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TOMORROW TODAY

COMPUTING CONFERENCE IN LONDON // Hohe Auszeichnung für AIT Forscher*innen HVAC POSITIONER // App zur Auswahl der passenden Wärmepumpe INFRASTRUKTURAWARD // 5G-Experte Thomas Zemen erhält „Red Arrow 2019“

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CITY INTELLIGENCE LAB (CIL)

NACHHALTIGE DIGITALE PLANUNG VON STÄDTEN


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STÄDTE N ­ ACHHALTIG UND DIGITAL PLANEN IM CITY INTELLIGENCE LAB


Top-Story

Laborleiter Angelos Chronis (2. v. r.), Anna Aichinger, Theresa Fink, Serjo­scha Düring, Eleni Marmaridou und Myrto Karnoutsou nutzen Schlüsseltechno­ logien wie Künstliche Intelligenz sowie Augmented Reality, um komple­xe para­ metrische Designs und Simulationen zu

Fotos & Coverfoto: AIT/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

erstellen.

Zu den Einrichtungen des Labors gehören interaktive Projektions­ wände und Modelle, die eine ver­ besserte kollaborative Planungs­ umgebung schaffen, sowie ein KI-gestützes Stadtplanungsmodell, das Echtzeitsimulationsvorhersage und generatives Design kombiniert.

Mit dem neuen City Intelligence Lab (CIL) setzt das AIT Austrian Institute of Technology Maßstäbe in der Anwendung digitaler Technologien für die Stadt– planungspraxis durch Einsatz von Big Data, Künstlicher Intelligenz und Augmented Reality. Die Urbanisierung schreitet voran, Städte müssen ihr Wachstum entsprechend intelligent gestalten und dabei beispielsweise langfristige Antworten auf die Herausforderung des Klimawandels finden. Der nachhaltigen Stadtplanung kommt hier entscheidende Bedeutung zu. Das AIT Center for Energy ermöglicht mit dem ersten City Intelligence Lab in Österreich neue digitale Wege: Die Forscher*innen kombinieren innovative Prozesse mit den neuesten digitalen Planungstools unter Verwendung von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI). „Wir setzen hiermit einen Meilenstein in der Entwicklung von Forschungsinfrastruktur am AIT Austrian Institute of Technology. Wir nutzen digitale Technologien wie Augmented Reality und Künstliche Intelligenz und schaffen so einen Experimentierraum für die digitale Zusammenarbeit in der Stadtplanung. Mit der ko-kreativen Entwicklung digitaler Stadtplanungsmethoden setzt das City Intelligence Lab international neue Maßstäbe“, ist Anton Plimon, Managing Director des AIT Austrian Institute of Technology, überzeugt.

Nikolas Neubert und Wolfgang Hribernik im CIL vor dem Stadtmodell Nordbahnhof.


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Das Team rund um Laborleiter Angelos Chronis (3. v. r.), Eleni Marmaridou, Myrto Karnoutsou,

AM PULS DER ZEIT Das selbstlernende KI-System, das Forscher*innen um CIL-Leiter Angelos Chronis über Jahre hinweg aufgebaut und mit Daten gefüttert haben, setzt eine neue Benchmark in der AIT-Forschungsinfrastruktur. „Das City Intelligence Lab am Center for Energy vollzieht einen Paradigmenwechsel hin zur Einbeziehung der Benutzerperspektive mithilfe digitaler Technologien im Labor und ist damit ein internationales Vorzeigelabor für die Stadtplanungsprozesse der Zukunft“, sagt Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy. Dabei können beispielsweise Szenarien wie die Klimasitutation in Stadtteilen – aber sogar auch für Einzelobjekte – anschaulich simuliert und durchgespielt werden. Für Nikolas Neubert, Head of Competence Unit Digital Resilient Cities am Center for Energy, ist das CIL daher auch „eine Plattform und ein Experimentierraum, die man wie eine Art Medizinlabor für digitale Technologien beschreiben kann.“ Die Innovationsleistung der

zukünftigen Stadtplanung werde es sein, mit dem Einsatz digitaler Technologien vielfältige Planungsszenarien zu schaffen, die eine breite Palette an Lösungen für die Städte und deren Bewohnern bieten. „Wir haben dazu die nötige Infrastruktur geschaffen“, erklärt Neubert weiter. Zu den Einrichtungen des Labors gehören interaktive Projektionswände und Modelle, die eine verbesserte kollaborative Planungsumgebung schaffen, sowie ein KI-gestützes Stadtplanungsmodell, das Echtzeitsimulationsvorhersage und generatives Design kombiniert, um die Erforschung beispielloser Situationen zu ermöglichen.

ANTWORTEN FINDEN AUF DIE GRAND CHALLENGES Warum aber ist das alles so wichtig? „Weil der Klimawandel und die Digitalisierung in Städten neue Planungs- und Umsetzungskonzepte fordern“, meint Hribernik. „Auch dieses Jahr

Fotos: AIT/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

Serjo­scha Düring, Anna Aichinger und Theresa Fink (v. l. n. r.)


Top-Story

war wieder eine extreme Hitzewelle zu spüren. Besonders das Wachstum und Verdichtung der Städte verstärkt das Problem der Überhitzung während der Sommermonate“, ergänzt Neubert. Diese Entwicklung stellt für die Bevölkerung eine gesundheitliche Belastung dar. Um Städte für diese Situation resilienter zu gestalten, können die Forscher*innen im City Intelligence Lab unter Anwendung von Machine Learning Mikroklimasimulationen für Sommer- und Hitzetage mit und ohne Anpassungsmaßnahmen erstellen, unterschiedliche Klimamodelle durchführen und die Ergebnisse visuell aufbereiten. So kann man sofort erkennen, welche Maßnahmen – etwa eine Erhöhung von Gebäuden, die Berücksichtigung von Haupt-Windrichtungen beim Planen der Strukturen oder die Errichtung von Grüninseln bzw. Parkflächen – für bestimmte Stadtteile Abkühlung mit sich bringen würden.

