigartig. Ich habe eine Vorliebe für Eis und Schnee, auch in Kombination mit Wasser, und für Gebirge. Wohin haben Sie Ihre Fotoreisen schon geführt?

Ich habe das Glück, dass ich beruflich viel unterwegs bin, was mich immer wieder inspiriert. Vor 15 Jahren habe ich erstmals eine wirkliche Fotoreise unternommen. Ich war zehn Tage allein unterwegs und habe von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts anderes getan, als zu fotografieren. Mittlerweile war ich zweimal in Patagonien, in der Cordillera Blanca in Peru, in Tibet und in Grönland und

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FOTOGRAFEN IM GESPRÄCH

habe schon zweimal Island umrundet. Alle paar Jahre gelingt es mir, eine Fotoreise zu unternehmen. Das ist für mich die Zeit, wo ich am besten abschalten kann und mit aufgeladenen Batterien zurückkomme. Da hat auch meine Familie Verständnis dafür. Haben sich die Schwerpunkte Ihrer Arbeiten im Laufe der Zeit verändert? Ich habe nie eine Fotografie-Ausbildung genossen, aber ich glaube, man entwickelt sich schon weiter. Wenn ich heute Fotos anschaue, die ich vor 15 oder 20 Jahren gemacht habe, bin ich nur bedingt zufrieden. Natürlich hat man heute auch andere technische Möglichkeiten als damals. Es ist dadurch aber auch schwieriger, gute Fotos zu machen, weil unsere Augen extrem verwöhnt sind. So liefern auch gute Smartphone-Kameras eine bestechende Qualität und sind vom Licht und von den Farben her so ausgereift wie eine Fotokamera vor 20 Jahren. Was macht für Sie ein gutes Foto aus? Meine Fotos zeigen einzigartige Landschaften in Kombination mit einem besonderen Licht oder einer besonderen Wolkenstimmung. Von der Bildaufteilung

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bin ich eher der klassische Landschaftsfotograf. Ich lege Wert darauf, dass die Proportionen stimmen. Entweder gehe ich extrem aufs Detail, was eine gewisse Spannung erzeugt, oder mir gefällt die extreme Weite, wo viel Luft sprich Himmel sein muss. Welches Ihrer Bilder halten Sie für besonders gelungen bzw. haben Sie ein Lieblingsbild? Die Beurteilung, ob die Fotos besonders gelungen sind, muss man dem Betrachter überlassen. Für mich sind jene Bilder schön, die ich mit besonderen Erlebnissen verknüpfe. Einmal bin ich um 6.00 Uhr morgens auf einem knapp 6.000 m hohen Gipfel der Cordillera Blanca gestanden: Auf der einen Seite ist der Vollmond untergegangen, auf der anderen die Sonne auf. Solche Momente sind unvergesslich und die Bilder, die entstanden sind, sprechen mich nach wie vor an. Wenn man den ersten Schnee am Everest-Basecamp auf 5.400 m erlebt oder in Grönland eine Wanderung zu den Eisbergen unternimmt, die im Sonnenuntergang im Fjord daherschwimmen, da entstehen Glücksgefühle und genau die Bilder, die einen ein Leben lang begleiten. Welches Motiv möchten Sie un-

bedingt einmal vor Ihre Linse bekommen? Da gibt es unzählige (lacht). Die Antarktis ist ein Ziel, das mich extrem reizt. Die Südinsel Neuseelands bietet landschaftlich eine wahnsinnige Vielfalt. Was das Thema Gebirge betrifft, habe ich Ziele im Norden Pakistans auf meiner Liste. Diese Orte sind nicht immer einfach zu erreichen, deshalb muss die Reise sehr gut geplant sein. In Tibet habe ich mir eine Infektion geholt und es war nicht so einfach, bis mir endlich jemand helfen konnte. Auf Komfort kann ich verzichten, aber auf Sicherheit nicht. Deshalb kaufe ich mir mit Leidenschaft Bildbände von bekannten Fotografen und versuche, mich einzulesen und mir eine mögliche Rundreise im Kopf auszumalen. Heutzutage kann man mit Google Earth die Reise bis ins kleinste Detail abgehen, sich die richtigen Standorte aussuchen und herausfinden, ob man in der Früh oder am Abend dort sein soll. So gelingt es mir, immer in relativ knapper Zeit doch einen halbwegs akzeptablen Kalender zu machen. Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten der Bildbearbeitung am Computer? Mit meiner Ausrüstung habe ich

die Möglichkeit, die Bilder nachzuschärfen und den Kontrast zu bearbeiten, aber ich mache keine Manipulation. Ich will das Bild genau so haben, wie ich den Moment in der Landschaft draußen erlebt habe. Vor dem Computer stundenlang zu sitzen, um die Bilder zu bearbeiten, ist nicht mein Ding. Geht im Zeitalter der Smartphones die Sorgfalt der Fotografie verloren? Ich glaube nicht, weil jemand, der das Auge dafür hat, mit dem Smartphone ein besseres Foto machen kann, als jemand ohne Bezug zur Fotografie. Ein paar Tipps für gute Fotos? Gewisse Grundregeln in Bezug auf Blendenwahl und Belichtungszeit muss man einhalten. Bei Landschaftsaufnahmen bevorzuge ich die Zeit um Sonnenaufgang und -untergang wegen der tiefstehenden Sonne. Aber auch tagsüber kann man tolle Aufnahmen machen, wenn der Kontrast, in Form von Licht und Schatten oder unterschiedlichen Farben, stimmt. Für ein wirklich gutes Bild muss man Geduld aufbringen und bereit sein, eine Serie von Aufnahmen zu machen, damit am Ende eines dabei ist, das passt. E


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STERZINGER EHRENBÜRGER

Bürgermeister

Franz Aigner (1835 – 1912) Ehrenbürger von Sterzing Franz Aigner

von Karl-Heinz Sparber

WICHTIGE ETAPPEN IN SEINEM LEBEN 1835: Geboren am 18. Februar in Bruneck 1872 – 1902: Mitglied des Bürgerausschusses 1875 – 1877: Bürgermeister der Stadt Sterzing 1904: Franz Aigner wird am 7. September von Bürgermeister Josef Domanig zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 1912: Am 25. April verstirbt Franz Aigner an Altersschwäche in Sterzing und wird in den Arkaden des Friedhofs beigesetzt. Das Jahr 1904 ist wie bereits 1877 ein weiteres besonderes Ehrenjahr für Sterzing mit drei Ehrenbürgern. Der amtierende Bürgermeister Josef Domanig erhebt gleich drei Männer zu Ehrenbürgern der Stadt. Es sind dies Altbürgermeister Franz Aigner, Landesgerichtsrat Franz Engl sowie Bürgermeister und Apotheker Johann Kofler. Franz Aigner übernimmt am 17. Juli 1875 die Amtsgeschäfte des scheidenden Bürgermeisters Mag. Johann Kofler, der in seiner Stadtapotheke unabkömmlich ist und das Amt deshalb niederlegt. Nach drei Amtsjahren wird Franz Aigner dann von Michael Waizinger als Bürgermeister abgelöst. Stadtapotheker und Bürgermeister Johann Kofler macht bereits im März 1874 die schriftliche Eingabe an den Bürgerausschuss, dass er seine Bürgermeisterstelle niederlegen wolle, aufgrund seiner „unbedingt notwendigen Anwesenheit in der Apotheke, da der Hilfsarbeiter entlassen und sein Stellvertreter als Staatsanwaltsfunktionär zu sehr in Anspruch genommen würde“ (Sitzungsprotokoll vom 18. März 1874). Daraufhin beschließt der Bürgerausschuss, ihm die größtmögliche Unterstützung zuzusichern, seine Jahresgage von 42 auf 142 Gulden zu erhöhen und ihn inständig zu bit-

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Franz Aigner bewohnte seit 1870 das Eckhaus hinter der Nepomukstatue (Foto Hugo Atzwanger 1933)

ten, seine Bürgermeisterfunktion noch bis Ende der Amtsperiode im Jahr 1875 beizubehalten. Der neue Bürgermeister Franz Aigner dankt in seiner Antrittsrede dem Amtsvorgänger für sein erfolgreiches Wirken während der vergangenen sechs Jahre und ersucht ihn, er möge „mit seinen Kenntnissen und seinen gemachten Erfahrungen die gegenwärtige Gemeindevertretung gütigst unterstützen, da man mit vereinter Kraft viel Gemeinnütziges schaffen könne“ (Ratsprotokoll vom 17. Juli 1875). Der neue Gemeindevorsteher stammt aus Bruneck, ist Kaufmann und ledigen Standes. Er fungiert bereits

seit Jahren als Mitglied der Sterzinger Gemeindeverwaltung in verschiedenen Funktionen. Er war bereits Bürgerausschussmitglied, Rechnungsrevisor, Magistratsrat, Kirchprobst, Armeninspektor und Komiteemitglied für das Brennerbadanwesen. DAS WOHNHAUS NEBEN DEM RATHAUS Die Familie Aigner bewohnt das große Stadthaus Nr. 101 neben dem Rathaus, in dem sich heute die Südtiroler Sparkasse befindet. Eigentlich ist es ein Doppelhaus; bereits 1449 scheint das Heiliggeist-Spital als Grundherr des südlichen Eckhauses

auf. Das angrenzende nördliche Stadthaus ist seit 1611 die Wirtsbehausung „Zum Mondschein“ und zahlt nur Nachzins an „Unsere Liebe Frau im Moos“ (Pfarrkirche). 1922 kauft die Sparkasse Sterzing das Stadthaus und schließlich vereint dann 1930 die Sparkasse der Provinz Bozen als neue Besitzerin beide Häuser zu einer Doppelbehausung. Das Eckhaus („an der Gasse“) mit der kunstvollen Nepomukstatue vor der Haustür ist seit 1800 im Besitz von Kassian Aigner, Handelsmann und Bürgermeister der Stadt von 1820 bis 1829. Im Jahr 1848 scheint, wie Alois Karl Eller in seinem Buch „Geschichte der Häuser und Familien der Stadt Sterzing“ schreibt, der Handelsmann Josef Aigner als Besitzer auf und 1866 die Handelsfrau Juliana Aigner. Schließlich gelangt es 1870 in den Besitz des späteren Ehrenbürgers Franz Aigner, der kinderlos bleibt. Übrigens taucht der Familienname Aigner bereits im Verleihbuch des Berggerichtes Sterzing (1481 – 1514) auf und könnte somit eine alteingesessene Sterzinger Familientradition haben. Der ehrwürdige Verstorbene Franz Aigner vermacht testamentarisch das Haus zu je einem Drittel dem Spital, dem Armenfond und der Pfarrkirche. Nach dessen Tod ersteigert die Gemeinde am 26. Juli 1912 das Haus Nr. 101 um den


ber auf seinem Grabstein in den Sterzinger Arkaden eingemeißelt wird:

„Die dankbare Stadt Ihrem Ehrenbürger Unsere Liebe Frau und St. Margarethenkirche Ihrem Wohltäter“ Viel mehr konnte über Franz Aigner nicht in Erfahrung gebracht werden. Er wird als Ehrenpräsident der 1894 gegründeten Vinzenzkonferenz (St. Vinzenz-Verein) genannt und ist zudem Schutzvorstand Franz Aigner hat sich stets darum gekümmert, dass des katholischen Gesellendas Licht vor der Nepomukstatue brennt (Foto Stockvereines, der bereits 1865 hammer 1913, Museum Ferdinandeum). gegründet wird und heute stolzen Preis von 25.951 Kronen. als Kolpingverein bekannt ist. Von Der Ausrufpreis liegt bei 18.000 1872 bis 1902 wirkt er ununterKronen. Am 4. September wird brochen als Mitglied des Bürgerdie Firmenlizenz (Gemischtwaren- ausschusses der Gemeinde Sterhandlung) vom Handelsgericht zing. Er ist Sparkassenmitglied seit der Gründung derselben. Auch aufgelöst. Franz Aigner ist ein besonde- hat er sich um die Förderung der rer Förderer der so genannten Schule in Sterzing besonders verJohannesstatue: Josef Nogg- dient gemacht. Mit ihm verlieler schreibt in seiner „Chronik ren aber vor allem die Armen der von Sterzing“: „Wilhelm Wohl- Stadt einen großen Wohltäter. Seit gemuth von Oberplanitz, wel- der Ernennung zum Ehrenbürger cher 38 Jahre lang in Sterzing das Richteramt innehatte, ließ im Jahre 1739 infolge eines Verlöbnisses dem ‚Patron von Störzing’ die schöne Johannesstatue neben dem Rathause errichten. Johann Ralser stiftete hundert Jahre später eine Prozession am Sonntag nach Johann v. Nepomuk dahin. Nach dem Ableben des Kaufmannes Franz Aigner (1912), der sich von jeher um die Instandhaltung dieses Monumentes und des vor demselben brennenden 1904 lebt er in voller ZurückgezoLichtes gekümmert hatte, konn- genheit und genießt in allen Bete aus einem Legate (Schenkung, völkerungskreisen großes AnseNachlass, Anm.) dieses Verstor- hen. Das Begräbnis des an Altersbenen sowohl die Statue wie schwäche Verstorbenen findet am noch viel mehr der schadhafte Montag, den 29. April um 8 Uhr Sockel gründlich renoviert wer- früh unter großer Anteilnahme den.“ In seinem Testament ver- der Bevölkerung auf dem hiesigen E fügt er, dass ein Großteil seines Friedhof statt. Nachlasses der St. Margarethenkirche, den Armen der Stadt und Lesen Sie in der nächsten der Gemeinde zukommen soll. Ausgabe des Erker: Demnach ist Franz Aigner ein BÜRGERMEISTER großer Wohltäter und Gönner JOHANN KOFLER in der Stadt, was auch ehrenhalErker 12 I 16

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KULTUR

„Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen“ Einzigartiges Tagebuch eines Wipptalers aus dem Abessinienfeldzug Der Osttiroler Historiker Markus Wurzer, 26, stieß 2011 durch Zufall auf das Tagesbuch eines aus Freienfeld stammenden Soldaten aus dem italienisch-abessinischen Krieg 1935 – 1936. Dieses hat ihn seither nicht mehr losgelassen. In seinem vor wenigen Wochen im Universitätsverlag Wagner erschienenen Buch „Nachts hörten wir Hyänen und Schakale heulen. Das Tagebuch eine Südtirolers aus dem italienisch-abessinischen Krieg 1935 – 1936“ untersucht Wurzer minutiös das einzigartige Zeugnis von unschätzbarem historischen Wert. Ohne vorherige Kriegserklärung fielen faschistische Kampfverbände im Oktober 1935 in Abessinien ein und brachen als Aggressoren einen fürchterlichen Krieg vom Zaun. Mussolini beorderte etwa 500.000 Mann an das Horn von Afrika. Der Abessinienfeldzug endete damit, dass Äthiopien Teil des italienischen Kolonialgebietes in Ostafrika wurde. Aus Südtirol waren knapp 1.400 deutschsprachige Männer für den Krieg mobilisiert worden, von denen nur die wenigsten aufgrund mangelnder Schulbildung überhaupt imstande gewesen wären, ein Tagebuch zu führen. Umso bemerkenswerter ist das Auffinden

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Das Dorf Mai Ció

des Tagesbuches von Andrä Ralser, der den Feldzug Italiens gegen Abessinien miterlebte und seine Erlebnisse notierte. Wurzer, der das Tagebuch nun ediert und analysiert hat, geht in seiner Untersuchung der Frage nach, welche Kriegserfahrungen der Diarist machte, wie er den Kriegsalltag wahrnahm, welche Überlebensstrategien er sich zurechtlegte, wie er das Fremde auf dem afrikanischen Kontinent wahrnahm, wie er Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Bevölkerung und ihre Kultur darstellte. Und nicht zuletzt, wie er – er war im Dienstrang eines „Caporale Maggiore“ – seine Position als

Andrä Ralser in der Bersaglieri-Uniform

Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit einer italienischen und faschistischen Armee erlebte. Bei dem Namen Andrä Ralser handelt es sich um ein Pseudonym. Der Name ist dem Autor bekannt, wurde aber auf Wunsch der Familie anonymisiert. Der 1911 in der Gemeinde Freienfeld geborene Bauernsohn wurde 1935 mit seinem Bersaglieri-Regiment nach Eritrea verlegt und bereitete sich dort zunächst durch zahlreiche Manöver, die er im Tagebuch festhält, auf den Kriegseinsatz vor. Ab Oktober 1935 nahm Ralser an den Kämpfen an der Nordfront im wilden Hochland Abessiniens teil, so auch an den Schlachten bei Ma-

callè, Endertà und Mai Ció. Ob Ralser, der den Krieg Einträgen zufolge weder bejahte noch ablehnte, auch den Einsatz von Giftgas miterlebte, ist dem Tagebuch nicht zu entnehmen. Das Tagebuch endet mit dem Eintrag: „Tote und verwundete Abesiner lagen in Häufen herum sie baten uns um Wasser was wir selber keines hatten in miten diesen Leichenfeld musten wir Stellung machen und die Front halten die Nacht.“ Erst im Jänner 1937 konnte Ralser nach Südtirol zurückkehren. Er verstarb 1983, „womit ein bewegtes Leben im ‚Zeitalter der Extreme’ (Eric Hobsbawm) zu Ende ging“. lg


BUCHTIPPS

„Der Mörder mit der Spitzhacke“

„Die trunkene Fahrt“ Es beginnt als harmloser Ferienausflug im Sommer 1989: Ein übergewichtiger Musikkritiker aus Westberlin, ein weltberühmter Pianist aus Hannover und ein einfältiger Jurastudent aus Bologna wollen Südtirol abseits der touristischen Hauptrouten erkunden, geführt von einem dubiosen einheimischen Gymnasiallehrer und Auskenner. Zu viert in einen engen Fiat Panda gequetscht, kutschieren sie, vom Brenner ausgehend, kreuz und quer durchs Land. Bald stellen die Reisenden fest, dass ihr Chauffeur nur ein Bein und keinen Plan hat – dafür eine Schwäche für geistige Stärkungen. So führt ihre Tour sie nicht nur zu verschlossenen Kirchen und in einsame Bergdörfer, sondern von Gasthaus zu Gast-

haus. Mal heiter, mal tiefsinnig diskutieren sie über Bach, Beethoven, Literatur, Weltpolitik, Frauen und die Erschaffung der Welt aus alkalischem Salz. Je betrunkener sie werden, desto aberwitziger kreist ihr Disput zwischen Weisheit, Schalk und Wahn, hoher Kunst und derbem Leben, Tod und Vergessen. Als noch ein weiterer Passagier einsteigt, spitzen die Dinge sich zu. Ob sie jemals heil zurückkommen? Eine bizarre Tour d’Horizon zu geologischen und menschlichen Abgründen, grotesk und komisch, minutiös und universell: vier Männer in einem Fiat Panda, in dem sich eine ganze Welt entfaltet. Der Roman ist im rowohlt-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Artur Oberhofer, Chefredakteur der Südtiroler Tageszeitung, hat in der Edition arob vor kurzem den siebten Band der großen Kriminalfälle in Südtirol vorgelegt. Neben dem Kettensäge-Mord in Marling greift er darin auch den Mord an der 68-jährigen Bäuerin Maria Weissteiner in Tulfer im Jahr 1988 auf. Die Tumele-Bäuerin, die schwerverletzt aufgefunden wurde, erliegt wenige Stunden später den Verletzungen, die ihr durch eine Spitz-

hacke zugefügt worden sind. Oberhofer rekonstruiert das bis heute nicht aufgeklärte Verbrechen und vertritt in seinem Buch die These, dass der Täter im Mordfall Maria Weissteiner zwei unfreiwillige Komplizen hatte: den Wettergott, der alle wichtigen Spuren zerstört hat, und die Ermittler selbst, die sich wohl zu früh und zu schnell auf einen Hauptverdächtigen festgelegt und dadurch andere mögliche Spuren vernachlässigt haben.

„Erlebnis Kunst in Südtirol“ „Kunsthistorisches Wissen mit den Mitteln des Vergleichs augenfällig machen“ möchte das Buch „Erlebnis Kunst in Südtirol. Von Fratzen, Fresken und Fassaden“ von Andreas H a p k e m e y e r. Das im Folio Verlag erschienene Buch mit Fotos von Renè Riller richtet sich an Neugierige, die sich einen ersten Überblick über Kunstwerke und kulturelle Zusammenhänge in Südtirol verschaffen wollen. Der Autor selbst bezeichnet es als „kleine Schule des Sehens“. In kurzen Texten stellt Hap-

kemeyer thematische Querschnitte und kulturelle Verbindungen her. Der Bogen mit herausragenden Werken aus Südtirols Kunst und Architektur reicht von Fresken des Frühmittelalters und der Barockmalerei über das Bauprogramm des italienischen Faschismus bis zur Gegenwart. Nur ein einziges der 250 Bildbeispiele stammt allerdings aus dem Wipptal: die Inschrift über dem Portal zur Festung Franzensfeste. Erker 12 I 16

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WOHER STAMMT EIGENTLICH DER NAME ...

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Rain? GOSSENSASS

Ein Stück Vergangenheit lebt wieder auf ... In den vergangenen Jahren wurde die Ortsgeschichte der Marktgemeinde Brenner umfassend aufgearbeitet. Die überaus umfangreichen Pfarrchroniken von Gossensaß, Pflersch und Brenner blieben hingegen noch unbearbeitet. Nun konnte auch diese Lücke geschlossen werden. von Harald Kofler

Die kleine Ansiedlung Rain liegt an der orographisch rechten Seite des Pfitscher Baches etwas nordöstlich von Kematen. Rain gehört zur Fraktion Kematen, ist mit dieser Teil der Katastralgemeinde Pfitsch und gehört verwaltungstechnisch zur Gemeinde Pfitsch. Die Siedlung wird urkundlich am Beginn des Spätmittelalters im Jahr 1250 erstmals als „Raine“ erwähnt. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass die Besiedelung wesentlich älter als die erste urkundliche Erwähnung des Namens der Gegend ist. Die geographische Lage begünstigte die Entstehung einer Siedlung oberhalb des Talbodens. Jener war durch den nicht regulierten Verlauf des Talbaches in mittelalterlicher Zeit zumeist sumpfig und nass. Die heute noch gebräuchliche Schreibweise findet sich in schriftlichen Aufzeichnungen bereits in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts und hat sich in den folgenden Jahrhunderten nicht mehr verändert. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts findet sich die abgewandelte Form „Raina“, die jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder weitgehend verschwunden ist und der älteren Bezeichnung „Rain“ weichen musste. Die etymologische Deutung des Siedlungsnamens kann als weitgehend gesichert betrachtet werden und erweist sich als nicht besonders schwierig. Dem Namen liegt das mittelhochdeutsche Wort „reine“ zugrunde. Der noch heute gebräuchliche mundsprachliche Ausdruck „Roan“ verweist auf ein steiles Gelände, einen Talabhang oder einen Bühel.

