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Camper Professional Deutschland, die Zweite!

Als wir die erste Ausgabe von Camper Professional herausgegeben haben, waren wir vorsichtig optimistisch, dass wir mit diesem Magazin im Markt Aufmerksamkeit erregen wĂŒrden. Was wir nicht erwartet haben, war die teilweise geradezu euphorische Begeisterung, mit der alle Branchenvertreter vom Handel ĂŒber die Lieferanten und die Industrie unsere neue mediale Plattform aufgenommen haben.

Auf dem Caravan Salon gab es kaum GesprĂ€che, die nicht zumindest ansatzweise (auch ohne unsere PrĂ€senz) das Magazin zum Thema hatten. BeflĂŒgelt durch diesen positiven emotionalen Impuls ist es uns leichtgefallen, die zweite Ausgabe zu erstellen. Themen und Anfragen gibt es zur GenĂŒge. Allerdings, und das ist Jammern auf höchstem Niveau, suchen wir noch den engen Schulterschluss mit allen Handelsbetrieben in Deutschland. Letztendlich hat unser Magazin ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal: es wurde und wird exklusiv fĂŒr Caravaning-Handelsbetriebe herausgegeben.

Index

‱ 10 DCHV Kompetenz fĂŒr den Fachhandel

‱ 16 CIVD 60 Jahre Engagement fĂŒr Caravaning

‱ 18 Interview mit Tom KlĂŒber-Voss FĂŒhrend in Stil und Design

‱ 24 Interview mit Lars Krause E-MobilitĂ€t beim Caravaning: Volkswagen greift an

‱ 28 Interview mit Bernd Löher Innovation und Tradition sind unsere StĂ€rken

‱ 32 Interview mit Markus Kern, Bernd Wuschack

Erfolgreich dem Wandel begegnen

‱ 36 Interview mit Gerd Adamietzki

Multi-Chassis-Strategie: Knaus gibt Vollgas!

Chefredakteur: Antonio Mazzucchelli

Um eine möglichst zielgruppengerechte Ansprache zu erreichen und eine erfolgreiche Inhaltsstruktur zusammenzustellen, benötigen wir den primĂ€ren Austausch, eine direkte Kommunikation mit dem Handel. Heißt, wir wĂŒnschen uns die Kommentare, Anregungen und WĂŒnsche aus den Betrieben. Was möchten Sie lesen? Welche Informationen sind fĂŒr Sie wichtig. Ein generelles VerstĂ€ndnis liegt aufgrund unserer langjĂ€hrigen Branchen-Erfahrung natĂŒrlich vor, aber dennoch möchten wir noch besser werden und den aktuellen Erwartungen der Handelsbetriebe und ihrer Verantwortlichen entsprechen. Helfen Sie uns das Alleinstellungsmerkmal „Caravaning-Handels-Fachmagazin“ noch weiter zu profilieren. Sprechen Sie mit uns oder schreiben Sie uns. Wir haben ein offenes Ohr und eine spitze Feder fĂŒr die Belange und WĂŒnsche in Ihren Betrieben. Mit Ihrer Hilfe freuen wir uns auf Camper Professional Deutschland, die Dritte!

redaktion@camperprofessional.com

‱ 40 ACSI

‱ 44 Wallas-Marin Oy

Die Kombi fĂŒr Campervans: Dieselkocher und Heizung

‱ 46 Movera Treffpunkt des Handels - Movera Infoshow 2023

‱ 48 Lippert Viel Neues bei Lippert

‱ 50 Brianza Plastica 60-jĂ€hriges Blick in die Zukunft

‱ 52 Caravan Salon DĂŒsseldorf Ausgabe 2022 mit großartigem Ergebnis

‱ 60 Meilensteine des Caravanings

Die Geschichte erfolgreicher Caravaning-Erfindungen

‱ 64 MĂ€rkte Spanischer Wohnmobilmarkt boomt

Redaktionsteam: Claus Detlev Bues, Peter Hirtschulz, Enrico Bona, Renato Antonini, Elisabetta Croce, Marta Santamarina, Terry Owen, Craig Ritchie, John Rawlings

Art Direktor: Federico Cavina

Druck: Pixartprinting - Quarto d’Altino VE

E-Mail: redaktion@camperprofessional.com

Hauptsitz des Verlags: Fuori Media srl - Viale Campania 33 - 20133 Milan - Italy - Ph. +39 02 58437693 - Numero REA MI - 2107599 - CF/P.Iva 09695690967

Erscheinungsweise: VierteljÀhrlich Eintragung: Gericht Mailand / n. 179 del 2/9/2019

Die VervielfĂ€ltigung und der Nachdruck, auch auszugsweise, von Artikeln und Bildern aus der Zeitung sind ohne die entsprechende Genehmigung des Verlags ausdrĂŒcklich verboten.

Mit den Worten “In Zusammenarbeit mit” kennzeichnen wir Artikel mit Werbecharakter.

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Claus Detlev Bues Peter Hirtschulz
camper professional deutschland n.2

Stellantis: “Wir konzentrieren uns weiterhin auf den Wohnmobilsektor”

Stellantis hat seinen Fokus auf den Wohnmobilsektor durch die Teilnahme am Caravan Salon DĂŒsseldorf und am Salon des VĂ©hicules de Loisirs unter Beweis gestellt, indem zum ersten Mal Fahrzeuge von vier verschiedenen Marken - Fiat Professional, CitroĂ«n, Peugeot und Opel - gemeinsam ausgestellt wurden. „Stellantis ist somit der grĂ¶ĂŸte Akteur im Bereich der Wohnmobile, der die am besten strukturierte und flexibelste Produktpalette in Bezug auf Abmessungen, Ausstattungen und Antriebe anbieten kann, unterstĂŒtzt durch eine Produktionsrate, die ein schnelles Wachstum erwarten lĂ€sst“, so Eric Laforge, Stellantis Head of Light Commercial Vehicles, Enlarged Europe. „Als MarktfĂŒhrer ist die Gruppe seit jeher nah an den AusrĂŒstern und Endverbrauchern, deren Anforderungen vom Design bis zum Kundendienst berĂŒck-

sichtigt werden: Ein außergewöhnlicher Partner fĂŒr die Welt des Caravaning“. Die Ausrichtung von Stellantis auf den Wohnmobilsektor zeigt sich auch in der Entscheidung, einen Teil der ProduktionskapazitĂ€ten in Gliwice (Polen) fĂŒr die Herstellung von Wohnmobil-Chassis zu nutzen. Damit werden die ProduktionskapazitĂ€ten erweitert, da diese Fahrzeuge bisher nur im Werk von Sevel in Atessa (Italien) hergestellt wurden. Schließlich wird bei den Investitionen in die Technologie weiter das Gleichgewicht zwischen UmweltvertrĂ€glichkeit und Leistung beachtet. Stellantis wiederum ist bereits in der Lage, die Nachfrage nach BEV-Fahrzeugen auch im Bereich der Reisemobile zu befriedigen. Stellantis entwickelt auch eine Lösung fĂŒr ein kompaktes Wohnmobil: Ein vielseitiges und modernes Fahrzeug, das auf die jĂŒngste Entwicklung der hohen Campingbus-Nachfrage reagiert. Die Nutzer sind heute nĂ€mlich jĂŒnger als frĂŒher und haben einen geringeren Platzbedarf: Sie suchen ein wendiges Fahrzeug, das sowohl fĂŒr die Freizeit als auch fĂŒr den Alltag geeignet ist.

50 Jahre Truma-Service

Seit 50 Jahren verfĂŒgt Heizungsspezialist Truma ĂŒber ein engmaschiges Kundendienstnetz mit Außendienst, damit Kunden möglichst schnell geholfen werden kann. 2.000 Servicepunkte und ĂŒber 1.500 zertifizierte Truma-Partner sorgen weltweit fĂŒr diesen Service. Dazu kommen ServiceHotlines und Außendienst-Mitarbeiter, die den bekannten Winterdienst auf den CampingplĂ€tzen betreuen. Info: www.truma.de

Salon des Véhicules de Loisirs: 10% mehr Besucher als bei der Ausstellung 2021

WĂ€hrend der Salon des VĂ©hicules de Loisirs 2022 seine Pforten schloss, verließen Aussteller und Besucher zufrieden das MessegelĂ€nde in Paris-Le Bourget. Eine Messe, die im Rahmen eines florierenden Marktes stattfand, die aber wie in der Automobilindustrie die Probleme mit der VerfĂŒgbarkeit von Fahrzeugen und Teilen kennt. Der diesjĂ€hrige Salon des VĂ©hicules de Loisirs hat, wie die 55 vorangegangenen Ausgaben, sein Versprechen gehalten und alle Akteure und Besucher in einer freundlichen AtmosphĂ€re zusammengefĂŒhrt. FĂŒr die Gesamtheit der Aussteller, ob Hersteller oder AusrĂŒster von Reisemobilen, Vans, Campervans, Caravans, Mobilheimen natĂŒrlich, aber auch von Zubehörherstellern und Dienstleistern, Reiseveranstaltern, bleibt diese Messe in Frankreich ein Höhepunkt des Jah-

res. „Diese Messe 2022 wurde in mehrfacher Hinsicht mit Spannung erwartet. Das Reisen mit einem Freizeitfahrzeug (Wohnmobile, Vans und Campervans) entspricht

immer mehr den WĂŒnschen, die im Zeitgeist verankert sind. Die Besucher waren daher alle sehr ungeduldig, um alle neuen Produkte der grĂ¶ĂŸten Marken unter live vor Ort zu sehen und sich vorzustellen,

wie ihr nĂ€chster Urlaub oder ihre zukĂŒnftigen Wochenenden an Bord eines Freizeitfahrzeugs aussehen könnten“, erklĂ€rt Pierre Rousseau, PrĂ€sident des Salon des VĂ©hicules de Loisirs. Die Organisatoren der Messe laden alle Besucher und Aussteller ein, sich im nĂ€chsten Jahr zur 57. Ausgabe zu treffen, die ausnahmsweise bis 2025 im Parc des Expositions in Villepinte stattfinden wird. Auch das Datum wurde geĂ€ndert, die Messe findet vom 7. bis 15. Oktober 2023 statt: „FĂŒr alle StammgĂ€ste der VDLShow ist das eine große Umstellung, aber wir sind alle sehr begeistert von der Idee dieses Umzugs in den Parc des Expositions nach Villepinte, weil das MessegelĂ€nde ĂŒber eine hochwertige Infrastruktur und RĂ€umlichkeiten fĂŒr eine Messe wie unsere verfĂŒgt“, so Pierre Rousseau abschließend.

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50 Jahre Service am Kunden: BerĂŒhmt und beliebt - Der Truma Winterdienst auf den CampingplĂ€tzen

25 Jahre InterCaravaning

Unter dem Motto: “alles aus einer Hand” ist lnterCaravaning seit 25 Jahren fĂŒr Kompetenz und ZuverlĂ€ssigkeit im Caravaning-Bereich bekannt. Mit mehr als 40 angeschlossenen Fachbetrieben in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Spanien, Italien und den Niederlanden ist lnterCaravaning Europas grĂ¶ĂŸte Caravaning Fachhandelskette und steht fĂŒr ein kunden- und serviceorientiertes Netzwerk. 1997 grĂŒndeten damals noch sieben FachhĂ€ndler in Koblenz die lnterCaravaning. Seither machen die lnterCaravaning-FachhĂ€ndler gemeinsame Sache und bieten ihren Kunden erstklassige Werkstattleistungen, gesammelte Kompetenz und zertifizierte QualitĂ€t. In den mehr als 25 Jahren ihres Bestehens hat sich die lnterCaravaning-Gruppe zur fĂŒhrenden HĂ€ndlerkooperation der Branche und zu einem bedeutenden Partner der deutschen Caravaning-Hersteller entwickelt. Die Kunden können sich in den kommenden 12 Monaten auf viele Angebote und Aktionen zum 25-jĂ€hrigen JubilĂ€um der InterCaravaning und ihrer FachhĂ€ndler freuen. Info: www. intercaravaning.de

Die Fachhandelskette Intercaravaning startet mit Sonderaktionen in das 25-jÀhrige JubilÀumsjahr

Die Stuttgarter Urlaubsmesse CMT (14. bis 22. Januar 2023) ist die weltweit grĂ¶ĂŸte Publikumsmesse fĂŒr Tourismus und Freizeit und prĂ€sentiert sich 2023 mit nachhaltigem Tourismus und VölkerverstĂ€ndigung. Im Caravaning-Bereich, der Neuheitenschau zum Saisonbeginn, warten mehr als 1.000 Fahrzeuge aller namhaften Marken und Hersteller auf die Besucherinnen und Besucher. Guido von Vacano, Mitglied der GeschĂ€ftsleitung bei der Messe Stuttgart: „Das MessegelĂ€nde ist bereits jetzt nahezu nahtlos ausgebucht.“ Hinzu komme eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten, die dem Publikum neu prĂ€sentiert wĂŒrden. Dazu prĂ€sentiert die Stuttgarter Urlaubsmesse zusammen mit ihren vier PartnerInnen attraktive und aktuelle Themen, die perfekt in diese Zeit passten. Zum Beispiel die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim im Spannungsbogen von Experimentierfeld, Blumenschau und Sommerfest. Dann die Nationalparkregion Schwarzwald, die ihre VorzĂŒge auch in Verbindung mit einem Caravaning-Urlaub vorstellen wird. Beim Landurlaub in Baden-WĂŒrttemberg geht es um eine erdgebundene Urlaubsform und als Partnerland stellt sich mit der Mongolei ein absolutes Kleinod aus dem Herzen Asiens vor. Die Urlaubsmesse CMT 2023 wird von ihren Töchtern Fahrrad- und Wander-Reisen, Golf- und Wellness-Reisen sowie Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen ergĂ€nzt. Die Fahrrad- und Wander-Reisen wird zum ersten Mal auf drei Tage Laufzeit verlĂ€ngert und schließt neben dem ersten CMT-Wochenende auch den Montag ein (14. bis 16. Januar). Premiere auch fĂŒr die internationale Tauchmesse „Interdive“, die am zweiten Wochenende (19. bis 22. Januar) stattfinden wird. Infos: www.messe-stuttgart.de/cmt/

Salon Austria 2022: Das Interesse war enorm, das Publikum jung wie nie zuvor.

Klar, die eine oder andere graue oder besser gesagt weiße Ecke ließ sich auch heuer noch finden. Doch der Trend ist klar, es wird bunter, viel bunter. Das zeigte sich schon im Vorfeld des Caravan Salon Austria. Viele Unternehmen kamen erstmals nach Wels, sehr unterschiedlich waren die BeweggrĂŒnde dafĂŒr. Einzelne Aussteller hatten ihr Hobby erst vor kurzer Zeit zum Beruf gemacht, das gilt ganz speziell fĂŒr die Campervan-Szene die sich in Halle 19 von ihrer besten Seite zeigen konnte. Andere kamen nach Wels, um sich ein Bild vom ös-

terreichischen Markt zu machen und ganz viele um ihr wachsendes Produktportfolio in einem maßgeschneiderten Rahmen, einem durchwegs kaufkrĂ€ftigen Publikum zu prĂ€sentieren. „Der Caravan Salon war ein voller Erfolg. Erfreulich ist nicht nur die Besucherzahl, sondern auch die Tatsache, dass heuer vermehrt auch Neueinsteiger und junge Familien die Messe besucht haben.“, so Petra Leingartner, Messeleitung Wels.

Wie schon in den Jahren zuvor bot der Caravan Salon auch heuer eine gute Möglichkeit Trends zu entdecken. So zeigte sich die Branche farbenfroher als je zuvor. Sei es um jĂŒngere KĂ€uferschichten anzusprechen oder aber auch um in einem natĂŒrlichen Umfeld weniger aufzufallen. Ebenfalls klar zu bemerken war der Trend, mehr nach draußen zu gehen. Man versteckt sich nicht mehr beim Camping, man lebt immer mehr vor der TĂŒre und zieht sich nur zum Schlafen oder wenn es die Temperaturen verlangen, in den komfortablen Innenraum zurĂŒck. Dazu passt auch die enorm gestiegene Nachfrage nach alltagstauglichen Vans, die im Idealfall auch noch allradgetrieben sind. Mit ihnen unterwegs scheint das Abenteuer

keine Grenzen zu kennen. Problematisch dabei sind jedoch die vielerorts aufgerufenen Preise und das hohe Gewicht, das die spektakulÀr aussehenden Fahrzeuge auf die GelÀndekompetenz eines Allradkombis reduziert.

Mit rund 39.000 Besuchern konnte der Ansturm nach der Welle 2021 nicht ganz getoppt werden, doch die Aussteller zeigten sich dennoch sehr zufrieden.

ZusĂ€tzlich zur Livemesse war der Caravan Salon Austria erstmalig auch als digitale Plattform ein gut besuchter Platz fĂŒr Angebot und Nachfrage. Über 23.000 mal wurden die digitalen MessestĂ€nde besucht und mehr als 2.000 mal mit einem Herzchen markiert. Besucher konnten sich digitale Inhalte wie ProduktbroschĂŒren und Kontaktdaten der Aussteller abspeichern und in ihrer digitalen Messetasche sammeln. Vor der Messe zur Vorbereitung, wĂ€hrend der Messe zum Sammeln an den StĂ€nden, nach der Messe zum Nachsehen oder auch stattdessen, wenn man die Messe verpasst hat – die digitalen Inhalte sind noch bis Mitte Dezember verfĂŒgbar.

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CMT 2023 gibt Antworten auf aktuelle Herausforderungen Im Januar 2023 werden wieder die Fahnen der CMT und ihrer Tochtermessen aufgezogen. Foto: Landesmesse Stuttgart GmbH Caravan

Auto & Freizeit Nord eröffnet neuen Firmensitz

Nordeuropas grĂ¶ĂŸtes Caravan- und Reisemobil-Zentrum öffnet am Freitag, 9. Dezember, in Reinfeld, Sichtweite zur Autobahn 1. Die bisher in Eutin ansĂ€ssige Firma „Auto & Freizeit Nord“ hat 8,5 Millionen Euro in das 40.000 Quadratmeter umfassende neue Stammhaus investiert. Auch die Bauzeit ist rekordverdĂ€chtig: In nur neun Monaten ist das Ausstellungs- und GeschĂ€ftsgebĂ€ude am Stubbendorfer Ring fertiggestellt worden. Es liegt im Gewerbegebiet Reinfeld/Stubbendorf. “Ein Paradies fĂŒr mobile Urlaubsfreude”, so sieht FirmengrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Horst Spiertz den neuen Stammsitz seines Unternehmens und verspricht allen Kunden und Freizeit-Fans ein außergewöhnliches Erlebnis. „Von Low Budget bis High End, vom Wohnwagen bis zum Caravan – die Produktvielfalt wird phĂ€nomenal sein“, sagt er ĂŒber das neue Zentrum.1997 grĂŒnd-

ete Horst Spiertz zusammen mit seinem GeschĂ€ftspartner Reiner Lemke in Eutin im Stormarner Nachbarkreis Ostholstein „Auto & Freizeit Nord“. Mit sieben Wohnwagen und 20 Pkw starteten sie in die SelbststĂ€ndigkeit. Heute werden dort mit etwa 80 Mitarbeitern auf 16.000 Quadratmetern AusstellungsflĂ€che mehr als 200 Wohnwagen und Reisemobile der Knaus-Tabbert-Gruppe sowie Gebrauchtwagen prĂ€sentiert. Zur feierlichen Eröffnung in Reinfeld plant die GeschĂ€ftsfĂŒhrung auch einen „Markt der Begegnung“. Dieser besondere Weihnachtsmarkt erwartet Besucher ab Freitag, 9. Dezember, um 18.00 Uhr mit kulinarischen Leckereien, Kunsthand werk aus der Region, Livemusik, Zauberei, einer Weihnachts-Lasershow sowie Mitmachangebote fĂŒr kleine und große GĂ€ste. Info: www.auto-u-freizeit.de

Reisemobile Brumberg baut weiter aus

Der Kamener ReisemobilhĂ€ndler Brumberg schlĂ€gt in seiner Firmengeschichte ein neues Kapitel auf und vergrĂ¶ĂŸert den Betrieb an der Herbert-Wehner-Straße ein weiteres Mal. Die neu gebaute und jetzt in Betrieb genommene Halle, die unweit des Stammsitzes entstanden ist, bietet mit 800 Quadratmeter Platz fĂŒr sechs neue WerkstattplĂ€tze. „Wir haben schon lange mehr Platz benötigt. Jetzt können wir endlich grĂ¶ĂŸere Lager-KapazitĂ€ten abdecken und fĂŒr Fahrzeuge sowie Zubehör nutzen“, sagt Inhaber Kai Brumberg, der das GeschĂ€ft zusammen mit seinem Sohn Dirk Rauchegger fĂŒhrt. DafĂŒr werden noch FachkrĂ€fte gesucht: „Egal ob in Teilzeit oder Vollzeitwir sind noch auf der Suche nach VerstĂ€rkung fĂŒr unser Werkstatt-Team“, meint Dirk Rauchegger. Die Nachhaltigkeit und eine umweltgerechte Ausstattung sind ebenfalls berĂŒcksichtigt worden. Ausgestattet wird das Dach des Neubaus demnĂ€chst noch mit einer Photovoltaikanlage, die knapp 30 Kilowattpeak erzeugen soll. Zusammen mit zwei großen WĂ€rmepumpen wird dann die Halle kĂŒnftig durch selbst erzeugte Energie autark versorgt. Info: www. brumberg-reisemobile.de

Der Kamener ReisemobilhÀndler Brumberg hat seine Service-KapazitÀten mit einem Werkstatt-Hallenneubau nochmals erweitert. (Foto: Reisemobile Brumberg)

Trigano lanciert mit Libertium einen neuen Giganten fĂŒr den RV-Vertrieb in Frankreich

Im vergangenen Jahr wurde die Trigano-Gruppe MehrheitsaktionĂ€r der HĂ€ndlergruppen CLC, SLC und Loisireo, die das Alliance Camper Team bildeten. Am 10. September wird eine neue nationale Marke fĂŒr den Handel mit Freizeitfahrzeugen eingefĂŒhrt: Libertium. In diesem Netzwerk sind die wichtigsten Akteure des französischen Marktes fĂŒr den Vertrieb von Wohnmobilen, Wohnwagen und Campervans vereint: CLC, LoisirĂ©o und SLC, aber auch Europ’Holidays, Le Hall du Camping-Car und Espace Camping-Cars. Libertium wird von der Trigano-Gruppe kontrolliert und vertreibt weiterhin die meisten europĂ€ischen Marken. Die neue Gruppe ist eine starke Antwort auf die wachsenden Bestrebungen der AutomobilhĂ€ndler, insbesondere im Bereich der um- und ausgebauten Kastenwagen. Mit fast 50 Verkaufspunkten und der Trigano-Expertise will Libertium zum Maßstab auf dem Markt werden und seinen Kunden in ganz Frankreich ein hohes Maß an Kompetenz und Service garantieren.

Australier ĂŒbernehmen CaravanStart-up Paulcamper

Das börsennotierte australische Unternehmen Camplify hat das Berliner Start-up Paulcamper ĂŒbernommen, das Caravans und Campingbusse von Privatpersonen vermietet. Camplify zahlt fĂŒr den Deal insgesamt rund 31 Millionen Euro an die Paulcamper-Gesellschafter, sowohl in Cash als auch in Form von Aktienanteilen. ZusĂ€tzlich sollen die AktionĂ€re des australischen Portals noch einmal 5,5 Millionen Euro in die gemeinsame Firma stecken. Info: www. paulcamper.de

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Das CAPRON-Werk der Erwin Hymer Group in Neustadt hat das 100.000ste Reisemobil fĂŒr die Marken Carado und Sunlight produziert. Das erste Modell, das im Jahr 2006 vom Band lief, war ein teilintegrierter Carado T135. In den letzten 16 Jahren wuchs die CAPRON-Familie stetig, ebenso wie die Produktion. Am 21. Juni um 9.00 Uhr konnte das Team einen neuen Meilenstein feiern, als das 100.000ste Wohnmobil nach 450 Metern Fertigungsdauer vom Band 1 rollte. Wie 2006 handelte es sich um einen T135 - dieses Mal jedoch als hochmoderne EDITION15.

Das 100.000ste JubilĂ€umsfahrzeug rollte in einer besonderen Phase fĂŒr CAPRON vom Band, in der die Produktion durch Lieferketten- und Energiekrise stark belastet wird. Dennoch blickt Daniel Rogalski, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CAPRON GmbH und der Carado GmbH, zuversichtlich in die Zukunft und ist stolz darauf, dass sein Unternehmen seit 16 Jahren kontinuierlich Reisemobile und Wohnmobile produziert: “Die aktuellen globalen Krisen bringen uns in eine schwierige Lage. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir auch diese Herausforderungen meistern werden. Wir tun alles, um die Produktion am Standort bis zum nĂ€chsten Meilenstein und darĂŒber hinaus stabil zu halten, damit sich unsere Kunden weiterhin den Traum vom eigenen Reisemobil erfĂŒllen können” , resĂŒmiert Rogalski.

CIVD-Ehrennadel fĂŒr Carthago-Chef Schuler

65 Jahre Autohaus Klinke in Loxstedt

Der Beginn des Autohauses Klinke geht auf das Jahr 1957 zurĂŒck. Georg Klinke, seit ĂŒber 25 Jahren selbstĂ€ndiger KFZ-Meister, kaufte den Betrieb an der Bundesstraße 6 in Loxstedt-Nesse. Er betrieb die Esso-Tankstelle, angeschlossen eine freie Kfz-Werkstattt. Nach dem Tod des Vaters ĂŒbernahm Hans-Georg Klinke den Betrieb und spezialisierte sich auf die Reparatur von Kraftfahrzeugen. 1992 wurde der Umfang des Betriebes durch Verkauf, Service und Vermietung von Wohnmobilen erweitert. Das Autohaus Klinke hat sich im Laufe der Jahre nicht nur zu einem erfahrenen Renault-Betrieb mit einer großen Auswahl an Neu-, Gebraucht- und Jahreswagen, sondern auch zu einem Spezialisten fĂŒr Wohnmobile entwickelt. In der Fahrzeugausstellung werden Pkw von Dacia und Renault sowie Wohnmobile und Wohnwagen der Marken Knaus und Weinsberg prĂ€sentiert. Seit 2017 gehört der Betrieb aus Loxstedt-Stotel in Niedersachsen offiziell zu Europas grĂ¶ĂŸter Caravaning-Fachhandelskette Intercaravaning. Auch fĂŒr die Zukunft ist vorgesorgt: Das Autohaus Klinke kann auch hinsichtlich der ElektromobilitĂ€t auf eine hohe Expertise bauen, nicht nur im KFZ-, sondern auch im Zweiradbereich. Das Autohaus Klinke feiert das JubilĂ€umsjahr natĂŒrlich mit zĂŒnftigen Feten und besonderen Angeboten.

Info: www.klinke.gmbh

Das Autohaus Klinke in Loxstedt kann auf stolze 65 Jahre Firmengeschichte zurĂŒckblicken. (Foto: Autohaus Klinke)

Seine Lebensleistung und sein unternehmerisches Gesamtwerk sind bestechend: Carthago GrĂŒnder Karl-Heinz Schuler gehört zweifellos zu den herausragenden Persönlichkeiten der Caravaningbranche. Dies nahm der Herstellerverband CIVD zum Anlass, den Unternehmer anlĂ€sslich des Caravan Salons 2022 mit der selten verliehenen silbernen Ehrenmedaille auszuzeichnen. „Das hĂ€tte ich mir bei der GrĂŒndung von Carthago wirklich nicht trĂ€umen lassen“, freute sich Karl-Heinz Schuler gerĂŒhrt im Anschluss an die Laudatio von CIVD-PrĂ€sident Herman Pfaff, die Verleihung der Medaille und den Beifall der zahlreichen Branchenvertreter. 1979 hatte er im Anschluss an sein Studium zum Wirtschaftsingenieur Carthago gegrĂŒndet. Was wortwörtlich in Ravensburg als Garagenunternehmen begann, mĂŒndete in einer Unternehmensgruppe mit heute rund 1.500 Mitarbeitern – unverĂ€ndert eines der europaweit immer selteneren großen und unabhĂ€ngigen inhabergefĂŒhrten Familienunternehmen der Branche. „Diese Medaille nehme ich auch stellvertretend fĂŒr unsere vielen engagierten Mitarbeiter entgegen“, so Schuler weiter. Die InitialzĂŒndung fĂŒr den Start der Premiummarke gab seinerzeit der zufĂ€llige Blick auf einen ausgebauten Campingbus am Straßenrand. „Das kann man besser machen“, dachte sich Schuler – sein Credo bis heute und eine unablĂ€ssige Kette von Neuund Weiterentwicklungen. Info www.carthago.com

Votronic GmbH umgezogen

Elektronik-Spezialist Votronic, bekannt durch innovative und elektronische GerĂ€te fĂŒr Reisemobile wie LadegerĂ€te, Booster oder Wechselrichter hat einen neuen Standort: Johann-Friedrich-Diehm-Straße 2, 36241 Lauterbach. Info: www.votronic.de

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CAPRON-Werk feiert das 100.000ste Reisemobil Carthago-Chef Karl-Heinz Schuler (rechts mit CIVD PrĂ€sident Hermann Pfaff) bei der Übergabe der CIVD-Ehrennadel

Mit einer rauschenden Partynacht hat der neue Morelo-Spezialist Weiss+Weiss im baden-wĂŒrttembergischen Ellwangen seine Arbeit aufgenommen. Als neuer Exklusiv-Partner fĂŒr den bayerischen First-Class-Hersteller Morelo bieten die Schwaben im Industriegebiet von Ellwangen, nur wenige Kilometer von der Abfahrt der Autobahn A 7 entfernt, ein komplettes Serviceangebot: Beratung, Verkauf, Wartung, Sicherheits-Checks, Reparaturen und – falls ĂŒberhaupt noch möglich – zusĂ€tzliche individuell angepasste Einbauten und Veredelungskomponenten. GegrĂŒndet wurde die Firma fĂŒr First-Class-Reisemobile von den BrĂŒdern JĂŒrgen und Roland Weiß, die auf einem ganz anderen Gebiet bereits ein weltweit erfolgreiches Unternehmen fĂŒr Spezialmaschinenbau aufgebaut haben. Mit Weiss+Weiss verbinden die Beiden Unternehmertum mit privater Leidenschaft, denn sowohl JĂŒrgen wie Roland Weiß sind seit Jahrzehnten begeisterte Reisemobilisten. Mehr als 100 GĂ€ste, darunter Morelo-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Robert Crispens, kamen zur Eröffnungsfeier und erlebten eine sehr schwĂ€bische Ansprache von JĂŒrgen Weiß (sparsam mit Worten und dementsprechend kurz), dafĂŒr aber eine lange Party-Nacht mit vielen HĂ€ppchen, kĂŒhlen GetrĂ€nken und heißen Rhythmen. Gefeiert wurde bis nach 4 Uhr morgens – kein Problem fĂŒr die Vorausschauenden unter den GĂ€sten, die ihr Wohnmobil auf dem firmeneigenen Stellplatz geparkt hatten. Info: www.weiss-reisemobile.de

Rekordbesuch auf dem Salone del Camper in Parma

Der Salone del Camper 2022 in Parma, Italien, schloss mit einem Rekordergebnis von ĂŒber 110.000 Besuchern, was einem Anstieg von 10 % im Vergleich zu 2021 entspricht. „Ein Ergebnis, das die Erwartungen und Wachstumsprognosen des PhĂ€nomens Reisemobil bestĂ€tigt. Was sich sowohl in der steigenden Nachfrage nach Fahrzeugen als auch in der Belegung von CampingplĂ€tzen und RastplĂ€tzen zeigt“, heißt es in der abschließenden Pressemitteilung. Die Zahlen von FAITA-FederCamping sprechen fĂŒr sich: In den ersten vier Monaten der Tourismussaison 2022 wurde bereits ein Anstieg von 8% bei den AnkĂŒnften und 7% bei den Übernachtungen in Italien verzeichnet, was weit ĂŒber den Werten von 2019 liegt. Bei der Eröffnung des Salone del Camper wies der Tourismusminister Massimo Garavaglia darauf hin, dass die Entwicklung der Tourismusbranche 9% des italienischen BIP und 15% der BeschĂ€ftigung ausmacht. Minister Garavaglia kĂŒndigte auf dem Salone del Camper die Bereitstellung von Mitteln fĂŒr den Bau von 1.000 neuen WohnmobilstellplĂ€tzen in Italien an. „Der Reisemobiltourismus“, so Antonio Cellie, CEO von Fiere di Parma, „hat sich als ein Megatrend bestĂ€tigt, der das Wachstum der italienischen Tourismusindustrie beeinflussen kann. Mit dem Salone del Camper unterstreicht die Messe Parma auch die Bedeutung der mobilen Freizeit und trĂ€gt zu seiner Entwicklung bei.“ Auf der Messe waren mehr als 300 Aussteller aus 15 LĂ€ndern, fĂŒnf Pavillons, 41 Herstellermarken und vier Themenbereiche auf einer FlĂ€che von rund 100.000 Quadratmetern vertreten.

Caravan Salon 2022 - 86.000 Euro fĂŒr Elterninitiative der Kinderkrebsklinik

Auf Initiative des DoldeMedien Verlags aus Stuttgart, wurde auch in diesem Jahr eine Spendenaktion unter den Ausstellern des Caravan Salon initiiert. Dank der großen Spendenbereitschaft und dem per-

sönlichen Engagement von Schirmherrin Barbara Schell (Phoenix Reisemobile), konnte nun die stolze Summe von 86.000 Euro an die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik in DĂŒsseldorf ĂŒbergeben wer-

den. Gabi HĂ€nsel, Vorstand der Elterninitiative, und den Sohn der GrĂŒnderin des Vereins, AndrĂ© Zappey freuten sich sehr ĂŒber die UnterstĂŒtzung und bedankten sich fĂŒr große Spendenbereitschaft. Die Initiative setzt sich seit 43 Jahren fĂŒr die Kinderkrebsklinik ein und erfĂŒllt mit den gesammelten Spenden vielen Kindern einen, oftmals letzten, Wunsch. Info: www. caravan-salon.de

In der Mitte mit Scheck: AndrĂ© Zappey, Sohn der GrĂŒnderin des Vereins; Schirmherrin Barbara Schell, Phoenix Reisemobile; Gabi HĂ€nsel, Vorstand der Elterninitiative bei der Übergabe des Spendenchecks mit vielen Spendern aus Handel und Industrie

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Die Firma Weiß & Weiß im schwĂ€bischen Ellwangen ist neuer Exklusiv-Partner von Morelo

Neuzulassungen Caravaning-Branche: drittbestes Ergebnis

Die Nachfrage nach Reisemobilen und Caravans ist ungebrochen hoch, doch stockende Lieferketten und FachkrÀftemangel erschweren die Produktion von Freizeitfahrzeugen.

