GOING PLACES 2

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AUFBRUCH INS WEITE


David Semper

Uta Pütz

Jan Kiefer

Jürg Stäuble

Monica Studer und Christoph van den Berg

Anna Katharina Wieser

Rotterdam Montreal Paris

Maja Rieder

Matthias Huber

Nara Pfister

Vanessa Safavi

Jochen Kitzbihler

Jan Hostettler

Clare Kenny

Yvonne Mueller und Leif Bennett

Hagar Schmidhalter

Vincent Kriste

Maria Magdalena Z’Graggen

Buenos Aires


AUFBRUCH INS WEITE

iaab 2013/2014



AUFBRUCH INS WEITE

Wer kennt es nicht, das Herumschlendern in einer fremden, unbekannten Stadt, das Entdecken von Lieblingsorten und Aufspüren von Cafés – eine Art Erschliessen einer eigenen Stadt in der Stadt, ein Bilden der persönlichen Wegnetze. Diese selbsterkundeten Inseln werden mit Erinnerungen an Begegnungen und Ereignisse gefüllt. Solche individuellen Wegnetze mit Adressen von Restaurants, Ausstellungshäusern, Märkten, Buchläden oder Knopfläden sind in diesem Reiseführer verzeichnet. Die KünstlerInnen, die mit iaab (internationales Austausch- und Atelierprogramm Region Basel) 2013 an verschiedenen Orten unterwegs waren, geben Einblicke in ihre persönlichen Stadterkundungen. Sie vermitteln uns mit der Wahl einer Farbe ihren subjektiven Farbeindruck der Stadt und geben mit Fotografien Momente von ihren Streifzügen wieder. In schriftlichen Statements erfahren wir individuell wahrgenommene Charakterzüge der Orte. Damit tauchen die LeserInnen auf den folgenden Seiten in ganz persönliche Stadt-Erfahrungen der KünstlerInnen ein und nehmen die Orte mit deren Augen wahr. Besonders evident wird dies am Beispiel der Stadt Paris, die durch fünf verschiedene Blickwinkel mit immer neuen Routen, Adressen, Bildern und Statements beschrieben worden ist –  keine Beschreibung gleicht der anderen. Mit diesen Verzeichnungen erlaubt der Reiseführer Blicke auf die Städte jenseits der touristischen Routen. Wir treffen auf persönliche, unspektakuläre Orte, jenseits ≤offizieller≥ Sehenswürdigkeiten – es sei denn, sie tauchen als Klischees auf. Diese Einblicke in individuelle (Lieblings-)Orte abseits von ≤Gemeinplätzen≥ erinnert an die Tradition der Avantgardebewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits


die Dadaisten haben auf ihrem «Ausflug» 1921 vertraute, aber unscheinbare, unbekannte und ≤nutzlose≥ Orte aufgesucht. Die Surrealisten haben sich ihrerseits für die verborgenen ≤unbewussten≥ Momente im städtischen Alltag interessiert. Louis Aragon, ein französischer Dichter und Schriftsteller, schildert 1924 in seinem Text «Le Paysan de Paris» die Stadteindrücke aus dem Blickwinkel eines Bauern in der aufstrebenden Metropole. Die Situationisten in den 1960er Jahren haben mit ihren «dérives» (zielloses herumstreifen) die Absicht gehabt, gesellschaftspolitische Veränderungen herbeizuführen. Sie haben auf ihren Spaziergängen die psychischen Einwirkungen des städtischen Umfelds auf das Individuum in Stadtplänen verzeichnet  –  eine «Psychogeographie». Der öffentliche Raum sollte ihrer Vorstellung nach frei genutzt werden können  –  jenseits der vorgegebenen Funktion. Die soziale Kontrolle haben sie durch Kreativität und revolutionäre Aktionen zu untergraben versucht. Durch das Ausführen solcher ≤Situationen≥ wollten sie neue, alternative Verhaltensmuster hervorbringen und in der Stadt etablieren. Was diese verschiedenen Kunstströmungen verbindet und auch diesen Reiseführer kennzeichnet, ist die Praxis des Gehens. Diese Form der Bewegung trägt durch das flüchtige und selbstbestimmte Element ein kritisches Moment. Es kann, wie Michael Glasmeier in «Über das allmähliche Verfertigen der Gedanken beim Gehen» bemerkt, «als letzte grosse Möglichkeit der Erfahrung in einer determinierten Welt» gesehen werden. Michel de Certeau schreibt ihm sogar das Potential zur Umformung bestehender Normen und


