3. ausgabe 2012
für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz
kirche und kloster Abschied von Frater Lambert Stangl klosterbr auerei Ein Blick in den Filterkeller panor ama Freundeskreis Kloster Andechs in Ottobeuren
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bergecho 3 . 2012
| editorial
I
n den Zeitraum, während dessen Sie
Christus als konkreter Mensch. Um ihn,
kommen, fallen große Teile der all-
ihm, geht es wesentlich in jedem christli-
diese Ausgabe unserer Zeitschrift be-
jährlichen christlichen Festzeiten. Ad-
vent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern
– nur die Osterzeit mit dem Pfingstfest als Abschluss liegt schon in der Veröffentli-
der Welt. Klösterliches Leben ist ja nicht die bessere Möglichkeit, Christ zu sein.
Ein Mönch ist nicht unbedingt besser oder
nisse des Lebens Christi, und weil Bayern
mand anderer. Unsere Regel soll deswe-
ist, haben davon auch die Atheisten etwas:
kleine Regel für Anfänger sein, die dazu
ein von christlicher Kultur geprägtes Land
Wir alle haben ja zu den großen Festen Schulferien und Feiertage.
Wenn ich an diese Prägung des Jahres
durch die Erinnerung an das Leben Christi
christlicher oder heiliger als irgendje-
gen, so schreibt es der Hl. Benedikt, eine
hilft, das Evangelium zu leben. Der Liebe
zu Christus soll nichts vorgezogen werden,
auch das steht in der Regel, und wenn dieses Fundament gelegt ist, dann steht auch
denke, fällt mir eine Anekdote ein, die
das Haus des Glaubens fest da.
der Nazizeit als Schüler in München,
und Auferstehung Jesu beziehen, sind für
fragte dieser die Jugendlichen, welches
be zu Christus zu vertiefen und auszubau-
Abt Odilo gerne erzählt: Als er, während einen neuen Geschichtslehrer bekam,
Sollte Ihrem Exemplar kein Über weisungsträger beiliegen, können Sie auch direkt an das Kloster überweisen: Kontonr.: 43 898 20 50 bei der Kreissparkasse München – Starn berg – Ebersberg (BLZ: 702 501 50).
chen Leben. Da ist es ganz unwichtig, ob
jemand wie wir im Kloster lebt, oder in
chungszeit der nächsten Nummer. Jedes
Jahr begehen wir die bedeutendsten Ereig-
P. S. An die Redaktion ist immer wieder der Wunsch herangetragen worden, sich für das Andechser Bergecho erkenntlich zu zeigen. In einer Teil auflage dieser Ausgabe sind daher Überweisungsträger beigelegt. Danke für Ihre Verbundenheit !
um sein Vorbild, um die Beziehung zu
Ereignis der Geschichte wohl das wichtigste gewesen sei. Es kamen verschiedene,
Die Feiertage, die sich auf Geburt, Tod
uns jedes Jahr wieder eine Hilfe, diese Lieen. Und was wir in Andechs und in München an Gottesdiensten, Exerzitien, Ein-
oft von der Erziehung in der HJ gepräg-
kehrtagen usw. veranstalten, das soll dazu
aber nicht hören und sagte schließlich
aber auch für Sie alle.
re Jahre zählen: die Geburt Christ. Damit
So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit!
te Antworten. Das alles wollte der Lehrer selbst: Natürlich das, nach dem wir unse-
war dann in dieser Klasse alles klar.
eine Hilfe sein – für uns Mönche selber,
Ich denke, so ähnlich kann man auch
antworten, wenn man das Wesentliche
des christlichen Glaubens und Lebens be-
nennen soll. Das ist nämlich keine Gedan-
kenwelt, theologische Theoriensammlung, oder eine Sammlung von Verhaltensregeln
– auch wenn das natürlich auch alles da-
zu gehört. Das Wesentliche ist aber Jesus
p. korbinian linsenmann
inhalt |
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k i rc h e u n d k l o s t e r
4 10 13 14 16 19 20 22
Von ganzem Herzen Mönch gewesen – Abschied von Fr. Lambert Zwei Professfeiern in Andechs und München Buchvorstellung: »Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen« Lichtgestalten des Glaubens Eduard von Grützner – der Mönchsmaler Be-ZIEHUNG – als Praktikantin im Haneberghaus Konventausflug nach Paring, Hellring, Mallersdorf und Rohr Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus – Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz 24 Liselotte Orff – große Förderin der Carl Orff-Festspiele Andechs gestorben 25 Marcus Everding zum Tod von Liselotte Orff
k l o s t e r b r au e r e i
Von ganzem Herzen Mönch gewesen
Frater Lambert Stangl, langjähriger Gastmeister des Klosters, ist am 23. November gestorben. seite 4
26 Kristallklar und glanzfein – Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs 28 Endlich wieder: Andechser Winterbier 29 Neue Artikel im Andechser Online-Shop 30 Pfälzische Gastlichkeit und Bier vom Heiligen Berg
g a s t l i c h k e i t
32 Gasthof »Grüner Baum« lädt zum Verweilen ein 33 PEDI Restaurant & Vinothek setzt gastronomische Maßstäbe 34 Im Kreuzberger Himmel
v e r a n s ta lt u n g e n 36 38 39 39
Colloquium Benedictinum® Sehnsucht nach Gott – Seminar für hauptamtliche Seelsorger Andechser Exerzitien für Manager 2013 Andechser Bibelabende
pa n o r a m a
Kristallklar und glanzfein
Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs seite 26
40 Blick zurück und nach vorne – die Saison 2012 der Carl Orff-Festspiele Andechs 42 Rückblick auf die Einkehrtage für junge Männer 2012 44 Treffen der bay. Wachszieher-Innung auf dem Hl. Berg Andechs 45 Rückblick auf die Tage für Männer 2012 46 Über 8.000 Besucher beim Kinder- und Familientag 2012 49 Vielseitiges Engagement der Mönche – Ausstellung über die Abtei Sankt Bonifaz 50 Rückblick auf das Symposium »Kunst und Bier« 2012 52 Benediktinerabtei Ottobeuren – ein TeDeum: Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Ottobeuren 54 Familienzusammenführung auf dem Hl. Berg
57 p r e s s e
Ein TeDeum
Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Benediktinerabtei Ottobeuren seite 52
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kirche und kloster
Von ganzem Herzen Mönch gewesen Frater Lambert Stangl, langjähriger Gastmeister des Klosters, ist am 23. November überraschend gestorben.
Nach kurzer schwerer Krankheit ist Frater Lambert Stangl am 23. November 2012 gestorben. Sein Tod hat tiefe Betroffen heit ausgelöst. Über Jahrzehnte hinweg hat Frater Lambert der klösterlichen Gemein schaft in Andechs mit Herzblut gedient, als Gastmeister, Zeremoniar, Mitglied im Seniorenkapitel, zeitweise als Geschäfts führer der Kultur- und Veranstaltungs gesellschaft und Mitglied im Vorstand des Freundeskreises. Nach einem feierlichen Requiem in der Andechser Wallfahrts kirche, an dem rund 800 Menschen teil nahmen, wurde Frater Lambert Stangl am 28. November auf dem Friedhof an der Friedenskapelle beigesetzt. Die Predigt des Requiems drucken wir im Folgenden ab.
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»Deinen Willen zu tun,
mein Gott, ist mir Freude, und Dein Gesetz trag ich
in meinem Herzen.« (Ps. 40,9)
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iebe Monika mit Familie, liebe
Verwandten und Freunde unseres Frater Lambert, liebe Schwestern
und Brüder,
der Evangelist Lukas ist der Evange-
list des Heute. An entscheidenden Stellen
seines Evangeliums spricht er vom heute.
Einige Stellen sind uns wohl bekannt, so etwa das Weihnachtsevangelium, wenn
der Engel auf den Feldern Betlehems den
Hirten verkündet: »Heute ist Euch der Retter geboren.« Oder die Szene am Kreuz, als
Jesus dem reumütigen Schächer zuspricht:
»Heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein!«
Mit dem Wörtchen »Heute« verdeut-
licht Lukas, dass das Evangelium, die frohe Botschaft nicht eine Sache längst vergan-
Im eben gehörten Evangelium, dem
bekannten Kirchweihevangelium vom
Zöllner Zachäus, ist gleich zwei Mal vom
Heute die Rede: »Heute will ich bei Dir zu Gast sein!« Und: »Heute ist diesem Haus
das Heil geschenkt worden!« Dieses Heute
wird für Zachäus zur Sternstunde seines
Lebens: Indem er schnell herabsteigt und
Jesus bei sich freudig aufnimmt, verändert sich sein Leben, erfährt er Heil.
Fr ater L a mbert war ein Mensch, der die Gelegenheit beim Schopf pack te , um den Herrn bei sich aufzunehmen.
Zachäus danach sehnte, Jesus zu sehen
Auch in unserem Frater Lambert begegnet
geboren und wuchs zusammen mit Dir,
uns ein Mensch, der im Heute gelebt hat,
der wie Zachäus die Gunst der Stunde er-
gener Zeiten ist, sondern es sich in unse-
kannte, der die Gelegenheit beim Schopf
wieder neu »ver-heutigt«. Als Christ gilt es,
men. Frater Lambert war von ganzem
rem Heute ereignet, dass es sich immer
und das ist das Anliegen des Evangelisten,
die Gunst der Stunde zu ergreifen, gleich-
sam die Gelegenheit am Schopf zu packen,
heute sich Gottes Heil schenken zu lassen.
1 Dem Kloster verbunden – Frater Lambert mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Nikolaus Neumaier im März 2012 2 Unter Feuerwehrkameraden im Septem ber 2005 in der Alten Bibliothek des Klosters 3 »Amal, da ham in der Christnacht d’Äpfebaam blüath« – Frater Lambert als »Ein ganz Alter« in der »Bernauerin« bei den Carl Orff-Festspielen im Juli 2012
packte, um den Herrn bei sich aufzuneh-
Herzen Christ und Mönch, der sich wie
und bereit war, dafür vieles zu geben.
Am 26. Sept. 1956 wurde Alfred Stangl
im Drittordenkrankenhaus in München
liebe Monika, seiner älteren Schwester,
in einer guten, christlichen Familie auf.
Dankbar, für alles Gute, das er von sei-
nen Eltern, von Dir, seiner Schwester, von seiner Familie empfangen hatte, erzähl-
te er gerne Episoden aus seiner Kindheit
und Jugend, von seiner Heimatgemeinde
St. Vinzenz in München und dessen Pfar-
rer Obermayer, der ihn in seiner Güte,
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Menschenfreundlichkeit und Gelassenheit sehr prägte und Vorbild war. In St. Vinzenz brachte er sich in die Jugendarbeit
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kirche und kloster
seine Beschäftigung bei Meiler Kipper und schon im September des gleichen Jahres
bat er um die Aufnahme in unser Kloster:
In seiner Anfangszeit in Andechs
chauffierte er häufig den damaligen Cel-
lerar Pater Daniel sowie den Machtlfinger
ein, organisierte Feste und Veranstaltun-
Am 7. Januar 1977 wurde er in St. Bonifaz
Pfarrer Pater Rhaban. Gerne brachte er
pfarramtlichen Zeugnis testiert, »stach er
die zeitliche Profess ab und erhielt den Or-
Die Machtlfinger schätzten es, so dass sie
gen und, wie ihm sein Heimatpfarrer im wegen seiner religiösen Haltung von den anderen Jugendlichen ab«. Wie Zachäus
wollte auch der junge Alfred sehen, wer
dieser Jesus sei, ihn tiefer erkennen, ihn besser kennen lernen.
Die Sehnsucht, Jesus zu sehen
eingekleidet, ein Jahr später 1978 legte er densnamen Lambert und
nahm Jesus freudig bei sich auf!
Kurz darauf kam er
von St. Bonifaz nach
Andechs und wurde zu-
nächst bei den Handwer-
Wie Zachäus wollte auch der junge Alfred sehen,
wer dieser Jesus sei,
ihn tiefer erkennen, ihn besser kennen lernen.
Nach seinem Schulabschluss und der Aus-
kern in der Schlosserei
er dieser Sehnsucht »Jesus zu sehen« noch
Lebens war er bei den Mitarbeiterinnen
mer 1976 bei den Andechser Jugendwochen
Betriebe hoch geschätzt und verstand sich
bildung zum Dreher bei Meiler Kipper ging
intensiver nach und meldete sich im Som-
beschäftigt. Zeit seines
sich in Machtlfing in die Seelsorge mit ein.
und Mitarbeitern unserer klösterlichen
gerne vom ihrem Kooperator sprachen.
Auch zu Erling hielt
Frater Lambert aktiven Kontakt: Im gleichen
Jahr, als er nach Andechs kam, trat er der Freiwilligen Feuerwehr FW Er-
ling-Andechs bei, immer
wieder bereit bei Einsätzen schnell bei der Stelle zu sein, schnell wie Zachäus herabzusteigen, um anderen zu helfen, immer
als echter Andechser!
wieder bereit, sich mit seinen Fähigkeiten
den. Wie Zachäus stieg er hinauf, und Je-
Mönch, treu im Chorgebet, interessiert
ren besonders für die Feuerwehrjugend,
Andechs angeschaut haben, ihm zugeru-
gie gerade auch als Zeremoniar, aufmerk-
Heute will ich bei Dir zu Gast sein!« Rasch
Mitbrüdern helfen konnte, immer wieder
an, die damals zum ersten Mal in unserem Kloster für junge Männer angeboten wur-
sus, der Herr, muss ihn in dieser Woche in
fen haben: »Alfred, steig schnell herunter.
antwortete Alfred darauf: Er beendete
Frater Lambert war ein vorbildlicher
an einer würdigen Gestaltung der Litur-
sam, wenn er auf irgendeiner Weise uns
bereit im Heute spontan Dienste zu über-
nehmen.
einzubringen, gerade in den letzten Jah-
die er gerne als »seine Kinder« bezeichnete.
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Ga stmeister – ein Dienst, der ihm auf den Leib ges chnit ten war
sich Mitglieder unseres Freundeskreises,
Mit auf der Bühne de s Florian-stadl
1988 wurde Frater Lambert Gastmeister,
Gefühl, angenommen und willkommen zu
zählte, gab er zahlreichen Menschen das
Frater Lambert war ein großzügiger Geber,
ten war, mit großer Herzlichkeit und hu-
sein, dabei nie aufdringlich sondern zuhö-
rend und diskret, mit Geduld und Humor
tur und der Carl Orff Festspiele und über-
gastfreundlich, bereit wie
Auch hier war er dankbar für die gute Zu-
ein Dienst, der ihm auf den Leib geschnit-
morvoller Liebenswürdig-
keit sorgte er sich nun um die Gäste, an denen es ja,
wie der hl. Benedikt in
unserer Regel schreibt, ei-
nem Kloster nie mangelt,
und in denen wir Christus
selbst aufnehmen sollen:
»Heute will ich bei Dir zu Gast sein« – Das bedeu-
tete für Frater Lambert,
zu dessen Vorstand er in den letzten Jahren
»Heute will ich bei Dir
zu Gast sein« – Das be
deutete für Frater Lam
bert, sich tagtäglich neu
auf unterschiedlichste
Menschen einzulassen.
Zachäus ein Vielfaches zurück zu geben.
In diesem anspruchs-
vollen Dienst wurde er
unterstützt von den Mitar-
beiterinnen und Mitarbei-
tern in der Pforte, in der
Klosterküche, im Wasch-
haus, im Veranstaltungs-
büro, unseren Reinigungs-
so sorgte er sich um die Künstler der Kul-
nahm dafür zunehmend Verantwortung.
sammenarbeit mit allen Verantwortlichen über die Jahre hinweg. Und er hat sich
sehr darüber gefreut, dass er bei den Carl
Orff-Festspielen in diesem Jahr mit auf der
Bühne stehen durfte als ein ganz Alter, der tröstend und visionär daran erinnert, dass einmal in der Christnacht die Äpfelbäume
geblüht haben.
Bei all seinen Aufgaben pflegte er
selbst aktiv freundschaftliche Beziehun-
sich tagtäglich neu auf unterschiedlichste
kräften, oder wie sie Frater Lambert in
gen, vergaß selten einen Geburtstag oder
gungsgäste, Jakobspilger und Wallfahrer
ne Mädels« und von vielen anderen mehr,
Euch, seiner Familie bleibend verbunden,
gehörige und Freunde der Mitbrüder und
ich an dieser Stelle Ihnen nochmals allen
nommen.
dankbar für Ihre Mitarbeit, da er selbst
Menschen einzulassen: Kloster- und Taaus unseren Wallfahrtsgemeinden, An-
viele andere mehr wurden herzlich aufgeIn seinem Benediktusstüberl sorgte
seiner liebenswürdigen Art nannte »mei-
und es war ihm ein großes Anliegen, dass
ausdrücklich danke. Frater Lambert war
um seine Schwächen wusste, manchmal
er sich um den Konvent und die Gäste des
war ja in der Zusammenarbeit mit ihm ei-
dechser Chöre nach ihren Proben, trafen
bei wusste er sich von Ihnen getragen.
Klosters, bewirtete er wöchentlich die An-
ne gewisse Spontaneität erfordert, und da-
Namenstag, und war in allem besonders
der Schwester, dem Schwager, mit denen er in Urlaub fuhr, Euch seinen Nichten und Neffen, immer interessiert, wie es
mit Euch weiter geht, seinen Cousinen mit ihren Familien.
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In all seinen Aufgaben sah er einen
Dienst für unser Kloster und letztlich ei-
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kirche und kloster
Nachdem wir heute vor einer Wo-
che die Krankensalbung gefeiert hatten,
ne Chance, eben im Gast Christus freudig
wünschte er seiner klösterlichen Gemein-
schnell herunterzusteigen, sich auf die
Eintritte und er meinte: »Vielleicht schick
rausforderungen des Heute anzunehmen.
bert konnte würdig Abschied nehmen und
bei uns aufzunehmen. Dafür war er bereit
Ebene des anderen zu begeben und die He-
Da s Heute angenommen, die Gunst der Stunde ergriffen Vor eine letzte Herausforderung wurde er
schaft weiterhin eine gute Zukunft, viele
ich euch schon bald welche!« Frater Lam-
sterben und an dieser Stelle sei ausdrück-
lich den Ärzten und Pflegekräften des
Krankenhauses Seefeld für ihre einfühlsa-
me und kompetente Begleitung und Pflege
in der vergangenen Woche gestellt, als
gedankt.
zum baldigen Tod führen sollte. Aufgrund
Lambert unendlich schmerzt und er eine
ihm eröffnet wurde, dass seine Krankheit
Auch wenn uns der Tod von Frater
des rapiden Krankheitsverlaufs ging auch
große Lücke hinterlässt, sind wir in dieser
Lambert gelebt hat, so ist er auch gestor-
ihn geschenkt bekommen haben. Mit die-
nommen, die Gunst der Stunde ergriffen,
Gott nun alles vollenden wird, was Frater
hier alles ganz schnell. Doch wie Frater ben. Er hat wiederum das Heute ange-
Stunde dankbar für alles, was wir durch
sem Dank verbinden wir die Bitte, dass
ist schnell herunter gestiegen und hat sich
Lambert in seinem Leben gefehlt hat, und
gelassen. Ohne Wehmut und Klagen hat
ne ihm zuspricht:
erneut auf seinen Gott ganz und gar einer sich bewusst verabschiedet, noch auf
wir wünschen ihm, dass der Auferstande-
dem Krankenbett ganz Gastgeber, andere
Lambert, ab heute sollst Du bei mir Gast sein:
im Heute Christus freudig bei sich auf
Amen.
aufbauend und die letzten Dinge regelnd, nehmend.
