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E-Learning Konzept Dezember 2008 Martin Hofmann Ralph Kugler

Š Pädagogische Hochschule des Kantons St.Gallen


E-Learning Konzept

Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung

4

2

Begriffe

5

2.1 2.2 2.3 2.4 2.5

Medien Medienpädagogik Medienkompetenz Mediendidaktik E-Learning

5 6 7 9 10

3

Teilkonzept E-Learning

13

3.1 3.2

Konzeptionelle Überlegungen E-Strategien

13 14

4

Ist-Analyse

16

4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7

Notebook-Obligatorium Informatikzimmer und Schulungsräume E-Learning-Werkzeuge PHSG-Homepage/Extranet Homepages einzelner Fachbereiche Medienwerkstatt E-Portfolios

16 16 17 18 19 20 21

5

Soll-Analyse I

22

5.1

Befragung der Studiengangsvertretungen

22

6

Soll-Analyse II

24

6.1 6.2 6.3 6.4 6.5 6.6

Das mediendidaktische Viereck Aktionslinien Didaktische Reformen Medien (Produktion, Distribution) Entwicklung (Organisation, Personal) Infrastruktur (Ausstattung, Dienstleistungen)

24 26 26 32 34 38

7

Massnahmen

42

7.1 7.2

Zusammenfassung der Aktionslinien Diskussionspunkte (für den Konvent, Diskussion in Fachgruppen)

42 43

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Zeitplanung und Meilensteine

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Schluss

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Literaturverzeichnis

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Anhang

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E-Learning Konzept

1 Einleitung Die Schulleitung hat an der Strategietagung im April 2008 entschieden, auf der Grundlage eines Konzepts im Bereich E-Learning nächste Schritte in die Wege zu leiten. Martin Hofmann (Studiengang Kindergarten- und Primarstufe) und Ralph Kugler (Studiengang Sekundarstufe) wurden mit der Aufgabe betraut, gemeinsam ein E-Learning-Konzept für die Pädagogische Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) zu entwickeln. Als erste Anhaltspunkte wurden das Leitbild der PHSG und die Profilmerkmale herbeigezogen. In der Folge sind die relevanten Punkte kurz aufgeführt. Gemäss dem Leitbild fördert die PHSG Innovationen und leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung und der Schule. Zudem fördert sie Lernen in vielfältigen Formen und mit Hilfe moderner Technik. Selbstverantwortetes und kooperatives Lernen nehmen dabei eine zentrale Stellung ein. In den Strategieschwerpunkten (2010) wird erwähnt, dass die PHSG über ein medienpädagogisches Konzept verfügt. Neue Medien sollen an der PHSG als unterstützendes Mittel bedeutsam und in der Lehre didaktisch reflektiert eingesetzt werden. Zur Unterstützung soll ein zuverlässiges, schnell verfügbares und kompetentes Supportsystem installiert werden. In den Profilmerkmale wird unter dem Titel "Bezug zur Forschung und Entwicklung" auf ELearning-Projekte hingewiesen (E-Portfolio, LMS usw.). Unter dem Titel "Möglichkeiten für die Kontaktschulen" werden Unterrichtsprinzipien wie "eigenständiges Lernen" oder "altersgemischtes Lernen" aufgeführt, welche bereits mit E-Learning-Projekten wie der "Computermaus" erprobt werden. Im Absatz über die Bedeutung für die Studierenden wird auf die Arbeit mit Lern-Portfolios hingewiesen, welche die eigene Lernbiografie, Lernstandsanalyse für den Lernenden und die Lehrenden ermöglichen können. Auf Grund dieser Schwerpunkte haben wir eine E-Strategie entwickelt, welche im Kapitel Soll-Analyse mit Aktionslinien und konkreten Massnahmen ausgeführt werden. Zusätzlich wurden E-Learning-Konzepte anderer Pädagogischen Hochschulen und speziell das Konzept der E-University Duisburg-Essen (http://www.uni-due.de/e-learning/) in die konzeptionellen Überlegungen mitbeibezogen.

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2 Begriffe Bei der Erarbeitung des E-Learning-Konzepts ist man mit einer Reihe von begrifflichen Einordnungsproblemen konfrontiert. Dies beginnt schon bei der einfachen Definition von E-Learning oder „Lernen mit elektronischen/digitalen Medien“. Lehren ist zwar ohne Hilfsmittel, aber schwer ohne Medien möglich. Trotz der scheinbar selbstverständlichen Rede von Lehr- und Lernmedien, Unterrichts- und Bildungsmedien bleibt gerade der Begriff des Mediums mehrdeutig. Der Begriff Medien hat eine Doppeldeutigkeit, welche den Gebrauch dieses Begriffs per se schon schwierig macht. Daher werden die relevanten Begriffe für dieses Konzept vorgängig kurz erläutern, um etwas Licht in den „Begriffswirrwarr“ zu bringen.

2.1

Medien

Der Begriff des Mediums beinhaltet zum einen die medientechnische Apparatur zur Speicherung, Wiedergabe, zum Transport, Austausch sowie Abruf von Informationen, zum anderen verweist er auf die medialen Inhalte (vgl. Reiser & Gagné, 1983). Der Medienbegriff kann sich daher beziehen auf: •

den Träger von Information und die technische Einrichtung zu deren Aufnahme, Wiedergabe, Transport etc. • die medial zwischen Sender und Empfänger vermittelt, didaktisch aufbereitete Information. Diese Doppeldeutigkeit macht den Umgang mit dem Begriff Medien / Medium so schwierig. Vielfach wird nicht explizit der Aspekt, auf welchen sich der Begriff bezieht, angegeben. Für Fragestellungen im mediendidaktischen Sinn ist es deshalb wichtig, zwischen Medientechnik und –systemen einerseits und didaktisch aufbereiteten, medialen Informationen andererseits zu unterscheiden. In der englischen Sprache wird von delivery system (den Medientechniken, Geräten, Gegenständen etc.) und von media content (den didaktisch aufbereiteten Inhalten) gesprochen, was einen differenzierteren sprachlichen Gebrauch zulässt. Gegenstände, die sich für Lehr- und Lernaktivitäten heranziehen lassen (z.B. Blätter eines Baumes, Multimedia-Computer, …), werden in der Folge als Bildungsmittel bezeichnet. Solche Gegenstände werden erst durch eine didaktische Verwendung zu Bildungsmedien. Diese Betrachtung lässt die Vermutung zu, die Medien sollen das Lernen und Lehren nur einfacher, effizienter oder anschaulicher machen. Wir verwenden Medien aber immer, um bestimmte didaktische Intentionen zu erreichen. Wir entwickeln Medien nicht nur, um das Lehren und Lernen zu verbessern, sondern in erster Linie, um Bildungsanliegen zu erreichen. Daher ist die losgelöste Bewertung der Qualität eines Mediums für die Didaktik wenig sinnvoll. „Die didaktische Qualität oder Wertigkeit eines Mediums lässt sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst (seien sie inhaltlicher, konzeptueller oder gestalterischer Art etc.) feststellen,

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sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium Verwendung findet. „ (Kerres 2001, S. 23) Der Anspruch an ein Bildungsmedium kann nicht an Merkmalen oder Massstäben des Mediums selbst festgemacht werden. Die Situation, in welcher das Medium verwendet wird, bestimmt dessen Wert und nicht das Medium oder das Mediensystem. Diese Betrachtungsweise ist gerade für ein Konzept wie dieses sehr interessant, da der reine Fokus auf technische Umsetzungen somit auch relativiert wird. In diesem Konzept geht es vornehmlich um die Neuen Medien bzw. digitalen Medien. Der Einsatz dieser neuzeitlichen Medien führt keineswegs automatisch zu besseren Lösungen als konventionelle Bildungsangebote. Im Gegenteil – der unüberlegte Einsatz führt oft genug zu Überdruss, der geringe Akzeptanz bei Lernenden, geringen Lernerfolg oder mangelnde Effizienz mit sich bringt. „Aus mediendidaktischer Sicht besteht kein Grund, bestimmte Medien anderen vorzuziehen. Es gibt keine innovativen oder antiquierten Medien für Lehr- und Lernzwecke. Und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die Einführung bestimmter Medientechniken Innovationen oder gar Revolutionen in der Bildungsarbeit auszulösen vermögen. Die Bedeutung des Mediums und seine Wirksamkeit ergeben sich aus dem jeweiligen Kommunikationszusammenhang. Wenn Medien für Lehr- und Lernzwecke konzipiert werden, dann sind die Bedingungen der didaktischen Kommunikation systematisch zu analysieren“ (Kerres 2001, S.11).

2.2

Medienpädagogik

In der Pädagogik hatte die Diskussion über die Medienthematik lange Zeit den Fokus auf die Bedeutung des Mediums in Bildungseinrichtungen und die Beziehung auf die Unterrichtsaktivität gerichtet. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie Medien in der pädagogischen Arbeit eingesetzt und thematisiert werden können. Die Diskussion über Computer und Medien in der Schule kann sich auf folgende Sichtweisen beziehen: • •

auf den Einsatz von Medien zu Lehr- und Lernzwecken: Medien interessieren dabei als Mittel zur Erreichung fachlicher Lernziele auf Kompetenzen im Umgang (Nutzung und Bewertung) mit medial transportierten Inhalten: Dabei werden die Medien selbst (Zeitung, Fernsehen, Internet-Angebote etc.) zum eigentlichen Lerngegenstand auf den Erwerb von mehr oder weniger komplexen Fertigkeiten im Umgang mit Medientechnik und –werkzeugen u.a. Abruf, Verstehen, Bearbeiten oder Bewerten medialer Informationen

Medienpädagogik wird dabei üblicherweise „als übergeordnete Bezeichnung für alle pädagogisch orientierten Beschäftigungen mit Medien in Theorie und Praxis“ (Issing 1987) verstanden. Darunter fallen:

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• • •

die Mediendidaktik, die sich mit der Funktion und Bedeutung von Medien in Lehrund Lernprozessen beschäftigt, die Medienerziehung, die auf den reflektierten Medienkonsum und kritischen Umgang mit Medienangeboten abzielt, und auch die Informations-, medien- oder kommunikationstechnische Bildung, die den kompetenten Umgang mit Technik (Medienkompetenz) vermitteln möchte, und als Basisqualifikation für mediendidaktische und erzieherische Bemühungen aufgefasst werden kann.

Abbildung 1: Medien als Thema der Pädagogik (Kerres 2001) Die Medienpädagogik (siehe Abbildung 1) beschäftigt sich als wissenschaftliche Disziplin mit allen erzieherischen Fragen, Problemen und Themen, die mit Medien zusammenhängen. Der Begriff Medienpädagogik ist aber ebenfalls mit einer gewissen Unschärfe behaftet. Medienpädagogik lässt sich umschreiben durch inhaltliche Zuweisungen wie Medienkunde, Medienausbildung, Medienerziehung, Medienkritik und Mediendidaktik. (vgl. Doelker S. 239) Die Mediendidaktik und Informationstechnische Bildung (Medienkompetenz) als zentrale Bestandteile der Medienpädagogik werden in der Folge kurz erläutert.

2.3

Medienkompetenz

Der Begriff Medienkompetenz wurde zu Beginn der 70er Jahre durch Dieter Baacke in die medienpädagogische Diskussion eingebracht. Medienkompetenz wird dort meist als eine systematische Ausdifferenzierung von kommunikativer Kompetenz verstanden. Kommunikative Kompetenz beschreibt die Fähigkeit des Menschen, sich mit der Umwelt zu verständigen. „Medienkompetenz meint also grundlegend nichts anderes als die Fähigkeit, in der Welt aktiv aneignender Weise auch alle Arten von Medien für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire von Mensch einzusetzen“ (Baacke 1996).

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Was mit dem Begriff Kompetenz gemeint ist, wurde von Weinert folgend präzisiert. Weinert (2001) unterscheidet drei Dimensionen von Kompetenzen: • • •

Wissen (im Sinne fachlicher Kenntnisse) Können (im Sinne einer Handlungskompetenz) Fächerübergreifende Kompetenz (im Sinne der fachunabhängigen Fähigkeit, Probleme zu lösen oder Lernprozesse eigenständig zu organisieren)

Mit dieser Aufstellung lässt sich auch die teils vorherrschende Meinung, Probleme liessen sich mit einer Anhäufung von Wissen lösen, da erlerntes Wissen ohne weiteres auf beliebige ähnliche Strukturen übertragbar sei, entkräften. Handlungskompetenz ist demnach als ein Zusammenspiel von Wissen und Können (das aufeinander bezogen ist) zu verstehen (vgl. Schorb S.184). Schorb fasst in einer Synopse die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in ihrer Gesamtheit die Medienkompetenz ausmachen, unter den drei Hauptkategorien Wissen, Bewerten und Handeln zusammen (siehe Abbildung 2). Dabei wird das Wissen (Medienwissen) wiederum in Funktions-, Struktur-, und Orientierungswissen unterteilt. Auf den Erwerb von Medienkompetenz angewendet, weist es auf die Vermittlung von (medienspezifischen) Informationen hin, die vom Individuum erworben und verarbeitet werden.

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Medienkompetenzen (Schorb 2007) Medienkompetenz ist ein vielschichtiger Begriff und meint generell die Befähigung, mit Medien aller Art souverän umgehen zu können. Medienkompetenz untergliedert sich in die Fähigkeiten, Medien in ihrer Vielfalt und Funktion zu kennen (Medienkunde) und ihre Wirkung zu beurteilen (Medienkritik), sie aktiv einzusetzen und passiv zu gebrauchen (Mediennutzung) sowie zu gestalten (Mediengestaltung).

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In der Informationsgesellschaft wird Medienkompetenz zu einer zentralen Kompetenz, da sie eine wesentliche Prämisse für den Einsatz und die Benutzung neuer Medien ist. Während in Schulen Informations- und Kommunikationstechnologien und E-Learning ausdrücklich verwendet werden, um Medienkompetenz in allen vier Ausprägungen zu vermitteln, wird diese bei der folgenden Aus- und Weiterbildung in der Regel bis zu einem bestimmten Grad bei den Lernenden vorausgesetzt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor von E-Learning ist auch die Medienkompetenz der Lehrenden. Diese müssen mit Auswahl, Gestaltung, Einsatz, Nutzung und Wirkung der Medien in Theorie und Praxis vertraut sein, mit den Neuen Medien selbstverständlich umzugehen wissen und sie im Unterricht oder bei anderen Bildungsmassnahmen der Lernsituation angemessen einsetzen können.

2.4

Mediendidaktik

Die Mediendidaktik als Teilgebiet der Didaktik befasst sich mit der Funktion und Wirkung von Medien in Lehr- und Lernprozessen und untersucht, welche Medien für diese Prozesse besonders geeignet sind und wie sie gestaltet und verwendet werden können, um Lernprozesse anzuregen und Lernziele zu erreichen. Das klassische Bild für den strukturellen Zusammenhang der Didaktik wurde lange Zeit mit dem didaktischen Dreieck (Lehrer, Schüler, Sache) beschrieben. In der neueren Literatur wird auch von einem didaktischen Viereck (siehe Abbildung 3) gesprochen, insofern die Medien zu den zentralen Strukturelementen gezählt werden (vgl. Kron, S. 25).

Abbildung 3: Didaktisches Viereck (Kron) In Bezug auf E-Learning-Massnahmen erforscht die Mediendidaktik speziell Gestaltung, Einsatzmöglichkeiten, Funktion und Wirkung neuer Medien in Lehr- und Lernprozessen.

