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NR. 9 September 2013

September 2013

www.das-ideale-heim.ch CHF 9.50

OFFENE RÄUME: In Vevey, Kreuzlingen, Winterthur und Lettland

SWISS DESIGN AWARDS Wir präsentieren die vom Bundesamt für Kultur ausgezeichneten Kreativen

NAPA VALLEY Hier gibt es nicht nur gute Weine, sondern auch interessante Architektur

SPEZIA

L BAD

nd u s s e n l l e W it mit e h d n u s e G reint e v n g i s e D

NAPA VALLEY: Wein und Architektur SWISS DESIGN AWARDS: Die Ausgezeichneten SPEZIAL: Bad IH_09_13_AA_Titel.indd 1

OFFENE RÄUME

LUFTIG LICHTE WOHNOBJEKTE IN VEVEY, KREUZLINGEN, WINTERTHUR UND LETTLAND

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Erweitern Sie Ihren Wohnraum. Die rahmenlosen Schiebefenster von Sky-Frame gehen schwellenlos in ihre Umgebung über. So lässt sich nur schwer sagen, wo die Aussicht anfängt und der Innenraum aufhört. www.sky-frame.ch

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E D I T O R I A L

Foto: Fotognom, Kloten; www.fotognom.ch

Flexibilität bewahren Nun gut, wenn Sie dieses Editorial-Foto gesehen haben, dann verrate ich Ihnen kein Geheimnis mehr. Ich bin schwanger, und wenn Sie diese Zeilen lesen, dann hat – so denn alles gut geht – unser zweiter Sohn bereits das Licht der Welt erblickt. Unser Leben wird umgekrempelt werden, und so wie die Körper der Mütter für das Entstehen neuen Lebens flexibel sein müssen, so müssen auch unsere Wohnungen und Häuser auf verschiedene Situationen und Bedürfnisse, die sich im Laufe der Zeit ändern, anpassbar sein. Das grösste Mass an Flexibilität erreicht man mit offenen, nutzungsneutralen Räumen, die beliebig eingeteilt und gebraucht werden können. Nebst alten, umgenutzten Industrie- und Gewerbebauten (drei Reportagen ab Seite 44) kann dies auch im Neubau geschehen, wie das Objekt von Dominic Schmid in Kreuzlingen zeigt (Report ab Seite 60). Auch die Metron Architekten haben sich schon seit Beginn ihrer Geschichte mit offenen Konstruktionssystemen und ihrer Flexibilität beschäftigt. Alexander Henz, Mitbegründer der Metron, hat diese Philosophie auch über Jahre als Professor an der ETH vertreten. Wir zeigen Ihnen seine Wohnung in der Hangsiedlung in Auenstein, über die bereits 1974 in der Zeitschrift Das Ideale Heim berichtet wurde (ab Seite 120). Offene, weltweite Räume erobern wir ausserdem mit unserer neu aufgeschalteten Website www.das-ideale-heim.ch. Wie ein neu geborenes Baby wird sich diese stetig weiterentwickeln und wachsen. Bewegte Bilder, Porträtserien, Archivaufbereitungen, Trouvaillen, Agenda wie auch ein Überblick über die wichtigsten Anbieter und Firmen im Wohn- und Architekturbereich werden darauf Platz finden. www.das-ideale-heim.ch soll eine lebendige, spannende Sache werden. Schauen Sie doch immer wieder mal rein, und lassen Sie sich überraschen! Zum Start der neuen Website wartet ein Online-Gewinnspiel auf Sie, mehr dazu auf Seite 128. Ich persönlich verabschiede mich mit diesem Editorial bis Ende Jahr in den Mutterschaftsurlaub. Meine Stellvertreterin Susanna Koeberle wird mit dem ganzen Team dafür sorgen, dass Sie weiterhin Monat für Monat über die aktuellsten Trends in den Bereichen Architektur, Design und Wohnkultur informiert sind – im Print wie auch im Online-Netz! Gute Lektüre wünscht

DIE BADARCHITEKTEN

ANITA SIMEON LUTZ Chefredakteurin anita.simeon@archithema.ch

Das Ideale Heim im September 2013 — Editorial

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VON DER INSPIRATION ZUR IDEE. VON DER PLANUNG ZUR VOLLENDUNG.

