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Unabhängiges Fachblatt für den Kartoffel, Obst und Gemüsehandel • Seit 1986

FRUIT LOGISTICA 2020 Deutsche Ausgabe

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4 „Schneller, attraktiver, frischer“

Armin Rehberg und Labinot Elshani,Landgard eG

73 „Mit BeFrank wollen wir eine Bananenrevolution auslösen!“ Ehemaliger ChiquitaGeschäftsführer Franklin Ginus

„Ein bisschen eigensinnig sind wir schon“ Jack Aartsen

44 „Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind auf dem richtigen Weg”

Marc Zwaaneveld, Co-CEO von Greenyard

97 „Spanier können meist besser produzieren als vermarkten“ Miguel Gonzalez, MG Fruit

97 „Unsere deutschen Kunden sind anspruchsvoll, aber loyal“ Patrick Brun, Anteus Fruits

64 „Mit der GMO-Anerkennung sehen jetzige und zukünftige Mitglieder in uns einen zusätzlichen Wertzuwachs” Jan Opschoor, DOOR

132 „In den kommenden Jahren setzen wir den Fokus auf Innovation und Diversifizierung des Bananensektors“ Joris Schonk, Fyffes

Inhaltssangabe Neustrukturierung in Bremen, erhebliche Verzögerung der Standortverlagerung in Köln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 „Obst und Gemüse ist bei Rückrufen schon seit Jahren unter den Top fünf“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Appetitanregende Dekorationen: Der Kräutermarkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Was bringt die Zukunft für Verpackungen am deutschen Markt für Redpack? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38 Bananenunternehmen müssen mehr in die TR4-Forschung investieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54 Zitrusfruchtproduktion seit Jahren rückläufig. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .58 In den kommenden beiden Jahren wird es auf dem Süßkartoffelmarkt spannend werden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .83 Obstanbau unter Lizenz: ertragreich und anfällig für Betrug. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 Belgischer Apfel behauptet sich auf dem schwierigen indischen Markt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Go Nuts! Fokus auf Gesundheit treibt Nachfrage nach Nüssen an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 Avocado ersetzt Zitrusflächen in Mittelmeerländern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110 Marmorierte Stinkwanze bedroht den europäischen Obstbau. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 Wie europäische Unternehmen in China erfolgreich sein können. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 Ägypten und Deutschland - Nationen, durch Handel verbunden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Spanische Bio-Produkte werden in Deutschland geschätzt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 Die Zukunft von Rungis und Saint Charles International . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140 „Angebot und Nachfrage bei verarbeitetem Obst und Gemüse werden die nächsten Jahre kontinuierlich zunehmen“. . 147 Spanische Kaki: Vom Boom zum Drama. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 Stephan Junker, Go Fresh GmbH „Wir wollen mehr Bewusstsein für unsere natürliche, praxisbewährte Verpackung generieren“ . . . . . . . . . . . . . . . . 156 Uwe Groll und Markus Benninger

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Unternehmensnachrichten

Armin Rehberg und Labinot Elshani (Landgard eG):

„Schneller, attraktiver, frischer“ Die Rolle von Erzeugergenossenschaften als Bindeglied zwischen nationalen und internationalen Erzeugern und dem Lebensmitteleinzelhandel, aktuelle Entwicklungen im Bereich Bio und die Trends der nächsten Jahre - das alles sind Themen, die Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender Landgard eG, und Labinot Elshani, Generalbevollmächtigter Obst & Gemüse bei Landgard, für das kommende Jahr im Blick haben. „Herz im Westen“ „Der Obst- und Gemüsehandel ist eine emotionale Branche und der Faktor Mensch spielt eine entscheidende Rolle. Aber der Handel hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren sehr verändert. Wir sehen die Konsolidierung im Handel und die stärkere Nähe zur Produktion.“ Landgard stehe für personifizierte Erzeuger und Produktion, so Rehberg. „Wir sind die Basis und die Bündelung der Erzeuger. Gleichzeitig bieten wir dem Handel einen Mehrwert durch Qualitätsmanagement, Logistik, Konzepte und Marketing“, stimmt Elshani zu. „Wir sind Problemlöser für alle Bereiche der Prozesskette. Als moderne Genossenschaft sind wir auch nur so zukunftsfähig.“ Man übernehme die Verantwortung für beide 4

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Seiten des Handels und es gibt nur wenig Toleranz für Fehler. „Um die Beziehungen unserer Erzeuger mit dem Handel langfristig zu festigen geht Sicherheit für uns vor Schnelligkeit“, so Armin Rehberg. Aber wie genau soll die Zukunft aussehen bei einer Genossenschaft mit „Herz im Westen“ und über 3.000 Mitgliedsbetrieben in Deutschland, Marokko, der Türkei, China und in vielen weiteren Ländern, die aus den Bereichen Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen stammen? „In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns stark auf unsere Internationalisierungsstrategie und Categorylösungen konzentriert, um mit einer ganzjährigen Warenverfügbarkeit einen Mehrwert für unsere Partner zu bieten.

Der enorme Erfolg, den wir damit haben, bestätigt uns in dieser Strategie. Dies alles bei permanenter Konzentration auf unser Kerngeschäft und unsere Produktion in Deutschland“, so Rehberg.

Die Regionalität sei trotz aller Internationalisierung nicht zu vergessen, beteuert man: „Obwohl wir viele Bezugsquellen haben und die Vielfalt und der Geschmack ebenfalls eine große Rolle spielen, wollen wir trotzdem ehrlich und konsequent sein beim Bezug der Waren“, sagt Elshani. „Wenn wir hier in Deutschland Saison haben für ein bestimmtes Produkt, macht es natürlich auch Sinn, dieses von hier zu beziehen. Damit lösen sich zwei der heutigen Hauptthemen – Regionalität und Nachhaltigkeit – gleichzeitig.“ Zudem gäbe es eine Diversifizierung im heimischen Anbau. „Manche Produkte konnten früher einfach nicht in Deutschland angebaut werden. Inzwischen gibt es in kleinen Mengen auch deutsche Wassermelonen, Aprikosen und Süßkartoffeln. Solche Entwicklungen werden wir in Zukunft sicherlich vermehrt sehen.“


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Unternehmensnachrichten

Regionalität Landgard Tomaten (c)Landgard

Ein Produkt, dass es sicherlich noch eine Weile nicht aus deutschem Anbau geben wird, ist die Banane. Trotzdem ist sie eine der liebsten Früchte der Deutschen. Landgard investierte kürzlich in Distributionszentren mit modernsten Reifekammern für Bananen und Ready-to-eat-Produkte – denn man erwartet keinen Rückgang der Nachfrage. „Es gibt viel Gründe für diese Investitionen. Wir bieten mit dem Soft-Ripe-Verfahren einen Mehrwert und top Qualität, behalten gleichzeitig unseren erst-

händigen Warenzugriff und können unsere internationalen Beziehungen stärken.“ Historisch gab es im Norden Deutschlands fünf Landgard Standorte, dieses System wurde jetzt auf drei Standorte optimiert. „Unsere drei neuen, erweiterten und renovierten Standorte sind logistisch besser angebunden und arbeiten mit neuesten Technologien. So werden einerseits Aktivitäten gebündelt und Kosten gespart. Andererseits erfüllen wir so den Kundenwunsch nach einem Dienstleister mit Mehrwert. Logis-

Soft Ripe Bananen Landgard Nord Rade

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tisch und im Overheadbereich verknüpfen wir unser traditionelles deutsches Gemüsegeschäft mit dem neuen ausgebauten internationalen Obst-/Überseegeschäft“, so Armin Rehberg.

Bio boomt Der Bio-Markt wächst auch weiterhin mit rapider Geschwindigkeit im Vergleich zum konventionellen Geschäft, in dem in 2019das Wachstum insgesamt beim Gemüse nur leicht steigend und Obst im Gesamtmarkt sogar rückläufig war –eine Sättigung für Bio ist noch lange nicht in Sicht. Generell möchte man an der gegenseitigen Wertschätzung zwischen Erzeuger, Handel und Verbraucher arbeiten. Rehberg erklärt: „Bio-Leistung hat natürlich auch einen Bio-Preis, der Endkunde muss bereit sein, diesen zu bezahlen. Das ist bei Kunden, die historisch sehr stark auf ein top Preis-Leistungs-Verhältnis und hier niedrige Preise fixiert sind, einfach schwer durchzusetzen. Das möchten wir mit Aufklärung und Topqualitäten ändern.“ Dem stimmt auch Elshani zu: „Produkte, die einfach umzustellen sind, stellt der Handel nach und nach aktuell um. Beispiele hierfür sind Möhren, aber auch Kürbisse oder Zwiebeln. Wenn es sinnvoll ist, raten wir unseren Erzeugern zur Umstellung auf Bio. Aber guter konventioneller Anbau, wie wir ihn insbesondere


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AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Unternehmensnachrichten

Kochboxen sind ein neuer Trend den Landgard für sich entdeckt hat

in Deutschland haben, sollte keinesfalls unterschätzt werden.“ Es müsse Aufklärungsarbeit über die Hintergründe der Waren betrieben werden, um die Einkaufsmentalität langsam in eine wertschätzende Richtung zu lenken. „Besondere Sorten mit entsprechenden Verpackungen und insgesamt überdachte Konzepte sind ein Schritt. Unsere Kampagne '1000 gute Gründe' setzt genau hier an. Ziel ist es, die Konsumenten zusätzlich zu sensibilisieren.“ Es gehe nicht darum, konventionelle Ware generell durch Bio zu ersetzen, sondern das Sortiment zu ergänzen, so Elshani: „Wir wollen diese Entwicklung am Markt durch strategische Investitionen mitlenken.“ Ein Schritt sei dabei die zeitnahe Ausweitung z.B. von Gewächshausflächen für Fruchtgemüse und Beeren in Bioqualität: „Hier arbeiten wir an der Bedarfsdeckung. Diese Entwicklung soll bald stattfinden, noch steht aber kein genaues Datum fest.“ Die bedarfsgerechte, regionale Produktion stehe im Fokus und es ist ein Produkt, dass im Kommen ist. „Der geschützte Anbau gewährleistet Qualität und Quantität des Obst und Gemüses, zum Vorteil der gesamten Wertschöpfungskette. Eine Umstellung

kommt natürlich mit großen Kosten einher, die wir mit dem Mehrwert besonderer, speziell ausgewählter Sorten und Produkte ausgleichen möchten. Wir wollen einen Mehrwert und nicht nur eine Mehrinvestition!“

Elshani und Rehberg betonen, es sei ihnen wichtig die Investitionen selbst in der Hand zu behalten, statt ausländische Investoren ins Boot zu holen. „Wenn jemand in einem anderen Land solche Investitionen tätigt, hat der Anbau schnell einen industriellen Charakter, da die Beziehung zum Erzeuger fehlt. Das möchten wir vermeiden. Für uns ist der wichtigste Baustein immer der Erzeuger und das als kritischer Erfolgsfaktor für die Genossenschaft“, so Armin Rehberg.

„Keine wesentlichen Änderungen in unserer Strategie für 2020“ Neue Konzepte und Storytelling sollen auch 2020 eine große Rolle spielen. Man will junge Verbraucher und Familien mit Kindern ansprechen, um bekannte und neue Produkte zu fördern. Ein Beispiel hierfür sind Koch- oder Smoothieboxen, die bei den europäischen Nachbarn in den Nie-

derlanden bereits gut Fuß gefasst haben: „Wir wollen traditionell bleiben, aber auch Neues probieren. Die Konsumenten werden weltoffener und ihr Essverhalten wird immer gesünder. Das möchten wir weiter anregen, indem wir noch schneller, attraktiver und frischer werden.“

Labinot Elshani fasst zusammen: „Wir setzen uns weiterhin mit unserer Strategie auseinander, um auch in Zukunft innovativ bleiben zu können. Wir möchten die Verbraucher zu neuen Trends und Themen aufklären und die Belange aller Stufen der Lieferketten vermitteln.“ Grundlegende Änderungen seien jedoch nicht geplant.

„Wir wollen uns erfolgreich weiterentwickeln – unser Wachstum der letzten Jahre zeigt ja, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Daher sehen wir auch keine wesentlichen Änderungen in unserem Kurs. Das Jahr 2020 bringt für uns weiterhin einen Fokus auf unsere Mitgliedsbetriebe, die Internationalisierung und unsere Funktion zur Steigerung des Mehrwertes. Wir freuen uns auf ein weiteres erfolgreiches Jahr,“ so Armin Rehberg zum Abschluss. (LH)

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Vision

Jack Aartsen:

„Ein bisschen eigensinnig sind wir schon“

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Bei Aartsen mag man es klar und deutlich. Entweder es ist etwas gut oder nicht, Grauzonen gibt es nicht. Re-Export und Supermärkte werden bestimmt nicht von ihnen beliefert. Den anderen, kleineren Teil des Marktes versuchen sie jedoch so vollständig wie möglich zu bedienen. Dieselbe Strategie verfolgte der 112 Jahre bestehende Importeur in den vergangenen Jahren in Asien, was dem Unternehmen einiges einbringt. „Wenn das Wachstum der vergangenen vier Jahre 2020 anhält, werden wir uns innerhalb von fünf Jahren verdoppelt haben“, sagt der Geschäftsführer Jack Aartsen. Im vergangenen Jahr hörte Aartsen mit Obst auf… Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, weil der Name Aartsenfruit nicht mehr alles abdeckte. In den Benelux-Ländern erzielen wir fast die Hälfte des Umsatzes mit Gemüse. Die häufigste Reaktion darauf war dann auch, dass man es nachvollziehen könne. Als ich jedoch meinem Management-Team erläuterte, dass wir eine Namensänderung durchführen würden, wurden sie dann doch etwas blass. Eine solche Namensänderung ist ja nicht ohne, weil an jeder Türklinke und auf jedem Notizblock Aartsenfruit draufstand. Wir haben uns daher auch ein Jahr lang Zeit genommen, um die Namensänderung gut durchzuführen. Es ist nämlich auch nicht nachhaltig, wenn man alles einfach so wegwirft. Aber vom Juni 2020 an möchte ich nirgendwo mehr etwas von Aartsenfruit sehen. Mit diesem neuen Namen lassen wir auch den familiären Charakter des Unternehmens erkennen. Alle Mitarbeiter können jetzt sagen, dass sie Aartsen sind. Wie war das Jahr 2019 für Sie? Das Besondere ist, dass wir in unserer langen Geschichte eigentlich immer schrittweise gewachsen sind. Nicht mit gigantischen Wachstumszahlen, aber ein Wachstum lag immer vor. In den sogenannten Krisenjahren, also zwischen 2008 und 2012, blieben wir stabil, danach sind wir jedoch umso stärker aus der Krise herausgekommen. In den vergangenen vier Jahren hatten wir ein gigantisches Wachstum. Wenn wir das 2020 durchhalten, haben wir uns innerhalb von fünf Jahren umfangsmäßig verdoppelt. In erster Linie ist dieses Wachstum sehr positiv, aber ich erkannte vor zwei Jahren auch, dass es organisatorisch Probleme mit sich bringen würde. Ein Jahr lang enorm zu wachsen ist nicht so schlimm, bei vier Jahren hintereinander muss die Organisation allerdings mitwachsen. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Jahren sehr mit der Stärkung und Professionalisierung der

Organisation beschäftigt. Es wurden diverse neue Abteilungen gegründet. IT, HRM, QC, QA, Marketing und Kommunikation: in jeder Abteilung arbeiten derzeit mehrere Mitarbeiter. Andererseits glaube ich, dass wir mit unseren 200 Mitarbeitern noch immer mit relativ wenigen Menschen arbeiten. Ich liebe es, wenn das Unternehmen straff organisiert ist. In der Tat bin ich ein Organisationsfreak und besuche jedes Jahr eine ganze Reihe von Unternehmen innerhalb und außerhalb der Branche, um mich inspirieren zu lassen. Wenn ich auswärtig esse, achte ich, sehr zum Ärgernis meiner Frau, auch noch darauf, wie das Restaurant geführt wird.

Wie erklären Sie sich das enorme Wachstum der vergangenen Jahre? Das hat nicht nur einen Grund. Zunächst haben wir das unseren Mitarbeitern zu verdanken. Die Mitarbeiter machen das Unternehmen aus, worauf ich auch unglaublich stolz bin. Außerdem zahlt sich unsere klare Strategie aus. Die ist übrigens richtig langweilig, denn unsere Strategie ist schon lange dieselbe. Zu guter Letzt funktioniert die Kombination unserer Unternehmen in Asien und den Benelux-Ländern sehr gut. Die Niederlassung in Hongkong trägt derzeit mit 25 % zum Umsatz bei. Um einen Fußballvergleich heranzuziehen: Wenn Ajax dreimal gewinnt, geraten sie schließlich in die ‘winning mood’, und dann scheint es immer einfacher zu werden. Auch wir schwimmen mit dem Strom. Allerdings muss man sich mit diesem Strom befassen, und wir tun jeden Tag alles für die Verbesserung der Organisation. Wir sagen nicht, dass wir die Besten sind, setzen jedoch Tag für Tag alles daran, es zu sein. Wie kriegen Sie die richtigen Mitarbeiter an den richtigen Ort? Das ist ein großes Problem. Man braucht eine Armee, um zu kämpfen, aber die Menschen müssen auch da sein. Wir sind im vergangenen Jahr an unserem Standort in Venlo

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Vision

Kommerzielle Abteilung von Aartsen in Breda

stark expandiert, und auch für das Lagerhaus in Breda haben wir wieder Neubaupläne. Aber das bedeutet auch, dass man mehr Mitarbeiter braucht, wobei es in den vergangenen Jahren Zeiten gab, in denen wir 25 Stellen offen hatten. Wir haben darauf mit einer eigenen HR-Abteilung reagiert, in der mittlerweile drei Kollegen arbeiten, so dass wir jetzt glücklicherweise wieder einigermaßen auf Kampfstärke sind. Auch bei der Anwerbung und Auswahl haben wir unseren eigenen Kurs. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in der Branche beteiligen wir uns nicht am Transfer-Wahnsinn mittels Abwerbung von Mitarbeitern bei Kollegen, sondern haben schon seit 15 bis 20 Jahren Mitarbeiter ohne Erfahrung in die Branche geholt und selbst ausgebildet. Das kostet uns viel Energie. Wir wählen zunächst auf Charakter und Mentalität aus. Wir lassen die Mitarbeiter durch die gesamte Organisation laufen, bevor sie im kommerziellen Bereich beginnen. Sind Sie selbst noch kaufmännisch aktiv? Ich bin mittlerweile 54 Jahre alt und arbeite seit meinem 17. Lebensjahr in dieser Branche und innerhalb des Familienun12

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ternehmens. Als ich etwa 45 war, habe ich über meine Rolle innerhalb des Unternehmens nachgedacht. Enge Mitarbeiter sagten mir, dass ich das in diesem Tempo nicht weitermachen könne, womit sie wohl auch recht hatten. Damals habe ich gesagt, dass ich bis zu meinem 50. Lebensjahr kaufmännisch aktiv bleiben würde, woran ich mich auch gehalten habe. Zwischenzeitlich habe ich mir gut überlegt, wie ich das organisieren wollte. Das hat zur Schaffung meines derzeitigen kaufmännischen Managementteams für die Benelux-Länder geführt, dessen Teil ich auch bin. Diese Männer ergänzen einander hervorragend und leiten jetzt das tägliche kaufmännische Geschäft. Ich selbst beschäftige mich innerhalb dieses Management-Teams vor allem mit der Begleitung, Strukturierung und Verbesserung, kenne jedoch nicht mehr den Tagespreis einer Kiste Apfelsinen oder Salat, während Sie mich das früher mitten in der Nacht hätten fragen können. Mittlerweile arbeiten wir seit vier Jahren mit dieser Struktur, wovon Aartsen als Ganzes profitiert. Es gab Phasen in meiner Karriere, da dachte ich, alles am besten zu können, aber später merkt man, dass Andere einige Dinge noch besser können als man

selbst. Ich kann jetzt objektiver auf das Ganze blicken und Pläne für die Zukunft machen.

Das hört sich nicht wie ein Abschied an? Keine Sorge, meine Kollegen in der Branche sind mich noch nicht los. Ich arbeite noch jeden Tag mit sehr viel Freude und betrachte es noch als eine große Herausforderung, die Organisation tagtäglich zu verbessern. Aartsen steht natürlich auch nicht zum Verkauf und wird ein Familienunternehmen bleiben.

Arbeitet die nachkommende Generation Aartsen schon in dem Familienunternehmen? Ich habe zwei Söhne, von denen der eine 24, der andere 22 Jahre alt ist. Der ältere arbeitet jetzt schon seit gut einem Jahr in unserer Niederlassung in Hongkong, der jüngere studiert Betriebswirtschaft. Ob sie später in meine Fußstapfen treten werden? Das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Wie für mich damals gilt auch jetzt, dass sie sich wie jeder andere beweisen müssen. Sie haben zwar den Vorteil ihres Nachnamens und werden sicherlich die Chance bekommen, aber sie müssen es unter


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Hauptsitz von Aartsen in Breda

Beweis stellen, während andere Kollegen dies schon getan haben.

Wie würden Sie die Aartsen-Strategie erklären? Vor allem sagen wir ganz klar, was wir tun, aber auch, was wir nicht tun. Mit unseren Niederlassungen in Breda, Venlo und Sint-Katelijne Waver bedienen wir nur Kunden in den Benelux-Ländern und lehnen den Export strikt ab. Fast alle meine Kollegen im Obst- und Gemüsehandel konzentrieren sich auf den Re-Export und den Einzelhandel. Das tun wir überhaupt nicht und schreiben das auch schwarz auf weiß in unsere Broschüren hinein. So können wir fast alle Exporteure zu unseren täglichen Kunden rechnen. Woche für Woche versorgen wir etwa tausend Kunden mit unserem breiten Sortiment, und insgesamt vermarkten wir jährlich 25 Millionen Packstücke Obst und Gemüse. Der eine oder andere denkt vielleicht, dass wir gegen den Einzelhandel seien, aber das Gegenteil ist wahr. Ich habe sehr viel Respekt dafür, wie straff Supermärkte organisiert sind, und die Bande mit diesen Partnern sind auch prima. Mit einer Organisation wie Ahold haben wir viele gemeinsame Lieferanten

in der ganzen Welt gemein. Wo aber die Supermärkte 65 bis 70 % des Marktes innehalten, sehen wir unsere Rolle als Marktführer gerade bei den restlichen 30 bis 35 % des Marktes. Manchmal wird so getan, als sei der freie Markt unbedeutend geworden, aber wie hätten wir uns dann innerhalb von fünf Jahren verdoppeln können? Ich behaupte nicht, dass die Anzahl der Spezialgeschäfte noch zunehmen wird, aber es gibt noch genügend Firmen, die sich eine ordentliche Scheibe abschneiden. Abgesehen davon entstehen mit Entwicklungen wie dem Obst für Schule und Arbeit wieder neue Absatzmöglichkeiten. Gehen Sie in Asien nach derselben Strategie vor? Wir haben unser Modell in der Tat dorthin kopiert, was nicht ohne Erfolg war. Vor sieben Jahren waren wir das erste niederländische Unternehmen mit einer eigenen Niederlassung in Asien, mittlerweile arbeiten 13 Mitarbeiter in unserem Büro in Hongkong. Wir erzielen dort ein Viertel unseres Umsatzes. Auch dieses Wachstum erkläre ich mit dem Einsatz unseres Teams und der richtigen Strategie. Auch in Asien meiden wir den Einzelhandel, arbeiten

jedoch mit etwa hundert Vertriebspunkten auf Märkten in etwa fünfzehn südostasiatischen Ländern, wobei China das größte Absatzland ist. Der große Vorteil ist der, dass wir nur wenige Stunden von unseren Vertriebspunkten entfernt aktiv zur Stelle sind. Während wir in den Benelux-Ländern aus etwa fünfzig Ländern importieren, importiert unsere asiatische Niederlassung aus etwa dreißig Ländern. Gemüse ist lokal ausreichend verfügbar, aber die Nachfrage nach Importobst ist enorm. Am meisten sind Produkte wie Trauben, Blaubeeren und Äpfel gefragt, aber wir stellen uns breit auf und importieren genauso Mangos und Feigen mit dem Flugzeug. Wir mögen keine Bindeglieder und arbeiten direkt mit mehr als 650 Produzenten weltweit zusammen. Dabei sind die Absatzmöglichkeiten in Asien gigantisch. In den Benelux-Ländern wohnen 30 Millionen Menschen, während in Asien die Hälfte der Weltbevölkerung ansässig ist. Aber mir fällt auf der anderen Seite auch auf, dass der eine oder andere manchmal eine rosarote Brille aufhat, wenn er über die Möglichkeiten in Asien spricht. Das ist ein verflixt schwieriger Markt, und man sollte AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Vision Das erfordert entsprechende Kreativität, weshalb das Redaktionsteam auch regelmäßig umbesetzt wird. Wir versenden das Magazin auf Niederländisch und Englisch an etwa 1500 Geschäftspartner.

nicht glauben, dass man da mal so eben Geld verdienen kann.

Sind Sie auch auf dem biologischen Markt aktiv? Bis vor wenigen Jahren haben wir da wenig gemacht, aber über die vergangenen fünf Jahren beobachten wir eine Zunahme der Nachfrage durch unsere Kunden. Übrigens sprechen wir genau wie unsere Kunden lieber von ‘organischen’ Produkten. Mir ist immer noch nicht klar, warum wir nur in Westeuropa von Biologisch reden und worin die Unterschiede zum Organischen bestehen sollen. Aber wir sehen es als ein Segment der Zukunft und haben daher auch beschlossen, hierfür eine Hausmarke zu gründen. Die Einführung unserer in Asien schon bestehenden organischen Marke Frezz wird in den Benelux-Ländern daher auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Worin sehen Sie das größte Problem für Aartsen? Abgesehen von der Personalfrage sehe ich in der IT eine der größten Probleme für Aartsen. Wir haben 30 Jahre lang mit demselben ERP-Paket gearbeitet, aber vor drei Jahren haben wir uns eigensinnig dazu entschlossen, ein eigenes ERP-Paket zu entwickeln. Alle diese Berater erzählten mir, dass ich ein Standardpaket nehmen solle, aber für mich ist nicht das Paket, sondern unsere Organisation der Standard. Viele Unternehmen im Obst- und Gemüsehandel haben sich Probleme mit einem System eingehandelt, das nicht vernünftig funktioniert. Unser Vorteil ist jetzt auch, dass wir etappenweise online gehen können. So sind wir bereits mit unserer Verwaltung und den Finanzen auf das neue System umgestiegen. Ende 2020 wollen wir dieses Projekt abgeschlossen haben. 16

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Das Fähnchen kann erst beim Finish hochgezogen werden, aber ich bin zu 100% zuversichtlich, dass wir damit erfolgreich sind.

Vor kurzem erzielte Aartsen den 25. Platz bei Hillenraad. Macht das etwas mit Ihnen? Ich würde lügen, wenn ich das abstreiten würde. Andererseits halte ich es für einen großen Nachteil dieser Liste, dass sie aus Unternehmen besteht, die selbst daran mitarbeiten. Es bleibt fraglich, ob der Gewinner dann auch tatsächlich das beste Unternehmen der Branche ist. Das beeinträchtigt, meiner Meinung nach, den Wert der Liste. Daher werden wir in diesem Jahr erneut beurteilen, ob wir uns daran beteiligen. Ich sehe die Anzahl der Kollegen aus dem Obst- und Gemüsehandel auch im scharfen Kontrast zu den Blumen- und Gemüseanbauern auf der Liste. Ich könnte mehrere Obst- und Gemüse-Kollegen benennen, die meiner Meinung nach sicher auf diese Liste gehören. Abgesehen davon glaube ich, dass wir in diesem Jahr dichter an die Stelle herangerückt sind, an der wir stehen sollten... Glücklicherweise haben Sie noch Ihr eigenes Magazin... Wir haben unser eigenes Refresh-Magazin, das mittlerweile Nonstopfresh-Magazin heißt, zu unserem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 lanciert. Die Herstellung des Blattes erfordert Jahr für Jahr ziemlich viel Zeit, Geld und Energie, und wenn die Mühe nicht vom Interesse daran aufgewogen würde, so hätten wir längst damit aufgehört. Aber wir haben unglaublich viel Spaß damit und finden es toll, damit aufzufallen und der digitalen Mailboxwelt zu entkommen. Wir wollten daraus bewusst kein Aartsen-Promotionblatt zu machen.

Und dann haben sie auch noch eine eigene Stiftung? Meine Frau Hellen und ich sind in der glücklichen Lage, um mit den finanziellen Möglichkeiten auch etwas für das Miteinander zu bewirken. Mit der 2007 gegründeten Aartsen Kids Foundation wollen wir Kindern helfen, ihrem Leben eine positive Wendung zu geben. Wir können mit dieser Stiftung einen Beitrag für die Gesundheit, das Selbstwertgefühl, für das Selbstvertrauen und das Wohlergehen von Kindern leisten. Die Stiftung wird von drei Damen unter der Leitung meiner Frau geführt und hat seit drei Jahren auch einen festen Mitarbeiter. Die Stiftung tut dies aus der Überzeugung heraus, dass alle Kinder wissen sollen, wie Ernährung, Natur, Gesundheit und Wohlbefinden miteinander verbunden sind. Diese Ziele und diese Sichtweise leiten über zu folgendem Gedanken: ‘Es gehört Mut dazu, richtig glücklich zu sein!’. Das ist nicht für jedes Kind selbstverständlich. Aartsen Kids Foundation gibt Kindern in solchen Momenten gerne Rückendeckung.

Kommen Sie, zu guter Letzt, manchmal noch zu Ihren Hobbys? Bis zu meinem Fünfzigsten habe ich mir kaum Zeit für Hobbys genommen, aber in den vergangenen Jahren habe ich versucht, mir mehr Zeit dafür zu nehmen. Ich reise gerne, was sich glücklicherweise gut mit meiner Arbeit verbinden lässt. Portugal ist meine zweite Heimat, und ich bin ein kulinarischer Enthusiast. Daher freue ich mich wieder enorm auf die kommende Weihnachtszeit. Als Familie freuen wir uns immer wieder sehr über leckeres Essen bei einem schönen Glas Wein und mit guten Freunden! (IH) www.aartsen.com


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FRUCHTWELT BODENSEE 2020 Freitag, 14.02.2020 10:00 / Bühne Foyer West

Eröffnung 39.Obstbautage

Thomas Heilig und Erich Röhrenbach, Vorsitzende der Obstregion Bodensee e.V., Dr.Manfred Büchele, Geschäftsführer KOB, Minister Peter Hauk, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

11:30 / Bühne Halle B4

Sonntag, 16.02.2020

11:30 / Raum Schweiz

Rechtliche Rahmenbedingungen beim Aufstellen und Betrieb von Verkaufsautomaten

Start-Up: Frachtpilot

Ursachen und Konsequenzen im Hinblick auf die zunehmende Schorfproblematik am Bodensee

9:30 / Bühne Halle B4

Dr. Hermann Gabele

Dr. Christian Scheer

9:45 / Bühne Halle B4

12:00 / Bühne Foyer West 11:00 / Bühne Foyer West

Gesprächsrunde „Biodiversität im Obstbau“

Modenschau

13:30 / Bühne Halle B4

Manfred Ehrle (Moderation), Minister Peter Hauk, Dr. Mike Herrmann, Birgit Locher, Patrick Trötschler, Katja Korf, Nikolaus Glocker

Bio-Musterregion Bodensee – Projekte, Menschen, Öffentlichkeitsarbeit

14:00 / Bühne Halle B4

13:30 - 15:00/ Raum Rom

Start-Up: Regiocart

Philipp Schwarz

Start-Up: Organic Tools GmbH

Thomas Schädler 10:00 / Raum Berlin

Seminar: Brände richtig in Szene setzen – Die Kasse beim Brennen füllen!

Rainer Grimminger

Seminar: Brennereireinigung

14:30 / Bühne Halle B4

Chancen und Risiken der Direktvermarktung über Verkaufsautomaten

Ulrich Jakob Zeni 10:15 / Bühne Halle B4

Fördermöglichkeiten der Direktvermarktung mit Verkaufsautomaten

14:30 / Bühne Foyer West

Irmgard Hofmann

Modenschau

14:30 / Bühne Foyer West

Unruhige Zeiten - mehr Mut zur kreativen Kommunikation Bauer Willi (Dr. Willi Kremer-Schillings)

15:00 / Bühne Halle B4

Bestäubung neu gedacht – die effizienteste Bestäubung Fritz Höfler, BEESharing

14:30 / Raum Schweiz

Geschützte Apfelproduktion mit Folienbedachung als Regenschutz im ökologischen Anbau

Thomas Arnegger 15:00 / Bühne Halle B4

Start-Up: Regiocart

Samstag, 15.02.2020 9:30 / Raum Schweiz

Fake-News im Apfelanbau Dr. Ulrich Mayr

15:00 - 17:30 / Raum Rom

Einmaischen von Getreide zur Herstellung von Getreidebrand und Whisky Philipp Schwarz

15:30 / Bühne Halle B4

Start-Up: Organic Tools GmbH

9:30 / Raum Berlin

Likörseminar: Verarbeitung vom Obstbrand zum Likör

15:30 / Raum Schweiz

10:00 - 17:00 / Raum Paris

Maschineller Obstbaumschnitt an Apfel – mehrjährige Untersuchung zu Ertrag und Fruchtqualität

Thomas Fabry

16:00 / Bühne Halle B4

Dr. Klaus Hagmann

Seminar: Videos mit dem Smartphone

Michael Zoth

10:30 / Raum Schweiz

Bestäubung neu gedacht – die effizienteste Bestäubung

Thomas Kininger, Dr. Manfred Büchele

16:30 / Bühne Foyer West

Intensivierung der Anbautechnik bei Kern- und Steinobst

Praktiker berichten über ihre Erfahrungen mit Verkaufsautomaten

11:50 / Bühne Halle B4

Direktvermarktung über Verkaufsautomaten – Zusammenfassung und Abschluss Dr. Hermann Gabele 12:30 / Bühne Halle B4

Willkommen im Behördendschungel – rechtliche Rahmenbedingungen für Hofladenbetreiber Katja Brudermann 13:00 / Bühne Foyer West

Modenschau

14:00 / Bühne Halle B4

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14:30 / Bühne Halle B4

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15:00 / Bühne Foyer West

Modenschau

Fritz Höfler, BEESharing

11:00 / Bühne Halle B4

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11:30 - 13:00 / Raum London

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Großhandelsmärkte

Großmarkttour in Deutschland:

Bremen

Neustrukturierung in Bremen, erhebliche Verzögerung der Standortverlagerung in Köln Genauso wie letztes Jahr zog das Redaktionsteam von FreshPlaza. de auch in diesem Jahr zu den Frischemärkten Deutschlands. Diesmal standen unter anderem die Handelszentren in Köln, Frankfurt, Nürnberg und Bremen auf dem Plan. Während in Bremen und Frankfurt die Geschäfte nach wie vor blühen, kämpfen die Kölner Händler bereits seit Jahren um ihre Existenz.

Köln Frankfurt Nürnberg

Frankfurt: Vielfalt ist der Schlüssel zum Erfolg Der Frankfurter Großmarkt gehört bereits seit langem mit zu den größten Frischemärkten Deutschlands und ist der führende Handelsknotenpunkt im südwestdeutschen Raum. Über die Jahre hinweg wurde das Handelsgelände etliche Male neusaniert und dem modernen Zeitgeist angepasst. „Das neue Gebäude enthält funktionale Geschäftsflächen und es wird viel auf Hygiene und Sauberkeit geachtet. Viele andere Großmärkte haben kein so gutes Konzept beziehungsweise einfach nicht die Möglichkeiten, die wir mit dem Neubau haben“, kommentierte Wolfgang Lindner, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma und führender Fruchtimporteur am Frankfurter Frischezentrum. Neben einem modernen Umschlagplatz für Obst und Gemüse aus umliegendem Anbau zeichnet sich das Frankfurter Frischezentrum ebenfalls durch die Vielfalt von Produkten und Anbietern aus. Auch in den kommenden Jahren wird Vielfalt einer der Hauptbestandteile der Marketingstrategie sein, betont Geschäftsführerin Silke Pfeffer. „Für die Zukunft müssen wir weiter nach neuen Konzepten suchen, damit der Großmarkt auch zukünftig Bestand hat. Nur so kann sich der Großmarkt im Wettbewerb behaupten.“

Festivitäten rundum Grüne Soße bei der Frankfurter Firma Grundhöfer

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Großhandelsmärkte

Nürnberg: Handelsgelände in Mitten der Knoblauchlandes Parallel zum zweitägigen Messetermin auf der BioFach 2019 zog unser Redaktionsteam Mitte Februar zur Leyher Straße, wo die Händler dieses Jahr das 60-jährige Jubiläum des Marktes feierten. Je nach Saison vermarkten gut 200 gewerbliche Händler und Direktvermarkter ihre Ware am traditionellen Handelsgelände. Zu den Hauptkunden zählen vorwiegend Großverbraucher, Facheinzelhändler und Gastronomen in weiten Umkreis. Im Laufe der Jahre hat sich das Frischezentrum stetig weiterentwickelt: Verschiedene Gebäude und Hallen wurden neustrukturiert, und ausländische Händler und Convenience-Hersteller fanden mittlerweile einen Platz am Großmarkt.

Die heimische Gemüsekampagne – vom März/April bis Oktober – sei nach wie vor die Hauptsaison am Großmarkt: Denn in diesem Zeitraum werden tagtäglich große

Die Familie Ziegler der gleichnamigen Firma in Nürnberg

Mengen an Fruchtgemüse und Gewächshauserzeugnissen aus dem naheliegenden

Knoblauchsland umgeschlagen und weiter verteilt. Viele Erzeuger fahren in diesen Monaten auch selbst zum Großmarkt um vor Ort ihre selbst angebauten Spezialitäten an den Mann zu bringen. Dieses klassische Vermarktungsmodell sei nach wie vor ein bedeutendes Markenzeichen des Nürnberger Frischehandels. Dass der Standverkauf in Nürnberg einen beträchtlichen Umsatzanteil ausmacht, spiegelt sich in der Tatsache wieder, dass auch die größeren Unternehmen sich für den Abholmarkt entscheiden. Die Firma Milevski – bereits seit Jahren ein wichtiger Dienstleister des regionalen LEHs – eröffnete letzten Herbst einen Abholstand für Gastro- und Facheinzelhandelskunden. „Wir sind der Überzeugung, dass diese beiden Geschäftssparten sich gegenseitig ergänzen werden“, erläuterte Geschäftsführer Goran Milevski diesen Expansionsschritt.

