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3. ausgabe 2012

für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz

kirche und kloster  Abschied von Frater Lambert Stangl klosterbr auerei  Ein Blick in den Filterkeller panor ama  Freundeskreis Kloster Andechs in Ottobeuren


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bergecho 3 . 2012

|  editorial

I

n den Zeitraum, während dessen Sie

Christus als konkreter Mensch. Um ihn,

kommen, fallen große Teile der all-

ihm, geht es wesentlich in jedem christli-

diese Ausgabe unserer Zeitschrift be-

jährlichen christlichen Festzeiten. Ad-

vent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern

– nur die Osterzeit mit dem Pfingstfest als Abschluss liegt schon in der Veröffentli-

der Welt. Klösterliches Leben ist ja nicht die bessere Möglichkeit, Christ zu sein.

Ein Mönch ist nicht unbedingt besser oder

nisse des Lebens Christi, und weil Bayern

mand anderer. Unsere Regel soll deswe-

ist, haben davon auch die Atheisten etwas:

kleine Regel für Anfänger sein, die dazu

ein von christlicher Kultur geprägtes Land

Wir alle haben ja zu den großen Festen Schulferien und Feiertage.

Wenn ich an diese Prägung des Jahres

durch die Erinnerung an das Leben Christi

christlicher oder heiliger als irgendje-

gen, so schreibt es der Hl. Benedikt, eine

hilft, das Evangelium zu leben. Der Liebe

zu Christus soll nichts vorgezogen werden,

auch das steht in der Regel, und wenn dieses Fundament gelegt ist, dann steht auch

denke, fällt mir eine Anekdote ein, die

das Haus des Glaubens fest da.

der Nazizeit als Schüler in München,

und Auferstehung Jesu beziehen, sind für

fragte dieser die Jugendlichen, welches

be zu Christus zu vertiefen und auszubau-

Abt Odilo gerne erzählt: Als er, während einen neuen Geschichtslehrer bekam,

Sollte Ihrem Exemplar kein Über­ weisungsträger beiliegen, können Sie auch direkt an das Kloster überweisen: Kontonr.: 43 898 20 50 bei der Kreissparkasse München – Starn­ berg – Ebersberg (BLZ: 702 501 50).

chen Leben. Da ist es ganz unwichtig, ob

jemand wie wir im Kloster lebt, oder in

chungszeit der nächsten Nummer. Jedes

Jahr begehen wir die bedeutendsten Ereig-

P. S. An die Redaktion ist immer wieder der Wunsch herangetragen worden, sich für das Andechser Bergecho erkenntlich zu zeigen. In einer Teil­ auflage dieser Ausgabe sind daher Überweisungsträger beigelegt. Danke für Ihre Verbundenheit !

um sein Vorbild, um die Beziehung zu

Ereig­nis der Geschichte wohl das wichtigste gewesen sei. Es kamen verschiedene,

Die Feiertage, die sich auf Geburt, Tod

uns jedes Jahr wieder eine Hilfe, diese Lieen. Und was wir in Andechs und in München an Gottesdiensten, Exerzitien, Ein-

oft von der Erziehung in der HJ gepräg-

kehrtagen usw. veranstalten, das soll dazu

aber nicht hören und sagte schließlich

aber auch für Sie alle.

re Jahre zählen: die Geburt Christ. Damit

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit!

te Antworten. Das alles wollte der Lehrer selbst: Natürlich das, nach dem wir unse-

war dann in dieser Klasse alles klar.

eine Hilfe sein – für uns Mönche selber,

Ich denke, so ähnlich kann man auch

antworten, wenn man das Wesentliche

des christlichen Glaubens und Lebens be-

nennen soll. Das ist nämlich keine Gedan-

kenwelt, theologische Theoriensammlung, oder eine Sammlung von Verhaltensregeln

– auch wenn das natürlich auch alles da-

zu gehört. Das Wesentliche ist aber Jesus

p. korbinian linsenmann


inhalt  |

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k i rc h e u n d k l o s t e r

4 10 13 14 16 19 20 22

Von ganzem Herzen Mönch gewesen – Abschied von Fr. Lambert Zwei Professfeiern in Andechs und München Buchvorstellung: »Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen« Licht­gestalten des Glaubens Eduard von Grützner – der Mönchsmaler Be-ZIEHUNG – als Praktikantin im Haneberghaus Konventausflug nach Paring, Hellring, Mallersdorf und Rohr Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus – Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz 24 Liselotte Orff – große Förderin der Carl Orff-Festspiele Andechs gestorben 25 Marcus Everding zum Tod von Liselotte Orff

k l o s t e r b r au e r e i

Von ganzem Herzen Mönch gewesen

Frater Lambert Stangl, langjähriger Gastmeister des Klosters, ist am 23. November gestorben.  seite 4

26 Kristallklar und glanzfein – Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs 28 Endlich wieder: Andechser Winterbier 29 Neue Artikel im Andechser Online-Shop 30 Pfälzische Gastlichkeit und Bier vom Heiligen Berg

g a s t l i c h k e i t

32 Gasthof »Grüner Baum« lädt zum Verweilen ein 33 PEDI Restaurant & Vinothek setzt gastronomische Maßstäbe 34 Im Kreuzberger Himmel

v e r a n s ta lt u n g e n 36 38 39 39

Colloquium Benedictinum® Sehnsucht nach Gott – Seminar für hauptamtliche Seelsorger Andechser Exerzitien für Manager 2013 Andechser Bibelabende

pa n o r a m a

Kristallklar und glanzfein

Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs  seite 26

40 Blick zurück und nach vorne – die Saison 2012 der Carl Orff-Festspiele Andechs 42 Rückblick auf die Einkehrtage für junge Männer 2012 44 Treffen der bay. Wachszieher-Innung auf dem Hl. Berg Andechs 45 Rückblick auf die Tage für Männer 2012 46 Über 8.000 Besucher beim Kinder- und Familientag 2012 49 Vielseitiges Engagement der Mönche – Ausstellung über die Abtei Sankt Bonifaz 50 Rückblick auf das Symposium »Kunst und Bier« 2012 52 Benediktinerabtei Ottobeuren – ein TeDeum: Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Ottobeuren 54 Familienzusammenführung auf dem Hl. Berg

57 p r e s s e

Ein TeDeum

Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Benediktinerabtei Ottobeuren  seite 52

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kirche und kloster

Von ganzem Herzen Mönch gewesen Frater Lambert Stangl, langjähriger Gastmeister des Klosters, ist am 23. November überraschend gestorben.

Nach kurzer schwerer Krankheit ist Frater Lambert Stangl am 23. November 2012 gestorben. Sein Tod hat tiefe Betroffen­ heit ausgelöst. Über Jahrzehnte hinweg hat Frater Lambert der klösterlichen Gemein­ schaft in Andechs mit Herzblut gedient, als Gastmeister, Zeremoniar, Mitglied im Senioren­kapitel, zeitweise als Geschäfts­ führer der Kultur- und Veranstaltungs­ gesellschaft und Mitglied im Vorstand des Freundeskreises. Nach einem feierlichen Requiem in der Andechser Wallfahrts­ kirche, an dem rund 800 Menschen teil­ nahmen, wurde Frater Lambert Stangl am 28. November auf dem Friedhof an der Friedenskapelle beigesetzt. Die Predigt des Requiems drucken wir im Folgenden ab.


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»Deinen Willen zu tun,

mein Gott, ist mir Freude, und Dein Gesetz trag ich

in meinem Herzen.« (Ps. 40,9)

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L

iebe Monika mit Familie, liebe

Verwand­ten und Freunde unseres Frater Lambert, liebe Schwestern

und Brüder,

der Evangelist Lukas ist der Evange-

list des Heute. An entscheidenden Stellen

seines Evangeliums spricht er vom heute.

Einige Stellen sind uns wohl bekannt, so etwa das Weihnachtsevangelium, wenn

der Engel auf den Feldern Betlehems den

Hirten verkündet: »Heute ist Euch der Retter geboren.« Oder die Szene am Kreuz, als

Jesus dem reumütigen Schächer zuspricht:

»Heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein!«

Mit dem Wörtchen »Heute« verdeut-

licht Lukas, dass das Evangelium, die frohe Botschaft nicht eine Sache längst vergan-

Im eben gehörten Evangelium, dem

bekannten Kirchweihevangelium vom

Zöllner Zachäus, ist gleich zwei Mal vom

Heute die Rede: »Heute will ich bei Dir zu Gast sein!« Und: »Heute ist diesem Haus

das Heil geschenkt worden!« Dieses Heute

wird für Zachäus zur Sternstunde seines

Lebens: Indem er schnell herabsteigt und

Jesus bei sich freudig aufnimmt, verändert sich sein Leben, erfährt er Heil.

Fr ater L a mbert war ein Mensch, der die Gelegenheit beim Schopf pack te , um den Herrn bei sich aufzunehmen.

Zachäus danach sehnte, Jesus zu sehen

Auch in unserem Frater Lambert begegnet

geboren und wuchs zusammen mit Dir,

uns ein Mensch, der im Heute gelebt hat,

der wie Zachäus die Gunst der Stunde er-

gener Zeiten ist, sondern es sich in unse-

kannte, der die Gelegenheit beim Schopf

wieder neu »ver-heutigt«. Als Christ gilt es,

men. Frater Lambert war von ganzem

rem Heute ereignet, dass es sich immer

und das ist das Anliegen des Evangelisten,

die Gunst der Stunde zu ergreifen, gleich-

sam die Gelegenheit am Schopf zu packen,

heute sich Gottes Heil schenken zu lassen.

1 Dem Kloster verbunden – Frater Lambert mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Nikolaus Neumaier im März 2012 2 Unter Feuerwehrkameraden im Septem­ ber 2005 in der Alten Bibliothek des Klosters 3 »Amal, da ham in der Christnacht d’Äpfebaam blüath« – Frater Lambert als »Ein ganz Alter« in der »Bernauerin« bei den Carl Orff-Festspielen im Juli 2012

packte, um den Herrn bei sich aufzuneh-

Herzen Christ und Mönch, der sich wie

und bereit war, dafür vieles zu geben.

Am 26. Sept. 1956 wurde Alfred Stangl

im Drittordenkrankenhaus in München

liebe Monika, seiner älteren Schwester,

in einer guten, christlichen Familie auf.

Dankbar, für alles Gute, das er von sei-

nen Eltern, von Dir, seiner Schwester, von seiner Familie empfangen hatte, erzähl-

te er gerne Episoden aus seiner Kindheit

und Jugend, von seiner Heimatgemeinde

St. Vinzenz in München und dessen Pfar-

rer Obermayer, der ihn in seiner Güte,

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Menschenfreundlichkeit und Gelassenheit sehr prägte und Vorbild war. In St. Vinzenz brachte er sich in die Jugendarbeit

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kirche und kloster

seine Beschäftigung bei Meiler Kipper und schon im September des gleichen Jahres

bat er um die Aufnahme in unser Kloster:

In seiner Anfangszeit in Andechs

chauffierte er häufig den damaligen Cel-

lerar Pater Daniel sowie den Machtlfinger

ein, organisierte Feste und Veranstaltun-

Am 7. Januar 1977 wurde er in St. Bonifaz

Pfarrer Pater Rhaban. Gerne brachte er

pfarramtlichen Zeugnis testiert, »stach er

die zeitliche Profess ab und erhielt den Or-

Die Machtlfinger schätzten es, so dass sie

gen und, wie ihm sein Heimatpfarrer im wegen seiner religiösen Haltung von den anderen Jugendlichen ab«. Wie Zachäus

wollte auch der junge Alfred sehen, wer

dieser Jesus sei, ihn tiefer erkennen, ihn besser kennen lernen.

Die Sehnsucht, Jesus zu sehen

eingekleidet, ein Jahr später 1978 legte er densnamen Lambert und

nahm Jesus freudig bei sich auf!

Kurz darauf kam er

von St. Bonifaz nach

Andechs und wurde zu-

nächst bei den Handwer-

Wie Zachäus wollte auch der junge Alfred sehen,

wer dieser Jesus sei,

ihn tiefer erkennen, ihn besser kennen lernen.

Nach seinem Schulabschluss und der Aus-

kern in der Schlosserei

er dieser Sehnsucht »Jesus zu sehen« noch

Lebens war er bei den Mitarbeiterinnen

mer 1976 bei den Andechser Jugendwochen

Betriebe hoch geschätzt und verstand sich

bildung zum Dreher bei Meiler Kipper ging

intensiver nach und meldete sich im Som-

beschäftigt. Zeit seines

sich in Machtlfing in die Seelsorge mit ein.

und Mitarbeitern unserer klösterlichen

gerne vom ihrem Kooperator sprachen.

Auch zu Erling hielt

Frater Lambert aktiven Kontakt: Im gleichen

Jahr, als er nach Andechs kam, trat er der Freiwilligen Feuerwehr FW Er-

ling-Andechs bei, immer

wieder bereit bei Einsätzen schnell bei der Stelle zu sein, schnell wie Zachäus herabzusteigen, um anderen zu helfen, immer

als echter Andechser!

wieder bereit, sich mit seinen Fähigkeiten

den. Wie Zachäus stieg er hinauf, und Je-

Mönch, treu im Chorgebet, interessiert

ren besonders für die Feuerwehrjugend,

Andechs angeschaut haben, ihm zugeru-

gie gerade auch als Zeremoniar, aufmerk-

Heute will ich bei Dir zu Gast sein!« Rasch

Mitbrüdern helfen konnte, immer wieder

an, die damals zum ersten Mal in unserem Kloster für junge Männer angeboten wur-

sus, der Herr, muss ihn in dieser Woche in

fen haben: »Alfred, steig schnell herunter.

antwortete Alfred darauf: Er beendete

Frater Lambert war ein vorbildlicher

an einer würdigen Gestaltung der Litur-

sam, wenn er auf irgendeiner Weise uns

bereit im Heute spontan Dienste zu über-

nehmen.

einzubringen, gerade in den letzten Jah-

die er gerne als »seine Kinder« bezeichnete.


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Ga stmeister – ein Dienst, der ihm auf den Leib ge­s chnit ten war

sich Mitglieder unseres Freundeskreises,

Mit auf der Bühne de s Florian-stadl

1988 wurde Frater Lambert Gastmeister,

Gefühl, angenommen und willkommen zu

zählte, gab er zahlreichen Menschen das

Frater Lambert war ein großzügiger Geber,

ten war, mit großer Herzlichkeit und hu-

sein, dabei nie aufdringlich sondern zuhö-

rend und diskret, mit Geduld und Humor

tur und der Carl Orff Festspiele und über-

gastfreundlich, bereit wie

Auch hier war er dankbar für die gute Zu-

ein Dienst, der ihm auf den Leib geschnit-

morvoller Liebenswürdig-

keit sorgte er sich nun um die Gäste, an denen es ja,

wie der hl. Benedikt in

unserer Regel schreibt, ei-

nem Kloster nie mangelt,

und in denen wir Christus

selbst aufnehmen sollen:

»Heute will ich bei Dir zu Gast sein« – Das bedeu-

tete für Frater Lambert,

zu dessen Vorstand er in den letzten Jahren

»Heute will ich bei Dir

zu Gast sein« – Das be­

deutete für Frater Lam­

bert, sich tagtäglich neu

auf unterschiedlichste

Menschen einzulassen.

Zachäus ein Vielfaches zurück zu geben.

In diesem anspruchs-

vollen Dienst wurde er

unterstützt von den Mitar-

beiterinnen und Mitarbei-

tern in der Pforte, in der

Klosterküche, im Wasch-

haus, im Veranstaltungs-

büro, unseren Reinigungs-

so sorgte er sich um die Künstler der Kul-

nahm dafür zunehmend Verantwortung.

sammenarbeit mit allen Verantwortlichen über die Jahre hinweg. Und er hat sich

sehr darüber gefreut, dass er bei den Carl

Orff-Festspielen in diesem Jahr mit auf der

Bühne stehen durfte als ein ganz Alter, der tröstend und visionär daran erinnert, dass einmal in der Christnacht die Äpfelbäume

geblüht haben.

Bei all seinen Aufgaben pflegte er

selbst aktiv freundschaftliche Beziehun-

sich tagtäglich neu auf unterschiedlichste

kräften, oder wie sie Frater Lambert in

gen, vergaß selten einen Geburtstag oder

gungsgäste, Jakobspilger und Wallfahrer

ne Mädels« und von vielen anderen mehr,

Euch, seiner Familie bleibend verbunden,

gehörige und Freunde der Mitbrüder und

ich an dieser Stelle Ihnen nochmals allen

nommen.

dankbar für Ihre Mitarbeit, da er selbst

Menschen einzulassen: Kloster- und Taaus unseren Wallfahrtsgemeinden, An-

viele andere mehr wurden herzlich aufgeIn seinem Benediktusstüberl sorgte

seiner liebenswürdigen Art nannte »mei-

und es war ihm ein großes Anliegen, dass

ausdrücklich danke. Frater Lambert war

um seine Schwächen wusste, manchmal

er sich um den Konvent und die Gäste des

war ja in der Zusammenarbeit mit ihm ei-

dechser Chöre nach ihren Proben, trafen

bei wusste er sich von Ihnen getragen.

Klosters, bewirtete er wöchentlich die An-

ne gewisse Spontaneität erfordert, und da-

Namenstag, und war in allem besonders

der Schwester, dem Schwager, mit denen er in Urlaub fuhr, Euch seinen Nichten und Neffen, immer interessiert, wie es

mit Euch weiter geht, seinen Cousinen mit ihren Familien.

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In all seinen Aufgaben sah er einen

Dienst für unser Kloster und letztlich ei-

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kirche und kloster

Nachdem wir heute vor einer Wo-

che die Krankensalbung gefeiert hatten,

ne Chance, eben im Gast Christus freudig

wünschte er seiner klösterlichen Gemein-

schnell herunterzusteigen, sich auf die

Eintritte und er meinte: »Vielleicht schick

rausforderungen des Heute anzunehmen.

bert konnte würdig Abschied nehmen und

bei uns aufzunehmen. Dafür war er bereit

Ebene des anderen zu begeben und die He-

Da s Heute angenommen, die Gunst der Stunde ergriffen Vor eine letzte Herausforderung wurde er

schaft weiterhin eine gute Zukunft, viele

ich euch schon bald welche!« Frater Lam-

sterben und an dieser Stelle sei ausdrück-

lich den Ärzten und Pflegekräften des

Krankenhauses Seefeld für ihre einfühlsa-

me und kompetente Begleitung und Pflege

in der vergangenen Woche gestellt, als

gedankt.

zum baldigen Tod führen sollte. Aufgrund

Lambert unendlich schmerzt und er eine

ihm eröffnet wurde, dass seine Krankheit

Auch wenn uns der Tod von Frater

des rapiden Krankheitsverlaufs ging auch

große Lücke hinterlässt, sind wir in dieser

Lambert gelebt hat, so ist er auch gestor-

ihn geschenkt bekommen haben. Mit die-

nommen, die Gunst der Stunde ergriffen,

Gott nun alles vollenden wird, was Frater

hier alles ganz schnell. Doch wie Frater ben. Er hat wiederum das Heute ange-

Stunde dankbar für alles, was wir durch

sem Dank verbinden wir die Bitte, dass

ist schnell herunter gestiegen und hat sich

Lambert in seinem Leben gefehlt hat, und

gelassen. Ohne Wehmut und Klagen hat

ne ihm zuspricht:

erneut auf seinen Gott ganz und gar einer sich bewusst verabschiedet, noch auf

wir wünschen ihm, dass der Auferstande-

dem Krankenbett ganz Gastgeber, andere

Lambert, ab heute sollst Du bei mir Gast sein:

im Heute Christus freudig bei sich auf­

Amen.

aufbauend und die letzten Dinge regelnd, nehmend.