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Anfang November wurde die neueste Publikation des Bildungsausschusses Gossensaß-Pflersch im Theatersaal in Gossensaß der Bevölkerung vorgestellt. Eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Josef Gasteiger, Peter Kinzner, Harald Kofler, Hubert Seidner, Roland Thaler und Josef Windisch – transkribierte und edierte in den letzten fünf Jahren die Pfarrchroniken von Gossensaß, Pflersch und Brenner. Das Ergebnis dieser Arbeit liegt nun in Buchform vor. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde die Publikation „Die Pfarrchroniken der Marktgemeinde Brenner“ der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Harald Kofler konnte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bildungsausschusses Gossensaß-Pflersch unter den Anwesenden Dekan Josef Knapp, Ortspfarrer Attila Nagy-György, den ehemaligen Pfarrer von Gossensaß, Brenner und Pflersch Stefan Stoll, den ehemaligen Kooperator von Gossensaß und langjährigen Pfarrer vom Brenner Hugo Senoner, Josefsmissionar Karl Oberprantacher, Landeschronistin Rita Thaler und Vizebürgermeister Franz Plattner begrüßen, der die Grüße der Marktgemeinde Brenner in Vertretung des Bürgermeisters überbrachte. Neben den Gemeindereferenten nahmen auch zahlreiche Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte an der überaus gut besuchten Buchvorstellung teil. Kofler schilderte zunächst die Entstehungsgeschichte der Pfarrchroniken und erläuterte anschließend die methodische Herangehensweise an diese spezielle Quellengattung. Er dankte allen Mitarbeitern, Gönnern und Unterstützern und zeigte sich erfreut, dass ein langjäh-

Kirchenchor St. Jakob bei Gesamttiroler Wertungssingen 37 Chöre aus Nord-, Ost- und Südtirol nahmen Mitte November am 6. Gesamttiroler Wertungssingen in Innsbruck teil. Die Chöre, darunter 14 aus Südtirol, trugen ein fünfzehnminütiges Programm vor. Dabei sangen sie ein Pflichtlied und einige selbst gewählte Lieder. Aus dem Wipptal war der Kirchenchor aus St. Jakob in Pfitsch am Bewerb dabei und sang in der Kategorie „leichte Chorliteratur“ nach Meinung der Jury „gut“.

riges Projekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ortschronist Günther Ennemoser verwies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Chronikwesens, das in Tirol seit jeher eine lange Tradition habe, und lobte die Edition als wertvolle Tirolensie. Josef Windisch stellte einzelne Passagen der Publikation vor und vermittelte den Anwesenden einen lebhaften Eindruck vom Inhalt

der Pfarrchroniken. Darin findet sich nicht nur Persönliches, Ernstes und Heiteres, sondern vor allem viel Interessantes und Kurioses. Dekan Josef Knapp dankte den Mitarbeitern für die wertvolle Kulturinitiative und verwies auf die geleistete Pionierarbeit im Bezirk und weit darüber hinaus. Erwin Keim und Werner Teissl umrahmten die Feier musikalisch. Die schwungvollen Melodien unterstrichen die wechselvolle Geschichte von Gossensaß, Pflersch und Brenner und boten dem Publikum einen kurzweiligen Abend, der mit einem Umtrunk in geselliger Runde seinen Ausklang fand. Das von der Druckerei Weger mit zahlreichen Fotografien äußerst gefällig gestaltete Buch „Die Pfarrchroniken der Marktgemeinde Brenner“ kann im Gemeindeamt der Marktgemeinde Brenner oder auf Bestellung im gut sortierten Buchhandel erworben werden.

FRANZENSFESTE

„The Nature of Form“ Vom 2. Dezember bis zum 9. April ist in der Festung Franzensfeste die Sonderausstellung „The Nature of Form“ der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck zu sehen. Dabei werden von der Natur inspirierte Formen gezeigt, die neue, räumlich-konstruktive Herangehensweisen in der Architektur eröffnen. Ihre Erforschung führt zu leichtem, geometrisch intelligentem Spannen, Falten, Biegen und Fügen. In der Ausstellung präsentieren sich neben Modellstudien und prototypischen, räumlichen Installationen ausgewählte Entwürfe zur Thematik der Festung Franzensfeste.


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Tschodile. Frauen am Schneeberg von Christine Haller-Martin „Eine schöne Frau in weißem Kleid, mit Geschmeide an Hals und Armen, sitzt am Ufer des Wasserspiegels von Seemoos. Sie winkt den Gamsjäger zu sich, der dem Wild bis dort hinauf nachgestiegen ist, und zeigt ihm funkelndes Edelgestein in ihrem Schoß. Wenn er vom Wild ablässt, das unter ihrem Schutz steht, so verspricht sie, wird sie ihm wunderbare Schätze zeigen.“ Bereits die Sage über den Ursprung, über die „Erfindung“ (in der Bergmannssprache) des Bergbaus am Schneeberg weist dem weiblichen Geschlecht eine besondere Rolle zu. Aus der mündlichen Überlieferung der Sage und dem Dunkel der Geschichte wird der Erzabbau am Schneeberg um 1237 hervorgeholt, als das „argentum bonum de Sneberch“, das gute Schneeberger Silber, erstmals urkundlich erwähnt wird, als Tauschmittel für eine Lieferung Schwerter. Die Anwesenheit des weiblichen Geschlechts am Schneeberg ist damit aber noch lange nicht urkundlich erfasst. Bald aber weiß man über die Verehrung weiblicher Heiliger durch die Bergleute: Im 14. Jahrhundert galt die heilige Anna als „Erzmacherin“ und als „Silberheilige“. Im 15. Jahrhundert wurde sie von der heiligen Barbara abgelöst.

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Erzklauberinnen um 1910 am Schneeberg

Im 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in der Blütezeit des Tiroler Bergbaus also, tauchen erste Hinweise auf eine weibliche Beteiligung am Bergsegen des Schneebergs auf: 1428 richtet Anna von Braunschweig, die zweite Gemahlin Friedrichs IV. von Tirol, in einem Briefdokument an den Bergrichter zu Gossensaß, Conrad Strewn, die Mahnung, ihre Rechte und Neuntelanteile an den vielen neuen Funden am Schneeberg zu wahren. Im Verleihbuch des Berggerichtes Sterzing-Gossensaß finden sich zwischen 1481 und 1514 mehrere Eintragungen über die Vergabe von Grubenrechten an weibliche Gewerken. Zuerst an adelige Frauen, beispielsweise an die erste Gemahlin von Sigmund dem Münzreichen, Eleonore von Schottland, die 1468

und 1473 Bergwerksanteile besaß. Dann finden sich auch Verleihungen an Bürgerfrauen aus dem alten Sterzinger Bergbaugeschlecht der Familie Jöchl: 1491 scheint Dorothea Jöchl als Bergbau-Unternehmerin auf. Sie ist die Witwe des Lienhard Jöchl, Sohn des Erbauers des Ansitzes Jöchlsthurn in Sterzing. 1496 erscheint Barbara Jöchl, die Schwiegertochter der Dorothea, als Bergbau- Unternehmerin und 1512 auch Agata Jöchl, die Gemahlin des Burghart Jöchl. Eine andere bekannte Sterzinger Gewerkenfamilie war jene der Flam(m): Um 1500 erwirbt Lucia, verehelichte Flam(m), Bergwerksrechte und benennt ihre Grube nach ihrer Namenspatronin, weil diese ihr Erzsegen bescheren sollte. Die Reihe der Sterzinger Bürger-

frauen als Anteilseignerinnen am Schneeberg ließe sich mit der Familie Köck fortsetzen. Der Historiker Harald Kofler hat in seinem 2012 erschienenen Buch „Silber und Blei“ diese Erfolgsgeschichte der mittelalterlichen Gewerkinnen am Schneeberg, wie sie Lia Hörmann 1991 in ihrem Artikel „Die Frauen vom Schneeberg“ in der Zeitschrift „Tirolerin“ annimmt, relativiert, indem er schreibt: „Formal tauchen Frauen als Gewerken nur dann auf, wenn ihre Männer aufgrund ihrer Beamtenstellung keine Grube erwerben konnten oder sie als Vormünder für ihre Kinder agieren mussten.“ Er nennt Margareta Griesstetter und Apolonia Kuchler (beide Gattinnen von Bergrichtern) sowie Anna und Lucia Flam(m) und schreibt weiters: „An-


gesichts dieser Verleihungen realiter von weiblichen Gewerken zu sprechen, die sich auch selbst um ihre Gruben kümmerten und vor Ort Bergbau betrieben, scheint mehr als gewagt.“ Damit verweist er die direkte Beteiligung von Frauen am Bergsegen des Schneeberges sowie deren Anwesenheit vor Ort wiederum ins Ungewisse und schließt sich dem an, was bereits Rudolf Tasser in seinem Werk „Das Bergwerk am Südtiroler Schneeberg“ 1994 geschrieben hatte, nämlich dass die Bergamtleute selbst nicht Anteileigner sein durften und sie daher ihre Frauen als Gewerkinnen aufscheinen ließen. Zum Unterschied zu anderen Ländern, wie beispielsweise England, wo Frauen bereits im 13. Jahrhundert unter Tage arbeiteten, scheint der Bergbau in Tirol die Frauenarbeit unter Tage weder in seiner Blütezeit (15. Jahrhundert und erste Hälfte des 16. Jahrhunderts) noch in der langen Phase seines Niedergangs gekannt zu haben. Irgendwann kam in Tirol der Glaube auf: Das Weib bringt Unglück unter Tag den Bergwerksverwandten! Nach Schwazer Bergrecht war aber auch die Arbeit der Frauen über Tage verboten. Die Begründung war einleuchtend: Der Berg ist Mannsarbeit, sonst müssen gute Bergleute feiern. Der Historiker Tasser vertritt diesbezüglich in seinem Werk die Meinung, dass dieses Verbot bei den größeren Bergwerken auch eingehalten wurde. Anders aber mag es dort gewesen sein, wo der Bergbau als Kleinbetrieb funktionierte, wie es in der Zeit der Freigrübler (nach Mitte des 16. Jahrhunderts) vielerorts der Fall war. Er bringt auch ein Beispiel: „Ein Erzsucher stieß irgendwo auf einen Ausbiss (das ist eine Stelle an der Erdoberfläche, an der eine Erzlagerstätte zu Tage tritt). Er ließ sich den Ort vom Bergrichter verleihen und begann zu schürfen. Wird dieser Bergmann nicht zuerst die unentgeltliche Hilfe seiner Frau und seiner Kinder in Anspruch genommen haben, bevor er fremde Hilfskräfte einstellte, denen er einen normalen Wochenlohn zahlen musste?“ Diese Kleinbetriebe hinterließen keine schriftlichen Aufzeichnungen

ihres Tuns. Es gibt aber bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts einen Hinweis darauf, dass in Schwaz, wo Frauenarbeit ausdrücklich verboten war, im Bereich der Freigrübler Frauen mitarbeiteten, weshalb sich 1545 die Knappschaft auch beschwerte, weil sie Arbeitslosigkeit unter den Knappen befürchtete, wenn Frauenarbeit geduldet wurde. Außerhalb Tirols gibt es im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit mehrere Quellen, welche die Bergwerksarbeit von Frauen über Tag bestätigen. Ich möchte Georg Agricola herausgreifen, der 1557 in seinem Werk „De re metallica“ schreibt: „So klaubendt nicht allein die menner das ärzt, sonder auch die knaben und weiber.“ Er bringt dazu auch ein Bild, auf dem vier Frauen beim Erzklauben dargestellt sind. Am Schneeberg ist über den Einsatz von Frauen beim Erzscheiden vor 1871 nichts bekannt. Auch die wenigen Lohn- und Personallisten, die im Sambcostbuch aus dem Jahr 1750 erhalten sind und in dem Berufe wie Stollenhäuer, Herrenarbeiter, Zimmerleute, Trockenmaurer, Gestängeleger, Hutleute, Grubenhüter, Nachtwächter, Säuberer u. a. m. genannt sind, bringen keinen Hinweis auf Frauenarbeit. „Ein Grund dafür mag in der extremen Lage des Bergwerkes gesehen werden. Allerdings wurde den Frauen damals die landwirtschaftliche Arbeit auf den Almen durchaus zugemutet, und die waren von der Lage her manchmal mit dem Schneeberg durchaus vergleichbar. Deshalb sollte man vielleicht die Frauenarbeit an den Klaubtischen im Sommer auch auf dem Schneeberg nicht ganz ausschließen“, schreibt Tasser in seinem bereits erwähnten Werk. Mit ziemlicher Sicherheit (und darin sind sich die von mir konsultierten Quellen einig) kam es am Schneeberg nie vor, dass Frauen unter Tage gearbeitet haben, wie dies später an anderen Orten in der Donaumonarchie durchaus vorkam, so etwa im Kohlenrevier von Kladno in Böhmen. In England hatte die Frauenarbeit im Untertage-Bergbau eine lange Tradition. Die Ausbeutung von Kindern und Frauen erreichte dort geErker 12 I 16

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rade im Bergbau ihren Höhepunkt. Friedrich Engels hat die europäische Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht. Das englische Parlament verbot 1843 die Kinder- und Frauenarbeit mit dem Coal Mines Act. „In Tirol ließ vor allem die festgefügte, bäuerliche Gesellschaft, in der der Einfluss der Kirche ein ganz entscheidender war, den Eintritt der Frauen in einen Arbeitsbereich nicht zu, in dem die arbeitenden Menschen nicht nur vielen körperlichen, sondern auch großen sittlichen Gefahren ausgesetzt waren“, schreibt Tasser. Hörmann zitiert 1991 in ihrem bereits genannten Artikel „Die Frauen vom Schneeberg“ eine deutsche Studie zu den überlieferten Begründungen dafür: „An Mädchen und Frauen, die unter Tage arbeiteten, sollen gesundheitliche Schädigungen, eine Verzögerung der Pubertät, vermehrte Fehlgeburten und eine Vermännlichung des Wesens festgestellt worden sein. Auch war die Arbeit viel zu gefährlich und zu schmutzig. Das enge Zusammensein von Män-

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nern und Frauen im Stollen galt als unsittlich.“ Tatsache ist jedoch, dass das Industriezeitalter die Frauen auch auf den Schneeberg brachte. Dies ist bildlich und schriftlich belegt, und zwar in historischen Schneebergansichten und authentischen Berichten aus jener Zeit. Am Schneeberg begann das Industriezeitalter erst mit der Wiederaufnahme des ärarischen Bergbaubetriebs nach 1871 durch den österreichischen Staat, der die große Übertage-Förderanlage von Seemoos nach St. Martin am Schneeberg, durch den Kaindl-Stollen ins Lazzacher Tal, nach Maiern und Richtung Sterzing erbaute, zwecks eines kostengünstigeren und schnelleren Transportes der Erze bis zur 1867 fertiggestellten Brennereisenbahn. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die am 22. November 1870 in Wien stattfindende Jahressitzung der k. k. Geologischen Reichsanstalt gewesen. Constantin Freiherr von Beust, Generalinspek-

tor für Bergbau im österreichischen Finanzministerium, hatte in dieser Sitzung beanstandet, dass die Lagerstätten von Zink- und Bleierz am Schneeberg in Tirol „bisher nicht entsprechend gewürdigt“ worden waren. Die alten Halden sollten systematisch nach Zinkerz durchkuttet, d. h. durchsucht werden. Die Zinkblende war nämlich jahrhundertelang als wertlos auf die Halden gekippt worden, weil man sie nicht ausbringen konnte. Als man sie dann endlich verhütten konnte, wurde sie zum Schneeberg-Erz schlechthin. Bei den Klaub- und Sortierarbeiten, die in der Folge anfielen, wurden in der Hauptsache Frauen eingesetzt, die so genannten Erzscheiderinnen, Erzklauberinnen, Klaubweiber oder „Tschodilen“. Es bot sich ihnen ein weites Betätigungsfeld, das sich vom Durchsuchen und Ausklauben des Erzes auf den Halden, von der so genannten Haldenkuttung, über das Ausklauben des aus den Gruben geförderten Erzes und dem Zerpochen kleinerer Steine mit dem

Pochhammer auf dem Pochstein bis zum Erzwaschen und Sortieren des Klaubgutes erstreckte. Das Erzklauben war insgesamt eine begehrte Beschäftigung, mit der man bares Geld verdienen konnte. Für die Witwen und Waisen der Bergknappen, die Arbeiterinnen und die minderjährigen Mädchen aus bedürftigen Familien bedeutete dies eine bescheidene Existenz. Normalerweise mussten die Klauberinnen mindestens 14 Jahre alt sein. Bei Mädchen aus besonders armen Familien aber wurden auch Ausnahmen gemacht und zwölf-, 13-jährige Mädchen eingestellt. Das Erzklauben war aber auch eine anstrengende und schmutzige Arbeit. Die Arbeitsschichten betrugen elf bis zwölf Stunden. Den Frauen blieb wenig Freizeit. Am Schneeberg wurde zur Arbeit der Rock getragen, obwohl sich andernorts bereits die Hose durchgesetzt hatte, darüber eine so genannte Klaub- oder Sackschürze. Ein Kopftuch wurde zum Schutz vor dem Staub getragen und im


KULTUR

Nacken verknotet, um die Haare zusammenzuhalten. Die Schneeberger Frauen trugen bei der Arbeit fast durchwegs auch Holzschuhe, die mit Nägeln beschlagen waren. Eine der etymologischen Deutungen besagt, dass der Übername „Tschodile“ für Erzklauberin vom italienischen Wort „chiodo“, im Belluneser Dialekt „ciodo“ für Nagel, abgeleitet sein könnte. Einer jüngeren Theorie zufolge könnte „Tschodile“ aber auch vom Passeirer Dialektwort „tschoaden“ kommen, das so viel bedeutet wie scheiden, sortieren. Die „Tschodilen“, „Tschodelen“ oder „Tschodiler“, wie die Erzscheiderinnen auch genannt wurden, waren überwiegend junge Arbeitskräfte. Zum Teil stammten sie aus den heimischen Gebirgstälern von Passeier und Ridnaun, viele kamen aber auch aus dem Bellunesischen und anderen Gegenden Oberitaliens, die damals zur Donaumonarchie gehörten. Zum Torfstechen in Seemoos kamen in der k. k. Zeit sogar Arbei-

terinnen aus Slowenien herauf, wie Lia Hörmann schreibt. Außerdem soll es um 1900 unter Bergmeister Penco so genannte „Gruben- oder Kauenhüterinnen“ gegeben haben, die in den Unterkünften warmes Wasser für die tägliche Reinigung austeilten. 1903 waren über siebzig Frauen am Schneeberg beschäftigt. Ab 1896 gab es auch eine eigene Frauenunterkunft, die von Männern nicht betreten werden durfte, das so genannte Frauenhaus. Es befand sich in der Nähe der Talstation des Vierzehn-Nothelfer-Aufzuges, in einem Abstand von 400 m zur eigentlichen Knappensiedlung. Es war mit einem Schlafraum mit 72 Schlafplätzen ausgestattet. Frauen arbeiteten auch als Erzwäscherinnen im Waschwerk in Seemoos, wo der Bleiglanz aufbereitet wurde, bevor man ihn über die Bremsberge und Pferdebahnen nach Maiern in Ridnaun transportierte. Hier arbeiteten weitere 30 Frauen in der Aufbereitung. Die Arbeit auf den Halden und in

der Erzaufbereitung war Saisonarbeit. Die Klauberinnen waren von Mai bis Oktober vor Ort. Da sowohl das Haldenkutten als auch das Erzwaschen im Akkord geschahen, hing der Verdienst von der Leistung ab. „Über die Löhne der Frauen vor 1920 ist aber nichts bekannt. Die Löhne waren jedenfalls höher als die in der Landwirtschaft gezahlten“, schreibt Tasser. Gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden 82 Bergarbeiter zum Kriegsdienst eingezogen. Als Ersatz kamen die Frauen nicht in Frage, da sie nicht unter Tage arbeiten durften. So ging auch deren Zahl kontinuierlich zurück. 1914 waren nur mehr 43 Frauen am Schneeberg. Bis zum Ende des Krieges waren es dreißig Frauen und weniger. Aus dem Jahr 1915 gibt es ein Verzeichnis der am Schneeberg gegen Pocken geimpften Personen. Darin werden neben 74 männlichen Arbeitern auch 18 Frauen und 56 Kinder als „gegenwärtig beschäftigte Personen“ angeführt.

1919 ging das Bergwerk am Schneeberg in den Besitz des italienischen Staates über. Von den 100 arbeitenden Personen waren 20 Frauen. Zwischen 1925 und 1926 wurde eine Materialseilbahn errichtet, welche die große Übertage-Förderanlage ersetzen sollte. Nach deren Fertigstellung wurde auch die Aufbereitung des Bleiglanzes von Seemoos in die neu errichtete Flotationsanlage nach Maiern verlegt. Damit waren die Erzwäscherinnen in Seemoos arbeitslos und wohl auch die Erzklauberinnen am Schneeberg. Die Zeitzeugin Amalie Brunner geb. Alber aus Sterzing, die zwischen 1927 und 1931 Knappenköchin am Schneeberg war, berichtete nämlich, dass es in ihrer Zeit nur mehr vier Frauen am Schneeberg gegeben habe. Diese waren entweder mit Bergleuten verheiratet oder versahen Dienst in der Gastwirtschaft der Knappensiedlung oder waren Aufräumerinnen in den Männerkauen. Diese Frauen blieben das ganze Jahr über E am Berg.

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NOTIZIE DALL‘ALTA VAL D‘ISARCO

VIPITENO

BIRRA CHE PASSIONE! Non c’è niente di più bello che rilassarsi bevendo una birra in compagnia dei propri amici. È forse la bevanda più “socievole” che esista, ancora meglio poi, se la birra assaporata è artigianale. Un gruppo di amici di Vipiteno ha voluto condividere insieme un’esperienza dedicata alla passione per questa bevanda e lanciarsi nel mondo della birra artigianale. La “Sterzinger”, così l’hanno chiamata, è una birra non filtrata, non pastorizzata e priva di conservanti. E’ una birra artigianale, un prodotto unico e “vivo” che nasce dalle mani esperte di un mastro birraio d’estro e di fantasia. Nei suoi profumi, aromi ed emozioni si ritrova l’entusiasmo dei ragazzi che hanno dato vita a questa start-up a Vipiteno. Al centro del loro progetto c’è il culto dell’artigianale, l’amore per i frutti della natura, il rispetto del nostro territorio e della sua cultura del vivere. L’antica tradizione birraia altoatesina si fonde così con la passione e la creatività, dando vita a prodotti di grande qualità, frutto esclusivo di ingredienti selezionati ed acque purissime. Vista la qualità ottenuta dal prodotto, i ragazzi hanno deciso di farlo conoscere a tutti i buongustai, presentandolo al mercatino di Natale dal 6 al 24 dicembre. Anche il logo è “made in Sterzing”; è infatti stato realizzato da una giovane artista vipitenese. La birra è una bevanda versatile che per sua natura si addice ad ogni momento della giornata. Ed una birra speciale si può definire a tutti gli effetti un’opera d’arte. Tra la scelta della materia prima, studio della realizzazione e libero sfogo alla propria creatività, il mastro birraio ha molto in comune con un pittore e spesso trae ispirazione proprio dall’arte per realizzare la sua birra. Ogni birrificio artigianale ha la sua birra, la sua speciale ricetta e il suo rituale ed è proprio il mastro birraio a determinare la raffinata interazione tra acqua, malto, luppolo e lievito. Vipiteno è stata nel passato sede di una birreria. Infatti nel 1875 Peter Seeber ne aprì una alle spalle dell’albergo Goldene Krone. Suo fratello Ignaz venne nominato birraio e nel 1880 la produzione raggiunse i 10.000 ettolitri. Il nuovo progetto di questi amici ha innanzitutto lo scopo di condividere una grande passione con i cittadini ed i turisti che affolleranno il mercatino, con l’ambizione di trasformare nel tempo questa giovane start-up in una realtà consolidata. cm

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Consiglio Comunale videosorveglianza Durante l’ultima seduta del consiglio comunale di Vipiteno è stata approvata la risoluzione presentata da Werner Graus (SVP Wipptal) con la quale il consigliere chiede che il Comune elabori un nuovo regolamento comunale sul controllo di video sorveglianza mirata nel comune per far fronte al problema sempre più frequente del deposito di rifiuti illegali. Secondo il consigliere Graus l’installazione di un sistema di video sorveglianza oltre al controllo del deposito di rifiuti illegali porterebbe anche sicurezza ai cittadini, in particolare per la prevenzione e l’individuazione di reati o crimini tra cui disturbo della quiete pubblica, atti di vandalismo e furti. I consiglieri Markus Larch, Christine Eisendle Recla e il vicesindaco Verena Debiasi hanno espresso il loro parere contrario per l’installazione di telecamere di sorveglianza, i consiglieri ritengono più utile procedere con un programma di sensibilizzazione e di controllo sociale, a Tunes è stato molto utile. In consiglio è stato fatto presente che quest’anno attraverso severi controlli sono state fatte 41 multe. Larch sottolinea inoltre che la spesa alla quale il Comune andrebbe incontro per l’acquisto, l’installazione e la gestione delle telecamere non è da sottovalutare. I rifiuti depositati illegalmente avvengono soprattutto di sera, il che rende difficile identificare la persona. Si teme anche uno spostamento di smaltimento dei rifiuti illegale su strade, campi e fiumi. Dopo lunga discussione la mozione viene approvata con 11 voti favorevoli, tre contrari (Larch, Eisendle Recla, Debiasi) e tre astenuti (Heinrich Forer, Herbert Seeber e Marialuise Troyer Bressan). Il Consiglio Comunale ha approvato con un voto contrario (Josef Tschöll, SVP) la gara per la concessione della gestione del palaghiaccio per il periodo 2017 (fine della stagione) al 2023 (prolungabile per sei anni). Il consigliere Dieter Thaler (SVP) ha suggerito di fare un’analisi e una pianificazione dettagliata dei costi di manutenzione del palaghiaccio per i prossimi cinque o dieci

anni. Tra gli altri punti è stata approvato all’unanimità il bando e la concessione per l’istituzione di una pista di pattinaggio in Piazza Città, che prevede la fornitura di energia elettrica e acqua, nonché un contributo di 4.000 euro per il concessionario, in modo da poter mantenere le tariffe più basse possibile. Tra le varie il consigliere Thaler SVP sottolinea nuovamente la problematica del baracchino dei würstel che ca. un anno fa è stato posizionato provvisoriamente nella zona

difronte alla funivia di Monte Cavallo. Thaler chiede che venga trovato un posto in via definitiva nella zona del nuovo centro di riciclaggio in via Giovo. L’assessore Larch ha informato che prenderà in considerazione questa proposta. Il consigliere Graus ha richiamato l’attenzione del Consiglio sul problema dell’accattonaggio organizzato. Le lamentele dei cittadini sono sempre più frequenti, le persone anziane si sentono addirittura perseguitate e ritengono gli accattoni molto invadenti – così Graus. Il martedì e il venerdì in occasione dei rispettivi mercati settimanali il problema è quasi ingestibile. Graus ha invitato il sindaco a prendere seri provvedimenti e fare maggiori controlli. Il consigliere Graus inoltre ha informato sulla situazione del parco della Commenda. Il parco è diventato infatti un punto di ritrovo per i giovani che si ubriacano e lasciano i rifiuti. Molti cittadini hanno fatto presente più di una volta la problematica senza riscontrare alcun successo. Il consigliere Graus (SVP Wipptal) per far fronte al problema chiede che vengano aumentati i controlli da parte della polizia municipale e le altre forze dell’ordine. cm


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Ampliamento dello stadio del ghiaccio

Ospedale di Vipiteno

Recentemente sono iniziati i lavori edili per l’ampliamento dello stadio del ghiaccio.