Köln: Händler fürchten das endgültige Aus des Großmarktes Bereits seit Jahren laufen die Verhandlungen zwischen dem Kölner Stadtrat und der Interessengemeinschaft der dortigen Großmarkthändler. Schon im Jahr 2007 beschloss der Kölner Stadtrat erstmalig eine zukünftige Standortverlagerung im Jahr 2020. Mittlerweile sollen die ehrgeizigen Neubaupläne in Köln-Marsdorf erst 2023 verwirklicht werden. Doch der erste Spatenstich am neuen Grundstück bleibt vorerst aus. „Unser Service leidet unter dieser Unsicherheit“, erzählte uns Fermin Montaner Reinhardt, Inhaber des gleichnamigen Traditionsunternehmens in 3. Generation. „Wir leisten uns keine neue Investitionen am heutigen Standort. Unsere Maßnahme ist dagegen aktiv auf die Kunden zuzugehen und unsere Problemen mit ihnen zu teilen.“ Ein bunter Mix von Handelsunternehmen

jeglicher Art vertritt die Vielfalt der Stadt Köln und Umgebung. Insgesamt beliefern die Kölner Händler 39 Wochenmärkte im städtischen Umfeld sowie viele Gastronomen, Facheinzelhändler und sonstige, gewerbliche Kunden. Das Aus dieses Handelsknotenpunktes wäre desaströs für die Frischeversorgung in der Großstadt, so Michael Rieke, Sprecher der Interessengemeinschaft: „Wir wünschen uns einen runden Tisch, wo alle Beteiligte und Verantwortliche sitzen, um hier eine Zukunft des Kölner Großmarkts zu gestalten, sodass

Michael Rieke und Fermin Montaner Reinhardt

die Bedürfnisse der Bürger Kölns auch in kommenden Generationen erfüllt werden können.“

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Großhandelsmärkte Bremen

Bremen: Ehemaliges Greenyard-Gebäude wird Produktionsfläche für Convenience Wie bei vielen anderen Großmärkten Deutschlands sei die übergreifende Problematik des heutigen Handelsgeschehens auch nicht an Bremen vorbeigegangen. Denn nachdem der Großkonzern Greenyard sich 2018 vom Großmarkt verabschiedete, musste der norddeut-

Jürgen Faby von Faby Frucht

Doch die langfristige Strategie des Großmarktes 2.0 geht einen Schritt weiter: Übergreifendes Ziel sei es, in naher Zukunft neben Großhandel und Convenience-Herstellung auch Einzelhandel und Warenumschlag für den Onlinehandel am gleichen Standort stattfinden zu lassen, schilderte Claas Türke, Bereichsleiter des Groß-

sche Marktplatz ebenfalls neue Wege gehen. Zukünftige Strategie des Bremer Großmarktes sei es, neuen, ehrgeizigen Unternehmern die gewünschte Kapazität am modernen Standort zu bieten. So wird das ehemalige Greenyard-Gebäudes (Gesamtkapazität: 12.000 m²) momentan kernsaniert: Die Hälfte der Halle wird die rasch wachsende Firma Topak übernehmen und es sollen Kapazitäten für eine tagtägliche Convenience-Herstellung und- Auslieferung geschaffen werden. Das ehrgeizige Bauprojekt soll im Frühling 2020 fertiggestellt werden.

marktes. In drei bis vier Jahren soll ein Lebensmitteleinzelhandelszentrum mit Dienstleistung entstehen. Darüber hinaus werden ab letztem Herbst bei der REWE online gekaufte Lebensmittel vom Großmarkt direkt an die Kunden im städtischen Umfeld ausgeliefert.

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Belgien und die Niederlande setzen erfolgreiche EU-Kampagne für Conference-Birnen fort

2020 geht es mit Conference-Birnen in Deutschland und Österreich los Der deutsche Verbraucher kennt Conference-Birnen bereits seit sechs Jahren – dank Verkostungen in der Einzelhandelsbranche, die über ein europaweites Programm des flandrischen AgrarmarketingBüros VLAM und der NFO, der niederländischen Organisation der Obstanbauer, organisiert wurden. Das war ein Erfolg, denn mittlerweile haben Conference-Birnen ihren Weg in deutsche Einzelhandelsregale gefunden. Grund genug für eine Anschlusskampagne, und von 2020 an werden die Aktivitäten auch auf den österreichischen Markt ausgeweitet. Verkostungskampagnen in Deutschland erfolgreich Angesichts der Ergebnisse ist eine Fortsetzung der Kampagne nur folgerichtig. Die ersten Aktivitäten gab es 2012, und seitdem hat sich der Verbrauch von Conference-Birnen in Deutschland mehr als verdoppelt. Dabei ist ein Ende des Wachstums nicht abzusehen. In den vergangenen drei Jahren stiegen Birnen in Deutschland auf der Top-ten-Liste der meistverzehrten Obstsorten um eine Stelle und belegen jetzt Platz acht vor Nektarinen und Zitronen. Beide Partnerländer sind ebenso wie die Mitglieder von den Wachstumschancen der Conference-Birne auf dem europäischen Markt überzeugt. Auch die EU war von der vorherigen, erfolgreichen Kampagne auf dem deutschen Markt angetan und genehmigte einen neuen Subventionsantrag. Jetzt können die Partner also von Januar 2020 an neue Aktivitäten in Deutschland entfalten und erstmals auf dem österreichischen Markt epandieren. Probieren heißt kaufen Die Kampagne “Conference, die leckere Birne aus Europa” organisiert in erster Linie Verkostungen in Geschäften. Auf diese Weise können sich die Verbraucher von den Stärken dieser Birne selbst ein Bild machen. Weil sie sowohl im harten, knackigen Zustand als auch im weichen, saftigen

Zustand gegessen werden kann, wird sie von einer breiten Öffentlichkeit geschätzt. Forschungsergebnisse aus dieser Kampagne zeigen, dass 95% der Verbraucher, die eine Conference-Birne während der Verkostungen in den Geschäften probieren, diese als gut oder sogar sehr gut bewerten. Ungefähr 5000 Verkostungen wurden während der vergangenen drei Jahre organisiert. Mehr als 40% der Personen, die eine Conference-Birne während der Verkostungen probieren, kaufen diese im Anschluss auch. Mittlerweile haben die meisten Einzelhandelsketten die Conference entdeckt und sich vom Potenzial der Birne überzeugen lassen. Während der Kampagne gab es unter anderem eine Zusammenarbeit mit mehreren Filialen von Edeka, Handelshof, Herkules, Klaas & Kock, Real und Globus. Das Marktwachstum der Conference geht vor allem auf Kosten der Williams/PackhamSorten und anderer importierter Birnen der südlichen Halbkugel. Die Conference ist schließlich ganzjährig erhältlich, was für Einzelhändler und deren Kunden interessant ist. Außerdem wird die Birne von den belgischen und niederländischen Nachbarn angebaut und braucht nicht von weit her transportiert zu werden. Die Lieferung ist daher schnell und flexibel und reduziert die Transportwege.

in den Niederlanden und Belgien angebaut und zeichnet sich durch eine grün-bronzene Farbe sowie einen süßen, feinen Geschmack aus. Die Herbsternte 2019 wird auf 910.000 Tonnen geschätzt, 8% weniger als im Jahr zuvor. Im Vergleich zum dreijährigen Durchschnitt sind dies nur 1% weniger. Besonders auffällig ist der Ernterückgang der primär in Italien angebauten Abate FetelBirne, dieser wird auf 34% im Vergleich zum Vorjahr geschätzt.

Fruit Logistica 2020 VLAM und weitere belgische Aussteller ziehen in Halle 27 um Von 2020 an begegnen Besucher den belgischen Ausstellern auf der Fruit Logistica in der nagelneuen Ausstellungshalle Nr. 27 an den Ständen A7 – A12. Der Veranstalter der Messe hat letztlich einen Innovationsprozess begonnen, und für VLAM und andere belgische Aussteller bedeutet dies, dass sie ihren gewohnten Standort in Halle 6.2 verlassen und in die neue Halle 27 ziehen. Zukünftig wird sich Belgien dort noch konzentrierter präsentieren. VLAM hat diesen Umzug nicht angestrebt, betrachtet die Möglichkeiten der neuen Ausstellungshalle jedoch mit großem Optimismus. Um sicher zu gehen, dass der Standort von den Besuchern 2020 auch leicht gefunden wird, hat sich VLAM gemeinsam mit dem Veranstalter Gedanken darüber gemacht, welche zusätzlichen kommunikativen Wege beschritten werden können.

2019 Conference-Ernte Die Conference-Birne wird hauptsächlich

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Versicherung

„Obst und Gemüse ist bei Rückrufen schon seit Jahren unter den Top fünf “ Ging es 2017 noch um 33 Rückrufe für Obst und Gemüse, so belief es sich diese 2018 schon auf 39 Fälle. Lebensmittelsicherheit steht auf der Agenda ganz oben. Behörden, Instanzen und Unternehmen kontrollieren deswegen immer intensiver, so dass auch mehr Produkte vom Markt zurückgerufen werden. RASSF-Daten haben ergeben, dass Obst und Gemüse in den Niederlanden bezüglich des Rückrufs unzulänglicher Produkte den dritten Platz einnimmt und dass die Anzahl der Rückrufaktionen zunimmt – ein Trend, den sowohl die Versicherung AIG und der Risikomanagement-Berater AON wahrnehmen.

„O

bst und Gemüse sind schon seit Jahren unter den Top fünf der Rückrufe,“ sagt Marloes Vandersman, Underwriter Casualty bei der Versicherungsgesellschaft AIG. „In den vergangenen zwei Jahren standen sie an dritter Stelle.“ Alexander van Gent, Senior Underwriter Casualty bei AIG, macht Überschreitungen der Rückstandshöchstmengen (MRLs) bei Pflanzenschutzmitteln auf Obst und Gemüse als häufigste Ursache aus. Ein weiterer, oft vorkommender Grund ist die Verunreinigung mit allergieauslösenden Sulfiten. „Das kommt hauptsächlich in Trockenfrucht vor,“ erwähnt Marloes. Auch das Vorhandensein von Gegenständen wie Glas oder Steinchen in den Produkten ist ein Grund für den Rückruf.

VERUNREINIGUNGEN Die Ursache für die zunehmende Anzahl von Rückrufen verortet Marloes bei den immer strenger werdenden Gesetzen und Verordnungen, die einen Rückruf eher

Alexander van Gent, Senior Underwriter Casualty beim Versicherungsunternehmen AIG

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erforderlich machen. Hinzu kommt, dass sich Verunreinigungen immer besser aufspüren lassen, weil die Analysetechniken billiger und zugänglicher werden. „Nicht die Anzahl der Verunreinigungen steigt, sie kommen jedoch viel schneller ans Tageslicht.“ Auch das schnellere Bekanntwerden von Verunreinigungen mit Hilfe der sozialen Medien ist ein Faktor bei der Zunahme der Rückrufe. Für Produzenten und Großhändler ist es auch schwierig, der Herkunft aller Produkte nachzugehen, weil die Lieferkette so komplex ist. „Das ist schon ein Problem, weil sich die Risiken nur schwer einschätzen lassen.“

RISIKEN UNTER KONTROLLE Dabei hat man die Risiken aber gerade dann besser unter Kontrolle, wenn man sie kennt. Alexander betont, dass Ketten so kurz wie möglich gehalten werden müssen. Es müsse eindeutig überblickt werden können, woher die Waren kommen, und die jeweiligen Zuständigkeiten seien klar zu vereinbaren. „Man kann durchaus etwas unternehmen, um zu verhindern, dass verunreinigte Ware auf den Markt kommt. In den Niederlanden zeigt sich, dass die meisten Verunreinigungen nicht beim Hersteller entstehen, sondern beim Lieferanten,” sagt Marloes. „Ein Unternehmen kann seine eigenen Angelegenheiten noch so gut im Griff haben, aber wenn bei den Einkaufsprozeduren etwas nicht stimmt, kommt trotzdem verunreinigte Ware herein.” Verunreinigung kann auch während des Transports auftreten, und auch Verpackungen sind risikobehaftet, etwa weil Stoffe aus der Verpackung in die Produkte übertreten. KOSTENASPEKT AIG versichert speziell in der Obst- und Gemüsebranche Verpacker sowie Be- und Verarbeiter von Obst und Gemüse. „Wir schauen uns Unternehmen an, die effektiven Einfluss auf die Qualität der Produkte haben,“ sagt Alexander. „Auf diese Weise

Marloes Vandersman, Underwriter Casualty beim Versicherungsunternehmen AIG

können wir als Versicherer das Risiko auch besser einschätzen.“ Obwohl die Anzahl der Recalls zunimmt, fällt AIG auf, dass die Anzahl der Versicherten rückläufig ist. Der Kostenaspekt kann hierbei eine Rolle spielen. „Im Vergleich zu vielen anderen Versicherungen handelt es sich in der Tat um ein sehr kostspieliges Versicherungsprodukt.“ Marloes bemerkt, dass trotz der Zertifizierung eines Unternehmens dennoch etwas schief gehen kann, was dann möglicherweise einen hohen Schaden nach sich zieht. „Dann muss man sich fragen, ob man das als Unternehmen in finanzieller Hinsicht tragen kann.“ Gerade in der Obstund Gemüsebranche können die finanziellen Folgen groß sein – vor allem dann, wenn die Produkte noch weiterverarbeitet werden. Hinzu kommt, dass die Produkte oftmals tiefgefroren werden und auf diese Weise eine lange Haltbarkeit haben. Die Produkte können auf diese Weise sehr weit verbreitet werden. BEISTAND Recall-Risiken lassen sich natürlich mit einer Recall-Versicherung abdecken, aber Marloes merkt an, dass einer guten Recall-Strategie ebenfalls große Bedeutung zukommt. Diese beinhaltet, dass es einen Recall- und Kommunikationsplan gibt, der auch umfassend getestet wird, damit im Problemfall eine schnelle Reaktion möglich ist. „Bei einem Recall stehen wir dem Kunden im gesamten Prozess zur Seite,“ erklärt Alexander. Der Kunde kann 24/7 bei einer Hotline anrufen. Kurz darauf meldet sich


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Versicherung

Einer der größten Recalls, von der die Obst- und Gemüsebranche in ihren Grundfesten erschüttert wurde, ist der Greenyard-Recall im Anschluss an eine Listerien-Kontamination in der Tiefkühlgemüse-Fabrik in Ungarn. Die führte zu einem Listeriose-Ausbruch in ganz Europa. Bis Mitte Juni 2018 kam es – seit 2015 – zu 47 Krankheitsfällen durch tiefgefrorenes Gemüse aus der ungarischen Fabrik. In Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden und Großbritannien verstarben 9 Menschen als Folge dieser Kontamination. Ein weiteres Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit waren die in australischen Erdbeeren gefundenen Nadeln. Es geht wohl um die vorsätzliche Tat einer Arbeitnehmerin zum Nachteil ihres Arbeitgebers. ein Experte beim Kunden und unterstützt ihn weiter. „Wenn sich ein solcher Schaden ereignet, sind die ersten Stunden entscheidend.“ Dem Kunden wird Hilfe auf dem Gebiet der Rückverfolgung oder der Kommunikation angeboten.

STRINGENTE KONTROLLEN AON unterscheidet zwischen versicherbaren Recalls – wenn von einer Gefahr für die Volksgesundheit ausgegangen wird – und kosmetischen Recalls. Bei der letztgenannten Kategorie werden vorsorglich Maßnahmen getroffen, ohne dass direkt eine Gefahr besteht. Insbesondere in der Obst- und Gemüsebranche gäbe es laut AON nicht sehr viele versicherbare Recalls, deutet Pieter-Jan Floris, Account Manager bei AON und Berater für Risikomanagement an. Man könne aber davon ausgehen, dass dies aufgrund immer strengerer Gesetze und Vorschriften sowie zunehmender Kontrollen zunehme. „Letztlich wollen wir alle wissen, woher unsere Produkte kommen und dass die angebotenen Produkte dem entsprechen, was auf dem Etikett vermerkt ist – und dass beispielsweise Bio auch wirklich Bio ist“, sagt Pieter-Jan. Er geht davon aus, dass die aus der Fleischbranche bekannten strengen Kontrollen auch in der Obst- und Gemüsebranche zunehmend eingeführt werden.

Cor van Ginkel, Produktspezialist Liability bei AON

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EINZELHÄNDLER Abgesehen von immer mehr Gesetzen und Vorschriften spielen auch große Marktparteien eine Rolle. „Große Einzelhändler machen immer mehr Auflagen, so etwa eine Pflicht-Recall-Deckung für die Lieferanten,“ sagt Cor van Ginkel, Produktspezialist für Haftungsfragen bei AON. Ihm fällt auf, dass bei Bioprodukten immer strengere Auflagen gemacht werden. So wird auf dem Gebiet von Pflanzenschutzmittel-Rückständen sehr streng kontrolliert, wobei je nach dem Obst- und Gemüse-Herkunftsland schon mal ein Problem auftauchen kann. Wenn dann die Produkte nicht mehr den Anforderungen genügen, kann das laut Cor beim Versichern sehr problematisch werden.

UNGEEIGNET Wie das obige Beispiel zeigt, erfüllen einige Produkte die Anforderungen nicht. Sie sind daher ungeeignet, stellen aber keine Gefahr dar. Die mit dem verbotenen Mittel Fipronil belasteten Eier sind ein weiteres Beispiel. Dabei ergab sich, dass eine Gefahr für die Volksgesundheit nicht bestand. Das RIVM (Niederländisches Nationales Institut für Volksgesundheit und Umwelt) erklärt, dass beim Verzehr von Eiern mit Fipronil keine akuten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind – was eine Deckung auf Grundlage der Recall-Versicherung ausschließt. AON geht immer öfter gegen dieses Kriterium der Nichteignung vor und führt Gespräche mit Versicherern, damit diese auch eine Nichteignung von Produkten berücksichtigen. „Uns fällt auf, dass es vor allem Kunden im Food-Segment sind, die vermehrten Bedarf an einer Versicherung haben, die auch Nichteignung einschließt,“ bemerkt Cor. LÖSUNG AON fällt auf, dass Unternehmen nach Lösungen für Recall-Probleme suchen. Cor erläutert, dass die Recall-Versicherung eine Methode ist, um dieses Risiko abzudecken, dass es aber auch noch andere Optionen gibt. So kann zur Kompensation des Wertunterschieds bei einem zwar ungeeigneten, aber ungefährlichen und auch nicht wertlosen Produkt eine Deckung über eine Haftpflichtversicherung hergestellt werden.

Pieter-Jan Floris, Acount Manager bei AON

Cor nennt als Beispiel ein Produkt, das aufgrund von enthaltenen Rückständen nicht mehr als Bio verkauft werden kann, das sich aber hervorragend als konventionelles Produkt vermarkten lässt. Des Weiteren kann auch die Transportpolice Lösungen für diese Art Risiken bieten. „Wenn man beispielsweise nach Japan exportiert und das Produkt bestimmte Organismen enthält, die der Einfuhr nach Japan entgegenstehen, kann eine Erweiterung der Transportpolice um eine Rejection-Police eine Lösung bieten,“ verdeutlicht Pieter-Jan. Auf diese Weise können die Produkte wieder zurückgenommen oder lokal vernichtet werden. AON investiert immer mehr Zeit, um solche maßstabsgerechten Lösungen zu entwickeln.

THEMA AON weist darauf hin, dass das Recall-Risiko ganz sicher unterschätzt wird, wobei der Preis ein Faktor bei den Überlegungen ist. „An allem, was die Unternehmen im Risikobereich extra erwerben müssen, hängt selbstverständlich ein Preisschild,“ erklärt Cor. „Dann wird abgewogen, ob ein Unternehmen dafür etwas übrig hat oder lieber nicht ausgeben will, um den Herstellungspreis nicht zu belasten.“ Unternehmen, die in der Vergangenheit Erfahrungen mit Recalls gemacht haben, sind eher geneigt, dieses Risiko zu versichern. AON geht davon aus, dass darauf immer mehr geachtet wird. „Für Unternehmen wird es zum Thema, über die Versicherung des Recall-Risikos nachzudenken.“ (MW) marloes.vandersman@aig.com alexander.vangent@aig.com pieter.jan.floris@aon.nl cor.van.ginkel@aon.nl


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Kräuter

Appetitanregende Dekorationen: Der Kräutermarkt In Dienekes Gärtnerei findet man u.a. Zitronenverbene

Für was man Kräuter nicht überall verwendet: zum Grillen, in Gerichten, zur Garnierung, im Cocktail. Man lässt sie im Tee ziehen, verwendet sie im Brot, sie stecken in einigen Heilmitteln, in Bier und so weiter, und so fort. Bis vor fünf Jahren hatten die meisten Kräuter-Großhändler höchstens fünf bis sieben unterschiedliche Kräuter im Sortiment. Mittlerweile wurde das Kundenangebot in den meisten Geschäften aufgrund des Trends zu mehr Produkten deutlich erweitert. Gibt es neue Renner auf dem Markt?

SORTIMENT Der Verbraucher hat mit diversen Kräutersorten Bekanntschaft gemacht. Vor allem in den Sommermonaten und während der Weihnachtszeit werden mehr Kräuter verwendet. „Die Menschen wenden dann mehr Zeit für ihre Gerichte auf,“ sagt Jorne Leemans, die zusammen mit Jolien Vanden Berghe Eigentümer von Taste Up ist, einem Anbau- und Verpackungsunternehmen unter anderem für Kräuter aus dem belgischen Groot-Bijgaarden. „Denken Sie an Thymian und Rosmarin. Die wurden früher oft in traditionellen Schmortöpfen verwendet. Mittlerweile gibt es viele weitere Anwendungsmöglichkeiten für Kräuter, etwa beim Grillen oder zu Ofenkartoffeln.“ Patrick Stoffels, General Manager Sales bei Gaia Herbs, fällt ebenfalls eine zunehmende Beliebtheit von Thymian und Rosmarin während der Sommermonate auf. Die Nachfrage nach Schnittlauch und Minze nimmt ebenfalls zu. “Vor allem Minze ist sehr gefragt, weil sie gerne in frischen Minztees, Cocktails oder einfach in einem

Glas Wasser verwendet wird.” Die Nachfrage nach den ‘big five’ der Kräuter bleibt am größten. Patrick: “Im vergangenen Jahr hatten wir noch ein paar spezielle Kräutersorten wie Ananasminze und Schokoladenminze, aber deren Anteil an unserem Handel war gering.“

Die zunehmende Nachfrage nach Kräutern erklärt sich auch durch den Trend zu mehr Gesundheit. „Die Verbraucher suchen nach einem Ersatz für Geschmacksanreger wie etwa Salz,“ sagt Ralph Coenen, Geschäftsführer bei Vitacress Real in Venlo. „Kräuter, und vor allem frische Kräuter, können hierzu eine Alternative darstellen. Sie geben nicht nur geschmacklich den Ausschlag, Kräuter haben auch diverse gesundheitliche Eigenschaften und machen sich als Garnierung auf dem Teller gut.” DEKORATION Der Stellenwert der Garnierung wird von den meisten Händler betont. Sie verleiht den meisten Gerichten das kleine bisschen Extra-Pep, was auch erklärt, warum die Nachfrage nach Kräutern abgesehen vom Sommer während der Weihnachtszeit am größten ist. Ein weiteres Produkt, das zur Garnierung auf dem Vormarsch ist, sind essbare Blumen. Taste Up baut solche Blumen unter anderem in den eigenen Gewächshäusern an. „Dabei handelt es sich um empfindliche Produkte, die wir in

der unmittelbaren Umgebung anbauen, um vollständige Kontrolle über sie zu haben. Essbare Blumen geben den Gerichten eine ganz andere Dimension, wenn man sie zur Dekoration verwendet. Die Verbrauchernachfrage nimmt zu, vor allem bei den Veilchen, den bekanntesten Blumen. Die Blumen dienen einzig und allein der Dekoration, wenngleich man immer mehr auf der Suche nach essbaren Blumen ist, die die Speisen auch geschmacklich aufwerten. Ein Beispiel hierfür sind Ringelblumen.“ Ein kleiner Teil des Sortiments von Vitacress umfasst essbare Blumen. „In erster Linie beliefern wir das Catering mit diesen Blumen,” sagt Ralph. „Nur sehr wenig geht an den Einzelhandel. Essbare Blumen sind doch vor allem als Dekoration wichtig. So berichtete mir ein Koch, dass er essbare Blumen nur für Fotos in den sozialen Medien verwendet.“

BESONDERE KRÄUTER In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Kräutersortiment fast verdreifacht. Im Anschluss an diese Zunahme hat sich der Die ‘big five’ – das ist eine häufig verwendete Bezeichnung in der Kräuterwelt. Damit sind die traditionellen Renner auf dem Markt gemeint, nämlich Petersilie, Basilikum, Koriander, Schnittlauch und Minze. Diese Renner werden gefolgt von Kräutern wie Dill, Rosmarin, Thymian usw., sowie von weniger bekannten Kräutersorten.

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Kräuter

Kräuter bei Taste Up werden für den Einzelhandel verpackt

Jorne Leemans und Jolien Vanden Berghe von Taste Up

Victor Ramos hat eine eigene Gärtnerei im belgischen Damme, wo er Vertical Farming betreibt. Victor baut neben Kräutern auch Mikrogemüse an, also Schösslinge von essbaren Pflanzen, die vor allem als Dekoration, Geschmacksverstärker oder Garnitur in Salaten, aber auch in Cocktails verwendet werden. Der Anbau von Mikrogemüse erfolgt in Topferde mit sauberem Wasser und Licht. „Obwohl ich meine Kräuter ohne Pestizide, Herbizide, Dünger oder andere Nährstoffe anbaue, bin ich nicht biologisch zertifiziert, denn ich baue meine Kräuter in Töpfen an und nicht im Freiland, wie es gefordert wird. Ich stehe zu hundert Prozent hinter Bio, werde aber dennoch das Vertical Farming in der Gärtnerei nicht anpassen, denn auch dazu stehe ich voll und ganz.“ Kräutermarkt wieder etwas stabilisiert, was darauf zurückzuführen ist, dass die Suche der Erzeuger nach neuen Kräutern auf dem Markt nachlässt. Im seeländischen Zonnemaire befindet sich der Kräutergarten von Dieneke Klompe, die neben außergewöhnlichen Gemüsesorten auch essbare Blumen und Kräuter anbaut. Zu den eher außergewöhnlichen Kräutern in ihrem Garten zählt die Zitronenverbene. Es handelt sich um einen eher unbekannten Exoten in Europa, dem milde Winter nichts abhaben können. Als frisches Kraut findet man es eher selten, es besitzt ein feines Zitronenaroma. „Zitronenverbene ist die Grundlage meines Tees, den ich mit anderen Kräutern mische,“ sagt Dieneke. „Viele der Besucher in meiner Gärtnerei wählen ein solches Kräutergemisch. Da Kräuter unterschiedliche gesundheitliche Eigenschaften haben, kann man so einen Tee mit heilender Wirkung ziehen. Wer Probleme mit den Atemwegen hat, kann Zitronenstrauch beispielsweise mit Salbei und Thymian kombinieren. So lassen sich hunderte weiterer Kombinationen erstellen, von denen jede ihre ganz besonderen gesundheitlichen 30

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Eigenschaften hat.“ Neben der Verwendung in Tee passt Zitronenverbene gut mit Obst zusammen, und die Blättchen werden in Restaurants als Dekoration verwendet.

Taste Up beobachtet ein Wachstumsnachfrage bei außergewöhnlichen Kräutern und auch bei der Zitronenverbene. „Es ist ein Kraut, das sich auf vielen Desserts verwenden lässt, vor allem aber auch in Tee,“ sagt Jorne.

Ralph erkennt das Potenzial von Kräutern auf dem Markt. „Das sehen wir nicht nur bei der Zitronenverbene, sondern auch beim Zitronen-Thymian, dessen Anwendung eigentlich die gleiche ist. Er eignet sich vor allem für die Zubereitung in Tee. Ich denke, dass wir dies in Zukunft auch häufiger sehen werden, dass wir nämlich im Restaurant schon bald diverse Sorten frische Tees bestellen können, nicht nur frischen Minztee.“ Als weiteres potenzielles Produkt macht Ralph den Queller aus. „Das ist ein idealer Ersatz für Salz und ein Produkt, das in den Niederlanden beheimatet ist.“

Ein Mix essbarer Blumen

Die von Dieneke in ihrer Gärtnerei angebauten Kräuter gehen fast ausschließlich an Restaurants in den Niederlanden und Belgien. Das gilt auch für das Mikrogemüse von Victor. Dieneke hat davon ein umfassendes Sortiment im Garten stehen.

„Die Kräuter und essbaren Blumen in meinem Garten ergeben gemeinsam eine Palette von Düften, Farbe und Geschmacksrichtungen,“ sagt Dieneke. „Das ist eine Palette, die mit der Jahreszeit wechselt. Für mich ist beim Anbau von Kräutern die Saison wichtig. Ich will meinen Kunden nämlich absolut frische Produkte anbieten können, die regional etwas Besonderes sind. Ich wende mich als Anbauer an einen Nischenmarkt. Ein Teil meiner Kräuter wird für homöopathische Heilmittel verwendet, und es gibt eine Bäckerei, die mit meinen Kräutern im Brotteig experimentiert. Da muss jedoch mit getrockneten Kräutern gearbeitet werden.“

Kräuter selbst anbauen Derzeit ist bei Restaurants das Anlegen von eigenen Kleingärten bzw. die Züchtung eigener Kräuter im Kommen. Dennoch erkennt Dieneke Klompe aus dem seeländischen Zonnemaire in dieser Entwicklung keine Bedrohung. „Kunden mit eigenem Kräuteranbau suchen mich noch stets wegen ihrer Produkte auf. Der eigene Anbau ist vor allem als zusätzliches Erlebnis für die Kunden des Restaurants gedacht.“


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Kräuter

Dienekes Garten im seeländischen Zonnemaire

The Great Gatsby Kräuter passen gut zu Gin-Tonics. Deshalb jetzt eine weniger bekannte Anwendung von Kräutern in einem Cocktail – der Minz-Cocktail aus dem Roman The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald. In einer Passage des Buches wird dieser Cocktail beschrieben. Man nehme: • 1 Teelöffel Zucker • 2 Teelöffel Wasser • 4 Zweige Minze • 60 ml Bourbon Whisky Los geht's: In einem Longdrink-Glas lösen Sie den Zucker mit dem Wasser auf. Geben Sie die Minze hinzu und zerreiben Sie sie vorsichtig mit einem Barstößel fein. Geben Sie danach Eis ins Glas (am besten Crushed Ice) und anschließend den Whisky. Verzieren Sie mit Eis und ein paar Blättern Minze.

Dienekes Gärtnerei zeichnet sich durch die von ihr angebotenen Kräuter aus. So beschäftigt sie sich in der Gärtnerei derzeit mit dem Anbau verschiedener Basilikum-Sorten. „Der Monat Juli ist unter anderem die Saison für Basilikum. Abgesehen vom traditionellen Basilikum wächst bei uns auch eine Reihe von besonderen Sorten mit charakteristischem Geschmack. Damit versuchen die Köche herauszufinden, wie ein Gericht mit Kräutern interessant oder intensiver gemacht werden kann. Wir suchen also nach der perfekten Übereinstimmung zwischen Kräutern und dem jeweiligen Gericht. Da solche besonderen Kräuter beim Großhandel meist nicht so leicht zu beschaffen sind, wenden sich die Restaurants an mich.“

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ANBAUTECHNIKEN Dieneke baut biologisch an, alle ihre Kräuter wachsen im Freiland. „Ich glaube nicht, dass man Kräuter mit Hilfe von Pestiziden und Kunstdünger anbauen muss. Hin und wieder versuche ich jedoch, die Saison durch die Verwendung von Tunneln vorzuverlegen, einen großen Teil des Anbaus habe ich überdacht stehen. Jede Woche säe ich Saatgut zum Anbau neuer Kräuterpflanzen.“

Eine weitere Innovation beim Kräuteranbau ist der sogenannte Anbau in Wasser. Hierbei senken sich die Wurzeln der Kräuter nicht in den Erdboden, sondern in Wasser, das mit Nährstoffen angereichert ist. Ermöglicht wird dies mit Schwimmern oder über ein Rinnensystem, wobei das Wasser in den Rinnen fließt, in denen die Pflan-

zen stehen. Dieses Anbausystemen erspart einem Unkraut, reduziert das Schimmelrisiko, ist sandfrei und erhöht die Produktivität. Dennoch ist nicht jeder begeistert. „Vor kurzem haben wir in unserer Gärtnerei ein Testprojekt zum Anbau in Wasser abgeschlossen,“ sagt Jorne von Taste Up. „Wir bemerkten mit Enttäuschung, dass der Geschmack und die Qualität der Kräuter bei Anbau in Wasser nachließen. Daher bauen wir in unseren Gewächshäusern alles im Erdboden an. Begonnen haben wir dieses Testprojekt allerdings wegen der Vorteile, die sich anfangs boten. Qualität und Geschmack sind für uns jedoch wichtiger.“ Bei Vitacress wurde vor kurzem ein Testprogramm beendet, und auch hier sucht das Unternehmen alternative Techniken zum Anbau in Wasser. „Derzeit läuft bei uns noch ein Vertical Farming-Projekt, bei dem wir Behälter mit Kräutern unter LED-Beleuchtung stehen haben.“

Verbraucher arbeiten immer häufiger mit frischen Kräutern in der Küche


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Dieneke hat kein Interesse an neuen Anbautechniken für Kräuter wie etwa Vertical Farming oder den Anbau auf Wasser. „Freilandkräuter haben einen charakteristischen Geschmack, und das liegt an der darin enthaltenen Energie des Bodens. Einmal rief mich ein Chefkoch an, der für einen Wettbewerb in der Jury saß. Er schmeckte heraus, dass einer der Kandidaten meine Kräuter verwendet. Beim Anbau in Wasser verschwindet dieser Charakter.“ Die Kräuter von Gaia Herbs werden im Freiland angebaut, wobei man Stecklinge für die Anpflanzung verwendet. „Wir haben auch einen Erzeuger in Israel, der zurzeit Basilikum in Wasser anbaut,“ sagt Patrick. „Der Anbau von Kräutern geht damit schneller und es werden keine Pestizide benötigt. Der Erzeuger hat vor allem deshalb mit Basilikum begonnen, weil es ein gefragtes Produkt ist.“ LOKAL UND SAISONGEBUNDEN Die Nachfrage nach frischen Kräutern hat beim Verbraucher und im Gaststättengewerbe zugenommen. Dennoch macht sich eine Verschiebung zwischen beiden Parteien bemerkbar. Restaurants stellen sich mehr auf lokale und saisongebundene Produkte ein. Der Verbraucher hat ganzjährig

Zitronenverbenen-Tee mit Salbei und Thymian Probleme durch Erkältung oder mit einem Raucherhusten? Dann ist das folgende Rezept etwas für Sie. Zitronenstrauch ist die geeignete Grundlage für diverse Sorten Tee. Salbei und Thymian haben als Kräuter eine gute Wirkung auf die Lungen. Man nehme: • 2 Zweige Zitronenstrauch • 3 Zweige Thymian • 1 Salbeispitze Los geht's: Am besten mit warmem/kochendheißem Wasser. Bedarf an Kräutern. Vor allem während der Weihnachtstage gibt es eine Spitze bei der Nachfrage nach Kräutern, also dann, wenn Kräuter in den Niederlanden und in Belgien nicht angebaut werden können. Die großen Produktionsländer für Kräuter sind derzeit Israel, Kenia, Tansania und Äthiopien. Die Kräuter von Gaia Herbs kommen erster Linie aus Israel, wo sich auch die Verwaltung befindet. „Im Sommer gibt es in Israel keinen Anbau, weil es dann zu heiß ist,“ sagt Patrick. „Um unsere Kunden ganzjährig mit Kräutern zu beliefern, beziehen wir sie aus Kenia und Tansania. Der Anteil der Kräuter aus diesen ostafrikanischen Ländern nimmt zu. Viele israelische Erzeuger

verlagern ihren Anbau wegen des günstigen Klimas und der niedrigeren Anbaukosten nach Kenia. Indem wir unsere Kräuter aus diesen Regionen beziehen, können wir den Markt mit einer gleichbleibenden Qualität der Produkte versorgen. Wir importieren die Kräuter per Luftfracht, damit sie bei unseren Kunden frisch ankommen.“ Patrick räumt ein, dass der Verbraucher immer mehr zu lokalen Produkten neigt und dass er dies während der Saison durchaus bemerkt. Dennoch betont er, dass seine Kunden die Kontinuität des Produkts für ebenso wichtig halten. Taste Up bezieht einen Großteil seines Sortiments aus Israel und Kenia, wenngleich

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Kräuter lich aus den Niederlanden und Deutschland, im Winter aus Italien, Spanien und Portugal. In Portugal nimmt die Kräuterproduktion zu. „Wir versuchen, die Kräuter möglichst aus unserer Nähe zu beziehen, aus Ländern, in denen sie am besten angebaut werden können,“ sagt Ralph. „Die Nachfrage nach Kräutern zieht um Weihnachten herum an, aber dann ist der Anbau in den Niederlanden schwierig. Erst wenn uns unsere Anbaubetriebe in Europa nicht mehr ausreichend beliefern können, beziehen wir Kräuter aus Ländern wie Israel und Kenia.“

der Anteil von aus Spanien und Italien bezogenen Kräuter zunimmt. Abgesehen vom Direktbezug aus dem Ausland baut Taste Up einen Teil seiner eigenen Kräuter auch in Gewächshäusern an, etwa Kerbel und Kresse. „Auch unsere essbaren Blumen bauen wir in den belgischen Gewächshäu-

sern an, weil es sich hierbei um ein sehr empfindliches Produkt handelt,“ sagt Jorne. „Darüber möchten wir gerne die Kontrolle behalten.“ Die Kräuter bei Vitacress Real kommen vor allem aus Europa – im Sommer hauptsäch-

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Dienekes Kräuter kommen nur vom eigenen Acker. Saisonal betrachtet sind nicht alle Kräuter ganzjährig verfügbar. „Es war für die Chefköche zunächst nicht einfach, dies zu verstehen, weil sie doch in der Küche wenige Basiskräuter verwenden. Die Kräuter der Gärtnerei lassen sich natürlich mittels Einfrierens oder Trocknung länger aufbewahren, aber frisch sind sie immer noch am besten.“ Sie konzentriert sich mit ihrem Unternehmen daher auch nicht ausschließlich auf den Kräuteranbau. „Derzeit beschäftige ich mich mit dem Bau von ein paar Tiny Houses auf meiner Parzelle, die als Rückzugs- und Inspirationsorte die-


sich das langsam hin zu Saisonprodukten in der Küche verschiebt. So wird es darauf ankommen, die Kunden gut darüber zu informieren, damit sie nicht im Anschluss an die Saison an uns herantreten, ob wir ein bestimmtes Gewürzkraut vorrätig haben.“

nen werden. Diese Nebenaktivitäten sind zusätzlich zu den Führungen in der Gärtnerei eine willkommene Ergänzung für den Erzeuger.“ Jolien Vanden Berghe von Taste Up versteht die Zwickmühle, in der sich der Markt derzeit befindet. „Wir haben es bezüglich der von uns angebotenen Kräuter mit den Ansprüchen des Verbrauchers und den Ansprüchen der Supermärkte zu tun. Die Verbraucher bevorzugen immer häufiger den lokalen Anbau, aber sobald die Saison beendet ist, wollen sie die wichtigsten

Kräuter dann doch ganzjährig in den Supermärkten kaufen. Bei diesem Verlangen und dieser Erwartung des Marktes beziehen wir die Kräuter aus unterschiedlichen Ländern von dorther, wo sie am besten gedeihen. Die meisten Kräuter sind somit ganzjährig erhältlich.“ Dennoch registriert Jolien eine Veränderung des Marktes. „Uns fällt auf, dass Köche und Verbraucher neben dem lokalen Aspekt auch die Saison für immer wichtiger halten. Wir hatten in der Gaststättenwirtschaft sehr lange einen Trend, der nach den verrücktesten Kräutern verlangte. Jetzt beobachten wir, wie

Ralph bestätigt diese Sichtweise. „Wir können uns zwar Mühe geben, alles lokal und saisongerecht anzubauen, aber immer geht das nicht. Der Verbraucher möchte sehr oft noch ganzjährige Produkte. Dann können wir zwar in Innovationen in den Niederlanden investieren, aber das verlangt oftmals viel Energie und Kosten. Wenn wir die Kräuter beispielsweise aus Spanien beziehen, ist der logistische Fußabdruck viel geringer. So bekommen wir die beste Qualität aus jenen Gegenden, in denen die Kräuter am besten angebaut werden können.“ (TD) info@bijzonderegroenten.nl patrick@gaiaherbs.nl info@tinygreens.farm info@tasteup.be ralph.coenen@vitacressreal.com

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Verpackung

Reduzierung und alternative Materialien

Was bringt die Zukunft für Verpackungen am deutschen Markt für Redpack? Verpackung, Verpackung, Verpackung. Kein Thema ist allgegenwertiger im deutschen Obst- und Gemüsehandel. Zum Umgang mit der Problematik gehen die Meinungen auseinander: Wo so mancher auf Papier- und Pappalternativen umsteigt, legen andere den Fokus auf das Recycling und die Verringerung des Plastikaufwands. Die Firma Redpack möchte mit ihren Maschinen alle Optionen abdecken und startet im Jahr 2020 richtig in Deutschland durch.