Regeln zu. Durch das Herumstreifen würden sich eigene Wegnetze erschliessen und bestehende Raumstrukturen umgehen lassen. Diese selbstbestimmte Geste hat deshalb für de Certeau das Potential einer kleinen Widerstandsartikulation im Alltag. Anders als Walter Benjamin, der den Flaneur in den Mittelpunkt stellte, interessiert sich de Certeau für die gewöhnlichen Fussgänger, die durch ihre Spaziergänge, durch die Orte, an denen sie stehen bleiben, um mit alten Freunden zu reden, eigene Räume erfinden, die mit Erinnerungen, Gefühlen und Mythen verbunden sind. Auf diese Weise gehen sie mit der funktional bestimmenden Raumaufteilung spielerisch um und erschaffen die Stadt als ein Gewebe von Bedeutungen, das von ihnen mitgestrickt wird.1 In diesem Sinne präsentiert dieser Reiseführer verschiedene Geschichten von und in Städten rund um den Globus und regt die LeserInnen dazu an, diese zu ≤lesen≥ respektive sich auf den Weg zu machen, diese zu ≤erproben≥. Monika Kästli, Gastkuratorin

1) R ainer Winter: «Das Geheimnis des Alltäglichen. Michel de Certeau und die Kulturanalyse», in: Marian Füssel (Hrsg.): Michel de Certeau: Geschichte – Kultur – Religion. Konstanz 2007, S. 214.


INHALT Was für Eigenarten, Spezifika an Euren Gast-Orten habt Ihr angetroffen und schätzen gelernt?

TukTuk – Streetfood – Chai-Tea

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David Semper in New Delhi

Die Busfahrt durchs Meer mit Bus 106 von Tapiola nach Helsinki – Den Umgang mit Kälte und kurzen Tagen: Sauna, Eisschwimmen, Joggen auch bei Frost und Schnee, Alkohol, Reispiroggen ... – Die überraschende Helligkeit im Winter – Auf dem zugefrorenen Meer spazieren gehen … 14

Uta Pütz in Helsinki

Die Direktheit der alten Berliner, die Internationalität der neuen Berliner

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Jan Kiefer in Berlin


Improvisationstalent – alternativ – unkonventionell

Jürg Stäuble in Montréal

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Das Alte und das Neue. Gärten und Motos. Koi und Sushi. Schreine und Untergrundstationen. Neugierige Japaner und Langnasen. Vögel, Blumen, Papier, Regenschirme. Kappa, Tanuki und andere Yokai. Monica Studer und Christoph van den Berg in Tokio

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Merci  –  S’il vous plaît  –  Aurevoir « Madame »  –  Gemüse und Fisch vom Markt  –  Esskultur  –  viele Männer im zeitgenössischen Tanzkurs

Katharina Anna Wieser in Paris

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Das Pardon  –  das geduldige Schlangestehen und sich ein bisschen verspäten  –  dass die Tage nicht vor 10 Uhr beginnen, die Abende lang und die Nächte kurz sind  –   dass das Alte gültig ist und Neues darin integriert wird Maja Rieder in Paris

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Keine Hügel aber Bodenwellen!  –  Alles frittiert – Mit dem Velo blind auf die Strasse – die Autofahrer bremsen – Gegenwind – Überall Wasser – Viel Bier – Improvisationsgabe – Museumkaart! – Sonne – Regen – Sonne – Regen – …