Im Zeitraum Januar bis September wurden insgesamt 78.011 Freizeitfahrzeuge in Deutschland neu zugelassen. Es ist das drittbeste Ergebnis der Branchengeschichte fĂŒr diesen Zeitraum. Damit liegen die Neuzulassungen zwar rund 13,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau, toppen aber immer noch deutlich die Vor-Corona-Jahre. Mit 21.110 Einheiten verzeichnet die Caravan-Sparte im bisherigen Jahresverlauf ein leichtes Minus von 2,7 Prozent. 56.901 neu zugelassene Reisemobile bedeuten ein Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Rekordwert aus 2021. Der Industrie fehlt es aufgrund stockender Lieferketten an Material und Komponenten, insbesondere bei den Fahrzeugchassis. Hinzu kommt der branchenweite Personalmangel.

Der Trend zum mobilen, individuellen und naturnahen Urlaub hat lange vor der Pandemie begonnen und setzt sich weiter fort: Viele Menschen verbringen ihre Freizeit mit Reisemobil oder Caravan – Tendenz steigend. „Reisemobile und Caravans sind weiterhin sehr nachgefragt und die AuftragsbĂŒcher der Hersteller gut gefĂŒllt. Die Pandemie hat diesem langfristigen Trend einen weiteren Schub gegeben“, erklĂ€rt Daniel Onggowinarso, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD). Trotz der großen Beliebtheit der Urlaubsform meldet die Caravaning-Branche im Vergleich zum Vorjahr fĂŒr die ersten drei Quartale weniger Neuzulassungen:

Die Caravan-Neuzulassungen liegen mit 21.110 Fahrzeugen rund 2,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Auch die Reisemobilsparte meldet mit 56.901 Einheiten ein Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2021. Mit insgesamt 78.011 Freizeitfahrzeugen erzielt die Branche trotzdem das drittbeste Ergebnis der Branchengeschichte fĂŒr die ersten drei Quartale.

Herausforderungen fĂŒr die Industrie

Der hohen Nachfrage nach Fahrzeugen stehen Probleme in der Produktion und Auslieferung gegenĂŒber. HierfĂŒr sind mehrere Entwicklungen verantwortlich:

‱ Stockende Lieferketten belasten auch die Caravaning-Industrie seit ĂŒber einem Jahr. Es fehlt branchenĂŒbergreifend an Material und Bauteilen. Oft können Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden, weil einzelne Komponenten fehlen. Preise und VerfĂŒgbarkeit zahlreicher Materialen und Bauteile Ă€ndern sich fortlaufend. Es fehlt den Betrieben an Planungssicherheit.

‱ In der Reisemobilproduktion spiegelt sich der Mangel an Fahrzeugchassis deutlich in den Neuzulassungszahlen wider: Den Betrieben fehlt es an Basisfahrzeugen, weshalb bestellte Reisemobile erst gar nicht in die Produktion gehen können. Dies betrifft vor allem die klassischen Reisemobiltypen und Kastenwagen. Nur bei den ultrakompakten Campervans sieht die Versorgungslage etwas positiver aus. Um mehr Fahrzeugchassis zur VerfĂŒgung zu haben, setzen immer mehr Unternehmen auf neue Kooperationen mit Basisfahrzeugherstellern, daher vergrĂ¶ĂŸert sich die Markenvielfalt in diesem Bereich. Hersteller, die beide Fahrzeugtypen produzieren, haben in den vergangenen Monaten vermehrt auf die Fertigung von Caravans gesetzt, um ProduktionslĂŒcken zu vermeiden.

‱ Betriebe melden branchenĂŒbergreifend einen akuten FachkrĂ€ftemangel. Wie andere Wirtschaftszweige auch, verzeichnet die Caravaning-Industrie eine hohe Zahl an pandemiebedingten PersonalausfĂ€llen. Hinzu kommt der grundlegende Mangel an NachwuchsfachkrĂ€ften. Um

dem entgegenzuwirken, hat der CIVD eine neue, speziell auf die AnsprĂŒche der Branche abgestimmte, Fachrichtung namens „Caravan- und Reisemobiltechnik“ fĂŒr den Ausbildungsberuf „Karosserieund Fahrzeugbaumechaniker/in“ entwickelt. Geplanter Ausbildungsstart ist im August 2023.

„Es ist eine frustrierende Situation fĂŒr alle Beteiligten. Die Industrie könnte unter normalen Bedingungen deutlich mehr Fahrzeuge bauen und liefern. Doch angesichts der Probleme in der Produktion mĂŒssen HĂ€ndler und Kunden leider lĂ€nger als ĂŒblich auf ihre Reisemobile und Caravans warten“, zieht Daniel Onggowinarso Bilanz.

Branche bleibt optimistisch

Die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Neuzulassungszahlen sind fĂŒr den CIVDGeschĂ€ftsfĂŒhrer allerdings kein Grund, pessimistisch in die Zukunft zu blicken: „Dieses Jahr wird unsere Branche keine neuen Zulassungsrekorde aufstellen. Allerdings liegen wir bei den Reisemobilen noch deutlich ĂŒber den Werten der Vor-Corona-Jahre und haben insgesamt das drittbeste Ergebnis aller Zeiten fĂŒr den Zeitraum Januar bis September erzielt. Das ist angesichts der extrem schwierigen Rahmenbedingungen ein sehr solides Ergebnis und zeigt, wie gut die Caravaning-Branche auf die Krisen reagiert hat.“ Hersteller und Zulieferer hoffen fĂŒr das kommende Jahr auf eine Entspannung bei der Liefersituation: „Sobald Fahrzeugchassis und Bauteile besser verfĂŒgbar sind, werden die Betriebe wieder effektiver ihre AuftrĂ€ge abarbeiten und kĂŒrzere Lieferzeiten realisieren können.“, so Daniel Onggowinarso weiter.

9 CAMPER PROFESSIONAL

Kompetenz fĂŒr den Fachhandel - Der Deutsche Caravaning Handels-Verband informiert

LUPO 2022: VerlÀsslichkeit, Menschlichkeit und nachhaltiges Wirtschaften

Nach zwei Jahren Corona-Pause rief der Deutsche Caravaning HandelsVerband DCHV wieder zum großen Treffen der deutschen Caravaning-Branche. Am Abend des Eröffnungstages des Caravan Salons in DĂŒsseldorf lud der DCHV zum traditionellen Branchentreff ein. Höhepunkt der Abendveranstaltung war die Verleihung des Lieferanten- und Partnerschaftspreises, LUPO. Im Jahre 2022 geht die Auszeichnungen an Klaus BĂŒttner, geschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter des Camping-Zubehör-GroßhĂ€ndlers Frankana Freiko.

Die Laudatio des DCHV wĂŒrdigt Klaus BĂŒttner als einen „Unternehmer, der mit seiner persönlichen Werteorientierung vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie GeschĂ€ftspartnern ein Vorbild ist. Er steht vor allem fĂŒr Menschlichkeit, Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften. Mit der jĂ€hrlichen Hausmesse und den ebenfalls jĂ€hrlich stattfindenden HĂ€ndlertagungen hat er in den letzten Jahren eine regelmĂ€ĂŸige BegegnungsstĂ€tte fĂŒr die Branche etabliert, die von HĂ€ndlern und Herstellern gleichermaßen geschĂ€tzt wird. Auch das in den letzten Jahren entstandene Schulungszentrum fĂŒr Shopleiter und Techniker geht auf seine Initiative zurĂŒck und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Professionalisierung des Fachhandels.“ Frankana und Freiko sind bis heute ausschließlich als Großhandelsunternehmen tĂ€tig. Das vor 40 Jahren gegrĂŒndete Unternehmen kauft viele unterschiedliche Artikel im Bereich des Campingzubehörs bei den Herstellern ein, lagert sie in Gollhofen und in UhlstĂ€dt-Kirchhasel ein, und liefert sie dann an Fachhandelspartner auf der ganzen Welt. Dabei stehen beide Unternehmen ihren Handelspartnern stark zur Seite und bieten Schulungen, Direktbelieferungen und individuelle Beratungen mit Shop-Konzepten an.

Der Lieferanten- und Partnerschaftspreis LUPO 2022 des DCHV ging an Klaus BĂŒttner, geschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter des CampingZubehör-GroßhĂ€ndlers Frankana Freiko

10 CAMPER PROFESSIONAL dchv news
Text: DCHV / Peter Hirtschulz / Claus-Detlev Bues

DCHV veröffentlicht Gewinner des HÀndlerwettbewerbs 2022 Ausgezeichneter Service im Dienste des Kunden

AlljĂ€hrlich fĂŒhrt der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV unter seinen Mitgliedern einen bundesweiten Wettbewerb der Caravaning-FachhĂ€ndler durch. Die Sieger erhalten eine Auszeichnung in den Kategorien Bronze, Silber oder der höchsten PrĂ€mierung „Das Goldene C“. Im Jahr 2022 rief der DCHV zum 32sten mal zum HĂ€ndlerwettbewerb auf. In KĂŒrze erscheint eine PDF-BroschĂŒre, in der die Sieger gelistet sind. Die Leser können anhand dieser BroschĂŒre den nĂ€chstgelegenen ausgezeichneten Caravaning-FachhĂ€ndler finden. Die BroschĂŒre erscheint als kostenloser PDF-Download auf der Homepage des DCHV unter www.dchv.de „Der DCHV-HĂ€ndlerwettbewerb ist ein Ansporn zur stetigen QualitĂ€tsverbesserung unserer Mitgliedsbetriebe“, so Kai Dhonau, PrĂ€sident des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes. „Zur Zeit verfĂŒgen 77 Handelsbetriebe ĂŒber eine gĂŒltige Auszeichnung in den Kategorien Bronze und Silber sowie der höchsten PrĂ€mierung ‚Das Goldene C‘. FĂŒr zahlreiche HĂ€ndler ist das Erreichen des Goldenen C ein definiertes Ziel ihres Qua-

litĂ€tsmanagements, daher nehmen viele Betriebe nach Ablauf der dreijĂ€hrigen GĂŒltigkeit der Auszeichnung erneut am Wettbewerb teil.“

In den vier Kategorien Fahrzeugverkauf und -vermietung, Werkstatt- und Serviceleistungen, Zubehörverkauf und Warenwirtschaft sowie Umwelt- und QualitĂ€tsmanagement galt es fĂŒr die teilnehmenden Betriebe Punkte zu sammeln. In diesen Kategorien wurden

die HĂ€ndler nach zwölf Merkmalen mit ĂŒber 100 Einzelkriterien beurteilt. In der Kategorie Werkstatt- und Serviceleistungen etwa legte die Jury besonderen Wert auf die technische Ausstattung, die WerkstattrĂ€ume und die berufliche Qualifikation der Werkstattmitarbeiter. Allein zur technischen Ausstattung der Werkstatt wurden 34 einzelne Werkzeuge und GerĂ€te abgefragt, die zu einer spezialisierten Caravaningwerkstatt gehören.

Fachausbildung fĂŒr Caravaning stĂ€rken

Der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV hat zahlreiche Sponsoren versammelt und fĂŒr die Fahrzeugakademie Schweinfurt ein neues Schulungsfahrzeug konstruiert. An diesem Reisemobil werden die Teilnehmer der LehrgĂ€nge „Fachkraft fĂŒr Caravan-Technik“ sowie spezieller Schulungen zum Thema BUS-Technologie in Zukunft den Umgang mit modernen Bordmanagement-Systemen trainieren. Immer hĂ€ufiger steuern BUS-Bordmanagement-Systeme eine Vielzahl von GerĂ€ten und Funktionen im Bordnetzwerk von Caravans und Reisemobilen, unabhĂ€ngig davon, ob sie ab Werk oder nachtrĂ€glich eingebaut werden. Auf Grund ihres großen Potenzials zur Vereinfachung und Einsparung bei Produktion, Wartung und Bedienung von Freizeitfahrzeugen erreichen die BUS-Systeme eine schnelle Marktdurch-

Das neue Schulungsfahrzeug fĂŒr die Fahrzeugakademie Schweinfurt ermöglicht die praktische Ausbildung „Fachkraft fĂŒr Caravaning-Technik“ zum Thema Bus-Systeme am lebensechten Modell

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Großer Bahnhof - Die Sieger des DCHV-HĂ€ndlerwettbewerbes 2022 ĂŒberzeugen mit ausgezeichnetem Service in Dienst des Kunden
In Zusammenarbeit mit

dringung. Daher ist eine rasche Anpassung der Wartungs- und Installationsprozesse bei den Caravaning-FachhÀndlern dringend geboten.

„Der Deutsche Caravaning Handels-Verband rĂ€umt der Fachausbildung seiner Mitglieder hohe PrioritĂ€t ein. Den richtigen Umgang mit der Fahrzeug- und Bordtechnik lernen die FachkrĂ€fte der Caravaning-HĂ€ndler im umfassenden Lehrgang

zur „Fachkraft fĂŒr Caravan-Technik“, der von der Fahrzeugakademie Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem DCHV durchgefĂŒhrt wird,“ erklĂ€rt Kai Dhonau, PrĂ€sident des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes.

„Mit dem neuen Schulungsfahrzeug, können wir in Zukunft die Kenntnisse zur neuen BUS-Technologie noch gezielter vermitteln“ , ergĂ€nzt Akademieleiter Mat-

thias Dingfelder. „Neben den theoretischen Grundlagen und Funktionsweisen von BUS-Systemen werden die praktischen Kenntnisse zur Fehlersuche und -behebung an einem lebensechten Modell vermittelt. Das ist viel lebensnaher und daher effektiver als in Versuchsaufbauten.“

Zu den Sponsoren aus der Industrie gehören unter anderem Stellantis Fiat, Hobby Caravan, Al-Ko, Truma, Thetford und Dometic.

Neuer Lehrgang „Servicekraft fĂŒr

Bereits seit vielen Jahren kooperieren die Fahrzeugakademie der Handwerkskammer Unterfranken in Schweinfurt und der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV bei der Ausbildung von FachkrĂ€ften fĂŒr den deutschen Caravaning-Fachhandel. Die umfassende Ausbildung zur Fachkraft fĂŒr CaravanTechnik ist der Kern dieser erfolgreichen Zusammenarbeit. Das Ausbildungsprogramm wird nun durch einen KompaktLehrgang zur „Servicekraft fĂŒr Caravan und Reisemobil“ ergĂ€nzt. „Ziel des Lehrgangs ist, neu eingestellte Mitarbeiter ohne Branchenerfahrung zĂŒgig und effektiv mit den Besonderheiten der Freizeitfahrzeuge bekannt zu machen“ , erlĂ€utert Kai Dhonau, PrĂ€sident des DCHV. „Durch die externe Schulung werden erfahrene Mitarbeiter weniger mit der Unterweisung des neuen Personals gebunden.“ Zudem seien

Caravan

und Reisemobil“ DCHV und Fahrzeugakademie erweitern Angebot

die neuen Mitarbeiter nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs schneller produktiv einsetzbar, unterstreicht Dhonau die Vorteile des Konzepts.

„Die Teilnehmer des Lehrgangs Servicekraft fĂŒr Caravan und Reisemobil werden systematisch und komprimiert in die Materie eingefĂŒhrt“, ergĂ€nzt Akademieleiter Matthias Dingfelder. „Durch die bestandene AbschlussprĂŒfung weisen sie die Grundlagenkenntnisse in den Serviceleistungen der Caravaning-Branche nach.“

Der Lehrgang ist in zwei jeweils einwöchige Unterrichts-Module in der Fahrzeugakademie in Schweinfurt sowie einen vier- bis sechswöchigen Praxisteil im Betrieb unterteilt. Im ersten Modul erhalten die Teilnehmer die theoretischen Grundlagen zu Nutzung, Technik und Service von Caravans und Reisemobilen. DarĂŒber hinaus lernen sie die Basis fĂŒr Arbeiten und Reparaturen am Aufbau rund um die Themenbereiche

Kunststofftechnik sowie Kleben und Dichten. Das Wissen des ersten Moduls kann in der folgenden Praxiszeit im Betrieb angewendet werden. Das zweite Modul fĂŒhrt die Teilnehmer durch die Grundlagen der Elektrotechnik, der Wasserversorgung, der Heizungstechnik sowie der Klimatechnik in Caravans und Reisemobilen. Der Lehrgang wird nach bestandener AbschlussprĂŒfung mit einem Zertifikat der Handwerkskammer bestĂ€tigt. Dieses Zertifikat kann in Kombination mit mehrjĂ€hriger Berufserfahrung auf die Weiterbildung zur Fachkraft fĂŒr Caravan-Technik vorbereiten. Interessenten können unter info@dchv. de weitere Informationen zum Lehrgang Servicekraft fĂŒr Caravan und Reisemobil anfordern oder sich auf dem Messestand des DCHV auf der CMT 2023 in Stuttgart (Halle 3 / Stand A 01) vor Ort informieren lassen.

Die Fahrzeugakademie der Handwerkskammer Unterfranken in Schweinfurt und der Deutsche Caravaning Handels-Verband

DCHV haben den neuen Lehrgang „Servicekraft fĂŒr Caravan und Reisemobil“ initiiert, hier die ersten Absolventen beim Branchentreff des DCHV 2022

12 CAMPER PROFESSIONAL
dchv news

Aktueller Stand

Z um aktuellen Status des Ausbildungsganges informiert Matthias Euch von Reisemobile Euch, der im DCHV maßgeblich fĂŒr die EinfĂŒhrung des neuen Ausbildungsganges „Servicekraft fĂŒr Caravan- und Reisemobil“ beigetragen hat:

Die wichtigste Voraussetzung ist: ZunĂ€chst mit der zustĂ€ndigen HWK oder IHK sprechen. Nach Handwerksrecht ist ein Betrieb ausbildungsberechtigt, der einen Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Meister beschĂ€ftigt. Alternativ geht auch ein Betrieb, der nach §8 oder § 9 der Handwerksordnung mit einer Ausnahmegenehmigung in die Handwerksrolle eingetragen ist und eine AusbildereignungsprĂŒfung nachweisen kann. Das heißt, ein Betrieb, der mit der Fachkraft fĂŒr Caravan-Technik in die Handwerksrolle eingetragen ist, kann nach Handwerksrecht ausbilden, falls die entsprechende AusbildereignungsprĂŒfung nachgewiesen werden kann. Detailliert ist dies im Anhang von der HWK Unterfranken aufgeschlĂŒsselt. Die enge Abstimmung mit der zustĂ€ndigen Handwerkskammer wird empfohlen. Alternativ ist die Ausbildung auch nach IHK möglich, hier gilt das gleiche: Mit der IHK das GesprĂ€ch suchen, und sich mit dem Anforderungskatalog auseinandersetzen, was der Betrieb können muss, um die Ausbildung anbieten zu können. Generell gilt (nach HWK und IHK): es besteht auch die Möglichkeit einer sogenannten Verbundausbildung. Das heißt, wenn der Betrieb eine bestimmte Anforderung nicht erfĂŒllen kann, dann kann mit einem anderen Unternehmen eine Vereinbarung geschlossen werden. Diese ermöglicht, dass ein Azubi dort vermittelt bekommt, was im eigentlichen Lehrbetrieb nicht geleistet werden kann. Wenn der Lehrbetrieb also eine Anforderung nicht erfĂŒllen kann, muss das nicht unbedingt heißen, dass nicht ausgebildet werden kann. Sollte ein Karosseriethema zum Beispiel nicht gelehrt werden können, kann dies von einem Verbundpartner ĂŒbernommen werden. Hier gilt aber vor allem: mit der zustĂ€ndigen Kammer sprechen. Alle haben ein Interesse daran, dass möglichst viele Azubis ausgebildet werden.

PrĂ€sidiumsmitglied Matthias Euch hat fĂŒr den DCHV maßgeblich an der Realisierung des neuen Ausbildungsganges mitgearbeitet

DCHV 2.0 -

Die Digitalisierung des Verbandes

In den letzten Wochen fand in der GeschĂ€ftsstelle eine umfassende Bestandsaufnahme statt. Dort befindet sich das gesamte Verbandswesen aus fĂŒnf Jahrzehnten in ĂŒber 1.000 Ordnern, die es zu clustern und zu digitalisieren gilt. Dies ist eine echte Mammutaufgabe, wie GeschĂ€ftsfĂŒhrerein Ariane Finzel berichtet. In Zukunft wird dies die Prozesse beschleunigen, so dass wieder mehr KapazitĂ€t fĂŒr die Mitgliedbetriebe und die Arbeit fĂŒr die Fachthemen freigesetzt wird.

Parallel wird umfassend in digitale Strukturen investiert wie

‱ Cloud-Telefonanlage

‱ Digitales Postfach

‱ Digitale Buchhaltung

‱ Neue Verbands-Management-Software

Der letzte Punkt, die Verbands-Management-Software SEWOBE, wird vor allem den Mitgliedern und Fördermitgliedern zugutekommen.

Mitgliederportal : Darin findet sich ein Großteil der digitalisierten Dokumente in der Mitgliederverwaltung wieder. Dieser Bereich wird web-basiert intern den Mitgliedern zur VerfĂŒgung stehen. Dies ist mit dem gesamten Work-Flow des Verbands und der Rechnungstellung verknĂŒpft. Dort kann die eigene digitale Kartei-Karte selbst gepflegt werden mit Ansprechpartnern, Rechteverwaltung, Bankdaten und Ähnliches. Des Weiteren finden sich dort der Download-Bereich sowie alle Veranstaltungen und Seminare, zu denen sich in Zukunft online angemeldet werden kann.

Website : Parallel wird eine Website aufgebaut, die in Quartal 1/23 an den Start geht. Diese beinhaltet einen Event-Manager und einen OnlineShop, so dass man nicht von den Öffnungszeiten der GeschĂ€ftsstelle abhĂ€ngig ist, sondern 24/7 seine Anmeldungen, Bestellungen oder Befragungen durchfĂŒhren kann.

Marktradar : Eine weitere Leistung wird ein Marktradar sein, das auch in Quartal 1/23 von allen Mitgliedern genutzt werden kann. Dieser Bereich wird exklusiv fĂŒr die Mitglieder aufgebaut. Dort findet sich auch die individuelle Zulassungsstatistik fĂŒr das eigene Verkaufsgebiet.

13 CAMPER PROFESSIONAL

Dies alles werden wir auf der CMT 2023 in Stuttgart vorstellen. Ein Besuch lohnt sich also in Halle 3 / Stand A01.

Beispiel: Zulassungszahlen pro Monat und Marke im Verkaufsgebiet und Umfeld des Mitgliedsbetriebes

Einzigartiger Service: Das DCHV Marktradar mit exklusiven Zulassungszahlen aus dem Verkaufsgebiet des Mitgliedes

14 CAMPER PROFESSIONAL Neuzulassungen Wohnwagen nach Landkreisen - Teil 1 September 22 Herstellername Zulassungen
Ifd. Monat Vorjahr Monat VerÀnderung in % Ifd. Seison Vorjahr Seison VerÀnderung in % Ifd. Monat Vorjahr Monat Ifd.
Vormonat Seison Knaus/Tabbert 68 58 17,24% 68 58
Hobby 61 41
61
Fendt 37 49
37
Dethleffs 31
31
Sonstige 21
21
Adria
14
14
Buerstner 13
13
dchv news
Marktanteil
Seison
17,24% 26,36% 24,17% 26,36% 24,17%
48,78%
41 48,78% 23,64% 17,08% 23,64% 17,08%
-24,49%
49 -24,49% 14,34% 20,42% 14,34% 20,42%
18 72,22%
18 72,22% 12,02% 7,50% 12,02% 7,50%
14 50,00%
14 50,00% 8,14% 5,83% 8,14% 5,83%
Caravan
11 27,27%
11 27,27% 5,43% 4,58% 5,43% 4,58%
24 -45,83%
24 -45,83% 5,04% 10,00% 5,04% 10,00% Hymer 9 20 -55,00% 9 20 -55,00% 3,49% 8,33% 3,49% 8,33% LMC Caravan 3 5 -40,00% 3 5 -40,00% 1,16% 2,08% 1,16% 2,08% Trigano 1 - 1 - 0,39% 0,00% 0,39% 0,00% TEC Caravan - - - - 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% Weippert - - - - 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% Summe: 258 240 7,50% 258 240 7,50%

DCHV ein kompetenter Ansprechpartner

Der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV e.V. ist der Bundesverband fĂŒr Caravan- und Reisemobil-HĂ€ndler und sowie Vermieter in Deutschland, mit Sitz in Stuttgart. Hersteller Zulieferer, Dienstleister, Banken, Großkunden und andere Firmen der Caravaning-Branche sind als Partner des Handels im DCHV mit einer speziellen Mitgliedschaft vertreten. Der DCHV ist fĂŒr Mitglieder beratend tĂ€tig in rechtlichen, betrieblichen sowie betriebswirtschaftlichen und technischen Fragen. In Marketingfragen ist der DCHV fĂŒr seine Mitglieder ebenso kompetenter Ratgeber. Der DCHV ist aber auch Ansprechpartner fĂŒr den Endverbraucher bei der Suche nach dem richtigen Caravan-FachhĂ€ndler oder -Vermieter vor Ort. Auch die Partner-CampingplĂ€tze des DCHV in ganz Europa.

Der DCHV ist der Fachverband fĂŒr Caravan-FachhĂ€ndler, aber auch fĂŒr Vermieter und Servicebetriebe.

Unseren Mitgliedsbetrieben bieten wir:

‱ die Vertretung der Mitgliederinteressen gegenĂŒber Dritten, Ministerien und Behörden

‱ RegelmĂ€ĂŸige Marktdaten und Statistiken ĂŒber Markttrends und Zulassungszahlen

‱ RegelmĂ€ĂŸige Informationen zu Technik, Recht, Rechtsprechung, Betriebswirtschaft

‱ Werbung und Brancheninformationen in regelmĂ€ĂŸigen Rundschreiben

‱ Rechtsberatung und Hilfestellung bei individuellen Problemen sowie bei Rechts- und betriebswirtschaftlichen Fragen

‱ Fort- und Weiterbildung

‱ Meinungsaustausch unter Kollegen und Austausch betriebswirtschaftlicher Zahlen

‱ Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

‱ Zahlreiche Organisations- und Verkaufshilfen, wie Formulare und VertrĂ€ge

Partner aus Industrie, Großhandel und Dienstleister Als Fördermitglieder sind Automobil-, Caravan-, Reisemobilhersteller, Zulieferer, Banken, GroßhĂ€ndler, Zelthersteller und Dienstleistungsanbieter der Caravaning-Branche mit dem Fachhandel und dem DCHV partnerschaftlich verbunden.

Diesen Partnern bieten wir neben den Mitgliedsleistungen und Informationen individuelle Leistungen an, wie: Zusammenarbeit bei AktivitÀten und Bildungsveranstaltungen des DCHV

‱ Werbung mit und fĂŒr die Partnerunternehmen

‱ Datenservice ĂŒber den Markt, Marktsegmente und den Handel

‱ Kontaktfunktion und Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Vertriebspartnern, Individualrecherche und Beratung sowie Adressmaterial.

Camping- und StellplĂ€tze - Touristik-Anbieter Camping- und ReisemobilstellplĂ€tze sind der eigentliche Kern unserer Urlaubsform und wichtiger Bestandteil der Branche. FachhĂ€ndler und Platzbetreiber haben nicht nur Kunden gemeinsam. Zusammen mit Camping- und StellplĂ€tzen wollen wir noch mehr Dienstleistungen und Einsteigerangebote erbringen. Aus diesem Grund arbeitet der DCHV mit PartnerCamping- und StellplĂ€tzen zusammen, die Mitglied im Verband sind, und betreiben gemeinsam Caravaning-Werbung. SelbstverstĂ€ndlich stehen unseren Partner-PlĂ€tzen alle DCHVLeistungen zur VerfĂŒgung. Der DCHV und der Fachhandel empfehlen die Partner-PlĂ€tze und beraten beispielsweise Handelsbetriebe, die einen Reisemobil-Stellplatz am Standort einrichten wollen. Caravanern vermitteln wir gerne DCHV-Partner-CampingplĂ€tze. Rechtsberatung fĂŒr Kunden kann der DCHV leider nicht anbieten.

15 CAMPER PROFESSIONAL

60 Jahre Engagement fĂŒr Caravaning - Die Zukunft wird klimafreundlicher

Als der CIVD vor 60 Jahren seine Arbeit begann, hĂ€tte keiner geahnt, dass sich aus dem damals noch VDWH genannten Verband der deutschen Wohnwagenhersteller eine richtungsweisende Institution des Caravaning entwickeln wĂŒrde

LĂ€ngst ist Caravaning in der Mitte der Gesellschaft angekommen, 78.000 Freizeitfahrzeuge kamen allein von Januar bis September 2022 neu in den Markt. Doch nicht nur fĂŒr die Caravaning-Industrie ist der hohe Absatz an hochwertigen Freizeitfahrzeugen eine gute Nachricht. Durch den Bau und Ausbau von StellplĂ€tzen haben auch touristisch weniger entwickelte Regionen in Deutschland beste Möglichkeiten, um am Caravaning-Boom teilzuhaben. Denn durch das spezifische Reiseverhalten von Caravaning-Urlaubern - öfters, kĂŒrzer, am liebsten in Deutschland – zu urlauben, profitieren besonders Regionen, die weniger im Fokus des touristischen Interesses standen. Gerade fĂŒr Kommunen oder private Investoren in lĂ€ndlichen und touristisch wenig frequentierten Gebieten sind Reisemobil-StellplĂ€tze somit eine optimale Möglichkeit, um niedrigschwellig eine touristische Infrastruktur vor Ort aufzubauen. Und das Potenzial ist enorm: 2021 gab es in Deutschland laut den aktuel-

16 CAMPER PROFESSIONAL civd Caravaning Industrie Verband e.v.
Mitglieder des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages auf dem CARAVAN SALON 2022 alle copyright: Messe DĂŒsseldorf / ctillmann

len Zahlen des Deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts fĂŒr Fremdenverkehr (dwif) etwa 4.700 StellplĂ€tze mit ca. 71.000 StandflĂ€chen. GegenĂŒber 2016 ist das ein Plus von 30 Prozent bei den StellplĂ€tzen und 15 Prozent bei den StandflĂ€chen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Reisemobile um mehr als 60 Prozent (2016: 417.000 – 2021: 675.000).

Die Zahlen belegen deutlich das enorme touristische Potenzial, das im Ausbau der Stellplatzinfrastruktur in Deutschland noch gehoben werden kann. Der CIVD macht aus der Not eine Tugend und verstĂ€rkt sein Engagement fĂŒr den Tourismus. Seit 2021 leistet ein langjĂ€hriger Stellplatzexperte im CIVD Technik- und Infrastrukturberatung und sorgt zusammen mit dem Consulting auf dem CARAVAN SALON fĂŒr jĂ€hrlich mehrere Hundert Beratungsleistungen zum Neubau oder zur Modernisierung und Erweiterung von StellplĂ€tzen. Im selben Jahr noch lanciert der Verband das zukunftsweisende Pilotprojekt „Klimaneutraler Stellplatz“. Gemeinsam mit seinem Partner Ecocamping e. V. will der CIVD neue StellplĂ€tze auf Basis der wĂ€hrend der Projektphase gewonnenen Erkenntnisse von Anfang an klimafreundlich planen und bereits bestehende StellplĂ€tze nach und nach umgestalten. Aktuell sind in 2022 zwei Pilotprojekte schon fertiggestellt, drei folgen in 2023. Der Leitfaden zum Pilotprojekt wird auf dem Deutschen Tourismustag 2022 in Mainz prĂ€sentiert. FĂŒr eine nachhaltige Stellplatzinfrastruktur in den Regionen lĂ€dt der CIVD die Verantwortlichen in Bund, LĂ€ndern und Kommunen zur Zusammenarbeit ein, um gemeinsam eine ĂŒberregionale Stellplatzstrategie zu entwickeln, die nachhaltige Projekte in besonderem Maße fördert und unterstĂŒtzt. So etwa auf dem CARAVAN SALON 2022, wo der CIVD Politiker des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages auf dem Musterstellplatz begrĂŒĂŸte und dort Stellplatztechnik wie auch die Dringlichkeit vereinfachter Genehmigungsverfahren fĂŒr kleinere Stellplatzprojekte erlĂ€uterte.

Immer auf dem neuesten Stand:

Auf seinem LinkedIn-Kanal informiert der CIVD regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die neuste Brancheninformationen und Trends.

Caravaning-Branche wirbt um FachkrÀftenachwuchs

Der Urlaub mit Reisemobil und Caravan wird seit vielen Jahren immer beliebter. Zwischen 2020 und 2021 wurden alleine in Deutschland mehr als 200.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen und mit mehr als 1,5 Millionen Einheiten bewegt sich der Fahrzeugbestand auf Rekordniveau. Doch die steigende Nachfrage stellt die Branche beim Personal vor große Herausforderungen, denn bereits vor dem CaravaningBoom fehlte es sowohl in der Produktion als auch in den WerkstĂ€tten an FachkrĂ€ften. Die enorm Absatzzahlen der letzten Jahre und die Folgen der Pandemie haben die bestehenden Probleme vergrĂ¶ĂŸert. Ein wichtiger Schritt, um dem FachkrĂ€ftemangel proaktiv zu begegnen, ist die Schaffung der neuen Ausbildungsfachrichtung „Caravan- und Reisemobiltechnik“ fĂŒr den Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker“, die vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) mitentwickelt wurde. Es ist die erste speziell auf die Caravaning-Branche ausgerichtete Ausbildungsform.

