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von Adrian


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von Jan Mischii Danger Bizeps lieb Lebensretter Sprengler (das »r« ist stumm)

Menschen, kommt zusammen, hier in dieser kühlen Sommernacht und leiht mir euer Ohr. Lasset mich euch weit weit weg entführen, in eine Welt voller Magie und Fabelwesen, voll von Friede, Freude und Eierkuchen. Aber auch gleichzeitig eine Welt, in der Verwirrung, Angst und Unglück jederzeit drohen, diese Idylle zu zerstören. In ebendieser Welt soll diese Geschichte spielen – ach was, nicht bloß eine popelige Geschichte – Nein, was ihr, werte Leser, im Begriff seid zu erfahren ist ein Epos von gewaltigen Ausmaßen, Homers Odysee gleichzusetzen, ein Epos voller Liebe, Tapferkeit, Heldenmut, aber auch Furcht und Leid. Im Mittelpunkt dieser Legende steht der gewaltige, gottgleiche, unverbesserliche und unnachahmliche DANGER BIZEPS. Er ist es, der sich im Laufe dieser Erzählung Herausforderungen stellen muss, vor welchen selbst Herkules zurückgeschreckt wäre.

Es war einmal eine kleine, unbedeutende Stadt in einem Land namens Deutschland. Diese Stadt ist der Geburtsort des DANGER BIZEPS, der zu Beginn dieser Geschichte 17 Jahre alt ist und den Großteil seiner Existenz in einer alten, verfallenen Schule verbringt. Diese Gefangenschaft soll nun im Winter für ein paar Wochen unterbrochen werden, da Weihnachten bevorsteht und DANGER BIZEPS so für drei ganze Wochen schulfrei hat. Und doch besucht er noch einmal freiwillig seine Schule, obwohl er eigentlich am Morgen schon seine letzten Schulstunden hatte. Was ist es nur, was ihn am Freitagabend des 21. Dezember dazu bringt, aus freien Stücken die Lehranstalt zu besuchen? Die Antwort mag wohl jeden schockieren, der DANGER BIZEPS bereits kennt: Es ist Winterball, eine von Schülern organisierte Tanzveranstaltung in der Sporthalle. Was war sein Grund, diesem Ball beizuwohnen? DANGER BIZEPS hatte natürlich ganz im Gegensatz zu seinen Gleichaltrigen längst erkannt, dass Tanzen nur was für Versager ist. Er wollte diesen Ball besuchen, um sich im Beisein eines Freundes über die Tanzenden lustig zu machen. Also zog er zuhause sein lila Hemd an, das er nur sehr sarkastisch trug und darüber seine schwarze *Kvtte*. Die Eingangskontrolle hielt den fröhlichen DANGER BIZEPS erst für betrunken und war sehr genervt von seinen zahlreichen Hosentaschen. Letztendlich ließen sie ihn aber nach


Abgabe seiner Gummibärchen und seiner Colaflasche durch. Auf dem Ball angekommen traf er auch schon bald auf seinen Freund, der ein Alkoholproblem und wie üblich Wodka dabei hatte. DANGER BIZEPS hingegen konnte noch nie etwas mit Drogen anfangen und war so darauf vorbereitet, seinen Freund davor zu bewahren, sich mal wieder komplett abzuschießen. Indes befand DANGER BIZEPS den Ball erwartungsgemäß für öde. Er sah einige unbekannte Personen, jedoch niemand interessanten. So machte er es sich zur Aufgabe, allen schüchternen und hilflos verliebten Leuten zu helfen. Als selbsterklärter Cupido stahl er einen Mistelzweig von der Wand und begann, ihn über Tanzpaare zu halten. Er schrie sie dann an, dass sie sich küssen sollten, was nach anfänglichen Schwierigkeiten sogar ganz gut lief. Er schätzte, dass mindestens 50% aller Paare seiner Aufforderung Folge geleistet haben, er also etwa 10 Leute miteinander verkuppelt haben musste. Höchst zufrieden mit seiner Erfolgsquote, wurde er jedoch plötzlich von einem unbekannten Typen angesprochen. »Och Nö«, dachte sich DANGER BIZEPS, als er den Typen sah, der ihn seltsamerweise an Freddy Mercury erinnerte, »hoffentlich will der nicht tanzen oder sowas«. Abgesehen von seiner grundlegenden Anti-Tanz-Haltung war DANGER BIZEPS damals noch davon ausgegangen, dass quasi alle Leute solche Veranstaltungen