IDEALE LÖSUNG FÜR DIE URBANE ZUKUNFT Für Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien, kommt das CIL daher genau zum richtigen Zeitpunkt: „Mit der Digitalisierung eröffnen sich neue Wege, Städte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern lebenswerter und intelligenter zu gestalten. Das City Intelligence Lab ist dabei eine der wichtigen Zukunftsressourcen für die Stadt Wien.“ Gleichzeitig unterstütze das CIL perfekt die Strategie der Smart City Wien. Das AIT betritt mit dem CIL Neuland in der

Forschung. „Derzeit gibt es international keine vergleichbare Laborinfrastruktur, in der die digitale Stadtplanungspraxis mit dem Einsatz von Big Data, KI und AR neue Möglichkeiten für städtische Entscheidungsprozesse bieten kann“, betont Anton Plimon. Kooperationen mit dem Future Cities Lab der ETH Zürich und Unternehmen sollen das CIL zu einem internationalem Hub machen. „Mit dem City Intelligence Lab am Center for Energy besteht mithilfe digitaler Technologien die Möglichkeit, die Bewohner*innen stärker in Planungsprozesse einzubinden. Das ist ein wichtiger Mehrwert für die Stadt– entwicklung der Zukunft“, betont Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy. Denn die Partizipation der Bevölkerung bei den heutigen komplexen Aufgaben ist für die Akzeptanz und Umsetzung von enormer Bedeutung. Im Projekt LiLa4Green entwickelt beispielsweise ein Forscher*innen-Team unter Leitung des AIT gemeinsam mit Stadtbewohner*innen aus zwei Wiener Gemeindebezirken Konzepte und Lösungen, um der urbanen Überhitzung in Stadtquartieren entgegenzuwirken. ­ In Wien Favoriten und im Matznerviertel (Wien Hietzing) werden mit dem Living Lab Ansatz innovative sozialwissenschaftliche Methoden mit neuesten digitalen Techniken wie Augmented Reality kombiniert, um die Bewohner*innen möglichst früh in den Prozess einzubinden. Ziel ist es, eine hohe soziale Wirkung und Akzeptanz für die Maßnahmen zu erreichen. ­LiLa4Green erhielt im September 2019 den Kandidatenstatus der IBA_Wien 2022. Gefördert wird LiLa4Green durch den ­Klima- und Energiefonds – Smart Cities Demo.

City Intelligence Lab als wichtige Zukunftsressource für die Stadt Wien: Anton Plimon (AIT, r.) mit Thomas Madreiter (Stadt Wien)


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WIEN ALS DIGITAL-METROPOLE

Anfang November war der ERSTE Campus in Wien Treffpunkt der Digi-Community: Unter dem Titel „Wien auf dem Weg zur Digitalisierungshauptstadt in Europa“ drehte sich alles um die neuesten Trends und Innovationen im Bereich FutureTech und Digitalisierung. Die IT-Wirtschaft und die Stadt Wien machten in zwei hochkarätigen Tagen mit Diskussionsrunden, Workshops, Partnerevents und großer Probierausstellung sichtbar, was Wien für Menschen aller Altersgruppen an digitalen Errungenschaften zu bieten hat. Die Digital Days fanden heuer bereits zum 6. Mal statt und haben sich längst als größtes Event der DigitalCity.Wien-Initiative etabliert. Veranstalterin der Digital Days ist Urban Innovation Vienna, ein Unternehmen der Wien Holding und Koordinationsstelle der DigitalCity. Wien-Initiative. Das AIT Austrian Institute of Technology präsentierte sich auf den Digital Days nicht nur als wichtiger Kooperationspartner,

sondern auch als wesentlicher Enabler der digitalen Transformation. Von dieser Kompetenz des AIT profitiert auch Wien. Die Stadt hat sich, so Bürgermeister Michael Ludwig in seiner Eröffnungsrede, vorgenommen, die Digitalisierungshauptstadt in Europa zu werden. Dabei sei das Zusammenspiel unterschiedlicher Player, sei es aus der Privatwirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung, mit Schulen oder auch Start-ups entscheidend. Wobei, so betonte der Wiener Bürgermeister, gerade bei der Digitalisierung die Menschen im Mittelpunkt stehen müssten. Hier setzte auch die Keynote des Philosophen Richard David Precht an: „Der Bürgermeister ist nicht ersetzbar, weil er mit Menschen zu tun hat, denen er nicht alles glauben kann“, illustrierte Precht. Für ihn wird die Digitalisierung auch deutliche Gewinner hervorbringen. Precht nannte in diesem Zusammenhang u. a. Handwerksberufe, Empathieberufe in der Krankenpflege oder Unterhaltung, Scouts und Coachings sowie die IT-Branche.

Fotos: PID/C. Jobst, David Bohmann

Mit den Digital Days 2019 setzte nicht nur die Stadt Wien ein Ausrufezeichen in der Digitalisierung. Das AIT Austrian Institute of Technology war einer der Hauptpartner und präsentierte wegweisende Lösungsansätze.


Digital Days 2019

Wien soll digitales Zentrum Europas werden,

AIT Cyber Security Expertin Lucie Langer eröffnete

meinte Bürgermeister Michael Ludwig bei der Eröffnung

mit ihrer Keynote die Paneldiskussion zum Thema:

der 6. Digital Days am ERSTE Campus beim Hauptbahnhof.

„Cybersecurity: Bildung für eine sichere digitale Welt“.

AIT CYBER RANGE STÄRKT SECURITY AWARENESS

FAKE NEWS ALS BEDROHUNG UNSERER GESELLSCHAFT UND DEMOKRATIE

Die Expert*innen des AIT gaben in ihren Vorträgen und Workshops Eindrücke in die aktuellen Forschungsthemen. So stellte AIT Cyber Security-Expertin Lucie Langer in ihrer Keynote die AIT Cyber Range vor, die als virtuelle Umgebung beste Voraussetzungen für die Simulation komplexer und vernetzter Infrastrukturen und eine realistische Umgebung für das Testen und Analysieren von Sicherheitsvorfällen in unterschiedlichen Bedrohungsszenarien bietet. Langer mahnte dabei insbesondere für cyberphysikalische Systeme eine erhöhte Security Awareness gegen Cyberbedrohungen ein, weil sich hier Angreifer u. a. über Firmennetze Zugang zu industriellen Prozesssteuerungen verschaffen können.

Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT, zeigte in seinem Vortrag die Gefahren auf, die von der permanenten Verbreitung von Desinformation vor allem über soziale Medienkanäle ausgehen. Er wies auch darauf hin, wie sich unsere demokratische, rechtsstaatliche Gesellschaft gegen „Fake News“ technologisch, rechtlich und mittels verbesserter digitaler Bildungsangebote wirkungsvoller schützen kann.

ANALYSE VON KRYPTOWÄHRUNGEN UND AI-BASIERTE BIG DATA-ANALYSE Die Data Science-Experten Rainer Stütz und Matteo Romiti demonstrierten in ihrem gemeinsamen Tutorial, wie die am AIT entwickelten Forensik-Werkzeuge zur Analyse illegitimer Zahlungsströme in virtuellen Währungssystemen beispielsweise im Kontext von Ransomware-Attacken eingesetzt werden können. Zusätzlich zeichnete AI Experte Alexander Schindler die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) als Forschungsdisziplin nach, wie z. B. den Übergang von traditionellem Machine Learning hin zu Deep Learning-Ansätzen, die dann in der Security-Domäne und bei der Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden zum Einsatz kommen.

FORTSCHRITTLICHE BIOMETRIK AM AIT-AUSSTELLUNGSSTAND Die AIT Experten Bernhard Strobl und Axel Weißenfeld präsentierten am AIT-Ausstellungsstand eine kontaktlose Fingerabdruckerfassung, die beispielsweise für den künftigen Einsatz in Hochsicherheitsbereichen geeignet ist. Durch Miniaturisierung und Einbettung des Tools in automatische Zugangskontrolltüren kann diese biometrische Lösung auf breiter Basis ausgerollt und etwa auch mit Chip-Cards für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verknüpft werden. Mehr zu den Digital Days 2019 unter: didays.digitalcity.wien/


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MODE unterscheidet zwischen acht verschiedenen Transportmitteln: Fahrrad, Motorrad, Auto, Bus, Straßenbahn, U-Bahn, Eisenbahn und zu Fuß gehen. Die Smartphone- basierten Daten werden an einen Server übertragen, wo der MODE-Algorithmus eine zuverlässige und detaillierte Reiseinfor– mation generiert.

DER SCHLÜSSEL ZUR MOBILITÄT VON MORGEN

Bewegender Abend für Markus Ray, Leiter der Competence Unit Dynamic Transportation Systems am AIT Center for Mobility Systems: Er nahm am 17. September im Namen des gesamten Teams den VCÖ-Mobilitätspreis 2019 in der Kategorie „Digitalisierung“ entgegen. Gewonnen hat die Einreichung zum Thema „Autonomous Ticketing der nächsten Generation“: Mit der Technologie MODE legt das AIT die Grundlage für ein zukünftiges Smartphone-basiertes Ticketingsystem für den öffentlichen Verkehr. Autonomous Ticketing funktioniert über die zuverlässige Erhebung der Fahrtroute, der Umsteigepunkte und der benutzten Verkehrsmittel. Zusätzliche betreiberseitige Infrastruktur oder aktive NutzerInnen-Interaktion sind somit hinfällig. Das AIT bietet damit eine wichtige Basis für die Mobilität von morgen, denn digitale Kommunikation und IoT (Internet of Things) haben sich zu Eckpfeilern unserer Gesellschaft entwickelt. Die Verwendung von Personal Devices wie Smartphones und deren vielfältige Applikationen tragen maßgeblich zur Erleichterung unserer Tagesabläufe bei. Die Anbieter dieser Dienste profitieren von ungeahnten neuen Möglichkeiten in der Optimierung ihrer eigenen Serviceleistungen. So ergeben sich auch für Betreiber und Nutzer*innen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs völlig neue Servicepotenziale und Geschäftsmodelle.

„Autonomous Ticketing“ benötigt ein Smartphone und funktioniert über zuverlässige Erhebung von Mobilitätsdaten, wobei es weder eine betreiberseitige Infrastruktur noch eine aktive Interaktion Nutzender braucht. Mit MODE können fahrgastbezogene Daten wie das gewählte Verkehrsmittel, die Umsteigepunkte oder die Fahrrouten automatisch erfasst werden. Die Fahrgäste brauchen kein Ticket, denn das Ticket wird automatisch durch die App am Smartphone aktiviert und wieder deaktiviert. Preis-Caps veranlassen die Auswahl des günstigsten Tickets. Betreiber können die hochgenauen Daten für die Gestaltung eines nachhaltigen, multimodalen Mobilitätssystems nutzen. „Ein einfaches Ticketing kann einen wesentlichen Beitrag leisten, dass der Öffentliche Verkehr häufiger genutzt wird“, betont VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak. Mit MODE können die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel aber auch Kosten reduzieren und gewinnen die Möglichkeit zur tarifbedingten Steuerung des Mobilitätsverhaltens der Kund*innen. Die Fahrgäste müssen keine Tickets mehr bei stations- und/oder fahrzeugseitigen Ticketautomaten bzw. unterschiedlichen Verkehrsbetreibern kaufen und können die vorhandene Transportinfrastruktur nutzen, wie, wann und wo sie wollen. Mehr dazu: https://www.ait.ac.at/autonomousticketing/

Foto: AIT

Mit MODE entwickelte das AIT Center for Mobility Systems eine Lösung im Bereich „Autonomous Ticketing“, die große Vorteile sowohl für Betreiber, als auch für Nutzer*innen bringt. Das wurde mit dem VCÖ-Mobilitätspreis 2019 ausgezeichnet.