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2.5

E-Learning

E-Learning wird heute vielfach als electronic learning verstanden und mit elektronisch unterstütztem Lernen ins Deutsche übersetzt. In seiner Bedeutungsreichweite umfasst der Begriff E-Learning heute die Definitionen älterer Begriffe wie Telelernen ebenso wie Termini jüngeren Datums, beispielsweise Web Based Training (WBT) oder Blended Learning. Eine exakte Bestimmung des mit E-Learning bezeichneten Feldes ist zumindest bisher nicht allgemein anerkannt gelungen. Während grobe Definitionen schlicht von „Lernen mit dem Bildschirm" (WESP 2003, S. 174) sprechen, gehen andere näher ins Detail, indem sie den Lernprozess stärker in den Mittelpunkt rücken: „E-Learning kann begriffen werden als Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt bzw. ermöglicht wird. Wichtig ist, dass diese Technologien mit dem Lernprozess selbst unmittelbar verbunden sind und nicht nur rudimentäre Hilfsmittel darstellen." (Seufert/Back/Häusler 2001, S. 13) Die Diffusität, die bei der Bestimmung des Begriffes herrscht, liegt ausserdem im Wandel und schnellen Fortschritt der elektronischen Medien innerhalb der letzten Jahre begründet. Gabi Reinmann-Rothmeier schreibt dazu: „Die Bedeutung des Begriffs ,E-Learning' war zu Beginn seines Auftretens stärker auf das elektronisch unterstützte Lernen [...] konzentriert. Im Zuge des Internet-Hype der ausgehenden 90er Jahre wurde e-Learning hauptsächlich für das ,netzangebundene' Lernen (so genanntes ,webunterstütztes' Lernen) verwendet, etabliert sich jedoch zusehends wieder als Überbegriff für alle Arten medienunterstützten Lernens." (Reinmann-Rothmeier 2003, S.31) Einen weiteren Grund für die Schwierigkeit bei einer Bestimmung sieht Niegmann in der Interdisziplinarität von E-Learning: „E-Learning ist ein weites Feld, es lässt sich keiner klassischen akademischen Disziplin alleine zuordnen: Informatik, pädagogische Psychologie, Didaktik und Grafikdesign liefern wichtige Bestandteile." (Niegmann 2004) Für eine Bildungsinstitution steht das Lernen im Zentrum und daher soll das Verhältnis und Zusammenspiel von E-Learning und Didaktik im Folgenden näher betrachtet werden. Um diesem Aspekt auch in den Definitionen der verwendeten Begriffe Rechnung zu tragen, wird folgende weitreichende Beschreibung für „E-Learning" von Bendel und Hauske als Arbeitsdefinition dienen: „Der Begriff ,E-Learning' ist [...] ein Oberbegriff für jedwede IKT [= Informations- und Kommunikationstechnologien] -basierten Lehr-Lern-Arrangements. Darüber hinaus umfasst er auch die Prozesse und Werkzeuge der Planung und Durchführung und der

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Verwaltung und Organisation von Lehre und Lernen, der Inhalteproduktion sowie der Kommunikation und Kooperation." (Bendel/Hauske 2004, S.7) Es wird also mit einem E-Learning-Verständnis gearbeitet, welches sich nicht nur auf den Lernprozess konzentriert, sondern ebenso sein Ermöglichen durch sorgfältige Vorausplanung in den Blick nimmt. Eine Einteilung von E-Learning mit Fokus auf die Lehr-/Lernprozesse anhand ihrer Komplexität stammt ebenfalls von Gabi Reinmann-Rothmeier (2003). Sie unterscheidet dabei drei Varianten. Der Vollständigkeit halber werden hier alle drei Varianten aufgeführt da aber nur die zweite und dritte von ihr genannte Form auch explizit einen Bezug zur Didaktik beinhalten, wird die erste Variante für den weiteren Verlauf dieser Arbeit nur eine untergeordnete Rolle spielen. 1. E-Learning by distributing (lernrelevante Informationen verteilen): Diese erste Stufe beschränkt sich darauf, den potenziellen Lernern Informationen zum Abruf zur Verfügung zu stellen. Hierunter fallen etwa Internetseiten, deren Inhalte sich der Lerner selbst erschliessen muss und die nicht didaktisch aufbereitet wurden. Ein Lehrender ist bei dieser Form des E-Learning nicht notwendig. Die Inhalte, die sich der Lernende auf diese Art und Weise erschliesst, sind nicht zwangsläufig für sein angestrebtes Lernergebnis relevant bzw. aufbereitet. Diese Variante erfordert also eine hohe Kompetenz des Lernenden im Umgang mit Computer und Internet, ebenso wie die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen und ein gewisses Mass an Frustrationstoleranz. Insgesamt sind die Anforderungen an die potenzielle Zielgruppe dieser E-Learning-Variante im Vergleich zu den folgenden beiden als „hoch" einzustufen. 2. E-Learning by interacting (didaktisch aufbereitete Informationen anbieten): Die zweite Variante beschreibt Lernprozesse, bei denen die Inhalte bereits didaktisch aufbereitet wurden und den Lernenden in einem entsprechenden Kontext präsentiert werden. CBTs und WBTs, mit oder ohne tutorielle Begleitung, sind gute Beispiele für diese Form des E-Learning. Die Interaktion des Lerners mit einem Lernprogramm, das auf den Lerner reagiert, oder die individuelle Betreuung durch einen Teletutor, sorgen dafür, dass die Anforderungen an die potenzielle Zielgruppe für diese Variante eher als „niedrig" einzustufen sind. Die speziell aufbereiteten Inhalte sorgen ebenfalls für ein niedriges Anforderungsniveau. 3. E-Learning by collaborating (Lernende an verschiedenen Orten miteinander in Kontakt bringen und sie zu einer gemeinsamen Problemlösung im virtuellen Raum anregen): Die dritte Variante bringt einen völlig neuen Aspekt mit in den Lernprozess: die Gruppe. Diese Variante gilt momentan als die erfolgreichste und vielversprechendste, da sie die soziale Komponente stark in den Lernprozess integriert. Online-Seminare, hybride Lehr/Lernarrangements und Blended Learning sind Schlagwörter, hinter denen sich normalerweise diese Art des E-Learnings finden lässt.

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Das Paradoxe dieser Variante liegt darin, dass sie als erfolgreichste gilt, obwohl sie an die Lernenden die höchsten Anforderungen stellt. Nicht nur der Umgang mit den notwendigen Medien wird als bekannt und gekonnt vorausgesetzt, sondern auch das Vorhandensein von sozialer Kompetenz, die das erfolgreiche Erarbeiten von Gruppenlösungen ermöglicht. Eine moderierende Begleitung bzw. Unterstützung ist bei dieser Variante ebenso unentbehrlich wie eine Aufbereitung der Inhalte, die eine Zusammenarbeit der Lernenden erfordert.

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3 Teilkonzept E-Learning Dieses Konzept hat nicht den Anspruch ein umfassendes medienpädagogisches Gesamtkonzept vorzulegen, sondern fokusiert ein “Teilkonzept E-Learning”. Um ein medienpädagogisches Gesamtkonzept für unsere Institution zu entwickeln, ist es zwingend notwendig, die Fach- und Studienbereiche sowie die Support-Einrichtungen der Verwaltung (Informatik, medienverbund.phsg) in die Diskussion miteinzubeziehen. Das “Teilkonzept E-Learning” macht auch nicht den Versuch, die mediendidaktischen Kompetenzen unserer Studierenden zu ergründen, bzw. ein Ausbildungskonzept für deren Erreichung vorzuschlagen. Dies muss in einem separaten “Teilkonzept Medienpädagogik” geleistet werden. Das “Teilkonzept E-Learning” zeigt Aktionslinien auf, die für eine didaktische Reform in Richtung E-Learning verfolgt werden. Die vorgeschlagenen Massnahmen sollen dazu führen, dass die Bereiche der Lehre, Forschung und Weiterbildung im Lernen mit neuen Medien unterstützt bzw. vorangetrieben werden. 3.1

Konzeptionelle Überlegungen

Zur Vorbereitung haben wir von anderen Pädagogischen Hochschulen deren E-LearningKonzepte studiert und feststellen müssen, dass diese teils überholt und oftmals nicht auf die spezifischen Bedürfnisse der PHSG angepasst werden können. Dies hat uns dazu veranlasst auch Konzepte grösserer, teils ausländischer Institutionen zu studieren. Dabei sind wir auf die konzeptuellen Überlegungen der Universität Duisburg-Essen (siehe Abbildung 4) in Bezug auf die E-Universität (http://zfh.uni-duisburg-essen.de/eprofil) gestossen.

Abbildung 4: Ziele von E-University

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„Die Aktivitäten im E-Learning Sektor an Hochschulen sind bislang vielfach durch einzelne Akteure und insuläre Projektaktivitäten geprägt. E-Learning ist an Hochschulen jedoch dauerhaft und mit einer gewissen Breite zu integrieren, um die Potenziale für insbesondere ein anderes Lernen einlösen zu können, das stärker auf problem- und fallbasiertem, selbstgesteuertem und kooperativem Lernen basiert und die Möglichkeiten von E-Learning nutzt, Studienangebote flexibler, effektiver und effizienter zu organisieren. E-Learning ist im Ansatz einer „virtuellen Universität“ bislang als ein „Paralleluniversum“ neben der „realen“ Universität gedacht worden, ohne die Bezüge zwischen beiden Welten konsequent herzustellen. Die Potenziale des mediengestützten Lernens lassen sich auf diese Weise für eine Präsenzuniversität nicht zufriedenstellend nutzen. Virtuelles Lernen muss integraler Bestandteil einer Universität werden, deren Abläufe zunehmend durch digitale Services unterstützt werden. Eine wesentliche Voraussetzung für die breite und nachhaltige Nutzung von E-Learning in einer Präsenzhochschule erscheint demnach, inwieweit die E-Learning bezogenen Services tatsächlich in eine durchgängig konzipierte digitale Infrastruktur integriert sind und in Studium und Lehre (etwa als selbstverständlicher Bestandteil von Studienmodulen oder –abschnitten) verankert sind.“ (E-Strategie UDE)

An diesen Ausführungen hat uns angesprochen, dass die Potenziale des virtuellen Lernens nur dann zum Tragen kommen, wenn E-Learning durchgängig konzipiert und in die digitale Infrastruktur integriert ist. E-Learning wurde bis anhin zu sehr als „Paralleluniversum“ gesehen und wahrgenommen, neben vielen anderen Aktivitäten in der Lehre, Forschung und Weiterbildung. Mit unserem E-Learning Konzept versuchen wir deshalb, in verschiedenen und unterschiedlichen Aufgabenbereichen unserer Hochschule Vorschläge zu machen. Als ersten Schritt haben wir nachstehende E-Strategie aufgestellt, auf die wir unser Konzept ausrichten werden. Mit dieser E-Learning-Strategie werden richtungsweisende Elemente beschrieben, welche die PHSG in Zukunft mit E-Learning erreichen will.

3.2

E-Strategien

1.

Wir möchten die Chance ergreifen, Lehre und Forschung durch die konsequente Nutzung digitaler Technologien weiter zu verbessern. Wir streben daher an, sinnvoll digital umsetzbare Dienste konsequent über das Internet zu realisieren.

2.

Wir sehen diese Aktivitäten im E-Learning als ein wichtiges Element der Profilbildung, mit der wir uns gegenüber anderen Pädagogischen Hochschulen strategisch positionieren wollen.

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3.

Die Präsenzlehre wollen wir mit digitalen Lernangeboten erweitern, um damit die Lernaktivität und die Betreuung zu intensivieren und hochschulübergreifende Kooperationen zu ermöglichen.

4.

Den Lehrenden, ihrer Kompetenz und Motivation kommt eine Schlüsselrolle zu, um E-Learning zu verankern und eine innovative Lehr-Lernkultur zu etablieren. Daher ist der Förderung von "E-Kompetenz" als Teil der Lehrkompetenz besondere Beachtung zu schenken.

5.

Für die Lehrkräfte von morgen ist die Auseinandersetzung mit digitalen Medien besonders wichtig. Wir wollen daher die Nutzung digitaler Medien besonders forcieren und hierzu die erforderlichen Medienkompetenzen im E-Learning und E-Teaching entwickeln.

6.

Wir möchten die Forschung zum Thema E-Learning weiter intensivieren (z.B. E-Portfolio). Für die Volksschulen bieten wir Beratung (Medienwerkstatt) und Dienstleistungen im E-Learning (z.B. ICT-Evaluation) an.

7.

In der Weiterbildung sehen wir ein erhebliches Potential zur Positionierung und Vermarktung von E-Learning Angeboten für Hochschulangehörige und amtierende Lehrpersonen (vgl. CAS Medienpädagogik, CAS Informatikverantwortliche).

8.

E-Services werden kunden- und prozessorientiert ausgerichtet. Dazu werden Kundenbedürfnisse regelmässig evaluiert.

9.

Wir bieten ein integriertes Internetportal als zentralen Service ("E-Learning-Site") an, um die online verfügbaren Informationen an einem Ort zielgruppenspezifisch zusammenführen.

10.

Die Umsetzung eines E-Learning-Konzeptes erfordert die Intensivierung der Kooperation von Lehre, Forschung und Weiterbildung und den Support-Einrichtungen der Verwaltung. Um diese Zusammenarbeit langfristig sicher zu stellen, werden entsprechende Strukturen weiterentwickelt.

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4 Ist-Analyse Als Grundlage für diese Konzept-Arbeit diente uns das Standardwerk „Die besten Strategietools in der Praxis“ von Klaus Kerth und Heiko Asum. Das Buch lieferte eine erste Orientierungshilfe, indem es eine mögliche Herangehensweise, wichtige Fragestellungen und Strategieinstrumente aufzeigte. Die vier strategischen Phasen Analyse (Ist), Gestaltung (Soll), Bedeutung und Implementierung (Massnahmen), welche im Buch als Stufen für Projekte in der Wirtschaft vorgeschlagen werden, geben auch für diese Konzept-Arbeit mit gewissen Abstrichen die Grob-Struktur. Bei der Phase Bedeutung geht es im wirtschaftlichen Sinne um geschäftspolitische Fragestellungen (wie Geschäftmodelle, Wachstumschancen, generische Strategien, etc.), die für die konzeptionelle Arbeit in einer Bildungsinstitution vielleicht nicht irrelevant sind aber sicherlich nicht die gleiche Bedeutung wie bei einer dem Markt ausgesetzten Firma haben. In diesem Kapitel steht die Ist-Analyse im Zentrum. Es wird der Schwerpunkt auf die bereits vorhanden Aktivitäten und Ressourcen gelegt, die im weitesten Sinn relevant für ein E-Learning-Konzept sind. 4.1

Notebook-Obligatorium

An der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) wird vorausgesetzt, dass alle Studierenden ein persönliches Notebook (WLAN fähig) mitbringen. Die Studierenden sind für das einwandfreie Funktionieren ihres Notebooks selber verantwortlich. Die PHSG führt an Notebooks von Studierenden weder Wartungs- noch Installationsarbeiten durch. Die Studierenden können frei entscheiden, bei wem sie ihr Notebook kaufen. Jedoch wird eine Konfigurations-Empfehlungen für den Notebook-Kauf abgegeben, welche für den Studienbeginn (im September 2008) unter folgendem Link eingesehen werden kann: http://www.phsg.ch/PortalData/1/Resources/kiga_primar/docs/Merkblatt_Empfehlungen_Notebook-Kauf_2008-09.pdf

Grundkenntnisse der Computeranwendung werden zu Beginn des Studiums vorausgesetzt. Die PHSG bietet während des Studiums je nach Studiengang einen obligatorischen Grundkurs Informatik (Oberstufenlehrer-Ausbildung) bzw. Freifachkurse (Kindergarten-und Primarlehrer-Ausbildung) an, die zu einem angemessenen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) befähigen sollen. Zu Studienbeginn erhalten alle Studierenden ein persönliches Benutzerkonto mit Passwort (inkl. E-Mail-Adresse). So haben sie von jedem PHSG-Computer auf ihre abgelegten Daten und das Internet Zugriff. Für den drahtlosen Zugriff stehen in allen Gebäuden der PHSG WLAN-Zonen zur Verfügung. 4.2

Informatikzimmer und Schulungsräume

An den Standorten Stella Maris, Hadwig und Gossau steht je ein Informatikzimmer mit entsprechender Ausstattung (rund 20 Arbeitsplätze) zur Verfügung. Die Computer in den Informatikzimmern stehen den Studierenden bei nicht Gebrauch zur freien Verfügung (nur Sek I).