Die Ausbildung kann sowohl ĂŒber die Handwerkskammer (HWK) als auch ĂŒber die Industrie- und Handelskammer (IHK) absolviert werden. Entsprechend gilt fĂŒr den Ausbildungsbetrieb, dass er eine Eintragung in der IHK oder der Handwerksrolle haben kann. Die Ausbildung dauert insgesamt 3,5 Jahre. Bei ihrer inhaltlichen Ausgestaltung hat der CIVD erfolgreich daran gearbeitet, dass die speziellen Anforderungen der Industrie und des Handels berĂŒcksichtigt werden. Inhaltlich ist die Ausbildung zweigeteilt: In den ersten 18 Monaten werden handwerkliche und Kfztechnische Grundlagen vermittelt. Ab dem 19. Monat kommt mit der Fachrichtung

Caravan- und Reisemobiltechnik dann das Spezialwissen ĂŒber Herstellung, Wartung und Reparatur von Freizeitfahrzeuge hinzu. Dazu gehört beispielsweise die Arbeit mit Holz, Leichtbaumaterialien oder GFK, aber auch technisch komplexe Themen wie der Umgang mit Elektro- und FlĂŒssiggasinstallation sind Teil des Lehrplans. Geplanter Start der neuen Fachrichtung ist im August 2023. Der CIVD empfiehlt Unternehmen aber bereits jetzt Ausbildungsstellen auszuschreiben. Um auf die neue Fachrichtung aufmerksam zu machen und fĂŒr die Caravaning-Branche als Arbeitgeber zu werben, hat der CIVD eine reichweitenstarke Kommunikationskampagne gestartet. Mit der Kampagne spricht der Branchenverband nicht nur die Jugendlichen selbst an, sondern sensibilisiert auch die Eltern fĂŒr die hervorragenden Karrierechancen der Branche. HerzstĂŒck der Kampagne ist das Karriereportal Sonnigekarriere.de, auf dem der Verband nicht nur Berufseinsteiger, sondern auch Berufserfahrene informiert und eine Liste mit Unternehmen fĂŒhrt. Ausbildungsbetriebe können sich unter ausbildung@civd.de melden, um in die Liste aufgenommen zu werden.

Service fĂŒr Ausbildungsbetriebe:

Sie sind ein Ausbildungsbetrieb und möchten auf Sonnigekarriere.de gelistet werden?

Dann melden Sie sich unter ausbildung@civd.de mit Ihren Kontaktdaten (Adresse, Website, E-Mail).

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copyright: Aleksandar Georgiev Vrzalski In Zusammenarbeit mit

FĂŒhrend in Stil und Design

Viele der innovativsten Wohnmobile dieses Jahrtausends wurden von STUDIOSYN entworfen. Wir haben Tom KlĂŒber-Voss, den Chefdesigner dieses deutschen Designstudios, interviewt. Treffpunkt war der Caravan Salon in DĂŒsseldorf, wo mit dem Hymer Venture S und dem Flair von Niesmann+Bischoff zwei von STUDIOSYN gezeichnete Fahrzeuge ausgestellt waren

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interview
Text: Antonio Mazzucchelli / Fotos: Enrico Bona
mit tom klĂŒber-voss

D er Hymer Venture S war einer der Stars des Caravan Salons 2022 und setzte die Stil- und Designlösungen des Prototyps Hymer Vision Venture 2019 fort. Camper Professional Deutschland hat Tom KlĂŒber-Voss gebeten, mehr ĂŒber dieses interessante neue Modell und einige andere neue Designobjekte zu erzĂ€hlen, an denen er in letzter Zeit gearbeitet hat.

Camper Professional Deutschland: Gibt es Teile Ihrer kreativen Konzepte, die Sie fĂŒr die finale Serienversion aufgeben mussten? Auf welche Lösungen oder Innovationen sind Sie besonders stolz? Tom KlĂŒber-Voss: Oft hat man ein Showcar, das extrem gestylt und designt ist. Aber dann ist die Serienversion nicht ganz so sexy. Die Serienversion des Hymer Vision Venture ist aber fast identisch mit dem Showcar. Das Einzige, was sich geĂ€ndert hat, ist der Sprinter; in der Studie hatte er eine spezielle Frontscheibe. In der Serienversion mussten wir auf das Original vom Sprinter zurĂŒckgreifen. Dennoch bin ich sehr stolz darauf, dass alles so nah am Showcar ist. Wenn die Heckklappe geöffnet ist, vermittelt sie das GefĂŒhl der Freiheit, der Natur nahe zu sein; das ist ein zentraler Punkt unseres Konzepts, und wir freuen uns, dass wir ihn nun in der Serienversion umgesetzt haben - das ist sehr gut. Ein weiterer Punkt ist das aufklappbare Dach. Das ist eine spezielle und neue Konstruktion, eine exklusive Idee aus unserem Studio. Wir haben das Innere und das Äußere so kombiniert, dass die Natur, das Vogelgezwitscher und die frische Luft ins Innere kommen. Wenn man auf dem Sitz im hinteren Teil des Venture S sitzt, fĂŒhlt es sich an als sĂ€ĂŸe man draußen. Die se Kombination ist außergewöhnlich und vermittelt ein besonderes GefĂŒhl.

Camper Professional Deutschland: Gibt es weitere Details, die Sie bei diesem Projekt besonders erwÀhnenswert sind?

Tom KlĂŒber-Voss: Wir haben uns die VanLife-Community angeschaut. Sie haben frische Ideen, mögen unterschiedliche Materialien und sind aufgeschlossen. Wir haben ein professionelles und hochwertiges Produkt geschaffen, das frisch, authentisch und vielleicht ganz anders aussieht. Als ĂŒber das Innendesign nachgedacht wurde, haben unsere Designer sich mit dieser Szene auseinandergesetzt. Sie wollten diese Frische in das Design einfließen lassen, ohne dabei das echte Leben aus den Augen zu verlieren. Es sollte damit natĂŒrlicher aussehen und sich vielleicht sogar gemĂŒtlicher anfĂŒhlen als mit perfekten Möbeln.

Camper Professional Deutschland: Die endgĂŒltige Version des Venture ist dem Showcar sehr Ă€hnlich. Aber wie sehr unterschieden sich die ursprĂŒngliche Idee des Venture, das Showcar und die endgĂŒltige Produktionsversion?

Tom KlĂŒber-Voss: Das war ein ganz besonderes Projekt. Wir begannen mit Hymer und BASF, die die finanzielle Basis sicherstellten, damit wir mit der Arbeit daran beginnen konnten. Dann ließen sie uns freie Hand. Sie wollten nur ein Showcar haben, und wir hatten alle Freiheiten. Es war das erste Projekt, bei dem wir völlig frei agieren konnten, und es hat meinen Designern viel Spaß gemacht. Unser Ziel war es, ein Produkt zu kreieren, von dem sich jeder vorstellen kann, es zu nutzen - aber wir wollten keine Science-FictionVersion. Das ist nicht meine Meinung ĂŒber

nen das realisieren...”. Und so war unser Showcar fantastisch und schien in Serie produzierbar zu sein.

Camper Professional Deutschland: Betrachten wir den Niesmann+Bischoff Flair 2023: Die meisten Änderungen im Vergleich zum VorgĂ€ngermodell betreffen die Innenausstattung. Reicht eine Neugestaltung der Innenausstattung aus, um einem Produkt neues Leben einzuhauchen? Was waren die Hauptkriterien fĂŒr dieses Projekt?

Tom KlĂŒber-Voss: Es sind nicht nur die Möbel, wir haben auch ein neues Heck und ein Facelifting an der Front durchgefĂŒhrt. Die Strategie von Niesmann+Bischoff ist es, nicht jedes Mal alles zu verĂ€ndern. Es gibt lange ZeitrĂ€ume, in denen die gleichen Produkte verwendet werden, Revolutionen im Design sind weniger gewĂŒnscht. In Polch bevorzugt man die schrittweise Evolution. Wir haben das Interieur des Flairs vor zehn Jahren entworfen: Es war damals die neueste Generation des Interieurs, und seither gab es nur einige Farb- und Ausstattungsoptimierungen. Aber jetzt, nach zehn Jahren, haben wir ein komplett neues Innen-Design entworfen. Das zeigt, wie kontinuierlich unsere Arbeit mit Niesmann+Bischoff ist. Ich denke, es ist eine gute Strategie. Aber der Schritt von der vorherigen zu dieser Möbelgeneration ist ein großer. DarĂŒber hinaus will man bei Niesmann+Bischoff ein schlankes Produktportfolio haben. Entsprechend möchte man, dass der iSmove die gleichen Möbel hat wie der Flair. Ich glaube das wird die Strategie der Zukunft bleiben.

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Rendering of BĂŒrstner Lyseo Gallery

Camper Professional Deutschland: Was waren die HauptgrĂŒnde fĂŒr die Entwicklung eines neuen N+B-Innendesigns?

Tom KlĂŒber-Voss: Wenn man sich den aktuellen Markt anschaut, gibt es seit 20 Jahren, vielleicht sogar noch lĂ€nger, eine Menge sehr konservativer Designs. Wir und Niesmann+Bischoff mögen beide sehr modernes Design. In den letzten zwei Jahren, wĂ€hrend der Corona-Pandemie kamen neue Kunden auf den Markt kamen und der iSmove zog viele von ihnen an. Sie wollten ein modernes Wohnmobil fahren, aber doch ein eher konservatives Möbeldesign haben. Deshalb ist Niesmann+Bischoff so erfolgreich. FĂŒr mich ist es das modernste

Möbel auf dem Caravan Salon, und darauf bin ich stolz.

Camper Professional Deutschland: Das neue Interieur sorgt auch fĂŒr eine stilistische KontinuitĂ€t mit dem iSmove. Besteht also der Wunsch, das gleiche FamiliengefĂŒhl fĂŒr das Interieur wie fĂŒr das Exterieur zu schaffen?

Tom KlĂŒber-Voss: Wenn man der Meinung ist, dass es die richtige Richtung ist, verwendet man sie fĂŒr alle Produkte. Aber das geht nur, weil jedes Produkt ein anderes Basis-Paket hat. Wir haben den Flair auf

einem Iveco-Chassis als Premiumprodukt. Dann gibt es den Arto auf Fiat, etwas kleiner und preiswerter, und wir haben den iSmove, auch auf Fiat, aber noch kleiner, kompakter und leichter. So hat jedes Produkt seinen Platz. Auch wenn Sie verschiedene MĂ€rkte fĂŒr diese drei Produkte haben, können Sie jeweils den gleichen Stil ĂŒbernehmen. Auch in der Automobilindustrie hat Audi (s)einen Stil und verwendet ihn fĂŒr die verschiedenen Modelle. Wenn Sie jemals einen Audi kaufen, ob klein oder groß, haben sie die gleiche Lenkung und die gleichen Komponenten.

Camper Professional Deutschland: Der BĂŒrstner Lyseo Gallery ist ein einzigartiges Fahrzeug in seinem Segment: Eine StilĂŒbung und ein Fahrzeug, das zeigt, dass selbst eine „sterbende“ Fahrzeuggattung wie der Alkoven dank eines innovativen und disruptiven Projekts wiedergeboren werden kann. Stimmen Sie dem zu?

Tom KlĂŒber-Voss: Ein großer Trend geht in Richtung kleinerer Wohnmobile, weil die Elektromotoren in naher Zukunft kommen und die Kraftstoffpreise hoch sind. Der Lyseo Gallery ist eine Antwort auf dieses Problem mit einem flachen Alkoven und guter Aerodynamik. Wir haben jedes Modell mit unserem virtuellen Aerodynamik-Kanal getestet und festgestellt, dass der BĂŒrstner Gallery zirka 20 Prozent gĂŒnstiger ist als ein normaler Alkoven. 20 Prozent sind in der Aerodynamik sind eine Menge. Der flache Alkoven, der an ein teilintegriertes Fahrzeug erinnert, kann dank der aufblasbaren Teile schnell und höher geöffnet werden. Das sind zwei positive Aspekte. Dazu ist die StabilitĂ€t des Luftbalges sehr gut, so dass man sich sicher und gemĂŒtlich fĂŒhlt, genau wie in einem normalen Fahrzeug.

Camper Professional Deutschland: Wie Ă€hnlich ist das Material und Design des Hubdaches des Venture S im Vergleich zu dem des neuen BĂŒrstner Lyseo Gallery TD?

Tom KlĂŒber-Voss: Ja, der Lyseo Gallery wurde ebenfalls von uns entworfen. Wir haben mit demselben Zulieferer gearbeitet, es ist also dieselbe Technologie. Zuerst musste der Lieferant die Technik und Haltbarkeit des Materials testen, da es ganz neu ist. Es stammt von einem Airbag. Aber Airbags sind klein und sind im Auto immer hinter Abdeckungen, wĂ€hrend das Material hier der Luft und der Sonne ausgesetzt ist, so dass es kalt, heiß und schmutzig wird. Das Material wurde so optimiert, dass es hochwertigen Standards entspricht.

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tom klĂŒber-voss
Hymer Venture S
interview mit

noch ein italienisches Design war. Bei diesem großen Schritt mussten wir die Kunden mitnehmen. Das war nicht leicht, aber ich denke, uns ist eine gute Integration in das gesamte Laika-Design gelungen.

Camper Professional Deutschland: Wie viel stilistische Freiheit haben Sie bei der Erstellung eines Prototyps, wenn Sie bedenken, dass Sie es mit etwas zu tun haben, das tatsÀchlich in Produktion gehen soll?

Tom KlĂŒber-Voss: Um etwas Neues zu entwickeln, muss man frei denken. Das Ergebnis kann weit von der RealitĂ€t entfernt sein. Am Anfang denken wir so frei wie möglich. Dann reduzieren wir die guten Ideen mit unseren Kunden und mĂŒssen sie dann auf die Serienproduktion herunterbrechen. Es ist eine Herausforderung, frei zu denken und dabei die Möglichkeiten der Serienproduktion zu berĂŒcksichtigen. Diese Phase der gemeinsamen Entwicklung

vom Design-Ideal bis zur Serienproduktion ist die wichtigste Zeit. Man kann das aber nur gut machen, wenn man viel technisches Know-how hat.

Camper Professional Deutschland: Wenn Sie Produkte fĂŒr verschiedene Marken entwerfen, auch wenn sie zum selben Konzern gehören, wie unterscheiden Sie dann die verschiedenen Fahrzeuge voneinander? Wie schaffen Sie eine MarkenidentitĂ€t?

Tom KlĂŒber-Voss: Die MarkenidentitĂ€t ist in der Regel bereits vorhanden, so dass jede Marke ihr eigenes Design und auch einen eigenen Look hat. Wir sind ein relativ großes Studio mit derzeit 12 Designern, so dass wir fĂŒr jede Marke genĂŒgend Designer haben. Sie sind alle auch hoch spezialisiert: Ein Designer ist dann auf eine Marke fokussiert. Wir mĂŒssen uns ĂŒberlegen, was dem

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Niesmann+Bischoff Flair Laika Ecovip

Kunden gefĂ€llt, was sein Stil ist. Wenn wir so denken, können wir verschiedene GrĂ¶ĂŸen und Designs entwerfen.

Camper Professional Deutschland: Wie hat sich der Geschmack des Publikums in den letzten Jahren verĂ€ndert? Und was werden die Trends fĂŒr das Publikum in den nĂ€chsten Jahren sein?

Tom KlĂŒber-Voss: Die Antwort ist wirklich schwierig. In den letzten Jahren haben wir die Einrichtungsstile stark modernisiert. Das wird auch so weitergehen. Wir werden in Zukunft keine konservativen Einrichtungsstile mehr haben, vieles wird moderner werden. Ein weiterer Faktor ist die Nachhaltigkeit. Dadurch werden sich viele Details in der Inneneinrichtung Ă€ndern, da die Materialien anders sein werden. Vielleicht werden Schrauben sichtbar sein, und jedes Material sollte bestens recycelbar sein. Ich glaube, dass die Nachhaltigkeit den Einrichtungsstil stark verĂ€ndern wird.

Camper Professional Deutschland: Anfang 1900 wandte sich der österreichische Architekt Adolf Loos gegen den vorherrschenden Stil seiner Zeit und forderte einen einfachen, besseren und funktionalen Stil ohne ĂŒbermĂ€ĂŸige Verzierungen: Ist dieses Konzept immer noch gĂŒltig?

Tom KlĂŒber-Voss: Das ist unsere Denkweise. Wir denken, dass weniger mehr ist, und das sieht man dem Flair auch an.

Camper Professional Deutschland: Was ist die Aufgabe eines Designers? Zu inspirieren, zu erziehen und Innovationen umzusetzen?

Tom KlĂŒber-Voss: Ich bin Industriedesigner. Wenn ich fĂŒr meine Kunden arbeite, ist es mein Ziel, Produkte fĂŒr die Verbraucher zu entwerfen. Wenn ich die Verbraucher verstehe, kann ich meinen Job am besten machen; letztendlich ist der Erfolg des Produkts mein Ziel.

Camper Professional Deutschland: Hat das Wachstum des Wohnmobilsegments die Rolle der Designer reduziert? Zum Beispiel: Sie mĂŒssen das Äußere nicht entwerfen, weil es ein Van ist!

Tom KlĂŒber-Voss: Ich denke oft, dass es ein GefĂ€hrt ist, in der man wohnt und die Fahrzeit oft nur einige Stunden dauert, bis man am Ziel ist. Und dann wohnt man dort tagelang. Ja ich denke, es wĂ€re gut, das Außendesign zu reduzieren. Aber jedes Design ist emotional und wirklich wichtig. Deshalb haben wir es wie das Design in diesem Bereich sehr automotiv gehalten.

Camper Professional Deutschland: Was sind heute die wichtigsten Herausforderungen fĂŒr einen Designer im Wohnmobilsektor? Gewicht, Nachhaltigkeit, Standardisierung?

Tom KlĂŒber-Voss: Das Gewicht ist einer der wichtigsten Faktoren bei unserer Arbeit. Zu Beginn unserer Arbeit beinhaltet das Briefing natĂŒrlich immer auch die spĂ€tere Standardisierung. Das Gewicht ist in jedem Bereich wirklich wichtig, auch wenn im Moment leichte Bauteile verwendet werden und niemand wirklich mit schweren Materialien plant.

Camper Professional Deutschland: Was war das herausforderndste Projekt in Ihrer Karriere?

Tom KlĂŒber-Voss: Das war der Vision S von Hymer, weil es ein völlig anderes Produkt ist, das viele technische Details beinhaltet und eines der lĂ€ngsten Projekte war.

Camper Professional Deutschland: Haben Sie Projekte bedauert, die Sie nicht verwirklichen konnten?

Tom KlĂŒber-Voss: Seit einigen Jahren denke ich ĂŒber ein elektrisches Wohnmobil nach. Wir arbeiten daran, aber im Moment gibt es nichts, was wir realisieren können. Es ist also ein Projekt fĂŒr die Zukunft. Letztendlich ist es ein langer Weg. Wir mĂŒssen kleine Schritte machen und die sind nicht perfekt, denn aktuell sind die Batterien beispielsweise zu klein und sehr teuer.

Camper Professional Deutschland: Glauben Sie, dass man bei der ElektromobilitÀt das Design nutzen muss, um

das Endprodukt zu charakterisieren und zu differenzieren?

Tom KlĂŒber-Voss: Unser Haus arbeitet an solchen Projekten. Man kann ĂŒber ein anderes Chassis nachdenken oder eine andere Plattform nehmen. Zurzeit wird ĂŒber eine Plattform wie von REE nachgedacht. Wir glauben, dass das Fahrzeug einen Meter kĂŒrzer sein könnte, bei gleichem Wohnraumvolumen. Und wenn es kleiner ist, hat man viele Möglichkeiten. Aber dahin es ist noch ein weiter Weg, um das zu realisieren.

Camper Professional Deutschland: Ist es einfacher, ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zu entwerfen?

Tom KlĂŒber-Voss: Die Antwort ist vielleicht ein Wohnwagen, weil wir aktuell nach neuen Stilen fĂŒr den Innenraum suchen. Im Moment ist er noch etwas konservativer, aber ich denke, in Zukunft wird er moderner sein mĂŒssen. Immer mehr Familien wollen einen Wohnwagen kaufen und ich glaube nicht, dass sie diesen altmodischen Look mögen. Wir arbeiten an den LMC-Wohnwagen. Dort können Sie ein gutes Beispiel fĂŒr modernes Design sehen. Dennoch, das konservative Design verkauft sich auch heute noch. Es ist verrĂŒckt. Ich denke, die Zukunft der Wohnwagen liegt darin, dass wir sie leicht machen mĂŒssen, dass sie fĂŒr jĂŒngere Menschen geeignet sind und dass wir die Innenausstattung modernisieren mĂŒssen. Ich glaube, wir mĂŒssen ganz anders ĂŒber Wohnwagen denken. Sie mĂŒssen kleiner und viel leichter werden, was wir allerdings nur mit einer kleinen Revolution erreichen können.

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Das STUDIOSYN-Team auf dem Caravan Salon DĂŒsseldorf interview
mit tom klĂŒber-voss

Camper Professional Deutschland:

Letzte Frage: Wie ist das VerhĂ€ltnis zwischen einem externen Studio und den internen Designteams? Wie interagieren Sie? Was sind die kritischen Punkte? Tom KlĂŒber-Voss: Der Trick besteht darin, als externes DesignbĂŒro oder -studio seine Arbeit so gut zu machen, dass intern alle denken, man gehöre dazu. Die Verbindung zwischen den beiden muss sehr eng sein. WĂ€hrend meiner gesamten Laufbahn habe ich nach einer langen Partnerschaft gesucht. Im Moment arbeiten wir seit fast neun Jahren fĂŒr Hymer. In der Vergangenheit haben wir etwa 12 Jahre fĂŒr Knaus gearbeitet, danach fĂŒnf Jahre fĂŒr Hobby und Fendt. Es steht fest, langfristige Engagements funktionieren am besten.

STUDIOSYN

STUDIOSYN hat seinen Sitz in RĂŒsselsheim, in Deutschland. Es wurde 1992 gegrĂŒndet und begann seine TĂ€tigkeit in der Wohnmobilbranche im Jahr 1996. In den folgenden Jahren erweiterte STUDIOSYN seine Erfahrung mit verschiedenen Projekten zur Ausstattung von Modellen der KnausTabbert-Gruppe. Im Jahr 2007 erhielt das Unternehmen seine ersten AuftrĂ€ge fĂŒr ein umfassendes Fahrzeugdesign: So entstanden zum Beispiel die L- und XL-Versionen des T@B sowie der hochwertige Tabbert Paganini. Im Jahr 2007 begann eine Kooperation mit der Hobby-Gruppe, die schnell zu preisgekrönten Modellen (Caravaning Design Award) fĂŒhrte: Fendt Brilliant, Hobby Premium und der flache Hobby 600. Ebenfalls mit dem Caravaning Design Award ausgezeichnet wurden einige von der KnausTabbert Gruppe in Auftrag gegebene Modelle, wie der Tabbert Great Puccini und der Knaus Van TI, beide aus dem Jahr 2012. Die Erfahrungen der KnausTabbert Gruppe fanden ihren Höhepunkt im Caravisio-Konzept (2013). Viele der stilistischen und möbeltechnischen In-

novationen von Caravisio wurden dann von der neuen Version des Eurostar, dem Spitzenprodukt von Knaus (Red Dot Award 2013, Honorable Mention), ĂŒbernommen. Nicht zu vergessen ist die Zusammenarbeit von STUDIOSYN mit Niesmann&Bischoff fĂŒr das Design von Arto (Red Dot Award, Honorable Mention 2014), Flair (Red Dot Award Winner 2015 fĂŒr “die hohe QualitĂ€t des Designs”) und dann den iSmove und Flair 2023 Edition. Die Gestaltung der gesamten Reisemobil-Baureihe Morelo im Jahr 2013 (Außendesign) und das Interieur des Knaus Kastenwagens BoxLife (Anfang 2015) runden das Firmenprofil ab. Die intensive Zusammenarbeit mit der Hymer-Gruppe begann vor neun Jahren mit dem Salish Sea-Konzept der Marke HymerCar (modulare Möbel fĂŒr die Mercedes VC-Klasse), dem Re-Design des BĂŒrstner Aviano und mehr. Die Erfahrung von STUDIOSYN beschrĂ€nkt sich nicht nur auf den Wohnmobilsektor, sondern umfasst auch andere Bereiche, wie beispielsweise den Nautik-Sektor mit Projekten fĂŒr die Werften Riva und Bennetti.

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E-MobilitÀt beim Caravaning: Volkswagen greift an

Volkswagen Nutzfahrzeuge engagiert sich verstĂ€rkt mit Basisfahrzeugen im Caravaningbereich und hat mit namhaften Reisemobil-Herstellern weitreichende KooperationsvertrĂ€ge abgeschlossen. Auch das fĂŒr VW wichtige Thema E-MobilitĂ€t wird von der Transporter-Schmiede aus Hannover mit neuen Produkten in die Caravaningbranche eingebracht. Wir haben mit Lars Krause, Markenvorstand fĂŒr Vertrieb und Marketing von Volkswagen Nutzfahrzeuge ĂŒber die Entwicklungen im Caravaningbereich gesprochen

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interview
Text: Claus-Detlev Bues
mit lars krause

Lars Krause startete seine berufliche Laufbahn bei McKinsey. Von 2005 bis 2009 war er bei Volkswagen in verschiedenen FĂŒhrungsfunktionen tĂ€tig, zuletzt als Produktlinienleiter der Baureihe „Fullsize“. Nach Stationen bei Thyssen Krupp war er CEO der WISCO Tailored BlanksGruppe, bevor er 2017 bei Volkswagen Nutzfahrzeuge die Leitung des Produktmanagements und der Strategie ĂŒbernahm. Markenvorstand fĂŒr Vertrieb und Marketing, seit 1. Juli 2021

Camper Professional: Volkswagen setzt so konsequent wie kein anderer traditioneller Autohersteller auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Das E-Auto fĂŒr alle – das ist der Kern der E-Offensive. Gilt das auch fĂŒr den Bereich Nutzfahrzeuge?

Lars Krause: Die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte ist wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensstrategie GRIP 2030. Bis zum Ende der Dekade wollen wir mehr als 55 Prozent unseres Portfolios elektrifizieren. Der ID. Buzz ist unser großer Schritt auf diesem Weg. Gleichzeitig wird es aber Anwendungsbereiche fĂŒr Nutzfahrzeuge, wie auch Regionen auf der Welt geben, in denen moderne VerbrennerFahrzeuge ihren Platz haben werden.

Camper Professional: Auch die Fahrzeughersteller sind von den Problemen in den Lieferketten stark betroffen. Wie sieht es nach der MarkteinfĂŒhrung mit der LieferfĂ€higkeit fĂŒr den ID-Buzz aus?

Lars Krause: Noch bevor unsere neue vollelektrische Ikone bei den HĂ€ndlern steht haben wir bereits ĂŒber 18.000 ID. Buzz verkauft – zu gleichen Teilen Cargo-Versionen und ID. Buzz Pro. Das ist ein tolles Ergebnis. Wir gehen von einem weiteren Push aus, sobald die Fahrzeuge in den Showrooms unserer HĂ€ndler stehen. Wir versuchen alles, dass wir die StĂŒckzahlen in der Produktion hochfahren können und haben natĂŒrlich auch einen Fokus auf den ID. Buzz. Aber die Situation in verschiedenen Bereichen der Lieferkette bleibt herausfordernd und verĂ€ndert sich fast tĂ€glich.

Camper Professional: Der ID Buzz als rein elektrischer Kult-Bulli feierte seine Messe-Premiere vor der IAA 2022 auf dem Caravan Salon in DĂŒsseldorf und Volkswagen Nutzfahrzeuge hat jĂŒngst strategische Partnerschaften mit Reisemobilherstellern wie Knaus und Hobby im Verbrennerbereich abgeschlossen. Sind die Kooperationen im Caravaning -

segment auch fĂŒr ID Buzz und den EBereich geplant?

Lars Krause: Wir sind im stĂ€ndigen Austausch mit unseren bestehenden und zukĂŒnftigen Reisemobil- Partnern. KĂŒrzlich haben wir bei einer Veranstaltung mit Medien in Kopenhagen zum Beispiel eine Lösung von QUQUQ gezeigt, die als KĂŒchenbox mit Kocher sowie einem robusten faltbaren Bett den ID. Buzz innerhalb von Minuten zum Camper werden lĂ€sst. Die Box wird in KĂŒrze ĂŒber Volkswagen Zubehör angeboten werden. Sollte es zu weiteren strategischen Partnerschaften kommen, geben wir dies zum gegebenen Zeitpunkt bekannt.

Camper Professional: Mit den ID Modellen hat Volkswagen ein neues Vertriebskonzept vorgestellt, Kunden können direkt bei VW kaufen, der Handel bleibt weiter eingebunden. Gilt das Konzept auch fĂŒr den neuen ID Buzz?

Lars Krause: Das Agenturmodell ist essentiell, um ein zeitgemĂ€ĂŸes und durchgĂ€ngiges Kundenerlebnis zwischen On- und Offline-Welt sicher zu stellen. Daher bietet es dem Handel und dem Hersteller nachhaltig die beste Zukunftsperspektive. Es wurde bereits erfolgreich und mit Zustimmung aller Partnerbetriebe bei den Marken.

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Hoher Besuch auf der IAA Transportation 2022 auf dem VWN-Stand: Niedersachsens MinisterprĂ€sident Weil (2. von re), VDA-PrĂ€sidentin MĂŒller (Mitte) und Hannovers OberbĂŒrgermeister Onay (links) gemeinsam mit VWN-CEO Intra und Vertriebsvorstand Krause.

Volkswagen Pkw und CUPRA in Deutschland fĂŒhrt. Uns ist wichtig, die Umsetzung des Agenturmodells auch bei beim ID. Buzz zum Erfolg zu fĂŒhren. In den kommenden Wochen wird es dazu weiteren Austausch mit dem deutschen HĂ€ndlerverband geben.

Camper Professional: ID Buzz - Made in Germany, made in Hannover und das angestrebt mit klimaneutraler Produktion. Plan oder RealitÀt?

Lars Krause: Der Bulli kommt aus Hannover. Das gilt auch fĂŒr den ID. Buzz und den ID. Buzz Cargo. Wir fahren die Produktion aktuell hoch. Unsere ProduktionskapazitĂ€ten in Hannover sind auf 130.000 Fahrzeuge ausgerichtet. Wir planen ab 2024 mit diesen StĂŒckzahlen aus Hannover. Mit Sondermaßnahmen können es nochmal 20.000 mehr werden. Darin sind auch die Fahrzeuge mit dem langen Radstand fĂŒr die USA und Europa enthalten – diese Version stellen wir im kommenden Jahr vor. Und fĂŒr den ID. Buzz und den ID. Buzz Cargo gilt: Alle Fahrzeuge werden bilanziell CO2-neutral an die Kundinnen und Kunden ĂŒbergeben. So wie bei allen Fahrzeugen aus der ID.-Familie.

Camper Professional: Was passiert, um aus dem klassischen Transporter-Werk in Hannover eine „e-factory“ wie Zwickau Emden oder Dresden fĂŒr Produkte wie den T7 Plug-in-Hybrid, e-Crafter und ID Buzz zu machen?

Lars Krause: Hannover ist auf dem Weg zur „Smart Factory“. Und das mĂŒssen wir auch, denn die KomplexitĂ€t in unserem Werk war nie so hoch wie heute. Alleine die Variantenvielfalt des T6.1, als Transporter, Caravelle oder California, ist schon enorm. Jetzt sind mit dem neuen Multivan und dem ID. Buzz noch weitere Fahrzeuge auf anderen Plattformen und anderen Antrieben in die Fabrik gekommen. Und teilweise werden diese auf einer Linie gefertigt. Das erfordert eine hoch-qualifizierte Belegschaft. Wir haben in der Produktion unsere Automatisierungs- und Digitalisierungsstrategie stark vorangetrieben. Ein Beispiel: Im den neuen Karosseriebauten haben wir einen Automatisierungsgrad von bis zu 93 Prozent erreicht. Die Daten werden in Echtzeit analysiert und beispielsweise ĂŒber eine Smartwatch direkt an die Facharbeiter*innen gemeldet. Teure Stehzeiten der Anlagen werden so deutlich minimiert. Info: Den e-Crafter produzieren wir in unserem Werk in Wrzeƛnia.

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interview mit lars krause
VWN schließt eine langfristige Kooperation mit Knaus Tabbert ab. Hier der Knaus Van Ti Plus auf VW Crafter und unten der neuen Knaus Van Tourer auf dem Transporter T6.1

Camper Professional: Die Elektro-Offensive von Volkswagen erfordert ja nicht nur den „Hardware“-Umbau sondern auch eine Elektro-Offensive bei den Mitarbeitern und fĂŒr die Zukunft auch in der Ausbildung. Wie ist Volkswagen Nutzfahrzeuge da aufgestellt?

Lars Krause: WĂ€hrend der AnlĂ€ufe haben wir 5000 BeschĂ€ftigte in der Fabrik erfolgreich fĂŒr die Fertigung der neuen Fahrzeuge qualifiziert und auch unsere Ausbildungsberufe den neuen Aufgaben angepasst. Wir bieten in Hannover unter anderem die Ausbildung zum Mechatroniker fĂŒr System- und HochvoltTechnologie an. ZusĂ€tzlich investiert VWN noch einmal 21 Millionen Euro bis zum Ende des Jahrzehnts in die Qualifikation von Zukunftskompetenzen.

Camper Professional: Wird VWN den ID Buzz wie seine Transporter-Kollegen T6.1 und Crafter auch im Caravaning- Bereich zum Aus- und Aufbau von Reisemobilen anbieten?

Lars Krause: GrundsĂ€tzlich bieten wir alle unsere Fahrzeuge unseren Partnern aus dem Reisemobilsegment an. Auf der IAA Transportation haben wir gezeigt, welches Potenzial in dem ID. Buzz und dem ID. Buzz Cargo auch fĂŒr Aufbauhersteller steckt. Nicht nur auf unserem Stand als Notarztfahrzeug oder mit Kofferaufbau, auch auf anderen StĂ€nden waren viele clevere Ideen auf Basis des ID. Buzz ausgestellt wie etwa eine mobile Kaffeebar.