Heute nehme ich Dich freudig bei mir auf!

Für alle Zeichen der

Verbundenheit und der

aufrichtigen Anteilnah­

me zum Tod von Frater

Lambert bedanken wir uns ganz herzlich.

Abt und Konvent der

Abtei Sankt Bonifaz in

München und Andechs


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de

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kirche und kloster

»Nimm mich an, o Herr, nach Deinem Wort, und ich werde leben« Zwei Professfeiern in Andechs und München


bergecho 3 . 2012  |

Fr. Wolfgang Pürner

Deutlich ver­­

nehmbar war das »Ja, ich

bin bereit«

der beiden.

Zwei Benediktiner, Fr. Wolf­ gang Pürner und Fr. Lukas Essendorfer haben sich am 14. August bzw. am 6. Oktober 2012 durch die Ab­legung der Feier­lichen Profess für immer an die klösterliche Gemein­ schaft von Sankt Bonifaz in München und Andechs gebun­den.

B

eide stammen aus der Erzdiözese

München und Freising. Fr. Wolf-

gang, in München aufgewachsen

und gelernter Bankkaufmann, ist jetzt als

Gastmeister tätig. Fr. Lukas stammt aus

Bad Tölz, ist Master of Science in Nursing und studiert in Salzburg Theologie.

Im Rahmen von feierlichen Gottes-

diensten, an denen die Gemeinschaft der

Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs und auch viele Verwandte

und Freunde von Fr. Wolfgang und Fr. Lu-

kas teilnahmen, wurden die beiden Mön-

che vorgestellt. Deutlich vernehmbar war das »Ja, ich bin bereit« der Beiden als Zei-

chen ihrer Bereitschaft, den Weg der Gottsuche in der Gemeinschaft der Mönche

von Sankt Bonifaz in München und An-

dechs zu gehen. Nach der Predigt folgten

die Verlesung der von Hand geschriebenen

Profess-Urkunden und deren Unterzeichnung auf dem Altar.

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kirche und kloster

Fr. Lukas

Essendorfer

Einen der eindrucksvollsten Abschnit-

Der Feierlichen Profess vorausgegan-

te des Gottesdienstes bildete die Profess

gen war die so genannte »Zeitliche Pro-

domine« durch den Mönch, der sich feier­

Fr. Wolfgang und Fr. Lukas und die Ge-

bindet. Es ist ein Abschnitt aus dem

den Weg als Mönchsgemeinschaft von

mit der Anstimmung des »Suscipe, me

lich und dauerhaft an die Gemeinschaft

Psalm 119, der die Hingabe des Mönches

fess« im Jahr 2009. Bis 2012 haben sich

meinschaft der Mönche geprüft, ob man Sankt Bonifaz dauerhaft gemeinsam ge-

an Gott und das Vertrauen auf seine

hen möchte. Vor der »Zeitlichen Profess«

der Gott­suche zum Ausdruck bringt.

Jahre lang Novizen. In dieser Zeit haben

Nähe und Führung auf dem eigenen Weg

für drei Jahre waren die beiden eineinhalb sie sich in der benediktinischen Lebens-

.

ordnung eingeübt und ihre eigene Berufung geprüft.

martin glaab


bergecho 3 . 2012  |

»Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen«

Neues Buch von Abt Johannes Eckert im Kösel-Verlag erschienen

»Auf sich selbst zu achten«, die­ ses Prinzip des Hl. Bernhard von Clairvaux, entwickelt Abt Johan­ nes Eckert in seinem neuen Buch »Die Kunst sich richtig wichtig zu nehmen« zu einer Reihe von sehr praktischen Denkanstößen für Menschen, die heute Führungs­ verantwortung tragen. Sich rich­ tig wichtig zu nehmen, heißt Ent­ scheidungen so zu treffen, dass die Handlungsmotive, die zu ei­ ner Entscheidung führen, zuvor geklärt sind. Erst wer sich selbst kennt und versteht, kann für sich und andere Verantwortung über­ nehmen. Diese Empfehlung des Hl. Bernhard an seinen Mitbruder und Schüler Papst Eugen III. ist heute so aktuell wie damals.

Das ist keine Globalisierungsstory des

21. Jahrhunderts. Die Rede ist von Bern-

hard von Clairvaux (1090 – 1153); dem Reformer, Abt des Klosters von Clairvaux, das

er mit 25 Jahren gegründet und von dem

aus sich die Reformbewegung der Zister-

zienser über ganz Europa ausgebreitet hat.

Bernhard ist die bestimmende Autorität

seiner Zeit. Trotzdem überraschend wird

sein Mitbruder und Schüler zum Papst ge-

wählt: Eugen III. Bernhard schreibt ihm – in Sorge um ihn angesichts der vielen

Anforderungen als Oberhaupt der Kirche. Aber auch, weil er durch den Papst und

dessen Autorität die Geschicke seiner Zeit

mitbestimmen kann. »De consideratione«

S

Führungspersönlichkeit vor. Er hat

eine Vision und Überzeugungskraft.

Er begeistert Menschen. Seine Vision

steckt an, seine modernen und anspruchs-

die Erwägung. Darüber, was (auch) ein

Papst erwägen sollte.

Abt Johannes hebt den Schatz dieses

tung für andere und anderes auch Selbst-

zehn Jahre hat er sich schon mit dem

im guten Sinne richtig wichtig nehmen!

rungsverantwortung tragen. Weit über

Werk des Hl. Bernhard beschäftigt. Die

Auswahl, die Abt Johannes trifft, und die

doch dann und wann – Zeit für dich selbst

oder zumindest nach ihnen!‹.«

tussymbole, von der Gefahr der Beeinflussung von außen, von entlastenden Mitarbeitern, vom Umgang mit Zeit, Risiken,

Bernhards Hinweise – für den Papst da-

heute – sind getragen von der Überzeu-

sie. Von Frankreich ausgehend, hat dieser

gung: Achte auf dich selbst! Es geht Abt Jo-

fast 12.000 Mitarbeiter leben seine Ideale.

aus Basis einer Selbstbesinnung. Nur so,

bis Sizilien erstreckt sich sein Netzwerk.

nicht sagen, immer, nicht einmal häufig,

ist die Rede, vom guten Gebrauch der Sta-

terrad und von der Gefahr des Burn-Outs

mals und für Menschen in Verantwortung

Von Portugal bis Polen, von Nordengland

›Achte also darauf, dass du dir – ich will

nimmst! Zieh auch du selbst Nutzen aus

nate gründet er eine neue Niederlassung.

Top-Manager bald 166 Filialen gegründet,

verantwortung hat. Man muss sich daher

ten Texte ganz neu leuchten. Vom Hams-

Fehlern und Grenzen.

Marode Firmen gliedert er ein und saniert

machen, dass man bei aller Verantwor-

Buches für Menschen, die heute Füh-

vollen Überzeugungen sind mitreißend.

Sein Unternehmen wächst. Alle drei Mo-

Johannes Eckert; Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen. Führungskompetenz aus dem Kloster. 192 Seiten kartoniert Format: 13,5 × 21,5 cm EUR 17,99 [d] / EUR 18,50 [a] / CHF 25,90 ISBN 978-3-466-37050-4 Auch als E-Book erhältlich

heißt das berühmt gewordene Buch: Über

Auslegung, die er anbietet, lassen die altellen Sie sich eine charismatische

i n f o r m at i o n

hannes um eine umfassende Orientierung das ist seine Überzeugung, können Men-

schen mit Führungsverantwortung lang-

dir, zusammen mit den vielen anderen

Abt Johannes übersetzt diese Traditi-

on ins Heute. In fünf Abschnitten (»Ach-

te auf Dich selbst«, Wie trage ich Verant-

wortung für mich selbst?«, »Wie trage ich

Verantwortung für andere?«, Wer trägt Verantwortung mit mir?«, »Wem muss

ich mich verantworten?«) bietet er einen

Jahresbegleiter. Für jede Woche einen Text des Hl. Bernhard, Gedanken zur Aktuali-

sierung und Vertiefung und für jeden Tag

der Woche eine Impulsfrage zur Reflexion.

Hilfreich ist die Gliederung des Buches

Und er bleibt seinem eigenen Unterneh-

fristig und nachhaltig Erfolg haben. Er

in 52 Abschnitte. Jeder Woche des Jahres

nach innen wirkt er. Auch weltliche und

»Im Blick auf die Fülle von Anforde-

ne Reflexions­frage zugewiesen. Für den

men treu – fast 40 Jahre lang. Nicht nur

kirchliche Machthaber gewinnt er für seine Ideen.

schreibt:

rungen und Erwartungen ist es eine hohe

Kunst, sich als Führungskraft bewusst zu

ist ein Thema, jedem Tag der Woche ei-

.

Sonntag übrigens gibt es einen Vorschlag,

etwas für das eigene Wohl zu tun.

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bergecho 3 . 2012

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kirche und kloster

Licht­gestalt  des Glaubens Der 13. Dezember ist der Ge­ denktag zweier Lichtgestalten unseres Glaubens, der Heili­ gen Lucia, was so viel heißt wie Lichtträgerin, einer Märtyre­ rin in Syrakus auf Sizilien in der Verfolgung des Diocletian und der Heiligen Odilia bzw. Ottilia, was so viel heißt wie Tochter des Lichtes. Dieser Name ist sozu­ sagen Programm für die im 7. Jh. im Elsass lebende Heilige, die besonders als Schutzpatronin des Augenlichtes verehrt wird.

Ottilienbrunnen und die Hl. Ottilia im Deckengemälde in der Wallfahrtskirche von Hellring


bergecho 3 . 2012  |

B

lind soll die kleine Ottilia auf der Hohenburg in der heutigen Ge-

meinde Obernai im Elsass geboren

worden sein und die Legende sagt, dass

ihr Vater Adalrich sie verworfen haben soll,

weil er auf einen Sohn und Erbfolger wartete. Die Mutter Bersinda soll der Über-

lieferung nach das Kind gerettet haben,

indem sie es zur Erziehung in das Kloster

Palma in Hochburgund brachte, wo diese im Alter von 12 Jahren von Bischof Erhard

von Regensburg getauft wurde. Durch die

Taufgnade, so die Tradition, erhielt das

Hl. Ottilia in der St Wolfgangs­ kirche in Thaining

Hl. Ottilia in der Kapelle St. Nikolaus auf der Ilkahöhe

Hl. Ottilia in der Wallfahrtskirche Möschenfeld

Kind das Augenlicht. Daher rührt auch ihr

Name Ottilia, »Tochter des Lichtes«.

Der Zorn des Herzogs über seine Erst-

geborene ließ erst nach, als seine Familie größer wurde. Graf Hugo, der Bruder von Ottilia, konnte die Rückkehr der Toch-

ter zu ihren Eltern vermitteln. Abermals musste die Tochter aber vor ihrem Vater

fliehen, als er sie wohl zur Heirat dräng-

am Fuß des Berges und starb in ihrer

ning bei Erding findet sich eine Reliquie

wichtigste Wallfahrtsort des Elsass gewor-

München ist ihr eine wunderschöne Wall-

det sich auf dem Odilienberg, welcher der den ist.

Die dortige Quelle gilt als hilfreich bei

te. Sie verbarg sich in einer Höhle entwe-

Augenleiden und an verschiedensten Ot-

im Mussbachtal bei Freiburg im Breisgau.

nen und Quellen zu fin-

der in Arlesheim, südlich von Basel, oder

Beide Orte sind Verehrungsorte der Heili-

gen Ottilia geworden. Später soll sie sich

mit ihrem Vater versöhnt haben und mit

ihm zusammen auf der Hohenburg, dem späteren Odilienberg, französisch Mont

tilienheiligtümern sind auch solche Brunden. Auch ein Spital soll

Ottilia gegründet haben,

welches dann durch das Kloster Niedermünster

betreut wurde. Das Frau-

Saint Odile, ein Kloster gegründet haben,

enkloster auf dem Berg

dete sie noch das Kloster Niedermünster

kamen Prämonstratenser,

wo sie selbst Äbtissin wurde. Auch grün-

bestand bis 1547, dann

der Heiligen. In Möschenfeld östlich von

fahrtskirche geweiht. Immer wieder ist sie

in verschiedenen Kirchen dargestellt, im

Gewand einer Äbtissin mit Buch, auf wel-

chem zwei Augen liegen, mit Krone, Hahn

Durch die Taufgnade

erhielt das blinde Kind

und auch Kelch. Sie wird

angerufen nicht nur bei Au-

genleiden, sondern allge-

mein bei Kopfleiden und ist

das Augenlicht – und

Patronin des Elsass. Durch

»Tochter des Lichtes«

Emminger Gut entstand

jenen Namen: Ottilia –

welche 1661 ein Priorat errichteten und

allmählich die Wallfahrt zu ihrer Blüte

brachten. 1789 durch die Revolution ver-

die Wallfahrt zur Heiligen Ottilia beim ehemaligen

an dieser Stelle die spätere

Erzabtei St. Ottilien und nicht nur der Ort, sondern auch die Kongregation der Mis-

sionsbenediktiner erhielt den Namen der

trieben, kamen 1853 die Gebäude in das

Heiligen Ottilia.

dem die Wallfahrt gewährleistet.

Licht Jesu Christi in die Welt zu tragen

te über Süd- und Mitteldeutschland bis

kennen, wie es in einem alten Ottilienge-

Tirol und in die Schweiz. In Niederbay-

Seele und des Leibes, erhalte mir solche

Eigentum des Bistums Straßburg, das seitDie Verehrung der Hl. Ottilia gelang-

nach Sachsen und Lübeck, aber auch nach ern gibt es die wunderbare Wallfahrtskirche Hellring mit einem Ottilienbrunnen und auch in Oberbayern ist die Vereh-

rung der Heiligen Ottilia zu finden. In

Ottilienkapelle in St. Ottilien

der Wallfahrtskirche des Weilers Thai-

Gründung um das Jahr 720. Ihr Grab befin-

So will die Heilige uns ermuntern, das

und immer mehr für unser Leben zu er-

bet heißt: »Heile doch meine Augen der

stets gesund, damit ich alle Zeit mit rei-

.

nen Augen dich ansehe, erkenne und ewig

lobe.«

p. valentin ziegler

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bergecho 3 . 2012

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kirche und kloster

Eduard von Grützner – der Mönchsmaler

Grützners Verbundenheit zum Andechser Kellermeister Bruder Jakob Neubauer und seine besondere Beziehung zum Heiligen Berg

In Andechs erinnert das Grützner-Stüberl im Gewölbe unterhalb des Klosterladens an den Genremaler Eduard von Grützner, der als so genannter Mönchsmaler in die Kunstge­ schichte eingegangen ist. Die­ ses von ihm bevorzugte Motiv und seine Freundschaft zum Andechser Kellermeister Bru­ der Jakob Neubauer erklären die besondere Beziehung zum Heiligen Berg. »Seinem Freun­ de Frater Jakobus« hat Grütz­ ner auch ein solches Gemälde gewidmet und ihn darauf ver­ ewigt. Birgitta Klemenz zeich­ net sein bewegtes Leben nach.

Frater Jakobus, Braumeister von Andechs Jakobus (Josephus) Neubauer stammte aus der Diözese Eichstätt, wo er am 18. März 1823 in Sappenfelden zur Welt kam. Profess hatte er am 15. April 1859, gestorben ist er am 20. Juni 1886 in Andechs.


bergecho 3 . 2012  |

Eduard von Grützner (1846–1925) Rechts: alte Postkarte

E

duard Grützner wurde am 26. Mai

»Wenig gelernt, aber umso mehr ge zeichnet«

in Oberschlesien geboren. An die-

Sein Heimatpfarrer Fischer ermöglichte

1846 in Großkarlowitz bei Neiße

erhielt er den Verdienstorden des hl. Mi-

chael und 1886 durch Prinzregent Luitpold

den Professorentitel. König Ludwig III. er-

sem Tag, so schreibt Grützner in seiner

ihm den Besuch des Gymnasiums in Nei-

hob ihn 1916 in den Adelsstand.

Groß-Karlowitz in Schlesien zu dem nicht

für umso mehr zeichnete« (aus dem Arti-

Höhen und Tiefen

Selbstbiographie, »wurde einem Bauern in

ße, »wo der Junge zwar wenig lernte, da-

vorhandenem Überfluss auch noch ein sie-

kel zu Eduard Grützner im Allgemeinen

Ganz erbärmlich schwächlich muss ich

Fischer war es auch, der Grützners Arbei-

bentes Kinder geboren – und das war ich.

ausgesehen und derart zweifelhaft diese

Welt angeblinzelt haben, dass man sich

Künstlerlexikon von Saur, Band 63, S. 427). ten dem Münchner Baumeister Hirsch-

berg zeigte, der sich auf Fürsprache Karl

schon um einen Sarg umsah und mich ei-

von Pilotys (1826 – 1886) be-

als Heide wieder verduften. Den Namen

Mann das Studium an der

ligst taufte aus lauter Sorge, ich könnte

reit erklärte, dem jungen

Eduard erhielt ich, weil ihn der Kalender

Akademie in München zu

aber scheint, wie schon oft auch an mir

Grützner von 1863 bis 1869

an jenem Tage aufwies. Die Mutterliebe

Wunder gewirkt zu haben, denn die Sorge

finanzieren. Hier besuchte

Privat hatte er jedoch weniger Glück. Sei-

ne erste Frau, die er 1874 geheiratet hatte,

starb bereits zehn Jahre später, seine zwei-

te Frau ließ sich 1899 von ihm scheiden.

Die Tochter aus erster Ehe sorgte für ihn

An Humor und Ironie

sollte es ihm ein Leben lang nicht fehlen.

bis zu seinem Lebensende,

mit dem Sohn aus zweiter

Ehe verstand er sich nicht, wohl auch bedingt durch die Trennung der Eltern.

Der Name der Mutter durf-

verschiedene Ausbildungsklassen. 1867

te nach der Scheidung im Hause Grützner

guten Voraussetzungen dafür, einmal ein

lotys frei – und hier malte Grützner sein

neben dem Maximilianeum besaß Grütz-

werden. Doch eines wird bereits in diesen

Klosterkeller«, freilich anstelle eines Auf-

deutlich – an Humor und Ironie sollte es

von England lässt sich 1174 am Sarkophage

große Antiquitätensammlung verwahrte,

ein Stoff, mit dem Grützner trotz aller Be-

Außerdem besaß er in Rotholz in Tirol ein

um den Sarg war verfrüht.« All dies keine

berühmter und wohlhabender Künstler zu

ersten Sätzen von Grützners Erinnerungen

ihm ein Leben lang nicht fehlen.

wurde endlich ein Platz in der Klasse Pierstes »Mönchsbild« mit dem Titel »Im

trags von Piloty zum Thema: »Heinrich II. des Erzbischofs Thomas Becket geißeln«,

mühungen ganz und gar nichts anfangen

konnte. Dem ersten Bild folgte ein zweites, mit dem Erlös zahlte er seinem Gönner

Hirschberg das gewährte Darlehen zurück, mietete sich 1869 ein eigenes Atelier und

war von nun an als freier Künstler tätig –

überaus erfolgreich und gut situiert. 1880

nie mehr genannt werden. Unmittelbar ner seit 1883 eine riesige Villa, in der er

viele Honoratioren, Malerkollegen und

Künstler seiner Zeit empfing und seine

die er im Alter um Ostasiatika erweiterte.

Ferienhaus, in dem er die Sommermonate verbrachte. Er starb am 2. April 1925 in

München mit 78 Jahren.