La decisione del Tar sul punto nascite rinviata a febbraio

Dopo una lunga preparazione, stanziamento del finanziamento e gara d’appalto, si è potuto affidare l’incarico dell’ampliamento dello stadio del ghiaccio in forma di un appalto integrato, che comprende la progettazione e l’esecuzione dei lavori. L’incarico è stato assegnato all’associazione di concorrenti Wolf System Srl, a cui si sono unite 10 ditte e tecnici del posto. La somma dell’incarico ammonta a 882.060,00 euro, IVA inclusa. Come è noto lo stadio del ghiaccio è stato costruito all’inizio degli anni ‘90, quando l’SSI Sport Su Ghiac-

cio aveva una prima squadra e una squadra giovanile. Al momento, oltre alla squadra che partecipa alla Alps Hockey League a Vipiteno ci sono anche sei squadre giovanili. Ciò è il risultato di un fruttuoso lavoro

di costruzione, durato anni, da parte dell’SSI, come anche da parte del liceo sportivo. Lo stadio del ghiaccio negli ultimi anni era sovraffollato e di conseguenza per anni si sono dovuti mettere a disposizione ulteriori spogliatoi in container edili presi in affitto. Il fabbricato aggiuntivo è costituito oltre che dai nuovi spogliatoi, da un piccolo vano fitness, da uffici per l’amministrazione dello stadio del ghiaccio e per la dirigenza della società. Dopo che gran parte dell’edificio verrà edificato con elementi prefabbricati, si può presumere che il termine dei lavori sarà verso la fine dell’anno. Nei prossimi anni saranno necessari ulteriori lavori di completamento e allestimento della struttura. Il Comune di Vipiteno è oltretutto intenzionato ad eseguire in maniera graduale dei lavori di manutenzione straordinaria. Tra l’altro questa estate sono stati già rinnovati i WC.

Per sapere se il ricorso presentato dal Comune di Vipiteno contro la chiusura del punto nascite del nosocomio cittadino sarà accettato o no bisognerà attendere il 22 febbraio. Infatti l’11 novembre il Tribunale ha deciso di rinviare la decisione e nel frattempo l’Azienda sanitaria ha informato che non

intatto in modo che nell’ipotesi dell’accettazione del ricorso l’ospedale sarebbe in grado di ripristinare subito il punto nascite. Attualmente Vipiteno non si può più partorire anche se tutti i servizi pre e post parto sono garantiti e quindi le visite alle mamme non si discutono, in quanto il persona-

smantellerà il reparto fino a quando non ci sarà una sentenza definitiva del TAR. La decisione di chiusura è operativa dal primo novembre scorso, ma l’accettazione della richiesta avanzata dai Comuni di Vipiteno e di Campo di Trens attraverso una lettera aperta fa sperare. Nel frattempo il reparto resterà

le adeguato c’è. I parti veri e propri sono dunque dirottati a Bressanone anche se attualmente non c’è un primario. Questo fa riflettere: si è accorpato il servizio nascite per aumentare la sicurezza, ma manca un primario che governi la situazione. cm

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NOTIZIE DALL‘ALTA VAL D‘ISARCO

SCIARE IN SICUREZZA LE REGOLE DI COMPORTAMENTO È ormai prossimo l'avvio della nuova stagione sciistica che tutti gli appassionati si augurano migliore di quella passata, in cui la neve, quella “vera” s’intende, si era fatta a lungo desiderare. È dunque tempo di verificare i materiali (attacchi, suolette e lamine), ridare un po’ di tono al fisico (la raccomandazione è rivolta in special modo ai sedentari) e, aggiungo io, di fare anche un breve ripasso delle regole di condotta dello sciatore, il rispetto delle quali, ovviamente da parte di tutti i praticanti, vale a contenere il numero degli incidenti e a migliorare la condizioni di sicurezza nella pratica dello sci. Come molti sanno, la Federazione internazionale degli Sport invernali

(F.I.S.) nell’anno 1967, in occasione del proprio congresso a Beirut, raccolse le regole di condotta dello sciatore nel famoso “Decalogo”, Il cui Il testo venne successivamente

aggiornato nel 1973 nel congresso di Famagosta e definito nella sua stesura attuale nel congresso di Portorose nell’anno 2002. Alcune integrazioni si erano rese necessarie per la grande diffusione avuta nel frattempo dalla pratica della tavola da neve (snowboard). Queste regole, di natura solo spor-

PRUDENTI SULLA NEVE LINEE GUIDA PER UN COMPORTAMENTO AUTO-RESPONSABILE NELLE ESCURSIONI SULLA NEVE. La squadra di soccorso alpino di Vipiteno del CNSAS Alto Adige organizza, con il patrocinio del Comune di Vipiteno, una serata informativa presso la sala Vigil Raber di Vipiteno. Il tema della serata è: “Prudenti sulla neve - linee guida per un comportamento autoresponsabile nelle escursioni sulla neve”. Il relatore sarà Maurizio Lutzenberger guida alpina, istruttore nazionale del soccorso alpino e membro della stazione di Vipiteno. Lutzenberger è uno degli esperti più qualificati in ambito internazionale in quanto a sicurezza in montagna. La serata è aperta a tutti gli interessati: soci CAI, scialpinisti, amanti delle escursioni con le ciaspole e turisti presenti nella nostra città. A tutti viene offerta la possibilità di godere dell’esperienza e dei preziosi consigli di Maurizio Lutzenberger, per affrontare uscite sulla neve con un ricco bagaglio di informazioni in tema di programmazione e sicurezza. La serata informativa si svolgerà in lingua italiana, L’appuntamento è fissato per venerdì 16 dicembre alle ore 20.00.

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tiva, sono state recepite dall’ordinamento italiano con la legge 23 dicembre 2003, n. 363 e trasformate così in vere e proprie norme giuridiche, la cui inosservanza è sanzionata in via amministrativa. Qui di seguito il testo ufficiale: 1. RISPETTO DEGLI ALTRI Ogni sciatore o snowboarder deve comportarsi in modo da non mettere in pericolo l’incolumità altrui o cagionare danni. 2. PADRONANZA DELLA VELOCITÀ E COMPORTAMENTO. Ogni sciatore o snowboarder deve tenere una velocità e un comportamento adeguati alle proprie capacità, nonché alle condizioni del terreno, della neve, del tempo e del traffico sulle piste. 3. SCELTA DELLA DIREZIONE Lo sciatore o lo snowboarder a monte, essendo in posizione dominante, hanno la possibilità di scelta del percorso. Sono quindi obbligati a tenere una direzione che eviti il pericolo di collisione con lo sciatore o lo snowboarder a valle. 4. SORPASSO Il sorpasso può essere effettuato tanto a monte quanto a valle, sulla destra o sulla sinistra, ma sempre a una distanza tale da consentire le evoluzioni dello sciatore o dello snowboarder sorpassato. 5. ATTRAVERSAMENTO E INCROCIO Lo sciatore o lo snowboarder che si immette su una pista o attraversa un terreno di esercitazione, deve assicurarsi mediante controllo visivo a monte e a valle, di poterlo fare senza pericolo per sé e per gli altri. Lo stesso comportamento deve essere tenuto dopo ogni sosta. 6. SOSTA Lo sciatore deve evitare di fermarsi, se non in caso di assoluta necessità e in specie nei passaggi obbligati o senza visibilità. In caso di caduta, lo sciatore o lo snowboarder sono tenuti a sgomberare la pista, cercando di raggiungere il bordo il più presto possibile.

7. SALITA Lo sciatore che risale la pista a piedi deve procedere rigorosamente lungo i bordi della stessa. Lo stesso comportamento deve tenere lo sciatore o lo snowboarder che scenda a piedi. 8. RISPETTO DELLA SEGNALETICA Lo sciatore o lo snowboarder devono rispettare la segnaletica delle piste. 9. ASSISTENZA In caso di incidente lo sciatore e lo snowboarder devono adoperarsi per prestare soccorso. 10. IDENTIFICAZIONE Chiunque (sciatore o snowboarder) coinvolto in un incidente o che di esso sia testimone, è tenuto a fornire le generalità. In chiusura, due parole in materia di sanzioni che conseguono alla violazione delle regole di condotta della FIS, recepite dal nostro ordinamento statale e divenute, come sopra si è detto, norme giuridiche. Si tratta di sanzioni pecuniare stabilite in Alto Adige con legge provinciale, entro i limiti prefissati dalla legge statale. Ad esempio, per la violazione della segnaletica, per la tenuta di una velocità non adeguata, per il mancato rispetto della precedenza è prevista una sanzione che va da un minimo di 30 a un massimo di 90 euro, per l’omissione di soccorso in pista e per chi, coinvolto in un incidente o semplice testimone, non declini le proprie generalità la sanzione pecuniaria va da € 250,00 a € 1000,00. Per la risalita di una pista a piedi senza necessità la sanzione va da 30 a 150 euro. Va segnalato che per le violazioni più gravi, che hanno comportato un incidente, alla sanzione pecuniaria può aggiungersi la sanzione pecuniaria quella accessoria del ritiro della tessera giornaliera o la sospensione di quella plurigiornaliera. Carlo Bruccoleri


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Un altro anno di sofferenza per i ghiacciai della Val Ridanna

Sollecitare un tavolo!? Tavoli benedetti che prendono il volo, ulivi che camminano da soli. Ingegnose metafore di secentisti? No, stramberie di politici e giornalisti

I poeti del Seicento rivendicavano la libertà dell’artista, che può sbizzarrirsi come vuole, andando alla ricerca di novità, di stranezze, di accostamenti fuori dal comune, di audaci rapporti metaforici, di concetti esasperati fino all’assurdo. Il fine dell’arte non è quello di ammaestrare, dicevano, ma quello di dilettare, anzi meravigliare, talora con esiti divertenti: i pidocchi nei capelli della donna amata sono “fere [fiere, animaletti] d’avorio in bosco d’oro”; la zanzara è definita “animato rumor, tromba vagante”.

I ghiacciai possono essere rappresentati come serbatoi naturali che in Alto Adige influenzano l’idrologia contribuendo ai deflussi soprattutto nella seconda parte dell’estate, una volta esaurito lo scioglimento della neve stagionale. In questa parte dell’anno essi hanno un importante ruolo soprattutto nei bacini idrografici di testata dove contribuiscono ad alimentare sia le utilizzazioni agricole sia quelle idroelettriche. È soprattutto per questo, unitamente alla stretta correlazione tra glacialismo e clima, che l’Ufficio idrografico della Provincia, su alcuni ghiacciai altoatesini presi a campione, da anni svolge impegnative campagne glaciologiche e ne valuta non solo le variazioni di massa nell’anno idrologico (01.10 – 30.09) ma anche le sue componenti di accumulo invernale (01.10. – 30.04) e scioglimento estivo (01.05.-30.09). Le misure di bilancio di massa in Val Ridanna sono cominciate nel 1988/89 sulla Vedretta Pendente per iniziativa del Comitato Glaciologico Italiano ed a partire dal 2001/02 sono state estese al Ghiacciaio di Malavalle. Attualmente le misure vengono coordinate e finanziate dall’Ufficio idrografico dell’Agenzia per Protezione civile della Provincia. A fronte di un inverno deficitario in termini di precipitazioni, grazie alle nevica-

te di inizio autunno e soprattutto a un buon recupero primaverile, il bilancio invernale 2015/16 del Ghiacciaio di Malavalle è risultato pari a 1330 mm di equivalente in acqua (oltre 3  m di neve assestata), uniformemente distribuiti sulla sua superficie, appena superiore rispetto alla norma. Il clima favorevole al glacialismo, non eccessivamente caldo e con qualche nevicata alle quote superiori, è peraltro continuato fino a inizio estate e aveva fatto ben sperare. A partire dalla fine di luglio per un mese e mezzo circa tuttavia le temperature hanno poi continuamente fatto segnare valori al di sopra delle medie del periodo con zero termico spesso oltre i 4000  m e forte sofferenza dei ghiacciai. Questo clima ha comportato uno scioglimento estivo di circa 2210  mm di equivalente in acqua per un risultato finale pari ad una perdita di circa un metro di spessore di ghiaccio (880  mm di equivalente in acqua) nell’anno idrologico. Quest’ultimo dato è da intendersi come un tasso di scioglimento medio e si compone di valori puntuali variabili con la quota e l’esposizione compresi tra i 3 metri di abbassamento nella zona frontale del ghiacciaio ed il sostanziale equilibrio della calotta di Cima di Malavalle. Roberto Dinale

Credevo che simili arditezze fossero prerogativa esclusiva dei letterati barocchi. Ma mi sbagliavo. I loro maldestri epigoni sono ancora tra noi. Politici e giornalisti. Sì, anche giornalisti, che pedestremente scimmiottano le brillanti trovate dei politici. Gli esempi che seguono sono tutti tratti alla lettera da giornali italiani. Leggiamo, partendo da lontano. A proposito della visita a Bolzano di Prodi un giornale titola: Decolla il tavolo per aggiornare lo Statuto. E prosegue: Il tavolo dell’autonomia, lo strumento politico che la maggioranza fra centrosinistra e SVP ha ipotizzato per aggiornare lo Statuto, è decollato con la benedizione dello stesso capo del governo Prodi. Ancora: Promesso da un anno, battezzato venerdì, il famoso “tavolo sull’autonomia” (...) sta partendo con il piede sbagliato. Oppure: VIA PRODI, I TOPI BALLANO - L’ULIVO CAMMINI DA SOLO. Sia chiaro che questo stravagante concettismo non è una preziosità stilistica dei soli giornalisti di provincia, è ormai una “conquista” di tutti i giornalisti, della carta stampata come della televisione, senza dimenticare naturalmente i politici, che ne sono i primi ed insuperati cultori. In un’intervista televisiva il sindaco della Maddalena, commentando lo smantellamento della base USA nell’isola, afferma: Abbiamo inviato al ministro una piattaforma con le nostre osservazioni e richieste. Altra perla: in occasione della firma del protocollo per la candidatura del Nord Est - Bolzano e Alto Adige compresi - a capitale europea della cultura nel 2019 da parte dei governatori delle regioni coinvolte nel progetto, si leggeva: Il Veneto ha già cominciato a muoversi e il tavolo tecnico sta proseguendo con le riunioni. E via sproloquiando. Come si vede questa ridicola moda è in uso ormai da anni, oggi per fortuna lo è un po’ meno, ma non si è ancora trovato il tempo e l’intelligenza per disfarsene del tutto. ap Erker 12 I 16

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LETTURE CONSIGLIATE Vi presentiamo due libri che potrebbero prestarsi come regalo per far conoscere Vipiteno e la sua storia. Due occasioni di ricordi da rivivere attraverso qualche bella e vecchia fotografia.

„VIPITENO 100 ANNI DI SPORT“ Nella primavera del 2015 è uscito il libro „Vipiteno 100 anni di sport“. Per tre anni il gruppo dei cronisti si è dedicato alla ricostruzione della storia sportiva degli ultimi cent’anni a Vipiteno e dintorni. Il gruppo di lavoro ha raccolto e selezionato numerosi documenti e vecchio materiale fotografico. Ne è scaturita una ricca rassegna illustrata. Il libro può essere acquistato presso la libreria Athesia, nella tabaccheria Thaler e nella stazione di servizio Eni sulla strada del Brennero.

VIPITENO – STERZING LA CITTÀ CHE ACCAREZZA IL CIELO Quest’anno è uscita la seconda edizione della guida per famiglie, escursionisti e alpinisti: Vipiteno – Sterzing La città che accarezza il cielo di Fabio Cammelli. Il libro comprende una breve storia di Vipiteno con alcune foto storiche. Il volume è arricchito da una cronaca storica „Origini della comunità italiana a Vipiteno“ a cura del giornalista Giuseppe Marzano. La guida è in vendita presso l’Athesia. Per ulteriori informazioni chiamare ai nr. 0472/764726 (Norma) o 0472/765518 (Giulio). cm

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Calcio in Alta Val d’Isarco

La lieta sorpresa è la A.S.V. Freienfeld/Campo di Trens Milita con onore nella Promozione – Male il Vipiteno Concluso a metà novembre il girone di andata per le squadre della Wipptal di tutte le categorie. Unico assente il Fortezza, che non ha preso parte al campionato; retrocesso in 3a categoria non ha più fatto squadra. Al di là dei problemi legati all’utilizzo del campo, ci sono problemi di ritiro degli anziani senza ricambio giovanile. Vediamo come si sono comportate le altre squadre della Wipptal.

Anche il C.F. Vipiteno/Sterzing milita in 2a categoria, dove era risalito lo scorso anno dopo alcuni anni trascorsi in 3a. È però partito male: nel girone di andata ha infatti vinto una sola partita ed è ultimo in classifica. L’allenatore Manuel Rella si è dimesso, sostituito da Gianluca Cordani, che conosce bene la società. Il problema è che manca il vivaio (gli Allievi tra i 15/16 anni, pronti a fare il salto in prima squadra). Tuttavia fanno ben sperare la scuola calcio e la categoria Pulcini.

Prima di tutto bisogna segnalare l’onorevole comportamento della squadra A.S.V. Freienfeld/Campo di Trens che milita in Promozione, dove è arrivata l’anno scorso, non per aver vinto il campionato di 1a categoria, ma per aver vinto la coppa di 1a categoria, una competizione a parte a scontri diretti. Delle prime 12 partite ne ha vinte 4, ed è stata una sorpresa positiva; ora viaggia a A.S.V. Freienfeld/Campo di Trens metà classifica. La squadra, allenata da Antonio Alberti, aiutato da Ingomar Fleckinger, può contare su un bel mix di giovani e di meno giovani.

In 3a categoria la squadra ASV Wiesen/Prati di Vizze, allenata da Ernest Kaneider, è partita bene: al termine

Due le squadre in 2a categoria. Una, Auswahl Ridnauntal, ha mantenuto il suo posto nella categoria ed è partita abbastanza bene, poi il suo rendimento si è un po’ appannato e ora si trova in zona medio-bassa della classifica. Ha pochissimi giocatori di esperienza e moltissimi ventenni ma, sotto la guida dell’allenatore Walter Zingerle, non avrà problemi a restare in 2a categoria.

del girone di andata si trova in alta classifica, a ridosso della squadra piazzata al secondo posto. Colle Isarco/Gossensaß: anche questo gioca nella 3a categoria e attualmente naviga in zona di classifica medio-bassa. Questo anche perché in squadra militano moltissimi giovani, a cui manca ancora la necessaria esperienza per emergere. D’altra parte proprio questa scelta di puntare sui giovani, allenati da Wolfram Girtler, è il pregio di questa società, che lascia ben sperare per il futuro. ap

L’Eisacktal Cup è arrivata alla quinta edizione! È arrivata alla quinta edizione l'amata serie di gare di sci alpinismo composta dalle competizioni che si svolgono in Val d´Isarco. Come in passato, anche in questa edizione, sia nelle singole competizioni che nella classifica generale, non verranno premiati solamente i vincitori. Tutti gli sportivi verranno ricompensati per i loro sforzi. Tutti coloro i quali avranno partecipato a quattro delle cinque gare in programma, verranno omaggiati con una maglietta funzionale. Oltre al pacco gara previsto per i concorrenti in ogni singola manifestazione, tutti i partecipanti riceveranno un ulteriore regalo marchiato Eisacktal Cup. Oltre a tutti i premi previsti, gli organizzatori desiderano premiare ulteriormente i “super-finisher”, ovvero i concorrenti che parteciperanno a tutte e cinque le gare . Dopo l’ultima gara durante la premiazione tra i concorrenti delle categorie Race e Hobby, verranno estratti a sorte alcuni premi di gran valore. Fra gli oltre 100 atleti che nell’inverno scorso si sono meritati un posto nella classifica generale, i trionfatori della quarta edizione dell’Eisacktal Cup sono stati: Bar-

bara Oberhauser (ASC Rasen), Martin Stofner (Alpin Speed Sarntal) e Karl Heiss, che hanno vinto nelle rispettive categorie race. La classifica generale delle gare hobby è stata vinta da Carmen Stockner (ASV Latzfons Ski) e Konrad Weirather (ASV Vilnöss). La classifica a squadra è stata vinta per la quarta volta di seguito dall’ ASV Gossensass Skialp. L’esordio della quinta edizione dell’Eisacktal Cup sarà come sempre a Valles/Jochtal la sera di venerdì 30.12.2016. Si prosegue poi venerdì 13.01.2017 con il “Skialp Night Trophy” a Fleres/Ladurns. Venerdì 20.01.2017 sarà la volta della gara in notturna “Gitschberg Night Attack” a Maranza mentre il 27.01.2017 gli atleti si cimenteranno sempre in notturna nei dintorni di Bressanone nel “Plose Skiuphill”. L’unica gara dell’intero circuito che invece si svolge durante il giorno in ambiente alpinistico, sarà l’evento conclusivo a Lazfons con il „Lorenzensturm” sabato 04.02.2017. Conclusa l’ultima gara si svolgeranno durante la “Eisacktal Cup After Race Party” le rispettive premiazioni.