Performance & Success

FOCUS ON PERFORMANCE & SUCCESS BAUDYNAMIK

SCHWINGUNGEN SICHER ­ERMITTELN, BEWERTEN UND MINDERN

Fotos: AIT/Zinner, Energie Steiermark

Projektleiter Peter Kastner:

Die Forschungsgruppe Baudynamik am AIT Center for Mobilty Systems befasst sich mit der Untersuchung von Erschütterungen und Schall sowie deren Einwirkung auf Bauwerke und Menschen. Junior Scientist Dominik Prammer: „Durch neuartige In-situ-Messsysteme ist es uns gelungen, erstmals Belastungen aus dem Zusammenspiel von Verkehr und Temperaturverformung direkt in der Autobahn-Fahrbahndecke zu bestimmen. Mittels Messungen und Simulationen können empfohlene Richtwerte überprüft und gegebenenfalls Design– änderungen vorgeschlagen sowie Bemessungsparameter angepasst werden. Der Einsatz von Langzeitüberwachungen entlang von Verkehrswegen liefert den Infrastrukturbetreibern wichtige Informationen im Hinblick auf die Erhaltung.“ Im Rahmen der D-A-CH-Tagung „Erdbebeningenieurwesen & Baudynamik“ wurden die am AIT entwickelten Tools vorgestellt. Alois Vorwagner, Leiter der Baudynamik-Gruppe: „Mit unseren Lösungen tragen wir wesentlich zur einer sicheren, beständigen und lärmemissionsarmen Verkehrsinfrastruktur bei. Wissenschaftliches Know-how und praktische Umsetzbarkeit verschaffen Infrastrukturbetreibern somit einen entscheidenden Vorteil.“

­„Unsere Arbeit am Forschungsprojekt fokussiert auf Einbindung von Sensoren zur Beobachtung der körperlichen Aktivität und ­Bewegung im Alltag als Prädiktor für den Krankheitsverlauf.“

TELEMED5000

TELEMEDIZIN IN GROSSEM MASSSTAB Das von BMWi in Deutschland und BMVIT in Österreich bilateral geförderte Projekt Telemed5000 vereint Partner wie das Telemedizinzentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin, GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG, Universität Potsdam - Hasso Plattner Institut, SYNIOS Document & Workflow Management GmbH sowie das Fraun– hofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS. Das AIT Austrian Institute of Technology ist gemeinsam mit dem Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol beteiligt. Telemed5000 soll zur Entwicklung eines intelligenten Systems zur telemedizinischen Mitbetreuung von großen kollektiven kardiologischen Risikopatienten beitragen. In Österreich gilt das vom AIT geleitete Projekt HerzMobil Tirol als Vorzeigemodell: Herzpatient*Innen gewinnen dadurch bessere Therapiemöglichkeiten, eine um die Hälfte reduzierte Rehospitalisierungsrate sowie eine stark reduzierte Gesamtsterblichkeitsrate im Beobachtungszeitraum von einem Jahr sind weitere Effekte.

KUNDENSTIMMEN

INNOVATIONSPARTNER IM ENERGIEBEREICH Das AIT Center for Energy ist für Energie Steiermark ein starker Innovationspartner beim Einsatz neuer Technologien und Lösungen im Energiebereich. Unsere Zusammenarbeit zeichnet sich durch hohe Qualität und eine strukturierte Arbeitsweise aus. Die Erfahrung und Kompetenz des AIT bietet für uns als Energie- und Dienstleistungsunternehmen einen klaren Mehrwert und stärkt unsere Position als dynamische Innovationskraft. Darauf möchten wir auch in Zukunft aufbauen. Philipp Irschik, Head of Strategy and Corporate Holdings, Energie Steiermark


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Das AIT Forschungsteam präsentierte neue Ansätze zur digitalen Netzplanung.

HVAC POSITIONER

WÄRMEPUMPE PER APP AUSWÄHLEN Die Anschaffung von Wärmepumpen ist eine langfristige Entscheidung und bedarf genauer Planung. Der HVAC Positioner ist die erste App, die es mithilfe von Augmented Reality ermöglicht, eine Wärmepumpe in einer realen Umgebung zu platzieren. Die implementierte Echtzeit-Schallausbreitungsrechnung bietet die Möglichkeit, eine Wärmepumpe oder Kälteanlage perfekt nach den aktuellen Vorschriften und persönlichen Vorlieben zu positionieren. Das AIT Center for Energy hat ein Verfahren entwickelt, um die Lärmemissionen der Bevölkerung in städtischen Gebieten zu minimieren. Diese Methoden ermöglichen einen einfachen, intuitiven und gleichzeitig präzisen Umgang mit den Geräuschemissionen und kommen in der App des HVAC Positioner zum Einsatz. INTEGREATER

COMFOREN SYMPOSIUM

KONZEPT ZUR ENERGIEEFFIZIENZ ­GEWINNT AIT POSTER AWARD

STROMNETZE MIT HOCHGENAUEN NETZANALYSEN IN STUNDEN PLANEN

Das AIT kooperiert im Rahmen des AIT Poster Awards seit 2010 mit den NÖ-Förderagenturen tecnet equity und accent. Die diesjährige Gewinnerin des Poster Awards, Ksenia Poplavskaya aus dem AIT Center for Energy, überzeugte mit ihrer Arbeit „inteGREATER: Integrate Congestion Management and Markets for Greater System Efficiency“ zum Thema Engpassmanagement. Poplavskaya entwickelte einen Software-Algorithmus, welcher den Energiemarkt und die Übertragungsnetze modelliert und tagesaktuell die Entscheidungsfindung von Übertragungsnetzbetreibern ermöglicht. Den zweiten Platz belegte Sophie Knöttner aus dem Center for Energy mit ihrem Poster zu „Optimized Energy System Operation – A Contribution to Industry 4.0“. Platz 3 ging an Patrik Aspermair aus der Competence Unit BioSensor Technologies mit seiner Arbeit zu „Smell Sensing 4.0: Organic Semiconductors for Biosensing“.

Die Anforderungen an die Stromnetze haben sich verändert, die Planung muss dynamischer, multidimensionaler und flexibler werden. Im Rahmen des 10. Symposiums für Communication For Energy (ComForEn) präsentierte das Center for Energy des AIT das erste Berechnungstool Österreichs für die digitale Netzplanung in Nieder- und Mittelspannungsnetzen. Die Anwendung stellt eine massive Verbesserung dar, indem der Planungszeitraum von einigen Wochen auf wenige Stunden mithilfe von Skalierbarkeitsanalysen verkürzt werden kann. OPTIVID

OptiVID ist eine am AIT Center for Technology Experience entwickelte Software für sehbehinderte Personen, die mittels verschiedener Filter- und Optimierungsverfahren digitale Videos für die Zielgruppe zugänglich macht. So können z. B. visuelle Kantenverstärkungen die Sichtbarkeit von Details verbessern, Helligkeits- und Kontrastadaption erhöhen die Wahrnehmbarkeit der Videos. Seheinschränkungen sind hochgradig individuell, können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und verändern sich mit der Zeit. Die am AIT entwickelte Software bietet erstmals die Möglichkeit, Videooptimierungsfilter angepasst an die eigene Seheinschränkung und an den jeweiligen Videoinhalt zu definieren und anzuwenden. Die Teilnehmer*innen des 10. AIT Poster Awards mit AIT Managing Director Wolfgang Knoll, tecnet Geschäftsführerin Doris Agneter und accent Geschäftsführer Michael Moll.