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4.3

E-Learning-Werkzeuge

An der PHSG sind aktuell verschiedene E-Learning-Werkzeuge (Tools) im Einsatz, da ganz heterogene Erwartungen an ein lernunterstützendes System vorliegen. In Vorlesungen, Seminarien sowie zur Begleitung des Studiums und Selbstorganisierten Lernens (SOL) werden Tools eingesetzt, welche grundlegende Vorgänge und Aktionen (z.B. die Organisation von Dokumenten oder die Kommunikation) unterstützen. Aktuell sind nachstehende E-Learning-Werkzeuge im Einsatz: BSCW (Basic Support for Cooperative Work) ist eine Groupware. Mitglieder eines Arbeitsbereiches können Dokumente gemeinsam ablegen, verwalten, bearbeiten und austauschen. Um mit der BSCW arbeiten zu können, braucht es lediglich einen Browser (Internet-Explorer, Mozilla Firefox, Apple Safari, ...). BSCW wird an der PHSG zur Zeit als zentrale Campus-Plattform für den Bildungsbereich genutzt. Der BSCW entspricht eigentlich dem Prinzip "E-Learning by distributing" (siehe E-Learning, Kapitel 2) und kann daher nicht als eigentliche E-Learning-Plattform bezeichnet werden. Mahara (open source eportfolios) wird in ausgewählten Modulen zur Erstellung und Verwaltung von E-Portfolios eingesetzt. Lernende können in Mahara ein digitales Kompetenzprofil von sich erstellen, ein oder mehrere Blogs führen, Dateien hochladen und verwalten und Kontakte zu anderen Mitgliedern pflegen. Die Benutzerin kann verschiedene Ansichten ihres Gesamtprofils erstellen und diese für bestimmte andere Benutzer oder Benutzergruppen zur Einsicht freigeben. Diese Plattform entspricht der E-Learning Stufe 3 "E-Learning by collaborating" (siehe E-Learning, Kapitel 2). OLAT (Online Learning And Training) ist ein webbasiertes Learning Management System (Lernplattform, LMS). Mit OLAT lassen sich Online-Kurse (diverse Unterrichtsmethoden sind abbildbar) produzieren, Online-Tests und Online-Fragebogen erstellen sowie Arbeitsgruppen für die kursunabhängige Zusammenarbeit bilden. OLAT wird an der PHSG für Online-Kurse (Blended Learning) und Online-Prüfungen erprobt. OLAT ist eine klassische Plattform, die "E-Learning by interacting" ermöglicht. Diese Plattform findet zur Zeit nur in der Ki/PrimAusbildung ihre Anwendung. ELBA (E-Learning Baukasten) sind einfache, von einander unabhängig einsetzbare E-Learning-Tools (Umfrage, Diskussionsforum, Wiki, Quiz, Concept Map, Blog), welche mit wenig Mehraufwand die Interaktion im Unterricht verbessern können. Die ELBA-Tools eignen sich daher hervorragend fürs unkomplizierte E-Teaching und werden derzeit primär von Dozierenden in der Ki/Prim-Ausbildung eingesetzt. Educanet2 ist eine Plattform für Information, Kommunikation und Kooperation im Rahmen von verschiedenen Lehr-/Lernszenarien innerhalb einer einzigen oder zwischen mehreren virtuellen oder realen Bildungsinstitutionen. Die Plattform vereint eine Vielzahl von geschlossenen und selbst verwalteten Institutionen bzw. Schulen zu einer einzigen grossen Lehr-/Lern-Community. Darüber hinaus bietet die Plattfrom eine reichhaltige Palette von

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Werkzeugen (Wiki, Webpagegenerator, Blog, Onlinekurse, Dateienaustausch, etc.) welche vom Administrator unserer Institution wahlweise in ihrem ganzen Umfang oder in einer spezifischen Auswahl zur Verfügung gestellt werden können.

4.4

PHSG-Homepage/Extranet

Die PHSG verfügt über eine offizielle Internetseite [www.phsg.ch], welche die studien- und institutionsrelevanten Informationen nach aussen trägt. Für die Bewirtschaftung dieser Seite ist ein kleiner Kreis zuständig, der ausschliesslich über die vier Prorektorate (KindergartenPrimarschule, Sekundarstufe, Forschung, Entwicklung und Beratung, Weiterbildung) und die Verwaltung bestimmt wird. Dieses Portal wird somit von wenigen Autoren bedient mit dem nicht unerheblichen Vorteil, dass man den Inhalt so besser kontrollieren bzw. koordinieren kann. Die offizielle Internetseite [www.phsg.ch] bietet daher keine Möglichkeit zur Distribution von Inhalten der Lehre, da die Dozierenden darauf keine Möglichkeit der niederschwelligen Veröffentlichung haben. Für den Aufbau des neuen Internetauftrittes wurden die beiden Firmen OnlineConsulting (CMS-Redaktionssystem) und Festland (Grafik) verpflichtet. Um Abläufe und Kosten zu optimieren, war es sinnvoll, diese beiden Firmen auch beim Aufbau des Extranet mit einzubeziehen. Seit dem 7. Juli 2008 ist nun auch das Extranet online. Das Extranet ist nach ISO/IEC 2382 eine Erweiterung des Intranets um eine Komponente, die nur von einer festgelegten Gruppe externer Benutzer verwendet werden kann. Extranets dienen der Bereitstellung von Informationen, die zum Beispiel Unternehmen, Kunden oder Partnern zugänglich gemacht werden, nicht aber der Öffentlichkeit. In unserem Fall verstehen wir unter dem Extranet eine Zusammenfassung des Extranets und des Intranets jenes Teils des Webauftrittes, welcher als Informationsplattform zwischen Institution – Mitarbeitenden, Dozierenden-Studierenden, Institution – Studierenden, Institution PraktikumsleiterInnen & Mentoren sowie für Projekte im Forschungs- und Weiterbildungsbereich genutzt werden. Das neue Extranet ist die primäre Informationsplattform für sämtliche Angehörigen der PHSG sowie für die Studierenden. Im Extranet stellt die Institution aber auch weiteren nahestehenden Zielgruppen wie Praktikumslehrpersonen, Mentorinnen und Mentoren oder Absolvierenden von Weiterbildungsveranstaltungen Dokumente und Informationen zur Verfügung, die nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind. So sind insbesondere für die Angehörigen der Pädagogischen Hochschule sämtliche relevanten Informationen und Services übergreifend und transparent auf einer Website verfügbar. Die Zusammenfassung aller bisherigen Extra- und Intranetplattformen zu einem gemeinsamen, mit einem einzigen Passwort zugänglichen PHSG-Extranet bringt viele Vorteile, bedingt aber auch Anpassungen der bisherigen Such- und Downloadstrategien. Der Zugang geschieht ausschliesslich über Logins. Die erarbeitete Extranetstruktur mit den Lese-Berechtigungen zeigt, dass alle Studierenden wirklich dasselbe sehen können und dürfen, somit könnte man allen auch nur ein Login einrichten. Das hat aber den

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entscheidenden Nachteil, dass dann in ein paar Jahren der ganze Kanton weiss, wie man bei der PHSG mit einem Studlogin ins Extranet kommt. Deshalb wurde jeweils ein Login mit dem Zusatz des Studienbeginns also z.B. Stud08Sek1 erstellt. Wenn das Studium dann nach 9 Semestern im Jahr 2013 abgeschlossen wird, kann dieses Login einfach gelöscht werden. 4.5

Homepages einzelner Fachbereiche

Bei der Ist-Analyse möchten wir es nicht unterlassen, die Webauftritte vereinzelter Fachbereiche bzw. einzelner Dozierenden zu erwähnen. Die Motivation für das Erstellen einer eigenen Homepage ist wahrscheinlich so unterschiedlich, wie es die Dozierenden und ihre Fachgebiete sind. Dies ist keine Tour d’horizon über die Webaktivitäten unseres Lehrkörpers. An dieser Stelle möchten wir stellvertretend für andere Fachbereiche die Webseite von Kurt Frischknecht (Fachbereich Biologie) erwähnen, welcher an unserer Institution als Pionier schon sehr früh seine Vorlesungen webbasiert begleitet und dokumentiert hat [www.phs.unisg.ch/fachinfos/Biologie/index.html]. Die Homepage des Modules Bereichsdidaktik Informatik und Kommunikation [www.bdik.ch], wird in der Folge etwas genauer erläuert. Die Intentionen für eine webbasierte Umsetzung des Moduls waren folgende: • einfache Distribution von Inhalten, keine Skripte • Multimedialität (Film und Ton) • Praktikumsleitungen einen Einblick in die behandelten Inhalte ermöglichen • Materialien auch amtierenden Lehrkräften, bzw. ehemaligen Studierenden zugänglich zu machen • in Diskussionsforen auswärtige Interessierte involvieren • Präsentation nach aussen, Publizität Alle Skripte stehen als pdf-Dateien zum Download zur Verfügung und werden von den Studierenden teils direkt auf dem Notebook bearbeitet, wodurch sie bei allen Vorlesungen ihr Notebook dabei haben müssen. Das Notebookobligatorium hat uns zusätzliche E-LearningMöglichkeiten geboten oder geradezu aufgedrängt. So konnte durch die vorhandenen Notebooks in den Veranstaltungen digitale Votings, Beiträge in Foren, Filmsequenzen, Daten-Austausch, Weblog etc. mittels der Homepage eingebaut werden. Am Praktikumsleitertreffen wurden die Lehrkräfte über die Ausbildungsinhalte informiert und man gaben ihnen das Login für die Seite, was sehr geschätzt wurde. Die Praktikumsleitungen äusserten immer wieder den Wunsch, dass sie über die behandelten Inhalte bzw. didaktischen Philosophien informiert werden möchten. Den Praktikumsleitungen kommt zusehends eine Ausbildungsfunktion zu, die im Sinne der Kongruenz von Theorie und Praxis nur dann wahrgenommen werden kann, wenn diese auch wissen, was an der Ausbildungsstätte vermittelt wird. Durch den Zugang zur Webseite ist es ihnen nun leicht möglich, sich zu informieren. Darüber hinaus stehen ihnen die vielfälltigen Materialien und Modulnachweise der Studierenden zur Verfügung. Eines der Ziele ist es, in diesem Modul den methodisch-didaktischen Einsatz des Computers zu vermitteln. Bei diesem Modul drängte sich eine Homepage geradezu auf. Die Seite bietet

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viele „good-practice“-Umsetzungen, welche die Studierenden als Modulnachweis in 3erGruppen erstellen mussten. Diese sind zu einem grossen Teil im öffentlichen Bereich der Homepage abgelegt und stehen den Studierenden und weiteren Interessierten zur Verfügung. Darüber hinaus erhoffen wir uns, dass die Homepage mit den Jahren zu einer Drehscheibe für amtierende Lehrkräfte wird, da jedes Jahr durch diese Form von Modulnachweisen ca. 40 neue Umsetzungsbeispiele generiert werden. Darüber hinaus führen die beteiligten Dozierenden einen Blog, ein Forum und ein Board mit Hinweisen zu Trends und bildungsrelevanten Neuigkeiten. In Zusammenarbeit mit den Studierenden betreiben die Dozierenden zusätzlich eine ausführliche Linkliste über alle Fachbereiche, ganz im Sinn von Web2.0. Im geschützten Bereich der Homepage, welcher mit einem Login versehen ist, das über mehrere Jahre nicht geändert werden soll, sind viele Tools und andere urheberrechtlich geschützte Inhalte zugänglich. 4.6

Medienwerkstatt

Mit der Literatur- und Informationsversorgung der Studierenden, Dozierenden und Forschenden der PHSG ist der medienverbund.phsg beauftragt. Dieser betreibt an jedem der vier Hochschulstandorte eine eigene Mediathek. Zusätzlich steht an den Standorten Stella Maris, Mariaberg und Gossau je eine Medienwerkstatt zur Verfügung. Mit ihrem Dienstleistungs- und Beratungsangebot unterstützen die Medienwerkstätten Dozierende, Forschende und Verwaltung der PHSG, sei es in der Lehre, bei Forschungsprojekten oder bei intern anfallenden Arbeiten. Offen stehen die Medienwerkstätten aber auch sämtlichen Lehrpersonen, welche ihre Medienkompetenz verbessern wollen, die mit ihrer Klasse ein Medienprojekt durchführen möchten oder die für ihre Arbeit besondere Infrastrukturbedürfnisse haben, welche an den Schulstandorten nicht abgedeckt sind. Eine Gruppe war damit beschäftigt, ein Analyse der bestehenden Medienwerkstätten in Rorschach und in Gossau durchzuführen, um daraus mögliche Schlüsse für ein BetriebsKonzept zu ziehen. Obwohl vergleichbar ausgerüstet, sind die Medienwerkstätten in Rorschach und Gossau auf Grund ihrer unterschiedlichen Entwicklung und der personellen Besetzung unterschiedlich positioniert. So wird in den Medienwerkstätten Rorschach in erster Linie eine Infrastruktur für medienbasiertes Arbeiten zur Verfügung gestellt und bei Bedarf eine technikorientierte Unterstützung angeboten, während die Medienwerkstatt in Gossau stärker inhaltsorientiert agiert und eigene Anstösse für den Medieneinsatz von Lehrpersonen im Unterrricht entwickelt. Durch die Fusion stellt sich für das Rektorat der PHSG nun die Frage, wie die strategische Ausrichtung der Medienwerkstätten aussehen könnte. Die Leitung des medienverbund.phsg erhielt daher den Auftrag, zuhanden des Rektorats eine Entscheidungsgrundlage auszuarbeiten, welche mögliche Stossrichtungen sich für den Einsatz der beiden Medienwerkstätten anbieten könnten, und entsprechende Handlungsfelder aufzeigen.

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4.7

E-Portfolios

Im Bereich des E-Portfolios möchten wir ein zentrales E-Learning-Instrument der Ausbildungsstätte für Kindergarten- und Primarlehrkräfte erwähnen, welches im Studienbereich "Berufs- und Studienkompetenzen" (BSK) erfolgreich Anwendung findet. Seit 2004 dokumentieren die Studierenden im 1. und 2. Semester Aspekte des eigenen Lernens und Lehrens im Halbtagespraktikum und im Modul Berufs- und Studienkompetenzen I (BSK I) in einem E-Portfolio (elektronisches Portfolio, Reflexionsportfolio). Die Daten der Befragungen in den Jahren 2005-07 zeigten mehrheitlich signifikant positivere Einschätzungen in den von den E-PortfolioStudierenden berichteten und empirisch ausgewerteten Bereichen Einstellung, Interesse, Lernfortschritt, Anstrengungsbereitschaft und Motivation (Christen, Hofmann & Obendrauf). Aufgrund dieser ermutigenden Datenlage wurde die laufende Implementierung von E-Portfolios im Studienbereich BSK weiter vorangetrieben, dies verbunden mit entsprechenden Forschungsfragen. In den durchgeführten Vorarbeiten blieb dabei bislang ungeklärt, inwiefern sich die mit den E-Portfolios verbundene, produktorientierte (summative) Bewertungspraxis zu Ende eines Semesters in Richtung einer wöchentlichen, eher prozessorientierten (formativen) Bewertungspraxis verändern lässt und inwiefern sich diese neue Bewertungspraxis in den Einschätzungen der Studierenden abbildet. Sehr deutlich zeigte sich im Studienjahr 2007/08 die Bevorzugung der prozessorientierten summativen Bewertung von E-Portfolios. Dieses wichtige Ergebnis lieferte eine solide Basis für die Weiterentwicklung von prozessorientierten Bewertungsformen in Form von wöchentlichen Feedbacks. Auf dem E-Portfolio-Network (www.eportfolio-phsg.ch) können sich Interessierte einen Überblick über das Projekt und über die Aktivitäten in den einzelnen E-Portfolios der Studierenden machen. Mit der Implementierung der Open Source E-Portfolio-Software Mahara (www.mahara.phsg.ch) wurde im Studienjahr 2008/09 zudem das elektronische Präsentationsportfolio (E-Portfolio) für die Arbeit in Lerngemeinschaften (ALGE) neu im Modul Berufs- und Studienkompetenzen II (BSK II) eingeführt. Mitunter ermutigt durch die positiven Erfahrungen mit E-Portfolios im Studiengang Kindergarten- und Primarstufe hat sich das Prorektorat Sek I dazu entschlossen, den zukünftigen Bachelorabschluss mittels eines E-Portfolios anzubieten.