hauptsächlich zum Zwecke der Partnersuche oder Ähnlichem nutzten, ein Konzept, das ihm natürlich sehr zuwider war. Insofern wollte er den Typen, der ihn ansprach nicht enttäuschen. Doch zum Glück wollte ihn der Unbekannte nur auf seinen coolen Hut ansprechen, den er zu dieser Zeit immer trug, egal zu welchem Anlass. Er hatte nämlich damals, wie so oft, nicht bedacht, welchen Eindruck er auf andere machen konnte, durch sein Aussehen oder sein Verhalten. Ihm war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, wie unbeschreiblich schön er selbst war. Ebendiese strahlende, einmalige Schönheit wurde nur noch verstärkt durch seinen objektiv coolen Hut und seine coole Kvtte. Dementsprechend hatte sich DANGER BIZEPS vorher nie Gedanken darüber gemacht, wenn er aufgrund dessen anders behandelt wurde, zumeist natürlich mit Ehrfurcht vor der Großartigkeit, die er darstellte. Sein Ego konnte zwar schon damals ganze Stadien füllen, aber er war sich noch nicht seiner vollkommenen Perfektion bewusst. Dies alles führte dazu, dass er sehr erstaunt war, als ihn jemand auf seinen Hut ansprach. Während er also mit dem Freddy Mercury-Abklatsch sprach, kamen neben seinem Freund noch zwei weitere Personen hinzu, die besagtem Typen offenbar bekannt waren. Es waren zwei DANGER BIZEPS unbekannte Mädchen, ungefähr so alt wie er selbst. Eine hatte kurze Haare und ein blaues


Kleid, die andere hatte er ziemlich schnell wieder vergessen. Während sie also redeten stellte sich heraus, dass zum absoluten Erstaunen DANGER BIZEPS’ besagtes Mädchen einen guten Musikgeschmack hatte, ganz im Gegenteil zu dem was er von sämtlichen Personen erwartete, die jemals unironisch einen Winterball besuchen würden. Hocherfreut sprachen er und sein Freund darauf über die krassen Bands, deren Patches sie sich aufgenäht hatten. Bald schon flohen DANGER BIZEPS und das Mädchen aus der Tanzhalle, da das objektiv grauenvolle Lied »Last Christmas« von »Wham!« lief. Also redeten sie weiter über Metalbands und DANGER BIZEPS stellte fest, dass sie die Band »Royal Blood« nicht kannte, welche ein echt gutes erstes Album gemacht hatte. Da der Ball sowieso nicht versprach, spannender zu werden, beschloss DANGER BIZEPS, rauszugehen, um mit dem Mädchen auf seiner Box »Royal Blood« zu hören. Außerdem bekam er am Ausgang seine Gummibärchen wieder, was er super fand. Es war mittlerweile schon relativ spät, nach 22:00. Beide standen draußen auf dem Dach des Fahrradkellers, neben ihnen der Tanzsaal, aus dem leise die schreckliche Popmusik wummerte. Nach einer kurzen Begegnung mit alten Kameraden bemerkte DANGER BIZEPS plötzlich, dass er bald nach Hause musste. Vorher wollte er dem Mädchen jedoch noch eine besondere Stelle auf dem Parkplatzdach über dem nahe gelegenen Saturn zeigen. Also

gingen sie zu ebendiesem Dach und er zeigte ihr die verdammt coole Ecke. Danach gingen sie zum Luisenplatz, um auf DANGER BIZEPS’ Bahn zu warten. Gerade als sie einfuhr, fiel DANGER BIZEPS noch ein, sich seinen Hut von dem Mädchen wieder zu nehmen und ihr dafür einen der meisterlich ausgeschnittenen Zettel mit seiner Handynummer in die Hand zu drücken. Diese hatte er angefertigt, als er kurz vorher gesehen hatte, wie perfekt er eigentlich ist und daher die Notwendigkeit ebensolcher Zettel erkannt hatte. Er sollte dann erst um 2:00 nachts Schlaf finden, da das Mädchen ihn bereits um 0:30 anschrieb. Sie reagierte jedoch nicht richtig auf sein »hello there«-gif, was DANGER BIZEPS natürlich enttäuschte. DANGER BIZEPS stand am nächsten Tag sehr fröhlich auf, da er am Vorabend erfahren hat, dass das Mädchen wie er auch die großartige Band »Parkway Drive« kannte und mochte. So glaubte er bereits, in ihr endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er auf deren Konzert in Frankfurt gehen könnte. Da er nicht nur physisch perfekt, sondern auch selbstlos war, bot er natürlich sofort an, beide Tickets zu bezahlen, sollte dem Mädchen das Geld für den Eintritt fehlen. Sie nahm dies dankend an und DANGER BIZEPS machte sich hocherfreut ans Ticketkaufen. Oder er versuchte es zumindest. Es stellte sich heraus, dass sämtlichen normalen Karten bereits


ausverkauft waren. Die einzigen, die er finden konnte, kosteten über zweihundert Euro für die beiden. So musste er fürs erste nach günstigeren Tickets suchen. Kurz darauf erzählte ihm das Mädchen, dass sie noch viel zu lernen hatte, für eine Physikklausur nach den Ferien. In seiner unendlichen Hilfsbereitschaft versuchte DANGER BIZEPS, ihr dabei zu helfen, scheiterte jedoch nach einer Stunde Überlegen schon daran, nur die Übungsaufgaben zu verstehen, geschweige denn zu lösen. Er hatte zudem noch zu tun, da er Geschenke verpacken musste, worin er (natürlich absichtlich) höchst ungeschickt war. Er war jedoch immer sehr stolz auf seine Verpackungen. Im Laufe des Tages schickte er ihr noch einige supersüße Katzenbilder (auch die Panzerkatze) und sie debattierten, ob sie einen »Pornhub«-Pullover, den es damals in einem Gewinnspiel als Preis gab, anziehen würde. Während des ganzen Tages hatte DANGER BIZEPS fast nichts gegessen und er fühlte sich seltsam. Schließlich fragte er sie also, ob sie das Lied »In The End« von »Black Veil Brides« kannte, weil dieses Lied logischerweise eines der epischsten und traurigsten Metalllieder ist. Sie kannte es zwar nicht aber so kamen sie auf Clementine von »The Walking Dead« zu sprechen. Sie schrieben daraufhin darüber, wie viele Gefühle für fiktive Personen gesund sind und inwiefern DANGER BIZEPS zu viele davon

