2. ausgabe 2015
für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz
kirche und kloster Sankt Bonifaz – Zerstörung und Wiederaufbau klosterbr auerei Geschichten ums »Andechser Weißbier Hell« panor ama Freundeskreis besucht das Kloster Wessobrunn
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W
enn im Juli die Sommerferien
näher rücken und der Noten-
schluss in den Schulen durch
ist, kommt die Zeit der Exkursionen. Für
| editorial
Darf ein Mönch also Urlaub machen?
Oder ist das ein zeitgeistiger Abfall vom
»wahren« Mönchtum? Dieses Thema ist eines von denen, wo die Regel nicht weiter-
Lehrer eine willkommene Gelegenheit, ih-
hilft, sondern man selbst zu einer sinnvol-
Anlass, unser Kloster und unsere Lebens-
nach dem Urlaub ist das Praktische, dass
re Klassen zu beschäftigen, für uns ein
weise zu zeigen. Ich lasse die Kinder gerne
Fragen stellen – dadurch erzähle ich dann,
len Regelung finden muss. Bei der Frage
zum Thema Erholung durchaus etwas in der Regel steht. Und zwar etwas, das die
was sie wirklich interessiert. Eine der Fra-
berühmte Mäßigung und Weisheit Bene-
Urlaub und Freizeit im Kloster.
Regel nämlich großen Wert darauf, dass
laub ist in manchen Konventen unseres
ununterbrochene Stunden der Nacht legt
nämlich, dass der Hl. Benedikt in seiner
teilung die dunkle und die helle Zeit je-
gen, die fast immer kommen, ist die nach Ob Sie es glauben oder nicht, der Ur-
Ordens ein Problemthema. Das Dumme ist
dikts unterstreicht. Benedikt legt in seiner die Mönche genug Schlaf bekommen. Acht er dafür fest. Weil die römische Zeitein-
gesund verwirklichen kann. Im 21. Jahr-
Regel nichts zum Thema Urlaub geschrie-
weils in zwölf Teile teilte und das Stunden
hundert heißt das selbstverständlich, dass
zept »Urlaub« hat es zu seiner Zeit noch
lich länger als im Sommer, aber auch im
muss. Genauso wie Sie alle auch: Wir kön-
nicht. Der Römer seiner Zeit hatte Muße,
wenigstens sechs Stunden. Und dann darf
abschalten und ausspannen – das wäre
den heute üblichen freien Tag pro Woche
bene Siesta nicht vergessen – unsere Regel
Zeit nicht mehr gesund. Von daher wün-
he für alle vorschreibt.
Erholung in diesem Sommer!
ben hat. Konnte er auch nicht, das Kon-
nicht gegeben, auch lange nach ihm noch oder er hatte sie nicht. Aber so etwas wie oder den Urlaub, ca. drei Wochen gibt es
bei uns, das kannte Benedikt noch nicht.
nannte, war der Schlaf im Winter deut-
Sommer waren es nach unserer Rechnung
man die ebenfalls in der Regel vorgeschriedürfte die einzige sein, die eine MittagsruDamit setzt sich Benedikt klar von an-
ein Mönch Urlaub hat und auch haben
nen nicht einfach durchwursteln und nie beim Arbeits- und Lebenstempo unserer
sche ich Ihnen, frei nach Benedikt: Gute
deren Regeln seiner Zeit ab. Dort gab es
nicht nur lange Nachtwachen, die waren
allgemein üblich, sondern auch teilwei-
se rigorosen Schlafentzug, als asketische
Übung gedacht. Das ist bei uns anders.
Der Mönch braucht in den Augen Bene-
dikts die nötige Erholung, damit er seine
Gottsuche und sein Gebets- und Arbeits-
leben geistlich, körperlich und seelisch
p. korbinian linsenmann osb
inhalt |
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k i rc h e u n d k l o s t e r
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Zerstörung und Wiederaufbau Impressionen vom Konventausflug 2015 Andechser Dreihostienfest mit dem Apostolischen Nuntius Das Barocke Bayern – Fünfte Sommerakademie Sankt Bonifaz Wallfahrer aus Türkenfeld und Zankenhausen zu Fuß nach Andechs 20 Auf Sturm Niklas’ Spuren – Fußwallfahrt mit Hindernissen 24 Erste Friedberger Jugendwallfahrt nach Andechs
k l o s t e r b r au e r e i
26 28 32 34 34 35
Geschichten ums »Andechser Weißbier Hell« Eine Nacht auf dem Tollwood Das ›Andechs-Feeling‹ – Partnerbesuch in den USA Andechser Stammgast aus Texas Gäste aus Fernost Zu Hause auf den Segelfesten des Nordens
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Abtei Sankt Bonifaz im Zweiten Weltkrieg seite 4
g a s t l i c h k e i t 36 40 41 42
Der Kiosk im Andechser Bräustüberl Das Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen Der Neuhof am See in Gundelfingen 40 hochwertige Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen
v e r a n s ta lt u n g e n 44 45 46 48 49 50 51 52 54
Colloquium Benedictinum Andechser Orgelsommer 2015 Kunst und Bier am Heiligen Berg 4. Andechser Nachtflohmarkt in Planung Blasmusik im Bräustüberl Andechser Exerzitien für Männer in Führungsverantwortung »Ich will mein Leben zurück« – Trauerseminar Familien wieder im Mittelpunkt Tag des offenen Denkmals
Die perfekte Note zum
Weißwurstfrühstück
Geschichten ums »Andechser Weißbier Hell« seite 26
pa n o r a m a
56 57 58 60 62 64 66 67
Neues Kinderhaus in Söcking eingeweiht Saisonabschluss der Herrschinger Volleyballer auf Andechs ›Naturheilkunde‹ zu Gast auf dem Hl. Berg Orff war es wert – ein Rückblick auf die letzten Carl Orff-Festspiele Andechs Orgelvigil in Sankt Bonifaz zum Benediktsfest Neues Leben im alten Kloster Wessobrunn – Ausflug des Freundeskreises Kloster Andechs nach Wessobrunn Erfolgreiche vierte Auflage des Andechs Trails Ausstellung im Fürstentrakt des Klosters – Ilka-Loretta Schumann
p r e s s e
Neues Leben im alten Kloster Wessobrunn
Ausflug des Freundeskreises Kloster Andechs nach Wessobrunn seite 64
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kirche und kloster
zerstörung und wiederaufbau Die Abtei Sankt Bonifaz im Zweiten Weltkrieg
Im Laufe des Zweiten Weltkriegs, der vor 70 Jahren zu Ende gegangen ist, sind die Basilika und das Kloster von Sankt Bonifaz schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Basilika galt als Totalschaden. Stiftsarchivarin Birgitta Klemenz lässt die schwere Zeit damals lebendig werden.
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»Was soll Sankt Bonifaz werden, sein und bleiben? Eine Quelle, aus der unaufhörlich frisches und lebendiges Wasser hervorströmt.« P. Odilo Rottmanner
Zerstörung In der Nacht vom 9. auf den 10. März des
Jahres 1943 wurde der zweite Stock der
Abtei Sankt Bonifaz ein Raub der Flam-
men. Auch die Stiftsbibliothek mit ihren
P
ater Odilo Rottmanner hatte in
einer Predigt im Jahr 1888 für die
Abtei die Frage gestellt: »Was soll
Sankt Bonifaz werden, sein und bleiben? Es soll
nicht nur eine Stätte sein, von der aus die Ge-
schäfte der Seelsorge, des Unterrichts und der
Erziehung verrichtet werden, sondern ein Haus
reichen Buchbeständen fiel den alliier-
ten Luftangriffen zum Opfer. Zu diesem
Zeitpunkt besaß die Abtei rund 130.000
Bücher. Zwar waren die wertvollsten Be-
stände (ca. 30.000 Bände) rechtzeitig nach
Andechs ausgelagert worden, wo sie in den Hallen der damals leeren Mälzerei
untergebracht wurden, der zahlenmäßig
Gottes, das von Weisen weise verwaltet wird, ein
größere in München verbliebene Rest ging
bestimmt zur Erbauung der Gemeinde, eine Quel-
Verlust der Bibliothek bedeutete auch für
Wasser hervorströmt…« Dieser Anspruch hat
rung. Sie wog jedoch gering gegenüber
Mehr noch: Der Bau aus Steinen konnte in
krieg noch mit sich bringen sollte. So wur-
bendigen Steinen nicht – im Gegenteil, die
mehr von den Luftschutzsirenen unter-
änderter Form wieder aufgebaute Kirchen
wurden verstärkt zum Kriegsdienst einge-
nicht beim Bedauern des Verlustes stehen
ten. Auch die fortschreitende Zerstörung
geistiger Bau, ausgeführt aus lebendigen Steinen, le, aus der unaufhörlich frisches und lebendiges
nach wie vor uneingeschränkt Gültigkeit. Schutt und Asche fallen, das Haus aus le-
lebendigen Steine sind es, die das in vergebäude wieder mit Leben erfüllten und geblieben sind. Eine bessere Wertschät-
zung der alten Basilika kann es nicht ge-
ben.
jedoch nahezu vollständig verloren. Der
den Klosteralltag eine spürbare Verände-
den Beschwernissen, die der Zweite Weltde der gewohnte Tagesablauf mehr und
brochen. Die jüngeren Konventmitglieder
zogen, den sie meist als Sanitäter ableiste-
der Basilika und der Klostergebäude trug dazu bei, die Ordnung des klösterlichen
Lebens und die Effizienz der Seelsorge zu beeinträchtigen, so dass sich der späte-
re Abt Hugo Lang rückblickend veranlasst
sah, von der »schauerlichen Arithmetik ei-
ner Zeit des Zorns« zu sprechen.
Schon nach dem Luftangriff vom März
1943 musste ein Teil der Konventualen aus dem Abteigebäude ausquartiert werden. Sie fanden Aufnahme in der Marienan-
stalt an der Dachauer Straße sowie bei den Schwestern an der Schleißheimer Straße
und im Marienstift an der Klugstraße. Ei-
nige ältere Patres und Mitbrüder siedelten nach Andechs über. Nach den schweren
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kirche und kloster
Luftangriffen vom April 1944 und Janu-
ar 1945 folgte ihnen die Mehrzahl der in
München verbliebenen Mitbrüder. In An-
dechs konnte das Gemeinschaftsleben bis
Kriegsende in gewohnter Weise fortgeführt werden.
Einer der verheerendsten Luftangrif-
fe, den München im Zweiten Weltkrieg
erlebte, fand in der Nacht vom 24. auf den
25. April 1944 statt. Als Hauptangriffsziel
war das Areal um den Münchener Haupt-
bahnhof ausgewählt worden, tatsächlich
Brandbomben hatten
den Dachstuhl komplett
vernichtet. Die Fresken
der Kirche wurden durch die Hitze auf irreparable
Weise geschädigt.
wurde jedoch die gesamte Münchener
Innenstadt sowie die an deren Rand ge-
legenen Viertel Giesing, Au und Haidhausen in Mitleidenschaft gezogen. Da die
Polizeibehörden 1.781 totale, 1.278 schwe-
nur noch als Stumpf in den Himmel. Für
zu mehr als 90 Prozent aus Brandbomben
kleinste Schäden. Viele der markanten
die Luftschutzkräfte auf ihrer Trefferkarte
über München abgeworfene Bombenlast
bestand, entwickelten sich in diesem Be-
reich um 2 Uhr morgens riesige Flächenbrände, die von den Löschkräften erst
nach mehreren Tagen beseitigt werden
konnten.
Die Folgen des Angriffes waren verhee-
re, 18 mittlere, 3.551 leichte und 1.162
Bauwerke der Innenstadt wurden zerstört
oder schwer beschädigt: die Residenz, die
die Basilika Sankt Bonifaz verzeichneten
einen totalen Brandschaden. Brandbomben hatten den Dachstuhl komplett ver-
Herzog-Max-Burg, die Alte und die Neue
nichtet. Die Fresken der Kirche wurden
reiche Münchener Kirchen waren betrof-
schädigt. Auch die Marmorsäulen und der
Pinakothek sowie das Odeon. Auch zahl-
fen, darunter vor allem der Bürgersaal, die
durch die Hitze auf irreparable Weise ge-
Sarkophag König Ludwigs I. waren schwer
rend. 136 Menschen verloren ihr Leben,
Herzogsspital-, die Damenstifts- und die
in Mitleidenschaft gezogen. Die übrige In-
Hinblick auf die Bausubstanz zählten die
Peter ragte nach dem Verlust seiner Haube
ein Opfer der Flammen.
4.185 wurden zum Teil schwer verletzt. In
Heilig-Geist-Kirche. Der Turm von Sankt
neneinrichtung wurde nahezu vollständig
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Gemälde von Abt Bonifaz mit Flammen im Hintergrund – in der Abtsgalerie in St. Bonifaz von Franz X.W. Braunmiller
Eisen, die Fresken, Altäre, Kirchenstühle, Chor-
Situation nach Kriegsende Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sankt
gestühl, Orgel und Musikinstrumente usw. Was
Bonifaz kaum noch wiederzuerkennen.
wir verhindern konnten, war lediglich ein Über-
Die in großer Zahl überlieferten Fotoauf-
greifen des Feuers auf die Sakristei und Chorka-
nach Ende des Krieges festhalten, lassen
halber geräumt und ihr Inhalt in der Gruft ver-
nahmen, die den Zustand während und
pelle. Die beiden Sakristeien wurden vorsichts-
erkennen, dass Brandbomben das Kir-
staut. Alle Patres, Brüder und Schwestern und
chendach vollständig zerstört und Spreng-
bomben einen tiefen Krater in die ehemals
auch befreundete Laien haben in großer Hinga-
fünfschiffige Basilika getrieben hatten.
Bericht von Abt Bonifaz Wöhrmüller an
einschließlich der Unterkirche vernichtet
von Sankt Bonifaz:
Auf diese Weise war ihr nördlicher Teil
die Mitbrüder im Feld über die Zerstörung
be bei diesen Bemühungen das ihrige getan.
Gegen Mittag hatte das Feuer sein Zerstö-
rungswerk vollendet. Über dem ganzen Mittel-
schiff war nur mehr der freie Himmel gespannt,
worden. Nur die Außenmauern des west-
München, 26. April 1944
die Seitenschiffe sind noch mit dem Kupferblech
ern der Apsis und der Glockenturm, der
Lieber Mitbruder!
weggebrannt ist. Von allem stehen noch die vier
lichen Seitenschiffs, die Umfassungsmau-
überdacht, unter dem jedoch das Dachgebälk
damit erstmals als markantes architekto-
Wenn ein Benediktiner an der Kirche seiner
Umfassungsmauern mit Apsis sowie das Mauer-
halbwegs intakt geblieben. Auch Vorhalle
gewiss keine schmerzlichere Nachricht als die,
se 66 Säulen zeugen noch von verschwundener
nisches Detail erkennbar wurde, waren
Profess wie an einer Mutter hängt, so gibt es
werk, das auf den 66 Säulen aufgebaut ist. Die-
und Außenfassade hatten den Bomben-
die ich Ihnen persönlich geben möchte, näm-
Pracht, aber auch diese, schon geborsten, kön-
standen. Die Unterteilung des Kirchenin-
Markustages, 25. April, unsere liebe, herrliche
ganze prächtige Basilika des heiligen Bonifatius
fe war hingegen nur noch im Süden der
ausgebrannt ist.
genheit an; es war das schmerzlichste Opfer, das
und die Hochgaden auf einer Länge von
rend des Fliegerangriffes in dieser Nacht hatte
gen konnte. Aber während die Flammen noch an
satzmannschaft dienten, sogleich Nachschau
weit abkömmlich, den Frühchor gebetet und ich
krieg einigermaßen unbeschadet über-
neren in ein Haupt- und zwei SeitenschifBasilika zu erkennen, wo die Säulenreihen
lich, dass in den frühen Morgenstunden des
Basilika bis auf die Grundmauern nieder- und
Auf verdächtig klingende Einschläge wäh-
sieben Arkaden erhalten geblieben waren.
P. Benedikt mit den Mitbrüdern, die ihm als Ein-
ge 1948 feststellte, hatte aber auch der
in der Kirche gehalten und dort einzelne Brand-
Wie das Landesamt für Denkmalpfle-
Restbestand der Klosterkirche in seiner
nen stürzen über Nacht. Und so gehört denn die
mit ihren so schönen Gottesdiensten der VerganGott von unserer klösterlichen Familie verlan-
ihrem edlen Opfer fraßen, haben wir Patres, sohabe beim Pater noster der Laudes im Namen
bomben auf dem Kirchenpflaster gefunden, die
aller Mitbrüder, der gegenwärtigen wie der ab-
Glockenturm mehrfach gespalten und die
deckte man aber, daß auch das Dachgebälk der
sicut in coelo et in terra.
genden Querschnitts angeschlagen wor-
chen Brand zu löschen, hätte es der Mittel (Lei-
ren und Problemen der nächsten Zukunft!
Feuerwehr bedurft, die uns aber nicht zur Ver-
Herzlichst grüßt Sie Ihr Abt Bonifaz
Substanz schwer gelitten. So waren der
Säulen teilweise bis zur Hälfte ihres tra-
den. Apsis- und Kryptawölbungen wiesen
Löcher auf. Die westlichen und nordwest-
lichen Umfassungsmauern waren zerrüttet und aus dem Lot geraten. Die Gutach-
ter kamen daher zu dem Befund, dass die
alte Basilika den Anforderungen an die
Standsicherheit nicht mehr entspreche.
Wegen des starken Zerstörungsgrades,
es jedoch zu löschen gelang. Bald darauf ent-
Kirche zu brennen anfing. Um diesen gefährli-
tern, Schläuche, Spritzen usw.) einer richtigen
fügung gestellt werden konnte. So mussten wir von unten her zusehen, wie ein immer größerer
Teil des Gebälkes von den fressenden Flammen
erfaßt und die ganze Kirche unter ihrem Kupfer in einen Glutofen verwandelt wurde, in dem
alles hinschmolz und verbrannte: Holz, Stein,
wesenden, es ausgesprochen: Fiat voluntas Tua Möge Gott nun weiterhelfen in den Gefah-
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kirche und kloster
Postkarte mit Aquarell von der Zerstörung der Abteikirche Sankt Bonifaz
aber auch mit dem Argument, dass es sich
Auge zu erkennen. Seine Forderung, die
Wieder aufbau
schöpfung handele, hatte das Landesamt
ter zu ummauern und für eine Entfeuch-
lung des Refektoriums und seiner Umge-
vom zuständigen Baubevollmächtigten
Wie der spätere Abt Hugo Lang berichtet,
die Mauer mit dem Fresko auf diese Wei-
ten mehr Schaden als unter den Kriegsein-
bei Sankt Bonifaz lediglich um eine Nach-
schon 1946 konstatiert, »dass eine Wieder-
herstellung mit modernen Mitteln und eine Raumausschmückung durch Künstler der Jetztzeit möglich und sinnvoll sei«. Mit der Zerstörung der Basilika von
Bildfläche zum Schutz gegen Bombensplittung des Untergrunds zu sorgen, wurde
jedoch abgelehnt, da dessen Ansicht nach
Kriegsende nicht zu übersehen. Gleich-
schendecke einzog, wurden die nur noch
Hauptwerke des Kunstmalers und Akade-
wohl setzte die eigentliche Zerstörung des
mieprofessors Heinrich
loren. Von seinen für
Sankt Bonifaz geschaf-
fenen Wandbildern hat
nur das Abendmahlsfres-
Alles Leben in den Mauern des einstigen Heiligtums
war erloschen.
ko im Refektorium den Krieg überstanden. Doch auch dieses hatte unter den Folgen
der Luftangriffe schwer gelitten. So muss-
erlitt das Fresko während dieser Bauarbei-
wirkungen. Als man in das ursprünglich
Die Folgen dieser Entscheidung waren bei
von Heß für immer ver-
staltung in einen Gemeindesaal begonnen.
se nicht ausreichend austrocknen könne.
Sankt Bonifaz und ihrer reichen Innen-
ausmalung ging eines der monumentalen
Noch 1945 wurde mit der Wiederherstel-
zweigeschossige Refektorium eine Zwi-
fragmentarischen Überreste des Kunst-
Bildwerks erst mit dem
werks überputzt. Am Ostersonntag 1946
zum provisorischen Ge-
Gottesdienste in Sankt Bonifaz und die
Umbau des Refektoriums
schließlich konnten der Wiederbeginn der
meindesaal ein.
Einweihung des »Abendmahlsaales« im
seit Pfingsten 1944 als
Fresko ist mittlerweile wieder freigelegt.
Das Refektorium war
Notkirche genutzt worden, bis die Sprengund Brandbombenangriffe im Juli 1944
den Raum völlig unzugänglich machten;
alten Refektorium gefeiert werden. Das Der erste Vorschlag zum Wiederauf-
bau von Sankt Bonifaz im alten Umgriff,
aber in veränderter Form, stammte von
te der Passauer Regierungsbaumeister An-
als Raum für die Messfeier stand zunächst
stellen, dass das Werk seines Großvaters
Am Sonntag, dem 7. Januar 1945, fand der
Aufbauplanung des ganzen Stadtviertels
Monate lang schutzlos den Unbilden von
ka statt. Die Chronik der Chorvereinigung
lischem Garten und Oberwiesenfeld er-
noch immer nur auf notdürftigste Weise
Abend dieses schwerlich zu vergessenden 7.
tonius Heß bereits im November 1943 fest-
infolge der alliierten Luftangriffe mehrere
Wind und Wetter ausgesetzt gewesen und gesichert worden war. Wegen der starken
Durchfeuchtung des Mauerwerks fürchte-
nur noch die Gruftkapelle zur Verfügung.
letzte Gottesdienst im Bereich der BasiliSankt Bonifaz berichtet hierüber: »Am
Januars gingen 2 sehr schwere Luftangriffe über München nieder, bei denen auch
te er, dass der einsetzende Frost den Ver-
noch die Gruftkapelle und besonders der
zen bringen könnte. Die Farbkraft hatte
den. Alles Leben in den Mauern des einsti-
putz und damit das Gemälde zum Abplatbereits nachgelassen, auch waren eini-
ge kleinere Beschädigungen mit bloßem
Ostflügel des Klosters völlig zerstört wur-
gen Heiligtums war erloschen.«
Robert Vorhoelzer, der ab 1946 im Auf-
trag des Stadtrates die Grundlagen für die zwischen Akademie, Königsplatz, Eng-
arbeitete. Er wollte den weitgehend er-
haltenen Südteil des Mittelschiffes zum
Vorhof umgestalten. Die Bombenlücke
der zerstörten zwölf anschließenden Joche sollte ein neuer Kirchenraum schließen,
der die Reste der Apsis miteinbezogen hät-
te. Vorhoelzer überließ eine Lichtpause
seines Grundrisses seinem TH-Kollegen
Hans Döllgast, der 1947 auf dieser Basis
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Die Abteikirche nach dem Wiederaufbau
eine Außenperspektive aus der Vogelschau
ursprünglichen Ausmalung einen aske-
der beeindruckendsten Kirchenräume der
und eine Innenraumperspektive zeichne-
tisch-herben Raumeindruck schuf. Für
Nachkriegszeit.
erster Anstoß für eigene Überlegungen
zen Terrazzo, gegliedert durch großzügige,
mung änderte sich jedoch in den Jahren
Wiederverwendung der noch stehenden
Kirchengestühl bestand aus naturbelas-
Die »Würde der Armut« wurde zunehmend
beziehung in einen neuen Kirchenraum
telgang frei. Ebenso wie die alte Basilika
gasts Raum als »unproportioniert«, »kahl«,
te. Dieser Entwurf Vorhoelzers war wohl
Döllgasts, die – anders als Vorhoelzer – die
Mauern und die Möglichkeit ihrer Ein-
berücksichtigten. Einige Zwischenüberle-
gungen führten schließlich zu der von 1949 bis
1950 ausgeführten Form, der die erhaltenen Tei-
le der Seitenschiffe mit einbezog. Es entstand
ein Innenraum, der mit
Abmessungen von 32 × 40 Metern um 8 Meter
den Fußboden wählte Döllgast schwar-
quadratische Muster in Weiß. Das neue
senem Holz und hielt einen breiten Mitbekam auch die wiederaufgebaute ein
Gerade durch die äußerste
Beschränkung der Mittel entstand ein durch seine
Schlichtheit beeindruckender Kirchenraum.
breiter als lang ist. Aus der Not heraus ver-
wendete Döllgast die einfachsten und bil-
ligsten Materialien: aus der Ruine geret-
tetes Kupfer für das Dach, Abbruchziegel
von zerstörten Gebäuden für die Mauern.
offenes Dachtragwerk.
Einziger Schmuck im
Raum war das große, farbig gefasste Holz-
chenraum. Sämtliche Wände wurden
mit dünnem Putz, der das Ziegelmauer-
werk durchscheinen ließ, überzogen und weiß gestrichen, was im Gegensatz zur
Farbigkeit und zum Goldschimmer der
Nach dem vollendeten Aufbau der ver-
kürzten Kirche beschäftigte sich Döllgast weiter mit Ausbauprojekten für den Ge-
samtkomplex im Umgriff der alten Basili-
ten Giebelwand und den Resten der alten
enserklosterkirche Fürs-
tenfeld.
Döllgast hatte eine klare Konzeption:
Bestehendes sollte unverändert erhalten
Ruinengarten zwischen der neuerrichte-
Apsis vor und wurde 1965 mit der Planung
.
für den Neubau eines Pfarrzentrums be-
auftragt.
bleiben, neu Hinzugefügtes sich deutlich
davon absetzen. Das wird heute noch im
Bereich der Außenmauern gut sichtbar.
davon abgewichen. So wurden die Ziegel-
ne Schlichtheit beeindruckender Kir-
sein Konzept als »ruinensentimentalisch«.
ehemaligen Zisterzi-
– eine Leihgabe aus der
ter umbauten Raum).
kung der Mittel entstand ein durch sei-
abgelehnt, Kritiker bezeichneten Döll-
ka. So schlug er in den 1950er Jahren einen
Aus unterschiedlichen Gründen wurden
Gerade durch die äußerste Beschrän-
des Wirtschaftswunders die Einstellung.
kreuz über dem Altar
Der gesamte Wiederaufbau kostete 180.000
Mark (das waren 6,60 Mark pro Kubikme-
Nach anfänglich begeisterter Zustim-
jedoch schon bei der Ausführung teilweise mauern, die Döllgast zunächst roh belassen wollte, verputzt. Beschädigte Säulen
wurden ergänzt und aufpoliert. Eine alte
Marmorsäule im Altarraum wollte Döll-
gast aus statischen Gründen in die Wand einmauern, aber sichtbar lassen. Ohne
sein Wissen wurde sie über Nacht zuge-
mauert. Dennoch schuf Döllgast einen
l i t e r at u r Lebendige Steine. Sankt Bonifaz in München. 150 Jahre Benediktinerabtei und Pfarrei, hrsg. von Birgitta Klemenz, Peter Pfister und Maria Rita Sagstetter, München 2000. Franz Peter, »Die ziegelrote Moles« – Wiederaufbau der zerstörten Basilika von Hans Döllgast, in: Lebendige Steine, S. 354–359.