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kirche und kloster

»Im Klosterkeller« um 1868

Hi n t e rg r u n d Ein Genrebild (franz.; von lat. genus: ›Art‹, ›Geschlecht‹) ist die gemalte Abbildung einer Alltagsszene. Es zeigt Menschen in bestimm­ten Situationen, Ereignisse oder Handlungen und gibt so Einblicke in Gewohnheiten und Eigenheiten.

Der humoristische Zug – Grützners Spe zialität Seine Arbeiten wurden bereits zu Lebzei-

Beschreibung der Maltechnik heißt es

ten sehr unterschiedlich bewertet, vor

hier: »Der humoristische Zug, der nicht

mer gleiche Thema. Der Artikel zu Grütz-

ner Humor, der seinem inneren Wesen

Saur merkt jedoch an, dass die Kritiken

tungsgabe phänomenal …« (L. Balogh).

überdenken seien. Der Autor nennt hier

voyeuristisch, sondern immer liebevoll

allem bemängelte man das scheinbar imner im Allgemeinen Künstlerlexikon von

Alte Postkarte mit Motiv vom Grützner-Stüberl

sowie Porträts, Werke nach literarischen

Vorlagen, Jagdszenen u. a. m. Neben der

im Blick auf Grützners Gesamtwerk zu vor allem Stillleben und Naturstudien

fehlen darf, war Grützners Spezialität. Je-

entsprang, ist einzigartig, die BeobachGrützner schaut also genau hin, doch nie und mit Augenzwinkern. Gerade mit sei-

nen »Klosterbildern« vermittelt er somit

Einblicke in eine Welt, die zwar außerhalb der Alltäglichkeiten des Betrachters liegt,

aber doch auch wieder nicht, wenn es um die ganz normalen menschlichen Vorlie-

ben und auch Schwächen im Umgang mit

sich und den Mitmenschen gehen mag. Es sind halt letztlich doch alle gleich – und

menscheln tut’s überall … Das ist wohl

auch der Grund, warum diese Studien eines beschaulichen Lebens in der damali-

gen Gründerzeit, die von Aufbruch und

Fortschritt geprägt war, so gut ankamen –

.

unabhängig von ihrem künstlerischen

Wert.


bergecho 3 . 2012  |

Be-ZIEHUNG Als Praktikantin im Haneberghaus

Aus dem Jahresbericht des Haneberghauses

D

IDI – war für ein schöner Name!

Als ich ihn das erste Mal hier in

München hörte, dachte ich sofort

an den schwarzen Maulwurf, den mein

Bruder als kleiner Junge in den Urlaub auf

Sie erzählen auch von dem Alleinsein auf

der Suche, von Schmerz, Verwundung

und von Schuld. Gleichzeitig funkeln sie und rufen: Wir haben so viel gesehen

auf un­serem Weg, auf unserer Reise mit

der Nordseeinsel mitnahm, auf der wir als

Didi, wir könnten Bücher voll schreiben!

brachten. Und eines Tages war er einfach

Allein­sein. Das Gesuchtwerden. Das ei­

den Namen DIDI trug. Er hatte es sich in

Weg. Das Dunkle und das Leuchtende.

Familie immer den Sommer am Meer verweg. Der Maulwurf. Der Maulwurf, der

einem roten Rucksack gemütlich gemacht und der Rucksack samt Didi verschwand.

Ein Jahr später tauchte der Rucksack wieder auf. Nur Didi war weg. Einfach so.

Weg. Mein Bruder war sehr traurig, hat-

Didis Geschichte: Das Wegsein. Das

gene Suchen. Das Abenteuer auf dem

Das Kalte und das Wärmende. Ein klei-

ner Stoffmaulwurf und ein starker Mann.

Zwei Geschichten – ein Name. Irgendwie spannend.

Und ich bin mitten drin in dieser Ge-

te er doch eine Beziehung zu diesem Ku-

schichte – in diesen Geschichten. Hier

haften Namen Didi getauft hat. Und jetzt

Beziehung, die einfach da ist. Einfach

scheltier aufgebaut, das er auf den zauber-

war Didi weg. Einfach so.

Didi – verschwunden – und dann

steckt von Anfang an Beziehung drin.

so. Nicht gemacht, sondern gegeben, geschenkt. Irgendwie ein Wunder. Wun-

treffe ich ihn in München in der Kirche

dervoll. Und gerne staune ich darüber.

Namensträger kein lebloses Kuscheltier,

gefunden wurde, was lange gesucht

Augen zeugen von einer bewegten Lebens-

immer? Für Didi selbst. Für mich. Für

St. Matthäus wieder. Nur: jetzt ist der

sondern ein sehr lebendiger Mann. Seine

geschichte. Sie erzählen – ganz leise –

von dem Wegsein und dem Suchen nach einem Weg. Von der Suche nach den

Menschen, nach den Orten und Dingen, mit denen sie sich wohlgefühlt haben.

Und dann das Gefühl, dass etwas

war. DIDI. Von wem und für wen auch meinen Bruder. Für uns. Für alle?! Ein

Gefühl, als ob wir gemeinsam DIE Lotto-

.

ZIEHUNG gemacht hätten. Gewinn:

BEZIEHUNG. Danke! friederike quack

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bergecho 3 . 2012

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kirche und kloster

Klösterliche Verbundenheit Konventausflug nach Paring, Hellring, Mallersdorf und Rohr

Viele Stationen mit teilweise langen geschicht­lichen Verbin­ dungen zum eigenen Kloster suchten die Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs bei ihrem Konvent­ausflug am 9. Juli 2012 auf. Fr. Markus Riemer blickt auf den Tag zurück.

D

ie erste Station des Konventaus-

flugs führte uns zu dem 20 km süd-

westlich von Regensburg gelege-

nen Augustiner-Chorherrenstift in Paring, das 1974 von der Windesheimer Kongre-

gation wiederbegründet wurde. Ihr Generalpropst Helmut Grünke zeigte uns die

Kirche der Propstei St. Michael und gab einen kurzen Abriss zur Geschichte, die eng

mit dem alten Kloster Andechs verbunden

ist. So erfuhren wir auch, dass der letzte

Propst Otto II. aus dem Nachbarstift Rohr

kam, wohin er 1551 zurückkehrte, und das Chorherrenleben in Paring daraufhin vor-

läufig erlosch. 1598 übertrug der bayeri-

sche Herzog Wilhelm V. die Gebäude und

Liegenschaften des Stiftes dann den Bene-

diktinern von Andechs. Bis zur Säkularisa-

tion 1803 waren Mitbrüder in der Propstei

Paring als Seelsorger und Ökonomen tätig. Das spät-barocke Aussehen von heute er-

hielt die Kirche im Jahr 1765 unter dem Andechser Abt Meinrad Moosmüller.


bergecho 3 . 2012  |

Ein Ausflug, der

die enge Verbundheit mit dem alten

Kloster Andechs erkennen lässt.

Auskl ang bei den Mitbrüdern in der Benedik tiner abtei Rohr

Wallfahrtskirche St. Ot tilia in Hellring

Als letzte Station besuchten wir die Be-

nediktinerabtei Rohr. Abt-Administrator

Im nahe gelegenen Hellring feierte Abt Jo-

Markus Eller OSB führte uns durch den

hannes mit uns die hl. Messe in der Wallfahrtskirche St. Ottilia. Der heutige Bau

im Stil des frühen Rokoko entstand zwi-

Kloster Mallersdorf

schen 1733 und 1735 wahrscheinlich un-

Für den Nachmittag waren wir im Kloster

Johann Georg Hirschstetter und war eine

1803 eine Benediktinerabtei war, angemel-

Andechs. Ein Steinrelief unter dem mitt-

men Franziskanerinnen von der Heiligen

barocken Ostflügel mit dem Konventtrakt,

der in den letzten Jahren umfangreich sa-

niert und umgebaut wurde. Nur der Ost-

Mallersdorf, das bis zu seiner Aufhebung

flügel und die berühmte Asamkirche sind

det. Seit 1869 ist es das Mutterhaus der Ar-

tiner Chorherrenstifts erhalten geblieben

leren Chorfenster mit drei Kugeln verweist

Familie. Dort wurden wir bereits von den

nediktiner aus Braunau zur neuen Heimat.

bindung mit Andechs an. Jeden zweiten

Sankt Bonifaz und Andechs sehr verbun-

ter dem Landshuter Hofmaurermeister

Auftragsarbeit von Abt Maurus Braun von

auf den hl. Nikolaus und deutet so die VerSonntag im Oktober findet noch heute das

Wallfahrtsfest statt, und alle Häuser in

Hellring üben dann das Schankrecht aus. Im Ottilienhof, gleich neben der Wall-

fahrtskirche konnten wir zu Mittag essen.

Für das Gasthaus wurde 1999 der ehemalige Kuhstall umgebaut.

nach der Säkularisation des alten Augus-

und wurden 1946 für die vertriebenen Be-

Mallersdorfer Schwestern, denen wir in

Im Chorgestühl in der Apsis der Asamkir-

den sind, erwartet und freudig begrüßt.

Darstellung der Himmelfahrt Mariens

Einige von uns besuchten nach dem Kaf-

nach war schon alles vorbereitet für einen

Die Kaffeetafel war schon für uns gedeckt.

che mit der überwältigenden plastischen beteten wir gemeinsam die Vesper. Da-

fee noch das Alten- und Pflegeheim St.

gemütlichen Grillabend, mit dem dieser

hauses oder ließen sich durch die Paul Jo-

sprächen mit den Brüdern der Abtei Rohr

Maria, gingen zum Friedhof des Mutterseph Nardini-Gedenkstätte führen.

erlebnisreiche Ausflug in angeregten Ge-

ausklang.

.

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bergecho 3 . 2012

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kirche und kloster

Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz

Der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz veranstaltete auch in diesem Jahr wieder eine Sommerakade­ mie in Sankt Bonifaz, die Prof. Dr. Hans-Michael Körner von der Ludwig Maximilians Universität München leitete und organisierte. Die sechs Vorträge zum Thema »Die katholische Kirche und der Nationalsozialis­ mus« boten einen Informationsreichtum, von dem hier nur kurz berichtet werden kann.

I

m Zentrum der Sommerakademie stan-

den vier grundverschiedene Persönlich-

keiten der katholischen Kirche, deren

Biographie eng mit München verbunden

ist. Die anspruchsvolle Vortragsreihe fand ein großes Interesse und gab den zahlreichen Zuhörern einen Einblick in die un-

terschiedlichen, auch widersprüchlichen

Haltungen innerhalb der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus, ohne vor-

schnell die Fragen nach Schuld, Versagen und Verantwortung zu beantworten.

I N F O r m at i o n Die »Freunde der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz« unterstützen das Kloster bei der Erfüllung seiner seelsorglichen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Aufga­ ben. Der Verein fördert ausschließlich und unmittelbar kirchliche und gemeinnützige Zwecke im Sinn des Abschnitts »Steuerbe­ günstigte Zwecke« der Abgabenordnung. Spender, Unterstützer und Mitglieder sind herzlich willkommen. Nähere Informationen bei Freunde der Benediktinerabtei St. Bonifaz e. V. München Werner-Hans Böhm, Vorsitzender Karlstr. 34 80333 München Tel.: 089/55171-112, Fax: 089/55171-103 rasch@sankt-bonifaz.de

Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel, Direktor der Forschungsstelle der Kommission f. Zeit­ geschichte e.V. in Bonn

Prof. Dr. Dr. hc. Rudolf Morsey, em. Universitätsprofessor an der Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

K atholische Kirche und der National sozialismus – die Dr a m atik einer Kontoverse

Fritz Gerlich (1883–1934) – ein frühe s Opfer de s Hitler-Regime s

Zu diesem Thema sprach am ersten Abend

Prof. Dr. Dr. hc. Rudolf Morsey stellte in

lische Kirche durfte sich nach dem Krieg

vor, der sich weit von seiner antirepubli-

Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel. Die kathoals Opfer sehen, während in der Öffent-

seinem Vortrag Fritz Gerlich (1883–1934)

kanischen Einstellung entfernte und als

lichkeit die Schuldvorwürfe ihr gegenüber

Verteidiger der Weimarer Verfassung ge-

Böckenförde 1960 auf die religiös-welt-

des Hitler-Regimes wurde. 1927 besuchte

ständig zunahmen. Während Wolfgang

anschauliche Geschlossenheit des deut-

schen Katholizismus, die innere Distanz zur Moderne und den Antiliberalismus

verwies, erklärte Carl Amery 1963 mit der

Milieutheorie das Versagen der Katholiken im Dritten Reich. Rolf Hochhuths Thea-

gen den Totalitarismus ein frühes Opfer

er Therese Neumann in Konnersreuth, die

ihm den Weg zum Katholizismus öffnete.

1930 gründete er den »Naturverlag« und erwarb die Wochenzeitschrift »Illustrierter

Sonntag«. Nachdem er die Zeitschrift im-

mer mehr als Meinungs- und Kampfblatt

terstück »Der Stellvertreter« von 1963 und

gegen den Nationalsozialismus nutzte,

Kirche und der Holocaust« von 2002 zeig-

rade Weg«. Als die Nazis am 9. März 1933

Daniel Goldhagens Buch »Die katholische ten große Wirkung, näherten sich dem

Thema aber nicht mit wissenschaftlichen Maßstäben.

gab er ihr im Januar 1932 den Titel »Der Gedie Macht in Bayern an sich rissen, wurde

er verhaftet. Nach 16-monatiger Haft kam er am 30. Juni 1934 in das KZ Dachau, wo er von SS-Angehörigen ermordet wurde.


bergecho 3 . 2012  |

berichtete: die Revolution von 1918, die

Machtergreifung Hitlers 1933 und das En-

de des 2. Weltkrieges 1945. Der Monarchist

Faulhaber nannte auf dem 62. Deutschen Katholikentag in München 1922 die Re-

volution von 1918 »Meineid und Hochverrat«. Dem Nationalsozialismus warf er

»Häresie« vor. 1933 attackierte er in vier

Adventspredigten über das Alte Testament

Prof. Dr. Thomas Brechenmacher, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam »Der Pacelli-Papst und der National sozialismus« Zu diesem Thema sprach Prof. Dr. Thomas

den Antisemitismus. Die Enzyklika »Mit brennender Sorge« von 1937 geht auf sei-

nen Entwurf zurück. Auf der Suche nach einem Modus Vivendi leistete er keine

Fundamentalopposition, um die Verhand-

lungsfäden mit den Reichsinstanzen nicht abreißen zu lassen.

Brechenmacher. Eugenio Pacelli, der im

November 1923 als Nuntius in München

den Hitler-Putsch erlebte, berichtete von den antikatholischen Ausschreitungen

nach Rom. Nach Erscheinen der Enzykli-

ka »Mit brennender Sorge« 1937 betrieb er

als Kardinalstaatssekretär im Vatikan eine

Politik der Konfrontation ohne Bruch. Er

Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, General­ direktor der Staatlichen Archive Bayern a.D.

beschwichtigte nicht, als sich Kardinal

Mundelein im Mai 1937 in Chicago kritisch zur Kirchenpolitik des NS-Regimes äußer-

Pater Rupert Mayer (1876 –1945) : Re zeption, Verehrung und Kult nach 1945

te und der Vatikanbotschafter von Bergen

beim Heiligen Stuhl protestierte. Als Papst

Pius XII. bemühte er sich in den Kriegsjahren um eine Achse Vatikan – Washington.

Dr. des. Jörg Zedler, Assistent am Lehrstuhl f. Bay. Landesgeschichte d. Universität Regensburg da s Ende der bayerischen Vatik ange sandtschaf t 1934 Dr. des. Jörg Zedler verband seinen Vortrag über das Ende der bayerischen Vatikange-

sandtschaft 1934 mit der Person Otto von

Ritter, seit 1909 letzter bayerischer Va-

tikangesandter. In der Weimarer Repub-

lik wurden die auswärtigen Beziehungen

zur Reichsangelegenheit. Alle bayerischen

Auslandsgesandtschaften wurden bis

1920 aufgehoben, nur die Vatikangesandt-

Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Organisation und Leitung der Sommerakademie in Sankt Bonifaz Michael K ardinal von Faulhaber (1869–1952) Drei Zäsuren prägten das Leben von Mi-

chael Kardinal von Faulhaber (1869 – 1952), über den Prof. Dr. Hans-Michael Körner

Zum Abschluss der Sommerakademie

sprach Prof. Dr. Hermann Rumschöttel

über Pater Rupert Mayer (1876 – 1945): Rezeption, Verehrung und Kult nach 1945.

Der Jesuitenpater kam 1912 nach München, um die Großstadtseelsorge für die vielen

katholischen Zuwanderer zu überneh-

men. Seit 1921 war er Präses der Mariani-

schen Männerkongregation. 1925 führte er

die Sonntagsgottesdienste am Münchner

Hauptbahnhof ein. Von der Kanzel in St.

Michael predigte er gegen das nationalso-

zialistische Regime, das ihm 1937 Redever-

bot erteilte. Sein Widerstand brachte ihn

schaft blieb bestehen. Ab 1933 setzten die

in das Gefängnis in Landsberg am Lech

nen weiteren Ausbau des Zentralismus

1945 lebte er isoliert im Kloster Ettal. Nach

passive Gesandtschaftsrecht. Bis zum 30.

die öffentliche Verehrung. Bereits zu Leb-

tiatur aufgehoben werden. Mit Rücksicht

stel Münchens genannt. Viele Gläubige

nationalsozialistischen Machthaber ei-

durch, und Bayern verlor das aktive und

April 1934 sollten Gesandtschaft und Nunauf die Heiligsprechung des bayerischen

und in das KZ Oranienburg. Von 1940 bis

seinem Tod an Allerheiligen 1945 begann

zeiten wurde er der 15. Nothelfer und Apo-

verehrten ihn schon als Heiligen, bevor er

Kapuziners Konrad von Parzham in Rom

am 3. Mai 1987 im Münchner Olympiasta-

verschoben.

gesprochen wurde.

wurde dieser Termin auf den 30. Mai 1934

.

dion durch Papst Johannes Paul II. selig

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bergecho 3 . 2012

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kirche und kloster

Eine inspirierende Persönlichkeit Liselotte Orff – große Förderin der Carl Orff-Festspiele Andechs gestorben

A

ltabt Odilo Lechner würdigte die

verstorbene Witwe Carl Orffs mit den Worten: »Ich habe Liselotte

Orff sehr schätzen gelernt, als ich erleben

durfte, wie liebevoll und tapfer sie seiner-

Eine besondere Verbundenheit wuchs in

wie sie sich dann über dreißig Jahre lang

te Orff und der Andechser Orff®-Akademie

lich in den Dienst seines Werkes gestellt

tonte sie doch immer wieder und bei ver-

Jahr zehntel ange Begleitung und groSSzügige Förderung

auf Carl Orff selbst zurückgeht, noch mit

zeit Carl Orff im Sterben begleitet hat und

ganz uneigennützig und selbstverständhat.«

Liselotte Orff hat die Carl Orff-Festspiele

Andechs über Jahrzehnte hinweg inhaltlich intensiv begleitet und über die Carl

Orff-Stiftung großzügig gefördert. Ohne

den vergangenen Jahren zwischen Liselotdes Münchner Rundfunkorchesters. Beschiedenen Anlässen, wie glücklich sie

sei, dass sie diese Akademie, deren Idee

verwirklichen konnte. Aus dieser Idee er-

wuchsen persönliche Freundschaften und

Beziehungen. Darum war es für Frau Orff in den letzten Jahren immer selbstver-

ständlich, spätestens am Ende jeder Pre-

ihr hochherziges ideelles und finanzielles

mierenfeier noch nach »ihrer« Akademie

ser Orff®-Akademie des Münchner Rund-

ein wenig länger.

im Rahmen der Festspiele finden können.

Mit Dankbarkeit und Verehrung verabschieden

Eine inspirierende Persönlichkeit

Orff. Sie möge leben im Frieden Gottes.