Camper Professional: Und was echte Bulli-Fans natĂŒrlich interessiert: Kommt der VW ID Buzz auch irgendwann als Buzz California?

Lars Krause: Die Entwicklungsarbeit am ID. California hat begonnen, das nĂ€chste Modell aus der California-Reihe ist allerdings nicht der ID. California, sondern ein Nachfolger des California 6.1. Mehr Details dazu wird es im kommenden Jahr geben. FĂŒr den ID. Buzz bietet Volkswagen Zubehör jetzt schon das erwĂ€hnte Campingpaket vom Anbieter QUQUQ mit HeckkĂŒche und Bett an.

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Eine weitere weitreichende Kooperation: Lars Krause (rechts, Volkswagen Nutzfahrzeuge) und Bernd Löher (Hobby) legen den Grundstein fĂŒr die Kooperation beider Marken fĂŒr kĂŒnftige Reisemobile Zeichen in die Branche: Volkswagen Nutzfahrzeuge stellt den neuen ID.Buzz als Weltpremiere auf dem Caravan Salon 2022 der Öffentlichkeit vor Erstes Resultat der Kooperation Hobby und VW Nutzfahrzeuge: Der Hobby Van Maxima

Innovation und Tradition sind unsere StÀrken

Bernd Löher, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Hobby, kam vor drei Jahren an die Spitze von Europas fĂŒhrendem Freizeitfahrzeug-Hersteller und musste unterschiedliche Herausforderungen, aber auch Chancen in Pandemie-Zeiten bewĂ€ltigen

Fotos: Enrico Bona

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Text: Antonio Mazzucchelli
interview mit bernd löher

Hobby und Fendt sind zwei Unternehmen mit einem hohen Produktionsanteil an Wohnwagen. In Zukunft möchte Hobby stĂ€rker im Segment der Reisemobil und Campervans wachsen. Der GrĂŒnder, Harald Striewski, ist immer noch der EigentĂŒmer dieser europĂ€ischen Gruppe, hat aber die operativen Aufgaben an seine beiden GeschĂ€ftsfĂŒhrer delegiert. Einer von ihnen ist Bernd Löher, den wir auf dem Caravan Salon 2022 in DĂŒsseldorf interviewen durften.

Camper Professional: Herr Löher, können Sie uns mehr ĂŒber sich erzĂ€hlen?

Bernd Löher: Ich bin 53 Jahre alt und arbeite seit 2003 in der Caravaning-Branche. Angefangen habe ich als kaufmĂ€nnischer und technischer Leiter bei Dometic Light Systems. SpĂ€ter war ich fĂŒr das RVOE-GeschĂ€ft in Deutschland zustĂ€ndig, bevor ich die Verantwortung fĂŒr das RVOE GeschĂ€ft im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) ĂŒbernahm. In den letzten Jahren bei Dometic war ich zudem Mitglied des EMEA-Managements und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von zwei Produktionsstandorten. Gleichzeitig leitete ich das Produktmanagement fĂŒr Dometic EMEA, nicht nur fĂŒr die Caravaning-Industrie, sondern auch fĂŒr den Einzelhandel, die Automobilbranche und die Hotellerie.

Vor drei Jahren fasste ich den Entschluss, etwas Neues zu beginnen. Ich hatte schon immer ein sehr gutes VerhĂ€ltnis zu Harald Striewski. Das war ein entscheidender Punkt fĂŒr mich, als ich beschloss, fĂŒr Hobby zu arbeiten und Dometic zu verlassen. In typischer Hobby-Manier war es damals ein Handschlag-Deal, nicht mehr und nicht weniger. Am 1. Februar 2020 fing ich bei Hobby an. Aber die Situation war zunĂ€chst ziemlich schwierig. Es war der Beginn der Pandemie. Eine meiner ersten großen und schwierigen Entscheidungen war dann im MĂ€rz 2020, als wir das Werk wegen der Covid-Pandemie schließen mussten. Nachdem wir die richtigen Maßnahmen ergriffen hatten, um mit Corona zu arbeiten und zu

leben, konnten wir uns auf die Produktentwicklung konzentrieren, unsere Produktpalette differenzieren und neue Produkte wie den Maxia und den Beachy auf den Weg bringen. Es ist schon ein Vorteil, wenn man fĂŒr ein privates Unternehmen arbeitet: Es gibt sehr schnelle Entscheidungsprozesse und Harald Striewski als Inhaber hat mich immer ermutigt, neue Projekte und Ideen voranzutreiben.

Camper Professional: Hobby hat zwei GeschĂ€ftsfĂŒhrer und einen Inhaber: Was sind die jeweiligen Fachgebiete? Inwieweit ist der GrĂŒnder und Inhaber noch aktiv an der Leitung des Unternehmens und den entsprechenden Entscheidungen beteiligt?

Bernd Löher: Eigentlich ist Herr Striewski nicht mehr in das TagesgeschĂ€ft involviert, aber immer noch sehr stark in das Design der Wohnwagen eingebunden. Daher ist die FĂŒhrung ziemlich klar: Er ist der Inhaber, Holger Schulz ist mein GeschĂ€ftsfĂŒhrungskollege und fĂŒr die Bereiche Vertrieb, Marketing und Aftersales zustĂ€ndig. Ich kĂŒmmere mich um die Produktion, die IT, Personal, die Forschung und Entwicklung, sowie das Unternehmen als Ganzes.

Camper Professional: Wie groß ist Hobby heute und wie hat sich die Produktion im Laufe der Jahre entwickelt?

Bernd Löher: Das aktuelle Produktionsvolumen fĂŒr Hobby liegt bei 12.000 bis 13.000 Wohnwagen, und weiteren 10.000 Wohnwagen fĂŒr Fendt. Das heißt, wir sind im Bereich der Wohnwagen europaweiter MarktfĂŒhrer. In der Spitze waren es in den vergangenen Jahren sogar 20.000 Einheiten bei Hobby. Unter den heutigen Produktionsbedingungen sind wir sehr agil und können uns sehr schnell auf die aktuellen Marktsituationen anpassen, natĂŒrlich immer unter BerĂŒcksichtigung der aktuellen EinschrĂ€nkungen bzgl. der Lieferketten.

Camper Professional: In einer Welt, die

von börsennotierten Großkonzernen dominiert wird, sind Hobby und Fendt als Familienunternehmen ursprĂŒnglich geblieben: Welche Vor- und Nachteile hat das?

Bernd Löher: Der grĂ¶ĂŸte Vorteil, den wir haben, ist, dass wir sehr agil sind. Wir können unsere eigenen Entscheidungen treffen, und die Entscheidungsfindung ist sehr schnell, was auch von unseren Partnern/ Lieferanten geschĂ€tzt wird.

Hobby und Fendt waren immer sehr zuverlĂ€ssige Partner fĂŒr unsere Lieferanten, was auch Teil unserer Vision & Mission ist. Bis jetzt habe ich noch keine Nachteile eines privat gefĂŒhrten Familienunternehmens, im Vergleich zu Konzernen, feststellen können.

Camper Professional: Bei steigenden Produktionskosten, galoppierender Inflation und unterschiedlichen Lieferkettenproblemen hat der deutsche Markt trotzdem einen Absatzrekord verzeichnet. Was erwarten Sie fĂŒr die Zukunft?

Bernd Löher: Wir denken, dass wir in den nĂ€chsten Jahren das Marktniveau erreichen werden, das wir in den Jahren 2017 bis 2018 erreicht haben. Das bedeutet, dass der Markt ein wenig zurĂŒckgehen wird. Im Bereich der Wohnwagen erwarten wir, dass der Markt in Europa irgendwo zwischen 70.000 und 80.000 Einheiten liegen wird. Angesichts der Herausforderungen bei den Lieferketten, der geopolitischen Unsicherheit und der Inflation, die bis Ende dieses Jahres voraussichtlich 10 % erreichen wird (,) sowie der enormen Energiekosten, können wir bereits jetzt eine gewisse VerĂ€nderung des Verbrauchervertrauens feststellen. Die Menschen sind etwas vorsichtiger und zurĂŒckhaltender geworden, bevor sie einen neuen Wohnwagen oder ein Wohnmobil kaufen.

Camper Professional: Glauben Sie, dass die steigenden hohen Preise fĂŒr Wohnmobile zu einem grĂ¶ĂŸeren Interesse an Wohnwagen fĂŒhren könnten?

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Bernd Löher: Ich bin mir nicht sicher, ob die hohen Preise fĂŒr Reisemobile zu einem grĂ¶ĂŸeren Interesse an Wohnwagen fĂŒhren werden. FĂŒr mich ist es wichtiger, was in den nĂ€chsten fĂŒnf bis zehn Jahren passiert, wenn ab 2035 die Verbrennungsmotoren verboten werden. Wir als Branche mĂŒssen uns diesen neuen Herausforderungen stellen. Die meisten Chassis-Hersteller arbeiten bereits an Elektrofahrzeugen. Die Frage ist nur, inwieweit sie fĂŒr die Branche geeignet sind. Welche Reichweite kann man mit einem batteriebetriebenen Wohnmobil erzielen? Ich denke, dass Wohnwagen eine Art Renaissance erleben werden, weil man einen Wohnwagen in Bezug auf GrĂ¶ĂŸe und Gewicht viel schneller anpassen kann. Aus diesem Grund haben wir den Beachy Air mit einem Zielgewicht von 500-600 kg entwickelt, so dass man diesen Wohnwagen auch mit einem Elektroauto ziehen kann. Der Trend scheint eindeutig, wenn man sich die Zulassungen von PKW’s anschaut. Vor allem in Skandinavien sind die meisten neuen Fahrzeuge E-Autos. Also ist es eine Herausforderung fĂŒr die Industrie, sich an die neue RealitĂ€t anzupassen.

Camper Professional: Sie sind ein europÀischer Hersteller, der den Wohnwagen als Hauptbestandteil seiner Produktpalette beibehalten hat: Ist dies auch in Zukunft der Fall?

Bernd Löher: Unser Ziel ist es, unseren Marktanteil bei den Wohnwagen zu halten. Aber Hobby hat gute Chancen, das ReisemobilgeschĂ€ft weiter auszubauen, da unser aktueller Marktanteil bei den Reisemobilen eher gering ist. Das ist eine SĂ€ule unserer zukĂŒnftigen Strategie.

Camper Professional: Sind Hobby und Fendt völlig unabhÀngige Marken oder gibt es interne Synergien in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Einkauf und Vertriebsnetz?

Bernd Löher: NatĂŒrlich haben und nutzen wir Synergien. Wir fĂŒhren diese, Schritt fĂŒr Schritt, mehr und mehr zusammen, so dass wir aus der Forschung und Entwicklung sowie dem Einkauf das bestmögliche Ergebnis fĂŒr unsere Gruppe erzielen können. Generell halten wir aber die DNA beider Marken getrennt und werden sie nicht vermischen. Die Synergien werden nur im Hintergrund genutzt.

Camper Professional: Wie haben Sie die Produktion Ihrer Reisemobile und Campervans umgestellt, um dem Mangel an Basisfahrzeugen zu begegnen?

Bernd Löher: Wir haben unsere Produktionslinien umorganisiert, um EngpÀssen bei den Chassis zu bewÀltigen. Heute zeigen unsere Produktionslinien eine hohe FlexibilitÀt, was auch mit der hohen Wertschöp-

fungstiefe bei Hobby zusammenhĂ€ngt. Das Hauptaugenmerk von Hobby liegt jedoch stets auf der Einhaltung der Lieferzeiten gegenĂŒber unseren Kunden, auch wenn wir dafĂŒr die Effizienz in unserer Produktion einschrĂ€nken mĂŒssen.

Camper Professional: Gibt es auch im Wohnwagen-Bereich Probleme in der Lieferkette?

Bernd Löher: Es gibt aktuell verschiedene Herausforderungen was die Lieferketten angeht, wie beispielsweise bei Fenstern, Kabeln und KabelbĂ€umen, Elektronik an sich, Sperrholz, Aluminium usw. Im Moment sieht es so aus, dass die Lieferketten, mit Ausnahme der Chassis, etwas stabiler ist, aber immer noch weit davon entfernt, zuverlĂ€ssig zu sein. Wie bereits erwĂ€hnt, haben wir den Vorteil einer sehr hohen vertikalen Wertschöpfungskette, da wir viele Dinge selbst herstellen, wie beispielsweise Chassis fĂŒr Wohnwagen, sodass wir ein wenig unabhĂ€ngiger sind. Das hat uns in den letzten 2 Jahren sehr geholfen, und wir werden diese Strategie beibehalten. Wann immer es möglich ist, entscheiden wir uns dafĂŒr, selbst „herzustellen“ statt „zu kaufen“. DarĂŒber hinaus haben wir außerdem unsere eigene Möbelfirma.

Camper Professional: Mit der Serie Maxia haben Sie einen sehr modernen,

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interview mit bernd löher

minimalistischen Stil fĂŒr die Inneneinrichtung eingefĂŒhrt. War das eine mutige Entscheidung oder war es an der Zeit, eine neue Art von Kunden mit weniger traditionellem Geschmack zu bedienen?

Bernd Löher: Einer der ZielmĂ€rkte fĂŒr Maxia ist Skandinavien. Deshalb haben wir dieses minimalistische Design entwickelt. Aber auch im Maxia kann man die HobbyDNA sehen und fĂŒhlen, denn das ist unsere Herkunft. Mit unserem Maxia decken wir auch andere Marktsegmente ab und erfĂŒllen die Nachfrage nach einem etwas weniger traditionellen Geschmack. In Skandinavien kommt der Maxia-Stil sehr gut an, man liebt das Design und die Einfachheit, sowie die klare Möbelstruktur.

Camper Professional: Die Entwicklungsprojekte auf Volkswagen im Mobilbereich sind neu fĂŒr Hobby. Wird es in naher Zukunft weitere Modelle geben?

Bernd Löher: Wir haben eine langfristige Zusammenarbeit mit VW vereinbart. Ein Ergebnis aus dieser Kooperation haben wir auf dem Caravan Salon gezeigt: der IDBUZZ zusammen mit dem dazugehörigen Beachy Air. Es werden noch weitere Innovationen kommen, seien Sie gespannt.

Camper Professional: Beachy ist ein „bahnbrechendes und transversales“ Produkt: Ist es nur ein Marketing-Hebel oder soll es konstante Zahlen bringen?

Bernd Löher: Der Beachy ist kein Marketing-Gag. Unsere Absicht mit dem Beachy ist es, neue Kunden zu finden und #vanlife in die Welt der Wohnwagen zu adaptieren. Der Beachy ist da, um zu bleiben. Innerhalb eines Jahres haben wir es geschafft, eine neue Marke aufzubauen. Es gibt eine eigene Community fĂŒr den Beachy. Ich weiß gar nicht, wie viele Facebook-Seiten wir inzwischen fĂŒr den Beachy haben. Ein unglaublicher Erfolg.

Camper Professional: Also ist der Beachy Air nicht nur ein Konzept. Was waren die Antriebe fĂŒr das Projekt?

Bernd Löher: Ja, der Beachy Air ist mehr als ein Konzept. Alles, was Sie am Beachy Air sehen, ist bereits komplett Konstruiert und wurde maschinell produziert. Es ist kein Prototyp. Der Grund, warum wir den Beachy Air entwickelt haben, ist die E-MobilitĂ€t. Wir wollten unbedingt einen leichten Wohnwagen. Was das Design betrifft, so haben wir mit Volkswagen zusammengearbeitet, um ein Erscheinungsbild zu haben, das dem ID Buzz entspricht. Wenn man sich die AußenhĂŒlle des Beachy Air anschaut, ist er eher ein Monocoque als ein gewöhnlicher Wohnwagen. Wir haben unter anderem neue Materialien und Produktionsmethoden verwendet. Auch wenn er ein bisschen retro aussieht, ist er im Inneren Hightech und wir werden ihn als Basis fĂŒr kĂŒnftige Entwick-

lungsprojekte bei Wohnmobilen und Wohnwagen nutzen. Dabei wird das Gewicht eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen, die wir in naher Zukunft haben. Besonders wenn wir ĂŒber batteriebetriebene Elektrofahrzeuge sprechen. Der Beachy Air hat alle Vorteile in Bezug auf Stil, Gewicht und FunktionalitĂ€t, so dass man ihn mit einem relativ kleinen Auto und mit einem Standard-FĂŒhrerschein ziehen kann.

Camper Professional: In welchen außereuropĂ€ischen MĂ€rkten sind Sie prĂ€sent und wie lĂ€uft es dort?

Bernd Löher: Wir exportieren nach China, und verkaufen auch nach Japan und Korea. Ich wĂŒrde sagen, dass diese MĂ€rkte im Moment stabil sind. Auch wenn unser Fokus selbstverstĂ€ndlich auf den europĂ€ischen MĂ€rkten liegt, schauen wir uns parallel nach potenziellen ExportmĂ€rkten fĂŒr Hobby um, um jederzeit auf jede Situation vorbereitet zu sein.

Camper Professional: Wie ist Ihr HĂ€ndlervertriebsnetz in Deutschland aufgebaut?

Bernd Löher: Wir haben eine einfache und funktionierende „B2B“-Struktur, verbunden mit einer oftmals langen Historie, die wir respektieren. Wir bekommen viele Anfragen von neuen HĂ€ndlern, aber wir halten zumeist an unserem bestehenden HĂ€ndlernetz fest. Wie ich schon sagte, ist es Teil unserer Vision & Mission, ein verlĂ€sslicher Partner zu sein. Daher erweitern wir das HĂ€ndlernetz nicht, wenn es nicht notwendig ist. Wenn ein HĂ€ndler nicht mehr da ist, mĂŒssen wir ihn ersetzen, was wir auch tun, aber wir akquirieren keine neuen HĂ€ndler, nur des zusĂ€tzlichen GeschĂ€ftes wegen, das wĂ€re nicht fair.

Camper Professional: Welche sind die Hauptprobleme, mit denen Ihre HĂ€ndler heute konfrontiert sind?

Bernd Löher: Aktuell hĂ€tten unsere Handelspartner gerne mehr Fahrzeuge zum Verkauf, denn die AuftragsbĂŒcher sind gut gefĂŒllt und es ist aktuell schwierig die große Nachfrage zu befriedigen.

Camper Professional: Es gibt eine neue Art von Kunden, die anspruchsvoller sind. Sind die HĂ€ndler im Allgemeinen auf diese Art von Kunden vorbereitet?

Bernd Löher: Auf der Messe haben wir festgestellt, dass sich die Kunden eher fĂŒr teurere Fahrzeuge entscheiden, daher muss das gesamte Nutzererlebnis auch deren Erwartungen entsprechen. Da es keine völlig neue Entwicklung ist, wĂŒrde ich sagen, dass unsere HĂ€ndler auf diese neue Art von Kunden gut vorbereitet sind.

Camper Professional: UnterstĂŒtzen Sie Ihre HĂ€ndler, indem Sie ihnen helfen, mit Ihnen zu wachsen, zum Beispiel durch Schulungen und MarketingaktivitĂ€ten?

Bernd Löher: Ja, wir legen viel mehr Wert auf notwendige Marktinformationen. Wir möchten unseren HĂ€ndlern die besten Analysen zur VerfĂŒgung zu stellen, um sie zu unterstĂŒtzen. FĂŒr den Maxia-Van gibt es zum Beispiel ein spezielles Verkaufstraining. Aber wir hören unseren Handelspartnern auch sehr genau zu, um gemeinsam die richtigen Strategien zu entwickeln. Im Rahmen einer bilateralen Kommunikation können wir sicherstellen, dass wir das von den Kunden erwartete Serviceniveau erreichen. Generell arbeiten wir daran, das Serviceniveau auch auf HĂ€ndlerseite noch weiter zu erhöhen.

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Bernd Löher mit Antonio Mazzucchelli

Erfolgreich dem Wandel begegnen

Markus Kern und Bernd Wuschack haben die Aufgabe, die derzeitige komplexe und wirtschaftlich nicht einfache Situation auf dem Caravaningmarkt zu managen und die Carthago-Gruppe schrittweise einem Wandel zu unterziehen.

32 CAMPER PROFESSIONAL interview mit markus kern, bernd wuschack
Bernd Wuschack Markus Kern

Wird Carthago trotz der generellen Krise in der Lieferkette seine fĂŒhrende Position im Premiumsegment des europĂ€ischen Marktes halten können? Und welche Rolle wird die Marke Malibu in einer Zeit großer VerĂ€nderungen im Segment der Wohnmobile spielen? DarĂŒber sprachen wir mit CEO Markus Kern und Bernd Wuschack, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CarthagoGruppe.

Camper Professional: Welche Faktoren haben Carthago dazu bewogen, die FĂŒhrungsspitze neu zu ordnen, und welche Konsequenzen hat das fĂŒr die UnternehmensfĂŒhrung?

Markus Kern : Die Entscheidung kam nicht plötzlich. Sie kam, nachdem ich bereits sechs Jahre bei Carthago war. Ich habe immer eng mit Herrn Schuler zusammengearbeitet und alle Dinge besprochen - vom Vertrieb bis zur F&E-Abteilung. Wir hatten eine sehr enge Kommunikation. KarlHeinz Schuler Ă€ußerte den Wunsch, ein wenig kĂŒrzer treten zu wollen. Dabei wollte er sicherstellen, dass ĂŒber eine Vierergruppe in der GeschĂ€ftsfĂŒhrung die Verantwortung getragen werden solle. Diese Entscheidung haben wir bereits Mitte 2021 getroffen.

Camper Professional: Wann haben Sie diese Rolle dann konkret ĂŒbernommen?

Markus Kern : Ich habe die Rolle als CEO der Carthago Gruppe im vierten Quartal des vergangenen Jahres ĂŒbernommen. Generell verstehe ich die FĂŒhrung des Unternehmens so, dass wir im Team entscheiden, mit Karl-Heinz Schuler an der Spitze. Er ist ein absoluter F&E-Mann und entwickelt gerne Produkte. Jetzt, in seinem Alter, zieht er es vor, sich nicht mehr mit Bereichen wie Personalwesen, Verkauf oder anderen operativen Themen zu befassen. Er mag es, bei den Produkten kreativ zu sein. Wenn er es beispielsweise mit Designherausforderungen zu tun hat, kann er sich voll und ganz darauf konzentrieren und eine Lösung finden. Wir möchten eine erfolgreiche Carthago Gruppe mit einer langfristigen Strategie etablieren. Unser Hauptsitz ist und bleibt in Aulendorf, darĂŒber hinaus haben wir entschieden, dass wir zusĂ€tzlich nun in eine neue Produktion in Slowenien investieren.

Camper Professional: Wie sehen Sie Ihre aktuelle Situation? Sie waren doch schon lÀnger im Unternehmen.

Markus Kern : Ich bin bereits seit sechs Jahren bei Carthago und gehöre dem Vorstand an. Ich arbeite sehr eng mit meinen Kollegen zusammen und wir besprechen die Dinge immer gemeinsam.

Camper Professional: Inwieweit hat sich das mangelnde Angebot an Fahrgestellen, das in den letzten Monaten den gesamten Markt erfasst hat, auf Ihr Ge-

schÀft ausgewirkt?

Bernd Wuschack : Wir hatten eine etwas andere Strategie als unsere Marktbegleiter. Unser erstes Ziel war es, alle auf dem Markt verfĂŒgbaren Chassis zu kaufen, auf die man ein Reisemobil bauen kann. Die HĂ€ndler mussten einen Verdienstausfall durch die reduzierten Mengen ersetzen, und wir auch. In Deutschland zum Beispiel ist der Markt in den letzten 12 Monaten um 15% zurĂŒckgegangen. Wir hatten einen RĂŒckgang von 23% zu verkraften. Jedoch war der RĂŒckgang bei den Wohnmobilen, den teilintegrierten und integrierten, viel geringer als der Durchschnitt des Marktes. Aber der RĂŒckgang bei den Campervans war der Bereich, in dem wir den grĂ¶ĂŸten Mangel an Fahrgestellen hatten, so dass wir dort ein Drittel unserer Produktion verloren haben und jetzt wieder aufholen mĂŒssen. Wir waren in unserer Produktionslinie fĂŒr Campervans eingeschrĂ€nkt und hatten keine prospektiven Informationen. Das war unser grĂ¶ĂŸtes Problem. Wir hatten die ausreichend Einheiten bestellt, die wir brauchten. Aber dann kam nach dem Caravan Salon in DĂŒsseldorf die Information, dass wir vielleicht nicht alle bestellten StĂŒckzahlen bekommen könnten. Es gab also keinen klaren Plan, und jeden Monat fehlten bis jetzt mehrere hundert Fahrgestelle. Das Endergebnis war, dass wir viel weniger Einheiten bekommen haben, als wir bestellt hatten.

Camper Professional: Wie haben Sie Ihre Produktion umgestellt, oder haben Sie das Problem durch die Zusammenarbeit mit anderen Marken und anderen

Fahrgestellen gelöst?

Bernd Wuschack : Es ist nicht so einfach, die Produktion umzustellen, da wir uns in einem speziellen Segment befinden, was die Gewichte angeht. Ein weiterer Punkt ist die FlexibilitĂ€t. Wir brauchen spezielle AnschlĂŒsse / Flansche fĂŒr die AL-KO Tiefrahmen wegen des Gesamtgewichts und dafĂŒr gibt es nicht so viele Basisfahrzeuge, die geeignet sind. In unserer UnternehmensgrĂ¶ĂŸe brauchen wir die Synergie mit dem Fahrgestell, und der Fiat Ducato von Stellantis ist wirklich hervorragend und entspricht unseren BedĂŒrfnissen. Es gibt natĂŒrlich auch Mercedes-Fahrgestelle. Wir prĂŒfen, wie wir diese in Zukunft einsetzen werden. Im Gegensatz zu uns haben viele andere Hersteller spezielle Lösungen fĂŒr teilintegrierte Fahrzeuge und Vans bis 3,5 Tonnen.

Camper Professional: Haben Sie nicht nur die Produktionsklassen geÀndert, sondern auch die Art und Weise, wie Sie fertigen? Haben Sie die Produktion einfach eingestellt, oder haben Sie andere Lösungen gefunden?

Markus Kern : Wir hatten mehrere ProduktionsstillstĂ€nde, sowohl in Deutschland als auch in Slowenien, da Fahrgestelle nicht im ausreichendem Umfang geliefert wurden. Insgesamt waren es mehrere Produktionswochen, in denen wir nicht Fertigen konnten. Wir haben hier ĂŒber eine optimale Flexibilisierung die bestmögliche Ausbringungsmenge an fertigen Reisemobilen realisiert. Jede Woche fĂŒhrten wir neue Produktionsabstimmungen durch, um die optimalste Fahrzeugmenge zu realisieren.

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Eine Planbarkeit war hier nicht mehr gegeben. Wir haben ProduktivitĂ€t verloren, aber wir wollten sicherstellen, dass unsere Kunden oder HĂ€ndler so viele Fahrzeuge wie möglich bekommen. Ein weiterer Punkt ist, dass unser Werk in Slowenien vor der Pandemie an der Auslastungsgrenze war. Aus diesem Grund haben wir das gesamte Werk neu reorganisiert und entschieden, speziell fĂŒr die Campervans ein neues Werk zu bauen. FĂŒr die Zukunft haben wir damit deutlich mehr Möglichkeiten, flexibel und mit ausreichenden KapazitĂ€ten unsere Fertigungen fĂŒr weiteres Wachstum zu steuern.

Camper Professional: Wie sind die Planungen fĂŒr das Werk und den zu erwarteten Wachstumsschub?

Markus Kern : Wir haben mit dem Bau dieses Werks fast 40 km sĂŒdlich von unserem anderen Werk begonnen. Das Werk sollte spĂ€testens Ende des zweiten Quartals nĂ€chsten Jahres die Produktion aufnehmen. Und, wie Herr Wuschack schon sagte, werden wir dort unserer Malibu-Baureihe produzieren. In Odranci werden wir danach nur noch ausschließlich Reisemobile bauen. Wie bereits erwĂ€hnt, haben wir durch die erfolgreich durchgefĂŒhrte Reorganisation auch hier höhere ProduktionskapazitĂ€ten realisieren können.

Camper Professional: Ihre Lieferanten mussten also auch alles umstellen und ihre Logistik neu konfigurieren?

Bernd Wuschack : Ja, das ist richtig, aber wir haben eine sehr positive Zukunftsperspektive, obwohl es im Moment sehr schwierig ist, weil viele Dinge gleichzeitig zusammenkommen.

Camper Professional: Wird sich die Verteuerung von Material, Komponenten und Mechanik negativ auf Ihren Umsatz auswirken oder glauben Sie, dass dies im Premium-Marktsegment kein Problem sein wird?

Bernd Wuschack : Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass es Auswirkungen haben wird. Aber im Premium-Segment vielleicht etwas weniger als im Einstiegs- oder Main-

stream-Segment; es gibt im Moment zwei große Themen: das eine sind die Lieferzeiten und das andere ist die Preisgestaltung. In beiden FĂ€llen können wir den Kunden nur sagen: “Lieber Kunde, wir können Ihnen nichts versprechen”. Das ist im Moment die grĂ¶ĂŸte Herausforderung. Wir sehen auch die schwierige Erfahrung unserer HĂ€ndler, wenn ein Kunde ein Fahrzeug sucht und der HĂ€ndler dann nicht sagen kann: “Ok, schauen Sie es sich an und nehmen Sie es, das ist der Preis”. Wenn es um die Lieferzeit und den Preis geht, sagen manche Kunden: “Ok, wir mĂŒssen darĂŒber nachdenken, mal sehen, was bis dahin passiert.” Ich bin sicher, dass hat Auswirkungen auf das Kunden-Verhalten. Die Situation ist so, dass die Leute immer noch abwarten. Die Unsicherheit ist das grĂ¶ĂŸte Problem, und das betrifft nicht nur unsere Marken. Das ist der nĂ€chste Punkt: Niemand weiß, was zum Beispiel durch den Krieg in der Ukraine und der Inflation kurz- oder mittelfristig auf uns zukommen wird. Ich denke jedoch, dass es in der Zukunft wieder viel Potenzial gibt. Wir sind sicher, dass Urlaub auf vier RĂ€dern immer noch ein guter Trend ist. Wird die Nachfrage jetzt zurĂŒckgehen oder sich stabilisieren? Wir hoffen, dass sie sich stabilisiert und dann leicht ansteigt. Die Frage ist, wann wird die Auslieferung von Fahrgestellen wieder zunehmen? Das ist die wichtigste Frage, die es im Moment zu beantworten gilt. Niemand kennt die Antwort.

Camper Professional: FĂŒr Ihre Marktpositionierung entwickeln Sie Ihre Produkte stĂ€ndig weiter, ohne revolutionĂ€r zu sein: Planen Sie fĂŒr die Zukunft radikale Innovationen?

Bernd Wuschack : Wir mĂŒssen die Kunden, die bei uns ein Reisemobil bestellt haben, zufrieden stellen. Das ist unser erstes Ziel, und das wird auch in den nĂ€chsten eineinhalb Jahren so bleiben. Deshalb haben wir uns entschieden, keine großen Entwicklungen oder VerĂ€nderungen vorzunehmen. Wir sind ĂŒberzeugt, dass dies die richtige Entscheidung ist. NatĂŒrlich wird es in Zukunft Herausforderungen geben. Die E-MobilitĂ€t

oder was auch immer, das wird dramatische VerĂ€nderungen in der Entwicklung der Dimensionen und des Gewichts bedeuten. Langfristig mĂŒssen wir darĂŒber nachdenken, und die nĂ€chsten neuen Dinge werden wir im Modelljahr 2025 prĂ€sentieren. Um auf dem Markt etwas zu bewirken, haben wir natĂŒrlich Ideen, und die werden auch entwickelt, aber im Moment macht es fĂŒr uns keinen Sinn. Es ist unsere Strategie, die Änderungen so gering wie möglich zu halten, damit der Preis des gekauften Modells stabil bleibt. Das war die alte Strategie von Carthago und Malibu, und sie funktioniert sehr gut fĂŒr unsere Kunden. Wir sind mit dieser Strategie und Situation zufrieden.

Camper Professional: Campervans gibt es derzeit nur unter der Marke Malibu; werden wir in Zukunft auch Campervans der Marke Carthago sehen? Und planen Sie auch den Einstieg in das Segment der urbanen Minivans?

Bernd Wuschack : Im Moment macht das fĂŒr uns keinen Sinn, weil es nicht unserer DNA entspricht. Die Vans haben eine persönliche Designsprache und um es ganz einfach zu beschreiben - je kleiner ein Auto ist, desto weniger kann man in Bezug auf Individualisierung und Personalisierung etwas tun. Daher denke ich, dass es nicht unser Hauptsegment sein wird. Mit dieser Fahrzeugkategorie werden wir aktuell keine großen Erfolge feiern, denn diese Fahrzeuge sind im Moment nicht unser Fokus.

Markus Kern : Wir verfolgen nachhaltig die Premiumstrategie als unser KerngeschĂ€ft. Deshalb wollen wir bei Carthago unseren eigenen Stil bewahren. Immerhin sind wir um einiges kleiner als andere Anbieter und fokussieren deshalb unseren Premiumansatz ĂŒber ein hochwertiges Produkt mit einem individuellen Profil. Bernd Wuschack : Wir verfolgen einen klaren Fokus! Das ist einer der GrĂŒnde fĂŒr unseren Erfolg und mit dieser Philosophie kann man nicht alles machen. Im Moment ist diese Strategie die richtige fĂŒr uns. Aber wir wissen auch, dass wir ĂŒber die Zukunft nachdenken mĂŒssen und dass sich das Gesamtbild verĂ€ndert. Letztlich ist das eher

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Carthago City, Aulendorf bernd wuschack
interview mit markus kern,

eine Frage der Verkaufsstrategie, die hinter jedem Produkt steht. Der Malibu-Van ist heute das absolute Premium-Van-Segment. Kein Individual-Fahrzeug, sondern Teil des Premium-Segments der serienmĂ€ĂŸig produzierten Fahrzeuge. Also ist es eher eine Frage, welche HĂ€ndler dieses Produkt betreuen, das Carthago-HĂ€ndlernetz oder das Malibu-Netz? Wir sehen das Malibu-HĂ€ndlernetz im Vorteil, weil es sich auf das VanGeschĂ€ft konzentriert. Carthago-HĂ€ndler sind erfolgreich im Verkauf von Reisemobilen, das Van-GeschĂ€ft ist oftmals ein NebengeschĂ€ft und das ist letztlich nicht die beste Lösung. Die Malibu-HĂ€ndler machen ihr GeschĂ€ft genauso gut wie die Carthago-HĂ€ndler. Im Moment sind wir also sehr zufrieden mit der Marke Malibu, auch mit den Premium-Vans von Malibu.