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kirche und kloster
Zu Gast in der benediktinischen Familie Impressionen vom Konventausflug 2015
Ingolstadt, Schloss Hirschberg bei Beilngries und das Kloster Plank stetten waren heuer Stationen des Konventausflugs der Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs. Fr. Marcus Riemer blickt auf die einzelnen Stationen eines abwechslungsreichen Tages zurück, der mit einigen heftigen Donnerschlägen begann.
D
Hans Mielich gestaltete Hochaltar, der
1572 zum hundertjährigen Bestehen der
Bayerischen Landesuniversität Ingolstadt errichtet wurde. Der als Gegner von Mar-
tin Luther bekannte Ingolstädter Theologe
Johannes Eck war lange Jahre Münster-
pfarrer und wurde nach seinem Tod 1543
hier beigesetzt. Mit dem »Salve Regina«, das wir gemeinsam vor dem Marienbild
der »dreimal wunderbaren Mutter« san-
gen, beendeten wir unseren Rundgang. Als zweites Gotteshaus besichtigten
wir die in der Altstadt versteckt liegende
Barockkirche »Maria de Victoria«, die von
as heftige Unwetter, das sich am
1732–1736 als Oratorium für die Akademi-
witter und Starkregen über Mün-
wurde und deren Innenausstattung von
frühen Morgen des 8. Juni mit Ge-
chen entlud, hatte sich verzogen, als wir
sche Marianische Kongregation errichtet
den Gebrüdern Asam stammt. Die Wir-
zu unserem Konventausflug mit dem Bus
kung des Einheitsraumes, der keinen
te uns Pfarrer Bernhard Oswald vor dem
ne Stufe erhöhten Altarbezirk, wird von
mit dem mächtigen, sieben Stockwerke
Damian Asams bestimmt. Dieses 40 Meter
nach Ingolstadt aufbrachen. Dort begrüß-
Liebfrauenmünster. Der rote Backsteinbau
Chor besitzt, sondern einen nur durch ei-
dem großflächigen Deckenfresko Cosmas
umfassenden Dachstuhl und den beiden
lange Fresko mit dem Thema der »incarna-
beeindruckte uns schon von außen. Im In-
im Zentrum überraschte uns bei der Füh-
Hallenkirche erfuhren wir von der inte-
Metern vom Boden zeigte sich, dass dieses
unvollendeten, über Eck gebauten Türmen
neren der 89 Meter langen, dreischiffigen
tio dominica« und der Verkündigungsszene
rung. Bei einem Abstand von nur zehn
ressanten Baugeschichte der Kirche, die
Fresko neben der Hauptperspektive noch
wig VII. gestiftet wurde. Die größte Be-
nachdem, wo wir standen.
1425 von dem Wittelsbacher Herzog Luddeutung hatte das Münster in der Zeit, als es zugleich Pfarr- und Universitätskirche
war. Daran erinnert heute noch der von
➊
weitere Einzelperspektiven verbindet, je Das Fresko, das die Menschwerdung
des Herrn als ein für die ganze Welt gel-
tendes Heilsgeschehen zeigt, führt hin zu dem Altar mit dem mächtigen Stuckbaldachin.
Am Ende der Führung erwartete uns
in der Schatzkammer der Kirche noch eine
ganz besondere Kostbarkeit mit der 1708
fertig gestellten, in Gold und Silber gehal-
tenen Lepanto-Monstranz des Augsburger Goldschmiedes Johannes Zeckl.
➋ ➀ Eine typische Gasse in Ingolstadt mit der Pfarrkirche Sankt Moritz ➁ Chor der Münsterkirche mit dem von Hans Mielich geschaffenen Hochaltar
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➂ Die Lepanto-Monstranz in der ehemaligen Jesuitenkirche »Maria de Victoria« ➃ Schloss Hirschberg – Sicht aus einem Fenster des ehemaligen Rittersaales, auch auf die beiden Wehrtürme ➄ Abt Beda von Plankstetten erklärt dem Konvent die neugestaltete Klosteranlage – hier der Kreuzgarten
➌
➅ Auch im Außenbereich und im Konventgarten der Abtei hat sich vieles verändert
Bald mussten wir uns von P. Noach ver-
➏
abschieden, denn wir wurden bereits in
der Abtei Plankstetten zur gemeinsamen
Vesper und Messe erwartet. Danach zeigte uns Abt Beda persönlich die Klosteranla-
ge und erläuterte uns deren aufwändige Nach einem kräftigen Mittagessen
mit Pfarrer Bernhard Oswald im Stüberl
des Weißbräuhaus zum Herrnbräu in der
➍
Dollstraße fuhren wir weiter in das Altmühltal.
Auf Schloss Hirschberg oberhalb von
schiedene Gästezimmer, eine umgebaute
Mönchszelle, den Seminarraum Sankt Jo-
hannes im Dachgeschoss und die Außenanlagen des Kreuz- und Konventgartens
besichtigen. Besonders beeindruckt waren
Beilngries gab es ein freudiges Wiederse-
wir von der neuen Chorkapelle als dem
schwarzach, der eine Zeit lang während
mit den drei großen Dach- und 15 Seiten-
gewohnt hat und nun als Seelsorger für
gestühl für die Mönche bildet zusammen
Exerzitienhaus der Diözese Eichstätt tätig
Parabel um Altar und Ambo. Der Erker mit
ria führte er uns bei einem kleinen Rund-
und ist durch zwei Schiebetüren getrennt.
hen mit P. Noach von der Abtei Münster-
seines Studiums bei uns in Sankt Bonifaz
das hier untergebrachte Bildungs- und
ist. Nach einer Kaffeepause in der Cafete-
gang durch die weiträumige Anlage mit
den beiden Wehrtürmen der mittelalter-
lichen Grafenburg. Steil in den Südhang
spirituellen Zentrum des Konventbaus, die
fenstern viel Tageslicht erhält. Das Chor-
mit den Bänken für die Gläubigen eine
dem Tabernakel ragt in den Hof hinein Fr. Richard hatte in der Zwischen-
zeit bereits für uns gegrillt, und so sa-
ßen wir wegen des kühlen Wetters doch
hinein gebaut ist die 1969 von Alexander
lieber drinnen zusammen bei gutem Es-
Marienkapelle. Im Rokokoschloss sahen
wären wir noch länger geblieben, aber
listen Johannes auf Patmos und den Rit-
zu nehmen und für die Rückfahrt aufzu
Freiherr von Branca als Siebeneck erbaute wir die Kapelle mit der Vision des Evange-
➎
Sanierung. So konnten wir das neugestal-
tete Refektorium, das Musikzimmer, ver-
tersaal mit dem Deckenfresko der Opferung der Iphigenie in Aulis.
sen und angeregter Unterhaltung. Gerne um 20.30 Uhr hieß es für uns Abschied brechen.
.
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bergecho 2 . 2015
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kirche und kloster
Andechser Dreihostienfest mit dem Apostolischen Nuntius Der Päpstliche Botschafter in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterovi ´c, feiert am Samstag, den 26. September 2015, den Festgottesdienst zum Andechser Dreihostienfest. Zum Dreihostienfest 2015 kommt der Apostolische Nuntius, Dr. Nikola Eterovi ´c, nach Andechs. Das Dreihostienfest zählt zu den ältesten Wallfahrtsfesten auf dem Heiligen Berg Bayerns und geht auf den Ursprung der Andechser Wallfahrt zurück. Über Generationen wird hier Christus im Sakrament der Eucharistie verehrt. Auf diese verweisen die »Drei Bluthostien« der Dreihostien monstranz.
Bis 1983 war er Sekretär der Apostoli-
schen Nuntiatur an der Elfenbeinküste
mit Sitz in Abidjan. Anschließend bis 1987
war er in der Apostolischen Nuntiatur in
Spanien in Madrid tätig und dann bis An-
fang 1990 in der Apostolischen Nuntia
tur in Nicaragua in Managua. Von 1990 bis 1999 arbeitete er dann im Staatsse-
kretariat des Vatikan in Rom. Am 22. Mai
1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius in der Ukrai-
ne. Nach fünf Dienstjahren ernannte ihn
Papst Johannes Paul II. 2004 zum Generalsekretär der Bischofssynode im Vatikan.
Unter dem Pontifikat von Papst Bene-
dikt XVI. koordinierte Erzbischof Eterović
die Vorbereitung und den Verlauf von drei
ordentlichen Generalversammlungen. Zu-
W
dem begleitete er den Papst bis 2012 auf
ir freuen uns, dass der Bot-
mehreren Apostolischen Reisen nach Ka-
in Deutschland, Erzbischof Dr.
und in den Libanon.
merun, Angola, Zypern, Kroatien, Benin
schafter von Papst Franziskus
Am 21. September 2013 ernannte der
Nikola Eterović, nach Andechs zum Drei-
Heilige Vater Papst Franziskus Erzbischof
hostienfest kommt und am Samstag, den
26. September, um 9.30 Uhr den Festgot-
Eterović zum Apostolischen Nuntius in
Nuntius in Deutschland, so sein offiziel-
rend seiner diplomatischen Tätigkeit war
der Bundesrepublik Deutschland. Wäh-
tesdienst mit uns feiert. Der Apostolische
ler Titel, setzt eine kleine Tradition in An-
Erzbischof Eterović nach Möglichkeit in
Erzbischof Jean-Claude Périsset, schon
herrscht er Italienisch, Französisch, Spa-
der Seelsorge tätig. Außer Kroatisch be-
dechs fort, war doch auch sein Vorgänger,
nisch, Englisch, Deutsch und Ukrainisch
2011 Gast am Heiligen Berg Bayerns anlässlich des Dreihostienfestes.
Nikola Eterović wurde 1951 in Pučišća
(Kroatien) als fünftes von sechs Kindern
geboren. Nach dem Besuch der Grund-
schule meldete er sich für das Erzbischöf-
liche Priesterseminar in Split, wo er bis
fortzuführen, wurde er 1972 von seinem
Bischof nach Rom geschickt und besuchte die Päpstliche Universität Gregoriana.
1977 empfing er die Priesterweihe. An-
schließend führte er seine Studien in Rom
und in Grundzügen Polnisch und Russisch. Wie gewohnt findet im Anschluss an
den Festgottesdienst die Prozession mit
der Dreihostienmonstranz um den Heili-
gen Berg statt. Zwei festlichgeschmückte
Prozessionsaltäre bilden die Stationen der Prozession unterhalb des Klosterladens
1969 das Humanistische Gymnasium be-
weiter, wurde in die päpstliche Diploma-
Jahre Philosophie im Großen Seminar von
seiner Promotion an der Päpstlichen Uni-
mittag feiern wir um 15 Uhr die Vesper.
prüfung in der Diplomatenakademie 1980
besonderen Andechser Festtag ein.
suchte. Anschließend studierte er zwei
tenakademie aufgenommen und trat nach
Split. Zwischenzeitlich absolvierte er für
versität Gregoriana und seiner Abschluss-
Marine. Um sein theologisches Studium
seinen diplomatischen Dienst an.
zwei Jahre seinen Militärdienst bei der
und neben der Alten Apotheke. Am Nach-
.
Schon jetzt laden wir herzlich zu diesem
bergecho 2 . 2015 |
»Die große Mobilität
heute verschleiert aber, dass der Mensch
auch Orte braucht,
wo er ankommen kann, ein Ziel findet.«
Interview mit Erzbischof Nikola Eterović
Menschen dazu bringt, andere glaubwür-
dig zu überzeugen von dem, was sie erlebt
haben. »Wie freute ich mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir
pilgern. Schon stehen wir in deinen To-
ren, Jerusalem (Andechs in Bayern)… We-
gen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Glück erflehen« (Ps 122,1.9).
Welche Botschaft hat das Andechser Drei hostienfest für die Volkskirche in Bayern?
Das größte Glück einer Wallfahrt ist die
´ Erzbischof Nikola Eterovi c Das Drei-
Begegnung mit Jesus Christus in der Gemeinschaft der Glaubenden. Und das ist
hostienfest in Andechs gibt in eigener
seit jeher »en vogue«.
Weise Zeugnis von Jesus Christus, der
gegenwärtig in der Eucharistie ist. Sie
stärkt unseren Glauben durch die reale
Gegenwart des Herrn Jesus unter der Ge-
schichte, denn Er ist »der Weg, die Wahr-
Zum Kloster Andechs führt seit über 850 Jahren die älteste Wallfahrt Bayerns. Wallfahren ist heute wieder en vogue. Welche Gründe sehen Sie für diese Entwicklung?
ferung nach sind zwei der Hostien vom
immer unterwegs. Die große Mobilität
stalt des Brotes. Der auferstandene Herr
geht mit uns auf dem Weg durch die Geheit und das Leben« (Joh 14,6). Der Überlie-
Hl. Papst Gregor dem Großen und eine
durch den Hl. Papst Leo IX. konsekretiert,
dem letzten deutschen Papst vor Papst
Benedikt XVI., der an dessen Gedenk-
tag, am 19. April 2005 zum 264. Nachfol-
ger des Heiligen Petrus gewählt worden
´ Eterovi c Der Mensch ist auf dieser Erde
heute verschleiert aber, dass der Mensch
tisches Beharren, sondern eine Dynamik, die ausstrahlt auf die Menschen von heu-
te, wenn wir die Freude des Evangeliums
– Evangelii gaudium – durch ein Leben aus
dem Glauben bezeugen. Von Andechs soll-
te diese Freude am Evangelium ausstrah-
len in das ganze Land!
und dem ehrwürdigen Kloster Andechs
sein. Darauf freue ich mich. Es ist mir ei-
ne Ehre, als Vertreter des Heiligen Vaters
Gebet und zur Feier der Eucharistie ver-
te braucht, wo er ankommen kann, ein schon das Ziel. Dies ist die Person und
pilgern, um den Menschen, die dort zum sammelt sind, die Grüße des Hirten der
die Begegnung mit Jesus Christus, der so-
Universalkirche zu übermitteln und sei-
sowie das Lebensziel ist. Viele Menschen
diese Weise ist die Kirche in Bayern ver-
spüren in ihrem Leben eine große Leere
Einheit der Kirche aber ist nicht ein sta-
ne erste Begegnung mit dieser Wallfahrt
Ziel findet. Für Christen ist der Weg nicht
tus geeint ist. Diese Botschaft der Einheit
Verschiedenheit von Konfessionen. Die
Dreihostienfest nach Andechs wird mei-
Franziskus, auf den »heiligen Berg« zu
wohl der Weg, als auch die Orientierung
der Kirche bildet einen Kontrapunkt zur
´ Eterovi c Meine Reise zum diesjährigen
auf diesem Weg seines Lebens auch Or-
ist. Die drei Hosten bilden eine Einheit in Christus, so wie die Kirche in Chris-
Welche persönlichen Begegnungen und Erlebnis se verbinden Sie mit dem Kloster Andechs?
und Orientierungslosigkeit. Sie machen
sich auf den Weg, um sich zu finden. Sie
erleben nicht selten eine Umkehr und
Reinigung ihres bisherigen Lebens und
wollen neu die Gnade leben, die ihnen
bei der Taufe geschenkt wurde. Außer-
dem erleben viele, die sich allein auf eine
Wallfahrt gemacht haben, dass sie nicht
alleine sind, sie finden die Gemeinschaft der Glaubenden. Die Erfahrungen wir-
ken missionarisch, wenn sie anderen
erzählt werden. Die gute alte Tradition
nach Andechs zu pilgern, wird also im-
mer jung und lebendig bleiben, wenn sie
nen Apostolischen Segen zu spenden. Auf eint mit der Kirche von Rom, »welche der
gesamten Liebesgemeinschaft vorsteht« (Lumen gentium 13).
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kirche und kloster
das barocke bayern Fünfte Sommerakademie Sankt Bonifaz
»Das barocke Bayern« war Thema der fünfte Sommerakademie Sankt Bonifaz, die die Benediktiner in der Münchner Karlstraße und der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz bis Ende Juli 2015 veranstaltet haben. Von den insgesamt sechs Vorträgen dokumentieren wir hier die ersten drei in einer kurzen Zusammenfassung. Die anderen drei Vorträge folgen in der Ausgabe 3-2015.
›Image‹ so entscheidend bestimmt hat wie die des Barock.
ist. Die These Hubensteiners geht dahin,
cken Bayern‹. Über Jahrhunderte hinweg,
nur erfassen könne, wenn man seine Ge-
die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhun-
fasse.
tiv besetzt, hatte das barocke Bayern ein
ten These reichen weit, sie machen vor
mit dem Terminus vom ›Bild des baro-
von der Zeit der Aufklärung bis herein in derts war dieses Bild durchgängig nega-
Die Konsequenzen dieser reich beleg-
ern selbst, das gilt für protestantische
das bayerische Barockzeitalter immer vom
das gilt für Kritiker der Aufklärung in BayNordlichter, das gilt für seriöse Historiker des 19. Jahrhunderts.
Und eine dritte Perspektive verbindet
zahlreichen Verdammungsurteilen über
Verschulden der Kirche die Rede ist. Die
Fixierung der Kritiker auf die Kirche und die Religiosität korrespondiert mit dem
sich mit diesem ›Bild vom barocken Bay-
Wesen des bayerischen Barock. Kirche,
die ersten beiden Perspektiven aufeinan-
sind nicht spirituelle Zutaten zu einer an-
Urteilen über das barocke Bayern einer-
seits und der enormen Attraktivität gerade
Kirchlichkeit, Frömmigkeit, Religiosität
sonsten säkularen Lebens- und Weltwirk-
lichkeit, sondern bilden deren eigentlichen Kern.
Staat und Kirche gehen in Bayern im
dieses barocken Bayern in unserer Zeit an-
17. und 18. eine ganz unvergleichliche
verbirgt sich auch ein Kapitel bayerischer
Bild des barocken Bayern entgegentritt.
dererseits auftut. Hinter diesem Kontrast
Wissenschaftsgeschichte, die Frage nämlich, von welchen Prämissen die Umori-
Symbiose ein, deren Konsequenz uns im
Erst wenn man diesen Gesamtzusammen-
hang berücksichtigt, gewinnen auch die
entierung der Betrachtungsweise besetzt
geläufigen und immer wieder angeführ-
Umorientierung im Urteil ihren Ausgang
Bayern ihren angemessenen Stellenwert:
Forschungsgeschichte im Blick auf das
der Jesuiten, der Franziskaner, der Kapu-
war, von welchen Phänomenen diese
nahm, wie sich – abstrakt formuliert – die
Zeitalter des Barock in Bayern ausnimmt. Als Standardwerk im Zusammenhang
dieser Neuorientierung der bayerischen
Landesgeschichte wird man auch heute
noch ohne Einschränkung Benno Hubensteiners Buch »Vom Geist des Barock« be-
zeichnen dürfen. 1967 zum ersten Mal er-
ern‹, so sind damit drei verschiedene Pers-
schienen, hatte es Anregungen von Max
tiger Sicht festzuhalten, dass keine ande-
Untertitel des Hubensteiner’schen Buches
re Kulturepoche das aktuelle bayerische
schichte als Frömmigkeitsgeschichte auf-
allem auch verständlich, warum bei den
gistriert, der sich zwischen den abfälligen
pektiven eröffnet. Es ist, erstens, aus heu-
dass man den Kern des Barockzeitalters
schlechtes Image, eine schlechte Presse;
der bezieht, wenn man den Kontrast re-
Spricht man vom ›Bild des barocken Bay-
menhang deutlich, der für uns von Belang
Eine zweite Perspektive verbindet sich
ern‹; sie gewinnt an Relevanz, wenn man
Prof. Dr . Hans -Michael Körner Barock und Rokoko : einführende Be merkungen zu Begriff und Epoche 23 . Juni 2015
Bayern«. Und hier wird nun der Zusam-
Spindler aufgegriffen und umgesetzt; der
lautet: »Kultur und Frömmigkeit im alten
ten Einzelphänomene dieses barocken
die Barockpredigt; die Volksmissionen
ziner; die Wallfahrten und Prozessionen;
die Heiligen- und Reliquienverehrung; die Ölbergandachten und Auferstehungsfei-
ern; die Umritte und Passionsspiele; die
Zusammenschlüsse in Bruderschaften und Kongregationen.
bergecho 2 . 2015 |
Dr . Hans Kirchinger Die wirtschaf tliche Bedeutung der bayerischen Klös ter im 1 8 . Jahrhundert: da s Beispiel Polling 30. Juni 2015
Hoffußeinheiten, das nicht weit davon
entfernte arme Mallersdorf nur 32 grunduntertänige Hoffußeinheiten. Auch die
Eigenbetriebe besaßen sehr unterschied-
liche Größe. Am größten waren die Eigenbetriebe der Augustiner-Chorherren und
Prämonstratenser mit durchdurchschnittEingangs seiner Vorlesung konfrontierte
Dr. Kirchinger das Publikum der Sommer-
Akademie mit den quantitativen Größenordnungen des hier in Rede stehenden
Themas. Die barocke Bautätigkeit und
lich 100 Hektar. Den geringsten Flächenumfang besaßen die Betriebsstätten der
Benediktiner und Zisterzienser mit durchschnittlich unter 70 Hektar.«
Dr. Hans Kirchinger vertiefte diese
rentabel wirtschaftete und überlebensfä-
ökonomische Perspektive noch weiter und
hig war. Produktionstechnische und be-
bach – zu dem Ergebnis, dass der Stand der
ausgeprägt auch in der Zisterzienserabtei
die Kunstpflege in den Klöstern, die Mu-
kam – im Blick auf Mallersdorf und Alders-
schaften, die Verankerung der landstän-
Bewirtschaftung in dieser Zeit ausgespro-
Aldersbach. Die Betriebe Aldersbachs wur-
in der Verfassung des Kurfürstentums
Mallersdorf war vor allem auf die Einnah-
veau bewirtschaftet und können als Zent-
All das bedurfte einer wirtschaftlichen
376 Hektar angewiesen. Dadurch erwirt-
im niederbayerischen Hügelland gelten.
lichen Eigenbetrieben der Klöster, worun-
gar einen marktfähigen Überschuss. Aber
Bedeutung waren, sicherte diese Grund-
Mayerhöfe des Klosters Mallersdorf waren
Tendenz ab, dass die Klöster in den frucht-
besitz. »Zum größten Teil war dieser an
derwirtschaft, also zur Fruchtfolge, über-
wirtschaftlich orientiert waren, während
auch die beiden großen Brauereien in Mal-
landes eher an der Bedarfsdeckung orien-
sikkultur und die Förderung der Wissen-
dischen Klöster Nieder- und Oberbayerns
mit Sitz und Stimme auf den Landtagen: Grundlage. Neben verschiedenen gewerb-
ter regelmäßig die Brauereien von einiger
lage vor allem der klösterliche Grund-
chen unterschiedlich ausfiel: Das kleine
men aus dem Forstbetrieb im Umfang von
auch die auf sehr guten Böden liegenden
hundert zeichnet sich also die plausible
um 1800 bereits zur verbesserten Dreifel-
Klöster und Stifte 28 Prozent des grundun-
lersdorf selbst und in Inkofen, sowie die
Daneben bewirtschafteten die Klöster aber
ist vor allem darauf zurückzuführen, dass
gie. Die Klöster waren deshalb außerhalb
Bedarfsdeckungswirtschaft verzettelte,
landwirtschaftliche Mischunternehmen.
auf die Veredelung der selbst produzierten
auch Land und vor allem Forst in Eigenreder Mauern strenger Klausur gewerblich-
modern eingerichtete Klostermühle. Dies das Kloster Mallersdorf sich nicht in der
sondern sich im Hinblick auf das Gewerbe
Das selbst bewirtschaftete Land umfasste
landwirtschaftlichen Rohstoffe konzen-
sare zur Zeit der Säkularisation 1803 mehr
des Klosters Mallersdorf einen ausgeprägt
laut Schätzung der Aufhebungskommis-
rum des landwirtschaftlichen Fortschritts
Bei der Betrachtung der Wirtschaftswei-
gegangen. Überschüsse produzierten dort
tertänigen landwirtschaftlichen Grundes.
den auf einem hohen ackerbaulichen Ni-
schaftete es mit modernen Methoden so-
grunduntertänige Bauern ausgegeben. Als
Grundherren besaßen die landständischen
triebswirtschaftliche Modernität zeigt sich
trierte. So zeigten die Unternehmungen
sen der altbayerischen Klöster im 18. Jahr-
baren Gebieten Niederbayerns eher markt-
die Klöster des ertragsschwächeren Ober-
tiert waren.
Den Hauptteil seines Vortrags widme-
te Kirchinger dann dem Augustiner-Chor-
herrenstift Polling, das in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den Zentren der katholischen Aufklärung gehörte. In-
tensiv beschäftigte er sich vor allem mit
der 476seitigen Wirtschaftsinstruktion des
langjährigen klerikalen Ökonomen Olle-
garius Seidl für seinen Nachfolger mit der
privatwirtschaftlichen Charakter. Am Bei-
Frage, wie agrarspezifische Erfahrung in
tar. Dabei waren die Besitzunterschiede
kleines Kloster durch die Anpassung an
aufklärerische Innovation einen Konkur-
altaich im fruchtbaren Donaugau 551
einer sich kapitalisierenden Wirtschaft
Erfahrungswelt aufbaute.
als 15.000 Hektar in 181 Betriebsstätten.