Engagement hätte besonders die Andech-

Mit großer Trauer haben das Kloster Andechs, die Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter der Carl Orff-Festspiele Andechs und die Andechser Orff®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters die Nachricht vom Tod von Lise­ lotte Orff aufgenommen. Kurz nach ihrem 82. Geburtstag ist die Witwe des großen bayerischen Komponisten Carl Orff, der in der Andechser Wallfahrtskirche begraben liegt, am 19. September 2012 gestorben.

Be sondere Verbundenheit mit der Andechser Orff ® -Ak ademie de s Münchner Rundfunkorche sters

funkorchesters seit 2009 nicht ihren Weg

Mit Liselotte Orff verlieren Kloster, Festspiele und Akademie eine inspirierende

Persönlichkeit, die dem kulturellen Engagement des Klosters immer offen und positiv gegenüber gestanden ist. Bis zuletzt

hat sie die Aufführungen der Carl Orff-

Festspiele besucht und mit ihrer freund­ lichen, aufrichtigen und herzlichen Art vielen Menschen den Weg zur Musik­

theater-Welt Carl Orffs neu geöffnet oder offen gehalten.

zu sehen. Meistens blieb sie dann noch

.

sich Kloster, Festspiele und Akade­mie von Frau


bergecho 3 . 2012  |

Andechs war ihr besonderer Ort

Patenschaften für die Orgel

Marcus Everding zum Tod von Liselotte Orff

Zum Tod von Liselotte Orff hat der Künstlerische Leiter der Carl Orff-Festspiele Andechs, Marcus Everding, einen persön­ lichen Nachruf verfasst. Frau Orff ist tot. Das ist traurig, sehr. Ihr

Verbundenheit zum Haus und zu den Festspielen war eminent, aufrichtig und herz-

lich. Hier in Andechs in der Schmerzhaften Kapelle liegt ihr Orff. Die Jahrtage zeugen von gelebtem Gedenken. Sie gedachte.

Hier in Andechs finden die Carl Orff-Festspiele jährlich statt. Gelebtes Erbe, sie

lebte es alljährlich mit. Andechs war ihr

Orgelpaten vom 15. 11. 2011 bis 15. 11. 2012

die seine Schwingungen aufnehmen.

Thomas Kaukal, Gertrud Zimmerschied,

Frau Orff war ein besonderer Mensch, die

Erich Averkamp, Peter Averkamp, Valen­

fen hörte statt zu schwätzen. Wer mit ihr

Klaus Stocker, Lions Club Bad Königsho-

ihr am Grab gebetet hat, weiß was für an-

abend, Familie Bäumler, Klaus Andexser,

ein besonderer Ort, der es für alle wird,

guten Mutes war, statt promilaut. Die of-

gelacht hat, weiß, was Lachen ist. Wer mit dere beten heißt. Wer mit ihr in Auffüh-

rungen saß, weiß, was Begeisterung ist.

Sie wird fehlen, hier in Andechs, an vie-

Peter May, Johannes Lerch, Jack the Ripper-Stammtisch aus Hannover,

tina Sophia Lueft, Grobstaubfreunde,

fen, Präsident Roland Ress, Josefa Feier-

Tom Rode, Abbey Rode, Martha Magda­ lena Keller, Rita Fricke, Erika Jendro,

Anton Müller, David und Samuel Fitza, Dr. med. Beyer, Daniel Paulick, Ines

Goldner, Andreas Gotz, Christl Hoppe,

len Orten. Ihr Geist wird bleiben, weil er

Rolf Glaremin.

Gottes Haus, ein leerer Platz im Festspiel-

Nähere Auskünf te über Orgel-Patenschaf ten unter

an Geistern, sie sitzen unvermutet neben

Tel.: 08152/376-312

besuchen.

freundeskreis@andechs.de

nicht wegzudenken ist. Ein leerer Platz in

haus. Scheinbar. Das ist das Wunderbare

.

uns. Sie möge in Frieden ruhen und uns oft

Fax: 08152/376-267 www.andechs.de

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bergecho 3 . 2012

|  klosterbrauerei

Kristallklar und glanzfein Ein Blick in den Filterkeller der Klosterbrauerei Andechs

Die Klosterbrauerei Andechs »kann« auch unfiltriert. Die Freunde der Andechser Weißbiere und des Andechser Winterbieres sprechen da aus Erfahrung. Alle anderen unter­ gärigen Biersorten finden ihren Weg zum Bierkenner nur über den Filterkeller der Klos­ terbrauerei. Sepp Höllrigl und Tobias Kraus sorgen hier für ein halt­bares, kristallklares und glanz­feines Produkt. Der Kieselgur-Rahmenfilter (rechts im Bild) filtert sämtliche Trübungsstoffe aus dem Bier.

J

e nach Sorte reifen die Andechser

Kloster­biere vier bis sechs Wochen im

Lager­keller der Klosterbrauerei. Ein

Sepp Höllrigl und Tobias Kraus, zwei

gestandene und erfahrene Brauer und

Leitungen keimfrei sind. Während der gesamten Filtration achten die beiden pein-

Mälzer mit zusammen über 45 Jahren Be-

lich genau darauf, dass das Bier nicht mit

Bekömmlichkeit brauchen ihre Zeit. Bes-

aufstehern in der Klosterbrauerei. Sie sind

das Bier in dieser Herstellungsphase frei

rekt im Anschluss. Bester Beweis ist hier

onswoche starten. Schon ab 3 Uhr in der

feiner malzaromatischer Geschmack und

ter Trinkgenuss bietet sich eigentlich di-

rufserfahrung, gehören mit zu den Früh-

Sauerstoff in Berührung kommt. BIeibt

bei den Ersten, die in die neue Produkti-

von Sauerstoff, können die Braumeister ei-

das unfiltrierte Andechser Winterbier, das

Früh am Montagmorgen spülen sie sowohl

lange garantieren.

Bräustüberl ausgeschenkt wird.

Abfüllung gepumpt wird, als auch die Ab-

wieder so genanntes »entgastes Wasser« in

ebenso mindestens ein dreiviertel Jahr

übers Wochenende komplett mit Desinfek-

exklu­siv zwischen November und März im Jedoch soll das Bier vom Heiligen Berg

haltbar sein und bekömmlich bleiben. Da-

die Tanks, in die das filtrierte Bier vor der füllanlagen und Gefäße. Leitungen, die

tionslösung gefüllt waren, spülen sie mit

nen unveränderten Geschmack des Bieres Aus diesem Grund wird auch immer

der Brauerei bereitgehalten, d.h. Wasser, das frei ist von Sauerstoff. Dies gelingt,

indem man Wasser erwärmt und mit Koh-

rüber hinaus erwarten viele Freunde der

Frischwasser wieder und wieder durch.

lendioxid (CO2) durchspült. Dieses entgas-

und klares Premiumprodukt. Der Weg zu

Spülwasser im eigenen Labor mikrobio-

der Füllung mit Bier frei von Sauerstoff

Andechser Bierkultur auch ein glanzfeines Haltbarkeit und Klarheit führt über die

Filtra­tion des Bieres vor der Abfüllung.

Regelmäßig und genau lassen sie das

logisch untersuchen, um absolut sicherzugehen, dass sämtliche Gefäße und

te Wasser sorgt dafür, dass die Tanks vor sind. Außerdem benutzt man entgastes

Wasser, um das Bier aus den Leitungen


bergecho 3 . 2012  |

hinauszuschieben und schließlich, um

den Sauerstoff aus den Filterelementen vor der Filtration zu entfernen. Die Filterele-

mente werden nach der Füllung mit ent-

gastem Wasser dann anschließend so lan-

Das Team Tobias Kraus (im Bild links) hat den Beruf des Brauers und Mälzers in Maisach erlernt. Danach war er bei Löwenbräu in München, und bei Wildbräu in Grafing im Gär- und Lagerkeller tätig. 2002 wechselte er nach Andechs. Auch hier arbeitete er zunächst im Gär- und Lagerkeller, dann in der Filtration.

ge gespült – der Brauer spricht davon, die

Entgasung »im Kreislauf zu fahren« –, bis

kein Sauerstoff mehr messbar ist.

Währenddessen mischen Sepp Höllrigl

bzw. Tobias Kraus, je nachdem, wer von

beiden die jeweilige Schicht übernommen

hat, in einem so genannten Ausmischgefäß Kieselgur, ein natürliches Filterhilfs-

mittel, mit Wasser auf. Diese Kieselgur

wird nun in die Leitungen dem Fließstrom

»beigedrückt«. Die Fließgeschwindigkeit

wird bei ca. 20.000 l/h konstant gehalten.

So kann sich die Kieselgur gleichmäßig auf

an. Dort beträgt die Porenweite nunmehr nur 1 Mikrometer, also der Millionste Teil eines Meters bzw. 0,001 mm. Die Feinfil­

den Filterschichten im Filter verteilen. Die-

tration arbeitet mit speziellen Filterkerzen

men« des Filters. Es gibt verschiedene An-

im Bier vorhandenen Hefezellen zu ent-

sen Vorgang nennt der Brauer »Anschwem-

schwemmungen mit grober und feiner Kieselgur, sodass sich an der Filterschicht ein

und ist vor allem notwendig, um die noch

fernen. Hierbei spricht man von »Entkei-

mung«. Die Filterkerzen werden nach dem

geeigneter »Filterkuchen« aufbaut.

Filtrationsvorgang zunächst mit kaltem

im Lagerkeller wird das Bier »bestellt«.

ßend mit Heißlauge regeneriert. Nach

Nun ist der Filter fertig präpariert und

Das Bier drückt dabei auf seinem Weg durch die Leitungen und

Filter das Wasser heraus.

Am Ausgang des Filters

wird mit einem Messgerät die Stammwürze genau festgestellt. Ist der

geforderte Wert erreicht,

und warmem Wasser gespült, anschlie-

der sauren Desinfektion und den Wasserspülungen ist der Filter

»Der Weg zu Haltbarkeit

wieder chemisch neu-

tral. Dies ist vor allem

und Klarheit führt über

deshalb wichtig, um si-

die Filtration des Bieres

cherzustellen, dass sich

keine Rückstände bil-

vor der Abfüllung.«

wird der Drucktank mit

den und die Filterkerzen

keimfrei bleiben. Diese

Bier gefüllt. Auch während der dann an-

Reinigungsvorgänge überprüfen und steu-

Filtration des Bieres wird weiter Kieselgur

so genannte Leitwertmesser, deren Werte

schließenden kontinuierlich laufenden

dosiert. Ein Probenehmer entnimmt al-

le zwei Minuten automatisch ein kleines

Probevolumen des filtrierten Bieres, um

im eigenen Labor die Keimfreiheit des Bieres zu bestimmen.

Durch die Trübungsstoffe des Bieres

»verblockt« der Filter mit zunehmender

ern Tobias Kraus und Sepp Höllrigl durch

ständig PC-gestützt zur Verfügung stehen. Filtriert wird – je nach Saison – einmal

bis dreimal die Woche und zwar exakt das

Biervolumen, das in der jeweiligen Woche

abgefüllt wird. Nachdem Tobias Kraus und Sepp Höllrigl die ersten sind, die die Pro-

duktionswoche begonnen haben, sind sie

Dauer der Filtration, d.h. er verstopft. Da-

auch diejenigen, deren Arbeitswoche als

nen immer größeren Druck aufbauen, um

dann noch bei der Abfüllung von Flaschen-

her müssen die Pumpen kontinuierlich eidas Bier weiter durch den Filter zu drü-

cken. Schließlich kommt dieser Prozess zu einem Ende. Der Filter wird geöffnet, die

Kieselgur samt der ausgefilterten Stoffe entfernt und schließlich mehrfach kalt

erstes zu Ende geht. Bei Bedarf helfen sie und Fassbier mit. Aber viel Zeit bleibt

häufig nicht, denn schon am Donnerstag

liegt auch wieder der Produktionsplan von den Braumeistern für die nächste Woche

auf dem Schreibtisch. Und dann heißt es

und warm gespült.

wieder: die bis zu 50 Kilogramm schweren

Schichten schließt sich die Feinfiltration

herzurichten.

Nach der Filtration mit Kieselgur-

Josef Höllrigl gehört mit zu den langjährigen und treuen Mitar­ beitern der Klosterbrauerei Andechs. Seit Beginn seiner Aus­ bildung als Brauer und Mälzer im Jahre 1975 – nur unterbro­ chen durch seinen Wehrdienst – ist er nun schon in der Kloster­ brauerei am Heiligen Berg tätig.

.

Säcke Kieselgur zusammenzutragen und

DAS ST I CHWORT: Ki e s e lg u r Kieselgur ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die aus den Schalen fossiler Kie­ selalgen besteht. Diese Algen schweben im Wasser, sinken nach dem Absterben zu Boden und bilden dort allmählich dicke Ablagerungen. Aus diesem so genannten »Diatomeenschlamm« entstanden dann im Laufe der Jahrtausende Sedimentge­ steinsschichten, die bis zu mehreren hun­ dert Meter dick sein können und heute in USA, Mexiko, Chile, Frankreich, Spanien, und China abgebaut werden. Durch Abschlämmen wird der Rohstoff von Sand befreit und bei 800°C gebrannt. Durch die Aufbereitungsprozesse erhält die Kieselgur die höchste Reinheit. Nach­ dem es sich chemisch gesehen um Sili­ ziumdioxid handelt, ist der Stoff »inert«. Das bedeutet, dass keinerlei Inhaltsstoffe davon ausgehen können. Andererseits besitzt Kieselgur eine äußerst porenreiche Struktur und ist deswegen hervorragend als Filtrationsmittel geeignet.

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bergecho 3 . 2012

|  klosterbrauerei

Endlich wieder:

Andechser Winterbier Bräustüberl schenkt vom 11. November 2012 bis 19. März 2013 wieder Winterbier aus.

Inzwischen ist es gute Tradition auf dem Heiligen Berg: das Andech­ser Winterbier. Die Kloster­brauerei stellt es nach wie vor exklu­siv und nur für den Ausschank im Andechser Bräustüberl her. Ein Grund mehr für einen Besuch auf dem Heiligen Berg in der »staaden Zeit«.

K

lassisch kellertrüb ist das speziell für die Zeit von Martini bis Jose-

fi ausgeschenkte Winterbier. Da-

rum stellt die Klosterbrauerei Andechs

üblich und nötig, da sich aufgrund min-

derer Malzqualität Eiweiß, Zucker, Mine-

ralien und Vitamine schlechter aus dem Gerstenmalz gelöst haben. Heute wird

auch 2012 dieses beliebte Bier mit einem

dieses Verfahren in der Klosterbrauerei

siv für den Ausschank im Andechser

mehr Energie und Zeit kostet. Damit er-

Stammwürzegehalt von 12,5 Vol % exklu­

dennoch angewendet, obwohl es erheblich

Bräustüberl her. Nur dort wird das Win-

hält aber das Andechser Winterbier einen

19. März 2013, ausgeschenkt – natürlich

verwechselbaren Geschmack.

terbier vom 11. November 2012 bis zum frisch vom Fass.

Für das Winterbier verwenden die

ausgeprägten Malzkörper und seinen unDiese Geschmacksrichtung unter­

streichen die Andechser Braumeister noch

Andechser Braumeister ausschließlich

dadurch, dass das Andechser Winter­

ner Malz, den hochwertigen Hallertauer

natürlichen Trübstoffe wie Eiweiß und

Rohstoffe aus Bayern: das dunkle Münch-

bier unfiltriert ausgeschenkt wird. Die

Aroma-Hopfen und frisches Brauwasser.

Hefe erzeugen noch einmal ein eigenes

Winter­bier in der langen Tradition der

genehmes »Gaumengefühl« beim Trin-

der Bierfiltration gegen Ende des 19. Jahr-

und Bierbrauer die Möglichkeit, das Bier

Mit diesen Zutaten steht das Andechser

klösterlichen Biere, die vor der Erfindung hunderts vor allem dunkel und malzaro-

matisch, unfiltriert und kellertrüb waren. All diese Eigenschaften weist das An-

Geschmacksbild und ein besonders an-

ken. Früher bekamen nur Braumeister

unfiltriert als so genanntes »Zwickelbier« zu probieren. Zwischen November 2012

und März 2013 können nun alle Gäste und

dechser Winterbier auf. Gebraut wird es

Freunde des Andechser Bräustüberls diese

verfahren. Dabei wird ein Teil der Maische

dem Heiligen Berg genießen.

in einem traditionellen Mehrfach-Maischim Maischebottich mehrfach schonend

erhitzt und gekocht und danach der rest-

lichen Maische wieder zugeführt. Die-

ses Kochen eines Maischeteils war früher

.

besondere Andechser Bierspezialität auf


bergecho 3 . 2012  |

29

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bergecho 3 . 2012

|  klosterbrauerei

Pfälzische Gastlichkeit und Bier vom Heiligen Berg 70.000 Besucher beim 25. Andechser Bierfest in Haßloch

Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 70.000 Besucher kamen vom 21. bis 23. September zum 25. Andech­ ser Bierfest nach Haßloch in der Pfalz. An diesem Wochenende waren die Straßen im Ortskern von Haßloch fest in der Hand von Tausenden Freunden des An­ dechser Bierfestes. Mittendrin sorgte die Friedinger Blaskapelle für viel gute Laune. An der Spitze einer 50-köpfige Delegation aus dem Landkreis Starnberg besuch­ ten P. Valentin, Georg Schuhma­ cher vom Andechser Bräustüberl, Landrat Karl Roth und die An­ dechser Bürgermeisterin Anna Elisabeth Neppel das bunte Trei­ ben.

Wieder einmal konnte sich Georg

Schumacher, inzwischen Ehrenabtei-

lungsleiter im Andechser Bräustüberl, davon überzeugen, wie sich das einst kleine

Andechser Bierfest, das im Jahr 1988 mit

S

chon seit Jahrzehnten pflegen die

heim ihre Partnerschaft. Lebendig

und fest verankert ist sie auch durch die

beiden großen Feste: das Pfälzer Wein-

fest in Starnberg und das Andechser Bierfest in Haßloch. Bei vielen Menschen im

Fünfseenland ist der Vermerk »Haßloch«

im September zu finden. Jedes Jahr fährt

mindestens ein Bus mit einer großen De-

legation zum Andechser Bierfest. Mit dabei stets Vertreter des Klosters Andechs,

der Klosterbrauerei oder des Bräustüberls, der Landrat, Bürgermeister des Landkrei-

Am Samstag wurde die Starnberger

kreis Bad Dürkheim gemausert hat. Die

nete Bürgerhaus, dem »Kulturviereck«,

ganze Ortsmitte von Haßloch hat das Fest inzwischen erfasst. Alle ziehen mit: die Haßlocher Vereine wie auch der Einzel-

handel im Rahmen eines verkaufsoffenen

Sonntags. Hinzugekommen ist auch noch

ter Hans-Ulrich Ihlenfeld ins neu eröffeingeladen. Ein Theaterstück erschloss

amüsant und kurzweilig die Geschichte

des Hambacher Schlosses. Im Anschluss

stand ein Besuch in Freinsheim mit einer

kulinarischen Weinwanderung auf dem

ein Floh- und Trödelmarkt. Aus einem

Programm. Gut gelaunt und mit festem

Frieding für Stimmung sorgt, sind inzwi-

der durch verschiedene Weinlagen führte.

nen geworden. Jahrmarktsgassen, Fahr-

und Säften der Freinsheimer Winzer fan-

Festzelt mit Bühne, wo die Blaskapelle

schen mehrere über den Ort verteilte Büh-

geschäfte und etliche Schankstellen mit

Andechser Klosterbier sind im ganzen Zentrum zu finden.