Fotos: AIT/Bernhard Wolf, AIT/Husar

SOFTWARE FÜR SEHBEHINDERTE


Performance & Success

Die Forscher*innen am LKR sind führend in Bereichen wie Gießtechnik, Umformtechnik und Numerische Simulation von Leichtbau-Komponenten. Peter König, Prime Mobility & Consulting GmbH, Barbara Urban, Stadt Graz Verkehrsplanung, Martin Reinthaler, Projektleiter „GrazLog“, AIT (v. l. n. r.)

JUBILÄUM

25 JAHRE LKR Am 17. September feierte das LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen sein 25-jähriges Jubiläum. Ein Vierteljahrhundert, in dem sich das 50-köpfige Team dank seiner umfangreichen Expertise und wissenschaftlichem Know-how zu einer führenden Größe in der Entwicklung von hochwertigen Leichtmetalllegierungen, nachhaltigen Verarbeitungsprozessen sowie funktional integrierten Leichtbaukomponenten entwickelt hat. LKR Managing Director Christian Chimani begrüßte langjährige Partner aus Industrie und Wissenschaft sowie ehemalige Mitarbeiter: „Sie alle bilden für uns das Rückgrat, mit dem wir unsere Forschung vorantreiben können.“ AIT Managing Director Wolfgang Knoll meinte: „Das LKR ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich angewandte Forschung im AIT entwickeln soll – nicht zum Selbstzweck, sondern mit Mehrwert für unsere Kunden.“ So können beispielsweise im neu errichteten Additive Manufacturing Laboratory am LKR mittels werkstoffspezifischer Prozessführung, einem mehrachsigen Robotiksystem und modernsten Brennertechnologien komplexe 3D-Bauteile aufgebaut werden.

Sandra König, AIT Scientist am Center for Digital Safety & Security, nahm die Auszeichnung im Namen

Fotos: AIT/LKR, feelimage/Felicitas Matern, AIT

des Teams entgegen.

BEST PAPER AWARD

HOHE AUSZEICHNUNG FÜR AIT-FORSCHER*INNEN Auf der diesjährigen Computing Conference in London wurden die AIT-Forscher*innen Sandra König, Stefan Rass, Benjamin Rainer und Stefan Schauer mit dem Best Paper Award für ihr Paper „Hybrid Dependencies Between Cyber and Physical Systems“ ausgezeichnet. Das Paper wurde aus insgesamt 168 angenommenen Einreichungen ausgewählt.

HERMES 2019

AUSZEICHNUNG FÜR PROJEKT GRAZLOG Das von der Stadt Graz eingereichte und vom AIT geleitete Projekt „GrazLog“ erhielt den HERMES 2019 Verkehrs.Logistik Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit. Im Rahmen einer feierlichen Gala in der Wiener Hofburg nahm AIT-Projektleiter Martin Reinthaler, Center for Mobility Systems, gemeinsam mit Vertreter*innen der Stadt Graz und weiterer Projektpartner die Auszeichnung entgegen. Die berühmte letzte Meile der Zustellung umweltfreundlicher und auch günstiger zu machen, ist das Ziel des vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) geförderten Projekts.


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Starkes Team: Armin Simma (FHV), Thorsten Tarrach (AIT), Fabian Laudenbach (AIT), Karl-Heinz Weidmann (Vizerektor der FHV), Helmut Leopold (Head of Center for Digital Safety & S ­ ecurity, AIT), Robert Merz (FHV), Kathrin Plankensteiner (FHV), Ralph Hoch (FHV)/v. l. n. r.

CRISIS AND DISASTER MANAGEMENT

DIGITALER KATASTROPHENSCHUTZ

DIGITALISIERUNG

FH VORARLBERG UND AIT BÜNDELN KOMPETENZEN Die Digital Factory Vorarlberg an der FH Vorarlberg und das AIT Austrian Institute of Technology bündeln ihre Expertise in einer neuen, strategischen Kooperation zwischen Spitzenforschung und angewandter Wissenschaft. Die Kooperation soll dazu beitragen, in zukunftsrelevanten Hightech-Segmenten einen effektiven Technologie- und Know-how-Transfer vor allem für die mittelständische Industrie zu leisten und damit fortschrittliche Industrie 4.0-Anwendungen frühestmöglich real verfügbar zu machen. „Dadurch werden einerseits die akademische und wirtschaftliche Entwicklung von digitalen Schlüsselkompetenzen forciert und andererseits komplexe Technologien frühzeitig für die heimische Wirtschaft einsetzbar“, betont Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT. So könne man den Paradigmenwechsel der heimischen Produktionsbetriebe in Richtung Industrie 4.0 in solidarischer Anstrengung unterstützen.

Von 12. bis 14. September fand im steirischen Eisenerz mit dem TRIAL Austria die letzte von insgesamt vier Katastrophenschutzübungen im Rahmen des EU-finanzierten Projektes DRIVER+ statt, bei dem österreichische Kommunikationslösungen für das Krisen- und Katastrophenmanagement in einem fiktiven Erdbeben-Katastrophenfall eingesetzt wurden. Die Großübung wurde vom AIT und dem Österreichischen Roten Kreuz in Österreich organisiert und durchgeführt. Untersucht wurde die bestmögliche Unterstützung von Akteuren im Crisis and Disaster Management (CDM) bei der Bewältigung von Katastrophen. Als Testszenario galt die Annahme eines massiven Erdbebens mit Stärke 6,8 nach Richter im zentralen Teil Österreichs mit nachfolgendem schweren Regen sowie steigenden Vermissten- und Verletzten-Zahlen, einstürzenden Gebäuden, blockierten Straßen und gefährdeten Industriebetrieben. Auf Basis einer Ausschreibung wurden für die Übung verschiedene Lösungen ausgewählt, die im Rahmen des Testszenarios in Eisenerz an drei Tagen auf ihre Praxistauglichkeit getestet wurden. In die Übung waren sämtliche nationalen Einsatzkräfte (Rotes Kreuz, Feuerwehr, Polizei und Bundesheer) sowie internationale Hilfsmannschaften eingebunden. Das AIT verfügt über modernste Command & Control Kommunikationslösungen. GUIDEBOOK