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Matthias Huber in Rotterdam

breite Fahrradbahnen – günstiges, gutes, stark gewürztes Essen – dreckige Restaurants – Gruppenaktivitäten – abendlicher Tanz draussen – überall Baustellen – Schafe in der Stadt – Gigantismus – laute Zikaden – viel Abfall – singende Frösche – lustige Vehikel – super Trainingsgeräte überall 28

Nara Pfister und Hans-Jörg Köfler in Peking

Paris has not only a French life, there is a fantastic non-speaking French life crowed by «Paris Lovers»

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Vanessa Safavi in Paris

Die Feierlaune ist bei den Australiern glücklicherweise noch vorhanden, wird aber sauber ausgebremst von der staatlichen Kontrolle. Diese läuft scheinbar dezent – und gründlich. Hat man das Glück in eine UreinwohnerFamilie zu kommen, erfährt man eine ursprüngliche Warmherzigkeit und grenzenlose Gastfreundschaft. 32

Jochen Kitzbihler in Fremantle/Perth


«Welch ein Land, (...) wovon man in der ganzen übrigen Welt nichts weiss, und wo die ganze Natur sich von der unsern so himmelweit unterscheidet! – Es ist vermutlich das Land, (...) wo Alles gut ist; denn notwendig muss es doch ein solches geben. ...» Voltaire «Candid oder die beste aller Welten» 1759

Jan Hostettler in Montréal

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Don’t play Risk with post-colonials

Clare Kenny in Paris

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Warmherzigkeit, familiäre Atmosphäre im Atelier Greatmore Studios, kontaktfreudige Menschen, kulturelle Vielfalt, Flora und Fauna, Meer, geschichtsträchtig. Yvonne Mueller und Leif Bennett in Südafrika

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Essen … Austern und auch mille-feuille.

Hagar Schmidhalter in Paris

40 40


Sie sind charmant.‏

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Vincent Kriste in Paris

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Maria Magdalena Z’Graggen in Buenos Aires


REISEFÜHRER

FARBE • «Welche Farbe assoziiert Ihr mit der Stadt, dem Ort Eures Aufenthalts?»

28

Nara Pfister aus Basel, in Peking

und

FOTOGRAFIEN • «Welche Fotografien geben einen Eindruck Eurer Begegnung mit dem Ort wieder?»

Hans-Jörg Köfler

Caochangdi Village

Folgende Kunstwerke enthalten Videoaufnahmen die an den markierten Orten entstanden sind: CHINESISCHE HOCHZEITSPOSITIONEN, Video WELCOME TO PARADISE, Video SACHBEARBEITER, Video JE NÄHER ICH HINGEHE DESTO UNSCHÄRFER WIRDS, Video FEDERN, Video VELOFAHRT, Video PERFORMANCE MÜLLAUSSTELLUNG LIEBES SPIELEN, Video 10 MINUTEN CAOCHANGDI, Video

Extreme – kontrastreich – nebeneinander – aufstrebend – bewegt – Baustellen – gigantisch – schnell – laut – wach – labil – Abfall – Verpackung – Schein – Ansammlungen – Masse – Gruppen – Zusammenarbeit – Bäume – Staub – belebt – rostig – brüchig – stolz – prekär – beliebt

Atelier

WELCOME TO PARADISE rote Metallverstrebung auf Hügel, Aussicht auf Baustelle SACHBEARBEITER vergrabener Müll im Wald JE NÄHER ICH HINGEHE DESTO UNSCHÄRFER WIRDS künstlicher Stein

VELOFAHRT lautes Dampfgeräusch aus dünner Röhre PERFORMANCE MÜLLAUSSTELLUNG Müll neben dem Gehsteig LIEBES SPIELEN schmale Gasse im Caochangdi Village 10 MINUTEN CAOCHANGDI Marktplatz in Caochangdi Village X ATELIER

FEDERN Vogelfederfundort

WEGSTRECKE • «Auf welchen Wegstrecken habt Ihr Euch durch die Stadt bewegt oder welche Route / Tour würdet Ihr einem neugierigen Besucher empfehlen?»

