Ausgabe Nr. 21 13. Oktober 2022 46. Jahrgang ISSN: 2079-5823 Erscheinungsweise : 14tägig – Preis: € 1,80 Medienförderungsverein Ausseerland, Kammerhofgasse 227, 8990 Bad Aussee. Tel. 03622/53118 E-Mail: redaktion@alpenpost.at
Spruch: Man darf nur alt werden, um milder zu sein; ich sehe keinen Fehler begehen, den ich nicht auch begangen hätte. J. W. v. Goethe
Farbenfroh und kontrastreich ...
Von 07.10. bis 23.10.2022 WILDSPEZIALITÄTEN Reservierungen unter: Tel.: 03622 / 8471
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Buchpräsentation von Edith Schreiber-Wicke
Die heimische Autorin wird ihren neuesten Erwachsenen-Roman „Im Schatten deiner Flügel“ (siehe Buchtipp in der „Alpenpost“ Nr. 20/2022) am Montag, 31. Oktober, um 18 Uhr im Kammerhofmuseum vorstellen.
Keusche Wahrheit
... präsentiert sich das Ausseerland in diesen Tagen. Diese Attribute können gerne so beibehalten werden.
Vermisster unterkühlt am Loser gefunden Am Freitag, 7. Oktober, wurde ein 67-jähriger Einheimischer als vermisst gemeldet. Man vermutete ihn bei einer Wanderung am Loserplateau. Umgehend wurde eine großangelegte Suchaktion organisiert, an der sich mehrere Helikopter und eine Dutzendschaft an Bergrettern, Alpin polizisten und Hundeführern beteiligte. Der Mann wurde von einer zufällig vorbeikommenden Wanderin nach einer sorgenreichen Nacht in der Gschwandtalm unterkühlt gefunden.
Der Altausseer war am Freitagvor mittag von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Umgehend wurde eine großangelegte Suchaktion von Bergrettern, Alpinpolizisten, Such hunden und mehreren Helikoptern des Innenministeriums sowie des ÖAMTC eingeleitet, die jedoch bis zum Einbruch der Dunkelheit erfolglos blieb. Auch der Einsatz eines Mobiltelefon-Ortungsgeräts blieb hinter den Erwartungen zurück. Um die Nachtstunden nicht ungeschehen verstreichen zu lassen, wurde zusätzlich ein FLIR-Hub schrauber (Hubschrauber mit Wärmebildkamera) des Innenminis teriums aus Klagenfurt angefordert,
der trotz mehrerer Flugstunden über dem Loserstock keinen Erfolg zu vermelden hatte. Am nächsten Tag, es war der Samstag, waren erneut 28 Kameraden der Bergrettung, mehrere Alpinpolizisten sowie mehrere Such hundegespanne unterwegs, um den Abgängigen zu suchen. Gegen 10 Uhr wurde der Mann nahe der Gschwandtalm am Wanderweg von einer zufällig vorbeikommenden Ein heimischen gefunden. Der Abgängige war stark unterkühlt, verletzt und verwirrt. Die Wanderin leistete bis zum Eintreffen der Rettungs kräfte Erste Hilfe. Der Altausseer wurde mit dem Hubschrauber gebor-
gen und umgehend in das LKH Salzburg geflogen. „Unsere Mannschaften waren schon am Weg in die Gschwandtalm, als sie die Meldung vom Auffinden des Vermissten erreichte. Gut, dass es so ausgegangen ist. Mein Dank gilt allen Beteiligten für ihren Einsatz an dieser Suchaktion. Es ist nicht selbstverständlich, dass man mit einem deratigen Engagement dieses Ehrenamt ausfüllt. Auch die Zusammenarbeit mit der Alpinpolizei und der Crew der Hubschrauber funktioniert aufgrund der persönlichen Kontakte hervorragend“, so Markus Raich von der Bergrettung Ausseerland auf Anfrage.
In Zeiten, in denen von Staatspräsidenten „alternative Wahrheiten“ ins Spiel gebracht werden, und in Zeiten eines Krieges, bei dem traditionell die Wahrheit das erste Opfer ist, muss man schon sehr vorsichtig sein, wem man was glaubt. Als man damals die ersten Pläne zu einem Zentralkrankenhaus im Ennstal wälzte, musste man die Einwohner des Ausseerlandes samt des unliebsamen Forums „Pro LKH Bad Aussee“ irgendwie bei Laune halten und so versprach der damalige Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, dass man „bis zur Eröffnung des Leitspitals die Chirurgische Abteilung am LKH Bad Aussee vollinhaltlich aufrecht erhalten würde.“ Wie viel das gegebene Versprechen des nunmehrigen Landeshauptmannes wert ist, manifestiert sich in der Tatsache, dass – aufgrund von Personalmangel – am LKH Bad Aussee die Chirurgische und die Interne Abteilung zusammengefasst wurden und die 5-Tages-Woche schon am Donnerstag endet. Wilhelm Busch schrieb einmal: „Alle Worte scharwenzeln um die Wahrheit herum; sie ist keusch.“ Wie recht er doch hatte, denn das gebrochene Versprechen kann man uns nun auch durch die schönsten Argumente nicht mehr schön reden. Denn selbst Kinder lernen, nur jene Versprechen zu geben, die auch gehalten werden können. EGO