Camper Professional: Wie sind Sie heute auf den europĂ€ischen MĂ€rkten positioniert, und welches sind die wichtigsten MĂ€rkte fĂŒr Sie? Sehen Sie Wachstumschancen in MĂ€rkten, in denen Sie derzeit unterdurchschnittlich oder gar nicht prĂ€sent sind?

Markus Kern : Im Moment können wir das nicht so klar beantworten, weil sich die Marktanteile aufgrund der Chassis-Versorgung verzerrt zeigen. Im Premiumsegment zĂ€hlen wir zu den MarktfĂŒhrern und wollen diese Position halten.

Camper Professional: Wie ist die Situation Ihres HÀndlernetzes in Deutschland: ist es stabil, erwarten Sie positive oder negative VerÀnderungen?

Bernd Wuschack : Wir sind mit allen unseren Handelspartnern sehr zufrieden. Wir haben langfristige Beziehungen mit ihnen, und diese sind sehr stabil. NatĂŒrlich haben alle mit Herausforderungen zu kĂ€mpfen. Aber die meisten unserer HĂ€ndler haben eine klare Strategie fĂŒr die Zukunft und Ideen, um auch in den sich verĂ€ndernden MĂ€rkten in Zukunft erfolgreich zu sein. Es gibt noch viel zu tun, auch in den Bereichen Organisation und Digitalisierung. Ich denke, letztere sind die nĂ€chsten Schritte, die wir im gesamten Netzwerk gehen mĂŒssen. In Deutschland hat Carthago 50 HĂ€ndler, Malibu etwa 30 HĂ€ndler und insgesamt sind es somit circa 80-90.

Camper Professional: Haben Sie Ihr HĂ€ndlernetz unterstĂŒtzt, um ihm zu helfen, zu wachsen und sich auf die VerĂ€nderungen im Markt vorzubereiten?

Bernd Wuschack : Ja, wir haben sie alle unterstĂŒtzt. Aber fast jede HĂ€ndlersituation ist anders, so dass man sie sehr individuell betrachten muss, weil es unterschiedliche Lösungen gibt. Wir versuchen zu unterstĂŒtzen, wo wir können. Letztendlich können können aber nicht wir die Arbeit der HĂ€ndler ĂŒbernehmen. Wir sind Hersteller

und haben Aufgaben, die Handelspartner mĂŒssen ihre Hausaufgaben selbst machen. Beim Marketing beispielsweise versuchen wir sie zu unterstĂŒtzen wie es geht. Wir arbeiten generell sehr eng mit unseren Handelspartnern in allen Bereichen zusammen.

Markus Kern : Das eine ist, unsere Handelspartner bestmöglich zu unterstĂŒtzen, das andere ist aber vielmehr ihre Kompetenzen weiter zu stĂ€rken. Gerade in Bereichen der Digitalisierung und Social Media treten wir in einen aktiven Austausch mit unseren Handelspartnern.

Camper Professional: UnterstĂŒtzen Sie Ihre Partner auch bei VerkaufsaktivitĂ€ten?

Markus Kern : Es ist sehr wichtig, dass der Handelspartner weiß, wofĂŒr unser Produkt steht. Deshalb ist ein klarerer Informationstransfer ĂŒber die einzelnen Modelle elementar. Jeder VerkĂ€ufer muss wissen, was er seinem (und unserem) Kunden anbietet. Bernd Wuschack : Wir sehen, dass sich das Verhalten der Kunden Ă€ndert, darauf mĂŒssen wir vorbereitet sein. Der Kunde von heute ist anders als der Kunde von morgen. Unser Ziel besteht darin, den Kunden von heute so zu halten und den neuen Kunden zu erreichen.

Camper Professional: Glauben Sie, dass die Preiserhöhungen zu einer anderen, anspruchsvolleren Kundschaft fĂŒhren, auf die sich das Vertriebsnetz einstellen sollte? Wenn ein Reisemobil zu viel kostet, könnten die KĂ€ufer dann anspruchsvoller sein?

Bernd Wuschack : Ich denke, man muss das anders sehen: Wir haben in unserem Segment viele Kunden, die sich durch unsere Baureihen weiterentwickeln. Es gibt auch neue Kunden, die zur Marke kommen, und ich denke, dass der Umgang mit diesen Kunden in Zukunft ganz anders sein wird. Das ist die Herausforderung: zum einen den Erfolg und die Kunden von heute zu halten, und zum anderen die Kunden von morgen zu suchen. Und ich denke, im Premium-Segment haben wir eine andere Situation. Wir haben Kunden, die fĂŒr ihr nĂ€chstes Fahrzeug bereits vorbereitet sind. Anders ist das im Einsteigersegment, wo sie neue Kunden hinzubekommen. Diese kommen aber generell aus einem anderen Segment. Ich bin ĂŒberzeugt, dass wir eine andere Art von Kunden haben.

Markus Kern : Wir mĂŒssen herausfinden, was in Zukunft auf uns zukommt. Ich stimme Herrn Wuschack zu, dass wir eine spezielle Art von Kunden haben. Entscheidend ist eine klare Kommunikation zwischen unseren Kunden und uns. DarĂŒber hinaus ist es von großer Bedeutung, dass unsere kompetenten Handelspartner diese Zielkunden hinsichtlich ihrer AnsprĂŒche entsprechend bedienen.

Bernd Wuschack : Van und Mobil sind völlig unterschiedliche Produkte. Es ist ein anderer Kunde, der einen preiswerten Van kauft gegenĂŒber dem Kunden, der zum Beispiel ein integriertes Reisemobil erwirbt. Das ist unsere Herausforderung: die Kundenentwicklung in jedem Produktsegment zu erkennen und zu verfolgen. Hierin liegt unser Potenzial fĂŒr die Zukunft.

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Markus Kern und Bernd Wuschack mit Antonio Mazzucchelli

Multi-Chassis-Strategie: Knaus gibt Vollgas!

Selbst in einer kritischen Phase, wie wir sie gerade erleben, beweist die KnausTabbert-Gruppe erstaunlichen Elan: neue Modelle, neue Technologien und sogar neue Fahrzeugtypen. Wir sprachen darĂŒber mit Gerd Adamietzki, Vorstand/CSO bei Knaus Tabbert

Gerd Adamietzki hat ĂŒber 28 Jahre Erfahrung in der Caravaningbranche. Seit 2006 ist er in der KnausTabbert-Gruppe tĂ€tig und seit 2013 ebenda als Vorstand/ CSO. Wir haben ihn auf dem DĂŒsseldorfer

Caravan Salon 2022 interviewt.

Camper Professional: Knaus Tabbert ist wahrscheinlich die europÀische Caravanund Reisemobilmarke, die ihre Produkte

am stĂ€rksten erneuert hat: Eine große Anstrengung, und ist es auch eine große Investition in die Zukunft?

Gerd Adamietzki: Es freut mich, wenn Sie das so sehen. Denn: Das ist genau unser An-

36 CAMPER PROFESSIONAL interview mit gerd adamietzki
Text: Antonio Mazzucchelli Fotos: Enrico Bona

spruch. Wir wollen InnovationsfĂŒhrer der Branche bleiben. Daher haben neue Entwicklungen, neue Technologien, neue Fahrzeuge bei Knaus Tabbert absolute PrioritĂ€t. Nehmen Sie den Wohnwagen AZUR. Keiner in der Branche hat diesen Technologieschub in der Fertigung nachvollziehen können. Die FibreFrame-Technologie mit dem in sich selbsttragenden, hochfesten Rahmen gibt uns völlig neue Freiheiten in der Gestaltung und Produktion von Freizeitfahrzeuge. Kurz: Diese revolutionĂ€re Technologie bietet im Markt ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Camper Professional: Knaus Tabbert ist die Gruppe mit der grĂ¶ĂŸten Vielfalt Basisfahrzeugen: Fiat, Ford, Mercedes, Volkswagen, MAN. Ist dies ein notwendiger Schritt, um sich gegen die LieferengpĂ€sse von Stellantis zu schĂŒtzen?

Gerd Adamietzki: Wir haben die Lieferketten-Problematik frĂŒhzeitig erkannt und mit unserer Multi-Sourcing-Strategy bereits vor anderthalb Jahren angefangen gegenzusteuern. Mittlerweile haben wir das grĂ¶ĂŸte Angebot an Basisfahrzeugen, um den steigenden AnsprĂŒchen unserer Kunden gerecht zu werden und am Markt flexibel zu agieren.

Camper Professional: FĂŒhrt die Produktion von Reisemobilen auf unterschiedlichen Basisfahrzeugen zu höheren Kosten? Wie hat sich dies auf Ihre Produktionsund Organisationsprozesse ausgewirkt?

Gerd Adamietzki: SelbstverstĂ€ndlich erfordert eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Basisfahrzeugen entsprechenden Mehraufwand in Konstruktion, Entwicklung, Logistik und letztlich auch im Vertrieb der Fahrzeuge. Aber wir haben jahrzehntelange Erfahrung im Bau unter-

schiedlichster Freizeitfahrzeuge.

Camper Professional: Der neue Wohnwagen Azur ist das Ergebnis jahrelanger Experimente mit einer neuen Technologie, die vor einigen Jahren mit dem Travelino begonnen und mit dem Deseo fortgesetzt wurde. Was waren die Höhepunkte dieses Projekts? Warum hat es so lange gedauert, es zu entwickeln?

Gerd Adamietzki: Diese Technologie war ein sehr ambitioniertes Projekt – fĂŒr uns alle quasi technologisches Neuland. Schließlich haben wir im Lastenheft nicht weniger gefordert, als die gesamte bisherige Produktionsweise eines Wohnwagens komplett in Frage zu stellen. Herausgekommen sind faszinierende Produkte wie der KNAUS DESEO. Ein hochwertiger Wohnwagen, bei dem es unser Ziel war, die gesamte Heckwand öffnen zu können. Beim

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Links: Knaus Tourer Van. Oben und unten: Knaus Tourer CUV

AZUR haben wir nun diese Technologie des FibreFrame in die grĂ¶ĂŸere Serie hingefĂŒhrt –das hat die Mannschaft zusĂ€tzlich gefordert –und sie hat es aus meiner Sicht hervorragend gemeistert. DER AZUR ist die technologische Speerspitze im Caravanbau.

Camper Professional: Planen Sie, diese Technologie auf alle Wohnwagen der Knaus Tabbert Gruppe zu ĂŒbertragen?

Gerd Adamietzki: TRAVELINO, DESEO und AZUR sind nur der Anfang. Wir sind von dieser Technik ĂŒberzeugt. Die Vorteile sind klar: Allerhöchste Freiheit in der Gestaltung von Freizeitfahrzeugen, verbunden mit den Möglichkeiten einer automatisierten Fertigung.

Camper Professional: Ist der zukĂŒnftige Einsatz dieser Technologie auch fĂŒr Ihre Reisemobile geplant?

Gerd Adamietzki: Der FibreFrame ist universell entwickelt worden. Wir forschen und entwickeln hierzu in alle denkbaren Richtungen. Lassen Sie sich ĂŒberraschen.

Camper Professional: Wenn man sich die

neuesten Produkte anschaut, scheint es, als wolle man Weinsberg von seiner Position als Einsteigermarke entfernen. Trifft das zu?

Gerd Adamietzki: Der Markenkern von WEINSBERG ist, stets in seiner Klasse das beste Preis-/LeistungsverhĂ€ltnis anzubieten. Damit ist WEINSBERG seit Jahren sehr erfolgreich und prĂ€zise positioniert. Das zeigen auch uns die RĂŒckmeldungen aus den MĂ€rkten. Mit dem CaraCompact Edition [PEPPER] auf Mercedes-Benz erweitern wir nun das bewĂ€hrte Portfolio um eine attraktive Variante, die unsere Kunden immer öfter auswĂ€hlen. Und schließlich: Auch diese Version des [PEPPER] ist in der Preisstellung Ă€ußerst gut positioniert.

Camper Professional: Wie hat sich das Reisemobilsegment in Ihrer Gruppe in Bezug auf Investitionen und Marktwachstum entwickelt?

Gerd Adamietzki: Wir haben in den vergangenen Jahren einen ungebrochenen Boom bei Reisemobilen und Campervans erleben dĂŒrfen. Knaus Tabbert hat zu diesem Trend wesentlich beigetragen. Das beweisen die europĂ€ischen Zulassungsstatistiken. Seit 2008/2009 hat sich bei uns das VerhĂ€ltnis Wohnwagen- zu ReisemobilProduktion stetig in Richtung Reisemobile entwickelt. Doch darĂŒber hinaus vergessen wir die Produktion von Wohnwagen nicht, sie sind ein solides Standbein von Knaus Tabbert und Teil unserer DNA.

Camper Professional: Alle europĂ€ischen Hersteller haben sich auf die wachsende Kategorie der urbanen Freizeitmobile konzentriert, das heißt auf Mini-Vans mit Aufstelldach. Sie haben völlig unterschiedliche Produkte

entwickelt: Den Tourer CUV und den XCursion. Warum?

Gerd Adamietzki: FĂŒr uns ist das eine völlig neue Fahrzeug-Kategorie, von der wir ĂŒberzeugt sind, unsere Kunden zu begeistern. Die RĂŒckmeldungen auf dem Caravan Salon 2022 dazu waren jedenfalls begeistert bis euphorisch. Das zeigt mir: Wir haben mit diesen neuen Camper-Mobilen einen Nerv getroffen. Diese neue Klasse schließt die LĂŒcke zwischen kompakten Campern und Urban Camper. Ein vollwertiges Reisemobil mit Sitzecke, KĂŒche, komplettem Bad und bis zu vier SchlafplĂ€tzen bei weniger als 5,9 Meter LĂ€nge auf Basis eines in der Szene fast schon kultig verehrten VW T6.1 – das macht so keiner.

Camper Professional: Sie haben eine große Anzahl von Caravans im Programm: Wie wichtig ist das Caravan-Segment fĂŒr die Knaus Tabbert Gruppe? Wird es auch in den nĂ€chsten 5-10 Jahren ein starkes Marktsegment sein?

Gerd Adamietzki: Unsere Wurzeln liegen im Wohnwagenbau, das haben wir seit Jahrzehnten erfolgreich bewiesen. Dies zeigt auch der Fahrzeug-Bestand in Europa, hier liegen die Wohnwagen von Knaus Tabbert an der Spitze. Und dass wir weiter an Caravans glauben, zeigen unsere neuen Fahrzeuge wie AZUR oder der TABBERT PEP PANTIGA. Ich bin fest davon ĂŒberzeugt: Es bleibt ein starkes Marktsegment – und wir werden auch weiterhin sehr attraktive Wohnwagen entwickeln und anbieten.

Camper Professional: Welche Rolle spielt Tabbert innerhalb der Gruppe? Sind Sie mit dem neuen PEP Pantiga auf der Suche nach einer Erneuerung oder Modernisierung, um mit einem breiteren Kundenspektrum in Kontakt zu treten? Oder tun Sie es, weil sich die traditionelle Kundschaft verÀndert?

Gerd Adamietzki: TABBERT-Wohnwagen sind im Markt Stand-Alone-Fahrzeuge – sie stehen fĂŒr sich. Aber: Genauso wie unsere Kunden sich verĂ€ndern, verĂ€ndern natĂŒrlich auch wir

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Weinsberg CaraCompact Suite auf Basis von Mercedes-Benz Mechanik
interview mit gerd adamietzki

uns. FĂŒr mich war TABBERT lange etwas in der eigenen Historie gefangen. Mit den PANTI GA-Modellen brechen wir Traditionen auf und beschreiten neue Wege. Am Ende werden die Kunden entscheiden. Doch ich bin ĂŒberzeugt: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Camper Professional: Was sind Ihre Erwartungen fĂŒr das Ende des Jahres 2022? Werden Sie viele Auswirkungen auf das Fehlen von Basisfahrzeugen haben? Wie sind Ihre Aussichten fĂŒr die kommenden Jahre?

Gerd Adamietzki: Die Multi-Sourcing-Strategie greift schon jetzt: Unsere neuen Partner liefern im zweiten Halbjahr zuverlĂ€ssig. Deshalb gehen wir fĂŒr 2023 von einer noch besseren Chassis-Versorgung aus.

Camper Professional: Könnte der Anstieg der Reisemobilpreise zu einem Wechsel der Kunden zu (gĂŒnstigeren) Wohnwagen fĂŒhren?

Gerd Adamietzki: Wir haben unsere Preispolitik moderat an die aktuelle Situation angepasst

attraktive Fahrzeuge zu attraktiven Preisen an bieten. Aus meiner Sicht sind die Kategorien Reisemobil und Wohnwagen im Markt sauber getrennt und substituieren sich eher nicht.

Camper Professional: Die Rolle des Vertriebsnetzes ist von grundlegender Bedeutung. Wie ist die Situation in Deutschland? Haben Sie ein stabiles Netz oder erwarten Sie positive oder negative Schwankungen?

Gerd Adamietzki: Unser HĂ€ndlernetz ist stabil, stark und solide durchfinanziert. Deutschland ist fĂŒr uns der grĂ¶ĂŸte Markt, die Nachfrage an Freizeitfahrzeugen ist ungebrochen hoch. Fast tĂ€glich bekommen wir Anfragen von HĂ€ndlern, unser Marken zu vertreiben.

Camper Professional: Wie unterstĂŒtzen Sie Ihr Vertriebsnetz?

Gerd Adamietzki: Konsequent in alle Richtungen: Von der Kundenneugewinnung ĂŒber verschiedenste Vertriebsfördermaßnahmen bis hin zu attraktiven Konditionen. Nehmen Sie die Aktion Open Dealer Day im vergangenen

Jahr – das war branchenweit die wohl grĂ¶ĂŸte Werbekampagne mit europaweit rund 700 TV-Spots, begleitet von umfassenden SocialMedia-AktivitĂ€ten. Wir bauen also eine Plattform, damit unsere Handelspartner erfolgreich im Markt agieren können. Und nicht zuletzt informieren wir unsere Handelspartner laufend zeitnah ĂŒber die aktuellen Entwicklungen und entwickeln kontinuierlich attraktive Fahrzeuge, die in den Markt passen.

Camper Professional: Glauben Sie, dass mit dem unvermeidlichen Preisanstieg eine andere, anspruchsvollere Kundschaft entsteht, so dass sich auch das Vertriebsnetz anpassen muss?

Gerd Adamietzki: Wir passen uns kontinuierlich möglichen VerĂ€nderungen an und behalten dabei stets die KundenwĂŒnsche im Auge. Entscheidend ist: Wer MĂ€rkte gestalten möchte, muss kĂŒnftige KundenbedĂŒrfnisse schon heute antizipieren und die kommenden Trends vorausschauend planen. Bedeutet konkret: Wir sehen weiterhin noch Bedarf an attraktiven Modellen in den jeweiligen Einsteigerklassen.

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Gerd Adamietzki mit Antonio Mazzucchelli Tabbert PEP Pantiga 390 WD mit Schrankbett Der neue Knaus Azur mit einem Modell seines selbsttragenden Rahmens aus Verbundwerkstoff (oben)

Europas CaravaningMann

ACSI ist unter Campern in ganz Europa ein Begriff. ACSI stellt seit ĂŒber 55 Jahren die bekannten grĂŒnen CampingfĂŒhrer her, die fĂŒr viele Camper einen festen Platz im Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil haben. In diesen FĂŒhrer finden Camper immer die aktuellsten Informationen von rund 10.000 CampingplĂ€tzen in ganz Europa. Diese Informationen werden jedes Jahr durch ein Team von 300 Inspektoren ĂŒberprĂŒft. Wir haben den ACSI-CEO Ramon van Reine zum Verlauf der ersten “Nach-Pandemie”-Saison und zu den Trends im Campingund Stellplatzbereich befragt.

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interview mit ramon van reine

Neben den CampingfĂŒhrern bietet ACSI auch eine beliebte Rabattkarte fĂŒr Camper, verschiedene Websites und Apps, ein Magazin und organisiert CampingausflĂŒge und Campingferien. Einige im Markt bekannte Marken sind CampingCard ACSI, Eurocampings, Suncamp und ACSI Campingreisen. Seit 2021 bietet ACSI speziell auf Camper zugeschnittene Versicherungen an.

Camper Professional: Herr van Reine, wie ist aus Ihrer Sicht die jetzt so langsam auslaufenden Camping-Saison verlaufen?

Ramon van Reine: Sehr gut, fĂŒr viele CampingplĂ€tze sogar ĂŒber den Erwartungen. Die Preise, die man verlangen konnte (insbesondere von CampingplĂ€tzen mit dynamischer Preisgestaltung), waren höher als zuvor. DarĂŒber hinaus haben die Camper auch viel Geld im Gastgewerbe auszugeben. Ein großes Problem fĂŒr viele CampingplĂ€tze war jedoch, genĂŒgend Personal zu finden. Dies bedeutete manchmal sogar, dass die Restaurants nicht die ganze Woche, sondern nur an einer begrenzten Anzahl von Tagen geöffnet sein konnten. Außerdem hatten viele CampingplĂ€tze eine lange Nachsaison mit hoher Belegung. Wir hören also hauptsĂ€chlich von zufriedenen Campingplatzbesitzern.

Camper Professional: Ihr Haus ACSI hat durch die Pandemie und die Lockdowns schwierige Zeiten durchlebt und auch herbe finanzielle Verluste hinnehmen mĂŒssen, um den CampingplĂ€tzen in der Pandemie zu helfen. Wie hat ACSI das verkraftet?

Ramon van Reine: 2020 und 2021 waren fĂŒr unser Unternehmen die schwierigsten Jahre ĂŒberhaupt. In finanzieller, aber auch in emotionaler Hinsicht. Wir mussten die Zahl der Mitarbeiter von 220 auf 140 bis Ende 2020 reduzieren. Hinzu kommt, dass wir wegen Corona bis zu diesem FrĂŒhjahr praktisch mit einem leeren BĂŒro dastanden. Mit anderen Worten: kein Spaß. Ja, wir haben den CampingplĂ€tzen sehr geholfen. Da wir in engem Kontakt mit den CampingplĂ€tzen standen, wussten wir, in welchen LĂ€ndern und Regionen es am meisten weh tat. Wir haben sofort darauf mit Rabatten reagiert und zwischen 20 und 50 Prozent auf die Werbung gegeben. Gleichzeitig verzeichneten wir aber keinen RĂŒckgang beim Verkauf unserer Produkte an den Endverbraucher, sprich Camper. Die europĂ€ischen Camper wollten anscheinend zum erwarteten Reisestart gut vorbereitet sein.

Camper Professional: Sehen Sie bestimmte Änderungen und neue Trends der Camping-Kunden beim Buchen nach der Pandemie bei CampingplĂ€tzen und im Tour-Operatingbereich?

Ramon van Reine: Ja, wir haben festgestellt, dass die Buchungen auf einen spĂ€teren Zeitpunkt in der Saison verschoben wurden. Ein klarer Trend war auch, dass die Preise stiegen und die verfĂŒgbaren PlĂ€tze auf den CampingplĂ€tzen weniger buchbar wurden. Dies war vor allem auf die große Nachfrage zurĂŒckzufĂŒhren. Alle wollten wieder in den Urlaub fahren, soweit es dieses Jahr wieder möglich war.

Camper Professional: ACSI macht regelmĂ€ĂŸig Umfragen bei den Campern. Hat sich das Reiseverhalten der europĂ€ischen Camper durch die Pandemie verĂ€ndert und wie?

Ramon van Reine: Ja, wir möchten wissen, was unsere europĂ€ischen Kunden wollen. Als Corona anfing waren viele Camper gezwungen in ihren HeimatlĂ€ndern zu bleiben. Es ist eingetreten, was wir vorhergesagt haben: In diesem Jahr sind alle zu den frĂŒheren Zielen vor Corona zurĂŒckgekehrt. Dieser Trend wird auch im FrĂŒhjahr und Herbst wieder zu beobachten sein. Außerdem signalisieren wir, dass Camper in der Nebensaison gerne einen Platz gesichert haben wollen. ACSI Camping INFO kommt diesem BedĂŒrfnis nach Voranmeldung entgegen.

Camper Professional: ACSI hat kĂŒrzlich eine enge Kooperation mit dem Buchungsportal Camping.info bekanntgegeben. Auf dem Markt tummeln sich ja jede Menge Portale, die Camping- und Stellplatzbuchungen anbieten. Können Camping-Kunden jetzt in absehbarer Zeit mit einem - vielleicht sogar europaweitem - einheitlichen Buchungssystem fĂŒr Camping- und StellplĂ€tze rechnen? Ramon van Reine: Ja, viele Start-Ups

stĂŒrzen sich auf einen ihrer Meinung nach sehr lukrativen Campingmarkt. ACSI gehört zusammen mit dem niederlĂ€ndischen ANWB und dem deutschen ADAC zu den Vorreitern. Der Vorteil den wir als ACSI haben ist, dass wir ĂŒber sehr gute und zuverlĂ€ssige Inhalte verfĂŒgen, die von europĂ€ischen Campern durch unsere jĂ€hrlichen Inspektionen geschĂ€tzt werden. Die neuen Plattformen starten oft mit Informationen, die online von Dritten gesammelt wurden. Ich denke, dass es weiterhin mehrere Buchungsplattformen geben wird, wobei ACSI Camping Info weiterhin eine bedeutende Marktposition einnehmen wird.

Camper Professional: Trotz der Krise boomt der Caravaningbereich immer noch. Aber nicht nur Wohnwagen und Reisemobil können mit Rekordwerten aufwarten, auch die Produktion von Mobilheimen boomt. Sehen Sie auch den Trend, dass - besonders im SĂŒden - immer mehr normale Tour-StellplĂ€tze wegfallen und zu wesentlich lukrativeren Mobilheim-Angeboten umgewandelt werden?

Ramon van Reine: Ja, wir sehen das Problem, gegen das wir aber gleichzeitig wenig tun können.

Die Zahl der neuen Initiativen fĂŒr Campen bei Privatpersonen und auf MinicampingplĂ€tzen ist nette ErgĂ€nzung, gleicht aber den RĂŒckgang der CampingplĂ€tze nicht aus. Die Möglichkeit zu buchen wird also immer wichtiger, um den Campern einen guten Service zu bieten.

Camper Professional: Wenn die europĂ€ischen Ziele umgesetzt werden, dann fahren in wenigen Jahren Millionen Elektroautos auf den Straßen Europas.

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In Zusammenarbeit mit

Und die werden kĂŒnftig auch auf den Camping- und StellplĂ€tzen zu finden sein. Sind die CampingplĂ€tze Ihrer Meinung nach dafĂŒr gerĂŒstet?

Ramon van Reine: Viele CampingplĂ€tze sind dafĂŒr noch nicht ausgerĂŒstet, und so zapfen die Camper den Strom auf dem Stellplatz oder in ihrer Mietunterkunft an. Die CampingplĂ€tze mĂŒssen sich mit diesem Problem auseinandersetzen, da die Elektrifizierung der Autos zunehmen wird, insbesondere in Nordeuropa.

Camper Professional: CampingfĂŒhrer in Print-Form wurden selbst von Fachleuten der Branche schon lange durch das Angebot im Netz fĂŒr tot erklĂ€rt. Bei ACSI ist anscheinend ein entgegengesetzter Trend feststellbar. Wollen die Camper weiter einen grĂŒnen CampingfĂŒhrer mit im Wohnwagen oder Reisemobil haben?

Ramon van Reine: Ja, die ACSI-FĂŒhrer sind sehr beliebt. Wir wissen auch warum! Wir sind immer noch der einzige Verlag in Europa, der jedes Jahr alle CampingplĂ€tze inspiziert. Das bedeutet, dass unsere Informationen sehr zuverlĂ€ssig sind. Außerdem stimmt unser Preis/LeistungsverhĂ€ltnis. Wir bieten optimale Informationen in Kombination mit dem CampingCard-Rabatt. Und das zu einem gĂŒnstigen Preis, der leider im nĂ€chsten Jahr steigen wird. Und das auch nur notgedrungen, weil die Druckkosten fĂŒr die kommende Auflage um 65 Prozent gestiegen sind.

Camper Professional: Nachhaltigkeit in der Campingbranche war beim diesjÀhrigen Caravan Salon ein Hauptthema. Wie sieht ACSI da die Branche aufgestellt und was sind die Entwicklungen in den nÀchsten Jahren?

Ramon van Reine: Camping steht in puncto Nachhaltigkeit ganz oben. Kaum eine andere Reiseart erreicht einen so niedrigen CO2Wert. DarĂŒber hinaus werden viele CampingplĂ€tze so gestaltet, damit das Klima so wenig wie möglich belastet wird. Die ĂŒberwiegende Mehrheit liegt im Außenbereich und an Naturschutzgebieten mit sehr sehr hohen behördlichen Auflagen. Die gestiegen Nachfrage der Kunden nach nachhaltigem Camping wird vielfach mit besonderen Angeboten und Ausstattung beantwortet. Was ĂŒbrigens teilweise zu enormen zusĂ€tzlichen finanziellen Belastungen der Betreiber gefĂŒhrt hat.

Camper Professional: ACSI hat im letzten Jahr erstmals die „ACSI-Awards 2022“ ausgeschrieben, um die bei den Campern beliebtesten PlĂ€tze zu ermitteln und zu ehren. Was steckt hinter den ACSI-Awards, warum dieser Publikumspreis?

verwechselbares zu schaffen, und so

Der einzige europĂ€ische öffentliche Preis fĂŒr CampingplĂ€tze von Campern. Mit bis zu 50.000 Stimmen vom Start weg ein großer Erfolg. Da wir die Abstimmung fĂŒr die Preisverleihung 2023 vorgezogen haben, erwarten wir die doppelte Anzahl von Stimmen. Die CampingplĂ€tze sind hellauf begeistert und fĂŒhlen sich geehrt. Das war die Absicht.

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interview mit ramon
van reine
Ramon van Reine: Wir wollten eine Methode finden etwas Un entstanden die ACSI Awards. ACSI-Inspektoren im Jahr 2019
43 CAMPER PROFESSIONAL Italienische Leserschaft Caravan- und Wohnmobil-HĂ€ndler, WerkstĂ€tten, Zubehör-GeschĂ€fte, Zubehör- und Komponentenhersteller, Caravan- und WohnmobilHersteller, Kastenwagen- und Spezialfahrzeugbauer 4 Ausgaben pro Jahr 2000 gedruckte Exemplare Kontakt sales@fuorimedia.com IL MAGAZINE PER GLI SPECIALISTI DEI VEICOLI RICREAZIONALI Miniatura: Font Utilizzate: Y=0 K=100 Y=0 K=0 Y=0 K=0 Space Age CAMPER PROFESSIONAL CAMPER PROFESSIONAL Colori Utilizzati: C=0 M=0 Y=0 K=100 ITALIA DAS B2B-MAGAZIN FÜR ITALIENISCHE WOHNMOBILHÄNDLER UND -HERSTELLER HERSTELLER VON ZUBEHÖR UND KOMPONENTEN 34% KLEINE WOHNMOBILBAUER 2,8% HERSTELLER VON SPEZIALFAHRZEUGEN 2,7% CARAVAN- UND WOHNMOBIL-HERSTELLER 6,4% WERKSTÄTTEN 17,9% HÄNDLER 36,3%

Die Kombi fĂŒr Campervans: Dieselkocher und Heizung

Aus Finnland kommt ein innovatives, kosten- und zeitsparendes System, welches das Leben von Benutzern und Ausbauern einfacher macht

Das privat gefĂŒhrte Unternehmen „Wallas-Marin Oy“ mit Sitz in Kaarina, Finnland wurde 1972 gegrĂŒndet. Die Firma verfĂŒgt ĂŒber ausgezeichnete Erfahrungen mit Produkten fĂŒr Boote (Heizungen, Herde, Öfen), Heizungen fĂŒr FerienhĂ€user sowie Kocher und Heizungen fĂŒr Freizeitfahrzeuge. Bei letzteren liegt der Schwerpunkt auf den Campervans. Trotz der Covid-Krise, die 2020 auch Finnland traf, konnte Wallas wachsen und völlig funktionsfĂ€hig die Krise ĂŒberstehen. Mittlerweile iat Wallas ist so organisiert, dass die Kunden in der Saison 2021 und aktuell ohne jegliche Produktionsverzögerung beliefert werden können.

Ein neues All-in-One-Heiz- und Kochsystem fĂŒr Vans ist der „Wallas XC Duo“, das auf einer ĂŒber 40-jĂ€hrigen Erfahrung im Marina-Bereich basiert. Der „XC Duo“ ist in erster Linie eine sichere und bequeme Lösung, sowohl fĂŒr den OEM als auch fĂŒr Fahrzeugbesitzer. Die Kombination von Kocher und Heizung in einem einzigen System bedeutet, dass es keine Gastanks gibt: der Brennstoff fĂŒr den „XC Duo“ kommt aus dem Kraftstofftank des Fahrzeugs und seine Betriebsenergie bezieht er vom12-Volt Bordakku.