ADRESSEN • «Welche konkreten Adressen / Orte wie Restaurants, Buchläden, Kunsträume, Märkte, ... würdet Ihr weiterempfehlen?»

Liebes Spielen, Peking 2013

CHINESISCHE HOCHZEITSPOSITIONEN Hochzeitspaare die sich im Park fotografieren lassen

STATEMENT • «Mit welchen Wörtern / Begriffen verbindet Ihr den Ort / die Stadt Eures Aufenthalts?»


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David Semper

aus Krefeld, in New Delhi

SPICEMARKET Chandni Chowk, Old Delhi UGRASEN KI BAOLI, STEPWELL Hailey Rd, Valik Lane, Mandi House New Delhi, DL 110001 HOTEL RESTAURANT SARAVANA BHAVAN P Block Janpath Road 46, Connaught Place New Delhi, DL 411052


Old Delhi (Chawri Bazar), New Delhi 2013

Namaste = Hallo Dhanyavad = Danke Fir milenge = Auf Wiedersehen


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Uta Pütz

aus Freiburg i.Br., in Helsinki

HIETALACHTI-FLOHMARKT Lönnrotinkatu (Marktplatz) 00180 Helsinki GALLERIA SIC Makasiini L3, Jätkäsaari KIASMA Museum of Contemporary Art Mannerheimplatsen 2 00100 Helsingfors FINNISH MUSEUM OF NATURAL HISTORY Pohjoinen Rautatiekatu 13 00100 Helsinki

TAPIOLAN KESKUS Zentrum von Tapiola (sehr speziell) CAFE KÖKET Kaffeebude auf dem Wochenmarkt am Hafen (Eteläsatama) ALVAR AALTO-SÄÄTIÖ Akademische Buchhandlung von Alvar Aalto Tiilimäki 20, 00330 Helsinki ⁃


Eisschwimmen, Helsinki 2013

Weite – Natur – Design – Architektur


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Jan Kiefer

aus Basel, in Berlin

Essen und Trinken: CAFÉ PFÖRTNER Uferstrasse 8 – 11, Wedding 13357 Berlin YUROK syrisch Torstrasse 10115 Berlin MONSIEUR VUONG vietnamesisch Alte Schönhauser Str. 46 10119 Berlin-Mitte BERLINBURGER INTERNATIONAL Pannierstr. 5, 12047 Berlin-Neuköln

Bars: ANALOG BAR Martin Opitzstr. 21, 13357 Berlin TROMMEL Kastanienallee 58, 10119 Berlin SCHOKOLADEN Ackerstrasse 169 10119 Berlin-Mitte

Buchläden: WALTHER KÖNIG versch. Filialen: http://www.buchhandlung-walther-koenig.de MOTTO Skalitzer Str. 68, im Hinterhof, 10997 Berlin KUNSTRÄUME: Zu viele; am besten «Index Berlin» besorgen. Dort sind die meisten Museen, Galerien und Kunsträume aufgelistet und in einer Karte markiert (oder online unter: indexberlin.de). Einige gute junge Räume und Galerien sind allerdings nicht aufgelistet. MÄRKTE: diverse Flohmärkte


Flughafensee in Tegel, Berlin 2013

Hauptstadt


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Jürg Stäuble aus Basel, in Montréal

MARCHÉ DE LA COMMUNE 695 Rue de la Commune Ouest ART SUPPLY STORE Concordia University, 1395 Boul. René Lévesques Ouest CASA DEL POPOLO Bar, Konzerte, 4873 Boul. Saint Laurent MARCHÉ ATWATER 138 Av. Atwater CENTRE PHI 407 Rue Saint-Pierre


Schneefall, Winter, MontrĂŠal 2013

Stadt der Festivals lebensfroh offen vielfältig multikulturell


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Monica Studer aus Basel, in Tokio

und

Christoph van den Berg

Shibuya

Shinjuku Ikebukuro

N Shinagawa

Tokyo Ueno JR Yamanote Line Moto Garten / Park

LIFE SUPERMARKET 1 Chome-26 – 22 Higashi, Shibuya-ku


— — Tokyo 2013 Sukuta,

sugoi


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Katharina Anna Wieser aus Basel, in Paris