Der Forstbesitz umfasste fast 100.000 Heksehr groß. So besaß das reiche Nieder
spiel Mallersdorfs zeigt sich, wie auch ein
die ökonomischen Rahmenbedingungen
einer Zeit kommuniziert wurde, in der die
renz-Horizont gegenüber der bäuerlichen
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kirche und kloster
Im Rückgriff auf den Konsens in der
neueren Forschung und im Anschluss vor
allem an die Studien von Marcus Junkel-
mann darf das Streben nach Ruhm, nach
»gloria«, nach »gloire« als die Schlüssel
kategorie der Epoche gelten, insoweit es
dabei um das fürstliche Selbstverständnis
die auf dem Felde der so bezeichneten »Eh-
Leinwand bannen – vor allem für die In-
te. – Die Leitfrage von Dr. Weigand laute-
Als ein letztlich Gescheiterter sonnte sich
den jeweiligen gloire-Faktor bei den hier
ner Ruhmestaten.«
re«, also im Krieg erworben werden konn-
te demgemäß: »Wie war es nun aber um
von Ferdinand Maria bis Karl Theodor, bestellt?«
Nach den Verheerungen des Dreißig-
jährigen Krieges war Kurfürst Ferdinand
ausgestattete Thronsäle und streng geo-
Linie darauf bedacht, das von seinem Va-
metrisch angelegte Residenzgärten denkt, erweist sich der Blick auf die jeweils re-
gierenden Monarchen als unabdingbar.
rückgekehrt – unter ungeheurem Aufwand
ließ noch größer dimensionierte Verherrli-
Besonderen, zuerst an wohlbeleibte Fürs-
ten, gepuderte Allonge-Perücken, prächtig
zurückkehren; Dr. Weigand: »Außerdem
baute er – kaum war er nach Bayern zu-
am verlässlichsten galt den absolutisti-
vorzustellenden bayerischen Kurfürsten,
zeitalter im Allgemeinen und in Bayern im
el in sein angestammtes Kurfürstentum
am Neuen Schloss Schleißheim weiter,
schen Fürsten gleichwohl jene »gloire«,
Auch wenn man, im Blick auf das Barock-
französischen Allianz 1704 in der Schlacht
von Höchstädt. Erst 1715 darf Max Emanu-
geht. Nun mochte es viele Gelegenheiten geben, in denen Ruhm zu erwerben war,
Dr . K atharina Weigand Die wit tel sbachischen Für s ten de s 17./1 8 . JH . im Überblick 7. Juli 2015
endet mit der Niederlage der bayerisch-
Maria (1651–1679) außenpolitisch in erster
ebenso an Schloss Nymphenburg, und er
chungen seiner Siege gegen die Türken auf
nenausstattung von Schloss Schleißheim.
Max Emanuel im Glanze längst vergangeDie Kluft zwischen Anspruch und
Wirklichkeit setzt sich fort: Max Ema-
nuels Sohn Karl Albrecht (1726–1745) lässt
sich, ganz in der Art seines Vaters, auf das unkalkulierbare Risiko ein, den Kampf um Königswahl und Kaiserwürde auf-
zunehmen: 1742 in Frankfurt zum Kai-
ter, Kurfürst Maximilian I., Erreichte zu
ser gekrönt, muss er die längste Zeit, bis
seine Tendenz, sich mit allen Mächten im
Frankfurter Exil verbringen.
und Nähe zu Habsburg und Frankreich
pondiert der von den erschöpften Staats-
sichern, zu konsolidieren. Von daher rührt
zum seinem frühen Tod mit 48 Jahren, im
Wenn es um das Kurfürstentum Bayern
Umkreis Bayerns gut zu stellen, Distanz
mit Maximilian I., Ferdinand Maria, Max
auszubalancieren, auf Macht- und Expan-
angesprochen. Während Person und Poli-
konsequente Friedenspolitik zu betreiben.
den Vorlesungen der Sommer-Akademie
fürst Max Emanuel (1679–1726): Der ziel-
fürst Karl Theodor (1777–1799) stellt sich
lich behandelt worden sind, näherte sich
sollte die Basis liefern für ein energisches
cker bayerischer Herrscher zu etikettieren
im 17. und 18. Jahrhundert geht, sind da-
Emanuel, Karl Albrecht und Karl Theodor tik von Kurfürst Maximilian I. bereits in
des Jahres 2014 in allen Facetten ausführ-
Dr. Katharina Weigand in ihrer Vorlesung den Kurfürsten von Ferdinand Maria bis
Karl Theodor in einer ganz spezifischen thematischen Engführung an.
sionspolitik zu verzichten, in summa eine Ganz anders sein Sohn und Erbe Kur-
strebige Ausbau der bayerischen Armee
Engagement in den Türkenkriegen, in de-
nen er sich – durchaus erfolgreich – Ruhm und Ehre und Ansehen erwerben konnte.
Besessen von der Vorstellung, seinem Hause und ihm selbst eine Rangsteigerung
und nach Möglichkeit auch eine territori-
ale Vergrößerung zu verschaffen, setzte er seine Hoffnungen zuerst auf den Erwerb
des spanischen Erbes, sodann auf das
Bündnis mit Frankreich. Zweimal ist er
dabei grandios gescheitert: Der bayerische
Kurprinz Josef Ferdinand stirbt im Alter
von sieben Jahren und fällt als spanischer
Erbe aus; der Spanische Erbfolgekrieg
Bei Max III. Joseph (1745–1777) korres-
Ressourcen erzwungene Verzicht auf eine
gloire-gesteuerte Außenpolitik mit einer
Innenpolitik, die sich verstärkt den Prin-
zipien der Aufklärung öffnet; und bei Kur-
überhaupt die Frage, ob er noch als baro-
ist.
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bergecho 2 . 2015 | 020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd
13.04.2006
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kirche und kloster
Der Heilige Berg ruft Wallfahrer aus Türkenfeld und Zankenhausen zu Fuß nach Andechs und zurück
Links: Ziel in Sicht – zu Fuß nur noch vier Stunden – im Vordergrund die Kirche von Zankenhausen Rechts: Rainer Hegnauer ist seit 1985 Kreuzträger
T
rödeln darf man nicht, wenn man
nach Andechs mitgehen will. Denn der Ablauf am Himmelfahrtstag ist
genau festgelegt. Das Maß aller Dinge,
nach dem sich der Zeitplan richtet, ist der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche oben
auf dem Heiligen Berg. Er beginnt pünkt-
lich um 8 Uhr und wird seit vielen Jah-
ren zusammen mit der Pilgergruppe aus
Kottgeisering gefeiert.
Spätestens um Viertel vor vier heißt
es also aufstehen, sich je nach Wetter in
mehr oder weniger Kleidungsstücke packen, den kleinen oder größeren Ruck-
sack nehmen und in der Dunkelheit zur
Seit Beginn des 12. Jahr hunderts wallfahrten Menschen nach Andechs. Auch in heutiger Zeit zieht es jedes Jahr über 40.000 Pilger aus mehr als 130 Wallfahrtsgemeinden auf den Heili gen Berg. Die Wallfahrer aus Türkenfeld und Zanken hausen gehören dazu. Sie brechen traditionell an Christi Himmelfahrt zu ihrem Bittgang auf. Los geht’s um 4 Uhr in der Früh. Gerhard Meißner ist dabei gewesen.
Türkenfelder Pfarrkirche eilen. Die ersten
Weggefährten tauchen aus anderen Häu-
sern auf, in der Kirche ist meist schon ei-
ne größere Anzahl versammelt. Dort geht
alles schnell: Nach dem Gebet zieht der
Kreuzträger unter Glockengeläut als Erster
aus, dahinter reihen sich die Anderen ein.
Ein kurzer Halt noch vor dem »Gasthaus Drexl«, damit die Zugordnung stimmt –
die Kinder werden von je einer Reihe Er-
wachsener links und rechts in die Mitte
genommen – dann marschieren Kreuzträger und die beiden Schrittmacher links
und rechts neben ihm los. Beide tragen
der Sicherheit wegen Leuchtwesten, ge-
nau wie ein Pilger am Ende des Zuges.
Erst wenn e s hell wird, zeigt sich, wer denn wieder dabei ist Da es noch dunkel ist, fällt es anfangs
nicht leicht, die Weggefährten um sich
herum zu erkennen. Erst nach und nach
offenbart sich, wer alles dabei ist und wo die Freunde oder Bekannten sind, mit
denen man sich verabredet hatte. Schon
auf der Zankenhausener Brücke zeigt der
Blick zurück auf die schemenhaften Ge-
stalten, dass der Pilgerzug ziemlich lang
ist. Und er wird ständig länger, da an der
Einmündung zur Sudeten- und Gollen-
bergstraße Grüppchen warten und sich
bergecho 2 . 2015 |
weitere Erwachsene, Kinder und Jugend-
und die Mitbringsel gekauft sein. Punkt
liche fließend in den Zug einreihen. Ei-
12 Uhr findet die Verabschiedung vor der
ne kurze Begrüßung, ein Wispern zum
Wallfahrtskirche durch den Abt statt. Wer
Glocken verstummt sind, wird der Rosen-
jetzt eine großzügige Weihwasserdusche.
Nachbarn – mehr geht nicht, denn seit die
nicht auf der Hut ist, erhält spätestens
kranz gebetet. Angestimmt hat ihn ein
Vorbeter und so beten alle, während sie
Die Reihen lichten sich
flotten Schritts auf dem Radweg gen Zan-
Der Rückweg von Andechs nach Türken-
verschiedene Gesätze des Rosenkranzes.
Fuß und großenteils betend den Berg hi-
regelmäßig ab.
nach Stegen, zu Fuß und wieder betend
kenhausen marschieren, nach und nach
feld ist ein Spiegelbild des Hinwegs: zu
Dabei wechseln sich linke und rechte Seite
nunter bis Herrsching, mit dem Dampfer
Kaum ist Zankenhausen erreicht, wie-
bis Türkenfeld. Der entscheidende Unter-
derholt sich die Szenerie aus Türkenfeld.
schied: Wurde beim Hinweg der Pilger-
Fast an jeder Straßeneinmündung war-
zug immer länger, passiert jetzt genau
ten Gestalten, die sich erst beim Näher-
das Gegenteil. Bis Herrsching ist das noch
kommen als der oder die entpuppen und
kaum sichtbar, vor allem bei gutem Wet-
die sich schnell in den Zug und den Chor
ter. Doch spätestens nach der Ankunft in
der Betenden eingliedern. Am Ende von
Stegen, wenn sich die verbliebenen Wall-
Zankenhausen, dort wo der Radweg nach
fahrer am Ortsausgang von Eching wie-
Eching beginnt, ist der inzwischen auf eine stattliche Länge angewachsene Pilger-
der hinter dem Kreuzträger aufstellen, ist
nur noch der harte Kern von 25 bis 30 Pil-
zug vorerst komplett. Spätestens hier wer-
Kiental. Auch hier wird bis zum ersten
gern übrig. Die halten – abgesehen vom
weiß, wie viele mitgegangen sind.
tion gelaufen und Rosenkranz gebetet. Ist
durch. Eineinhalb Stunden später werden
Ist es nicht l angweilig, nur zu gehen und zu beten ?
bleiben noch wenige hundert Meter bis
dauerndes Beten und Singen während des
den auch alle gezählt, damit man später
Das Gegenteil ist der Fall, und viele, die
steilen Treppenpfad wieder in Zugforma-
der schweißtreibende Anstieg geschafft,
zu den allerletzten Stufen, an denen sich
Hin- und Rückwegs mit Glockengeläut be-
grüßt.
zum Andechser Kirchenvorplatz hinauf.
Anliegen und Bit ten auf den Heiligen Berg getr agen
wartet mit einem strahlenden Lächeln,
Was bleibt nach rund 12 Stunden Wallfah-
geht es dann mit dem Kreuzträger voran
obwohl man sich auf die Stimmen der Be-
Die Glocken läuten, Abt Johannes Eckert
zentriert, nimmt man Vieles um sich he-
verteilt großzügig Weihwasser über die
tenden vor, hinter und neben sich kon-
sie beim Einzug in Türkenfeld für ihr aus-
alle kurz sammeln. Die letzten 20 Meter
regelmäßig beim Bittgang nach Andechs
dabei sind, werden das bestätigen. Denn,
Schwund in Zankenhausen – bis zuletzt
ren? Müde Füße sicherlich und bei dem
rum intensiv wahr: die Dunkelheit des
Ankommenden und mit dem erhabenen
im Dämmerlicht, Bäume oder Sträucher
le die Kirche.
Wind oder Regen, die mal mehr, weniger
Entspannung vor dem Rückweg
Momente der Stille, die am frühen Mor-
An die 120 Pilger aus Türkenfeld und Zan-
Tageslicht auf dem Rückweg nachhaltig
auf dem Heiligen Berg ankommen und
als Kinder in Andechs dabei und haben
pe Kottgeiseringer die 8-Uhr-Messe fei-
lige Erlebnisse gesammelt. Jetzt nehmen
zeit angesagt. Zu dieser frühen Stunde
geben bewusst oder unbewusst Gebet und
frühen Morgens, die hügelige Landschaft
am Wegrand, die ersten Vogelstimmen,
oder gar nicht zu spüren sind. Dazwischen
gen besonders intensiv sind, aber auch bei wirken.
Außerdem sorgen Zeitplan und Stre-
Gefühl, es geschafft zu haben, betreten al-
kenhausen sind es im Schnitt, die oben
zusammen mit einer gleich großen Grup-
einen oder anderen auch ein schwerer
Kopf, wenn es sehr heiß und das Andech-
ser Bier gar zu gut war. Doch das sind nur
Begleiterscheinungen. Für die Meisten
steht nämlich das Dabeisein (– ist Ehrensache! –) und die dabei erlebte Gemein-
schaft im Vordergrund. Nicht wenige, die
die 50 überschritten haben, waren schon
bei den vielen Wallfahrten seither unzäh-
cke für weitere Abwechslung. Um 6 Uhr
ern. Danach sind Entspannung und Brot-
Türkenfelder, Zankenhausener und Kott
genießen alle noch das Privileg der freien
Tradition weiter. Auf jeden Fall haben im
Herrsching fahren. Ein Luxus, denn zu
11 Uhr, wenn die Ausflügler und Vatertags-
Anliegen und Bitten hinauf auf den Hei-
den Pilgern! Wieder an Land, geht es in
Doch da vergnügen sich die vielen Kinder,
sich, und ganz ohne Aufhebens.
legt in Stegen der Dampfer ab, mit dem
geiseringer über den Ammersee nach
solch früher Stunde gehört das Schiff nur
Herrsching in loser Formation erst durch den Ort, bis sich die Wege hinauf nach
Andechs teilen. Die Türkenfelder und Zankenhausener nehmen die Route durchs
Platzwahl in vollen Zügen, spätestens ab Besucher eintreffen, ist es damit vorbei.
die mitgepilgert sind (und nicht nur diese), schon längst an den Marktständen.
Bis fünf vor 12 Uhr müssen schließlich
alle wichtigen Sensationen ausprobiert
sie selbst Kinder und Enkelkinder mit und
Laufe der Jahre auch unzählige Pilger ihre
.
ligen Berg getragen. Im Stillen, versteht
Mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Abdruck aus: Türkenfeld im Blick
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kirche und kloster
Auf Sturm Niklas’ Spuren Fußwallfahrt von München nach Andechs mit Hindernissen und neuen Einsichten
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Die Geschichte dieser Wallfahrt beginnt eigentlich schon vor zwölf Jahren. Während ihres forstlichen Referendariats geben sich Sebastian Höllerl und Stefan Schaffner das Versprechen auf eine Wallfahrt zu gehen, wenn sie das Staatsexamen hinter sich gebracht haben. Die Jahre vergehen. Das Versprechen ist unvergessen, aber noch nicht eingelöst. Dann weist die beiden ein guter Freund auf die Fußwallfahrt der Abtei Sankt Bonifaz von München nach Andechs hin. Sie haben sich darauf eingelassen. Hier ihr Erlebnis.
H
eute ist es so weit. Treffpunkt:
A m Waldfriedhof in München erste Spuren de s Stur me s
Marienplatz München. Die nächt-
Einen ersten Halt machen wir im Wald-
18. April, sechs Uhr morgens,
liche Stimmung weicht gerade der mor-
gendlichen Dämmerung. Es ist ein ganz
friedhof, wo wir nach einer kurzen Brotzeit unseren Weg mit dem ersten Rosen-
eigentümliches Licht, die Mariensäule
kranz fortsetzen. Hier treffen wir auch
beleuchtet, daneben die trübe Nacht
Niklas, ein vor Island geborenes Sturm-
in der Dunkelheit von orangen Lampen beleuchtung der Schaufenster. Auf den
Straßen eine Melange von angeheiterten
auf die ersten Spuren von Sturm Niklas.
tief, zog vom 30. März bis zum 1. April 2015 über Europa und verursachte südlich von
oder übermüdeten Menschen, die noch
München schwere Schäden. Spitzenbö-
betriebsamen Personen auf dem Weg zur
und z.T. auch die Bäume im Waldfriedhof
von der Nacht übrig geblieben sind und
Arbeit. Dazwischen tauchen immer wie-
en von bis zu 192 km/h trafen die Wälder
schwer. Auf dem Weg entlang der unzäh-
der Menschen mit fröhlich erwartungsvol-
ligen Grabsteine und -kreuze sowie einiger
weitere Wallfahrer und auch die Leiter der
heit, uns Gedanken über die Endlichkeit
len Mienen aus dem Dunkel auf: Es sind
Wallfahrt, Abt Johannes und Sr. Rosa Maria. Mit von der Partie ist auch Fr. Elija,
der offensichtlich überhaupt keine Beden-
ken hat, sich trotz seiner Sehbehinderung
auf den ca. 45 km langen Weg zu machen. Nach einem kurzen Gebet an der Ma-
umgestürzter Bäume haben wir Gelegen-
des irdischen Lebens zu machen. Wer hier
wohl alles begraben ist? Welche Lebens
geschichten mit all den Grabsteinen verbunden sind?
Ausgangs des Waldfriedhofes stellen
wir uns kurz untereinander vor. Wir be-
riensäule gehen wir durch die Straßen
lassen es aber beim Namen und bei der
wundert sich etwas über die Gruppe von
an der Wallfahrt bleiben den Einzelgesprä-
westen folgt.
erhalten wir jeder einen kleinen Zettel
Münchens. Der eine oder andere Passant etwa 40 Personen, die dem Kreuz gen Süd-
Herkunft. Die Gründe für die Teilnahme chen des Tages vorbehalten. Außerdem
mit einem Spruch darauf. Meiner ist in
jeglicher Hinsicht passend: »Wer ein Ziel
will, darf den Weg nicht scheuen, sei er glatt oder
rauh« (Theodor Fontane).
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Am Waldeingang hinter Neuried beten
und singen wir und Abt Johannes gibt uns
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kirche und kloster
Diese Passage der Wallfahrt sorgt je-
doch nicht nur für »Abenteuer-Feeling«.
Als wir wieder auf einer längeren As-
phalt-Passage unterwegs sind, fällt mir
Sie regt uns auch zum Nachdenken an. Ist
ein Herr auf, der etwas zurückfällt. Ich
gend. Lauschen den Geräuschen des Wal-
nicht immer alles geradlinig abläuft. In
tuation eine Weile. Schließlich suche ich
Gedanken. Schließlich verlassen wir den
nem jemand die Hand reicht und über
wenig an Energie fehlt. Selbige findet sich
einen weiteren Impuls zum Nachdenken.
Ein ganzes Stück gehen wir nun schwei-
des. Horchen in uns hinein. Machen uns
Wald und nähern uns über freies Feld der
Ortschaft Buchendorf, wo wir uns zu einem
kräftigenden Mittagessen niederlassen.
sie doch Sinnbild dafür, dass im Leben
solchen Situationen ist es gut, wenn ei-
das Hindernis hinweg
hilft, das einem gera-
de den Weg versperrt.
Stefan meint, auch das
Der abenteuerliche Teil der Wallfahrt
Waldbild selbst regt zum
Als wir nach dem Mittagessen unseren
seits Zerstörungswerk
Nachdenken an: Einer-
gewaltiger Naturkräfte,
auf der anderen Seite der
Beginn neuen Lebens.
gewaltiger Naturkräfte, auf der anderen
Waldstück, welches vom Sturm Niklas arg
veränderten Lebensraum. Alte Bäume
einzelne Bäume, die im Bestand gewor-
Luft am vorher dunklen Waldboden. Neu-
gen. Nach und nach werden jedoch Cha-
Lebens fort. Letzten Endes ein Bild für Tod
gebeutelt worden ist. Anfangs sind es nur fen oder auch einmal über die Straße lie-
os und damit auch die Gefahren größer.
Unser forstlich geschultes Auge erkennt gefährliche Bäume, die angeschoben in
dann in meinem Ruck-
sack in Form von einigen Stücken Schokolade. Er
reißt zwar anschließend
keine Bäume aus, aber hält wieder gut mit.
Am Maisinger See
machen wir eine letzte größere Pause und
Seite der Beginn neuen Lebens in einem
gönnen uns eine kleine Stärkung. Das Sit-
stürzen und machen Platz für Licht und
man sich dessen bewusst ist, dass man
es Leben keimt und setzt den Kreislauf des
es tatsächlich an die Substanz. Ironie des
und Auferstehung.
inzwischen besser zu Fuß zu sein als ich.
den Kronen anderer hängen und jederzeit
Stur mverwüsteter Wald und keimende s neue s Leben – Bild für Tod und Auferstehung
Bäume kreuz und quer zum Teil mehrfach
Nach Überwindung der Hindernisse wer-
Spannung. Für den Laien ist die Gefahr
schnitt der Wallfahrt belohnt. Geradezu
noch fallen können. Auf dem Boden sind
das Gespräch und erfahre, dass es ihm ein
Einerseits Zerstörungswerk
Weg fortsetzen, beginnt der abenteuer
liche Teil der Wallfahrt. Wir betreten ein
bleibe mit zurück und beobachte die Si-
zen auf der Bierbank tut gut, auch wenn
bald wieder weiter muss. Langsam geht Schicksals: der Herr von vorhin scheint
Meine Hüfte zeigt Ermüdungserscheinun-
gen und die Fußsohlen brennen. Ich bin
es einfach nicht gewohnt, so lange Strecken auf Asphalt zu laufen. Da passt es
doch, dass wir jetzt den schmerzhaften
den wir mit einem besonders schönen Ab-
Rosenkranz beten. Und irgendwie lenkt er
kaum erkennbar. Wir leiten die Gruppe
märchenhaft ist die Landschaft im wildro-
Besonders hart wird es noch einmal, als
oftmals zur Folge hat, dass wir über lie-
windenden) Würm. Unzählig die Formati-
übereinander geworfen und stehen unter
um die gefährlichen Stellen herum, was
gende Stämme klettern müssen. Aber
die Gruppe findet den Weg durchs Chaos,
man hilft sich gegenseitig und der sehbe-
hinderte Fr. Elija leistet Unglaubliches.
mantischen Tal der mäandrierenden (sich onen im sich kräuselnden Wasser.
einen auch von den eigenen Schmerzen ab.
nach einem Wäldchen plötzlich, gleich-
sam wie eine Fata Morgana, eine barocke
Kirche auftaucht, die aber, wie sich sehr
schnell herausstellt, keineswegs Andechs
ist …
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Wenn ein Lied am Leben erhält In einem der letzten Orte vor Andechs wird uns noch ein besonderes Erlebnis zuteil.
Anblick des Klosters nach der Wanderung
ich noch so lange am Tisch aushalte: die
sich tief im Gedächtnis verankert. So be-
löst und freudig, mit vielen Gesprächen
des Weges den glorreichen Rosenkranz
Wallfahrtstag aus.
ist einer dieser Momente im Leben, der
Schwester Rosa Maria bedeutet uns, mit zu
ten wir dann auch auf dem letzten Stück
geht hinein und kommt kurz darauf mit
und sobald wir uns dem Kloster nähern,
einem bestimmten Haus zu kommen. Sie
einem sehr alten Mann wieder heraus, der
beginnen die Glocken zu läuten und wir
von seiner Tochter gestützt wird. Schwes-
werden mit Segnung empfangen. Welch
stimmt »Segne Du Maria« an. Wir stimmen
nein in die Wallfahrtskirche, wo wir uns
ter Rosa Maria gibt uns ein Zeichen und
ein erhebendes Gefühl! Weiter geht es hi-
tolle Gesellschaft macht es möglich. Geund viel Lachen klingt der wunderbare
Tags darauf feiern wir noch gemein-
sam Messe und bekommen von Abt Jo-
hannes eine kleine Führung in der Kirche, während der wir auch die Reliquien zu
sehen bekommen. Nach einem üppigen
setzen und kurz innehalten. Mit Erstau-
Mittagessen ist es dann Zeit, Abschied zu
nen der Rührung und der Erschütterung.
he bin. Es ist eine Mischung aus Erschöp-
kurzen, aber intensiven »Zusammenle-
Weltkrieg in russischer Gefangenschaft ge-
Dankbarkeit, die mich dazu bringt.
der Erschöpfung ringen, Abendmahl und
nach Hause geflohen. Was ihn dabei am Le-
Erschöpfung, Erleichterung, Begeisterung und Dankbarkeit
Wiedersehen im nächsten Jahr.
Ein paar Kilometer weiter kommen
Nach dieser Stärkung der Seele folgt dann
mit ein und urplötzlich stehen dem alten
Mann die Tränen in den Augen. Es sind TräWie sich herausstellt, ist er im Zweiten
wesen. Von dort ist er irgendwann zu Fuß ben erhalten hat, war dieses Lied…
wir schließlich auf einer Anhöhe aus ei-
nem Wäldchen heraus und sehen ins Tal
nen stelle ich fest, dass ich den Tränen nafung, Erleichterung, Begeisterung und
auch schnell eine Stärkung des Leibes. Wir bekommen eine äußerst schmackhafte
und zum Gegenhang, wo uns die Wall-
Mahlzeit und dürfen uns an den verschie-
genschaut. Ein toller Anblick, der einen
gütlich tun. Ich bin abermals erstaunt
fahrtskirche in ihrer vollen Pracht entge-
noch einmal mit Kraft versorgt. Der erste
denen Sorten des guten Andechser Bieres
über mich selbst. Dieses Mal darüber, dass
nehmen. Es fällt schwer, nach dem zwar ben« mit Beten, Singen, Wandern, mit
.