Wie funktioniert das? Das Design und die Idee von Wallas XC Duo eignet sich sowohl fĂŒr große Serienhersteller von Vans als auch fĂŒr kleinere Van-Ausbauer: Die Lösung spart Installationszeit und vor allem Gewicht sowie Platz im Fahrzeug. Der „XC Duo“ basiert auf einem „Balanced Flue“-System, bei

dem die Frischluft fĂŒr die Verbrennung durch ein Rohr von außen angesaugt wird. Die Abgase werden durch ein anderes Rohr an der Unterseite

44 CAMPER PROFESSIONAL focus wallas-marin oy
Text: Enrico Bona

des Fahrzeugs zur Head Unit abgeleitet. Das System ist Ă€ußerst sicher, da es keine offene Flamme gibt und die Verbrennung in einem geschlossenen Kreislauf stattfindet. Dabei erzeugt der „XC Duo“ kein Kondenswasser und verteilt ĂŒber Nacht keine giftigen Gase im Wohnmobil. Das Abgassystem wurde außerdem so konzipiert, dass es besonders leise ist, um den Schlafkomfort der Besitzer und Campingnachbarn zu gewĂ€hrleisten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass fĂŒr Vans ohne Gasanlage keine ParkbeschrĂ€nkungen gelten. Das ist fĂŒr die FlexibilitĂ€t beim Parken in der Stadt ein wichtiger Faktor. Der Kocher wird durch einfachen Knopfdruck gestartet und verfĂŒgt ĂŒber ein sehr benutzerfreundliches Bedienfeld namens „Wallas PI-Thermo“. Durch einen verzögerten Start/Stopp, wird das System vor versehentlicher Falschbedienungen geschĂŒtzt. Die PI-Thermo-Steuerung wiede-

rum stellt die Heizfunktion des „XC Duo“ so ein, dass er sich schnell aufheizt und danach die Wirkung der Heizung auf gleichem Level beibehĂ€lt, um eine gleichmĂ€ĂŸige Innentemperatur ohne merkliche GerĂ€uschschwankungen zu gewĂ€hrleisten. Die Heizung kann auch mit einem einfachen Drehregler manuell gesteuert

Der Verbrennungsprozess findet in einem geschlossenen Kreislauf mit Hilfe eines VerbrennungsgeblÀses statt.

Der Prozess verlĂ€uft vollautomatisch und unabhĂ€ngig von Änderungen des Luftdrucks. So verursacht die Verbrennung keine Feuchtigkeit oder GerĂŒche im Wohnraum. Die KochflĂ€che ist so aufgeteilt, dass auf der linken Seite die heißesten Temperaturen herrschen, wĂ€hrend die rechte Seite fĂŒr das Kochen bei niedrigeren Temperaturen vorgesehen ist. Da Komfort bei Wallas-Marin großgeschrieben wird, besitzt das System Glaskeramikkochfelder und eine Glasplatte, die leicht zu reinigen ist. Das moderne Design orientiert sich am Stil von aktuellen HaushaltsgerĂ€ten. Aktuell wird der Wallas XC Duo in elegantem Schwarz geliefert. Weitere Farben zur individuellen Gestaltung der KĂŒchenzeilen sind zurzeit im Test.

Vorteile

Die StĂ€rke des „XC Duo“ ist die 2“-in-1“-FunktionalitĂ€t. Wird der GeblĂ€sedeckel heruntergeklappt, verwandelt sich das GerĂ€t in eine Heizung. Die Temperatur ist von 0,9 kW bis 1,8 kW einstellbar und trotz der hohen Heizleistung wird die OberflĂ€che des Deckels nur angenehm warm. „Im Vergleich zu Gas gibt „Wallas-Marin Oy“ ist ein privat gefĂŒhrtes Unternehmen mit Sitz in Kaarina, Finnland, das 1972 gegrĂŒndet wurde. Die Produkte von Wallas, hauptsĂ€chlich Herde, Heizungen und Öfen, sind fĂŒr die Boots-, Camping- und Caravaning-Branche bestimmt. Alle Systeme der Firma werden mit Diesel oder Paraffinöl betrieben. Sie sind aufgrund ihres geringen Stromverbrauchs ideal fĂŒr autarke 12-Volt-Anwendungen. Wallas-Marin hat sich der QualitĂ€t, der Nachhaltigkeit und dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen verschrieben. Das Resultat sind langlebige Produkte mit langen Lebenszyklen. Wallas ĂŒbernimmt die unternehmerische Verantwortung, die auch die Ziele von nachhaltigen Entwicklung umfasst, wie den Schutz der Umwelt, die GewĂ€hrleistung von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer sowie die Einhaltung hoher Standards bei der umweltgerechten Gestaltung und Produktion der Produkte.

Diesel eine UnabhĂ€ngigkeit, da er fast ĂŒberall verfĂŒgbar ist und so dem Nutzer mehr Versorgungssicherheit bietet“, sagt Jussi Oksanen, CEO von Wallas. Und weiter, „XC Duo“ bietet eine sorgenfreie Nutzung, da man nicht auf den FĂŒllstand von Gasflaschen achten oder sich um giftige Emissionen sorgen muss. Außerdem ist in den meisten LĂ€ndern das Heizen mit Diesel im Vergleich zum Heizen mit Gas auch eine wirtschaftlichere Lösung. FĂŒr die Ein- und Ausbauer der Wallas GerĂ€te ist das neue System eine große Erleichterung: Durch den Wegfall des Gasfaches mit den Gasflaschen werden Platz und Gewicht gespart. Zudem ist es ein sehr einfach und schnell zu installierendes Produkt fĂŒr die Campervans. „XC Duo“ ist fĂŒr Vans auf Fiat-, Mercedes-, Volkswagen-, Fordund PSA-Basisfahrzeugen geeignet. Die Wallas XC Duo kommt aus dem Land von Schnee, Eis und KĂ€lte. Wir in Finnland wissen alles ĂŒber Heizsysteme! Die RĂŒckmeldungen, die wir von vielen großen Fahrzeug-Herstellern erhalten, und die Verhandlungen, die wir mit ihnen fĂŒhren, bestĂ€tigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

Profil des Unternehmens Wallas Marin Oy

Vorteile im Überblick

‱ sicher

‱ einfache Installation

‱ leicht zu reinigen

‱ servicefreundlich

‱ wirtschaftlich

‱ effizient

‱ verbraucht sehr wenig Batteriestrom

‱ arbeitet ohne Feuchtigkeit - kein Wasserdampf

‱ sorgt fĂŒr gute LuftumwĂ€lzung im Fahrzeug

‱ geschlossene Verbrennung

‱ gerĂ€uschloser Auspuff

‱ keine Gasflaschen

‱ platzsparend - Wegfall des Gaskastens

‱ keine ParkbeschrĂ€nkungen durch gasfreien Van

‱ Tunnel- und FĂ€hren-freundlich

‱ unabhĂ€ngig von Luftdruckunterschieden

‱ - optional separater Kraftstofftank (fĂŒr Benzinfahrzeuge)

‱ 2 Jahre Garantie

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„Wallas XC Duo“
In Zusammenarbeit mit
Das Wallas PI-Thermo-Bedienfeld

Treffpunkt des HandelsMovera Infoshow 2023

Seit Jahrzehnten veranstaltet die Movera, einer von Deutschlands fĂŒhrenden GroßhĂ€ndlern fĂŒr Zubehör im Camping- und Caravaning-Bereich eine eigene Hausmesse. Mittlerweile bekannt unter dem Titel „Movera-Infoshow“ findet diese Veranstaltung im Dezember auf dem GelĂ€nde der Messe Friedrichshafen statt. FĂŒr den Handel ist diese Show ein wichtiger Treffpunkt, um sich untereinander, mit den unterschiedlichen Lieferanten und dem Movera-Team auszutauschen

Text: Peter Hirtschulz, Fotos: C.-D. Bues / Movera

In

diesem Jahr ist die Movera-Infoshow vom 13. – 14. Dezember in der Halle A7 mit knapp 100 Ausstellern geplant. Camper Professional Deutschland hatte die Gelegenheit mit dem neuen Movera-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Matheis, Ralf Torresin (Head of Sales & PR) und Winfried Schuler (Senior Expert Sales Coordination) zu sprechen.

Camper Professional: Herr Matheis, Sie sind neu in der Branche, und seit 1. April bei der Movera - Welche Erwartungen knĂŒpfen Sie an die Movera Infoshow?

Philipp Matheis: Vom ersten Tag an wurde intern, aber vor allem auch seitens Lieferanten und Handelspartnern von der Movera Infoshow berichtet, so dass mir der Stellenwert der Veranstaltung in der Branche absolut klar ist. Gerade weil ich neu in der Branche bin, möchte ich die Infoshow nutzen und unsere Handelspartner und Lieferanten noch besser kennenzulernen.

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von links: GF Philipp Matheis, Winfried Schuler und Vetriebsleiter Ralf Torresin Neu im Team: Movera-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Matheis Movera Infoshow 2020

Camper Professional: Wie sehen Sie die aktuelle Situation im Handel aktuell?

Philipp Matheis: Sicher steht der HĂ€ndler aktuell vor unterschiedlichen Herausforderungen, speziell die VerfĂŒgbarkeit von Fahrzeugen macht den Alltag inhaltlich sicher nicht einfach. Aber gleichzeitig sehen wir auch Potenziale und Chancen: ein großer Fahrzeugmarkt und die Vielzahl von Bestandsfahrzeugen bieten die Chance, NachrĂŒstungen umzusetzen. Im Zubehörbereich waren die letzten beiden Jahre geprĂ€gt von instabilen Lieferketten und schwer planbaren BestĂ€nden. In diesem Jahr hat sich in vielen Lieferketten die Situation etwas entspannt und wir können im Großen und Ganzen von einer relativ guten VerfĂŒgbarkeit sprechen.

Camper Professional: Herr Torresin, seit ĂŒber 30 Jahren bietet Movera eine Hausmesse an. Was war die Intention eines solchen Events?

Ralf Torresin: Die Movera Infoshow ist im Grunde der Urtyp der Hausmesse, gestartet in einem kleinen Dorfstadel im Jahr 1992 ist die Movera Infoshow kontinuierlich gewachsen – hat dabei aber Ihren persönlichen Charakter einer Informations- und Ordermesse immer behalten. Das zeigt auch die Entwicklung der Veranstaltung, seit vielen Jahren richten wir die Messe aus PlatzgrĂŒnden bei unserem Partner, der Messe Friedrichshafen aus.

Camper Professional: Und was macht „Ihre“ Hausmesse so besonders?

Ralf Torresin: Die Movera Infoshow ist zielgerichtet auf den Handelspartner im In- und Ausland, der sich in einem angenehmen Umfeld mit den wichtigsten Lieferanten der Branche austauschen kann, was oftmals auf reinen Publikumsmessen nicht möglich ist. Aber auch der Austausch mit anderen HÀndlerkollegen aus dem In- und Ausland in einer ruhigeren Jahreszeit ist ein wichtiger Punkt,

hier bietet die Abendveranstaltung der Movera Infoshow den besten Rahmen. Jedes Jahr bilden sich hier neue Kontakte. Und last but not least haben wir das Highlight, dass sich alle Marken der Erwin Hymer Group vor Ort prÀsentieren, d.h. unsere Handelspartner haben gleichzeitig die Chance, Neuheiten der Fahrzeugmarken vor allen anderen zu sehen und mit den Kolleginnen und Kollegen der Fahrzeugmarken zu sprechen. Das ist einzigartig in unserer Branche.

Camper Professional: Herr Schuler, welche weiteren Vorteile hat ein Handelspartner durch seinen Besuch auf der Movera Infoshow?

Winfried Schuler: Neben den vorgenannten Vorteilen bietet die Movera Infoshow als klassische Vororder-Messe fĂŒr die kommende Saison natĂŒrlich auch hunderte Sonderangebote fĂŒr den HĂ€ndler. Durch eine gute Planung kann der HĂ€ndler mit diesen Angeboten beruhigt in die neue Saison gehen. Durch eine geplante Vororder kann sich die GewĂ€hrleistung der WarenverfĂŒgbarkeit erhöhen, zeitgleich hat der Handelspartner die Möglichkeit, seine Vororder punktuell im ersten Halbjahr abzurufen. Und natĂŒrlich hat der Handelspartner die Möglichkeit, gemeinsam mit dem MoveraTeam das gesamte Leistungsspektrum wie Webshop-Lösungen, HomeDelivery, Webinare und unser B2B-Portal von Movera zu erkunden.

Camper Professional: Das bedeutet aber, dass nur Handelspartner, die den Weg nach Friedrichshafen finden, von diesen Vorteilen profitieren?

Ralf Torresin: Nein, absolut nicht. Wir haben in den letzten beiden Jahren eine Onlineplattform fĂŒr die Movera Infoshow ins Leben gerufen, so dass ein Besuch der Movera Infoshow nicht zwingend erforderlich

ist. Allerdings hat der vergangene CARAVAN SALON gezeigt, dass der persönliche Austausch, speziell in unserer Branche, von großer Bedeutung ist und das ist aus meiner Sicht der grĂ¶ĂŸte Trumpf der Movera Infoshow in Friedrichshafen. Übrigens: SelbstverstĂ€ndlich erarbeiten wir intern, aber auch mit unserem langjĂ€hrigen Partner der Messe Friedrichshafen, ein Hygienekonzept.

Camper Professional: Was benötigt ein HÀndler, um an der Movera Infoshow teilnehmen zu können?

Winfried Schuler: Der Handelspartner muss sich nur anmelden, dies erfolgt ĂŒber seinen Zugang im B2B-Portal der Movera GmbH. Sollte ein Handelspartner noch keine Kundennummer beziehungsweise keinen Zugang zum Portal haben genĂŒgt ein kurzer Anruf bei uns und wir schalten einen Zugang direkt frei. Gleichzeitig mit der Einladung erhĂ€lt er auch direkt eine Übersicht mit Hotel Empfehlungen vor Ort.

Infos: www.movera.com

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In Zusammenarbeit mit
von links: GF Philipp Matheis und Ralf Torresin kontrollieren Ware in der Movera Lagerhalle Spass an der Teamarbeit: Ralf Torresin und Philipp Matheis Movera Infoshow 2020

Viel Neues bei Lippert

Zubehör-Multi Lippert war auf den letzten europĂ€ischen Messen erfolgreich vertreten und hat zahlreiche Innovationen vorgestellt. Zum Beispiel: Das R-Bikesystem verwandelt sich in einen Skirack fĂŒr den Winter. Das Piuma FensterSystem wird demnĂ€chst in den Zubehör-Katalog aufgenommen und die Synergie zwischen Lippert und Polyplastic zeigt sich im Panoramadach Vista 2. Belvedere und Fiocco sind die neuen AufstelldĂ€cher fĂŒr den Ford Transit.

FahrradtrÀger

„R-Bike“ wird zum SkitrĂ€ger „R-Skirun“

Lippert hat den „R-Skirun“-SkitrĂ€ger auf den Markt gebracht: Es ist das erste offizielle Lippert-Zubehör fĂŒr das „R-Bike“-System. Der „R-Bike“ selbst ist der FahrradtrĂ€ger von Lippert fĂŒr Transporter-Fahrzeuge auf Fiat Ducato, Mercedes Sprinter, Ford Transit, Volkswagen Crafter und Renault Master. Das Produkt zeichnet sich durch ein geringes Eigengewicht (nur 10 kg) und ein Befestigungssystem aus, das ohne Schrauben und damit ohne Bohrungen in der Karosserie auskommt. ZusĂ€tzlich besteht die Möglichkeit, ihn mit separat erhĂ€ltlichem Zubehör in einen allgemeinen LastentrĂ€ger oder, wie in diesem Fall, in einen SkitrĂ€ger zu verwandeln. Der „R-Bike“ wurde ursprĂŒnglich fĂŒr den si cheren Transport von zwei E-Bikes oder, durch Anbringen einer optionalen dritten Schiene, von drei FahrrĂ€dern mit Pedalen mit einer Höchstlast von 50 kg entwickelt. Er ist in den Farbvarianten Total White, Total Grey, Total Black und Total Alu (eloxiertes Aluminium) erhĂ€ltlich. Im Einklang mit der Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit, die fĂŒr das „R-Bike“-System charakteristisch sind, kann der „R-Skirun“ schnell und einfach installiert werden: Die Fahrradschienenhalterung wird einfach entfernt. Sogenannte „R-Bar“-Schienen werden montiert (sie sind nicht im Lieferumfang von „R-Skirun“ enthalten) und mit diesen können

die beiden Komponenten des SkitrĂ€gers problemlos installiert werden. Die „R-Bar“-Schienen sind das Basiszubehör, an dem alle zukĂŒnftigen Entwicklungen des Systems befestigt werden. Denn in der Tat plant Lippert, in naher Zukunft eine Reihe neuer „R-Bike“-Zubehörteile auf den Markt zu bringen. Der „R-Skirun“-SkitrĂ€ger trĂ€gt bis zu 4 zusammengeschnallte Skier-Paare, 2 Paar Skier nebeneinander, 1 Paar Skier und 1 Snowboard oder 2 Snowboards.

Die Ladung wird durch ein robustes Schließsystem mit ergonomischen Auslöseknopf und einem Schloss (zwei SchlĂŒssel im Lieferumfang) gesichert. Wie der Rest der „R-Bike“-Linie ist auch der „R-Skirun“ komplett aus eloxiertem Aluminium und schwarzem Spritzgussnylon gefertigt. Eine PVC-Dichtung sichert und trĂ€gt die Skier und Snowboards nicht nur, sondern schĂŒtzt den TrĂ€ger auch vor Kratzern und WitterungseinflĂŒssen. Gerade letztere bedeuten einen erheblichen Belastungsfaktor fĂŒr das System, das im Winter bei Minusgraden eingesetzt wird und zusĂ€tzlich zu den normalen Abnutzungserscheinungen, denen jedes externe Wohnmobilzubehör ausgesetzt ist, Schnee, Wind und Regen ertragen muss.

Fenstersystem Piuma

Polyplastic by Lippert bringt Piuma, ein neues integriertes Fenstersystem fĂŒr Wohnmobile, auf den Markt. Piuma ist die neueste Entwicklung und gleichzeitig das erste voll integrierte Polyplastic-Fenstersystem mit einem innovativen, spritzgegossenen Rahmen. Damit verschafft das neue Produkt einen klaren Vorteil in Bezug auf Effizienz beim Einbau und fĂŒr den Kunden, eine besondere Leichtigkeit und FunktionalitĂ€t. Denn Piuma verwendet zwei vormontierte Rahmen (Innen- und Außenrahmen), was einen unmittelbaren Vorteil bei der Produktion bietet. Denn so wird die Einbauzeit im Vergleich zu Fenstern mit Gummidichtungen um 75 % reduziert. Ein weiterer Vorteil fĂŒr den Endverbraucher sind die integrierten Jalousien, die neu in der Fensterpalette des niederlĂ€ndischen Unternehmens verfĂŒgbar sind. Piuma ist leicht: Im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen, einschließlich des Holzrahmens in der Sandwichwand, ermöglicht das neue Polyplastic-Fenstersystem eine durchschnittliche Gewichtseinsparung von 25 Prozent. Auch die Installations ist innovativ und effizient. Das Piuma besteht aus zwei Komponenten: dem Ă€ußeren Rahmen, bestehend aus einem vormontierten Bausatz, der aus dem Doppelglas-Acrylfenster, dem Gummi, der Halte- und VerschlussVorrichtung sowie einem integrierten Rollo besteht, sowie dem inneren Rahmen. FĂŒr den Einbau ist kein VerstĂ€rkungsrahmen in der Sandwichwand erforderlich.

48 CAMPER PROFESSIONAL focus lippert

- eine perfekte Kombi

Zu Beginn der

2021 hatte Polyplastic das VistaTM Panoramadach auf den Markt gebracht; ein interessantes und hochwertiges Produkt fĂŒr den Bereich der Wohnmobile, das fĂŒr den Fiat Ducato mit H2-Höhe entwickelt wurde. Jetzt erweitert „Polyplastic by Lippert“ sein Angebot und bietet „Vista 2TM“ an, das fĂŒr Wohnmobile auf Basis des Ford Transit H3 bestimmt ist. Es handelt sich um ein Produkt, das nicht nur dem Wohnbereich des Fahrzeugs mehr Helligkeit verleiht, sondern auch das Außendesign individualisiert und es attraktiver sowie dynamischer macht. FĂŒr den Einbau wird das Originalblech des Transits knapp ĂŒber der Windschutzscheibe eingeschnitten und ein Spritzgussadapter in die Öffnung eingesetzt, der speziell fĂŒr den Radius der Windschutzscheibe von Ford Basis entwickelt wurde. Die Installation ist schnell und einfach. Im Vergleich zu dem fĂŒr den Ducato bestimmten Modell „VistaTM“ wurde „Vista 2TM“ so konzipiert, dass es mit dem neuen Aufstelldach „Belvedere“ (ebenfalls von Lippert) fĂŒr den Transit kombiniert werden kann.

„Wir können sagen, dass „Vista 2TM“ zusammen mit dem Aufstelldach „BelvedereTM“ das erste Produkt ist, das die Synergie und die Zusammenarbeit zwischen zwei Unternehmen der Gruppe, nĂ€mlich Lippert und Polyplastic, konkretisiert“, erklĂ€rt Lorenzo Manni, „Vice President Sales Caravanning EMEA“. „Vista 2TM“ hat eine große OberflĂ€che mit einer doppelten transparenten Schale, grau in der Farbe, basierend der großen Erfahrung von Polyplastic in diesem Bereich. Die transparente OberflĂ€che kann fixiert oder geöffnet werden, um den vorderen Bereich des Fahrzeugs zu belĂŒften. Die OberflĂ€che des Rahmens im Inneren des Fahrgastraums kann auf Wunsch der einzelnen Hersteller individuell angepasst werden.

Der vormontierte Außenrahmen wird in die Öffnung eingesetzt und mit Kitt abgedichtet; die Montageklammern werden justiert und dann der Innenrahmen befestigt. Das war alles! Das Fenster kann fĂŒr verschiedene WandstĂ€rken von 25 bis 40 mm verwendet werden. Dabei werden nur unterschiedliche Montageklammern verwendet. Der gesamte Montageprozess ist auf nur 4 Schritte reduziert und benötigt tatsĂ€chlich nur circa 3 Minuten, da das Konzept darauf ausgerichtet ist, den Hersteller zu entlasten, indem man sich auf die Minimierung der Montagezeit und das Montagekonzept konzentrierte. Polyplastic hat sich auf die sechs gĂ€ngigsten GrĂ¶ĂŸen konzentriert, die von den Herstellern verwendet werden: 500 x 400, 700 x 400, 350 x 580, 700 x 580, 900 x 580, 1300 x 580 mm.

AufstelldĂ€cher fĂŒr den Ford Transit

Lippert erweitert sein Angebot an AufstelldĂ€chern: nach dem DebĂŒt von „VelaTM“, dem Modell fĂŒr den Fiat Ducato (sowie fĂŒr den Peugeot Boxer und den CitroĂ«n Jumper), bringt das Unternehmen nun zwei neue AufstelldĂ€cher auf den Markt, die fĂŒr die Ford-Kleintransporter entwickelt wurden. Sie heißen „BelvedereTM“ und „FioccoTM“. Das erste ist fĂŒr den Transit Van gedacht, das zweite fĂŒr den Transit Custom Minivan. Die AufstelldĂ€cher BelvedereTM und FioccoTM verwenden ein anderes, von Lippert patentiertes Konstruktionssystem, das Leichtigkeit, HitzebestĂ€ndigkeit und die Möglichkeit von Design-Anpassungen bietet. Das Konzept ist einfach, aber in gewisser Weise revolutionĂ€r: Der obere Teil des Aufstelldaches besteht aus einem Sandwich-Paneel. Ähnlich dem, das fĂŒr SeitenwĂ€nde und DĂ€cher von Wohnmobilen verwendet wird, mit einer Ă€ußeren Glasfaserbeschichtung und einer Isolierung aus Styropor / XPS / extrudiertem Polystyrol. „ZunĂ€chst einmal ist der Gewichtsvorteil gegenĂŒber den auf dem Markt befindlichen GlasfaseraufstelldĂ€chern offensichtlich, da mindestens 35 kg eingespart werden. DarĂŒber hinaus gibt es einen Vorteil bei der WĂ€rmedĂ€mmung, aber auch bei der StabilitĂ€t der Struktur, wenn sie lĂ€ngerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.“, sagt Emilio Gambineri, Lippert‘s Direktor „Produkt Management Caravaning EMEA“.

Beim BelvedereTM -Aufstelldach (fĂŒr den Ford Transit mit der Höhe H3 und den LĂ€ngen 553 und 598 cm) wird der Teil, der mit dem Dach des Transporters in BerĂŒhrung kommt, mit dem bewĂ€hrtem Doppelplattensystem aus ABS und PMMA hergestellt: Die Formgebung des Originaldachs wird weiterentwickelt und die Montage ist einfach und schnell. Es werden nur zwei Metallbolzen verwendet, ansonsten wird das Aufstelldach mit hochfesten Dichtungsmitteln verklebt.

Das Modell FioccoTM hingegen integriert das Betthebesystem, um die innere Bewohnbarkeit in der Tagesversion zu erhöhen. FĂŒr beide Modelle ist das Hebesystem in die Elektrik des Fahrzeugs integriert, so dass auch Lesespots, Oberlichter und USB-Steckdosen problemlos funktionieren.

Interessant ist, dass das BelvedereTM -Aufstelldach, das normalerweise ĂŒber einen Frontspoiler mit dem Fahrzeug verbunden ist, auch mit dem neuen Vista 2-Panoramafenster kombiniert werden kann, das Lippert fĂŒr den Ford Transit Transporter mit H3 Höhe entwickelt hat. Hier beweist Lippert die ganze Kraft eines großen Konzerns und seine FĂ€higkeit, Synergien zwischen verschiedenen Unternehmen zu schaffen: Der italienische Lippert GeschĂ€ftszweig, der fĂŒr das Projekt FioccoTM / BelvedereTM verantwortlich ist, hat gewinnbringend mit „Polyplastic by Lippert“ zusammengearbeitet, um eine perfekte Integration zwischen Aufstelldach und der FensterflĂ€che ĂŒber der

Oben: Belvedere, offen und geschlossen

Unten: Fiocco, offen und geschlossen

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Saison

Blick in die Zukunft

Soeben haben die bedeutendsten Messen der Freizeit- und Nutzfahrzeugbranche, der Caravan Salon in DĂŒsseldorf und die IAA TRANSPORTATION in Hannover, ihre Tore geschlossen. FĂŒr das Unternehmen Brianza Plastica, das auf beiden Messen ausgestellt hat, war dies auch eine Gelegenheit, um das 60-jĂ€hrige Firmen-JubilĂ€um zu feiern und gleichzeitig seine neue Produktpalette vorzustellen.

Im Jahr 1962 grĂŒndete Giuseppe Crippa das Unternehmen und heute ist er noch immer der PrĂ€sident. Die Aufbauarbeit und die Expertise des GrĂŒnders, seiner Famile und seiner Mitarbeiter, haben das Unternehmen auf den internationalen Markt gefĂŒhrt und die

Glasfaserlaminate fĂŒr die Industrie-, Handels- und Transportsektoren diversifiziert.

Brianza Plastica ist heute eines der wenigen Unternehmen weltweit, das Flachbahnen herstellt, indem es zwei Produktionstechnologien verwendet: kontinuierliche Heißlaminierung und diskontinuierliche Kaltlaminierung.

Alle Produkte werden vollstĂ€ndig in Italien in den fĂŒnf ProduktionsstĂ€tten des Unternehmens hergestellt.

Brianza Plastica produziert Platten und Rollen Elyplan im kontinuierlichen Verfahren im Sitz in Carate Brianza, nördlich von Mailand; die Glasfaserlaminate Elycold werden hingegen im diskontinuierlichen Verfahren

in den beiden Werken in San Martino di Venezze (Rovigo) und Ostellato (Ferrara) produziert.

Obgleich die Produkte des Sortiments Elycold und Elyplan spezifische Eigenschaften haben, sind beide leicht und wasserdicht, hagel- und UV-bestĂ€ndig, bestĂ€ndig gegen korrosive Elemente und StĂ¶ĂŸe. Zudem verfĂŒgen sie ĂŒber einen niedrigen WĂ€rmeausdehnungskoeffizienten.

SorgfÀltige Studien und Forschungen haben das Unternehmen veranlasst, dieses Jahr neue Produkte auf den Markt zu bringen und damit auch sein 60-jÀhriges Firmen-JubilÀum zu feiern.

Elycold ist das qualitativ hochwertige Glas-

50 CAMPER PROFESSIONAL focus brianza plastica
Das Unternehmen Brianza Plastica hat anlÀsslich des 60-jÀhrigen JubilÀums sein neues Sortiment an Glasfaserlaminaten vorgestellt Brianza Plastica, 1962 Brianza Plastica, Firmenzentrale

Kontaktieren Sie fĂŒr weitere Informationen sales-flatlaminates@brianzaplastica.it oder besuchen Sie die Webseite http://www.flatlaminates.com/ und folgen Sie uns auf https://it.linkedin.com/company/brianza-plastica-fibreglass-laminates-division

faserlaminat von Brianza Plastica, das aus der Kombination von Polyesterharzen (orthophthalisch und isophthalisch) und Glasfaser entstanden ist. Die Laminate Elycold zeichnen sich durch einen Polymerisationsprozess bei Umgebungstemperatur aus. Das Ergebnis ist eine perfekte ebene OberflĂ€che, ein grundlegendes Merkmal fĂŒr die Herstellung von qualitativ hochwertigen Paneelen mit erstklassiger Ă€sthetischer Wirkung. Die hervorragende DimensionsstabilitĂ€t der Laminate Elycold Std wird durch den Einsatz von VerstĂ€rkungen aus GlasfaserSchnittmatten gewĂ€hrleistet, die mit GEWEBE kombiniert werden können, um zusĂ€tzlich die mechanischen Eigenschaften des Laminats zu verbessern.

Dieses Material hat im Laufe der Jahre das Aluminium bei der Herstellung von Campern, Wohnwagen und Reismobilen ersetzt, wobei den Caravaning-Herstellern eine hervorragende LangzeitbestÀndigkeit des Materials und UV-Schutz gewÀhrleistet wird.

Die Palette Elycold umfasst: Elycold STD, Elycold Lite und die NeuzugÀnge Elycold Velo und Elycold Extra-glass.

Elycold Lite reprĂ€sentiert die ideale Lösung fĂŒr diejenigen, die Laminate mit hohen Dicken und guter Steifigkeit, aber mit geringem spezifischem Gewicht unter der BestĂ€ndigkeit aller Besonderheiten und Ă€sthetischen VorzĂŒge wĂŒnschen. Die Verwendung von Harzen und speziellen MikrokĂŒgelchen erlaubt, die Dicke zu erhöhen, ohne Gewicht hinzuzufĂŒgen. Dabei wird die Dichte des Laminats verringert und zugleich auch eine höhere Steifigkeit erzielt, die zur ebenen OberflĂ€che der Platte und zur Abdeckung der unterliegenden Strukturen beitrĂ€gt.

Elycold Lite ist besonders fĂŒr die Produktion von großen Reisemobilen geeignet. Das neue Produktangebot Elycold Velo wurde aus UV-stabilisiertem orthophathalischen Polyesterharz hergestellt und mit Glasfaser verstĂ€rkt; sowohl in Platten als auch Rollen erhĂ€ltlich, sind diese Laminate Elycold Velo

chemikalienbestĂ€ndig, wasserfest und leicht zu reinigen. Diese neuen Laminate Elycold Velo werden ohne Gelcoat geliefert: diese Eigenschaft ist von großer Bedeutung, da Gelcoat ein teures Material ist, dessen Zu gabe das Gewicht des Laminats erhöht und daher dazu beitrĂ€gt, das Gewicht des Fahr zeuges negativ zu beeinflussen. Das gesam te Produktangebot eignet sich besonders bei Freizeitfahrzeugen sowohl fĂŒr DĂ€cher als auch fĂŒr InnenwĂ€nde oder ĂŒberall, dort wo ein Material mit Gelcoat-Beschichtung nicht erforderlich ist.

Das neue Produkt Elycold Extra-Glass ist in Rollen und Platten mit Gelcoat erhĂ€ltlich und bietet grĂ¶ĂŸere mechanische Leistungen. Elycold Extra-Glass wurde konzipiert, um in einem einzigen Produkt ganz spezielle Merkmale, wie z. B. Leichtigkeit, die durch ein geringes spezifisches Gewicht gegeben ist, und hohe mechanische Festigkeit, die sich aus dem hohen Glasanteil im Gewebe in seinem Inneren ergibt, zu vereinen. Elycold Extra-Glass eignet sich fĂŒr Fahrzeuge, die eine hohe Schlagfestigkeit, Gewichtseinsparung und hohe Ästhetik erfordern.

Die FlexibilitĂ€t des Produktionssystems von Elyplan ermöglicht die Auswahl des am besten fĂŒr die eigenen Anforderungen geeigneten Laminats, ĂŒberall dort, wo glatte und abwaschbare OberflĂ€chen mit hoher BestĂ€ndigkeit, die auf korrosive Teile in der Umgebung treffen.

Der Hauptvorteil der Produktion im kontinuierlichen Verfahren besteht darin, die maximal mögliche Polymerisation des Verbundmaterials zu erreichen, die sich aus der Verwendung von Technologien ergibt, die diesen Wert maximieren können. Das Ergebnis ist ein flaches Produkt mit sehr geringen Maßtoleranzen, das ein hervorragendes Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis garantiert. ZusĂ€tzlich zum Produkt Elyplan Design PVC fĂŒr Innenböden von Freizeitfahrzeuge stellt Brianza Plastica nach jahrelanger Forschung das neue Elyplan Design 3D-Sortiment vor, das den Kunden die Möglichkeit

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bietet, ihre Fahrzeuge mit verschiedenen Laminatarten individuell anzupassen. Elyplan Design 3D ist eine „zeitsparende“ Idee: im Vergleich zu den derzeitigen Systemen, die Holzplatten zusammen mit Dekorpapier verwenden, ist Elyplan Design 3D ein einbaufertiges GFK-Laminat, das dem Kunden den Vorteil einer schnelleren Installation bietet. Das gefĂ€llige Erscheinungsbild dieser Flachbahnen eignet sich perfekt fĂŒr die Anwendung in InnenrĂ€umen von Campern und Mobilheimen; das Endergebnis ist eine angenehme OberflĂ€che mit perfekter Haptik und Optik.

Das Sortiment von Elyplan Fire Performance umfasst Produkte, die verschiedenen internationalen Brandschutznormen entsprechen. Diese Produkte vereinen die grundlegenden Eigenschaften der ElyplanSerie wie aktuelle Flammschutzanforderungen aus dem Automobilbau, dem Baubereich und dem Segment der E-MobilitÀt.