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5 Soll-Analyse I 5.1

Befragung der Studiengangsvertretungen

Die Studienbereichsleitungen wurden von der Schulleitung der PHSG beauftragt, in den einzelnen Studienbereichen die Anliegen und Bedürfnisse im Zusammenhang mit E-Learning zu sammeln und diese gebündelt dem Rektorat weiterzuleiten. Die Studienbereichsleitungen wurden gebeten, sich zu überlegen, welche Vorschläge und Anliegen sie von ihrem Studienbereich bezüglich E-Learning einreichen wollen, wo sie Handlungsbedarf sehen, welche Probleme es gibt und was nötige Vorkehrungen sein könnten. Ein spezieller Fokus sollte dabei auf das selbstorganisierte Lernen (SOL) der Studierenden gelegt werden. Die gesammelten Rückmeldungen sind im Anhang aufgeführt. In der Folge versuchen wir, einige zentrale Aussagen in einer Auswertung zusammenzufassen. E-Learning Konzept Die Verankerung einer Medienstrategie im Entwicklungskonzept einer Schule wird allgemein als ein wichtiger Faktor für die breite Verwendung digitaler Medien für das Lehren und Lernen anerkannt. Das Fehlen einer solchen Strategie wird im „ICT Impact Report" der EU entsprechend als Hindernis für eine erfolgreiche Integration digitaler Medien in der Lehre aufgeführt. Neben Entwicklungen im technischen Bereich und Herausforderungen im Umgang mit Informationen werden die zukünftigen Lehrpersonen auch mit einer neuen Generation von Lernenden konfrontiert, welche in einem stark veränderten medialen Umfeld aufgewachsen sind. Francesco Pedro hat dazu den Begriff „New Millennium Learners" geprägt. Die PHSG braucht ein lern- und lehrorientiertes Medienleitbild, das auf die Bedürfnisse der Schule der Zukunft ausgerichtet ist. Die PHSG soll als eine Hochschule erlebt werden, wo technische Neuentwicklungen medienpädagogisch und mediendidaktisch reflektiert und für das Lehren und Lernen nutzbar gemacht werden. In diesem Medienleitbild sollen eine Vision für die Medienentwicklung der gesamten Schule sowie, ausgehend von dieser Vision, gemeinsam erarbeitete und beschlossene Ziele festgehalten werden. Um eine Gesamtsicht zu gewährleisten, soll dieses Medienkonzept von einer zu konstituierenden Steuergruppe Medien der PHSG entwickelt werden, in der Dozierende aller Studienbereiche, aber auch Medienpädagogen, Informatiker und Studierende vertreten sind. Die Steuergruppe Medien der PHSG soll Fragen im Bereich digitaler Medien reflektieren, Perspektiven für die PHSG entwickeln und wichtige Entscheide vorbereiten. Diese Steuergruppe Medien soll auch Projekte für Lehre, Weiterbildung und Forschung anregen und soll damit dazu beitragen, die medienpädagogischen Aktivitäten mit den Prozessen der Unterrichts- und Schulentwicklung zu verbinden. Unterrichtsentwicklung durch Support Gerade die Möglichkeiten des netzbasierten Lernens würden erlauben, verschiedene Bereiche der Ausbildung wie z.B. berufspraktische Ausbildung, Fachdidaktik und

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Fachausbildung in übergreifenden Projekten zu verbinden und damit neue Perspektiven für die Ausbildung zu eröffnen. Einige Dozierende vermuten zudem ein grosses Potenzial im Zusammenhang mit dem selbst organisierten Lernen (SOL), bemängeln aber gleichzeitig, dass sie zu wenig wissen, was hier alles möglich wäre. Insgesamt ist ein grosses Bedürfnis nach geeigneten Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Lehre und nach der Entwicklung sinnvoller Beispiele vorhanden. Der Wunsch nach mehr Schulung und Weiterbildung wurde mehrmals eingebracht, insbesondere um die Hemmschwelle für den Einsatz digitaler Medien in der Lehre weiter zu senken. Eine grosse Schwierigkeit neben der technischen Hürde ist auch didaktisch-methodischer Art: Wie gestalte ich ein wirklich sinnvolles Arrangement, das einen Mehrwert bringt? Ein didaktisch-methodischer Support wird als Hilfe für das Erstellen von adäquaten E-LearningSettings gewünscht. Sicherheitsmassnahmen/Filter Die Sperre (Access Denied) für das Abspielen von Videodateien aus dem Internet im Bildungsnetzwerk wurde von Dozierenden wiederholt als Behinderung bezeichnet. Der Weg führt zurzeit über das Freischalten einzelner Seiten auf Anfrage im Voraus, was funktioniert, auf die Dauer jedoch umständlich ist. Die Arbeit mit Podcast, Ton- und Videodateien, welche gerade für den Sprachenbereich sinnvolle und vielfältige Möglichkeiten bietet, wird damit einschneidend erschwert anstatt gefördert. Der Zugang zu diesen Medien ist für die Lehre unbedingt freizuschalten. Software In den verschiedenen Studienbereichen wurden spezifische Wünsche an unterschiedliche Software aufgeführt. Dabei wird immer auch Software für den persönlichen bzw. privaten Computer gefordert.

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6 Soll-Analyse II 6.1

Das mediendidaktische Viereck

An die Neuen Medien werden eine ganze Reihe von Erwartungen und Hoffnungen geknüpft. „Es lässt sich aber sagen, dass die erhofften Effekte keineswegs von alleine und durch die Medien selbst eintreten. Es stellt sich vielmehr heraus, dass die angestrebten Innovationen doch ein wesentlich vielschichtigeres und komplexeres Unterfangen darstellen, als vielfach angenommen wird“ (Kerres 2001 S. 48). Die Begründungen für einen multi- oder telemedialen Einsatz in unserer Schule kann aus verschiedenen Sichtweisen erfolgen. Diese fokussieren auf unterschiedliche, aber nicht ausschliessende Aspekte mediengestützten Lernens. Die technische Sicht Bei einer technischen Sicht steht die Entwicklung und die Erprobung von Hard- und Software-Lösungen für Bildungszwecke im Vordergrund. Projekte, welche auf der Basis dieser Sichtweise initiiert wurden, haben das Merkmal, dass sie auf technischen Lösungen basieren, die bei Projektstart noch nicht erhältlich oder technisch noch nicht ausgereift sind. Dies sind insofern riskante Projekte, da die didaktischen Potenziale erst sichtbar werden, wenn die technische Entwicklung abgeschlossen ist. Daher ist unsere Hochschule gut beraten, auf bereits etablierte Technologien zu setzen, die zuverlässig in Funktionalität und Bedienbarkeit sind. „Die Technik sollte im Bewusstsein der Beteiligten in den Hintergrund rücken und weitgehend selbstverständlich ihren Dienst verrichten. Lernende und Lehrende, ebenso wie Entwickler und Betreuer sollten möglichst wenig über Charakteristika der Technik stolpern“ (Kerres 2001 S. 87). Die psychologische Sicht Diese Sichtweise betrachtet hauptsächlich die Interaktion von Lernendem und Medium im Lernprozess. Aus der konsequenten Umsetzung dieser Sichtweise können weitreichende Forderungen an die Konzeption und Gestaltung gestellt werden, welche durch die Vielzahl von sich teilweise widersprechenden Modellen erschwert wird. „Die Konzentration auf die Interaktion Person und Medium übersieht leicht, dass der Erfolg der gewählten Szenarien ganz entscheidend von umgebenden Faktoren abhängt und nicht nur von Merkmalen des Mediums„ (Kerres 2001 S. 87). Die ökonomische Sicht Der Kosteneinsatz bei mediengestütztem Lernen ist höher als im konventionellen Unterricht. Daher ist diese Sichtweise mit der Hoffnung verbunden, dass sich die Investitionen über eine mittel- oder langfristige Zeitspanne rechnen werden. Das Problem einer rein ökonomischen Sicht auf die Einführung von Bildungsmedien besteht darin, dass hauptsächlich die Frage im Zentrum steht, mit welchen Mitteln ein Optimum zu erreich ist. „Bestimmte Entscheidungen entziehen sich jedoch einer oberflächlichen Quantifizierung, da mit ihnen unterschiedliche Qualitäten verbunden sind“ (Kerres 2001 S. 88). Die bildungsorganisatorische Sicht Bei der Einführung multimedialen Lernens aus bildungsorganisatorischer Sicht werden Akzente im Bereich der Folgen für Lerner und Organisation gesetzt. Diese Akzente sollen möglichst nachhaltig im Bildungssystem verankert werden. Die Gefahr in der Praxis könnte

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sein, dass der didaktischen Qualität der Medienkonzeption nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die medienwissenschaftliche Sicht Diese Sichtweise geht über den Fokus auf Effekte des Lehrens und Lernens hinaus und bindet in der Betrachtungsweise auch soziale, kulturelle und gesellschaftliche Aspekte mit ein. Die mediendidaktische Sicht Diese Sichtweise betont das konzeptionelle Innovationspotenzial neuer Bildungsmedien. „Solche Potenziale sind allerdings nicht mit bestimmten Mediensystemen verknüpft. Die genannte Innovation lässt sich prinzipiell mit unterschiedlichen Mediensystemen erreichen: Es ist vor allem eine Frage des Wirkungsgrades, welches Mediensystem sich in einem spezifischen Kontext besonders eignet, um bestimmte didaktische Ziele zu erreichen. Die pädagogische Innovation liegt damit in der gewählten didaktischen Medienkonzeption und darin, ob diese zur Lösung eines Bildungsproblems (besser) beiträgt, nicht aber in der Entscheidung für bestimmte Mediensysteme“ (Kerres 2001 S. 89). Bei dieser Sichtweise besteht die Gefahr, dass das eigentliche Ziel die Einführung des innovativen Bildungssystems ist und nicht die Lösung eines Bildungsanliegens. In den folgenden Begründungen von Innovationsmöglichkeiten für unsere Hochschule soll hauptsächlich aus der mediendidaktischen Sichtweise argumentiert werden. Das erfolgreiche Implementieren von digitalen Medien macht eine ganze Reihe von Aktivitäten erforderlich, welche es zu koordinieren und zu gewichten gilt. Michael Kerres spricht in seinem Buch „Multimediale und telemediale Lernumgebungen“ vom magischen Viereck mediendidaktischer Planung“. Magisch aus dem Grund, weil die verschiedenen Aktivitäten (siehe Abbildung 5) in ein ausgewogenes Gleichgewicht gebracht werden müssen, um mediendidaktische Innovationen erreichen zu können.

Ausstattung Lerninhalte

Infrastruktur Dienstleistungen Personal

Entwicklung

didaktische Reform Lehrmethoden Produktion

Medien

Organisation Distribution

Abbildung 5: Mediendidaktisches Viereck der Innovation (Kerres 2001)

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6.2

Aktionslinien

In beiden Studiengängen der PHSG werden zur Zeit neue Formen des mediengestützten Lernens erprobt. Dabei zeigt sich allerdings, dass didaktisch und technisch überzeugende E-Learning-Lösungen - mit Ausnahme einzelner Fachbereiche - häufig noch von einigen wenigen hochmotivierten "Pionieren" getragen werden, diese aber nicht automatisch auf andere Kolleginnen und Kollegen, Fach- und Studienbereiche ausstrahlen bzw. Nachahmung finden. Ein wesentlicher Faktor für die Nachhaltigkeit von E-Learning an einer Hochschule sind die Lehrenden. Den Dozierenden, ihrer Kompetenz und Motivation kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht E-Learning zu verankern und eine innovative Lehr-Lernkultur zu etablieren. Um nun die "breite Masse" (oder auch "zweite Welle") von Dozierenden für E-Learning-Innovationen zu gewinnen, sind zahlreiche Aktivitäten zur Kompetenzentwicklung erforderlich, die folgenden Bereichen zugeordnet werden können: Informationen bereitstellen, Einstellungen vermitteln, Handlungsbereitschaft erhöhen, Bildungsangebote organisieren, Qualitätsentwicklung lernförderlich gestalten, beratende Unterstützung anbieten, Austausch fördern sowie Innovationen verbindlich machen (Kerres, 2008). Neben Massnahmen zur Entwicklung von E-Kompetenzen bei den Dozierenden und Studierenden sind aber auch zahlreiche didaktische, technische und organisatorische Aktivitäten zu treffen, um die Voraussetzung für die Nachhaltigkeit von E-Learning an unserer Hochschule zu schaffen. Das magische Viereck der mediendidaktischen Innovation ermöglicht nun solche Aktivitäten funktional zu kategorisieren und darüber hinaus angemessene Planungsschritte zu entwickeln. Die vier Kategorien (Didaktische Reform, Medien, Entwicklung, Infrastruktur) geben uns eine geeignete Struktur für das "Teilkonzept E-Learning". Basierend auf den E-Strategien und dem magischen Viereck mediendidaktischer Innovation haben wir nachstehende Aktionslinien zur Kompetenzentwicklung entwickelt und diese den vier Kategorien zugeordnet. Die vorgeschlagenen Aktionslinien, welche jeweils mit einem grünen Pfeil visualisiert sind, gilt es in einer zweiten Phase gemeinsam mit den Dozierenden zu elaborieren und an der Institution zu spiegeln. 6.3

Didaktische Reformen

Reform der Lehre: Welche (neuen) Lehrinhalte wollen wir vermitteln? Welche (neuen) Methoden des Lehrens und Lernens streben wir an? Die Dozentenschaft ist im Allgemeinen mit den Möglichkeiten, welche die neuen Medien bieten können, wenig vertraut. Für die erfolgreiche Umsetzung eines E-Learning-Konzepts gilt es, die mögliche kritische Haltung der Dozierenden ernst zu nehmen. Betrachtet man die Reichweite der möglichen Einwände, sind mediengestützte Bildungsmassnahmen sehr wohl zu begründen, ein schlichter Verweis auf mögliche Innovationen im Bildungssektor durch „neue“ Medien wird nicht ausreichen. E-Learning ist an unserer Institution, und dies gilt wahrscheinlich auch für viele andere, noch keine Selbstverständlichkeit. Das hat unseres Erachtens auch seinen Grund darin, dass im E-Learning noch immer die technische Umsetzung und Machbarkeit viel zu stark im Vordergrund steht. Zurückzuführen ist dies u.a.

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auch auf fehlende Handlungskompetenzen der Dozierenen in der Benutzung von Tools und Software. So wird die Umsetzung oftmals zur Hürde für den eigentlich geplanten Einsatz neuer Medien. Auch aus diesem Grund ist E-Learning im Bildungsalltag wenig präsent und schliesslich fehlen auch die Ideen und Kenntnisse über einen gezielten und sinnvollen Einsatz. Wie also kann man die Dozentenschaft dabei unterstützen, sich erst einmal für E-Learning zu öffnen, um in der Anwendung die Relevanz für die eigene Praxis herzustellen? Dies wird nur über kompetente Berater und Ansprechpersonen initiiert werden können. Die zentrale Frage für Dozierende mit der Absicht, etwas mit „neuen“ Medien umsetzen zu wollen, ist: „An wen oder wohin kann ich mich wenden?“ Leider wurden allzuoft im Glauben an die Potenziale des jeweils neuen Mediensystems, die mediendidaktische Anliegen auf das Einführen von Medientechniken in Bildungseinrichtungen reduziert. So werden zum Teil nicht unerhebliche Investitionen in die Ausstattung von Computern, Software etc. getätigt, in der Annahme, damit das Lernen und Lehren bereits verändert (= verbessert) zu haben. Es besteht also immer die Gefahr, so auch bei diesem Konzept, dass die Einführung des Mediums zum eingentlichen Ziel wird (Sprachlaboreffekt „alle wollen es, keiner nutzt es“). Eine Supportstruktur im Bereich E-Learning muss neben der didaktischen Beratung auch ermöglichen, eigene Medien zu konzipieren, zu entwickeln und zu produzieren. Unter dieser Perspektive wird danach gefragt, wie mediengestützte Lernangebote hergestellt und genutzt werden. Sollen Medien zur Lösung konkreter Bildungsanliegen beitragen, so ist das richtige Medienprodukt adäquat auszuwählen, herzustellen, einzuführen etc.. Qualität kommt danach durch Passung des Mediums mit den Bedingungen des didaktischen Feldes zustande. In diesem Feld geht es also darum, die Prozesse der Konzeption, der Entwicklung und des Einsatzes von Medien systematisch zu untersuchen und zu betreuen. Um ein solches E-Learning Konzept erfolgreich zu implementieren, damit es auch zu didaktischen Reformen (E-Learning-Szenarien) führt, braucht es eine Vielzahl von Massnahmen und Aktionen. E-Learning-Szenarien Zahlreiche Lehr-/Lernszenarien können sehr gut durch den Einsatz von E-Learning unterstützt und gefördert werden. Künftig soll E-Learning an der PHSG noch vermehrt für kollaboratives und selbstorganisiertes Lernen genutzt werden. Mit Vorzug sollen die Fachund Studienbereiche der beiden Studiengänge regelmässig überprüfen, in welchen Modulen sie E-Learning nutzbringend einsetzen können. Dabei sind Blended Learning Konzepte zu favorisieren, also eine Lernform, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden. Auch Prüfungen und ihre Abwicklung können mit E-Learning unterstützt werden; erste praktische Erfahrungen mit Online-Prüfungen liegen bereits vor. Wir unterscheiden folgende Typen von E-Learning-Szenarien (Quelle: http://www.unidue.de/e-learning/szenarien.shtml):

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Angeleitete Selbststudium: Das angeleitete Selbststudium kann durch Dozierende oder Tutoren vor Ort oder online unterstützt werden. Typische Medien, die in diesem Szenario zum Einsatz kommen, sind Skripte und E-Mail. Zur Unterstützung der Studierenden können die Materialien zum angeleiteten Selbststudium auch über eine Plattform angeboten werden, so z.B. mittels eines Arbeitsbereichs auf dem BSCW-Server oder der Einrichtung eines virtuellen Kursraums auf einer Lernplattform wie OLAT. Als Lernerfolgskontrollen kommen u.a. Ergebnispräsentationen, Vortrag, Hausarbeit, (Online-)Tests oder (Online-)Prüfungen in Frage. Die Betreuung kann vor Ort oder virtuell z.B. per Chat (Online-Sprechstunde), E-Mail, Forum erfolgen. Wichtig ist dabei, dass die Studierenden die Möglichkeit haben, zeit- und ortsunabhängig die Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Problem-/projektorientiertes Lernen: Für problem- bzw. projektorientiertes Lernen haben sich in der Vergangenheit besonders E-Learning-Werkzeuge wie Wikis, Weblogs, Podcasts und E-Portfolios als geeignete Medien erwiesen. Zur Unterstützung der Kommunikation können Weblogs, Gruppenforen, Voice– und Textchats bereitgestellt werden. Die Organisation der Lehrveranstaltung, die Bereitstellung der Materialien, sowie die gemeinsame Arbeit an Dokumenten oder Produkten in den Kleingruppen können über ein Wiki oder ein E-Portfolio erfolgen. Die Ergebnisse präsentieren die Lernenden schliesslich in Form von Podcasts, Weblogs oder als Präsentationsportfolio mit der Open Source E-Portfolio-Software Mahara. Alternativ kann zur Unterstützung des problem- bzw. projektorientiertes Lernens auch eine Lernplattform wie OLAT eingesetzt werden. Seminaristisches Lernen: Typische Medien in diesem Szenario sind Online-Skripte/Artikel sowie Literaturhinweise. Zur Diskussion können Gruppenforen, Text- und Voicechat sowie virtuelle Klassenzimmer bereit gestellt werden. In hybriden Lernarrangements lohnt sich ebenfalls der Einsatz von Interaktiven Whiteboards (Smartboards). Für die Erstellung des gemeinsamen Ergebnisses kann ein Wiki verwendet werden. Eine Lernplattform bietet weitere Kommunikations- und Organisationsmöglichkeiten und kann zur Distribution der Materialien eingesetzt werden.