Heute nehme ich Dich freudig bei mir auf!
Für alle Zeichen der
Verbundenheit und der
aufrichtigen Anteilnah
me zum Tod von Frater
Lambert bedanken wir uns ganz herzlich.
Abt und Konvent der
Abtei Sankt Bonifaz in
München und Andechs
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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei
www.hofpfisterei.de
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kirche und kloster
»Nimm mich an, o Herr, nach Deinem Wort, und ich werde leben« Zwei Professfeiern in Andechs und München
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Fr. Wolfgang Pürner
Deutlich ver
nehmbar war das »Ja, ich
bin bereit«
der beiden.
Zwei Benediktiner, Fr. Wolf gang Pürner und Fr. Lukas Essendorfer haben sich am 14. August bzw. am 6. Oktober 2012 durch die Ablegung der Feierlichen Profess für immer an die klösterliche Gemein schaft von Sankt Bonifaz in München und Andechs gebunden.
B
eide stammen aus der Erzdiözese
München und Freising. Fr. Wolf-
gang, in München aufgewachsen
und gelernter Bankkaufmann, ist jetzt als
Gastmeister tätig. Fr. Lukas stammt aus
Bad Tölz, ist Master of Science in Nursing und studiert in Salzburg Theologie.
Im Rahmen von feierlichen Gottes-
diensten, an denen die Gemeinschaft der
Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs und auch viele Verwandte
und Freunde von Fr. Wolfgang und Fr. Lu-
kas teilnahmen, wurden die beiden Mön-
che vorgestellt. Deutlich vernehmbar war das »Ja, ich bin bereit« der Beiden als Zei-
chen ihrer Bereitschaft, den Weg der Gottsuche in der Gemeinschaft der Mönche
von Sankt Bonifaz in München und An-
dechs zu gehen. Nach der Predigt folgten
die Verlesung der von Hand geschriebenen
Profess-Urkunden und deren Unterzeichnung auf dem Altar.
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kirche und kloster
Fr. Lukas
Essendorfer
Einen der eindrucksvollsten Abschnit-
Der Feierlichen Profess vorausgegan-
te des Gottesdienstes bildete die Profess
gen war die so genannte »Zeitliche Pro-
domine« durch den Mönch, der sich feier
Fr. Wolfgang und Fr. Lukas und die Ge-
bindet. Es ist ein Abschnitt aus dem
den Weg als Mönchsgemeinschaft von
mit der Anstimmung des »Suscipe, me
lich und dauerhaft an die Gemeinschaft
Psalm 119, der die Hingabe des Mönches
fess« im Jahr 2009. Bis 2012 haben sich
meinschaft der Mönche geprüft, ob man Sankt Bonifaz dauerhaft gemeinsam ge-
an Gott und das Vertrauen auf seine
hen möchte. Vor der »Zeitlichen Profess«
der Gottsuche zum Ausdruck bringt.
Jahre lang Novizen. In dieser Zeit haben
Nähe und Führung auf dem eigenen Weg
für drei Jahre waren die beiden eineinhalb sie sich in der benediktinischen Lebens-
.
ordnung eingeübt und ihre eigene Berufung geprüft.
martin glaab
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»Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen«
Neues Buch von Abt Johannes Eckert im Kösel-Verlag erschienen
»Auf sich selbst zu achten«, die ses Prinzip des Hl. Bernhard von Clairvaux, entwickelt Abt Johan nes Eckert in seinem neuen Buch »Die Kunst sich richtig wichtig zu nehmen« zu einer Reihe von sehr praktischen Denkanstößen für Menschen, die heute Führungs verantwortung tragen. Sich rich tig wichtig zu nehmen, heißt Ent scheidungen so zu treffen, dass die Handlungsmotive, die zu ei ner Entscheidung führen, zuvor geklärt sind. Erst wer sich selbst kennt und versteht, kann für sich und andere Verantwortung über nehmen. Diese Empfehlung des Hl. Bernhard an seinen Mitbruder und Schüler Papst Eugen III. ist heute so aktuell wie damals.
Das ist keine Globalisierungsstory des
21. Jahrhunderts. Die Rede ist von Bern-
hard von Clairvaux (1090 – 1153); dem Reformer, Abt des Klosters von Clairvaux, das
er mit 25 Jahren gegründet und von dem
aus sich die Reformbewegung der Zister-
zienser über ganz Europa ausgebreitet hat.
Bernhard ist die bestimmende Autorität
seiner Zeit. Trotzdem überraschend wird
sein Mitbruder und Schüler zum Papst ge-
wählt: Eugen III. Bernhard schreibt ihm – in Sorge um ihn angesichts der vielen
Anforderungen als Oberhaupt der Kirche. Aber auch, weil er durch den Papst und
dessen Autorität die Geschicke seiner Zeit
mitbestimmen kann. »De consideratione«
S
Führungspersönlichkeit vor. Er hat
eine Vision und Überzeugungskraft.
Er begeistert Menschen. Seine Vision
steckt an, seine modernen und anspruchs-
die Erwägung. Darüber, was (auch) ein
Papst erwägen sollte.
Abt Johannes hebt den Schatz dieses
tung für andere und anderes auch Selbst-
zehn Jahre hat er sich schon mit dem
im guten Sinne richtig wichtig nehmen!
rungsverantwortung tragen. Weit über
Werk des Hl. Bernhard beschäftigt. Die
Auswahl, die Abt Johannes trifft, und die
doch dann und wann – Zeit für dich selbst
oder zumindest nach ihnen!‹.«
tussymbole, von der Gefahr der Beeinflussung von außen, von entlastenden Mitarbeitern, vom Umgang mit Zeit, Risiken,
Bernhards Hinweise – für den Papst da-
heute – sind getragen von der Überzeu-
sie. Von Frankreich ausgehend, hat dieser
gung: Achte auf dich selbst! Es geht Abt Jo-
fast 12.000 Mitarbeiter leben seine Ideale.
aus Basis einer Selbstbesinnung. Nur so,
bis Sizilien erstreckt sich sein Netzwerk.
nicht sagen, immer, nicht einmal häufig,
ist die Rede, vom guten Gebrauch der Sta-
terrad und von der Gefahr des Burn-Outs
mals und für Menschen in Verantwortung
Von Portugal bis Polen, von Nordengland
›Achte also darauf, dass du dir – ich will
nimmst! Zieh auch du selbst Nutzen aus
nate gründet er eine neue Niederlassung.
Top-Manager bald 166 Filialen gegründet,
verantwortung hat. Man muss sich daher
ten Texte ganz neu leuchten. Vom Hams-
Fehlern und Grenzen.
Marode Firmen gliedert er ein und saniert
machen, dass man bei aller Verantwor-
Buches für Menschen, die heute Füh-
vollen Überzeugungen sind mitreißend.
Sein Unternehmen wächst. Alle drei Mo-
Johannes Eckert; Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen. Führungskompetenz aus dem Kloster. 192 Seiten kartoniert Format: 13,5 × 21,5 cm EUR 17,99 [d] / EUR 18,50 [a] / CHF 25,90 ISBN 978-3-466-37050-4 Auch als E-Book erhältlich
heißt das berühmt gewordene Buch: Über
Auslegung, die er anbietet, lassen die altellen Sie sich eine charismatische
i n f o r m at i o n
hannes um eine umfassende Orientierung das ist seine Überzeugung, können Men-
schen mit Führungsverantwortung lang-
dir, zusammen mit den vielen anderen
Abt Johannes übersetzt diese Traditi-
on ins Heute. In fünf Abschnitten (»Ach-
te auf Dich selbst«, Wie trage ich Verant-
wortung für mich selbst?«, »Wie trage ich
Verantwortung für andere?«, Wer trägt Verantwortung mit mir?«, »Wem muss
ich mich verantworten?«) bietet er einen
Jahresbegleiter. Für jede Woche einen Text des Hl. Bernhard, Gedanken zur Aktuali-
sierung und Vertiefung und für jeden Tag
der Woche eine Impulsfrage zur Reflexion.
Hilfreich ist die Gliederung des Buches
Und er bleibt seinem eigenen Unterneh-
fristig und nachhaltig Erfolg haben. Er
in 52 Abschnitte. Jeder Woche des Jahres
nach innen wirkt er. Auch weltliche und
»Im Blick auf die Fülle von Anforde-
ne Reflexionsfrage zugewiesen. Für den
men treu – fast 40 Jahre lang. Nicht nur
kirchliche Machthaber gewinnt er für seine Ideen.
schreibt:
rungen und Erwartungen ist es eine hohe
Kunst, sich als Führungskraft bewusst zu
ist ein Thema, jedem Tag der Woche ei-
.
Sonntag übrigens gibt es einen Vorschlag,
etwas für das eigene Wohl zu tun.
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kirche und kloster
Lichtgestalt des Glaubens Der 13. Dezember ist der Ge denktag zweier Lichtgestalten unseres Glaubens, der Heili gen Lucia, was so viel heißt wie Lichtträgerin, einer Märtyre rin in Syrakus auf Sizilien in der Verfolgung des Diocletian und der Heiligen Odilia bzw. Ottilia, was so viel heißt wie Tochter des Lichtes. Dieser Name ist sozu sagen Programm für die im 7. Jh. im Elsass lebende Heilige, die besonders als Schutzpatronin des Augenlichtes verehrt wird.
Ottilienbrunnen und die Hl. Ottilia im Deckengemälde in der Wallfahrtskirche von Hellring
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B
lind soll die kleine Ottilia auf der Hohenburg in der heutigen Ge-
meinde Obernai im Elsass geboren
worden sein und die Legende sagt, dass
ihr Vater Adalrich sie verworfen haben soll,
weil er auf einen Sohn und Erbfolger wartete. Die Mutter Bersinda soll der Über-
lieferung nach das Kind gerettet haben,
indem sie es zur Erziehung in das Kloster
Palma in Hochburgund brachte, wo diese im Alter von 12 Jahren von Bischof Erhard
von Regensburg getauft wurde. Durch die
Taufgnade, so die Tradition, erhielt das
Hl. Ottilia in der St Wolfgangs kirche in Thaining
Hl. Ottilia in der Kapelle St. Nikolaus auf der Ilkahöhe
Hl. Ottilia in der Wallfahrtskirche Möschenfeld
Kind das Augenlicht. Daher rührt auch ihr
Name Ottilia, »Tochter des Lichtes«.
Der Zorn des Herzogs über seine Erst-
geborene ließ erst nach, als seine Familie größer wurde. Graf Hugo, der Bruder von Ottilia, konnte die Rückkehr der Toch-
ter zu ihren Eltern vermitteln. Abermals musste die Tochter aber vor ihrem Vater
fliehen, als er sie wohl zur Heirat dräng-
am Fuß des Berges und starb in ihrer
ning bei Erding findet sich eine Reliquie
wichtigste Wallfahrtsort des Elsass gewor-
München ist ihr eine wunderschöne Wall-
det sich auf dem Odilienberg, welcher der den ist.
Die dortige Quelle gilt als hilfreich bei
te. Sie verbarg sich in einer Höhle entwe-
Augenleiden und an verschiedensten Ot-
im Mussbachtal bei Freiburg im Breisgau.
nen und Quellen zu fin-
der in Arlesheim, südlich von Basel, oder
Beide Orte sind Verehrungsorte der Heili-
gen Ottilia geworden. Später soll sie sich
mit ihrem Vater versöhnt haben und mit
ihm zusammen auf der Hohenburg, dem späteren Odilienberg, französisch Mont
tilienheiligtümern sind auch solche Brunden. Auch ein Spital soll
Ottilia gegründet haben,
welches dann durch das Kloster Niedermünster
betreut wurde. Das Frau-
Saint Odile, ein Kloster gegründet haben,
enkloster auf dem Berg
dete sie noch das Kloster Niedermünster
kamen Prämonstratenser,
wo sie selbst Äbtissin wurde. Auch grün-
bestand bis 1547, dann
der Heiligen. In Möschenfeld östlich von
fahrtskirche geweiht. Immer wieder ist sie
in verschiedenen Kirchen dargestellt, im
Gewand einer Äbtissin mit Buch, auf wel-
chem zwei Augen liegen, mit Krone, Hahn
Durch die Taufgnade
erhielt das blinde Kind
und auch Kelch. Sie wird
angerufen nicht nur bei Au-
genleiden, sondern allge-
mein bei Kopfleiden und ist
das Augenlicht – und
Patronin des Elsass. Durch
»Tochter des Lichtes«
Emminger Gut entstand
jenen Namen: Ottilia –
welche 1661 ein Priorat errichteten und
allmählich die Wallfahrt zu ihrer Blüte
brachten. 1789 durch die Revolution ver-
die Wallfahrt zur Heiligen Ottilia beim ehemaligen
an dieser Stelle die spätere
Erzabtei St. Ottilien und nicht nur der Ort, sondern auch die Kongregation der Mis-
sionsbenediktiner erhielt den Namen der
trieben, kamen 1853 die Gebäude in das
Heiligen Ottilia.
dem die Wallfahrt gewährleistet.
Licht Jesu Christi in die Welt zu tragen
te über Süd- und Mitteldeutschland bis
kennen, wie es in einem alten Ottilienge-
Tirol und in die Schweiz. In Niederbay-
Seele und des Leibes, erhalte mir solche
Eigentum des Bistums Straßburg, das seitDie Verehrung der Hl. Ottilia gelang-
nach Sachsen und Lübeck, aber auch nach ern gibt es die wunderbare Wallfahrtskirche Hellring mit einem Ottilienbrunnen und auch in Oberbayern ist die Vereh-
rung der Heiligen Ottilia zu finden. In
Ottilienkapelle in St. Ottilien
der Wallfahrtskirche des Weilers Thai-
Gründung um das Jahr 720. Ihr Grab befin-
So will die Heilige uns ermuntern, das
und immer mehr für unser Leben zu er-
bet heißt: »Heile doch meine Augen der
stets gesund, damit ich alle Zeit mit rei-
.
nen Augen dich ansehe, erkenne und ewig
lobe.«
p. valentin ziegler
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kirche und kloster
Eduard von Grützner – der Mönchsmaler
Grützners Verbundenheit zum Andechser Kellermeister Bruder Jakob Neubauer und seine besondere Beziehung zum Heiligen Berg
In Andechs erinnert das Grützner-Stüberl im Gewölbe unterhalb des Klosterladens an den Genremaler Eduard von Grützner, der als so genannter Mönchsmaler in die Kunstge schichte eingegangen ist. Die ses von ihm bevorzugte Motiv und seine Freundschaft zum Andechser Kellermeister Bru der Jakob Neubauer erklären die besondere Beziehung zum Heiligen Berg. »Seinem Freun de Frater Jakobus« hat Grütz ner auch ein solches Gemälde gewidmet und ihn darauf ver ewigt. Birgitta Klemenz zeich net sein bewegtes Leben nach.
Frater Jakobus, Braumeister von Andechs Jakobus (Josephus) Neubauer stammte aus der Diözese Eichstätt, wo er am 18. März 1823 in Sappenfelden zur Welt kam. Profess hatte er am 15. April 1859, gestorben ist er am 20. Juni 1886 in Andechs.
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Eduard von Grützner (1846–1925) Rechts: alte Postkarte
E
duard Grützner wurde am 26. Mai
»Wenig gelernt, aber umso mehr ge zeichnet«
in Oberschlesien geboren. An die-
Sein Heimatpfarrer Fischer ermöglichte
1846 in Großkarlowitz bei Neiße
erhielt er den Verdienstorden des hl. Mi-
chael und 1886 durch Prinzregent Luitpold
den Professorentitel. König Ludwig III. er-
sem Tag, so schreibt Grützner in seiner
ihm den Besuch des Gymnasiums in Nei-
hob ihn 1916 in den Adelsstand.
Groß-Karlowitz in Schlesien zu dem nicht
für umso mehr zeichnete« (aus dem Arti-
Höhen und Tiefen
Selbstbiographie, »wurde einem Bauern in
ße, »wo der Junge zwar wenig lernte, da-
vorhandenem Überfluss auch noch ein sie-
kel zu Eduard Grützner im Allgemeinen
Ganz erbärmlich schwächlich muss ich
Fischer war es auch, der Grützners Arbei-
bentes Kinder geboren – und das war ich.
ausgesehen und derart zweifelhaft diese
Welt angeblinzelt haben, dass man sich
Künstlerlexikon von Saur, Band 63, S. 427). ten dem Münchner Baumeister Hirsch-
berg zeigte, der sich auf Fürsprache Karl
schon um einen Sarg umsah und mich ei-
von Pilotys (1826 – 1886) be-
als Heide wieder verduften. Den Namen
Mann das Studium an der
ligst taufte aus lauter Sorge, ich könnte
reit erklärte, dem jungen
Eduard erhielt ich, weil ihn der Kalender
Akademie in München zu
aber scheint, wie schon oft auch an mir
Grützner von 1863 bis 1869
an jenem Tage aufwies. Die Mutterliebe
Wunder gewirkt zu haben, denn die Sorge
finanzieren. Hier besuchte
Privat hatte er jedoch weniger Glück. Sei-
ne erste Frau, die er 1874 geheiratet hatte,
starb bereits zehn Jahre später, seine zwei-
te Frau ließ sich 1899 von ihm scheiden.
Die Tochter aus erster Ehe sorgte für ihn
An Humor und Ironie
sollte es ihm ein Leben lang nicht fehlen.
bis zu seinem Lebensende,
mit dem Sohn aus zweiter
Ehe verstand er sich nicht, wohl auch bedingt durch die Trennung der Eltern.
Der Name der Mutter durf-
verschiedene Ausbildungsklassen. 1867
te nach der Scheidung im Hause Grützner
guten Voraussetzungen dafür, einmal ein
lotys frei – und hier malte Grützner sein
neben dem Maximilianeum besaß Grütz-
werden. Doch eines wird bereits in diesen
Klosterkeller«, freilich anstelle eines Auf-
deutlich – an Humor und Ironie sollte es
von England lässt sich 1174 am Sarkophage
große Antiquitätensammlung verwahrte,
ein Stoff, mit dem Grützner trotz aller Be-
Außerdem besaß er in Rotholz in Tirol ein
um den Sarg war verfrüht.« All dies keine
berühmter und wohlhabender Künstler zu
ersten Sätzen von Grützners Erinnerungen
ihm ein Leben lang nicht fehlen.
wurde endlich ein Platz in der Klasse Pierstes »Mönchsbild« mit dem Titel »Im
trags von Piloty zum Thema: »Heinrich II. des Erzbischofs Thomas Becket geißeln«,
mühungen ganz und gar nichts anfangen
konnte. Dem ersten Bild folgte ein zweites, mit dem Erlös zahlte er seinem Gönner
Hirschberg das gewährte Darlehen zurück, mietete sich 1869 ein eigenes Atelier und
war von nun an als freier Künstler tätig –
überaus erfolgreich und gut situiert. 1880
nie mehr genannt werden. Unmittelbar ner seit 1883 eine riesige Villa, in der er
viele Honoratioren, Malerkollegen und
Künstler seiner Zeit empfing und seine
die er im Alter um Ostasiatika erweiterte.
Ferienhaus, in dem er die Sommermonate verbrachte. Er starb am 2. April 1925 in
München mit 78 Jahren.