„W

ir verfolgen mit großem Interesse die derzeitige Diskussion um Verpackungsmaterialien, sind aber nicht auf Kunststoff angewiesen, obwohl dieser hervorragende Materialeigenschaften mitbringt“, erklärt Manager Rick Briston. „Gemeinsam mit einem Team aus Forschung und Praxis haben wir uns um ein Projekt beworben, um aus pflanzlichen Rohstoffen praxistaugliche Verpackungsmaterialien zu entwickeln, die Kunststoff ersetzen könnten.“ Der Umgang mit den verschiedenen Ansätzen variiere von Land zu Land: „Während in Großbritannien vermehrt Wert auf eine Verringerung des Materials und anschließendes Recycling gelegt wird, ist man in Deutschland auf der

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Suche nach biologisch abbaubaren Lösungen. So oder so sind wir dafür gewappnet.“

Schon jetzt habe man eine Reihe von Maschinen und Zuführungssystemen entwickelt, die das Verpackungen von z.B. Obst und Gemüse ohne Trägerschale oder Tasse möglich macht. „Verzichtet der Abpacker auf eine Trägerschale oder Tasse, kann er leicht bis zu 40% des vorherigen Verpackungsgewichts einsparen. Das gilt gleichermaßen für Kunststoff-, Karton- und Graspapierschalen.“ Alle Redpack-Maschinen verfügen über die Möglichkeit eine möglichst enge Verpackung herzustellen was wiederum ebenso überflüssiges Verpackungsmaterial einspart. „Über eine so

genannte 'no-product-no-bag'-Sensorsteuerung werden leere Verpackungen ausgeschlossen. Leichtes Einfädeln der Filmrollen über eine Splicerfunktionen trägt ebenso zur Einsparung von Verpackungsmaterial bei.“

Um neue Wege im Bereich Verpackung zu gehen, muss man sich jedoch nicht direkt einen ganz neuen Maschinenpark zulegen: „Fast alle Bestandsmaschinen können ohne großen Aufwand umgerüstet werden, falls zukünftig Filmmaterial aus z.B. Monopapier oder Zellulose aus 100 % Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt werden sollten.“


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Das Management-Team von Redpack

Briston erklärt weiter: „Auch als Hersteller von Verpackungsmaschinen wollen wir unseren Beitrag zum Umweltschutz leisten. Es gilt Verpackungen zu vermeiden wo es nur geht, einige Produkte profitieren jedoch maßgeblich von einem zusätzlichen Schutz und da möchten wir ansetzen. Wir wollen Produkte verpacken bei denen es Sinn macht, und das so umweltfreundlich wie möglich. Lebensmittelverschwendung ist auch ein wichtiger Faktor in dieser Hinsicht, da diese eine der größten Quellen für Emissionen ist. So möchten wir uns kontinuierlich entwickeln und ressourcenschonende Alternativen für unsere Kunden in unser Portfolio aufnehmen.“ Die Fruit Logistica 2020 ist die siebte Edition für Redpack Maschinen. Briston blickt zurück: „Wir haben im ersten Jahr ganz klein angefangen und sind mit einer Verpackungsmaschine und kleiner Mannschaft nach Berlin gefahren. In diesem Jahr sind

wir in Halle 9 F03 mit einem Stand von 120m² und einem internationalen Verkäuferteam vor Ort.“

ist noch besser in der Lage alternative Verpackungsmaterialien wie PE, Zellulose oder Papier zu verarbeiten.“

„Dann haben wir in Berlin auch die neueste Version der P325 BM (Box Motion) mit an Bord. Es handelt sich dabei um eine Alternative zur Apfelmaschine mit rotierender Versiegelung. Dieser neue Maschinentyp

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind aus vielen Gründen sehr interessant für Redpack. „Die D-A-CH-Region ist ein innovativer Verpackungsmarkt mit einer sehr hohen Dichte an Verkaufsstellen, also Supermärkten, für viele Produkte wie Obst und Gemüse, Snackartikel, Lebensmittel und Ready-to-eat-Artikel. Steigende Lohnkosten und eine immense Unsicherheit bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften wer-

Redpack wird bei der Fruit Logistica 2020 aller Voraussicht nach mindestens drei Maschinentypen ausstellen: „Dabei sein wird eine NTS Boxmotion Verpackungsmaschine zum Verpacken von Produkten wie Eisbergsalat oder Brokkoli, in Verbindung mit einem Schrumpftunnel. Die BM lässt sich auch als Flexmaschine herstellen. Dann können beispielsweise Schrumpfartikel wie Brokkoli oder Spitzkohl auf der gleichen Maschine verpackt werden wie Minisalate. Der Programmwechsel erfolgt digital über das Menü.“

Auch der Traysealer „Redseal“, der fast alle Schalentypen und -materialien versiegeln kann sei wieder dabei. „Je nach dem welches Werkzeug zur Versiegelung eingesetzt wird, kann die Redseal 90 Verpackungen in der Minute herstellen. Das Element lässt sich perfekt auch in bestehende Verpackungsanlagen integrieren.“

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V e r p#a#c#k u n g

den zu einer weiteren Intensivierung der bei Automatisierung führen. Das Liefertempo zwischen Ernte und POS wird sich in den kommenden Jahren vor allem bei Gemüse und einigen Obstarten sicherlich nicht verlangsamen. Hier sind dann Maschinen gefragt, die zum Beispiel direkt auf dem Feld verpacken können, eine sehr hohe Taktung haben und wenig Störanfällig sind.“ Natürlich spielt auch die sehr gute Infrastruktur in den D-A-CH-Ländern eine wichtige Rolle: „Dank der guten Infrastruktur und zentralen Lage eignet sich Deutschland ideal als Standort um unsere Aktivitäten auf dem europäischen Festland in Zukunft weiter auszubauen.“ Falls es doch einmal zu Problemen kommen sollte, garantiert Redpack den Kunden in Deutschland und Großbritannien, dass innerhalb von 24 Stunden ein Techniker der Firma vor Ort sein kann. Auch in Hinblick auf den Brexit ist dies ein

wichtiger Schritt, so der Manager. „Redpack plant bereits über die Zeit nach dem Brexit hinaus. Die endgültige Entscheidung wurde ja bereits mehrfach verschoben die Details darüber wie sich die EU und das Vereinigte Königreich trennen werden sind noch unklar. Jedenfalls wurde in unserem Hause während dieser Phase entschieden die Redpack Maschinen GmbH weiter auszubauen und zusätzliches Personal einzustellen. Als ein sehr wichtiger Schritt wird das Ersatzteillager für die EU von Norwich in Ostengland nach Deutschland verlagert. Je nach dem, wie die politische Lage sich entwickelt, werden wir bei Bedarf auch noch weitere Umstellungen vornehmen. Wir schauen aber allgemein optimistisch in die Zukunft.“ Das Unternehmen ist bereits seit über fünf Jahren auf dem deutschen Markt aktiv und Briston erinnert sich an die anfänglich eher

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überraschenden Hürden, die genommen werden mussten: „Das Obst und Gemüse in Deutschland ist größer. Es sind keine Welten, aber doch genug, dass wir unsere Maschinen darauf anpassen mussten. Das war ein Aspekt mit dem wir nicht gerechnet hatten“, lacht er. „Wir sprechen hier von ungefähr 20 Millimetern. Das mag nach nicht viel klingen, war aber genug, dass die Verpackungen sich nicht schließen ließen. In Deutschland werden zum Beispiel auch die Äpfel mit Stiel verkauft und in England ohne. Das mussten wir natürlich in die Planung mit einbeziehen, da sich die Stiele in der Maschine verfingen.“

Auch die Struktur der Organisationen sei wichtig: „In England gibt es einige wenige große Player am Markt, während in Deutschland viele Erzeuger für eine Genossenschaft liefern. So müssen wir viele einzelne Erzeuger von dem Mehrwert unserer Maschinen überzeugen – schließlich wollen wir, dass am Ende alle mit dem Kauf und unserem Service zufrieden sind.“ Ansonsten stelle vor allem die Sprachbarriere ein Hindernis dar: „Verhandlungssicherheit ist sehr wichtig und natürlich möchte man genau wissen, was man bekommt. Ein fachkundiges, deutschsprachiges Team ist daher wesentlich wichtiger als in anderen Ländern, in denen die Kommunikation oftmals auch auf Englisch stattfindet.“ Dies alles sein Dinge, die man in der Zeit am deutschen Markt lernen musste: „Und wir wissen auch sicherlich noch nicht alles. Daran wollen wir in Zukunft weiter arbeiten. Alles in allem fühlen wir uns mit der Expansion gut gerüstet für die Zukunft der Verpackungsmaschinen in Deutschland.“ (LH)


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Marc Zwaaneveld, Co-CEO von Greenyard:

„Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind auf dem richtigen Weg”

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Am Tag dieses Interviews gab Greenyard eine neue Partnerschaft mit dem deutschen Einzelhändler Rewe bekannt. Der 2019 eingestellte Co-CEO Marc Zwaaneveld sieht Greenyards finanzielle Situation nicht rosiger als sie ist, blickt jedoch äußerst positiv in die Zukunft.

„W

ir haben Fehler gemacht, aber die Unterzeichnung einer solchen Übereinkunft mit der REWE Group im Anschluss an Carrefour und Delhaize im schlechtesten Jahr aller Zeiten zeigt auch, dass Greenyard ein ausgezeichneter Partner ist, um dies revolutionäre Modell auf dem Markt einzuführen. Es lässt sich leicht behaupten, dass wir zu schnell gewachsen sind, aber ohne einen solchen Größenumfang hätten wir diese Deals nicht abschließen können. Ich glaube auch nicht, dass wir zu schnell gewachsen sind, wir hätten das Wachstum nur besser strukturieren müssen.“ Im Februar haben Sie als Co-CEO von Greenyard begonnen. Sind Sie mittlerweile in der Branche angekommen, und was ist Ihnen aufgefallen? Wenn man auf eine solche Situation trifft wie bei Greenyard, ist man sogleich mittendrin, das kann ich Ihnen sagen. Für mich ist die Branche neu, man lernt also täglich neue Dinge hinzu. Wenn man von außerhalb in die Branche kommt, besteht der Vorteil in der Unbefangenheit. Ich habe daher die erste Zeit genutzt, um zu verstehen, wie das Business funktioniert und mir diesbezüglich auch eine eigene Meinung gebildet. Bestimmte Dinge haben mich überrascht. Der tägliche informelle Handel auf der Basis von Bekanntschaft ist in dieser Branche noch an der Tagesordnung. Erstaunt hat mich, dass es häufig noch nicht einmal Verträge gibt. Damit sage ich nicht, dass die Branche das nicht gut macht, aber persönlich glaube ich, dass man das besser machen könnte. In erster Linie bin ich aber richtig begeistert. Wir reden hier über Naturprodukte und gesunde Ernährung mit gesellschaftlicher Tragweite. Das lässt sich durchaus mit meiner vorherigen Stelle beim Abfallunternehmen Van Gansewinkel vergleichen. Auch dort ging es um Recycling, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft beziehungsweise das Prinzip, überhaupt keinen Abfall zu erzeugen. Das ist wirklich zukunftsorientierte Arbeit, und ich gehe davon aus, dass deren gesellschaftliche Bedeutung noch weiter zunehmen wird. Sie wurden als Co-CEO angestellt. Ist es nicht schwierig mit zwei Kapitänen auf einem Schiff? Das ist eine seltene Konstruktion, und wenn Sie mir das früher gesagt hätten, hätte ich es für

ungewöhnlich gehalten. Eigentlich ist das auch wirklich nicht ganz mein Stil. Aber in dieser von uns vorgefundenen, speziellen Situation funktioniert es gut, das kann ich ohne jeden Vorbehalt sagen. Übrigens gibt es in den Niederlanden auch ein großes Bauunternehmen, das strukturell nach diesem ‘Vier-Augen-Prinzip’ arbeitet. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man sich gegenseitig respektiert. Und ich habe enorm viel Respekt vor dem Unternehmen, das Hein Deprez innerhalb von mehr als 35 Jahren aus dem Nichts heraus zu einem unglaublichen Konzern aufgebaut hat. Ich kann von Hein unglaublich viel über den Markt und die Industrie lernen. Natürlich niemals so schnell, wie er es in 35 Jahren getan hat, aber es hilft dennoch. Und ich bringe wiederum meine eigene Expertise ein. Jeder macht die Dinge auf seine Weise.

Aber was macht diese Dinge aus, wie haben Sie die Aufgaben verteilt? Stellen Sie es sich so vor, dass ich das Tagesgeschäft leite und das große Ganze abdecke. Hein hält die Beziehungen zu den Kunden und großen Anbauern aufrecht. Wir stimmen vieles gemeinsam ab, auch in Zusammenarbeit mit dem CFO Geert Peeters und dem erweiterten Leadership Team. Jeder schaut einfach beim anderen herein. Das braucht auch nicht penibel auf Papier festgelegt zu sein. Die Rollenverteilung ergibt sich eigentlich von selbst. Sie haben einige Erfahrung mit Unternehmen, deren Reorganisation notwendig war. Sehen Sie sich auch als eine Art Übergangspapst? Ich habe mich noch nie selbst als ein Übergangspapst gesehen! Wenn ich mich auf etwas einlasse, dann lasse ich mich darauf auch voll und ganz ein. Die Familie belebt und beatmet das Unternehmen, aber ich tue das auf meine Weise auch. Nur so kann ich erfolgreich sein. Dieses Vorgehen passt auch zu mir. Entweder man lässt sich auf etwas ein oder nicht. Einige Leute finden sich interessant, wenn sie den Interim-Manager abgeben. Ich halte das eigentlich nicht für korrekt. Auch fest angestellte Menschen machen wieder andere Jobs. Ich sehe mich selbst auch nicht als Krisenmanager. Selbst wenn ich in ein finanziell gesundes Unternehmen einträte, würde ich alles dafür tun, das Unternehmen voranzubringen. Hier ist es allerdings etwas dringlicher. Aber man

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Vision

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sollte es auch nicht alles schwerer machen, als es ist. Zu einem bestimmten Zeitpunkt stellt sich heraus, dass bestimmte Dinge nicht gut gelaufen sind. Das erfordert einen Umschwung und führt zu einer Menge Arbeit, die erledigt werden muss. Wenn ich kein Licht am Ende des Tunnels sehen würde, hätte ich hiermit nicht begonnen. Aber das hier ist ein Unternehmen mit enorm viel Wissen und Erfahrung. Wenn in der Vergangenheit nicht immer alles glatt verlief, bekomme ich die Chancen, etwas gerade zu biegen. Können Sie sagen, was Sie bei Greenyard vorfanden? Man hat Sie schließlich nicht für nichts engagiert. Die ersten Gespräche führten wir 2018 um Weihnachten herum. Damals wurde dem Management klar, dass etwas nicht gut lief. Übrigens bin ich hier auf Einladung des Teams gelandet, nicht weil die Banken es so wollten, wie in den Medien suggeriert wurde. Ich hatte Erfahrung mit solchen Situationen und wollte schauen, was ich tun konnte. Ich fand ein unglaublich engagiertes Management vor mit einer enormen Marktbeurteilung. Sie hatten vieles realisiert, aber ich sah auch schnell, dass man für das alltägliche Business zu wenig Zeit übrighatte. Konsolidieren, integrieren, Gewährleistung von Sicherheiten, neue Strukturen bauen und dann weiterwachsen: daran mangelte es. Hätte man das aber zu viel getan, wäre wiederum ein solches Wachstum nicht möglich gewesen. Hinterher zu urteilen ist immer leicht. 46

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Ohne unternehmerisches Wagnis wäre der Aufbau eines solchen Konzerns auch nicht möglich gewesen.

Aber fand das Wachstum nicht zu übereilt statt? Nein, dieses Wachstum hilft uns beim Erfolg. Man hätte das Wachstum nur gleichzeitig etwas besser strukturieren müssen. Das legt die Messlatte noch höher, was es dann allerdings verdammt schwierig macht. Das hat man ja nicht einfach so vergessen. Die Profile jener Menschen, die auf das weitere Geschäftswachstum setzten, hatten vielleicht mehr Gewicht gegenüber jenen, die das organisierten. Damit will ich mich nicht mehr länger aufhalten. Ich bin nämlich mit der Größe des Unternehmens durchaus zufrieden. Auf diese Weise haben wir ein enormes Potenzial. Was ist, Ihrer Meinung nach, die wichtigste Ursache für die finanzielle Krisensituation, in die Greenyard hineingeraten ist? Dafür gibt es mehr als nur eine Ursache. Hier kommt Murphys Gesetz ins Spiel. Zunächst hatten wir den Listerien-Ausbruch in der ungarischen Tiefkühlfabrik. Außerdem hatten wir es mit einer anhaltenden Dürre zu tun, die wir anschließend nicht ausreichend in den Markt einpreisen konnten. Außerdem sah sich Greenyard einer zunehmenden Konkurrenz gegenüber, weil unsere Beschäftigung mit diesen Partnermodellen in den Markt durchsickerte. Das wirkte sich störend aus und hat

sehr geschmerzt, obwohl man heute sieht, dass es nicht zu verhindern gewesen wäre. Letztlich haben wir selbst auch nicht alles richtig gemacht, da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen. Alle diese Dinge zusammengenommen haben dazu geführt, dass wir in diese schlechte finanzielle Situation geraten sind. Wir wussten auch, dass wir eine Durststrecke vor uns hatten, wenn wir unser Modell verändern wollten. Wenn wir das nicht getan hätten, wäre es für uns zwar weniger schmerzlich gewesen, aber dann hätten wir diese Deals auch nicht abschließen können. Kaum zu glauben, dass Greenyard im vergangenen Jahr noch versuchte, Dole zu übernehmen? Das hinterher anzusprechen ist natürlich leicht. Hätte man sich für ein so unglaublich tolles Unternehmen, das zu einem guten Preis käuflich war, denn nicht interessieren sollen? Möglicherweise würde man dann einen Wahnsinns-Deal verpassen. Ich bin nicht daran beteiligt gewesen, habe jedoch gehört, dass von einigen dazu geraten wurde. Letztlich machte sich bei Greenyard selbst die Überzeugung breit, dass man es lassen sollte. Hein und sein Team haben das selbst beschlossen. Und es war glaube ich richtig, dass sie es dann nicht getan haben. Wie viel Zeit hat man Ihnen gegeben, um die Sache wieder zum Laufen zu bekommen? Bekanntlich haben wir von der Bank fünfzehn Monate bekommen. Aber solange man


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das Versprochene liefern kann oder sogar mehr als das, arbeiten wir zusammen, um die Zeit zu bekommen, die wir brauchen. Glücklicherweise haben wir mit unseren Halbjahreszahlen gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber das muss sich in der kommenden Zeit verfestigen, woran wir alle hart arbeiten.

Bei der Suche nach zusätzlichem Kapital eines Investors trat man an die Geschäftsbank Lazard heran. Wie sieht es mit der lange erwarteten Kapitalzuführung aus? Das fragen sich viele, aber dabei muss man auch realistisch sein. Absolut notwendig ist ein positives Ergebnis, andernfalls würde überhaupt kein Interesse und kein Vertrauen entstehen. Parallel hierzu müssen wir noch mehr Dinge regeln, wie etwa eine Veräußerung von Aktivitäten, die nicht zum Kern gehören. Am Ende kommt es auf die Gesamtsumme an. Ich kann sagen, dass wir mit den Parteien in einem fortgeschrittenen Stadium sind. Jetzt müssen die Puzzleteile zusammengesetzt werden. Ich verstehe, dass sich unsere Stakeholder, sowohl die Erzeuger und die Kunden, als auch die Aktionäre, Sicherheit wünschen. Gleichzeitig liegt es aber nicht im Interesse dieser Menschen, wenn wir übereilt handeln oder hierüber etwas mitteilen. Die Lösung wird dadurch nur behindert. Daran hängen eine ganze Reihe von Interessen. Ich werde

mich daher auch nicht auf ein bestimmtes Timing festlegen. Für mein Team und mich ist es natürlich wichtig, dass wir hierüber Klarheit bekommen, aber lieber mit einem Monat mehr Zeit statt mit einer unguten oder unvollständigen Lösung. Wir haben das Glück, derzeit gute Ergebnisse zu verbuchen. Trotz Unsicherheit bezahlen wir unsere Lieferanten nach Maßgabe. Das schafft Vertrauen. In einer kritischeren Situation müsste man übereilter handeln. Kurzfristig kann das funktionieren, aber es ist nicht gesagt, dass das eine gute mittelfristige oder langfristige Lösung ist. Wie steht es mit dem Verkauf der Prepared-Sparte? Dafür gilt das gleiche. Wir haben übrigens niemals gesagt, dass wir die verkaufen müssen. Wir haben eine Untersuchung mit der Frage des Verkaufs dieser Sparte zu einem vernünftigen Preis und vernünftigen Bedingungen angekündigt, als Teil der Gesamtlösung. Damit beschäftigen wir uns. Wird es durch die Börsennotierung von Greenyard zusätzlich kompliziert? Zum Teil natürlich schon. Alles muss gemeldet werden, und das ist in dieser Situation nicht immer praktisch. Es schaut einem jeder über die Schulter. Aber das ist nun einmal die Realität, in der wir uns befinden. Wir werden hart daran arbeiten müssen, das Vertrauen unserer Stakeholder wieder

zu gewinnen, auch das unserer Aktionäre. Vieles hat sich für sie in Luft aufgelöst, und ich kann mir vorstellen, dass sie damit nicht glücklich sind. Aber niemand findet die Situation toll, in der wir – vorsichtig ausgedrückt – saßen. Wir können nur eins tun, nämlich den nächsten Schritt ergreifen. Wenn wir das tun, gehe ich davon aus, dass auch unsere Aktionäre wieder glücklich sein werden, und dann müssen wir dafür sorgen, dass wir nie wieder in eine solche Situation geraten. Die Familie Deprez besitzt ungefähr die Hälfte der Aktien. Wie problematisch ist das? Ich kann nicht im Namen der Familie sprechen. Eines möchte ich aber mal loswerden, nämlich meinen tief empfundenen Respekt, dass die Familie das Interesse von Greenyard über alles andere setzt.

Wie sind die Holding De Weide Blik und The Fruit Farm Group eigentlich mit Greenyard verbunden? Hein Deprez ist bei beiden der Eigentümer. Als Greenyard machen wir Geschäfte mit The Fruit Farm Group, aber das betrifft nur ein paar Prozent unseres Umsatzes. Die in der Presse erschienenen Berichte, denen zufolge De Weide Blik in Probleme geriet, weil Hein Deprez nicht investieren konnte, die verweise ich ins Reich der Fabeln. So läuft das bei Greenyard einfach nicht. AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Vision

Leider sackte der Aktienkurs von Greenyard, obwohl es keinen Zusammenhang gab. Hein Deprez trifft seitens Greenyard keine Entscheidungen über The Fruit Farm Group, das tue ich. Wir gehen mit ihnen um wie mit einem normalen Lieferanten. Was letztlich bei De Weide Blik oder The Fruit Farm Group passiert oder auch nicht – auf uns wird das nur einen sehr begrenzten Einfluss haben. Die Verkürzung der Kette läuft schon länger. Haben Sie keine Angst, dass Einzelhändler Ihre Arbeit übernehmen? Ich habe mich anfangs ernsthaft gefragt, ob das Modell, an das Hein Deprez so glaubt, richtig konzipiert ist. Nach Gesprächen mit Kunden und Produzenten bin ich mittlerweile überzeugt, dass es das ist. Hein Deprez sagte schon vor Jahren, dass wir uns in der Obst- und Gemüse-Kette auf eine andere Arbeitsweise einstellen müssten. Man braucht sich nur anzuschauen, was er in den Niederlanden mit Bakker Barendrecht und Albert Heijn realisiert hat, das ist unglaublich gut. Dasselbe passiert jetzt mit Carrefour und Delhaize, die zwar eine Tochter von Ahold ist, aber diese Position muss man sich auch wirklich erarbeiten. Ich glaube nicht, dass sich die Einzelhändler um den Aufbau des Sachverstandes kümmern sollten, wofür ein Unternehmen wie Greenyard mehr als 35 Jahre gebraucht hat, während man sich gleichzeitig noch um den Konkurrenzkampf und das Category Management in den Läden befassen muss. Das ist ein anderes Geschäft als jenes, mit 50

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dem sich die Supermärkte beschäftigen. Der eine oder andere Einzelhändler hat das ja probiert und ist sicher nicht unbedingt glücklich damit. Das geht natürlich auf Produktebene, aber selbst, wenn man das mit Kernobst, Weichobst oder Steinobst hinbekommt, es bleiben immer noch viele Produktgruppen übrig. Ich glaube nicht, dass das sehr effizient ist. Ich glaube vielmehr an das ‘Hein Deprez-Modell’, bei dem man mit einem Partner zusammenarbeitet, der den Umfang, den Sachverstand und das Netzwerk hat, um einem das Regal aufzufüllen. Auch wir machen Fehler, aber trotz der unsicheren Situation betrachten die Einzelhändler Greenyard als ein ausgezeichnetes Unternehmen, und gehen darauf zu. Diese Erwartungen müssen wir erfüllen, aber das sagt doch etwas über unsere Positionierung und ist ein beispielloses Kompliment an Hein. Partnermodell ist ein hohles Wort, das realisiert werden muss. Der Vorteil ist, dass wir es dank unseres Umfangs realisieren können. Es gibt wahrscheinlich nicht so viele Parteien, die das können. Wenn Greenyard in seinem insgesamt schlechtesten Jahr in der Lage ist, Partnerschaften mit Carrefour, Delhaize und REWE einzugehen, dann will das etwas heißen. Das Partnermodell mit REWE steht für den Durchbruch auf dem deutschen Markt, zusätzlich zu den Niederlanden und Belgien. Auch für unsere Erzeuger und Kunden ist das ein unglaubliches Signal. Die Einzelhändler würden sich nicht auf uns einlassen, wenn sie kein Vertrauen zu Greenyard hätten. Sie würden bestimmt keine Verträge mit uns schließen,

wenn sie finanziell nicht genau im Bilde wären.

Solche Deals zu realisieren – ist das der Marc Zwaaneveld-Faktor? Zu viel der Ehre. Bedenken Sie, dass die Teams hieran bereits seit geraumer Zeit arbeiten, die sind sicher nicht von mir abhängig. Hein Deprez ist seit Jahren dabei, den Einzelhändlern zu erklären, warum sich dieses Modell lohnt, was aber bis jetzt nicht realisiert wurde. Das braucht Zeit. Irgendwann findet sich alles, und wenn es dann soweit ist, mache ich meine Arbeit. Das Konzept gibt es schon eine Weile, und jetzt ist die Zeit dafür reif, bei uns und beim Einzelhandel. Jetzt kommt es darauf an, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen und zu handeln. Ich glaube auch, dass sich die Supermärkte selbst gefragt haben, wie es sein kann, dass in dieser Industrie mit hauchdünnen Margen eine der größten Parteien der Branche in Probleme gerät. Dann muss man sich auch als Kunde fragen, ob man richtig handelt. Ich bin sicher, dass auch diese Überlegung eine Rolle gespielt hat. Aber jetzt kommt es darauf an, die Partnerschaft tatsächlich mit Leben zu füllen. Wir sind die einzigen, die dies jemals in einem solchen Maßstab getan haben, das weckt Aufmerksamkeit. Die Industrie hat sich seit Jahren daran gewöhnt, auf eine bestimmte Art und Weise zu arbeiten. Auch unseren Mitarbeitern und unseren Partnern wird eine andere Arbeitsweise abverlangt. Das ist eine ziemliche Herausforderung.


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Aus dem Umbauplan geht die Streichung von 422 Arbeitsplätzen hervor. Wie motivieren Sie dann Ihre Mitarbeiter? Die Frage stellt sich zu Recht. Jeder will gerne Sicherheit, aber die kann man nicht immer bieten. Allerdings sehen die Menschen, dass hart daran gearbeitet wird, um das Unternehmen wieder auf die Beine zu kriegen und dass es dabei Fortschritte gibt. Außerdem beziehen wir die Mitarbeiter so weit wie möglich bei der Reorganisation mit ein und tun alles für eine ehrliche, klare und integre Kommunikation, selbst wenn Mitarbeiter entlassen werden müssen. Schließlich hängt es auch davon ab, wie man sich als Mensch verhält. Ich glaube nämlich, dass diese Situation auch viele Chancen bietet. Es ist doch schön, Teil eines erfolgreichen Teams zu sein, das mit allen Partnern Greenyard 2.0 schaffen will. Das motiviert und davon hat man im Laufe der eigenen Karriere wirklich etwas. Jetzt muss hart gearbeitet werden, aber wenn wir hier erfolgreich durchkommen, sind wir für viele Unternehmen ein toller Partner. Nicht nur Greenyard, sondern jedes Unternehmen muss sich manchmal neu erfinden, um den nächsten Schritt zu setzen. Manchmal gehen hierdurch Arbeitsplätze verloren, aber oftmals schafft das auch wieder neue Arbeitsplätze. Wundern Sie sich darüber, dass noch so viele kleinere Handelsunternehmen in der Branche aktiv sind? Es wundert mich nicht, aber ich glaube, dass sich diese Industrie schon mal neu erfinden dürfte. Auch im Bereich Abfall und Recycling gab es viele kleinere Unternehmen. Belehrungen stehen mir nicht zu, denn oftmals arbeiten diese Unternehmen enorm serviceorientiert, aber auch dort ist es letztlich zu einer Konsolidierung gekommen. Die Vorschriften bezüglich Qualität, Logistik und Lebensmittelsicherheit lassen sich von derartigen Unternehmen kostenmäßig nicht schultern, dafür braucht es Umfangsgröße. Ich glaube nicht, dass Umfangsgröße ‘per se’ heilig ist, aber manchmal ist sie erforderlich, um Dinge geregelt zu bekommen. Sie beliefern 19 der 20 größten europäischen Einzelhändler. Ist das weiterhin erforderlich? Möglicherweise werden wir aufgrund der Partnermodelle zahlenmäßig etwas zurückgehen. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, wenn neue Parteien hochkommen, die einen Teil des Marktes in Anspruch nehmen. In jeder Industrie gibt es Marktverteilung. Man kann auch nicht jeden bedienen. Für mich ist die Frage, ob wir zwölf oder fünfzehn dieser Supermärkte beliefern weniger relevant als die Frage, was wir miteinander machen können.

zigartigen Konkurrenzvorteil im Falle eines harten Brexits, weil die Unternehmen gut platziert sind, um mehr lokale Äpfel und Birnen zu liefern. So beschäftigen wir uns mit sehr vielen Geschäften und trainieren auch mit unseren Kunden, wie wir Geschäfte mittels neuer Konzepte anbieten können. Beispielsweise haben wir unsere Logistik optimiert, nicht nur durch eine bessere Einteilung, sondern auch durch intelligenteres Arbeiten und Optimierung unserer Routen. Abgesehen von der alltäglichen Problemlösung beschäftige ich mich schon viel mit der Zukunft und setze mir die Beeinflussung dieser Diskussion zur Aufgabe. Für unser Unternehmen erkenne ich unglaublich viele Chancen. Aber zunächst müssen wir das Haus in Ordnung bekommen, und dann soll es weitergehen! Die Probleme sind noch nicht gelöst, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

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Wird die Produktverfügbarkeit bei all diesen Wetterextremen nicht problematisch? Der Klimawandel wird ja von einigen angezweifelt, aber ich bin davon überzeugt, dass es ihn wirklich gibt. Schauen Sie sich an, was in Südamerika passiert und vor kurzem noch im Südosten von Spanien. Winzer aus Frankreich kommen jetzt nach Belgien, das soll doch was heißen. Es wäre sehr unklug, wenn wir uns als Branche darauf nicht einstellen würden. Außerdem glaube ich als Newcomer in dieser Branche, dass wir uns fragen sollten, was dies für den Markt und den Verbraucherpreis bedeuten wird. Durch effizienteres Arbeiten kann man weit kommen, aber ein Anbauer muss doch einen anständigen Preis erzielen können. Die Verbraucher glauben, dass sie Obst für wenig Geld bekommen, während zur gleichen Zeit Ernten misslingen und Krankheiten und Schimmel auftreten. Dafür muss ein Preis gezahlt werden. Ist es nicht ein Nachteil, dass Sie derart im Modus der Reorganisation stecken und neue Dinge nicht anpacken können? Teilweise stimmt das. Man muss realistisch bleiben und erst die Hausaufgaben erledigen und die Grundlagen in Ordnung bringen. Andererseits bedeutet dies nicht, dass wir uns nicht erneuern. So haben wir vor kurzem unsere Anteile am britischen Kernobstproduzenten Bardsley England aufgestockt. Auf diese Weise können wir für den britischen Einzelhandelsmarkt ein bedeutend größeres Volumen an Äpfeln und Birnen aufkaufen und verpacken. Gleichzeitig verschafft das Greenyard einen ein-

Wie wird Greenyard in fünf Jahren aussehen? Etwas noch Schöneres kann ich mir kaum vorstellen. Alle Partnerschaften werden dann entwickelt sein, wir werden neue Märkte erschlossen haben und führend sein auf dem Gebiet von Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung. Genau das ist meine Ambition. Gesellschaftlich geht auf diesem Gebiet noch viel mehr. Ich sage nicht, dass es das nicht schon jetzt gäbe, aber die Latte sollte höher gelegt werden. Ich meine, dass wir die Herausforderung der neuen Entwicklungen annehmen müssen. Wir sind noch nicht so weit, aber ich will auf diesem Gebiet unbedingt Vorreiter sein. Außerdem will ich ein offener und transparenter Partner sein. Mit diesen Partnerschaften erwarte ich, dass wir für Erzeuger ein sehr attraktiver Abnehmer sind, weil wir viel mehr Lieferungs- und Zahlungssicherheit bieten können. Außerdem können wir ein interessanter Partner für andere Handelsunternehmen in dieser Branche sein. Die Tatsache, dass wir seit Januar alle unsere Rechnungen ordentlich bezahlt haben, hat ihnen hoffentlich das nötige Vertrauen gegeben. Glücklicherweise gibt es viele Parteien, die uns in den zurückliegenden Monaten unterstützt haben, wofür ich ihnen herzlich danke. Wer in schlechten Zeiten unser Freund ist, wird dies in guten Zeiten umso mehr sein! (SR/IH) www.greenyard.group

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Bananen

Aangetaste Cavendish-banaan

Bananenunternehmen müssen mehr in die TR4-Forschung investieren In Europa kann man sich nur schwer vorstellen, dass die Banane weltweit eine der wichtigsten Nahrungspflanzen ist. Zusammen mit Kartoffeln, Reis, Weizen und Mais befindet sie sich in guter Gesellschaft. Vor allem in Südamerika und Afrika ist die Banane für die dortige Bevölkerung eine wichtige Nahrungspflanze und eine wichtige Einkunftsquelle.

D

ie Banane ist als Pflanze nicht saisongebunden und daher ganzjährig auf dem Markt erhältlich. Die Banane hat jedoch einen großen Nachteil, nämlich Ihre Empfänglichkeit für Krankheiten und Infektionen. Bananen leiden auch unter dem Klimawandel. Nur eine einzige Bananensorte eignet sich für den Handel, die Cavendish-Banane. Das macht die Banane besonders empfindlich, wenn sich die Bedingungen ändern.

Das Problem ist nicht neu. Seit der Bananenanbau in großem Stil erfolgt, leidet die Banane unter Krankheiten. In der Vergangenheit wurde auf den Plantagen in Mittel- und Südamerika einzig und allein die Gros-Michel-Banane angebaut, aber etwa 1950 wurde diese Sorte aufgrund einer später als Panama-Krankheit bezeichneten Schimmelinfektion fast ausgerottet. Damals haben die Bananenunternehmen die Gros Michel durch die jetzt übliche Cavendish-Banane ersetzt. Da jetzt aber 54

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auch diese Sorte von Schimmelkrankheiten wie der Black Sigatoka und TR4 (Fusarium Tropical Race 4), einer Variante der Panamakrankheit, bedroht wird, ist die Branche gezwungen, hierauf zu reagieren.