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Kollaboratives Lernen: Nachstehende Abbildung (Abbildung 6) zeigt Möglichkeiten für die computerunterstützende Kollaboration auf (Abfalterer 2007).

Abbildung 6: Computerunterstützte Kollaboration Medientechnisch unterstützte Lehrveranstaltung: Medientechnisch unterstützte Lehrveranstaltungen sind Präsenzveranstaltungen, die durch den Medieneinsatz unterstützt oder in einer bestimmten Form überhaupt erst realisierbar werden; z.B. eben webbasierte Videokonferenzen). Typische Medien sind Skripte, Powerpointfolien, Mindmaps. Als Werkzeuge können u.a. Notebook, Beamer, Interaktives Whiteboard, Panel (z.B. Sympodium) sowie Videokonferenz-Systeme eingesetzt werden. Webbasierte Videokonferenz-Systeme erlauben eine so genannte "Real-time Collaboration (RTC), die eine synchrone Zusammenarbeit per Internet ohne zeitliche Verzögerung in Echtheit darstellt. Auf die Hochschullehre übertragen bietet diese Form von E-Learning die Möglichkeit, webbasierte, multimediale Präsentationen, Schulungen, virtuelle Konferenzen und Seminare in Echtzeit umzusetzen sowie als Aufzeichnung dauerhaft bereitzustellen. Bei Videokonferenzen können die beteiligten Personen einander hören und sehen. Hierfür wird ein Computer mit einem Mikrofon und Lautsprecher sowie einer Webcam benötigt. Mit Video-Konferenz-Systemen können Anwendungen, Programme und Dateien von einem Rechner für die gemeinsame Nutzung und Bereitstellung freigegeben werden. Sie bieten zudem oft ein elektronisches "Whiteboard" an, das ähnlich einer Wandtafel, von allen Teilnehmenden eingesehen und beschrieben werden kann. Ergänzend stehen oft auch noch verschiedene Abfrage- und Testmöglichkeiten und ein Chat zur Verfügung. Besonders für

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die virtuelle Kommunikation und Interaktion mit Gastreferenten und Expertinnen könnten webbasierte Videokonferenz-Systeme (z.B. Adobe Connect) während einer Präsenzveranstaltung zum Einsatz kommen. An der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen könnte für solche Anwendungen das Tool "Adobe Connect Professional" eingesetzt werden. Online-Prüfungen: Online-Prüfungen zur eigenen persönlichen Überprüfung des Lernerfolgs oder für Assessments und Prüfungen sind in einer E-Learning-Umgebung sinnvoll und in den meisten E-Learning Lernplattformen möglich. In OLAT (Online Learning And Training) z.B. lassen sich mit dem eingebauten Testeditor auf einfache Art und Weise komplexe Tests und Selbsttests erstellen. Die Tests können nach einem Export auch auf anderen Plattformen verwendet werden. Ebenso ist es möglich, mit externen Tools oder anderen Plattformen Tests zu erstellen und diese in OLAT zu verwenden. Der Testeditor erlaubt das Erstellen von Single-Choice-, Multiple-Choice-, Lückentext- und KPrim-Fragen mit Feedback und Lösungshinweisen. Er bietet zudem mehrere Konfigurationsmöglichkeiten für Wiederholbarkeit, Zeitlimiten und Punkte (Malus/Bonus). Die Tests werden im Lernressourcen-Repository erstellt und können dann in einem oder mehreren Kursen als Prüfung oder Selbsttest verwendet werden. Die detaillierten Testresultate werden als Textdatei zur weiteren Auswertung zum Beispiel mit SPSS oder Excel zugänglich gemacht. Online-Tests können auch mit einer grossen Anzahl von Autorentools umgesetzt werden. Die Testsoftware Hot Potatoes (Freeware für Bildungseinrichtungen) beispielsweise enthält sechs Werkzeuge für verschiedene Testarten (z.B. Quiz, Kreuzworträtsel) und lässt sich für formative Tests nutzen. Ein erster Pilot einer Notebook-gestützten Prüfung wurde im Modul "Entwicklungspsychologie" an der Kindergarten- und Primarstufe im Frühjahrssemester 2008 mit Hilfe der Lernplattform OLAT (Online Learning And Training) durchgeführt. An immer mehr Universitäten und Hochschulen werden mit grossem finanziellen und organisatorischen Aufwand PC-gestützte Klausuren in eigens dafür ausgestatteten PC-Räumen durchgeführt. Da die PHSG über ein Notebookobligatorium für Studierende verfügt, lag es nahe, eine Online-Prüfung auf den privaten Notebooks der Studierenden zu erproben. Das positive Ergebnis des Pilots zeigt, dass sich Notebook-gestützte Prüfungen auch mit weniger Ressourcen auf den Notebooks der Studierenden realisieren lassen.

Fach- und Studienbereiche koordinieren und entwickeln kontinuierlich neue und bestehende E-Learning-Szenarien!

Selbstorganisiertes Lernen (SOL) SOL ermöglicht grundsätzlich die Integration aller bekannten Methoden, solange sie im Sinne der systematischen Kompetenzentwicklung eingesetzt werden. Durch den Einsatz von E-Learning im Bereich des SOL werden beinahe beiläufig medienpädagogische Kompetenzen vermittelt und erweitert. Die Bedenken der Dozierender anderer Hochschulen,

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dass man sich durch diese Angebote selbst wegrationalisiert, sind nicht eingetroffen. Dies nicht zuletzt, weil sich auch sogenannte Rapid-E-Learning-Tools als sehr aufwändig und zeitintensiv erwiesen. Ein attraktives und didaktisch durchdachtes SOL-Angebot ist mit grossem Aufwand verbunden, welcher in der Pionierzeit stark unterschätzt wurde. Damit Dozierende aufwändige SOL-Angeboten generieren, braucht es neben der technischen und didaktischen Supportstruktur auch ein Anreizsystem. Durch ein solches Anreizsystem könnte jährlich eine Belohnung für innovative und aufwändige E-Learning-Umsetzungen ausgeschüttet werden. Darüber hinaus muss aber bedacht werden, dass der zeitliche Aufwand für die Herstellung einer solchen E-Learning-Sequenz nicht mit der Arbeitszeit einer normalen Lektion mit Präsenz gleichgesetzt werden kann. Deshalb reicht ein Anreiz- oder Belohnungssystem alleine nicht aus. Die Entgeltung für den SOL-Bereich müsste nach dem effektiven zeitlichen Aufwand entschädigt werden.

Belohungs- oder Anreizsystem für attraktive SOL-Angebote im Bereich E-Learning anbieten (siehe Innovationsprojekte).

E-Portfolio Ein Portfolio ist eine dynamische, zielgerichtete und systematische Sammlung von Arbeiten, die Bemühungen, Fortschritte und Leistungen des Lernenden in einem oder mehreren Lernbereichen darstellen und reflektieren. Ein elektronisches Portfolio nutzt elektronische Technologien, die es dem Portfolio-Entwickler erlauben, Portfolio-Dokumente, die aus verschiedenen Medientypen (Audio, Video, Grafik, Text) bestehen, zu sammeln und zu organisieren. Ein standardbasiertes Portfolio nutzt eine Datenbank oder Hypertext-Links, um die Beziehungen zwischen Standards oder Zielen, Dokumenten und Reflektionen klar aufzuzeigen. Bereits längere umfangreiche Erfahrungen konnte die PHSG mit E-Portfolios in den Bachelor- und Masterstudiengängen sammeln. Wir würden einen Ausbau der E-Portfolio-Arbeit über die ganze Ausbildungsdauer begrüssen. Man könnte die traditionelle Portfolio-Arbeit auch in den Praktika (z.B. Sek I: Aussenpraktika und Kompaktpraktika spezielle P4 selbstorganisiertes Kompaktpraktikum) durch die elektronische Variante ersetzen. Durch die Verwendung von E-Portfolios lassen sich beiläufig auch Medienkompetenzen erwerben. Für angehende Lehrpersonen ist es sinnvoll, das Portfolio und im Speziellen das E-Portfolio am eigenen Leib als bewährtes didaktisches Mittel zu erkennen. So besteht die Möglichkeit, dass sie dieses Konzept auch in ihrem zukünftigen Unterricht einsetzen und anwenden werden. Dieses inzidentelle Lernen darf gerade in der Lehrerausbildung nicht unterschätzt werden, da sich die Studierenden in einem System (Schule) befinden, für welches sie selber ausgebildet werden. Mit dem E-Portfolio könnte ein Konzept in der Hochschule angewendet werden, welches auch eine Relevanz auf der Zielstufe hat.

Der Einsatz von E-Portfolios in beiden Studiengängen soll weiterhin verfolgt werden.

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E-Learning-Barometer Mit dem E-Learning-Barometer soll an der PHSG regelmässig erhoben werden, welche Veranstaltungen mit E-Learning-Elementen durchgeführt werden. Um die aktuelle Verankerung von E-Learning an unserer Hochschule aufzuzeigen, wird im Studienjahr 2009/10 durch das Qualitätsmanagement (QM) eine Vollerhebung durchgeführt, welche die Durchdringung von E-Learning in sämtlichen Veranstaltungen aller Fach- und Studienbereiche erfasst. Der E-Learning-Barometer hat die Absicht, dass einerseits die Dozierenden motiviert bleiben, ihre Veranstaltungen weiterhin mit E-Learning-Elementen zu bereichern und andererseits neue Dozierende für diese Umsetzungen zu motivieren. Zudem gibt er regelmässig Auskunft über die E-Learning-Aktivitäten an unserer Hochschule.

Das QM erhebt regelmässig einen E-Learning-Barometer!

6.4

Medien (Produktion, Distribution)

Produktion mediengestützter Lernangebote (einschl. Erstellung einer mediendidaktischen Konzeption, Entwicklung von Medien) und Distribution der Medien (einschl. Sicherung und deren Nutzung) Medienwerkstätten Im Rahmen der medienpädagogischen Ausbildung der Studierenden und der Weiterbildung spielt die Medienproduktion eine bedeutende Rolle, da zu einer umfassenden Medienkompetenz nicht nur theoretische Kenntnisse bezüglich Medienwirkung und Medieneinsatz gehören, sondern die aktive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Produktionsprozessen einen ebenso wichtigen Bestandteil darstellt. Unbestritten ist daher die Bedeutung von Kenntnissen im Bereich der Medienproduktion, was unter einer umfassenden Medienkompetenz zu verstehen ist. So gehört es für Tulodziecki (2001) selbstverständlich dazu, „eigene Medien zu gestalten und zu verbreiten. Und Batzner (2006) leitet in seiner Dissertation davon die Definition einer „digitalen Medienkompetenz „ (S. 38) ab, welche fordert, „digitale Medien und Medienangebote fachkompetent, selbstbestimmt, kreativ, sinnvoll sowie sozial und ethisch verantwortlich auszuwählen, zu nutzen, zu gestalten und zu beurteilen“. Aus der Literaturanalyse kann geschlossen werden, dass die Bedeutung der Medienproduktion zur Erlangung einer umfassenden Medienkompetenz, welche in unserer Informations- und Wissensgesellschaft als Kulturtechnik verstanden und zu den Schlüsselkompetenzen gezählt werden muss, von zentraler Bedeutung ist. In der Arbeit, welche unter der Leitung des medienverbund.phsg erstellt wurde, wird nebst der technischen Infrastruktur, welche unbestritten zur Verfügung stehen muss, auch der mediendidaktische Support gefordert.

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E-Learning Konzept

Die Medienwerkstätten sind systemimmanent, da sie einen wesentlichen Teil der Supportstruktur übernehmen können (siehe Profilmerkmale). Durch die Medienwerkstätten wird der Support verräumlicht und bekommt sozusagen ein Gesicht. Support funktioniert nur bedingt über Telefon oder Mail, da Fragen zur Bedienung von Software, Digitalisierung von Audio und Filmdateien, Beratung zu Autorentools, etc. beim Lehrkörper auch demonstriert werden müssen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Darüber hinaus besteht in den Medienwerkstätten die Möglichkeit, Software und die verschiedenen Apparaturen (Interaktive Whiteboards, DVD Duplizierer, HD-Recorder, CD-Labler, …) auszuprobieren, anzuwenden und mediengestützte Lernangebote zu produzieren. Hier sehen wir mit den Medienwerkstätten eine implementierte Supportstruktur gegeben. Es besteht wie bereits erwähnt die Gefahr, dass durch die blosse Implementierung von E-Learning-Plattformen bereits didaktische Reformen erwartet werden. Die Potentiale dieser Mediensysteme können nur dann ausgeschöpft werden, wenn die Supportstrukturen im gleichen Masse berücksichtigt werden. Die Medienwerkstätten können einen Teil der Supportfunktionen übernehmen und sind daher ein zentraler Pfeiler für die Erfolgreiche Umsetzung des E-Learning-Konzepts. Nur über ein möglichst niederschwelliges Angebot, welches die Medienwerkstätten bieten können, wird es gelingen, die Dozentenschaft auf dem langen Weg zu sinnvollen E-Learning-Umsetzungen zu motivieren und zu begleiten.

Die Medienwerkstätten in Gossau und Rorschach unterstützen mit der Produktion mediengestützter Lernangeboten und leisten mediendidaktischen Support!

medienverbund.phsg Der medienverbund.phsg ist bereits verantwortlich für die Literatur-, Medien- und Informationsversorgung der Studierenden, Dozierenden und Forschenden der PHSG sowie der Lehrpersonen des Kantons St. Gallen. Dazu betreibt er an den vier Hochschulstandorten der PHSG insgesamt vier Mediatheken. Der Medienverbund ist ein wichtiger Partner bei der Distribution von Medien. An den vier Standorten werden bereits schon vielfältige Medien (Lernsoftware, Dokumentationen, Bücher, etc.) im Bereich E-Learning angeboten. Dieses ist durch die Zusammenarbeit mit der „Digitalen Bibliothek St. Gallen“ [www.dibisg.ch] zusätzlich gewachsen. Durch die Digitale Bibliothek ist es dem Nutzer nun möglich, die Medien direkt von Zuhause aus auf den eigenen Rechner zu laden und weiterzuverarbeiten. Ob in Zukunft ein eigener Streamserver der PHSG weitere Angebote und Dienste für die Dozierenden leisten könnte, wird zu prüfen sein. Die bereits bestehende Ausleihstruktur für Medien könnte in Zukunft auch für technische Geräte (Videokameras, MP3-Recorder, Fotokameras etc.) genutzt werden. Für die Medienproduktion sind diese unentbehrlich und mitunter auch ein Grund dafür, dass es nur beim Vorhaben bleibt und nicht zur eigentlichen Produktion kommt, da es an der geeigneten Hardware fehlt.