Gottesdienst. Aber es gibt ja vielleicht ein
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kirche und kloster
»Der Weg wird euch verändern« Erste Friedberger Jugendwallfahrt nach Andechs
Zum ersten Mal machten sich rund 25 Jugendliche im Rahmen der 416. Friedberger AndechsWallfahrt auf den Weg zum Heiligen Berg Bayerns. Der Pallotinerpater Steffen Brühl, Kaplan von Sankt Jakob in Friedberg, hat die Jungen und Mädchen begleitet.
A
m Anfang klang es so einfach:
50 km von Friedberg zum Kloster
Andechs. Aber der Weg hatte es in
sich, wie die Teilnehmer an der Jugend-
Fußwallfahrt bald merkten. Am Sonntagmorgen, dem 10. Mai 2015, traf sich die
Gruppe zu einer Statio in der Stadtpfarr-
kirche St. Jakob in Friedberg. Dort wurde
dann auch die neue Prozessionsstange, die den heiligen Stephanus zeigt, gesegnet.
Diesen Heiligen hatten sich die Jugend-
lichen ganz bewusst gewählt, schließ-
Friedberg dem ersten Märtyrer geweiht.
Am Ende gemeinsa m mit der groSSen Wallfahrtsgruppe hinauf zum Hl . Berg
Brühl ging es dann los. »Der Weg wird
gingen die jungen Wallfahrer den übrigen
lich sind zwei Kirchen der Stadtpfarrei
Gemeinsam mit dem Kaplan P. Steffen
euch verändern, wenn ihr euch darauf einlasst«, gab ihnen P. Steffen mit.
Beten–Singen–Reden–schweigen am Lagerfeuer sitzen Abgesichert vom Malteser Hilfsdienst er-
reichten die jungen Wallfahrer rund zwei
Stunden später das erste Zwischenziel, die
Franziskuskapelle in Mering. Hier feierten
sie gemeinsam Eucharistie. Kurz gestärkt –
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen
Wallfahrern aus Friedberg entgegen und
holten sie am Beginn des Klostergeländes ab, um gemeinsam in der Kirche der Erzabtei die Pilgermesse zu feiern. Von dort
ging es dann in der großen Gruppe von
rund 320 Wallfahrern nach Schondorf, mit dem Schiff über den Ammersee, um dann den Heiligen Berg zum Kloster Andechs
zu erklimmen. Die Jugendlichen zogen er-
schöpft, aber glücklich in die Wallfahrts-
und weiter ging es auf den Weg nach
kirche ein. In der abschließenden Maian-
ten wurde. Betend, singend, redend und
bestätigte, dass sie den Weg von Friedberg
Steindorf, wo die Mittagspause gehal-
schweigend ging es dann bis zur Erzabtei
dacht erhielten sie ihre Pilgerurkunde, die zu den Drei Heiligen Hostien nach An-
St. Ottilien – das Nachtlager.
dechs zu Fuß auf sich genommen hatten
lich aufgenommen. Penne arrabiata gab
weiteren Lebensweg bat.
Hier wurde die Gruppe sehr, sehr herz-
es zum Abendessen. Einige setzten sich
noch um das Lagerfeuer, sangen Lieder,
andere gingen geschafft vom Weg direkt ins Schlaflager.
.
und die um den Segen des Herrn für ihren
bergecho 2 . 2015 |
GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei
www.hofpfisterei.de
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Die perfekte Note zum Weißwurstfrühstück Geschichten ums »Andechser Weißbier Hell«
Weißwurst, Weißbier und weißblauer Himmel – dieser Dreiklang kulinarischer Glückseligkeit steht für Bayern wie kaum ein anderer. Tatsächlich ist die Mischung aus der bekannten Münchner Spezialität, knusprigen Brezn, süßem Senf und einem schaumgekrönten Weißbier ein geschmackliches Zusammenspiel, das weltweit seinesgleichen sucht. Christoph Ulrich hat sich auf eine Ent deckungsreise gemacht.
A
uf dem Weg zum perfekten Weiß-
berichtet er. »Deswegen haben wir nun
wurstfrühstück lauern viele Gefah-
Heilbronns »Hans im Glück« und da s WeiSSbier vom Heiligen Berg Bayerns
auch das Andechser Spezial Hell ins Sor-
Wursthäute oder Weißbier, das schaumlos
Wobei das nicht ganz stimmt. Im Nor-
haben Anke und Bernd Betzner die Klos-
ren: Harte Brezn, schrumpelige
im Glas liegt, verhageln den Genuss – auch bei bestem Wetter.
Wie bei Weißwurst und Brezn, die ide-
den Baden-Württembergs zum Beispiel
schenken die Wirtsleute Bernd und An-
sie sogar echte Münchner Weißwürste
ten. »Besonders gefallen hat uns, dass die-
heimnis eines richtig guten Weißbiers
dazu. Auf einer großen Terrasse, direkt
Stunden, dennoch gilt: Je kürzer nach
und der Neckarufer-Promenade, lassen
dem Ende der Reifezeit gezapft, desto frischer schmeckt es. Auf der Bierterrasse
ter Erinnerung behalten. »Da oben ging’s
ganz schön ab«, erinnert sich der Gastwirt
Weißbier aus – von Zeit zu Zeit servieren
in seiner Frische. Zwar geht es nicht um
terbrauerei schon besucht und sie in bes-
ke Betzner ebenfalls frisches Andechser
alerweise frühmorgens hergestellt und
bis Mittag gegessen werden, liegt das Ge-
timent genommen.« Selbstverständlich
zwischen dem historischen »Götzenturm«
sich so mitten in Heilbronn bayerische
Genussmomente erleben. Eine über zehn-
an den Betrieb im sommerlichen Biergar-
se schöne und sehr moderne Brauerei noch
von einem Kloster geführt wird.« Dieser
vergleichsweise familiäre Ansatz passe gut zu seinem Lokal. Auch inhaltlich hätten
sein Betrieb und die Klosterbrauerei ei-
des Andechser Bräustüberls kommt frisch
jährige Verbindung der Gaststätte »Hans
ne Gemeinsamkeit: »Wir setzen beide auf
Seine Anlieferung nimmt denkbar wenig
der Klosterbrauerei auf dem Heiligen Berg
immer die gleiche hohe Qualität – in zehn
gebrautes Weißbier direkt aus dem Fass.
im Glück« an der Allerheiligenstraße und
Zeit in Anspruch: Gebraut wird es in in
Bayerns machen diesen Umstand möglich.
Terrasse und Schwemme. Gerade in den
ßen Münchner Brauereien«, erzählt Bernd
unmittelbarer Nähe von der Bräustüberl-
»Früher hatten wir Weißbier von gro-
Güte statt auf Masse.« »Das Weißbier hat
Jahren sind mir nie Schwankungen aufgefallen.«
Sommermonaten, wenn ein lauer Wind
Betzner. Nach einer Weile sei ihm aufge-
Ein WeiSSbier al s Botschaf ter de s Heiligen Berge s
gen Blätter der Kastanien streicht, möch-
tätsschwankungen unterliegt. »Wir ha-
Worte, die wie Musik klingen in den Oh-
anderen Regionen in Deutschland, de-
besonderen Bier gemacht und sind auf
dem Betriebsleiter der Klosterbrauerei. Er
um die Mittagszeit durch die großfingri-
te man beinahe Mitleid entwickeln mit
nen derartig perfektionierte Genüsse verschlossen bleiben.
fallen, dass deren Bier mitunter Quali-
ben uns dann auf die Suche nach einem
Andechs gestoßen.« Seit er das unfiltrierte helle Weißbier ausschenkt, seien sei-
ne Umsätze auf diesem Gebiet gestiegen,
ren von Braumeister Alexander Reiss,
freut sich sichtlich über das Lob des Wirts.
»Wir legen im hauseigenen Labor viel Wert auf Qualitätskontrolle«, sagt er. Insofern
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Unser Tipp Hans im Glück Allerheiligenstraße 1, D-74072 Heilbronn Tel.: 07131/80534 Fax: 07131/2033073 info@hig-hn.de, www.hig-hn.de Öffnungszeiten (bis September; weitere Öffnungszeiten auf der Homepage) Montag bis Freitag: ab 11.30 Uhr Samstag: ab 13.00 Uhr Sonntag u. Feiertag: ab 13.00 Uhr
freue es ihn ungemein, dass sie offenbar
Nelke und Melone hindeuten«, erklärt
brauen. Für die Klosterbrauerei Andechs
so gut gelinge, dass sogar ein Gastwirt es
Alexander Reiss. Gut gekühlt, reift das
hat sich die Entscheidung, auf Qualität
rung.
abgefüllt.
Nicht umsonst schmeckt das »Andech-
Hallertau, Malz von mittelständischen,
Andechs zur Weißwurst genauso gut wie
und ein selbstgezüchteter Hefestamm –
bronn.
merkt – und nicht nur die QualitätssicheWer dem Braumeister zuhört, wie er
die Eigenheiten der Herstellung einer der
Bier nun in Tanks und wird anschließend Hochwertiger Aromahopfen aus der
erfolgreichsten Andechser Biersorten er-
inhabergeführten bayerischen Betrieben
dechser Weißbier von den üblichen »Fern-
es gibt kostengünstigere Wege, Bier zu
klärt, merkt schnell, wieso sich das An-
sehbieren« gleich in mehrfacher Hinsicht
unterscheidet. Sein ziemlich blickdichtes,
honigfarbenes Goldblond verdankt es zum Beispiel der Tatsache, dass es ungefiltert
bleibt. Sein kerniger kräftiger Geschmack
ist auch auf das traditionelle Mehrfach-
Maisch-Verfahren zurückzuführen. »Da-
bei wird ein Teil der Maische entnommen,
gekocht und dann wieder der Restmaische zugeführt, die währendessen bei 70 Grad
vor sich hinköchelt«, erklärt Alexander
Reiss.
Man müsse sich das vorstellen wie
beim Grillen: »Charakteristischen Grillge-
schmack erhält das Fleisch, indem ein Teil
des tierischen Eiweißes scharf angebraten
wird.« Bei den pflanzlichen Eiweißen, die im eingemaischten Malz enthalten sind, funktioniere das ähnlich. Anschließend
werde die Maische abgeläutert und die
»Würze« mit Aroma-Hopfen aus der Hal-
lertau aufgekocht – so formt sich, salopp
gesagt, der besondere Geschmack, der von
der Hopfenbittere herrührt. Anschließend
wird obergärige Hefe zugesetzt, die die
Andechser Bierbrauer selbst ziehen. »Dieser sorgsam gepflegte eigene Hefestamm
und die Temperierung beim Gären verlei-
hen dem Andechser Weißbier seine besonderen Geschmacksnoten, die auf Banane,
anstatt auf Quantität zu setzten, gelohnt. ser Weißbier Hell« auf dem Heiligen Berg
.
im knapp 300 Kilometer entfernten Heil-
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bergecho 2 . 2015
| klosterbrauerei
eine nacht auf dem tollwood Wie die Klosterbiere zum Andechser Zelt auf das Tollwood kommen
Eigentlich ist es ganz einfach. Um ein Uhr nachts schließt das Andechser Zelt. Auch der letzte Durstige hat ein frisches kühles Helles, ein dunkles Export, ein Radler oder ein Weißbier Hell der Klosterbrauerei bekommen. Ab 11 bzw. 14 Uhr am nächsten Tag schenkt das Andechser Zelt-Team um Viktoria Reith und Patrick Brennan wieder die Bierspezialitäten des Klosters aus. Damit dies aber gelingt, machen Peter Späth und Hubert Schroll die Nacht zum Tag. Normalerweise sind die beiden Logistiker der Klosterbrauerei während des Tollwood-Festivals mit dem 400 PS starken Brauerei-LKW gemeinsam unterwegs. Für Martin Glaab haben sie eine Ausnahme gemacht. So konnte er sie begleiten und erleben, welche Geschichten das Andechser Klosterbier auf seinem Weg zum Andechser Zelt schreibt.
D
er Tag beginnt für mich früh. Sehr
früh. 0.45 Uhr Aufstehen. Früh-
stück im Stehen. Um kurz vor halb
zwei stehe ich am Betriebstor der Kloster-
brauerei. Hier herrscht sonst geschäftiges
Treiben von Mitarbeitern, Geschäftspart-
nern und Lieferanten. Jetzt: nur tiefe Stil-
le. Punkt 1.30 Uhr wird irgendwo einem
Dieselaggregat Leben eingehaucht. Ein
noch etwas unrundes, aber gemütliches
Nageln nähert sich. Einen Augenblick später biegt Hubert Schroll mit dem Brauerei-
LKW um die Ecke. Ich strecke mich nach der Beifahrertür und erklimme den Sitz.
Ein kurzes freundliches »Servus. Guten
Morgen« empfängt mich und los geht’s
auf den kaum befahrenen Straßen Rich-
tung München zum Tollwood. Eine Stun-
de braucht die 25 Tonnen schwere Zugma-
schine für die etwas mehr als 40 Kilometer
Wegstrecke. Zeit für ein paar Fragen.
bergecho 2 . 2015 |
3.30 Uhr auf dem Tollwood: Hubert Schroll und Peter Späth
»Klar sind wir viel
unterwegs. Aber eine
Seit zehn Jahren arbeitet Hubert bei
der Klosterbrauerei Andechs. Der Sanitär-
zu wenden. Über Selbstverständlichkeiten muss man
solche Arbeit machst
Du entweder ganz
meister aus Erling, dem Ort direkt unter-
nicht viel Worte verlieren.
lerfahrer begonnen. Inzwischen beliefert
vor halb drei in der Früh
Späth etliche Bierfeste rund um den Hei-
Münchner Olympia-Gelände erreicht. Im
halb des Klosters, hat als einfacher Staper zusammen mit seinem Kollegen Peter
ligen Berg. Andechser Biere und alkohol-
freie Getränke in Fass und Flasche, Gläser
aller Art, Fahnen, Bierbänke, große und
Inzwischen ist es kurz
oder gar nicht.«
und der LKW hat das Tollwood auf dem Schritttempo lenkt Hubert die Zugma-
schine sicher zwischen den Dutzenden
auch instandhalten. Immer wieder sind
uns mit einem gut gelaunten »Guten Mor-
dechser Zelt, wo Peter schon wartet und
gen« begrüßt, obwohl der Himmel noch
Zapfanlage zu finden, sorgen für ein per-
nachtschwarz ist.
Klosterbrauerei und dem »Andechser Le-
Andechser Zelt in ein warmes Licht. Aber
viel unterwegs. Aber eine solche Arbeit
die Zeit läuft. Fleißige Helfer haben in den
bensgefühl« ein Gesicht. »Klar sind wir
Tausende von Glühbirnen tauchen das
für Romantik ist hier keine Zeit. Denn:
machst Du entweder ganz oder gar nicht«,
vergangenen Stunden viele Biergarnituren
Frage nach dem Grund für seinen Einsatz –
le Gasse zum rückwärtigen Lagerbereich
antwortet Hubert kurz und knapp auf die ohne dabei den Blick von der Autobahn
lagert – ebenfalls gut gekühlt. Dazu noch ein Kühlcontainer, der die 50 Liter Fäs-
ser für das helle Weißbier und das dunkle
ders stolz. Für den Tankwagen haben sie
LKW seinen Weg – bis direkt vor das An-
fekt eingeschenktes Bier und geben so der
Kühlwagen, wo in mächti-
gen 50 Liter-Fässern die Zitronenlimonade
Schritttempo findet der 2,45 Meter breite
ner Teil der großen Ausstattung, die die
Hubert und Peter zudem selbst an der
10 hl fassen, ein weiterer
Export aufnimmt. Überhaupt die Küh-
Eng, ziemlich eng geht es hier zu. Aber im
beiden nicht nur transportieren, sondern
nen acht Tanks, die jeweils
von verschlossenen Festival-Buden dahin.
kleine Schirme, Durchlaufkühler, Schank inseln und Kühlwagen sind nur ein klei-
stehen sie: Der Tankwagen
der Klosterbrauerei mit sei-
auf die Seite geräumt und so eine schmades Andechser Zeltes freigeräumt. Dort
lung. Auf die sind Peter und Hubert besonein besonders ausgefeiltes TÜV-geprüftes
Kühlsystem selbst entworfen und einge-
baut. Als beide mir die Apparatur, die zwischen den Achsen des Tankwagens mon-
tiert ist, im Detail erklären, bemerke ich
kurz ein Blitzen und Leuchten in ihren Augen: eine Mischung aus Stolz und kindlich ehrlicher Freude. Der Augenblick währt
aber nicht lang. Mit einem »Jetzt muss sich aber was rühr’n«, geht’s weiter.
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Fast ohne Worte greifen die Arbeits-
schritte der beiden ineinander. Da sitzt
| klosterbrauerei
Eine starke schwarze Dämmung umman-
zur Seite. Da blubbert die Kaffeemaschi-
telt das Bündel und lässt es tatsächlich
ne freundlich vor sich hin. Auf dem Tisch
ge. Durch die Dämmung hält das Bier vom
darin. Dazu eine Packung Frischmilch,
jeder Handgriff, jeder Bewegungsablauf.
aussehen wie eine exotische Riesenschlan-
dass es sonderlich gehetzt aussieht – ver-
Tankwagen bis zur Schankstelle im Zelt
Bio-Rohrzucker und drei Gläser mit einem
de von leeren 50 Liter-Fässern mit Hilfe
haben die beiden ihr »Reptil« schon vor ei-
führt. »Das machen die von der letzten
des LKWs. Ebenso flink wie exakt wird der
Zuleitungen im Innern des Tankwagens
überschlagen: »Des san dann zusammen
vorkommen, dass der
Wie im Zeitraffer-Tempo – jedoch, ohne
stauen Peter und Hubert zunächst Dutzen-
eines Elektrostaplers auf der Ladefläche Bedarf für den nächsten Lieferzeitraum
die optimale Trinktemperatur. Gezähmt
nigen Jahren. Denn wenn man früher die
abschraubte, konnte es
50 neue 50er-Fassl Zitronenlimo, Weiß-
Druck im Tank Peter
komme kaum hinterher – verschwindet
liche Bierdusche ver-
ler Ruhe den Füllstand der Biertanks ab:
hat dann immer recht
bier Hell und Export Dunkel«. Darauf – ich schon Peter im Tankwagen und liest in al-
»Oha! Die ham Durscht g’habt – 50 Hekto Helles braucht’s a no.« Ich bin noch am
und Hubert eine ordent-
passte. »Einer von uns
erklärt Peter. »Bevor sie gegen halb zwei
Zelt und wir – das ist
einfach ein super Team.«
ordentlich geschimpft«, erinnert sich Pe-
ter. Hubert setzt dazu ein breites Grinsen
sich an der »Python« zu schaffen.
mehr ganz so gut.« Klar. Aber dann hatten
flössendes Reptil, sondern ein bierdurch-
mit war auch dieses Problem Geschichte.
flossenes Bündel von mehreren Leitungen.
Spülschicht schon seit Jahren für uns«,
Viktoria Raith im Andechser
auf und fügt wie zur Entschuldigung hin-
Die »Python« ist aber kein furchtein-
Energydrink, der das Tier nicht im Namen
»Die Mannschaft um
addieren, da sind die beiden schon ins
»Dompteur-Fach« gewechselt und machen
stehen drei blaue Kaffeehaferl mit Löffel
Feierabend machen,
setzen sie für uns noch
einen Kaffee auf. Su-
per, oder?« Ich bin kurz sprachlos. Vielleicht
auch etwas gerührt.
Wie eine große Familie,
schießt es mir durch den Kopf. Wir set-
zen uns vor das Zelt. Trinken wortlos und
brechen dann gegen kurz vor vier Uhr auf
zu: »Man riecht dann eben nachher nicht
nach Andechs. »Spätestens um 5 Uhr müs-
sie die Idee mit dem Doppelventil und da-
knapp«, erläutert Peter den Zeitplan, wäh-
Als der Tankwagen an den LKW ange-
koppelt ist, heißt es: »So und jetzt noch an frischen Kaffee«. Habe ich mich ver-
hört? Kaffee? Frisch? Um kurz vor 4 in der
Früh? Hubert korrigiert mich nur mit ei-
nem Blick, der sagt: »Martin, zu viele Fragen. Einfach mitkommen.« Ich folge den
beiden zur Küche des Andechser Zeltes.
Schon auf dem Weg dorthin umweht mich
– Kaffeeduft. Wir schlagen die Zeltwand
sen wir wieder oben sein, sonst wird’s zu
rend diesmal er auf dem Fahrersitz des
LKWs Platz nimmt. Das erste Morgenrot
spielt um den Olympiaturm, während wir
bergecho 2 . 2015 |
1.120
mit dem Tankwagen und einer stattlichen Gespannlänge von über 18 Metern stadt-
Autobahnkilometer
auswärts rollen.
Für Peter, den gelernten Schreiner,
1.400
der seit über zehn Jahren in der Kloster-
brauerei arbeitet, gehört das Tollwood
mit zu den Fest-Höhepunkten im Jahr.
Europaletten
»Die Mannschaft um Viktoria Raith im
Andechser Zelt und wir – das ist einfach
250
ein super Team. Wir verstehen uns. Klar,
ist’s manchmal auch anstrengend und einer Meinung sind wir auch nicht immer.
Bierzeltgarnituren
Aber wir können miteinander reden. Das
70
zählt.«
Gemütlich geht derweil die Fahrt auf
der Autobahn dahin – dank Tempomat.
Sonnenschirme
Und auf der Landstraße will Peter Späth
auch nicht aus Gas drücken. »Gleichmäßig fahren. Das ist das Geheimnis. So kommst
rend des Tollwood den Biernachschub in
praktischen Wert erweist diese Einstel-
auf das Festival-Gelände – Mittwochs,
losophie oder Lebensgefühl nennen. Ihren
den frühen Morgenstunden von Andechs
lung sehr bald. Kurz vor Andechs muss Pe-
Freitags und Sonntags. Aufbau und Abbau
pelnd kommt das tonnenschwere LKW-
»Der kommt noch dazu. Schließlich müs-
Gerade noch rechtzeitig. Vor uns quert
liefern und wieder abtransportieren«, so
ter abrupt abbremsen. Ruckelnd und rumGespann an einer Steigung zum Stehen.
den Kopf, lächelt und fährt wieder an.
um das Andechser Zelt gar nicht«. Auch
angekommen, werden
die Tanks sorgfältig von den Kollegen neu be-
füllt, die leeren Fässer
ausgeladen und in der
Lagerhalle verstaut, vol-
die vielen urigen Sitzecken im und rund
das große Andechser-Schild für das Zelt-
»Die Leut schätzen uns, weil man sich auf uns verlassen kann.«
Maßkrüge
dach, etliche Durchlauf-
Parkposition. Hubert ist inzwischen auch
wieder vor Ort. Geschickt verstauen die
beiden die bis zu 60 Kilo schweren 50 Liter-
kühler und Kühlschrän-
Fässer in die einzelnen Kühlräume. Die
nituren, Dutzende an
tigen Python werden wieder fachgerecht
tion, mehr als 70 kleine
wagen verbunden. Die Zeit reicht dann
ke, über 250 BierzeltgarHolzfässern zur Dekora-
le CO2-Flaschen nachgeladen, und meh-
und große Sonnenschirme dürfen an Ort
mit einem Stapler auf den LKW gehievt.
über 6.000 halbe Krüge und über 2.000
rere Dutzend gut gekühlter 50 Liter-Fässer
2.000
sen wir nicht nur 1.400 Europaletten an-
Peter. »Ohne die Paletten gäbe es nämlich
Auf dem Brauereigelände gegen 5 Uhr
halbe Krüge
sind dabei noch gar nicht mit gerechnet.
ganz gemütlich ein Igel die Landstraße.
»Ah, Du bist ein Vogel«. Peter schüttelt
6.000
14 Mal fahren Peter und Hubert wäh-
Du am schnellsten an.« Man kann es Phi-
einzelnen Bierleitungen der immer durs-
mit den entsprechenden Tanks im Tank-
doch noch für einen Abstecher ins »Crew-
und Stelle ebenso wenig fehlen wie weit
Catering«-Zelt. Dort treffen sich die Mitar-
»Gut gekühlt«, darauf legt Hubert beson-
Maßkrüge.
Man kennt sich, schätzt sich, flackst, setzt
die Klosterbrauerei wiederum von anderen
ab kurz nach 8 Uhr schon vernehmbar
man schon länger nicht mehr gesehen hat.
das Bier für die nächste Fahrt schon ent-
tival-Tag. Viele Lieferanten – auch ande-
deren Wert, denn darin unterscheidet sich
Brauereien auf dem Tollwood. Damit auch sprechend heruntergekühlt werden kann, stapeln die beiden schon die nächsten
Auf dem Tollwood-Gelände regen sich
beiter der einzelnen Zelte zum Frühstück.
sich zusammen und fragt nach denen, die
die Vorbereitungen für einen neuen Fes-
Mit einem Wort: familiär geht es zu.
rer Brauereien – machen mit ihren LKWs
lerdings nicht aus. Noch ist nicht ganz
Lange halten es Peter und Hubert al-
die Zufahrt zum Andechser Zelt noch et-
Feierabend. Ein kleines Feuerwehrfest in
chelt entspannt hinter seiner Sonnenbril-
»Des ham wir versprochn«, meint der Hu-
50 Liter-Fässer in einem separaten Kühl-
was enger, als sie eh schon ist. Peter lä-
die Kolleginnen und Kollegen in der Ex-
le hervor. Er hat kein Problem: »Wir sind
ferscheine werden geschrieben. Noch ein
den Kollegen von den anderen Brauereien
prozentig verlassen kann«. Das soll auch
einfach gegenseitig.« Vor dem Andech-
Jungs.
bereich der Brauerei. Inzwischen haben
pedition ihren Arbeitstag begonnen. Lie-
gemeinsamer Kaffee und dann mache ich
mich mit Peter erneut auf die 40 Kilome-
ter-Strecke zum Tollwood.
da schon immer durchgekommen. Mit
verstehen wir uns super. Wir helfen uns ser Zelt manövriert er den Tankwagen
mit dem LKW gekonnt wieder in die alte
der Region wartet noch auf eine Lieferung.
bert. Und der Peter ergänzt: »Die Leut
schätzen uns, weil man sich auf uns 100
.
so bleiben und daher immer gute Fahrt,
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bergecho 2 . 2015
| klosterbrauerei
Das ›Andechs-Feeling‹ Vertriebsleiter Wolfgang Schäff auf Partnerbesuch in den USA
D
as geht ja gut los, denke ich mir
nur kurz nach meiner Ankunft am
21. April in San Fransisco. Andreas
nicht verwunderlich, sind doch US-Amerikaner die zweitstärkste Ländergruppe
Hildebrandt, seines Zeichens Eigentü-
von Touristen, die Bayern im Jahre 2013
Premium Brands, will mir unbedingt sei-
Marketing GmbH zu berichten weiß. So-
denn?« »Du wirst schon sehen«, antwor-
US-Biermarkt vergleichsweise günstige
mer unseres Importeurs S&H Independent
nen Geschäftswagen vorführen. »Warum
»Andechser Klosterbiere sind beliebt. Sie haben Charakter und kommen aus einer kleinen und konzernunabhängigen Brauerei«. So und ähnlich hat es Wolfgang Schäff bei seinem Besuch an der Ost- und Westküste der USA immer wieder von unseren Partnern im Getränkehandel und in der Gastronomie gehört. In den gut zwei Wochen im April hat er viele Freunde des Klosters und seiner Brauerei in der Gastro nomie und im Handel kennengelernt, wie schon P. Valentin und Alexander Reiss, der Betriebsleiter der Klosterbrauerei Andechs, in den vergangenen Jahren 2013 und 2014. Einige Restaurants und Biergärten werden wohl nicht mehr lange Geheimtipps bleiben.