51 CAMPER PROFESSIONAL
In Zusammenarbeit mit
Elyplan Fire Performance Elyplan Design PVC Elyplan Design 3D
ElycoldExtra-glass ElycoldLite ElycoldSTD ElycoldVelo

Ausgabe 2022 mit großartigem Ergebnis

Der CARAVAN SALON DĂŒsseldorf 2022 hat mit zahlreichen Neuheiten und Innovationen, sehr guten Besucherzahlen und einer hervorragenden Stimmung eindrucksvoll bestĂ€tigt, dass die Urlaubsform Caravaning absolut im Trend liegt. An den zehn Laufzeittagen informierten sich mehr als 235.000 Caravaning-Fans aus 72 LĂ€ndern in 16 Messehallen ĂŒber das Angebot von 736 Ausstellern aus 34 LĂ€ndern

D

ie Messe DĂŒsseldorf und der Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD) freuen sich ĂŒber das großartige Ergebnis. „Trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfeldes ist es uns gelungen, Besucherinnen und Besucher mit einem extrem hohen Interesse an der Urlaubsform und konkreten Kaufabsichten anzusprechen. Sehr auf-

fallend war die ausgezeichnete AtmosphĂ€re wĂ€hrend der gesamten Messelaufzeit, die Leidenschaft fĂŒr die mobile Freizeit war dabei jederzeit spĂŒrbar. Einzig der CARAVAN SALON spiegelt die gesamte Caravaning-Welt in ihrer großen Vielfalt wider“ , resĂŒmiert Erhard Wienkamp, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Messe DĂŒsseldorf.

Erfreulich sei auch die Tatsache, dass ein weiteres Mal vermehrt Neueinsteiger sowie viele junge Familien die Caravaningmesse besucht hĂ€tten. FĂŒr diese Zielgruppe war das Beratungsangebot „StarterWelt“ sehr hilfreich, zudem habe das erstmals angebotene Sonderthema „Abenteuer Selbstausbau“ großen Anklang gefunden.

caravan salon dĂŒsseldorf

CIVD-PrĂ€sident Herrmann Pfaff zeigte sich mit dem Verlauf des 61. CARAVAN SALON sehr zufrieden: „Nach zwei Jahren mit Pandemie-Restriktionen konnten wir uns 2022 wieder unter relativ normalen Bedingungen in DĂŒsseldorf treffen. Dies nutzten wie erwartet auch dieses Jahr viele Menschen, um sich ĂŒber Neuheiten und Trends der Caravaning-Branche zu informieren. Seinem Ruf als Leitmesse wurde der CARAVAN SALON wieder mehr als gerecht. Die 61. Ausgabe war nicht nur die grĂ¶ĂŸte aller Zeiten, sondern setzte auch bei der QualitĂ€t und Vielfalt der ausgestellten Produkte und Neuheiten MaßstĂ€be. Nie war die Auswahl bei Reisemobilen, Caravans und Zubehör grĂ¶ĂŸer. Außerdem hat sich die Messe zu einer wichtigen Dialog-Plattform entwickelt, auf der unsere Branche einen engen Austausch mit Entscheidern aus Politik und Tourismus pflegt, denn das wirtschaftliche und touristische Potential der Urlaubsform Caravaning ist noch lange nicht ausgeschöpft und muss noch mehr gefördert werden. Der CARAVAN SALON war von jeher nicht nur eine BĂŒhne fĂŒr neue Produkte, sondern immer auch ein emotionaler Begegnungsort, so-

ment der Premium-Kastenwagen einsteigt. Unser Beachy und seine PrĂ€sentation auf Strandsand war schon im letzten Jahr ein Highlight der Messe. Umso mehr freut uns, dass wir mit der PrĂ€sentation unserer Leichtbaustudie Beachy Air zusammen mit dem VW ID Buzz, die beide erstmals auf einer Publikumsmesse ausgestellt wurden, fĂŒr ein weiteres Highlight sorgen konnten. Der Messestandort DĂŒsseldorf bietet eine ideale Plattform fĂŒr unseren Saisonauftakt und wir danken der Messe DĂŒsseldorf fĂŒr den guten Service und die tolle Gastfreundschaft.“

wohl fĂŒr Caravaning-Fans als auch Neueinsteiger. Dieser Aspekt ist in den aktuellen Zeiten umso wichtiger geworden, denn Reisemobile und Caravans verkörpern Freiheit, IndividualitĂ€t und TrĂ€ume und verbinden Menschen miteinander. Daher ĂŒberrascht es nicht, dass unsere Reiseform schon lange vor der Pandemie immer beliebter wurde und fĂŒr viele Urlauber heute nicht mehr wegzudenken ist. Ein Ende des Caravaning-Trends ist nicht in Sicht. Kurz gesagt: Der CARAVAN SALON hat nicht nur die Besucher begeistert, sondern war auch fĂŒr Organisatoren und Aussteller ein voller Erfolg und stimmt unsere Branche mehr als optimistisch fĂŒr die Zukunft.“

Große Zufriedenheit gab es mehrheitlich auch bei den Ausstellern

„Der CARAVAN SALON 2022 ist fĂŒr Hobby wieder eine sehr erfolgreiche Messe. Die positive Resonanz der Journalisten und die Vielzahl an Besuchern auf unserem Stand haben uns sehr gefreut“, sagt Hobby GeschĂ€ftsfĂŒhrer Holger Schulz „Im Mittelpunkt unseres Messeauftritts stand der neue Hobby Maxia Van auf VW Crafter Basis, mit dem Hobby in das Seg-

Dr. Holger Siebert, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Eura Mobil GmbH und der Trigano Deutschland KG : „Der diesjĂ€hrige CARAVAN SALON war gekennzeichnet von großem Interesse am Produkt, schlechter LieferfĂ€higkeit und hoher Unsicherheit ĂŒber die Zukunft. Die Menschen lieben die mobile Freizeit und wollen, trotz deutlich gestiegener Preise, Fahrzeuge kaufen. Das Kaufinteresse war deutlich höher als erwartet. Dass die VerkĂ€ufe auf dieser Messe allgemein rĂŒcklĂ€ufig waren, liegt an fehlenden Basisfahrzeugen fĂŒr Reisemobile, vor allem vom MarktfĂŒhrer Fiat. Die weltweite Knappheit an Teilen der Fahrzeug-Elektronik fĂŒhrt zu langen ProduktionsstillstĂ€nden - erst bei Chassis- und in der Folge bei Reisemobilherstellern. Über alle unsere acht Marken haben wir festgestellt, dass die Kunden sofort kaufen, wenn die Lieferzeit kurz und die Liefertermine und Preise sicher sind. Wenn jedoch die Lieferzeit ein Jahr betrĂ€gt und der Handel keine Liefertermin- und Preisgarantie geben kann, dann halten sich die Kunden zurĂŒck. Bei einigen unserer Marken wurden wegen besserer LieferfĂ€higkeit viele Reisemobile auf Ford Chassis verkauft, bei der Premium-Marke Eura Mobil lag der Fokus auf hochwertigen Reisemobilen auf Mercedes-Benz Basis.“

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Hermann Pfaff - CIVD Holger Schulz - Hobby
AUSGABE 2022 Aussteller 736 Besucher 235,000 Hallen 16
Holger Siebert - Eura Mobil - Trigano

„Wir sind mit diesem CARAVAN SALON mehr als zufrieden. Unsere Prognosen wurden signifikant ĂŒbertroffen, unsere HĂ€ndler sind begeistert und haben uns viele positive RĂŒckmeldungen gegeben. Besonders unsere Mehrmarken-Strategie mit den neuen Basisfahrzeugen von Volkswagen, Ford, MAN und Mercedes-Benz kam bei Besuchern wie Kunden sehr gut an und sorgte fĂŒr ausgesprochen erfreuliche Verkaufszahlen. Insgesamt ist der CARAVAN SALON fĂŒr Knaus Tabbert wieder ein voller Erfolg, weil hier in DĂŒsseldorf optimale Rahmenbedingungen gegeben sind“, bilanziert Gerd Adamietzki, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Vertrieb (Chief Sales Officer) bei Knaus Tabbert

„FĂŒr die Hymer GmbH & Co. KG blicken wir auf eine besucherstarke Messewoche und gute Stimmung auf dem CARAVAN SALON 2022 zurĂŒck. Das Interesse an unserer Reiseform ist nach wie vor ungebrochen; besonders die Nachfrage nach umfangreich ausgestatteten Reisemobilen ist hoch. Ebenso liegen Themen wie Allrad und Autarkie voll im Trend. Das hat sich in vielen persönlichen GesprĂ€chen gezeigt, bestĂ€tigt den anhaltend positiven Trend der Branche und zeigt gleichzeitig, dass wir mit unserer Premiumstrategie exakt die BedĂŒrfnisse anspruchsvoller Reisemobilisten treffen. Die Messe ist fĂŒr den engen Austausch mit HĂ€ndlern, Partnern, Kundinnen und Kunden sowie Interessierten eine gute Plattform. Daher freut es uns, nach drei Jahren wieder dabei gewesen zu sein. Aufgetreten sind wir mit einem völlig neuen Standkonzept. Es transportiert unsere Positionierung und den Anspruch von Hymer ebenso wie wichtige, zukunftsrelevante Themen, beispielsweise den Einsatz nachhaltiger Materialien. Dazu passt auch unser Messe-Highlight: der Venture S, ein echter Publikumsmagnet. Wir nehmen diese Impulse mit und freuen uns auf einen Herbst 2022, in dem wir hoffentlich viele

Interessenten bei unseren Handelspartnern wiedersehen werden“ , sagt Christian Bauer, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung HYMER GmbH & Co. KG

Bernd Wuschack, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Vertrieb, Marketing und Kundendienst der Carthago Gruppe: „Vor dem Hintergrund unserer Liefer- und Preissituation hatten wir in diesem Jahr gemischte Erfolgserwartungen. Umso mehr waren wir mit dem tatsĂ€chlichen Ergebnis des CARAVAN SALON zufrieden. Die Aufmerksamkeit fĂŒr unsere Urlaubsform ist nach wie vor ĂŒberragend, was sich in den guten Besucherzahlen und den positiven GesprĂ€chen an unseren StĂ€nden widergespiegelt hat.

und sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des CARAVAN SALON 2022“, bilanziert Marco Lange, GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter der la strada Fahrzeugbau GmbH.

Der CARAVAN SALON ist im Bereich Zubehör, technischem Equipment und Ausbauteile mit den Hallen 13 und 14 außergewöhnlich gut aufgestellt. Bei keiner anderen Veranstaltung fĂŒr Caravaning weltweit finden Fachleute sowie Endverbraucher ein grĂ¶ĂŸeres, umfassenderes und internationaleres Produktangebot.

Trotz der VerĂ€nderungen, die wir in diesem Jahr am Gesamtkonzept vornehmen mussten, war die Messe fĂŒr uns durch eine hohe QualitĂ€t und eine angenehme AtmosphĂ€re gekennzeichnet. An dieser Stelle sei auch erwĂ€hnt, dass die Kooperation und die Zusammenarbeit mit der Messe DĂŒsseldorf hervorragend funktioniert. Krönung fĂŒr unsere Handelspartner und uns war der gemeinsame Messeabend am Stand mit unserem Ehrengast Ralf Schumacher.“

„Angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage in Deutschland sind wir mit gebremsten Erwartungen zum CARAVAN SALON gereist. Das große Interesse der Kunden hat uns aber positiv ĂŒberrascht. Wir haben ein respektables Verkaufsergebnis erzielt

JĂŒrgen Vöhringer, GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter der Vöhringer GmbH & Co. KG, bilanziert: „Die diesjĂ€hrige Messe war entgegen der Erwartungen sehr gut besucht. Zulieferer sind immer ein Garant fĂŒr Innovationen. Erfreulich ist, dass die FachgesprĂ€che in den letzten Jahren an QualitĂ€t deutlich zugenommen haben. Die AtmosphĂ€re in den Hallen ist trotz der widrigen UmstĂ€nde von Lieferkettenproble-

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Gerd Adamietzki - Knaus Tabbert Christian Bauer - Hymer Bernd Wuschack - Carthago Marco Lange - La Strada Fahrzeugbau JĂŒrgen Vöhringer - Vöhringer GmbH

Bereich Technologie & Komponenten: unser Videobericht

Auf dem Caravan Salon 2022 in DĂŒsseldorf hat unser Team eine Videoreportage gedreht, um die wichtigsten Innovationen aus der Welt der Komponenten und des Zubehörs mit den Stimmen der fĂŒhrenden Unternehmen zu beschreiben.

Scannen Sie den QR-Code, um auf unseren YouTube-Kanal zuzugreifen. Sie können sich den gesamten Videobericht ansehen oder ein bestimmtes Unternehmen auswÀhlen, dessen Neuigkeiten Sie sich speziell ansehen möchten.

men, Krieg in Europa sowie Inflation sehr positiv. Die Branche sieht die Herausforderungen und nimmt sie mit einer positiven Einstellung an, lobenswert ist auch der Zusammenhalt in der Branche. Sehr erfreut stellen wir fest, dass in diesem Jahr die Anzahl der Besucher aus Ozeanien, Asien und Nordamerika extrem zugenommen hat. Der CARAVAN SALON war hervorragend organisiert.“

Die Halle 3 war in diesem Jahr das HerzstĂŒck der Angebotsbereiche Equipment & Outdoor und Travel & Nature. Wanderdestinationen aus der ganzen Welt prĂ€sentierten sich hier und erlebten ein großes Interesse der Outdoorfans. Ganz besonders nachgefragt waren stadtnahe Destinationen, unter anderem auf dem großen Gemeinschaftsstand von Tourismus NRW unter der Schirmherrschaft des Wirtschaftsministeriums.

Ute Dicks, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Deutschen Wanderverbands: „Die Messe hat gezeigt, dass die Menschen im Wander-

tourismus QualitĂ€tsangebote wie etwa die „QualitĂ€tswege Wanderbares Deutschland“ suchen und zwar in einer möglichst intakten Naturlandschaft. Sie legen viel Wert auf Nachhaltigkeit auch in ihrer Freizeit. UnĂŒbersehbar ist die Sorge angesichts der VerĂ€nderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Gerade Wandertouristinnen und -touristen engagieren sich, um dessen Folgen möglichst klein zu halten. Wanderwege mit ÖPNV-Anschluss, regionale Produkte in den UnterkĂŒnften und regenerative Energie werden immer wichtiger. Dass Nachhaltigkeit auch in anderen Tourismussegmenten einen immer höheren Stellenwert bekommt, zeigt das Caravaning. Auch dessen Fundament ist eine möglichst intakte Naturlandschaft. Deswegen freue ich mich sehr, dass wir wĂ€hrend des CARAVAN SALON gemeinsam mit dem Caravaning Industrie Verband die Voraussetzungen und Chancen eines nachhaltigen Naturtourismus ausgelotet haben. Wir mĂŒssen und werden weiter gemeinsamen daran arbeiten, unsere Natur zu erhalten. Nur dann wird eine Wertschöpfung im Naturtourismus weiter möglich sein.“

„Unsere diesjĂ€hrige Teilnahme am CARAVAN SALON war ein voller Erfolg! Die Nachfrage nach Katalonien als Campingund Outdoor-Destination war riesig und unser neuestes Produkt, die Grand Tour von Katalonien, stieß auf sehr großes Interesse. FĂŒr uns war die Kombination aus Stand und PrĂ€sentationen auf der Travel & Nature CONNECTED BĂŒhne perfekt, um die Messe-Besucher ĂŒber unser vielfĂ€ltiges Angebot zu informieren“, freut sich Montserrat Sierra, Directora des Catalan Tourist Board – Central Europe.

Ole Schnack, GeschĂ€ftsfĂŒhrer LandvergnĂŒgen GmbH : „Der CARAVAN SALON ist ein Ort, wo wir unsere Kunden und LandvergnĂŒgen-Gemeinschaft persönlich treffen können. Hier tauschen wir uns im GesprĂ€ch im Live-Messegeschehen aus, können gemeinsam Probleme lösen oder freudige Erlebnisse teilen. Ganz besonders freut mich, dass hier oft „alte“ Kunden neuen Interessenten erklĂ€ren, wie LandvergnĂŒgen funktioniert. DafĂŒr eignet sich gerade der CARAVAN SALON, weil wir hier Menschen aus allen Regionen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien treffen können.“

Jarle SĂ€nger vom Wandermagazin : „Sich endlich wieder - weitestgehend sorgenfrei - von Angesicht zu Angesicht austauschen können - wie wunderbar ist das denn? Unter den Besuchern des CARAVAN SALON sind weiterhin wahnsinnig viele Wander- und Outdoorfans, die gerne aktiv im Freien und abenteuerlustig sind. Wir vom Wandermagazin hatten alle HĂ€nde voll zu tun und hoffen, dass 2023 wieder mehr touristische Akteure aus Deutschland und Europa in den DĂŒsseldorfer Messehallen Flagge zeigen. Denn es sind ihre Landschaften und ihre Spielwiesen, in und auf denen der moderne Reisemobilist, Vancamper und Caravaner ĂŒbernachtet, wandert, klettert oder radelt.“

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Der Weg in die Zukunft

Neuigkeiten

FĂŒr ein Jahr, in dem Neuheiten eher spĂ€rlich waren, lief es auf dem Caravan Salon in DĂŒsseldorf gar nicht so schlecht. Generell war der Markt durch zwei wichtige Strömungen gekennzeichnet. So hatten die Unternehmen damit zu kĂ€mpfen dem Mangel an FachkrĂ€ften und den LieferengpĂ€ssen bei Basisfahrzeugen Herr zu werden sowie die Produktion in Gang zu halten, um die angestauten AuftrĂ€ge in den Griff zu bekommen. Interessanterweise hatten diese schwierigen Rahmenbedingungen zur Folge, dass vereinzelt doch mehr Innovatives gewagt wurde, anstatt wie frĂŒher sich mehr oder weniger auf marginale Detailverbesserungen zu konzentrieren. In diesen FĂ€llen wurde sehr

innovativ mit Mut und Stil gehandelt und weniger auf traditionelle Grundrisse und Lösungen gesetzt. Ein genereller Trend ist, dass fast alle Hersteller, mit einigen Ausnahmen im oberen Marktsegment, ihr Chassis-Portfolio, auf denen die Fahrzeuge aufgebaut werden, erweitert haben: Die Ära, in der Fiat mit dem Ducato 80 Prozent des Marktes reprĂ€sentierte, ist vorbei. Heute finden sich im Sortiment der großen Hersteller nicht nur die (preiswerten) Alternativen von CitroĂ«n und Peugeot, sondern auch (oder vielleicht vor allem, zumindest im Einstiegs- und mittleren Marktsegment) der Ford Transit. Zu den Amerikanern gesellen sich Mercedes-Benz (bereits gut vertreten, aber jetzt mit stetem Wachstum),

Hymer Venture S

Der eigentliche Star der Messe war der Hymer Venture S. Vor drei Jahren als Vision S-Prototyp vorgestellt, ist er jetzt ein Serienfahrzeug, wenn auch in begrenzter StĂŒckzahl. Angesichts der Innovationen, die er mit sich bringt, war die Serienprduktion eine große Herausforderung. Da ist zunĂ€chst das große Faltdach mit pneumatischen WĂ€nden (die auf der gleichen Technologie des BĂŒrstner Lyseo Gallery TD basieren): ihre Struktur garantiert eine bessere WĂ€rme- und SchalldĂ€mmung, wĂ€hrend das verwendete Material mit dem richtigen Maß an Licht eine gedĂ€mpfte, fast mĂ€rchenhafte Umgebung geschaffen wird. Das Schlafzimmer wird so zu einem einladenden und behaglichen Interieur. Um dieses Szenario zu realisieren,

Weitgehend vernachlĂ€ssigt werden allerdings Modelle wie Master und Trafic von Renault. Wenn wir ĂŒber Multifunktions-Fahrzeuge oder auch “Stadtfahrzeuge” beziehungsweise „Urban vehicles“, wie die Hersteller sie heute gerne nennen, sprechen, kommen wir unweigerlich auf den Ford Transit Custom, der - wohl wegen besserer LieferfĂ€higkeit - fast alle Hersteller in diesem Segment erobert hat. Auch der CitroĂ«n Spacetourer und die V-Klasse von Mercedes-Benz sind hier vertreten, die sich zu den immer stĂ€rker vertretenden VW-Modellen gesellen.

muss man nur einen Knopf drĂŒcken und ein paar Sekunden warten. Die zweite Neuerung betrifft die Heckpartie des Fahrzeugs, wo der Wohnbereich untergebracht ist. Hier gibt es auf drei Seiten Echtglasfenster und eine zweigeteilte RĂŒckwand: Der obere Teil mit dem Fenster öffnet sich nach oben, wĂ€hrend der untere Teil um 90 Grad gekippt werden kann, so dass eine “Terrasse” mit Panoramablick entsteht, der es ermöglicht, die Natur hautnah zu erleben. Im Inneren ermöglicht eine feste Treppe den Zugang zum Schlafzimmer oben, wĂ€hrend das Bad durch einfaches Ziehen der Seitenwand nach innen erweitert werden kann. Der auf Mercedes-Benz Sprinter-Basis 4x4 aufgebaute Hymer Venture S ist allerdings nicht fĂŒr jedermann erschwinglich: Die Preisliste beginnt bei rund 225.000 Euro.

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und Trends von der weltgrĂ¶ĂŸten Messe fĂŒr die mobile Freizeit: Entwicklungen hin zu unterschiedlichen und neuen Techniken bis hin zur starken PrĂ€senz der sogenannten “Urban Vehicles”, der multifunktionalen Kleincamper, und innovative Fahrzeugentwicklungen Text von Paolo Galvani MAN und Volkswagen; bei VW jetzt auch mit dem Transporter T 6.1 fĂŒr das Segment der Kompaktmobile und Campervans.

Stadtfahrzeuge

Dass sich in diesem Marktsegment etwas bewegt, war schon in den vergangenen Monaten mit den ersten AnkĂŒndigungen zu spĂŒren. Aber auf dem Caravan Salon war die fast explosionsartige Entwicklung der “Urban Vehicles” zu sehen: Von einem (fast) Nischenprodukt, dessen Wurzeln auf Bullis wie den Volkswagen California oder den Mercedes-Benz Marco Polo zurĂŒckgehen, stehen sie heute bei vielen Herstellern auf dem Programm und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Und das DebĂŒt der Marke Panama, fĂŒr das die Trigano-Gruppe in Spanien ein spezielles Werk errichtet hat, ist auch nicht lautlos ĂŒber die BĂŒhne gegangen. Eine umfangreiche Order und Lieferung

von Ford Transit Customs im Vorfeld sollten bei den Spaniern jeden Lieferengpass vermeiden. Um das volle Potential an Kunden auszuschöpfen, hat Panama drei Version auf zwei RadstĂ€nden im aktuellen Programm und kann so mit Subversionen acht Modelle anbieten. Pössl, seit einiger Zeit mit seinem Vanster / Campster (CitroĂ«n) und Vanstar / Campstar (Mercedes-Benz) aktiv, hat die Marke VanLine geschaffen. Zeitgleich sind die neuen Multifunk tions-Fahrzeuge mittlerweile fester Bestandteil im Programm vieler Hersteller, darunter auch beispielweise große Hersteller (teilweise mit Vollsortiment) wie Adria, BĂŒrstner, Dethleffs, Karmann Mobil und Laika. Hinzu kommen die “traditionellen” Hersteller, die bisher mehr mit der Automobilwelt verbunden sind, wie Ford, Mercedes-Benz und Volkswagen.

BĂŒrstner Lyseo Galerie TD

Hier hat ein weiterer, vielbeachteter Prototyp den Weg zur Serienproduktion eingeschlagen hat. Diese kuriose Mischung aus Teilintegriertem und Alkoven, der sich im geparkten Zustand in eine zweistöckige Wohnung verwandelt, definiert den Begriff

und Bereich Innenraum völlig neu: Durch den Wegfall des hinteren Schlafzimmers bietet er mit seinen 699 Zentimetern LĂ€nge unerwartet Raum fĂŒr die KĂŒche und das quer liegende Heckbad. Es ist nur der Platz am Tisch, der ein wenig leidet: Die Dinette liegt nĂ€mlich neben der großen festen Treppe zum Schlafzimmer. Dort ist der Bereich ausgesprochen ungewöhnlich fĂŒr ein Dachgeschoss: Der Raum ist gleichmĂ€ĂŸig hoch und die innovativen pneumatischen WĂ€nde werden durch zwei Eckfenster bereichert.

Außerdem gibt es ein Regal, das als Nachttisch dient, um Smartphones, Brillen oder BĂŒcher abzustellen, wenn man ins Bett geht. Wie beim “nahen Verwandten” Hymer Venture S genĂŒgen wenige Momente, um diesen praktischen Zusatzraum voll nutzbar zu machen.

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Der Strom, der noch nicht da ist

Der elektrische Albtraum ist da. Wirklich? Nein, nicht wirklich. Obwohl Europa immer wieder bekrĂ€ftigt, dass es die Verbrennungsmotoren bis 2035 vom Markt verbannen will, was bei den aufmerksamen Verbrauchern Besorgnis und Ängste auslöst, ist die Caravaning-Branche mangels Masse noch nicht bereit, E-Reisemobile anzubieten. Ein Grund: Bei den leichten Nutzfahrzeugen fehlt es an tauglichen elektrifizierten Versionen. Dazu sind die BedĂŒrfnisse des Reisemobilisten zu unterschiedlich, die Reichweiten-Angst und die oft mangelhafte Infrastruktur an Stell- und CampingplĂ€tze verhindert noch ein ausreichende Akzeptanz von

Elektro-Reisemobilen.

Die Antworten auf dem Caravan Salon waren eher spÀrlich. Das einzige im Handel erhÀltliche Elektrofahrzeug ist der VanLine e-Vanster auf der Basis des Citroën SpaceTourer, der allerdings nur wenig von einem Camper hat: nur das Faltdach mit dem Doppelbett und einen klappbaren Induktionsherd. Um ihn besser auszustatten, braucht man eine optionale Box, die separat zu kaufen ist. Sein Pendant Campster, der schon hundertfach im Einsatz ist, lÀuft noch mit Verbrenner-Motor.

Im Übrigen wurde ein bereits im vergangenen Jahr vorgestellter teilintegrierter Prototyp mit Elektromotor und Range Extender bei Knaus noch einmal ĂŒberarbeitet.

Der e-Power Drive verfĂŒgt ĂŒber eine 35,5-kWh-Batterie, die neunzig Kilometer Autonomie garantieren soll, dann kĂ€me als Range-Extender ein Verbrennungsmotor zum Einsatz, dessen Konfiguration noch nicht definiert ist. Schließlich versuchte BĂŒrstner mit dem Lineo C

590 Electric den Eindruck zu erwecken, man habe ein praktisch fertig entwickeltes, emissionsfreies Wohnmobil im Programm. Basierend auf dem Ford e-Transit wurden die grundlegenden Eigenschaften des „amerikanischen” Vans (317 km Reichweite mit 68 kWh-Batterie und Schnellladung) angegeben, es gibt aber keine ĂŒberprĂŒfbaren Messwerte wie Reichweite in der Praxis oder Gewicht von BĂŒrstner. Der Innenraum ist identisch mit dem dieselbetriebenen Lineo C 590 und auf die Frage, wo denn in der E-Version der Platz fĂŒr den Grauwassertank sei, wurde geantwortet, dass das Fahrzeug ĂŒberhaupt nicht verfĂŒgbar sei...Man könnten etwa 2024/2025 wieder darĂŒber sprechen.

Hobby Beachy Air

Klein, leicht und niedrig. Ideal, um auch von kleinen (E-)Fahrzeugen gezogen zu werden. Der Hobby Beachy Air ist ein erstes Konzept, bisher nur ein Prototyp. Er wiegt schlanke 500 Kilogramm und hat ein zulĂ€ssiges Gesamtgewicht von 750 Kilogramm. Das Hubdach mit starren WĂ€nden bietet die Möglichkeit, im hinteren Bereich zu stehen, im geschlossenen Zustand ermöglicht es eine hohe AgilitĂ€t beim Fahren. Das Interieur bei allen Beachy-Standardmodellen verfolgt eine minimalistische Philosophie: Kein Bad, aber die Möglichkeit eines Porta Potti als Toilette. Das kleine KĂŒchenmodul kann im Innenraum verwendet oder nach draußen verlegt werden, um das Essen im Freien zuzubereiten.

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caravan salon dĂŒsseldorf

Knaus Tourer CUV

Der Knaus Tabbert Gruppe mangelt es nicht an Mut, Innovationen anzugehen. Sie hat nicht nur zwei kompakte, teilintegrierte Fahrzeuge auf der Basis des Volkswagen Transporter T6.1 vorgestellt (Knaus Tourer Van und Weinsberg X-Cursion Van), sondern ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat versucht, noch mehr AktualitĂ€t zu generieren: Und zwar durch die Begrenzung der Bauhöhe mit einem linearen Aufstelldach, dass ĂŒber die komplette FahrzeuglĂ€nge geht. Das Ergebnis ist der Knaus Tourer CUV, der sich mit seinen grĂ¶ĂŸeren BrĂŒdern beispielsweise eine interessante Duschkabine teilt, die bei Bedarf durch Anheben eines Teils des linken Heckbettes entsteht. Im Detail muss der Prototyp noch verfeinert werden, aber an Ideen mangelt es nicht.

Knaus Azur

Die Bauweise eines Wohnwagens einmal ganz anders zu denken. Das ist es, was Knaus mit dem neuen Caravan Azur getan hat, der FunktionalitĂ€t, Komfort und innovative Technik vereint. Sein Rahmen besteht aus 22 Fiber-Frame-Komponenten, die von einem Roboter zusammengefĂŒgt werden. Der hochfeste, selbsttragende Rahmen sorgt nicht nur fĂŒr mehr StabilitĂ€t und Langlebigkeit, sondern auch fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t bei der Gestaltung von Grundrissen. Seine OberflĂ€che ist UV-bestĂ€ndig und “selbstreparierend”: Kleine Kratzer verschwinden von selbst, da sich das Material durch den thermischen Effekt unter der Sonne neu formt. Tiefere SchĂ€den beziehungsweise Spuren können durch einfaches Schleifen und Polieren beseitigt werden.

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Die Geschichte erfolgreicher Caravaning-Erfindungen

In diesem Artikel ĂŒber Erfindungen, die unsere Caravaning-Welt verĂ€ndert haben, befassen wir uns mit der Kugelkupplung, den Torsionsachsen aus Gummi, leichten Fahrgestellen und Auflaufbremssystemen. In der nĂ€chsten Ausgabe sehen wir uns vier weitere fahrwerksbezogene Entwicklungen an

Die Fahrgestelle und Fahrwerke von Wohnwagen haben sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts so rasant entwickelt, dass man sie kaum wiedererkennt. Das Ergebnis war eine komplette VerÀnderung in der Art und Weise, wie wir unsere Caravans herstellen und nutzen, insbesondere in Europa.

Die Kugelkopfkupplung

Interessanterweise haben sich die meisten dieser Innovationen in den letzten 40 Jahren vollzogen. Bis dahin begann die Herstellung eines Craravans mit der Konstruktion eines Fahrgestells aus Stahl, das wahrscheinlich zusammengeschweißt und mit Blatt- oder Schraubenfedern gefedert war.

StoßdĂ€mpfer waren zweifellos nicht vorhanden, ebenso wenig wie irgendwelche Mittel zur StabilitĂ€tskontrolle. Die Bremsen, falls vorhanden, wĂ€ren wahrscheinlich elektromechanisch und mit allen möglichen Problemen behaftet. ZunĂ€chst aber schauen wir uns ein GerĂ€t an, dessen Ursprung ĂŒber 100 Jahre zurĂŒcklieg.

Nahezu alle heute produzierten Wohnwagen und AnhĂ€nger verwenden eine Kugelkopfkupplung zur Verbindung mit dem Zugfahrzeug. Eine solche Kupplungsvorrichtung wurde erstmals im Juli 1915 in einem US-Patent (Nr. 1.147.844) erwĂ€hnt. Die Herren Milton D. Brice und Alfred L. Brice beschrieben das, was sie ihre „pole coupling“ nannten, eine Art Stangenkupplung mit Kugelkopfverbindung, als eine extrem einfache und hocheffiziente Kupplung, die speziell fĂŒr die Verbindung der „Deichsel“ eines AnhĂ€ngers mit dem Heck eines Automobils geeignet ist.

Wie man sehen kann, ist sie den heute verwendeten Kugelkopfkupplungen sehr Ă€hnlich. NatĂŒrlich wurden in den rund 100 Jahren, die seither vergangen sind, wesentliche Verbesserungen vorgenommen. Die erste war ein Verriegelungsmechanismus, der von den BrĂŒdern Brice ein paar Jahre spĂ€ter eingefĂŒhrt wurde, gefolgt von einer Vielzahl von GrĂ¶ĂŸen, um eine breite Palette von Zuganforderungen zu erfĂŒllen.

Im Jahr 1934 wurde Franz Knobel, dem GrĂŒnder von westfĂ€lischen Traditionsunternehmen Westfalia, ein deutsches Patent fĂŒr

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Dieser Kupplungskopf von AL-KO verfĂŒgt ĂŒber einen Reibungsstabilisator Amerikanisches Patent von 1915 Text: Terry Owen

eine Ă€hnliche AnhĂ€ngekupplung erteilt. Es folgte 1985 eine Aktualisierung die Westfalia vom EuropĂ€ischen Patentamt mit der Bezeichnung „EP0176825A1“ zugeteilt wurde. Es beschreibt ein KupplungsgehĂ€use als „Teil einer Hohlkugel ..., die mit einem an einem Zugfahrzeug befestigten Kugelkopf in Eingriff gebracht werden kann. Die Kugelpfanne kann in ihrer Eingriffsposition relativ zur Hohlkugel des KupplungsgehĂ€uses arretiert werden“.

Man kann sagen, dass im Laufe der Jahre viele Patente fĂŒr Ă€hnliche Vorrichtungen angemeldet wurden, aber das ursprĂŒngliche Prinzip der Kugelkopfkupplung ist dasselbe geblieben.