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

Social Community Soziale Netzwerke stehen umgangssprachlich für eine Form von Netzgemeinschaften, welche technisch durch Web 2.0 Anwendungen oder Portale ermöglicht werden. Wir könnten uns vorstellen, dass die ehemaligen Studierenden der PHSG über ein Portal weiterhin mit der Ausbildungsstätte verbunden bleiben könnten. Diese Netzgemeinschaft gäbe den ehemaligen Studierenden, Praktikumsleitern, Volksschullehrkräften und Interessierten die Möglichkeit, einfach an den Themen und Inhalten der Ausbildungsstätte zu partizipieren und sich darüber hinaus einzubringen. Die PHSG verfügt über zwei Plattformen, welche für eine Netzgemeinschaft nach dem Studium handbieten könnten. Die Gründe gegen eine Nutzung des BSCW-Servers oder des Extranets für eine Netzgemeinschaft sind momentan folgende. Durch das Login auf den BSCW-Server über die E-Mail-Adresse der PHSG ist es am Ende des Studiums möglich, die Zugänge von ausgetretenen Studierenden zu löschen. Diese Massnahme erfolgt jeweils erst etwa ein halbes Jahr nach Austritt, damit die Studierenden noch genügend Zeit haben, ihre Daten zu sichern. Die Studierenden würden sich eine Weiterverwendung auch nach dem Studium wünschen, dies ist zur Zeit aus Kapazitäts- und Lizenzgründen nicht möglich. Beim Extranet wird der Zugang über Rollenlogins organisiert. Mit dieser strategischen Entscheidung, den Zugang zum Extranet nur über Rollenlogins zu ermöglichen (bzw. keinen Bereich mit freiem Zugang zu gewähren), ist eine Zusammenarbeit oder ein Austausch im Sinne des Web2.0-Gedankens über dieses Portal nicht möglich. Die Hoffnung, dass das Extranet die Homepages vereinzelter Dozierender vereinheitlichen bzw. ersetzen würde, ist auch darum nicht erfüllt worden. Die Dozierenden, welche über eine Homepage ihres Fachbereichs verfügen, haben ein Interesse daran, den Content für ehemalige Studierende, Dozierenden anderer PHs und amtierende Lehrkräften zugänglich zu machen, welche über kein Login zum Extranet verfügen. Einige wenige Doziernde, welche über eine eigene Homepage verfügen, ermöglichen bereits eine solche Netzgemeinschaft. Für weitere interessierte Dozierende müsste ein Portal errichtet werden, auf dem die Möglichkeit zum Austausch implementiert wären.

Portal einrichten, welches eine Netzwerkcommunity nach dem Studium ermöglicht.

6.5

Entwicklung (Organisation, Personal)

Entwicklung der strukturellen und personellen Voraussetzungen für die erfolgreiche Mediennutzung (Organsiations- und Personalentwicklung, u.a. durch Qualifizierungsmassnahmen und Anpassung der organisationalen Rahmenbedingungen)

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

E-Learning ist ein Themengebiet, welches nicht einem Prorektorat zugeordnet werden kann. Es stellt sich daher die grundsätzliche Frage, wie bzw. wo sich eine koordinierende Stelle E-Learning einordnen lässt. Ähnlich wie beim Qualitätsmanagement, dem eine Stabstelle zugewiesen wurde, könnten wir uns dies für die übergeordneten Aufgaben in einer "Fachstelle E-Learning" vorstellen. Dies würde einerseits das Zuordnungsproblem lösen und andererseits könnten dadurch mehrere Aufgaben, welche zur Zeit verschiedenen Prorektoraten und der Verwaltung zugeordnet sind, an einer Stelle zusammengeführt bzw. koordiniert werden. Dadurch könnten die zentralen Aufgaben für eine mediendidaktische Innovation, welche im magischen Viereck von Kerres (siehe Abbildung 5) erläutert wurden, koordiniert werden. Die Fachstelle E-Learning müsste als zentrale Anlaufstelle folgende Aufgaben koordinieren und initiieren: • Zentrale Anlaufstelle für den Bereich E-Learning (Lehre, Forschung, Entwicklung und Dienstleistung, Weiterbildung, Volksschule) • Systematische Integration von E-Learning (digitaler Medien) in die Bereiche Forschung, Entwicklung und Dienstleistung, Verwaltung (Stichwort Wissensmanagement) der PHSG koordinieren • Unterstützung der Lernenden und Lehrenden beim selbstorganisierten Lernen (SOL) • Innovationsprojekte fördern und begleiten • Koordination der Ausbildungsinhalte im Bereich der Medienkompetenz / Medienpädagogik in den einzelnen Ausbildungsgängen und Unterstützung der Fachbereiche bei der curricularen Integration von E-Learning • Aufbau und Koordination von pädagogisch-didaktischen Dienstleistungs- und Beratungsstellen (z.B. Medienwerkstätten) • Ansprechpartner für die IT bei Fragen zu den E-Learning-Werkzeugen • Schulungen und Workshopangebote für Dozierende organisieren (E-Kompetenz Entwicklung von Dozierenden) • Weiterbildungsangebote für Externe im Bereich E-Learning entwickeln • Lernorte vernetzen (Hochschule, Praktikumsort, Zuhause) • Systematische Weiterentwicklung der E-Strategie, des Entwicklungsplans und der Dokumentation • Kooperation und Vernetzung mit anderen Institutionen (PHs, cohep, Fachstelle Informatik des Kanton St. Gallen, FHS, ...)

Daneben wird in jedem Prorektorat Lehre eine verantwortliche Person für die ausbildungsspezifische Koordination und Aufgaben im Bereich E-Learning eingesetzt. Bildung einer Fachstelle E-Learning und Neustrukturierung der Zuständigkeiten im Bereich E-Learning.

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

Innovationsprojekte Um E-Learning nachhaltig in die Lehre zu verankern, sollen die Dozierenden der PHSG aufgerufen werden, sich mit innovativen E-Learning Szenarien (Innovationsprojekte) zu bewerben. Ähnlich dem Auswahlverfahren der internen Projektförderung für Forschungsund Entwicklungprojekte sollen jährlich Projekte bewilligt werden, die personell durch eine fachbereichsbezogene didaktische Beratung sowie mit finanziellen Ressourcen unterstützt werden. Schwerpunktmässig sollen dabei die Potenziale von E-Learning für ein stärker selbst-organisiertes und kooperatives Lernen in den Bachelor- und Masterstudiengänge eingesetzt werden. E-Learning soll dabei zu einem selbstverständlichen Bestandteil im Selbststudium und der Lehre an der PHSG werden. Die Förderung didaktischer Innovationen in allen Fachbereichen steht dabei im Vordergrund.

Das Rektorat stellt jährlich finanzielle und personelle Ressourcen für die Entwicklung von innovativen E-LearningSzenarien (Innovationsprojekte) zur Verfügung!

Weiterbildungsangebote Für Hochschuldozierende bestehen bereits einige Weiterbildungsangebote zu E-Learning. So beispielsweise das Mediendidaktische Training für Dozierende der IBH-Hochschulen (http://www.mediendidaktik.bodenseehochschule.org ). Das Mediendidaktische Training vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Konzeption und Erstellung einer medialen Lernumgebung. Im Vordergrund stehen dabei die (medien)-didaktisch sinnvolle Verbindung von Präsenzlehre und E-Learning-Elementen sowie das Kennenlernen von verschiedenen Software-Werkzeugen. Das Training knüpft inhaltlich an den Hochschulalltag der Lehrenden der IBH an. Die Weiterbildung erstreckt sich über fünf Wochen, wovon zwei Präsenveranstaltungen und während vier Wochen eine tutoriell betreute Online-Phase organisiert werden. Das Mediendidaktische Training ist kostenlos, die Teilnehmenden erhalten abschliessend eine Teilnahmebescheingung. Auch der Zertifikatskurs (CAS) E-Learning an Hochschulen (http://cas-elearning.ch ) richtet sich an Dozierende von Pädagogischen Hochschulen und umfasst hingegen einen höheren Arbeitsaufwand von 10 ECTS-Punkten. In den Modulen werden theoretische und praktische Kenntnisse zum E-Learning vermittelt. Alle Kurse werden vollständig online durchgeführt und durch Expertinnen und Experten geleitet. Alle Module können einzeln besucht oder flexibel zu einem „Certificate of Advanced Studies“ (CAS) kombiniert werden. Die Kosten für den Zertifikatskurs E-Learning an Hochschulen betragen pro Modul CHF 500.- bzw. für den gesamten CAS (6 Module, 10 ECTS) CHF 2'400.-.

Dozierende nutzen vorhandene Weiterbildungsangebote, um sich im E-Learning zu qualifizieren!

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

Beratung, Coaching und Schulung Für Beratung, Coaching und Schulung stehen als zentrale Supportstruktur die Medienwerkstätten zur Verfügung. Die Fachstelle E-Learning soll das Coaching von neuen Projekten und die Organisation von Schulungen und Weiterbildungen von Dozierenden übernehmen. Zudem soll während dem Semester ein niederschwelliges Angebot (Workshop, Lunch-Meetings) erprobt werden, welches Dozierenden und Interessierten Einblicke in verschiedene Bereiche von E-Learning-Anwendungen und Trends ermöglicht.

Vorhandene Supportstrukturen sowie zusätzliche personelle Ressourcen sollen eine pädagogisch-didaktische Dienstleistungs- und Beratungsstelle für E-Learning aufbauen.

Kooperation und Vernetzung Die bisherige Kooperation und Vernetzung intern mit der Informatik und dem medienverbund.phsg sowie extern mit Fachstellen anderer Pädagogischen Hochschulen und Institutionen wie beispielsweise mit der Fachgruppe cohep elearning und der IBH Community E-Learning sollen weitergeführt werden. Aktuell entwickelt beispielsweise die Fachgruppe cohep elearning (cohep= Schweizerische Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen) zu nachstehende Themen Thesenpapier, welche für alle Pädagogischen Hochschulen der Schweiz richtungsweisend sein solllen: • Wahl und Betrieb von Lernplattformen und weiteren E-Learning-Werkzeugen • Notwendige ICT-Infrastruktur von Studierenden, Dozierenden und Pädagogischen Hochschulen sowie entsprechende Unterstützungsangebote • Kompetenzprofil E-Learning für PH-Dozierende • E-Learning-Weiterbildung für PH-Dozierende • Verbindliche Integration von Mediendidaktik in die Grundausbildung der PHStudiengänge • Verbindliche Integration von E-Learning in die Aus- und Weiterbildung der PHs • Voraussetzungen und Modalitäten für den Austausch von E-Learning-Ressourcen unter den Schweizerischen PHs • Wissensmanagement an PHs • Diskussion zu ICT-Inhalten im D-CH-Lehrplan • ICT-Medien im Zusammenhang mit HarmoS

Die Fachstelle E-Learning kooperiert und vernetzt sich intern und extern mit anderen Fachstellen und Institutionen!

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

6.6

Infrastruktur (Ausstattung, Dienstleistungen)

Ausbau und Sicherung von Infrastruktur (Ausstattung in Hard- und Software ebenso wie die Verfügbarkeit von Dienstleistungen für deren Einrichtung, Wartung und Pflege) Studienportal An der PHSG steht mit "PHSG-Webworld" bereits ein zentraler Einstiegspunkt für alle netzbasierten Aktivitäten rund um Studium und Lehre zur Verfügung. Der Zugang zu "PHSGWebworld" ist sowohl öffentlich über die PHSG-Website als auch mit einem Login geschützt über das PHSG-Extranet möglich. Über "PHSG-Webworld" sollen künftig alle digitalen Services und Werkzeuge (u.a. BSCW, OLAT, Mahara) zentral in Form eines (personalisierten) Studienportals zusammengeführt werden. Darüber hinaus müssen auch organisatorischen Funktionen für Studierende, Dozierende und Verwaltungsmitarbeiter/innen zur Verfügung gestellt werden (u.a. Anmeldung zu Veranstaltungen, Verwaltung der ECTSPunkte, Modulnachweise beurteilen, Raumreservation). Neben den für die Lehre relevanten Services und Werkzeugen sowie den organisatorischen Funktionen stellt das Studienportal den Zugriff auf die Angebote und Informationen zentraler Einrichtungen (Informatik, medienverbund.phsg, Bildungsinformatik) innerhalb einer Oberfläche zur Verfügung. Die folgende Darstellung (siehe Abbildung 7) gibt einen Überblick über die zu integrierenden Services und Werkzeuge im Studienportal. Zentrale Dienste: - medienverbund.phsg (Media-Bibliothek) Lehrveranstaltungsorganisation

- Informatik (IT-Guide, Geräteausleihe, Citrix, ...)

- Anmeldung zu Veranstaltungen

- Bildungsinformatik

- Verwaltung der ECTS-Punkte - Modulnachweise beurteilen - Raumreservation

Lernunterstützende Werkzeuge: - BSCW - OLAT - Mahara - educanet2 - Wikis (ELBA)

Evaluationswerkzeuge:

Kommunikationswerkzeuge:

- Artologik (QM-Umfrageverwaltung)

- Webmail

- Turnitin (Anti-Plagiatsservice)

- Blogs, Chats, Skype, Twitter

- Survey (ELBA), Survey Monkey

- Web Conferencing (z.B. Adobe Connect)

Abbildung 7: Studienportal PHSG

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

Alle netzbasierten Aktivitäten rund um Studium und Lehre sollen in einem (personalisierten) Studienportal zentral zusammengefasst werden!

Authentifizierung (Single-Sign-On) An der PHSG soll eine technische Lösung realisiert werden, wonach die Authentifizierung (Anmeldung) an allen Services und Werkzeugen mit einem Login bzw. mit den selben LoginDaten (Benutzername und Kennwort) ermöglicht wird. Eine solche Anbindung des Logins an das Active Directory (AD, zentrale Datenbank) ist bereits bei den lernunterstützenden Werkzeugen OLAT und Mahara realisiert. Bei diesen E-Learning-Werkzeugen wird als gemeinsames Login die PHSG-Mailadresse sowie das Mail-Kennwort verwendet. Anzustreben ist eine Anbindung an das AD für alle weiteren Werkzeuge im Studienportal (u.a. BSCW, Extranet, Webmail, Citrix, Artologik, Turnitin, Verwaltungsplattform). Ein einziges Login für alle Anwendungen würde der Passwortflut ein Ende setzen. Darüber hinaus kann die Hotline (IT-Support) die Zeit für zentralere Aufgaben nutzen. Ausserdem ist ein Single-Sign-On (engl. single sign-on, mitunter als „Einmalanmeldung“ übersetzt) im (personalisierten) Studienportal anzustreben, dass eine Benutzerin nach einer einmaligen Authentifizierung auf alle Services und Werkzeuge, für die sie berechtigt ist, zugreifen kann, ohne sich jedes Mal neu anmelden zu müssen.

Alle Services und Werkzeuge sollen über ein einziges Login zugänglich sein. Zudem ist ein Single-Sign-On zu prüfen!

Learning Management System (LMS, Lernplattform) Ein "Learning Management System" (LMS, Lernplattform) ist ein webbasiertes System, das über eine entsprechend gestaltete Oberfläche bestimmte Funktionalitäten wie die Administration von Lernern, das Starten und Verwalten von Lerninhalten, Übungsaufgaben, Kommunikationswerkzeugen etc. ermöglicht. (Häfele, Hartmut 2005, S. 321) Im Jahr 2008 wurde im Studiengang Kindergarten- und Primarstufe das LMS OLAT (Online Learning and Training) in drei Modulen von vier Dozierenden (2 Online-Kurse, 1 Online-Prüfung) erfolgreich erprobt. Aktuell sind an den Pädagogischen Hochschulen der Schweiz verschiedene Lernplattformen (u.a. OLAT, Moodle, ILIAS, Webcorp2, Blackboard) im Einsatz. Obwohl Learning Management Systeme an fast allen Schweizer Universitäten und (Pädagogischen) Hochschulen genutzt werden, gibt es durchaus auch kritische Stimmen: Dieter Euler und Sabine Seufert weisen darauf hin, dass nach Ansicht von einigen Experten Lernplattformen völlig überschätzt würden. (Euler/Seufert 2004) Der E-Learning-Spezialist Peter Baumgartner bemerkt, "das LMS brauchen wir nur in ganz speziellen Situationen, wenn wir die Studierenden nicht im Präsenzunterricht haben" (Baumgartner 2003). Auffallend ist, dass trotz dieser Kritik der letzten Jahre kaum eine Bildungsinstitution auf ihr Learning Management System verzichten konnte. Dies hängt vermutlich u.a. mit dem Ausbau an selbstorganisierten Lernformen an den Hochschulen zusammen, wo dann Lernplattformen

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E-Learning Konzept

wichtige Funktionen zur Begleitung des Selbststudiums für Lernende übernehmen. Neuen Auftrieb erhalten die LMS in der aktuellen Diskussion über den Austausch von Lernmaterialien in der Schweiz in einem "Learning Object Repository" (LOR). Die Idee von SWITCH (Serving Swiss Universities) ist, eine nationale Bibliothek für die Ablage von digitalen Lerninhalten der Hochschulen zu schaffen. Ziele des LOR sind die Wiederverwendbarkeit von und der offene Zugang zu E-Learning-Inhalten, die Förderung der Kooperation unter den Hochschulen, die Zitierbarkeit / Referenzierbarkeit der Lernaktivitäten sowie einfacher Zugang von einem Ort aus - unabhängig von der Distributionsplattform. (Brugger 2008) Ein Learning Managament System eignet sich besonders für Online-Kurse im Kontext des Selbstorganisierten Lernen (SOL), zur Durchführung von Online-Prüfungen auf dem Computer sowie zur Distribution von Lernmaterialien.

Die PHSG entscheidet sich für ein LMS und unterstützt Dozierende weiterhin bei der Erstellung von Online-Kursen und Online-Prüfungen!