Restaurants:

BRASSERIE JULIEN 16 Rue du Faubourg St. Denis LES INDUSTRIES 16 Rue Saint-Sabin OSTERIA DEL ANIMA 37 Rue Oberkampf (Blaue Türe) Textilien / Knöpfe:

SACRÉ COUPON Rue d’Orsel DE GILLES 156 Rue de la Roquette LA MAISON DU BOUTON 12 Rue de Cotte Kunsträume:

CRÉDAC La Manufacture des Œillets, 25/29 rue Raspail, 94200 Ivry-sur-Seine LE PLATEAU Rue Carducci GALERIE PATRICK SEGUIN 4 Rue des Taillandiers www.patrickseguin.com Märkte, Geschäfte:

MARCHÉ D’ALIGRE Place d’ Aligre (täglich ausser Montag) WELCOME BIO 10 Rue Boulle, www.welcomebio.fr MARCHÉ DE LA BASTILLE (Donnerstag und Sonntag )

Tanz:

CENTRE DE DANCE MARAIS Rue du Temple www.parisdance.com THEATRE DE LA VILLE CENTRE DES ARTS MOUVEMENT BASTILLE www.lecentredesarts.com


Jardin des Tuileries, Paris 2013

Vélib, Markt, Touristen, kein Platz für die Gegenwart, grosse kulturelle Schätze, zeitgenössischer Tanz, wenig Bäume, übersichtlich, Schlange stehen


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Maja Rieder aus Basel, in Paris

MUSÉE DU LOUVRE 75058 Paris CEDEX 01

PARC DE SAINT-CLOUD 92210 Saint-Cloud

BRASSERIE FLO 7 Cour des Petites Écuries 75010 Paris

EGLISE DU SAINT-ESPRIT 186 Avenue Daumesnil 75012 Paris

LE BAL CAFÉ 6 Impasse de la Défense 75018 Paris

BASILIQUE DE SAINT-DENIS 1 Rue de la Légion d’Honneur 93200 Saint-Denis

RUE DES PYRÉNÉES 75020 Paris


Wegmarken, Paris 2013

Weite Wind Mรถglichkeiten Dichte Zeit Schichten Konzentration Kreuzung


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Matthias Huber aus Basel, in Rotterdam

Restaurant / Bar:

ZINC: natuurlijk & lekker Calandstraat 12-A 3016 CB Rotterdam DE SCHOUW mit neuem WC Witte de Withstraat 80 3012 BT Rotterdam

Museum / Ausstellung:

SUBMARINE WHARF RDM-straat 1 3089 JS Rotterdam HOEK VAN HOLLAND 3151 Hoek van Holland WITTE DE WITH Witte de Withstraat 50 Rotterdam ATELIER VON DINEKE

Speziell:

ROTTEKANAL FUSSGÄNGERTUNNEL UNTER DER MAAS MÜLLBERG ÖSTLICH VON KAUSAUSTRALIS (AUSSICHTSPUNKT)


Strand, Holland 2013

Chocolonley Action ÂŤMateiasÂť Chimichurri Hertog Jan OV-Chipkaart Kibbeling Koorting Tortilla


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Nara Pfister und Hans-Jörg Köfler aus Basel, in Peking

CHINESISCHE HOCHZEITSPOSITIONEN Hochzeitspaare die sich im Park fotografieren lassen WELCOME TO PARADISE rote Metallverstrebung auf Hügel, Aussicht auf Baustelle SACHBEARBEITER vergrabener Müll im Wald JE NÄHER ICH HINGEHE DESTO UNSCHÄRFER WIRDS künstlicher Stein FEDERN Vogelfederfundort