Oben: Deutsches Patent aus dem Jahr 1934

Rechts: B&B-Kupplungskopf von 1976

Gummi-basierte Torsionsachsen

Gummi-basierte Torsionsachsen enthalten Gummigurte und ein Torsionsrohr innerhalb eines quadratischen oder sechseckigen Achsrohrs. Das Ă€ußere Ende des Torsionsrohrs trĂ€gt einen Radiusarm und einen Achsschenkel, der die Bremstrommel und das Rad hĂ€lt. Bei der Auf- und AbwĂ€rtsbewegung der RĂ€der dreht sich das Torsionsrohr gegen die Wirkung der Gummiseile und setzt sie einer Scherkraft aus. Dadurch wird der Bewegung ein Widerstand entgegengesetzt, der dem einer Feder Ă€hnelt. Diese Anordnung bedeutet, dass sich die RĂ€der unabhĂ€ngig voneinander bewegen können, wodurch StĂ¶ĂŸe absorbiert werden und ein besseres Fahrverhalten als bei einer Rohr-Starrachse erreicht wird. Bei letzterer sind die gegenĂŒberliegenden RĂ€der durch ein starres Rohr verbunden.

Konzentrische Vierkantrohre und vier Gummigurte, wie sie von Dexter Axle, BPW und vielen anderen verwendet werden

AL-KOs einzigartige SechskantrohrAufhÀngung

Heute variieren die KupplungsgrĂ¶ĂŸen je nach Land. In den USA betrĂ€gt die StandardkupplungsgrĂ¶ĂŸe 2“ (50,8 mm), wĂ€hrend in Europa und Australien die 50-mm-Kupplung nach ISO-Norm das Maß der Dinge ist. Einige LĂ€nder wie Neuseeland verwenden jedoch 1-7/8“ (47,6 mm) als Standard fĂŒr ihre nationalen AnhĂ€nger-Kupplungssystem.

Vor der Kugelkopfkupplung war die hĂ€ufigste Verbindung zwischen Zugfahrzeug und HĂ€nger die einfache Bolzen- und Ösenverbindung, die auch heute noch verbreitet ist. Sie ist einfach und effektiv, bietet aber nicht die solide, passgenaue Verbindung ohne Spiel einer heutigen Kugelkopfkupplung.

Die Gummis bieten auch eine gewisse StoßdĂ€mpfung, so dass separate StoßdĂ€mpfer bei kleineren AnhĂ€ngern nicht immer erforderlich sind. Es ist (zumindest fĂŒr den Autor) nicht klar, wann die Gummi-basierte Torsionsachse zum ersten Mal erfunden wurde, aber diese Entwicklung hat die Welt der AnhĂ€nger revolutioniert. Einer der ersten Anwender war Airstream, der 1961 von Blattfedern auf eine Achse mit Gummi-Torsions-Technologie umstieg. Die Achse wurde als Dura Torque bezeichnet und von einem Unternehmen namens Henschen Axle hergestellt, das heute zum britischen Unternehmen GKN Automotiv gehört. 1967 entwickelte AL-KO seine eigene gummigefederte Achse, die auf einem einzigartigen sechseckigen Achs-Rohr anstelle des inzwischen ĂŒblichen Vierkantrohrs basierte. Dies markierte den Beginn der Achsenproduktion von AL-KO, die im ersten Jahr nur 520 Achsen fĂŒr AnhĂ€nger herstellte. Bis 1973 stieg die Gesamtzahl jedoch auf

Oben: eine BPW-Radiusschwinge mit Torsionsrohr und Bremstrommel, bereit zum Einsetzen in das Achs-Rohr

Gummi-basierte Torsionsachse

Fahrtrichtung

100.000 und bis 2015 hat AL-KO mit Hilfe von ProduktionsstÀtten auf der ganzen Welt 25 Millionen Achsen produziert. 1984 brachte der US-Hersteller Dexter Axle seine eigene Version der Torsionsachse mit dem Markenna-

Rechts: Ausschnitt aus einem BPWAchsrohr

Unten: ein AL-KO Achs-Rohr vor dem Einsetzen des Zentralrohrs mit Radiusarm und Bremstrommel

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Oben: moderner Kupplungskopf von AL-KO Rechts: alte “Bolzen- und Ösenkupplung”

men „Torflex“ auf den Markt. Sie verwendete ein quadratisches Achs-Rohr und war das erste Markenprodukt von Dexter. Es erwies sich als eines der erfolgreichsten Produkte, die Dexter je entwickelt und auf den Markt gebracht hat. TatsĂ€chlich stellte Airstream Ende 2005 auf Torflex um. FĂŒr die Hersteller von Wohnwagen sind die Vorteile von Gummi-basierten Torsionsachsen gegenĂŒber herkömmlichen Achsen und AufhĂ€ngungen betrĂ€chtlich: Sie sind leicht, kostengĂŒnstig, wartungsfrei, haben eine eingebaute StoßdĂ€mpfung. Sie sind leise im Betrieb und haben eine lange Lebensdauer. Normalerweise versagt das Gummi, indem es seine ElastizitĂ€t verliert, aber das kann bis zu 25 Jahre dauern.

Innovationen bei Wohnwagen-Chassis

1957 warb eine Anzeige fĂŒr einen Paladin Commodore-Wohnwagen im Vereinigten Königreich mit einem „geschweißten Stahl-Chassis, das fĂŒr zusĂ€tzliche Festigkeit stark querverstrebt ist“. Das Ergebnis war zweifellos stark, aber die armen Caravan-Konstrukteure wurden mit einem erheblichen Gewichtsproblem durch das Chassis bestraft, bevor sie ĂŒberhaupt angefangen hatten den Wohnwagen zu kontruie-

ren. Zu dieser Zeit wurden die Böden der Caravans aus Sperrholzplatten oder manchmal sogar aus Nut- und Federbrettern hergestellt. NatĂŒrlich brauchte diese Art von Boden eine stabile UnterstĂŒtzung. Der erste bedeutende Schritt nach vorn erfolgte in den 1970er Jahren mit der Entwicklung von geklebten Böden in Sandwichbauweise. Diese erwiesen sich als stabiler und ermöglichten es, die LĂ€ngstrĂ€ger des Fahrgestells etwas zu reduzieren. Anfang der 1980er Jahre wurden die Böden mit einem Sperrholz-Sandwich mit hochdichtem Schaumstoff (Styrofoam) verklebt. Die VerstĂ€rkungslatten aus Holz verliefen um den Rand herum und von einer zur anderen Seite. Das Ergebnis war ein starker und relativ steifer Boden mit einer typischen Dicke von 44 mm. Dadurch wurde viel weniger UnterstĂŒtzung seitens des Chassis benötigt und gleichzeitig eine gute WĂ€rmedĂ€mmung erreicht. Diese Anordnung ermöglichte es zudem, das Fahrgestell auf zwei HaupttrĂ€gern mit einer Deichsel sowie einem oder zwei QuertrĂ€gern zu reduzieren. Das Fahrgestell und der Boden wurden zu einer integrierten Einheit, wobei die StabilitĂ€t des einen durch die StĂ€rke des anderen ergĂ€nzt wurde. Im Laufe der 1980er Jahre wurde hĂ€ufig Aluminium anstelle von Stahl verwendet, um Gewicht zu sparen. Das Problem

bei Aluminium ist jedoch, dass es nicht so stabil ist wie Stahl, so dass man mehr Material braucht, was den Gewichtsvorteil wieder etwas aufhebt. Dennoch konnten Gewichtseinsparungen erzielt werden, und natĂŒrlich ist Aluminium korrosionsbestĂ€ndig, so dass keine Lackierung oder Verzinkung erforderlich ist. Dadurch wurden die Mehrkosten fĂŒr Aluminium, das damals etwa doppelt so teuer war, teilweise wieder wettgemacht. Neben den Kosten ist ein weiterer Nachteil von Aluminium die galvanische Korrosion, die auftreten kann, wenn Stahlteile wie Kupplungskopf und Achsen damit verschraubt werden. Obwohl dies keine großen Probleme darstellte, wurde dennoch klar, dass Aluminium nicht der beste Weg in die Zukunft war. Dies Ă€nderte sich mit der EinfĂŒhrung der leichten Fahrgestellschienen aus verzinktem Stahl durch AL-KO und BPW in den frĂŒhen 1990er Jahren. Große Aussparungen an den TrĂ€gern sparten Gewicht, wĂ€hrend die Festigkeit durch das Bördeln der Kanten an den Aussparungen zusammen mit den Kantungen der Schienen selbst erreicht wurde. Stark, leicht und korrosionsbestĂ€ndig, ersetzte diese Konstruktion bald Aluminium fĂŒr die Fahrgestell-TrĂ€ger. Ein Vorteil fĂŒr die Verwendung von Stahl fĂŒr die Fahrgestell-TrĂ€ger besteht zudem darin, dass er sich fĂŒr eine Verschraubung eignet. Das bedeutet, dass die TrĂ€ger flach gehalten werden können und durch eine Reihe von Löchern die GesamtlĂ€n-

Dieses B&B-Fahrgestell stammt aus den frĂŒhen 1970er Jahren, blieb aber bis in die 1980er Jahre im Einsatz

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Achsen-Produktion im AL-KO Werk in Kötz, Deutschland 1957 Paladin Commodore Dieser Swift von 1987 wurde mit einem Aluminium-Chassis des Spezialherstellers Syspal ausgestattet
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AL-KO LeichtbauChassis mit Delta-Achse und Mammut-Mover

ge an die LĂ€nge des Wohnwagens angepasst werden können. AL-KO bezeichnet dies als sein Vario-Chassis. Kombiniert mit einem entsprechend verklebten Sandwichboden ergibt sich eine stabile und leichte Plattform fĂŒr den Aufbau des Wohnwagens und das Fahrwerk. Diese Konstruktion war so erfolgreich, dass sie bis heute weitgehend unverĂ€ndert beibehalten wurde. Das hat dazu gefĂŒhrt, dass die Caravan-

Auflaufbremsanlagen

Eine Bremsanlage mit Auflaufbremse ist ein weiteres Beispiel fĂŒr eine Erfindung, deren UrsprĂŒnge sich im Nebel der Zeit verlieren. Im Grunde handelt es sich um ein System, bei dem beim Bremsen des Zugfahrzeugs die Bremsen des AnhĂ€ngers automatisch betĂ€tigt werden, ohne dass ein spezielles GestĂ€nge zwischen den beiden erforderlich ist.

Das System nutzt den VorwĂ€rtsimpuls des AnhĂ€ngers, um gegen das bremsende Zugfahrzeug zu drĂŒcken. Dadurch wird eine entgegengesetzte Kraft erzeugt, die zum ZurĂŒckschieben eines FederdĂ€mpfers (1 unten) verwendet wird. Die RĂŒckwĂ€rtsbewegung des DĂ€mpfers wird dann genutzt, um die Bremsen des AnhĂ€ngers ĂŒber einen schwenkbaren Hebel (2) und eine Steuerstange (3) zu betĂ€tigen. Auf diese Weise werden

die Bremsen des AnhĂ€ngers (4) automatisch betĂ€tigt, wenn das Zugfahrzeug bremst. Wenn der AnhĂ€nger langsamer wird, nimmt die Kraft auf den FederdĂ€mpfer ab, wodurch die Bremswirkung verringert wird. Die ersten Systeme basierten auf einer einfachen Feder ohne jegliche DĂ€mpfung. Dies fĂŒhrte zu unerwĂŒnschten Ergebnissen. Wurden die Bremsen des AnhĂ€ngers betĂ€tigt, konnte der AnhĂ€nger unter die Geschwindigkeit des Zugfahrzeugs abbremsen. Folglich wurden die Bremsen des HĂ€nger frĂŒher gelöst und der ganze Zyklus wiederholte sich. Das Ergebnis war oft ein starkes, ruckartiges Anschlagen des AnhĂ€ngers gegen die HĂ€ngerkupplung des Zugfahrzeugs und eine Verringerung der Bremswirkung.

Der AL-KO GrĂŒnder Alois Kober und sein

Hersteller ihre Produkte mit immer mehr Extras ausstatten konnten, um die KĂ€ufer mit mehr Komfort zu ködern. Auf dem Caravan Salon 2016 zeigte BPW ein neues Leichtbau-Chassis mit großflĂ€chigen Dreiecksausschnitten entlang der beiden geraden TrĂ€ger. Drei Jahre spĂ€ter, nach der Übernahme der BPW-Fahrzeugtechnik durch AL-KO im Jahr 2017, brachte ALKO eine eigene Version auf den Markt, das Vario X. Es reduziert das Gewicht des Fahrgestells um bis zu 30 Prozent durch die Verwendung einer Wabenkonstruktion, die der Natur nachempfunden ist. AL-KO behauptet, dass man mit dieser Konstruktion keine Kompromisse bei der Steifigkeit eingeht. Das Vario X-Chassis hat bereits seinen Weg in einige Wohnwagen-Serien gefunden. Es sei darauf hingewiesen, dass die ZweitrĂ€ger-Konstruktion zwar perfekt fĂŒr die relativ ebenen Straßen in den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern geeignet ist, nicht aber fĂŒr Gebiete wie das australische Outback, wo wesentlich rauere Bedingungen herrschen. Auf diesen MĂ€rkten ĂŒberwiegen traditionellere und robustere Designs von HĂ€nger-Chassis.

Sohn Herbert kamen nach einem schweren Autounfall im Jahr 1952, in den beide verwickelt waren, auf die Idee einer Optimierung des Auflauf-Bremssystems. In den vielen Monaten der Genesung machten sich Vater und Sohn daran, ein verbessertes Auflaufbremssystem zu entwickeln, das schon auf den geringsten Druck reagiert, anstatt das Zugfahrzeug von hinten zu „rammen“. Die ersten Tests wurden mit einem alten Jeep durchgefĂŒhrt, der noch aus dem Krieg stammte. Heute verfĂŒgen alle Systeme ĂŒber eine Art DĂ€mpfung, um unerwĂŒnschte SchlĂ€ge zu verhindern. Diese ist in der Regel in die Deichsel integriert, um ein gleichmĂ€ĂŸiges und zuverlĂ€ssiges Bremsen zu gewĂ€hrleisten. HĂ€ufig handelt es sich dabei um einen gasgefĂŒllten FederdĂ€mpfer.

Die Bremsbacken werden durch den Zug an der Steuerstange und den Seilen auseinander gedrĂŒckt. Dadurch berĂŒhren sie die Bremstrommel und bremsen das Fahrzeug ab

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Zusammengeschraubt bilden Chassis und Boden ein starkes Fundament, auf dem man aufbauen kann BPW zeigte dieses ultraleichte Fahrgestell 2016 in DĂŒsseldorf Links und unten: Das superleichte Vario X-Fahrwerk von AL-KO DerAutor bedankt sich beiAL-KO fĂŒr die UnterstĂŒtzung bei der Erstellung diesesArtikels

Spanischer Wohnmobilmarkt boomt

Nach Jahren, in denen das Caravaning in Spanien wenig Beachtung fand, ist das PhĂ€nomen Wohnmobil in jĂŒngster Vergangenheit geradezu explodiert. Nach 9.000 Zulassungen im Jahr 2019 ist das Interesse trotz der Schwierigkeiten, die erst durch die Pandemie und dann durch die internationalen Krisen verursacht wurden, weiterhin groß

Auch wenn sich ganz Europa in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld befindet, bestĂ€tigt sich, Reisen mit dem Wohnmobil oder Van als „Mode“ und als ein PhĂ€nomen, das auch in Spanien im Trend liegt. Diese Art, Urlaub und Outdoor-Tourismus zu erleben, ist in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsen und macht Spanien mittlerweile zum drittgrĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Markt mit dem höchsten Wohnwagenanteil (ĂŒber 300.000 Einheiten) hinter Deutschland und Frankreich. Eine Urlaubsform, die in Spanien scheinbar eine große Zukunft hat.

Der Tourismus auf RĂ€dern war in Spanien schon immer weit weniger entwickelt als in den großen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Deutschland, den Niederlanden oder Frankreich. Aber in den letzten Jahren hat der spanische Markt aufgeholt. Im Jahr 2019 erreichten die Zulassungen

mit einem historischen Anstieg ihren Höhepunkt. Von 2013 bis 2019 stieg der Verkauf von Reisemobilen um mehr als 347 Prozent. Damit ist Spanien das Land in Europa mit dem höchsten prozentualen Wachstum. Dann, im Jahr 2020 litt der Markt wie das ĂŒbrige Europa unter den Folgen von Covid-19: Fast drei Monate Werksschließungen, Tausende von Mietbuchungen, die wĂ€hrend der Osterferien und in den FrĂŒhlingsmonaten storniert wurden. Nach der daraus resultierenden Ungewissheit und der Angst um die Zukunft konnte der Campingsektor jedoch reagieren; die Camping-Anlagen wurden mit einem effizienten Gesundheitsprotokoll wieder geöffnet und das Jahr mit neuen Anmeldungen gerettet, die am Ende etwas niedriger ausfielen als 2019.

José Manuel Jurado, PrÀsident des spanischen Verbandes der Wohnwagenindustrie und des

Wohnwagenhandels (ASEICAR), erklĂ€rte: “Im Jahr 2019 haben wir einen Rekord an Neuzulassungen (9.014 Einheiten) erreicht, mehr als 24 pro Tag. Aber die Pandemie kam und diese Entwicklung wurde kurzzeitig unterbrochen, auch wenn sie der Branche andererseits Tausende von Familien bescherte, die nie daran gedacht hatten, ihren Urlaub in einem Wohnmobil zu verbringen. Wir sind ĂŒberzeugt, dass diese neuen Caravaning-Nutzer mit diesem Urlaub zufrieden sind. Damit ist der diese Art des Reisen endlich in Spanien angekommen und wird dort bleiben, weil er fĂŒr viele Menschen zu einer Freizeitform und Lebensstil geworden ist” In der Tat wurden im Jahr 2020 und trotz Covid wieder fast 9.000 Wohnmobile und Wohnwagen registriert, so die Daten der ASEICAR. Außerdem hat die Pandemie die Reisegewohnheiten der Spanier definitiv verĂ€ndert. Viele legen nun

markt spanien
Text Marta Santamarina Linera

Wert auf Naturtourismus und die Freude an der Zeit im Freien, wie Verbands-PrĂ€sident Jurado mitteilte. Seit Mitte 2021 wirkt sich jedoch die Lieferkrise im Teilesektor auf die Produktion von Wohnmobilen und Wohnwagen aus. Das wiederum fĂŒhrte zu einer Kettenreaktion, die es den spanischen HĂ€ndlern unmöglich machte, ein genaues Lieferdatum festzulegen, was auch zu einem unvorhersehbaren Anstieg der Endpreise von Fahrzeugen fĂŒhrte.

Mit anderen Worten, zum besten Zeitpunkt in der Geschichte der Branche in Spanien hat die weltweite Lieferkrise den Verkauf und damit die Zulassungen neuer Fahrzeuge blockiert, wĂ€hrend das Interesse und die Nachfrage der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gestiegen ist und stetig weiter steigt. Ende des vergangenen Jahres (2021) waren in Spanien 311.800 Freizeitfahrzeuge im Umlauf (231.000 Wohnwagen, 67.000

Wohnmobile und 13.000 Vans). Mit dieser Zahl ist Spanien nach Deutschland (530.000) und Frankreich (500.000) der drittgrĂ¶ĂŸte europĂ€ische Markt mit einem Anteil von 7,77 % an Freizeit-Fahrzeugen in Europa (insgesamt 4.015.287).

Betrachtet man nur die Daten fĂŒr das Jahr 2021, so zeigt sich eine leichte Erholung der Zulassungszahlen (7 % mehr als 2020), ohne jedoch das Niveau von 2019 zu erreichen. Betrachtet man die Entwicklungsgrafik der letzten neun Jahre, so kann man deutlich das anhaltende Wachstum der Branche von 2013 bis 2019, den RĂŒckgang im Jahr 2020 und den leichten Anstieg im Jahr 2021 erkennen.

“Diese Daten zeigen uns, dass wir die durch die Covid-BeschrĂ€nkungen verursachte Krise ĂŒberwunden haben. Aber dass wir immer noch in der Krise der nötigen Komponenten stecken,

Spanien

FlÀche: 505.500 km2

Einwohnerzahl (2021): 46,770 Millionen Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner/km2

BIP (2020)

Gesamt: 1.205,9 Milliarden Euro Pro-Kopf: rund 27.200 Euro

Offizielle Sprache: Kastilisches Spanisch

WĂ€hrung: euro

Historische Entwicklung

Mitte des 20. Jahrhunderts entstand in Europa eine eigenstĂ€ndige Industrie, um die BedĂŒrfnisse der Reiselustigen zu befriedigen. Zu diesem Zeitpunkt begann der Verkauf der ersten Wohnwagen und Wohnmobile französischer, deutscher und italienischer Marken in Spanien. In den 1960er Jahren entstanden die ersten Wohnwagenfabriken wie Caravansa, Moncayo, Catusa, Tuset, Castellano, Almi oder Allosa, die heute allerdings nicht mehr existieren. Angesichts des Erfolgs wuchs im folgenden Jahrzehnt (1970er Jahre) die Zahl der Hersteller, wie Roller IbĂ©rica in Barcelona, Hergo in Vitoria (Nordspanien) und Benimar in CastellĂłn. In den folgenden 80er und 90er Jahren verschwanden viele dieser Marken, aber neue entstanden, wie zum Beispiel Ace Caravanas in Alicante (MediterrĂĄneo). Anfang der 70er Jahre, also spĂ€ter als in LĂ€ndern wie Deutschland, Frankreich, Italien oder England, wurden die ersten Reisemobile in Spanien verkauft, obwohl es in Spanien damals noch nicht ĂŒblich mit einem Fahrzeug als rollendem Domizil in den Urlaub zu fahren. Es gab auch keine Industrie fĂŒr die Produktion von Reisemobilen. Aber dann wagten sich verschiedene spanische Hersteller wie Moncayo, Benimar, Böos Viva / CNW, Sun Living, Joint, Ilusion und Ace, aus dem spĂ€ter Across Car wurde, doch sukzessive an die Serienproduktion von Reisemobilen. Derzeit produzieren nur Benimar (das zur französischen Gruppe Trigano gehört), Ilusion und Across Reisemobile in Spanien. Was den spanischen Markt betrifft, so beginnen in den 90er Jahren, vor allem aber seit dem Jahr 2000 (trotz der Verlangsamung durch die Krise von 2008, die einen kontinuierlichen RĂŒckgang der Wohnmobil-

zulassungen bis 2013 zur Folge hatte), das Ansehen und der Absatz von Wohnmobilen in Spanien zu wachsen. Zunehmend sehen die Menschen in Spanien den Outdoor-Tourismus als zukunftstrĂ€chtige Reisealternative. Ab 2014 stieg der Verkauf von neuen und gebrauchten Fahrzeugen Jahr fĂŒr Jahr, allerdings mit Zahlen, die im Vergleich zum restlichen Europa noch sehr niedrig sind (1.460 neue Wohnmobile im Jahr 2014; 2.491 im Jahr 2015; 3.650 im Jahr 2016). 2017 zĂ€hlt man dann 6.800 neu zugelassene Fahrzeuge. Diese Zahl steigerte sich im Jahr 2019 auf ĂŒber 9.000 Einheiten.

Innerhalb eines Jahrzehnts wurde der Wohnwagen als meistverkauftes Freizeitfahrzeug rasant von Wohnmobilen und Vans ĂŒberholt. Das Wohnmobil hat sich von einem Fahrzeug fĂŒr “preiswertes” Reisen zu einem Luxusobjekt gewandelt, das immer mehr Menschen jeden Alters und jeder wirtschaftlichen Schicht ausprobieren wollen.

In den letzten zwei Jahren wurde das Caravaning-Fieber aufgrund des Mangels an Neufahrzeugen mit Gebrauchtwagen gelindert. Außerdem entstand das so genannte “Van-PhĂ€nomen”: Viele Menschen haben sich aufgrund des Mangels an LagerbestĂ€nden, langer Lieferzeiten und wirtschaftlicher BeschrĂ€nkungen von Wohnmobilen fĂŒr das Camping mit kompakten Vans entschieden, um die moderne und faszinierende Urlaubsalternative zu genießen. Allerdings fahren auch viele unserer Landsleute ins europĂ€ische Ausland, um gebrauchte Fahrzeuge, die im Allgemeinen sehr alt und umweltschĂ€dlich sind, zu kaufen und zu importieren: Ein Risiko fĂŒr eine Branche, die darum kĂ€mpft, eine Art des Reisens zu wĂŒrdigen, die lange Zeit im Verborgenen geblieben ist.

Die Autorin dieses Artikels ist Marta Santamarina

Linera, eine auf die Caravaning-Branche spezialisierte Journalistin und Direktorin der spanischen Zeitschrift AutoC

ie nach den vorliegenden Daten des Automobil-Branche im Jahr 2022 sogar noch grĂ¶ĂŸer sein könnte”, sagt Jurado.

“Es gibt eine Nachfrage, die Vertrauen in die Zukunft schafft, aber es mangelt an FahrzeugverfĂŒgbarkeit. Caravaning etabliert sich weiterhin als moderne und attraktive Urlaubsalternative in unserem Land, mit neuen KĂ€ufern in allen Altersgruppen. Der Mangel an neuen Fahrzeugen auf Lager und lange Lieferzeiten treiben jetzt viele dieser KĂ€ufer dazu, sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umzusehen.

Nach acht aufeinanderfolgenden Monaten mit rĂŒcklĂ€ufigen Zulassungen

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aufgrund des Fahrzeugmangels werden die VerkĂ€ufe in diesem Jahr auf das Level von Mitte 2021 zurĂŒckgehen. Und was noch schlimmer ist: Die Prognosen fĂŒr 2023 lassen nicht darauf schließen, dass diese Situation besser wird.”

„Der Mangel an LagerbestĂ€nden und die Verzögerungen bei den Auslieferungen verursachen große Probleme fĂŒr unsere Unternehmen und Unannehmlichkeiten fĂŒr die Kunden, die unter erheblichen Verzögerungen bei der Auslieferung ihrer Fahrzeuge leiden”, so der PrĂ€sident von ASEICAR weiter. “Wir sind zuversichtlich, dass diese Situation Schritt fĂŒr Schritt gelöst wird und wir bald zur NormalitĂ€t zurĂŒckkehren können. Im Moment haben wir eine große Nachfrage nach Fahrzeugen und allein das schafft Vertrauen in die Zukunft”

Fahrzeuge, die Spanier bevorzugen Seit fĂŒnf Jahren erstellt das Finanzunternehmen Cetelem (BNP Paribas Gruppe) in Zusammenarbeit mit ASEICAR und der spanischen Zeitschrift AutoC das “Caravaning Observatory in Spain”, um die Vorlieben der Spanier zum Zeitpunkt des Kaufs durch Umfragen ĂŒber ihre Gewohnheiten zu ermitteln. Aus der letzten Ausgabe (MĂ€rz 2022) geht hervor, dass teilintegrierte Mobile der beliebteste Fahrzeugtyp ist, gefolgt von Integrierten und von Kastenwagen, und dass der Kauf von Stadtfahrzeugen (urban vehicles) zurĂŒckgegangen ist. Wenn es um den Kauf geht, ist die Marke ein wesentliches Element bei der Entscheidung von 93 % der Befragten, die auf der anderen Seite vor allem die FunktionalitĂ€t, die Haltbarkeit und das innovative Design der Fahrzeuge schĂ€tzen. Was die Innenausstattung betrifft, so werden den Betten, der Toilette und dem KĂŒhlschrank besondere Bedeutung beigemessen. Bei der Wahl des HĂ€ndlers schĂ€tzen die KĂ€ufer vor

10000 9000 8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000

Entwicklung der Wohnmobilzulassungen von 2013 bis 2021 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0

2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021

Wohnmobil-Zulassungen pro Monat: 2019 - Covid 2020 - Lieferkette 2021

2019: 11.413 Fahrzeuge

2020: 9.981 Fahrzeuge (-12,55%) 2021: 10.683 Fahrzeuge (-6,40%)

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Spanische Hersteller

Benimar

Die handwerkliche Produktion von Reisemobilen beginnt 1974. Im Jahr 1986 wird die Serienproduktion aufgenommen und 2002 wurde die Marke Teil der Trigano-Gruppe. Das Werk in PenĂ­scola (CastellĂłn, am Mittelmeer) verfĂŒgt ĂŒber eine FlĂ€che von ĂŒber 130.000 Quadratmetern (derzeit im Ausbau) und eine ProduktionskapazitĂ€t von 4.000 Reisemobilen pro Jahr. Benimar ist seit 2009 MarktfĂŒhrer in Spanien und auf fĂŒnf Kontinenten mit insgesamt ĂŒber 140 HĂ€ndlern in 25 LĂ€ndern vertreten.

Panama Van

In dem Produktionsstandort, der an das Benimar-Werk angrenzt, wurde 2021 die Marke Panama geboren. Eine neue Marke fĂŒr multifunktionale Camping-Vans der Trigano-Gruppe, die in dieser Saison ihr Angebot erweitert und bereits mit einem breiten HĂ€ndlernetz in ganz Europa vertreten ist.

Ilusion

Seit 15 Jahren werden in der Provinz Zaragoza (Region AragĂłn, im Norden Spaniens) Reisemobile mit modernem Innen-Design und sportlich-elegantem Äußeren produziert. In dieser Saison prĂ€sentierte sie ihre erste Kollektion von integrierten Reisemobilen. Das Unternehmen ist mit einem Netz von HĂ€ndlern in Spanien, Deutschland, Belgien, Italien, Norwegen, Neuseeland, DĂ€nemark, Polen, Irland, den Niederlanden, Portugal, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Schweiz und im Vereinigten Königreich vertreten.

Across Car

Aus der Technologie und dem Know-how des Herstellers Ace Caravanas in Aspe, Provinz Alicante (Mittelmeer), entstand im Jahr 2000 Across Car, das Wohnwagen und Wohnmobile nach Kundenwunsch herstellt und sich um deren individuelle BedĂŒrfnisse kĂŒmmert. Das Unternehmen verfĂŒgt ĂŒber 3.835 Quadratmeter ĂŒberdachte und 4.524 Quadratmeter unbebaute FlĂ€che fĂŒr die Logistik, mit eigener Schreinerei, einer Montagelinie sowie einem Technik- und DesignbĂŒro.

allem das Angebot eines guten Kundendienstes. Der ist sogar wichtiger als der Preis des Fahrzeugs. Dies ist nur der zweite Grund fĂŒr die Wahl eines HĂ€ndlers. Wichtig sind auch die Markenvielfalt des HĂ€ndlers, die Zufriedenheit mit dem Fahrzeug (fĂŒr diejenigen, die bereits ein Fahrzeug hatten), die Freundlichkeit der VerkĂ€ufer und die Lieferzeiten.

Ist Spanien bereit, so viele Camper aufzunehmen?

Ein weiteres „Symptom“ dieses fieberhaften Anstiegs sind die fĂŒr Wohnmobile ausgewiesenen StellplĂ€tze in Spanien. Im Vergleich zu den 180 PlĂ€tzen, die 2010 zur VerfĂŒgung standen, sind ein Jahrzehnt spĂ€ter etwa 1.100 PlĂ€tze verfĂŒgbar. Ein Anstieg von ĂŒber 500 % in zehn Jahren! Aber eine Zahl, die immer noch nicht ausreicht, um alle spanischen und auslĂ€ndischen Touristen zu bedienen. Nach SchĂ€tzungen der ASEICAR wĂ€ren zwischen 2.000 und 2.500 PlĂ€tze erforderlich, um die derzeitige Nachfrage zu decken. In Europa gibt es derzeit 2,5 Millionen Wohnmobile, die ins Ausland reisen, in vielen FĂ€llen nach Spanien, Portugal und Marokko. Der bestehende Mangel an Wohnmobil-StellplĂ€tzen kann und fĂŒhrt oft zu unerwĂŒnschten sowie „improvisierten“ Fahrzeugkonzentrationen. Insbesondere nachts, an Orten, an denen das Parken nicht geregelt ist, und vor allem in den Sommermonaten, wenn schĂ€tzungsweise 150.000 Fahrzeuge (50.000 Spanier und 100.000 AuslĂ€nder) durch Spanien reisen.

Andererseits reicht auch die Zahl der spanischen CampingplĂ€tze (etwa 1.200) nicht aus, um diese Fahrzeuge unterzubringen. Viele sind nur im Sommer geöffnet. Aber die Camper sind das ganze Jahr ĂŒber unterwegs. DarĂŒber hinaus verfĂŒgen einige dieser CampingplĂ€tze nur ĂŒber begrenzte StellplĂ€tze fĂŒr Wohnmobile. Ein großer Teil ihrer FlĂ€che ist fĂŒr Bungalows, Mobilheime, Dauercamper und Zelte reserviert.

Laut ASEICAR ziehen die spanischen Campingangebote vermehrt neue Touristen an. Sie schaffen wirtschaftliche Vorteile fĂŒr die umliegenden Unternehmen und sie ermöglichen eine saisonale Erweiterung der Ferien, die sich nun auf das ganze Jahr und nicht nur auf den Sommer erstrecken. Wenn man beispielsweise fĂŒr ganz Spanien eine durchschnittliche Reisedauer von 17 Tagen in einem Wohnmobil annimmt und 150 Euro pro Tag ausgibt, erhĂ€lt man ein Umsatzvolumen von ĂŒber 385 Millionen Euro. Dies ist ein bedeutender Wert fĂŒr ein Land, welches das zweitbeliebteste Reiseziel der Welt ist und in dem der Tourismus die Haupteinnahmequelle darstellt. Das TourismusgeschĂ€ft in Spanien liegt in den HĂ€nden von insgesamt 17 Regionen. Von denen stehen einige der Entwicklung des Caravanings aufmerksamer gegen als andere: Regionen im Landesinneren oder weniger bevölkerte Regionen mit einem geringeren Tourismusaufkommen nehmen die Ankunft von Campern gut auf, wĂ€hrend die KĂŒstenregionen oft restriktiver ausgerichtet sind.

68 CAMPER PROFESSIONAL
markt spanien

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