Heiligen Berg zu Besuch gewesen. Das ist
besucht haben, wie die Bayern Tourismus
mit hat unsere Klosterbrauerei auf dem
tete er verschmitzt. Die Überraschung ge-
Voraussetzungen. Zum anderen ist der
such hat er den Wagen sehr professionell
international wirkender Meinungsbildner.
lingt ihm perfekt. Extra für meinen Be-
mit Aufklebern unserer Marke »Kloster Andechs« gestaltet. Eine Ehre, die wohl nicht
jedem Geschäftspartner zu Teil wird.
»Bierhaus« – Mountain View
Biermarkt in den Vereinigten Staaten ein
Die Craftbier-Bewegung, die hier in vielen
Mikrobrauereien ihren Ursprung hat, re-
nommierte Wettbewerbe und Festivals wie der World Beer Cup und das Great Ameri-
can Beer Festival in Denver setzen immer
Mit einem so perfekt auf den Anlass ab-
wieder Impulse, die weit über die USA hin-
kommenden Tagen viel unterwegs. In
Bier – Portalen wie ratebeer.com oder beer
netunternehmen wie Google oder Mozil-
terbiere oft bewertet und das Kloster als
gestimmten Fahrzeug sind wir in den
Mountain View, wo viele globale Inter-
aus wirken. Bei vielen US-amerikanischen advocate.com werden die Andechser Klos-
la ihren Firmensitz haben, treffen wir
Ausflugsort kommentiert. Die Resultate
und seinen Betriebsleiter Scott Snyder ge-
natürlich ein besonderer Ansporn.
im »Bierhaus« den Betreiber Mike Finley rade beim Abladen unserer Fässer. Das
»Bierhaus« ist ein Pub mit einem kleinen
können sich sehen lassen und sind für uns
»Gaumenkitzel« – Berkeley
Biergarten. Viele internationale Gäste in
Im »Gaumenkitzel« in Berkeley, einem Re-
er einem bayerischen Biergarten recht na-
Weinbar, wo auch deutsche Spezialitäten
das stand für Mike Finley und Scott Snyder
Betreiber Anja Voth und Kai Flache. Die
Mountain View sind hier überzeugt, dass he kommt. Und ein solcher Biergarten,
schnell fest, braucht »entsprechende Bie-
re«. Wir freuen uns, dass wir bei der Klärung dieser Frage ein Stück weiterhelfen
konnten.
Schon bei den ersten Gesprächen mit
den engagierten Gastronomen wird mir
klar, welche Bekanntheit un-
staurant mit angeschlossener Bier- und
angeboten werden, treffe ich die beiden beiden kommen aus Norddeutschland
und haben es sich zur Aufgabe gemacht,
in Berkeley und Umgebung die deutsche
Lebensart, Küche und Kultur insgesamt
lebendig zu halten. Ihr hausgemachter
Rhabarber-Streuselkuchen ist einfach unschlagbar. Mit den Andechser Klosterbie-
ser Kloster und seine Biere
ren haben Anja Voth und Kai Flache ein-
le US-Amerikaner kennen
Mit dem Doppelbock Dunkel experimen-
in den USA genießen. VieAndechs und sind teilweise
schon mehrfach bei uns am
fach auf Nachfragen ihrer Gäste reagiert.
tieren die beiden schon eine Zeit lang her-
um, um ein besonderes Gericht zu kochen,
das damit einen unmittelbaren Bezug zum
Kloster Andechs und seinen Bieren hat.
bergecho 2 . 2015 |
»Gour met Haus Staudt« – Redwood Cit y
»Deep Ellum« – Boston
Im »Gourmet Haus Staudt« in Redwood
Boston. Ein Bierpub mit »urbanem Mini-
Maifeier bei unserem – fast schon möch-
nem kleinen Biergarten im Außenbereich,
Toste mit ihrer erstaunlich detaillierten
York City »Zum Schneider« – ein uriges
ren Orten auch – Gäste, die eigens gekom-
Bierkultur viele Bierliebhaber aus einem
Millionenmetropole. Sylvester Schneider,
City, einem deutschen Restaurant mit ei-
treffe ich – wie übrigens an einigen ande-
Da ist zum Beispiel das »Deep Ellum« in
Biergarten«, wo die Brüder Max und Aaron Kenntnis der deutschen und belgischen
men waren, um mit einem Vertreter un-
großen Umkreis anziehen. »Wir bevorzu-
zu kommen. Die Inhaber stammen aus
hängige Brauereien und Andechs gehört
serer Klosterbrauerei direkt ins Gespräch
Deutschland und legen besonderen Wert
auf gute Biere. Dass es sich im »Gourmet
Haus Staudt« gut feiern lässt, belegt eine
Geschichte, die hier die Runde macht. Ein
gen besonders kleine und konzernunab-
da natürlich dazu«, so ist Max Toste überzeugt.
Jeder Gastronom, den ich treffe, wartet
bayerisches Wirtshaus im East Village der
ein bayerisches Wirte-Original, spielt mit
seiner eigenen Band auf und sorgt für ein-
malige Stimmung. Da er ursprünglich in
Weßling – nur einen Steinwurf weit vom Heiligen Berg Bayerns – aufgewachsen
ist, war ihm die Wahl des Bieres für sein
nem so genannten »Gastronomie-Objekt«
ve Biermarken ebenfalls ausschenkt. In
ben und dann größere Probleme mit Steve
einen ganz eigenen Ort der Gastlichkeit
»Biergarten« – San Fr ancisco
te man sagen – Traditionsstandort in New
»Zum Schneider« quasi schon in die Wie-
nem einzigartigen Service auf, der aus ei-
Jobs persönlich bekommen haben.
Letzte Station meiner Reise ist dann die
mit einer besonderen Spezialität oder ei-
Mitarbeiter von Apple soll hier einen Prototypen des Iphone 4 liegen gelassen ha-
»Zum Schneider« – New York
und Begegnung mit einem unverwechselbaren Charakter macht.
ge gelegt, auch wenn er andere exklusiMontauk am äußersten Zipfel von Long
Island betreibt Sylvester Schneider schon seit einiger Zeit ein weiteres Restaurant.
In diesem »Ableger« des »Zum Schneider«
Im »Biergarten« in San Francisco lerne ich die trendige, US-amerikanische Interpre-
»Br auhaus Schmitz« – Phil adelphia
in New York kann man von Anfang Mai
tation eines bayerischen Biergartens aus nächster Nähe kennen. Mat und Aaron
Im »Brauhaus Schmitz« in Philadelphia
lässt Betreiber Douglas Hager alle Wurst-
direkt neben den Dünen in einer wunder-
biere entschieden, weil »wir überzeugt
waren, die er in seinem Gasthaus verwendet, von eigenen Mitarbeitern herstellen.
ein Geheim-Tipp. Noch.
Hulme haben sich für Andechser Klostersind, daß sie zu den besten Biere über-
Besonderen Wert legt Douglas auf eine
noch ein zweites Objekt »Suppenküche«,
Inneneinrichtung, gutem Essen und ex-
haupt gehören«. Die Hulmes betreiben
fein abgestimmte Kombination aus uriger
das gleich in der Nachbarschaft liegt, wo
klusiven Bieren. Biere vom Heiligen Berg
und die Schweinshaxn fast (!) so gut
dieser Biermarke heben wir uns klar von
ebenfalls unser Bier ausgeschenkt wird
schmecken wie bei uns am Heiligen Berg. Nach vielen weiteren interessanten
Begegnungen fällt der Weiterflug an die
Ostküste nicht leicht. Aber dort bekomme
ich die Gelegenheit, mit Phil Clarke und
seinen Kollegen von unserem dortigen Im-
porteur »St. Killian Importing« in Boston,
Philadelphia, New York City und Montauk
auf Long Island noch einige wichtige Partner in der Gastronomie zu treffen.
Bayerns gehören für ihn dazu, denn »mit der Masse ab«.
bis Ende Oktober Andechser Klosterbiere
.
schönen Naturlandschaft genießen. Auch
Unser Tipp Bierhaus in Mountain View www.bierha.us Gourmet Haus Staudt in Redwood City www.gourmethausstaudt.com Gaumenkitzel in Berkeley www.gaumenkitzel.net Biergarten in San Francisco www.biergartensf.com Deep Ellum in Boston www.deepellum-boston.com Brauhaus Schmitz in Philadelphia www.brauhausschmitz.com Zum Schneider NYC/East Village www.zumschneider.com
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bergecho 2 . 2015
| klosterbrauerei
Andechser Stammgast aus Texas
Gäste aus Fernost
15 Brautechniker der Tsingtao-Brauerei zu Besuch in Andechs
W
er an dieser Fortbildung der Doemens-Akademie teilnehmen
wollte, musste sich schon in
China in einem strengen internen Aus-
wahlverfahren einer der größten Braue-
reien des Landes durchsetzen, wozu auch ein Englisch-Test gehörte. 15 Frauen und
Männer, allesamt Brautechniker aus den
M
eine Frau Angelika und ich le-
ben in Texas in den Vereinigten Staaten in Houston, der viert-
größten Stadt der USA. Hechendorf am
Pilsensee ist auch eine Heimat und seit
über vierzig Jahren sind wir regelmäßig
auf dem Heiligen Berg, ich bin Stamm-
gast und habe meinen Maßkrug im De-
pot. Nachdem ich meinen 70sten und den
75sten Geburtstag in Andechs zu feiern
begonnen habe, bin ich dankbar, dass ich
das am 80sten fortsetzen konnte.
Vor vielen Jahren haben meine Frau
und ich die Strecke Hechendorf—Andechs
und zurück als Tageswanderung gemacht, und später sind wir mit den Hechendor-
fern als Pilger nach Andechs gekommen. Die Geburtstagsgesellschaft zum
80sten kam aus Texas und West Virginia
in den USA, aus Frankreich und verschiedenen Gegenden Deutschlands von der
Nordseeküste bis zum Breisgau.
Andechs ist landläufig bekannt für sei-
ne Bierkultur und seine charakteristische
Restauration. Mit Hilfe von P. Valentin ist es gelungen, den Besuchern in der Chor-
kapelle auch den Andechser Genuss für die
Bei der Doemens-Akademie in Gräfelfing – also in unmittelbarer Nachbarschaft des Heiligen Berges – treffen sich immer wieder Brauexperten aus aller Welt. Mitte Mai besuchten 15 Brautechniker der Tsingtao-Brauerei im Rahmen einer halbjährlichen Schulung die Klosterbrauerei Andechs. Beim Rundgang durch den klösterlichen Betrieb hatte Matthias Gasteiger, Abteilungsleiter im Sudhaus und Gär- und Lagerkeller der Klosterbrauerei, viele Fragen zu beantworten.
verschiedenen Standorten der Tsingtao-
Brauerei, waren schließlich die Glück-
lichen, die für den fünfmonatigen Kurs
ausgewählt wurden. Nicola Buchner, Diplomingenieurin und bei Doemens im
Fachbereich »Genussakademie« tätig, begleitete die 15 Kolleginnen und Kollegen
aus Fernost bei ihrer Klosterbrauerei-Ex-
kursion mit dem diplomierten Braumeister Matthias Gasteiger.
Fünf Monate dauert der Kurs, der zu-
nächst einmal einen eindrucksvollen
Theorie-Block aufweist: Von Montag bis Freitag Unterricht von kurz nach 9 bis
kurz nach 16 Uhr in so unterschiedlichen
Fächern wie Rohstoffkunde, Technologie,
Spezialbiere (Herstellung und Sorten), Mi-
krobiologie, chemisch-technische Analyse (für die Fachleute »CTA« abgekürzt). Be-
gleitet wird der Kurs von diversen Praktika. Und damit die Praxis auch zu ih-
rem Recht und die Sensorik nicht zu kurz
kommt, müssen die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer jede Woche ein Probe-Sud abwechselnd auf 5 hl und 20 hl – Basis herstellen.
Eine ganze Reihe von Exkursionen zu
Geräteherstellern und Brauereien run-
Seele näher zu bringen. Ein klassisches
den die Fortbildung ab, um ein möglichst
Herrsching mit Orgel und Gesangbeglei-
vermitteln. Wir freuen uns, dass wir mit
breitgefächertes praxisnahes Wissen zu
Trompetensolo des Wirts vom Seehof in
tung in der Wallfahrtskirche taten ein Übri-
ges, die Bedeutung von Andechs als geistli-
.
ches und geistiges Erlebnis neben dem leib-
lichen Wohl in Erinnerung zu behalten. wolfgang schmidt, houston/texas
diesem Besuch bei uns in der Klosterbrau-
erei mit zum Erfolg dieser Fortbildung bei-
tragen konnten. Auch wenn wir nicht alle
.
Geheimnisse der klösterlichen Braukunst preisgegeben haben.
bergecho 2 . 2015 |
Zu Hause auf den Segelfesten des Nordens
Andechser Klosterbier, gebraut am Hl. Berg Bayerns, ist über 1.000 Kilometer weiter nördlich ein gern gesehener Botschafter des guten Geschmacks.
Dass das gute Andechser Klosterbier Freunde in aller Welt hat, ist landläufig bekannt. Dass der traditionsreiche Gerstensaft aus dem Süden der Republik ein besonders gern gesehener Gast auf den ebenso traditionsreichen Segelfesten im Norden ist, dürfte vielleicht nicht jedem geläufig sein. Sabine Hell blickt auf die großen Segelfeste des Nordens und den klösterlichen Gast aus Andechs.
A
ndechser Klosterbiere sind – als erfrischender Genuss vom Heiligen
Berg Bayerns – schon seit vielen
Jahren regelmäßig Ende Juni auf der größten Segelveranstaltung der Welt, der Kie-
ler Woche, präsent.
Beliebter Treffpunkt ist der Stand der
Tradition, soweit das Auge reicht Vor den Masten der schmucken Gaffelsegler, die anlässlich der Rum-Regatta im idyllischen Hafen von Flensburg festmachen, werben die Farben vom Heiligen Berg für die stolze Tradition des Bierbrauens am Fuße des Heiligen Berges.
Andechser Klosterbrauerei alle Jahre wieder auch auf der Travemünder Woche,
dem großen Seglerfest, das Mitte Juli vor den Toren der Hansestadt Lübeck steigt.
Himmelfahrtswochenende in der nörd-
lichsten Stadt der Republik stattfindet.
Mit Blick auf die schmucke »Passat«, die
Und auch hier präsentiert sich der An-
Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz bei
he. An der malerischen Hafenspitze, in
Viermast-Stahlbark, die 1911 als legendärer Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel lief und heute fest vor Anker liegt am Priwall
in Travemünde, schmeckt ein herzhafter
Schluck aus dem Andechser Sudkessel be-
sonders gut.
Kieler Woche – Tr avemünder Woche – Flensburger Rum Regat ta Noch mehr Traditionsschiffe zu bestau-
nen gibt es bei der Rum-Regatta in Flensburg, dem größten nordeuropäischen
Gaffelrigger-Treffen, das alljährlich am
dechser Bierausschank in der ersten Reidirekter Nachbarschaft zu den schmu-
cken Traditionsseglern, ist er ein beliebter
Treffpunkt für die durstigen Seh- und Seeleute. Und dabei braucht er die Nachbar-
schaft zum allgegenwärtigen Platzhirsch
Rum weiß Gott nicht zu scheuen: Segler sind ein durstiges Völkchen – und den
.
Durst mit Rum zu löschen, das wäre doch fatal.
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bergecho 2 . 2015
| gastlichkeit
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von den Anfängen des
Kiosk im Bräustüberl. Begonnen hat al-
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ur Eingeweih-
te wissen noch
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Wer an einen »Kiosk« denkt, dem fällt sofort ein bunter Strauß von ganz unterschiedlichen Waren und Angeboten ein – zusammengepackt auf engstem Raum: Zeitungen, Illustrierte, Kaugummis, Eis, Süßigkeiten aller Art und vielleicht auch noch diverse Tabakwaren. Der Andechser Kiosk im Bräustüberl auf dem Heiligen Berg hat mit all dem nichts zu tun. Swaantje di Pietro leitet ihn seit fast zehn Jahren und erzählt vom Kiosk, der keiner ist, und von den Menschen, die der benediktinischen Gastlichkeit Tag für Tag ein Gesicht geben.
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bis
Der Kiosk im Andechser Bräustüberl
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mer
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korrekten Ausspra-
che »oa Oa« (»ein Ei«) zu
seiner Brotzeit bestellt, kann
schon fast als Stammgast durchgehen.
les mit einem hölzernen Standl vor dem
Unser Apfelgriebenschmalz ist mittler-
brezn, Bockwürste und G’stingerta (Roma-
worden, genau wie unsere verschiedenen
Bräustüberl, an dem zunächst nur Dauerdur) zum Andechser Bier angeboten wurden. Dieser Andechser Kiosk ist im Laufe
weile zu einem ganzjährigen Renner ge-
Kloster Andechs-Frischkäsezubereitungen.
Manchmal kann man auch die sehr be-
der Jahrzehnte immer weiter gewachsen
gehrten Brotzeithax’n oder dünngeschnit-
warmen Theke ins Innere des Bräustüberls
deres Angebot erhalten. Unsere Philoso-
und schließlich mit einer kalten und einer
integriert worden. Seinen Namen hat er
tenen kalten Braten vom Vortag als beson-
phie ist es: »Nichts aufwärmen, aber auch
aber behalten.
nichts verkommen lassen«.
An der k alten Theke
ginnen täglich um 8.30 Uhr mit dem Ein-
Hier werden unter anderem die Bier-
gartenklassiker wie Obazda, Roma-
dur, Wurstsalat und eine Vielzahl an
Würschtl’n – alle hergestellt in der klostereigenen Metzgerei am Fuß des Heili-
gen Berges – zu ofenwarmen Brezn und
Andechser Biertreberbrot angeboten. Dazu gibt es so ziemlich alles, was zu einer
Zwei Mitarbeiter vom Frühdienst be-
räumen der kalten Theken und werden da-
bei von den guten Engeln im Hintergrund,
den Küchenhilfen unterstützt, die ständig dabei sind, Brezen zu backen, Würste zu
portionieren, Käse abzupacken, Radi und
Zwiebeln zu schälen und zu schneiden.
Um 10 Uhr öffnet der Verkauf an der kalten
Theke. Morgens ist die Nachfrage nach
zünftigen Brotzeit gehört: seien es Brot-
Weißwürsten oder warmen »Dicken« (Re-
oder Bismarckheringe, im Sommer auch
Frühstück am stärksten.
zeiteier, Essiggurken, Butter, Bratheringe
Radi oder Radieserl. Wer dann mit der
gensburger) für ein deftiges bayerisches
bergecho 2 . 2015 |
Hier gibt es
so ziemlich alles, was zu einer zünftigen Brotzeit gehört
Krautsalat vom ersten Kassenteam kau-
Wallfahrtszeit – eine der Hoch -Zeiten im Br äustüberl
rer Mitarbeiter früh aufstehen. Schon ab
fen. Zu einem Kassenteam der warmen
Theke gehören immer ein Schneider und
ler damit beschäftigt, Haxn, Wammerl
ein Kassierer: Der Schneider nimmt die
Im Frühjahr während der Wallfahrerzeit,
Bestellung des Gastes entgegen, tranchiert
im Sommer als auch im Frühherbst an be-
das Fleisch den Wünschen entsprechend
kommen wird zu den zwei warmen Kassen
wiegt das Grillgut und tippt die Beilagen.
fenster zum neuen Garten von einem drit-
An der war men Theke Für die warme Theke müssen einige unse6 Uhr morgens ist einer unserer fünf Gril-
und Rollbraten mit einer geheimen Würz-
mischung zu würzen und in die Grills zu
packen. Bei den Grills handelt es sich um
und legt es auf die Waage. Der Kassierer
sonderen Tagen mit verstärkten Gästeauf-
auch noch eine Ausgabestelle am Seiten-
Konvektomaten der Firma Rational aus
Der Schneider legt diese in der Zwischen-
ten Team geöffnet. Schließlich geht es da-
Premiumgeräte. In diesen Öfen kann man
Gesamtbetrag und kassiert, während der
Hax’n) und viele hundert Kilo an Rollbra-
garen und mit der beliebten Kruste verse-
11 Uhr beginnt das zweite Team seinen
gen Schlangen Wartenden zu verteilen.
den darin gebacken bzw. gegrillt.
chend eine Stunde länger als die Kollegen
der kalten Theke zusätzlich die warmen
Landsberg, dem Marktführer für solche
in zweieinhalb Stunden bis zu 100 Hax’n
hen. Aber auch Leberkäs und Braten werAb 10 Uhr kann man an der warmen
Theke die ersten warmen Grillspeziali
täten mit Kartoffelsalat, Sauerkraut oder
zeit auf die Teller. Der Kassierer nennt den
Schneider den nächsten Gast bedient. Um
Dienst und bleibt abends dann entspreder ersten Kasse.
rum, mehr als eine Tonne (ungefähr 1.000
ten, Wammerl und Leberkäs an die in lanOft werden dann auch an den drei Kassen Speisen verkauft, um die Wartezeiten der
Gäste zu verkürzen.
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bergecho 2 . 2015
| gastlichkeit
Helfen zu einer herzhaften Brotzeit: (v.l.n.r.) Marion Ginder, Michael Fleddermann und Mara Novakovic
Solche Tage sind Stress und Schwerst-
arbeit für alle Mitarbeiter. Die Raum-
temperatur an der warmen Theke beträgt
dann manchmal über 40°C und der Lärm-
pegel ist immens. Leider bleibt an solchen
Tagen, die eine seltsame Eigendynamik entwickeln, kaum Zeit für ein ordentli-
ches Gespräch zwischen Verkaufspersonal und Gast. Dadurch entsteht der Eindruck
von Massenabfertigung. Allerdings haben
wir keinen Einfluss darauf, wann uns wie viele Gäste besuchen wollen. Und keiner
von ihnen möchte lange warten. Was wir
wiederum gut verstehen können.
Hochsensible Lebensmit tel mit Premiumqualität aus der Region Im Laufe der Jahre bekommt man jedoch
Da s Andechs Phänomen
aufgrund von Beobachtungen, Erfahrun-
Vorarbeiterin Irene Pilgram, die schon seit
und kann entsprechend des zu erwarten-
hin und wieder vom Andechs Phänomen:
gen und Wetteranalysen ein Gespür dafür
27 Jahren im Kiosk beschäftigt ist, erzählt
den Gästeaufkommens die richtige Menge
»In jeder Gaststätte nimmt es ein Gast als
auch. Nachdem es sich bei uns im Wesent-
Tages ein Gericht nicht mehr angeboten
an Ware bestellen. Meistens gelingt das
lichen um hochsensible und verderbliche Lebensmittel von Premium-
qualität handelt, muss man sehr bedacht disponieren,
um immer ausreichendend
frische Waren vorrätig zu
haben. So können wir durch
kurze Wege zu Anbietern
Ein ge suchter Arbeitgeber
werden kann. In Andechs nimmt man uns
Vorarbeiten als auch Nacharbeiten fäl-
aber auch nichts ver-
kommen lassen«
das regelrecht übel. Mögli-
cherweise denkt man, dass so etwas in einem christli-
chen Betrieb nicht gesche-
hen darf«. Hofft da viel-
leicht manch einer auf eine
Wiederholung der wunderbaren Brotvermehrung aus
reagieren und gleichzeitig dem ökologi-
der Bibel?
Wirtschaftsraum Oberbayern stärken wir
Eigenart unseres Kiosks immer wieder er-
dabei ganz bewusst.
Versicherungen und den Steuern.
Da wir an sieben Tagen in der Woche je-
»Nichts aufwärmen,
schen Gedanken Rechnung tragen. Den
Energiekosten, beim Wareneinkauf, den
selbstverständlich hin, wenn im Laufe des
Unsere Philosophie:
aus der Region sehr schnell
Personalkosten, den Sozialbeiträgen und
Manchen Gästen müssen wir die
klären. Auch wenn wir unter dem großen Namen des Klosters firmieren, so haben
wir doch die gleichen Probleme und Kos-
ten wie jedes andere Unternehmen auch.
Es gibt keine Vergünstigungen bei den
weils zehn Stunden geöffnet haben, dazu
lig sind, benötigen wir natürlich ausreichend Personal, um den vorgegebenen
arbeitsrechtlichen Modalitäten Rechnung zu tragen. Unsere 15 festen Vollzeitmitar-
beiter im Kiosk haben eine Fünf-Tage Wo-
che mit 39 Stunden und einen regulären
Urlaubsanspruch, der entsprechend der
Berufsjahre bis zu 35 Tage betragen kann.
