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Meeresbiologie

Der Golf von Neapel ist dasjenige subtropische Gebiet, das Deutschland am nächsten liegt. Für Biologen gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Adaption von Pflanzen an ein subtropisches Klima mit heißen Sommern und regenreichen, milden Wintern zu studieren. Am Golf von Neapel gibt es alle degradierten Formen des ursprünglichen Waldes wie Macchia und Garrigue. Das Kennenlernen von Kulturleitpflanzen wie Ölbaum, Weinrebe, Agrumen erweitert die Kenntnisse der Schüler und fördert das Verständnis fremder Kulturkreise. Gruppen, die sich der Meeresbiologie widmen, finden Unterstützung durch das Meeresbiologische Forschungsinstitut von Neapel. Dieses Institut war im letzten Jahrhundert von dem Deutschen Theodor Dohrn gegründet worden. (Kein Geringerer als unser erster Bundespräsident Theodor Heuss hat über ihn eine Biographie geschrieben). Zahlreiche Biologieklassen aus Deutschland besuchten in den letzten zehn Jahren das Institut und konnten Einblick in Forschungsvorhaben nehmen.


Unimare – die Meeresbiologische Forschungsstation, mit der wir seit Jahren zusammenarbeiten, hat ein neues Team. Nach zehn Jahren engagierter Tätigkeit bei Unimare, in denen Martin Möstl und Sigrid Werth die Möglichkeit hatten, tausende von Studenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzunehmen, haben sie beschlossen, sich 2023 zurückzuziehen und ihre Aufmerksamkeit auf alternative Projekte in Österreich zu richten. Das neue Team besteht zum Teil aus alten Bekannten: Domenico Sgambati und Alba Fagnano, die schon lange bei Unimare mitgearbeitet haben. Unterstützt werden sie von deutschsprachigen Mitarbeitern und Freiwilligen aus dem Meeresschutzgebiet Punta Campanella, darunter viele Austauschstudenten. Ihre Schüler bekommen also nicht nur die faszinierende Meeresbiologie präsentiert, sondern profitieren von Begegnungen mit Menschen von überall her.
Seit mehreren Jahren bieten wir auf der Halbinsel von Sorrent wissenschaftlich fundierte Programme für Schulklassen und Universitäten an Das Projekt von albaTours in Zusammenarbeit mit Domenico Sgambati und Alba Fagnano sowie dem Feriendorf Nettuno heißt weiterhin Unimare.
UNIMARE, die meeresbiologische Station in Marina del Cantone, Nerano bietet speziell für Schulklassen und Studentengruppen ein interessantes und spannendes Programm. Dabei haben Sie die Wahl zwischen mehreren Programmbausteinen, die die Kursteilnehmer in die geheimnisvolle Unterwasserwelt des geschützten Marineparks von Punta Campanella an der Amalfi-Küste entführt.
Die Teilnehmer hören von Meeresrittern, sitzengebliebenen Tieren und dem „Mare in Amore“, dem verliebten Meer. Sie sehen Fische, Algen, Krebse und die Vegetation am Meeresboden. Nach einem Schnorchelgang können alle gesammelten Organismen mit professionellen Gerätschaften untersucht und beobachtet werden, wobei höchstes Augenmerk auf der Unversehrtheit der Tiere liegt. Sie werden nach der Beobachtungsphase wieder in ihrem natürlichen Lebensraum ausgesetzt. Sie lernen die Auswirkungen des Menschen auf das marine Ökosystem kennen und diskutieren mit unseren Biologen dessen Folgen. Ein Erlebnis der besonderen Art ist das nächtliche Schnorcheln. Nachtaktive Geschöpfe gehen auf die Jagd und Noctiluca pelagica tauchen das Meer in mystisches Licht.


Aber auch ein Landgang durch die mediterrane Macchia zur herrlichen Badebucht von Baia di Ieranto ist ein lohnenswerter Ausflug. Unterwegs lernen Sie die Flora und Fauna der immer-grünen Vegetationszone der Gegend kennen. Als Belohnung wartet ein Bad im kristallklaren Wasser.
Diese Programme sind buchbar von Mai bis Juli und September/Oktober



So macht Meeresbiologie Spaß!