VELOFAHRT lautes Dampfgeräusch aus dünner Röhre PERFORMANCE MÜLLAUSSTELLUNG Müll neben dem Gehsteig LIEBES SPIELEN schmale Gasse im Caochangdi Village 10 MINUTEN CAOCHANGDI Marktplatz in Caochangdi Village X ATELIER


Liebes Spielen, Peking 2013

Extreme – kontrastreich – nebeneinander – aufstrebend – bewegt – Baustellen – gigantisch – schnell – laut – wach – labil – Abfall – Verpackung – Schein – Ansammlungen – Masse – Gruppen – Zusammenarbeit – Bäume – Staub – belebt – rostig – brüchig – stolz – prekär – beliebt


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Vanessa Safavi aus Basel, in Paris

Started from Cité des Arts Building along the Seine, crossing over Le pont des arts to the 6th arrondissement and finally 7th arron

EGLISE DE LA MADELEINE Place de la Madeleine 75008 Paris

MUSÉE DES MINÉRAUX 34 Rue Jussieu 75005 Paris

GALERIE D’ANATOMIE COMPARÉE ET DE PALÉONTOLOGIE 2 Rue Buffon 75005 Paris

LE PLATEAU Place Hannah Arendt 75019 Paris


Sans-Titre (Meditations at Jardins du Luxembourg), Paris 2012

intéressante – cultivée française


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Jochen Kitzbihler

aus Freiburg i.Br., in Fremantle / Perth

Im touristischen «posthippie» – Fremantle (… ein Hauch von San Francisco) findet jeder bald sein eigenes Lieblingscafé oder Restaurant. In der High St. Market St. und South Terrace reiht sich eine angesagte Location an die andere … die kleinen abgelegenen Plätze finden – ist ja ein bekanntes Geheimnis. Die Auswahl der passenden Yogaschule kann auch zur Herausforderung werden. In Sachen Kunst: unbedingt das Fremantle Art Centre besuchen. Eine wirklich gesellschaftlich getragene Kunststätte im ursprünglichen Sinne Deutscher Kunstvereine. Und immer wieder an den South Beach zum gut gehen lassen und «socializing»!


Serpent Hill, Lake Ballard 2013

Weite, Licht, Horizont, spontane und überwältigende Erscheinungen ... Grossartiges. Erde, Wasser, Himmel und Sterne ... der grosse Emu in der Milchstrasse, die kleine und die grosse Magellanische Wolke – unsere Nachbargalaxien. Offene, gastfreundliche, lebenslustige, neugierige und wertschätzende Menschen.


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Jan Hostettler aus Basel, in Montréal

«Die bis an die Wolken ragenden öffentlichen Gebäude, die mit tausend Säulen prangenden Märkte, die verschiedenen Springbrunnen, teils von reinem Quellwasser, teils von Rosenwasser, teils von Zuckerrohrextrakt, die beständig auf den grossen Plätzen sprudelten, das Pflaster der letzteren endlich, welches aus einer Art von Edelsteinen bestand, die einen Geruch ähnlich dem der Gewürznelken und des Zimts verbreiteten.» Voltaire «Candid oder die beste aller Welten» 1759


Hausfassade, MontrĂŠal 2013


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Clare Kenny aus Basel, in Paris

Go left, left, next left, right, straight ahead then right again, cross the river, then cross the street, turn right, right again. – Keep up, don’t dawdle, no time for dawdling, look there, there cross over, take the third on the right then the forth on the left. – Watch out, cars coming, did you say third on the left then second on the right? – Something along those lines. – There’s a park, cut right through, it will be quicker. – Catch up don’t get left behind. – Up the hill, to the top, then down the other side and keep going straight. – Cross over at the crossroads. – There’s a metro take it 3 stops, come out the main exit and take the first on the left, then double back and go straight on. – Try not to get lost, come on, it’s really not that difficult. – There are some steps to your right go up them, then you are there. – Somewhere.