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kirche und kloster
»Im Klosterkeller« um 1868
Hi n t e rg r u n d Ein Genrebild (franz.; von lat. genus: ›Art‹, ›Geschlecht‹) ist die gemalte Abbildung einer Alltagsszene. Es zeigt Menschen in bestimmten Situationen, Ereignisse oder Handlungen und gibt so Einblicke in Gewohnheiten und Eigenheiten.
Der humoristische Zug – Grützners Spe zialität Seine Arbeiten wurden bereits zu Lebzei-
Beschreibung der Maltechnik heißt es
ten sehr unterschiedlich bewertet, vor
hier: »Der humoristische Zug, der nicht
mer gleiche Thema. Der Artikel zu Grütz-
ner Humor, der seinem inneren Wesen
Saur merkt jedoch an, dass die Kritiken
tungsgabe phänomenal …« (L. Balogh).
überdenken seien. Der Autor nennt hier
voyeuristisch, sondern immer liebevoll
allem bemängelte man das scheinbar imner im Allgemeinen Künstlerlexikon von
Alte Postkarte mit Motiv vom Grützner-Stüberl
sowie Porträts, Werke nach literarischen
Vorlagen, Jagdszenen u. a. m. Neben der
im Blick auf Grützners Gesamtwerk zu vor allem Stillleben und Naturstudien
fehlen darf, war Grützners Spezialität. Je-
entsprang, ist einzigartig, die BeobachGrützner schaut also genau hin, doch nie und mit Augenzwinkern. Gerade mit sei-
nen »Klosterbildern« vermittelt er somit
Einblicke in eine Welt, die zwar außerhalb der Alltäglichkeiten des Betrachters liegt,
aber doch auch wieder nicht, wenn es um die ganz normalen menschlichen Vorlie-
ben und auch Schwächen im Umgang mit
sich und den Mitmenschen gehen mag. Es sind halt letztlich doch alle gleich – und
menscheln tut’s überall … Das ist wohl
auch der Grund, warum diese Studien eines beschaulichen Lebens in der damali-
gen Gründerzeit, die von Aufbruch und
Fortschritt geprägt war, so gut ankamen –
.
unabhängig von ihrem künstlerischen
Wert.
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Be-ZIEHUNG Als Praktikantin im Haneberghaus
Aus dem Jahresbericht des Haneberghauses
D
IDI – war für ein schöner Name!
Als ich ihn das erste Mal hier in
München hörte, dachte ich sofort
an den schwarzen Maulwurf, den mein
Bruder als kleiner Junge in den Urlaub auf
Sie erzählen auch von dem Alleinsein auf
der Suche, von Schmerz, Verwundung
und von Schuld. Gleichzeitig funkeln sie und rufen: Wir haben so viel gesehen
auf unserem Weg, auf unserer Reise mit
der Nordseeinsel mitnahm, auf der wir als
Didi, wir könnten Bücher voll schreiben!
brachten. Und eines Tages war er einfach
Alleinsein. Das Gesuchtwerden. Das ei
den Namen DIDI trug. Er hatte es sich in
Weg. Das Dunkle und das Leuchtende.
Familie immer den Sommer am Meer verweg. Der Maulwurf. Der Maulwurf, der
einem roten Rucksack gemütlich gemacht und der Rucksack samt Didi verschwand.
Ein Jahr später tauchte der Rucksack wieder auf. Nur Didi war weg. Einfach so.
Weg. Mein Bruder war sehr traurig, hat-
Didis Geschichte: Das Wegsein. Das
gene Suchen. Das Abenteuer auf dem
Das Kalte und das Wärmende. Ein klei-
ner Stoffmaulwurf und ein starker Mann.
Zwei Geschichten – ein Name. Irgendwie spannend.
Und ich bin mitten drin in dieser Ge-
te er doch eine Beziehung zu diesem Ku-
schichte – in diesen Geschichten. Hier
haften Namen Didi getauft hat. Und jetzt
Beziehung, die einfach da ist. Einfach
scheltier aufgebaut, das er auf den zauber-
war Didi weg. Einfach so.
Didi – verschwunden – und dann
steckt von Anfang an Beziehung drin.
so. Nicht gemacht, sondern gegeben, geschenkt. Irgendwie ein Wunder. Wun-
treffe ich ihn in München in der Kirche
dervoll. Und gerne staune ich darüber.
Namensträger kein lebloses Kuscheltier,
gefunden wurde, was lange gesucht
Augen zeugen von einer bewegten Lebens-
immer? Für Didi selbst. Für mich. Für
St. Matthäus wieder. Nur: jetzt ist der
sondern ein sehr lebendiger Mann. Seine
geschichte. Sie erzählen – ganz leise –
von dem Wegsein und dem Suchen nach einem Weg. Von der Suche nach den
Menschen, nach den Orten und Dingen, mit denen sie sich wohlgefühlt haben.
Und dann das Gefühl, dass etwas
war. DIDI. Von wem und für wen auch meinen Bruder. Für uns. Für alle?! Ein
Gefühl, als ob wir gemeinsam DIE Lotto-
.
ZIEHUNG gemacht hätten. Gewinn:
BEZIEHUNG. Danke! friederike quack
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kirche und kloster
Klösterliche Verbundenheit Konventausflug nach Paring, Hellring, Mallersdorf und Rohr
Viele Stationen mit teilweise langen geschichtlichen Verbin dungen zum eigenen Kloster suchten die Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs bei ihrem Konventausflug am 9. Juli 2012 auf. Fr. Markus Riemer blickt auf den Tag zurück.
D
ie erste Station des Konventaus-
flugs führte uns zu dem 20 km süd-
westlich von Regensburg gelege-
nen Augustiner-Chorherrenstift in Paring, das 1974 von der Windesheimer Kongre-
gation wiederbegründet wurde. Ihr Generalpropst Helmut Grünke zeigte uns die
Kirche der Propstei St. Michael und gab einen kurzen Abriss zur Geschichte, die eng
mit dem alten Kloster Andechs verbunden
ist. So erfuhren wir auch, dass der letzte
Propst Otto II. aus dem Nachbarstift Rohr
kam, wohin er 1551 zurückkehrte, und das Chorherrenleben in Paring daraufhin vor-
läufig erlosch. 1598 übertrug der bayeri-
sche Herzog Wilhelm V. die Gebäude und
Liegenschaften des Stiftes dann den Bene-
diktinern von Andechs. Bis zur Säkularisa-
tion 1803 waren Mitbrüder in der Propstei
Paring als Seelsorger und Ökonomen tätig. Das spät-barocke Aussehen von heute er-
hielt die Kirche im Jahr 1765 unter dem Andechser Abt Meinrad Moosmüller.
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Ein Ausflug, der
die enge Verbundheit mit dem alten
Kloster Andechs erkennen lässt.
Auskl ang bei den Mitbrüdern in der Benedik tiner abtei Rohr
Wallfahrtskirche St. Ot tilia in Hellring
Als letzte Station besuchten wir die Be-
nediktinerabtei Rohr. Abt-Administrator
Im nahe gelegenen Hellring feierte Abt Jo-
Markus Eller OSB führte uns durch den
hannes mit uns die hl. Messe in der Wallfahrtskirche St. Ottilia. Der heutige Bau
im Stil des frühen Rokoko entstand zwi-
Kloster Mallersdorf
schen 1733 und 1735 wahrscheinlich un-
Für den Nachmittag waren wir im Kloster
Johann Georg Hirschstetter und war eine
1803 eine Benediktinerabtei war, angemel-
Andechs. Ein Steinrelief unter dem mitt-
men Franziskanerinnen von der Heiligen
barocken Ostflügel mit dem Konventtrakt,
der in den letzten Jahren umfangreich sa-
niert und umgebaut wurde. Nur der Ost-
Mallersdorf, das bis zu seiner Aufhebung
flügel und die berühmte Asamkirche sind
det. Seit 1869 ist es das Mutterhaus der Ar-
tiner Chorherrenstifts erhalten geblieben
leren Chorfenster mit drei Kugeln verweist
Familie. Dort wurden wir bereits von den
nediktiner aus Braunau zur neuen Heimat.
bindung mit Andechs an. Jeden zweiten
Sankt Bonifaz und Andechs sehr verbun-
ter dem Landshuter Hofmaurermeister
Auftragsarbeit von Abt Maurus Braun von
auf den hl. Nikolaus und deutet so die VerSonntag im Oktober findet noch heute das
Wallfahrtsfest statt, und alle Häuser in
Hellring üben dann das Schankrecht aus. Im Ottilienhof, gleich neben der Wall-
fahrtskirche konnten wir zu Mittag essen.
Für das Gasthaus wurde 1999 der ehemalige Kuhstall umgebaut.
nach der Säkularisation des alten Augus-
und wurden 1946 für die vertriebenen Be-
Mallersdorfer Schwestern, denen wir in
Im Chorgestühl in der Apsis der Asamkir-
den sind, erwartet und freudig begrüßt.
Darstellung der Himmelfahrt Mariens
Einige von uns besuchten nach dem Kaf-
nach war schon alles vorbereitet für einen
Die Kaffeetafel war schon für uns gedeckt.
che mit der überwältigenden plastischen beteten wir gemeinsam die Vesper. Da-
fee noch das Alten- und Pflegeheim St.
gemütlichen Grillabend, mit dem dieser
hauses oder ließen sich durch die Paul Jo-
sprächen mit den Brüdern der Abtei Rohr
Maria, gingen zum Friedhof des Mutterseph Nardini-Gedenkstätte führen.
erlebnisreiche Ausflug in angeregten Ge-
ausklang.
.
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kirche und kloster
Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz
Der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz veranstaltete auch in diesem Jahr wieder eine Sommerakade mie in Sankt Bonifaz, die Prof. Dr. Hans-Michael Körner von der Ludwig Maximilians Universität München leitete und organisierte. Die sechs Vorträge zum Thema »Die katholische Kirche und der Nationalsozialis mus« boten einen Informationsreichtum, von dem hier nur kurz berichtet werden kann.
I
m Zentrum der Sommerakademie stan-
den vier grundverschiedene Persönlich-
keiten der katholischen Kirche, deren
Biographie eng mit München verbunden
ist. Die anspruchsvolle Vortragsreihe fand ein großes Interesse und gab den zahlreichen Zuhörern einen Einblick in die un-
terschiedlichen, auch widersprüchlichen
Haltungen innerhalb der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus, ohne vor-
schnell die Fragen nach Schuld, Versagen und Verantwortung zu beantworten.
I N F O r m at i o n Die »Freunde der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz« unterstützen das Kloster bei der Erfüllung seiner seelsorglichen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Aufga ben. Der Verein fördert ausschließlich und unmittelbar kirchliche und gemeinnützige Zwecke im Sinn des Abschnitts »Steuerbe günstigte Zwecke« der Abgabenordnung. Spender, Unterstützer und Mitglieder sind herzlich willkommen. Nähere Informationen bei Freunde der Benediktinerabtei St. Bonifaz e. V. München Werner-Hans Böhm, Vorsitzender Karlstr. 34 80333 München Tel.: 089/55171-112, Fax: 089/55171-103 rasch@sankt-bonifaz.de
Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel, Direktor der Forschungsstelle der Kommission f. Zeit geschichte e.V. in Bonn
Prof. Dr. Dr. hc. Rudolf Morsey, em. Universitätsprofessor an der Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
K atholische Kirche und der National sozialismus – die Dr a m atik einer Kontoverse
Fritz Gerlich (1883–1934) – ein frühe s Opfer de s Hitler-Regime s
Zu diesem Thema sprach am ersten Abend
Prof. Dr. Dr. hc. Rudolf Morsey stellte in
lische Kirche durfte sich nach dem Krieg
vor, der sich weit von seiner antirepubli-
Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel. Die kathoals Opfer sehen, während in der Öffent-
seinem Vortrag Fritz Gerlich (1883–1934)
kanischen Einstellung entfernte und als
lichkeit die Schuldvorwürfe ihr gegenüber
Verteidiger der Weimarer Verfassung ge-
Böckenförde 1960 auf die religiös-welt-
des Hitler-Regimes wurde. 1927 besuchte
ständig zunahmen. Während Wolfgang
anschauliche Geschlossenheit des deut-
schen Katholizismus, die innere Distanz zur Moderne und den Antiliberalismus
verwies, erklärte Carl Amery 1963 mit der
Milieutheorie das Versagen der Katholiken im Dritten Reich. Rolf Hochhuths Thea-
gen den Totalitarismus ein frühes Opfer
er Therese Neumann in Konnersreuth, die
ihm den Weg zum Katholizismus öffnete.
1930 gründete er den »Naturverlag« und erwarb die Wochenzeitschrift »Illustrierter
Sonntag«. Nachdem er die Zeitschrift im-
mer mehr als Meinungs- und Kampfblatt
terstück »Der Stellvertreter« von 1963 und
gegen den Nationalsozialismus nutzte,
Kirche und der Holocaust« von 2002 zeig-
rade Weg«. Als die Nazis am 9. März 1933
Daniel Goldhagens Buch »Die katholische ten große Wirkung, näherten sich dem
Thema aber nicht mit wissenschaftlichen Maßstäben.
gab er ihr im Januar 1932 den Titel »Der Gedie Macht in Bayern an sich rissen, wurde
er verhaftet. Nach 16-monatiger Haft kam er am 30. Juni 1934 in das KZ Dachau, wo er von SS-Angehörigen ermordet wurde.
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berichtete: die Revolution von 1918, die
Machtergreifung Hitlers 1933 und das En-
de des 2. Weltkrieges 1945. Der Monarchist
Faulhaber nannte auf dem 62. Deutschen Katholikentag in München 1922 die Re-
volution von 1918 »Meineid und Hochverrat«. Dem Nationalsozialismus warf er
»Häresie« vor. 1933 attackierte er in vier
Adventspredigten über das Alte Testament
Prof. Dr. Thomas Brechenmacher, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam »Der Pacelli-Papst und der National sozialismus« Zu diesem Thema sprach Prof. Dr. Thomas
den Antisemitismus. Die Enzyklika »Mit brennender Sorge« von 1937 geht auf sei-
nen Entwurf zurück. Auf der Suche nach einem Modus Vivendi leistete er keine
Fundamentalopposition, um die Verhand-
lungsfäden mit den Reichsinstanzen nicht abreißen zu lassen.
Brechenmacher. Eugenio Pacelli, der im
November 1923 als Nuntius in München
den Hitler-Putsch erlebte, berichtete von den antikatholischen Ausschreitungen
nach Rom. Nach Erscheinen der Enzykli-
ka »Mit brennender Sorge« 1937 betrieb er
als Kardinalstaatssekretär im Vatikan eine
Politik der Konfrontation ohne Bruch. Er
Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, General direktor der Staatlichen Archive Bayern a.D.
beschwichtigte nicht, als sich Kardinal
Mundelein im Mai 1937 in Chicago kritisch zur Kirchenpolitik des NS-Regimes äußer-
Pater Rupert Mayer (1876 –1945) : Re zeption, Verehrung und Kult nach 1945
te und der Vatikanbotschafter von Bergen
beim Heiligen Stuhl protestierte. Als Papst
Pius XII. bemühte er sich in den Kriegsjahren um eine Achse Vatikan – Washington.
Dr. des. Jörg Zedler, Assistent am Lehrstuhl f. Bay. Landesgeschichte d. Universität Regensburg da s Ende der bayerischen Vatik ange sandtschaf t 1934 Dr. des. Jörg Zedler verband seinen Vortrag über das Ende der bayerischen Vatikange-
sandtschaft 1934 mit der Person Otto von
Ritter, seit 1909 letzter bayerischer Va-
tikangesandter. In der Weimarer Repub-
lik wurden die auswärtigen Beziehungen
zur Reichsangelegenheit. Alle bayerischen
Auslandsgesandtschaften wurden bis
1920 aufgehoben, nur die Vatikangesandt-
Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Organisation und Leitung der Sommerakademie in Sankt Bonifaz Michael K ardinal von Faulhaber (1869–1952) Drei Zäsuren prägten das Leben von Mi-
chael Kardinal von Faulhaber (1869 – 1952), über den Prof. Dr. Hans-Michael Körner
Zum Abschluss der Sommerakademie
sprach Prof. Dr. Hermann Rumschöttel
über Pater Rupert Mayer (1876 – 1945): Rezeption, Verehrung und Kult nach 1945.
Der Jesuitenpater kam 1912 nach München, um die Großstadtseelsorge für die vielen
katholischen Zuwanderer zu überneh-
men. Seit 1921 war er Präses der Mariani-
schen Männerkongregation. 1925 führte er
die Sonntagsgottesdienste am Münchner
Hauptbahnhof ein. Von der Kanzel in St.
Michael predigte er gegen das nationalso-
zialistische Regime, das ihm 1937 Redever-
bot erteilte. Sein Widerstand brachte ihn
schaft blieb bestehen. Ab 1933 setzten die
in das Gefängnis in Landsberg am Lech
nen weiteren Ausbau des Zentralismus
1945 lebte er isoliert im Kloster Ettal. Nach
passive Gesandtschaftsrecht. Bis zum 30.
die öffentliche Verehrung. Bereits zu Leb-
tiatur aufgehoben werden. Mit Rücksicht
stel Münchens genannt. Viele Gläubige
nationalsozialistischen Machthaber ei-
durch, und Bayern verlor das aktive und
April 1934 sollten Gesandtschaft und Nunauf die Heiligsprechung des bayerischen
und in das KZ Oranienburg. Von 1940 bis
seinem Tod an Allerheiligen 1945 begann
zeiten wurde er der 15. Nothelfer und Apo-
verehrten ihn schon als Heiligen, bevor er
Kapuziners Konrad von Parzham in Rom
am 3. Mai 1987 im Münchner Olympiasta-
verschoben.
gesprochen wurde.
wurde dieser Termin auf den 30. Mai 1934
.
dion durch Papst Johannes Paul II. selig
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kirche und kloster
Eine inspirierende Persönlichkeit Liselotte Orff – große Förderin der Carl Orff-Festspiele Andechs gestorben
A
ltabt Odilo Lechner würdigte die
verstorbene Witwe Carl Orffs mit den Worten: »Ich habe Liselotte
Orff sehr schätzen gelernt, als ich erleben
durfte, wie liebevoll und tapfer sie seiner-
Eine besondere Verbundenheit wuchs in
wie sie sich dann über dreißig Jahre lang
te Orff und der Andechser Orff®-Akademie
lich in den Dienst seines Werkes gestellt
tonte sie doch immer wieder und bei ver-
Jahr zehntel ange Begleitung und groSSzügige Förderung
auf Carl Orff selbst zurückgeht, noch mit
zeit Carl Orff im Sterben begleitet hat und
ganz uneigennützig und selbstverständhat.«
Liselotte Orff hat die Carl Orff-Festspiele
Andechs über Jahrzehnte hinweg inhaltlich intensiv begleitet und über die Carl
Orff-Stiftung großzügig gefördert. Ohne
den vergangenen Jahren zwischen Liselotdes Münchner Rundfunkorchesters. Beschiedenen Anlässen, wie glücklich sie
sei, dass sie diese Akademie, deren Idee
verwirklichen konnte. Aus dieser Idee er-
wuchsen persönliche Freundschaften und
Beziehungen. Darum war es für Frau Orff in den letzten Jahren immer selbstver-
ständlich, spätestens am Ende jeder Pre-
ihr hochherziges ideelles und finanzielles
mierenfeier noch nach »ihrer« Akademie
ser Orff®-Akademie des Münchner Rund-
ein wenig länger.
im Rahmen der Festspiele finden können.