Meeresbiologische Projekttage:
Was erwartet uns hier?
Der erste Vormittag gibt uns einen Einblick in die allgemeine Biologie des Mittelmeeres mit besonderem Augenmerk auf die Amalfi-Küste. Nach der theoretischen Einführung und einer ersten Schnorchel-Exkursion können wir nun weitere Projekt(halb)tage als Bausteine wählen.
Projekthalbtage: Welche Programmbausteine können wir auswählen?
Zu jedem der folgenden Programmbausteine gehört eine theoretische Einführung und Vertiefung des Themas. Dieser folgt eine praktische Einheit (meist SchnorchelExkursion zur Beobachtung – Besammlung) und eine zusammenfassende Nachbesprechung Dauer je ca. 2,5 Stunden
Who is who?
Zuerst lernen wir die wichtigsten marinen Bewohner der amalfitanischen Küste in der Theorie kennen. Danach werden diese gesammelt und in Gruppenarbeiten von den Teilnehmer*innen vorgestellt. Moderne Kameratechnik hilft uns, die besonderen Strukturen und Organe tierschonend zu erforschen.
Lebensraum der Extreme: das Felslitoral
Wo Wasser auf Land trifft herrschen extreme physikalische Bedingungen vor: starke mechanische Kräfte, Schwankungen des Salzgehalts, des Wasserstands und der Temperatur des Wassers sowie intensive UV-Strahlung. Wir staunen, wie diese Virtuosen der Evolution hier leben und sich fortpflanzen können.
Algen und Aufwuchs: das Phytal des Felslitorals
Algen sind optimal dem Leben unter Wasser angepasst und haben verschiedene Strategien entwickelt, um sich auch schlechten Lichtverhältnissen anzupassen. Bei der Schnorchel-Exkursion werden einige Exemplare gesammelt. Danach widmen wir uns im Labor dem Aufwuchs der Algen und lernen weitere Kleinstlebewesen kennen, die im Algenwald leben.
Posidonia
Wie kommt der Sauerstoff ins Meer? Seegraswiesen produzieren nicht nur durch Photosynthese große Mengen des begehrten Gases, sie festigen auch den Sedimentboden. Jungtiere finden Schutz und für festsitzende Tiere wird der mögliche Lebensraum immens vergrößert. Nach der Schnorchelexkursion und Besammlung der grünen Wiese unter Wasser beobachten wir mithilfe moderner Multimediatechnik den Blattauf-wuchs und die Tiere, die sich darin verstecken.
Fische
Einführung in die Evolution des Wirbeltieres Fisch mit Beispielen der vor Ort häufigsten Fischfamilien (ev. Gattungen/Arten) und ihre Anpassungen an das jeweilige Habitat. Bei der anschließenden Schnorchel-Exkursion lernen wir die Fische mithilfe von Bestimmungstafeln kennen. Schonend werden einige Fische gefangen und genauer besprochen.



Meeresnutzung/Meeresverschmutzung
Wie benutzt und nutzt der Mensch die Meere weltweit aus?
Was sind die lokalen und globalen Auswirkungen? Nach der theoretischen Einführung widmen wir uns auf einer (Schnorchel-)Exkursion der Frage: Ist Müll im Meer gleich Müll? Wir behandeln den Einfluss und die Möglichkeiten des Einzelnen zur Verringerung von Ausbeutung und Verschmutzung des Lebensraum Meeres.
Sitzengeblieben – Festsitzende Tiere
Weites, freies Meer; wenn wir den Lebensraum Meer von außen betrachten, wird schnell klar: es steht den verschiedenen Bewohnern viel freies Wasser zur Verfügung. Allerdings sind feste Flächen, Felswände und stabiler Untergrund, wie etwa sekundärer Hartboden, sehr begrenzt. Die Platzkonkurrenz ist groß, zumal es im Wasser im Unterschied zum terrestrischen Lebensraum eine ganze Reihe von festsitzenden Tieren gibt, die in lichtdurchfluteten Gebieten ständig Gefahr laufen, von den schneller wachsenden autotrophen Pflanzen überwuchert zu werden. Deswegen weichen festsitzende Tiere wie Schwämme und Nesseltiere in schattigere Zonen wie Grotten und Felswände aus. Unterschiedliche Ernährungsstrategien erlauben auch eine Besetzung von strömungsarmen Nischen, in denen das Nahrungsangebot gering ist.
Sandboden: Auf Sand (Makrofauna) und Sandlückenbewohner (Mesopsammon) Wenn man über eine Sandfläche schnorchelt, sieht man bereits einige größere Sandbodenbewohner, bzw. deren Spuren… Aber auch im Sand selbst ist was los… SchnorchelExkursion über einen küstennahen Sandboden, Probenentnahme mit geeigneter Methode, Extraktion und Untersuchung der entnommenen Probe unterm Binokular. Natürlich lernen wir vorher dessen richtigen Gebrauch. Zum Schluss diskutieren wir über die Methoden der Anpassung an diesen besonderen, engen und sauerstoffarmen Lebensraum.
Aus tierethischen Gründen sezieren oder konservieren wir keine Organismen, sondern bringen sie, nach behutsamer Beobachtung wieder in das ursprüngliche Habitat zurück.
Auf den praktischen Exkursionen begleiten erfahrene und mit den lokalen Gegebenheiten vertraute Schwimmer und Rettungsschwimmerhelfer Kleingruppen.