Den Auftakt zum Fest machte ein Fest-

zug durch den Ort, bei dem viele begeis-

terte Besucher den einziehenden Grup-

Verwaltung und natürlich: die Blaskapelle

Delegation, zujubelten. Den Anstich be-

Frieding. So auch heuer.

schlossen sich an.

Delegation von Haßlochs Bürgermeis-

ses, Mitglieder des Kreistags, Vertreter

des Tourismusverbandes, Mitarbeiter der

Bürger­meister Hans-Ulrich Ihlenfeld,

einem Festzelt seinen Anfang nahm, zu

einem respektablen Großereignis im Land-

Landkreise Starnberg und Bad Dürk-

Schumacher mit nur drei Schlägen.

Grußworte, u.a. von P. Valentin und

pen, unter ihnen auch die Starnberger

sorgte gekonnt und professionell Georg

Schuhwerk ging es auf den Wanderweg,

Stationen zur Verkostung von Wein, Sekt

den sich immer wieder. Kulinarische Köst-

lichkeiten durften dann auch nicht fehlen. Die Starnberger Delegation war allerdings nicht alleine unterwegs. Gemeinsam

mit vielen hundert anderen zog man wandernd und probierend weiter und lernte

.

so Land und Leute kennen und die Part-

nerschaft pflegen und vertiefen.


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bergecho 3 . 2012

|  gastlichkeit

Wo Gastfreundschaft groß geschrieben wird Gasthof »Grüner Baum« lädt zum Verweilen ein

Südfassade von Schloss Zeil

Am nördlichen Rand des Allgäus liegt das Schloss Zeil bei Leut­ kirch. Es gehört zum Württem­ bergischen Allgäu, das wiederum an Bayern grenzt. Im sogenann­ ten »Unteren Hof« des Schlosses befindet sich der Gasthof »Grü­ ner Baum«, der auch Andechser Klosterbiere ausschenkt.

P. Valentin mit Familie Gross

D

as Schloss Zeil ist ein geschichtsträchtiger Ort. In vorrömischer

Zeit stand auf der Endmoräne, auf

der heute das Schloss steht, eine Hallstattfestung. Im Mittelalter folgte eine klei-

ne Burganlage, deren Überreste bei den

Gewächshäusern im südlichen »Unteren

und eine Brauerei enthielt. Später wohn-

ten hier die Zeiler Beamten und Angestellten, heute befindet sich in einem der Ge-

bäude der »Grüne Baum«. Den Gasthof gibt

und Truchsess Froben von Waldburg-

»Grünen Baum« erst unlängst besuchte,

gen Renaissanceschlosses. Da die Bauzeit

Fall, da sich an diesem Ort mit seiner ei-

Die Burg Zeil wurde 1598 abgebrochen

Zeil begann 1599 mit dem Bau des heuti-

Stift, das sogenannte Hauskloster, errich-

ten und danach das Schloss. Er ordnete

auch an, täglich ein Hochamt, ein feier­

Öffnungszeiten Täglich 11.00 –21.00 Uhr Mittwoch Ruhetag, am Wochenende durchgehend warme Küche

Pferde- und Viehställe, die Fruchtschütten

es schon über 400 Jahre.

ließ Truchsess Froben zuerst Kirche und

Gasthof »Grüner Baum« Inhaber: Familie Gross Schloss Zeil 30, 88299 Leutkirch Tel.: 07561/6007 www.schlosszeil.de

Südlich des Schlosses wurde der Wirt-

schaftshof errichtet, der ursprünglich die

Hof« noch sichtbar sind.

in die Phase der Gegenreformation fiel,

Ko n ta k t

Gasthof »Grüner Baum«

liches Gotteslob und eine Messe für die

in der Gruft ruhenden Toten zu halten.

Zwischen Kirche und Stift entstanden der

P. Valentin, der die Familie Gross im

sagte: »Ein Ausflug dorthin lohnt auf jeden

genen Geschichte vieles verbindet und die

Gastfreundschaft von jeher eine große Rol-

le gespielt hat«. Familie Gross, die seit 2004 die Gaststube bewirtschaftet, empfängt

Sie gerne in der gemütlichen Gaststube mit

40 Plätzen und einem Nebenraum oder im

Sommer auch im Biergarten mit 70 Sitzplätzen. Sie können den Aufenthalt mit einer

Gartenhof und Schlossgarten.

gutbürgerlichen, saisonalen Mahlzeit und

garten angelegt, der in der Barockzeit

Bier genießen. Die Wildspezialitäten kom-

wurden zur Auflockerung seltene Bäume

Aufenthalt stehen drei Doppel- und ein Ein-

chen) gepflanzt. Anfang des 20. Jh. wur-

es bis Lindau am Bodensee nur 45 km und

Garten vorgenommen, der in den 30er

Nur 25 km entfernt liegt Wolfegg mit einem

chen Renaissanceanlage verändert wurde.

Automobilmuseum von Fritz B. Busch.

Ursprünglich wurde ein Renaissance­

»modische« Änderungen erhielt. Im 19. Jh. (Ginko, Cryptomeria japonensis, Blutbu-

de eine Umwandlung in einen englischen Jahren wieder in Richtung der ursprüngli-

einem guten, frisch gezapften Andechser

men aus der fürstlichen Jagd. Für einen

zelzimmer zur Verfügung. Übrigens sind

die Gegend bietet rundum Radrundwege.

.

Bauernhofmuseum und das sehenswerte


bergecho 3 . 2012  |

Kunst und Kulinarisches in Biberach

PEDI Restaurant & Vinothek mitten in der Biberacher Altstadt setzt gastronomische Maßstäbe.

man unter anderem Andechser Weißbie-

re bei einem echten Schweizer Wurstsa-

lat genießen. Oder man schwelgt in der

umfangreichen Weinkarte und sucht sich

eine passende Speise aus der saisonalen

Sommerkarte aus. Währenddessen kön-

nen Kinder ungestört auf dem Spielplatz

toben, der von jedem Biergartenplatz zu

sehen und zur Straße hin abgesperrt ist.

Man sieht dem PEDI seine Ver­ gangenheit als Sportgeschäft nicht mehr an. Nach mehreren Umbauphasen präsentiert sich das familiengeführte Restaurant heute mit einem modernen und innovativen Erscheinungsbild. Seine Vinothek ist bekannt und geschätzt, aber auch Andechser Klosterbiere lassen sich im Bier­ garten in einem stimmungsvollen Ambiente genießen.

D

as »Pedi«, wie es Freunde und Ken-

Vinothek

beracher Innenstadt. Modern und

chenden Rahmen bieten zu können, wur-

ner nennen, liegt zentral in der Bi-

innovativ ist das Erscheinungsbild, ni-

veauvolle Kulinarik und attraktive Events

Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 11.30–14.30 und 17.00–23.00 Uhr Mittwoch und Samstag 10.30–14.30 und 17.00–23.00 Uhr Feiertage geöffnet, sonntags Ruhetag

eine Vinothek mit drei unterschiedlichen

Konzepten entwickelt. Hier ist man ab-

zu »Frontcooking«. Die Kombination mit

unterhalten. Das ganze Jahr über bie-

die offene Küche auf, manche sagen da-

modernen Kunstobjekten machen den

Gesamteindruck angenehm komplex. Le-

solut unter sich und kann sich ungestört

tet Sommelier Tilman Feifel Wein- und

Bierdegustationen zu den unterschied-

ckere Menüs, eine Tageskarte mit preis-

lichsten Themen an. Zu Bierdegustati-

sehr engagierter Service machen den Be-

ein. Ein festinstallierter Beamer, WLAN

wertem Mittagstisch, gute Weine und ein such zu einem Erlebnis. Die Prägung der

exquisiten und frischen Küche wird von bestimmt.

PEDI Restaurant & Vinothek Pfluggasse 7, 88400 Biberach an der Riss Tel.: 07351/6524, Fax: 07351/505849 info@pedi-bc.com, www.pedi-bc.com

de im ehemaligen Ristorante Gablerhaus

kennzeichnen das Angebot. Optisch fällt

mediterranen und regionalen Rezeptideen

Ko n ta k t

Um dem Weinsortiment einen entspre-

Ver anstaltungen Für Geburtstage, Kommunion-, Firm- oder

onen lädt Tilman Feifel nach Absprache

und 20 gemütliche Sitzplätze bieten in ei-

nem auf­gelockerten Ambiente den idealen

Rahmen für eine Konferenz. Bei Vorträ-

gen kann die Bestuhlung auf insgesamt

40 Sitz­plätze, in Kinobestuhlung, aufgestockt werden.

Konfirmationsfeiern oder Hochzeiten bie-

AuSSergewöhnliche s

nem Kamin eine gemütliche Atmosphäre

Potpourri an Außergewöhnlichem aus

tet der Pavillon mit 40 Sitzplätzen und eimit direktem Zugang zu Restaurant und

Biergarten. Das Restaurant bietet ca. 60

Das Pedi bietet zu bestimmten Zeiten ein

Musik, Kunst, Unterhaltung und Genuss an, zum Beispiel an zwei Adventssonnta-

Sitzplätze mit Blick auf die offene Küche

gen ein 6-Gänge-Menü mit korrespondie-

sich in zwei Bereiche auf: direkt vor dem

Frankreich und Italien. Das Degustations-

und die lange Theke. Der Biergarten teilt

Pavillon und die so genannte »Frohe Aussicht« unter dem großen Sonnenschirm

mit Blick auf den T(w)rübel. Dort kann

renden Weinen aus England, Georgien,

menü »JUMELAGE« soll Sie durch die Län-

.

der begleiten, die mit Biberach eine Städ-

tepartnerschaft führen.

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bergecho 3 . 2012

|  gastlichkeit

Im Kreuzberger Himmel

Im Berliner Stadtteil Kreuzberg hat die Pfarrei Sankt Bonifatius Ende September eine Kirchenkneipe eröffnet.

»Jesus hat Wasser in Wein ver­ wandelt«, so Ulrich Kotzur, bis vor kurzem Pfarrer in Sankt Boni­fatius. »Und an Orten der Lebens­lust und Freude, da ist auch Gott zu Hause«, sagt er und erinnert an die Mönche in den Klöstern. Die brauten und brau­ en selbst Bier, bauen Wein an und genießen beides. Grund ge­ nug für die Pfarrgemeinde in der Yorckstraße in Berlin-Kreuzberg eine Kirchenkneipe zu eröffnen. Andechser Klosterbiere sind mit von der Partie.

V

iel haben die Verantwortlichen in

miteinander teilt, Alltägliches und Beson-

nen zwei Jahren darüber nachge-

Gemeinde. Leben Sie diesen Schatz wei-

Sankt Bonifatius in den vergange-

dacht, welches Verhältnis Gott zu einer

Menschen seiner Pfarrei.

nifatius in Berlin-Kreuzberg hat ein Lokal

die Pfarrgemeinde ganz bewusst den An-

ße eröffnet, den »Kreuzberger Himmel«.

Das Pfarrbüro liegt etwas verborgen im

Katholische Kirchengemeinde Sankt Bo-

gleich neben der Kirche in der Yorckstra-

Tagsüber gibt es dort Kaffee, Tee, Kuchen und Imbiss, mittags ein warmes Gericht

aus regionalen Produkten und abends frisch gezapftes Bier und Wein.

Treibende Kraft war Pfarrer Ulrich

Mit dem »Kreuzberger Himmel« sucht

schluss an das pulsierende Stadtviertel.

Hinterhaus des Kirchenareals. Nicht je-

der findet den Weg dorthin, wenn er Rat,

Beistand und die Hilfe Gottes sucht. In

der Kirchenkneipe kann das anders sein. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft

Kotzur. 46 Jahre alt. Ein Mann wie ein

vom Kino Yorck. Drumherum gibt es Im-

strahlt eine beeindruckende Lebensfreu-

Vielleicht finden Nachbarn und Touristen

cker und pointiert über Gott und die Welt.

Etwa, wenn sie aus dem Kino kommen.

Baum. Zwei Meter groß. Stabil gebaut. Er de aus, lacht viel, erzählt humorvoll, lo-

penwirt, der, wenn man so will, sich am

Tresen ebenso um die Seelen seiner Gäs-

Kreuzberger Himmel e.V. Yorckstraße 88 C, 10965 Berlin Tel.: 030/7890560 www.kreuzberger-himmel.de

ter«, so schreibt er zum Abschied an die

Schankwirtschaft haben könnte, denn die

Beste Voraussetzungen für einen Knei-

Ko n ta k t

deres, Profanes und Sakrales, ist lebendige

bissbuden, Dönerläden und Restaurants.

abends den Weg in die Kirchenkneipe.

Für manchen vielleicht eine seltsame Vorstellung: Kino, Kirche, Kneipe. In Kreuzberg, dem Stadtteil mit dem zweithöchs-

te sorgt, wie es ein Pfarrer in der Kirche

ten Migrantenanteil in der Berliner Be-

Herz aus«, sagt Kotzur. »Wir wollen den

»Buntheit« des Viertels dazu.

zur Verfügung stehen.« Auch wenn Ulrich

»Kreuzberger Himmel e.V.« gegründet. 30

Erzbistum Berlin ist, dem »Kreuzberger

Kneipe. Das Lokal soll sich finanziell selbst

tut. »In der Kneipe schütten die Leute ihr

Menschen im Kiez auf neue Art und Weise Kotzur ab 1. Oktober Jugendseelsorger im

Himmel« bleibt er verbunden: »Gemeinde, die an die Straße zieht, die sich für

die Menschen im Bezirk öffnet und Leben

völkerung, gehört dies aber einfach zur Die Gemeinde hat einen Trägerverein

Menschen kümmern sich zurzeit um die tragen. Gibt es einen Gewinn, wird die-

ser an ein Kiez-Projekt gespendet. Neben

dem Gastraum mit etwa 50 Plätzen gibt es


bergecho 3 . 2012  |

Sankt Bonifatius

einen Kamin und eine Sitzecke im Erker-

geplant. Andechser Spezial Hell und Ex-

Panoramablick auf die belebte Yorckstraße.

kel runden das Angebot ab.

der »Kreuzberger Himmel« von der Szene­

rei geleitet und viele Initiativen gestartet,

Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungs-

besser zu verankern. So gibt es einmal im

fenster. Von dort haben die Gäste einen

Mit einem weiteren Angebot hebt sich

gastronomie ab: »Gutschein-Spenden«.

port Dunkel und Weißbiere Hell und DunAcht Jahre hat Ulrich Kotzur die Pfar-

um die Pfarrgemeinde in Kreuzberg noch

voll: Kauft man sich z.B. einen Milchkaf-

Monat Sonnabends Nachtgebete in der

Euro übrig, dann kann man die einfach

Andachten. Das klingt nach Disco, doch es

fee und ein Croissant, hat aber ein paar

spenden. Für solche Gutscheine können

sich dann diejenigen einen Kaffee oder ei-

nen Snack leisten, für die ein Cafébesuch

sonst ein unerschwinglicher Luxus wäre. Optisch wird das Lokal nicht wie ei-

ne Kirche aussehen, aber an sie erinnern.

Kirche. »Nightfever« nennen sich diese

geht um Einkehr und innere Ruhe. Nach sieben Tagen Hektik sollen sich die Men-

schen einmal fünf Minuten Pause gönnen, so Ulrich Kotzurs Überzeugung. 8.600

Mitglieder aus 88 Nationen gehören zur

Gemeinde, eine »bunt gemischte Truppe«

Ungewöhnliches sollen die Gäste erleben.

nennt sie der Pfarrer. »Bei uns ist jeden

gen, Vorträge, Konzerte und Chorauftritte

und lacht laut.

Abends sind Veranstaltungen wie Lesun-

.

Sonntag Karneval der Kulturen«, sagt er

Andechser Bräustüberl · 82346 Andechs ·

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bergecho 3 . 2012

|  veranstaltungen

Colloquium Benedictinum®

Auszug aus dem aktuellen Programm

▪▪ Philosophischer Lesekreis

▪▪ Florenz in der Neuzeit –

Montags, 14. Januar und 4. Februar 2013, 20 Uhr

Architektur und Stadtbaukunst

Mystik – von Meister Eckart bis Nikolaus

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 20 Uhr

Referenten: Dr. phil. Dr. theol. Richard

Florenz – als Zunftrepublik zu einem so-

»Die Suche nach Gott in der deutschen von Cues«

Schneider, Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

der Renaissance und des Barock (zwischen Manierismus und Spätbarock)

zialgeschichtlichen Modellfall im Mit-

telalter geworden! – gewann ab 1400 als

▪▪ Vorweihnachtlicher Besinnungstag

Ausgangspunkt der Renaissance epochale

Sonntag, 23. Dezember 2012, 15 bis 18 Uhr

turgeschichte und wurde nach 1500 zum

am 4. Adventssonntag 2012

Weihnachten – Botschaft der Engel

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

▪▪ Vorösterlicher Besinnungstag am Palmsonntag

Sonntag, 24. März 2013, 15 bis 18 Uhr

Die Erwartung der Karwoche:

Bedeutung für die abendländische Kul-

Entwicklungs­zentrum des Manierismus,

aus dem danach der Barock hervorgegan-

gen ist.Referent: Richard K. Blasy

▪▪ Caravaggio – und die Malerei der Barockzeit

Mittwoch, 16. Januar 2013, 20 Uhr

Das Schlimmste erwarten –

(Vorläufer und Werk Caravaggios)

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

(Der Caravaggismus in der Barockmalerei)

Das Allerbeste erwarten

Mittwoch, 20. Februar 2013, 20 Uhr

Michelangelo Merisi »da Caravaggio«

▪▪ »Wie heute von Gott sprechen –

Montags, 18. und 25. Februar, 4., 11., 18. und

Wegbereiter der Barockmalerei des

Unter vier Gesichtspunkten, wie Tod heu-

Während der österlichen Bußzeit 2013

Referent: Richard K. Blasy

Benedictinum in der Fastenzeit 2013 dieser

▪▪ Exerzitien im Alltag 2013 25. März 2013, 20 Uhr

werden wieder »Exerzitien im Alltag« in

(1571 – 1610) kann als der entscheidende

17. Jahrhunderts gelten.

Sankt Bonifaz angeboten. In der Betrieb-

▪▪ Qi-Gong – »Ruhe in der Bewegung –

einfach, Zeit zu finden, still zu werden,

Montag, 7. Januar bis 18. März 2013, 20 bis 21 Uhr

Wir werden uns in gemeinsamen Treffen

Es sind Übungen zur Entfaltung der

miteinander auf den Weg machen, um

tung und Kräftigung, zur Pflege der jedem

samkeit des Alltags ist es nicht immer

auf die kleinen Zeichen Gottes zu achten.

Bewegung in der Ruhe«

im Angesicht des Todes.«

te erlebt wird, will sich das Colloquium

Thematik annähern. »Sobald der Mensch

anfängt zu leben, hat er schon den ersten Schritt getan, einen Tanz mit dem Tod

zu wagen – früher oder später auf jeden

(10 Einheiten)

Fall.« So heißt es in einer Beschreibung

Selbstheilungskräfte, zur Gesunderhal-

Tod kommt zu jedem.« An der Grenze des

in unserem alltäglichen Leben Gott und

Menschen innewohnenden Lebensenergie.

unweigerlich die Frage nach dem Gren-

verwandeln zu lassen.

mann ausgeführt werden können.

und in täglicher, stiller Zeit der Besinnung

sein Wirken zu entdecken, uns von ihm

Es sind leichte Übungen, die von jeder-

eines mittelalterlichen Totentanzes: »Der

Lebens, die der Tod markiert, stellt sich

zenlosen und Ewigen, die Frage nach Gott.

Der Totentanz des Mittelalters war eine

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte bequeme Kleidung mitbringen.