RESEARCH Die Universität Wageningen ist eine der Einrichtungen, die nach möglichen Lösungen bei der Bekämpfung von Schimmelkrankheiten forscht. Gert Kema, Professor für die Erforschung tropischer Pflanzenkrankheiten, leitet diese Forschungsarbeit an den Schimmelkrankheiten bei Bananen. „Uns fällt auf, dass die Bananenbranche durchaus Interesse an unserer Erforschung dieser Schimmelkrankheiten zeigt. Die meisten Unternehmen sind jedoch zurückhaltend, wenn es um eine diesbezügliche Zusammenarbeit geht. Das ist in erster Linie der internen Managementkultur dieser Unternehmen zuzuschreiben. Ihre Grundhaltung ist wettbewerbsorientiert, sie sind eine Zusammenarbeit auf die-

Professor Gert Kema

sem Gebiet nicht gewohnt. In dieser Hinsicht ist ein kultureller Wandel bei diesen Unternehmen notwendig. Sie stecken noch immer viel Geld in ihre eigenen R&D-Abteilungen.“

Beide Schimmelkrankheiten sind schließlich eine große Gefahr für die Bananenbranche. „Black Sigatoka verbreitet sich viel schneller als TR4, aber beide sind eigentlich nicht miteinander vergleichbar,“ sagt Gert. „Sie schädigen unterschiedliche Teile der Pflanze und müssen auch auf andere Weise bekämpft werden. Derzeit wird vor allem nach TR4 geforscht, weil in diese Forschung viel mehr Geld gesteckt wird als in jene zu Black Sigatoka. Der Grund hierfür ist, dass sich Black Sigatoka noch einigermaßen wegspritzen lässt.“


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DIE BANANENUNTERNEHMEN Die Bananenunternehmen versichern, dass sie in den vergangenen Jahren mehr in die Bekämpfung oder Prävention von TR4 investiert haben als in den Jahren zuvor. Es geht also mehr Geld in die Untersuchung dieser Schimmelinfektion. Die Unternehmen arbeiten diesbezüglich mit Instituten und Universitäten zusammen. Eimear Lynch, bei Fyffes für Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit zuständig, arbeitet derzeit an der Bekämpfung von TR4. „Es stimmt, dass wir jetzt mehr Zeit in die Erforschung von TR4 investieren als in den Jahren zuvor. Der Vorstand von Fyffes erkennt in dieser Krankheit eine große Bedrohung und stellt mehr Mittel bereit, um die Branche zu schützen.“ Marc Jackson, der ebenfalls bei Fyffes arbeitet, verweist auf die jüngsten Forschungsentwicklungen bei Fyffes. „2019 haben wir die gesamte Erforschung der Bananenkrankheiten gebündelt, um zu ermitteln, welche Forschungsarbeit zur Bekämpfung von TR4 und Black Sigatoka langfristig am besten zu Fyffes passt.“ Auch Carlos Lopez Flores, CEO bei Chiquita, betont, dass TR4 eine große Bedrohung für die Bananenbranche darstellt. Er weist auf die Notwendigkeit einer branchenweit verstärkten Zusammenarbeit hin, um die Krankheit zu bekämpfen. „Die Bekämpfung von TR4 erfordert Durchhaltevermögen und ist sehr komplex. Es handelt sich um eine Bedrohung, die von einem Bananenproduzenten alleine nicht zu meistern ist. Auf eine diesbezügliche Zusammenarbeit kommt es an. Chiquita hat in den vergangenen Jahren mehr in seine R&D-Abteilung gesteckt, in erster Linie jedoch, um die externe Forschung wissenschaftlicher Institute zu stärken. So arbeiten wir mit der Wageningen University and Research und der KU Leuven zusammen. Außerdem beteiligen wir uns am World Banana Forum der FAO. Uns fällt auf, dass viel Forschung in TR4 gesteckt wird, diese ist jedoch derzeit eher fragmentiert als koordiniert. Das könnte besser laufen.“

Die Unternehmen stimmen darin überein, dass es trotz der zugenommenen TR4-Investitionen in den vergangenen Jahren immer noch viel Aufmerksamkeit für Black Sigatoka gegeben hat, dass deren Bekämpfung jedoch kontinuierlicher verläuft. Marc Jackson von Fyffes: „Black Sigatoka lässt sich im Gegensatz zu TR4 kontrollieren. Außerdem spielt der geographische Aspekt von TR4 eine Rolle. Schließlich wurde die Krankheit in Südamerika, wo wir aktiv sind, noch nicht festgestellt. Das soll jedoch nicht heißen, dass wir TR4 nicht als Bedrohung erachten. Unsere Maßnahmen zielen auf den Schutz unserer Bananenplantagen, und unsere Mitarbeiter werden in biologischer

Interesse an bestimmten Bananensorten, die vor kurzem getestet wurden. Für uns muss eine neue Sorte mehr leisten als Resistenz, sie muss punkten bei Geschmack, Haltbarkeit und Exporteignung.“

Bananenpflanze die durch Black Sigatoka befallen ist

Sicherheit geschult. Dies ist notwendig, um TR4 fernzuhalten.“

Xavier Roussel, Vizepräsident Marketing & Sustainability bei Dole: „Derzeit investieren wir in Bezug auf TR4 zusätzliche Mittel in R&D, vor allem entlang präventiver Maßnahmen bei den Produzenten. Die meisten Investitionen unseres Unternehmens gehen jedoch in die Bekämpfung der aggressiven Black Sigatoka-Krankheit. Wenn wir da nicht adäquat und rechtzeitig reagieren, kann diese Krankheit schließlich zum Verlust von Produktivität und Qualität bei lateinamerikanischen Bananen führen. Der Effekt von Black Sigatoka betrifft uns ja unmittelbar, während TR4 einen potenziellen Effekt haben kann. Wir sind uns dieser potenziellen Bedrohung von TR4 durchaus bewusst und auch wachsam, um die Krankheit so gut es geht einzugrenzen. Wir versuchen dies unter anderem, indem wir strengere Regeln für Besuche auf den Plantagen aufstellen.“ NEUE SORTE ALS LÖSUNG FÜR DIE KRANKHEIT? Die Bananenunternehmen erhoffen sich mit der Suche nach einer neuen Sorte eine Lösung der Probleme. Fyffes macht deutlich, sich daran nicht aktiv zu beteiligen. Resistenz ist schließlich nicht das einzige, was man von einer Banane erwartet. Dole und Chiquita wollen es nicht ausschließen, aber Chiquita betont, dass man absolut nicht mit GVOs arbeiten wolle. Marc Jackson: „Bei den meisten Forschungsprojekten wird nach einem Ersatz für die Cavendish oder nach einer genetisch modifizierten Cavendish gesucht. Andere Forschungsprojekte befassen sich mehr mit Lösungen zur natürlichen Kontrolle, bei der Bodenverbesserung, der Pflanzengesundheit, der Kompostierung und EM. Fyffes interessiert sich jedoch mehr für die Erforschung der natürlichen Selektion und Veredlung. „Diesbezüglich haben wir schon

Xavier Roussel: „Wir haben eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Lieferanten, Instituten und Universitäten. Gemeinsam mit unserer wissenschaftlichen Abteilung suchen wir nach neuen Technologien und Sorten, welche die Produktivität und Qualität unserer Produkte verbessern können. Bei der TR4-Bekämpfung arbeiten wir beispielsweise gemeinsam mit der FHIA in Honduras an einem traditionellen Zuchtprogramm, um neue Sorten zu erschaffen.“

Lopez Flores: „Wir sind diesbezüglich auch auf der Suche nach möglichen neuen Sorten, um die Cavendish langfristig ersetzen zu können und die dabei auch noch gegen Krankheiten wie TR4 resistent sind. Um Krankheiten von unseren Plantagen fernzuhalten, können wir uns auch nicht mehr einzig und allein auf Protokolle verlassen. Es ist daher auch erforderlich, mehrere Sorten zu entwickeln. Ich möchte jedoch betonen, dass wir GVOs nicht die Lösung sehen.“ Gert Kema erhofft sich von einer neuen Sorte keine schnelle Lösung. „Wenn wir uns resistente Sorten anschauen, dann haben von den 180 existierenden Bananensorten 10 bis 15 Prozent das gewünschte Resistenzniveau gegenüber TR4. „Bei Black Sigatoka wissen wir das noch nicht so genau. Im Allgemeinen sind das jedoch Varianten, die sich als Ersatz für die Cavendish nicht eignen, obwohl einige dieser Bananensorten verzehrbar sind. Die einzige Lösung besteht in der Veredelung von Bananensorten, um so alle Eigenschaften, die man von einer Banane erwartet, zu erfüllen. Diesbezüglich sollte sich die Suche nicht nur auf eine Bananensorte erstrecken, sondern vorausschauend zugleich auf mehrere Sorten, um die Bananenbranche möglichst vor Krankheiten zu bewahren.“ Marc Jackson meint, dass die Cavendish als Banane nicht so einfach verschwinden wird. „Die Cavendish wird überleben, ebenso wie die Gros-Michel-Banane in Mittelamerika noch immer wächst. Vieles hängt davon ab, wo sich die Krankheit verbreiten wird und ob wir Vorsorgemaßnahmen treffen können, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.“ (TD) pbolijn@chiquita.com elynch@fyffes.com xavier.roussel@dole.com gert.kema@wur.nl

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Zitrus

Die Entwicklung der Exportproduktion von Grapefruits in Südafrika, der Türkei und den Vereinigten Staaten (2000-2016). Quelle: FAOSTAT

Zitrusfruchtproduktion seit Jahren rückläufig Lange Zeit waren die Vereinigten Staaten der größte Grapefruit-Produzent der Welt. Seit 2012 wird das Land bei der Produktion von Südafrika eingeholt und seit 2014 auch von der Türkei. Was ist in all diesen Jahren passiert?

D

ie veränderte Spitzenposition bei den Grapefruit-produzierenden Ländern ist nicht dem Flächenwachstum in Südafrika und der Türkei zu danken, sondern einem Flächenrückgang in den Vereinigten Staaten. Der Rückgang zeigte sich bereits vor dem Jahr 2000. „Die Grapefruit

ist nicht so beliebt wie vor 20 oder 25 Jahren“, so G.T. Parris, Verkäufer bei Seald Sweet in Florida. „Wir haben immer weniger Grapefruits auf dem Markt und die Regale im Supermarkt sind kleiner geworden. Wenn wir Grapefruits anbieten, werden sie zwar abgenommen, andernfalls

Entwicklung des Exportwertes von Grapefruits in Südafrika, der Türkei und den Vereinigten Staaten (2008-2016) Quelle: FAOSTAT

Zitruskrankheiten Zitrus-Krebs ist eine Krankheit, die die Früchte vorzeitig vom Baum fallen lässt und letztlich dazu führt, dass der Baum keine Früchte mehr produziert. Die Krankheit hält sich in den USA schon länger, ein großer Ausbruch wurde erneut 1995 in Florida festgestellt. Die Krankheit verbreitet sich innerhalb des Bundesstaates aufgrund von Orkanen jedoch schnell, Grapefruits sind dafür sehr empfänglich. Greening ist eine bakterielle Infektion, bei der sich die Frucht grün verfärbt und von äußerst bitterem Geschmack ist. Greening wurde 2005 in Florida entdeckt.

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Krank durch Zitrusfrüchte „Vorsicht beim Verzehr von Grapefruit(saft), lesen Sie den Beipackzettel.“ Ein derartiger Text findet sich auf einigen medizinischen Etiketten. Grapefruits enthalten bestimmte Stoffe, die die Wirkung einiger Arzneimittel behindern oder verzögern.

Dabei steigt die Gefahr, dass der Körper zu viel des Medikaments aufnimmt. Die Verwendung von Statinen in Kombination mit Grapefruits kann zu Muskelrissen führen. Obwohl Grapefruits bei hohem Cholesterinspiegel helfen, wirken sie sich

in Kombination mit cholesterinsenkenden Pharmaka nachteilig aus. Andere Zitrusfrüchte wie Mandarinen, Apfelsinen und Zitronen haben bei Verwendung von Arzneimitteln keine Auswirkungen.

findet der Einzelhändler aber auch einen passenden Ersatz für sie.“ Auch in Europa geht der Grapefruit-Verbrauch zurück. „Die Frucht ist bei der Jugend nicht beliebt“, sagt Tjeerd Hoekstra von Total Produce. Obwohl sich Grapefruit auf bestimmte Medikamente negativ auswirkt, spielt dies keine Rolle beim rückläufigen Verbrauch. „Wer diese Medikamente verwendet, kennt die negativen Auswirkungen.“

VEREINIGTE STAATEN Die wichtigste US-Anbauregion für den Export nach Europa ist Florida. Auch in Texas und Kalifornien gibt es einige Flächen mit Grapefruits. Die Flächen gehen wie erwähnt schon seit Jahren zurück. Wirklich dramatisch wurde es allerdings in der Saison 2004-2005, als es laut Angaben von Faostat zu einem Rückgang der Gesamtproduktion um 52 % kam. Es gab mehrere Ursachen für diese starke Abnahme. 2004 wurde die Südost-Küste der Vereinigten Staaten von schweren Orkanen wie Katrina und Wilma getroffen. Die Orkane führten nicht nur zu sehr viel menschlichem Leid und zur Vernichtung eines Großteils der

Ernte, sondern auch zu einer schnelleren Verbreitung von zwei schwerwiegenden Zitruskrankheiten: Greening und ZitrusKrebs.

„Die Stürme richteten in jenem Jahr viel Schaden an,“ sagt Tjeerd. „Das führte zu unwiderruflichen Schäden an Bäumen, die nicht mehr ersetzt wurden, und die überlebenden Bäume erbrachten eine viel geringere Produktion.“

SÜDAFRIKA Verglichen mit den Vereinigten Staaten entwickeln sich Grapefruits in Südafrika viel launenhafter. „Als Reaktion auf die schlechten Preise auf unterschiedlichen Märkten, wurden in der Vergangenheit viele alte Bäume gefällt”, sagt Tjeerd Hoekstra. “Grapefruit wurden dann unter anderem durch Zitronen, Mandarinen und Apfelsinen ersetzt. Doch mittlerweile wurden auch wieder neue Bäume gepflanzt, weil sich

Die Flächen-Entwicklung bei Grapefruits in Südafrika, der Türkei und den Vereinigten Staaten (2000-2016) Quelle: FAOSTAT

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Zitrus

Zitruskrankheiten Zitrus-Krebs ist eine Krankheit, die die Früchte vorzeitig vom Baum fallen lässt und letztlich dazu führt, dass der Baum keine Früchte mehr produziert. Die Krankheit hält sich in den USA schon

für Grapefruits aus Südafrika ein besseres Bild auf dem Markt abzeichnet. Hilfreich ist, dass eine Krankheit wie Zitrus-Krebs in Südafrika kaum vorkommt,“ sagt Tjeerd. “Greening kommt in dem Land überhaupt nicht vor.“ EXPORT In den USA geht der Export nach Europa zurück. Es gibt ein Importverbot für Zitrusfrüchte aus Obstgärten, in denen ZitrusKrebs detektiert wurde. Wenn dann noch

länger, ein großer Ausbruch wurde erneut 1995 in Florida festgestellt. Die Krankheit verbreitet sich innerhalb des Bundesstaates aufgrund von Orkanen schnell, Grapefruits sind dafür sehr

Greening hinzukommt, ist es sehr schwer, gutes Obst für den Export zu finden. Daher haben sich viele Produzenten entschieden, nur noch den Inlandsmarkt mit Grapefruit zu versorgen. Wenn in einem Lagerhaus Zitrus-Krebs entdeckt wird, werden alle Produkte blockiert. Wir bemerken aber, dass es noch immer Nachfrage nach Grapefruit aus Florida gibt. Um eine ausgezeichnete Qualität der Früchte müssen wir uns dabei allerdings kümmern.“

empfänglich. Greening ist eine bakterielle Infektion, bei der sich die Frucht grün verfärbt und von äußerst bitterem Geschmack ist. Greening wurde 2005 in Florida entdeckt.

Eine Lösung gibt es bei den Krankheiten noch nicht. „Es wurde schon viel zur Bekämpfung von Greening investiert, was aber noch nicht zu den gewünschten Resultaten geführt hat,“ sagt Tjeerd. (TD) gtparris@sealdsweet.com thoekstra@totalproduce.nl

Die Entwicklung der Gesamtproduktion von Grapefruits in Südafrika, der Türkei und den Vereinigten Staaten (2000-2017) Bron FAOSTAT

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Vision

Jan Opschoor, DOOR:

„Mit der GMO-Anerkennung sehen jetzige und zukünftige Mitglieder in uns einen zusätzlichen Wertzuwachs” Vor genau sechs Jahren wurde die Kooperative DOOR gegründet. Die Marken Prominent, Purple Pride und Green Diamonds standen damals für eine gemeinsame Fruchtgemüsefläche von 270 Hektar. Mittlerweile beträgt die Fläche von DOOR einschließlich der hinzugekommenen Marken PapriCo und Sweet Point 570 Hektar. Außerdem hat die Kooperative den Wunsch geäußert, im Jahr 2021 bei 800 Hektar zu liegen. Sie besitzt eine GMO-Anerkennung und realisiert derzeit einen Neubau mit 34.000 m² Produktions- und 4000 m² Bürofläche. DOOR legt also zu. Zeit für ein Interview mit dem Geschäftsführer Jan Opschoor. 64

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Erst einmal ein kurzer Rückblick – was war vor sechs Jahren der Grund für die Errichtung von DOOR? Um das zu skizzieren, müssen wir eigentlich erst mal weiter ausholen. Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erkannten wir, dass sich die Erzeuger im Rahmen bestimmter Produktgruppen organisierten. Kurz darauf übernahmen die Erzeuger sogar die Verpackungsaktivitäten mittels eigener Vertriebszentralen in Eigenregie und ab etwa 2010 kam der Wunsch auf, beim Verkauf noch mehr betei-


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ligt zu werden. Eine solche Marktnähe war auch das wichtigste Ziel bei der Gründung von DOOR.

In den vergangenen Jahren sind Sie stark gewachsen. War das ein eigenständiges Ziel? Wir begannen mit dem Verkauf und dem Marketing von Tomaten, Auberginen und Gurken der Marken Prominent, Purple Pride und Green Diamonds. Ein Jahr später folgten die Paprikas der Marke PapriCo und ein weiteres Jahr darauf die süßen Spitzpaprikas von SweetPoint. Die Expansion der bestehenden und der neu hinzutretenden Erzeuger taten ein Übriges. Wir brauchen nicht unbedingt die größte Fruchtgemüse-Kooperative der Niederlande zu werden. Allerdings halten wir eine weitere Bündelung des Absatzes für wünschenswert. Derzeit ist die Gewächshausgemüsefläche in den Niederlanden unter sechs großen Erzeugerorganisationen (3000 Hektar) aufgeteilt, und es gibt noch eine Fläche von etwa 800 Hektar bei ungebundenen Erzeugern. Uns wäre es recht, wenn drei Erzeugerorganisationen übrigblieben, von denen wir eine sind. Natürlich ist Wachstum kein eigenständiges Ziel, aber man braucht eine bestimmte Umfangsgröße, um auf dem Markt relevant zu sein und investieren zu können. Schaffen Sie sich nicht mit all den verschiedenen Marken unterschiedliche Kulturen innerhalb des Clubs?

Unterschiede gibt es natürlich schon, aber alle bleiben Gewächshausgemüseanbauer. Auch die Größe der jeweiligen Erzeuger bei DOOR ist in sich stimmig. Wir haben keine Mitglieder mit 150 Hektar, aber auch keine mit 1 Hektar. Vor allem repräsentieren unsere Mitglieder mehr oder weniger denselben Typus Unternehmer. Jede Marke hat ihre eigene Identität, aber sie funktionieren optimal unter einem Schirm. Das ist die Stärke unserer Organisation. Haben Sie selbst in den vergangenen Jahren Gespräche mit anderen Erzeugerorganisationen zwecks Bündelung geführt? Ziemlich direkt im Anschluss an die unter dem damaligen Minister Cees Veerma veröffentlichte Untersuchung der Federatie Vruchtgroente-Organisaties (FVO) haben wir entsprechend der dortigen Empfehlungen Sondierungsgespräche mit Van Nature geführt, die jedoch letztlich im Sande verlaufen sind. Weitere Fusionsgespräche haben wir nicht geführt. Allerdings hat sich im vergangenen Sommer die Mondial Group bei DOOR angeschlossen. dasselbe galt zuvor für eine Reihe individueller Mitglieder. Wie profilieren Sie sich gegenüber anderen Erzeugerorganisationen? Wir arbeiten nur mit Gewächshausgemüse. Außerdem legen wir den Schwerpunkt auf unsere Produktspezialisten, wobei die Marken im Vordergrund stehen. Auch unser Ver-

kaufsmodell zeigt Profil. Als Erzeugerorganisation haben wir uns dafür entschieden, mit einem eigenen Sales- und Marketingteam unabhängig auf dem Markt operieren. Im Gegensatz zur einigen anderen Erzeugerorganisationen haben wir keine eigenen Handelshäuser. Bei uns steht das Interesse der Erzeuger immer im Vordergrund, wobei wir unsere Kunden natürlich optimal bedienen wollen. Wir gehen bei unserer Arbeit von einer Kettenpartnerstrategie aus, sind jedoch keine ‘Open-air-plattform’ und treffen bewusste Entscheidungen, um mit bestimmten Serviceprovidern / Exporteuren intensiver zusammenzuarbeiten. In den ersten Jahren wurden 80 Prozent unseres Umsatzes noch auf 25 Kunden verteilt, jetzt sind es nur noch 12 Kunden. Als weiteren wichtigen Unterschied möchte ich das Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen unseren Mitgliedern nennen, denn die ist wirklich einzigartig. So befinden sich bei Prominent 30 Hektar Anbaufläche im Eigentum des Verbandes und die Erzeuger von Purple Pride haben alle Mehrwert-bezogenen Aktivitäten in einer gesonderten, gemeinsamen BV untergebracht. Die Tomatenerzeuger von Prominent sind seit dem vergangenen Frühjahr nicht nur Mitglied des Anbauverbandes, sondern auch Anteilseigner der Kooperative Prominent Groep. Auf diese Weise profitieren die einzelnen Unternehmer bei Prominent – abgesehen von ihrem Wissensaustausch untereinander, dem gemeinsamen Einkauf und Verpacken – auch von den Entwicklungen AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Vision für den Warenausgang. Außerdem werden im Neubau alle Mitarbeiter von DOOR, Prominent, SweetPoint, Purple Pride, Green Diamonds und PapriCo zusammen in einem neuen Gebäude arbeiten.

bei Prominent als Unternehmen. Dieselbe Struktur wollen wir jetzt bei DOOR vornehmen. Die Kooperative DOOR wird also zu einer Kooperative nach Anteilen.

Wie erfuhren Ihre Kunden beim Handel, dass sie näher am Handel operieren wollen? Erst einmal war das gewöhnungsbedürftig. Das ist schon was, seinem Lieferanten so weit zu vertrauen, dass er direkt mit seinen Kunden redet. Dieses Vertrauen haben wir uns erarbeiten müssen, wobei ich behaupten kann, dass das mittlerweile geglückt ist. Noch immer suchen wir mit unseren Kettenpartnern das Gespräch mit den Einzelhändlern, aber oftmals gibt es auch direkte Kontakte. Als Vorbedingung für ein solches Modell muss die eigene Arbeitsweise vollkommen transparent sein. Unsere Zusammenarbeit in der Kette ist ein Dreiecksverhältnis geworden – mit uns als DOOR, dem Kettenpartner und dem Einzelhandelskunden. Auch dabei sind wir in den vergangenen Jahren als Organisation gewachsen. Nicht umsonst haben wir diverse Trade-Marketeers mit dem entsprechenden Einzelhandelswissen eingestellt. Uns fällt auf, dass Category-Manager von Supermärkten es toll finden, wenn breiter über die Obst- und Gemüsebranche nachgedacht wird. Das ist auch der Grund, warum wir im vergangenen Jahr Perry Dekkers als kaufmännischen Direktor eingestellt haben, um noch bessere Synergie-Effekte unserer Marken untereinander erzielen zu können. Wir konzentrieren uns auf die Produktion, auf Sales und Marketing, wollen aber keinen logistischen Apparat aufbauen und bedienen den Einzelhandel nicht direkt. Die Rechnungen an die Supermärkte kommen immer von unseren Kettenpartnern. Aufgrund der engen Zusammenarbeit wissen wir allerdings zu mehr als 90 %, an welche Einzelhändler unsere Ware geht. 68

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Würde die Erweiterung des Sortiments Chancen bieten, beispielsweise mit Gewächshauserdbeeren oder einer gesonderten Bio-Sparte? Unser strategischer Plan sieht diese Erweiterung nicht vor, also wird das vor 2020 nicht passieren. Im Vorfeld der Zusammenstellung des strategischen Plans für die kommenden drei Jahre wird dies aber sicher thematisiert werden. Eine Ausweitung auf Champignons, Chicoree oder Freilandgemüse sollte man von DOOR nicht erwarten, denn unsere Stärke liegt in der Gewächshausproduktion. Wir werden jedoch mit aller Offenheit in die Brainstorm-Session gehen. Medizinischer Cannabis? Wer weiß. Wenn demnächst die Verpackungsaktivitäten in einer Vertriebszentrale zentralisiert werden, bietet das beispielsweise auch beim Schneiden oder Trocknen der Produkte oder bei der Kombination von Produkten in Fertiggerichten viel mehr Chancen.

Welchen Ansatz gibt es beim Neubau? Demnächst werden Tomaten, Auberginen, süße Spitzpaprikas und Gurken nach Wunsch des Kunden unter einem Dach verpackt. Die Einrichtung des neuen Gebäudes zielt komplett auf eine schnelle und effiziente Verarbeitung unserer Frischeprodukte mittels automatisiertem Wareneingang (WMS) und einem vollautomatischen Produktionsraum ab. Bevor wir unseren Neubau planten, haben wir die Bedürfnisse unserer Kunden erforscht. Natürlich stehen Plastikverpackungen unter Druck, wir erwarten jedoch, dass die Nachfrage nach Verbrauchereinheiten weiter zunimmt. Selbstverständlich sind wir bereits aktiv auf der Suche nach nachhaltigen Alternativen. Das Gebäude umfasst insgesamt 34.000 m² Produktionsfläche und 4000 m² Bürofläche. Es wird mit 22 Docks für den Wareneingang versehen und mit 22 Docks

Werden wir in der neuen Vertriebszentrale Roboter sehen? Automatisierung ist sicherlich ein Schwerpunkt und wir schauen uns an, ob sich Roboter einsetzen lassen. Hierzu läuft bereits seit einiger Zeit ein Projekt. Im Vergleich mit den durchschnittlichen ‘kleinverpackenden’ Niederlanden ist das Verpackungs- und Vertriebszentrum von Prominent schon weitgehend automatisiert. Im Verpackungs- und Vertriebszentrum von DOOR werden wir dies noch weiter vornehmen. Ich will das noch nicht als Robotisierung bezeichnen, aber darauf läuft es hinaus.

Haben Sie auch Anbauflächen im Ausland? Unsere Mitglieder haben kaum Flächen im Ausland, nur Sweetpoint baut in Marokko und Spanien süße Spitzpaprikas an. Unser oberstes Ziel ist es, das gesamte von uns angebotene Gemüse ganzjährig zu liefern, sei es durch Beleuchtung oder dank Zusammenarbeit mit Partnern in Südeuropa und Nordafrika. Bei uns steht ‚local for local‘ durchaus auf der Agenda. Außerdem gibt es im Ausland reichlich Interesse an unserem Wissen und unserer Expertise. Aber man muss die Erzeuger bauer auch überzeugen, dorthin zu gehen. Daher versuchen wir gerade, einen Pool junger Erzeuger aufzubauen, die mit einer derartigen Herausforderung umgehen können und die weniger fixiert sind auf die Tore von Naaldwijk. Mit Unterstützung der älteren Generation von Erzeugern kann dies eine tolle Chance für sie sein. Bereitet Ihnen das Durchschnittsalter der Erzeuger Sorgen? Wir machen uns keine Sorgen, versuchen aber, uns darauf einzustellen. Tom Zwinkels war inmitten unserer ‘älteren Garde’ immer der Vorreiter, aber auch das bleibt natürlich nicht so. Deshalb haben wir vor kurzem sechzig an Gartenbau interessierte Erzeugerkinder zum Kennenlernen eingeladen. Hieraus hat sich ein ‚Young Potential Programma’ ergeben, bei dem sich Jugendliche von 18 bis 25 Jahren mit uns zusammen über die heutigen Probleme Gedanken machen, etwa zur Unternehmensnachfolge, aber auch hinsichtlich Robotisierung, Big Data oder Globalisierung. Nicht alle sehen ihre Zukunft im Gewächshaus, aber auch bei Funktionen im Marketing, beim HRM und in der Logistik werden sich interessante Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben.


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Vision

Der Neubau aus der Vogelperspektive

Ist es nicht manchmal schwierig, die Flöhe beisammenzuhalten? Glücklicherweise sind die Verhältnisse innerhalb der Organisation sehr gut, das klappt also. Kritik seitens der Mitglieder ist natürlich möglich, es gibt Raum für Diskussionen. Es gibt nun einmal Mitglieder, die immerzu vorandrängen, und es gibt solche, die das weniger tun. Es macht auch einen Unterschied, ob man gerade expandiert hat oder ob man keinen Nachfolger hat und seine letzten Jahre als Erzeuger vor sich hat. Das lässt Investitionen dann schon in einem anderen Licht erscheinen. Innerhalb des Clubs gefällt mir, dass es keine Rolle spielt, wie groß man ist oder welches Produkt man anbaut. Jeder kann seine Meinung umfassend vertreten. Im vergangenen Jahr wurde DOOR GMOanerkannt. Fühlt sich das gut an? Die GMO-Gelder waren in den vergangenen Jahren ein heißes Eisen. Mit Blick auf die von uns kollektiv beabsichtigten Investitionen, die eine Vorbedingung für GMO sind, haben wir überprüft, ob der Antrag auf eine GMO-Anerkennung für uns ein richtiger Schritt sein könnte. Die Aufgabe unseres Absatzmodells stand nämlich für uns nach dem Erfolg der vergangenen Jah70

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re nicht zur Debatte, was sich aber auch nicht als notwendig erwies, obwohl das eine oder andere rundgeschliffen werden musste. Wir waren in Den Haag beim Landwirtschaftsministerium, um die Anerkennung zu sondieren, die der Organisation viel abverlangt. Die positive und konstruktive Zusammenarbeit mit der Unternehmensagentur RVO (Rijksdienst voor Ondernemend Nederland) war in diesem Prozess wichtig. Das Gefühl stimmte. Die große Mehrheit der Mitglieder – 97 Prozent gegenüber 3 Prozent blanko – stimmte der GMO-Anerkennung zu, wobei wir die Subventionen nur für kollektive Projekte einsetzen. Beim Start des Betriebsplans und der Kontrolle der Zulassung sehen wir der weiteren Zusammenarbeit mit dem RVO vertrauensvoll entgegen. Dank dieser Anerkennung hoffen wir, derzeitigen und neuen Mitglieder einen zusätzlichen Wertzuwachs bieten zu können. Worin sehen Sie die größten Probleme der kommenden Jahre? Es erwarten uns einige Probleme. Denken Sie an Beschäftigung, an Robotisierung im Gewächshaus, aber auch an die weitere Vernachhaltigung und das Gleichgewicht von Krankheits- und Seuchenbekämpfung

auf der einen und dem biologischen Gleichgewicht im Gewächshaus auf der anderen Seite sowie an ein verschlanktes Instrumentarium. Auch der Trend hin zu lokaler Produktion und Produktionswachstum in Ländern, die in unsere Absatzländer exportieren, wird ein Problem für die Position der Niederlande werden. Gleichzeitig ergeben sich daraus auch wieder Chancen.

Sie beabsichtigen ein Wachstum auf 800 Hektar bis zum Jahr 2021. Wie wollen Sie das erreichen? Dieses Wachstum werden wir nicht nur mit unseren derzeitigen Erzeugern realisieren, dafür brauchen wir auch auswärtige Erzeuger innerhalb unserer Produktgruppen. Insbesondere der Anteil an Gurken und Blockpaprikas ist bei uns noch unterrepräsentiert, aber auch Tomatenerzeuger sind von Herzen willkommen. Unser Vorteil besteht darin, dass wir vollkommen unabhängig sind und dass das Interesse der Erzeuger immer an erster Stelle steht. (IH) J.Opschoor@doorpartners.nl


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Vision

Ehemaliger Chiquita-Geschäftsführer Franklin Ginus:

„Mit BeFrank wollen wir eine Bananenrevolution auslösen!“

Franklin Ginus und sein Kompagnon Randy van Dinter

24 lange Jahre arbeitete Franklin Ginus als Geschäftsführer für Chiquita in den Benelux-Ländern, in Frankreich, Mittel- und Osteuropa. Im Sommer vor zwei Jahren verzichtete er auf einen guten Job, um gemeinsam mit seinem Freund Randy van Dinter mit BeFrank zu starten – eine neue Bananenmarke, die die Welt ehrlich und lebenswert machen soll. „Allen Nachhaltigkeitsinitiativen zum Trotz gibt es keine ehrliche Banane. Es hört sich zwar aktivistisch an, aber ein beiläufiges Jammern ergibt keinen Sinn. Ich will die Initiative ergreifen und mein Bestes tun, um dies anzupacken. Wir werden eine Banane auf den Markt bringen, bei der das ehrliche Teilen im Mittelpunkt steht und Transparenz eine Vorbedingung ist, um diese Schritte gehen zu können.“ Warum BeFrank? Ich kenne die Bananenbranche seit 25 Jahren und habe einiges gesehen. Es gab tolle Initiativen in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, zum Beispiel Fairtrade oder Rainforest Alliance, wobei sich die erste vor allem auf den sozialen und die zweite auf den Umweltas-

pekt konzentriert. Das waren Initiativen, die wichtig waren, um die Bananenwelt ein klein wenig lebenswert zu machen. Aber jetzt ist 2019 und es hat sich gezeigt, dass wir alle nicht in der Lage waren, die Bananenkette in ihrer Gesamtheit zu vernachhaltigen. Ich habe während meiner Besuche in Plantagen viel Leid gesehen. Trotz

vieler wunderbarer Initiativen gehen dort Kinder hungrig ins Bett, arbeiten Mitarbeiter in zerrissener und schmutziger Kleidung, liegen Berge von Plastik entlang der Wege zu den Farmen, arbeiten Bananenpflücker ohne Schutzmittel mit Pestiziden, wird noch immer kein lebenswerter Lohn gezahlt und es gibt immer noch Menschen, die keine sozialen Vorkehrungen wie etwa Krankenversicherung oder Rente haben. Meine Güte, es kann doch nicht sein, dass es 2019 immer noch Menschen gibt, die in Häusern ohne Fußboden wohnen, ohne anständige Betten, fließendes Wasser, Elektrizität oder Schutz gegen Insekten. Wissen Sie, die bekannten Produzenten haben das im Allgemeinen gut im Griff, aber auch bei den bekannten Produzenten in der Bananenindustrie wird etwa 65 Prozent anderswo zugekauft, und vor allem dort gibt es enorm viele Missstände. Ich kann meine Augen nicht mehr davor schließen, weil es mich betroffen macht. Also will ich etwas dagegen tun. AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Vision

Sind Fairtrade-Bananen dafür keine Lösung? Während der ‘Bananendebatte’ am 30. Mai 2017 in De Rode Hoed in Amsterdam wurde über True Cost und True Pricing gesprochen. Forschungsergebnisse haben nämlich gezeigt, dass sich die verborgenen Kosten des Bananenanbaus auf durchschnittlich 6,70 Dollar pro Kiste à 18 Kilo belaufen. Übrigens verursachen die Fairtrade-zertifizierten Produzenten 45 Prozent weniger Extrakosten. Die meisten Bananen sind viel zu billig, was zeigt, dass die Folgen von schlechtem Lohn, Klimawandel, ungesunder Arbeit und Wassermangel nicht im Preis enthalten sind. Diese Kosten werden nicht auf den Preis umgelegt, der Verbraucher sieht sie also nicht. Letzteres bedeutet nicht, dass sie dann verschwinden. Oftmals muss die Gesellschaft dann für die Kosten aufkommen, weshalb sie auch verborgene Kosten genannt werden. 30 Jahre nach Einführung der Fairtrade-Bananen ist das noch immer so. Eigentlich arbeitet unser Gehirn sehr träge, weshalb wir auch mit dem Denken aufhören, sobald wir Fairtrade kaufen. Wenn der Verbraucher die Wortmarke oder das Logo von Fairtrade sieht, glaubt sein Gehirn, dass der Kauf richtig ist. Für sich genommen ist das auch so, denn Fairtrade hat in den vergangenen 30 Jahren sehr viel Gutes bewirkt. Es gibt sehr viele Verbraucher, die Jahr für Jahr Fairtrade-Produkte kaufen, was auch prima ist. Der Verbraucher weiß jedoch nicht, dass noch sehr viele Dinge dazu gehören, die bei einer solchen Zertifizierung noch immer nicht geregelt sind. 74

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Wie wollen Sie das also schaffen? Wir bei BeFrank glauben, dass wir durch Transparenz und Offenlegung der verborgenen Kosten und diesbezügliche neue Programme eine vollkommen nachhaltige Banane auf den Markt bringen können. Um das zu realisieren, braucht man Helden. Helden, die es wagen, das Ruder herum zu reißen und zusammen mit uns die hundertprozentig nachhaltige Banane auf den Markt bringen wollen. Wir wollen allen klar machen, dass das geht und dass der Verbraucher durchaus bereit ist, mehr zu bezahlen, sofern die Geschichte hinter der Banane authentisch und vollkommen transparent ist. Unsere Mission besteht in der Errichtung einer Kette, bei der die Erträge ehrlich und transparent verteilt werden, damit wir den kleinen Produzenten und Arbeitern in der Produktionskette zu einer menschenwürdigen Existenz verhelfen können. Wir sehen es als unsere Pflicht an, die Erde in gutem Zustand an die folgenden Generationen weiterzugeben.

Wie unterscheiden sie sich dann von Fairtrade? Unser Business-Modell hat eine Basis, und die lautet Faitrade. Diese Instanz hat schon viel getan, um die Bedingungen in der Produktionskette zu verbessern, aber da geht noch viel mehr. Ich muss mal deutlich betonen, dass Fairtrade hart gearbeitet hat, um dahin zu kommen, wo wir heute sind, aber ‘fair’ ist für uns erst der Anfang. Wir wollen daher Programme ins Leben rufen, mit denen verborgene Kosten weiter reduziert werden können. Verborgene Kosten auf

sozialer Ebene, wie etwa ein hinreichender Lohn oder soziale Sicherheit. Auch im Umweltbereich initiieren wir mit unseren Abnehmern tolle Programme, mit denen verhindert wird, dass die Umwelt weiteren Schaden erleidet. Denken Sie dabei etwa an Sammeldeponien für Müll, wo dieser richtig verarbeitet wird, oder an die Produktion einer CO2-neutralen Banane. Wir wollen auch die jetzigen Bananencontainer zu Wohnungen umbauen, in denen die Mitarbeiter leben können und so eine Kreislaufwirtschaft und bessere Lebensbedingungen für die Mitarbeiter und Ihre Familien erzielen.