Mit Dankbarkeit und Verehrung verabschieden
Eine inspirierende Persönlichkeit
Orff. Sie möge leben im Frieden Gottes.
Engagement hätte besonders die Andech-
Mit großer Trauer haben das Kloster Andechs, die Mitarbeite rinnen und Mitarbeiter der Carl Orff-Festspiele Andechs und die Andechser Orff®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters die Nachricht vom Tod von Lise lotte Orff aufgenommen. Kurz nach ihrem 82. Geburtstag ist die Witwe des großen bayerischen Komponisten Carl Orff, der in der Andechser Wallfahrtskirche begraben liegt, am 19. September 2012 gestorben.
Be sondere Verbundenheit mit der Andechser Orff ® -Ak ademie de s Münchner Rundfunkorche sters
funkorchesters seit 2009 nicht ihren Weg
Mit Liselotte Orff verlieren Kloster, Festspiele und Akademie eine inspirierende
Persönlichkeit, die dem kulturellen Engagement des Klosters immer offen und positiv gegenüber gestanden ist. Bis zuletzt
hat sie die Aufführungen der Carl Orff-
Festspiele besucht und mit ihrer freund lichen, aufrichtigen und herzlichen Art vielen Menschen den Weg zur Musik
theater-Welt Carl Orffs neu geöffnet oder offen gehalten.
zu sehen. Meistens blieb sie dann noch
.
sich Kloster, Festspiele und Akademie von Frau
bergecho 3 . 2012 |
Andechs war ihr besonderer Ort
Patenschaften für die Orgel
Marcus Everding zum Tod von Liselotte Orff
Zum Tod von Liselotte Orff hat der Künstlerische Leiter der Carl Orff-Festspiele Andechs, Marcus Everding, einen persön lichen Nachruf verfasst. Frau Orff ist tot. Das ist traurig, sehr. Ihr
Verbundenheit zum Haus und zu den Festspielen war eminent, aufrichtig und herz-
lich. Hier in Andechs in der Schmerzhaften Kapelle liegt ihr Orff. Die Jahrtage zeugen von gelebtem Gedenken. Sie gedachte.
Hier in Andechs finden die Carl Orff-Festspiele jährlich statt. Gelebtes Erbe, sie
lebte es alljährlich mit. Andechs war ihr
Orgelpaten vom 15. 11. 2011 bis 15. 11. 2012
die seine Schwingungen aufnehmen.
Thomas Kaukal, Gertrud Zimmerschied,
Frau Orff war ein besonderer Mensch, die
Erich Averkamp, Peter Averkamp, Valen
fen hörte statt zu schwätzen. Wer mit ihr
Klaus Stocker, Lions Club Bad Königsho-
ihr am Grab gebetet hat, weiß was für an-
abend, Familie Bäumler, Klaus Andexser,
ein besonderer Ort, der es für alle wird,
guten Mutes war, statt promilaut. Die of-
gelacht hat, weiß, was Lachen ist. Wer mit dere beten heißt. Wer mit ihr in Auffüh-
rungen saß, weiß, was Begeisterung ist.
Sie wird fehlen, hier in Andechs, an vie-
Peter May, Johannes Lerch, Jack the Ripper-Stammtisch aus Hannover,
tina Sophia Lueft, Grobstaubfreunde,
fen, Präsident Roland Ress, Josefa Feier-
Tom Rode, Abbey Rode, Martha Magda lena Keller, Rita Fricke, Erika Jendro,
Anton Müller, David und Samuel Fitza, Dr. med. Beyer, Daniel Paulick, Ines
Goldner, Andreas Gotz, Christl Hoppe,
len Orten. Ihr Geist wird bleiben, weil er
Rolf Glaremin.
Gottes Haus, ein leerer Platz im Festspiel-
Nähere Auskünf te über Orgel-Patenschaf ten unter
an Geistern, sie sitzen unvermutet neben
Tel.: 08152/376-312
besuchen.
freundeskreis@andechs.de
nicht wegzudenken ist. Ein leerer Platz in
haus. Scheinbar. Das ist das Wunderbare
.
uns. Sie möge in Frieden ruhen und uns oft
Fax: 08152/376-267 www.andechs.de
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bergecho 3 . 2012
| klosterbrauerei
Kristallklar und glanzfein Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs
Die Klosterbrauerei Andechs »kann« auch unfiltriert. Die Freunde der Andechser Weißbiere und des Andechser Winterbieres sprechen da aus Erfahrung. Alle anderen unter gärigen Biersorten finden ihren Weg zum Bierkenner nur über den Filterkeller der Klos terbrauerei. Sepp Höllrigl und Tobias Kraus sorgen hier für ein haltbares, kristallklares und glanzfeines Produkt. Der Kieselgur-Rahmenfilter (rechts im Bild) filtert sämtliche Trübungsstoffe aus dem Bier.
J
e nach Sorte reifen die Andechser
Klosterbiere vier bis sechs Wochen im
Lagerkeller der Klosterbrauerei. Ein
Sepp Höllrigl und Tobias Kraus, zwei
gestandene und erfahrene Brauer und
Leitungen keimfrei sind. Während der gesamten Filtration achten die beiden pein-
Mälzer mit zusammen über 45 Jahren Be-
lich genau darauf, dass das Bier nicht mit
Bekömmlichkeit brauchen ihre Zeit. Bes-
aufstehern in der Klosterbrauerei. Sie sind
das Bier in dieser Herstellungsphase frei
rekt im Anschluss. Bester Beweis ist hier
onswoche starten. Schon ab 3 Uhr in der
feiner malzaromatischer Geschmack und
ter Trinkgenuss bietet sich eigentlich di-
rufserfahrung, gehören mit zu den Früh-
Sauerstoff in Berührung kommt. BIeibt
bei den Ersten, die in die neue Produkti-
von Sauerstoff, können die Braumeister ei-
das unfiltrierte Andechser Winterbier, das
Früh am Montagmorgen spülen sie sowohl
lange garantieren.
Bräustüberl ausgeschenkt wird.
Abfüllung gepumpt wird, als auch die Ab-
wieder so genanntes »entgastes Wasser« in
ebenso mindestens ein dreiviertel Jahr
übers Wochenende komplett mit Desinfek-
exklusiv zwischen November und März im Jedoch soll das Bier vom Heiligen Berg
haltbar sein und bekömmlich bleiben. Da-
die Tanks, in die das filtrierte Bier vor der füllanlagen und Gefäße. Leitungen, die
tionslösung gefüllt waren, spülen sie mit
nen unveränderten Geschmack des Bieres Aus diesem Grund wird auch immer
der Brauerei bereitgehalten, d.h. Wasser, das frei ist von Sauerstoff. Dies gelingt,
indem man Wasser erwärmt und mit Koh-
rüber hinaus erwarten viele Freunde der
Frischwasser wieder und wieder durch.
lendioxid (CO2) durchspült. Dieses entgas-
und klares Premiumprodukt. Der Weg zu
Spülwasser im eigenen Labor mikrobio-
der Füllung mit Bier frei von Sauerstoff
Andechser Bierkultur auch ein glanzfeines Haltbarkeit und Klarheit führt über die
Filtration des Bieres vor der Abfüllung.
Regelmäßig und genau lassen sie das
logisch untersuchen, um absolut sicherzugehen, dass sämtliche Gefäße und
te Wasser sorgt dafür, dass die Tanks vor sind. Außerdem benutzt man entgastes
Wasser, um das Bier aus den Leitungen
bergecho 3 . 2012 |
hinauszuschieben und schließlich, um
den Sauerstoff aus den Filterelementen vor der Filtration zu entfernen. Die Filterele-
mente werden nach der Füllung mit ent-
gastem Wasser dann anschließend so lan-
Das Team Tobias Kraus (im Bild links) hat den Beruf des Brauers und Mälzers in Maisach erlernt. Danach war er bei Löwenbräu in München, und bei Wildbräu in Grafing im Gär- und Lagerkeller tätig. 2002 wechselte er nach Andechs. Auch hier arbeitete er zunächst im Gär- und Lagerkeller, dann in der Filtration.
ge gespült – der Brauer spricht davon, die
Entgasung »im Kreislauf zu fahren« –, bis
kein Sauerstoff mehr messbar ist.
Währenddessen mischen Sepp Höllrigl
bzw. Tobias Kraus, je nachdem, wer von
beiden die jeweilige Schicht übernommen
hat, in einem so genannten Ausmischgefäß Kieselgur, ein natürliches Filterhilfs-
mittel, mit Wasser auf. Diese Kieselgur
wird nun in die Leitungen dem Fließstrom
»beigedrückt«. Die Fließgeschwindigkeit
wird bei ca. 20.000 l/h konstant gehalten.
So kann sich die Kieselgur gleichmäßig auf
an. Dort beträgt die Porenweite nunmehr nur 1 Mikrometer, also der Millionste Teil eines Meters bzw. 0,001 mm. Die Feinfil
den Filterschichten im Filter verteilen. Die-
tration arbeitet mit speziellen Filterkerzen
men« des Filters. Es gibt verschiedene An-
im Bier vorhandenen Hefezellen zu ent-
sen Vorgang nennt der Brauer »Anschwem-
schwemmungen mit grober und feiner Kieselgur, sodass sich an der Filterschicht ein
und ist vor allem notwendig, um die noch
fernen. Hierbei spricht man von »Entkei-
mung«. Die Filterkerzen werden nach dem
geeigneter »Filterkuchen« aufbaut.
Filtrationsvorgang zunächst mit kaltem
im Lagerkeller wird das Bier »bestellt«.
ßend mit Heißlauge regeneriert. Nach
Nun ist der Filter fertig präpariert und
Das Bier drückt dabei auf seinem Weg durch die Leitungen und
Filter das Wasser heraus.
Am Ausgang des Filters
wird mit einem Messgerät die Stammwürze genau festgestellt. Ist der
geforderte Wert erreicht,
und warmem Wasser gespült, anschlie-
der sauren Desinfektion und den Wasserspülungen ist der Filter
»Der Weg zu Haltbarkeit
wieder chemisch neu-
tral. Dies ist vor allem
und Klarheit führt über
deshalb wichtig, um si-
die Filtration des Bieres
cherzustellen, dass sich
keine Rückstände bil-
vor der Abfüllung.«
wird der Drucktank mit
den und die Filterkerzen
keimfrei bleiben. Diese
Bier gefüllt. Auch während der dann an-
Reinigungsvorgänge überprüfen und steu-
Filtration des Bieres wird weiter Kieselgur
so genannte Leitwertmesser, deren Werte
schließenden kontinuierlich laufenden
dosiert. Ein Probenehmer entnimmt al-
le zwei Minuten automatisch ein kleines
Probevolumen des filtrierten Bieres, um
im eigenen Labor die Keimfreiheit des Bieres zu bestimmen.
Durch die Trübungsstoffe des Bieres
»verblockt« der Filter mit zunehmender
ern Tobias Kraus und Sepp Höllrigl durch
ständig PC-gestützt zur Verfügung stehen. Filtriert wird – je nach Saison – einmal
bis dreimal die Woche und zwar exakt das
Biervolumen, das in der jeweiligen Woche
abgefüllt wird. Nachdem Tobias Kraus und Sepp Höllrigl die ersten sind, die die Pro-
duktionswoche begonnen haben, sind sie
Dauer der Filtration, d.h. er verstopft. Da-
auch diejenigen, deren Arbeitswoche als
nen immer größeren Druck aufbauen, um
dann noch bei der Abfüllung von Flaschen-
her müssen die Pumpen kontinuierlich eidas Bier weiter durch den Filter zu drü-
cken. Schließlich kommt dieser Prozess zu einem Ende. Der Filter wird geöffnet, die
Kieselgur samt der ausgefilterten Stoffe entfernt und schließlich mehrfach kalt
erstes zu Ende geht. Bei Bedarf helfen sie und Fassbier mit. Aber viel Zeit bleibt
häufig nicht, denn schon am Donnerstag
liegt auch wieder der Produktionsplan von den Braumeistern für die nächste Woche
auf dem Schreibtisch. Und dann heißt es
und warm gespült.
wieder: die bis zu 50 Kilogramm schweren
Schichten schließt sich die Feinfiltration
herzurichten.
Nach der Filtration mit Kieselgur-
Josef Höllrigl gehört mit zu den langjährigen und treuen Mitar beitern der Klosterbrauerei Andechs. Seit Beginn seiner Aus bildung als Brauer und Mälzer im Jahre 1975 – nur unterbro chen durch seinen Wehrdienst – ist er nun schon in der Kloster brauerei am Heiligen Berg tätig.
.
Säcke Kieselgur zusammenzutragen und
DAS ST I CHWORT: Ki e s e lg u r Kieselgur ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die aus den Schalen fossiler Kie selalgen besteht. Diese Algen schweben im Wasser, sinken nach dem Absterben zu Boden und bilden dort allmählich dicke Ablagerungen. Aus diesem so genannten »Diatomeenschlamm« entstanden dann im Laufe der Jahrtausende Sedimentge steinsschichten, die bis zu mehreren hun dert Meter dick sein können und heute in USA, Mexiko, Chile, Frankreich, Spanien, und China abgebaut werden. Durch Abschlämmen wird der Rohstoff von Sand befreit und bei 800°C gebrannt. Durch die Aufbereitungsprozesse erhält die Kieselgur die höchste Reinheit. Nach dem es sich chemisch gesehen um Sili ziumdioxid handelt, ist der Stoff »inert«. Das bedeutet, dass keinerlei Inhaltsstoffe davon ausgehen können. Andererseits besitzt Kieselgur eine äußerst porenreiche Struktur und ist deswegen hervorragend als Filtrationsmittel geeignet.
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bergecho 3 . 2012
| klosterbrauerei
Endlich wieder:
Andechser Winterbier Bräustüberl schenkt vom 11. November 2012 bis 19. März 2013 wieder Winterbier aus.
Inzwischen ist es gute Tradition auf dem Heiligen Berg: das Andechser Winterbier. Die Klosterbrauerei stellt es nach wie vor exklusiv und nur für den Ausschank im Andechser Bräustüberl her. Ein Grund mehr für einen Besuch auf dem Heiligen Berg in der »staaden Zeit«.
K
lassisch kellertrüb ist das speziell für die Zeit von Martini bis Jose-
fi ausgeschenkte Winterbier. Da-
rum stellt die Klosterbrauerei Andechs
üblich und nötig, da sich aufgrund min-
derer Malzqualität Eiweiß, Zucker, Mine-
ralien und Vitamine schlechter aus dem Gerstenmalz gelöst haben. Heute wird
auch 2012 dieses beliebte Bier mit einem
dieses Verfahren in der Klosterbrauerei
siv für den Ausschank im Andechser
mehr Energie und Zeit kostet. Damit er-
Stammwürzegehalt von 12,5 Vol % exklu
dennoch angewendet, obwohl es erheblich
Bräustüberl her. Nur dort wird das Win-
hält aber das Andechser Winterbier einen
19. März 2013, ausgeschenkt – natürlich
verwechselbaren Geschmack.
terbier vom 11. November 2012 bis zum frisch vom Fass.
Für das Winterbier verwenden die
ausgeprägten Malzkörper und seinen unDiese Geschmacksrichtung unter
streichen die Andechser Braumeister noch
Andechser Braumeister ausschließlich
dadurch, dass das Andechser Winter
ner Malz, den hochwertigen Hallertauer
natürlichen Trübstoffe wie Eiweiß und
Rohstoffe aus Bayern: das dunkle Münch-
bier unfiltriert ausgeschenkt wird. Die
Aroma-Hopfen und frisches Brauwasser.
Hefe erzeugen noch einmal ein eigenes
Winterbier in der langen Tradition der
genehmes »Gaumengefühl« beim Trin-
der Bierfiltration gegen Ende des 19. Jahr-
und Bierbrauer die Möglichkeit, das Bier
Mit diesen Zutaten steht das Andechser
klösterlichen Biere, die vor der Erfindung hunderts vor allem dunkel und malzaro-
matisch, unfiltriert und kellertrüb waren. All diese Eigenschaften weist das An-
Geschmacksbild und ein besonders an-
ken. Früher bekamen nur Braumeister
unfiltriert als so genanntes »Zwickelbier« zu probieren. Zwischen November 2012
und März 2013 können nun alle Gäste und
dechser Winterbier auf. Gebraut wird es
Freunde des Andechser Bräustüberls diese
verfahren. Dabei wird ein Teil der Maische
dem Heiligen Berg genießen.
in einem traditionellen Mehrfach-Maischim Maischebottich mehrfach schonend
erhitzt und gekocht und danach der rest-
lichen Maische wieder zugeführt. Die-
ses Kochen eines Maischeteils war früher
.
besondere Andechser Bierspezialität auf
bergecho 3 . 2012 |
29
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bergecho 3 . 2012
| klosterbrauerei
Pfälzische Gastlichkeit und Bier vom Heiligen Berg 70.000 Besucher beim 25. Andechser Bierfest in Haßloch
Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 70.000 Besucher kamen vom 21. bis 23. September zum 25. Andech ser Bierfest nach Haßloch in der Pfalz. An diesem Wochenende waren die Straßen im Ortskern von Haßloch fest in der Hand von Tausenden Freunden des An dechser Bierfestes. Mittendrin sorgte die Friedinger Blaskapelle für viel gute Laune. An der Spitze einer 50-köpfige Delegation aus dem Landkreis Starnberg besuch ten P. Valentin, Georg Schuhma cher vom Andechser Bräustüberl, Landrat Karl Roth und die An dechser Bürgermeisterin Anna Elisabeth Neppel das bunte Trei ben.
Wieder einmal konnte sich Georg
Schumacher, inzwischen Ehrenabtei-
lungsleiter im Andechser Bräustüberl, davon überzeugen, wie sich das einst kleine
Andechser Bierfest, das im Jahr 1988 mit
S
chon seit Jahrzehnten pflegen die
heim ihre Partnerschaft. Lebendig
und fest verankert ist sie auch durch die
beiden großen Feste: das Pfälzer Wein-
fest in Starnberg und das Andechser Bierfest in Haßloch. Bei vielen Menschen im
Fünfseenland ist der Vermerk »Haßloch«
im September zu finden. Jedes Jahr fährt
mindestens ein Bus mit einer großen De-
legation zum Andechser Bierfest. Mit dabei stets Vertreter des Klosters Andechs,
der Klosterbrauerei oder des Bräustüberls, der Landrat, Bürgermeister des Landkrei-
Am Samstag wurde die Starnberger
kreis Bad Dürkheim gemausert hat. Die
nete Bürgerhaus, dem »Kulturviereck«,
ganze Ortsmitte von Haßloch hat das Fest inzwischen erfasst. Alle ziehen mit: die Haßlocher Vereine wie auch der Einzel-
handel im Rahmen eines verkaufsoffenen
Sonntags. Hinzugekommen ist auch noch
ter Hans-Ulrich Ihlenfeld ins neu eröffeingeladen. Ein Theaterstück erschloss
amüsant und kurzweilig die Geschichte
des Hambacher Schlosses. Im Anschluss
stand ein Besuch in Freinsheim mit einer
kulinarischen Weinwanderung auf dem
ein Floh- und Trödelmarkt. Aus einem
Programm. Gut gelaunt und mit festem
Frieding für Stimmung sorgt, sind inzwi-
der durch verschiedene Weinlagen führte.
nen geworden. Jahrmarktsgassen, Fahr-
und Säften der Freinsheimer Winzer fan-
Festzelt mit Bühne, wo die Blaskapelle
schen mehrere über den Ort verteilte Büh-
geschäfte und etliche Schankstellen mit
Andechser Klosterbier sind im ganzen Zentrum zu finden.