Antwort – aber wie sprechen wir heute von

▪▪ Kontemplation

Tel.: 089/3243120, Gebühr: 80 Euro

loquium Benedictinum im Saal des Zent-

»An ruhige Wasser führt Er mich«

▪▪ Meditationstag – »Das Herz

zur Komplet um 19.30 Uhr in der Werk-

in Schweigemeditation

Samstag, 16. März 2013, 9 bis 13 Uhr

jeden Montag, 17.30 bis 19.30 Uhr

(Psalm 23,2) – Gemeinsames Üben

Leitung: Oskar Brandner

Leitung: Oskar Brandner,

ist von Natur aus ruhig« und 14 bis 17 Uhr

Einführung in stilles Sitzen und gegen-

standslose Meditation (aus der Tradition

christlicher Kontemplation und des Zen).

Leitung: Oskar Brandner,

Tel.: 089/3243120, Gebühr: 25 Euro

Gott im Angesicht des Todes? Vor dem Col-

rums Sankt Bonifaz herzliche Einladung

tagskirche.

26. Februar 2013, 20.00 Uhr

»Wie heute von Gott sprechen –

angesichts des plötzlichen Todes«

mit Dr. Andreas Müller-Cyran,

Abteilungs­leiter Krisenpastoral,

Erzdiözese München und Freising


bergecho 3 . 2012  |

5. März 2013, 20.00 Uhr

»Wie heute von Gott sprechen –

angesichts des lebenslangen Sterbens«

mit Prof. Dr. med. Eckhard Frick SJ,

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytiker 12. März 2013, 20.00 Uhr

»Wie heute von Gott sprechen –

angesichts des viel zu frühen Todes« mit Prof. Dr. Monika Führer,

Kinder­palliativzentrum am Klinikum der LMU München

19. März 2013, 20.00 Uhr

»Wie heute von Gott sprechen –

angesichts der Fragen nach dem sicheren Tod« mit P. Johannes Neuner OH, Seelsorger der Palliativstation im Krankenhaus

Johann Sebastian Bach

Weihnachts Oratorium Kantaten I-III

der Barmherzigen Brüder und Johannes-

Hospiz, München

Mozart Vokal Ensemble Orchester “Ensemble Lodron” München Leitung: Anton Ludwig Pfell

Konzert

Kloster Andechs Florian-Stadl

▪▪ Oratorium: Georg Friedrich

Händel (1685 – 1759): The Messiah Sonntag, 16. Dezember 2012, 16 Uhr,

22. Dezember 2012, 18.00 Uhr 23. Dezember 2012, 16.00 Uhr

Basilika Sankt Bonifaz

Solisten: Stiftskantorei Stankt Bonifaz,

Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters, Leitung: Martin Fleckenstein

Eintritt: 19 Euro, ermäßigt: 15 Euro

Vorverkauf

Tel. (08152) 376 - 400 www.andechs.de Tel. (089) 54 81 81 81 www.muenchenticket.de Tel. (08151) 293 41 Buchhandlung Greiner

I n f o r m at i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders an­ gegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

Veranstalter: Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Florianstadl, Bergstraße 2, 82346 Andechs. In Kooperation mit der Bayerischen Konzertdirektion, 80331 München, Tel. (08801) 2231.

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38

| 

bergecho 3 . 2012

|  veranstaltungen

Sehnsucht nach Gott Seminar für hauptamtliche Seelsorger vom 22. bis 26. April 2013 mit Dr. Georg Beirer

M

enschen sind heute immer häu-

Die pastorale Kurswoche folgt daher einer

oft vergeblich – nach Orientie-

1. Differenziertes Wahrnehmen und

figer verunsichert und suchen –

rung. Damit wächst die Sehnsucht des

Menschen. Er streckt sich aus nach einer

heilen Welt, nach Heimat, Halt und Geborgenheit, einem gelingenden Leben,

nach einem Gott, der das Heil auch garan-

tiert.

Diese Sehnsucht führt erst einmal vom

Menschen weg. Sie streckt nach dem aus,

der die Sehnsucht stillen kann. Dabei wird

dreifachen Orientierung:

Verstehen der Sehnsucht des heuti-

gen Menschen und der Bedeutung der Sehnsucht auf dem geistlichen Weg.

2. Die Gefährdungen des Weges durch

die Sehnsucht selbst und Aspekte zur

Unter­scheidung der Geister.

3. Aspekte zur konkreten Umsetzung und Gestaltung der (eigenen) Erfahrungen

und Erkenntnisse auf dem geistlichen

die Sehnsucht von konkreten Bildern und

Weg (geistliche Armut, Lassen Gottes,

lung der Mensch hofft. Käme die Antwort

Du und Gott hin) in das pastorale All-

Vorstellungen begleitet, auf deren Erfül-

auf diese Sehnsucht allein von außen, wäre der Mensch nicht mehr frei und müss-

innere Befreiung auf sich selbst, das tagshandeln.

.

te diese Antwort einfach hinnehmen bzw. sich ihr beugen und könnte sein Leben

letzten Endes nicht mehr frei und verantwortungsvoll gestalten.

Beginnt der Glaube mit einer tiefen

Sehnsucht, so kann eben diese Sehnsucht

den geistlichen Weg steinig und schwie-

rig werden lassen. Die Sehnsucht wird

I n f o r m at i o n beginn: Montag, 22. April 2013, 15 Uhr ende: Freitag, 26. April 2013, 13 Uhr teilnehmer: maximal 25 Personen

dann zur »Sucht« nach Gott, einem immer drängenderen Erwarten der Antwort auf

die selbst entworfenen Bilder der eigenen

»Halte mich nicht fest« – Der Weg des Glaubens: Die Wand­ lung der Sehnsucht in Liebe« ist Thema des Seminars mit Dr. Ge­ org Beirer vom 22. bis 26. April 2013 im Kloster Andechs. Es wen­ det sich vor allem an hauptamt­ liche Seelsorger. Im Mittelpunkt steht die Sehnsucht nach Gott als zentrale Erfahrung und Motivati­ on auf dem Weg der Menschwer­ dung. Der Referent, Dr. Georg Beirer, hat in Bamberg eine Praxis für therapeutische Theologie.

Sehnsucht. Diese Sucht macht anfällig für

Vertröstungen und ungenügende, vordergründige Antworten.

Bricht diese Sehnsucht zusammen,

beitrag: 193 Euro Seminargebühr inkl. Exkursion, 192 Euro Vollpension. Ermäßigung nach Rücksprache möglich. Vor Seminarbeginn bitte vollständigen Teilnehmerbeitrag in Höhe von 385 Euro überweisen auf

kann es zu schweren Glaubens- und Le-

benskrisen kommen. Hört man aber – oft

jahrelang – in die Stille hinein, erlernt

man mühsam, sich nicht aktiv auszustrecken und übt täglich das Offensein für

konto: Kloster Andechs – Nikolauskolleg Kto.-Nr.: 102 724 82, BLZ: 702 501 50 Kreissparkasse München-Starnberg-Ebers­ berg

Gott ein, kann man Befreiung erfahren.

In der gewonnenen inneren Freiheit kann Gott im und für den Menschen lebendig

werden. Das schmerzliche Loslassen der

Sehnsucht wandelt das Dasein in ein Le-

ben der Liebe. Wer den Weg des »Nicht-

anmeldung: Nikolauskolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Fax: 08152/376-267 oder nikolauskolleg@andechs.de

Festhaltens« in der Sehnsucht geht und

das Wagnis des »Sich-Lieben-Lassens« ein-

geht, lässt sich auf eine Wandlung in der Liebe Gottes ein.

anmeldeschluss: 22. Februar 2013


bergecho 3 . 2012  |

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Andechser Exerzitien 2013 Geistlicher Übungsweg für Menschen mit Führungsverantwortung

Die Andechser Exerzitien für Mana­ger bieten auch 2013 beruf­ lich stark engagierten Führungs­ kräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die Andechser Exerzitien. I n f o r m at i o n Andechser Exerzitien 2013 13. bis 17. Februar 2013 27. November bis 1. Dezember 2013

Andechser Bibelabende

D

ie Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg.

Die Teilnehmer sind während der

Exerzitien Gäste in der Klausur des Klos-

ters. Daher können an den Exerzitien nur

Männer teilnehmen.

Die Arbeitseinheiten der Andechser Ex-

erzitien leiten dazu an, die eigene Situati-

Die Teilnehmer treffen sich einmal

im Monat jeweils an einem Dienstagabend um 19 Uhr im Fürstentrakt des Klosters.

Gemeinsam lesen sie ausgewählte Texte

aus der Bibel und erarbeiten miteinander

und tauschen sich darüber aus, welche Be-

on als Führungskraft genauer zu betrach-

deutung die Texte für die Menschen zu bi-

aus der Bibel werden Führungssituationen

sagen haben.

ten. Anhand von ausgewählten Beispielen reflektiert und auf die eigene Lebens- und

.

blischer Zeit hatten und was sie heute zu

Unternehmenssituation übertragen.

Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht

die bewusste Lektüre der Benediktsregel.

Gespräche, Texte und Meditationen geben

TERM I NE

persönliche Besinnung und Neuorientie-

jeweils dienstags, 19.00 Uhr im Kloster Andechs – Fürstentrakt

Anregung und Anleitung für eine ganz

rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg

Anmeldung und Information: Kloster Andechs Tagungsmanagement, Elke Zeitler Tel.: 08152/376-279 Fax: 08152/376-239 seminare@andechs.de www.andechs.de

P

farrer Richard Tyroller setzt die Rei-

he der Andechser Bibelabende fort.

zu einer integrierten Lebensgestaltung

und Mitarbeiterführung sein. So können

die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete

.

(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und

Arbeitens gewinnen.

Krippenausstellung von Frater Stephan Janker

»Andechser Kindl« zu Gast auf dem Hohenpeißenberg. Frater Stephan Janker OSB stellt seine Klosterarbeiten in der Schatzkammer der Wallfahrtskirche in Hohen­ peißenberg aus: 16. 12. 2012 bis 3. 2. 2013 Öffnungszeiten Samstag, 14.00–16.00 Uhr, Sonntag, 13.30–16.00 Uhr, am Hl. Abend und Heilig-Dreikönig, 13.00–15.00 Uhr sowie nach der Christ­mette in der Heiligen Nacht Kontakt Rudolf Hochenauer, Mobil: 0151/14320383 Eintritt frei, (Spenden für die Renovierung der Gnadenkapelle werden entgegen genommen)

8. Januar 2013 5. Februar 2013 5. März 2013


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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Blick zurück und nach vorne –

mit Freude Erfolgreich und bunt – die Saison 2012 der Carl Orff-Festspiele Andechs

Kloster und Kultur – dieses Be­ griffspaar bedarf keiner Erläute­ rung, es ist nahezu ein Zwillings­ paar. Die Carl Orff-Festspiele, die das Kloster Andechs jährlich ausrichtet, haben eine weitere Saison vor tausenden Zuschauern präsentiert. Sie war erfolgreich, sie war bunt, sie war lebendig, sie bot Neues, ohne das Bewähr­ te aus dem Blick zu verlieren. Marcus Everding, Künstlerischer Leiter der Festspiele, blickt nicht nur zurück.

Z

weifelsohne galt das größte Augen-

DIE BERNAUERIN : Vertr autheit und Frische

schen Bühnenwerkes »Die Bernau-

Neu war die Andechser Orff �-Akademie

merk der Neuinszenierung des Orff-

erin«. Neu, so positiv das Wort besetzt ist, birgt doch immer Risiken, denn das die

»alte« Bernauerin schlecht angenommen

worden wäre, lässt sich wahrlich nicht be-

haupten. Dem Motto der Künstlerischen

Leitung folgend, aus dem Kontinuum eine

Novum zu schaffen, war schon die Beset-

des Münchner Rundfunkorchesters, die jedes Jahr mit anderen Musikern aufwartet, die in aufwendigem Probespiel von Mit-

gliedern des Münchner Rundfunkorches-

ters ausgewählt werden, bewährt und er-

probt die Musikalische Leitung von Chris-

tian von Gehren. Der alte Bühnenbildner,

zung geschuldet. Schauspieler der vergan-

Thomas Pekny, war auch der neue. Er-

Erfahrene »Bernauristen« trafen auf No-

Erfahrung und Aufbruch sich zu einer an-

sche, so ließe sich das zusammenfassen.

dramatische, politische und ethisch mo-

genen Jahre spielten mit neuen Kollegen. vizen des Werkes. Vertrautheit und Fri-

staunlich was herauskommt, wenn Kraft,

deren, einer neuen Sichtweise auf dieses

Gleiches trifft auch auf den neuformierten

tivierte Stück legen, in es hineinschauen,

in dem sich nach erfolgreichem Vorsingen

likum zu ergreifen und zu begeistern. Das

sammenfanden, um sich der gewaltigen

abgelesen werden: die vielen Gespräche

Festspielchor unter Christian Meister zu,

altgediente wie neugeworbene Sänger zu-

Aufgabe für einen Chor in diesem Stück zu stellen.

mit ihm zusammenwachsen, um das Pubdies gelungen ist konnte an zwei Faktoren der Zuschauer nach der Aufführung, und der enorme Andrang, der alles übertraf,

was im Vorfeld erwartet wurde. Es war ein

großartiger Abschluss der Festspiele und

Beweis für lebendig gelebte Orff Tradition am Heiligen Berg.


bergecho 3 . 2012  |

DIE KLUGE : Gefundene s vertief t Doch gab es ja noch mehr in dieser Saison

2012. Sie begann mit einer Wiederaufnahme mit Orffs politisch poetischem Mär-

chenmusiktheater »Die Kluge«. Die Beset-

nicht allein um Paradeglanz gehen, diese Konzerte sind keine Wunschkonzerte

mit Carmen Ouvertüre. Die nicht zu recht

aus dem Blick geratenen Zeitgenossen und

Lehrer Orffs dem Publikum nahezubrin-

zung des Jahres 2011, mit einer Ausnahme

gen ist ein erklärtes Ziel dieser Konzerte,

Proben, und entdeckte, dass es im Jahr

des Orff Lehrers Heinrich Kaminski.

des dritten Strolches traf sich wieder zu

zwei immer wieder Neues zu entdecken

eindrucksvoll bewiesen mit der Passion Zum Schluss dieses Blicks zurück in

gibt, das auch das Vertiefen von bereits

Freude soll etwas Schönes und Trauriges

eigene Phantasie bedeuten kann. Für das

storben. Das ist traurig. Regen Anteil hat

Gefundenem eine aufregende Reise in die

Festspielorchester unter Christian von

stehen: Lieselotte Orff ist vor kurzem versie in den letzten Jahren an den Festspie-

Gehren war es allerdings eine Premiere,

len genommen, sie wird fehlen. Das Schö-

siksprachwelt der Orffschen Klugen.

Jahr noch geschafft, diese gemocht und

auch »Wiederkommer« befanden, wie

feier einen ganz eigenen Abschied genom-

ein erstes Begegnen mit der Ton und MuErfreulich war, dass sich im Publikum

auch viele junge Menschen, nachgerade

Kinder, was das Ensemble deutlich positiv spüren konnte, als es der Carl Orff Grundschule in Erling einen kreativen Besuch

abstattete. Orffs Werk, gerade die Mär-

chenstücke, sind alles andere als exklusiv, sie schließen ein, wer kommen möchte.

Sie umfangen, faszinieren, bezaubern ei-

nen jeden, gleichgültig ob Professor oder Grundschüler.

Konzert de s Münchner Rundfunkorche sters – Blick auf Zeitgenossen und Lehrer Orffs Mittlerweile zum vierten Male gastierte das Münchner Rundfunkorchester un-

ter seinem Künstlerischen Leiter Prof. Ulf

Schirmer bei den Festspielen. Die Aufgabe,

die sich diese Konzerte stellen, ist nicht

leicht, auf den ersten Blick vielleicht auch nicht attraktiv. Doch darf es in der Kunst

ne? Zur Bernauerin hat sie es in diesem

mit einem letzten Tanz auf der Premierenmen.

Wir alle freuen uns auf die kommen-

de Saison, planen sie, nehmen sie in den

Blick, und hoffen inständig auf alle Wiederkommenden, alle Neuankömmlinge, und wie auch immer einzuordnen, Sie,

.

die Leser dieses Blickes zurück wie nach

vorne.

41


42

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Ruhe gefunden – Kraft geschöpft

Einmal heraus aus dem Alltag – aus Schule, Arbeit, Studium und anderen persönlichen Verpflich­ tungen. Diese Einladung war für zwölf Jugendliche Grund genug, an den diesjährigen Einkehrtagen für junge Männer im Kloster Andechs teilzunehmen. Simon Reich, einer der nicht zum ersten Mal dabei war, blickt auf die Tage im August 2012 zurück.

Rückblick auf die Einkehrtage für junge Männer 2012

I

ch bin einer der zwölf Teilnehmer, die die Jugendwoche Anfang August die-

sen Jahres nutzten, um aus dem Alltag

zu entfliehen und beim benediktinischen

Tagesrhythmus Ruhe zu finden und Kraft zu schöpfen. Eine Woche lang durften

wir die Gastfreundschaft des Konvents genießen und im Kloster mitleben. Durch Gebete, Gespräche, Arbeitseinsätze und

tägliche Impulse erhielten wir Einblick

in gelebtes Mönchtum sowie benediktinische Spiritualität. Nachmittags verbrach-

ten wir gemeinsame Zeit mit Ausflügen

an den Wörthsee, nach Sankt Bonifaz in

München, in das Kloster Schäftlarn und

sprachen mit dem ehemaligen Münchner

Rabbi Langnas. Häufig gab es die Möglich-

keit, sich mit den Mönchen oder anderen

Teilnehmern zu unterhalten und diese besser kennenzulernen.


bergecho 3 . 2012  |

Schon l ange auf diese Auszeit gefreut

I n f o r m at i o n

Da ich bereits im Vorjahr Teilnehmer der

Jugendwoche war, wusste ich, was mich

in diesem Jahr in Andechs erwartet. Des-

halb habe ich mich schon lange auf diese

Auszeit im Kloster gefreut, bei der Mensch und Gemeinschaft im Mittelpunkt ste-

hen. Durch die zentrale Bedeutung des

Mit­einanders wurde die Jugendwoche mit den anderen Teilnehmer – trotz vielem

Ähnlichen – zu einem neuen Erlebnis. Viele schon bekannte Erfahrungen habe ich dank der neuen Gruppe aus einem ande-

ren Blickwinkel erlebt. Daneben gab es

auch ein paar Programmänderungen, die

eine weitere schöne Abwechslung darstell-

ten. Zum Glück blieben die Einkehrtage

im Flug und da ich die Zeit genossen habe,

wäre ich gerne noch eine weitere Woche

aber trotzdem noch das, was sie waren:

geblieben.

der ich Abstand von meinem Alltag gewin-

München herzlichen Dank von allen Teil-

die zahlreichen Gespräche habe ich die

die Organisation der Einkehrtage. Die

eine kurzweilige und erholsame Zeit, in

nen und Kraft schöpfen konnte. Durch

Den Benediktinern aus Andechs und

nehmern für ihre Gastfreundschaft und

anderen Teilnehmer sowie unsere Gastge-

gemeinsam verbrachte Jugendwoche war

sierte, humorvolle Menschen kennen und

die wir in guter Erinnerung behalten wer-

ber als aufmerksame Zuhörer und interesschätzen gelernt. Die Tage vergingen wie

eine sehr schöne und bereichernde Zeit, den.

.