Bei allem Verständnis für Ihre Ziele, was passiert, wenn die Lebensmittelüberwachung bei einem Produzenten vorbeikommt, bei dem es doch nicht so fair zugeht wie behauptet? Dann werde ich mich über deren Besuch freuen, weil wir dann etwas verbessern können. Was haben wir zu verbergen? Davor werde ich nicht weglaufen, sondern werde sie bitten, in einem Monat zurückzukommen, damit wir die Gelegenheit zur Verbesserung haben. Ich kann meine Augen nicht vor den Missständen verschließen, weil mich das betroffen macht. Ich will daran etwas ändern! An welchem Punkt ist es eigentlich schiefgelaufen? Der Konkurrenzkampf nach unten begann in England mit niedrigen Verbraucherpreisen und einem sinkenden Preisniveau beim Einkauf, und das alles mit dem Ziel, auf


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Innovation und Trocknungstechnologie waren schon immer die Stärke von Feltracon. Die Aktivitäten werden unter dem neuen Namen Felcon weiter ausgebaut. Neben die Möglichkeit, komplette Obst- und Gemüseverarbeitungsbetriebe einzurichten, bieten wir jetzt auch die neueste Innovation im Bereich des Vakuumbratens von Gemüse und Kartoffeln mit der Felcon Veggie Fryer. Wir möchten Sie gerne in unseren Testraum einladen, um Sie davon zu überzeugen, dass wir aus Ihrem frisch gewachsenen Produkt einen leckeren und gesunden Snack machen können.

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der Basis eines niedrigeren Preises mehr Verbraucher anzulocken. Leider hat dieser Trend auch auf den Kontinent übergegriffen. 2013 haben europäische Supermärkte damit begonnen, Bananen für € 0,99 zu verkaufen. Bananen also gewissermaßen als Lockartikel. Ich habe schon damals gesagt, dass ich das für sehr unvernünftig halte. Ich würde jeden Bananenverkäufer dazu anspornen, auf eine Preiserhöhung auch einmal stolz zu sein. Dies kann für viele Menschen in der Kette und auch für die Umwelt die Rettung bedeuten. Wenn man dann auch noch dazu bereit ist, ehrlich zu teilen, dann kommen wir alle weiter. Glauben Sie, dass der Verbraucher bereit ist, für eine ehrliche Bananen bedeutend mehr zu zahlen? Wir bei BeFrank gehen davon aus, dass der Verbraucher bereit ist, den richtigen Preis für

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Bananen zu zahlen. Wenn der Verbraucher eine Banane isst, soll er den leckeren Geschmack auch genießen können, ohne über Ihre nachhaltige Produktion nachzudenken. BeFrank wird es anders machen. Wir werden die verborgenen Kosten zu 100 % in unseren Verbraucherpreis aufnehmen. Das dabei freigewordene Geld verwenden wir, um soziale und Umweltprogramme in den Produktionsländern ins Leben zu rufen. Auf welchem Preisniveau wird sich dann, Ihrer Ansicht nach, eine ehrliche Banane bewegen? Nach vielen Berechnungen haben wir uns auf ein Preisniveau für Verbraucher von € 2,29 pro Kilo für konventionelle Bananen und € 2,49 für biologische Bananen geeinigt. Damit kann nach unserer Meinung jeder in der Kette eine gerechte Marge verdienen. Nicht jeder wird das toll finden, aber wir haben den sich aus der Margenverteilung ergebenden Verteilungsschlüssel auf unserer Website publiziert. Es dauert etwa neun Monate, bevor eine Banane zuhause in der Fruchtschale liegt. Vereinfacht gesagt hat man Produzenten, Exporteure, Reifer und Supermärkte, von denen jeder seinen Teil verdienen muss. Wir bei BeFrank befürworten ein ehrliches Teilen, und indem wir das tun, sind wir alle in der Lage, den Bauern in der Produktionskette ein menschenwürdiges Dasein zu geben, wobei zugleich auch im

Rest der Kette eine nette Marge möglich ist. Seien wir doch ehrlich, drei Bananen-Multinationals sind in den vergangenen Jahren in einem anderen Unternehmen aufgegangen, das ist auch kein Zeichen von Luxus. In der Fruchtwelt denkt jeder bei niedrigem Preis nur daran, einen Container spontan importieren zu können. Wir wollen jedoch mehr auf der Basis des Bedarfs produzieren.

Da werden die Einkäufer dann doch denken: viel zu teuer... Ich kenne diese Welt, und das ist auch die Reaktion, die ich als erste zu hören bekomme. Aber das ist das alte Denken. BeFrank will anders sein als das Establishment und setzt dazu eher beim Mehrwert an. Wir werden letztlich keinen einzigen Kompromiss bei diesem berechneten Herstellungspreis eingehen, und jeder wird dabei den gleichen Preis bezahlen. Trotzdem will ich die Mutigen auffordern, BeFrank-Bananen in ihr Sortiment aufzunehmen. Jeder redet von Nachhaltigkeit, mit BeFrank lässt sich da tatsächlich was machen. Wir werden den Mut unserer Käufer auch würdigen, unter anderem dadurch, dass wir sie ausdrücklich auf der Internetseite benennen. Das ist alles nicht so schwer, allerdings muss es langsam auch mal getan werden. Jetzt ist die Zeit für den letzten Schritt, und diesen Schritt will BeFrank mit den Mutigen der Zukunft gehen. Mutig ist, wer für Entscheidungen bereit ist! Jeder, der unsere Bananen kauft und isst, beteiligt sich direkt an 14 von den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, wie sie unsere führenden Politiker im Jahr 2015 für 2030 als Nachfolge der Millenniumsentwicklungsziele formuliert haben.


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Vision

Wann kann man BeFrank Bananen kaufen? BeFrank startet ab Oktober mit dem Bananenverkauf in Europa. Für die nächsten Wochen habe ich viele Termine bei Großhändlern und Einzelhändlern in den Benelux-Ländern, um diese über BeFrank zu informieren. Letztlich soll ganz Europa unser Markt werden, aber wir sind schon sehr froh, wenn wir in den Benelux-Ländern einen guten Start hinlegen. Wir starten mit Lieferanten aus Kolumbien und Ecuador, wenn wir jedoch ein größeres Volumen benötigen, können wir das mit unserer Erfahrung schnell ausweiten. Ich bin nämlich überzeugt, dass viele Lieferanten gerne mit uns zusammenarbeiten werden. Wer will denn nicht zusätzlich für Mensch und Umwelt investieren?

Haben Sie ein Produkt als Vorbild? Ich habe mich von Tony’s Chocolonely inspirieren lassen, deren Mission es ist, die hundertprozentige Sklavenfreiheit bei Schokolade zur Norm zu machen. Das Unternehmen kombiniert eine gute Botschaft mit einem coolen Konzept sowie einer Spitzenqualität und hält sich von den bekannten Schokolademarken fern. Mittlerweile sind sie Marktführer und verkaufen 36,5 Millionen Riegel Schokolade jährlich. Das Problem bei der Banane ist vielleicht noch größer, da es sich hinsichtlich des Geschmacks um ein homogenes Produkt handelt, aber auch hierzu wollen wir Schritte unternehmen, indem wir etwa einen maximalen Reifungs- und Produktionsprozess anstreben. So untersuchen wir derzeit die Verwendung eines 17 kgKartons, weil wir der Ansicht sind, dass 78

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wir so bei niedrigerem Gewicht den Prozentsatz der Schäden reduzieren können. Wir können hier glücklicherweise schnell umstellen. Ich muss nur meinen Kompagnon überzeugen, dann können wir damit starten. Auf diese Weise denken wir, dass wir mit einem Cool- und Fairkonzept den Bananenverbrauch, der in den Niederlanden schon seit Jahren bei 10 Kilo pro Kopf der Bevölkerung liegt, erhöhen können. Ich weiß aus Erfahrung, dass sich der Bananenmarkt zwischen Januar und Mai rentieren muss. Aber dann bleibt noch mehr als ein halbes Jahr übrig! Wir haben eine supercoole Geschichte in einem traditionellen Markt. Ich denke manchmal noch zu sehr als Händler, aber mein Kompagnon und sein Marketingsteam haben in den vergangenen Monaten alles daran gesetzt, mich zu ‘brainwashen’. Wie reagieren Ihre alten Kollegen in der Bananenindustrie auf die Pläne? Zunächst ist niemand negativ. Viele finden die Initiative fantastisch, meinen jedoch, dass es sich finanziell nicht trägt. Es liegt an uns, in den kommenden Monaten zu beweisen, dass es durchaus geht. Wir werden uns mittels aufsehenerregender Kampagnen auch an die Einzelhändler wenden. Wie groß ist das Interesse? Bananen gehören zu den drei größten Einzelprodukten im Supermarkt und repräsentieren oftmals 1 bis 1,5 Prozent des Umsatzes. Wir reden hier über einen Umsatz von 12 Milliarden Euro. Wenn man dies berücksichtigt, kann man sich leicht vorstellen, dass die Verwendung dieses Produkts für Schleuderaktionen nicht nur einen großen

Einfluss auf alle davon abhängigen Menschen in der Kette hat, sondern letztlich auch auf die Umwelt. Die Bananenindustrie hat mit den Schimmelpilzen Black Sigatoka und Tropical Race 4 schon genug Probleme. Wir glauben aufrichtig, dass jeder eine Banane mit Freude essen sollte. Die Banane sollte als Maßstab für die gesamte Lebensmittelproduktion dienen. Ich glaube, dass das möglich ist!

Und wenn es nicht klappt? Das ist derzeit keine Option und wäre eine Schande bei all dem privaten Geld, das wir da reingesteckt haben. Wenn dies Projekt nicht gelingt, verlasse ich die Bananenbranche, aber dann braucht mir auch nie mehr jemand zu kommen mit der Notwendigkeit der Vernachhaltigung der Bananenbranche. Diese Probleme können aufgegriffen und gelöst werden, wenn wir uns einig sind und das auch einfach mal anpacken! Lieferanten, die bei unserer Bananenrevolution mitmachen wollen und mindestens Fairtrade-zertifiziert sind, werden hiermit gebeten, uns eine Mail zu schicken! (IH) franklin@befrank.world


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Süßkartoffel

In den kommenden beiden Jahren wird es auf dem Süßkartoffelmarkt spannend werden In südamerikanischen und afrikanischen Ländern scheint man stark auf den Anbau von Süßkartoffeln für den Export zu setzen. Auch Erzeuger in Nordeuropa testen die Süßkartoffel auf ihren Feldern. Dem Importeur Christiaan van der Goes von GreenGoose in Amsterdam zufolge wird es in den kommenden beiden Jahren auf den Süßkartoffelmarkt spannend werden.

S

eit 2012 befindet sich die Süßkartoffel im Aufwind. Allein in Europa nahm die Nachfrage in den vergangenen Jahren um 12 Prozent zu. Großbritannien und die Niederlande sind die größten Süßkartoffel-Importeure, sie importieren vornehmlich aus den USA. Eine Spitze in der Wachstumskurve scheint angesichts des europäischen Verbrauchs noch nicht erreicht zu sein, da der europäische Verbrauch noch immer viel geringer ist als der Amerikanische. Der Absatz ist europaweit, die Produkte gehen auch in osteuropäische Länder. Der größte Teil der weltweiten Produktion ist nicht für den Export bestimmt, sondern wird auf den einheimischen Märkten konsumiert. Nur ein kleiner Teil der Produktion wird in andere Regionen exportiert, doch dieser Anteil nimmt zu. Angesichts zunehmender Nachfrage und sehr hoher Preise in der

vergangenen Saison, bedingt durch extrem niedrige Erträge in den USA, wittern Anbauer und Händler ihre Chancen.

„Anders als auf Wachstumsmärkten wie dem der Avocado lassen sich dazu nur schwer Vorhersagen treffen. Bei der Avocado dauert es einige Jahre, bevor eine Plantage in Produktion geht, bei der Süßkartoffel sind es Monate. Der Schaltpunkt beim Volumen ist daher viel größer“, sagt Christiaan. „Derzeit will jedes Land Süßkartoffeln exportieren. Ich habe mich in letzter Zeit in so vielen Ländern umgehört, in Nigeria, Elfenbeinküste, Ghana, Kolumbien, Peru, Costa Rica und Ecuador. Taugt das qualitativ? Findet sich für alles das ein Markt?“ Amerikanische Süßkartoffeln haben eine starke Marktposition. Das sind qualitativ

die besten Süßkartoffeln, in die Einzelhändler großes Vertrauen setzen. Das ist ein gutes lagerfähiges Produkt, mit dem sich voll und ganz spekulieren lässt. Im November wird sich zeigen, wie viele Kilos das Land hergibt. „Es lässt sich nur schwer vorhersagen, was der Markt tun wird. In der 46. und 47. Woche dürfte alles eingegangen sein. Amerika hat im vergangenen Sommer viel Dürre gehabt, aber extreme Wetterbedingungen wie den Orkan des Jahres davor hat es nicht gegeben. Die Dürre erschwert die Ernte. Wie sich das auf den Ertrag auswirkt, bleibt abzuwarten. Man kann davon ausgehen, dass der Ertrag unterdurchschnittlich sein wird, aber nicht so niedrig wie in der Saison davor“, so Christiaan. „Der amerikanische Markt war in der 36. Woche leer. Die neue Ernte gelangt daher auf einen leeren Markt. Der lokale amerikanische Markt sowie der in Nachbarländern wie Kanada ist derzeit sehr stark. In Europa gibt es auch ägyptisches und spanisches Produkt auf dem Markt. Ägypten läuft aus und Spanien kann noch bis Anfang Februar weitermachen, aber danach hat Amerika wohl freie Bahn. Honduras kommt dann noch hinzu. Ich erwarte daher durchaus gute Preise, aber an die extrem hohen PreiAGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Süßkartoffel

se der vorangegangenen Saison werden wir nicht herankommen.“

GreenGoose konzentriert sich auf den Import aus den USA und rechnet sich Chancen bei ägyptischem Produkt aus. „Ägypten macht schon sehr lange in Süßkartoffeln und hat das im vergangenen Jahr gut hinbekommen, wobei das Land ansonsten eigentlich chancenlos ist, vor allem bei Supermärkten. Verglichen mit amerikanischem Produkt war das Niveau nie gut genug, doch jetzt gibt es einige Unternehmen, die beim Niveau aufholen. In diesem Jahr haben Supermärkte in Deutschland und in den Niederlanden Süßkartoffeln aus Ägypten akzeptiert. Bis vor einem Jahr war das noch unvorstellbar. Die kommenden beiden Jahre werden insofern spannend, ob Ägypten das Qualitätsniveau halten kann.“ Die Süßkartoffel hat ein gesundes Image – und das, obwohl sie keine Kartoffel ist, wohl aber oftmals an der normalen Kartoffel gemessen wird. Wenn man den jeweiligen Nährwert miteinander vergleicht, ist der Unterschied eigentlich gering, und auch die Menge der Kohlenhydrate ist fast gleich. Die Kartoffel enthält sogar weniger

Kohlenhydrate als die Süßkartoffel. Die Nährwerttabelle weist für eine Kartoffel durchschnittlich 16,7 Gramm und für eine Süßkartoffel 21 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm auf. Wenn die Kartoffel dennoch ein gesundes Image hat, so deshalb, weil sie fast doppelt so viele Ballaststoffe enthält, wodurch sich die Aufnahme von Kohlenhydraten im Blut verzögert. Die Süßkartoffel enthält auch mehr Vita-

mine und Mineralien sowie Beta-Carotin, jenen orangefarbenen Farbstoff, der eine wichtige Vitamin A-Quelle darstellt. Die orangefleischige Süßkartoffel ist daher auch die bekannteste Sorte auf dem Markt. Die Nachfrage nach den unterschiedlich gefärbten Sorten (Schale/Fruchtfleisch) Violett/Violett, Violett/Weiß und Weiß/ Weiß ist noch gering. „Andere Farben sind zwar im Kommen, aber die Orangefleischigen sind Palettenarbeit, die Gefärbten sind Kistenarbeit. Das ist wirklich noch ein Nischenmarkt“, sagt Christiaan. Biologische Süßkartoffeln sind ein schneller wachsender Markt. „Obwohl deren Größe um ein Mehrfaches geringer ausfällt als im konventionellen Bereich, gibt es dafür sicher einen Markt. Das Interesse richtet sich hier vor allem auf die amerikanische Süßkartoffel. Bio und Ägypten assoziiert man nicht so schnell. Der Einzelhandel geht noch auf Nummer sicher, denn das ist doch drei- bis viermal teurer als konventionelles Produkt“, sagt Christiaan abschließend. (ML) christiaan@greengoose.nl www.voedingswaardetabel.nl

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Obst

ORC stellt sicher, dass Verbraucher die legalen Orri-Mandarinen kaufen können

Obstanbau unter Lizenz: ertragreich und anfällig für Betrug Der Obstanbau unter Lizenz ist auf dem Vormarsch. Geschützte Sorten ergeben hochwertiges Obst. Der Verbraucher schätzt den Geschmack, das Fehlen von Kernen oder die eine oder andere spezifische Eigenschaft. Als Kehrseite des Erfolges scheint das System für Betrug anfällig zu sein.

D

as geht so weit, dass vier der weltgrößten Traubenveredeler, nämlich Grapa Varieties Ltd, IFG, SNFL und Sun World Innovations, im vergangenen Juni eine Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen The Breeders Alliance Company eingingen, um diesem Problem gemeinsam zu begegnen. „Wir haben zusammen wahrscheinlich etwa 100 neue kommerzielle Sorten,“ sagt Duncan Macintyre, der Vorsitzende der SNFL-Gruppe und Sprecher bei The Breeders Alliance Company.

„Die unterliegen IE-Rechten (geistiges Eigentum), entweder über den Sortenschutz oder aufgrund von Patenten.” Diese hochwertigen Traubensorten sind für den Erzeuger interessant, weil sie produktiver sind und weniger Arbeit erfordern, erläutert Duncan. „Selbst nach Zahlung der

Lizenzgebühr ist die Rentabilität der neuen Sorten viel besser als bei den alten Sorten.“ Folglich gibt es auch Erzeuger, die von den Vorteilen der neuen Sorten profitieren wollen, ohne die dazugehörenden Kosten zu zahlen. „Jedes der bei The Breeders Alliance zusammengeschlossenen Unternehmen hat hiermit große Probleme. Unsere Eigentumsrechte werden durch Anbauer ohne Lizenz verletzt.” Der Grundgedanke bei The Breeders Alliance ist dabei, zwecks Informationsaustausches, über Verstöße und den Umgang mit ihnen in verschiedenen Ländern eine Plattform für Veredler zu bieten. „Es geht darum, wie wir uns selbst und die anerkannten Produzenten am besten schützen können. Wir teilen jedoch niemals kommerzielle Informationen über die Lizenzstrategie oder Lizenzgebühren.”

MEHR BETRUG ALS ANGENOMMEN Es ist schwierig, das Problem des illegalen Anbaus geschützter Sorten darzustellen. „Mit Sicherheit wird viel mehr ohne Lizenz produziert als man bisher annahm.“ Duncan betont die Bedeutung der Lizenzgebühren für weitere Investitionen zur Entwicklung neuer Sorten, da Traubenveredelung ein sehr langwieriger Prozess ist. Meist findet die illegale Produktion in kleinen Mengen statt und die Trauben werden unter anderem Namen vermarktet, damit der Betrug nicht ins Auge fällt. „Wichtig ist eine gute DNA-Datenbank, mit der wir verdächtiges Obst schnell testen können, aber auch die Einbeziehung von Einzelhändlern in diesen Prozess.“ NICHT DIE HÄNDLER UND DER SUPERMARKT Auch Händler möchten gerne wissen, ob die von ihnen gekauften Trauben unter Lizenz produziert wurden. „Der Sortenschutz erlaubt das Vorgehen gegen illegale Praktiken fast überall in der Kette. Das kann der Anbauer sein, aber auch der Exporteur, der Importeur, der Händler und auch der AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Obst Supermarkt.“ Duncan betont, wie wichtig es für The Breeders Alliance und SNFL ist, zum Kern der Verstöße gegen das Eigentumsrecht zu kommen und andere Parteien in der Kette zu informieren, dass der Obsthandel ohne Lizenz eine Verletzung des Sortenschutzes darstellt. „Wir beabsichtigen nicht, die in der Mehrzahl der Fälle ahnungslosen Händler und Supermärkte zu verfolgen, sondern sie hierüber zu informieren. Von den Einzelhändlern können wir angesichts der bestehenden Vielfalt nicht erwarten, dass sie die unterschiedlichen Sorten auseinanderhalten können.

ILLEGALES TRITTBRETTFAHREN Die Probleme gibt es nicht nur bei Trauben. So erscheint die in Israel entwickelte, aber auch in großem Umfang in Spanien angebaute Orri-Mandarine anfällig für Betrug. Die einfach zu schälende Mandarinensorte ist fast kernlos und so beliebt, dass von einigen bei der begrenzten Anzahl an Lizenzen leer ausgegangenen Erzeugern der Versuch unternommen wird, vom Erfolg zu profitieren, indem sie mit illegalem Pflanzgut arbeiten. Guillermo Soler, Manager bei ORC (Orri Running Committee), dem Verband der Orri-Produzenten in Spanien, erklärt sich die Beliebtheit der Orri-Mandarine mit deren spezifischem Geschmack. „Sie schmecken sehr gut, anders als andere Mandarinensorten.“ Er führt dies auf die richtige Balance zwischen Süße, Säuregrad und tropischen Elementen zurück.

FÄLSCHUNG Die meisten Orri-Gärten sind legal, man findet jedoch noch immer einige illegale Orri-Gärten, die die erforderliche Lizenz nicht besitzen. Guillermo verdeutlicht, dass die Eigentümer solcher Obstgärten keine Lizenzgebühren zahlen und die Bäume zerstört werden müssen. Er erläutert, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Lizenzen für den Anbau von Orri-Mandarinen gab, die alle schnell verkauft wurden. Daher ist es für neue Erzeuger derzeit nicht möglich, Orri-Mandarinen anzubauen, es sei denn, sie würden Lizenzen von einem der legalen Erzeuger erwerben. Die Beliebtheit und Rentabilität dieser Zitrussorte verleitet einige Erzeuger dazu, dennoch Orri-Mandarinen anzubauen, allerdings ohne die benötigten Lizenzen. Die gelegentlichen Fälle bereiten dem Anbauverband Sorgen. „ORC hat ein System der Kontrolle aller legalen Orri-Plantagen, und als ORC sind wir immer auf der Suche nach illegalen Obstgärten.“ Eine der Aufgaben von ORC 88

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oder qualitativ minderwertig waren. 41.000 Kontrollen brachten Betrug ans Licht, unter anderem in Geschäften und auf den Märkten. Fleur Tuinzing-Westerhuis, Rechtsanwältin für IE-Recht beim Anwaltsbüro Houthoff, betont, dass auch in den Niederlanden illegales Pflanz- und Erntematerial auf den Markt gebracht wird, für Obst, für Zierpflanzen als auch für Gemüsepflanzen, wenngleich in geringerem Ausmaß als in südeuropäischen Ländern. Es kann sich beispielsweise um eine ‘Me-too-Sorte’ handeln, also um die Fälschung einer Sorte, oder es wird illegal mehr produziert, als eine Lizenz hergibt. In der Praxis werden viele Dinge untereinander geregelt, so dass es Duncan Macinyre Sprecher der The Breeder’s Alliance nicht häufig zu einem Gerichtsverfahren kommt. besteht darin, die Hauptlizenznehmer der Sorte (The Enforcement Organisation, S.L.) über nicht anerkannte Betriebe zu infor- JURISTISCHE INSTRUMENTE mieren, damit gerichtliche Schritte gegen Die Inhaber von IE-Rechten, etwa des Sorden Verstoß oder die Nichteinhaltung der tenschutzes, des Patentrechts, des Markenindustriellen Eigentumsrechte der Sorte rechts, oder von trade secrets (vertrauliche unternommen werden können. betriebliche Informationen) können Ihre Rechte gegenüber Dritten wahren, wenn Guillermo weist darauf hin, dass es für diese den IE-Rechtehaltern vorbehaltene einen Händler von Interesse ist, ob er lega- Umsätze tätigen, etwa mittels Vermehrung le oder möglicherweise illegale Mandari- und Handel von geschütztem Pflanz- oder nen kauft. Wer will schon eine illegale Pro- Erntematerial. Dafür gibt es diverse juristiduktfälschung am Hals haben, die nicht die sche Instrumente. So kann der Zoll auf ErsuVorteile des Originals bietet und gegen die chen eines IE-Inhabers importierte Waren Gesetze des geistigen Eigentums verstößt. zurückhalten, wenn diese möglicherweise „Es lässt sich leicht herausfinden, ob man einen Verstoß darstellen. Rechtswidriges legale oder illegale Mandarinen kauft. Die Material kann auch beschlagnahmt werden. legalen Erzeuger haben alle benötigten Anschließend wird ein gerichtliches VerDokumente, mit denen sie belegen können, tragsverletzungsverfahren eingeleitet, in dass sie legale Orri-Mandarinen verkaufen.“ dessen Rahmen neben einer Unterlassungsverfügung unter anderem gefordert werden kann, dass das rechtswidrige Material 2,5 PROZENT DES WELTHANDELS vernichtet wird. Anhand des Sortenrechts Die Daten von Europol belegen, dass ille- kann nicht nur gegen das Vermehrungsgut galer Handel in Europa ein gravierendes vorgegangen werden, sondern auch gegen Problem ist. Die Organisation konstatiert, Erntegut, wenn bestimmte Bedingungen dass 2,5 Prozent des Welthandels gegen erfüllt sind. Fleur weist darauf hin, dass ein das geistige Eigentum verstößt – hierzu Anspruch – etwa eine Unterlassungsverfüzählt auch die Schändung des Sortenschut- gung, Schadenersatz und Vernichtung der zes. Dies stellt einen Wert von 338 Milliar- Güter – auch gegenüber einem Händler gelden Euro dar, was dem Bruttosozialprodukt tend gemacht werden kann, sofern dieser Österreichs gleichkommt. Insbesondere gegen geistige Eigentumsrechte verstößt, die Europäische Union ist von Produktfäl- und dies selbst dann, wenn der Verstoß schungen in großem Ausmaß betroffen. unbewusst geschieht. Fälschungen und betrügerische Produkte machen 5 Prozent der Einfuhr aus, bei Duncan.Macintyre@snfl.co.uk einem Wert von 85 Milliarden Euro. Während einer Aktion in 67 Ländern zwischen Dezember 2017 und März 2018 wurden insgesamt 3.620 Tonnen und 9,7 Millionen Liter Lebensmittel und Getränke beschlagnahmt, die entweder Fälschungen

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Belgischer Apfel behauptet sich auf dem schwierigen indischen Markt Der Export aus der Europäischen Union nach Indien befindet sich im Aufwind. Während sich der gesamte indische Import aus der EU im Jahr 2008 noch auf 31,4 Millionen Euro belief, waren dies 2018 schon 45,7 Millionen Euro. Damit ist Indien der neuntgrößte Handelspartner der EU, direkt nach Südkorea und vor Kanada. Ein Teil des EU-Exports nach Indien besteht aus Lebensmitteln und Getränken. Dieser Anteil verdoppelte sich von 0,6 Pro-

zent im Jahr 2008 auf 1,2 Prozent im Jahr 2018, meldet Eurostat. Der Export nach Indien bietet also Chancen. Das merken

Marc Evrard ziet kansen voor Belgische appelen in India

auch die belgischen Apfelproduzenten. 2017 exportierten sie 10.000 Tonnen Äpfel nach Indien, so Marc Evrard von der Belgische Fruitveiling (BFV). Er erklärt sich die Beliebtheit des belgischen Apfels unter anderem dadurch, dass der Zugang zum indischen Markt für Äpfel und Birnen im Jahr 2009 durch die BFV mit ausgehandelt wurde. „Wir waren, verglichen mit einigen anderen europäischen Ländern, relativ früh dabei und haben gemeinsam mit einigen unserer Partner den Markt vor Ort aufgebaut.“ Marc erkennt durchaus Chancen für weiteres Wachstum und verdeutlicht, dass hierbei viele Aspekte eine Rolle spielen. Er nennt das Volumen und die Qualität der lokalen Produktion sowie politische Probleme wie die der Apfelproduktion in der Region Kaschmir. Auch die Exportmöglichkeiten seitens der USA und China nach Indien spielen eine Rolle. „Schon jetzt fällt auf, dass es ein reges Nachfrageinteresse am belgischen Apfel gibt.“ PREIS UND QUALITÄT GÜNSTIG Marc bemerkt, dass die traditionellen Handelsströme durch geopolitische Entwicklungen gestört werden. Er bezieht sich AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Obst

BFV hat die Apfelsorte Joly Red speziell für den indischen Markt entwickelt. Foto BFV

dabei auf den russischen Boykott, aber auch auf die Handelskriege zwischen den Vereinigten Staaten und China, sowie zwischen Indien und China, und auf die zusätzlichen Handelssteuern auf europäische Agrarprodukte, die in die USA exportiert werden. „Als ob Handel und Produktion von frischem Obst und Gemüse nicht schon problematisch genug wären, werden die traditionellen Handelsströme noch zusätzlich durch diese Dinge gestört. Das ist natürlich schade.“ Das ist der Grund, warum Indien, das traditionell Äpfel aus China und Red Delicious-Äpfel aus den USA importierte, sich auch in anderen Ländern umschaute. „Europa wird interessanter aufgrund der kürzeren Transitzeit. Das verschafft dem lokalen indischen Handel zusätzliche Flexibilität.“ Hinzu kommt ein günstiges Verhältnis von Preis und Qualität. BFV hat viel Zeit investiert, um den indischen Verbraucher

mit belgischen Äpfeln bekannt zu machen. „So lernte man die Geschmacksqualitäten auch des belgischen Apfels zu schätzen.“ Marc konstatiert, dass die Anstrengungen zur Öffnung des indischen Apfelmarktes Früchte tragen. Er stellt aber auch fest, dass der alleinige Export auf den indischen Markt nicht alles ist. „Wenn man nicht 100 Millionen Kilo auf einen einzigen Markt werfen kann, braucht es unter Umständen 20 Märkte, die man mit jeweils 5 Millionen Kilo bedienen kann.“ Außer Belgien sind auch die USA, die Türkei, der Iran, Italien, Frankreich und die Niederlande bekannte Spieler auf dem indischen Apfelmarkt.

ROTER, SÜSSER APFEL „Problematisch sind natürlich weiterhin die Importzölle,“ erklärt Marc. Diese machen etwa 30 Prozent für Birnen und 50 Prozent für Äpfel aus. Als Folge des Handelsstreits

zwischen Indien und den USA haben sich diese Tarife für amerikanische Äpfel um mehr als 20 Prozent erhöht. „Das führt dazu, dass sich die Position für europäische Exporteure relativ gesehen etwas verbessert hat.“ Auch die Vorliebe des indischen Verbrauchers für bestimmte Sorten ist von Bedeutung. „Wir produzieren in erster Linie für den westeuropäischen Markt, die von uns produzierten Sorten zielen nicht spezifisch auf die geschmacklichen Vorlieben in Südasien.“ Marc stellt fest, dass der indische Markt eine Vorliebe für rote, süße Äpfel hat. BFV hat mit lokalen Partnern eine speziell für den indischen Markt entwickelte Apfelsorte entwickelt. „Die Clubsorte Joly Red ist ein süßer und knackiger Apfel, mit einer hübschen, roten Schale und einer guten Haltbarkeit im Regal. Auch das trägt zum Interesse an belgischen Äpfeln bei.“

Für den Export nach Indien gibt es spezielle pflanzenschutzrechtliche Bestimmungen. „Solche Dinge lassen sich beherrschen, müssen jedoch penibel befolgt werden. Die NPPO (National Plant Protection Organisation, vergleichbar mit der FAVV in Belgien oder der KCB in den Niederlanden) schaut sich an, ob alles gemäß Absprache verläuft.“ Marc zufolge sei es erforderlich, klimatisch widerstandsfähiges Obst zu exportieren, damit die Transitzeit gut überbrückt wird und anschließend noch ausreichend Haltbarkeit im Regal besteht. Hinzu kommt das manchmal problematische Klima in Indien sowie die Logistik. „Obwohl sich die lokale Logistik in Indien zunehmend verbessert, gibt es vor Ort doch Probleme bei der Aufrechterhaltung der Kühlketten.“ (MW) marc.evrard@bfv.be

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CBI auf der Fruit Logistica Berlin 2020 Sind Sie an neuen Märkten interessiert? Das Zentrum zur Importförderung aus Entwicklungsländern (CBI) kann Ihnen zuverlässige, zertifizierte Anbieter vermitteln, die auf der Suche nach europäischen Geschäftspartnern sind. Auf der Fruit Logistica präsentiert das CBI 32 sorgfältig

ausgewählte Unternehmen aus Mittelamerika, Jordanien und Moldawien. Jedes Unternehmen wurde von einem CBI-Branchenexperten individuell betreut. Die Anbieter präsentieren eine umfangreiche Palette an Frischobst und -gemüse.

Mittelamerikanische Anbieter sind für den europäischen Markt bereit Auf der Fruit Logistica präsentiert das CBI 12 Unternehmen aus Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua, die sich intensiv auf den europäischen Markt vorbereitet haben. Die Unternehmen zeichnen sich durch eine interessante Produktpalette aus, die von Obst wie Papayas, Mangos und Limetten bis hin zu Gemüse wie Okraschoten, Kleingemüse, Zuckererbsen, Zuckerschoten, Wurzeln und Knollen reicht. Ferner umfasst das Angebot auch Gewächse aus organischem Anbau wie Ingwer, Süßkartoffel und Pitahaya (Drachenfrucht). Nährstoffreiche Böden vulkanischen Ursprungs, Mikroklima und erfahrene Agrarfacharbeiter sind typische Merkmale, die dazu beitragen, dass mittelamerikanische Länder im Herbst und Winter Qualitätserzeugnisse anbieten können. Aktuell werden viele Erzeugnisse in die USA exportiert; aber das Angebot aus dieser Länden besticht durch eine Vielfalt, die auch für den europäischen Markt interessant sein kann. Das gilt insbesondere angesichts des Assoziationsabkommens, das von der EU und der zentralamerikanischen Region (im Jahr 2012) unterzeichnet wurde, wodurch unter anderem die meisten Importzölle wegfielen und die Handelsbedingungen verbessert werden konnten. Mit dem Programm für Verbindungen nach Mittelamerika unterstützt das CBI KMU und Genossenschaften beim Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt. Das Projekt wird von der EU kofinanziert und von SIECA koordiniert.

Hier finden Sie die von CBI präsentierten Unternehmen aus Mittelamerika: Halle 25/C-14 (Anbieter aus Costa Rica) Halle 25/B-02 (Anbieter aus Guatemala) Halle 26/C-13 (Anbieter aus El Salvador, Honduras und Nicaragua)

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Über das CBI Das CBI bringt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Entwicklungsländern mit dem europäischen Markt zusammen und spielt eine weltweit anerkannte Führungsrolle im Bereich Exportentwicklung. Das CBI entwickelt Strategien auf diversen Ebenen, die Fortbildungen für exportwillige Unternehmen umfassen. In erster Linie bieten wir Fortbildungsstrategien für KMU, um zu gewährleisten, dass ihre internen und Produktionsprozesse den europäischen Marktstandards und den OECD-Richtlinien entsprechen. Ferner unterstützen wir KMU dabei, ihre individuelle Exportstrategie an den europäischen Markt anzupassen sowie ein Netzwerk auf diesem Markt aufzubauen und zu pflegen.


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Qualitätserzeugnisse aus Jordanien Jordanien bietet klare Wettbewerbsvorteile als Anbieter von Frischobst und -gemüse, was insbesondere auf die lange Anbausaison im Jordantal und die geografische Nähe zu Europa zurückzuführen ist. Auf der Fruit Logistica präsentiert das CBI 8 verschiedene Unternehmen aus Jordanien, die unterschiedliches Qualitätsobst und -gemüse anbauen oder anbieten. Der Schwerpunkt liegt auf Datteln. Diese Unternehmen wurden sorgfältig ausgewählt und nehmen am CBI-Programm für Frischobst und -gemüse aus Jordanien teil. Dank spezifischer technischer Unterstützung und Hilfe beim Marktzutritt können diese Anbieter hochwertige, zertifizierte und gesunde Lebensmittel zuverlässig liefern und wird den Marktzugang verbessert. Ferner fördert das CBI die Kapazitäten des jordanischen Exporteurs- und Erzeugerverbands (JEPA), damit dieser Branchenverband ihre Exportaktivitäten bewerben, z.B. durch die Teilnahme an Messen und Handelsmissionen, und die gesamte jordanische Obst- und Gemüsebranche vertreten kann.

Hier finden Sie die von CBI präsentierten Unter­ nehmen aus Jordanien: Halle B, CityCube/C-06

Moldawien - der Geschmack macht den Unterschied! Moldawien ist ein fruchtbares Land, das auf eine lange Tradition im Obstanbau zurückblicken kann. Zu den im Land angebauten Obstsorten gehören Äpfel, Kirschen, Trauben, Pflaumen und andere Steinfrüchte. All diese Obstsorten werden auf der Fruit Logistica 2020 am moldawischen Stand präsentiert. Das CBI unterstützt zusammen mit der International Finance Corporation (IFC) 19 KMU, von denen 12 Frischobst und 7 Obst oder Honig anbauen. In Moldawien kooperiert das CBI mit dem lokalen Branchenverband Moldova Fruct, der internationalen Käufern die moldawische Obstbranche präsentieren und die Entwicklung erfolgreicher Geschäftsbeziehungen fördern will.

Hier finden Sie die von CBI präsentierten Unter­ nehmen aus Moldawien: Halle 7.2B/B-04

Sind Sie an Geschäftsbeziehungen zu den vom CBI präsentierten Anbietern interessiert? Weitere Informationen zu den auf der Fruit Logistica 2020 präsentierten Unternehmen finden Sie auf unserer Website: https://www.cbi.eu/events

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Vision

Miguel Gonzalez, MG Fruit:

„Spanier können meist besser produzieren als vermarkten“ Miguel und Maaike Gonzalez

40 Jahre ist es her, dass Miguel Gonzalez seine Karriere im niederländischen Obst- und Gemüsehandel bei Hagé begann. Der Liebe wegen zog es ihn in die Niederlande, und obwohl er seine Firma Hispa Fruit schon 2012 verkauft hat, folgte er seiner Leidenschaft und ist jetzt bereits seit fünf Jahren die treibende Kraft hinter MG Fruit. „Ich bin immer meinem Herzen gefolgt.“ War die Entscheidung für die Niederlande und den Obst- und Gemüsehandel für Sie ein Selbstgänger? Ich habe meine niederländische Frau im Ausland kennengelernt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich in den Niederlanden bleiben würde, aber es gefiel mir sehr schnell. Ich wollte gerne in den Handel, obwohl ich nicht unbedingt den Wunsch hatte, in die Obst- und Gemüsebranche zu gehen. Aber ich glaube letztendlich, dass alles im Leben einen Sinn hat. Das Handelsklima in den Niederlanden faszinierte mich, ich halte die Niederlande noch immer für eines der sozialsten, solidarischsten Länder mit besten Bedingungen, um Handel zu treiben. Über einen Bekannten geriet ich an Hagé, und so stecke ich nun mittlerweile seit vierzig Jahren in der Obst- und Gemüsebranche. Mit sehr viel Freude! Woran mussten und müssen sie sich in den Niederlanden vor allem gewöhnen? Ich persönlich glaube, dass in den Niederlanden noch sehr viel mit sehr vielen Men-

schen geredet wird, bevor ein Entschluss gefasst wird. Verstehen Sie mich nicht falsch – ich finde Beratungen toll, aber irgendwann müssen auch Entschlüsse gefasst und Führungsstärke gezeigt werden. Ich glaube, dass eine Führungspersönlichkeit in den Niederlanden noch immer als eine Art Diktator betrachtet wird. Schlimm, schlimm, wenn man sich nicht mit jedem beraten hat oder den einen höher eingeschätzt hat als den anderen. An dieses softe ‘Nivellieren’ konnte ich mich nur schwer gewöhnen. Dafür bin ich glaube ich zu pragmatisch.