hatte. Sie kamen zu keinem eindeutigen Schluss. Sie erfanden einen Smiley für starken Alkoholismus (xF, xf) sowie für allgemeine Verwirrung (xS, xs) und Cannabiskonsum (xR, xr). Dann kehrten sie wieder zum Thema Gefühle zurück und DANGER BIZEPS erzählte von seiner leichten Verwirrtheit diesbezüglich und das Mädchen von ihrer letzten grauenhaften Beziehung. Nachdem sie über eine Stunde lang weiter über verwirrende Gefühle geschrieben hatten, beschloss DANGER BIZEPS, sich sein eigenes Grab zu schaufeln und schrieb dem Mädchen um 00:01, dass er etwas für sie fühlt, was er aber selbst nicht verstehen oder einordnen kann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren DANGER BIZEPS’ palms sweaty, seine knees weak und arms definitiv heavy, es war zwar zum Glück keine vomit on his sweater, da er fast nichts von mom’s spaghetti gegessen hatte, doch er war extremly nervous und sah noch nicht einmal on the surface calm and ready aus. Und als dann das Mädchen antwortete, dass sie sich ähnlich fühlte he keeps on forgetting what er sich gedacht hatte über solche Dinge. He lost himself. Kinda.

Fortsetzung unter https://my.w.tt/7G4ikhmfjZ


5.856 Tag Betreff: Sucht und Abhängigkeit

Sucht. Was ist das überhaupt? Wonach kann man abhängig sein? Nach Jungs, Liebesschnulzen oder nur nach Drogen? Was sind Drogen? Nur Gras, Kokain und so was oder auch Adrenalin, wie bei Spielsucht? In Monte Carlo kann man gut spielen. Apropos, eines meiner Lieblingsbücher spielt in Monte Carlo. Das ist auch eine Schnulze. Ich glaube, ich bin süchtig nach Schnulzen. Aber ich lese auch anderen Kram, zum Beispiel Mythologien oder Krimis. Erst neulich habe ich von meiner Mutter einen englischen Lernkrimi bekommen. Da waren wir gerade auf dem Weg in den Urlaub. Ja, auch das haben wir mal geschafft. Nachdem wir letzten Sommer den Urlaub abgesagt haben. Aber dafür fahren wir nächsten Sommer weg. Ich glaube, irgendwo an die Nordsee. Aber ist ja auch egal. Wie so vieles. Schule: EGAL. Bei meiner Schwester rauchen sie lieber, als zu lernen. Rauchen ist ja eigentlich eine legale Droge. Genau wie das Oktoberfest. Das ganze Land liebt es, und der Staat finanziert es. Dabei ist es ein einziger Drogenkonsum. Millionen Liter Alkohol, Adrenalin und was nicht sonst noch alles. Ob es wohl Leute gibt, die nach dem Oktoberfest süchtig sind? Mit Sicherheit. In Amerika gibt es eine Stadt, die extra auf bayrisch gemacht ist. Die veranstalten auch so was wie ein Oktoberfest. Wieso machen die das? Etliche Dollar oder Euro ausgeben, um sich so zu betrinken, dass man nicht mehr weiß was man tut? Ich verstehe das nicht. Besser, man spart das Geld und kauft sich was, was man braucht. Ich spare auf eine Sofortbildkamera. Damit ich mit den Fotos meine Sachen verzieren kann. Zum Beispiel Collegeblöcke. Meine Freundin hat das gemacht und es sieht voll cool aus. Es hat so einen Retroglam. So wie alte Sänger, die nach fünfzig Jahren wieder ein Album rausbringen. Meistens ist das aber dann schlechter und sie kriegen nur hate dafür. Ist ja eh alles voller hate. Man darf nicht abschweifen, muss perfekt ins Bild passen. Dünn, schlau, exklusiv, aber irgendwie auch nicht, laut aber leise. Warum kann man nicht so sein, wie man ist? Nein. Man muss normal sein. Wer definiert normal? Gab es einen Alfred Gustav Normal, der das Vorbild aller Menschen sein soll? Nein. Man sollte so sein, wie man ist. Es kommt nicht darauf an, was die anderen denken. Dann ist man eben ein Junkie. Dann ist man halt dick, dünn oder verrückt, alles das oder gar nichts, Junge oder Mädchen oder was weiß ich, schön oder hässlich, klug oder dumm. Man ist so wie man ist.

von Helen


ngen

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r-Ze Cove

von Louis

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Aquamag #2  

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