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I N H A LT September 2013

Auslese NEWS ’n’ FACTS

Seite 18 Vevey ENTHÜLLUNG

Seite 44 Lettland LANDGANG

Seite 68

17 Mein Ideales Heim –— Textilspezialist Martin Leuthold über Inspiration und Erholung zu Hause.

44 Vevey –— Die Verwandlung einer ehemalige Zigarrenfabrik zu einem Wohnort mit Authentizität.

18 Auslese –— Kurz-Infos aus der Architektur-, Design- und Kunstwelt.

52 Winterthur –— Von alten Metallfenstern, Speziallösungen und dem zweiten Frühling eines Fabrikgebäudes aus Backstein.

28 Design Miami –— Basels neue Messehalle wird zum munteren Designcampus. 30 Design –— Das Bundesamt für Kultur verleiht den Designpreis 2013.

Loftleben Die ehemalige Zigarrenfabrik in Vevey bietet heute offenen Raum für viele Bedürfnisse. (Titel: Lionel Henriod)

32 Kunst –— Buchneuerscheinung «Kunst und Architektur im Dialog». Im Interview: Roderick Hönig. 34 Architektur –— Heimatschutz in der Villa Patumbah. 36 Reisen –— Relaxen, Staunen, Schlemmen im kalifornischen Weintal. 38 Bücher –— Lesetipps von Wundern aus Holz bis zu Urlaubsrezepten. 42 Let’s Play –— Klötzchenspiel mit Trix und Robert Haussmann.

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58 Raumteiler –— Erleuchtend, repräsentativ oder praktisch – Raumteiler sind Schmuckstücke für die Wohnung. 60 Kreuzlingen –— Die offenen Raumfolgen eines Neubaus machen den Weg zum Ziel. 68 Lettland –— Neue Fassade ohne Gesichtsverlust: Vom Umbau eines Industriebaus aus der Sowjetära.

Wohnen 94 Napa Valley –— Wie aus dem Plan von einem Poolhaus ein geräumiger Rückzugsort wurde, der heute «das moderne Haus» genannt wird.

Fotos: Ansis Starks (1), Lionel Henriod (1)

Entree

Fokus Offene Räume

Das Ideale Heim im September 2013 — Inhalt

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Jede Prinzessin braucht einen Thron.

Die Komplettbäder von ProCasa sind so vielseitig wie Ihre Bedürfnisse und überzeugen durch sorgfältig aufeinander abgestimmte sowie qualitativ hochstehende Elemente. So erhalten Sie ein komplettes Bad aus einer einzigen Hand bequem, schnell und zu einem unschlagbaren Preis. Für heute, morgen und übermorgen.

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Nappa Valley HERAUSRAGEND

Seite 94 Bad AUSSICHTSREICH

Seite 84 Garten STILBLÜTEN

Seite 112 Spezial Bad

104 Visite –— Lombardische Wertschöpfung beim erfolgreichen Möbelhersteller B&B Italia.

76 Erfrischungszentrale –— Hersteller beweisen, wie Wellness- und Gesundheitsaspekte mit Design vereinbar sind.

106 Küche –— Küchen nach Mass, für Genuss. Neues für den Weinkenner.

84 Herausragend –— Baddesign von Love Architecture.

110 Automation –— Neue Technik und smarte Schaltzentralen helfen beim Energiesparen.

86 Badtechnik –— Die neuen Armaturen können stilbetonend sein oder verborgen.

112 Garten –— Der Dekorateur und Designer Erik Gutter und sein Cottagegarten.

Standards 3 13 14 128 130 141 146

Editorial Impressum Köpfe Online Vorschau Prämien Wettbewerb Vorschau Oktober

Serviceguide 132 Profis 135 Service: Neues auf einen Blick 138 Die Experten 142 Designhotels 144 Adressen

118 Gartenprodukte –— Neue Accessoires für den Outdoorbereich. 120 Das Ideale Heim 1973 –— Die Hangsiedlung im argauischen Auenstein als Paradebeispiel für flexible Wohnbauten.