Wie wichtig war die Zeit bei Hagé für Sie? Diese Jahre haben mich geformt. Hagé war seinerzeit das Importunternehmen schlechthin und ich bin Jan van den Heuvel noch immer dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat. Ich wurde für den Import von Obst und Gemüse aus Spanien und den südamerikanischen Ländern verantwortlich.

1988 haben Sie sich selbstständig gemacht. Wir waren die ersten Jahre? Bei Hispa legten wir in Portacabins in den Schuppen los. Ich erinnere mich gerne an diese Jahre zurück. Alle Zeiten haben irgendwie ihren Reiz, aber die ersten Jahre waren wirklich fantastisch, und unser Umsatz stieg in der Zeit wie eine Rakete. Während der ersten drei Jahre war Spanien für uns das bei weitem größte Einfuhrland, ergänzt von Griechenland, Italien und Frankreich. Das Gros der spanischen Produkte für den nordeuropäischen Markt kam seinerzeit noch über die Niederlande herein. Zu jener Zeit bestand der Hauptanteil (60 %) unseres Pakets noch aus Gemüse und zu 40 % aus Obst, später kehrte sich das Verhältnis um. Weil das Angebot damals noch nicht so groß war wie heute, ließ sich alles verkaufen. Klasse I, Klasse II, eigentlich wurde man alles los. Als Spanien 1989 in die EWG kam, konnte man sehen, dass immer mehr niederländische Kunden selbst aus Spanien importierten. Der spanische Handel wurde hierdurch auch immer zugänglicher für den Großhändler und Exporteur um die Ecke. Da wurde es für uns Zeit zu expandieren. Wie haben Sie das angepackt? 1991 bin ich nach Südamerika gefahren und habe Kontakte in Brasilien, Argentinien und Chile geknüpft. So haben wir 1992 die AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Vision Sie haben Ihr Geschäft an Staay verkauft. Wie blicken sie darauf zurück? Ich hatte innerhalb des Unternehmens keinen Nachfolger und habe mich daher um die Kontinuität des Unternehmens gekümmert. Ich habe in Staay ein Unternehmen gesehen, das die Aktivitäten von Hispa perfekt ergänzt. Allerdings hatte ich erwartet, dass wir mit den Kräften des Unternehmens noch bessere Dinge hinbekommen würden und dass ich in meiner Botschafterrolle von größerem Wert für das Unternehmen sein könnte. Aber ich will nicht zu viel zurückblicken, ich schaue lieber nach vorne. Mittlerweile haben wir fünf Jahre mit MG Fruit hinter uns und sind damit auf dem richtigen Weg.

Eröffnungsfest Hispafruit 1988

ersten Überseeprodukte importiert. Später folgten Südafrika und die mittelamerikanischen Länder. Wir gehörten zu den ersten Importeuren von Obst aus Übersee, und das hat sich als richtige Entscheidung herausgestellt. So haben wir 1994 mit Trauben aus Afrika (Namibia) begonnen und importierten etwa 1996 die ersten Melonen aus Mittelamerika (Honduras und Costa Rica). Costa Rica ist für uns ein sehr wichtiges Land geworden. So sind wir der größte europäische Melonenimporteur geworden, und nach dem Erwerb einer Ananasfarm von 3000 Hektar gehören wir auch zu den größeren Ananasunternehmen. Wir veränderten den Slogan von Hispa in ‘Mehr als nur Spanien’. Wir hatten uns nämlich zu einem Allround-Importeur entwickelt. Aber ich bleibe ein Spanier und habe immer spanisches Obst und Gemüse importiert.

Meinen Sie, dass Spanien weiterhin ein wichtiges Lieferland bleiben wird? Davon gehe ich ganz sicher aus. Produkte wie Zitrusfrüchte aus Valencia, Weichobst aus Huelva und Gewächshausgemüse aus Almeria haben noch immer eine starke Position auf dem Markt. Ich sehe daher solche Kulturen weiterhin in Spanien beheimatet. Beim Weichobst sind mit Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren weitere Produkte hinzugekommen. Man hat das gut hinbekommen. Ich finde sowieso, dass die Spanier im Allgemeinen besser im Produzieren sind als bei der Kommerzialisierung. Die Produktion ist meiner Meinung nach noch viel zu zersplittert. Immer mehr neue, kleine Betriebe tauchen auf, aber die bringen viel Unruhe in den Markt. Produzieren ist das eine, aber verkaufen ist eine andere Sache. Beim Thema Absatz treffen, meiner Meinung nach, viele spanische Unternehmen leider nicht die richtigen Entscheidungen. 98

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Es gibt ja wohl Spannungen zwischen spanischem Import und holländischem Angebot? Im Moment erleben wir beim Gewächshausgemüse wieder den Übergang vom holländischen zum spanischen Produkt, was immer wieder für einen klassischen Konflikt sorgt. Insbesondere dann, wenn die niederländische Saison noch nicht beendet ist und Spanien mit stattlichen Volumina auf den Markt kommt. Aber das ist eine Zeit, durch die wir immer wieder durchmüssen. Ich sage es immer wieder: In unserer Branche ist das ein Thema von Angebot und Nachfrage, alles dreht sich darum. Derzeit gibt es weniger Mandarinen aus Spanien und Marokko und die Preise gehen wieder durch die Decke. Bei größerem Angebot gehen die Preise zurück, damit müssen wir umgehen.

Mit MG Fruit haben Sie sich für ein begrenztes Sortiment entschieden. Ist Spezialisierung die Zukunft? Viele Händler führten früher ein Gesamtpaket, aber derzeit glaube ich mehr an ein begrenztes und gezieltes Sortiment, das den Kunden bekannt ist. Dies gilt insbesondere für den freien Markt. Wenn man alles Mögliche macht, wissen die Kunden letztlich nicht, was sie bei einem überhaupt zu suchen haben. Die Stärke des Konzepts von MG Fruit ist die Spezialisierung, das hat sich in den vergangenen fünf Jahren gezeigt. Aber es braucht Mut, um solche Entscheidungen zu treffen. Wir wollen stark sein bei Wassermelonen, ganzjährig Melonen als Kernprodukt, gefolgt von Ananas, Zitrusfrüchten und Trauben, ergänzt von spanischen Produkten. Welche Trends machen Sie auf dem Melonenmarkt aus? Eigentlich ist der Melonenmarkt nicht so sehr von Trends abhängig. Natürlich haben die kernlosen Wassermelonen einen enor-

Miguel mit Paul und Maaike beim Marathon in New York


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men Aufschwung erlebt, aber abgesehen davon dominieren auf dem nordeuropäischen Markt seit Jahren die Galias, Cantaloupes und gelbe Melonen. Immerhin werden in den vergangenen Jahren immer mehr Melonen und gerade Wassermelonen im Winter konsumiert. Die Veränderungen verbergen sich insbesondere in den neuen Sorten, die etwas attraktiver aussehen, länger haltbar oder rentabler sind. Dabei hat die Zusammenarbeit in der Kette übrigens durchaus zugenommen. Früher überließ man die Initiative bezüglich des Produkts dem Produzenten und wartete anschließend ab, was hereinkam. Heute ist die Zusammenarbeit vom Produzenten bis zum Verbraucher unerlässlich, unter anderem mit Saatzuchtbetrieben, Produzenten, logistischen Spielern und Einzelhändlern. Sie haben die Logistik an Kivits-Goes abgetreten. Welche Vorteile bietet das? Die Margen im Obst- und Gemüsehandel sind nicht mehr so groß wie zuvor. Früher konnten sich ‚Händler‘ große Gebäude erlauben, aber in diesen Zeiten muss man seine Kosten gut im Griff haben. Außerdem glaube ich, dass spezialisierte Unternehmen noch besser in der Lage sind, für den richtigen logistischen Service aufzukommen. Mit dieser Zusammenarbeit sind wir ganz besonders glücklich. So können wir uns auf die Arbeit konzentrieren, die wir gut können, nämlich den Import und Verkauf eines begrenzten Obstsortiments mit festen Marken, mit denen sich unsere Kunden identifizieren können. Wie sehen Sie die Zukunft von MG Fruit? Positiv! Es läuft gut mit MG Fruit. Wir haben ein fantastisches Team und klare Vorstellungen, wohin wir wollen. Wir wollen sicher nicht die Größten werden, wohl aber die Besten innerhalb unseres Spezialgebiets. Das erreicht man nicht an einem Tag und es ist sicherlich nicht einfach, aber ich bin sehr zufrieden mit den vergangenen fünf Jahren.

Jacob Aktalan, Maaike und Miguel Gonzalez während der Fruit Attraction in Madrid

Sie machen noch einen sehr aktiven Eindruck. Kommen Sie überhaupt noch zu ihren Hobbys? Dafür habe ich mir immer Zeit genommen. Einige Leute sagen, dass es dafür zu stressig sei, aber daran glaube ich nicht. Um die Mittagszeit habe ich oftmals ein Stündchen gejoggt. Dann habe ich allerdings die Stulle danach vor dem Computer gegessen. In letzter Zeit gehe ich öfter mal Golfspielen mit Freunden, aber es ist nicht so, dass ich deswegen eher aufstehe. Außerdem genieße ich es, mit meiner Familie zusammen zu sein. Urlaube sind immer wieder ein Höhe-

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Nussen

Go Nuts! Fokus auf Gesundheit treibt Nachfrage nach Nüssen an Dem Sektor für Nüsse und tropische Früchte fehlt es nicht an Aufmerksamkeit. Primeur sprach mit vier Nusshändlern und entdeckte, dass dieser Sektor floriert. Es gibt einen immer stärkeren Fokus auf Gesundheit und pflanzliche Ernährung. Das führt zu einer steigenden Nachfrage nach Nüssen.

E

s scheint, dass die dunkle Zeit am Ende des Jahres die perfekte Zeit ist, Nüsse und Trockenfrüchte zu essen. Cashewnüsse, Studentenfutter, Aprikosen und Datteln bilden den zentralen Teil dieses Sortiments. Allerdings ergänzen die Nusshändler ihre Bestände zunehmend mit anderen Artikeln. Dazu gehören Superfoods, Produkte ohne Zuckerzusatz, gefriergetrocknete Früchte und glutenfreies Müsli. AUF DEM VORMARSCH Der Gesundheitsaspekt spielt bei der Beliebtheit von Trockenfrüchten und Nüssen eine Rolle, sagt Laurent la Morella von Lorre NV. Dieses Unternehmen ist auf die Lieferung von Trockenfrüchten, Nüssen und verschiedenen Spezialartikeln spezialisiert. „Es ist auf dem Vormarsch. Eine Handvoll Nüsse pro Tag ist gut für die Abwechslung und die Gesundheit im Allgemeinen.“ Auch Superfoods haben einen Einfluss. „Die werden oft in Joghurts verwendet. Ihre Wirkung, vor allem auf die Gesundheit, ist erwiesen“, sagt Laurent. Er sieht, dass die Öffentlichkeit die Produkte besser kennt, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Die Verbraucher reisen mehr und werden von den Trends in Übersee beeinflusst. Die Tropenfrucht- und Nuss-Branche kann sich darüber freuen, denn dadurch stieg

Datteln sind einer der Dauerbrenner im Sortiment von Lorre NV

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die Beliebtheit ihrer Produkte. „Sie sind bekannt und werden von allen geschätzt.“

NATÜRLICH Laurent hat festgestellt, dass natürliche Trockenfrüchte und Nüsse am beliebtesten sind. „Studentenfutter, Nussmischungen, ganz natürliche Nüsse, Pinienkerne, Aprikosen, Feigen und Datteln sind die Bestseller. Wir verkaufen weniger von allem, bei dem etwas hinzugefügt wurde oder das mit einem Überzug versehen ist wie geröstete, gesalzene Erdnüsse und schokoladenüberzogene Artikel. Die sind weniger gesund.“ Lorre verkauft seine Produkte an Großhändler und Marktverkäufer unter dem Markennamen Bingo Nuts. Sie verkaufen unter einer Eigenmarke an Einzelhändler. „Die Nachfrage nach Trockenfrüchten und Nüssen steigt, so dass alle Kategorien expandieren“, erklärt Laurent.

sind. „Medjool-Datteln sind etwas trockener, aber immer noch zart und monatelang haltbar.“ Lorre bezieht seine Datteln aus Südafrika, Israel und Jordanien, um eine Alternative zu dem israelischen Produkt anzubieten. Die Saison hat letztes Jahr später als üblich begonnen.

BIO-DATTELN Letztes Jahr hat Lorre frische Bio-Medjool-Datteln ins Sortiment aufgenommen. Laurent gibt zu, dass diese Sorte viel besser lagerfähig ist im Gegensatz zu Bonbon-Datteln, die frisch, nicht getrocknet und sehr saftig mit einem spezifischen Geschmack

GESUNDES WACHSTUM Laurent sieht durchaus Chancen für einen weiteren Ausbau dieser Produktkategorie. Er erwartet auch ein normales, gesundes Wachstum. „Die Medien sind ständig mit Kochshows beschäftigt. Da passen Nüsse hinein und die Menschen wissen, dass sie gesund sind. Ich denke, sie wird von allein

Obwohl am Ende des Jahres mehr Trockenfrüchte und Nüsse gegessen werden, weil es kälter ist und es keine Sommerfrüchte gibt, hat Lorre kein spezielles Weihnachtssortiment. „Unsere Kunden wollen es nicht. Früher gab es spezifischere Jahreszeiten. Neunzig Prozent unserer Artikel sind ganzjährig erhältlich, so dass für die Festtage nichts Besonderes getan wird. Das passiert immer öfter. Es ist nicht so, als würden die Leute sagen: ‚Jetzt ist Party-Time; jetzt kaufen wir Nüsse.‘ Wenn die Leute Lust auf Nüsse oder Datteln haben, gehen sie einfach los und kaufen sie.“

Bei Lorre haben Nüsse und getrocknete Früchte den größten Erfolg

„Die Temperaturen waren im März und April zu niedrig, so dass sich die Datteln nicht voll entwickeln konnten. Die Bauern konnten diese Verzögerung nicht aufholen, was zu einer späteren Ernte führte.“ Auch die Größe der Datteln wurde dadurch beeinflusst. „Da die Datteln länger am Baum hingen, wurden sie auch größer, so dass weniger kleine Größen zur Verfügung standen. Das sorgte für ein gutes Jahr, aber der Durchschnittspreis des Gesamtvolumens war auch etwas höher“, sagt La Morella.


wachsen. Ich erwarte kein spektakuläres Wachstum, aber ich glaube auch nicht, dass es einen Rückgang geben wird.“ Es gibt aber immer auch andere Aspekte, die eine Rolle spielen können. Der Händler hat bemerkt, dass die Politik einen erheblichen Einfluss auf die Preise und den Verkauf aller Obstund Gemüsesorten hat. Er nutzt Pistazien aus dem Iran als Beispiel. „Früher wurden diese verwendet, während jetzt hauptsächlich Pistazien aus den USA verwendet werden. Diese Veränderung ist sowohl auf Aflatoxin als auch auf das politische Klima zurückzuführen. Das ist etwas, das manchmal eine Rolle spielt“, sagt Laurent abschließend.

FUNDIERTE BERATUNG Marieke Rietsema von Delinuts hat auch bemerkt, dass viele Menschen versuchen, einen gesunden Lebensstil zu führen. „Nüsse sind dafür gut geeignet. Delinuts setzt Ernährungswissenschaftler ein, um die Spezifikationen der Produkte abzubilden. Hier werden die Markttrends beobachtet.“ Marieke verwendet Trockenfrüchte ohne Zuckerzusatz als Beispiel dafür, was der Markt verlangt. „Wir suchen und kaufen bewusst nach solchen Trends. So sind zum Beispiel Kokosnuss-Stücke von Natur aus zuckerreich, und da haben wir auch eine Sorte, die keinen Zuckerzusatz enthält.“ Das Unternehmen kann aber auch beispielsweise Krankenhäuser beraten, welche Nüsse sich besser für eine proteinoder ballaststoffreiche Ernährung eignen. „Wir stützen fundierte Behauptungen, die wir aufgrund der EU-Gesetzgebung aufstellen dürfen.“ Der Markt verlangt auch Produkte mit geringerem Natrium- und Fettgehalt. ZUFRIEDENSTELLENDE SNACKS „Nüsse sind oft eine gute, gesunde, schmackhafte Lösung“, sagt Marieke. Sie hat bemerkt, dass die Verbraucher immer noch ‚ohne Uhr‘ essen - sie essen den ganzen Tag über und suchen immer nach einem schnellen Weg, ihren Hunger zu stillen. „Wir versuchen, Lösungen mit Nüssen für alle Mahlzeiten des Tages zu finden, damit die Menschen diese Handvoll Nüsse bekommen können, wie es das Ernährungszentrum empfiehlt. Wenn man zum Beispiel das Mittagessen betrachtet, stellt man fest, dass die meisten Menschen einen Salat oder eine Schüssel Suppe essen. Sie könnten Speck dazugeben, aber sie könnten genauso gut geröstete Nüsse hinzufügen. Das ist gesünder und fügt auch Geschmack hinzu.“

Delinuts versucht, seine Kunden - meist Fachgeschäfte, Nussverkäufer und die Gastronomie - mit innovativen Verpackungen dafür zu interessieren. Diese Verpackungen enthalten Informationen und Inspirationen, mit denen sie diese neuen Produkte dem Verbraucher vorstellen können. Der Nuss-Spezialist verspricht sich davon Wachstum. Marieke sieht, dass immer mehr Menschen standardmäßig Nüsse auf Cocktailpartys anbieten. Das hilft der Expansion des Nussmarkts.

INNOVATIV UND INSPIRIEREND Obwohl Cashewnüsse und Rosinen die klaren Vorreiter im Delinuts-Sortiment in den Niederlande sind, ist dieses Unternehmen immer auf der Suche nach neuen Produkten. Innovation und Inspiration stehen dabei im Mittelpunkt. „Damit helfen wir unseren Kunden mit schönen neuen Mischungen, auch in Kombination mit Obst, damit sie ihrerseits ihre Kunden überraschen können“, erklärt Rietsema. So hat Delinuts vor kurzem den niederländischen Apfelkuchen-Mix eingeführt, eine Mischung aus Nüssen und Apfelstücken. Laut Marieke schmeckt diese Kombination wie Apfelkuchen, aber gesünder. Außerdem führt das Unternehmen regelmäßig neue Produkte wie Apfelchips, Pilze und gefriergetrocknete Okra ein. „Das ist ein zusätzliches Sortiment, das sich ständig verändert. Wir haben

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Nussen zum Beispiel auch saisonale Produkte. In der Weihnachtszeit kommen Weihnachtssterne und Trüffelbonbons sowie Marzipan und Bigarreaux hinzu, und zu Ostern gibt es Ostereier. Wir versuchen jetzt, neue Produkte zu finden, um diesen ‚Januar-Blues‘ zu bekämpfen.“

HAUSGEMACHT Alco Kappé von Allnuts ist sehr beschäftigt, und er ist zu dem Schluss gekommen, dass es nicht gut wäre, wenn er als Händler von tropischen Früchten und Nüssen nicht beschäftigt wäre. „Wenn es früher dunkel wird, essen die Leute anders und snacken abends mehr.“ Das komme dem Verkauf von Trockenfrüchten und Nüssen zugute. Alco hat bemerkt, dass Heimbackwaren wie Kuchenmehl, andere Mehle und Haferflocken immer beliebter werden. Genau wie Müsli, ein Produkt, das laut Alco boomt.

„Wir stellen es seit zwei Monaten nach den spezifischen Bedürfnissen unserer Kunden selbst her. Wir haben eine große Nachfrage nach diesem Produkt gesehen.“ Er sagt, die verwendeten Rohstoffe und die Art der Verarbeitung machen dieses Müsli unverwechselbar. Auch unverwechselbar - Allnuts ist eines der wenigen Unternehmen, das seine eigenen Nüsse röstet, und dann in Erdnussöl. „Ich versuche, sie so neutral und transparent wie möglich zu halten.“ Alco räumt ein, dass manchmal Additive benötigt werden, vermeidet diese aber so weit wie möglich. KUNDENSPEZIFISCH Die Qualität spielt bei der Zusammenstellung des Sortiments eine große Rolle. Dieses Handelsunternehmen versucht, für sei-

Delinuts möchte Nussprodukte für jede Gelegenheit finden

ne Kunden nicht nach dem Preis, sondern nach der Verpackung, der Qualität und der Nussart ein Produkt zu erhalten. „Wenn man alles basierend auf dem Preis liefert, hat man keine festen Kunden. Wenn Ihr Kunde morgen einen anderen Lieferanten mit einem anderen Produkt, einer anderen Verpackung oder zu einem niedrigeren Preis auswählt, haben Sie keine feste Beziehung.“ Dieser Ansatz führt dazu, dass Allnuts zunehmend als Marke angesehen wird. „Die Leute zahlen etwas mehr, aber erwarten auch etwas mehr, was sie meiner Meinung nach auch bekommen.“ Ein weiterer Aspekt dieser Strategie ist, den Kunden maßgeschneidert zu bedienen. Beispielsweise bietet Allnuts auf Anfrage exklusiven Kunden spezifische Produkte

an, die nicht im übrigen Sortiment enthalten sind. Oft handelt es sich dabei um einen bestimmten Artikel, den der Kunde als Rohmaterial oder in einer bestimmten Verpackung verwenden möchte. Laut Alco führt dies zu einer erhöhten Nachfrage. Allnuts hat auch eine größere Nachfrage von Ladenbesitzern, Kantinen und Verbrauchern nach 5 kg-Säcken festgestellt. Diese Größe ist im Einzelhandel nicht erhältlich.

GEFRIERGETROCKNET Der Kundenstamm von Allnuts ist sehr vielfältig und reicht von Industriekunden wie Bäckereien, Chocolatiers und Müsliherstellern bis hin zu Fluggesellschaften, Snackfabriken und Großhändlern. Auch die Bedürfnisse dieser Kunden sind sehr vielfältig, was dazu geführt hat, dass sich der Bestand von Allnuts im Laufe der Jahre verändert hat. Als Beispiele für die ungewöhnlicheren Anforderungen nennt Alco Buchweizenflocken, Hanfsamen (natürlich mit Genehmigung), weißen Mohn, getrocknete schwarze Zitronen und gefriergetrocknete Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren. Alco hat eine erhöhte Nachfrage nach gefriergetrockneten Früchten erlebt, da diese ohne Verwendung von Süßungsmitteln konserviert werden. „Der Vorteil der Gefriertrocknung ist, dass der Geschmack sofort wieder zurückkehrt, sobald man Feuchtigkeit hinzufügt oder das Produkt in den Mund nimmt. Es wird nichts hinzugefügt, nur das Wasser entfernt.“ Auch Alco hat festgestellt, dass sich das Sortiment im Allgemeinen geändert hat. Das liegt daran, dass der Gesundheitsaspekt in den Medien immer mehr Beachtung findet. Er spielt daher eine Rolle bei der Wahl der Produkte und Zutaten.

Ernährungsberater raten es täglich eine Handvoll Nüsse zu essen. Bild Delinuts

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Gefriergetrocknete Erdbeeren, denen allein die Feuchtigkeit entzogen wurde

der Entwicklung neuer Verpackungen. Mit der Einführung dieser Verpackungen - Etiketten, Töpfe, Beutel und Eimer - die vollständig aus Polypropylen bestehen, wird die Verpackung des Unternehmens zu 95% mono sein. „Sie ist dann leicht recycelbar. Das Problem mit den heutigen Verpackungen, die umweltfreundlich zu sein scheinen, wie zum Beispiel laminiertes Papier, ist, dass es sich um normalen Restmüll handelt.“ Alco sagt, dass die Kompostieranlagen auch noch nicht für kompostierbare Verpackungen ausgerüstet sind und diese daher auf dem allgemeinen Müllhaufen landen.

immer stark wächst“, sagt Jan Jelders von The Nut and Dried Fruit Company (NDFC). „In den letzten Jahren hat sich die Expansion verschoben. Sie hat sich von traditionellen Trockenfrüchten und Nüssen und deren Kombinationen hin zu einer höheren Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln, gesunden Snacks, Bioprodukten und kalorienarmen, ohne Zuckerzusatz hergestellten Produkten entwickelt.“ Jan verweist auf TV-Kochshows und die Aufmerksamkeit der Medien für gesunde Ernährung als treibende Kräfte hinter diesen Produkten.

man sich den Frischebereich für Obst und Gemüse anschaut, sieht man, dass er schön präsentiert wird und gut beleuchtet ist. Trockenfrüchte finden sich oft irgendwo im Regal. Bei der Präsentation könnte man es wesentlich besser machen.“ Obwohl Jan hier und da Verbesserungen sieht, weist er darauf hin, dass es Raum für Verbesserungen im Einzelhandel gibt, in Form einer besseren Positionierung dieser Produktkategorie.

Er geht davon aus, dass diese Kategorie weiterwachsen kann, aber die Präsentation von Trockenfrüchten und Nüssen im Supermarkt verlangt Aufmerksamkeit. „Wenn

SOWOHL GROSSE ALS AUCH KLEINE VOLUMEN In den letzten drei Monaten hat NDFC in die Möglichkeit investiert, größere Mengen zu verarbeiten, um nicht nur Großhändler und Fachgeschäfte, sondern auch den

NDFC fasst Fuß dank besserer Positionierung von Nüssen und Südfrüchten

NDFC bietet eine große Auswahl

EXPANSION DANK POSITIONIERUNG „Wir gehören zu einem Segment, das noch

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Nussen tes Müsli wichtig ist. Er fügt hinzu, dass dieses Segment deutlich wächst, sowohl bei den regulären und biologischen Müslis als auch bei den glutenfreien Sorten.

Supermarktkanal beliefern zu können. Ein erheblicher Teil davon wird unter Eigenmarken auf den Markt kommen und nach Frankreich und in die Niederlande exportiert werden. „Das wächst und wir werden uns mehr darauf konzentrieren.“ Neben der IFS- und Bio-Zertifizierung hat die NDFC kürzlich auch die glutenfreie Zertifizierung erhalten. Jelders sagt, dass diese Zertifizierung vor allem für ihr selbst produzier-

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LÖSUNGEN Bei NDFC steht die Betreuung der Kunden an erster Stelle, und sie versuchen gerne, gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu finden. Jan sieht zum Beispiel, dass viele junge Leute gerne zu Hause Müslis machen. Sie haben dann so viel Erfolg in ihrem sozialen Umfeld, dass sie ihre Aktivitäten ausweiten wollen. „Wir haben unser Wissen über Müsli und sie haben ihrs. Wir setzen uns dann zusammen, um ein Produkt und eine Verpackung zu entwickeln. So arbeitet man gemeinsam an einer Lösung.“ Eine weitere Lösung, die das Unternehmen entwickelt hat, sind Portionspackungen, die NDFC an Menschen liefert, die Mahlzeitenpakete zusammenstellen. „Sie werden mit Nüssen, Trockenfrüchten, Samen und

Kräutern beliefert, die sie dann in die Pakete für ihre Kunden hineinlegen“, erklärt Jan. NDFC ist immer auf der Suche nach neuen Produkten für ihre Kunden. Gefriergetrocknetes Obst und Gemüse ist eine Neuheit in ihrem Sortiment. Diese Produkte werden zum Beispiel als Dekoration, als Leckerbissen in einem Aperitif oder als Garnierung bei einem Mocktail verwendet. Neben den Marzipanprodukten wird über Weihnachten besonderes Augenmerk auf die Produktpräsentation gelegt, indem sie in Geschenkverpackungen angeboten werden. Jan sagt, dass das Unternehmen über ein umfangreiches Sortiment verfügt, so dass es bei der Produktion große Mengen an den Einzelhandel liefern kann, aber auch flexibel genug ist, um kleinere, personalisierte Serien zu produzieren. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, wird NDFC in Kürze seine Geschäftsräume auf 3.000 m² weiter ausbauen. (MW) info@lorrenv.com sales@delinuts.nl info@allnuts.be jan@ndfc.be


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Avocado

Avocado ersetzt Zitrusflächen in Mittelmeerländern Seit die Avocado 2014 ‘in Mode’ geriet, hat der Umsatz dieses Produkts um schätzungsweise 60 % zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden 650 Mio. Kilo in Europa abgesetzt. Dies Wachstum und die anhaltend hohen Preise dieser Frucht haben dazu geführt, dass südeuropäische Länder den Avocadoanbau für sich entdeckt haben. Spanien ist der bekannteste Produzent und Mitglied der World Avocado Organization (WAO). Kürzlich meldete der WAO-Geschäftsführer Xavier Equihua, dass auch in Griechenland, Italien und Portugal Avocado-Anbauprojekte, ähnlich des erfolgreichen Modells, welches in Andalusien gestartet wurden.

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ittlerweile macht die Avocadofläche in Spanien mehr als 15.000 Hektar aus. Dadurch kommt die Zitrusfläche unter Druck, denn aufgrund der rückläufigen Rentabilität von Zitrusfrüchten stellen immer mehr Produzenten auf den Avocadoanbau um. Die bedeutendste europäische Avocado-Anbauregion ist die spanische Provinz Málaga (Andalusien), wo sich 50 Prozent der Gesamtfläche befindet. Eine weite-

re Ausweitung in dieser Provinz ist aufgrund der schlechten Wasserinfrastruktur schwierig. Dies ist der Grund, warum sich der Anbau entlang der andalusischen und Mittelmeerküste weiter in die Provinzen Cádiz, Huelva, Alicante, Murcia und Valencia hinein erstreckt. Belief sich die Avocado-Anbaufläche vor fünf Jahren auf knapp 150 Hektar, so umfasst diese mittlerweile schätzungsweise 800 Hektar. Mehr als die

Die WAO wurde 2016 gegründet und umfasst neun Avocado-anbauende Länder (Mexiko, Peru, die USA, Kolumbien, Südafrika, Zimbabwe, Mosambik, Tansania und Spanien). Des Weiteren repräsentiert die Organisation diverse Handelsländer, so die Niederlande, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Schweden. Das derzeitige Ziel der Organisation besteht in der Förderung des allgemeinen Verbrauchs dieser Frucht.

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Hälfte der 2018 in Spanien geernteten 50 Mio. Kilo wird in die Europäische Union exportiert, insbesondere nach Frankreich, in die Niederlande, nach Deutschland und Italien.

ANDERE MITTELMEERLÄNDER Portugal wird nach Spanien als wachsendes Produktionsland genannt, ist jedoch kein Mitglied der WAO. Exakte Zahlen zum Anbau sind daher nicht bekannt. Es gibt in Portugal schätzungsweise 1.000 Hektar Avocado-Anbau, hauptsächlich an der Algarve, woran spanische Unternehmen auf der Suche nach geeigneten Böden einen Anteil haben. Die Firma Trops als einer der größten Avocadoanbauer Spaniens expandierte vor kurzem nach Portugal, wo sie eine neue Lagerhalle an der Algarve errichtet.

Die Bedingungen in den süditalienischen Regionen Kalabrien, Basilicata und Sizilien werden ebenfalls als ideal für den Anbau von Avocados erachtet. In Griechenland wird die Region Nafplio als geeignetes Anbaugebiet genannt. Der vorherige Zitrusanbauer Papastamatakis investierte vor zehn Jahren in ein neues Avocado-Programm. Die Volumina nehmen jährlich um 3.000 Tonnen zu. Auch in der türkischen Provinz Antalya gibt es Avocados, geht


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Disrupting the onion industry davon aus, dass die Fläche etwa 500 Hektar umfasst. Auch das weiter nördlich gelegene Kroatien scheint sich für den Anbau von Avocados zu eignen. Ein aus Kalifornien eingewandertes Ehepaar gründete einen kleinen Anbaubetrieb mit Pflanzgut aus Sizilien. VERBRAUCH Die Avocadobranche erlebt eine Blütezeit, weil die Nachfrage nach Avocados auf dem europäischen Markt weiterhin zunimmt. Die ebenfalls wachsende Anbaufläche verzeichnet jährlich Ernterekorde. Die EU ist derzeit einer der Märkte, auf denen der Avocadoverbrauch am schnellsten wächst. In der EU nahm der Verbrauch 2018 um 35 Prozent zu, bei einem Absatz von ungefähr 650.000 Tonnen. In den Vereinigten Staaten liegt der Verbrauch bei mehr als 3,5 kg pro Kopf, wobei von manchen Quellen auch 5 kg genannt werden. In der EU liegt er bei etwas mehr als 1,2 kg (8 Avocados pro Jahr). Der WAO zufolge sei es möglich, diese Zunahme des Verbrauchs in Europa durch Promotion weiter zu fördern. Um dasselbe Niveau wie in den Vereinigten Staaten zu erreichen und alle Europäer mit Avocados zu versorgen, wären mehr als zwei Millionen Tonnen nötig.

Wenn die Nachfrage nach Avocados im derzeitigen Tempo weiter zunimmt, wird sie innerhalb von 8 Jahren das Niveau der Vereinigten Staaten erreichen, die Nachfrage würde dann von 650.000 Tonnen im Jahr 2018 auf 1.100.000 Tonnen zunehmen. Der europäische Avocado-Import

scheint im Jahr 2019 bereits die Marke von 750.000 Tonnen überschritten zu haben.

In Europa liegt der Avocado-Verbrauch bei den Norwegern mit 2,44 Kilo Avocados pro im Jahr 2017 am höchsten. Es folgen die Dänen (2,31 Kilo), Schweden (2,09 Kilo), Niederländer (2,02 Kilo), Franzosen (1,86 Kilo), Schweizer (1,74 Kilo), Briten (1,53 Kilo), Finnen (1,50 Kilo), Iren (1,41 Kilo), Belgier (1,24 Kilo) und die Spanier auf dem elften Platz (1,19 Kilo). Im größten europäischen Produktionsland Spanien ist der Verbrauch noch relativ gering.

Die WAO versucht, den Avocado-Verbrauch in Spanien weiter zu stimulieren. Die Organisation möchte die Präsenz der Frucht als Grundnahrungsmittel nicht nur in den Supermärkten, sondern auch im Gaststättengewerbe erhöhen. Die WAO hat im vergangenen Jahr kräftig investiert, um den Avocadokonsum bei den Spaniern zu fördern und so letztlich dasselbe Verbrauchsniveau zu erzielen wie in Frankreich. Einige Fördermaßnahmen werden gemeinsam mit Supermärkten wie Carrefour und Eroski durchgeführt. Die ebenfalls an der WAO beteiligten Produktions- und Handelsunternehmen, etwa Trops und Reyes Gutiérrez mit Sitz in Malaga, erleben jede Aktivität zur Förderung des Verbrauchs als positiv. Der WAO zufolge wird der Avocado-Verbrauch in Spanien innerhalb von zehn Jahren dasselbe Niveau erreicht haben wie in Frankreich.

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Obst

Marmorierte Stinkwanze bedroht den europäischen Obstbau Die Asiatische Marmorierte Baumwanze verursacht in den Obstgärten Südeuropas Schäden in Milliardenhöhe, und die Angst vor einer raschen Ausbreitung des Insekts wächst selbst in den nördlichsten Ländern. Der Hauptverbündete des asiatischen Insekts ist jedoch gerade die Europäische Union, denn die politischen Behörden tun alles in ihrer Macht Stehende, um den Bauern die Waffen zur Bekämpfung des Insekts zu entziehen. Genauer gesagt, hat die Europäische Kommission am 6. Dezember 2019 gegen die Erneuerung der Zulassung der Wirkstoffe Chlorpyrifos und Methylchlorpyrifos gestimmt. Und genau das erstgenannte Mittel ist dasjenige, das wirksam gegen das asiatische Insekt ist. In einigen Monaten müssen die Bestände an Pestiziden, die diese Moleküle enthalten, vollständig aufgebraucht sein und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Was die beiden Insektizide betrifft, so wurde der Vorschlag der Kommission, die Zulassung nicht zu verlängern, mit einer qualifizierten Mehrheit von 19 Ländern, die 68,34 % der EU-Bevölkerung repräsentieren, angenommen, während zwei Länder, die 4,1 % der Bevölkerung repräsentieren, dagegen waren und sieben sich enthielten, was die restlichen 27,56 % darstellt. DIE SITUATION IN ITALIEN Italien ist das europäische Land, in dem der asiatische Stinkkäfer am weitesten verbreitet ist. Agrinsieme, das Koordinierungszen114

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trum, das Genossenschaften und Vertreter der Landwirte vereint, schätzt den Schaden allein in der Region Emilia Romagna, einem der am stärksten von dem Insekt betroffenen Gebiete, auf 500 Millionen Euro. Wenn man bedenkt, dass auch andere Regionen wie Venetien, Lombardei, Trentino, Friuli Venezia Giulia und Piemont stark betroffen sind, dürfte der Gesamtschaden bei fast einer Milliarde Euro liegen.

Birnen, Pfirsiche, Äpfel, Kiwis sind nur einige der von dem asiatischen Käfer betroffenen Arten, deren Biss eine Verformung der Früchte verursacht, die sie unverkäuflich macht. Allein in der Region Emilia-Romagna hat der asiatische Käfer Halyomorpha halys alle wichtigen Obstkulturen befallen und dabei Verluste in Höhe von schätzungsweise über 500 Millionen Euro verursacht, wobei die Produktionsverluste zwischen 70 % und 100 % liegen, was schwerwiegende Auswirkungen auf das Gebiet und den damit

verbundenen Arbeitsmarkt und voraussichtlich auch auf die Konkurrenzfähigkeit des gesamten regionalen Produktionssystems hat. Darüber hinaus leidet der Sektor bereits seit einiger Zeit unter den Auswirkungen einer unvorstellbaren Umweltkrise, den Schäden, die durch ungünstige Witterungsbedingungen und andere Krankheiten an ausgezeichneten Produkten verursacht werden. Hierbei wurden noch nicht die Nachteile berücksichtigt, die durch einen Markt verursacht werden, der ungerechte Preise für einige Produkte hantiert.