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REGALA MOMENTI DI SHOPPING

VIPITENO

Il 25 novembre è stato inaugurato il famoso Mercatino di Natale Il 25 novembre è stata inaugurata la 16ª edizione del mercatino di Natale. Tra passato e presente. Qui la magia del Natale è nel centro storico, scrigno di tesori culturali del Medioevo, nonché di una lunga tradizione mineraria testimoniata da una speciale mostra. L‘imponente Torre delle Dodici, nella piazza principale, fa da sfondo al Mercatino di Natale di Vipiteno che riscalda e illumina la città. Come ormai da anni saranno molti gli ospiti che si aggireranno curiosi tra i 40 stand in piazza alla ricerca di qualche oggettino caratteristico da riportare a casa come regalino o si soffermeranno a degustare i nostri tipici dolci natalizi. Anche quest’anno saranno molte le manifestazioni di contorno: canti natalizi e cori, concerti, giri in carrozza, visite guidate della città, della Torre delle Dodici e del mondo delle miniere Uno dei momenti più attesi, specie dai bambini, è ogni giorno l’apertura di una finestrella del calendario d’avvento nelle case del centro storico a partire dal 1° dicembre. La novità di quest’anno è l’applicazione ufficiale per i Mercatini Originali Alto Adige/Südtirol. Nei Mercatini di Natale dell’Alto

Adige originalità fa rima con innovazione: a inizio novembre è stata lanciata, in abbinamento con un gioco a premi, la nuova versione dell’applicazione per smartphone dedicata ai mercatini di Natale di Merano, Bolzano, Bressanone, Vipiteno e Brunico. Gli utenti dell’applicazione dei Mercatini natalizi riceveranno ogni giorno un quiz sul periodo d’Avvento in Alto Adige. Ad ogni risposta esatta l’albero di Natale digitale dell’app sarà addobbato con un elemento decorativo, fino alla stella dorata che per tradizione svetta sulla punta dell’albero. Chi risponde esattamente alle 30 domande riceverà un modulo digitale, che dà diritto a partecipare all’estrazione finale di 5 cesti regalo colmi di prodotti di qualità dell’Alto Adige. La parte dell’applicazione che contiene informazioni utili per visitare i Mercatini Originali Alto Adige/Südtirol è stata attualizzata e arricchita da una galleria fotografica e dal video dei 5 Mercatini Originali di Merano, Bolzano, Bressanone, Vipiteno e Brunico. L’applicazione è disponibile per smartphone Apple, Samsung, HTC e di altri produttori che utilizzano il sistema operativo Android. cm

Sul ghiacciaio dello Stubai la 3s Eisgratbahn è realtà: si tratta della più lunga cabinovia trifune nelle Alpi La ditta Leitner ha realizzato in meno di 16 mesi la cabinovia trifune Eisgratbahn che è entrata in servizio il 22 ottobre, posizionandosi ai massimi livelli quanto a portata, economia di esercizio ed ecosostenibilità, tanto che, da un punto di vista tecnologico, siamo di fronte a una vera e propria nuova generazione di impianti. Stiamo parlando della prima cabinovia trifune in due tronchi col-

legati. Si tratta della prima cabinovia 3S al mondo allestita con l’innovativo azionamento diretto. “Con la nuova 3S Eisgratbahn non solo si è riusciti a concretizzare un progetto di prestigio nel settore funiviario austriaco, ma contemporaneamente, con i 64 milioni investiti si è stabilita una sorta di record”. Il nuovo impianto è stato realizzato in meno di 16 mesi.

Natale è alle porte e non sapete ancora cosa regalare a parenti, amici, collaboratori o clienti? Con il buono d’acquisto di Vipiteno regalate a ognuno ciò che desidera.

REGALA MOMENTI DI PIACERE Il buono è utilizzabile in oltre 100 negozi, bar e ristoranti e in tutti gli stand del Mercatino di Natale in Piazza Città. Il buono d’acquisto di Vipiteno offre una scelta senza fine e un importante contributo all’economia locale.

SEMPRE UNA BUONA IDEA Il regalo giusto per ogni occasione che farà felice tutti. Volete regalare vestiti? Profumi? Indumenti sportivi? Non conoscete i gusti e siete in difficoltà? Allora il buono d’acquisto è la soluzione ideale.

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Festa della Vigilia per persone sole Torna il consueto appuntamento per le persone che non vogliono trascorrere la sera della vigilia di Natale da sole. Quest’anno per la prima volta il punto di incontro è a “Maria Regina Pacis” in via Frana. I collaboratori dei servizi sociali si occuperanno dell’organizzazione della serata. Le suore terziare e il collaboratore volontario Jakob Gruber intratterranno i loro ospiti a partire dalle ore 18.00. Per informazioni chiamare il nr. 347/9861247.

Solidarietà sotto una buona stella Ogni anno migliaia di bambini e ragazzi, i cosiddetti Sternsinger (“stelari”, cantori della stella) girano per i paesi dell’Alto Adige a porgere di casa in casa gli auguri per il nuovo anno e per raccogliere offerte destinate a finanziare 100 progetti di sostegno a persone bisognose di aiuto in tutto il mondo. Uno di questi progetti quest’anno è quello dell’organizzazione “ORPER” in Congo. Il progetto ha lo scopo di salvare e proteggere i bambini di strada a Kinshasa. ORPER vuole offrire il suo sostegno ai bambini di strada ridandogli una famiglia. I tre re magi seguono una stella che simboleggia la visione di un mondo senza fame e senza miseria, un mondo in cui sia rispettata ovunque la dignità umana. Nella parrocchia di Vipiteno gli Sternsinger passeranno di casa in casa nei giorni 2 e 3 gennaio.

L’albero dei desideri per Vipiteno Un albero dei desideri è un albero di vita sul quale possiamo depositare i nostri desideri, le nostre preoccupazioni e pensieri di ogni genere. I desideri sono una parte quasi indispensabile per il nostro sviluppo personale. Auguriamo a noi stessi e agli altri che le cose vadano in una certa direzione che gli eventi attesi si verifichino e che ogni nostro desiderio si realizzi. Su iniziativa della consulta per gli anziani, quest’anno chiunque abbia un desiderio da esprimere al Comune di Vipiteno, può farlo appendendo un biglietto o una lettera all’albero di Natale in piazza Goethe. I biglietti e le letterine saranno poi consegnate nel mese di gennaio al sindaco. Le lettere e i bigliettini sui quali annotare i propri desideri possono essere ritirati al bar del teatro comunale. cm

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Tun na kata Tradizionale concerto d’avvento Ci sono determinati appuntamenti ai quali assolutamente non si può mancare e il tradizionale concerto d’Avvento dei Tun na kata è uno di questi. A fine novembre i Tun na kata si sono esibiti per la 16ª volta al Teatro Comunale per il concerto d’Avvento con il quale concludono l’anno di attività. Quest’anno i Tun na kata si sono esibiti affiancati come Special Guest dai JEMM Music Project Emanuel Valentin, Max Castlunger, Marco Stagni, Matteo Cuzzolin e l’amico Luca Ferrentino. Il concerto quest’anno è stato introdotto da un breve filmato realizzato da Jack Alemanno, che ha voluto documentare alcuni eventi e attività del 2016 come per esempio la realizzazione di alcuni strumenti, le prove, estratti del concerto a Spittal in Austria, momenti del tempo libero dei ragazzi e alcune riprese delle prime prove risalenti al 1998. Da sottolineare come ogni anno la strepitosa performance del gruppo. Anche quest’anno i Tun na kata si sono esibiti in una serie di concerti di successo: in occasione dei 50 anni della Lebenshilfe a Bolzano, il 16 giugno a Spittal an der Drau in Austria, il 13 agosto nel Granaio

del mondo delle miniere in Valle Aurina , il 20 settembre gli speciali musicisti erano a Bolzano presso la Rai per registrare una trasmissione radiofonica. Quest’anno inoltre il gruppo ha invitato il professor Werner Kirschner, docente universitario presso la facoltà di Innsbruck, il quale ha mostrato molto interesse al progetto dei Tun na kata. È ormai noto che gli speciali musicisti del gruppo Tun na kata non conoscono barriere, ostacoli o confini e riescono a comunicare attraverso la musica tutte le loro emozioni e a coinvolgere un pubblico sempre più folto. Da sottolineare il loro grande e costante impegno, ma da evidenziare la passione e la dedizione del loro maestro Jack Alemanno che ha sempre nuove idee e una creatività stupenda. I genitori dei ragazzi sono da ammirare per la loro assidua attenzione e tutti gli amici che seguono il gruppo dal loro inizio sono da ringraziare per il calore che dimostrano. Un altro anno di attività è alle porte e non c’è dubbio che i ragazzi ci riserveranno ulteriori sorprese ricche di emozioni. cm

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La Torre delle Dodici nella Entschuldigungskarte per il 2017 Il biglietto di scuse per la mancata visita personale per gli auguri di buon anno della città di Vipiteno per il 2017 è stato realizzato dall’artista Christine Schölzhorn, che ha scelto come motivo la Torre delle Dodici, dipinta su una scandola di legno, sperimentando una tecnica che si discosta da quelle usate nel passato per il biglietto di scuse. Christine Schölzhorn, nata nel 1979, è cresciuta a Ridanna e oggi risiede a Vipiteno. Infermiera diplomata e attiva presso l’ospedale, sente emergere sempre più urgente la sua vena creativa, che la spinge a lasciare la sua professione e ad abbracciare la vita dell’artista indipendente. “I miei quadri esprimono energia – spiega - e nascono come frutto di intuizione ma anche di meditazione. La forza e l’energia delle mie opere vengono comunque percepite consa-

pevolmente o inconsapevolmente e trasmettono un senso di armonia”. L’uso della Entschuldigungskarte è nato a Vipiteno per la prima volta nel XIX secolo, poi fu sospeso e infine ripreso negli anni ’90 del secolo scorso. Con l’acquisto del biglietto i cittadini vipitenesi si liberavano dall’obbligo di porgere personalmente e reciprocamente gli auguri di un Buon Anno. Il ricavato della vendita era destinato ai poveri. E anche quest’anno il ricavato della vendita delle stampe, firmate in originale dall’artista (acquistabili a 30 euro presso la Cassa Raiffeisen Wipptal), verrà devoluto in parti uguali alla Caritas parrocchiale tedesca e italiana e al “Vinzenzverein” di Vipiteno, che con questa donazione sostengono progetti sociali. ap


CALENDARIETTO

Eventi nel periodo natalizio e di fine anno Musica, tradizioni, cultura

24.11-28.12.16: “Il Natale dimenticato”. Nel cortile del Palazzo Comunale di Vipiteno, alle ore 17.30, quasi ogni giorno (info presso Associazione Turistica), avrà luogo il viaggio musicale del leggendario “Sterzl” attraverso il passato con la presentazione di storie e canti natalizi in lingua tedesca e italiana. Questo allo scopo di trasmettere il vero senso del Natale al frenetico mondo consumistico dei giorni nostri. Progetto di Hannes Mittermaier e del gruppo musicale Tellura X. 05.12.16: Sfilata tradizionale di S. Nicolò e diavoli. Vipiteno, zona pedonale, ore 18.00. 10.12.16: Concerto d’avvento di vari cori della zona, Teatro Comunale Vipiteno, ore 19.30. 13.12.16: Teatro: “La cucina”, di Arnold Wesker. Presentato dalla Compagnia Regionale, su iniziativa del TSB, regia di Marco Bernardi, con Andrea Castelli e con 24 attori nati o residenti in Trentino Alto Adige. Vipiteno, Teatro Comunale, ore 20.30. 17.12.16: Concerto natalizio della Joe Smith Band. Vipiteno, Teatro Comunale, ore 20.30. 24.12.16: Brani e canti natalizi del Coro Maschile e della Banda Musicale di Vipiteno. Torre delle Dodici, ore 17.00. 25.12.16: Concerto del gruppo musicale “Bozen Brass”. Chiesa di S. Spirito, ore 17.00. 29.12.16: Concerto dell’Orchestra Sinfonica di Parma: F. Schubert, Sinfonia n. 8 Incompiuta; A. Dvorak, Sinfonia n. 9 Dal Nuovo Mondo. Dirige il maestro Stefano Giaroli. Organizzazione dell’ARCI di Vipiteno. Vipiteno, Teatro Comunale, ore 21.00. 31.12.16: Auguri di Buon Anno della Banda Musicale di Vipiteno assieme ai Vigili del Fuoco Volontari.

Zona pedonale, ore 17.00. 31.12.16: “2017” con fiaccolata dei membri del Soccorso Alpino. Monte Sommo, ore 18.00. 31.12.16: Tutti al Mercatino per il Party di S. Silvestro, organizzato dall’Associazione Turistica di Vipiteno. Con il DJ Luggi. Ore 22.00-03.00. 01.01.17: Racines: Show per il nuovo anno, con discese sciistiche, giochi, salti e fuochi d’artificio. Dalle ore 15.00.

UPAD Vipiteno Incontri: Oratorio M. Schutz, 15.30. 07.12.16: Reportage di viaggio: Turchia, tra rovine, mare e moschee. Rel.: Gianfranco Magi. 14.12.16: Riflessioni sul Natale. Con don Giorgio Carli. 17.12.16: Festa di Natale della sezione UPAD di Vipiteno. CAI Vipiteno Giovanile 17.12.16: Natale alpino in sede. GAM 17-18.12.16: Corso ARVA e corso sci fuori pista. Incontri sociali 17.12.16: Natale alpino in sede. CAI Brennero 18.12.16: Camminata d’oro, Pietralba. Ass. Naz. Carabinieri Vipiteno 10.12.16: Scambio di auguri natalizi e rinfresco, in sede, con la partecipazione delle massime autorità locali e rappresentanze delle Associazioni d’Arma del circondario di Vipiteno.

01.01.17: Colle Isarco: Show per il nuovo anno con fiaccolata e fuochi d’artificio. Piazza Ibsen, ore 17.00. 05.01.17: Concerto di Capodanno con la Salonorchester Südtirol e con il soprano Stefanie Steger. Salonorchester Südtirol, fondata nel 2012, si esibisce principalmente in concerti di capodanno con la direzione del musicista altoatesino Günther Ploner. Gli spartiti dei concerti provengono quasi esclusivamente dall’archivio della “Churorchester” di Merano, a cura dei viennesi Karl T. Troger e Elfriede Hallama. Il soprano Stefanie Steger, ha studiato canto a Innsbruck e al Mozarteum di Salisburgo e si è esibita in molti concerti con grandi musicisti e direttori, vincendo numerosi concorsi. Teatro comunale di Vipiteno, ore 20.30.

Auguriamo ai nostri lettori e ai nostri collaboratori un sereno Natale e un felice anno nuovo Biglietto di auguri realizzato da Daniela Perini nel Laboratorio Protetto (1991)

A.N.S.I. Vipiteno 04.12.16: Pranzo con pomeriggio danzante e scambio di auguri per le festività natalizie. Hotel Mezzaluna, Vipiteno, ore 12.30. Per medici e farmacie di turno vedi pag. 114 CORSO DI SCI PER BAMBINI 1° incontro il 26 dicembre 2016 alle ore 14,00 allo skilift a Fleres di Dentro/S.Antonio. Per l'iscrizione contattare Alex (cell. 328 2352811).

NATALE DEL DONATORE Tutti i donatori dell’AVIS – WIPPTAL sono invitati alla festa natalizia che avrà luogo venerdì, 16 dicembre con inizio alle ore 19.00 presso “Haus der Dorfgemeinschaft” a Prati di Vizze. Erker 12 I 16

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SPORT I PORTRÄT

© D. Höller

Alle Neune! von Barbara Felizetti Sorg Sie fühlt sich auf der Kegelbahn pudelwohl, blickt auf internationale Erfolge zurück und hat den nächsten Meistertitel in greifbarer Nähe. Sportkeglerin Veronika Tock im Erker-Porträt. „Eigentlich habe ich immer schon gekegelt“, erinnert sich Veronika Tock und lacht. „Ja, ich bin auf der Kegelbahn aufgewachsen, obwohl es sich dabei nicht unbedingt um einen typischen Kindersport handelt.“ Das ist auch nicht weiter verwunderlich, sind doch auch ihre Eltern eingefleischte Kegler: Vater Johann fungiert als Präsident des Italienischen Sportkegelverbandes (ISKV), Mutter Ursula ist selbst aktive Keglerin und Nationaltrainerin der Jugend. Zum Kegeln gezwungen wurde sie allerdings auch von ihren Eltern nie, denn „sonst hätte ich es wohl gleich gelassen“, ist sie überzeugt. So konnte sie sich über die Jahre ständig verbessern, bereits mit 13 Jahren durfte sie mit einer Sondergenehmigung mit der großen Kugel spielen. „Da waren meine Körpergröße und meine großen Hände schon von Vorteil“, meint Ve-

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Die Damen des ASKC Fugger Sterzing holten in der vergangenen Saison den Meistertitel in der A-Klasse.

ronika, die schon in ihren Jugendjahren erste große Erfolge einfahren konnte; so gewann sie beim Einzel-Weltpokal in Bozen die Silbermedaille, beim Einzel-Weltpokal in Brixen belegte sie den vierten Platz. An diese Erfolge konnte sie auch anknüpfen, als sie dann bei den Junioren und später in der allgemeinen Klasse spielte. Als Mitglied der Nationalmannschaft reiste sie quer durch Europa, vor allem kam sie dabei an Orte, wo sie sonst nie hingekommen wäre, wie etwa nach Mazedonien, nach Slowenien und in die Slowakei. Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 615 Kegeln. „Das war schon eine tolle Zeit“, erzählt Veronika – eine gewisse Wehmut, die in ihren Worten mitschwingt, kann sie

dabei nicht verbergen. „Ich durfte immer in super Teams spielen, wo einfach alles gepasst hat. Und wir hatten stets jede Menge Spaß, denn der darf natürlich nicht zu kurz kommen.“ Ihr Verein ist seit jeher der ASKC Fugger Sterzing, wo sie sich bis zur ersten Damenmannschaft vorgearbeitet und in der Südtiroler Sportkegelmeisterschaft immer vorne mitgespielt hat. Wie auch in der laufenden Saison: Gemeinsam mit den Wipptalerinnen Marion Thaler, Stefanie Schölzhorn und Sabrina Parigger sowie Enikö Tòt aus Ungarn dominiert sie derzeit die gesamte Meisterschaft, die Fugger-Damen liegen bei Redaktionsschluss unangefochten auf dem ersten Tabellenrang der

A-Klasse. Der Meistertitel – für das Quintett das erklärte Saisonziel – ist auf jeden Fall in greifbarer Nähe; die Rückrunde startet Ende Jänner und geht bis April. Im Dezember steht die Bezirksmeisterschaft auf dem Programm, deren Finalspiele Mitte Jänner ausgetragen werden. „Erfolge motivieren natürlich zusätzlich, auch wenn mich die Ausübung meines Sports zurzeit vor eine große Herausforderung stellt“, so die zweifache Mutter, die in Sterzing eine Praxis für Physiotherapie betreibt. Einmal in der Woche treffen sie sich in der Kegelbahn des Gasthofs „Burgfrieden“ in Sprechenstein zum gemeinsamen Training; für die Meisterschaftsspiele – die Austragungsorte liegen über ganz


wenn Veronika zur Kugel greift. „Ich spiele immer knapp auf Zeit, auch wenn mir das einmal zum Verhängnis geworden ist.“ Als sie nämlich im Jahr 2010 bei der Einzel-WM im österreichischen Ritzing vor einem sensationellen Sieg gegen die Slowenin Barbara Fidel stand, ertönte kurz vor ihrem letzten Schub ein Signal – und die Zeit war abgelaufen. „Das war schon frustrierend, auch weil es mein Trainer verabsäumt hat, mich zu warnen“, so Veronika. „Zwei Kegel im letzten Schub hätten nämlich gereicht, um den Sieg davonzutragen.“ So knapp geht es in der diesjährigen Meisterschaft wohl nicht zu. Auch wenn beim letzten Spiel der Fugger-Damen der Erker bereits in Druck war – der Herbstmeistertitel war ihnen schon vorher nicht mehr zu nehmen. Veronika ist überzeugt: „Das Klima in der Mannschaft ist einfach optimal, wir verVeronika Tock bei der Einzel-WM 2010 in stehen uns gut und haben Ritzing gemeinsam einfach Spaß braucht? Neben Kondition vor al- an unserem Sport – da kommt der E lem auch eine gute Koordinati- Erfolg fast von alleine.“ on der Bewegungsabläufe und mentale Stärke: Sich ausschließlich auf ein Ziel zu konzentrieren und sich durch nichts ablenken zu lassen ist nicht immer einfach. Am Kegelsport fasziniert Veronika aber auch, dass Sieg und Niederlage oft ganz eng beieinander liegen. „Der Weg führt oft steil nach oben, aber genauso schnell kann man tief fallen“, betont sie. Und manchmal ist bis zum Schluss alles offen, so wie in der Meisterschaft des vergangenen Jahres, als das Team erst beim letzten, VERONIKA TOCK kompakt alles entscheidenden Schub den Sieg geholt hat. „Das war absoGeburtsdatum: 23.06.1983 lut der Hammer“, erinnert sie sich Geburtsort: Sterzing lachend an das spannende Finale. Wohnort: Trens Vor drei Jahren hingegen waren Beruf: Physiotherapeutin die Sterzingerinnen bereits nach Sportart: Sportkegeln dem siebten Spiel der Rückrunde Verein: ASKC Fugger Sterzing rechnerisch nicht mehr einzuhoHobbys: berggehen, mit ihren len. Kindern basteln Spannung ist sowieso garantiert, Südtirol verstreut – ist ein zweiter Abend pro Woche reserviert. Für das persönliche Konditionstraining ist jede Spielerin selbst verantwortlich. „Im Moment bleibt mir nicht viel Zeit dafür“, bedauert Veronika, „da ich jedoch als Physiotherapeutin auch Pilates-Kurse leite, bleibt meine Fitness nicht unbedingt auf der Strecke.“ In nächster Zukunft möchte sie auch mit dem Klettern wieder beginnen, das sie seit der Geburt ihrer beiden Töchter Sara (8 Jahre) und Lena (1 Jahr) vernachlässigt hat. Was ein guter Kegler sonst noch

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SPORT

SKI ALPIN

„MÖCHTE MEINE FIS-PUNKTE WEITER VERBESSERN“

Wipptaler Wintersportler Die Wintersaison hat bereits begonnen, auch aus dem Wipptal kämpfen wieder mehrere Athleten im Dress der Nationalmannschaft um Punkte und Platzierungen. Mit welchen Erwartungen gehen sie in die lange Wintersaison? Wie ist die Vorbereitung verlaufen? Der Erker hat sich umgehört.

Er ist zurzeit das Aushängeschild des ASV Ridnaun und eine der größten Nachwuchshoffnungen des Landes: Der 17-jährige Damian Hofer im Erker-Kurzinterview.

Erker: Damian, Du hast eine hervorragende Saison hinter Dir. Welche Ziele hast Du Dir für die anstehende Saison gesteckt? Damian Hofer: Trotz einer Knieverletzung konnte ich im Vorjahr den U18-Italienmeistertitel im Slalom holen. Noch viel wichtiger sind mir jedoch meine FIS-Punkte: 26 Punkte im Riesentorlauf und 33 Punkte im Slalom. Diese möchte ich in dieser Saison noch weiter verbessern. Wie ist Deine Vorbereitung verlaufen? Ich habe mich über die Sommermonate besonders im konditionellen Bereich verbessert, da ich mehrmals bei Gernot Schweizer, der auch zahlreiche internationale Skistars betreut, in Salzburg trainiert habe. Das Skitraining habe ich im Oktober wieder aufgenommen. Da ich das Skigymnasium in Stams besuche, trainiere ich vorwiegend im Pitztal oder in Sölden, im Winter dann in Ratschings. Gibt es einen Saisonhöhepunkt? Der Höhepunkt der Saison ist sicherlich das European Youth Olympic Festival (EYOF) in der Türkei. Für dieses möchte ich mich auf jeden Fall qualifizieren. Vorrangiges Ziel ist es jedoch, mich ständig weiterzuentwickeln und mich zu verbessern. Interview: bar

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KARIN OBERHOFER Geburtsdatum: 03.11.1985 Disziplin: Biathlon Verein/Sportgruppe: Heeressportgruppe Wohnort: Ridnaun Biathletin Karin Oberhofer startet mit einem guten Gefühl in die neue Saison. „Die Vorbereitungen sind gut verlaufen, ich bin zufrieden.“ Die Sommermonate seien sehr abwechslungsreich gewesen. Bei zwei Trainingsaufenthalten in Norwegen sowie mehreren Trainingslagern mit der Nationalmannschaft hat sie sich fit gemacht. Wie im Leben gebe es auch im Training jedoch immer Höhen und Tiefen. „Ich nehme jede Herausforderung bewusst an und gebe mein Bestes“, so die routinierte Biathletin aus Feldthurns, die seit Jahren in Ridnaun ansässig ist. Für ihren Trainerstab findet Oberhofer nur lobende Worte. „Wir haben ein tolles und kompetentes Team, vom Schießtrainer über den Physiotherapeuten, den Lauf- und Techniktrainer bis hin zum Wachstechniker und Koch. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei ihnen allen bedanken, auch bei meinen Sponsoren, die mich tatkräftig unterstützen.“ „Ich muss zugeben: Es hat im vergangenen Jahr schon einige emotionale Situationen gegeben, die mich vielleicht etwas aus dem Gleichgewicht gebracht haben“, so Oberhofer nachdenklich. „Am Ende ergibt jedoch alles einen Sinn.“ Nun blickt sie mit Zuversicht auf die bevorstehende Saison. „Mein Traum ist in erster Linie, den Winter über gesund zu bleiben und konstante Leistungen zu erbringen. Dann kann ich hoffentlich einige Ergebnisse, die mir in der Vergangenheit gelungen sind, wiederholen.“ Saisonhöhepunkt ist die WM, die im Februar in Hochfilzen stattfindet.