Informatikzimmer Grundsätzlich müsste die freie Benutzung des Informatikzimmers durch die Studierenden überdacht werden, da dadurch das Notebook-Obligatorium indirekt unterlaufen wird. Für die Studierenden entfällt die Notwendigkeit, ihr Notebook dabei zu haben, da sie jederzeit im Informatikzimmer ihre Mails abrufen oder in einer Gruppenarbeit ihre Ergebnisse festhalten können. Falls der freie Zugang des Informatikzimmers mit der Möglichkeit, Zugang auf die verschiedenen Laufwerke T: Q: U: etc. zu erhalten, zu einem restriktiven Sicherheitsdispositiv (keine lokalen Adminrechte) führt, würden wir gerne zugunsten der Usability der Anlage auf dieses Dispositiv verzichten. Dies würde den Zugang zum Informatikzimmer immer noch gewähren, einfach mit eingeschränkteren Möglichkeiten, was den Zugang auf die Laufwerke und das Administrieren der Mailkonten über Outlook betrifft. Damit Dozierende praxisbezogene Veranstaltungen durchführen können, würden wir es sehr begrüssen, wenn auf den Computern in den Informatikzimmern lokale Admin-Rechte vergeben werden könnten. Gerade für die Compitreffs im RDZ ist es durch das niederschwellige Angebot teils nötig, in relativ kurzer Zeit für mehrere Kursteilnehmer den Zugang zu einem Computer zu ermöglichen.

Die Informatikzimmer sollen physikalisch von den PHSGServern getrennt, sowie das Sicherheitsdispositiv bezüglich Adminrechte geändert werden.

E-Learning-Site Um die Orientierung im E-Learning zu erleichtern, sollen alle online verfügbaren Informationen gebündelt an einem Ort zusammengeführt werden (siehe E-Strategie). Dieses zentrale Online-Serviceportal kann vorzugsweise als 'Social Software' in Form eines Wikis realisiert werden. Das bislang verstreute Informationsangebot zu E-Learning erfährt durch

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E-Learning Konzept

diesen virtuellen Raum eine Erweiterung, mit dem Ziel, dieses aktuell zu halten, zu bündeln und somit Informationen zum E-Learning leichter auffindbar zu machen. Mit einem Wiki ist es für Benutzer/innen möglich, die Informationen nicht nur passiv zu rezipieren, sondern auch selbst zu poduzieren. Für den Aufbau und die Qualität der Beiträge im E-Learning-Wiki ist ein Team verantwortlich, das aus Expertinnen und Experten der Lehre und der Verwaltung (IT-Team) besteht. Zudem sollen die PHSG-Angehörigen mit Newslettern informiert werden. Ausserdem könnte ein E-Learning-Blog über die aktuellen Entwicklungen rund um E-Learning informieren.

Eine E-Learning-Site soll alle online verfügbaren Informationen zu E-Learning gebündelt an einem Ort zusammenführen!

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

7 Massnahmen 7.1

Zusammenfassung der Aktionslinien

1.

Fach- und Studienbereiche koordinieren und entwickeln kontinuierlich neue und bestehende E-Learning-Szenarien!

2.

Belohungs- oder Anreizsystem für attraktive SOL-Angebote im Bereich E-Learning anbieten (siehe Innovationsprojekte).

3.

Der Einsatz von E-Portfolios in beiden Studiengängen soll weiterhin verfolgt werden.

4.

Das QM erhebt regelmässig einen E-Learning-Barometer!

5.

Die Medienwerkstätten in Gossau und Rorschach unterstützen mit der Produktion mediengestützter Lernangeboten und leisten mediendidaktischen Support!

6.

Portal einrichten, welches eine Netzwerkcommunity nach dem Studium ermöglicht.

7.

Bildung einer Fachstelle E-Learning und Neustrukturierung der Zuständigkeiten im Bereich E-Learning.

8.

Das Rektorat stellt jährlich finanzielle und personelle Ressourcen für die Entwicklung von innovativen E-Learning-Szenarien (Innovationsprojekte) zur Verfügung!

9.

Dozierende nutzen vorhandene Weiterbildungsangebote, um sich im E-Learning zu qualifizieren!

10.

Vorhandene Supportstrukturen sowie zusätzliche personelle Ressourcen sollen eine pädagogisch-didaktische Dienstleistungs- und Beratungsstelle für E-Learning aufbauen.

11.

Die Fachstelle E-Learning kooperiert und vernetzt sich intern und extern mit anderen Fachstellen und Institutionen!

12.

Alle netzbasierten Aktivitäten rund um Studium und Lehre sollen in einem (personalisierten) Studienportal zentral zusammengefasst werden!

13.

Alle Services und Werkzeuge sollen über ein einziges Login zugänglich sein. Zudem ist ein Single-Sign-On zu prüfen!

14.

Die PHSG entscheidet sich für ein LMS und unterstützt Dozierende weiterhin bei der Erstellung von Online-Kursen und Online-Prüfungen!

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

15.

Die Informatikzimmer sollen physikalisch von den PHSG-Servern getrennt, sowie das Sicherheitsdispositiv bezüglich Adminrechte geändert werden.

16.

Eine E-Learning-Site soll alle online verfügbaren Informationen zu E-Learning gebündelt an einem Ort zusammenführen!

7.2

Diskussionspunkte (für den Konvent, Diskussion in Fachgruppen)

1) Nehmen Sie Stellung zur E-Strategie der PHSG (siehe Seite 13)! 2) Ergänzen Sie die Aktionslinien mit Bemerkungen! 3) Welche Aktionslinien sollen prioritär bearbeitet werden? Begründung.

8 Zeitplanung und Meilensteine In der Grobplanung sind nur die wichtigsten Termine als Meilensteine beschrieben. Die Meilensteine sind nach dem Konvent und den definitiven Entscheiden der Schulleitung im Detail zu ergänzen.

Ende Jahr 2008

Konzept an Schulleitung

6. Januar 2009

SL-Sitzung wird Konzept vorbesprochen

9. Januar 2009

Arbeitskonvent E-Learning-Konzept wird der Dozentenschaft vorgelegt und über Aktionslinien diskutiert

2. Quartal 09

Fachschaften äussern sich zu den Aktionslinien (evtl. Priorisierung der Aktionslinien)

3. Quartal 09

Schulleitung definiert die nächsten Schritte/Meilensteine (Aktionslinien / Neustrukturierung)

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

9 Schluss An den beiden Studiengängen der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) haben wir in der Vergangenheit primär darauf vertraut, dass die Dozierenden im Rahmen ihrer Lehraktivitäten quasi beiläufig Kompetenzen im E-Learning erwerben und dieses Wissen an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Zunehmend wird jedoch deutlich, dass ohne vielfältige Aktionen zur Kompetenzentwicklung im didaktischen, technischen und organisatorischen Bereich keine Nachhaltigkeit im E-Learning erreicht werden kann. In Teilbereichen wie beispielsweise dem E-Portfolio scheint dies mit geeigneten Massnahmen bereits zu gelingen. Will unsere Hochschule jedoch die Potenziale von E-Learning zur Verbesserung der Lehre, Forschung, Entwicklung und Dienstleistung, Weiterbildung und Verwaltung in der Breite nutzen, ist systematisch über mögliche Aktionen nachzudenken, mit denen alle Beteiligten an unserer Hochschule angesprochen und individuelle wie auch organisatorische E-Kompetenzen aufgebaut werden können. Einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels können u.a. auch die SupportEinrichtungen der PHSG leisten. Das vorliegende "Teilkonzept E-Learning" soll ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg sein.

M. Hofmann / R. Kugler

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E-Learning Konzept

10 Literaturverzeichnis Abfalterer, E. (2007): Foren, Wikis, Weblogs und Chats im Unterricht; Verlag Werner Hülsbusch. Baacke, D., (1996) Medienkompetenz: Begrifflichkeit und sozialer Wandel. Batzner, A. (2006) Digitale Medien im Schulbuch. Der Beitrag von Schulbüchern zum Erwerb von digitaler Medienkompetenz, Hamburg: Kovac. Baumgartner, P. (2003). Didaktik, E-Learning-Strategien, Softwarewerkzeuge und Standards)

Bendel, O./Hauske, S. (2004) E-Learning: Das Wörterbuch, Oberentfelden/Aarau: Sauerländer. Brugger, R. (2008). Austausch von Lernmaterialien in der Schweiz. Konzept und Aufbau eines Object Learning Repository, E-Learning Tag Innsbruck (Referat).

Christen, A., Obendrauf, M. & Hofmann, M. (2006). Portfolioarbeit mit einem eLernreisebuch und einem ePortfolio auf einem Blog mit Studierenden im 1. Semester an der Pädagogischen Hochschule Rorschach. [On-line]. Available: http://www.eportfolio-phsg.ch. Christen, A. & Hofmann, M. (2007). Portfolioarbeit mit einem E-Portfolio-Blog mit Studierenden im 1. Semester an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen: Teilprojekt E-Assessment – Prozessbeurteilung 06/07. [On-line]. Available: http://www.eportfolio-phsg.ch. Christen, A. & Hofmann, M. (2008). Implementation of E-Portfolio in the First Academic Year at the University of Teacher Education St. Gallen. International Journal of Emerging Technologies in Learning (iJET) 3 (1), S. 6-10. Christen, A. & Hofmann, M. (2008). Summative Produkt- und Prozessbewertung von E-Portfolios an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen. [On-line]. Available: http://www.eportfolio-phsg.ch. Doelker, C., (2005) media in media Texte zur Medienpädagogik, Pestalozzianum Verlag. E-Strategie UDE: http://ikm.uni-duisburg-essen.de/strategie , 12.8.2008. Euler, D. / Seufert, S. (2004). Nachhaltigkeit von eLearning-Innovationen, SCIL-Arbeitsbericht II. Häfele, H. (2005). Open-Source-Werkzeuge für e-Tr@inings, managerSeminare Verlag.

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E-Learning Konzept

Issing, L. J. (1988). Medienpädagogik im Informationszeitalter, Weinheim; Deutscher Studienverlag. Kerth, K./Asum, H. (2008). Die besten Strategietools in der Praxis, Hanser. Kerres, M. (2001). Multimediale und telemediale Lernumgebungen, Oldenbourg. Kerres, M. (2008). Strategische Kompetenzentwicklung und E-Learning an Hochschulen. Baumgartner & Reinmann (Hrsg.). Chancen für die Hochschulentwicklung. Überwindung von Schranken durch E-Learning, S. 245-262. Studienverlag. Kron, Friedrich W. (2008). Grundwissen Didaktik, Verlag Reinhardt UTB. Reiser, R. & Gagné, R. M. (1983). Selecting media for instruction. Englewood Cliffs, Educational Technology Publications. Medienwerkstatt 2.0, Medienwerkstätten im medienverbund.phsg, CAS Medienpädagogik, FHS St. Gallen. Niegmann, H.M. (2004). Kompendium E-Learning. Berlin: Springer. Reinmann-Rothenmeier, G. (2003). Didaktische Innovation durch Blended Learning, Bern: Huber. Schorb, B. (2007). Mit eLearning zu Medienkompetenz, Koped Verlag. Seufert, S./Back, A./Häusler, M. (2001). E-Learning – Weiterbildung im Internet: Das „PlatoCookbook“ für internetbasiertes Lernen. Kilchberg: SmartBooks. Tulodzieki, G. (2001). Medienkompetenz als Aufgabe von Schule und Unterricht. Weinert, F. E. (Hrsg.) (2001) Leistungsmessungen in Schulen, Weinheim und Basel. Wesp, D (2003). Warum erfolgreiches E-Learning so selten ist – Thesen und Erfahrungen, Apel/Kraft.

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E-Learning Konzept

11 Anhang Rückmeldungen der Befragung bezüglich der Wünsche für das E-Learning Konzept bei den Dozierenden beider Abteilungen. Rückmeldungen der Dozierenden Sek I Studienbereich Erziehungswissenschaften, Allgemeine Didaktik, Berufs- und Studienkompetenzen Arbeitsplatzgestaltung Die Anpassung des PC-Arbeitsplatzes an die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist nur beschränkt möglich. Dies betrifft z.B. •

die Bestimmung der Eingangsseite auf den Internet (z.B. Google vs. Intranet)

die Bestimmung der Art der Icons bei den Ordnern und Dokumenten

die Einstellung des Standard-Druckers

• die Gestaltung der Ablageleiste auf dem Desktop Laufwerk T / Transfer: Der Einsatz des T-Laufwerkes wird als sehr umständlich und kompliziert empfunden. Software und Lernplattformen: •

Es sollte eine Software verfügbar sein (z.B. Win on DVD Player), die verschiedenste Filme-Formate lesen kann. Oft müssen Filme über die Laptops der Studierenden hochgespielt werden.

Anschaffung von Autorentools wie Adobe Connect, Articualte oder Adobe Captivate3

eines e-Testsystems, welches auch für Diplomprüfungen brauchbar und rechtlich abgesichert ist (z.B. Testdrive).

eines LMS (studynet, Moodle, llias, Olat...), welches kollaborative Tools implementiert hat (Wiki, Blog, Foren, Dateimanager)

eines Content Management Systems, um Modulnachweise einem externen Publikum (Lehrkräfte der VS) zugänglich zu machen.

WLan / Die Internetbenützung mit ganzen Seminargruppen über das Wlan läuft sehr langsam.

Es sollten mehr Strom-Anschlussmöglichkeiten für die Laptops der Studierenden vorhanden sein. e-learing an der PHSG Vorgehen e-learning sollte nicht von einzelnen Dozierenden, sondern als eines von Spezialisten begleitetes Projekt mit Gruppen von Dozierenden angegangen werden. Es sollten wenige, erprobte Konzepte von e-learning diskutiert werden (unter anderem auch an einer Info-Tagung mit Experten). Entwicklung eines e-learning-Konzeptes durch eine Fachschaft/Gruppe von Dozierenden für ein bestimmtes Modul. Dabei sollten die Dozierenden für den fachlichen und didaktischen Content zuständig sein. Die multimediale Umsetzung sollte durch ein Dienstleistungscenter e-learning unterstützt werden.

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E-Learning Konzept

Ein e-learning-Konzept / medienpädagogisches Konzept (inkl. SOL) sollte erstellt werden, auf das sich die Dozentinnen und Dozenten abstützen können. Damit das e-learning sinnvoll und gut genutzt werden kann, sollten folgende Vorkehrungen getroffen werden: •

Kurse und Schulungen im Bereich e-Learning (Instructional Design, Urheberrecht, Möglichkeiten, Didaktik)

Hilfe bei der Medienproduktion von Audio, Video und Bild

Support und Beratung (Anfragen an den ICT-Bereich werden erst Wochen später beantwortet!)

Ein Dienstleistungscenter e-learning sollte e-learning-Projekte (auch SOL) begleiten und Dozentinnen und Dozenten, auch im mediendidaktischen Bereich, beraten. Auch sollte sie anspruchsvolle ICT-/e-learning-Arbeiten für Dozierende übernehmen (analog anderen PH's).