Meeresritter – Krebse im Geröll und Blockfeld Je nach Größe und Masse werden am Meeresgrund liegende Steine unterschiedlich oft umgewälzt und durch Wasserdruck verschoben. Sie bilden somit eine hervorragende Grundlage zur Erforschung der Besiedlungssukzession. So können unterschiedlich schnell wachsende, festsitzende Organismen optimal untersucht werden. Auch Organismen, welche dank unterschiedlichster Methoden im Gestein selbst Schutz finden, werden untersucht. Hauptaugenmerk wird bei diesem Programmbaustein auf die verschiedenen Familien und Gattungen der Crustacea (Krebstiere) gelegt, die den Lebensraum Blockfeld zahlreich besiedeln.
Mediterrane Macchia:
Nach einem einführenden Vortrag geht es zu einer Landexkursion zu einer nahegelegenen Bucht. Dabei führt unser Weg durch die wunderbar ausgeprägte Hartlaubvegetation über die Hügel Neranos. Immer wieder öffnen sich atemberaubende Ausblicke auf das Meer und auf die vorgelagerten Inseln. Unterwegs besprechen wir die Vertreter der örtlichen Flora und Fauna. Dabei interessieren uns ihre Anpassungen und Besonderheiten, Legenden und Mythen, die der Mensch um sie schuf. Kurzer Aufenthalt am Meer zur Abkühlung; Rückwanderung und gegebenenfalls Nachbesprechung.
Nächtlicher Schnorchel Ausflug:
Nachts ist Unterwasser vieles anders!
Tiere, die man am Tag fröhlich unterwegs sieht, kann man mit etwas Glück schlafend beobachten und andere, nachtaktive, beim Jagen beobachten An manchen lauen Abenden fängt das Meer von selbst an zu leuchten…Von selbst? Nein! Millionen und Abermillionen des Einzellers Noctiluca pelagica leuchten dank eines komplizierten Vorgangs der Bioluminiszenz Nach einer Einführung in den chemischen Vorgang tauchen wir in das blitzende und funkelnde „Mare in Amore“ (das verliebte Meer) ein.
Allgemeine Informationen
Kosten für Schnorchelausrüstung
Schorchel: 10 €, Flossen € 10. Neopren 10 €. Wir empfehlen, d die Ausrüstung selbst mitzubringen. Die gewählten Programmtage können aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse und anderer nicht voraussehbarer Ereignisse nach Ermessen der Kursleitung, wenn nötig auch kurzfristig, geändert werden. € 10/ Person

Meeresbiologischer Projekttag
Meeresbiologischer Projekttag für Externe
Meeresbiologischer Projekttag als Folgetag
Bootsfahrt in die Bucht von Crapolla mit Schnorcheln
€ 32/Person
€ 42/Person

€ 30/Person
€ 30/Person
Praktikum bei Unimare?
Unsere Meeresbiologen suchen jedes Jahr Praktikanten, die sie in Ihrer Arbeit unterstützen. Waren Sie schon mal da und haben begeisterte Schüler gehabt? Vielleicht ist es für eine/n ehemalige/n Schüler*in eine schöne Gelegenheit, die Erinnerungen aufleben zu lassen? Sprechen Sie uns gerne an.
‚Meereserkundungen‘ Wandern, Kajak und Schnorcheln
Es erwartet Sie ein wunderschönes Naturerlebnis –eine Kombination aus Wanderung, Kajak und Schnorcheltour im glasklaren Wasser der Baia di Ieranto! Nach einer ca. 1-stündigen Wanderung von Nerano zur Badebucht von Ieranto, bei der unterwegs Erklärungen zur Natur und Flora gegeben werden, erreichen Sie die wunderschöne Bucht im Naturschutzgebiet. Dort fährt die Gruppe in Kajaks in die nächste Bucht und schnorchelt dort. Nach der Rückkehr werden die Kajaks verlassen und der Aufstieg zurück nach Nerano beginnt. Das ganze Programm dauert ca. 5-6 Stunden und erfordert eine gewisse körperliche Grundfitness. Wer nicht Kajakfahren oder Schnorcheln möchte, kann zum Baden am Strand bleiben. Schwimmwesten werden gestellt. Die Schnorchelausrüstung ist im Preis inklusive (Schnorchel, Maske, Flossen), kann aber natürlich auch gerne selbst mitgebracht werden. Neoprenanz können ausgeliehen werden.

