FEDERICA SANFILIPPO Geburtsdatum: 24.10.1990 Disziplin: Biathlon Verein/ Sportgruppe: Polizeisportgruppe Wohnort: Ridnaun Auch Biathletin Federica Sanfilippo ist mit ihrer Vorbereitung sehr zufrieden. „Generell kann ich sagen, dass es mir heuer wieder gelungen ist, meinen Körper an seine physischen Grenzen zu treiben und so mein Niveau zu steigern“, so die quirlige Ridnaunerin. Im Sommer hat sie vor allem an ihrer Grundausdauer trainiert, vor allem auf dem Fahrrad. So fuhr das gesamte Team von Forni Avoltri (Udine) bis nach Lignano – nach 140 km wurden sie für ihre Mühen einen halben Tag lang mit Sonne, Strand und Meer belohnt. Anfang Oktober ging es erstmals zum Gletschertraining in die Ramsau, wo vormittags Einheiten auf Skiern auf dem Programm standen, nachmittags hingegen schnelle und intensive Einheiten auf der Rollerbahn und auf dem Schießstand. Trainiert wurde auch in Seefeld, Ruhpolding, Hochfilzen, Martell, Schnals und Norwegen, wo wir uns den letzten Feinschliff holten. Trainiert wird sie – wie auch Karin Oberhofer – von Patrick Oberegger (Cheftrainer), Patrick Favre und Andreas Zingerle (Schießtrainer) sowie Giuseppe Cioffi (Techniktrainer). „Bis jetzt bin ich gesund und verletzungsfrei durch das Training gekommen“, so Sanfilippo. „Ich hoffe, dass das auch im Winter so bleibt. Im vorigen Jahr habe ich mir nämlich einen Virus eingefangen, den ich längere Zeit mit mir herumschleppte.“ Jedes einzelne Rennen sei für sie wichtig, Höhepunkt ist allerdings die WM in Hochfilzen. „Mein Ziel ist es, das zu machen, was ich kann, und dabei auch Spaß zu haben.“


SPORT

PATRICK BRAUNHOFER

AARON MARCH

FABIAN BACHER

Geburtsdatum: 19.04.1998 Disziplin: Biathlon Verein: Sportgruppe der Carabinieri Wohnort: Ridnaun

Geburtsdatum: 14.05.1986 Disziplin: Snowboard Sportgruppe: Heeressportgruppe Wohnort: Sterzing

Geburtsdatum: 04.04.1993 Disziplin: Ski Alpin (Slalom und Riesentorlauf) Sportgruppe: Sportgruppe der Forstwache Wohnort: Pardaun

„Meine Vorbereitung verlief heuer gut, wenn auch nicht problemlos“, so Snowboarder Aaron March. „Nach einer Muskelverhärtung muss ich vor allem beim Trockentraining nach wie vor darauf achten, den Muskel nicht zu stark zu belasten.“ Nichtsdestotrotz habe er einen erholsamen Sommer gehabt, in dem er sich sowohl athletisch als auch auf Schnee gut vorbereiten konnte. Trainiert wird March von den beiden Nationaltrainern Meinhard Erlacher und Rudy Galli. „Wir kennen und verstehen uns gut, da wir bereits als Athleten gemeinsam unterwegs waren“, betont er. Im athletischen Bereich wird er schon seit Jahren von Bernhard Thaler vorbereitet, mit dem er „einfach perfekt“ zusammenarbeitet. Als Trockentrainer fungiert Martin Künold. Am 15. Dezember findet am Karerpass das erste Weltcuprennen statt. Sein Saisonhöhepunkt ist in diesem Jahr die Weltmeisterschaft, die Mitte März in Spanien ausgetragen wird. Am Ende der Saison wird er in Ratschings einen Europacup bestreiten. „Mein Ziel ist es, wieder an alte Erfolge anzuschließen“, so March, der sich heuer endlich wieder auf dem Stockerl wiederfinden möchte.

Mit der italienischen Europacup-Mannschaft trainiert Fabian Bacher aus Pardaun; dieser steht Alexander Prosch aus Meransen als Cheftrainer vor. Zuhause wird er seit dieser Saison von Livio Magoni betreut. „In der Vorbereitung ist alles nach Plan verlaufen. Ich fühle mich sehr gut und kann es kaum erwarten, bis die Rennsaison losgeht“, so Bacher, der bisher verletzungsfrei geblieben ist. Speziellen Saisonhöhepunkt gibt es für ihn heuer nicht. „Ich versuche, mich auf jedes einzelne Rennen gut vorzubereiten und immer mein Bestes zu geben.“ Wichtig ist für ihn heuer vor allem der Europacup – sollte er auch im Weltcup, in den er bereits im vergangenen Jahr hineingeschnuppert hat, zum Einsatz kommen, wäre das natürlich „das höchste der Gefühle“. „Auf jeden Fall möchte ich fleißig trainieren und mich ständig verbessern.“ Dass im Wipptal keine Wettkämpfe stattfinden, an denen er teilnehmen kann, bedauert er sehr. „Ich trainiere aber sehr viel in Ratschings, wo ich immer sehr gute Bedingungen vorfinde“, so Bacher. bar

Mit einem Heimrennen startet Biathlet Patrick Braunhofer in die neue Saison, werden doch Anfang Dezember Bewerbe um den Italienpokal in Ridnaun ausgetragen. Dieser gilt gleichzeitig als Qualifikation für den IBU Junior Cup in Lenzerheide (Schweiz). „Ich habe in der vergangenen Saison mehrfach bewiesen, dass ich den Vergleich mit meinen Jahrgangskollegen nicht scheuen muss“, so der zielstrebige Athlet, der im Vorjahr bei den Olympischen Jugendspielen im norwegischen Lillehammer – nach Rang 9 im Sprint, Rang 4 in der Verfolgung und dem 11. Platz in der Mixed-Staffel – gemeinsam mit seinen Teamkollegen die Bronzemedaille in der Staffel eroberte. Die Vorbereitungen seien bisher gut verlaufen. Trainiert wird er von Alexander Inderst aus Ridnaun, der gemeinsam mit Michela Ponza, Samantha Plafoni, David Wieser und Nicolò Maule den Trainerstab der Juniorenmannschaft bildet. In der Carabinieri-Sportgruppe steht ihm der ehemalige Weltklasse-Biathlet Wilfried Pallhuber zur Seite. Braunhofers Saisonziel ist die Teilnahme an der Junioren-WM, die im Februar im russischen Ostrov ausgetragen wird.

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SPORT

EISHOCKEY

Durchwachsener Saisonstart für die Broncos Die „SKY Alps Hockey League“ hielt in den ersten Runden sehr unangenehme Überraschungen für die Broncos bereit, denn vom selbst gesteckten Ziel, nach der Vorrunde auf dem sechsten Platz zu stehen, ist man momentan weit entfernt. Langsam scheinen die Eishockeycracks aus dem Wipptal aber auf Touren zu kommen. Die Euphorie um die neue Liga und das starke Abschneiden in der Vorsaison wich schon bald der Ernüchterung. Die Schützlinge von Clayton Beddoes hatten einen mehr als durchwachsenen Start in die Saison, verloren die ersten sieben Spiele und standen somit nach einem Monat punktelos am Tabellenende der Alps Hockey Leage. Die Resultate waren zwar so gut wie immer knapp und die Mannschaft spielte auch nicht schlecht, aber am Ende zählen immer die Punkte, und da sah es bis zum ersten Sieg gegen Asiago am 12. Oktober nicht besonders rosig aus. Gegen den Titelfavoriten vieler Experten, der bis dahin in der selben misslichen Lage war wie die Broncos, konnten die Broncos einen 4:1-Erfolg feiern und in den neun

Aus personeller Sicht hatten die Broncos bereits vor Saisonbeginn mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Partien, die von da an bis Redaktionsschluss gespielt wurden, holten die Wildpferde sechs Siege. Aus personeller Sicht hatten die Broncos bereits vor Saisonbeginn mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben einer äußerst hartnäckigen Entzündung eines Adduktorenmuskels bei Colin Behenna, die den Denker und Lenker im Broncos-Sturm die ersten zwölf Spiele außer Gefecht setzte, gab es bereits vor Saisonbeginn einige Veränderungen. So konnte der schwedische Torhüter John Morelius sein Tryout nicht positiv beenden und

BRONCOSJUNIOR BEI TURNIER IN KANADA Für die U16-Mannschaft der Broncos steht in der heurigen Weihnachtszeit etwas ganz Besonderes auf dem Programm. Das Team wurde nämlich zum international renommierten „Kamloops International Bantam Ice Hockey Tournament“ (KIBIHT) in Kanada eingeladen. Dass dieser Traum Wirklichkeit werden konnte, haben die BroncosJunior einer ganzen Reihe von Sponsoren zu verdanken, mit deren Hilfe die beträchtlichen Kosten für dieses Projekt gestemmt werden. Das Turnier wurde 1969 gegründet und 2006 von „The Hockey News“ als das beste U16-Turnier der Welt bezeichnet; Größen wie Mario Lemieux, Jari Kurri, Patrick Kane, Jordan Eberle oder Sergei Fedorov gaben sich in Kamloops bereits die Ehre. Die Teilnahme an diesem Turnier bietet die einmalige Gelegenheit, sich mit internationalen Gegnern zu messen und zu sehen, wie die besten Spieler dieser Altersklasse arbeiten, spielen und sich vorbereiten. Infos zum Turnier gibt es unter www.kibiht.com. Einen ausführlichen Bericht über das Abenteuer in Kanada gibt es in der Februar-Ausgabe des Erker.

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sich nicht für ein definitives Engagement empfehlen. Für ihn kam Anfang Oktober der Kanadier Ty Rimmer ins Team. Anfang November wurde dann auch der Vertrag mit dem schwedischen Verteidiger Simon Löf aufgelöst, der zwar in der Defensive wertvolle Arbeit leistete, offensiv aber bei Weitem nicht den Erwartungen des Vereins und seiner Fans entsprechen konnte. An seiner Stelle wurde der tschechische Offensivverteidiger David Roupec geholt, der in den ersten vier Partien bereits mehr als beachtliche vier Scorerpunkte (1 Tor, 3 Assists) sammeln konnte. Auch wenn das Saisonziel – Platz sechs nach der ersten Phase der Meisterschaft – von Anfang an bewusst hoch gesteckt war und nach dem schlechten Saisonstart nun noch schwieriger zu erreichen ist, will die Vereinsführung dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren. Coach Clayton Beddoes hat bewiesen, dass er die Mannschaft mit sicherer und ruhiger Hand auch durch schwierige Zeiten führt und den jungen Spielern weiterhin das Vertrauen schenkt. Deren bestmögliche Entwicklung ist für die Vereinsführung mittelfristig wie auch langfristig unverändert das wichtigste Ziel, und die „jungen Wilden“ um Ivan Deluca & Co.

danken ihrem Coach das Vertrauen mit zusehends stärkeren Auftritten. Deshalb ist diesem Team auch in der laufenden Saison noch einiges zuzutrauen. SERIE-C-TEAM STARK UNTERWEGS Die Posse rund um die Zusammenfassung der U18- und U20-Meisterschaften konnte mit der Neugründung einer nationalen Serie-C-Meisterschaft beendet werden. Die Broncos stellen in diesem Seniorbewerb eine Mannschaft, die sowohl als erweitertes U20-Team als auch als Farmteam für die erste Mannschaft fungiert. Unter der Leitung des schwedischen Trainers Johan Kämpe hat diese blutjunge Truppe in den ersten acht Meisterschaftsspielen bis Redaktionsschluss sieben Siege eingefahren und bewiesen, dass sie wohl als erster Titelanwärter zu handeln ist. In der ersten Meisterschaftsphase, in der die Broncos in einer Gruppe mit dem HC Gherdeina, dem HC Pieve di Cadore (Farmteam von Cortina) und dem AHC Vinschgau spielen, stehen die jungen Wildpferde mit großem Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz und werden alles daran setzen, den Aufstieg in die Serie B zu schaffen. Stefan Troyer


SPORT

BUCHTIPP

„Armin Zöggeler. Mein Leben im Eiskanal“ Ein Ausnahmetalent erzählt sein Leben: von seiner Kindheit und der Arbeit mit dem Vater im Stall und auf dem Feld, dem Rodeln über Waldwege mit dem Bruder, von seinen Rennanfängen, den Betreuern und Athleten sowie der Gründung einer eigenen Familie. Armin Zöggeler beschreibt ungeschönt die Mühen, Entbehrungen und Rivalitäten im Hochleistungssport. Er gilt als Musterbeispiel für Ausgeglichenheit und Disziplin. In seiner Karriere holte er u. a. zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze bei Olympischen Winterspielen sowie sechmal Gold, fünfmal Silber und fünfmal Bronze bei Weltmeisterschaften. Er berichtet aber auch von seelischen Zerreißproben und der mentalen Überlistung seines von dreißig Jahren Spitzensport gezeichneten Körpers. Mitreißend zeichnet die Biografie das rasante Leben eines Weltklasse-Rodlers, aufgezeichnet vom Sportjournalisten Simone Battaggia und aus dem Italienischen übersetzt von Karin Fleischanderl. Auch einige Wipptaler haben Zöggelers Karriere begleitet. So etwa Brigitte Fink aus Sterzing, die bei der WM 1957 in Davos die Bronzemedaille holte und bis 1999 als Rennsportleiterin des italienischen Rodelnationalteams tätig war. Sie erkannte früh das außergewöhnliche Talent Zöggelers und unterstützte ihn von Anfang an. Oder Maria Lui-

se Rainer aus Telfes, die 1986 den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte und später die Rodler trainierte. Siegfried Federer aus Trens hingegen holte 1982 gemeinsam mit Günther Huber Bronze bei der Junioren-WM in Lake Placid und war bis 1999 Trainer des Nationalteams. Hans Sparber aus Stilfes fungierte ebenfalls als Betreuer der Rodelmannschaft und war dann Eismeister in Cesana, wo 2006 für die Olympischen Winterspiele eine Kunsteisbahn errichtet wurde. Ein besonderes Verhältnis hatte Zöggeler zu Reinhold Rainer aus Jaufental. Als er in die A-Mannschaft aufgenommen wird und dort auf Rainer trifft, muss er „lächeln, denn dieser Name scheint mich zu verfolgen. Als wir Kinder waren, war er der Einzige, der mich schlagen konnte, und jetzt, wo er gerade in die Mannschaft der Kunstbahnrodler eingetreten ist, ist er wieder mein Gegner. Aber ich freue mich darüber, dass er da ist. Einmal abgesehen von der Rivalität auf der Bahn fühle ich mich in seiner Gesellschaft wohl. Er ist sympathisch und intelligent, und ich stelle fest, dass er mir zuhört, wenn ich rede. Bald sind wir Freunde“. Das 263 Seiten starke Buch mit zahlreichen Abbildungen ist im Folio-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

LANDESKADER DER WINTERSPORTLER VORGESTELLT

Vor kurzem wurde in Bozen der Landeskader in den Sportarten Biathlon, Langlauf, Ski alpin, Skibergsteigen, Snowboard, Skispringen und Nordische Kombination, Naturbahnrodeln, Kunstbahnrodeln sowie Freestyle vorgestellt, denen insgesamt 88 Nachwuchsathleten angehören. Aus dem Wipptal sind drei Sportler dabei: Jonas Volgger vom ASV Ridnaun (Biathlon), Philipp Auckenthaler vom ASV Gossensaß (Langlauf) und Vivien Senn vom ASV Gossensaß Skialp (Skibergsteigen). Als Trainer stehen Christian Braunhofer (Biathlon) und Alex Guadagnini (Ski alpin) in den Diensten des Landesverbandes der FISI.

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SPORT

BIATHLON

SKIBERGSTEIGEN

IBU Cup macht in Ridnaun Station

Eisacktal Cup geht in fünfte Runde

Der Biathlonwinter wird in Ridnaun seit Jahren mit einer internationalen Großveranstaltung eingeläutet: Während bereits am ersten Dezemberwochenende der Italienpokal im Hochtal Station macht, werden sich im Rahmen eines IBU Cups vom 7. bis zum 11. Dezember rund 200 Athleten aus 40 Na-

Bereits zum fünften Mal wird heuer die beliebte Rennserie des Eisacktal Cups ausgetragen, die fünf Skitourenwettkämpfe im Eisacktal umfasst.

tionen im Biathlonzentrum in Maiern tummeln. Folgende Wettkämpfe sind vorgesehen: Nach der Staffel Single Mixed und der Mixed-Staffel am 8. Dezember stehen am 10. Dezember die Sprintwettkämpfe auf dem Programm; den Abschluss bilden am 11. Dezember die Verfolgungsrennen. Der Eintritt zu den Wettkämpfen ist frei. Die Siegerehrungen finden gleich nach den Rennen im Stadion statt. Den IBU Cup nutzen viele Athleten

als Sprungbrett für den Weltcup. Auch mehrere lokale Nachwuchshoffnungen werden an den Start gehen, so auch Patrick Braunhofer aus Ridnaun. „Über die Sommermonate haben wir Umbauarbeiten am Schießstand und Geländeanpassungen vorgenommen, um den Vorgaben der IBU zu entsprechen“, erklärt Manuel Volgger, Generalsekretär des ASV Ridnaun. So musste die Schießstandbreite auf 2,75 m erhöht werden, die Straf- und die Aufwärmrunde müssen auf ebener Fläche verlaufen. „Im Zuge dieser Arbeiten haben wir gleichzeitig auch eine Abfahrt entschärft, die bisher ein erhebliches Sicherheitsrisiko dargestellt hat“, so Volgger. Im November wurde nun bei einer Inspektion durch die IBU die B-Lizenz, über die der ASV Ridnaun verfügt, um weitere acht Jahre verlängert. Erste Vorbereitungen laufen derzeit auch für die Europameisterschaften, die im Jänner 2018 in Ridnaun zur Austragung kommen.

Der Auftakt erfolgt beim „Skiuphill“ Nachtaufstiegsrennen in Vals/ Jochtal am 30. Dezember; am 13. Jänner geht es mit der „Skialp Night Trophy“ in Ladurns weiter, am 20. Jänner folgt das Nachtaufstiegsrennen „Gitschberg Night Attack“ in Meransen und bereits am 27. Jänner das Nachtaufstiegsrennen „Plose Skiuphill“ in Brixen. Das Finale beim „Lorenzensturm“ in Latzfons am 4. Februar ist das einzige Rennen, das untertags

BUCHTIPP

100 Jahre Sterzinger Sportgeschichte Im Frühjahr 2015 hat die Chronistengruppe Sterzing das Buch „100 Jahre Sport in Sterzing“ herausgebracht und vorgestellt. Die Autoren sammelten altes Fotomaterial und authentische Berichte und suchten in Zeitungen und Archiven nach Hinweisen und Berichten. Entstanden ist ein reich bebilderter Streifzug durch die sportlichen

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und im freien Gelände stattfindet. Im Anschluss daran erfolgen im Rahmen der „Eisacktal Cup After Race Party“ die Prämierungen. Wie schon in den vergangenen Jahren werden erneut alle Teilnehmer für ihre Mühen belohnt, zudem auch die „Super-Finisher“, also jene Athleten, die an allen fünf Rennen teilgenommen haben. Im vergangenen Jahr triumphierten Barbara Oberhauser (ASC Rasen), Martin Stofner (Alpin Speed Sarntal) und Karl Heiss, die sich den Sieg in der Gesamtwertung der jeweiligen Kategorien Race holten. Die Gesamtwertung der Hobby-Rennen ging an Carmen Stockner (ASV Latzfons Ski) und Konrad Weirather (ASV Villnöß). Die Mannschaftswertung entschied der ASV Gossensaß Skialp bereits zum vierten Mal in Folge klar für sich.

Ereignisse und Wettkämpfe rund um die Stadt. Hervorgehoben werden aber auch Sterzinger Sportler, die sich an Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene beteiligt und dabei hervorragende Leistungen erbracht haben. Das Buch kann in der Buchhandlung Athesia, in der Tabaktrafik Thaler und bei der ENI-Tankstelle an der Brennerstraße erworben werden.


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SPORT

FUSSBALL

DAVID THÖNI ALS DRITTER VON BURGSTALL NACH VÖRAN 227 Teilnehmer nahmen bei der 12. Auflage der Nordic Uphill Competition den Aufstieg von Burgstall nach Vöran in Angriff. Bei den Herren unterbot der Reinswalder Martin Stofner in 32.34 Minuten den bisherigen Streckenrekord von Philip Götsch um 26 Sekunden. Er siegte damit vor seinem Landsmann Henry Hofer (34.47 min.) und David Thöni (35.10 min.) vom ASV Gossensaß Skialp. In der Kategorie M20 belegte sein Vereinskolllege Stefan Weissteiner mit einer Zeit von 39.12 Minuten ebenfalls den 3. Platz.

LEICHTATHLETIK

SILVIA WEISSTEINER SIEGT BEI HALBMARATHON Nach monatelanger Zwangspause aufgrund einer Entzündung des Ischiasnervs gelang Silvia Weissteiner vor kurzem ein versöhnlicher Saisonabschluss. Mitte November gewann sie in hervorragenden 1:15.11 Stunden die 15. Ausgabe des Garda Half Marathons. Dieser zählt mit rund 5.400 Teilnehmern zu den größten 21-km-Läufen Italiens. Auf dem anspruchsvollen Rundkurs zwischen Riva und Arco setzte sie sich bei klirrender Kälte und Gegenwind souverän gegen die Deutsche Laura Hottenrott (1:16.41 Std.) und die Slowakin Silvia Schwaiger (1:16.48 Std.) durch.

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Herbstmeister der Amateure stehen fest Seit Mitte November stehen in den Südtiroler Amateurligen die Herbstmeister fest. In der 2. Liga hält die Auswahl Ridnauntal auf dem 8. Platz, während der CF Sterzing abgeschlagen das Schlusslicht bildet. In der 3. Amateurliga ist der ASV Wiesen auf dem 4. Platz in Lauerstellung, der ASV Gossensaß liegt auf dem 8. Platz. Für den ASV Freienfeld in der Landesliga endet die Saison erst am 4. Dezember.

Die Auswahl Ridnauntal liegt nach Abschluss der Herbstmeisterschaft in der 2. Amateurliga auf dem 9. Tabellenrang.

© Auswahl Ridnauntal

BERGLAUF

nig der Liga kann sich mit zwölf Treffern Routinier Matthias Markart feiern lassen.