Support für die Content-Erstellung

Bereitstellung von Handreichungen und Empfehlungen für Dozierende Medienpädagogik (eLearning, SOL, Extranet …)

Mit Hilfe des Extranetes sollte es möglich sein, Inhalte der Fachbereiche oder auch Modulnachweise einem externen Publikum (z.B. Lehrkräften der VS) zugänglich zu machen (--> Content Management System)

Studienbereichs Sprachen Sekl Gefragt nach ihren Bedürfnissen, Anliegen und Vorschlägen im Zusammenhang mit ELearning weisen die Sprachdozierenden in ihren Rückmeldungen auf folgende Punkte hin: Innovationssteuerung: Medienleitbild und Steuergruppe Die Verankerung einer Medienstrategie im Entwicklungskonzept einer Schule wird heute allgemein als ein wichtiger Faktor für die breite Verwendung digitaler Medien für das Lehren und Lernen anerkannt. Das Fehlen einer solchen Strategie wird im „ICT Impact Report" der EU entsprechend als Hindernis für eine erfolgreiche Integration digitaler Medien in der Lehre aufgeführt. Neben Entwicklungen im technischen Bereich und Herausforderungen im Umgang mit Informationen werden die zukünftigen Lehrpersonen auch mit einer neuen Generation von Lernenden konfrontiert, welche in einem stark veränderten medialen Umfeld aufgewachsen sind. Francesco Pedro hat dazu den Begriff „New Millennium Learners" geprägt. Die PHSG braucht ein lern- und lehrorientiertes Medienleitbild, das auf die Bedürfnisse der Schule der Zukunft ausgerichtet ist. Die PHSG soll als eine Schule erlebt werden, wo technische Neuentwicklungen medienpädagogisch und mediendidaktisch reflektiert und für das Lehren und Lernen nutzbar gemacht werden. In diesem Medienleitbild soll eine Vision für die Medienentwicklung der gesamten Schule, sowie ausgehend von dieser Vision gemeinsam erarbeitete und beschlossene Ziele festgehalten werden. Um eine Gesamtsicht zu gewährleisten, soll dieses Medienkonzept von einer zu konstituierenden Steuergruppe Medien der PHSG entwickelt werden, in der Dozierende aller Studienbereiche, aber auch Medienpädagogen, Informatiker und Studierende vertreten sind. Die Steuergruppe Medien der PHSG soll Fragen im Bereich digitaler Medien reflektieren, Perspektiven für die PHSG entwickeln und wichtige Entscheide vorbereiten. Diese Steuergruppe Medien soll auch Projekte für Lehre, Weiterbildung und Forschung anregen und soll damit dazu beitragen, die medienpädagogischen Aktivitäten mit den Prozessen der Unterrichts- und Schulentwicklung zu verbinden. Unterrichtsentwicklung

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E-Learning Konzept

Gerade die Möglichkeiten des netzbasierten Lernens würden erlauben, speziell in den Sprachen verschiedene Bereiche der Ausbildung, wie z.B. berufspraktische Ausbildung, Fachdidaktik und Fachausbildung, in übergreifenden Projekten zu verbinden und damit neue Perspektiven für die Ausbildung zu eröffnen. Einige Dozierende vermuten zudem ein grosses Potential im Zusammenhang mit dem selbst organisierten Lernen (SOL), bemängeln aber gleichzeitig, dass sie zu wenig wissen, was hier alles möglich wäre. Insgesamt ist ein grosses Bedürfnis nach geeigneten Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Lehre und nach der Entwicklung sinnvoller Beispiele vorhanden. Wir schlagen die Initiierung innovativer Unterrichtsentwicklungsprojekte für den Studienbereich Sprachen vor, in denen neue Lehr- und Lernformen mit Hilfe digitaler Medien entwickelt und erprobt werden sollen. Diese Unterrichtsprojekte sollen von interessierten Sprachdozierenden in Teamarbeit entwickelt, realisiert und reflektiert werden. Die Ergebnisse sollen im Rahmen interner und externer Weiterbildungsveranstaltungen vorgestellt, diskutiert und weiter entwickelt werden. Für die kontinuierliche Entwicklung der PHSG im Medienbereich ist es wichtig, dass solche Projekte nicht als einmalige und isolierte Aktionen gelten, sondern in einen medienpädagogischen Gesamtrahmen gestellt werden. Schulung und Weiterbildung Der Wunsch nach mehr Schulung und Weiterbildung wurde mehrmals eingebracht, insbesondere um die Hemmschwelle für den Einsatz digitaler Medien in der Lehre weiter zu senken. Zusammenarbeit mit dem HSG-Sprachenzentrum prüfen. Das, Sprachenzentrum der HSG bietet viel Material für das Selbststudium, das auch für unsere Studierende als Ergänzung zu unseren Lehrveranstaltungen interessant sein könnte, besonders für diejenigen, die grössere Defizite aufweisen und die wir aus zeitlichen Gründen oft nicht ausreichend betreuen können. Die HSG ist offensichtlich an einer besseren Auslastung ihrer Infrastruktur interessiert. Das Prüfen der Möglichkeit einer Zusammenarbeit auf dieser Ebene würde von den Dozierenden begrüsst. Sicherheitsmassnahmen/Filter Die Sperre für das Abspielen von Videodateien aus dem Internet im Bildungsnetzwerk wurde von Dozierenden wiederholt als Behinderung bezeichnet. Der Weg führt zurzeit über das Freischalten einzelner Seiten auf Anfrage im Voraus, was Dank dem engagierten Support gut funktioniert, auf die Dauer jedoch umständlich ist. Die Arbeit mit Podcast, Ton- und Videodateien, welche gerade für den Sprachenbereich sinnvolle und vielfältige Möglichkeiten bietet, wird damit einschneidend erschwert anstatt gefördert. Der Zugang zu diesen Medien ist für die Lehre unbedingt frei zu schalten. Umstellungen in Bereich Informatik Die Umstellungen der letzten Monate (Netzwerk Bildung/Verwaltung, Laufwerk T/Transfer), haben einige Dozierende verunsichert und die Schwelle für die Verwendung digitaler Medien in der Lehre noch vergrössert. Daraus ist ein grosses Bedürfnis nach Stabilität und Kontinuität im Bereich Informatik entstanden. Die Dozierenden, welche entsprechende Weiterbildungen besucht haben würden gerne in Ruhe weitere Erfahrungen machen, insbesondere mit dem BSCW, wo allgemein viele Möglichkeiten für die Lehre gesehen werden. In diesem Sinne sind weitere Umstellungen in nächster Zeit möglichst zu vermeiden. Dort, wo sie absolut notwendig werden, sollen Dozierende und Studierende in diese Prozesse eingebunden werden. Studienbereich der C-Fächer Werken Der Einsatz von e-learning basiert auf folgenden Möglichkeiten

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BSCW-Servers als Lernplattform

Abgabe von Unterlagen in digitaler Form (Sicherheitsmassnahmen)

Austausch von selbst hergestellten Unterlagen und Dokumentationen

• Recherchen zu gestalteten Objekten und Design Für Arbeitsdokumentationen verwenden die Studierenden Bildbearbeitungsprogramme. Der Einsatz von Filmen wäre bei bewegten Objekten sinnvoll (bewegte Objekte). Die Anliegen aus der Bildnerischen Gestaltung sind zu einem Teil auch für den Bereich Werken sinnvoll. Dokumentationen werden heute in Farbe abgegeben. Für Projektionen mit den Beamern nehmen wir die privaten Laptops mit. Es gibt sehr gute Lern-DVDs, die zum Einsatz kommen. Anliegen: Photoshop für den privaten Laptop Hauswirtschaft ICT eignet sich hervorragend für den hauswirtschaftlichen Unterricht. Es gibt viele interessante Nutzungen. Wir setzen es nicht/kaum ein, da die wenige Unterrichtszeit bei uns mit dem Erwerb von Fähigkeiten im prakt. Bereich genutzt wird. Hier haben wir ganz klar den Schwerpunkt gesetzt. Ein Ausbau der ICT-Nutzung ist möglich im Bereich selbstgeleitete Lernzeit und Leistungsnachweise. Spezielle Anschaffungen sind dazu nicht notwendig. Bildnerische Gestaltung Einsatz e-learning: Der Einsatz im Fach Bildnerische Gestaltung ist klar abgegrenzt. Der Schwerpunkt soll bei analogen Verfahren bleiben, um bewusst einen Gegensatz zu den vielfachen Tätigkeiten am Computer in allen anderen Bereichen abzudecken. In allen Semestern wird e-learning vor allem im Bereich Recherche eingesetzt -thematische Bildersuche im Bereich Kunst oder allgemein kulturhistorische Informationen. Herstellung von Projektdokumentationen. Digitale Bildbearbeitung werden individuell in allen Modulen, Trickfilm und Videoschnitt, im Modul 6 und in Projektwochen eingesetzt. Anliegen: In den für Studierende frei zugänglichen Informatikräumen in Gossau und St. Gallen sollten im mindesten folgende Bildbearbeitungsprogramme installiert sein adobe photoshop / adobe imageready / adobe premiere (videoschnitt) Wichtig: Mit der Arbeit am Computer ist es noch nicht getan - Studierende sollten die bearbeiteten Bilder farbig ausdrucken können. Bis jetzt läuft diese abschliessende Arbeit immer über die Dozierenden, was die selbstständige Arbeit im selbstgeleiteten Studium verunmöglicht. Gute Möglichkeiten zum Einscannen, farbig Ausdrucken und farbig Kopieren Musik •

Auf den PCs der Musikdozierenden muss entsprechende Software installiert werden. Vor allem diejenige Freeware, mit denen auch die Studierenden arbeiten müssen. Es muss auch noch Software angeschafft werden.

Es braucht einen Multimedia-Arbeitsplatz (Tonstudio mit PC, Keyboard, Boxen, Mic) an dem die Studierenden Musik und Bild bearbeiten können. Ausbau des Gerätes im Hadwig, in Gossau evt. Zusammenarbeit mit RDZ (Ralph Kugler).

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Infos darüber was es in Rorschach in diesem Bereich gibt.

Infos darüber, welche Technologien uns überhaupt zur Verfügung stehen.

Wo kann ich um Rat fragen wenn ich ein Problem habe? Zurzeit ist der ICT-Service so mit strategischen Fragen beschäftigt, dass man sich beinahe nicht traut etwas zu Basics zu fragen.

Beispiel Weiterbildung PHS zum Thema eLearning: Beim Referat der ICTVerantwortlichen der HSG wurde einem bewusst, dass dort ein ganzes Team den Dozierenden zur Verfügung steht. Sogar für Arbeiten wie Dokumente zusammenstellen, auf Server legen, den Studis mailen usw. Ist ein solcher Support geplant?

Was wird an der PHSG schon gemacht. Austausch von Ideen, Vorstellen von Projekten?

Was können überhaupt unsere Studierenden alles?

Zeitproblem: Würde gerne ein vermehrt Webquests (http://wizard.webquests.ch/hiphopbewequnq.html?paqe=3617 ) machen, aber es fehlt mir die Zeit dazu. Wie wird dieser Mehraufwand entschädigt?

Im 2009 Modul Musik in eigenständiger Lernzeit. Wie ist da die Berechnung der Arbeitszeit und des Supports der Studierenden?

Zukunft von BSCW, Educanet?

Wichtig: Arbeitsgruppe, die sich diesen Themen widmet!

Handarbeit In meinem Unterricht findet sich der Einsatz des PC vor allem im Bereich Unterrichtsvorbereitung. Während den Lektionen setze ich den Beamer mit Lern-DVD, oder Lehrmitteln ein. Für Gestaltungsaufgaben benützen wir zum Teil Grafiken aus dem Internet. Ebenso weise ich die Studis immer wieder hin auf einzelne Beiträge und Homepages im handarbeitlichen Bereich. Der BSCW-Server dient uns als Plattform für den Austausch, respektive als "Fundstelle" für Anleitungen, Arbeiten der Studis etc. Meine Bedürfnisse sind eigentlich eher im weiterbildenden Sinn für mich angesiedelt. Zum Beispiel habe ich den Workshop zum Outlock sehr geschätzt. Vielleicht könnten solche Inputs vermehrt angeboten werden? Ich bin mir bewusst, dass die Voraussetzungen in diesem Bereich enorm unterschiedlich sind, denke mir aber, dass es doch noch einige Personen gibt, die profitieren könnten. Bewegung und Sport Unser Fach basiert hauptsächlich auf praktischer Arbeit. Somit kommt dem E-learning eine untergeordnete Rolle zu. Mögliche Einsatzgebiete sind: •

Aneignung und Überprüfung von Theoriewissen

Vorbereitung und Überprüfung theoretischer Modulnachweise schriftlichen Diplomprüfung Voraussetzung: •

Ein Kursangebot im Bereich E-learning

Einrichten einer Anlaufstelle für E-learning

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Vorbereitung der

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Umfassender Support im E-Learning

Mensch und Umwelt Sek I und Kindergarten-Primarstufe Gesamtkonzept Grundsätzlich wird festgestellt, dass aufgrund der rasanten Entwicklung im ICT-Bereich sich alle Konzepte und Instrumente der Bildungsinformatik in einem Erprobungszustand befinden; ein Suchprozess ist im Gange. Dieser Suchprozess ist grundsätzlich positiv zu bewerten, aber es braucht eine Gesamtstrategie, um zielloses Herumpröbeln zu verhindern. Es ist wichtig für diese Gesamtstrategie, dass eine Auslegeordnung gemacht wird über die relevanten Fragestellungen und entsprechend sinnvolle Konzepte. Erst dann können Fragen nach den technischen Grundlagen und den gewünschten Kompetenzen der Dozierenden beantwortet werden. Wir betrachten die Erstellung eines Gesamtkonzeptes als eine Aufgabe der Schulleitung. Es darf nicht mehr vorkommen, dass von oben die Devise ausgegeben wird, ja macht mal, wir schauen dann weiter. ICT und Lehre Die Integration von ICT in die Lehre war seit Beginn der PHR ein immer wieder formuliertes Anliegen. Die Bildungsinformatik in Rorschach hat enorme Anstrengungen unternommen, den Dozierenden Einstiege in verschiedene „echte" E-Learning-Tools zu ermöglichen; so werden doch schon in verschiedenen Modulen Weblogs, Wikis und Podcasts eingesetzt, so dass die Studierenden einen Einblick in diese Tools erhalten. In der Arbeitsgruppe ICT unter der Leitung von Martin Hofmann als Bildungsinformatiker wurde versucht, die zahlreichen im Curriculum aufgeführten und dann real durchgeführten ICT verbundenen Inhalte/Projekte zu sammeln und zu ordnen. Verschiedene Studienbereiche und Dozierende haben Wege gesucht, diesem Anspruch zu folgen; so wurden im Studienbereich MU einige solcher Versuche mit Erfolg unternommen. Eine grosse Schwierigkeit ist neben der technischen Hürde („Wie bediene ich diese Tools?") auch didaktisch-methodischer Art: Wie gestalte ich ein wirklich sinnvolles Arrangement, das einen Mehrwert bringt? Diese Frage stellt sich momentan primär den Dozierenden und auf der Zielstufe auch den Studierenden. E-Learning und andere Möglichkeiten müssen aber immer in die Primärkommunikation eingebettet bleiben, sie dürfen kein Selbstzweck sein. Um ICT erfolgreich in der Lehre/Ausbildung einsetzen zu können, müssen bei den Studierenden die entsprechenden Kompetenzen aufgebaut sein, resp. aufgebaut werden. Als selbstverständlich erachten wir die Bereitstellung von adäquaten technischen Einrichtungen und Plattformen. Welche dies sind, und dass auch kein Überangebot entsteht, muss ein Gesamtkonzept bestimmen. Eine Sammlung von erfolgreich durchgeführten ICT-Einsätzen mit anschliessendem Austausch finden wir sinnvoll. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass nach dem Überspringen der ersten Hürden sehr viel möglich sein kann (wie beispielsweise im WeblogProjekt mit allen Studierenden des 6. Semesters, Modul MU-KS5). Die Verbindung zwischen den beiden Studiengängen ist noch viel zu wenig vorhanden. Das Papier von Patrick Kunz zeigt, dass grosse Wissenslücken darüber bestehen, was im jeweils ändern Studiengang schon alles erprobt wurde. Deshalb erachten wir es als notwendig im Rahmen eines Gesamtkonzeptes eine gemeinsame Arbeitsgruppe PHSG für den Bildungsinformatikbereich einzusetzen und den Austausch von good practice-Beispielen über die Studiengangsgrenzen hinaus einzuleiten. Weiterbildung Zu bedenken ist, dass die Einbettung von ICT-Tools/-Arrangements nicht einfach so verordnet werden kann. Die Abteilung Mensch und Umwelt begrüsst es deshalb, dass der Einsatz von ICT den einzelnen Dozierenden freigestellt ist; wir glauben nicht, dass eine „Verordnung" wirklich fruchtbar wäre.

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E-Learning Konzept

Als besonders prüfenswert erachten wir die Idee, gezielt Zeitgefässe für die Entwicklung von Strategien zu Verfügung zu stellen und Dozierende, welche Erfahrungen mit ICT gemacht haben, für die Weiterbildung der anderen Dozierenden, resp. den Austausch, heranzuziehen. Zu bedenken ist aber, dass unsere Erfahrung gezeigt hat, dass der Aufwand in der Regel sehr hoch ist und dass dies bei der Berechnung der Arbeitszeit der Dozierenden miteinbezogen werden muss. Fachbereich Sprachen und Mathematik Ausgangslage: Uns interessiert die technische Entwicklung in ICT und die möglichen Folgen für die Entwicklung unserer Veranstaltungen. Wir setzen moderne Technologien in den Seminaren ein. Wir sehen folgende grundsätzliche Probleme, die im Vorschlag nicht behandelt wurden: •

Zu welchem Zweck setzt man ICT ein? Worin besteht der Mehrwert? Wie weit handelt es sich bei den beschriebenen Kompetenzen um Berufskompetenzen, die auf Volksschulebene gebraucht werden?

Wir, möchten stufenbezogene, gute Beispiele kennen lernen. Diese Haltung ist nicht technikfeindlich, sondern orientiert sich an der Eignung von Mitteln zu einem sinnvollen Zweck.

Die technische Neuerung braucht einen ausgewiesenen qualitativen Inhalt. Der Inhalt bestimmt den sinnvollen Einsatz der technischen Mittel - nicht die Mittel den Inhalt.

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E-Learning Konzept, PHSG  

Ein Konzept zur Förderung von Innovationen und ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in den Schulen (Quelle:...

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