Helvetia

Titelthemen sind farbig markiert

DESIGNIKONEN

Seite 124

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Fotos: Sabrina Rothe (1), David Duncan Livingston (1), Jasmin Schuller (1)

Rundgang

Das Ideale Heim im September 2013 — Inhalt

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AUSLESE MANOR GOES DESIGN

«La Vague» von Mizko Design Design für das kleine Budget Die Warenhauskette Manor lanciert unter dem Label «Manor Design» eine Designkollektion. Dafür wurden junge Designer wie Florian Hauswirth oder Mizko Design angefragt, formschöne und einfache Produkte zu entwerfen, die ein breiteres Publikum ansprechen sollen. Entstanden sind verschiedene Tableware-Produkte, die den Vergleich mit teuren Designerstücken durchaus nicht zu scheuen brauchen. Eines der Produkte, die Früchteschale «La Vague» von Mizko Design, hat bereits die ersten Früchte getragen. Sie wurde mit dem Red Dot Award: Product Design 2103 ausgezeichnet. SK Die Kollektion ist in den Warenhäusern Basel, Chavannes-de-Bogis, Emmen, Genf, Lausanne, Lugano, Vevey und Zürich erhältlich. www.manor.ch, www.mizkodesign.ch

Interdisziplinär: Die beiden Mitbegründer der Designagentur Mizko Design Sarah Hügin und Benedikt Löwenstein.

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Neue Ikone

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Engagement Zwischen einer Idee und dem Markt ist es ein weiter Weg. Die Designförderung der Migros, ermöglicht durch den Förderfonds Engagement der Migros-Gruppe, setzt hier an. Die Programme unterstützen junge und arrivierte Designer dabei, ihre Ideen einen Schritt weiter in Richtung Markt zu bringen. Zu den geförderten Projekten gehört die 3. Edition der Mode Suisse (Bild: Mode von Ikou Tschüss). www.engagement-migros.ch

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Artemide hat die wohl bekannteste Schreibtischleuchte aller Zeiten entwickelt: die «Tolemeo» von Michele De Lucchi. Mit Naoto Fukasawa beauftragte der italienische Lichtspezialist einen Designer, der bekannt ist für Präzision und Innovation. Entstanden ist «Demetra», eine Tischleuchte, die eine Neuinterpretation der bekannten Ikone wagt. www.artemide.ch

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Speisen in zeitlosem Ambiente

Der Kreuzzargenstuhl von Max Bill, 1952 entworfen und seit 1999 von wb neu aufgelegt, macht sich auch im Objektbereich ganz gut. Das Restaurant Neuer Falken in Küsnacht, unweit von Max Bills ehemaligem Wohnort, wurde kürzlich renoviert und von wohnbedarf neu eingerichtet. Die 45 schwarzen Exemplare der Ikone des Schweizer Designs bringen eine spezielle Note in das zeitlose Interieur. www.wbform.ch

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AUSLESE Kernfragen: Lina Bo Bardi verfolgte die Vision einer Architektur der sozialen Verantwortung. (Bild: Fábrica Pompeia in São Paulo)

S AM BASEL

Lina Bo Bardi «Together» Im Rahmen der neuen Ausstellungsreihe «Spatial Positions» gibt das S AM Basel Einblick in die Arbeit der italienisch-brasilianischen Architektin Lina Bo Bardi, die in Brasilien ein bemerkenswertes Erbe hinterlassen hat. Die Ausstellung «Together» – ins Leben gerufen von Madelon Vriesendorp, Tapio Snellman und Noemí Blager – konzentriert sich auf die «Benutzer» ihrer Bauten. Die Ausstellungsszenografie vom Londoner Kollektiv Assemble reflektiert Lina Bo Bardis Vision einer Architektur der sozialen Verantwortung. Gezeigt wird auch ein Möbelentwurf der Architektin: der 1951 entworfene «Bowl Chair», der von Arper in einer limitierten Auflage produziert wird. SK S AM Basel, Steinenberg 7, 4001 Basel, «Lina Bo Bardi: Together» 29. September bis 27. Oktober 2013, www.sam-basel.org

Wandelbar: Der «Bowl Chair» aus 1951 wird vom italienischen Hersteller Arper in einer limitierten Auflage produziert.