ALPBACHER TECHNOLOGIEGESPRÄCHE 2020 Nächstes Jahr steht das Thema „Fundamentals“ beim Forum Alpbach im Mittelpunkt. Die Technologiegespräche finden von 27.-29.8.2020 statt. Dazu wird es auch wieder ein Jahrbuch geben. Heuer widmete sich die Reihe „Technologie im Gespräch“ dem Thema „Sicherheit im Cyberraum“. Ein brennendes Thema, denn die digitale Transformation wirft viele Fragen auf, die bisher ungelöst sind; ethische und juristische ebenso wie ökologische, ökonomische, soziale und politische. Hinzu kommen neue Gefahren aus der Cyberwelt. Einen kompakten Rückblick auf die Technologiegespräche 2019 finden Sie auf: https://issuu.com/ait_cc/docs/efatec_2019

INTELLIGENTE ENERGIENETZE Im Forschungsprojekt „ReFlex - Replicability Concepts for Flexible Smart Grids“ beschäftigte sich ein transdisziplinäres AIT Expert*innen-Team mit Möglichkeiten der Replizierbarkeit von Smart-Grid-Lösungen. Das neue Guidebook des AIT bietet Innovatoren und Akteuren Hilfestellungen für die Planung von Smart-Grid-Initiativen. Es werden Kenntnisse aus der Praxis vermittelt, die beim Übertragen der intelligenten Energiesysteme an andere Standorte und insbesondere zwischen Ländern berücksichtigt werden sollten. Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen, die einen Beitrag zur Flexibilisierung lokaler erneuerbarer Energiesysteme und Energienetze leisten: beispielsweise die gemeinschaftliche Nutzung agrothermischer Energiequellen, Stabilisierung lokaler Stromnetze durch Steuerung des Endverbrauchs sowie smartes Energiemanagement von Businessparks. Klaus Kubeczko vom AIT Center for Innovation Systems & Policy: „Mit Hilfe des Guidebooks wollen wir Interessent*innen Zeit und Geld sparen, indem wir sie an Erfahrungen partizipieren lassen“.

Fotos: FH Vorarlberg/AIT

SAVE THE DATE


INNOVATION CALENDAR 14. – 16.01.20 // EUROGUSS 2020 Internationale Fachmesse für Druckguss: Technik, Prozesse, Produkte. Ort: Nürnberg AIT Kontakt: Johannes Zauner Info:www.euroguss.de/de

Sicherheit im Fokus: David Ungar-Klein (Initiator Future Business Austria und österreichischer Infrastrukturreport 2020), Thomas Zemen (AIT Senior Scientist), Karim Taga (Arthur D. Little), Alfred Harl (WKO), Andreas Reichhardt (Bundes– minister für Verkehr, Innovation und Technologie) /v. l. n. r.

27. – 30.01.20 // RISIS WEEK Internationaler Workshop im Rahmen des RISIS-Projekts. Ort: Karlsruhe AIT Kontakt: Thomas Scherngell Info: www. www.risis2.eu

INFRASTRUKTURAWARD

AIT-FORSCHER THOMAS ZEMEN ERHIELT „RED ARROW 2019“ Am Infrastruktursymposium der Future Business Austria (Österreichs größter Infrastrukturinitiative), das heuer zum 17. Mal veranstaltet wurde, erhielt Thomas Zemen, ein international anerkannter Experte für 5G-Systeme und Projektleiter am AIT Austrian Institute of Technology, den renommierten Infrastrukturaward „Red Arrow 2019“. Andreas Reichhardt, Bundesminister für Verkehr, Innovation & Technologie: „Ich gratuliere Thomas Zemen herzlich. Die Funktechnologie 5G ist ein sehr wichtiges Thema für die Infrastruktur der Zukunft wie auch für die Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Zudem ist es für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Österreich wesentlich, dass wir mit unserer heimischen Spitzenforschung international eine Führungsrolle einnehmen.“ Thomas Zemen hat sich mit bedeutenden nationalen und europäischen Forschungsprojekten einen hervorragenden internationalen Ruf erarbeitet. Sein Schwerpunkt sind höchst zuverlässige 5G-Funksysteme für Industrie und Infrastruktur.

18.02.20 // ABSCHLUSSEVENT A4F ALTERSGERECHTES AUTONOMES FAHREN Ergebnispräsentation des Forschungsprojekts. Ort: Wien AIT Kontakt: Peter Fröhlich Info: https://projekte.ffg.at/projekt/3311795 IHR KONTAKT ZUM AIT: VORNAME.NACHNAME@AIT.AC.AT

EUROPA

Fotos: Create Connections, AIT/Husar

ITRE-AUSSCHUSS DER EU ZU GAST BEIM AIT Am 30. Oktober besuchten 15 Mitglieder des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des Europäischen Parlaments den AIT Standort Giefinggasse. Nach einer Vorstellung des AIT durch Managing Director Anton Plimon und Katja Lamprecht (Corporate Strategy) gingen die Gäste auf „Labtour“. Stationen waren das Photonics & Quantum Communication Lab (Martin Stierle), das SmartEST Lab (Johannes Stöckl), der Schwerpunkt Industriewärmepumpen (Veronika Wilk) sowie das City Intelligence Lab (Angelos Chronis und Klaus Steinnocher).

Im CIL machten sich die Gäste ein Bild von der digitalen Stadtplanung der Zukunft.