Um Urlaubstage auch in der Hochsaison
gewähren zu können stellen wir Saison-
kräfte ein, die in der Regel von Mai bis Ende Oktober tätig sind. Oft sind das junge
Menschen, die gerade das Abitur gemacht
haben oder Studierende in vorlesungsfreien Zeiten.
bergecho 2 . 2015 |
Mittlerweile arbeiten bei uns in der
Stade Zeit – alle s et wa s l angsa mer und leiser
Wurstsalat und auch kein Radi mehr an-
verschiedenen Arbeitszeitmodellen und
Das ist auch die Zeit, mal ein Schwätzchen
was Warmes. Die Klosterküche kocht für
Nachfrage von fast einer Million hungri-
kommen seit Jahren und genießen es, das
Hauptsaison bis zu 32 Mitarbeiter mit
in unterschiedlichen Schichten, um der
ger Gäste pro Jahr zu begegnen.
Aber auch junge Mütter in Teilzeit oder
Wiedereinsteiger arbeiten gerne bei uns, da wir durch die gestaffelten Schichten
und Arbeitszeiten einer der gefragtesten
mit den Gästen zu halten. Viele von ihnen urgemütliche Bräustüberl ohne Trubel
und buntes Sprachengewirr zu erleben.
Gäste aus ganz Europa und sogar aus der
Während der ruhigen Jahreszeit nehmen
Herausforderung an die Mitarbeiter. Aber
urlaub, um wieder gestärkt in die neue
kalten Theke (in der Regel drei Mitarbei-
mittlerweile kennt man die wichtigsten
dienstes können nun gehen und sich um
ihre Kinder kümmern.
Während der Nachsaison, diese be-
ginnt nach dem Oktoberfest, nehmen die Saisonkräfte ihren Urlaub, bevor sie uns
zu wärmen.
Mit Her zblut in Andechs arbeiten
Die verschiedenen Sprachen unserer
ganzen Welt sind schon eine besondere
ter) um 11.45 Uhr. Die Mütter des Früh-
uns werktags deftige Suppen, um verfro-
rene Wanderer und Spaziergänger wieder
Alles wird langsamer und leiser.
Arbeitgeber in der Umgebung sind. So beginnt zum Beispiel der Spätdienst an der
geboten. Jetzt möchten die Gäste lieber et-
Begriffe aus unserem Angebot, und jeder
viele Mitarbeiter abwechselnd ihren RestSaison zu gehen. Übrigens: die Mitar-
beiter arbeiten sehr gerne und mit viel
Tourist bekommt, was er möchte, oder
Herzblut in Andechs, sie wissen, dass es
Form weiterhelfen.
nicht nur sich selbst etwas Gutes. Mit
das Speisenangebot geändert. Seit Jahren
wird zum Beispiel das Haneberghaus im
man kann ihm zumindest in irgendeiner Zur kühleren Jahreszeit wird nun auch
Sinn macht: Jeder Andechs-Besucher tut
dem Gewinn aus unserer Gastronomie
dann verlassen. Das ist die Zeit, die Be-
gibt es die verschiedenen täglich wech-
noch an den Wochenenden oder an Wan-
Klassiker dabei ist und bleibt dienstags
ist. Obdachlose bekommen dort zu essen,
Schlangen.
unserer Klostermetzgerei. Nun wird kein
Versorgung.
stellmengen zu minimieren, denn nur
derwettertagen mittags gibt es lange
selnden Winter-Wochenangebote. Der
die kesselfrische Schlachtschüssel aus
Kloster Sankt Bonifaz in München unterstützt, dessen Wirtschaftsgut Andechs
.
Kleidung und kostenlose medizinische
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bergecho 2 . 2015
| gastlichkeit
Sattsehen am Panorama-Bergblick Das Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen
Gleich am Ortseingang von Garmisch-Partenkirchen thront es, das Grand Hotel Sonnenbichl. Von einer Anhöhe und mit unver baubarem Blick schaut es nun schon auf 120 Jahre einer zum Teil sehr wechselvollen Geschichte zurück. Vieles hat sich in den vergangenen vier Generationen gewandelt. Was geblieben ist, ist der Blick. Für den viele eine weite Anreise auf sich nehmen.
V
or kurzem wurde das markante
gelbgetönte Hotelgebäude einer
sanften, aber kompletten Reno
vierung unterzogen, wodurch auch die be-
liebte Peacock Bar als Lounge neu »erstanden« ist.
Großzügige Konferenzmöglichkeiten
Gr andioser Ausblick auf da s Wet tersteinm a ssiv
Zimmer , Suiten, Küche – immer mit be sonderem Weitblick
Einzigartig aber bleibt auch hier der Aus-
Wer deshalb mehr Muße braucht: Vie-
hundert Personen. Dazu kommen noch ei-
macht ihrem Namen alle Ehre: dem Besu
Bergblick. Alle sind wohltuend geräumig
gung orientiert man sich in den Roten Sa-
Hotel gehört. Für noch mehr Platzbedarf
leicht in die gemütliche Zirbelstube, die in
blick. Die Panorama-Terrasse des Hotels
le Zimmer haben einen phantastischen
cher entfaltet sich am Horizont das gewal
geschnitten, so wie sich das für ein Grand
(2.628 m) und – weiter westlich – der Zug-
gibt es drei großzügige Suiten – wobei die
tisch als der kleinere Gipfel, ist aber natür-
die »kleinste« ist. Dazu kommt noch ein
tige Wetterstein-Massiv mit der Alpspitze spitze (2.962 m). Letztere wirkt zwar op-
lich in Wirklichkeit der höhere. Beide zusammen sind in jedem Fall Deutschlands
höchste Berge. Es soll schon einige Besu-
König Ludwig Suite überraschenderweise
Apartment mit Wohn- und Schlafzimmern
nige kleinere Räumlichkeiten. Vor der Ta-
lon zum Frühstücksbuffet, hinterher viel-
Oberbayern eine allgemeine Institution ist
.
und hier exklusiv für Veranstaltungen ge-
mietet werden kann.
samt zwei Bädern.
Regionale, abwechslungsreiche und
cherinnen und Besucher gegeben haben,
kreative Küche wird serviert im »Caspar B.
sehen konnten.
den ersten Besitzer, unter dessen Ägide
die sich an diesem Anblick gar nicht satt-
bestehen im Grand Hotel Sonnenbichl bis
(Bader)«. Der Name ist eine Hommage an
Ende des 19. Jahrhunderts der bestehende Grundriss des Hotels entstand. Natürlich
werden auch die Andechser Klosterbiere
angeboten: Vollbier Hell vom Fass, Weißbier Hell und Dunkel, sowie das Export
Dunkel in der Flasche.
Ko n ta k t Grand Hotel Sonnenbichl Burgstraße 97 82467 Garmisch-Partenkirchen Tel: 08821/70 20 Fax: 08821/70 21 31 info@sonnenbichl.de www.sonnenbichl.net
bergecho 2 . 2015 |
Ein Traum am See
Der Neuhof am See in Gundelfingen – erstklassig, einladend und familienfreundlich
Im Neuhof am See in Gundelfingen kann man sich wirklich kulinarisch fein verwöhnen lassen. Sowohl im Restaurant wie auch im Biergarten inmitten einer traumhaften Seeatmosphäre mit einem herrlichen Ausblick. Hier lassen sich Feste feiern, die in Erinnerung bleiben. Und auch für Tagungen und Seminare eignet sich der Neuhof am See hervorragend.
S
eit Juni 2015 wird der Neuhof von
Hendrik Ketter geführt, der 2013 zu
den 30 besten Köchen Schleswig-Hol-
steins gewählt wurde. Er bringt neben sei-
Gemeinsa m Genuss zelebrieren Auch wer das Essen einmal ganz anders
mit dem Partner, der Familie oder in klei-
Jazzbrunch.
dem Motto »Die Töpfe teilen« platziert
Menüs, trendigem Fingerfood oder Live
seln und Terrinen mittig am Tisch. Ein ge-
gen Hendrik Ketter und seine Kolleginnen
Neuhof am See gut aufgehoben. Unter
ge Events mit. In seiner modernen Art der
man hier die Gangfolge in Schalen, Schüs-
ner Familie – lädt er zum Genießen, Ent-
meinschaftliches Erlebnis lukullischer Art.
Tradition verbunden – unterstützt von seispannen und Wohlfühlen ein.
Der Biergarten mit 300 Sitzplätzen liegt
direkt am See unter herrlich gewachsenen
Frische regionale und saiso nale Küche
Kastanien. Hier pflegt der Neuhof ech-
Das Restaurant bietet 40 Sitzplätze in stil-
vom Grill und Selbstbedienungsservice.
vollem Landhaus-Ambiente und 40 Plätze
te bayerische Tradition mit Schmankerln
Für Freunde des Vegetarischen halten die
auf schöner Terrasse. Neben Tagesgerich-
Wirtsleute selbstverständlich auch fleisch-
nen man Vorspeise, Hauptspeise und Des-
platz befindet sich direkt beim Biergarten
ten bilden Sieben-Gänge-Menues, aus desert je nach Gusto auch frei wählen oder
lose Köstlichkeiten bereit. Ein Kinderspielund für Live-Events steht eine kleine Büh-
zusammenstellen kann, die kulinarisch
ne mit festinstallierter Lichtanlage bereit,
Hendrik Ketter bietet regionale Produkte
mietet kann.
dern leicht und kreativ zubereitet. Inter-
E xklusiver Event Pavillon mit Seeblick-Terr a sse
kombiniert mit Erzeugnissen aus der Regi-
Das Seehaus Event Pavillon mit seinem
einladende Plattform des Restaurants.
und Gerichte auf höchstem Niveau, mo-
nationale Trends aus den Küchen der Welt, on – ergänzt durch eine ausgesuchte Wein-
karte und die süffigen Biere der Klosterbrauerei Andechs.
zum Beispiel für Sektempfänge, Sommer-
feste oder einen melodisch-kulinarischen
ner Gruppe zelebrieren möchte, ist im
ner Kochkunst ein ideenreiches Geschick für professionell organisierte, erstklassi-
mit Kamin und Seeblick eignet sich ideal
die auch für Veranstaltungen vor Ort ge-
wandlungsfähigen Design bietet den richtigen Rahmen für Veranstaltungen jeder
Art. Bis zu 140 Personen können hier Feste feiern, tagen oder Workshops, Seminare und kulturelle Events erleben. Die nicht
öffentlich einsehbare Seehaus-Terrasse
Mit erlesenen Buffets, erstklassigen
Cooking und Barbecue-Arrangements sorund Kollegen dafür, dass die Veranstal-
tung einen genussreichen Rahmen be-
.
kommt, an den sich die Gäste gerne erinnern.
I n f o r m at i o n Neuhof am See Äußere Günzburger Straße 1 89423 Gundelfingen www.neuhof.de Öffnungszeiten Biergarten 1. Mai bis 15. Oktober 11.00–22.00 Uhr Öffnungszeiten Restaurant 1. Januar bis 31. April Dienstag bis Freitag: 18.00–22.00 Uhr Samstag/Sonntag: 12.00–14.30 Uhr Reservierung reservierung@neuhof.de Tel.: 09073/958690
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bergecho 2 . 2015
| gastlichkeit
Frische Semmeln fürs 40 hochwertige Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen seit Ostern am Kloster Andechs
Seit Anfang April stehen für Besucher, die mit Wohnmobilen oder Wohnwagen unterwegs sind, 40 neue, hochwertig ausgestattete Stellplätze am Fuß des Heiligen Berges zur Verfügung. Ausgestattet mit Stromanschluss, Frisch- und Abwasser sowie chemischer Entsorgungsstation, finden die Wohnmobilisten vieles, was den Aufenthalt am Kloster Andechs noch ange nehmer macht.
G
eschützt umzäunt und im Grünen zwischen schattigen Bäumen lädt
der Stellplatz am nördlichen Ende
des großen Besucherparkplatzes am Klos-
ter Andechs ein, die Seele baumeln zu lassen und sich richtig zu erholen.
Den Wohnmobilisten steht auf allen
Plätzen ein Stromanschluss zur Verfügung, ebenso wie eine zentrale Ver- und Entsor-
gungsstation für Wasser und Abwasser direkt auf dem Stellplatz. Wer neue Gasfla-
»Uns ist es ein großes Anliegen, un-
seren Gästen, die mit ihren Wohnmobil-
oder Wohnwagen unterwegs sind und am
Heiligen Berg Station machen, noch mehr
Dienstleistungen und Service anzubieten,
als das in der Vergangenheit möglich war«, so Christian Rieger, kaufmännischer Lei-
ter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe
in Andechs.
Mit Dominic Cloudt hat das Kloster
einen engagierten und kundigen Päch-
schen benötigt, kann Sie zu Tagespreisen
ter für den Wohnmobilstellplatz gewin-
Ebenso steht eine Station für chemische
intensiv mit den Bedürfnissen der Gäste
formationen zu Sehenswürdigkeiten und
arbeitet hat: »Ich hatte mich schon länger
direkt am Stellplatz kaufen bzw. tauschen.
Toilettenentsorgungen zur Verfügung. InGeschäften im Ort finden sich ebenfalls
am Stellplatz. Wer sich zum Frühstück dann noch ein besonderes Schmankerl
gönnen möchte, für den ist der »SemmelService« sicher mehr als ein Geheimtipp.
nen können, der sich schon seit längerem befasst und flexible Konditionen ausge
mit dem Gedanken getragen, dem Kloster den Betrieb eines Wohnmobilstellplatzes
anzubieten. Die lange Zeit der Planung
hat sich ausgezahlt. Wir haben heute ein
attraktives Angebot für unsere Gäste, was uns viele positive Rückmeldungen auch
bestätigen.« Zu diesem Angebot zählt:
bergecho 2 . 2015 |
Wohnmobilisten-Frühstück ▪▪ Nur wer übernachtet und einen Stromanschluss benötigt, zahlt 15 Euro inkl.
bekommen«, berichtet Dominic Cloudt.
Kritik an seinem Konzept hat er sich aber
ner Gesprächspartner erwiesen«.
sen, die teilweise schon seit Jahrzehnten
Kritik Ansporn, noch besser zu werden. So
Wohnmobil bzw. Wohnwagen aller Per-
auch von Wohnmobilisten anhören müs-
manschluss braucht, zahlt jeweils pro
nach Andechs kommen: »Ich kann schon
sonen und Haustiere. Wer keinen Stro-
Übernachtung 12 Euro.
▪▪ Keine Gebühr wird für Tagesgäste erhoben, die tagsüber auf dem Stellplatz
parken und am Abend weiterfahren.
Die Nutzung aller Angebote auf dem Stellplatz ist somit für Tagesgäste
absolut kostenfrei.
▪▪ Pro Übernachtung erhalten die Wohn-
mobilisten einen Verzehrgutschein des
Bräustüberls im Wert von 3,20 Euro. ▪▪Wer seinen Frischwassertank mit
zum Beispiel 90 Liter Wasser auffüllen
möchte, zahlt 1 Euro.
Ingesamt heißt das für kühle Rechner:
Wenn man den Verzehrgutschein in Höhe von 3,20 Euro berücksichtigt, ergibt
sich ein effektiver Übernachtungspreis
von 8,80 Euro für einen Stellplatz ohne und 11,80 Euro für einen Stellplatz mit
Stromanschluss. Ein Blick auf die Preise
vergleichbarer Wohnmobilstellplätze an
touristisch interessanten Orten in Bayern zeigt, dass diese Preise durchaus konkur-
renzfähig sind.
Viele Gäste auf dem Stellplatz freu-
en sich über das neue Angebot und pos-
ten dies auch auf der Facebook-Seite
des Wohnmobilstellplatzes. »Sogar ei-
nen Kuchen habe ich schon geschenkt
KONTA K T Dominic Cloudt www.wohnmobilstellplatz-andechs.de Mobil: 0171/4967238
unseren Gästen als ruhiger und besonne-
nachvollziehen, dass es da Fragen gibt,
wenn es früher nichts gekostet hat, und nun sollen die Wohnmobilisten etwas
zahlen. Aber der Hinweis auf die neuen
Angebote hat viele unserer Gäste über-
zeugt«. Christian Rieger bestätigt: »Domi-
nic Cloudt und ich sprechen oft und regelmäßig über die Rückmeldungen unserer
Für Dominic Cloudt ist konstruktive
will er in den kommenden Wochen und
Monaten das Serviceangebot auf dem Stellplatz weiter ausbauen: »Die neue Müllsta-
tion ist so gut wie fertig und bietet eine
absolut saubere Müllentsorgung für Rest-,
Bio-, Kunststoffmüll, Weiß- und Braun-
glas sowie für Papier und Karton. Ein kostenfreies WLAN werden wir in den kom-
menden Wochen auch in Betrieb nehmen
Gäste – positive wie negative. Wir antwor-
können. Und zur Sicherheit unserer Gäste
genießt als unser Partner volles Vertrauen
lich einwandfreien System zur Videoüber-
ten auf jede Rückmeldung. Herr Cloudt
und hat sich gerade bei Diskussionen mit
arbeiten wir an einem datenschutzrecht-
wachung.«
.
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bergecho 2 . 2015
| veranstaltungen
Colloquium
Auszug aus dem aktuellen Programm von September bis Dezember
▪▪ Umbrien, das »grüne Herz Italiens« – Landschaften, Stadtbilder, Kunst denkmäler
Mittwoch, 23. September 2015, 20 Uhr
Von Orvieto nach Todi ▪▪ Philosophischer Lesekreis – Mystik des Mittelalters
Leitung: Dr. phil. Dr. theol. Richard
ken bis zum Felspanorama des Apennin.
▪▪ Feierliche Vesper von
P. Benedikt Holzinger (1747–1815) Samstag, 7. November 2015, 16 Uhr,
Basilika Sankt Bonifaz
Im Rahmen der Tagung der Bayerischen
Benediktinerakademie gelangen die wie-
derentdeckten Vesperae solennes des letz-
▪▪ Wie heute von Gott sprechen …
ten der großen Andechser Barockkompo-
den gegenwärtig in Politik, Wirtschaft
Aufführung. P. Benedikt Holzinger, ein
katholische Kirche mit diesen Themen
Nachfolger von P. Nonnosus Madlseder
und Gesellschaft diskutiert. Dass sich die
eher schwer tut, ist kein Geheimnis. Dabei waren es immer wieder bedeutende
Frauen, von denen wichtige spirituelle Impulse für die Glaubenserneuerung ausgin-
nisten zum ersten Mal in München zur
virtuoser Violinspieler, wurde 1797 als
Katharina von Siena
Prof. Dr. Regina Willi, Institut für
Historische Theologie, Universität Wien inspiriert durch
Hildegard von Bingen
Dienstag, 10. November 2015, 20 Uhr
Sr. M. Maura Zatonyi OSB, Abtei St. Hilde-
gard, Eibingen
inspiriert durch Teresa von Avila
Dienstag, 17. November 2015, 20 Uhr
Ett. Die Säkularisation beendete jäh das
nichtete auch viele der Andechser Musik-
Dr. Sixtus Lampl, dem versierten Denk-
malpfleger und Begründer des großen Or-
gelmuseums in Valley, gelang es, im Klos-
Städte wie Perugia, Spoleto, Orvieto, Todi
und anderer Orte zum Bilde einer faszinie-
renden Kulturlandschaft.
Referent: Richard K. Blasy, Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte
▪▪ Meditationstage –
»Das Herz ist von Natur aus ruhig«
Samstag, 19. September und 21. November 2015,
jeweils 9.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
Leitung: Oskar Brandner
Bewegung in der Ruhe«
Montag, 21. Sept. bis 26. Okt. 2015, 20–21 Uhr 6 Treffen, Gebühr: 48 Euro
Montag, 9. Nov. bis 21. Dez. 2015, 20–21 Uhr
7 Treffen, Gebühr: 56 Euro
Leitung: Oskar Brandner, Tel. 089/3243120
ter Weyarn die 1793 von dort bestellte große Vesperkomposition von P. Benedikt zu
entdecken und für eine Wiederaufführung
herzurichten. Unter seiner Leitung wird
sie nun von Chor, Solisten und Orchester
der Valleyer Barockmusikfreunde zwei-
hundert Jahre nach dem Tod von P. Benedikt Holzinger aufgeführt.
▪▪ Gesprächskreis: Wege zum Glauben Hans Scholls Weg in den Widerstand
Freitag, 20. November 2015, 20 Uhr
Referenten: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
P. Dr. Ulrich Dobhan OCD, Provinzial des
& Dr. Stefan Daltrop
München
Bibliothek von Sankt Bonifaz.
Teresianischen Karmel in Deutschland,
vorwiegend mittelalterlich geprägten
▪▪ Qi Gong – »Ruhe in der Bewegung –
und Leiter des Sängerknabeninstituts. So
werke.
Dienstag, 3. November 2015, 20 Uhr
verbindet sich mit dem Ambiente seiner
war er auch wichtigster Lehrer von Caspar
ches Gottesbild sie prägte und wie dieses
inspiriert durch
Dieses vielfältige Landschaftspanorama
Telefon 089 3243120, Gebühr: 25 Euro
Wirken P. Benedikt Holzingers und ver-
ins Heute übertragen werden kann.
und Hügelzügen und fruchtbaren Talsen-
Chorregent der Andechser Klostermusik
gen. Im Jahr der Orden wollen wir uns drei Ordensfrauen widmen und fragen, wel-
nach Amelia
Umbrien dehnt sich mit bewaldeten Berg-
Schneider & Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
Gleichberechtigung und Frauenquote wer-
Durch den Südbereich von Bevagna
Montag, 28. September und 19. Oktober 2015,
20 Uhr
Colloquium Benedic tinum
Mittwoch, 14. Oktober 2015, 20 Uhr
Eine Station auf diesem Weg war auch die
I n f o r m at i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Tel. 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de
bergecho 2 . 2015 |
ORGELKONZERTE ▪▪ Max Reger
Gesamtaufführungen der Choral
fantasien für Orgel
Sonntag, 18. Oktober 2015, 16.30 Uhr,
Basilika Sankt Bonifaz
3. Konzert: Wachet auf, ruft uns die Stim-
me op. 52 Nr. 2; Wie schön leucht’ uns der
Morgenstern op. 40 Nr. 1
Andechser Orgelsommer 2015
Tobias Skuban, Orgel, & P. Stephan Dorner,
Auslegung
▪▪ Tage Neuer Kirchenmusik in der Erzdiözese München und Freising Gesprächskonzert
Sonntag, 4. Oktober 2015, 16.30 Uhr,
Basilika Sankt Bonifaz
Werke von J. S. Bach, Paul Hindemith, Robert M. Helmschrott, u. a.
Anna Schorr, Orgel
www.andechs.de
Eintritt: 10 Euro
▪▪ Chorkonzert: 80 Jahre Arvo Pärt
08. 08. Orgelfest (10 Jahre Jann-Orgel) samstag
(geb. 11.9.1935)
19.00 – 22.00 Uhr
Samstag, 24. Oktober 2015, 20.00 Uhr,
Basilika Sankt Bonifaz
Chor- und Orgelmusik aus England mit Pause und Bewirtung vor der Kirche
mit Orgel vox nova
David Davies (Exeter–England), Orgel Andechser Chöre, Ltg.: Martina Cabell Anton Ludwig Pfell, Gesamtleitung und Orgel
Thomas Pfeiffer, Orgel
Andreas Stadler, Leitung
Eintritt: 15 Euro/9 Euro (ermäßigt)
▪▪ Chor-Orchesterkonzert
Sonntag, 15. November 2015, 16.00 Uhr,
Basilika Sankt Bonifaz
Joseph Gabriel Rheinberger (1839–1901): Orgelkonzert Nr. 2 g-Moll, op. 177
Johannes Brahms (1833–1879): Motette
»Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen«, op. 74/Nr. 2
J. S. Bach (1685–1750): Wachet auf, ruft
uns die Stimme, BWV 140, Kantate zum 27. Sonntag nach Trinitatis für Soli Chor und
Orchester
Solisten: Tobias Skuban, Orgel, Stiftskan-
torei Sankt Bonifaz, Mitglieder des Baye-
rischen Staatsorchesters; Leitung: Martin
Fleckenstein
Eintritt: 20 Euro/15 Euro (ermäßigt)
Veranstalter: Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Florian-Stadl, Bergstraße 2, 82346 Andechs
Werke für Chor a cappella und Chor
samstag Königin 22. 08. „Die lässt bitten…“ Beginn 18.00 Uhr
die Orgel als Königin der Instrumente Franz Günthner (Leutkirch) spielt Werke von Bach, Wagner, Liszt u.a.
samstag + Orgel 05. 09. Horn Hanna Staszewska (Polen), Horn
Beginn 18.00 Uhr
Klemens Schnorr (München), Orgel spielen Werke von Ritter von Neukomm, Vierne, Lemare, Mozart u.a.
samstag 26. 09. Italienische Orgelmusik Beginn 18.00 Uhr
vor und nach der cäcilianischen Reform Zeno Bianchini (Verona) spielt Werke von Petrali, Bossi, Respighi u.a.
Alle Konzerte finden in der Wallfahrtskirche Andechs statt.
Orgelfest 15,– euro Schüler/Studenten 10,– euro
Kartenverkauf an der Konzertkasse eine halbe Stunde vor Konzertbeginn.
Orgelkonzerte 10,– euro Schüler/Studenten 5,– euro
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bergecho 2 . 2015
| veranstaltungen
Kunst und Bier am Heiligen Berg Symposium »Kunst und Bier« vom 17. bis 25. August 2015
D
ie Künstler und Bildhauer Siegfried
Kober (Berlin), Christian Schafflhuber (Tittling) und Ortrud Sturm (Röder-
mark) bestreiten heuer das Symposium.
Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 20. März im Kloster Andechs,
aus 42 Einsendungen (mehr als doppelt so viel wie 2014) die Teilnehmer für das Symposium auszuwählen.
Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 17. bis 25. August 2015 das Symposium »Kunst und Bier« auf dem Hl. Berg. Dabei entstehen wieder neue Interpretationen zum Thema »Kunst und Bier«. Die drei von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Skulpturenpark unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 17. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs arbeiten die Künstler am 20. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten sie beim künstlerischen Gestalten an.