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Die Swiss Design Association (sda) hat eine neue Website! Der Verband vertritt die Interessen von Gestaltern aus allen Branchen und bietet seinen Mitgliedern berufsbezogene Dienstleistungen. Die sda ist kompetente Ansprechpartnerin in Fragen des Designs und vermittelt zwischen Design, Wirtschaft, Bildungswesen und Politik. www.swiss-design-association.ch

Wool Parade Um die einzigartigen Eigenschaften von Wolle zu veranschaulichen, engagierte das dänische Label für Designtextilien Kvadrat das Duo Doshi Levien. Das Ergebnis dieser Kollaboration – die Installation «Wool Parade» – macht vom 1. bis 15. September halt im Zürcher Showroom Weberstrasse. Inspiriert wurde das Werk von den Avantgarde-Partys der frühen Bauhaus-Periode. www.kvadrat.dk/thewoolparade

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Modern Antiques Bliss, der Zürcher Vintage-Laden mit Fokus auf die 50er- und 60er-Jahre, hat seit kurzem einen neuen Showroom am Zürcher Toblerplatz. Möbel verkaufen ist das eine, aber die Betreiber sind absolute Designprofis und kennen sich mit der bewegten Epoche aus wie selten jemand – vom Bodenbelag über die Tapete bis zur Reinigung von alten Schallplatten. Das Gebäude am Toblerplatz stammt ebenfalls aus den Endfünfzigern und ist mehr etwas fürs Kennerauge. www.bliss-shop.ch

Fotos: Instituto Bo Bardi (1), Filmstill Tapio Snellman (1)

Neu gestaltet

Das Ideale Heim im September 2013 — Auslese

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A.D. NATALIA CORBETTA / FOTOGRAFIA MARIO CIAMPI

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Enthüllung Der Umbau einer ehemaligen Zigarrenfabrik in Vevey durch SAS ARCHITECTURE hat den Charme und die Authentizität des Ortes bewahren können. Text: Patricia Lunghi, Fotos: Lionel Henriod, Produktion: Christiane Nill/mc2 Übersetzung+Redaktion: Susanna Koeberle

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Ausdrucksstark: Der Arbeitsraum mit dem grossen Tisch. Die freigelegte Kassetten-Betonstruktur bestimmt die Atmosph채re der R채ume.

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Zentrum: Die ehemalige Maschinenhalle bietet Platz zum Wohnen, bestenfalls mit der ganzen grossen Familie und vielen G채sten.

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Landgang Die Zufahrt ist eine Mole, das Haus eine Pumpstation und der Spa ein U-Boot. Willkommen auf der Osterinsel! Text: Antje Herrmann, Fotos: Ansis Starks (8), Ainars Meiers (1)

Haus am Meer: Die Seeseite des Hauses mit kleinem Hafen, ÂŤU-Boot-SpaÂť und Sicht bis zum Horizont.

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SPEZIAL BAD

Verborgen oder betonend

Die technischen Elemente im Bad machen sich entweder unsichtbar oder werden zu einem den Badstil unterstreichenden Element. Redaktion: Romy Gutiérrez

Geberit Die kompakte und geradlinige Form des neuen Dusch-WCs von Matteo Thun wurde bereits mit mehreren Designpreisen gewürdigt. Thuns Ziel war, dass man «Sela AquaClean» seine Komfortfunktionen nicht ansieht und es sich in Bäder unterschiedlicher Stilrichtungen einfügt. Für den Namen stand Sela Pate, die reine und erfrischende Quelle des Flusses Inn, der im Oberengadin entspringt. Ein einfacher Knopfdruck ist der Ursprung des Frischegefühls wie nach einer Dusche. Die Tasten zur Bedienung sind seitlich am Sitz angebracht und werden erst bei Anheben des Deckels sichtbar. Diese angenehme und gründliche Reinigung mit Wasser ist auch sanft zur Umwelt, bei maximaler Strahlstärke werden in der voreingestellten Duschzeit von 20 Sekunden lediglich 0,5 Liter Wasser abgegeben. www.geberit.ch

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Das Ideale Heim im September 2013 — Spezial Bad