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DIVER­SITÄT IN DER HUMANCOMPUTER-INTERACTIONFORSCHUNG IM WANDEL In der Human Computer Interaction (HCI)-Forschung steigt das Bewusstsein für die Relevanz der Betrachtung der Nutzer*innendiversität. Aus einer technologieorientierten Herangehensweisen hat sich mittlerweile eine zunehmend menschenzentrierte Sichtweise entwickelt. Von Stephanie Schwarz, Julia Himmelsbach und Cornelia Gerdenitsch

Das bedeutet, verschiedene Facetten von Identität und Kontext beeinflussen die Technologieakzeptanz und wirken sich auf Erwartungen und die User Experience aus. Forscher*innen sind daher gefordert, sich mit Diversitätsdimensionen zu befassen, um Nutzer*innen in einem gegebenen sozialen Kontext besser zu verstehen. Obwohl das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Beachtung von sozialen und individuellen Unterschieden stieg, wird diesem Anspruch in der Forschungs- und Entwicklungspraxis oftmals zu wenig Beachtung geschenkt: Nach wie vor werden teils vereinfachte Zugänge zur Erfassung des Faktors Mensch in Zusammenhang mit der Mensch-Maschine-Interaktion angewandt. Da dies das Risiko birgt, Vorurteile und Simplifizierungen zu tradieren, ist es wichtig, soziale Ungleichheiten und damit zusammenhängende Darstellungen aufzudecken und längerfristig aufzulösen. Bisher war wenig darüber bekannt, wie Nutzer*innendiversität seitens der Scientific Community verstanden wird, ob z. B. Diskurs über Inklusion stattfindet oder ob marginalisierte Gruppen nun Beachtung finden. Unser Beitrag soll zu einem umfassenderen Verständnis von Diversität führen und die verstärkte Orientierung in Richtung diversitätssensible Forschung seitens der wissenschaftlichen Community weiter unterstützen.

IDENTITÄT UND INDIVIDUALITÄT IN IHRER VIELFALT BEGREIFEN Diversität umfasst nicht nur einzelne Merkmale von Nutzer*innen, wie z. B. Alter oder kognitive Fertigkeiten, sondern

muss in einen historisch gewachsenen sozialen und strukturellen Kontext eingebettet betrachtet werden. Diversitätsdimensionen können verwendet werden, um Erwartungen und Nutzungserfahrungen zu verstehen, dienen aber auch als mehrdimensionales Werkzeug zur Erforschung von Majoritäts-Minoritätsbeziehungen. Diversitätssensible HCIForschung muss sich also mit sozial bedeutsamen Unterschieden, die Einfluss darauf haben, wie Menschen leben und Technologie erleben, auseinandersetzen. Basierend auf bestehenden theoretischen Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen schlagen wir eine Sammlung relevanter Diversitätsdimensionen vor, u. a. Alter, Ethnizität & Kultur, Geschlecht, kognitive und körperliche Fähigkeiten, Race und sexuelle Orientierung und im Vergleich leichter modifizierbaren Dimensionen, wie u. a. äußere Erscheinung & Körper, soziale Schicht, Bildung, geographischer Standort oder Religion. Mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse von insgesamt 1.107 wissenschaftlichen Konferenzbeiträgen (Proceedings of ACM CHI Conference on Human Factors in Computing Systems) aus den Jahren 2006, 2011 und 2016 wurde untersucht, ob sich der artikulierte Bedarf an Diversitäts-Orientierung tatsächlich in den Ausrichtungen der HCI-Forschung widerspiegelt. Die Ergebnisse zeigen auf, wieviele und in welcher Tiefe einzelne Dimensionen betrachtet wurden und welche Dimensionen bisher zu wenig Beachtung fanden. (Dis-)Kontinuierliche Trends und Unterschiede zwischen Teilbereichen der Forschung wurden identifiziert und Forschungslücken aufgedeckt. Die Ergebnisse zeigen zwar einen positiven Trend bezüglich der Beachtung von Nutzer*innendiversität, aber auch, dass nur eine eingeschränkte Anzahl an Dimensionen beachtet wird: beispielsweise für Technologienutzung relevante Dimensionen, wie die


Scientific Paper

Stephanie Schwarz, Scientist am Center for Technology Experience

Julia Himmelsbach, Junior Scientist am Center for Technology Experience

soziale Schicht, werden weiterhin vernachlässigt. Um hier Entwicklungs- und Forschungstätigkeiten zu unterstützen, wurden anhand von Best Practice-Beispielen u. a. folgende Implikationen für die Forschungspraxis abgeleitet:

IMPLIKATIONEN ZUR BERÜCKSICH­ TIGUNG VON DIVERSITÄT IN DER HUMAN-COMPUTER-INTERACTIONFORSCHUNG

Fotos: Michael Bösendorfer, Rita Skof, Privat

• Relevante Diversitätsdimensionen identifizieren: Die isolierte Betrachtung einzelner Dimensionen birgt Risiken, wie die Universalisierung von Nutzer*innen und Negierung von Unterschieden innerhalb sozialer Gruppen. Additive Analysen reichen nicht aus, da Individuen soziale Identitäten, z. B. auf Basis von Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit, im Alltag nicht separat erleben. Technologieforschung muss die Verwobenheit sozialer Kategorien sowie Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen und innerhalb von Gruppen untersuchen. • Zusammenhänge zwischen Dimensionen und Technologienutzung berücksichtigen: Auch bei der Frage nach Bedürfnissen muss die Heterogenität sozialer Gruppen im Auge behalten werden. Standards müssen mit Vorsicht festg­elegt werden, um hierarchische Wahrnehmungen dessen, was als „normal“ angenommen wird, nicht zu reproduzieren. • Diversität im Kontext betrachten: Das Spezifizieren des Kontexts der Technologienutzung ist eng mit dem Ver-