Siegfried Kober ➀
➊
Er wurde 1951 in Hannover geboren, ab-
solvierte nach Abschluss seiner Schulausbildung an der Hochschule der Künste
Berlin sowohl ein Studium der visuellen
Kommunikation als auch eines der Bild-
hauerei. Nach dem Studium wurde er
Meisterschüler bei Prof. Harro Jacob. Es
folgten verschiedene Wandgestaltungen
im öffentlichen Raum. Für seine Arbei-
ten erhielt er diverse Preise, wie den für
»Kunst am Bau«. Darüber hinaus fertigte Siegfried Kober als künstlerischer Mitar-
beiter Bühnenbilder an der Schaubühne
Berlin, u.a. bei der Produktion für Robert
Wilson und Peter Stein. Heute lebt und
arbeitet Siegfried Kober in Berlin und in
der Prignitz, einer ländlich geprägten und dünn besiedelten Region im Nordwesten
Christian Schafflhuber ➁
Er wurde 1971 im niederbayerischen Oster-
Brandenburgs.
hofen geboren. Ab 1992 absolvierte er eine
Jugendstilhalle, der erweiterten Bahn-
er in Regensburg. Danach war er bis 2005
Im November 2012 stellte er in der
hofslounge des Hauptbahnhofs Halle, aus.
dreijährige Ausbildung zum Steinbildhau-
als Restaurator in Berlin und im Anschluss
Seine dort ausgestellten Werke wirken wie
weitere drei Jahre – ebenfalls in Berlin –
tensäge überlebensgroße Holzfiguren und
er eine Bildhauerwerkstatt in Hötzendorf
gezeichnet, selbst wenn er mit der KetKöpfe aus Baumstämmen heraustreten
als freier Bildhauer tätig. 2008 eröffnete bei Tittling im Landkreis Passau. Hier
lässt. Im Oktober 2013 folgte eine Ausstel-
veranstaltet er nicht nur Ausstellungen,
Plastik‹ in Berlin. Auf dem Symposium
Christian Schafflhuber hat schon an vie-
lung in der ›Abguss-Sammlung Antiker
»Kunst und Bier« plant er zwei ca. drei Me-
sondern auch Workshops und Symposien.
len Orten seine Arbeiten auf Ausstellun-
ter große Holzskulpturen unter dem Motto
gen gezeigt, darunter im Kunstpunkt in
stellen die Begegnung von Menschen im
in Salzgitter, im WaldKult in Passau, im
Strukturen seiner Objekte werden den ver-
nationalen Kunstausstellung in Eching,
»Begegnung«. Die figurativen Holzstelen
Biergarten dar. Die groben zeichnerischen schiedensten Interpretationen Raum geben.
Hüfingen am Bodensee, auf der Art Berel Gemeindezentrum Dachau, auf der Inter-
auf der Landesgartenschau in Deggendorf. Symposien führten ihn unter anderem
nach Anduins im italienischen Friaul und nach Treppo Grande in Italien. Auf dem
bergecho 2 . 2015 |
➋
➌ I n f o r m at i o n
Symposium »Kunst und Bier« wird Chris-
»Ästethik im Alter« des Landkreis Offen-
schaffen. Das ca. 1m x 1m x 30 cm große
ihre Arbeiten im Skulpturenpark in Mör-
gesockelt, denn zum Bier gehöre, so Chris-
posiums in Bad Goisern in Österreich. Be-
tian Schafflhuber eine Breze aus Kalkstein Kunstwerk wird wie ein »B« aufrecht auf-
tian Schafflhuber, »nicht nur für den Bild-
hauer eine Brotzeit, und wenn’s nur eine Brezn ist.«
Ortrud Stur m ➂
Sie stammt aus dem hessischen Röder-
mark und ist die Dritte im Bunde der Symposiumsteilnehmer 2015 in Andechs. 1959
im ebenso hessischen Altheim geboren
bach. Zwei 1. Preise erhielt sie 2002 für
felden und 2008 im Rahmen eines Sym-
vorzugt arbeitet Ortrud Sturm mit Holz:
»Seine natürlichen Farben, Eigenschaften
und organische Strukturen sind besondere
Ausdrucksträger für mich, die ich bei meiner Arbeit bewusst nutze«. In Andechs re-
alisiert sie die Skulptur »Alles in Gärung«.
Aus einem einzigen Holzstamm wird das ca. 2,20 m große Kunstwerk entstehen.
Ortrud Sturm über die Überlegungen zu
machte sie von 1976–79 eine Ausbildung
ihrer Arbeit: »Aus einem Holzstamm wer-
dierte sie Bildhauerei an der Werkkunst-
aufeinander geschichtet sind. Der Aufbau
zur Holzbildhauerin. Von 1984 bis 86 stu-
schule in Flensburg und erhielt 1989 den
Preis des internationalen Wettbewerbs
»Figur und Fläche« des Deutschen Elfen-
den Würfel gesägt, die scheinbar locker der Skulptur im unteren Bereich ist ge-
schlossen und sie öffnet sich nach oben
hin. Die Würfel sind molekularartig in
beinmuseums in Erbach im Odenwald.
kleinen Gruppen angelegt und lösen sich
der Internationalen Wanderausstellung
Perlen im Bierglas.«
Von 1994 bis 1996 arbeitete sie im Rahmen
.
vom unteren Teil aus nach oben auf – wie
Symposium Kunst und Bier Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf dem Maibaum-Platz unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum des Künstlers. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung. Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Für die Gestaltung erstellen sie ein erlebnispädagogisches Konzept. 2015 ist der Heilige Berg zum dreizehnten Mal Austragungsort des Symposiums »Kunst und Bier«. Die Besucherinnen und Besucher des Hl. Berges können dann bis zum 25. August 2015 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.
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bergecho 2 . 2015
| veranstaltungen
4. Andechser Nachtflohmarkt im Florian-Stadl in Planung
G
roß war das Interesse am Nacht-
Ko n ta k t
flohmarkt im März dieses Jahres.
Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Veranstaltungsmanagement Elke Zeitler zeitler@andechs.de
Für das Kloster wird Elke Zeitler
im Spätherbst erneut einen Flohmarkt organisieren. Für die sprichwörtliche
Andechser Gastlichkeit im Florian-Stadl sorgt das Team vom Bräustüberl.
Wer Interesse an einem Stellplatz hat,
kann schon jetzt Kontakt mit Elke Zeitler aufnehmen. Der endgültige Termin (vor-
aussichtl. 7. November) wird auf unserer
.
Homepage www.andechs.de rechtzeitig be-
kannt gegeben.
Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.
“Heimat”
Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.
Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.
VR Bank
Starnberg-Herrsching-Landsberg eG
www.vrsta.de
bergecho 2 . 2015 |
Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr auf der Bräustüberl-Terrasse, nur bei Biergartenwetter
09.08. Blaskapelle Max Pfluger 16.08. Blaskapelle Utting 23.08. Blaskapelle Rammingen 30.08. Blaskapelle Wehringen 06.09. Blaskapelle Erling-Andechs 13.09. Stadtmusikapelle Innsbruck-Amras
20.09. Högl Buam 03.10. Blaskapelle Erling-Andechs (Kinder- und Familientag)
11.10. da Blechhauf’n 18.10. Musikkapelle Oberrieden
Blasmusik im Bräustüberl
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bergecho 2 . 2015
| veranstaltungen
Andechser Exerzitien
Geistlicher Übungsweg für Männer in Führungsverantwortung
Die Andechser Exerzitien für Männer in Führungsverantwortung bieten beruflich stark engagierten Führungskräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebens rhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die Exerzitien in Andechs.
D
ie Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg.
Die Teilnehmer sind während der
Exerzitien Gäste in der Klausur des Klos-
ters. Daher können an den Exerzitien nur
Männer teilnehmen.
Die Arbeitseinheiten der Andech-
ser Exerzitien leiten dazu an, die eigene Situation als Führungskraft genauer zu
betrachten. Anhand von ausgewählten
Beispielen aus der Bibel werden Führungs situationen reflektiert und auf die eigene
Lebens- und Unternehmenssituation übertragen.
Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht
die bewusste Lektüre der Benediktsregel.
Gespräche, Texte und Meditationen geben
Anregung und Anleitung für eine ganz
persönliche Besinnung und Neuorientie-
rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg zu einer integrierten Lebensgestaltung
und Mitarbeiterführung sein. So können
die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete
.
(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und
Arbeitens gewinnen.
Termine Andechser Exerzitien 2015/2016 25. bis 29. November 2015 10. bis 14. Februar 2016 30. November bis 4. Dezember 2016 Anmeldung und Information Kloster Andechs Tagungsmanagement Elke Zeitler Tel. 08152/376-279 Fax: 08152/376-239 seminare@andechs.de, www.andechs.de
bergecho 2 . 2015 |
»Ich will mein Leben zurück« 13. bis 14. November 2015 – Trauerseminar
I n f o r m at i o n leitung Renate Ilg, Diplom-Theologin, Klinikseelsorgerin, Supervisorin und Traumaberaterin
Renate Ilg, Leiterin des Trauer seminars im Kloster Andechs, hat die Erfahrungen der vergangenen Seminare zusammen gefasst und gibt einen Einblick in die Dynamik dieser intensiven Tage auf dem Heiligen Berg.
Josef Ilg, Diplom-Theologe, Schulrat i.K.i.R.
D
treffpunkt Freitag, 13. November 2015, um 17.30 Uhr an der Klosterpforte.
er Kirchturm der Wallfahrtskirche, dem Suchenden im Nebel allein Orientierung gebend, so hatten
wir wieder unser Angebot für Trauernde
beworben. In den Gärten der Trauer ken-
nen wir das brachliegende Land und die
Angst, dass nichts Neues wächst. Und
wenn, dann macht es keine Freude, denn der alte Sinn, das bisherige Leben in Ge-
meinschaft ist dahin.
Der Austausch mit anderen half den
Trauernden, ihre kleinen Erfolge zu hören und das Mitgefühl, wenn die Tränen mal
wieder zu viel sind. Es war sehr intensiv, den persönlichen Geschichten und dem damit verbundenen Schmerz achtsam
Raum zu geben und sich in der Trauer verstehen zu lernen.
Beim Abschlussgottesdienst in der
Hedwigskapelle konnte auch das Unausgesprochene und noch Aufwühlende in der
Stille ankommen und um Gottes Beistand
für den noch schweren Weg gebetet wer-
den.
Das neue Seminar hat den Titel: »Ich
will mein Leben zurück«. Auch in diesem Se-
minar wollen wir der Trauer um den ver
lorenen, geliebten Menschen Zeit widmen, Kraftquellen bewusst machen und im
Austausch mit anderen Orientierung für
den eigenen, neuen Weg finden. Es wird
.
Zeiten der Stille geben, wohltuende Bewe-
gung und hilfreiche Impulse.
termin Freitag, 13. November 2015, 18 Uhr bis Samstag, 14. November 2015, 17.00 Uhr, mit anschließendem Gottesdienst.
teilnahmegebühr 103 Euro pro Person. Vor Seminarbeginn bitte überweisen auf: Kloster Andechs – Nikolauskolleg Kreissparkasse München-StarnbergEbersberg IBAN DE95 7025 0150 0010 2724 82 leistung Seminar, Übernachtung mit Vollpension. Verlängerung des Aufenthaltes gegen Aufpreis i.H.v. 35 Euro (Übernachtung und Frühstück) bis Sonntagmorgen, 15. November 2015, bis 11 Uhr möglich. anmeldung bis spätestens 11. November 2015 teilnehmerzahl zwischen 8 und 12 Personen veranstalter Nikolauskolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Tel. 08152/376-253 Fax: 08152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de
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| veranstaltungen
Familien wieder im Mittelpunkt Kinder, Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde sind auch heuer von den Andechser Mönchen eingeladen zum Kinderund Familientag mit einem abwechslungsreichen Programm zwischen 10 und 17 Uhr. Mit dabei sein wird auch – wie im letzten Jahr – der Mitmach-Zirkus »Gniztut« der Lebenshilfe Starnberg. Der schon traditionelle Familiengottesdienst um 17 Uhr in der Wallfahrtskirche rundet den gemeinsamen Tag ab.
A
ndechs führt Familien zusammen.
Nicht nur während der Ferien und
an den Wochenenden. Andechs ist
das ganze Jahr über beliebt bei vielen Fa-
milien. Nicht nur aus dem Münchner Um-
land kommen viele Familien, auch und
gerade mit den Großeltern zum Heiligen Berg oberhalb des Ammersees. Das zeigt
sich auch bei Wallfahrten, Ausflügen und
Feiern in Andechs.
Den 3. Oktober aber widmet das Klos-
ter besonders den Familien. Sie stehen an
diesem Tag ganz bewusst im Mittelpunkt.
Daher lädt das Kloster ein und das heißt
ganz konkret, dass die vielen Stände für Spaß und Spiel kostenfrei sind. »Das ist
uns besonders wichtig«, so Abt Johannes,
»dass Familien – unabhängig von den Fi-
nanzen – einfach einmal miteinander eine
gute Zeit bei uns verbringen können. Dabei lassen sich sicher Kirche, Kloster und
Mönche auch einmal von einer anderen Seite erleben.«
Andechser Kinderund Familientag am 3. Oktober 2015
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Glückliche Gewinner beim Familientag 2014
Traditionell zu einem anderen Blick
auf das Kloster verhilft auch wieder der
und seiner Wirtschaftsbetriebe beteiligen
sich wieder mit Glücksrädern und – ab der
Teleskop-Kran vor der Einfahrt zur Kloster-
Mittagszeit – mit einer Hüpfburg am Fa-
60 Meter Höhe einen guten und seltenen
Zaubern vor dem Klostergasthof. Im Flori-
bis hin zu einem hoffentlich beeindru-
aus der Region ihren Auftritt und zeigen,
brauerei. Bei guter Witterung wird er in
Ausblick auf das Kloster, seine Umgebung ckenden Alpenpanorama bieten können.
Abt Johannes wird mit Familien in der
Wallfahrtskirche auf Entdeckungsreise
gehen. Am und im Florian-Stadl werden
milientag. Und nicht zu vergessen: Das
an-Stadl haben Kinder-Trachtengruppen
dass Singen und Tanzen eine Menge Freu-
J
onas Roßmann aus Gauting war der
glückliche Gewinner einer Großen
Schiffsrundfahrt auf dem Ammer-
see. Zusammen mit seinen Eltern und
Geschwistern hat sich der Fünfjährige
auch die Einladung zu einem kleinen
Imbiss an Bord nicht entgehen lassen. Carmen, Jonas Mama, schrieb uns:
de bereitet. Vor dem Florian-Stadl ist wie-
»Wir hatten einen kurzweiligen, ver-
ein Stück weiter zeigen die Hopfenzupfer,
der waren schwer beeindruckt von dem
der Platz für die Heuhupfer. Und gleich
gnügten Nachmittag und unsere Kin-
Bierfilze in Kunstwerke verwandelt. Hier
was man aus Hopfen alles fertigen kann.
gerichtet sein und Fabel- und Fantasie-
lichkeit unter Beweis stellen kann man
hat der ebenfalls fünf Jahre alte Lau-
Klosterweiher können sich Jungen und
gelrutschen und bei den Machtlfinger Bo-
wonnen. Zusammen mit Mama Miriam,
terer im Angeln üben. Partner des Klosters
ganz traditionsreiche Spielstationen wie
wird auch wieder die Schminkstation ein-
Wesen auf Kindergesichter zaubern. Am Mädchen unter Anleitung von Jakob Schet-
Sich richtig austoben und seine Geschick-
beim Kübelspritzen, Tragelklettern, Tra-
genschützen. In den letzten Jahren waren Dosenwerfen und der Nagelbalken besonders gesucht. Sie sind auch dieses Jahr
Schaufelrad-Dampfer«.
Freien Eintritt ins Sea Life München
rence Tadeus Dehn aus Starnberg ge-
Papa Alexander und seinem älteren Bruder Vincent erkundeten sie Mitte April
die Unterwasserwelt. In der E-mail, die
wir von Alexander Dehn erhalten haben,
wieder zu finden, ebenso wie das Bungee-
klingt die Begeisterung noch nach: »Wir
der Wallfahrtskirche.
Dank für diesen spannenden und lehr-
Trampolin und die Miniaturdampflok vor Auch 2015 lädt Marcus Everding unter
dem Motto »Auf die Bühne bitte« in den
haben heute den Preis eingelöst. Vielen
reichen Ausflug! Den Kindern haben die
Haie und Rochen besonders gut gefal-
Florian-Stadl ein. Kinder und Erwachsene
len. Richtig cool war natürlich auch das
nehmen, das ist seine Leidenschaft. Dabei
den Oktonauten.«
in Carl Orffs Musiktheater–Welt mitzu-
erklärt er, wie Theater funktioniert und
was auf und besonders hinter der Bühne während der Vorführung möglichst geräuschlos passieren muss.
Wer es etwas ruhiger möchte, der soll-
te mit der Kutsche und einem Paar statt-
licher Shire Horses (Kaltblutpferde) einen
kleinen Ausflug in die Umgebung machen. Die Klostermetzgerei sorgt mit Grill-Spezi-
alitäten fürs leibliche Wohl ebenso wie das
Brotzeit-Eckl. Andechs® Klosterbiere und
die Andechser Alkoholfreien fehlen ebenso
wenig wie die Blaskapelle Erling-Andechs.
Zugunsten der Obdachlosenarbeit der Abtei Sankt Bonifaz verkaufen Fr. Emmanu-
el und seine Helfer wieder Pommes frites.
Für Kaffee und Kuchen sorgen die Andechser Landfrauen im Pferdestall. Auch der
Büchermarkt an der Alten Apotheke ge-
genüber der Wallfahrtskirche hat geöffnet.
.
Sein Erlös geht an Projekte der Missions-
benediktinerinnen von Tutzing.
.
Meet & Greet mit Captain Barnius von
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Handwerk auf dem Hl. Berg Tag des offenen Denkmals im Kloster Andechs am 13. September 2015
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Die Wallfahrtskirche verdankt ihr heutiges Erscheinungsbild unzähligen Handwerkern und Künstlern: Freskanten, Stuckateuren, Fassmalern, Vergoldern, Schreinern, Zimmerern, GlockengieSSern, Orgelbauern, Schlossern, Schmieden, Steinm etzen, Wachsziehern, Gold- und Silberschmieden, Restauratoren und vielen anderen
Im Zuge der technologischen, wirt-
schaftlichen und einer damit verbunde-
nen sozialen Entwicklung war es möglich,
dass die Gewerke sich mehr und mehr spezialisieren konnten. Berufe entstanden,
die in unserem Kulturkreis mindestens
seit der Römerzeit belegt sind. Diese tech-
nische Spezialisierung, das über Genera-
Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am 13. September 2015 in Deutschland steht unter dem Motto »Handwerk, Technik, Industrie«. Unter dieser Überschrift beteiligt sich auch das Kloster Andechs an diesem Tag.
D
ie Wallfahrtskirche und das Kloster Andechs sind natürlich alles
andere als ein Industriedenkmal.
Silberschmieden und vielen anderen – und
Wissen, die Erfahrung und Kunstfertig-
vor nunmehr zehn Jahren alles wieder im
in unserem kulturellen Erbe ab. Die ra-
nicht zu vergessen die Restauratoren, die
alten Glanz erstrahlen ließen.
Ziel der europaweiten Kampagne »Eu-
ropean Industrial and Technical Heritage Year
2015« ist es, auf die Bedeutung von industriellen und technischen Denkmalen für die Denkmallandschaft in Europa hin-
zuweisen. Es sind nicht nur die großen
Gotteshäuser und malerischen histori-
schen Altstädte, die unsere baukulturelle
Identität formen. Ganze Regionen wie das
Dennoch können die traditionell am Tag
Ruhrgebiet, das Saarland oder die Berg-
auch diesen Aspekt aufgreifen. Das gilt
Binnenhäfen werden durch Technik- und
fahrtskirche und den Fürstentrakt. So ist
male und Denkmalensembles gelten sie
des offenen Denkmals geführten Bereiche für die Brauerei ebenso wie für die Wall-
tionen und Jahrhunderte weitergegebene
baugebiete Sachsens, die großen See- und
Industriebauten geprägt. Als Einzeldenk-
keit Einzelner bildet sich beeindruckend sante technische Entwicklung, die ge-
waltige Welle der Industrialisierung der
letzten zweihundert Jahre und die damit
verbundenen tiefgreifenden sozialen Verschiebungen haben unsere Lebensbedin-
gungen und die unserer Vorväter so stark
verändert wie nie zuvor in der Geschichte.
Dieser schnelle Wandel führte dazu, dass
ganze Landstriche innerhalb kürzester Zeit eine industrielle Prägung bekamen.
Ebenso schnell kann es jedoch passie-
ren, dass sich technische und industrielle
Anforderungen verändern, dass Rohstoffe
lokal nicht mehr wirtschaftlich zu nutzen oder erschöpft sind. Zu wirtschaftlichen
die Andechser Brauerei mit dem frühe-
heutzutage vielerorts bereits für den Tou-
Problemen, wie wir sie beispielsweise aus
Bräustüberls, mit der alten Mälzerei – 1907
ren wie berühmte Barockkirchen, klassi-
dass solche Industrielandschaften und rie-
ren Brauhaus im Bereich der Terrasse des
als einer der ersten Bauten in Stahlbeton-
rismus ebenso als positive Standortfaktozistische Rathäuser oder prächtige Fach-
dem Ruhrgebiet kennen, kommt hinzu, sige technische Anlagen plötzlich nicht
weise auch zur Absicherung des Osthangs
werkinnenstädte.
mehr genutzt werden. Leerstand und in-
Fuß des Heiligen Berges ein Beispiel für
unserer Denkmallandschaft, so sind seit
der Frage, welchen technik-, kultur-, ar-
errichtet – und der modernen Anlage am den Wandel innerhalb eines Handwerks
Das Handwerk bildet die Grundlage
2003 traditionelle Handwerkstechniken
über die Jahrhunderte hinweg.
Teil des immateriellen Weltkulturerbes.
kunstwerk des Barock und Rokoko, sie
Metallurgie, Webtechniken oder Töpfe-
tik und die mit dieser Stilepoche verbun-
nach Auslegung – sprichwörtlich so alt wie
Die Kirche ist nicht nur ein Gesamt-
erinnert in ihrer Bausubstanz an die Go-
denen revolutionären Bautechniken und
verdankt ihr heutiges Erscheinungsbild
rei sind Jahrtausende alt, ja teilweise – je
wir freuen uns auf ihren besuch !
die Menschheit. Technische Neuerungen
können ihren Erfindern entscheidende
malern und Vergoldern, Schreinern und
Fischfang, der Landwirtschaft, der Her-
ern, Schlossern und Schmieden, Stein-
beim Hausbau.
metzen und Wachsziehern, Gold- und
.
diese Anlagen haben, beschäftigen sich
Industriedenkmalpfleger.
Vorteile verschaffen, erleichtern sie doch
Zimmerern, Glockengießern, Orgelbau-
chitektur- und sozialgeschichtlichen Wert
Gewerke der Stein- und Holzbearbeitung,
unzähligen Handwerkern und Künst-
lern wie Freskanten, Stuckateuren, Fass-
folgedessen Verfall machen sich breit. Mit
seit Urzeiten unser Leben: ob bei Jagd und stellung von Geräten und Kleidung oder
I n f o r m at i o n e n zu den Führungen am Tag des offenen Denkmals am Kloster Andechs finden Sie auf unserer Homepage: www.andechs.de
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Neues Kinderhaus in Söcking eingeweiht
Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung
Am 8. Mai wurde das neue integrative FortSchritt Kinderhaus in Söcking »Kind & Natur« feierlich eingeweiht. Das Haus beherbergt drei Krippen-, zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe.
B
ei schönstem Wetter und bester
Stimmung kamen viele Besucher,
um die Eröffnung des Natur und
FortSchritt gemeinnützige GmbH Ferdinand-von-Miller-Str. 14 82343 Niederpöcking Tel. 08151/916949–32 Fax: 08151/916949–8 www.fortschritt-gmbh.de
der mit und ohne Behinderung. Mit mitt-
Kind Hauses zu feiern. Darunter waren
lerweile 35 Einrichtungen ist FortSchritt
rat Karl Roth, Stadtrat Thomas Beigel, der
treten. FortSchritt fördert Kinder in Ihrer
auch zahlreiche offizielle Gäste, wie Landin Vertretung für die Bürgermeisterin Frau
John ein Grußwort sprach, und Jugend-
amtsleiterin Frau Merkl-Griesbach. Im An-
in acht oberbayerischen Landkreisen ver-
Ganzheitlichkeit. FortSchritt bietet in sei-
nen Einrichtungen Kindern und Jugend-
lichen ein familienunterstützendes An-
schluss an die Reden spendeten die Pfarrer
gebot. Hierbei stehen die Persönlichkeits-
Kirche Starnberg den ökumenischen Se-
im Vordergrund. Die Kindertagesstätten
der Katholischen und der Evangelischen
KONTA K T
Als gemeinnütziges Unternehmen för-
dert und betreut FortSchritt seit 1994 Kin-
gen für das neue Haus.
Als symbolischer Eröffnungsakt wurde
kein Band, sondern Weiden durchschnitten. Die Klosterbrauerei hatte Bierbank-
garnituren und Gläser kostenlos zur Ver fügung gestellt. Für den musikalischen
Rahmen sorgte die Blaskapelle Pöcking.
Es war ein sehr schönes und gelungenes
Fest. Vielen Dank an alle Beteiligten!
entwicklung und soziale Gerechtigkeit
von FortSchritt stehen für alle Kinder der
verschiedenen gesellschaftlichen, konfessionellen und nationalen Gruppen offen. Sie bilden somit ein differenziertes, viel-
.
schichtiges, bildendes und soziales Lernumfeld.
sivia welti
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Herrschinger Bundesliga-Volleyballer Saisonabschluss auf Andechs
M
anch einer feiert seinen Saisonabschluss auf
dem Rathausbalkon, manch einer auf der Fan-
meile. Die Bundesliga-Volleyballer des GCDW
Herrsching pilgern jedes Jahr zum Abschluss einer ge-
lungenen Saison auf den Heiligen Berg nach Andechs. Nach fünf Aufstiegen in Folge und einem achten
Platz in der allerersten Bundeligasaison, gab es deshalb auch dieses Jahr wieder allen Grund dazu, die Spielzeit
2014/2015 in der Klosterbrauerei ausklingen zu lassen.