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KWC Bei der Serie «KWC ONO touch light Pro» ist die elektronische Bedienung flexibel und losgelöst von der Armatur platzierbar. Das hier gezeigte Beispiel einer Dusche mit in die Wand integriertem Cheminée von Falper zeigt, wie gut die Stilsprachen der beiden kooperierenden Hersteller harmonieren. www.kwc.ch

Stone Group Steine jeglicher Couleur und Art sind die Zutaten, mit denen die Spezialisten der Stone Group, die Jahrzehnte an Erfahrung in sich vereinen, exklusive Masslösungen kreieren. Der Service reicht von Beratung, die, wenn gewünscht, professionelles FengShui beinhaltet, bis Architektur und Bauführung. Im Bild oben ist Carrara-Marmor als Bruchstein-Verblender und in polierter Form wohltemperiert kombiniert. www.stonegroup.ch

Fantini Franco Sargiani gestaltete eine Multifunktions-Duschsäule mit durch Ätzglas geschützten weissen und hellblauen LEDs im Brausekopf, die einen entspannenden oder anregenden Lichtregen produzieren kann. «Acquazurra» hat zwei einzelne in das Paneel eingebaute Druckschalter für die beiden verschiedenen LED-Farben. Die an der Mauerkante angebaute Wellness-Duschsäule reduziert den Raumbedarf im Duschraum auf ein Minimum. Auch Steuerhebel, Umlenker und Handdusche sind raumsparend in das ultradünne Paneel integriert. www.fantini.it

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KÜCHE

Ausdrucksstarke Kontraste: Die Deckenhaube von Novy, der Backofen von Miele und das Ceran-Kochfeld von Gaggenau nehmen die Schwarzkomponenten des Bilds auf.

Nach Mass und auf Genuss gestaltet Für einen Weinliebhaber schuf Christian Beer eine ganz auf dessen Leidenschaft ausgerichtete Küche und damit einen neuen Terminus: die Weinküche. Redaktion: Romy Gutiérrez

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Das Ideale Heim im September 2013 — Küche

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Fotos: Vincent Schmucker

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ie in den intimen und in modernem Design mit Reverenzen zur Historie gehaltenen Weindegustierräumen von Spitzenweingütern wollte sich der Bauherr in seiner Küche fühlen. Die Küchenspezialisten von Beer setzten den Wunsch des grossen Weinliebhabers mit viel Liebe zum Detail um. Die Küche vereint Aspekte des traditionellen Weinanbaus mit neuen Hightech-Materialien und feinster Verarbeitung. Mit dem Ziel, die geliebten Weine adäquat zu lagern auch punkto Design. Eine Kalksteinarbeitsplatte mit Mineralien in Schieferoptik bildet den filigranen Rahmen der Insel, die von einer massiven, 9 cm starken Eichenplatte bestimmt wird: einer originalen Baumkante aus dem fränkischen Klosterwald. Einer der mit Pushmatic ausgestatteten Schränke ist Gläsern und Dekanter sowie weiterem Weinzubehör vorbehalten und mit einer iPad-Halterung ausgestattet. Die einst konischen Bretter eines Rotweinbarriquefasses wurden behutsam mit höchster Handwerkskunst bearbeitet. Mit ausgereifter Technik sorgt der bündig integrierte Weinkühlschrank von Gaggenau dafür, dass die über viele Jahre entstandenen Weinwerke nicht beschädigt werden, bevor sie genossen werden können. Auf der anderen Seite des Küchenblockes wurde ein beleuchtetes Board für die besonderen, aber leider bereits geleerten Flaschen angebracht. Das ebenfalls massgefertigte Regal daneben ist mit exakten Lochbohrungen versehen, die weiteren Weinflaschen und den dazugehörigen Erinnerungen Platz bieten. Zwischen dem Hochschrankelement und dem Weinregal wurde mit einer knapp drei Meter langen Bank mit Echtlederpolsterung Platz für gemütliches Miteinander während des Kochens geschaffen. Die Wände sind aus massivem Fichtenholz, der Boden aus geschlämmtem Beton. Die genussvolle Wirkung dieser Weinküche wird durch die vielen indirekten Lichtquellen stimmungsvoll multipliziert. www.schreinerei-beer.de www.blanco.ch, www.blum.com www.gaggenau.ch, www.miele.ch www.novy-dunsthauben.de

Vernetzt: In die zwei Zentimeter dünne Schrankfront wurde eine iPadHalterung eingebaut.