Cornelia Gerdenitsch, Scientist am Center for Technology Experience

ständnis der alltäglichen Praktiken und Identitäten verwoben. Kontextbezogene Daten unterstützen den Entscheidungsprozess in jeder Phase der Technologieentwicklung. • Die vielschichtige Qualität von Diversitätsdimensionen erfassen: Um die Komplexität von Diversität zu erfassen, können Dimensionen durch eine Mischung aus qualitativen Ansätzen (Bottom up) und theoriebasierten Definitionen von Forscher*innen (Top down) angewandt werden. • Selbstdefinition und Praktiken beachten: Anstatt Nutzer*innen in Befragungssituationen vorgegebene Antwortmöglichkeiten zu bieten, wird empfohlen, selbstgewählten Formulierungen für Selbstbeschreibung mehr Beachtung zu schenken. Dabei soll auch die die Dynamik dessen, wie sich Diversität in alltäglichen Praktiken und somit Technologieerleben manifestiert, ebenfalls erfasst werden. Julia Himmelsbach, Stephanie Schwarz, Cornelia Gerdenitsch, Beatrix Wais-Zechmann, Jan Bobeth, and Manfred Tscheligi. 2019. Do We Care About Diversity in Human Computer Interaction: A Comprehensive Content Analysis on Diversity Dimensions in Research. In Proceedings of the 2019 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI ‚19). ACM, New York, NY, USA, Paper 490, 16 pages. DOI: https://doi.org/10.1145/3290605.3300720


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EINFLUSS VON BAHN­ STEIGEN AUF SCHALL­ AUSBREITUNG

WISSEN, WAS ALS NÄCHSTES PASSIEREN KÖNNTE

INFO-BILDSCHIRME IN SELBSTFAHRENDEN BUSSEN

In diesem Paper wird der akustische Effekt von Niedrigbahnsteigen anhand von Messungen direkt am Bahnsteig sowie in der Entfernung untersucht, um geeignete Modelle für die 2.5D-Randelementmethode (BEM) sowie für standardisierte Vorhersagemethoden abzuleiten. Es wurden verschiedene Standard-Plattformvarianten untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen relativ kleinen, tief liegenden und lokalisierten Abschirmeffekt der Plattform von bis zu 3 dB, der sich mit zunehmender Plattformbreite weiter verringert. Im Vergleich dazu ergibt eine niedrige Lärmschutzwand an derselben Position bis zu 4 dB und der Effekt ist weniger lokalisiert. Obwohl ein Baldachin zu einem besseren Schutz von erhöhten Positionen führen kann, führt das Vorhandensein einer solchen Struktur auch zu einer weiteren Abnahme der Plattformabschirmung in niedrigeren Positionen. Die Absorption an der Unterseite des Baldachins kann diesen unerwünschten Effekt jedoch nur verringern, wenn große Teile des Baldachins mit absorbierendem Material bedeckt sind. Unter Verwendung der BE-Berechnungen und der Messungen wurden auch zwei standardisierte Berechnungsschemata untersucht (ONR 305011 und EU 2015/996). Ähnlich wie beim BEM wird eine bessere Übereinstimmung erzielt, wenn die Quellposition an die Plattformhöhe angepasst wird.

Situationsbewusstsein ist oft eine Frage detaillierter lokaler Informationen und einer proportional eingeschränkten Sicht auf das Gesamtbild. Umgekehrt vermeidet das Gesamtbild komplizierte Details und zeigt die Systemkomponenten als „Black Boxes“ an. Diese Arbeit schlägt eine Kombination lokaler und globaler Sichtweisen vor, wobei eine gemeinsame praktische Aufteilung von physischen und Cyber-Domänen berücksichtigt wird, von denen jede eine eigene Gruppe von Experten und Managementprozessen hat. Wir identifizieren einen kleinen Satz von Datenelementen, die für die physischen und Cyber-Teile eines Systems erforderlich sind, sowie eine allgemeine Beschreibung der Funktionsweise dieser Teile. Aus diesen drei Bestandteilen, die wir als physikalisches, Cyber- und Hybrid-Bewusstsein bezeichnen, konstruieren wir ein Simulationsmodell, um Kaskadeneffekte und indirekte Auswirkungen von Verzerrungen in einem cyber-physikalischen System zu untersuchen. Unser Simulationsmodell besteht aus gekoppelten Mealy-Automaten. Wir zeigen eine Instanz davon unter Verwendung einer kleinen cyber-physischen Infrastruktur. Dies erweitert das Bewusstsein von „Wissen, was ist“ zu „Wissen, was als nächstes passieren könnte“ und spricht z. B. eine Kernaufgabe eines effektiven Risikomanagements an.

Selbstfahrende (autonome) Busse gelten als Eckpfeiler künftiger Mobilitätssysteme. Insbesondere in der Einführungsphase solcher Systeme benötigen Fahrgäste allerdings vermehrt Informationen zu den beabsichtigten nächsten Aktionen des autonomen Fahrzeuges. Informationsbildschirme im und am Fahrzeug können diese Information potenziell bereitstellen. Um die Eignung solcher Informationsbildschirme mit dynamischer Anzeige zu untersuchen, wurden zwei Befragungsstudien in einem Testbetrieb mit autonomen Bussen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass ein großer Teil der Fahrgäste solche Informationsbildschirme benötigen könnte, wobei insbesondere die Kommunikation und Anzeige von potenziellen Gefahren wichtig ist. Allgemeine Informationen zur weiteren Route sind weniger prioritär. Es wurden drei Arten der visuellen Kommunikation – Text, Symbol und Augmented Reality – verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass keine der drei Arten isoliert voneinander verwendet werden sollte, da die Präferenzen der Nutzer*innen sehr unterschiedlich waren und die Formen einander ergänzen.

M. Conter, C. Kasess, P. Waubke, C. Kirisits, R. Wehr, H. Ziegelwanger: „The effect of railway platforms and platform canopies on sound propagation“; Applied Acoustics, Volume 151 (2019), 151; S. 137 - 152.

S. König, S. Rass, B. Rainer, S. Schauer: „Hybrid Dependencies Between Cyber and Physical Systems“, CompCom 2019: Intelligent Computing pp 550-565.

P. Fröhlich, R. Schatz, M. Buchta, J. Schrammel, S. Suette, M. Tscheligi: „What´s the Robo-Driver up to? Requirements for Screen-based Awareness and Intent Communication in Autonomous Buses“; i-com - Journal of Interactive Media, 18 (2019), 2; S. 151 - 165.

Impressum: Redaktionsleitung: Michael H. Hlava, Produktionsleitung: Daniel Pepl, Redaktion: Florian Hainz, Michael Mürling, Margit Özelt, Fabian Purtscher, Vanessa Schuster, Pia Stangl, Juliane Thoß. Feedback bitte an: presse@ait.ac.at

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Tomorrow Today 03/2019 (deutsch)  

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