Den Auftakt zum Fest machte ein Fest-
zug durch den Ort, bei dem viele begeis-
terte Besucher den einziehenden Grup-
Verwaltung und natürlich: die Blaskapelle
Delegation, zujubelten. Den Anstich be-
Frieding. So auch heuer.
schlossen sich an.
Delegation von Haßlochs Bürgermeis-
ses, Mitglieder des Kreistags, Vertreter
des Tourismusverbandes, Mitarbeiter der
Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld,
einem Festzelt seinen Anfang nahm, zu
einem respektablen Großereignis im Land-
Landkreise Starnberg und Bad Dürk-
Schumacher mit nur drei Schlägen.
Grußworte, u.a. von P. Valentin und
pen, unter ihnen auch die Starnberger
sorgte gekonnt und professionell Georg
Schuhwerk ging es auf den Wanderweg,
Stationen zur Verkostung von Wein, Sekt
den sich immer wieder. Kulinarische Köst-
lichkeiten durften dann auch nicht fehlen. Die Starnberger Delegation war allerdings nicht alleine unterwegs. Gemeinsam
mit vielen hundert anderen zog man wandernd und probierend weiter und lernte
.
so Land und Leute kennen und die Part-
nerschaft pflegen und vertiefen.
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bergecho 3 . 2012
| gastlichkeit
Wo Gastfreundschaft groß geschrieben wird Gasthof »Grüner Baum« lädt zum Verweilen ein
Südfassade von Schloss Zeil
Am nördlichen Rand des Allgäus liegt das Schloss Zeil bei Leut kirch. Es gehört zum Württem bergischen Allgäu, das wiederum an Bayern grenzt. Im sogenann ten »Unteren Hof« des Schlosses befindet sich der Gasthof »Grü ner Baum«, der auch Andechser Klosterbiere ausschenkt.
P. Valentin mit Familie Gross
D
as Schloss Zeil ist ein geschichtsträchtiger Ort. In vorrömischer
Zeit stand auf der Endmoräne, auf
der heute das Schloss steht, eine Hallstattfestung. Im Mittelalter folgte eine klei-
ne Burganlage, deren Überreste bei den
Gewächshäusern im südlichen »Unteren
und eine Brauerei enthielt. Später wohn-
ten hier die Zeiler Beamten und Angestellten, heute befindet sich in einem der Ge-
bäude der »Grüne Baum«. Den Gasthof gibt
und Truchsess Froben von Waldburg-
»Grünen Baum« erst unlängst besuchte,
gen Renaissanceschlosses. Da die Bauzeit
Fall, da sich an diesem Ort mit seiner ei-
Die Burg Zeil wurde 1598 abgebrochen
Zeil begann 1599 mit dem Bau des heuti-
Stift, das sogenannte Hauskloster, errich-
ten und danach das Schloss. Er ordnete
auch an, täglich ein Hochamt, ein feier
Öffnungszeiten Täglich 11.00 –21.00 Uhr Mittwoch Ruhetag, am Wochenende durchgehend warme Küche
Pferde- und Viehställe, die Fruchtschütten
es schon über 400 Jahre.
ließ Truchsess Froben zuerst Kirche und
Gasthof »Grüner Baum« Inhaber: Familie Gross Schloss Zeil 30, 88299 Leutkirch Tel.: 07561/6007 www.schlosszeil.de
Südlich des Schlosses wurde der Wirt-
schaftshof errichtet, der ursprünglich die
Hof« noch sichtbar sind.
in die Phase der Gegenreformation fiel,
Ko n ta k t
Gasthof »Grüner Baum«
liches Gotteslob und eine Messe für die
in der Gruft ruhenden Toten zu halten.
Zwischen Kirche und Stift entstanden der
P. Valentin, der die Familie Gross im
sagte: »Ein Ausflug dorthin lohnt auf jeden
genen Geschichte vieles verbindet und die
Gastfreundschaft von jeher eine große Rol-
le gespielt hat«. Familie Gross, die seit 2004 die Gaststube bewirtschaftet, empfängt
Sie gerne in der gemütlichen Gaststube mit
40 Plätzen und einem Nebenraum oder im
Sommer auch im Biergarten mit 70 Sitzplätzen. Sie können den Aufenthalt mit einer
Gartenhof und Schlossgarten.
gutbürgerlichen, saisonalen Mahlzeit und
garten angelegt, der in der Barockzeit
Bier genießen. Die Wildspezialitäten kom-
wurden zur Auflockerung seltene Bäume
Aufenthalt stehen drei Doppel- und ein Ein-
chen) gepflanzt. Anfang des 20. Jh. wur-
es bis Lindau am Bodensee nur 45 km und
Garten vorgenommen, der in den 30er
Nur 25 km entfernt liegt Wolfegg mit einem
chen Renaissanceanlage verändert wurde.
Automobilmuseum von Fritz B. Busch.
Ursprünglich wurde ein Renaissance
»modische« Änderungen erhielt. Im 19. Jh. (Ginko, Cryptomeria japonensis, Blutbu-
de eine Umwandlung in einen englischen Jahren wieder in Richtung der ursprüngli-
einem guten, frisch gezapften Andechser
men aus der fürstlichen Jagd. Für einen
zelzimmer zur Verfügung. Übrigens sind
die Gegend bietet rundum Radrundwege.
.
Bauernhofmuseum und das sehenswerte
bergecho 3 . 2012 |
Kunst und Kulinarisches in Biberach
PEDI Restaurant & Vinothek mitten in der Biberacher Altstadt setzt gastronomische Maßstäbe.
man unter anderem Andechser Weißbie-
re bei einem echten Schweizer Wurstsa-
lat genießen. Oder man schwelgt in der
umfangreichen Weinkarte und sucht sich
eine passende Speise aus der saisonalen
Sommerkarte aus. Währenddessen kön-
nen Kinder ungestört auf dem Spielplatz
toben, der von jedem Biergartenplatz zu
sehen und zur Straße hin abgesperrt ist.
Man sieht dem PEDI seine Ver gangenheit als Sportgeschäft nicht mehr an. Nach mehreren Umbauphasen präsentiert sich das familiengeführte Restaurant heute mit einem modernen und innovativen Erscheinungsbild. Seine Vinothek ist bekannt und geschätzt, aber auch Andechser Klosterbiere lassen sich im Bier garten in einem stimmungsvollen Ambiente genießen.
D
as »Pedi«, wie es Freunde und Ken-
Vinothek
beracher Innenstadt. Modern und
chenden Rahmen bieten zu können, wur-
ner nennen, liegt zentral in der Bi-
innovativ ist das Erscheinungsbild, ni-
veauvolle Kulinarik und attraktive Events
Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 11.30–14.30 und 17.00–23.00 Uhr Mittwoch und Samstag 10.30–14.30 und 17.00–23.00 Uhr Feiertage geöffnet, sonntags Ruhetag
eine Vinothek mit drei unterschiedlichen
Konzepten entwickelt. Hier ist man ab-
zu »Frontcooking«. Die Kombination mit
unterhalten. Das ganze Jahr über bie-
die offene Küche auf, manche sagen da-
modernen Kunstobjekten machen den
Gesamteindruck angenehm komplex. Le-
solut unter sich und kann sich ungestört
tet Sommelier Tilman Feifel Wein- und
Bierdegustationen zu den unterschied-
ckere Menüs, eine Tageskarte mit preis-
lichsten Themen an. Zu Bierdegustati-
sehr engagierter Service machen den Be-
ein. Ein festinstallierter Beamer, WLAN
wertem Mittagstisch, gute Weine und ein such zu einem Erlebnis. Die Prägung der
exquisiten und frischen Küche wird von bestimmt.
PEDI Restaurant & Vinothek Pfluggasse 7, 88400 Biberach an der Riss Tel.: 07351/6524, Fax: 07351/505849 info@pedi-bc.com, www.pedi-bc.com
de im ehemaligen Ristorante Gablerhaus
kennzeichnen das Angebot. Optisch fällt
mediterranen und regionalen Rezeptideen
Ko n ta k t
Um dem Weinsortiment einen entspre-
Ver anstaltungen Für Geburtstage, Kommunion-, Firm- oder
onen lädt Tilman Feifel nach Absprache
und 20 gemütliche Sitzplätze bieten in ei-
nem aufgelockerten Ambiente den idealen
Rahmen für eine Konferenz. Bei Vorträ-
gen kann die Bestuhlung auf insgesamt
40 Sitzplätze, in Kinobestuhlung, aufgestockt werden.
Konfirmationsfeiern oder Hochzeiten bie-
AuSSergewöhnliche s
nem Kamin eine gemütliche Atmosphäre
Potpourri an Außergewöhnlichem aus
tet der Pavillon mit 40 Sitzplätzen und eimit direktem Zugang zu Restaurant und
Biergarten. Das Restaurant bietet ca. 60
Das Pedi bietet zu bestimmten Zeiten ein
Musik, Kunst, Unterhaltung und Genuss an, zum Beispiel an zwei Adventssonnta-
Sitzplätze mit Blick auf die offene Küche
gen ein 6-Gänge-Menü mit korrespondie-
sich in zwei Bereiche auf: direkt vor dem
Frankreich und Italien. Das Degustations-
und die lange Theke. Der Biergarten teilt
Pavillon und die so genannte »Frohe Aussicht« unter dem großen Sonnenschirm
mit Blick auf den T(w)rübel. Dort kann
renden Weinen aus England, Georgien,
menü »JUMELAGE« soll Sie durch die Län-
.
der begleiten, die mit Biberach eine Städ-
tepartnerschaft führen.
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bergecho 3 . 2012
| gastlichkeit
Im Kreuzberger Himmel
Im Berliner Stadtteil Kreuzberg hat die Pfarrei Sankt Bonifatius Ende September eine Kirchenkneipe eröffnet.
»Jesus hat Wasser in Wein ver wandelt«, so Ulrich Kotzur, bis vor kurzem Pfarrer in Sankt Bonifatius. »Und an Orten der Lebenslust und Freude, da ist auch Gott zu Hause«, sagt er und erinnert an die Mönche in den Klöstern. Die brauten und brau en selbst Bier, bauen Wein an und genießen beides. Grund ge nug für die Pfarrgemeinde in der Yorckstraße in Berlin-Kreuzberg eine Kirchenkneipe zu eröffnen. Andechser Klosterbiere sind mit von der Partie.
V
iel haben die Verantwortlichen in
miteinander teilt, Alltägliches und Beson-
nen zwei Jahren darüber nachge-
Gemeinde. Leben Sie diesen Schatz wei-
Sankt Bonifatius in den vergange-
dacht, welches Verhältnis Gott zu einer
Menschen seiner Pfarrei.
nifatius in Berlin-Kreuzberg hat ein Lokal
die Pfarrgemeinde ganz bewusst den An-
ße eröffnet, den »Kreuzberger Himmel«.
Das Pfarrbüro liegt etwas verborgen im
Katholische Kirchengemeinde Sankt Bo-
gleich neben der Kirche in der Yorckstra-
Tagsüber gibt es dort Kaffee, Tee, Kuchen und Imbiss, mittags ein warmes Gericht
aus regionalen Produkten und abends frisch gezapftes Bier und Wein.
Treibende Kraft war Pfarrer Ulrich
Mit dem »Kreuzberger Himmel« sucht
schluss an das pulsierende Stadtviertel.
Hinterhaus des Kirchenareals. Nicht je-
der findet den Weg dorthin, wenn er Rat,
Beistand und die Hilfe Gottes sucht. In
der Kirchenkneipe kann das anders sein. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft
Kotzur. 46 Jahre alt. Ein Mann wie ein
vom Kino Yorck. Drumherum gibt es Im-
strahlt eine beeindruckende Lebensfreu-
Vielleicht finden Nachbarn und Touristen
cker und pointiert über Gott und die Welt.
Etwa, wenn sie aus dem Kino kommen.
Baum. Zwei Meter groß. Stabil gebaut. Er de aus, lacht viel, erzählt humorvoll, lo-
penwirt, der, wenn man so will, sich am
Tresen ebenso um die Seelen seiner Gäs-
Kreuzberger Himmel e.V. Yorckstraße 88 C, 10965 Berlin Tel.: 030/7890560 www.kreuzberger-himmel.de
ter«, so schreibt er zum Abschied an die
Schankwirtschaft haben könnte, denn die
Beste Voraussetzungen für einen Knei-
Ko n ta k t
deres, Profanes und Sakrales, ist lebendige
bissbuden, Dönerläden und Restaurants.
abends den Weg in die Kirchenkneipe.
Für manchen vielleicht eine seltsame Vorstellung: Kino, Kirche, Kneipe. In Kreuzberg, dem Stadtteil mit dem zweithöchs-
te sorgt, wie es ein Pfarrer in der Kirche
ten Migrantenanteil in der Berliner Be-
Herz aus«, sagt Kotzur. »Wir wollen den
»Buntheit« des Viertels dazu.
zur Verfügung stehen.« Auch wenn Ulrich
»Kreuzberger Himmel e.V.« gegründet. 30
Erzbistum Berlin ist, dem »Kreuzberger
Kneipe. Das Lokal soll sich finanziell selbst
tut. »In der Kneipe schütten die Leute ihr
Menschen im Kiez auf neue Art und Weise Kotzur ab 1. Oktober Jugendseelsorger im
Himmel« bleibt er verbunden: »Gemeinde, die an die Straße zieht, die sich für
die Menschen im Bezirk öffnet und Leben
völkerung, gehört dies aber einfach zur Die Gemeinde hat einen Trägerverein
Menschen kümmern sich zurzeit um die tragen. Gibt es einen Gewinn, wird die-
ser an ein Kiez-Projekt gespendet. Neben
dem Gastraum mit etwa 50 Plätzen gibt es
bergecho 3 . 2012 |
Sankt Bonifatius
einen Kamin und eine Sitzecke im Erker-
geplant. Andechser Spezial Hell und Ex-
Panoramablick auf die belebte Yorckstraße.
kel runden das Angebot ab.
der »Kreuzberger Himmel« von der Szene
rei geleitet und viele Initiativen gestartet,
Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungs-
besser zu verankern. So gibt es einmal im
fenster. Von dort haben die Gäste einen
Mit einem weiteren Angebot hebt sich
gastronomie ab: »Gutschein-Spenden«.
port Dunkel und Weißbiere Hell und DunAcht Jahre hat Ulrich Kotzur die Pfar-
um die Pfarrgemeinde in Kreuzberg noch
voll: Kauft man sich z.B. einen Milchkaf-
Monat Sonnabends Nachtgebete in der
Euro übrig, dann kann man die einfach
Andachten. Das klingt nach Disco, doch es
fee und ein Croissant, hat aber ein paar
spenden. Für solche Gutscheine können
sich dann diejenigen einen Kaffee oder ei-
nen Snack leisten, für die ein Cafébesuch
sonst ein unerschwinglicher Luxus wäre. Optisch wird das Lokal nicht wie ei-
ne Kirche aussehen, aber an sie erinnern.
Kirche. »Nightfever« nennen sich diese
geht um Einkehr und innere Ruhe. Nach sieben Tagen Hektik sollen sich die Men-
schen einmal fünf Minuten Pause gönnen, so Ulrich Kotzurs Überzeugung. 8.600
Mitglieder aus 88 Nationen gehören zur
Gemeinde, eine »bunt gemischte Truppe«
Ungewöhnliches sollen die Gäste erleben.
nennt sie der Pfarrer. »Bei uns ist jeden
gen, Vorträge, Konzerte und Chorauftritte
und lacht laut.
Abends sind Veranstaltungen wie Lesun-
.
Sonntag Karneval der Kulturen«, sagt er
Andechser Bräustüberl · 82346 Andechs ·
Telefon: 08152/376-261 · www.andechs.de
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bergecho 3 . 2012
| veranstaltungen
Colloquium Benedictinum®
Auszug aus dem aktuellen Programm
▪▪ Philosophischer Lesekreis
▪▪ Florenz in der Neuzeit –
Montags, 14. Januar und 4. Februar 2013, 20 Uhr
Architektur und Stadtbaukunst
Mystik – von Meister Eckart bis Nikolaus
Mittwoch, 12. Dezember 2012, 20 Uhr
Referenten: Dr. phil. Dr. theol. Richard
Florenz – als Zunftrepublik zu einem so-
»Die Suche nach Gott in der deutschen von Cues«
Schneider, Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
der Renaissance und des Barock (zwischen Manierismus und Spätbarock)
zialgeschichtlichen Modellfall im Mit-
telalter geworden! – gewann ab 1400 als
▪▪ Vorweihnachtlicher Besinnungstag
Ausgangspunkt der Renaissance epochale
Sonntag, 23. Dezember 2012, 15 bis 18 Uhr
turgeschichte und wurde nach 1500 zum
am 4. Adventssonntag 2012
Weihnachten – Botschaft der Engel
Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
▪▪ Vorösterlicher Besinnungstag am Palmsonntag
Sonntag, 24. März 2013, 15 bis 18 Uhr
Die Erwartung der Karwoche:
Bedeutung für die abendländische Kul-
Entwicklungszentrum des Manierismus,
aus dem danach der Barock hervorgegan-
gen ist.Referent: Richard K. Blasy
▪▪ Caravaggio – und die Malerei der Barockzeit
Mittwoch, 16. Januar 2013, 20 Uhr
Das Schlimmste erwarten –
(Vorläufer und Werk Caravaggios)
Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
(Der Caravaggismus in der Barockmalerei)
Das Allerbeste erwarten
Mittwoch, 20. Februar 2013, 20 Uhr
Michelangelo Merisi »da Caravaggio«
▪▪ »Wie heute von Gott sprechen –
Montags, 18. und 25. Februar, 4., 11., 18. und
Wegbereiter der Barockmalerei des
Unter vier Gesichtspunkten, wie Tod heu-
Während der österlichen Bußzeit 2013
Referent: Richard K. Blasy
Benedictinum in der Fastenzeit 2013 dieser
▪▪ Exerzitien im Alltag 2013 25. März 2013, 20 Uhr
werden wieder »Exerzitien im Alltag« in
(1571 – 1610) kann als der entscheidende
17. Jahrhunderts gelten.
Sankt Bonifaz angeboten. In der Betrieb-
▪▪ Qi-Gong – »Ruhe in der Bewegung –
einfach, Zeit zu finden, still zu werden,
Montag, 7. Januar bis 18. März 2013, 20 bis 21 Uhr
Wir werden uns in gemeinsamen Treffen
Es sind Übungen zur Entfaltung der
miteinander auf den Weg machen, um
tung und Kräftigung, zur Pflege der jedem
samkeit des Alltags ist es nicht immer
auf die kleinen Zeichen Gottes zu achten.
Bewegung in der Ruhe«
im Angesicht des Todes.«
te erlebt wird, will sich das Colloquium
Thematik annähern. »Sobald der Mensch
anfängt zu leben, hat er schon den ersten Schritt getan, einen Tanz mit dem Tod
zu wagen – früher oder später auf jeden
(10 Einheiten)
Fall.« So heißt es in einer Beschreibung
Selbstheilungskräfte, zur Gesunderhal-
Tod kommt zu jedem.« An der Grenze des
in unserem alltäglichen Leben Gott und
Menschen innewohnenden Lebensenergie.
unweigerlich die Frage nach dem Gren-
verwandeln zu lassen.
mann ausgeführt werden können.
und in täglicher, stiller Zeit der Besinnung
sein Wirken zu entdecken, uns von ihm
Es sind leichte Übungen, die von jeder-
eines mittelalterlichen Totentanzes: »Der
Lebens, die der Tod markiert, stellt sich
zenlosen und Ewigen, die Frage nach Gott.