Und nach neun Monaten anstrengender Saison durf-
ten sich dann auch die Leistungssportler einmal ein
vollmundiges Bier und eine leckere Hax’n genehmigen.
Weiter geht die Saison dann wieder im Oktober, mit vielen aufregenden Heimspielen in Herrsching – und hof-
fentlich zieht es die Volleyballer, dann auch im nächsten
.
Jahr, mit vielen Erfolgen im Gepäck, ein weiteres Mal nach Andechs.
andré bugl
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›Naturheilkunde‹ zu Gast auf dem Hl. Berg
»Andechser Naturheilkundetage« ziehen über 300 Ärzte und Heilpraktiker an
Wenn es nach den Interessenten an den »Andechser Naturheil kundetagen« gegangen wäre, hätten sich an diesem Samstag im Juni rund 600 Ärzte und Heilpraktiker auf dem Heiligen Berg Bayerns getroffen. Steffen Wegner, Geschäftsführer von Steierl-Pharma aus Herrsching, über eine Tagung, die sich auch von der besonderen Umgebung des Fürstentraktes inspirieren ließ.
S
amstag, 20. Juni 2015 – Es ist 8.00
Uhr morgens und der Heilige Berg scheint noch friedlich zu schlum-
mern. Allein einige Hinweisschilder »An-
dechser Naturheilkundetage« lassen darauf
schließen, dass es mit der Ruhe bald vor-
bei sein könnte. Und tatsächlich nehmen
in der folgenden Stunde rund 300 Ärzte
und Heilpraktiker, trotz des starken Re-
gens, den steilen Aufstieg zum Fürstentrakt auf
sich, um sich an diesem
Wochenende rund um die Naturheilkunde fortzubilden.
Kloster auch den »Andechser Kräutergarten«
betreibt, wohl ein interessantes Paket geschnürt: Alle Teilnehmerplätze waren in-
nerhalb von vier Wochen vergeben und die
Nachfrage war insgesamt mehr als doppelt so hoch.
»Es sind nicht allein die guten Vorträ-
ge und Referenten, die den Erfolg der Naturheilkundetage ausmachen, sondern
»Die Sorge für die Kranken steht vor und über
allen anderen Pflichten«
Mit Vorträgen zu Themen wie Hor-
auch die ganz besondere
Atmosphäre des Klosters
und die einmaligen Räu-
me des Fürstentraktes.«,
betont Eugen Eschenlohr,
Geschäftsführer der Stei-
erl-Pharma. Beide freuen sich, mit den
monsystem, Mikrobiom, Fibromyalgie,
Naturheilkundetagen an eine alte Traditi-
che hatte der Veranstalter Steierl-Pharma
können, denn im 5. und 6. Jahrhundert
Kinderheilkunde oder Nebennierenschwäaus Herrsching, der gemeinsam mit dem
on klösterlicher Heilkunde anknüpfen zu
waren es die Klöster, die das heilkundliche
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Wissen der Antike vor dem Vergessen be-
wahrten. So steht im 36. Kapitel der durch den Hl. Benedikt (480–547) verfassten Re-
gula: »Die Sorge für die Kranken steht vor und
über allen anderen Pflichten«. In den Klöstern
gab es hierfür soziale Einrichtungen wie
einen Krankensaal für Mönche (infirmari-
um), Herbergen für kranke Pilger (hospitium) und ein Krankenhaus für Arme (hospitale pauperum). Heilpflanzen wurden in
einem separaten Heilkräutergarten (her-
bularius) angebaut und in der Kräuterkam-
mer aufbewahrt. Diese klösterlichen Be-
reiche waren die Vorläufer unserer modernen Krankenhäuser und Apotheken.
Im Kloster Andechs belegt die »An-
dechser Apothekenliste«, ein Verzeichnis
von Arzneistoffen, »… die ein Apotheker verwenden muss«, die Fortführung der
benediktinischen Heilkunde. Dieses his-
torische Dokument der Pharmazie aus der
Zeit der Klostergründung vermittelt einen
Überblick über den Arzneischatz des aus-
gehenden Mittelalters und gehört zu einer medizinischen Sammelhandschrift, die
u.a. eine Beschreibung von Krankheiten,
medizinischen Rezepturen und Anwei-
sungen zum Sammeln von Kräutern ent-
hält. 1763 bis 1811 unterhielt das Kloster
Andechs eine eigene öffentliche Apotheke, die auch nach der Säkularisation (1803) Bezirksapotheke war. Das Gebäude existiert
noch heute, Teile der Apothekeneinrich-
.
tung befinden sich in den Beständen des
Deutschen Museums in München.
»
Es sind nicht allein die guten Vorträge und
Referenten, die den Erfolg der Naturheilkundetage
«
ausmachen, sondern auch die ganz besondere
Atmosphäre des Klosters und die einmaligen
Räume des Fürstentraktes.
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orff war es wert
Schlussblick und Orff’sches Echo – ein Rückblick auf die letzten Carl Orff-Festspiele Andechs
Zwei erfolgreiche Neuproduktio nen »Astutuli« und »Der Mond«, viele Zuschauerreaktionen zu allen Veranstaltungen der Festspiele und ein breites und gegenüber dem Vorjahr noch intensiveres Medienecho kennzeichneten die Carl Orff-Festspiele Andechs 2015. Am Ende der letzten Festspielsaison an der Grabstätte von Carl Orff blickt Marcus Everding, der Künstlerische Leiter der Festspiele, auf eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche und anspruchsvolle Festspielzeit zurück.
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A
»
lles ist Phantasie«, heißt es in den
I n f o r m at i o n
Astutuli von Carl Orff. Diese wur-
Statement des Klosters Andechs zum Ende der Carl Orff-Festspiele Andechs
den als erste Neuproduktion im
Festspielhaus Florian-Stadl gezeigt. Phantasie, das ist es ja, was die Bürger in den
Astutuli mit den Zuschauern gemein ha-
ben. Für die Welt des Theaters braucht es
Phantasie, die Offenheit einzutauchen in eine schillernde, eben faszinierende
Welt. Das Publikum erlebte in den sechs
Aufführungen, wie sehr sich der Mensch
eben auch im Negativen verführen lassen
kann. Mit dieser Produktion konnte zum wiederholten Mal bewiesen werden, wie
vielschichtig der oft nur auf Carmina Burana reduzierte Komponist und Textdichter
in Wahrheit ist, vergleichbar mit Ludwig
Thomas derber Direktheit und eben auch
Parabel-Erzählung geholt. Im geschützten
fer Orff in immer wieder neuen Facetten
gen der handelnden Personen und verlässt
der eingelöste Anspruch der Festspiele in
Im Falle des Mondes die Erkenntnis, dass
den Brechtschen Lehrstücken. Den Schöpzu entdecken, nach ihm zu schürfen war
den letzten Jahren. Die Reaktionen des Publikums bewiesen eindrucksvoll, wie sehr
dieser auch dieses Jahr auf die Bühne gebracht wurde.
Das gilt in gleichem Maße für die zwei-
Raum erlebt er die moralischen Wandlun-
den Zuschauerraum mit einem Mehrwert. der Mond, wie auch alle anderen Dinge der Schöpfung, für alle Menschen geschaffen
worden sind und nicht für private Gewinn-
sucht missbraucht werden dürfen. Dies zusammen mit einer für Andechs neuartigen
te Neuproduktion dieser letzten Orff Saison
Video-Bühnenkunstinstallation ließ aus
einfaches Märchenstück konzipiert, zeigt
nis werden.
mer schon gab und auch in moderner Form
Premierenfeiern, eine gute und intensi-
am Heiligen Berg: Der Mond. Als scheinbar es dem Betrachter, wozu es Märchen im-
immer noch gibt. Märchen sind nahezu
immer Lehrstücke, die dem Zuhörer auf-
dem Mond ein großes emotionales ErlebKammerkonzerte, Soiréen, Vorträge,
ve Zeit für Künstler und Besucher – wieder fand eine erfüllte Orff-Spielzeit am
zeigen wollen, welche Fallstricke das Le-
Heiligen Berg statt. Es ist schade, dass es
die »Es war einmal« Eingangsformulie-
geht nicht mehr. Seien wir froh über 18
vention der Zuschauer in den Schutz der
tausend Besucher. Orff war es wert.
ben für den Menschen bereithält. Durch
rung wird mit einer mantraartigen Kon-
die letzte ist. Doch, was nicht mehr geht,
.
prall gefüllte Jahre und über zweihundert-
Das Kloster Andechs wird nach Ende der Saison 2015 die Carl Orff–Festspiele nicht weiterführen können. Grund sind nicht mehr zu überbrückende Differenzen zwischen dem Kloster und der Carl OrffStiftung im Blick auf die künstlerische Ausrichtung der Festspiele. Wir bedauern das Ende der Festspiele außerordentlich. Uns ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Sie bedeutet einen tiefen Einschnitt in unserem kulturellen Engagement. Wir haben mehrfach sehr intensiv darüber beraten, gehören doch die Festspiele seit 1998 zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Andechs, wie die positive Zuschauerresonanz und das jahrelange Engagement vieler Partner und Sponsoren belegen. Trotz alledem können wir dankbar auf 18 Jahre Carl Orff-Festspiele zurückblicken. Die Festspiele in diesem Jahr waren damit ein fulminanter Schlusspunkt. Dankbar sind wir für die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Künstlerischen Leiter sowie allen Verantwortlichen der gesamten Festspielorganisation, vom Management bis hin zum Künstlerischen Betrieb und den vielen Unterstützern, die unser kulturelles Engagement über so viele Jahre mit getragen haben. Kultur werden wir im Kloster Andechs auch in Zukunft pflegen – in welcher Form auch immer.
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Benediktinische Spiritualität für alle Sinne Orgelvigil in Sankt Bonifaz zum Benediktsfest
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In der Münchner Basilika Sankt Bonifaz fand am 10. Juli, dem Vorabend des Benediktsfestes, wiederum die diesjährige Orgelnacht statt. Ab acht Uhr Abends bis kurz vor Mitternacht erlebten die Besucher der Basilika in der Münchner Karlstraße vier Abschnitte dieser Orgelvigil, Nocturnen genannt, mit meditativem Orgelspiel, farbintensiver Licht installationen, Lesungen aus der Benediktsregel und Choralgesang.
A
Die besondere bt Johannes sieht in der
jährlichen Orgelvigil
eine gute Möglichkeit,
über die Benediktsregel ins Ge-
spräch zu kommen: »Die Be-
nediktsregel ist wie ein Schatz,
Gestaltung von
Raum, Licht
und Ton spricht alle Sinne an.
der immer wieder neu Anre-
gungen für eine Spiritualität des Alltags
In den Pausen zwischen
den vier Abschnitten der Vigil
stand den Besuchern der Klos-
tergarten offen, um zu verwei-
len, ins Gespräch zu kommen
und sich bei Andechser Klosterbier, alkoholfreien Getränken
und Brezn zu stärken. An der Orgel saßen
gibt. Die besondere Gestaltung von Raum,
Martin Fleckenstein, Klaus Geitner, Mi-
verschiedenen Facetten der Regel an.«
Bei den Gregorianischen Gesänge war die
Spiritualität verdeutlichten die »Noctur-
hören. Die Konzeption für die Lichtinstal-
wählte Kapitel der Regel im Fokus: »Einset-
varin der Abtei Sankt Bonifaz, zusammen
Licht und Ton spricht alle Sinne für die
Jeweils einen Aspekt benediktinischer
nen«. Dabei standen heuer einige ausge-
zung und Dienst des Abtes« (Kapitel 64), »Der wöchentliche Dienst in der Küche« (Kapitel
chael Hartmann sowie Tobias Skuban.
Choralschola der Abtei Sankt Bonifaz zu
lation hat Birgitta Klemenz, Stiftsarchimit der Firma magic events erarbeitet.
Seit dem Münchner Stadtjubiläum 2008
35), »Die Priester des Klosters« (Kapitel 62)
gehört die Orgelvigil in der Basilika Sankt
getragen wurden die Lesungen aus den je-
Abtei und lockt immer wieder Hunderte
und »Die Schweigsamkeit« (Kapitel 6). Vor-
weiligen Kapiteln der Regel von Mönchen des Klosters. Lichtinstallationen, Orgel
meditationen und Choralgesänge deuteten
im Anschluss den Text der Regel.
Bonifaz zum festen Jahresprogramm der von Besuchern an.
.
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Neues Leben im alten Kloster Wessobrunn Ausflug des Freundeskreises Kloster Andechs nach Wessobrunn
In die geschichtsträchtigen Räume des Klosters Wessobrunn wieder Leben einkehren zu lassen, hat sich Martina Gebhardt vor zwei Jahren vorgenommen. Sie erwarb das Kloster von den Tutzinger Missionsbenediktinerinnen. Am 15. Mai begrüßte sie die 40 Mitglieder umfassende Gruppe des Freundeskreises des Kloster Andechs im Prälatentrakt des ehemaligen Klosters Wessobrunn und führte sie durch das Areal. Amelie Erhard über einen Tag, der interessante Einblicke in die Nutzungsmöglichkeiten eines ehemaligen Klosters möglich machte.
M
it ihrer Firma für Naturkos-
metik nach Demeter-Richtli-
nien orientiert sich Martina
Gebhardt auch an der Benediktregel. Mit
ihrem Leitbild »Arbeiten, Leben und Kul-
tur in Wessobrunn« versucht sie das benediktinische »ora et labora« in die heutige
Zeit zu übersetzen. Die Geschäftsfrau hat
auch Architektur studiert und beschäftig-
Kraft mir Ruh verschafft«. Der Wessobrunner
Pfarrverwaltung obliegt die Nutzung des
Prälatentrakts mit dem Magdalenensaal, dem Fürstengang, dem Theatertrakt und dem großen Tassilosaal. Der Jagdbeglei-
ter von Herzog Tassilo III. namens Wezzo fand seinerzeit Quellen in Kreuzesform
und so kam es zur Gründung des Wessob-
runner Klosters – vermutlich im Jahre 753.
te sich vorzugsweise mit historischen Bau-
Berühmt sind die Jagdszenen dazu im Tas-
substanzen.
ten, für die Malachit verwendet wurde.
Bewegte Ge schichte – offene Zukunf t
pe die ehemaligen Klosterräume, die
ten und dem Erhalt altehrwürdiger Bau-
Zur Architekturgeschichte des Klosters
Wessobrunn führte die Gruppe der Kirchenpfleger Herr Langer. Stuckverzier-
te Decken mit Gemälden und Texten zur
silosaal mit seinen grünen StuckornamenDarüber hinaus besichtigte die Grup-
nun ebenso gut renoviert sind wie der
Prälatentrakt und nun dem Unterneh-
men von Martina Gebhardt dienen. Wieder beeindruckten die Deckengemälde
mit Darstellungen des hl. Benedikt, des
Marienverehrung erklärte er sachkun-
hl. Franz von Assisi und des hl. Bernhard
»Bin doppelt rein im Gegenschein«, »Des Ankers
Solnhofener-Steinböden mit Sternen- und
dig, z.B. »Maria soll allein der Vorzug seyn«,
von Clairvaux sowie die gut erhaltenen
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Rautenmuster. Etliche der derzeit nicht
genutzten Räume werden künftig einer
vielfältigen Kunsthandwerkerschaft als
Manufakturen zugeführt. Auch der ursprüngliche Klosterkräutergarten wird
wieder entstehen und auch genutzt wer-
den. Die Produktion der kosmetischen Produkte bleibt noch in Rott-Pessenhausen,
dem Zehntstadel des Klosters Wessobrunn,
während der Vertrieb vom Kloster aus erfolgen wird.
Auskl ang Mit einer Einkehr im Gasthof zur Post in
Wessobrunn klang das Treffen bei Andechser Bier aus. Die angeregten Gespräche
mit Martina Gebhardt, Dr. Thomas Goppel
als Vorsitzender des Landesdenkmalrates
Bayern und Generalkonservator Prof. Dr.
Mathias Pfeil vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege bleiben den Mitglie-
dern des Freundeskreises Kloster Andechs
in bester Erinnerung. Nikolaus Neumaier dankte ihnen für ihre Teilnahme an der
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Führung mit Geschenken aus der Andechser Edition.
I n f o r m at i o n Die Jahreshauptversammlung des Freundeskreises findet am 28. November 2015 um 11 Uhr im Fürstentrakt des Klosters statt. Zuvor feiert Abt Johannes Eckert um 10.15 Uhr in der Wallfahrtskirche einen Gottesdienst mit den Mitgliedern des Freundeskreises.
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»Das gehört doch zu einem Trail dazu«
Ideale Bedingungen für die Teilnehmer des Andechs-Trail
Knapp 400 Teilnehmer genossen bei der diesjährigen vierten Auflage des Andechs Trails am 18. April perfekte Wetter- und schwierige Streckenbedingungen. Auch die vielen umgestürzten Bäume im Weg konnten das Naturerlebnis nicht verderben.
N
un schon zum vierten Mal veran-
staltete der TSV Erling-Andechs
mit Unterstützung des Klosters
Startpl ätze in Rekordzeit vergeben Die etablierten, herausfordernden Lauf-
strecken blieben auch dieses Jahr unver-
ändert: vom Parkplatz des Klosters auf
Wanderwegen und schmalen Pfaden auf zwei verschiedene Runden zurück zum
Klosterberg. Zu absolvieren war entweder der »Beginner Trail« mit 8,4 Kilometern,
oder der »Expert Trail« mit 15 Kilometern.
Besonders die anspruchsvolle Streckenführung mit dem langen und steilen letzten
Anstieg bei toller Atmosphäre hinauf auf den Klosterberg ließen das Rennen zu ei-
Andechs am Samstag, den 18. April 2015
nem echten Erlebnis werden.
hat das Wetter wieder mitgespielt und
tung des Meldeportals Anfang Januar
10°C als perfektes Laufwetter. Die Vorbe-
Anmeldungen abweisen, da das Startplatz-
den Andechs Trail. Auch in diesem Jahr
präsentierte sich mit Sonnenschein und
reitung der Strecken war in diesem Jahr
durch die vielen umgestürzten Bäume als
Schon vier Wochen nach der Freischal-
musste das Organisationsteam die ersten
kontingent von 400 Teilnehmern verge-
ben war. Neben der großen Begeisterung
Resultat der Osterstürme erschwert. Nicht
rund um den Andechs Trail mit seiner au-
was die Teilnehmer mit einem »Das gehört
den Organisatoren den sich verstärkenden
alle Hindernisse konnten entfernt werden, doch zu einem Trail dazu« kommentier-
ten. Nach erfolgreich absolvierten Stre-
cken und dem knackigen Endanstieg zum
ßergewöhnlichen Location zeigt dies laut
Trend zum Laufen in der Natur.
GroSSer Sport an der Spitze
Kloster zauberte die mit Herz angerichtete
Auch dieses Jahr hatten sich einige deut-
und Kuchen ein Lächeln auf die Gesichter
Weg nach Andechs gemacht. Der mehrfa-
Zielverpflegung mit Andechser Bier, Obst der Teilnehmer.
sche und bayerische Spitzenläufer auf den
che deutsche Meister Sebastian Hallmann (LG Telis Finanz Regensburg) konnte wie
auch 2013 den anspruchsvollen »Expert
Trail« mit klarem Abstand gewinnen. Auf
dem zweiten Platz konnte sich auch dieses
Jahr Frank Schouren von der LG Passau vor Paul Günther (Tri Team FFB) platzieren.
Bei den Damen setzte sich erwartungs-
gemäß die Favoritin und Lokalmatado-
rin Igalena Heuck (LG Stadtwerke Mün-
chen) mit über fünf Minuten Vorsprung
auf Cornelia Wieland (Munich Trail Wo-
men) durch. Als dritte komplettierte Jutta
Buschmann (SCLT Breitenbach) das Stockerl.
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Themenausstellung im Fürstentrakt des Klosters Ilka-Loretta Schumann zeigt in ihrer 2. Jahresausstellung eine persönliche Hommage an »das Quadrat«.
den zweiten Werner Deuringer (VFL Kaufe-
D
gart ins Ziel retten. Bei den Damen setz-
möglichst viel Spielraum zu lassen für
Bei dem »Beginner Trail« ging es dieses
Jahr etwas knapper zu. Der Sieger Alexan-
der Kirsch (SSC Hanau Rodenbach) konnte sich mit nur 21 Sekunden Vorsprung auf
ie Künstlerin lässt sich gerne
von der Natur, den Begebenhei-
ten des Lebens, seinen Stimmun-
gen und Schwingungen inspirieren und wählt dann unterschiedliche Materia
ring Triathlon) und Dritten Jürgen Rosen-
lien, Formate und Techniken, um damit
te sich Katja Kannengießer-Wagner (TV
die Wahrnehmungen des jeweiligen Be-
Planegg Krailing) vor Sandra Mastropietro (Munich Trail Women) und Sabine Luidl (Team Xenofit) durch.
Lohnende Verpflegung und lockere Stimmung im Ziel Die Teilnehmer freuten sich nach
trachters. Ihre Arbeiten bleiben dabei meist abstrakt.
Da die Arbeiten jedoch auch einen
Titel tragen, verbindet sich mit jedem
Werk immer auch eine Geschichte, die
ihm tatsächlich zugrunde liegt: Malerei und Skulptur treten in Zusammenhang
dem Zieleinlauf vor dem berühmten
mit Literatur.
ge nicht mehr häufig anzutreffenden fa-
trakt des Klosters Andechs hat sich die
Bräustüberl besonders über das heutzuta-
In der neuen Ausstellung im Fürsten
miliären Ambiente. Ein vielfaches »Schön
Künstlerin intensiv mit dem Quadrat
tige Verpflegung mit Kuchen, Obst, An-
geometrische Form vereint sich die per-
konnten die Sportler ihre Energiespeicher
ation von Verlässlichkeit und Stabilität.
gerehrung ins Bräustüberl ging. Bei der
dauert bis Ende Oktober 2015 (Besichtigung
war’s« war zu hören. Durch die reichhal-
dechser Bier und isotonischen Getränken
schnell wieder auffüllen, bevor es zur SieSiegerehrung sprach P. Valentin über die
kraftgebende Wirkung eines gemeinsa-
men Erlebnisses, wie auch bei der traditi-
onellen Wallfahrt. Im nächsten Jahr steht
nun mit dem 5. Andechs Trail ein kleines
Jubiläum an.
Treue Sponsoren Auch dieses Jahr blieben die bekannten Sponsoren dem Andechs Trail treu und
machten dieses Ereignis erst möglich. Das Organisationsteam Andi Hirschberger,
Stefan Paternoster und Peter Cabell möch-
ten sich ganz herzlich bei der Klosterbrau-
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erei Andechs, Scott, VR Bank, Xenofit und
Feinkost Kahn bedanken.
beschäftigt. In ihrer Hommage an diese
fekte Form mit der symbolischen AssoziDie Ausstellung im Kloster Andechs
nur bei Voranmeldung möglich).
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Ko n ta k t Ilka-Loretta Schumann Tel. 0171/1459224 www.kunst-momente.com
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Erdinger Anzeiger, 29.Juni 2015
Tölzer Kurier, 14. Juli 2015
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Bild der Frau, 19. Juni 2015
Sport + Mode, 1. Juli 2015
FĂźrstenfeldbrucker Tagblatt, 16. Mai 2015
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Starnberger Neueste Nachrichten, 7. Mai 2015
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Abendzeitung, 26. März 2015
Aichacher Zeitung, 05/2015
Münchner Kirchenzeitung, 20. Juni 2015
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Allmächtiger Gott,
impressum
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler
der du alles, was existiert,
Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267
und im kleinsten deiner Geschöpfe,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
Bergstraße 2, 82346 Andechs www.andechs.de
damit wir das Leben und die Schönheit hüten.
redaktion Christian Bolley,
Überflute uns mit Frieden,
verantwortlich für anzeigen
und niemandem schaden.
gestaltung Mellon Design
Vater der Armen, hilf uns,
Weidmannstr. 5, 80997 München
die so wertvoll sind in deinen Augen,
Papier
Heile unser Leben,
Titelfoto: Dr. Kurt Jakobus
damit wir als Brüder und Schwestern leben
die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde,
zu retten.
damit wir Beschützer der Welt sind
und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.
Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen
auf Kosten der Armen und der Erde. Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
Martin Glaab, Birgitta Klemenz Martin Glaab
druck Agentur Beckenbauer,
Gedruckt auf umweltfreundlichem
bildnachweis
Alle Fotoaufnahmen durch Benedik-
tinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: A-B – Service
by A.Boy (S. 3, 26, 27); Apostolische
Nuntiatur (S. 13); Argum/Falk Heller &
Thomas Einberger (S. 50); Dr. Bodenbender Jörg (S. 51); Bonisolli Barbara
(S. 37); Bugl André (S. 57); Burger Su-
sanne (S. 49); Cloudt Dominic (S. 43);
Dehn Alexander (S. 53); Doemens-
und voll Bewunderung zu betrachten;
Akademie (S. 34); Duda Sebastian/
mit allen Geschöpfen
na (S. 3, 64); Grandhotel Sonnenbichl
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Fotolia.com (S. 58); Gebhardt Marti(S. 40); Haasz Christian (S. 47); Hell
Sabine (S. 35); Kober Siegfried (S. 46);
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Koder Christian (S. 66); Kolb Werner
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.
Roßmann Joachim (S. 53); Schaff-
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
aus dem »gebet für unsere erde« aus der enzyklika »laudato si«
von papst franziskus
(S. 21); P. Steffen Brühl SAC (S. 24);
ner Stephan (S. 20); Schmid Thomas (S. 54); Schmidt Wolfgang (S. 34);
Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 60, 61); Schumann Ilka-Loretta (S. 67);
Sturm Ortrud (S. 47); Wallner Elisa-
beth (S. 22); Wegner Steffen (S. 59);
Welti Silvia/Fortschritt Gemein nützige GmbH (S. 56).
Da wir leider nicht alle Rechte
inhaber von Bildmaterial erreichen
konnten, bitten wir etwaige Rechte
inhaber, sich mit der Klosterbrauerei
Andechs unter pr@andechs.de oder
08152/376-290 in Verbindung zu setzen.
Das nächste Andechser Bergecho erscheint im dezember 2015
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