„Aus diesem Grund ist es unerlässlich, gegen die zuständigen Behörden der Europäischen Union vorzugehen, um das Verbot der Verwendung des einzigen Moleküls, das die Verbreitung des Parasiten bekämpfen kann, zu überprüfen und eine Ausnahmegenehmigung der Gemeinschaft für mindestens zwei Jahre zu bekommen,“ erklärt Agrinsieme in einer schriftlichen Notiz, die Genossenschaften und Vertreter der Landwirte vereinigt. Doch selbst im Falle einer Ausnahmeregelung für Italien würde dies immer noch ein großes Hindernis für den Export von Obst und Gemüse und deren Reststoffe darstellen. Auch die italienische Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova sprach über die fehlende Zulassung von Chlorpyrifos: „Die Nichtzulassung von Chlorpyrifos, das der-


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Obst allem diese Kulturpflanze befällt. Es muss auch gesagt werden, dass die Wetterbedingungen anders sind als im südlichen Teil Europas, was die Ausbreitung des Insekts verlangsamen könnte.

zeit das einzige Mittel gegen die Asiatische Marmorierte Baumwanze darstellt, ist ein großer Fehler der EU. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es für die Hersteller und die gesamte Lieferkette äußerst wichtig ist, über wirksame phytosanitäre Abwehrmittel zu verfügen, um den Notfall unter Kontrolle zu bekommen, zumindest bis alternative Maßnahmen zur Verfügung stehen. Deshalb ist eine nationale Ausnahmeregelung dringend erforderlich. Der Stinkkäfer ist ein europäischer Notfall, der mit der Klimakrise einhergeht. Deshalb fordern wir Europa auf, sich zu bemühen, während wir bereits mit Brüssel über eine Ausnahmeregelung verhandeln.“ DIE SITUATION IN SPANIEN Die Asiatische Marmorierte Baumwanze ist ein Insekt asiatischen Ursprungs, das erstmals 2016 in Spanien entdeckt wurde, obwohl es seit 2004 auch in anderen europäischen Ländern vorkommt. Seine Verbreitung stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Kulturen dar.

In Spanien wurde das Insekt bisher nur in Katalonien gemeldet, und man befindet sich noch im Anfangsstadium des Befalls. Die katalanische Regierung ist jedoch in Alarmbereitschaft und hat bereits mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit festgelegt.

Seit 2016 hat der Schädling sich an der gesamten katalanischen Küste ausgebreitet und wurde bereits in 35 Gemeinden von Girona, Barcelona und Tarragona gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt, um die Ausbreitung des Insekts zu reduzieren und sein Eindringen in die landwirtschaftlichen Gebiete zu verhindern oder zu verzögern. Die IRTA führt Studien über die Biologie der Insekten und über einige Möglichkeiten der Bekämpfung durch. Das Insekt wurde auch in verschiedenen Provinzen untersucht, um seine Verbreitung durch Fallen und Lockstoffe zu untersuchen, und die Effektivität der Überwachungsgeräte

zur Erforschung der Insektenbiologie wurde ebenfalls getestet. Es handelt sich um eine sehr polyphage Art und kann Obst, großflächige Kulturen und den Gartenbau beeinträchtigen. Deshalb muss sie in allen Kulturen überwacht werden, und wenn ein ähnliches Insekt gefunden wird, muss unbedingt korrekt festgestellt werden, ob es sich um die Art Halyomorpha halys handelt, da sie einigen einheimischen Arten in Spanien recht ähnlich ist.

ANDERE NATIONEN: GEORGIEN UND PORTUGAL In den letzten zwei Jahren hat Georgien intensiv gegen den Käfer gekämpft, unter anderem um die riesigen Haselnussfelder für den Export des Produktes zu sichern. Viel Aufmerksamkeit wurde in Georgien nicht nur den Bauern, sondern auch der Bevölkerung geschenkt, denn das Insekt ist ein Problem für die ganze Gesellschaft. Georgia wurde auch von den Vereinigten Staaten unterstützt. In den letzten zwei Jahren hat Georgien 5,9 Millionen Euro von den USA erhalten, um die Ausbreitung des Insekts zu reduzieren, und hat auch spezielle Ausrüstung bekommen.

Auch Portugal ist sehr besorgt. Die klimatischen Bedingungen sind günstig für die Ausbreitung des seit einigen Jahren gesichteten Insekts. Forscher der portugiesischen Fakultät für Wissenschaft und Technologie der Universität Coimbra führen eine Forschung durch und bemühen sich auch um die Förderung des Bewusstseins für die Bekämpfung des Insekts.

DIE SITUATION IN DEN NIEDERLANDEN UND BELGIEN Der asiatische Käfer wurde sporadisch in den Niederlanden entdeckt. In der Provinz Limburg wurde er 2018 gemeldet. Andere Provinzen, in denen der Käfer ohne nennenswerte Schäden gesehen wurde, sind Utrecht, Nord-Brabant und Nord-Holland. ForFamilienbetrieb mit Leidenschaft für Kartoffeln. schungszentren haben festgestellt, Von der Auswahl bis zur Verpackung, Wir streben nach der besten Qualität. dass die Verbreitung des Insekts lediglich Belgischer Marktführer in biologischen Kartoffeln. eine Frage der Zeit ist, wie es auch in Produzent und Verpacker von anderen Ländern der Süßkartoffeln. Fall ist. Das Insekt wurde auch in Belgien gesichtet, aber es wurden keine Schäden gemeldet. Eine der ersten Sichtungen war in Sint-Katelijne-Waver bei Antwerpen. Sowohl in den Niederlanden als auch in Belgien sind die Birnenproduzenten beunruhigt, weil das asiatische Insekt bekanntermaßen vor

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Obst

MÖGLICHE LÖSUNGEN Viele Nationen forschen an der Lösung, um die Asiatische Baumwanze zu bekämpfen. Da wirksame Chemikalien verboten wurden oder gerade eliminiert werden, scheint die einzige Lösung der biologische Ansatz durch antagonistische Insekten zu sein. Wie der italienische Forscher Michele Preti erklärte, „gibt es laufende Studien über den Einsatz von Fallen und Lockstoffen vor allem in den Vereinigten Staaten, aber jetzt auch in Italien zu diesem Thema. Letztere sind nicht vom sexueller, sondern aggregierender Art, weshalb die Wanzen, die in einem Radius von 50-60 Metern gefunden werden, in die Nähe der Falle gelockt werden. Sehr nützlich scheint die Technik des ‚attract & kill‘ (Anlocken und anschließende Beseitigung der Wanzen) zu sein, die jedoch nur, wenn sie in großem Maßstab durchgeführt wird, nützlich ist, um die in der Umgebung vorhandenen Populationen zu reduzieren. Außerdem gibt es Lichtfallen für den Fang bei Nacht.“ Preti hob das Thema der Nutzinsekten hervor: „Es gibt viele Diskussionen um die Gat-

tung Trissolcus und die beiden verwandten Arten T. japonicus und T. mitsukurii. Auch Anastatus bifasciatus ist ein Parasitoid mit großem Potenzial. Die bisher vorliegenden Daten haben gezeigt, dass die verschiedenen Sorten von Parasitoiden, die die Eier der Asiatischen Wanze bekämpfen, sich gegenseitig ergänzen können. Gegen den Stinkkäfer braucht man eine Menge Waffen, die kombiniert werden müssen.“ Zu den nützlichen Insekten gehören Anastatus bifasciatus bifasciatus, die in Italien gute Ergebnisse erzielt haben, aber die Forschung muss weitergehen, um eine genauere Bestätigung zu erhalten. Anastatus bifasciatus ¬¬– erklärte der Experte Stefano Foschi – ist ein Hautflügler, der in der Vergangenheit bereits von mehreren Forschern auf seine Fähigkeit, die Eier von Halyomorpha halys zu plündern, untersucht wurde. „In unserem Fall haben wir durch die Sammlung von Proben von Eiern der Asiatischen Wanze auf nationaler Ebene festgestellt, dass in unserem Gebiet Anastatus bifasciatus eine höhere Fähigkeit zur Deaktivierung von Halyomorpha halys

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Eiern zeigte als der bisher bekannte Durchschnitt. Wir haben mehr Tests durchgeführt und in allen Fällen war der Prozentsatz der parasitierten Eier sehr hoch.“ „Eine weitere Lösung ist die passive Abwehr durch den Einsatz von Netzen auf den Obstplantagen, mit einer vollständigen Abdeckung. Diese haben hervorragende Ergebnisse gebracht, auch wenn noch einmal betont werden muss, dass sie allein nicht ausreichen, ebenso wie jede andere Methode der Eindämmung. Sie müssen maßstäblich verwendet und auch in andere Systeme integriert werden, einschließlich Chemie und Fallen, sowie maximale Aufmerksamkeit auf rechtzeitige Erkennung und Kontrolle der Halyomorpha halys Eier. Wir haben mehrere Tests durchgeführt und in allen Fällen war der Prozentsatz der parasitierten Eier sehr hoch.“


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Wie europäische Unternehmen in China erfolgreich sein können Chinas Bevölkerung besteht aus mehr als 1,4 Milliarden Menschen und wächst weiter. Viele Leute sagen, dass China ein riesiger Markt mit viel Potenzial ist. In den letzten Jahren entwickelt sich der weltweite Trend zu einem gesunden Lebensstil rasant. Auch die chinesischen Verbraucher schließen sich diesem Gesundheitstrend an.

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er erhöhte Konsum von Obst und Gemüse ist Teil dieses gesunden Lebensstils und daher steigt die Nachfrage nach diesen Produkten. Darüber hinaus vertrauen chinesische Verbraucher, angesichts von Problemen mit der Lebensmittelsicherheit in China in der Vergangenheit, manchmal ausländischen Lebensmittelmarken mehr als ihren eigenen nationalen Marken. Daher entwickelt sich China mit der wachsenden Bevölkerung, die es zu ernähren gilt, den steigenden Ernährungstrends und dem Vertrauen in ausländische Marken schnell zu einem wichtigen Exportziel für Frischeprodukte. Auch wenn es eine große Nachfrage nach Frischeprodukten aus China gibt, sollte man bedenken, dass sich dieser Markt

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und seine Anforderungen noch immer von Europa unterscheiden. Um mehr Einblick in diese zu bekommen, haben wir einige Tipps und Tricks für europäische Unternehmen zusammengestellt, die über einen Export nach China nachdenken.

TRANSPORT UND KÜHLKETTE Um Produkte nach China zu exportieren, sind verschiedene Optionen möglich, wie der Export per Flugzeug, Zug oder Schiff. Der Großteil des Exports erfolgt per Schiff, was eine gute Option für Produkte mit längerer Haltbarkeit ist und günstiger als die erstgenannten Optionen. Der Weg nach China ist etwas länger als in andere europäische Länder und dies muss auch beim Start des Exports in dieses Land berücksichtigt werden. Für viele Unternehmen, die gera-

de erst mit dem Export nach China beginnen, ist es schwer vorherzusagen, welche Bedingungen für den Export ihrer Produkte optimal sind. Deshalb sollte man beim erstmaligen Export damit beginnen, eine kleine Lieferung zu schicken, um zu sehen, wie diese ankommt. Es folgen ein paar weitere Testsendungen, um herauszufinden, was für Sie am besten funktioniert. Wenn Sie sicher sind, unter welchen Umständen Sie Ihre Produkte am besten exportieren können, können Sie mit dem Versand größerer Sendungen beginnen.

Da außerdem viele frische Produkte innerhalb der Kühlkette exportiert werden müssen, ist es wichtig, sicherzustellen, dass die gesamte Kühlkette reibungslos eingehalten werden kann. In China hat man in den letzten Jahren sowohl die Logistik als auch die Kühlkette verbessert und das, obwohl es auf dem Markt noch viel Unwissenheit über dieses Thema bei Käufern oder Verkäufern gibt. Das sieht man auch, wenn man sich den Avocado-Markt anschaut. Die Avocado ist ein Produkt, das schwer zu expor-


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sischen Kultur mit dem Tod in Verbindung gebracht, daher werden sich Früchte in weißer Verpackung nicht gut verkaufen.

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tieren und zudem schwer frisch zu halten ist. Einmal in China angekommen, dauert es manchmal zu lange, bis der Container wieder im Kühlhaus steht. Oder der Behälter wird zu häufig geöffnet, was ebenfalls die Qualität der darin enthaltenen Avocado beeinträchtigt. Als Exporteur ist es wichtig, auch diese Probleme im Auge zu behalten und zu versuchen, Ihre Käufer über die Handhabung des Produkts zu unterrichten. Auf diese Weise können Sie die Qualität Ihres Produktes besser kontrollieren bis es letztendlich den Endkunden erreicht. Eine der Möglichkeiten, den Überblick über Ihre Produkte auf dem chinesischen Markt zu behalten, ist die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Partner.

CHINESISCHE PARTNER Bei Geschäften in China ist es sehr vorteilhaft, mit einem chinesischen Partner vor Ort zusammenzuarbeiten. In vielen Fällen können chinesische Importeure Englisch verstehen, wenn auch nicht alle auf hohem Niveau, sodass kulturelle Unterschiede zwischen beiden Parteien nicht immer wahrgenommen oder verstanden werden. Damit es keine Missverständnisse gibt, ist es besser, jemanden zu haben, dem Sie vertrauen, jemanden, der Ihnen hilft, direkt mit den chinesischen Verkäufern zu kommunizieren und etwaige Missverständnisse von Anfang an zu vermeiden. Ein Partner in China, der Kultur und Sprache kennt, ist daher sehr wichtig. Falls Probleme mit der Lieferung auftreten ist es ebenfalls von Vorteil einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Der Partner in China kann Ihnen helfen, die Sendungen gemeinsam mit den Käufern zu überprüfen. Wenn ein Problem auftritt, können Sie es direkt durch Ihren Partner lösen. Außerdem können Sie mit jemandem in

China den chinesischen Markt besser im Auge behalten. Auf diese Weise haben Sie einen besseren Einblick und können besser bestimmen, wann Sie neue Sendungen verschicken.

MARKTFORSCHUNG Das bringt uns zum nächsten Punkt: Sie müssen Ihren Markt gut kennen. Auch wenn China ein großer Markt ist, warten nicht alle auf Ihre Produkte. Ohne eine gute Marktforschung im Vorfeld sind Sie auf dem chinesischen Markt ahnungslos. Denn der dieser ist in sich selbst sehr vielfältig. Jede Stadt hat ihren eigenen Markt. Während die meisten Menschen sich die größeren Städte wie Peking und Shanghai ansehen, entwickeln sich auch die ‚kleineren‘ Städte wie Chongqing, Chengdu oder Xi'an sehr schnell. In diesen vermeintlich zweitrangigen Städten gibt es weniger Spieler auf dem Markt, also mehr Raum für neue Spieler, um Marktanteile zu gewinnen.

Trotzdem sollten Sie sich erst einmal informieren und versuchen, Ihren Markt zu verstehen. Zum Beispiel ist süßes Obst in China sehr beliebt. Wenn Sie saure Äpfel auf diesem Markt verkaufen wollen, kann Ihr Produkt von hervorragender Qualität sein, aber niemand wird es kaufen. Darüber hinaus ist die Verpackung auch ein wichtiger Aspekt der frischen Produkte in China. Da Früchte oft Geschenke sind, die man an Freunde oder Familie verschenkt, ist die Verpackung sehr wichtig. In Europa achtet man nicht so sehr darauf. Die meisten Leute im Supermarkt suchen nicht nach einer schicken Verpackung für ihre Früchte oder ihr Gemüse. In China muss die Verpackung jedoch gut und farbenfroh aussehen - genau wie ein Geschenk. Außerdem ist auch die Farbe der Verpackung von Bedeutung. Zum Beispiel wird die Farbe Weiß in der chine-

Darüber hinaus müssen Sie Ihre Konkurrenten auf dem Markt kennen, da sie sich von dem Markt in Europa unterscheiden werden. Nicht alle europäischen Länder können nach China exportieren. Dabei gibt es viel lokales Obst auf dem Markt, da China selbst viel Obst produziert. Sie müssen also die Jahreszeiten und die Konkurrenz gut kennen und versuchen, das richtige ‚Fenster‘ für den Export Ihrer Produkte zu finden. Wenn Ihr Markenprodukt das erste Mal auf den Markt kommt, ist es am wichtigsten, den Preis zu bestimmen. Wenn das Angebot groß ist und Sie zu einem niedrigeren Preis verkaufen müssen, werden die Leute es immer wieder mit diesem niedrigeren Preis in Verbindung bringen und so auch eine mindere Qualität vermuten. Nicht zuletzt ist es wichtig, auf dem chinesischen Markt sichtbar zu sein. Nicht nur durch Marketing, sondern auch im eigentlichen Sinne: Besuchen Sie den Markt ein paar Mal im Jahr, damit die Leute wissen, mit wem sie Geschäfte machen. Laden Sie WeChat herunter, denn dies ist im Moment die wichtigste App in China, um neue Verbindungen zu knüpfen und Geschäfte zu machen. Versuchen Sie außerdem, Ihre eigene Marke mit eigenem Logo aufzubauen, da sich Markenfrüchte in China besser verkaufen. HOHE ANFORDERUNGEN Neben der Marktkenntnis ist es noch wichtiger, alle Importbestimmungen für Ihren Export nach China zu kennen. In China sind die Exportanforderungen für die meisten Frischeprodukte sehr hoch. Nur die besten Produkte können importiert werden und das meist unter Einhaltung verschiedenster Importprotokollen. Darüber hinaus müssen Ihre Anbaubasis und Ihr Packhaus für den Export nach China zertifiziert sein. Wenn Sie diese Zertifizierungen nicht haben, wird es sehr schwierig, überhaupt nach China zu exportieren. Stellen Sie also sicher, dass Sie sich vor dem Export über alle Protokolle und Anforderungen informieren. Wenn Sie sich all diese Schritte anschauen, wird klar, dass Sie nicht einfach in den chinesischen Markt einsteigen und erwarten können, dass sich Ihre Produkte verkaufen. Sie müssen diesen Markt wirklich studieren und die Vorschriften gut kennen, um Erfolg zu verbuchen. Es ist jedoch nicht unmöglich, auf dem chinesischen Markt erfolgreich zu sein, es kann nur etwas länger dauern, als die meisten Leute erwarten würden. (MG)

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Unternehmensnachrichten

Patrick Brun, Anteus Fruits:

„Unsere deutschen Kunden sind anspruchsvoll, aber loyal“ Patrick Brun gründete Anteus France im Jahr 2006, um eine ursprünglich auf dem deutschen Markt identifizierte spezifische Nachfrage zu befriedigen: „Nachdem ich die Produzenten ausgewählt hatte, die den Erwartungen meiner Kunden entsprachen, begann ich, 100 % meiner Produktion nach Deutschland zu exportieren. Heute ist das Unternehmen weiter zu 85 - 90% auf diesem Markt tätig. Gleichzeitig wollen wir nach Frankreich, Belgien und in die Schweiz expandieren und den Markt fest im Griff haben. In der Tat möchten wir weiterhin unsere Kunden auswählen. Sie müssen sich an unser Projekt mit sehr spezifischen Anforderungen halten und ein kontrolliertes Wachstum bewältigen“, erklärt Patrick Brun, Direktor von Anteus France. Das Unternehmen arbeitet hauptsächlich mit Produkten marokkanischer und spanischer Herkunft. „Gemüse ist das Produkt, mit dem wir am meisten handeln. Im Winter bieten wir Tomaten, Paprika und Zucchini an, die auf unserem eigenen Hof in Marokko angebaut werden. Parallel dazu haben wir Partnerschaften mit Produzenten in Spanien für dieselben Produkte, die alle in unserer Marke ‚Anteus Fruits‘ nach unseren sehr strengen Spezifikationen verpackt werden. Diese Herkunftsvielfalt bietet dem Kunden die Möglichkeit, die von ihm bevorzugte Herkunft zu wählen.“ „Der französische und der deutsche Markt sind völlig unterschiedlich.“ Während auf dem französischen Markt eine Vielzahl von Labels auftaucht, die als

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Patrick Brun (Mitte) mit dem Direktor von Anteus Marokko (im Vordergrund) und ihr Agraringenieur

‚der dritte Weg‘ (neben konventionellen und Bio-Produkten) bezeichnet werden, wie z.B. Zéro Résidu de Pesticide (ZRP) [Zero Pestizidrückstände], Cultivé Sans Pesticides [Anbau ohne Pestizide], Bee Friendly oder Haute Valeur Environnementale (HVE) [Hoher Umweltwert], um nur einige zu nennen, ist die Situation auf dem deutschen Markt ganz anders: „Der deutsche Markt bleibt bei den klassischen Labels wie Global Gap und IFS. Die Deutschen hängen sehr an diesen Zertifizierungen, viel mehr als die Franzosen. Oft ist es nicht möglich, ohne diese Zertifizierungen zu exportieren. Neben diesem konventionellen Angebot gibt es natürlich auch das Bio-Angebot, dessen Marktanteil in Deutschland viel höher ist als in Frankreich“, erklärt Patrick.

Qualität und Regelmäßigkeit beim Angebot sind laut Patrick wesentliche Voraussetzungen, um seine deutschen Kunden mit frischen Produkten beliefern zu können: „Es ist sehr schwierig, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Die Deutschen sind sehr anspruchsvoll, wenn es um die Qualität geht, sie wollen Zertifizierungen und natürlich einen guten Preis. Aber wenn sie erst einmal zufrieden und von der Qualität überzeugt sind und wenn wir sie mit einem kons-

tanten Angebot versorgen können - was für unsere Kunden extrem wichtig ist - dann bleiben sie uns treu. Das ist bei den französischen Kunden nicht immer der Fall: Viele von ihnen werden nicht nur ein bestimmtes Qualitätsniveau verlangen, sondern auch versuchen, die Preise so weit wie möglich zu senken. Manche zögern sogar nicht, für ein paar Cent zu einem Konkurrenten zu gehen, obwohl wir schon seit Jahren Geschäfte miteinander machen - eine Situation, die man bei unseren deutschen Kunden einfach nicht beobachtet“, erklärt Patrick. Obwohl auf dem französischen Markt eine gewisse Form des Protektionismus für einheimische Produkte deutlich erkennbar ist, der die Supermärkte und Hypermärkte dazu veranlasst, in ihren Regalen zunehmend die französische Herkunft zu bevorzugen, ist dies auf dem deutschen Markt nicht der Fall: „Die Deutschen sind sich sehr wohl bewusst, dass die Größe ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht der nationalen Nachfrage nach frischem Obst und Gemüse entspricht. Daher haben sie kein Problem damit, den Markt aus verschiedenen Quellen zu beliefern, sofern die Qualität gut genug ist.“ „Eine marokkanische Produktion mit wachsender Qualität“ Den deutschen Kunden marokkanische Produkte anzubieten, war anfangs keine


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leichte Aufgabe. „In der Vergangenheit hatte das marokkanische Obst und Gemüse auf dem europäischen Markt keinen guten Ruf. Wir mussten erst einmal beweisen, dass wir unseren Kunden marokkanische Produkte anbieten können, die sie qualitativ voll zufrieden stellen“, sagt Patrick.

Die Produkte aus Marokko, auf die das Unternehmen über seine Tochtergesellschaft Anteus Maroc seine Produktion ausweiten will, verbessern sich gerade laut seinen Worten in Bezug auf die Qualität und gewinnen jedes Jahr neue Marktanteile. „Der wirklich Premium-orientierte Kunde interessiert sich mehr für die spanische Herkunft. Die Verbesserung der marokkanischen Qualität, insbesondere in unserem Unternehmen, aber auch in allgemeiner Hinsicht, hat jedoch dazu geführt, dass es kaum noch Unterschiede zwischen den beiden Ursprüngen gibt. Viele Kunden, die sich bisher ausschließlich an spanischen Produkten orientiert haben, beginnen nun, marokkanische Produkte zu kaufen. Dies ist der Fall bei einigen Kunden, die mit Luxushotels handeln. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages in der Lage wäre, ihnen Tomaten aus Marokko zu verkaufen. Dennoch kaufen sie allmählich marokkanische Produkte. Dieses Jahr haben wir aufgrund einer ersten erfolgreichen Erfahrung

beschlossen, eine sehr hochwertige, in Marokko angebaute Paprika auf den europäischen Markt zu bringen.“

Neben der Paprika entwickelt Anteus die Produktion anderer Kulturpflanzen weiter, wie z.B. Kürbis in Marokko und Gurke sowie Süßkartoffel in Spanien: „Wie in den meisten europäischen Ländern gewinnt der Kürbis auch in Deutschland an Beliebtheit. Im vergangenen Jahr haben wir in der Region Rabat im Norden Marokkos rund 100 Tonnen produziert. Das Klima ist für die Entwicklung der Pflanze sehr günstig. Außerdem wird die Qualität des Bodens durch die intensive Bewirtschaftung nicht beeinträchtigt. In diesem Jahr produzieren wir über zwanzig Hektar mit einer Produktivität von etwa 25 Tonnen pro Hektar. Wir erwarten daher fast 500 Tonnen Kürbis, die im März-April verfügbar sein werden. Da der Verbrauch dieses Erzeugnisses nicht kulturell bedingt ist, gibt es nur sehr wenige Marktteilnehmer. Die Qualität ist jedoch die gleiche wie in Europa.“ „Wir waren einer der ersten, die auf einem höheren Niveau IFS-zertifiziert wurden.“ Da die deutschen Kunden großen Wert auf Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheitszertifizierungen legen, wollte

Patrick gleich bei der Gründung des Unternehmens zertifiziert werden: „Wir waren unter den Ersten, die vor sieben oder acht Jahren mit der IFS-Zertifizierung begonnen haben. Damals fragte nur der Einzelhandel danach. Es betraf uns also nicht direkt, aber wir haben uns entschieden, unsere Produktion über den IFS auf höchstem Niveau zu zertifizieren, zum Beispiel für unsere Großhandelskunden. Im Rahmen unserer ständigen Bemühungen, uns kontinuierlich zu verbessern, haben wir die Zertifizierungsstufe ‚Higher Level‘ mit 99,03% erreicht. Wir haben uns entschieden, der Nachfrage in diesem Bereich einen Schritt voraus zu sein, um sicherzustellen, dass wir auch in Zukunft keine Türen für Kunden schließen, die nach hochwertigen Produkten suchen.“ Das Unternehmen, das ebenfalls Global Gap zertifiziert ist, setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und den integrierten Pflanzenschutz ein: „Wir versuchen, auf Pestizidfreiheit hinzuarbeiten und gleichzeitig relativ hohe Erträge und ein gesundes, gut schmeckendes Produkt zu erhalten. Dazu führen wir regelmäßig Rückstandsanalysen durch und suchen ständig nach neuen Sorten, die leichter zu verarbeiten sind und weniger Behandlung benötigen“, so Patrick abschließend. (AP)

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Handel

Ägypten und Deutschland - Nationen, durch Handel verbunden Ägypten; das Land der Pharaonen und Pyramiden, aber auch der Ursprung einer Vielzahl von Obst und Gemüse, das nach Europa exportiert wird. Für den ägyptischen Handel ist Deutschland ein Markt mit großem Potenzial, denn es gibt zig Millionen Verbraucher, die frisches Obst und Gemüse mögen. Die Akzeptanz ihrer Produkte in dieser Region zu erreichen, war mit einigen Anstrengungen verbunden, da die Qualität verbessert werden musste. Für einen bestimmten Händler, der sich auf Zwiebeln spezialisiert hat, stellt Deutschland einen Markt dar, der einem Unternehmen finanzielle Stabilität geben kann, sobald es ihm gelingt, in diesen Markt einzutreten. „Der deutsche Markt ist ein sehr wichtiger Markt mit viel Potenzial, wenn man allein auf die Zahlen schaut. Obwohl

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die aktuelle Situation in Indien unseren Fokus vorerst verlagert hat, denkt man an die 80 Millionen Verbraucher, die man nach dem Eintritt in den deutschen Markt erreichen kann“, erklärt Mostafa Adel, International Sales Manager von M.M.A. Fresh Produce. „Und das Beste ist: Wenn Sie es schaffen, in den Markt einzutreten, wird

täglich nach Ihrem Produkt gefragt werden.“ Das macht die Fruit Logistica zu einer wichtigen Messe, meint Adel. „Die Fruit Logistica bietet ein großes Potenzial, um diese Märkte zu erreichen, da alle großen Einzelhändler dort vertreten sein werden. Man sollte versuchen, Termine mit Lidl und BayWa zu vereinbaren oder andere Unternehmen zu finden, die einen direkt in die Lieferkette führen können. Die deutschen Verbraucher konsumieren täglich frisches Obst und Gemüse, die Nachfrage ist also unvorstellbar. Im Jahr 2017 importierte Deutschland frisches Obst und Gemüse im Wert von 9,1 Milliarden Euro. Als Händler wäre es großartig, ein Stück von diesem Kuchen zu bekommen.“


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Handel

Hans Korsten von Partners in Source

DEUTSCHLAND ERMÖGLICHT AUCH DEN ZUGANG IN ANDERE MÄRKTE Mazeed Produce ist ein Exportunternehmen, welches seit kurzem auch nach Deutschland exportiert. Laut Reham Kamal, dem Exportleiter des Unternehmens, sollte man sich bemühen, die Supermärkte direkt zu erreichen. „Wir exportieren seit etwa drei Jahren frische Trauben und Orangen nach Deutschland. Die direkte Belieferung der deutschen Supermärkte hat dazu geführt, dass die Qualität der Produkte hohen Ansprüchen genügen musste, aber wir haben es geschafft, alle Zertifizierungen für den Prozess zu erhalten. Für die nächsten Jahre planen wir, die Mengen an frischen Trauben, die wir nach Deutschland schicken, zu erhöhen.“

Es gibt eine weitere interessante Eigenschaft, die Deutschland bietet, meint Kamal. „Die deutschen Häfen haben direkte

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Schiffsverbindungen mit anderen Ländern, über die wichtigen Schifffahrtslinien. Das erleichtert den Handel per Seefracht erheblich und macht den Einsatz von Luftfracht überflüssig, es sei denn, es handelt sich um sensible Produkte, die eine deutlich geringere Haltbarkeit haben. Der deutsche Markt ist wichtig für Mazeed, weswegen wir regelmäßig an der Fruit Logistica und anderen Veranstaltungen teilnehmen. Es ist eine großartige Möglichkeit für Unternehmen, langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen, die ein stetiges Wachstum ihres Exportvolumens anstreben, wie wir es bei Mazeed tun.“ HÖHERE QUALITÄT Qualität war in der Vergangenheit ein Thema für ägyptische Produkte, bestätigt der Berater Hans Korsten von Partner in Sourcing. Korsten hat sich in Ägypten einen Namen gemacht, indem er sich um

die Qualitätssicherung kümmert und als Berater für verschiedene Frischehändler tätig ist. „Früher pflanzten die ägyptischen Bauern einfach ihre Samen, beteten und schauten, was dabei herauskam. Es wird nicht überraschen, dass die Qualität dieser Produkte nicht den Exportstandards entsprach, geschweige denn, dass sie nach Europa exportiert werden konnten. Doch in den letzten Jahren haben viele Unternehmen ihre Einstellung geändert und Experten eingestellt. Sie wollten lernen, wie sie ihre Qualität und den Ertrag gleichzeitig steigern können. Das führte zu einer Qualitätsverbesserung bei vielen ägyptischen Produkten, die für den Export in große Premium-Märkte wie Europa notwendig war.“

Um ein neues Qualitätsniveau zu erreichen, war ein Mentalitätswandel auf allen Ebenen der Produktion im Unternehmen notwendig. „Der Verantwortliche möch-


te vielleicht die Qualität seiner Produkte erhöhen und neue Arbeitsmethoden in den Pack- und/oder Sortierhäusern durchsetzen. Das Unternehmen heuert dann einen externen Experten an, der die neuen Pläne ausarbeitet, aber es ist schwierig, dies vor Ort durchzusetzen. Hier hat unser Unternehmen wesentliche Schritte gemacht. Es war eine gewöhnungsbedürftige Zeit, aber die nicht exportfähigen Orangen finden nicht mehr den Weg zu den Häfen“, erklärt Korsten. „Die Mängel werden gemeldet und können von Kunden in Deutschland oder weltweit live im Internet überprüft werden. Diese Transparenz, die die von mir vertretenen Unternehmen jetzt bieten, hat ein gewisses Vertrauen geschaffen. Solange die Qualität der Klasse I für diese Unternehmen die Norm bleibt, erwarte ich, dass ägyptische Produkte auf den großen europäischen Märkten in Zukunft noch stärker präsent sein werden.“ QUALITÄT IST WICHTIGER ALS DER PREIS Obwohl beim Handel mit Frischeprodukten immer der Preis eine Rolle spielt, wird in Deutschland Qualität viel mehr geschätzt, sagt Mai Yassin. Sie ist die Exportleiterin der ägyptischen Handelsfirma Stars of Export,

die mit Frühlingszwiebeln, Süßkartoffeln und frischem grünen Knoblauch handelt. „Unsere Firma schickt seit 1992 Produkte nach Deutschland, wir haben also viel Erfahrung auf dem Markt. Wir haben vor allem Frühlingszwiebeln und frischen grünen Knoblauch nach Deutschland geschickt und unser Handel auf dem deutschen Markt war immer sehr angenehm. Die Deutschen legen einen hohen Wert auf die Qualität der Produkte, die man ihnen schickt. Sie sind bereit, einen etwas höheren Preis zu zahlen, wenn sie dadurch Premium-Qualität erhalten. Das bedeutet nicht, dass der Preis überhaupt kein Faktor ist, aber er ist niedriger in der Prioritätenliste der Deutschen.“

Für Stars of Export waren die Niederlande schon immer einer der wichtigsten Märkte. Glücklicherweise sind die Anforderungen an die Produkte und deren Verpackung denen in Deutschland sehr ähnlich, was den Einstieg in den deutschen Markt von Anfang an erleichtert hat. „Die Verpackungsstandards sind in Holland und Deutschland ähnlich, aber das Wichtigste ist, dass alles genau stimmen muss. Die Angaben auf den Verpackungen, aber auch die Länge der Frühlingszwiebeln zum Beispiel. Es ist sehr schön, mit deutschen Unternehmen

zu arbeiten, da sie sowohl uns als Händler als auch die Vereinbarungen, die wir mit ihnen getroffen haben, respektieren. Die Tatsache, dass wir nie Geldprobleme hatten, wenn wir auf dem deutschen Markt tätig sind, ist sehr beruhigend. Solange die Qualität der Produkte so gut ist, wie man es beim Abschluss des Geschäfts behauptet, werden sie immer ihre Versprechen halten“, schlussfolgert Yassin.

Der deutsche Markt war und ist wichtig und wird auch weiterhin einer der Märkte sein, der das größte Potenzial für ägyptische Händler bietet. Man könnte sogar sagen, dass der deutsche und der europäische Markt die Qualität der ägyptischen Produkte indirekt verbessert haben, wobei die Fruit Logistica der Katalysator für die Verbindung der Nationen im Handel ist. (NP)

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Joris Schonk, Fyffes:

„In den kommenden Jahren setzen wir den Fokus auf Innovation und Diversifizierung des Bananensektors“

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Die Bananenbranche stand in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ist die Banane tatsächlich vom Aussterben bedroht oder ist ein weiteres Wachstum noch möglich? Wir fragten Joris Schonk, den Kommerziellen Direktor von Fyffes BV. Fyffes vermarktet weltweit etwa 70 Millionen Kartons Bananen jährlich und ist damit Marktführer in Europa. Es folgte ein Interview zu den Themen Fairtrade, Nachhaltigkeit, Blockchain und Wachstum bei Exoten. „Der Schlüssel für zukünftiges Wachstum sind Innovationen und Premiumisierung.“ Wie war das Jahr 2019 für Fyffes? 2019 war für uns ein ordentliches Jahr. Die Marktpreise lagen auf einem leicht höheren Niveau als in den beiden Jahren zuvor – hätten aber besser sein können. Unserer Meinung nach sind die Bananenpreise weiterhin zu niedrig und das Angebot übersteigt im Allgemeinen immer noch die Nachfrage. Auf den nordeuropäischen und skandinavischen Märkten wird der Bananenverkauf mit festen Preisen und Kontrakten dominiert, so dass die Marktauswirkungen nicht mehr so groß sind wie früher. Dies ist ein zunehmender Trend und stellt derzeit etwa 85 % unseres geplanten Volumens dar. Wie groß ist die Menge der von Fyffes vermarkteten tropischen Früchte? Bei Bananen beträgt das Gesamtvolumen ca. 70 Millionen Kartons, von denen wir 50 bis 55 Millionen Kartons in Europa vermarkten. Außerdem verkaufen wir etwa 15 Millionen Kartons Ananas und weitere 25 Millionen Kartons Melonen auf dem nordamerikanischen Markt, wo wir Marktführer für dieses Produkt sind.

Hat sich viel für Sie verändert, seit Fyffes Teil des japanischen Unternehmens Sumitomo ist? In Rotterdam hat sich operativ wenig geändert, aber wir haben japanische Kollegen in den Bereichen Business Development und Supply Chain gewonnen. Unser starkes Executive Board ist wie bisher. Mit Sumitomo als Dachunternehmen ist Fyffes noch besser in der Lage, unsere Wachstumsstrategie in diversen Regionen der Welt fortzusetzen und sowohl in die Vorwärts- als auch Rückwärts-Kettenintegration zu investieren. Welchen Anteil hat der eigene Anbau bei Fyffes? Fyffes bezieht zu 100 % der Melonen aus eigenem Anbau, bei Ananas sind es etwa 60%. Bei Bananen ist der Anteil des Eigenanbaus niedriger, da wir hier sehr effektive Partnerschaften mit großen und kleinen Produzenten in mehre-

ren Herkunftsländern aufgebaut haben. Fyffes hat mehrere Plantagen in Costa Rica und Belize und ich glaube, dass es in Zukunft möglich ist, mehr Bananen aus eigener Produktion zu produzieren. Vor Kurzem haben wir mit der eigenen Produktion von Avocados in Kolumbien begonnen.