Auch im Jahr 2013, vom 3. bis 10. August, bieten die Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs Tage im Kloster Andechs für junge Männer an. Das Angebot richtet sich an alle interessierten jungen Männer von 16 bis 26 Jahre, die bereit sind, sich für eine Woche auf ein Leben im Kloster Andechs einzulassen, um benedik­ tinische Spiri­tualität kennen zu lernen und den eigenen Lebensweg gemeinsam mit anderen jungen Männern zu überdenken. Die eigene Weltanschauung und Kirchen­ zugehörigkeit stellen dabei keine Aufnah­ mekriterien dar. Die Mönche stehen in dieser Woche, wenn gewünscht, auch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Für Rückfragen und Anmeldungen wenden Sie sich an Fr. Lukas Essendorfer unter fol­ genden Kontaktdaten: Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstraße 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112, Fax: 089/55171-103 rasch@sankt-bonifaz.de

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44

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Licht bezeugt den Glauben Treffen der bayerischen Wachszieher-Innung auf dem Heiligen Berg Andechs

S

eit alter Zeit bereichert die Kerze mit

ihrer warmen Flamme religiöse Feiern. Die Kerze zieht Menschen an,

wo immer sie brennt, denn von alters her

hatte der Mensch Sehnsucht nach Licht.

Dies ist in der Andechser Wallfahrtskirche besonders beeindruckend zu erleben. Die

Menschen spenden Kerzen oder entzünden sie in der Versöhnungskapelle, um ihr An-

liegen mit dem Symbol einer brennenden Kerze zu verstärken, denn Licht ist Glau-

be. Kerzen sind seit jeher mehr als nur Be-

leuchtung. Sie stehen für Jesus Christus, das »Licht der Welt«.

Die Kerze ist auch heute noch mit ih-

rer ganzen Bedeutungsvielfalt mit dem

Lebenslauf des Menschen verbunden. Einbezogen in die freudigen, festlichen aber

auch traurigen Ereignisse menschlichen

Lebens ist der alte »Kerzenlicht-Kreislauf«

noch immer existent. Er beginnt mit dem

Lebenslicht und führt über Tauf-, Kom-

munion- und Hochzeitskerzen bis hin zur Sterbekerze.

Die Kerzeninnung hat erkannt, dass

es von großem Vorteil ist, wenn sich alle

Mitglieder der Innung im Rahmen einer

Vollversammlung mit beruflich Gleich­ gesinnten – in ungezwungener Atmos­

phäre – über gemeinsame, wirtschaftliche

Rund 100 Teilnehmer waren zur Vollversammlung der bayerischen Wachszieher-Innung nach Andechs gekommen. Aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz folgten die Kerzenhersteller dem Ruf der Kerzeninnung, um die eindrucks­ volle Atmos­phäre auf Bayerns »Heiligem Berg« zu erleben. Die Kerzen­hersteller sind mit ihrer Wachszieherkunst seit Jahrhun­ derten eng mit der Kirche und dem religiösen Brauchtum verbunden. Wolfgang Reich berichtet über das Treffen.

Interessen, Fragen des Berufsnachwuch-

ses, der Werbung, der Qualitätskerze und über die Symbolkraft der Kerze in der Kir-

che austauschen.

P. Valentin begrüßte die Gäste und hat

den Anwesenden über den Ursprung und

die Bedeutung von Andechs berichtet. Der

Landesinnungsmeister Stephan Zimmer-

mann überreichte P. Valentin eine schöne, echte Kerze, die von einer Wachsbildner-

meisterin mit dem Benediktuskreuz verziert wurde.

Nach der Versammlung in den Ta-

gungsräumen des Klosters und dem Be-

such der Wallfahrtskirche haben alle im

Braustüberl die Gastfreundschaft der Benediktiner genossen. Die meisten Teil-

nehmer nutzten das schöne Wetter aus

und sind zu Fuß zurück nach Herrsching

.

gewandert, wo die Teilnehmer untergebracht waren.

B e n e di k t u s k r e uz Das Benediktuskreuz zählt mit zu den äl­ testen Andachtsgegenständen der Kirche. Heute ist es auf der ganzen Erde verbreitet. Durch das Kreuzzeichen brachte der Heilige Benedikt in Vicovaro den Giftbecher, den man ihm zum Trinken gereicht hatte, zum Zerspringen. Häufig wird das Böse dabei in Gestalt einer Schlange dargestellt, die aus dem Becher herauskriecht. Eine solche Dar­ stellung des Heiligen Benedikt findet sich auch auf der linken Seite des oberen Hoch­ altares und am linken vorderen Seitenaltar der Andechser Wallfahrtskirche. Die vier Buchstaben in den Ecken des Kreuzes: CSPB, Crux Sancti Patris Benedic­ ti, weisen es als Kreuz des Heiligen Vaters Benedikt aus. Im Längsbalken befinden sich die Buchstaben CSSML: Crux Sancta Sit Mihi Lux (Das heilige Kreuz sei mir Licht); im Querbalken steht NDSMD: Non Draco Sit Mihi Dux (Nicht der Drache [also das Böse] sei mir Führer). Im Kreis um das Kreuz erscheinen von rechts oben im Uhrzeigersinn folgende Buchstaben: VRSN-SMV: Vade Retro Satana, Non Suade Mihi Vana (Weiche zurück Satan, rate mir nichts Eitles!) sowie: SMQ-LIVB: Sunt Mala, Quae Libas. Ipse Venenum Bibas (Schlecht ist, was du mir einträufelst. Trink das Gift selber). Wenn das Kreuz auf einer Medaille abge­ bildet ist, zeigt die Rückseite den heiligen Benedikt mit dem Kreuz in der Rechten und der Regel in der Linken. Die Inschrift dazu lautet: Eius in obitu nostro praesentia mu­ niamur (Dass wir bei unserem Hinscheiden durch seine Gegenwart gestärkt werden).


bergecho 3 . 2012  |

Gebete Gespräche Gastfreundschaft Rückblick auf die Tage für Männer vom 5. bis 7. Oktober 2012

I n f o r m at i o n Tage für Männer Freitag, 8. 3. bis Sonntag, 10. 3. 2013, Freitag, 4. 10. bis Sonntag, 6. 10. 2013 Unter dem Motto: »Damit alles zur rechten Zeit geschieht«, ein Zitat aus dem 47. Kapi­ tel der Benediktsregel, laden die Mönche auch 2013 wieder zu Tagen für Männer ab 35 Jahren ins Kloster Andechs ein.

Zweimal im Jahr finden Sie statt: die Tage für Männer. Kaum aus­ geschrieben, sind sie häufig auch schon ausgebucht. Was macht die Faszination dieser Tage aus? Eberhard Meier aus Amberg hat an den Tagen für Männer im Oktober teilgenommen und skizziert eine Antwort.

I

m Andechser Bergecho waren sie ange-

Klostergarten von Sankt Bonifaz bei Bre-

habe dieses Angebot wahrgenommen

tagvormittag der Gottesdienst in der Wall-

boten: Tage für Männer im Kloster. Ich

– zusammen mit sieben Gleichgesinnten.

Wie es war? Bemerkenswert, erstaunlich, faszinierend!

Zusammen mit den Patres und Fratres

haben wir gemeinsam das Stundengebet

gehalten um 7 Uhr früh, um 12 Uhr mit-

tags und um 18 Uhr abends – viel Zeit der

Ruhe, Entspannung und Meditation. Zwischendurch Gesprächsrunden und lebhaf-

te Diskussionen mit den Mönchen. Bemer-

kenswert auch die große Gastfreundschaft mit exzellenter Verpflegung. Faszinierend

die Freundlichkeit, ja der Frohsinn der Pa-

tres und Fratres.

Die »Highlights« – das war am Samstag

zen und Andechser Getränken; am Sonn-

fahrtskirche von Kloster Andechs, zeleb-

riert von Abt Johannes, der auch erneut

predigte, umrahmt von einem Chor mit

Harfenmusik aus Ruhpolding und als weiterer Höhepunkt am Freitag- und Sams-

tagabend nach Beendigung des offiziellen

Programms: ein gemütliches Beisammensein mit den Mönchen im Benediktus-

Stüberl von Fr. Lambert mit dem guten

Andechser Hellen, Dunklen und Weißbier vom Fass.

Insgesamt ein großartiges, nachhalti-

ges Erlebnis. Ein herzliches Dankeschön und Vergelt’s Gott an die Menschen, die

uns begleitet haben, insbesondere an die

die Einladung nach Sankt Bonifaz in Mün-

Fratres bzw. Patres Lambert, Wolfgang,

Lukas mit einem feierlichen Gottesdienst,

Dank übergaben wir zum Abschied ge-

chen zur Feier der ewigen Profess von Fr.

einer eindrucksvollen Predigt von Abt Jo-

hannes und anschließend einem gemütlichen Beisammensein im wunderschönen

Markus, Anno und an Abt Johannes. Als meinsam eine kleine Geldspende zu Guns-

.

ten der Obdachlosenhilfe im Haneberg-

haus von Sankt Bonifaz in München.

Die Zeit möchte anregen, die Benediktsre­ gel als eine persönliche Anleitung zum maß­ vollen Leben kennen zu lernen. Es besteht die Möglichkeit, den Tagesrhythmus der Mönche mit zu leben und sich gemeinsam mit ihnen auf den Sonntag vorzubereiten. Der hl. Benedikt schreibt im Kapitel 53 seiner Regel: »Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus«. Gastfreundschaft hat auf dem Hl. Berg viele Gesichter. Durch gemeinsames Gebet, geistlichen Gesang, Gespräche, Meditatio­ nen und gemeinsame Mahlzeiten erleben die Teilnehmer alle Facetten benediktini­ scher Gastfreundschaft. beginn: 17 Uhr ende: nach dem Mittagessen teilnehmeranzahl: max. 12 Personen teilnehmerbeitrag: 100 Euro Unter­ kunft inkl. Übernachtung und Vollpension Bitte vor Veranstaltungsbeginn überweisen auf konto: Kloster Andechs – Nikolaus-Kolleg Kto.-Nr.: 102 724 82, BLZ: 702 501 50 Kreissparkasse München-Starnberg kontakt und anmeldung Kloster Andechs Tel.: 08152/376-253, Fax: 08152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Großes Familienfest Über 8.000 Besucher beim Kinder- und Familientag 2012


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So viele Besucher wie noch nie seit 2005 lockte der Andechser Familientag am 3. Oktober bei sommerlichen Temperaturen auf den Heiligen Berg. Besonders beliebt und gesucht war die mo­ bile Seilbahn, wo Kinder gemüt­ lich oder schneller rund 150 Me­ ter über den Heiligen Berg sau­ sen konnten. Zwischen 10 und 17 Uhr warteten hier Groß und Klein sehr geduldig. Auch der 60 Meter hohe Teleskop-Kran, der schon im Vorjahr dabei war, erwies sich wieder als Publi­ kumsmagnet. Fast ohne Unter­ brechung verschaffte er Jung und Alt einen ganz besonderen Blick auf den Heiligen Berg und seine Umgebung.

E

rstmals lud heuer Marcus Ever-

ding, der Künstlerische Leiter der

Carl Orff-Festspiele Andechs, unter

zu finden. Im Ernstfall kann ein Hund

50.000 Quadratmeter in einer knappen Stunde absuchen. Die beiden Vorfüh-

dem Motto »Auf die Bühne bitte«, in den

rungen wurden mit viel Applaus bedacht

dern und Erwachsenen Carl Orffs Bühnen-

Gefähr­ten lieber aus der Entfernung sieht,

Florian-Stadl ein. Hier erschloss er KinMärchenwelt, erklärte, wie ein Theater

funktioniert, ließ über

50 Scheinwerfer auf-

blitzen und hautnah

erleben, was auf und besonders hinter der

und auch mancher, der sonst die felligen

Schon früh am Vormittag

hatte sich an den immer be­

gehrten Bungee-Trampolins

lange Schlangen gebildet

Bühne während der

wagte es, Luke dann doch zu streicheln.

Schon früh am Vor-

mittag hatten sich an

den immer begehrten

Bungee-Trampolins

lange Schlangen gebildet, auch wenn in die-

Vorführung möglichst geräuschlos passie-

sem Jahr zwei statt ein Bungee-Trampolin

ren überaus gut besucht und machten Lust

das Vergnügen, als man dann endlich in

ren muss. Seine zwei »Vorstellungen« wa-

auf »mehr Orff«.

Ein besonderer Gast auf dem Andech-

ser Kinder- und Familientag war in diesem

Jahr die Rettungshundestaffel aus Starn-

berg. Trotz des großen Andrangs und Tru-

zur Verfügung standen. Umso größer war

den Gurt steigen konnte. Dann zeigten

viele Saltokünstler ihr wahres Können.

Mehr als ein Dutzend Übersch­läge waren da keine Seltenheit.

Im Florian-Stadl verwandelten sich

bels waren Bordercollie Luke und Gefähr-

Bierfilze wieder in kleine Kunstwerke.

auf jedes Kommando. »Wir sind froh, uns

station wurde sofort angenommen und

ten konzentriert bei der Sache und hörten

hier in diesem Rahmen vorstellen zu können«, so Betreuerin Connie Rosenberg,

Die hier erstmals eingerichtete Schmink­ schnell bevölkerten bunte Tier-, Fabel-

und Fantasiewesen auf Kindergesichter

»erfüllen wir doch sonst unseren Auftrag

den Klosterberg. Am Klosterweiher gaben

diesem Falle meist, eine vermisste Person

tung von Herrn Schetterer ein Stelldichein.

oft ohne Öffentlichkeit«. Auftrag heißt in

sich begeisterte Jung-Angler unter Anlei-

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Die Klostermetzgerei sorgte mit Würs-

teln, Steaks und anderen Grill-Spezialitäten fürs leibliche Wohl. Andechser Klos-

terbiere und die Andechser Alkoholfreien fehlten ebenso wenig wie eine zünftige

Blasmusik mit der Blaskapelle Erling-AnHüpfburg und Glücksräder waren fast oh-

ne Pause frequentiert. Geduldig verteilten

Fr. Wolfgang und Fr. Markus kleine und große Gewinne.

Im Florian-Stadl zeigten Trachtengrup-

pen ihr Können. Fr. Lambert moderierte

dechs.

Zugunsten der Obdachlosenarbeit im

Haneberghaus der Abtei Sankt Bonifaz ver-

kauften die Mitarbeiter von Fr. Emmanuel

Pommes frites. Kaffee und Kuchen gab es

wie jedes Jahr zuverlässig bei den Andechser Landfrauen im Pferdestall. Auch der

auch in diesem Jahr und brachte manchen

Büchermarkt in der Alten Apotheke freute

weit davon entfernt zeigten die Hopfenzu-

te den Erlös an Projekte der Missionsbene-

von den Kleinsten ganz groß raus. Nicht

pfer aus der Hallertau, was man aus Hopfen – außer einem guten Bier – noch alles

machen kann. Die Jugend der Freiwilli-

gen Feuerwehr Erling-Andechs bot mit

dem Kübelspritzen großen Spaß und auch

gleich das passende Eis dazu an.

Obendrein half der örtliche Feuerwehr-

nachwuchs auch, die langen Schlangen beim Tragelklettern mit einem histori-

schen Feuerwehrleiterwagen aus Peiting

zu bewältigen. Immer wieder gab es Sze-

nenapplaus für die Buben und Mädel, die es schafften, 15 und mehr Tragel überei-

nander zu stapeln, ohne in luftiger Höhe das Gleichgewicht zu verlieren.

Rund um den Maibaum unterhalb des

Bräustüberls fanden die Kleinsten bei Tra-

gelrutschen und Riesenlego viel Platz zum Spielen und Toben. Die Machtlfinger Bo-

genschützen halfen vielen jungen Hobby-

schützen, ihre Treffsicherheit zu erhöhen.

Als Belohnung gab es – nach gut Tell’scher Manier – einen Apfel.

sich über einen regen Zuspruch und stifte-

diktinerinnen von Tutzing.

martin glaab

.


bergecho 3 . 2012  |

Vielseitiges Engagement der Mönche Ausstellung über die Abtei St. Bonifaz in den Geschäftsräumen der Kreissparkasse in Markt Schwaben und Deisenhofen

Freuen sich über eine vielseitige Ausstellung

Von Wallfahrt und spiritueller Einkehr über soziales und kul­ turelles Engagement bis hin zum erfolgreichen Gastrono­ miebetrieb: Die Benediktiner­ abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs ist ein modernes Kloster, das mit der Region und den Menschen eng verbun­ den ist. Den vielen Facetten des Kloster­lebens widmete sich eine Wanderausstellung in den Ge­ schäftsstellen der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg in Markt Schwaben und Deisen­ hofen.

Z

ur Eröffnung der Ausstellungen im September und Oktober besuchte

Frater Emmanuel Rotter die Kreis-

sparkasse. Unter dem Titel »Mönche in

(v.l.n.r): Florian Weißmann, Leiter der Geschäftsstelle Markt Schwaben; Frater Emmanuel, Prior in St. Bonifaz und Leiter der Münchner Obdach­ losenhilfe sowie Anton Schweiger, stellvertreten­ der Regionalleiter.

der Stadt – Kloster auf dem Berg« vermit-

telt die Ausstellung vielseitige Eindrücke

eines lebendigen Klosters und bietet eine

anschauliche Interpretation des benediktinischen Leitwortes »ora et labora« – »bete und arbeite«.

Zehn Ausstellungstafeln begleiten den

Besucher vom seelsorglichen Engagement der Mönche bis zum Landwirtschaftsbe-

trieb des Klosters in Andechs. Prägnante

I n f o r m at i o n Die Ausstellung »Mönche in der Stadt – Kloster auf dem Land« kommt auch gerne für eine Zeit zu Ihnen.

Bilder und Texte geben einen Einblick in

das vielfältige pastorale, kulturelle und soziale Engagement der Benediktiner. Diese

sind etwa seelsorglich in der Stadt und auf

dem Land aktiv und engagieren sich in der

.

Obdachlosenhilfe für Menschen ohne fes-

ten Wohnsitz.

Für Anfragen steht Martin Glaab unter Telefon 08152/376-290 oder per E-Mail unter pr@andechs.de gerne zur Verfügung.

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bergecho 3 . 2012

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Künstlerischer Kettensägen-Sound Rückblick auf das Symposium »Kunst und Bier« im August 2012

»Das erste Rezept« von Heike Endemann

Z

um festen Veranstaltungsprogramm

gehört das Symposium »Kunst und Bier« schon seit Jahren. Dabei ent-

stehen immer wieder ganz eigene und

besondere Interpretationen zum Thema

»Kunst und Bier«. Wer zwischen Mitte

und Ende August am Heiligen Berg zu Gast

war, wurde schon allein akustisch auf

Die drei Künstler (v.l.n.r.): Reinhard Osiander aus Bremen, Heike Endemann aus Radolfzell und Johan­ nes Rößle aus Dießen

die Arbeiten aufmerksam: Künstlerischer

Ketten­sägen-Sound ist eben nicht jeden

Tag und überall zu vernehmen.

Neugierig und doch in respektvollem

Vom wechselhaften Wetter ha­ ben sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Künstler, die Mitarbeiter, die Besucher und die Kinder. Am Ende standen Sonnenschein und: neue Kunst­ werke unterhalb des Andechser Bräustüberls am Maibaumplatz. Der entwickelt sich immer mehr zu einem ansehnlichen Skulp­ turenpark, dank des gemeinsa­ men Engagements von Georg Zentgraf-Stiftung, Gemeinde An­ dechs und Kloster Andechs.