Der Totentanz des Mittelalters war eine
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Bitte bequeme Kleidung mitbringen.
Antwort – aber wie sprechen wir heute von
▪▪ Kontemplation
Tel.: 089/3243120, Gebühr: 80 Euro
loquium Benedictinum im Saal des Zent-
»An ruhige Wasser führt Er mich«
▪▪ Meditationstag – »Das Herz
zur Komplet um 19.30 Uhr in der Werk-
in Schweigemeditation
Samstag, 16. März 2013, 9 bis 13 Uhr
jeden Montag, 17.30 bis 19.30 Uhr
(Psalm 23,2) – Gemeinsames Üben
Leitung: Oskar Brandner
Leitung: Oskar Brandner,
ist von Natur aus ruhig« und 14 bis 17 Uhr
Einführung in stilles Sitzen und gegen-
standslose Meditation (aus der Tradition
christlicher Kontemplation und des Zen).
Leitung: Oskar Brandner,
Tel.: 089/3243120, Gebühr: 25 Euro
Gott im Angesicht des Todes? Vor dem Col-
rums Sankt Bonifaz herzliche Einladung
tagskirche.
26. Februar 2013, 20.00 Uhr
»Wie heute von Gott sprechen –
angesichts des plötzlichen Todes«
mit Dr. Andreas Müller-Cyran,
Abteilungsleiter Krisenpastoral,
Erzdiözese München und Freising
bergecho 3 . 2012 |
5. März 2013, 20.00 Uhr
»Wie heute von Gott sprechen –
angesichts des lebenslangen Sterbens«
mit Prof. Dr. med. Eckhard Frick SJ,
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytiker 12. März 2013, 20.00 Uhr
»Wie heute von Gott sprechen –
angesichts des viel zu frühen Todes« mit Prof. Dr. Monika Führer,
Kinderpalliativzentrum am Klinikum der LMU München
19. März 2013, 20.00 Uhr
»Wie heute von Gott sprechen –
angesichts der Fragen nach dem sicheren Tod« mit P. Johannes Neuner OH, Seelsorger der Palliativstation im Krankenhaus
Johann Sebastian Bach
Weihnachts Oratorium Kantaten I-III
der Barmherzigen Brüder und Johannes-
Hospiz, München
Mozart Vokal Ensemble Orchester “Ensemble Lodron” München Leitung: Anton Ludwig Pfell
Konzert
Kloster Andechs Florian-Stadl
▪▪ Oratorium: Georg Friedrich
Händel (1685 – 1759): The Messiah Sonntag, 16. Dezember 2012, 16 Uhr,
22. Dezember 2012, 18.00 Uhr 23. Dezember 2012, 16.00 Uhr
Basilika Sankt Bonifaz
Solisten: Stiftskantorei Stankt Bonifaz,
Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters, Leitung: Martin Fleckenstein
Eintritt: 19 Euro, ermäßigt: 15 Euro
Vorverkauf
Tel. (08152) 376 - 400 www.andechs.de Tel. (089) 54 81 81 81 www.muenchenticket.de Tel. (08151) 293 41 Buchhandlung Greiner
I n f o r m at i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders an gegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de
Veranstalter: Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Florianstadl, Bergstraße 2, 82346 Andechs. In Kooperation mit der Bayerischen Konzertdirektion, 80331 München, Tel. (08801) 2231.
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bergecho 3 . 2012
| veranstaltungen
Sehnsucht nach Gott Seminar für hauptamtliche Seelsorger vom 22. bis 26. April 2013 mit Dr. Georg Beirer
M
enschen sind heute immer häu-
Die pastorale Kurswoche folgt daher einer
oft vergeblich – nach Orientie-
1. Differenziertes Wahrnehmen und
figer verunsichert und suchen –
rung. Damit wächst die Sehnsucht des
Menschen. Er streckt sich aus nach einer
heilen Welt, nach Heimat, Halt und Geborgenheit, einem gelingenden Leben,
nach einem Gott, der das Heil auch garan-
tiert.
Diese Sehnsucht führt erst einmal vom
Menschen weg. Sie streckt nach dem aus,
der die Sehnsucht stillen kann. Dabei wird
dreifachen Orientierung:
Verstehen der Sehnsucht des heuti-
gen Menschen und der Bedeutung der Sehnsucht auf dem geistlichen Weg.
2. Die Gefährdungen des Weges durch
die Sehnsucht selbst und Aspekte zur
Unterscheidung der Geister.
3. Aspekte zur konkreten Umsetzung und Gestaltung der (eigenen) Erfahrungen
und Erkenntnisse auf dem geistlichen
die Sehnsucht von konkreten Bildern und
Weg (geistliche Armut, Lassen Gottes,
lung der Mensch hofft. Käme die Antwort
Du und Gott hin) in das pastorale All-
Vorstellungen begleitet, auf deren Erfül-
auf diese Sehnsucht allein von außen, wäre der Mensch nicht mehr frei und müss-
innere Befreiung auf sich selbst, das tagshandeln.
.
te diese Antwort einfach hinnehmen bzw. sich ihr beugen und könnte sein Leben
letzten Endes nicht mehr frei und verantwortungsvoll gestalten.
Beginnt der Glaube mit einer tiefen
Sehnsucht, so kann eben diese Sehnsucht
den geistlichen Weg steinig und schwie-
rig werden lassen. Die Sehnsucht wird
I n f o r m at i o n beginn: Montag, 22. April 2013, 15 Uhr ende: Freitag, 26. April 2013, 13 Uhr teilnehmer: maximal 25 Personen
dann zur »Sucht« nach Gott, einem immer drängenderen Erwarten der Antwort auf
die selbst entworfenen Bilder der eigenen
»Halte mich nicht fest« – Der Weg des Glaubens: Die Wand lung der Sehnsucht in Liebe« ist Thema des Seminars mit Dr. Ge org Beirer vom 22. bis 26. April 2013 im Kloster Andechs. Es wen det sich vor allem an hauptamt liche Seelsorger. Im Mittelpunkt steht die Sehnsucht nach Gott als zentrale Erfahrung und Motivati on auf dem Weg der Menschwer dung. Der Referent, Dr. Georg Beirer, hat in Bamberg eine Praxis für therapeutische Theologie.
Sehnsucht. Diese Sucht macht anfällig für
Vertröstungen und ungenügende, vordergründige Antworten.
Bricht diese Sehnsucht zusammen,
beitrag: 193 Euro Seminargebühr inkl. Exkursion, 192 Euro Vollpension. Ermäßigung nach Rücksprache möglich. Vor Seminarbeginn bitte vollständigen Teilnehmerbeitrag in Höhe von 385 Euro überweisen auf
kann es zu schweren Glaubens- und Le-
benskrisen kommen. Hört man aber – oft
jahrelang – in die Stille hinein, erlernt
man mühsam, sich nicht aktiv auszustrecken und übt täglich das Offensein für
konto: Kloster Andechs – Nikolauskolleg Kto.-Nr.: 102 724 82, BLZ: 702 501 50 Kreissparkasse München-Starnberg-Ebers berg
Gott ein, kann man Befreiung erfahren.
In der gewonnenen inneren Freiheit kann Gott im und für den Menschen lebendig
werden. Das schmerzliche Loslassen der
Sehnsucht wandelt das Dasein in ein Le-
ben der Liebe. Wer den Weg des »Nicht-
anmeldung: Nikolauskolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Fax: 08152/376-267 oder nikolauskolleg@andechs.de
Festhaltens« in der Sehnsucht geht und
das Wagnis des »Sich-Lieben-Lassens« ein-
geht, lässt sich auf eine Wandlung in der Liebe Gottes ein.
anmeldeschluss: 22. Februar 2013
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Andechser Exerzitien 2013 Geistlicher Übungsweg für Menschen mit Führungsverantwortung
Die Andechser Exerzitien für Manager bieten auch 2013 beruf lich stark engagierten Führungs kräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die Andechser Exerzitien. I n f o r m at i o n Andechser Exerzitien 2013 13. bis 17. Februar 2013 27. November bis 1. Dezember 2013
Andechser Bibelabende
D
ie Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg.
Die Teilnehmer sind während der
Exerzitien Gäste in der Klausur des Klos-
ters. Daher können an den Exerzitien nur
Männer teilnehmen.
Die Arbeitseinheiten der Andechser Ex-
erzitien leiten dazu an, die eigene Situati-
Die Teilnehmer treffen sich einmal
im Monat jeweils an einem Dienstagabend um 19 Uhr im Fürstentrakt des Klosters.
Gemeinsam lesen sie ausgewählte Texte
aus der Bibel und erarbeiten miteinander
und tauschen sich darüber aus, welche Be-
on als Führungskraft genauer zu betrach-
deutung die Texte für die Menschen zu bi-
aus der Bibel werden Führungssituationen
sagen haben.
ten. Anhand von ausgewählten Beispielen reflektiert und auf die eigene Lebens- und
.
blischer Zeit hatten und was sie heute zu
Unternehmenssituation übertragen.
Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht
die bewusste Lektüre der Benediktsregel.
Gespräche, Texte und Meditationen geben
TERM I NE
persönliche Besinnung und Neuorientie-
jeweils dienstags, 19.00 Uhr im Kloster Andechs – Fürstentrakt
Anregung und Anleitung für eine ganz
rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg
Anmeldung und Information: Kloster Andechs Tagungsmanagement, Elke Zeitler Tel.: 08152/376-279 Fax: 08152/376-239 seminare@andechs.de www.andechs.de
P
farrer Richard Tyroller setzt die Rei-
he der Andechser Bibelabende fort.
zu einer integrierten Lebensgestaltung
und Mitarbeiterführung sein. So können
die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete
.
(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und
Arbeitens gewinnen.
Krippenausstellung von Frater Stephan Janker
»Andechser Kindl« zu Gast auf dem Hohenpeißenberg. Frater Stephan Janker OSB stellt seine Klosterarbeiten in der Schatzkammer der Wallfahrtskirche in Hohen peißenberg aus: 16. 12. 2012 bis 3. 2. 2013 Öffnungszeiten Samstag, 14.00–16.00 Uhr, Sonntag, 13.30–16.00 Uhr, am Hl. Abend und Heilig-Dreikönig, 13.00–15.00 Uhr sowie nach der Christmette in der Heiligen Nacht Kontakt Rudolf Hochenauer, Mobil: 0151/14320383 Eintritt frei, (Spenden für die Renovierung der Gnadenkapelle werden entgegen genommen)
8. Januar 2013 5. Februar 2013 5. März 2013
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bergecho 3 . 2012
| panorama
Blick zurück und nach vorne –
mit Freude Erfolgreich und bunt – die Saison 2012 der Carl Orff-Festspiele Andechs
Kloster und Kultur – dieses Be griffspaar bedarf keiner Erläute rung, es ist nahezu ein Zwillings paar. Die Carl Orff-Festspiele, die das Kloster Andechs jährlich ausrichtet, haben eine weitere Saison vor tausenden Zuschauern präsentiert. Sie war erfolgreich, sie war bunt, sie war lebendig, sie bot Neues, ohne das Bewähr te aus dem Blick zu verlieren. Marcus Everding, Künstlerischer Leiter der Festspiele, blickt nicht nur zurück.
Z
weifelsohne galt das größte Augen-
DIE BERNAUERIN : Vertr autheit und Frische
schen Bühnenwerkes »Die Bernau-
Neu war die Andechser Orff �-Akademie
merk der Neuinszenierung des Orff-
erin«. Neu, so positiv das Wort besetzt ist, birgt doch immer Risiken, denn das die
»alte« Bernauerin schlecht angenommen
worden wäre, lässt sich wahrlich nicht be-
haupten. Dem Motto der Künstlerischen
Leitung folgend, aus dem Kontinuum eine
Novum zu schaffen, war schon die Beset-
des Münchner Rundfunkorchesters, die jedes Jahr mit anderen Musikern aufwartet, die in aufwendigem Probespiel von Mit-
gliedern des Münchner Rundfunkorches-
ters ausgewählt werden, bewährt und er-
probt die Musikalische Leitung von Chris-
tian von Gehren. Der alte Bühnenbildner,
zung geschuldet. Schauspieler der vergan-
Thomas Pekny, war auch der neue. Er-
Erfahrene »Bernauristen« trafen auf No-
Erfahrung und Aufbruch sich zu einer an-
sche, so ließe sich das zusammenfassen.
dramatische, politische und ethisch mo-
genen Jahre spielten mit neuen Kollegen. vizen des Werkes. Vertrautheit und Fri-
staunlich was herauskommt, wenn Kraft,
deren, einer neuen Sichtweise auf dieses
Gleiches trifft auch auf den neuformierten
tivierte Stück legen, in es hineinschauen,
in dem sich nach erfolgreichem Vorsingen
likum zu ergreifen und zu begeistern. Das
sammenfanden, um sich der gewaltigen
abgelesen werden: die vielen Gespräche
Festspielchor unter Christian Meister zu,
altgediente wie neugeworbene Sänger zu-
Aufgabe für einen Chor in diesem Stück zu stellen.
mit ihm zusammenwachsen, um das Pubdies gelungen ist konnte an zwei Faktoren der Zuschauer nach der Aufführung, und der enorme Andrang, der alles übertraf,
was im Vorfeld erwartet wurde. Es war ein
großartiger Abschluss der Festspiele und
Beweis für lebendig gelebte Orff Tradition am Heiligen Berg.
bergecho 3 . 2012 |
DIE KLUGE : Gefundene s vertief t Doch gab es ja noch mehr in dieser Saison
2012. Sie begann mit einer Wiederaufnahme mit Orffs politisch poetischem Mär-
chenmusiktheater »Die Kluge«. Die Beset-
nicht allein um Paradeglanz gehen, diese Konzerte sind keine Wunschkonzerte
mit Carmen Ouvertüre. Die nicht zu recht
aus dem Blick geratenen Zeitgenossen und
Lehrer Orffs dem Publikum nahezubrin-
zung des Jahres 2011, mit einer Ausnahme
gen ist ein erklärtes Ziel dieser Konzerte,
Proben, und entdeckte, dass es im Jahr
des Orff Lehrers Heinrich Kaminski.
des dritten Strolches traf sich wieder zu
zwei immer wieder Neues zu entdecken
eindrucksvoll bewiesen mit der Passion Zum Schluss dieses Blicks zurück in
gibt, das auch das Vertiefen von bereits
Freude soll etwas Schönes und Trauriges
eigene Phantasie bedeuten kann. Für das
storben. Das ist traurig. Regen Anteil hat
Gefundenem eine aufregende Reise in die
Festspielorchester unter Christian von
stehen: Lieselotte Orff ist vor kurzem versie in den letzten Jahren an den Festspie-
Gehren war es allerdings eine Premiere,
len genommen, sie wird fehlen. Das Schö-
siksprachwelt der Orffschen Klugen.
Jahr noch geschafft, diese gemocht und
auch »Wiederkommer« befanden, wie
feier einen ganz eigenen Abschied genom-
ein erstes Begegnen mit der Ton und MuErfreulich war, dass sich im Publikum
auch viele junge Menschen, nachgerade
Kinder, was das Ensemble deutlich positiv spüren konnte, als es der Carl Orff Grundschule in Erling einen kreativen Besuch
abstattete. Orffs Werk, gerade die Mär-
chenstücke, sind alles andere als exklusiv, sie schließen ein, wer kommen möchte.
Sie umfangen, faszinieren, bezaubern ei-
nen jeden, gleichgültig ob Professor oder Grundschüler.
Konzert de s Münchner Rundfunkorche sters – Blick auf Zeitgenossen und Lehrer Orffs Mittlerweile zum vierten Male gastierte das Münchner Rundfunkorchester un-
ter seinem Künstlerischen Leiter Prof. Ulf
Schirmer bei den Festspielen. Die Aufgabe,
die sich diese Konzerte stellen, ist nicht
leicht, auf den ersten Blick vielleicht auch nicht attraktiv. Doch darf es in der Kunst
ne? Zur Bernauerin hat sie es in diesem
mit einem letzten Tanz auf der Premierenmen.
Wir alle freuen uns auf die kommen-
de Saison, planen sie, nehmen sie in den
Blick, und hoffen inständig auf alle Wiederkommenden, alle Neuankömmlinge, und wie auch immer einzuordnen, Sie,
.
die Leser dieses Blickes zurück wie nach
vorne.
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bergecho 3 . 2012
| panorama
Ruhe gefunden – Kraft geschöpft
Einmal heraus aus dem Alltag – aus Schule, Arbeit, Studium und anderen persönlichen Verpflich tungen. Diese Einladung war für zwölf Jugendliche Grund genug, an den diesjährigen Einkehrtagen für junge Männer im Kloster Andechs teilzunehmen. Simon Reich, einer der nicht zum ersten Mal dabei war, blickt auf die Tage im August 2012 zurück.
Rückblick auf die Einkehrtage für junge Männer 2012
I
ch bin einer der zwölf Teilnehmer, die die Jugendwoche Anfang August die-
sen Jahres nutzten, um aus dem Alltag
zu entfliehen und beim benediktinischen
Tagesrhythmus Ruhe zu finden und Kraft zu schöpfen. Eine Woche lang durften
wir die Gastfreundschaft des Konvents genießen und im Kloster mitleben. Durch Gebete, Gespräche, Arbeitseinsätze und
tägliche Impulse erhielten wir Einblick
in gelebtes Mönchtum sowie benediktinische Spiritualität. Nachmittags verbrach-
ten wir gemeinsame Zeit mit Ausflügen
an den Wörthsee, nach Sankt Bonifaz in
München, in das Kloster Schäftlarn und
sprachen mit dem ehemaligen Münchner
Rabbi Langnas. Häufig gab es die Möglich-
keit, sich mit den Mönchen oder anderen
Teilnehmern zu unterhalten und diese besser kennenzulernen.
bergecho 3 . 2012 |
Schon l ange auf diese Auszeit gefreut
I n f o r m at i o n
Da ich bereits im Vorjahr Teilnehmer der
Jugendwoche war, wusste ich, was mich
in diesem Jahr in Andechs erwartet. Des-
halb habe ich mich schon lange auf diese
Auszeit im Kloster gefreut, bei der Mensch und Gemeinschaft im Mittelpunkt ste-
hen. Durch die zentrale Bedeutung des
Miteinanders wurde die Jugendwoche mit den anderen Teilnehmer – trotz vielem
Ähnlichen – zu einem neuen Erlebnis. Viele schon bekannte Erfahrungen habe ich dank der neuen Gruppe aus einem ande-
ren Blickwinkel erlebt. Daneben gab es
auch ein paar Programmänderungen, die
eine weitere schöne Abwechslung darstell-
ten. Zum Glück blieben die Einkehrtage
im Flug und da ich die Zeit genossen habe,
wäre ich gerne noch eine weitere Woche
aber trotzdem noch das, was sie waren:
geblieben.
der ich Abstand von meinem Alltag gewin-
München herzlichen Dank von allen Teil-
die zahlreichen Gespräche habe ich die
die Organisation der Einkehrtage. Die
eine kurzweilige und erholsame Zeit, in
nen und Kraft schöpfen konnte. Durch
Den Benediktinern aus Andechs und
nehmern für ihre Gastfreundschaft und
anderen Teilnehmer sowie unsere Gastge-
gemeinsam verbrachte Jugendwoche war
sierte, humorvolle Menschen kennen und
die wir in guter Erinnerung behalten wer-
ber als aufmerksame Zuhörer und interesschätzen gelernt. Die Tage vergingen wie
eine sehr schöne und bereichernde Zeit, den.