BHV HOME DECORATING DEPARTMENT MARAIS 152, rue de Rivoli, 75189 Paris Cedex 4 Du Lundi au Samedi : 9h30 – 20h00 Mercredi : 9h30 – 21h00  MARAIS L’HOMME 36, rue de la Verrerie, 75004 Paris Lundi, mardi, jeudi, vendredi et samedi : 10h00 – 20h00 Mercredi : 10h00 – 21h00 MARAIS DE PARLY 2 Centre Commercial Parly 2 78158 Le Chesnay Cedex Du Lundi au Samedi : 10h00 – 21h00

MARAIS DE LIMONEST Centre Commercial Route Nationale 6 69578 Limonest cedex 2 Du Lundi au Samedi : 9h30 – 20h00 MARAIS DE LA PART DIEU Centre Commercial La Part Dieu Rue du Docteur Bouchut 69000 Lyon CEDEX 3 Du Lundi au Samedi : 9h30 – 20h00


Wall, Marais, Paris 2013

If you throw enough shit at the wall, eventually some of it will stick


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Yvonne Mueller

und

aus Basel, in Südafrika

Leif Bennett

1 G REATMORE STUDIOS Greatmore St, Woodstock 2 G REATMORE HOUSE, 5 Alfred St, Observatory 3 B LANK BOOKS Stefan Blank, Unit 2. Salt Circle Arcade, Woodstock 4 A NARCHIST BOOKSHOP Lower Main Rd, Observatory

Restaurants/Bar: 7 THE DELI Sir Lowry Rd , Woodstock 8 DON PEDRO AND ALL HIS BEAUTIFUL WIVES Roodebloem Rd, Woodstock 9 CAFÉ GANESH Trill Rd, Observatory 10 TAGORES BAR, Trill Rd, Observatory

5 R EVOLUTION RECORDS, Lower Main Rd, Observatory Art supplies: 6 DECKLE EDGE, Sir Lowry Rd, Woodstock

Local Market, Saturdays: 11 OLD BISCUIT MILL Albert Rd, Woodstock


Galleries: 12 WHAT IF THE WORLD Argyle Street, Woodstock 13 BLANK PROJECTS, Sir Lowry Rd, Woodstock 14 STEVENSON GALLERY Sir Lowry Rd, Woodstock 15 LOVELL GALLERY Albert Rd, Woodstock

Woodstock, Cape Town 2013

Bunt, lebendig bis chaotisch, windig, grosse Armut, Freundlichkeit, Korruption, reiche Natur, relaxed, alcoholic, hohes Sicherheitsbewusstsein


40

Hagar Schmidhalter aus der Region Basel, in Paris

Atelierhaus Theo van Doesburg

Atelierhaus Sophie Taeuber-Arp

BÉTONSALON 9 Esplanade Pierre Vidal-Naquet

MARCHÉ DES ENFANTS ROUGES 9 Rue de Beauce

LE PLATEAU Place Hannah Arendt

CHEZ OMAR 47 Rue Bretagne

LE BAL 6 Impasse de la Défense

ANAHI 49 Rue Volta

CASTILLO CORRALES 80 Rue Julien Lacroix

LE PETIT CAMBODGE 20 Rue Alibert

LAFAYETTE ANTICIPATION 9 Rue Plâtre

TAKARA 14 Rue Molière

MARCHÉ D’ALIGRE Place d’Aligre

JARDIN DES PLANTES 57 Rue Cuvier


Meudon, 2013

Eleganz, Stil, Chic, Beige, Blau, Yves, Pierre, Pier, Pieter, Hannah, Anna, Annie, Andy, Andreas, AndrĂŠ, Endre, Stephan, StĂŠphanie, Stefanie, Georges, Georgette, Baguette, Eiffelturm


42

Vincent Kriste

aus der Region Basel, in Paris

CATHÉDRALE NOTRE-DAME‬ ‪6 Parvis Notre-Dame,‬ ‪75004 Paris‬ ‪GARE DE LYON‬ ‪75012 Paris‬


La Tour Eiffel, Paris 2013

Paris Tour Eiffel L’amour Seine‬


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Maria Magdalena Z’Graggen aus der Region Basel, in Buenos Aires