3. Amateurliga, Gruppe B

2. Amateurliga, Gruppe B Auswahl Ridnauntal im Mittelfeld Eine junge Truppe schickte die Auswahl Ridnauntal in dieser Saison ins Rennen, für die der Klassenerhalt als primäres Ziel ausgegeben wurde. Nach Abschluss der Herbstmeisterschaft liegt die Elf um Trainer Walter Zingerle auf dem 9. Platz. Als Torschützenkö-

CF Sterzing Vom ausgegebenen Saisonziel – dem Klassenerhalt – ist der CF Sterzing nach der umjubelten Rückkehr in die 2. Liga hingegen weit entfernt. Nach elf Spielen schlagen bei der Elf um Trainer Manuel Rella lediglich vier Punkte und neun Tore zu Buche. Damit bildet das Team das Schlusslicht in der Tabelle. Julian Schneider er-

2. AMATEURLIGA, GRUPPE B 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Team Ritten Barbian Villanders Frangart Leifers Branzoll Gröden Montan Girlan Steinegg Ridnauntal Laag Eggental Sterzing

Spiele 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11

S 8 7 8 6 4 3 4 3 3 2 2 1

U 3 4 1 3 2 4 1 3 2 5 1 1

N 0 0 2 2 5 4 6 5 6 4 8 9

Diff. +22 +16 +13 +7 -1 -1 -7 -1 -3 -7 -12 -26

Tore Punkte 35:13 27 32:16 25 26:13 25 19:12 21 17:18 14 23:24 13 20:27 13 20:21 12 20:23 11 11:18 11 19:31 7 9:35 4

9 7 6 5 5 4 2 3 3 2 0

1 0 1 3 2 2 5 2 0 2 0

0 3 3 2 3 4 3 5 7 6 10

+20 +11 +14 +10 +5 +9 -2 -6 -4 -7 0

27:7 23:12 37:23 21:11 29:24 25:16 17:19 20:26 15:19 25:32 3:53

3. AMATEURLIGA, GRUPPE B 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Neustift Unterland Berg Lüsen Wiesen Jenesien Raas Oberau Gossensaß Real Atlas Arberia Excelsior

10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10

zielte mit zwei Treffern die meisten Tore für die Fuggerstädter.

28 21 19 18 17 14 11 11 9 8 0

ASV Wiesen Nach dem 6. Platz im Vorjahr strebt der ASV Wiesen in dieser Saison eine weitere Verbesserung des Tabellenplatzes an. Mit dem 4. Platz liegt er derzeit auf aussichtsreicher Position, für die Rückrunde im Frühjahr ist damit für die Truppe um Trainer Ernst Kaneider alles offen. Fleißigster Wiesner Goalgetter war mit zehn Toren Patrick Graus. ASV Gossensaß Eine Position in der oberen Tabellenhälfte strebt der ASV Gossensaß in dieser Saison an. Auf dem 8. Tabellenrang ist das Team um Trainer Wolfram Girtler zwar noch einige Plätze davon entfernt, das Ziel ist jedoch in greifbarer Nähe. Die meisten Tore für die Gossensasser Elf erzielte Angelo Sabia.

VSS FREIZEITMEISTERSCHAFT WIPPTAL In der VSS Freizeitmeisterschaft liegt im Kreis Wipptal das Team Feldthurns an der Tabellenspitze. Die weiteren Platzierungen: 2. Ratschings, 3. Latzfons/ Verdings, 4. Pfitsch, 5. Mareit, 6. Pflersch, 7. Freienfeld, 8. Sterzing, 9. Ridnaun.


SPORT

RAFTING

FUSSBALL

Gute WM-Ergebnisse für Sterzinger Rafter

Damen des CF Sterzing im Mittelfeld

Bei der Weltmeisterschaft im Viererraft, die vom 31. Oktober bis zum 5. November in Al Ain im Emirat Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand, waren auch zwei Teams aus dem Wipptal am Start. Sie konnten mit guten Ergebnissen überzeugen. In einem künstlich angelegten Wildwasserpark mitten in der Wüste bei Al Ain kamen die Wettkämpfe der diesjährigen R4-WM zur Austragung. Mit 86 Teams aus 23 Nationen war es die größte WM in der Geschichte des Raftings. Die Rennstrecke – mit 600 m Wildwasser des vierten Schwierigkeitsgrades der längste künstliche Wildwasserkanal der Welt – gilt als die technisch anspruchsvollste der Welt, weil sie ein großes Gefälle aufweist. „Zudem trainieren wir ausschließlich auf natürlichen Flussläufen, weshalb wir die Wucht und die Schnelligkeit des

Wassers im Kanal nicht gewohnt sind“, so Michael Zanella vom ASV Sterzing, der das U19-Team des ASV Sterzing als Kapitän angeführt hat. Mit seinen Teamkollegen David Fassnauer, Damiano Casazza und Mark Michael Mair belegte er im Sprint den 5. Platz und im Head-to-Head den 6. Platz; im Slalom, der mit einem fast unmöglich zu bewälti-

genden Aufwärtstor einen extrem schwierigen Kurs aufwies, kamen sie nach einem Flip im ersten Lauf dennoch auf den 5. Platz. Den Downriver-Bewerb beendeten sie ebenfalls auf dem 5. Platz, lediglich 24 Sekunden von einem Podestplatz entfernt. In der Gesamtwertung belegte das U19-Team, das von Robert Schifferle und Toni Agostini betreut wird, mit 684 von 1.000 möglichen Punkten den 5. Platz. „Wir sind mit unserer Leistung sehr zufrieden, da es unsere erste WM-Teilnahme war“, so Zanella. „Wir konnten viele Erfahrungen sammeln, die uns bei der U23-WM im nächsten Jahr sicher zugute kommen.“ Das Team Italy der Herren, dem neben Kapitän Robert Schifferle (Tigerle ASD) auch Alexander Zanella, Patrick Agostini (beide ASV Sterzing) und Thomas Waldner (DrD4 Meran) sowie Amadeus Schifferle (Tigerle ASD) als Reserve angehörten, kamen im Sprint auf den 8. Platz, im Headto-Head-Bewerb auf den 7. Platz. Im Slalom belegten sie den 10. Platz; nach einem Fehlstart im Downriver erhielten sie 50 Strafsekunden, was sie auf Rang 11 zurückwarf. Mit dem 10. Gesamtrang und 543 von 1.000 möglichen Punkten hat auch das Herrenteam sein Ziel – einen Platz in den Top Ten – erreicht. Weitere Infos, Fotos und Videos von der WM gibt es auf der Facebook-Seite Rafting Team Italy – ASV Sterzing.

Die Damen des CF Sterzing, die in der Serie C kicken, haben die

Herbstmeisterschaft auf dem 7. Platz beendet. In zehn Spielen holten sie mit fünf Siegen und fünf Niederlagen 15 Punkte, das Torverhältnis liegt bei 23:27. Die meisten Tore erzielte mit neun

Treffern Evi Kerschdorfer. Die Tabelle wird von Brixen (27 Punkte) vor Isera (23) und Obermais angeführt (20). Mit Melanie Markart (im Bild l.) verfügt das Team italienweit über eine der 23 besten U16-Spielerinnen; sie wurde bereits zweimal zu einem Probetraining für die U16-Nationalmannschaft eingeladen. Fausto Lamber (im Bild r.), der im Jahr 2007 gemeinsam mit Alessandra Debiasi den Verein gegründet hat, wurde indes als bester Trainer im Südtiroler Frauenfußball der Saison 2015/16 ausgezeichnet.

FUSSBALL

F-Jugend-Turnier in Wiesen Ende Oktober nahmen neun Mannschaften aus dem Bezirk am halbjährlich ausgetragenen F-Jugendturnier (Jahrgang 2009 und jünger) in Wiesen teil, das vom ASV Wiesen ausgetragen wurde und mittlerweile seit Jahren ein Pflichttermin im Wipptaler Fußballkalender ist. Die jungen Kicker lieferten sich dabei spannende und torreiche Spiele, mit denen sie Eltern und Zuschauer begeisterten. Nach den Vorrundenspielen sicherten sich in spannenden Finalspie-

len die Sterzing Girls den Turniersieg vor dem ASV Freienfeld und dem ASV Wiesen 1. Die weiteren

Platzierungen: 4. Sterzing, 5. Wiesen 2, 6. Ratschings, 7. Gossensaß 1, 8. Ridnaun, 9. Gossensaß 2.

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GESUNDHEIT

PR

BESSER HÖREN – BESSER LEBEN Das Team von BESSER HÖREN wünscht allen Kunden und Freunden ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück und Gesundheit für das Jahr 2017! Auch im neuen Jahr können Sie uns wieder wie gewohnt JEDEN DONNERSTAG von 15.00 bis 17.00 Uhr in der Stadtapotheke von Sterzing für Informationen, einen kostenlosen Hörtest oder für den Service Ihrer Hörgeräte besuchen. Sollten Sie aus irgendeinem Grund verhindert sein, kontaktieren Sie uns, gerne kommt ein Akustiker zu Ihnen nach Hause!

Besser Hören Drususallee 113/B Wangergasse 14 39100 Bozen Tel. 0471 263390 info@besserhoeren.it

DIAGNOSE KREBS: NEUES INTERNETPORTAL FÜR BETROFFENE Im Zuge der onkologischen Zertifizierung ist eine neue Internetseite mit allen Informationen für betroffene Krebspatienten in Südtirol geplant. 27.000 Menschen in Südtirol leiden aktuell an einer Tumorerkrankung, jährlich kommen etwa

Südtiroler Landtag; dabei unterstrich er vor allem die Bedeutung dieses Instruments für eine qualitativ hochwertige Behandlung und Betreuung von Patienten. In seiner Fachexpertise zur onkologischen Zertifizierung betonte der Leiter des Onkologischen Zentrums des Krankenhauses der

www.besserhoeren.it

3.350 Patienten dazu und verlieren 1.350 Betroffene ihren Kampf gegen den Krebs. Für den Südtiroler Sanitätsbetrieb ist es eines der Themen, die er mit besonderer Sorgfalt betrachtet und in dem er gefordert ist, betroffenen Menschen und ihren Familien die bestmögliche Begleitung anzubieten. Die onkologische Zertifizierung wird dabei eine besondere Rolle für eine erfolgreiche Diagnose, Behandlung und Rehabilitation zugesprochen. „Die Zertifizierung ist keine Prüfung, sondern vielmehr ein Moment der Reflexion, bei dem Exzellenzen ausgewiesen und Handlungsfelder ausfindig gemacht werden“, betonte Fausto Chiesa, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Tumorinstitutes in Mailand, vor kurzem vor dem

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Barmherzigen Schwestern Linz Holger Rumpold, dass angesichts der steigenden Zahl von betroffenen Krebspatienten die Behandlung patientenorientiert und ressourcenschonend, machbar und leistbar sein müsse. WOHNORTNAHE BETREUUNG FÜR KREBSPATIENTEN Über den aktuellen Stand der Dinge seit dem Beginn des Projekts im Jahr 2014 und die nächsten Schritte gab der Verantwortliche des Südtiroler Sanitätsbetriebes Luca Armanaschi Auskunft. „Ziel des Projekts ist es, in Südtirol nationale und internationale Standards anzuwenden sowie eine landesweit einheitliche Betreuung für betroffene Patienten zu garantieren“, so Armanaschi. Er unterstrich dabei insbe-


sondere die Maßnahmen für eine möglichst wohnortnahe Therapie etwa durch die onkologischen Tageskliniken in Brixen und Bruneck sowie den Ausbau der Radiotherapie in Südtirol. Im Sinne einer Qualitätssteigerung sei in die Ausund Weiterbildung der Mitarbeiter investiert sowie eine Mindestzahl von Eingriffen und Behandlungen definiert worden: 47 Chirurgen, zehn Radiologen, 27 Röntgentechniker, 23 Endoskopisten und sechs ausgebildete Pflegekräfte konnten dabei als für ihren Bereich hochspezialisierte Fachkräfte ausgewiesen werden. „Das Tumorboard ist das Herz des Projekts: Mit diesem Instrument gelingt es, verschiedene Fachkräfte in der Behandlung von Krebspatienten zusammenzuführen“, erklärte Armanaschi die Bedeutung

der interdisziplinären Zusammenarbeit. NEUES INTERNETPORTAL MIT UMFASSENDEN INFORMATIONEN Neben der internen Organisation eines Netzwerkes zwischen allen an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen, der Einbeziehung der Patientenorganisationen, dem Aufbau eines Südtiroler Tumorboards, der Erarbeitung einer Charta für die onkologische Betreuung in Südtirol und einer ersten Basiszertifizierung nach ISO 9001 Standards arbeitet der Sanitätsbetrieb aktuell an einem Krebsinfoportal. Dort erhalten betroffene Patienten, ihre Angehörigen und Interessierte verlässliche Informationen zu Diagnose, Behandlung und Therapie, Ernährung und Vorsorge.

LANGE WARTEZEITEN AM KRANKENHAUS Seit 1. Mai 2014 ist eine Regelung in Kraft, die den Bürgern eine Vergütung in der Höhe von 50 Euro garantiert, wenn die Vormerkzeiten für nicht-dringende Visiten den Zeitraum von 60 Tagen überschreiten. Die Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit fragten kürzlich bei der zuständigen Landesrätin Martha Stocker nach, wie viele Bürger diese Leistung in Anspruch genommen haben. Laut Antwort von Landesrätin Stocker wurde im Jahr 2014 für 4.908 Leistungen der Betrag von 245.400 Euro und im Jahr 2015 407.050 Euro für 8.141 Leistungen ausgegeben. Besonders im Leistungsbereich der Augenvisiten gibt es verhältnismäßig lange Wartezeiten und dementsprechend hohe Kosten bei der Rückerstattung. Zurzeit wartet man in Südtirol durchschnittlich 138 Tage auf eine Augenvisite. In Sterzing wartet man besonders lange auf einen Termin – nämlich bis zu 300 Tage. Erker 12 I 16

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LEUTE WIPPTALER

Hoi Alex,

SUMSERIN Wos hoaßt do Verfossung? Amol die meinige isch niemehr die beste. Do brauch i kuen Wohlzettl auszifilln, weil die meinige Verfossung ändert sich gonz vin alluene. Die Hiffte brennt schier, bsunders wenn Letzwetter in Onzug isch. Die Haxn sein a amol besser banond giwesn, und holt die Knie a. Mitn Sechn hot’s a schun long unghebb, letzer zi wearn, und vi die Mognleidn will i enk frisch nicht sogn. Sou geahts holt in die meischtn, wenn se iber die fuchzig und sechzig long schun driberaus gongin sein. Ober scheinbor gibb’s do olm nou Ausnuhmin. In leschter Zeit schaugg vin Fernsecher und vi olle Zeitign a nuies Gsicht außer, des se ober iatz souvl oft zoagn, dass mier’s schun zi läschtig isch. Des hoaßt, souvl nui isch des Gsicht nit, weil der Mensch miaßat decht schun awie olt sein. Wie long schteaht der epper in der Frieh vourn Schpiegl, dass er sich asou hetzig derkamplt? Und sein sollat des der nuie Pressident vin Amerika, holt na, der tuet frisch sein! Na, hobn de kuen schienern gfundn? Mogg schun sein, dass er an Haufn Geld hot; sell hobm schun meahrer, de wos nie kuen Schtuire zohln. Mogg a sein, dass er a schneidigs jungs Weibis hot – do hott woll a meahrer ’s Geld gilockt as wie der Louter mit seine Kwalitätn. Amol sischt hobm de Amerikaner olm schneidige Mander zi Pressidentn ghobb: Wenn i nou af den Kennedy denk, und nou a poor ondere, und a der leschte, der Holbschworze, isch mer a gonz simpattisch giwesn – wenn i a nicht verstondn hon, wos der olm gsogg hot, weil i konn jo lei teitsch. Ober asou sein se holt do entn in den Lond: Lieber as wie a Weibis nemmen sie holt an Louter, gonz gleich wie er ausschaugg. Do sein amol ba ins olle Birgermeischter schun viel schiener, van nuidn Londes-Kapo gonz zi schweign!

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20 + 10 isch 30. Du worsch im Leben immer fleißig. Ob ban Holzn oder Hagn, niemand konnte sich beklagn. Frau und Nochwuchs isch schun do, manchmal auch ein Holla-drio – doch das war schon öfters so. „Auf a Schnapsl“ tat mer schun hoffn, hoffentlich hobmers nit letz getroffn. Alles Gute, Gesundheit und Glück zu Deinem Ehrentag, das wünschen Dir Deine Veronika mit Tochter Jessica, Mamme, Tatte, Manuel und Burkhard. Am 19. Dezember isch es soweit, es gib a bsundere Feierlichkeit!
 De Stuangitsche auf dem Foto do weart selm a schun 60 Johr! Unkennen tuat man ihr ’s Olter no nit,
 sie holtet sich jo olm fit.
 Zu tian isch aufn Feld und im Stoll
 und fleißig isch se a sischt iberoll! Mir mechtn Dir iatz amol Danke sogn, dass fir ins do bisch in olln Lebenslogn.
 Mir wünschn Dir fir olle Zeit Gesundheit, Kroft und Heiterkeit! Deine Familie

GEHEIMREZEPT VON UNSEREM WURSTMEISTER Ob Speck einwürzen oder Würste drehen, immer kann man Dich mit Freude bei der Arbeit sehen. Viel Fachkompetenz und Zuverlässigkeit noch dazu, dann werden die Kaminwurzen geselcht im Nu. Das Endprodukt wird immer kritisch Deiner Prüfung unterzogen, so sind nun ganze 20 Jahre bei uns verflogen. Als Dankeschön gibt’s eine Überraschung im grünen Karton, wünschen Dir Weidmanns Heil im Voraus schon. Lieber Egon, wir möchten Dir recht herzlich danken für Deine 20-jährige wertvolle Mitarbeit in unserer Firma. Familie Frick und Mitarbeiter

Der schönste Weg ist der gemeinsame. Zum 55. Hochzeitstag möchten wir unseren Eltern ganz herzlich gratulieren und DANKE sagen. Eure Kinder, Schwieger- und Enkelkinder sowie die zwei Urenkel

Die Freiwillige Feuerwehr Wiesen gratuliert ihrer Fahrzeugpatin Zilli Aigner Frick zu ihrem 65. Geburtstag und wünscht ihr weiterhin viel Gesundheit!

(v. l.) Christian, Rudl, Karl

Unser Bergkamerad Rudl Kruselburger hat insgesamt 300 verschiedene 3.000er Berge bestiegen! Gefeiert und angestoßen wurde direkt auf der Lyfispitze im Martelltal, mit der Rudl den 300. Gipfel erklommen hat. Das Gipfelstürmen ist für den Gorgner Rudl aus Mareit im wahrsten Sinne des Wortes eine Spitzenleistung. Begonnen hat alles als Hobby mit den Volksmärschen. Danach hat er mit seinen Kameraden viele Touren zu verschiedenen Schutzhütten unternommen. Anschließend folgten viele hohe Gipfel in den Alpen. Außerdem hat Rudl alle Touren absolviert, die Hanspaul Menara in seinem Buch „Die schönsten 3.000er in Südtirol“ anführt. Und seither besteigt er einen 3.000er nach dem anderen und ist nicht mehr zu bremsen... Herzliche Gratulation zu Deiner Spitzenleistung! Bleibe gesund und komme immer heil nach Hause! Deine Bergkameraden


Jahrgangsfeier der 60-Jährigen der Gemeinde Ratschings Ende Oktober trafen sich alle im Jahr 1956 Geborenen der Gemeinde Ratschings zu ihrer Jahrgangsfeier. Nach einem Wortgottesdienst in der St. Josefkirche in Gasteig und einem Aperitif in Thuins ging es mit dem Bus zum Mittagessen in Amaten oberhalb von Bruneck. Anschließend besichtigten die Jubilare das Volkskundemuseum in Dietenheim und den Kräuterhof „Hauser“ in Wielenberg. Den erlebnisreichen Tag ließen Geburtstagskinder bei einem vorzüglichen Abendessen in Ratschings ausklingen.

REZEPT

ORANGEN-ROTWEINPUNCH Zutaten (6 Portionen): 3 – 4 Bio-Orangen, 800 ml trockener Rotwein, 80 ml brauner Zucker, 1 – 2 Sternanis, 1 kl. Stange Zimt, 2 Gewürznelken, 80 g Zucker, 6 Zimtstangen zum Verzieren. Zubereitung: Die Orangen heiß waschen, trockenreiben und mit einem Sparschäler die Schale dünn zu Spiralen abziehen. Mit einem scharfen Messer die weiße Haut entfernen und die Frucht in dünne Scheiben schneiden. Die restlichen Orangen auspressen und den daraus gewonnenen Saft mit den Scheiben, der Orangenschale, Rotwein, Rum, Gewürzen und Zucker unter ständigem Rühren erhitzen. Bei kleiner, gleichbleibender Hitze etwa 30 Minuten ziehen lassen, danach in Gläser füllen und mit Zimtstangen und übriger Orangenschale verzieren. Gutes Gelingen wünscht Ulli Mair, Pretzhof in Tulfer!

„76ers“ feiern in der Franzensfeste Nicht die nordamerikanische Basketballmannschaft aus Philadelphia, sondern der Jahrgang 1976 aus dem Bezirk Wipptal traf sich Ende Oktober anlässlich des runden Geburtstages zum Feiern in den historischen Gemäuern der Franzensfeste. 31 „mittelalterliche“ Mädels und Jungs fanden sich in der Festung ein, die viele interessante, bislang unbekannte und oft auch überraschende Details aus der Geschichte des imposanten Bauwerkes bereithielt. Beim Abendessen im Festungsbistro ging der Gesprächsstoff nicht aus. Die Feier klang erst in den frühen Morgenstunden aus, womit die „76ers“ bewiesen haben, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören!

Schützenleutnant wurde 75! Neben strammen Auftritten und Ausrückungen gehören auch Geburtstage zu den schönen Anlässen eines Schützenlebens. Zum 75. Geburtstag von Fahnenleutnant Hermann Kruselburger (Mareit), den dieser am 12. November feiern konnte, gratulierten kürzlich ranghohe Vertreter der Alt Tyroler Schützen-Andreas Hofer. Freude und Gesundheit sollen Hermanns stete Begleiter sein!

Jahrgangsfeier der 50er der Gemeinde Ratschings Bereits seit 1991 organisiert der Jahrgang 1966 der Gemeinde Ratschings alle fünf Jahre einen gemeinsamen Jahrgangsausflug. Auch in diesem Jahr freuten sich die Organisatoren über eine rege Beteiligung. Der Dankgottesdienst zum 50. Geburtstag wurde mit Pater Meinrad in Jaufental gefeiert, wo auch für Egon Markart gebetet wurde. Nach einem Aperitif führte der Ausflug an den Achensee zu einer „Hochseeschifffahrt“, bevor es Zeit für eine Stärkung auf der Gramaialm wurde. Zurück in Sterzing kam bei vielen noch keine Müdigkeit auf. Und so schwangen sie zum Ausklang noch kräftig das Tanzbein.

Inser Tati hot’s geschafft, isch nun Meister in seinem Fach. Leicht hot er’s nit olm ghop, er hot sich obr a nia beklog. Von Türen, Stiege, Bettn und Koschtn, iatz, Tati, konnsche wieder awia roschtn. Mir sein af Di gonz fest stolz und wünschn Dir weiterhin viel Freide mitn Holz! Deine Mädls

Liebe Sabrina, alles Gute zum 18. Geburtstag am 20. Dezember. Mach weiter so! Viel Glück und Erfolg auf Deinem weiteren Lebensweg wünschen Dir Mammi, Charly, Alex, Libby, Dein Götile Julian, Jonas, Nicole und Oma.

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UNTERHALTUNG

Pfiffikus

S

Pfiffikus sucht einen freizuhaltenden Fluchtweg. Wer den genauen Standort kennt, schreibt unter dem Kennwort „Wipptaler Pfiffikus“ an den Erker, Neustadt 20 A, 39049 Sterzing (E-Mail info@dererker.it, Fax 0472 760394 oder eine Karte). Adresse nicht vergessen! Einsendeschluss ist der 15. Dezember. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen; an der Verlosung können nur schriftliche Einsendungen teilnehmen.

N D M

Erkoku Nach bekannten Sudoku-Regeln muss ein Quadrat aus 9 x 9 Kästchen ausgefüllt werden – hier allerdings mit den vorgegebenen Buchstaben. Das ERKOKU muss so vervollständigt werden, dass in allen Zeilen, Spalten und Blöcken jeder Buchstabe genau einmal auftritt. In der Diagonale von oben links nach unten rechts erscheint dann das Lösungswort (= lebhaft, temperamentvoll).

Folgende Buchstaben werden vorgegeben:

N I

A

D H

C

M I

M M N C

S C

H

D

Y A H Y

I A

C

D

H

I

M

N

S

Kannst Du die 5 Fehler finden?