.
Auch im Jahr 2013, vom 3. bis 10. August, bieten die Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs Tage im Kloster Andechs für junge Männer an. Das Angebot richtet sich an alle interessierten jungen Männer von 16 bis 26 Jahre, die bereit sind, sich für eine Woche auf ein Leben im Kloster Andechs einzulassen, um benedik tinische Spiritualität kennen zu lernen und den eigenen Lebensweg gemeinsam mit anderen jungen Männern zu überdenken. Die eigene Weltanschauung und Kirchen zugehörigkeit stellen dabei keine Aufnah mekriterien dar. Die Mönche stehen in dieser Woche, wenn gewünscht, auch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Für Rückfragen und Anmeldungen wenden Sie sich an Fr. Lukas Essendorfer unter fol genden Kontaktdaten: Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstraße 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112, Fax: 089/55171-103 rasch@sankt-bonifaz.de
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bergecho 3 . 2012
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Licht bezeugt den Glauben Treffen der bayerischen Wachszieher-Innung auf dem Heiligen Berg Andechs
S
eit alter Zeit bereichert die Kerze mit
ihrer warmen Flamme religiöse Feiern. Die Kerze zieht Menschen an,
wo immer sie brennt, denn von alters her
hatte der Mensch Sehnsucht nach Licht.
Dies ist in der Andechser Wallfahrtskirche besonders beeindruckend zu erleben. Die
Menschen spenden Kerzen oder entzünden sie in der Versöhnungskapelle, um ihr An-
liegen mit dem Symbol einer brennenden Kerze zu verstärken, denn Licht ist Glau-
be. Kerzen sind seit jeher mehr als nur Be-
leuchtung. Sie stehen für Jesus Christus, das »Licht der Welt«.
Die Kerze ist auch heute noch mit ih-
rer ganzen Bedeutungsvielfalt mit dem
Lebenslauf des Menschen verbunden. Einbezogen in die freudigen, festlichen aber
auch traurigen Ereignisse menschlichen
Lebens ist der alte »Kerzenlicht-Kreislauf«
noch immer existent. Er beginnt mit dem
Lebenslicht und führt über Tauf-, Kom-
munion- und Hochzeitskerzen bis hin zur Sterbekerze.
Die Kerzeninnung hat erkannt, dass
es von großem Vorteil ist, wenn sich alle
Mitglieder der Innung im Rahmen einer
Vollversammlung mit beruflich Gleich gesinnten – in ungezwungener Atmos
phäre – über gemeinsame, wirtschaftliche
Rund 100 Teilnehmer waren zur Vollversammlung der bayerischen Wachszieher-Innung nach Andechs gekommen. Aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz folgten die Kerzenhersteller dem Ruf der Kerzeninnung, um die eindrucks volle Atmosphäre auf Bayerns »Heiligem Berg« zu erleben. Die Kerzenhersteller sind mit ihrer Wachszieherkunst seit Jahrhun derten eng mit der Kirche und dem religiösen Brauchtum verbunden. Wolfgang Reich berichtet über das Treffen.
Interessen, Fragen des Berufsnachwuch-
ses, der Werbung, der Qualitätskerze und über die Symbolkraft der Kerze in der Kir-
che austauschen.
P. Valentin begrüßte die Gäste und hat
den Anwesenden über den Ursprung und
die Bedeutung von Andechs berichtet. Der
Landesinnungsmeister Stephan Zimmer-
mann überreichte P. Valentin eine schöne, echte Kerze, die von einer Wachsbildner-
meisterin mit dem Benediktuskreuz verziert wurde.
Nach der Versammlung in den Ta-
gungsräumen des Klosters und dem Be-
such der Wallfahrtskirche haben alle im
Braustüberl die Gastfreundschaft der Benediktiner genossen. Die meisten Teil-
nehmer nutzten das schöne Wetter aus
und sind zu Fuß zurück nach Herrsching
.
gewandert, wo die Teilnehmer untergebracht waren.
B e n e di k t u s k r e uz Das Benediktuskreuz zählt mit zu den äl testen Andachtsgegenständen der Kirche. Heute ist es auf der ganzen Erde verbreitet. Durch das Kreuzzeichen brachte der Heilige Benedikt in Vicovaro den Giftbecher, den man ihm zum Trinken gereicht hatte, zum Zerspringen. Häufig wird das Böse dabei in Gestalt einer Schlange dargestellt, die aus dem Becher herauskriecht. Eine solche Dar stellung des Heiligen Benedikt findet sich auch auf der linken Seite des oberen Hoch altares und am linken vorderen Seitenaltar der Andechser Wallfahrtskirche. Die vier Buchstaben in den Ecken des Kreuzes: CSPB, Crux Sancti Patris Benedic ti, weisen es als Kreuz des Heiligen Vaters Benedikt aus. Im Längsbalken befinden sich die Buchstaben CSSML: Crux Sancta Sit Mihi Lux (Das heilige Kreuz sei mir Licht); im Querbalken steht NDSMD: Non Draco Sit Mihi Dux (Nicht der Drache [also das Böse] sei mir Führer). Im Kreis um das Kreuz erscheinen von rechts oben im Uhrzeigersinn folgende Buchstaben: VRSN-SMV: Vade Retro Satana, Non Suade Mihi Vana (Weiche zurück Satan, rate mir nichts Eitles!) sowie: SMQ-LIVB: Sunt Mala, Quae Libas. Ipse Venenum Bibas (Schlecht ist, was du mir einträufelst. Trink das Gift selber). Wenn das Kreuz auf einer Medaille abge bildet ist, zeigt die Rückseite den heiligen Benedikt mit dem Kreuz in der Rechten und der Regel in der Linken. Die Inschrift dazu lautet: Eius in obitu nostro praesentia mu niamur (Dass wir bei unserem Hinscheiden durch seine Gegenwart gestärkt werden).
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Gebete Gespräche Gastfreundschaft Rückblick auf die Tage für Männer vom 5. bis 7. Oktober 2012
I n f o r m at i o n Tage für Männer Freitag, 8. 3. bis Sonntag, 10. 3. 2013, Freitag, 4. 10. bis Sonntag, 6. 10. 2013 Unter dem Motto: »Damit alles zur rechten Zeit geschieht«, ein Zitat aus dem 47. Kapi tel der Benediktsregel, laden die Mönche auch 2013 wieder zu Tagen für Männer ab 35 Jahren ins Kloster Andechs ein.
Zweimal im Jahr finden Sie statt: die Tage für Männer. Kaum aus geschrieben, sind sie häufig auch schon ausgebucht. Was macht die Faszination dieser Tage aus? Eberhard Meier aus Amberg hat an den Tagen für Männer im Oktober teilgenommen und skizziert eine Antwort.
I
m Andechser Bergecho waren sie ange-
Klostergarten von Sankt Bonifaz bei Bre-
habe dieses Angebot wahrgenommen
tagvormittag der Gottesdienst in der Wall-
boten: Tage für Männer im Kloster. Ich
– zusammen mit sieben Gleichgesinnten.
Wie es war? Bemerkenswert, erstaunlich, faszinierend!
Zusammen mit den Patres und Fratres
haben wir gemeinsam das Stundengebet
gehalten um 7 Uhr früh, um 12 Uhr mit-
tags und um 18 Uhr abends – viel Zeit der
Ruhe, Entspannung und Meditation. Zwischendurch Gesprächsrunden und lebhaf-
te Diskussionen mit den Mönchen. Bemer-
kenswert auch die große Gastfreundschaft mit exzellenter Verpflegung. Faszinierend
die Freundlichkeit, ja der Frohsinn der Pa-
tres und Fratres.
Die »Highlights« – das war am Samstag
zen und Andechser Getränken; am Sonn-
fahrtskirche von Kloster Andechs, zeleb-
riert von Abt Johannes, der auch erneut
predigte, umrahmt von einem Chor mit
Harfenmusik aus Ruhpolding und als weiterer Höhepunkt am Freitag- und Sams-
tagabend nach Beendigung des offiziellen
Programms: ein gemütliches Beisammensein mit den Mönchen im Benediktus-
Stüberl von Fr. Lambert mit dem guten
Andechser Hellen, Dunklen und Weißbier vom Fass.
Insgesamt ein großartiges, nachhalti-
ges Erlebnis. Ein herzliches Dankeschön und Vergelt’s Gott an die Menschen, die
uns begleitet haben, insbesondere an die
die Einladung nach Sankt Bonifaz in Mün-
Fratres bzw. Patres Lambert, Wolfgang,
Lukas mit einem feierlichen Gottesdienst,
Dank übergaben wir zum Abschied ge-
chen zur Feier der ewigen Profess von Fr.
einer eindrucksvollen Predigt von Abt Jo-
hannes und anschließend einem gemütlichen Beisammensein im wunderschönen
Markus, Anno und an Abt Johannes. Als meinsam eine kleine Geldspende zu Guns-
.
ten der Obdachlosenhilfe im Haneberg-
haus von Sankt Bonifaz in München.
Die Zeit möchte anregen, die Benediktsre gel als eine persönliche Anleitung zum maß vollen Leben kennen zu lernen. Es besteht die Möglichkeit, den Tagesrhythmus der Mönche mit zu leben und sich gemeinsam mit ihnen auf den Sonntag vorzubereiten. Der hl. Benedikt schreibt im Kapitel 53 seiner Regel: »Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus«. Gastfreundschaft hat auf dem Hl. Berg viele Gesichter. Durch gemeinsames Gebet, geistlichen Gesang, Gespräche, Meditatio nen und gemeinsame Mahlzeiten erleben die Teilnehmer alle Facetten benediktini scher Gastfreundschaft. beginn: 17 Uhr ende: nach dem Mittagessen teilnehmeranzahl: max. 12 Personen teilnehmerbeitrag: 100 Euro Unter kunft inkl. Übernachtung und Vollpension Bitte vor Veranstaltungsbeginn überweisen auf konto: Kloster Andechs – Nikolaus-Kolleg Kto.-Nr.: 102 724 82, BLZ: 702 501 50 Kreissparkasse München-Starnberg kontakt und anmeldung Kloster Andechs Tel.: 08152/376-253, Fax: 08152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de
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Großes Familienfest Über 8.000 Besucher beim Kinder- und Familientag 2012
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So viele Besucher wie noch nie seit 2005 lockte der Andechser Familientag am 3. Oktober bei sommerlichen Temperaturen auf den Heiligen Berg. Besonders beliebt und gesucht war die mo bile Seilbahn, wo Kinder gemüt lich oder schneller rund 150 Me ter über den Heiligen Berg sau sen konnten. Zwischen 10 und 17 Uhr warteten hier Groß und Klein sehr geduldig. Auch der 60 Meter hohe Teleskop-Kran, der schon im Vorjahr dabei war, erwies sich wieder als Publi kumsmagnet. Fast ohne Unter brechung verschaffte er Jung und Alt einen ganz besonderen Blick auf den Heiligen Berg und seine Umgebung.
E
rstmals lud heuer Marcus Ever-
ding, der Künstlerische Leiter der
Carl Orff-Festspiele Andechs, unter
zu finden. Im Ernstfall kann ein Hund
50.000 Quadratmeter in einer knappen Stunde absuchen. Die beiden Vorfüh-
dem Motto »Auf die Bühne bitte«, in den
rungen wurden mit viel Applaus bedacht
dern und Erwachsenen Carl Orffs Bühnen-
Gefährten lieber aus der Entfernung sieht,
Florian-Stadl ein. Hier erschloss er KinMärchenwelt, erklärte, wie ein Theater
funktioniert, ließ über
50 Scheinwerfer auf-
blitzen und hautnah
erleben, was auf und besonders hinter der
und auch mancher, der sonst die felligen
Schon früh am Vormittag
hatte sich an den immer be
gehrten Bungee-Trampolins
lange Schlangen gebildet
Bühne während der
wagte es, Luke dann doch zu streicheln.
Schon früh am Vor-
mittag hatten sich an
den immer begehrten
Bungee-Trampolins
lange Schlangen gebildet, auch wenn in die-
Vorführung möglichst geräuschlos passie-
sem Jahr zwei statt ein Bungee-Trampolin
ren überaus gut besucht und machten Lust
das Vergnügen, als man dann endlich in
ren muss. Seine zwei »Vorstellungen« wa-
auf »mehr Orff«.
Ein besonderer Gast auf dem Andech-
ser Kinder- und Familientag war in diesem
Jahr die Rettungshundestaffel aus Starn-
berg. Trotz des großen Andrangs und Tru-
zur Verfügung standen. Umso größer war
den Gurt steigen konnte. Dann zeigten
viele Saltokünstler ihr wahres Können.
Mehr als ein Dutzend Überschläge waren da keine Seltenheit.
Im Florian-Stadl verwandelten sich
bels waren Bordercollie Luke und Gefähr-
Bierfilze wieder in kleine Kunstwerke.
auf jedes Kommando. »Wir sind froh, uns
station wurde sofort angenommen und
ten konzentriert bei der Sache und hörten
hier in diesem Rahmen vorstellen zu können«, so Betreuerin Connie Rosenberg,
Die hier erstmals eingerichtete Schmink schnell bevölkerten bunte Tier-, Fabel-
und Fantasiewesen auf Kindergesichter
»erfüllen wir doch sonst unseren Auftrag
den Klosterberg. Am Klosterweiher gaben
diesem Falle meist, eine vermisste Person
tung von Herrn Schetterer ein Stelldichein.
oft ohne Öffentlichkeit«. Auftrag heißt in
sich begeisterte Jung-Angler unter Anlei-
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Die Klostermetzgerei sorgte mit Würs-
teln, Steaks und anderen Grill-Spezialitäten fürs leibliche Wohl. Andechser Klos-
terbiere und die Andechser Alkoholfreien fehlten ebenso wenig wie eine zünftige
Blasmusik mit der Blaskapelle Erling-AnHüpfburg und Glücksräder waren fast oh-
ne Pause frequentiert. Geduldig verteilten
Fr. Wolfgang und Fr. Markus kleine und große Gewinne.
Im Florian-Stadl zeigten Trachtengrup-
pen ihr Können. Fr. Lambert moderierte
dechs.
Zugunsten der Obdachlosenarbeit im
Haneberghaus der Abtei Sankt Bonifaz ver-
kauften die Mitarbeiter von Fr. Emmanuel
Pommes frites. Kaffee und Kuchen gab es
wie jedes Jahr zuverlässig bei den Andechser Landfrauen im Pferdestall. Auch der
auch in diesem Jahr und brachte manchen
Büchermarkt in der Alten Apotheke freute
weit davon entfernt zeigten die Hopfenzu-
te den Erlös an Projekte der Missionsbene-
von den Kleinsten ganz groß raus. Nicht
pfer aus der Hallertau, was man aus Hopfen – außer einem guten Bier – noch alles
machen kann. Die Jugend der Freiwilli-
gen Feuerwehr Erling-Andechs bot mit
dem Kübelspritzen großen Spaß und auch
gleich das passende Eis dazu an.
Obendrein half der örtliche Feuerwehr-
nachwuchs auch, die langen Schlangen beim Tragelklettern mit einem histori-
schen Feuerwehrleiterwagen aus Peiting
zu bewältigen. Immer wieder gab es Sze-
nenapplaus für die Buben und Mädel, die es schafften, 15 und mehr Tragel überei-
nander zu stapeln, ohne in luftiger Höhe das Gleichgewicht zu verlieren.
Rund um den Maibaum unterhalb des
Bräustüberls fanden die Kleinsten bei Tra-
gelrutschen und Riesenlego viel Platz zum Spielen und Toben. Die Machtlfinger Bo-
genschützen halfen vielen jungen Hobby-
schützen, ihre Treffsicherheit zu erhöhen.
Als Belohnung gab es – nach gut Tell’scher Manier – einen Apfel.
sich über einen regen Zuspruch und stifte-
diktinerinnen von Tutzing.
martin glaab
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Vielseitiges Engagement der Mönche Ausstellung über die Abtei St. Bonifaz in den Geschäftsräumen der Kreissparkasse in Markt Schwaben und Deisenhofen
Freuen sich über eine vielseitige Ausstellung
Von Wallfahrt und spiritueller Einkehr über soziales und kul turelles Engagement bis hin zum erfolgreichen Gastrono miebetrieb: Die Benediktiner abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs ist ein modernes Kloster, das mit der Region und den Menschen eng verbun den ist. Den vielen Facetten des Klosterlebens widmete sich eine Wanderausstellung in den Ge schäftsstellen der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg in Markt Schwaben und Deisen hofen.
Z
ur Eröffnung der Ausstellungen im September und Oktober besuchte
Frater Emmanuel Rotter die Kreis-
sparkasse. Unter dem Titel »Mönche in
(v.l.n.r): Florian Weißmann, Leiter der Geschäftsstelle Markt Schwaben; Frater Emmanuel, Prior in St. Bonifaz und Leiter der Münchner Obdach losenhilfe sowie Anton Schweiger, stellvertreten der Regionalleiter.
der Stadt – Kloster auf dem Berg« vermit-
telt die Ausstellung vielseitige Eindrücke
eines lebendigen Klosters und bietet eine
anschauliche Interpretation des benediktinischen Leitwortes »ora et labora« – »bete und arbeite«.
Zehn Ausstellungstafeln begleiten den
Besucher vom seelsorglichen Engagement der Mönche bis zum Landwirtschaftsbe-
trieb des Klosters in Andechs. Prägnante
I n f o r m at i o n Die Ausstellung »Mönche in der Stadt – Kloster auf dem Land« kommt auch gerne für eine Zeit zu Ihnen.
Bilder und Texte geben einen Einblick in
das vielfältige pastorale, kulturelle und soziale Engagement der Benediktiner. Diese
sind etwa seelsorglich in der Stadt und auf
dem Land aktiv und engagieren sich in der
.
Obdachlosenhilfe für Menschen ohne fes-
ten Wohnsitz.
Für Anfragen steht Martin Glaab unter Telefon 08152/376-290 oder per E-Mail unter pr@andechs.de gerne zur Verfügung.
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Künstlerischer Kettensägen-Sound Rückblick auf das Symposium »Kunst und Bier« im August 2012
»Das erste Rezept« von Heike Endemann
Z
um festen Veranstaltungsprogramm
gehört das Symposium »Kunst und Bier« schon seit Jahren. Dabei ent-
stehen immer wieder ganz eigene und
besondere Interpretationen zum Thema
»Kunst und Bier«. Wer zwischen Mitte
und Ende August am Heiligen Berg zu Gast
war, wurde schon allein akustisch auf
Die drei Künstler (v.l.n.r.): Reinhard Osiander aus Bremen, Heike Endemann aus Radolfzell und Johan nes Rößle aus Dießen
die Arbeiten aufmerksam: Künstlerischer
Kettensägen-Sound ist eben nicht jeden
Tag und überall zu vernehmen.
Neugierig und doch in respektvollem
Vom wechselhaften Wetter ha ben sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Künstler, die Mitarbeiter, die Besucher und die Kinder. Am Ende standen Sonnenschein und: neue Kunst werke unterhalb des Andechser Bräustüberls am Maibaumplatz. Der entwickelt sich immer mehr zu einem ansehnlichen Skulp turenpark, dank des gemeinsa men Engagements von Georg Zentgraf-Stiftung, Gemeinde An dechs und Kloster Andechs.