SILVERFISH Down, go down Down! More down Now go left, yes left, a little bit more Left and now – down. A little right … more right …down! No, not too much! Yes. There. There it is: Buenos Aires! On the Rio de la Plata I saw the water On a Sunday In Buenos Aires. What a singing name A dream of years, Imagine So many stories Have been told When I was a child That little girl who wished to see the world And here I am On the first floor of that big white house At the corner of Defensa y Carlos Calvo In the prow of a big ship The wheel in my hand The motor room – is here. The engines work at high speed Its turning, winding, growing


Now and then a bus stops Under my window, under my door. It’s the number 29 – again and again and again. The room trembles with every move coming and going. The bus is leaving

Again that noise and the room is shaking. Silverfish. That little room above the street Becoming form, Closely woven it grows and grows Grows into paintings, becoming a painting. A work of forms And color. Thick cords, And strings and laces, Threads and needles, Circles, nails, triangles, Glue and knifes and pencils, Waterglasses standing around So many brushes, thick and thin Growing fields of color, Dancing on the wall, dancing on the floor, Dancing on the table Inventing paintings.

And paintings, More paintings To come. A knocking at the door: It’s Doina, Juan, Valeria, Silvana, Piero, Rodolfo, Its Anthony, Randi, Tomas. The world is turning, Goes on moving Upside down – Up and down No up, no down, The world is here and everywhere No center, no main, no beside, No border, no end No nothing to keep us apart. (In art.)


iaab ist ein internationales Austausch- und Atelierprogramm, das KünstlerInnen der Bildenden Kunst aus den Regionen Basel, Solothurn, Südbaden und seit 2013 auch aus dem Elsass die Möglichkeit zu einem mehrmonatigen Werkaufenthalt in einem von zehn Partnerländern bietet. Einmal im Jahr werden die Austauschdestinationen zur Bewerbung ausgeschrieben. Ferner stehen regionalen KünstlerInnen One Way Ateliers in Paris und Berlin sowie ein Reisestipendium zur Auswahl. Kunstvermittelnde können sich neu auch für ein Recherche-Stipendium bewerben. Christoph Merian Stiftung St. Alban-Vorstadt 5, Postfach, CH-4002 Basel www.iaab.ch

Dr. Beat von Wartburg Projektverantwortung

Dr. Alexandra Stäheli Projektleitung

Ruth Walther Künstler- und Atelierbetreuung

Jeannette Mehr Projektassistenz


Trägerschaft iaab:


David Semper

Uta Pütz

Jan Kiefer

Ausstellung: 25. Mai bisJürg 22.Stäuble Juni 2014 Going Places im iaab-Projektraum Basement, Oslostrasse 10,Studer 4142 Monica und Christoph van den Berg Münchenstein / Dreispitzareal, Schweiz Anna Katharina Wieser

Rotterdam

Montreal Paris

Ausstellung Majaund RiederPublikation: Dr. des. Monika Kästli Gastkuratorin Matthias Huber

Julia Keller und Vanessa Simili Projektassistenz Nara Pfister

Gestaltung: a+, Basel Vanessa Safavi

Copyright © die Künstler- und Autor/innen Jochen Kitzbihler

Jan Hostettler

Clare Kenny

Yvonne Mueller und Leif Bennett

Hagar Schmidhalter

Buenos Aires

Vincent Kriste

Maria Magdalena Z’Graggen

iaab dankt allen Partnerinstitutionen 2013 für ihre Gastfreundschaft.


Jan Hostettler

Matthias Huber

Clare Kenny

Jan Kiefer Helsinki Jochen Kitzbihler

Berlin

Tokio

Vincent Kriste

Yvonne Mueller und Leif Bennett Tokio Nara Pfister und Hansjörg Köfler

Uta Pütz New Delhi Maja Rieder

Vanessa Safavi

David Semper

Hagar Schmidhalter

Woodstock

Perth

Jürg Stäuble

Monica Studer und Christoph van den Berg

Katharina Anna Wieser

Maria Magdalena Z’Graggen



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