Auflösung des Vormonats: Die vier riesengroßen Bäume befanden sich noch bis Juli 2016 am Eisackufer in der Garbe in Sterzing. Südlich der Flainerbrücke standen diese vier Kastanienbäume jahrzehntelang. Doch im Zuge der Arbeiten für den Hochwasserschutz am Eisack mussten sie gefällt werden. An deren Stelle wurde im August ein Materialablagerungsplatz errichtet. Die Laubbäume waren allerdings auch teilweise morsch und gefährlich für die darunter parkenden Autos; so brachen vor zwei Jahren infolge eines heftigen Sturmes schon große Äste ab und beschädigten eines der Fahrzeuge. Die Kinder sammelten an dieser Böschung die ersten Rosskastanien des Jahres. Vielleicht werden im Zuge der Renaturalisierung nach Beendigung der Flussuferbauten erneut Kastanienbäume nachgepflanzt. Es handelt sich bereits um das 7. Baulos im Wert von 1.600.000 Euro.

Das Los bestimmte

STEFAN FREI aus Sterzing zum Pfiffikus des Monats November.

Wir gratulieren! 108

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•K•O•I•S•I•KE•M• ERPRESSUNG•ORGEL •IFFLANDRING•EZB NEU•ERA•WTO•SOZ• •GI•NCP••UNTERAU LEPIDOPTEREN•GSL •RFI••YEN••TR•EM CDU•PM•GTOE•ERLE •EISACKUFER•CAV• INNERPFLERSCH•AE •KAFKA•ARETINO•B OMNIBUS•NBE•URAN •AN•ALTHERREN•DE KLIER•ZENO•EGGER

Lösungswort: NOTIZBUCH

Der Gutschein kann in der Erker-Redaktion persönlich abgeholt werden.

Auflösung des Vormonats Lösungswort: CLINTONODERTRUMP

Der Gewinner erhält einen Gutschein für zwei Pizzas und zwei Getränke im

Y


Auflösung in der nächsten Nummer

LÖSUNGSWORT

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JAHRESTAGE

10. Jahrestag

Quando la vita ti dà mille ragioni per piangere, dimostra che hai mille e una ragione per sorridere.

Alois Hofer Organist von Telfes

In liebevoller Erinnerung denken wir an Dich bei der hl. Messe am Freitag, den 6. Jänner um 9.30 Uhr in der Kirche von Obertelfes.

Es bleiben die Erinnerungen und der Dank für alles, was Dein Leben uns brachte.

Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Vergelt’s Gott. Deine Familie

4. Jahrestag

Lilia, Daniel e tutti i parenti Prati, 28.12.2016

10° ANNIVERSARIO

Hermann Augschöll

La messa verrà celebrata nella chiesa Santo Spirito mercoledì 28 dicembre alle ore 18.30.

28.12.2006 – 28.12.2016

4° anniversario

Von den Menschen, die wir geliebt haben, wird immer etwas in unserem Herzen zurückbleiben: etwas von ihren Träumen, etwas von ihrer Hoffnung, etwas von ihrem Leben, alles von ihrer Liebe.

Christina Da Canal geb. Eisendle In Liebe und Dankbarkeit denken wir ganz besonders an Dich bei der hl. Messe am Dienstag, den 13. Dezember um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der uns lieb war, ging. Was uns bleibt, sind Liebe, Dank und Erinnerung.

Ti ricordiamo con grande amore e gratitudine alla messa il 13 dicembre alle ore 18.30 nella chiesa parrocchiale di Mareta. Herzlichen Dank – Grazie Fam. Da Canal

Luise

Josef

† 26.12.2009

† 14.11.2008

Zum 7. und 8. Jahrestag unserer Eltern gedenken wir ihrer in liebevoller und dankbarer Erinnerung bei der hl. Messe am Sonntag, den 11. Dezember um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Sterzing. Allen, die daran teilnehmen und weiterhin im Gebete an Sie denken, ein herzliches Vergelt’s Gott. Eure Kinder

Johann Kerschbaumer

10. Jahrestag

Ilvo De Bettin

Zum 10. Jahrestag denken wir ganz besonders an Dich bei der hl. Messe am Sonntag, den 25. Dezember um 18.30 Uhr in der St. Margarethenkirche von Sterzing.

Wir denken an Dich ganz besonders bei der hl. Messe am Donnerstag, den 8. Dezember um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Sterzing.

Mit dem Tod eines lieben Menschen verliert man vieles, niemals aber die Liebe und die gemeinsam verbrachte Zeit.

Noi ti ricordiamo in modo particolare nella S. Messa giovedì, 8 dicembre alle ore 10.00 nella chiesa parrocchiale di Vipiteno. In Liebe – con affetto Deine Familie

Ein Dank allen, die daran teilnehmen und Dich in Erinnerung behalten. Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.

Josef Gruber

Karl Saxl

† 14.12.2014

* 14.06.1958 † 31.12.2006

In Dankbarkeit und Liebe denken wir ganz besonders an Dich am Sonntag, den 11. Dezember um 18.30 Uhr in der St. Margarethenkirche von Sterzing. Menschen, die wir lieben, sterben nie, sie bleiben uns im Herzen erhalten.

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Erker 12 I 16

Deine Familie

Deine Familie

10. Jahrestag

2. Jahrestag

Allen, die daran teilnehmen und an Dich denken, ein herzliches Vergelt’s Gott.

In Liebe und Dankbarkeit

In Liebe und Dankbarkeit gedenken wir unseres Karl am 31. Dezember um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mauls. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt uns nur, mit dem Unbegreiflichen zu leben.

Allen, die daran teilnehmen, für Karl beten und ihn in lieber Erinnerung behalten, danken wir von Herzen. Deine Familie


JAHRESTAGE

1. Jahrestag

15. Jahrestag

Leopold Volgger

Luis Teissl

† 17.12.2015

* 21.12.1944 † 12.12.2001

In liebevoller und dankbarer Erinnerung denken wir ganz besonders an Dich bei der hl. Messe am Sonntag, den 18. Dezember um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Wiesen. Du bist nicht mehr da, wo Du warst. Dein Platz ist leer. Und trotzdem bist Du immer bei uns, denn Du fehlst uns sehr!

Allen, die daran teilnehmen, für Dich beten, Dein Grab besuchen und Dich nicht vergessen haben, ein aufrichtiges Vergelt’s Gott. Deine Familie

Lieber Luis, lieber Tatti,

Wenn es uns möglich wäre, würden wir Dir noch gerne sagen, wie sehr Du unser Leben bereichert hast und wir Dich immer lieben werden. Unsere Gedanken sind voller Erinnerungen an Dich und unser Trost ist die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

1. Jahrestag

In Liebe Deine Familie

In Liebe Deine Familie

Waltraud Sparber Ennemoser

In Liebe und Dankbarkeit denken wir an Dich bei der hl. Messe am Neujahrstag, den 1. Jänner um 18.30 Uhr in der St. Margarethenkirche in Sterzing. Ein Dank allen, die daran teilnehmen.

Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Vergelt’s Gott.

5. Jahrestag

Waltraud Haller geb. Hofer

Sterben ist kein ewiges Getrenntwerden, es gibt ein Wiedersehen an einem helleren Tag.

in liebevoller und dankbarer Erinnerung denken wir ganz besonders an Dich und beten für Dich am 3. Adventsonntag, den 11. Dezember um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche von Pflersch.

† 09.12.2011

In Dankbarkeit und stiller Freude denken wir an die Zeit mit Dir.

In Liebe gedenken wir Deiner am Sonntag, den 11. Dezember um 9.15 Uhr in der Pfarrkirche von Gossensaß. Deine Familie

Du fehlst uns!

2. Jahrestag

Lieber Hans,

Josef Trenkwalder

wir mussten schmerzlich begreifen, dass irdisches Leben nicht ewig währt.

„Krautgartner“ † 06.12.2014

Doch wir haben gelernt, dass es eine Welt hinter dem Horizont gibt, in der Du auf uns wartest. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an Dich denken.

6. Jahrestag Vor zwei Jahren hast Du uns verlassen, Du fehlst uns sehr in Haus und Hof, in Wald und Feld. Du warst immer da zum Reden, zum Lachen oder einfach nur zum Zuhören. Wir gedenken Deiner am Sonntag, den 4. Dezember um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Allen, die an Dich denken und Dich nicht vergessen haben, sind wir sehr verbunden.

Hans Wild Spengler

Zum 6. Mal jährt sich der traurige Tag, an dem Du, lieber Hans, uns plötzlich verlassen musstest. Ganz besonders denken wir an Dich am Hl. Dreikönigstag, den 6. Jänner um 10.00 Uhr beim Gottesdienst in der Pfarrkirche von Wiesen.

Deine Geschwister mit Familien

Ein Dank gilt allen, die daran teilnehmen, sein Grab besuchen und Hans im Herzen bewahren.

Gleichzeitig gedenken wir unserer Eltern Maria und Franz.

Deine Familie Erker 12 I 16

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JAHRESTAGE

1. Jahrestag

Rita Gschnitzer geb. Untersteiner

Willi Heidegger

Alexander Volgger

Dankbar für die schöne Zeit mit Dir und verbunden in Liebe feiern wir am Sonntag, den 18. Dezember um 10.30 Uhr den Gedächtnisgottesdienst in der Wallfahrtskirche von Maria Trens.

Luca Cemin

Wenn der Nikolaus heuer wieder kommt, sollt Ihr wissen, dass wir Euch nie vergessen haben. Der Nikolausverein

Alles kann der Mensch vergessen, ob es leicht war oder schwer, doch ein Herz, das man geliebt hat, das vergisst man niemals mehr.

6. Jahrestag

für jede stille Umarmung, für die tröstenden Worte, gesprochen oder geschrieben, für jeden Händedruck, für Blumen, Kerzen und Gedächtnisspenden.

In Liebe und Dankbarkeit denken wir besonders an Dich am Sonntag, den 11. Dezember um 10.30 Uhr beim Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Trens.

Der Mensch geht, aber er lässt uns seine Liebe, seine Heiterkeit, seinen Ernst, seine Weisheit, er lässt uns seinen Geist zurück.

In Liebe Deine Familie

In Liebe Deine Familie

DANKE

Franz Hochrainer

Allen, die daran teilnehmen und Dich in lieber Erinnerung behalten, danken wir von Herzen.

Ein Dank allen, die daran teilnehmen oder in Stille Deiner gedenken.

Paulina Hofer geb. Pflug * 04.07.1930 † 27.10.2016

Ein Dank an alle, die unsere liebe Paulina auf ihrem letzten Weg begleitet und zur würdevollen Gestaltung des Trauergottesdienstes beigetragen haben. Die Trauerfamilie

DANKE für die herzliche Anteilnahme, für die vielen tröstenden Worte, gesprochen und geschrieben, für jeden Händedruck und jede Umarmung, für alle Zeichen der Freundschaft und Zuneigung, für die zahlreichen Gebete, Blumen, Kerzen, Messen und Gedächtnisspenden.

... und immer sind sie da, die Spuren Deines Lebens, Bilder, Augenblicke und Gefühle, die uns an Dich erinnern und uns glauben lassen, dass Du bei uns bist.

Danke allen, die unsere liebe Tante Greti auf ihrem letzten Weg begleitet haben. Unser Dank gilt auch Dekan Josef Knapp, Pater Meinrad, den Vorbetern, der musikalischen Begleitung durch Julia Oberlechner, den Sarg- und Kranzträgern, unserem Hausarzt Dr. Franz Keim, den Ärzten und Pflegern des Krankenhauses Sterzing für die liebevolle Betreuung sowie allen, die zur schönen Gestaltung der Trauerfeier beigetragen haben.

Greti Senn

* 02.06.1932 † 21.09.2016

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Erker 12 I 16

Vergelt’s Gott! Die Trauerfamilie


JAHRESTAGE

1. Jahrestag

Anton Trenkwalder

Wenn Du in der Nacht den Himmel betrachtest, dann wird es für Dich so sein, als ob alle Sterne lachten, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich Dir von einem von ihnen zulächle …

† 19.12.2015 Wir denken immer an Dich, aber ganz besonders bei der hl. Messe am Sonntag, den 18. Dezember um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Sterzing.   Wir sehen Dich immer mit unseren Herzen.

Wenn Du an mich denkst, erinnere Dich an die Stunde, in welcher Du mich am liebsten hattest. Rainer Maria Rilke

Deine Lieben

Du fehlst im Leben, Du fehlst im Haus und diese Leere füllt niemand aus. Du warst ein Vorbild an Zufriedenheit und Dankbarkeit, welch schöne Erinnerung doch an Dich bleibt.

1. Jahrestag

Alois Plank Roarer Luis * 25.06.1933 † 10.12.2015 Zum ersten Mal jährt sich der traurige Tag, an dem Du uns verlassen hast. Dankbar für die schöne Zeit mit Dir und verbunden in Liebe gedenken wir Deiner ganz besonders am Samstag, den 10. Dezember um 18.30 Uhr in der St. Margarethenkirche in Sterzing. Allen, die daran teilnehmen, für Dich beten, Dein Grab besuchen und Dich in lieber Erinnerung behalten, danken wir von ganzem Herzen. Deine Lieben

Wir sterben v i e l e To d e , solange wir leben, der letzte ist nicht der bitterste.

Anna Mühlsteiger geb. Rainer Ruepn Nanne * 25.01.1924 † 02.11.2016

Wir sagen DANKE Die Mutter zu verlieren ist unsagbar schwer. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir mit ihr verbringen durften. Es ist tröstend zu erfahren, wie viel Liebe, Freundschaft und Wertschätzung ihr entgegengebracht wurde. Außerstande jedem persönlich zu danken, möchten wir auf diesem Wege ein herzliches Vergelt’s Gott sagen: für jeden Händedruck, für tröstende Worte, die vielen Blumen und Trauerkerzen sowie für die heiligen Messen und Spenden an die Kirche von Flains. Danke an alle, die unsere liebe Mutter auf ihrem letzten Weg begleitet haben, im Gebet ihrer gedenken und sie in lieber Erinnerung behalten. Die Trauerfamilie

5. Jahrestag

Otto Gasser „Hansner“

Wir gedenken Deiner ganz besonders am Montag, den 26. Dezember um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche von Stilfes.

Gina e Lino Ernandes

† 2008

† 1996

Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Vergelt’s Gott.

Vogliamo ricordarvi così. Il vostro sorriso è sempre nei nostri cuori. Con infinito amore i vostri amati figli Mauro, Melise, Patti

Vor fünf Jahren bist Du von uns gegangen, in unseren Herzen bist Du jedoch geblieben.

Deine Familie Erker 12 I 16

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ÄRZTEKALENDER

VERANSTALTUNGEN

APOTHEKEN 03.12. – 09.12.: Apotheke Wiesen Tel. 760353 10.12. – 16.12.: Apotheke Gilfenklamm Tel. 755024 17.12. – 23.12.: Apotheke Paracelsus Tel. 764940 24.12. – 30.12.: Stadtapotheke Tel. 765397 31.12. – 06.01.: Apotheke Wiesen Der wöchentliche Bereitschaftsdienst (samt Feiertagsdienst) beginnt jeweils am Freitag um 19.00 Uhr. Arzneimittelausgabestelle Gossensaß: Tel. 632364.

2. DEZEMBER Unterhaltung: Saisonstart im Skigebiet Ratschings-Jaufen. Kindertheater: „Oh, wie schön ist Panama“, Vereinigte Bühnen Bozen, Sterzing, Stadttheater, 16.00 Uhr.

PRAKTISCHE ÄRZTE 03.12.: Dr. Giuliana Bettini Tel. 320 6068817 04.12.: Dr. Stefan Gögele Tel. 756786, 335 6072480 07.12.: Dr. Pietro Stefani Tel. 760628, 349 1624493 08.12.: Dr. Robert Hartung Tel. 764517, 333 5216003 10.12.: Dr. Markus Mair Tel. 329 2395205 11.12.: Dr. Alberto Bandierini Tel. 764144, 388 7619666 17.12.: Dr. Pietro Stefani 18.12.: Dr. Esther Niederwieser Tel. 756786, 335 6072480 24.12.: Dr. Franz Keim Tel. 335 6951031 25.12.: Dr. Wilhelm Seppi Tel. 764656, 764762 26.12.: Dr. Giuliana Bettini 31.12.: Dr. Stefan Gögele 01.01.: Dr. Robert Hartung Der jeweils diensthabende Arzt kann von 8.00 Uhr bis 8.00 Uhr des darauf folgenden Tages unter der angegebenen Telefonnummer erreicht werden und ist von 9.00 bis 11.00 Uhr und von 16.30 bis 17.00 Uhr in seinem Ambulatorium anwesend. Bis Mai 2017 ist samstags von 9.00 – 12.00 Uhr im Vorsorgedienst, Romstraße 5, Brixen, ein kinderärztlicher Betreuungsdienst für dringende Fälle tätig. WOCHENEND- UND FEIERTAGSNOTDIENST ZAHNÄRZTE dental clinic Dalla Torre, 12.00 – 16.00 Uhr, Tel. 335 7820187. TIERÄRZTE 03./04.12.: Dr. Heinrich Forer (Dr. Bruno Prota) 08.12.: Dr. Stefan Niederfriniger 10./11.12.: Dr. Stefan Niederfriniger (Dr. Bruno Prota) 17./18.12.: Dr. Bruno Prota (Dr. Heinrich Forer) 25.12.: Dr. Stefan Niederfriniger 26.12.: Dr. Heinrich Forer 01.01.: Dr. Heinrich Forer 06.01.: Dr. Bruno Prota 07./08.01.: Dr. Stefan Niederfriniger (Dr. Heinrich Forer) Der in Klammern angeführte Tierarzt versieht den Dienst Samstagvormittag in seiner jeweiligen Zone. Dr. Heinrich Forer, Tel. 764636, 347 7514146 Dr. Bruno Prota, Tel. 647454, 329 2179979 Dr. Stefan Niederfriniger, Tel. 388 8766666 KLEINTIER-NOTFALLDIENST: Tierklinik Thumburg, Tel. 335 7054058, 335 1206704, 335 259994 Sterzing, Frundsbergstraße 13, Tel. 766666, 388 8766666, 328 0514167

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2. UND 4. DEZEMBER Theater: „Guete Feiertige (Eine schöne Bescherung)“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, FR um 20.00 Uhr, SO um 18.00 Uhr. 2., 3., 4., 6., 7., 8., 9., 10., 11., 14., 16., 17., 18., 21., 23., 26. UND 28. DEZEMBER Unterhaltung: „Vergessene Weihnacht – Sterzls musikalische Reise durch die Vergangenheit“, Rathaus Sterzing, Innenhof, 17.30 Uhr. 3. DEZEMBER 2016 – 9. APRIL 2017 Ausstellung: „The Nature of Form: Properties of Imagination“, Festung Franzensfeste. 3./4. DEZEMBER Sport: Italienpokal Biathlon, Ridnaun/Maiern, Biathlonzentrum. 4. DEZEMBER Unterhaltung: Preisspitzen des ASV Wiesen, Wiesen, Fußballbar, 14.00 Uhr. Adventkonzert: Pfarrchor Gossensaß, Männerquartett Wipptal und Hausmusik Hofleitn, Gossensaß, Pfarrkirche, 19.00 Uhr.

5. DEZEMBER Unterhaltung: Nikolaus- und Krampusumzug, Sterzing, 18.00 Uhr. Unterhaltung: Nikolausumzug in Gossensaß, Romstraße, 18.00 Uhr. 7. – 11. DEZEMBER Sport: IBU-Cup Biathlon, Ridnaun/Maiern, Biathlonzentrum. 8. DEZEMBER Unterhaltung: 12. Ridnauna Preisspitzn, Ridnaun, Vereinshaus, 10.00 Uhr. 10. DEZEMBER Adventkonzert: „Mache dich auf und werde Licht“, Sterzing, Stadttheater, 19.30 Uhr. 11. DEZEMBER Kirchenkonzert: Jugendkapelle Sterzing, Sterzing, Kapuzinerkirche, 18.00 Uhr. 12. DEZEMBER Vortrag: „Migration in Südtirol – Die Flüchtlinge leben seit einem Jahr mit uns, wie geht es weiter?“, Wiesen, Bibliothek, 19.30 Uhr. 17. DEZEMBER Weihnachtskonzert: Joe Smith Band mit Pfarrchor Lüsen, Streichern und Solisten, Sterzing, Stadttheater, 20.30 Uhr. 18. DEZEMBER Adventkonzert: Kirchenchor Stilfes, Stilfes, Pfarrkirche, 19.00 Uhr.

Adventkonzert: MGV Sterzing und Jugendchor „Young Voices“, Sterzing, Pfarrkirche, 17.00 Uhr. 20. DEZEMBER Verschiedenes: Offener Mittagstisch für Senioren, Wiesen, Schloss Moos, Infos und Anmeldung: Tel. 0472 765179. 24. DEZEMBER Konzert: Turmsingen des MGV Sterzing und einer Bläsergruppe der Bürgerkapelle, Sterzing, Zwölferturm, 17.00 Uhr. Unterhaltung: Weihnachtsfeier für Alleinstehende, Sterzing, Haus „Maria Regina Pacis“, 18.00 Uhr. 28. DEZEMBER Weihnachtskonzert: 20 Jahre Frauenchor Ratschings, Innerratschings, Pfarrkirche, 20.00 Uhr. 29. DEZEMBER Konzert: Orchestra Sinfonica di Parma, Sterzing, Stadttheater, 21.00 Uhr. 31. DEZEMBER Verschiedenes: Kaminkehrer verteilen Glücksbringer, Sterzing, Fußgängerzone. Unterhaltung: Silvesterparty auf dem Stadtplatz mit DJ Luggi, ab 22.00 Uhr. Kirche: Besinnlicher Jahreswechsel in der St. Magdalenakirche, Treffpunkt: Ridnaun, Angerkapelle, 23.15 Uhr. 1. JÄNNER Unterhaltung: Neujahrsshow mit Feuerwerk, Talstation Ratschings-Jaufen, ab 14.00 Uhr. Unterhaltung: Fackelzug und Zaubershow, Gossensaß, Festplatz, ab 17.00 Uhr. 5. JÄNNER Neujahrskonzert: Salonorchester Südtirol und Sopranistin Stefanie Steger, Sterzing, Stadttheater, 20.30 Uhr.

> KURSE Ab 26. Dezember: Weihnachtsskikurs des ASV Gossensaß für An-


VERANSTALTUNGEN PR

ALS MITGLIED DES WEISSEN KREUZES DAZUGEHÖREN fänger/ Kinder, 10 Einheiten, Treffpunkt: Innerpflersch, Skilift St. Anton, 14.00 Uhr. Anmeldungen bei Alex unter Tel. 328 2352811.

> SPRECHSTUNDEN Verbraucherzentrale: Beratung jeden Montag, Sterzing, Neustadt 21, 9.30 – 12.30 Uhr. Sozialgenossenschaft Tagesmütter: Sprechstunden jeden 1. Montag im Monat, 15.00 – 17.00 Uhr, Sterzing, Margarethenhaus, Tel. 347 4601005. Anlaufstelle für Frauen in Gewaltsituationen und deren Kinder: Beratung in Sterzing: jeden ersten Donnerstagvormittag nach Terminvereinbarung unter der kostenlosen grünen Nummer 800601330. Gewalt im Alter: Hilfesuchende können sich an die kostenlose grüne Nummer 800 001 800 wenden. Selbsthilfegruppe Demenz für Angehörige und Pflegende: Jeden 2. Samstag im Monat, Tagespflegeheim im Bezirksaltenheim Wipptal, 15.00 – 17.00 Uhr, Tel. 333 5356170. Sprachencafè Sterzing: Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat. Deutsch, Italienisch, Englisch: 9.00 – 10.30 Uhr, Bar des Hotels „Sterzinger Moos“. Kontakt: Christine Zwischenbrugger Haller, Tel. 339 8698659. Anlaufstelle für Pflege- und Betreuungsangebote Wipptal:

WEIHNACHTEN DER BLUTSPENDER Alle Blutspender von „AVIS – Wipptal“ sind zur diesjährigen Weihnachtsfeier herzlichst eingeladen. Die Feier findet am Freitag, den 16. Dezember mit Beginn um 19.00 Uhr im Haus der Dorfgemeinschaft in Wiesen/Pfitsch statt.

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag 9.30 – 11.30 Uhr, Donnerstag 14.00 – 16.00 Uhr, Sozial- und Gesundheitssprengel Wipptal, St. Jakobweg 8, Sterzing, Kontakt: Tel. 0472 726060.