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Schaukasten: Die Holzstäbe des Weinkühlschranks von Gaggenau sind so fein poliert, dass die Etiketten frei von Kratzern bleiben.

Weinduft: Der Schrank ist aus dem Holz eines Rotwein-Barriquefasses gefertigt.

Vereint: Purer Stahl mit Zunderschicht und Altholz in Harmonie.

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Fresh-up im Innern: Das Backsteinhaus aus den 1920er-Jahren erhielt bei der Renovation 2004 ein frisches Innenleben.

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Das Ideale Heim im September 2013 — Garten

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Stilblüten Erik Gutters und Sven Smits Stil besticht mit einer wohltemperierten Mischung aus Klassik, Avantgarde und einem Schuss «Mid-century modern». Text: Mirko Beetschen, Redaktion: Irène Schäppi, Fotos: Sabrina Rothe

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ie Fotoreportage eines kreativen Zuhauses kann niemals endgültig, sondern immer nur eine Momentaufnahme sein. «Vieles hat sich schon wieder verändert», meint Erik Gutter am Telefon, und damit er über den Status quo während des Fotoshootings erzählen kann, muss auch er die Aufnahmen wieder zur Hand nehmen. Erik Gutter, geboren 1969, ist im ländlichen Holland aufgewachsen. In Amsterdam liess er sich zum Floristen und Dekorateur ausbilden und machte sich 1994 selbstständig. In den kommenden Jahren fungierte der Tausendsassa unter anderem als Trend- und Einrichtungsberater, unterrichtete an der Artemis-Akademie für Stylisten in Amsterdam, war Dekorateur bei der holländischen Warenhauskette De Bijenkorf und Stylist in einer Wohnsendung am TV.

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Seit 2008 kreiert der Holländer zweimal jährlich eine Wohnaccessoirelinie, die vor allem Keramiken umfasst. Einen eigentlichen Gutter-Stil gibt es allerdings nicht – was gefällt und die strenge Schlussprüfung des Meisters besteht, geht in Produktion. Tatsächlich könnten die Arbeiten unterschiedlicher nicht sein. Von der pastellfarbenen Krakelee-Schale über die vom Jugendstil inspirierte Vase bis zum extravagant dekorierten Krug im Stile der neuen niederländischen Keramik sprechen Gutters Arbeiten den Puristen ebenso an wie Liebhaber des Landhausstils. Offener Grundriss 2004 bot sich ihm und seinem Lebenspartner Sven Smit die Gelegenheit in Blaricum, einer Kleinstadt zwischen Amsterdam und Utrecht, ein Grundstück mit einem alten Backsteinhaus zu erwerben. Bis zum Schluss hatte darin die ursprüngliche Besitzerin des kleinen

Häuschens aus den 20er-Jahren gelebt. «Ihr Partner war in den 70er-Jahren gestorben», erzählt Erik Gutter, «und seit damals war nichts mehr gemacht worden.» Den beiden frisch gebackenen Hausbesitzern stellte sich die Frage, ob man das alte Gebäude renovieren oder etwas komplett Neues bauen wollte. «Uns gefiel der Charme des Backsteinhauses», sagt Sven Smit. «Ausserdem hätten die lokalen Bauvorschriften nichts Grösseres erlaubt, weshalb wir uns für einen Ausbau der Liegenschaft entschieden.» Statt der vielen kleinen Räume und Kammern hat das zweistöckige Haus heute einen offenen Grundriss. Im Erdgeschoss befinden sich die «öffentlichen» Funktionen Wohnen, Essen und Arbeiten, während das Dachgeschoss zum grosszügigen Schlafzimmer mit integriertem Bad wurde. Ein Anbau im Erdgeschoss nutzt die maximalen Erweiterungsmöglichkeiten aus, sodass sowohl der Altbau als auch der rückseitige Annex aus den

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Das Ideale Heim 09/2013