Abstand, sobald die Kettensägen ihr Werk begannen, verfolgten Hunderte von Besu-

cher des Heiligen Berges das Symposium

und erlebten »Kunst im Entstehen«. Nicht

immer und nicht immer gerne lassen sich

ja Künstler bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Eine Distanz, die aber bei

»Kunst und Bier« in Andechs noch nie zu

spüren war. So boten »Kunstpausen« auch

immer Gelegenheit, über das rotweiße

Absperrband hinweg mit den Bildhauern ins Gespräch zu kommen. Und da wurde

keine Frage ausgespart: von der Technik

des Kettensägens bis hin zu künstlerischer

Intention und ob und wie man von Kunst

heute überhaupt leben kann. Eben KunstHandwerk im besten Sinne des Wortes: Kunst mit Händen zu greifen.


bergecho 3 . 2012  |

Ein »Andechser« von Johannes Rößle

Offen und aufgeschlossen steht auch

»Blaskapelle auf Stelen« von Reinhard Osiander

und Bildhauer Heike Endemann aus Ra-

zwei Meter hohen »Andechser« aus Holz.

Abt Johannes zum Symposium: »Klöster

dolfzell, Reinhard Osiander aus Bremen

Obwohl kaum mit Gestik versehen und

gewesen. Aber Klöster haben auch immer

mersee. Reinhard Osiander schuf die

Skulptur doch Kraft und Dynamik verspü-

sind immer schon Träger von Tradition

wieder Entwicklungen in der Kunst früh-

zeitig aufgegriffen und gefördert. In dieser

Tradition leben wir hier in Andechs und

pflegen die Carl Orff-Festspiele, aber auch

die Begegnung mit den Künstlern unse-

rer Tage, zum Beispiel beim Symposium

›Kunst und Bier‹ «.

Zufrieden blickt auch Hubert Huber,

der im Auftrag der Georg Zentgraf-Stif-

tung das Symposium auch in diesem Jahr organisiert und geleitet hat, auf die Sai-

son 2012 zurück: »Wir haben hier für die

Kunst und ihre Realisierung ideale Rah-

menbedingungen gefunden und werden

von allen Partnern tatkräftig unterstützt.«

Besondere Freude bereitete den Künstlern dieses Jahr auch wieder das Arbeiten mit

Kindern zwischen 7 und 11 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde

Andechs. »Es beeindruckt mich jedes Mal wieder, wie viel Ideen und Kreativität die

Jungs und Mädels entwickeln, wenn man ihnen nur ein paar Handgriffe und Kniffe zeigt«, so Hubert Huber.

Die Kunstwerke wurden natürlich

auch fertig und am Ende des Symposi-

ums entsprechend gewürdigt und gefei-

ert. Mittendrin in der Feier bei dann doch

versöhnlichem Sonnenschein die Künstler

und Johannes Rößle aus Dießen am Am-

»Blaskapelle auf Stelen«, die beim Betrach-

scheinbar gebannt im Moment, lässt die

ren. Ein echter »Andechser« eben. Alle

ten fast zu hören ist. Heike Endemanns

Kunstwerke sind mindestens in den kom-

sich mit fast vier Metern Höhe mächtig

besichtigen.

Stele »Das erste Rezept« aus Eiche reckt

aus dem Skulpturenpark. Johannes Röß-

le sägte, schälte und schnitt einen rund

.

menden drei Jahren am Heiligen Berg zu

martin glaab

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|  panorama

Benediktinerabtei Ottobeuren – ein TeDeum Freundeskreis des Klosters Andechs besucht Ottobeuren

Von einem beeindruckenden Besuch des Freundeskreises des Klosters Andechs bei den Benediktinern von Ottobeuren berichtet Ameli Erhard.

Das Kloster erlangte im Lauf seiner

Geschichte die »Reichsunmittelbarkeit«,

das heißt, sein Gebiet war innerhalb des

deutschen Reiches unabhängig und allein dem Kaiser verpflichtet. Der kleine Klos-

I

uns. Die mächtige Abteikirche von

Ottobeuren mit der Portal-Inschrift

»Haus Gottes und Himmels Porten«. Rund 50 Mitglieder des Freundeskreises des

Klosters Andechs haben sich nach Otto-

beuren aufgemacht und erleben auf Ver-

mittlung von Fr. Lambert eine exklusive

und unvergessliche Führung mit Abt Pau-

lus Maria Weigele.

Von Beginn an ist seine große Verbun-

1766, auf dem Abt Rupert II. Neß zu sehen

ist, ebenso die Kirche mit Kloster. Von der dunkleren Vorhalle gelangen wir in den

lichtdurchfluteten Kirchenraum, bewun-

als Ottobeuren an Bayern fiel, nachhaltig

diktinerhimmel« über dem Langhaus. Am

vom Kloster geprägt. Noch heute existie-

dern nicht nur das Deckenfresko »Bene-

jeweiligen Fuß der Vierungspfeiler sind

ren hier die Reliquien des hl. Alexander

Altäre, die den Heiligen geweiht sind, die

führte der selige Abt Rupert die Hirsauer

Maß, Tapferkeit und Gerechtigkeit bei-

und des hl. Theodor. Im 12. Jahrhundert

Reform ein und erneuerte das klösterliche

Leben. Unter seinem Nachfolger blühte

dann eine Schreibschule, deren bedeuten-

die vier menschlichen Tugenden Klugheit, spielhaft verkörpern. Geschaffen hat diese

der Bildhauer Johann Joseph Christian. Sei-

ne Werke vermitteln eine außerordentliche

de Buchmalereien heute leider nicht mehr

Lebendigkeit. Auf seinem Schutzengelaltar

erlebte das Kloster im 16. Jahrhundert, als

ein Zeugnis der deutsch-englischen Ver-

am Ort zu sehen sind. Eine zweite Blüte

es ein Zentrum des süddeutschen Huma-

denheit mit diesem Gotteshaus, der Ba-

nismus wurde und schon früh eine Dru-

Klosteranlagen und deren fast 1250 Jahre

hat das Kloster schwer gelitten. Aber unter

silika Sankt Alexander und Theodor, den

uns das Deckenfresko zur 1000-Jahr-Feier

terstaat – Ottobeuren und 27 Dörfer des

Umlandes – wurde so bis zum Jahr 1802, n vollem Sonnenschein liegt sie vor

Marienorgel in den Kirchenraum. Er zeigt

ckerei betrieb. Im Dreißigjährigen Krieg

ist das Nagelkreuz von Coventry zu finden,

söhnung nach dem 2.Weltkrieg, das im Jubiläumsjahr 1964 nach Ottobeuren kam.

Ein anderer Blickfang ist der Kreuzal-

tar. Der romanische Christus am Kreuz

dauernden Geschichte spürbar. Er kennt

Abt Rupert II. Neß blühte es im 18. Jahr-

kann für die gesamte Abtei stehen. For-

dung des Klosters im 8. Jahrhundert bis

der gesamten Klosteranlage. Man kann

in seinen Maßen den Achsmaßen der ge-

Kraft, Glaube, Überzeugung und Wissen

Achsenknicks der Kirche. Das geneigte

schen Escorial«, zugrunde liegen.

für Christus selber ist, das Kloster ist der

die Geschichte des Ortes, von der Grün-

hundert auf. Er plante die Neuerrichtung

heute. Lebendig wird diese Geschichte un-

heute noch erahnen, welch gewaltige

schichten, die er einflicht und die deutlich

diesem Gesamtkunstwerk, dem »schwäbi-

ter seinem Erzählen durch die vielen Gemachen, dass die Mönche die »stabilitas

loci«, die Beständigkeit, als klösterliche Gemeinschaft sehr gelungen gestalten.

Abt Paulus führt uns inzwischen vom

Nordportal unter der Orgelempore der

mal wie proportional ist das Gnadenkreuz samten Abtei gleich, einschließlich des

Haupt verkörpert die Kirche, die Symbol

Leib, die Ökonomiegebäude sind die Fü-

ße, die wirtschaftliche Basis. Abt Paulus


bergecho 3 . 2012  |

berichtet, dass in dem Christuskörper ein

Aufzeichnung des Andechser Mönchs Pla-

aus dem die Dunkelheit dieser Zeit noch

te: » (…) Wir wurden mit aller Liebe und

Zettel aus dem Jahr 1937 gefunden wurde, deutlich herauszulesen ist. Der Kreis der

Umsicht empfangen, und aufs herrlichste

dem Hochaltarbild und seinen Stuckalle-

ich noch kein prächtigeres Kloster als Ot-

Glaubensaussagen aber schließt sich mit

gorien Glaube, Liebe, Hoffnung.

Die Baumeister der Abtei entwickelten

unterhalten Was mich anlanget, so hab

tobeuren gesehen …«

Nach der Säkularisation 1802 blieben

viele Vorschläge zur weiteren Gestaltung.

die Mönche Ottobeuren treu. Sie ließen

waren unter vielen anderen Dominikus

König Ludwig I. 1834 einen Neuanfang

Die Pläne füllen die Archive der Abtei. Es

Zimmermann, Simpert Kraemer und end-

lich Johann Michael Fischer. Durch sie

wurde die Innenausstattung vom Spätba-

sich nicht vertreiben, so dass man unter

wagen konnte. Seit 1918 ist Ottobeuren

wieder selbständige Abtei. Papst Pius XI.

schließlich verlieh 1926 der Klosterkirche

rock bis zum Rokoko miteinander verbun-

den Rang einer Basilika Minor.

mayer schuf hier grandiose Werke, bis

ein Weltkulturerbe sein, denn der bereits

den. Stuckateur Johann Michael Feicht-

hin zu den putzigen und liebenswürdigen Anzeige Image 190 x 120 mm (halbe Seite), 4c Engeln – sie tragen Freude und Gebete weiAndechser Bergecho ter, nebst unzähligen Blüten- u. Blumengirlanden.

Romanisches Kruzifix (um 1220) in der Abteikirche von Ottobeuern

cidus Scharl, der 1757 Ottobeuren besuch-

Auch zum Kloster Andechs hatte Ot-

tobeuren immer wieder Bezug. In den

Eigentlich müsste die gesamte Abtei

vor der Kirche vollendete Konventbau ein-

schließlich der Gartenanlagen, der Ökono-

miegebäude, der Brauerei, der Beamten-

gebäude, ist auch heute sehenswert. Vor

allem das Klostergebäude, das Abt Rupert

noch vor der Kirche bauen ließ. Dies zu er-

Archiven finden wir, dass David Aichler,

kunden, war uns im Anschluss an die Füh-

bis 1596 leitete, aus Kloster Ottobeuren

der Benediktuskapelle zwischen Kirche

der das Kloster Andechs als Abt von 1588

stammt. Im Archiv findet sich auch eine

rung möglich, mit Besuch des Museums, und Konvent und der Bibliothek.

.

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Familienzusammenführung auf dem Heiligen Berg

Zwei Familienstämme finden sich nach Jahren wieder – und feiern in Andechs Fr. Hariolf Kohler war über lange Jahre unter anderem als Refek­ torar in Sankt Bonifaz für Speise­ saal und Verpflegung der Mön­ che verantwortlich. Auch lange nach seinem Tod 1988 führt er die verschiedenen Teile der gro­ ßen Familie Kohler immer wieder zusammen. Dank der Nachfor­ schungen von Gretel und Sieg­ fried Kohler haben die KohlerStämme aus Demmingen (Kreis Heidenheim) und Pfahlheim (bei Ellwangen) seit Oktober 2008 wieder Verbindung miteinander. Nun stand ein Familientreffen in Andechs an.

B

ei den Treffen berichtete Hariolf

genossen sie den leckeren Zwetschgen­

Kohler aus Neuhausen von seinem

datschi, Küchle und Kuchen.

Onkel gleichen Namens: Fr. Hariolf,

Im Anschluss führte Fr. Leonhard

der im Kloster Sankt Bonifaz in München

durch die wunderschöne Wallfahrtskir-

als Benediktiner lebte. Diese Verbindung

che mit dem Andechser Gnadenbild. Auch

von damals, auch zum Kloster Andechs,

zeigte er in der Heiligen Kapelle das Kern-

pflegt er bis heute. Ein guter Grund, das

stück der Andechser Wallfahrt, die Drei-

Familientreffen 2012 in Andechs abzuhalten. Gastmeister Fr. Lambert machte es

hostienmonstranz, eine süddeutsche Ar-

möglich, dass einige schon am Freitag

Entstehung näher. Sie erfuhren, dass aus

August 2012 trafen sich dann gut 30 Per-

hl. Hedwig von Schlesien, die hl. Gertrud

im Bräustüberl. Viele kannten Andechs

ringen und noch andere Heiligen stam-

anreisen konnten. Am Samstag, den 25.

beit um 1432/33. In der Heiligen Kapelle

waren neben dem Rokokoschrein mit der

dem Geschlecht der Andechs–Meranier die

Dreihostienmonstranz im Zentrum noch

von Ungarn, die hl. Elisabeth von Thü-

ringen und viele andere Kostbarkeiten

men. Bei einem Rundgang besichtigten

Fr. Leon­hard exklusiv einige Schubladen

toffelsalat, Weißwürste mit Brezen – und

Fronhof südlich der Wallfahrtskirche war-

viel Liebe restauriert worden waren.

schmecken auf dem Heiligen Berg halt

Friedhof und vom Biergarten aus auf die

Kohler die Besichtigung des Fürstentrakts

tigungen machen immer Appetit und da-

den Fürstensaal, die sonst nur für Tagun-

sonen von den beiden Kohler-Stämmen

nur vom Schulausflug. Beim Mittagessen

genossen sie Haxen, Leberkäse mit Kar-

natürlich Andechser Bierspezialitäten. Die einfach noch besser.

Danach führte Herr Schwarz die Koh-

lers über den Heiligen Berg. Er brachte ihnen die Geschichte des Klosters und deren

sie unter anderem das alte Sudhaus. Vom

fen sie einen Blick auf den Wittelsbacher

Metzgerei und den Florian-Stadl. Besich-

her war es schließlich Zeit für einen aus-

giebigen Kaffee. Bei herrlichem Wetter

das Brautkleid der hl. Elisabeth von Thüzu bewundern. In der Sakristei öffnete

mit wertvollen Messgewändern, die mit Zum Abschluss ermöglichte Hariolf

mit seinem herrlichen Räumen wie z. B.

gen und Veranstaltungen zugäng­lich sind. Der größte Teil der Gruppe über­nachtete


bergecho 3 . 2012  |

Bild links: Fr. Hariolf Kohler (rechts) mit Fr. Oswald Eser (1902–1983) Bild rechts: 1959 Fr. Hariolf Kohler mit Fr. Fulbert Hagenmiller (1908–2007)

Fr. Hariolf Kohler Karl Kohler kam am 5. Oktober 1910 in Pfahlheim

zur Welt, als zehntes von elf Kindern der Land­ wirtseheleute Josef und Barbara Kohler. Nach

dem Besuch der Volksschule kam er als Dienstbub

15. September 1932 das Noviziat begann und am

21. September 1933 die zeitliche und am 3. Oktober 1936 die ewige Profess ablegte. Bis auf die Kriegs­ jahre sollte er nun sein ganzes Leben in Sankt

und wurde in den letzten Monaten vor allem

durch den Subprior Fr. Fulbert Haggen­m iller, mit dem er durch ein halbes Jahrhundert gemeinsa­ men Dienst besonders verbunden war, gepflegt.

und Knecht bei verschiedenen Bauern in Dienst.

Bonifaz zubringen – als Gehilfe und Verkäufer im

Am 26. Dezember 1988 ist er gestorben und wurde

in ihm immer stärker wurde, empfahl ihn sein

und der Gäste und in vielen anderen Bereichen.

bestattet.

Als der Wunsch nach einem klösterlichen Leben

Pfarrer nach Sankt Bonifaz in München, wo er am

im Kloster – ein Erlebnis für sich mit Duschen und Toiletten über den Gang.

Den Sonntag hat Hariolf Kohler auch

in besonders guter Erinnerung: »Nach

dem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit frischen Semmeln und Brezen gingen

wir zum Sonntagsgottesdienst in die Andechser Wallfahrtskirche. Dort brachten

wir unseren Dank und unsere Bitten zur

Gottesmutter, wurden mit dem hl. Sakra-

ment gestärkt und empfingen den Segen Gottes. Bei Blasmusik schmeckte dann

das Mittagessen im Biergarten besonders

gut. Alles geht einmal vorbei, auch das

Andechser Kohler-Treffen. Daher nochmals ein ganz herzliches Vergelt’s Gott

an Fr. Lambert für die Gastfreundschaft,

Fr. Leonhard und Herrn Schwarz für die

Führungen. Uns hat‘s auf Andechs sehr

gut gefallen. Wir kommen bestimmt wieder und können nur bestätigen, was auf

.

den Bierkrügen steht: Auf dem Hl. Berg

gibt’s ›Genuß für Leib und Seele‹.«

Klostergarten, als Betreuer des Refektoriums

Im November 1987 erlitt er einen Schlaganfall

am 29. Dezember in der Gruft von Sankt Bonifaz

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bergecho 3 . 2012

|  panorama

Von Familie Christl erhielten wir folgende E-Mail:

Dampferfahrt auf dem Ammersee

U

»

nser Sohn Korbinian Christl

hat im letzten Oktober beim

Andechser Mäuse-Gewinn-

spiel des Familienfestes den 4. Preis

gewonnen: einen Gutschein für eine

Dampferfahrt auf dem Ammersee für die ganze Familie. Im August haben

wir diesen bei schönstem Sommer-

wetter eingelöst. Anbei ein Foto fürs

Andechser Bergecho. Vielen Dank für den tollen Gewinn, wir freuen uns

schon auf den nächsten Andechser

Kinder- und Familientag.

Schöne Grüße aus Germering

von Korbinian Christl mit Daniela,

Brigitte und Armin.«


presse  |

bergecho 3 . 2012  |

Süddeutsche Zeitung, 29. November 2012

Münchner Merkur,

26. November 2012

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bergecho 3 . 2012

|  presse

Der Fels, Oktober 2012

Weilheimer Tagblatt, 22. Oktober 2012


bergecho 3 . 2012  |

MĂźnchner Kirchenzeitung, 29. Juli 2012

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| 

bergecho 3 . 2012

|  presse

Die Rheinpfalz,

25. September 2012

Starnberger Merkur, 21. September 2012


bergecho 3 . 2012  |

Das Opernglas, 9/2012

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bergecho 3 . 2012

|  presse

Straubinger Tagblatt, 29. September 2012


bergecho 3 . 2012  |

Reisemobil International, 9 /2012

Starnberger Merkur, 10. September 2012

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Weihnachtskrippe von Fr. Stephan Janker

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Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267

Christus möchte an Weihnachten nicht nur bis Bethlehem

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kommen, sondern

bis in unser

Herz

«

Die Mönche von Sankt Bonifaz in München

und Andechs wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Freunden, Gästen und

Wohltätern geseg­nete Tage und viel Freude an jedem Tag des neuen Jahres 2013 !

www.andechs.de

redaktion Christian Bolley,

Martin Glaab, Birgitta Klemenz

verantwortlich für anzeigen Martin Glaab

gestaltung Mellon Design

druck Agentur Beckenbauer,

Weidmannstr. 5, 80997 München

Gedruckt auf umweltfreundlichem

Papier

bildnachweis

Titelbild: Hermann Baar;

Alle Fotoaufnahmen durch Benedik-

tinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Augustin

Simone (S. 34); Christl Armin (S. 56);

Erhard Ameli (S. 52, 53); Feifel Tilman (S. 33); Gross Andreas (S. 32); Huber

Hubert (S. 50, 51); Jochim Thorsten (S. 29); Kohler Siegfried (S. 54);

Mattana/Wikimedia Commons (S. 14); Meier Eberhard (S. 45); Neupert

Marion (S. 49); Quack Friederike (S. 19); Reich Simon (S. 42, 43);

Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 5, 28,

40, 41); Weiss Annika (S. 30)

Das nächste Andechser Bergecho erscheint ende märz 2013

Andechser Bergecho  

Issue 2012 /3