Abstand, sobald die Kettensägen ihr Werk begannen, verfolgten Hunderte von Besu-
cher des Heiligen Berges das Symposium
und erlebten »Kunst im Entstehen«. Nicht
immer und nicht immer gerne lassen sich
ja Künstler bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Eine Distanz, die aber bei
»Kunst und Bier« in Andechs noch nie zu
spüren war. So boten »Kunstpausen« auch
immer Gelegenheit, über das rotweiße
Absperrband hinweg mit den Bildhauern ins Gespräch zu kommen. Und da wurde
keine Frage ausgespart: von der Technik
des Kettensägens bis hin zu künstlerischer
Intention und ob und wie man von Kunst
heute überhaupt leben kann. Eben KunstHandwerk im besten Sinne des Wortes: Kunst mit Händen zu greifen.
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Ein »Andechser« von Johannes Rößle
Offen und aufgeschlossen steht auch
»Blaskapelle auf Stelen« von Reinhard Osiander
und Bildhauer Heike Endemann aus Ra-
zwei Meter hohen »Andechser« aus Holz.
Abt Johannes zum Symposium: »Klöster
dolfzell, Reinhard Osiander aus Bremen
Obwohl kaum mit Gestik versehen und
gewesen. Aber Klöster haben auch immer
mersee. Reinhard Osiander schuf die
Skulptur doch Kraft und Dynamik verspü-
sind immer schon Träger von Tradition
wieder Entwicklungen in der Kunst früh-
zeitig aufgegriffen und gefördert. In dieser
Tradition leben wir hier in Andechs und
pflegen die Carl Orff-Festspiele, aber auch
die Begegnung mit den Künstlern unse-
rer Tage, zum Beispiel beim Symposium
›Kunst und Bier‹ «.
Zufrieden blickt auch Hubert Huber,
der im Auftrag der Georg Zentgraf-Stif-
tung das Symposium auch in diesem Jahr organisiert und geleitet hat, auf die Sai-
son 2012 zurück: »Wir haben hier für die
Kunst und ihre Realisierung ideale Rah-
menbedingungen gefunden und werden
von allen Partnern tatkräftig unterstützt.«
Besondere Freude bereitete den Künstlern dieses Jahr auch wieder das Arbeiten mit
Kindern zwischen 7 und 11 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde
Andechs. »Es beeindruckt mich jedes Mal wieder, wie viel Ideen und Kreativität die
Jungs und Mädels entwickeln, wenn man ihnen nur ein paar Handgriffe und Kniffe zeigt«, so Hubert Huber.
Die Kunstwerke wurden natürlich
auch fertig und am Ende des Symposi-
ums entsprechend gewürdigt und gefei-
ert. Mittendrin in der Feier bei dann doch
versöhnlichem Sonnenschein die Künstler
und Johannes Rößle aus Dießen am Am-
»Blaskapelle auf Stelen«, die beim Betrach-
scheinbar gebannt im Moment, lässt die
ren. Ein echter »Andechser« eben. Alle
ten fast zu hören ist. Heike Endemanns
Kunstwerke sind mindestens in den kom-
sich mit fast vier Metern Höhe mächtig
besichtigen.
Stele »Das erste Rezept« aus Eiche reckt
aus dem Skulpturenpark. Johannes Röß-
le sägte, schälte und schnitt einen rund
.
menden drei Jahren am Heiligen Berg zu
martin glaab
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Benediktinerabtei Ottobeuren – ein TeDeum Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Ottobeuren
Von einem beeindruckenden Besuch des Freundeskreises des Klosters Andechs bei den Benediktinern von Ottobeuren berichtet Ameli Erhard.
Das Kloster erlangte im Lauf seiner
Geschichte die »Reichsunmittelbarkeit«,
das heißt, sein Gebiet war innerhalb des
deutschen Reiches unabhängig und allein dem Kaiser verpflichtet. Der kleine Klos-
I
uns. Die mächtige Abteikirche von
Ottobeuren mit der Portal-Inschrift
»Haus Gottes und Himmels Porten«. Rund 50 Mitglieder des Freundeskreises des
Klosters Andechs haben sich nach Otto-
beuren aufgemacht und erleben auf Ver-
mittlung von Fr. Lambert eine exklusive
und unvergessliche Führung mit Abt Pau-
lus Maria Weigele.
Von Beginn an ist seine große Verbun-
1766, auf dem Abt Rupert II. Neß zu sehen
ist, ebenso die Kirche mit Kloster. Von der dunkleren Vorhalle gelangen wir in den
lichtdurchfluteten Kirchenraum, bewun-
als Ottobeuren an Bayern fiel, nachhaltig
diktinerhimmel« über dem Langhaus. Am
vom Kloster geprägt. Noch heute existie-
dern nicht nur das Deckenfresko »Bene-
jeweiligen Fuß der Vierungspfeiler sind
ren hier die Reliquien des hl. Alexander
Altäre, die den Heiligen geweiht sind, die
führte der selige Abt Rupert die Hirsauer
Maß, Tapferkeit und Gerechtigkeit bei-
und des hl. Theodor. Im 12. Jahrhundert
Reform ein und erneuerte das klösterliche
Leben. Unter seinem Nachfolger blühte
dann eine Schreibschule, deren bedeuten-
die vier menschlichen Tugenden Klugheit, spielhaft verkörpern. Geschaffen hat diese
der Bildhauer Johann Joseph Christian. Sei-
ne Werke vermitteln eine außerordentliche
de Buchmalereien heute leider nicht mehr
Lebendigkeit. Auf seinem Schutzengelaltar
erlebte das Kloster im 16. Jahrhundert, als
ein Zeugnis der deutsch-englischen Ver-
am Ort zu sehen sind. Eine zweite Blüte
es ein Zentrum des süddeutschen Huma-
denheit mit diesem Gotteshaus, der Ba-
nismus wurde und schon früh eine Dru-
Klosteranlagen und deren fast 1250 Jahre
hat das Kloster schwer gelitten. Aber unter
silika Sankt Alexander und Theodor, den
uns das Deckenfresko zur 1000-Jahr-Feier
terstaat – Ottobeuren und 27 Dörfer des
Umlandes – wurde so bis zum Jahr 1802, n vollem Sonnenschein liegt sie vor
Marienorgel in den Kirchenraum. Er zeigt
ckerei betrieb. Im Dreißigjährigen Krieg
ist das Nagelkreuz von Coventry zu finden,
söhnung nach dem 2.Weltkrieg, das im Jubiläumsjahr 1964 nach Ottobeuren kam.
Ein anderer Blickfang ist der Kreuzal-
tar. Der romanische Christus am Kreuz
dauernden Geschichte spürbar. Er kennt
Abt Rupert II. Neß blühte es im 18. Jahr-
kann für die gesamte Abtei stehen. For-
dung des Klosters im 8. Jahrhundert bis
der gesamten Klosteranlage. Man kann
in seinen Maßen den Achsmaßen der ge-
Kraft, Glaube, Überzeugung und Wissen
Achsenknicks der Kirche. Das geneigte
schen Escorial«, zugrunde liegen.
für Christus selber ist, das Kloster ist der
die Geschichte des Ortes, von der Grün-
hundert auf. Er plante die Neuerrichtung
heute. Lebendig wird diese Geschichte un-
heute noch erahnen, welch gewaltige
schichten, die er einflicht und die deutlich
diesem Gesamtkunstwerk, dem »schwäbi-
ter seinem Erzählen durch die vielen Gemachen, dass die Mönche die »stabilitas
loci«, die Beständigkeit, als klösterliche Gemeinschaft sehr gelungen gestalten.
Abt Paulus führt uns inzwischen vom
Nordportal unter der Orgelempore der
mal wie proportional ist das Gnadenkreuz samten Abtei gleich, einschließlich des
Haupt verkörpert die Kirche, die Symbol
Leib, die Ökonomiegebäude sind die Fü-
ße, die wirtschaftliche Basis. Abt Paulus
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berichtet, dass in dem Christuskörper ein
Aufzeichnung des Andechser Mönchs Pla-
aus dem die Dunkelheit dieser Zeit noch
te: » (…) Wir wurden mit aller Liebe und
Zettel aus dem Jahr 1937 gefunden wurde, deutlich herauszulesen ist. Der Kreis der
Umsicht empfangen, und aufs herrlichste
dem Hochaltarbild und seinen Stuckalle-
ich noch kein prächtigeres Kloster als Ot-
Glaubensaussagen aber schließt sich mit
gorien Glaube, Liebe, Hoffnung.
Die Baumeister der Abtei entwickelten
unterhalten Was mich anlanget, so hab
tobeuren gesehen …«
Nach der Säkularisation 1802 blieben
viele Vorschläge zur weiteren Gestaltung.
die Mönche Ottobeuren treu. Sie ließen
waren unter vielen anderen Dominikus
König Ludwig I. 1834 einen Neuanfang
Die Pläne füllen die Archive der Abtei. Es
Zimmermann, Simpert Kraemer und end-
lich Johann Michael Fischer. Durch sie
wurde die Innenausstattung vom Spätba-
sich nicht vertreiben, so dass man unter
wagen konnte. Seit 1918 ist Ottobeuren
wieder selbständige Abtei. Papst Pius XI.
schließlich verlieh 1926 der Klosterkirche
rock bis zum Rokoko miteinander verbun-
den Rang einer Basilika Minor.
mayer schuf hier grandiose Werke, bis
ein Weltkulturerbe sein, denn der bereits
den. Stuckateur Johann Michael Feicht-
hin zu den putzigen und liebenswürdigen Anzeige Image 190 x 120 mm (halbe Seite), 4c Engeln – sie tragen Freude und Gebete weiAndechser Bergecho ter, nebst unzähligen Blüten- u. Blumengirlanden.
Romanisches Kruzifix (um 1220) in der Abteikirche von Ottobeuern
cidus Scharl, der 1757 Ottobeuren besuch-
Auch zum Kloster Andechs hatte Ot-
tobeuren immer wieder Bezug. In den
Eigentlich müsste die gesamte Abtei
vor der Kirche vollendete Konventbau ein-
schließlich der Gartenanlagen, der Ökono-
miegebäude, der Brauerei, der Beamten-
gebäude, ist auch heute sehenswert. Vor
allem das Klostergebäude, das Abt Rupert
noch vor der Kirche bauen ließ. Dies zu er-
Archiven finden wir, dass David Aichler,
kunden, war uns im Anschluss an die Füh-
bis 1596 leitete, aus Kloster Ottobeuren
der Benediktuskapelle zwischen Kirche
der das Kloster Andechs als Abt von 1588
stammt. Im Archiv findet sich auch eine
rung möglich, mit Besuch des Museums, und Konvent und der Bibliothek.
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Familienzusammenführung auf dem Heiligen Berg
Zwei Familienstämme finden sich nach Jahren wieder – und feiern in Andechs Fr. Hariolf Kohler war über lange Jahre unter anderem als Refek torar in Sankt Bonifaz für Speise saal und Verpflegung der Mön che verantwortlich. Auch lange nach seinem Tod 1988 führt er die verschiedenen Teile der gro ßen Familie Kohler immer wieder zusammen. Dank der Nachfor schungen von Gretel und Sieg fried Kohler haben die KohlerStämme aus Demmingen (Kreis Heidenheim) und Pfahlheim (bei Ellwangen) seit Oktober 2008 wieder Verbindung miteinander. Nun stand ein Familientreffen in Andechs an.
B
ei den Treffen berichtete Hariolf
genossen sie den leckeren Zwetschgen
Kohler aus Neuhausen von seinem
datschi, Küchle und Kuchen.
Onkel gleichen Namens: Fr. Hariolf,
Im Anschluss führte Fr. Leonhard
der im Kloster Sankt Bonifaz in München
durch die wunderschöne Wallfahrtskir-
als Benediktiner lebte. Diese Verbindung
che mit dem Andechser Gnadenbild. Auch
von damals, auch zum Kloster Andechs,
zeigte er in der Heiligen Kapelle das Kern-
pflegt er bis heute. Ein guter Grund, das
stück der Andechser Wallfahrt, die Drei-
Familientreffen 2012 in Andechs abzuhalten. Gastmeister Fr. Lambert machte es
hostienmonstranz, eine süddeutsche Ar-
möglich, dass einige schon am Freitag
Entstehung näher. Sie erfuhren, dass aus
August 2012 trafen sich dann gut 30 Per-
hl. Hedwig von Schlesien, die hl. Gertrud
im Bräustüberl. Viele kannten Andechs
ringen und noch andere Heiligen stam-
anreisen konnten. Am Samstag, den 25.
beit um 1432/33. In der Heiligen Kapelle
waren neben dem Rokokoschrein mit der
dem Geschlecht der Andechs–Meranier die
Dreihostienmonstranz im Zentrum noch
von Ungarn, die hl. Elisabeth von Thü-
ringen und viele andere Kostbarkeiten
men. Bei einem Rundgang besichtigten
Fr. Leonhard exklusiv einige Schubladen
toffelsalat, Weißwürste mit Brezen – und
Fronhof südlich der Wallfahrtskirche war-
viel Liebe restauriert worden waren.
schmecken auf dem Heiligen Berg halt
Friedhof und vom Biergarten aus auf die
Kohler die Besichtigung des Fürstentrakts
tigungen machen immer Appetit und da-
den Fürstensaal, die sonst nur für Tagun-
sonen von den beiden Kohler-Stämmen
nur vom Schulausflug. Beim Mittagessen
genossen sie Haxen, Leberkäse mit Kar-
natürlich Andechser Bierspezialitäten. Die einfach noch besser.
Danach führte Herr Schwarz die Koh-
lers über den Heiligen Berg. Er brachte ihnen die Geschichte des Klosters und deren
sie unter anderem das alte Sudhaus. Vom
fen sie einen Blick auf den Wittelsbacher
Metzgerei und den Florian-Stadl. Besich-
her war es schließlich Zeit für einen aus-
giebigen Kaffee. Bei herrlichem Wetter
das Brautkleid der hl. Elisabeth von Thüzu bewundern. In der Sakristei öffnete
mit wertvollen Messgewändern, die mit Zum Abschluss ermöglichte Hariolf
mit seinem herrlichen Räumen wie z. B.
gen und Veranstaltungen zugänglich sind. Der größte Teil der Gruppe übernachtete
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Bild links: Fr. Hariolf Kohler (rechts) mit Fr. Oswald Eser (1902–1983) Bild rechts: 1959 Fr. Hariolf Kohler mit Fr. Fulbert Hagenmiller (1908–2007)
Fr. Hariolf Kohler Karl Kohler kam am 5. Oktober 1910 in Pfahlheim
zur Welt, als zehntes von elf Kindern der Land wirtseheleute Josef und Barbara Kohler. Nach
dem Besuch der Volksschule kam er als Dienstbub
15. September 1932 das Noviziat begann und am
21. September 1933 die zeitliche und am 3. Oktober 1936 die ewige Profess ablegte. Bis auf die Kriegs jahre sollte er nun sein ganzes Leben in Sankt
und wurde in den letzten Monaten vor allem
durch den Subprior Fr. Fulbert Haggenm iller, mit dem er durch ein halbes Jahrhundert gemeinsa men Dienst besonders verbunden war, gepflegt.
und Knecht bei verschiedenen Bauern in Dienst.
Bonifaz zubringen – als Gehilfe und Verkäufer im
Am 26. Dezember 1988 ist er gestorben und wurde
in ihm immer stärker wurde, empfahl ihn sein
und der Gäste und in vielen anderen Bereichen.
bestattet.
Als der Wunsch nach einem klösterlichen Leben
Pfarrer nach Sankt Bonifaz in München, wo er am
im Kloster – ein Erlebnis für sich mit Duschen und Toiletten über den Gang.
Den Sonntag hat Hariolf Kohler auch
in besonders guter Erinnerung: »Nach
dem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit frischen Semmeln und Brezen gingen
wir zum Sonntagsgottesdienst in die Andechser Wallfahrtskirche. Dort brachten
wir unseren Dank und unsere Bitten zur
Gottesmutter, wurden mit dem hl. Sakra-
ment gestärkt und empfingen den Segen Gottes. Bei Blasmusik schmeckte dann
das Mittagessen im Biergarten besonders
gut. Alles geht einmal vorbei, auch das
Andechser Kohler-Treffen. Daher nochmals ein ganz herzliches Vergelt’s Gott
an Fr. Lambert für die Gastfreundschaft,
Fr. Leonhard und Herrn Schwarz für die
Führungen. Uns hat‘s auf Andechs sehr
gut gefallen. Wir kommen bestimmt wieder und können nur bestätigen, was auf
.
den Bierkrügen steht: Auf dem Hl. Berg
gibt’s ›Genuß für Leib und Seele‹.«
Klostergarten, als Betreuer des Refektoriums
Im November 1987 erlitt er einen Schlaganfall
am 29. Dezember in der Gruft von Sankt Bonifaz
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Von Familie Christl erhielten wir folgende E-Mail:
Dampferfahrt auf dem Ammersee
U
»
nser Sohn Korbinian Christl
hat im letzten Oktober beim
Andechser Mäuse-Gewinn-
spiel des Familienfestes den 4. Preis
gewonnen: einen Gutschein für eine
Dampferfahrt auf dem Ammersee für die ganze Familie. Im August haben
wir diesen bei schönstem Sommer-
wetter eingelöst. Anbei ein Foto fürs
Andechser Bergecho. Vielen Dank für den tollen Gewinn, wir freuen uns
schon auf den nächsten Andechser
Kinder- und Familientag.
Schöne Grüße aus Germering
von Korbinian Christl mit Daniela,
Brigitte und Armin.«
presse |
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Süddeutsche Zeitung, 29. November 2012
Münchner Merkur,
26. November 2012
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|  presse
Der Fels, Oktober 2012
Weilheimer Tagblatt, 22. Oktober 2012
bergecho 3 . 2012  |
MĂźnchner Kirchenzeitung, 29. Juli 2012
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|  presse
Die Rheinpfalz,
25. September 2012
Starnberger Merkur, 21. September 2012
bergecho 3 . 2012  |
Das Opernglas, 9/2012
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|  presse
Straubinger Tagblatt, 29. September 2012
bergecho 3 . 2012  |
Reisemobil International, 9 /2012
Starnberger Merkur, 10. September 2012
63
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Die Mönche von Sankt Bonifaz in München
und Andechs wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Freunden, Gästen und
Wohltätern gesegnete Tage und viel Freude an jedem Tag des neuen Jahres 2013 !
www.andechs.de
redaktion Christian Bolley,
Martin Glaab, Birgitta Klemenz
verantwortlich für anzeigen Martin Glaab
gestaltung Mellon Design
druck Agentur Beckenbauer,
Weidmannstr. 5, 80997 München
Gedruckt auf umweltfreundlichem
Papier
bildnachweis
Titelbild: Hermann Baar;
Alle Fotoaufnahmen durch Benedik-
tinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Augustin
Simone (S. 34); Christl Armin (S. 56);
Erhard Ameli (S. 52, 53); Feifel Tilman (S. 33); Gross Andreas (S. 32); Huber
Hubert (S. 50, 51); Jochim Thorsten (S. 29); Kohler Siegfried (S. 54);
Mattana/Wikimedia Commons (S. 14); Meier Eberhard (S. 45); Neupert
Marion (S. 49); Quack Friederike (S. 19); Reich Simon (S. 42, 43);
Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 5, 28,
40, 41); Weiss Annika (S. 30)
Das nächste Andechser Bergecho erscheint ende märz 2013