> VEREINE & VERBÄNDE AVS Sterzing 11. Dezember: LVS-Übungen. ElKi 23. Dezember: Weihnachtsgeschichten mit Dekan Josef Knapp, 16.00 Uhr. Weitere Veranstaltungen auf www.elki.bz.it; Infos: Tel. 0472 768067; E-Mail: sterzing@elki. bz.it. Kolpingfamilie Jeden Mittwoch: Seniorentreff, Kolpingstube, ab 14.30 Uhr.

Dazugehören, das ist das Motto der Mitgliederaktion 2017 des Weißen Kreuzes. Denn mit dem Mitgliedsbeitrag sichert sich jedes Mitglied nicht nur Vorteile bei In- und Auslandsaufenthalten, sondern unterstützt auch tatkräftig die inzwischen mehr als 3.000 Freiwilligen des Landesrettungsvereins. Das Weiße Kreuz bietet seinen Jahresmitgliedern auch heuer wieder etwas Neues an: die Rückholung eines in Not Geratenen auch aus Italien. Damit wird jedes Mitglied WELTWEIT und WELTWEIT PLUS sicher und professionell aus allen Gegenden der Welt heimgeholt. Auf WELTWEIT PLUS-Mitglieder warten zusätzliche Vorteile wie etwa die Rückholung bei medizinischer Notwendigkeit schon nach dem ersten Tag (14 Tage für WELTWEIT-Mitglieder) oder nach drei Tagen auf persönlichen Wunsch u.a.m. Näheres zu den drei verschiedenen Jahresmitgliedschaften erfährt man unter http://mitglieder.wk-cb.bz.it/de/ oder 0471 444 310. Man kann den Jahresbeitrag in jeder Bank, auf dem Postamt, über Internet oder direkt in den Sektionssitzen des Weißen Kreuzes einzahlen.

Filmclub 2. Dezember: Senioren-Kino: Honig im Kopf, DE 2014, 16.00 Uhr. 2. Dezember: Die Welt der Wunderlichs, DE/CH 2016. 9. Dezember: Alp-Con Cinema Tour 2016 – Snow, USA 2016. 16. Dezember: Ich, Daniel Blake, GB/FR 2016. Beginn jeweils um 20.00 Uhr, Sterzing, Stadttheater.

> MÄRKTE 5. und 20. Dezember: Krämermarkt, Brenner. 19. Dezember: Monatsmarkt, Sterzing. Bis 6. Jänner: Weihnachtsmarkt, Sterzing, Stadtplatz. 3., 4., 8., 9., 10. und 11. Dezember: Stubenadvent in Gossensaß, Festplatz.

BITTE BEACHTEN SIE DEN NÄCHSTEN REDAKTIONSSCHLUSS AM 15.12.2016 Erker 12 I 16

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Lebenslauf an info@garageeuropa.it oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0472 765587. Putzfrau für Kondominium gesucht, 1 x wöchentlich. Tel. 339 1586762. Suche ab Anfang Februar für 2 Wochenenden pro Monat (Freitagabend bis Sonntagabend) eine Pflegefrau für Seniorin in Sterzing. Übernachtungsmöglichkeit vorhanden. Tel. 335 7728460. Saalbedienung für Hausgäste, ev. auch in Teilzeit, zur Verstärkung unseres Teams gesucht. Hotel Haller Mareit. Familie Haller freut sich auf Ihren Anruf unter Tel. 0472 758249 oder 348 4740898. Putzfrau für Geschäft gesucht, Montag bis Samstag abends für zwei Stunden. Tel. 339 1586762. Hotel Sterzinger Moos sucht ab Anfang/Mitte Jänner Zimmermädchen in Vollzeit und Abspü-


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ler auf Abruf für abends.Tel. 0472 765542. Wir suchen Büglerin, 3 – 4 x pro Woche (mit Maschine), vormittags oder nachmittags. Hotel Post, Trens. Tel. 0472 647124 oder info@post-trens.it. EDV Pattis, Sterzing, sucht zur Verstärkung seines Teams Buchhalter/in in Jahresstelle zu sofortigem Eintritt. Schriftliche Bewerbungen an info@pattis.eu, www. pattis.eu. Suchen einheimische Zugehfrau 1 – 2 x wöchentlich halbtags. Zuschriften an die Erker-Redaktion, Neustadt 20A, Sterzing oder per E-Mail an erna@dererker.it. Kennwort: Zugehfrau. STELLENGESUCHE Einheimische, erfahrene Sekretärin sucht Halbtagsjob im Büro. Tel. 338 9989961.

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IMPRESSUM Der Erker erscheint monatlich in einer Auflage von über 7.000 Exemplaren. Eintragung am Landesgericht Bozen am 20.09.1989, Nr. 22/89 R.St. Bürozeiten: 8.30 - 12.00 Uhr I 14.30 - 18.00 Uhr Freitag Nachmittag geschlossen Eigentümer und Herausgeber: WippMedia GmbH Redaktionsanschrift: Neustadt 20 A, 39049 Sterzing Tel. 0472 766876 I Fax 0472 760394 info@dererker.it Presserechtlich verantwortlich: Renate Breitenberger (rb) Chefredakteur: Ludwig Grasl (lg) ludwig.grasl@dererker.it Redaktion & Lektorat: Barbara Felizetti Sorg (bar) barbara.felizetti@dererker.it Susanne Strickner Mairösl (sst) susanne.strickner@dererker.it Astrid Tötsch (at) astrid.toetsch@dererker.it Sportredaktion: Barbara Felizetti Sorg (bar) sport@dererker.it Redaktion italienischer Teil: Chiara Martorelli (cm) chiara@dererker.it Alberto Perini (ap) Sekretariat & Werbung: Erna Eisendle erna@dererker.it Grafik & Layout: Alexandra Martin grafik@dererker.it Mitarbeiter dieser Nummer: Günther Ennemoser (rr), Magdalena Gschnitzer, Christine Haller-Martin, Harald Kofler, Rudolf Pichler, Karl-Heinz Sparber, Stefan Troyer, Carlo Bruccoleri, Roberto Dinale. Druck: Tezzele by Esperia, Bozen Titelfoto: Martin Schaller Preise: Einzelnummer 0,75 Euro; Jahresschutzgebühr Wipptal 5 Euro; Jahresabo Inland 35 Euro; Jahresabo Ausland 55 Euro. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitung veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in Formatanzeigen, sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtes beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Für den Inhalt von Anzeigen gewerblicher Art zeichnet die Redaktion nicht verantwortlich. Eingesandte Bilder und Texte verbleiben im Eigentum der Redaktion. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Nachdruck sowie Vervielfältigung jeder Art ausschließlich mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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AUS DEN WIPPTALER GEMEINDEN > Geburten Freienfeld: Annalena Saxl (27.10.2016, Brixen). Pfitsch: Edith Bertagnolli (11.10.2016, Sterzing). Samuel Profanter (22.10.2016, Sterzing). Evi Hochrainer (24.10.2016, Sterzing). Sarah Tötsch (28.10.2016, Brixen). Ratschings: Maja Grandi (09.10.2016, Bozen). Jonas Oberprantacher (15.10.2016, Sterzing). Klara Gschliesser (31.10.2016, Brixen). Sterzing: Josephine Holzer (04.10.2016, Sterzing). Giulia und Noemi Romano (04.10.2016, Sterzing). Jonas Thaler (05.10.2016, Sterzing). Lenard Wurzer (10.10.2016, Meran). Christopher Debernardis (14.10.2016, Sterzing). Celin Irsara (17.10.2016, Brixen). Anam Khursheed (18.10.2016, Sterzing). Lorita Jakaj (20.10.2016, Sterzing). Aaron Venturini (28.10.2016, Sterzing). > Todesfälle Brenner: Paulina Pflug, 86 (27.10.2016, Sterzing). Freienfeld: Anna Sorg, 90 (12.10.2016, Freienfeld). Pfitsch: Rosa Salcher, 77 (05.10.2016, Sterzing). Johanna Hofer, 91 (11.10.2016, Sterzing). Peter Vigl, 44 (22.10.2016, Pfitsch). Thomas Lun, 40 (22.10.2016, Pfitsch). Ulrich Seebacher, 40 (22.10.2016, Pfitsch). Andreas Zöggeler, 41 (22.10.2016, Pfitsch). Barbara Rabanser, 81 (26.10.2016, Pfitsch). Ratschings: Johanna Schölzhorn, 86 (09.10.2016, Ratschings). Sterzing: Giuseppina Casazza, 83 (10.10.2016, Sterzing). Agnes Auer, 72 (11.10.2016, Sterzing). Bice Flaim, 92 (13.10.2016, Sterzing). Albert Siller, 77 (22.10.2016, Pfitsch). Angelo Mani, 93 (26.10.2016, Sterzing). > Eheschließungen Brenner: Katarzyna Beata Ryczaj und Valentin Plank (15.10.2016, Rattenberg). Pfitsch: Katharina Loew und Egon Unterleitner (08.10.2016, Pfitsch). Ratschings: Stephanie Bacher und Michael Hofer (01.10.2016, Ratschings). Christine Harrasser und Werner Pittracher (01.10.2016, Ridnaun). Sterzing: Veronika Salzburger und Carsten Potratz (01.10.2016, Sterzing). Liridona Qufiqaj und Dardan Rexhepi (08.10.2016, Sterzing). Julia Tatz und Mirko Mauloni (14.10.2016, Sterzing).

> Baukonzessionen Brenner: Kathrin Freund, Pflersch 98: Errichtung einer Mistlege und Jauchegrube, Gp.858/1, K.G. Pflersch. Maximilian Wieser, Pflersch: Erweiterung des Wirtschaftsgebäudes, Bp.485, Gp.274, K.G. Pflersch. Hildegard Wierer KG: Qualitative Erweiterung der Enzianhütte Zirog, Bp.191, Gp.358, K.G. Brenner. Josef Mair, Gossensaß: Errichtung einer Außenstiege mit Balkon und eines Gartenhauses, Bp.119/1, K.G. Gossensaß. Georg Keim, Gossensaß, Gänsbichl: Abbruch und Wiederaufbau einer Garage und Errichtung einer Holzlege, Bp.105, Gp.398/3 und 398, KG. Gossensaß. Franzensfeste: Vincenzo Folino, Brennerstr.8: Teilabriss und Wiederaufbau der Wohnung, Bp.38/2, K.G. Mittewald. Anna Accardo, Silvana Biasin, Marcello Budace, Elvira Cagalli, Dino und Lidia Campana, Condominio Riol, Romana De Bettin, Liliana De Lorenzo Noto, Palmira De Togni, Carmen Destefani, Enzo Franceschini, Marco Fusa, Barbara Gamper, Paolo Guerriero, Maria Haller, Hildegard Hofer, Franz und Peter March, Catalina Mesa Brey, Luigi Mirandola, Andreas Oberhuber, Anna Maria, Nadia und Roberto Piani, Alfredo Ravazzolo, Angiolina Rigoni, Marina und Rita Rospant, Carla und Franca Rossignoli, Rosanna Scanferla, Giovanni Soldà, Tome Spaqi, Elisa Strazieri, Marina Summerer, Renato Valentinotti, Lino Vezzaro: Bau von 33 Garagen und Gestaltung des Hofraumes, Bp.25 und 26, Gp.11/2, 12/1 und 136/8, K.G. Neustift. Freienfeld: Klaus Pfattner, Katrin Ralser und Urban Holzer: Bau von 2 Wohneinheiten, Wohnbauzone C3 Lahn, Gp.95/41, K.G. Trens. Steffi Rainer, Martina Seppi, Trens, Obkirchweg 12: Sanierung der Wohnungen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss, Bp.295, K.G. Trens. Mader Bau & Immobilien GmbH: Errichtung eines Mehrfamilienhauses, Bp.99/4, K.G. Trens. Josef Hochrainer: Abbruch und Wiederaufbau des Stadels auf Bp.399, Gp.518/1, K.G. Trens. Alfred Sparber: Errichtung eines Zuganges zum Heizraum, Bp.71, K.G. Stilfes. Andreas Wild: Errichtung einer Garage, und eines Naturteichs mit Gerätehütte, Bp.319, Gp.844 und 849/1, K.G. Mauls. Pfitsch: Kathrin Tratter, Verena Tratter, Wiesen, Hintere Gasse 165: Abbruch von Wirtschaftskubatur auf der Bp.4 und Errichtung eines Wohnge-

bäudes auf der Gp.6/1, K.G. Wiesen. Josef Holzer, Wiesen, Hintere Gasse 152: Errichtung eines Zufahrtsweges, Gp.874, K.G. Wiesen. Herbert Aukenthaler, Maibad 6: Errichtung einer Dependance mit Dienstwohnung, Gp.571, K.G. Wiesen. Ratschings: Werner Hochrainer, Ridnaun, Dorf 11A: Sanierung der Wohnung im Ober- und Dachgeschoss und Errichtung eines Wintergartens, Bp.249, Gp.1740/3, K.G. Ridnaun. Heinrich Fassnauer, Stefan Fassnauer, Maria Hochrainer, Carmen Polig, Ridnaun, Dorf 4: Sanierung und Errichtung einer 2. Wohneinheit, Bp.368, K.G. Ridnaun. Andrea Hellweger, Patrick Rainer-Wieser, Jaufental, Mittertal: Errichtung eines Einfamilienhauses, Gp.1134/24, K.G. Jaufental. Evi Markart, Jaufental, Mittertal: Errichtung eines Anbaues und einer Zugangstreppe, Bp.510, Gp.1134/33, K.G. Jaufental. Jaufentalerhof KG, Jaufental, Mittertal 53: Qualitative Erweiterung des Hotels, Bp.311, K.G. Jaufental. Manfred Penz, Telferweg 16: Errichtung einer Dachgaube, Bp.85, K.G. Telfes. Evelyn Haller, Matthias Haller, Mareit, St. Johannes: Errichtung eines Biomasse-Heizwerkes, Gp.1222/2, K.G. Mareit. Biogas Wipptal GmbH, Gasteig: Errichtung einer Sammelstelle für Gärreste, Gp.104/1, K.G. Jaufental. Biogas Wipptal GmbH, Ridnaun, Obere Gasse: Errichtung einer Sammelstelle für Gärreste, Gp.1852/1, K.G. Ridnaun. Kurt Rainer, Silvia Wild, Stange: Errichtung eines Reihenhauses, Gp.103/19, K.G. Ratschings. Sterzing: Elena Baldessari, Gartenweg 2: Errichtung einer Zwischendecke aus Holz, Bp.556, K.G. Sterzing. Florian und Thomas Prieth, Johanna Tötsch, Steckholz: Lw. Verbesserungsmaßnahmen, versch. Gp., K.G. Tschöfs. Kondominium Mozart, Kitzbühlerstraße: Errichtung von Kaminen, eines Dachausstieges und von Entlüftungen, Bp.698, K.G. Sterzing. Eleonora und Sebastiano Sailer, Bahnhofstr.3: Sanierung, interne Umbauarbeiten und Teilung der Wohneinheit, Bp.755, K.G. Sterzing. Andreas Wild, Thuinerweg 1: Änderung der Zweckbestimmung von Geschäft in Wohnung mit Errichtung von 2 Wohneinheiten, Bp.681, K.G. Sterzing. Oswald Klotz, Steckholz: Errichtung mehrerer Feldwege, Gp.243 und 291, K.G. Tschöfs. > Funde und Verluste siehe www.fundinfo.it


1916

Vor hundert Jahren ... Zusammengestellt von Karl-Heinz Sparber

01.12.1916 (Ein Diebstahl von besonderer Ge-

13.12.1916 (Drei Tage fleischlos). Seit 14 Tagen

meinheit). Aus Stilfes am Eisack wird uns gemeldet: In der Nacht auf den 25. November wurden beim Bahnwächter Pichler bei den Auenhöfen unterhalb Mauls das einzige Schwein und über 20 Kaninchen gestohlen. Es zeigt schon von ganz besonders niedriger Gesinnung, einen armen Bahnwächter zu bestehlen und ihn in die größte Not zu bringen. Stärker denn je ist gerade in einem solchen Fall der Wunsch, daß es gelingen möge, den diebischen Schurken zu erwischen und ihn der verdienten Bestrafung zuzuführen.

war in Innsbruck nur mehr ein fleischloser Tag in der Woche, der Freitag, der ohnehin von vielen Familien seit jeher als Fasttag, d. h. als fleischloser Tag gehalten wurde. Jetzt ist es wieder aus mit den herrlichen Tagen der Kalbshaxen und Nierenbratln. Das Angebot an Kalbfleisch war so groß, daß sich die Behörde veranlaßt sah, zwei von den „fleischlosen“, Montag und Mittwoch noch für den Fleischgenuß freizugeben. Da sich aber inzwischen die Verhältnisse wieder geändert haben, gelten von nun ab wieder die kriegszeitlichen Bestimmungen der drei fleischlosen Tage in der Woche. Vielen war es willkommen, durch Fleischgenuß etwas an Mehl zu sparen, und zudem war das Kalbfleisch im Preise ganz ungewohnt mäßig. Nun ist‘s wieder anders geworden. — Aus Sterzing wird hiezu geschrieben: Die Kontrolle an fleischlosen Tagen hatte schon mehrmals Fälle von Nichtbeachtung der Vorschriften zur Einhaltung der fleischlosen Tage aufgedeckt. Bei uns findet man aber allgemein jetzt drei fleischlose Tage als unzweckmäßig. Angesichts der Notwendigkeit, mit dem Mehl zu sparen, könnte jetzt leicht das sozusagen überschüssige Fleisch, welches die Kälber und das Kleinvieh derzeit bieten, behufs Ersparung von Mehl in Verwendung kommen. Fast überall in Tirol beginnen vor Weihnachten die sogenannten Hausschlachtungen; jeder größere Bauer oder Besitzer schlachtet eines oder auch mehrere Schweine, selbst Rinder, und stellt so den Hausbedarf an Speck sicher. Das Eingeweide und die Innereien müssen sofort verwendet werden, wenn sie nicht verderben sollen. (Innsbrucker Nachrichten)

(Der Tiroler)

03.12.1916 (Fortgesetzte Diebereien). Aus Sterzing wird uns berichtet: Ein Langfinger macht wieder die hiesige Gegend unsicher. Die vorige Woche geschah beim Bauer Josef Strickner in Unterackern ein Kellereinbruch. Gestohlen wurden Lebensmittel. Der Täter brach durch Ausbiegen einer Fensterstange und Eindrücken der Fensterscheibe in den ebenerdigen Keller ein. In der Nacht zum 20. auf 21. November geschah ein ganz gleicher Einbruchsdiebstahl in den Keller des Besitzers Ferdinand Keim in Schönau. - Hier hatte der gemütliche Einbrecher sogar die ausgelöste Fensterscheibe wieder eingerichtet und den Besitzer mit seinen Vorräten an Eier, Butter und Speck blank gemacht. Der Schaden wurde auf 34 Kronen bewertet. (Der Tiroler)

07.12.1916 (Großgasthofbesitzer Ludwig Gröbner gestorben). Gossensaß, 5. Dezember. Heute ist Herr Ludwig Gröbner, der Besitzer des Großhotels und der Brauerei Gröbner im Alter von 64 Jahren verschieden. Ludwig Gröbner und sein früher verstorbener Bruder, der Bürgermeister August Gröbner, können mit vollem Recht als die Schöpfer des weit über die Grenzen des Reiches bekannten Kurortes Gossensaß genannt werden. In selbstloser, nie rastender Tätigkeit wurde aus dem früher unbekannten Dorfe an der Brennerstraße der später jährlich von tausenden Kurgästen besuchte Fremdenort geschaffen. Der Gediegenheit seines Charakters, die der freundlichen Zuvorkommenheit, verdankte er so viele Freunde, die auch Freunde des Ortes wurden, und so entstand jener Kreis, berühmter Männer aus Künstler- und Literatenkreisen, die alljährlich nach Gossensaß kamen und alljährlich wurden sie von Gröbner mit einem neuen Höhenweg, einer schattigen Promenade oder einem trauten Waldruheplätzchen überrascht. So wuchs sein Haus und mit ihm der Ort; deshalb sei ihm Dank und ein stetes, gutes Andenken bewahrt.

(Innsbrucker Nachrichten)

18.12.1916 (Lawinenstürze). Man schreibt uns aus Tirol: Die Schneefälle der letzten Tage brachten mannigfaches Unheil, weil der feuchte Schnee nur allzu leicht und sehr bald auf den steilen Berghängen ins Gleiten geriet. Lawinenstürze waren die unmittelbaren Folgen, und Lawinen bringen stets Unheil. Hierüber bringen mehrere Tiroler Blätter folgende zensurierte Meldungen: Aus Sterzing wird gemeldet, daß der Postablageführer Johann Schölzhorn auf einem Dienstgange zwischen Ratschinges und Stange unter eine Lawine geriet. Er wurde zwar bald nach dem Unglück ausgegraben, Wiederbelebungsversuche hatten aber leider keinen Erfolg mehr. - In der Umgebung von Sterzing sind drei Gebäude unter dem Drucke des schweren Schnees eingestürzt. (Linzer Tages-Post) 19.12.1916 (Todeserklärung). Sterzing, 13. Dezember. Auf Ansuchen der Kreszenz Thiesen, ge-

borene Ostermann, wurde vom Gerichte die Einleitung des Verfahrens zur Todeserklärung des Emil Ostermann, geboren am 23. Dezember 1895 in Mareit, bewilligt. Dieser ist am 9. Juli 1911 in den Jaufenthaler-Bach gestürzt und konnte nicht geborgen werden. (Innsbrucker Nachrichten)

21.12.1916 (Weitere Lawinenunglücke). Aus Sterzing wird uns berichtet: Der Neuschnee erreichte eine seit Menschengedenken hier nicht dagewesene Höhe. Es war vorauszusehen, daß es ohne Schaden nicht abgehen würde, besonders weil am 13. des Monats plötzlich Regen einfiel. Die übergroße Schneelast drückte hier die Futterhäuser des Josef Keim, Rößlwirt, und des Alois Linter in der Ralsergasse ein; beim Gringgerjaggl Jakob Mayrhofen, Kleinhäusler in Jaufental, stieß eine Schneelawine vom Wohnhäuschen den Dachstuhl hinunter, wobei eine Kuh von der Lawine erdrückt wurde. Die Inwohner des Häuschens, 2 Geschwister, blieben unverletzt. Beim sogenannten Karner Leopold, Überegger in Stilfes, drückte der Schnee das Futterhausdach ein. Der Postbote von Ratschings Johann Schölzhorn geriet am Heimwege hinter dem Jaufensteg in eine Schneelawine; dessen Leiche konnte erst am nächsten Tage geborgen werden. Er war Besitzer des Bodenergütels in Innerratschings, 50 Jahre alt, und hinterläßt seine Ehegattin mit 5 Kindern. (Der Tiroler)

24.12.1916 (Einbruchsdiebstahl). In der Nacht vom 9. auf 10. Dezember ist in der Gegend der Auenhöhe gegenüber von Mauls wieder ein Einbruchsdiebstahl verübt worden und zwar diesmal beim Hanserbauer in Pfulters. Zwei Individuen verschafften sich durch ein Fenster Eingang in den Kellerraum und taten sich bei Wein, Speck und anderen Eßwaren gütlich. Dann gings unter Mitnahme besonders begehrenswerter Sachen wieder von dannen. Aber eine Tochter des Hauses wurde auf die Diebe aufmerksam und verständigte die Hausleute. Ein Bursche nahm sofort eine Büchse, eilte den Flüchtigen nach und feuerte ihnen, da sie auf seinen Ruf nicht anhielten, einen Schuß nach. Es ist nicht ausgeschlossen, ob es einen ein wenig erwischt hat. Tatsache ist, daß einige Speckseiten auf dem Wege zurückgelassen wurden. 60 Liter Wein sind ausgeronnen. Es handelt sich hier augenscheinlich um die gleichen Einbrecher, die dem Bahnwächter Pichler das Schwein und die Hasen gestohlen haben. Werden diese Marder bald gefangen werden? Ihr Aufenthaltsort wäre nicht schwer zu erraten. (Der Tiroler) Erker 12 I 16

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Erker 12 2016  
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