Sehen Sie in Nordwesteuropa noch viel Wachstumspotential für den Bananenabsatz – oder wird dies schwieriger aufgrund der Konkurrenz durch andere Früchte, die zunehmend ganzjährig verfügbar sind? Die Bananenimporte nach Europa sind in den vergangenen Jahren maßgeblich gestiegen, das ging einher mit der ebenfalls erhöhten Produktion. Konkurrenz von anderen Früchten gibt es immer, aber die Banane ist ein konstantes Produkt im Supermarkt. Der Vorteil ist, dass Bananen eine breite Konsumentengruppe ansprechen. Fyffes plant, darauf aufzubauen und die Diversifizierung und die Segmentierung der Kategorie voranzutreiben. Zu unseren Konzepten für Kunden und Konsumenten zählen bislang Singles, Bananen für Kinder, und nachhaltige Verpackungen. Wir sehen viel Potenzial in der Entwicklung von Konzepten, die die Strategie von Angebot und Einzelhandel an den Bedürfnissen der Konsumenten ausrichtet. Unser Fokus liegt auf dem Wachstum der Bananenkategorie durch Innovation und Premiumisierung. Wir haben einen Kategorienplan entwickelt, der verschiedene Erweiterungselemente enthält, die das Produkt und das Einkaufserlebnis aufwerten. Inwieweit gefährden Bananenkrankheiten wie TR4 und Black Sigatoka den Bananenhandel? TR4 wurde letztes Jahr in Nordkolumbien gefunden und es besteht die Befürchtung, dass es sich in anderen Teilen Mittel- und Südamerikas ausbreiten wird. Gleichzeitig bin ich jedoch sehr beeindruckt, wie ernst die Ausbreitung dieser Krankheit von den Behörden und den Bananenproduzenten genommen wird. Die Regierung hat viel Zeit und Geld investiert, um

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der Verbreitung Einhalt zu gebieten, und die Plantagen so gut wie möglich zu schützen. Darüber werden betroffene Gebiete kontrolliert unter Quarantäne gestellt. Um Zutritt zu einer Farm zu erhalten, werden Hygiene-Maßnahmen angewendet und Besucher müssen Overalls und saubere Stiefel anziehen und sich ordnungsgemäß anmelden. Daher denke ich, dass die Auswirkungen weniger schnell das Ausmaß annehmen werden, wie beispielsweise auf den Philippinen oder in China. Darüber hinaus befassen sich mittlerweile viele wissenschaftliche Institute mit der Entwicklung einer resistenteren oder toleranteren Sorte.“

Wie Fairtrade sind Ihre Bananen? Fyffes ist der europäische Marktführer bei Fairtrade-zertifizierten Bananen. Ca. 15 % unseres Gesamtvolumens sind inzwischen Fairtrade-zertifiziert, ein Teil davon ist auch Bio-zertifiziert. In den vergangenen Jahren wurden Millionenbeträge aus den Fairtrade Prämien in den Produktionsgebieten, aus denen wir unsere Fairtrade-Bananen beziehen, investiert. Diese Investitionen haben große Auswirkungen gehabt. Fairtrade ist jedoch für uns nicht das einzige Label, das für Nachhaltigkeit steht. Seit mehreren Jahrzenten leistet Fyffes in vielerlei Hinsicht einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Bananenindustrie. Wir arbeiten mit unseren Produzenten auf allen Ebenen, um das Leben der Menschen in unseren Produktionsgebieten und ihren Gemeinden strukturell zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf Gesundheit, Bildung, Kultur und Sport. Fyffes verfolgt eine klare Nachhaltigkeitsstrategie, deren Pfeiler sich an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen orientieren. Wir sind außerdem in vielen industriebezogenen, nachhaltigkeitsorientierten Organisationen aktiv, wie etwa SIFAV, WBV, ABNB und ähnlichen. Wir haben festgestellt, dass Kon-

sumenten – insbesondere die Millennials – zunehmend Fragen zu unseren Produkten haben. Unsere „Discover More“-Kampagne widmet sich diesem Bedarf und bietet Kunden und Konsumenten einen besseren Einblick in die Entwicklung und Herkunft unserer Produkte sowie in die Werte und Verpflichtungen, die für uns dahinter stehen.

Sind Sie auch deshalb in die BlockchainTechnologie eingestiegen? Ja, wir möchten die Herkunft unserer Bananen völlig transparent darstellen und auch einen Einblick in die gemeinsamen Anstrengungen geben, die wir in den Bereichen Soziales und und Umwelt unternehmen. In letzter Zeit wurde den sogenannten externen Effekten innerhalb der landwirtschaftlichen Produktionsketten, wie Löhne, Wasserverbrauch und CO2-Emissionen, viel Aufmerksamkeit gewidmet. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der Supermarktkette PLUS und dem Technologiepartner Supply Chain Information Management (SIM) die klimaneutrale Banane entwickelt. Dazu hat die unabhängige Climate Neutral Group die CO2-Emission pro Bananenkarton berechnet. In der ersten Stufe kompensieren wir diese und unser Ziel in der zweiten Stufe ist es, sie in der gesamten Lieferkette aktiv zu

reduzieren. Dank der von SIM entwickelten Blockchain können wir Kunden und Konsumenten zuverlässige Informationen und Transparenz über die verschiedenen Phasen unserer Kette bieten. Durch Scannen des QR-Codes auf den unverpackten Bananen und Eingabe der Fairtrade FLO-ID können Konsumenten den Weg ihrer Bananen von der Plantage bis zum Einkaufskorb verfolgen. Diese Reise beginnt in einer der siebzehn Kooperativen in der Region Urabá in Kolumbien, wo die Bananen angebaut werden. Die Blockchain umfasst Informationen zur Ernte der Bananen, zu sozialen und gesellschaftlichen Aktivitäten, zu Zertifizierungen und zur CO2-Emission pro Supply-Chain-Stufe. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern Initiativen zu entwickeln, mit denen sich die CO2-Emission entlang der gesamten Supply-Chain reduzieren lassen. Können wir noch einen weiteren Ausbau Ihres Sortiments erwarten? Im Rahmen unserer Diversifizierung haben wir unsere Fyffes Exotenlinie entwickelt. Diese besteht mittlerweile u.a. aus Gemüsebananen, roten Bananen und Babybananen, Maniok und demnächst auch Avocados aus eigenem Anbau in Kolumbien. Avocados bieten ein beträchtliches Wachstumspotenzial, und wir wollen in diesem Markt expandieren. Langfristig wird sich auf dem Avocado-Markt ein besseres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entwickeln. Derzeit ist dieser Markt jedoch nach wie vor nachfrageorientiert. Die Fyffes-Kampagne „Discover More“ wird dies unterstützen und den Grundstein für weitere Innovationen und die Entwicklung neuer Produkte legen. Wir werden also noch viel von uns hören lassen! www.fyffes.nl

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Spanische Bio-Produkte werden in Deutschland geschätzt Deutschland wird voraussichtlich der weltweit zweitgrößte Verbraucher von Bio-Lebensmitteln bleiben; allerdings wächst die eigene BioLebensmittelproduktion langsamer als die Nachfrage und deshalb ist Deutschland hauptsächlich auf ausländische Anbieter angewiesen. Das bietet spanischen Unternehmen im Bio- und biologisch-dynamischen Sektor, insbesondere in Andalusien, eine Chance.

D

er spanische Obst- und Gemüseexport ins restliche Europa hat in den letzten Jahren nicht aufgehört zu wachsen. Im Jahr 2018 verschickte Andalusien Produkte im Wert von 1.543 Millionen Euro und wurde damit zum Hauptabsatzmarkt in dieser Region und mit 42% des Gesamtumsatzes Spaniens zum Marktführer im nationalen Export. Almeria ist die Provinz, die den größten Anteil hat, mit mehr als der Hälfte des Gesamtbetrags (56%) und 862 Millionen im Jahr 2018, was mehr als doppelt so viel ist als noch 2009, mit einem Anstieg von 111% in den letzten zehn Jahren. An zweiter Stelle steht Huelva mit 348 Millionen (22,5%), das sich ebenfalls mehr als verdoppelt hat, mit einem Anstieg von 150%. An dritter Stelle steht Sevilla mit 109 Millionen (7,1%) und einer Steigerung von 93%, und an vierter Stelle Granada mit 107

Millionen und einer Steigerung von 4%. Es folgen Málaga mit 75 Millionen und einem Anstieg von 402%, Cádiz mit 20,6 Millionen und einem Anstieg von 49%, Córdoba mit 20,5 Millionen (+1,3%) und Jaén mit 1,2 Millionen.

Im Falle Deutschlands haben sich die Obstund Gemüseimporte in den letzten zehn Jahren verdoppelt und sind seit 2009 um 110% gestiegen. Die Zahl der spanischen Obst- und Gemüseunternehmen, die nach Deutschland exportieren, ist in den letzten zehn Jahren um 22% auf insgesamt 487 gestiegen. Davon sind fast zwei Drittel (68%) regelmäßige Exporteure (mehr als vier Jahre Export). Das sind 28,5% mehr als 2009 (73 weitere Unternehmen). GUTE SPANISCHE BIO-PRODUKTE In den letzten Jahren haben eine Reihe von spanischen Organisationen und Instituti-

onen Partnerschaften zwischen andalusischen Obst- und Gemüseunternehmen gefördert und ermutigt. Im Bio-Bereich hat eine spanische Delegation mit Unterstützung der andalusischen Räte der Präsidentschaft, der öffentlichen Verwaltung und des Innenministeriums in wichtigen Städten wie Köln und Düsseldorf Treffen abgehalten. Diese wurden von der Extenda, der andalusischen Agentur für Auslandswerbung, organisiert. Ziel dieser Missionen ist es, die Präsenz andalusischer Produkte auf dem deutschen Markt zu stärken und Verbindungen zu Importeuren und Händlern herzustellen, die im Bereich des ökologischen Obst- und Gemüsesektors tätig sind.

Der deutsche Bio-Markt ist der größte in Europa und der zweitgrößte der Welt, gemessen am Umsatz, mit insgesamt über 10.000 Millionen Euro im Jahr 2017. Dies entspricht 11% des weltweiten Umsatzes mit Bioprodukten und 62% des Bio-Umsatzes entfallen auf Frischprodukte. Obst und Gemüse verzeichneten im Jahr 2017 Umsatzsteigerungen von 7% bzw. 4,5%. Andalusien ist mit 42% des Inlandsumsatzes führend im Obst- und Gemüseverkauf AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Bio

auf dem deutschen Markt. Darüber hinaus ist Deutschland mit 1.543 Millionen Euro im Jahr 2018 Spitzenreiter für andalusisches Obst und Gemüse. Das bedeutet, dass mehr als jeder vierte Euro der andalusischen Exporte in Deutschland verdient wurde, mit einem Wachstum von 110% in den letzten zehn Jahren. ANDALUSIEN, EIN MEER VON PAPRIKA UND GURKEN Spanien exportiert hauptsächlich Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini nach Deutschland, was das Land auch zum Hauptlieferanten für diese Produkte macht.

Im spezifischen Fall Andalusiens verkauft die Region hauptsächlich Paprika nach Deutschland, davon 265 Millionen Euro im

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Jahr 2018, was 17,2% des Gesamtumsatzes ausmachte und ein 139%iges Wachstum seit 2009 darstellt. Im gleichen Jahr betrug der Export von Gurken 199 Millionen Euro (12,9%) und verzeichnete ein Wachstum von 81%; die Tomatenlieferungen erreichten einen Wert von 198 Millionen Euro (12,8%) und verzeichneten einen Anstieg von 42%. An vierter Stelle lagen frische Erdbeeren mit 135 Mio. Euro (8,7%) und einem Wachstum von 24,8%. Es folgen Melonen, Wassermelonen und Papayas mit 114 Mio., 7,4%, und ein Anstieg von 134%; Himbeeren und Brombeeren mit 108 Millionen Euro (+939%); Heidelbeeren mit 100 Millionen (+1.080%); Zitrusfrüchte mit 77 Millionen (+63%); Kürbisse und Zucchini mit

68 Millionen (ohne Verkäufe in 2009); und Datteln, Feigen, Ananas, Avocados, Guaven, Mangos und Mangostanfrüchte mit 44 Millionen, 2,8% und einem Anstieg von 439%.

RELEVANZ DER HERKUNFT UND NÄHE ZUM HERSTELLER Über die Wahrnehmung der deutschen Verbraucher gegenüber der spanischen Herkunft des Angebots liegen nur wenige Daten vor, aber mehrere Studien zeigen indirekt, dass das Herkunftsland von Bioprodukten kein relevanter Aspekt zu sein scheint; allerdings wird die Nähe der Produktion berücksichtigt, wie 87% der Befragten im Rahmen einer Studie des deutschen Landwirtschaftsministeriums für 2018 (Ökobarometer 2018) angaben. Dies würde den direkten Zusammenhang

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zwischen dem ökologischen Landbau und seinen positiven Auswirkungen auf die verbrauchernahe Umwelt verdeutlichen.

Die Dominanz von Verbands- und Handelsmarken auf dem Bio-Lebensmittelmarkt erschwert die eindeutige Identifizierung der Erzeugermarke und auch der Herkunft des Produktes. Bei spanischem Obst und Gemüse wird davon ausgegangen, dass der Ruf Spaniens als Exporteur auf dem konventionellen Markt auch für die ökologische Produktion gilt. Der Großteil der spanischen Bio-Lebensmittelproduktion ist für ausländische Märkte bestimmt, wobei Deutschland eines der Hauptziele ist. Was den Export von Bioprodukten betrifft, so verschickt Spanien hauptsächlich Obst und Gemüse und ist der größte Lieferant Deutschlands. Zusammen machen Spanien und Italien 85% aller deutschen Bio-Obst- und Gemüseimporte aus.

In der Saison 2015/2016 verdoppelten sich die deutschen Importe von spanischen Bio-Gurken, während die Importe von Bio-Paprika um 14% und die von Bio-To-

maten nach Jahren des Rückschlags um 8% stiegen (letzte verfügbare Daten).

NEUE VERTRIEBSWEGE Die deutschen Verbraucher erwarten heute ein breites Angebot an Bio-Lebensmitteln und sie möchten diese auch in Geschäften ihres Vertrauens. Die Bio-Supermärkte erfüllen die Erwartungen in diesem Zusammenhang. Allerdings müssen sich diese Märkte dem Wettbewerb mit dem traditionellen Einzelhandel stellen. Das enorme Wachstum von Bioproduktion und -konsum in Spanien hat den Online-Verkauf landesweit angekurbelt. In anderen Ländern, wie z.B. Deutschland, hinkt der Online-Kanal für Lebensmittel, sowohl für ökologische als auch für konventionelle, noch immer hinterher. Die meisten deutschen Kunden kaufen Lebensmittel hauptsächlich in physischen Läden; dennoch steigt die Online-Nachfrage nach Lebensmitteln dank der Ausweitung des Angebots. Derzeit geben 6% der Verbraucher an, Bio-Lebensmittel online gekauft zu haben.

Einige Einschränkungen, die sich auf spanische Exporteure auswirken, wenn es darum geht, ihre Bioprodukte in Deutschland zu verkaufen, sind die Bedeutung von Zertifizierungslabels privater Verbände, das Vorhandensein konsolidierter Marken und die niedrigen Preise (insbesondere im Discountkanal). Die Logistik kann manchmal durch die geographische Entfernung erschwert werden und Probleme beim Transport der Produkte können ein Hindernis darstellen. Mit der aktuellen Technologie und den Fortschritten in der Logistik und Infrastruktur sowie der Schaffung neuer Korridore sieht es jedoch gut aus für die langjährige Beziehung zwischen Spanien und Deutschland.

Herausforderungen des deutschen Marktes

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Großhandelsmärkte

Das Herz des französischen Handels

Die Zukunft von Rungis und Saint Charles International Rungis und Saint Charles International sind für den französischen Obst- und Gemüsehandel von größter Bedeutung. Diese beiden Handelszentren wurden vor 50 Jahren gebaut und sind seitdem sehr erfolgreich. Täglich verkaufen Hunderte von Unternehmen ihre Waren in diesen beiden Zentren. Rungis und Saint Charles International investieren viel, um auch weiterhin das Zentrum des französischen Marktes zu sein. Der Großhandelsmarkt von Rungis liegt etwas außerhalb von Paris. Im Jahr 2018 haben mehr als 1,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse den Weg durch das Zentrum gefunden. Die 363 in Rungis ansässigen Frischwarenunternehmen haben einen gemeinsamen Umsatz von 3,69 Milliarden Euro. Während in Rungis alle Arten von Frischeprodukten angeboten werden, ist 140

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Saint Charles International ausschließlich auf Obst und Gemüse spezialisiert. Dort wurden im gleichen Zeitraum mehr als 1,7 Millionen Tonnen Obst und Gemüse gehandelt, was einem Umsatz von 1,98 Milliarden Euro entspricht. Der Handelsplatz befindet sich in der südlichen Küstenregion von Perpignan.

DER VATER VON SAINT CHARLES Anne-Marie Colom war bei der Gründung von Saint Charles International dabei. Heute leitet sie das Obst- und Gemüseunternehmen Marquillanes. Dem Gründer dieses Unternehmens, Paul Marquillanes, ist es zu verdanken, dass Saint Charles International existiert. „Wir nennen ihn den Vater von Saint Charles.“ Madame Colom erzählt die Einzelheiten der Ereignisse, die zur Gründung des Zentrums führten. „Vor 52 Jahren gab es 21 Importeure von spanischem Obst und Gemüse in Perpignan. Unsere Geschäfte waren über die ganze Stadt verstreut. Die Einrichtung war sehr unpraktisch. Wenn die Lastwagen mit unseren Vorräten spät in der Nacht eintrafen, war die Entladung eine ernsthafte


Unannehmlichkeit für die Menschen, die in den Vierteln unserer Geschäfte wohnten. Paul Marquillanes versammelte uns alle und ergriff die Initiative, um uns in einer professionellen Organisation zu vereinen, ‘le Syndicat National des importateurs-exportateurs de fruits et légumes frais en provenance d’Espagne’, oder zu Deutsch, dem Nationalen Verband der spanischen Importeure und Exporteure von Frischobst und -gemüse.“

Die Mitglieder der Gewerkschaft begannen mit der Suche nach einem Gelände, auf dem sie ihre Depots bauen konnten. Sie fanden Grundstücke, die zu einem Gutshof namens Saint Charles in Südfrankreich gehörten, der dem Zentrum seinen Namen gab. Diese Grundstücke befanden sich außerhalb der Stadt Perpignan, ideal an einer Eisenbahnlinie und einer Auffahrt zur Autobahn A9 gelegen. „Nachdem die ersten beiden Gebäude, zu denen auch Bahnsteige gehörten, fertiggestellt waren, konnten unsere Lieferanten ihre Ladung schließlich auf Paletten entla-

den. Nun konnten die Lkw in 20 Minuten entladen werden. Das war ein enormer Fortschritt. Vorher dauerte es zwei bis drei Stunden, um einen Lkw mit Clementinen von Hand, Kiste für Kiste, Größe für Größe zu entladen. Die Plattformen erleichterten auch die anschließende Verladung der Produkte vor der Abfahrt. Saint Charles war von Anfang an ein großer Erfolg, und dieser Erfolg hat sich seitdem nur noch vervielfacht.“ SPEKTAKULÄRE ENTWICKLUNGEN Im Laufe der Jahre hat sich das Zentrum enorm vergrößert. „Am Anfang hatte jeder Importeur einen Raumtemperaturbereich und einen Kühlbereich. Heute sind alle unsere Gebäude mit Kühlanlagen ausgestattet und dank des Wachstums von Saint Charles haben wir viel mehr Lagerraum. Wir verfügen auch über Räume mit kundenspezifischen, produktspezifischen Temperaturen. Das Zentrum hat Transportfirmen angezogen und der SNFC-Warenbahnhof wurde auf- und ausgebaut.“ In der Blütezeit der SNFC-Station fuhren fünf Züge pro Tag von Perpignan ab. „Der

Zug wird nun verschwinden; die einzige verbliebene Strecke wurde zur Versorgung von Rungis genutzt. Das macht keinen Sinn, denn es ist wichtig, die Umwelt zu schützen und den CO2-Fußabdruck zu verringern. Der Zug verringert die Anzahl der benötigten LKWs auf der Straße und kann die CO2-Belastung des Transports deutlich reduzieren.“ Madame Colom weist auf die steigende Zahl der Länder, aus denen importiert wird, als eine der wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte von Saint Charles International hin. „Der Anstieg ist spektakulär. In der Anfangszeit wurden nur wenige spanische Produkte nach Saint Charles importiert. Dann öffnete das Zentrum seine Türen für Marokko, Südamerika, Südafrika und alle Länder des Mittelmeerraums.“ Das Center hat auch den Vertrieb in verschiedene Länder ausgeweitet. „Wir verkaufen derzeit in ganz Europa, sowohl lokal als auch außerhalb der Europäischen Union. Wir verkaufen auch außerhalb Europas, zum Beispiel nach Nordamerika.“ AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Großhandelsmärkte Käufern aus ganz Europa und sogar aus Asien besuchen Saint Charles International. Sie suchen nach Obst und Gemüse außerhalb der Saison sowie nach Produkten, die es in ihren eigenen Ländern nicht gibt. Alle Länder des Mittelmeerraums sind an Saint Charles International interessiert, und dieses Interesse erstreckt sich auf die ganze Welt.“

Anne Marie Colom mit ihrer Tochter, Anne Marie Girault-Colom.

MEHR LOKALER ANBAU Neben den Überseeprodukten bezieht Saint Charles International mehr einheimisches Obst und Gemüse aus Südfrankreich. „Einheimische Erzeuger waren uns lange Zeit böse, weil wir ein Importzentrum inmitten einer wichtigen landwirtschaftlichen Region gebaut haben. Inzwischen haben sie begriffen, dass sie ihre Produkte dank unserer logistischen Möglichkeiten sehr einfach über unser Zentrum auf den Markt bringen können.“ Saint Charles International befindet sich in einer strategischen Position. „Wir sind ideal positioniert. Nicht nur für alle Handelswege von und nach Süden. Sondern auch für diejenigen, die in die nördlichen und östlichen Richtungen Frankreichs und Europas führen. Wir befinden uns in der Nähe verschiedener Zielhäfen, wie Port-Vendres, Sète und Marseille. Saint Charles International verkauft viele Produkte über diese Häfen. Sogar einige Produkte, die in Häfen in Nordfrankreich oder den Niederlanden ankommen, werden direkt von unserem Zentrum aus auf den Markt gebracht.“

UNZERSTÖRBAR Madame Colom hat Vertrauen in die Zukunft von Saint Charles International. „Das Zentrum ist unzerstörbar. Es wird immer hier sein. Ich bin seit mehr als 52 Jahren hier und glaube an eine weitere Entwicklung. Neue Importländer und Exportziele werden hinzukommen, und es wird mehr Produkte geben, die nachhaltig angebaut werden, wie zum Beispiel Bioprodukte. Die Qualitätsanforderungen werden strenger werden, um die Lebensmittelsicherheit für den Endverbraucher zu gewährleisten.“ Viele der ersten Geschäftsführer der Firma Saint Charles sind inzwischen von ihren Kindern abgelöst worden. „Die jüngere Generation übernimmt die Führung. Das gilt auch für unser Unternehmen, in dem meine Tochter vor einigen Jahren beschlossen hat, zu uns zu stoßen. Frisches Blut und Visionen geben der Branche neuen Auftrieb.“ Madame Colom weist auf weitere Entwicklungen hin, die zur Expansion von Saint Charles beigetragen haben. „Delegierte von

Madame Colom zieht ein definitives Fazit: „Die Menschen auf der Welt werden immer frisches Obst und Gemüse essen. Qualitätssicherungssysteme wie IFS, Démarche Qualité Saint Charles, ökologischer Landbau und AEO werden für den Sektor immer wichtiger. Das Zentrum Saint Charles International wird weiterwachsen und den Ansprüchen und Erwartungen der Verbraucher gerecht werden.“ VON PARIS NACH RUNGIS Im Jahr 2019 erlebte der Großhandelsmarkt Rungis sein 50. Jubiläum. Das wurde u.a. mit dem Weltrekord für den größten Tisch der Welt gefeiert. Die Geschichte dieses Großmarktes reicht jedoch bis ins Mittelalter zurück. Bevor der Markt nach Rungis verlegt wurde, befand er sich im Zentrum von Paris.

Im Jahr 1183 wurden in Paris zwei Gebäude errichtet, die einen überdachten Markt beherbergen sollten. Ab dem 13. Jahrhundert wurde hier dreimal wöchentlich ein Großmarkt für Lebensmittel betrieben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Gebäude renoviert und erweitert. Auch die Aktivitäten nahmen zu, und seit dem 17. Jahrhundert wurde der Markt täglich organisiert. Im 19. Jahrhundert beschloss Napoléon III., die alten Gebäude abzureißen, um Platz für größere, praktischere Gebäude zu schaffen. Diese wurden in Form von zehn Metallpavillons mit großen Glaswänden errichtet. Die Menschen nannten diese die 'Les Halles

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Das Depot von ‚Marquillanes’

centrales'. Diese wurden bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts genutzt.

In den 50er Jahren beschloss Präsident Charles de Gaulle, dass diese Hallen den Straßen weichen mussten. Dies wurde dann 1969 realisiert und der Großmarkt zog nach Rungis, sieben Kilometer südlich von Paris, um. Eine ausgezeichnete Wahl - der Markt befindet sich in der Nähe der Autobahn und des Flughafens Orly. Es gab auch Platz zum Wachsen. Der Markt umfasst eine Fläche von 234 Hektar. VERTRETER Vor sechzig Jahren verließen die drei Brüder Meseguer Spanien, um in Les Halles, wie der damalige Großmarkt hieß, Zitrusfrüchte aus ihrer Region zu verkaufen. Heute befindet sich ihre Firma, Ets Meseguer, in Rungis und ist immer noch im Import und Verkauf von Zitrusfrüchten tätig. Benoît Maillard-Guillon, der bei Ets Meseguer arbeitet, betont, dass Rungis eine einzigartige Stellung im französischen Obst- und Gemüsemarkt einnimmt.

„Die Stärke von Rungis liegt darin, dass er für die Situation des französischen Märkten im Allgemeinen vollkommen repräsentativ ist. Es ist ein guter Indikator für Qualität und Volumen. Man kann sehen, welche Produkte das Ende ihrer Saison erreichen, welche Produkte gerade erst auf den Markt kommen und welche Produkte stark nachgefragt werden. Alles ist vorhanden und verfügbar, auch einzigartige Nischenprodukte. Man muss nur in Rungis herumlaufen, um sich ein Bild vom Gesamtangebot zu machen.“ Benoît arbeitet seit 13 Jahren in Rungis. Im Laufe der Jahre hat er viele Veränderungen erlebt. „Die Situation hat

sich, was die Logistik betrifft, verschlechtert. Die Zugverbindung zwischen Perpignan und Rungis wurde eingestellt, da die Verkehrssituation um Paris herum komplizierter wurde. Wenn man jedoch die Infrastruktur und den Zustand der Gebäude betrachtet, hat es positive Entwicklungen gegeben. Alles wurde renoviert und viele neue Lagerhäuser wurden gebaut. Es wird kontinuierlich investiert.“

DIE WICHTIGSTEN AKTEURE Benoît fügt hinzu, dass viele Unternehmen in den letzten Jahren den Eigentümer gewechselt haben. „Es ist nicht schwer, Nachfolger zu finden. Rungis ist eine Marke. Es ist ein strategischer Standort für die großen Akteure mit verschiedenen Niederlassungen in Frankreich, und die Marktstände sind nach wie vor sehr beliebt.“ Obwohl die Familienmitglieder den meisten Eigentümern nicht nachfolgten, sind in vielen Fällen die ursprünglichen Namen der Unternehmen erhalten geblieben. Laut Benoît übernehmen diese großen Akteure mehr und mehr den Markthandel mit konventionellen Produkten. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass die kleineren Unternehmen diese Entwicklung bewältigen können. „Es gibt viele große Restaurants in und um Paris. Diese werden dafür sorgen, dass kleine Unternehmen, die sehr spezifische Produkte wie Kräuter und essbare Blumen anbieten, überleben werden. Die Restaurantbesitzer sind an dieser Art von Produkten interessiert, und solange sie in Rungis bleiben, wird das Angebot weiter bestehen. Eine weitere Entwicklung, auf die Benoît hinweist, ist, dass immer mehr Gemüsehändler und Großhändler bei Rungis einkaufen. „Diese Händler sind gleichzeitig als Gemüsebauern und Großhändler tätig.“

ZUKUNFTSSICHER Der jahrhundertealte Pariser Großmarkt hat immer wieder seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, die Zeit zu überleben. Rungis setzt auch heute noch alles daran, zukunftsfähig zu sein. Semmaris, die Organisation, die für die Verwaltung des Großmarktes verantwortlich ist, hat mehrere laufende Projekte, um dies zu erreichen. Beispiele dafür sind der Bau von energieneutralen Gebäuden, Lademasten für Elektrofahrzeuge und ein Pavillon mit Bio-Produkten. Dieser Pavillon wurde 2016 eröffnet und umfasst eine Fläche von 5.600m2. Damit ist er das größte Bio-Verkaufslager in Europa. Laut Stéphane Layani, dem Präsidenten des Großmarktes, beweist dieser Bio-Pavillon, dass Rungis in der Lage ist, sich an die massiven Entwicklungen im Lebensmittelkonsum anzupassen. Dieses Bio-Lager passt auch zu Rungis' Ziel, die Produktversorgung nachhaltiger zu gestalten. Es ist nicht das erste derartige Spezialgebäude in Rungis. Im Jahr 2013 wurde hier ein Pavillon eröffnet, der der Gastronomie gewidmet ist. Seit 2015 beherbergt Rungis 'Rungis & Co', eine Kooperation zwischen Unternehmen und jungen Firmen, die sich gemeinsam über die Zukunft des Großmarktes Gedanken machen. Start-ups, die zu Rungis & Co gehören, haben bereits Lösungen entwickelt, wie Unternehmen ihre Abfälle sinnvoll nutzen können und wie sie die Temperaturen in den Kühlhäusern fernsteuern können.

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Rascher Aufstieg von Fresh Convenience fördert den deutschen Gastrogroßhandel

„Angebot und Nachfrage bei verarbeitetem Obst und Gemüse werden die nächsten Jahre kontinuierlich zunehmen“ Mustafa Topak, Geschäftsführer der Topak GmbH

In den meisten westeuropäischen Ländern ist Fresh Convenience bereits seit Jahren nicht mehr aus dem Festangebot wegzudenken. Sowohl im Lebensmitteleinzelhandel als auch in der Gastronomie sind geschnittene und verwertete Frischprodukte ein lukratives und wachsendes Produktsegment, indem hohe Gewinnmargen erzielt werden können.

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ittlerweile gewinnt das Segment auch am deutschen Frischemarkt rasch an Bedeutung, obwohl die Auswahl im Vergleich zu den umliegenden Ländern immer noch begrenzt ist. Aufgrund des Personalmangels sowie der blühenden inländischen Gastronomie wird der Bedarf an entsprechenden Convenience-Konzepten die nächsten Jahre kontinuierlich steigen. Dieser Trend schafft aber auch neue Wachstumschancen und neue Lebendigkeit auf den deutschen Großmärkten.

Bis vor einigen Jahren beschränkte sich die Convenience-Auswahl am deutschen Markt fast ausschließlich auf geschälte Kartoffeln und Zwiebeln, sowie Schnittsalate und Kohlgemüse. In den letzten Jahren hat dessen Marktanteil und Angebot allerdings extrem zugelegt, wie auf dem erstmaligen Convenience Forum im Sommer 2018 in Hamburg betont wurde. Laut der damaligen Daten sei trotzdem immer noch ein großes Wachstumspotenzial in diesem ausgeprägten Marktsegment vor-

handen. Referent Michael Möhring (Erfa Food Service) hatte dementsprechend eine klare Botschaft an das anwesende Fachpublikum: „Die Convenience-Branche bietet Wachstumschancen für flexible Anbieter im Außer-Haus-Markt“. Eine breite Auswahl und kompromisslose Frische, aber auch ein akzeptables Preis-Leistungsverhältnis seien die bedeutendsten Vorgaben dieser neuen Marktsparte.

VON SAISONALEM SCHNITTGEMÜSE BIS ZU VERPACKTEN OBSTSALATEN UND PILZMIXEN Heutzutage ist der Großteil des Frischesortiments ebenfalls in Convenience-Form zu haben. Jedoch wurde nicht jedes Convenience-Produkt bereits von Anfang an ein Renner. Vor allem Obstsalate und Schnittfrüchte erlebten einen mühsamen Marktlaunch, erinnert sich das Management der vitasafe GmbH: Das süddeutsche Unternehmen ist seit gut 10 Jahren auf die Herstellung sowie die Vermarktung von frischem Schnittobst spezialisiert und platzierte

anfänglich 12 innovative Geschmacksvariationen am Markt.

Trotz der Begeisterung seitens des LEH hielten sich Verbraucher beim Kauf zurück: „Wir waren in unserer Euphorie einfach zu weit gegangen“. In Erkenntnis dessen drehte man das Rad zurück auf ein Produkt, das nahezu jeder (als Konserve) kennt, nämlich den „Ananas-Zylinder“. Seitdem produziert vitasafe diesen Ananas-Zylinder frisch und ohne Zusatz von Konservierungsstoffen, atmosphärisch verpackt im Becher und mit einer Mindesthaltbarkeit von 7 Tagen am Point-of-Sale. „Dieser Artikel wurde vom Kunden sofort akzeptiert.“

Auch in anderen Marktsegmenten habe sich in den letzten Jahren einiges getan: Ein Beispiel dafür sei der Pilzsektor, bestätigt uns der spezialisierte Pilzgroßhändler Uwe Buschhaus des gleichnamigen Unternehmens. „Der Bedarf an küchenfertigen Pilzen in Mixverpackungen steigt von Jahr zu Jahr, hauptsächlich im Gastro- und Cash&Carry-Bereich. Dies betrifft nicht nur die Standard-Zusammenstellungen, sondern auch ausgefallenere Pilzexoten.“ Seitens des Anbieters sei es ausschlaggebend, flexibel auf die Bedürfnisse des Großabnehmers zu reagieren, betont Buschhaus. „Aufgrund dessen liefern wir auf Bestellung bis 10-12 verschiedene Sorten in einer Mixverpackung.“ AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Convenience

Stephan Junkers, Go Fresh GmbH

“Weiterveredlung von Fresh-Convenience wird schlagartig an Bedeutung gewinnen” Bereits im Jahr 1995 machte Stephan Junkers seine ersten Schritte im Convenience-Bereich. In den darauffolgenden Jahren war der gelernte Koch unter anderem im Nachbarland Niederlande arbeitsam und sammelte er das entsprechende Know-how in Sachen Fresh-Convenience. Schließlich gründete er im Jahr 2011 die Firma Go Fresh mit Sitz in Geilenkirchen (nah an der niederländischen Grenze). Zu seinen Hauptabnehmern gehören namhafte Fluggesellschaften (Fly Catering) sowie Gastronomie und Hotellerie im In- und Ausland. In jedem einzelnen Bereich fehlen derzeit die Arbeitskräfte, beobachtet Junkers. “Immer weniger Leute wollen Koch lernen: Dies trägt dazu bei, dass der Bedarf an küchenfertigen Frischeprodukten mit wenig Zeitaufwand tendenziell steigt. Denn auch der Hilfsarbeiter muss diese Produkte einfach auf den Tisch bringen können. Die Einkaufspreise sind zwar höher, dementsprechend benötigt man aber weniger ‚Manpower‘ und der Produktausfall ist schlussendlich geringer.”

LOCAL-FOR-LOCAL-PRODUKTION AN BESTEHENDEN FRISCHEMÄRKTEN Der starke Fokus auf Fresh Convenience habe einen großen Einfluss auf den bestehenden Frischehandel und schafft neue Vermarktungschancen für bestehende Großmärkte Deutschlands. Vor allem an den kleineren, lokal orientierten Handelsgeländen versucht eine steigende Anzahl an Großhändlern diese relativ neue Marktlücke zu schließen. Dies geschieht auch in Anbetracht der Tatsache, dass der ursprüngliche Vertrieb von unbearbeiteter Steigenware nicht mehr ausreicht um sich am Markt durchzusetzen. Fresh Convenience bietet den Händlern eine Möglichkeit zur Weiterverwertung lokaler Erzeugnisse und dementsprechend höhere Gewinnmar148

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Der Convenience-Lieferant der ersten Stunde sieht einige erfreuliche Entwicklungen am deutschen Markt. Beispielsweise sieht er eine erhöhte Nachfrage nach vergessenen und wiederentdeckten Gemüsekulturen, wie Pastinaken, vor allem in der gehobenen Gastronomie. “Wir arbeiten mit einem Partner, der dieses Gemüse nicht nur schält und schneidet, sondern auch vorgart und abschmeckt. Diese Weiterveredlung von Fresh Convenience wird meiner Ansicht nach die kommenden Jahre schlagartig an Bedeutung gewinnen, sodass man dem Verbraucher letztendlich ein Endprodukt statt einem Halbfabrikat anbieten kann.” Trotz der erhöhten Anforderungen an den Convenience-Produkten sei die Haltbarkeit bzw. die Logistikkette immer noch ausschlaggebend. “Im Vergleich zu den Niederlanden sind die Transportwege in Deutschland natürlich wesentlich länger. Nicht selten dauert es bereits zwei Tage bevor die Produkte im Zentrallager sind und dann nochmal einen Tag bis sie in die Läden gelangen. Die Haltbarkeit im Griff zu kriegen, ist

gen im Vergleich zum Standardsortiment. Seitens des Abnehmers besteht dabei der Vorteil der lokalen Belieferung, wobei kurze Transportwege im Zusammenhang mit der hohen Flexibilität der lokalen Herstellung der Frische, sowie der Produktqualität des zu vermarktenden Produktes zu Gute kommen. Seitens des Marktes werde die Local-for-local-Herstellung der Convenience-Erzeugnisse somit hauptsächlich als vorteilhaft erkannt. Immer mehr Großhändler glauben ans Potenzial der lokalen Convenience-Herstellung und entscheiden sich für dieses Marktsegment, entweder im großen oder bescheidenen Umfang. Am Frischemarkt Bremen wird derzeit eine nagelneue Pro-

Das Team von Go Fresh mit Herrn Junkers (äußerst rechts)

nach wie vor die größte Herausforderung der Fresh Cut-Branche.” In der Eigenproduktion der Go Fresh GmbH stehen Obstprodukte an oberster Stelle. Bis zu 75 Prozent der hergestellten Produkte seien Fruchterzeugnisse. “Sowohl in der Gastronomie als auch im Flycatering sind Obstsalate, sowie Monoprodukte wie Ananas-, Grapefruitund Orangenscheiben, seit jeher fester Bestandteil des Bedarfs. Bei den Gemüseprodukten bleiben wir weg von den Schnittsalaten, sondern fokussieren uns auf Kohl- und Wurzelgemüse und versuchen dabei eine höhere Veredlungsstufe zu erreichen. 40% der Produktion geschieht von Hand, etwa 60% maschinell, die Ansprüche sind stark vom jeweiligen Klientel abhängig”, sagt er schließlich. sjunkers@go-fresh.net

duktionsstätte (6.000m²) fertiggestellt, in der die Firma Topak bald Fresh Convenience für den norddeutschen Raum produzieren und disponieren wird. „Wir haben den Convenience-Trend frühzeitig für uns erkannt und haben die Produktionskapazität parallel zur alltäglichen Erweiterung unserer Produktauswahl peu à peu weiterentwickelt. Momentan liegt unser tagtäglicher Produktumschlag bei gut fünf Tonnen und wir werden diese Kapazitäten durch den Umzug verdreifachen“, so Firmeninhaber Mustafa Topak. (HH) michael@moehrings.de info@vitasafe.de info@speisepilze.eu info@topak.de


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Kaki

Spanische Kaki: Vom Boom zum Drama Die spanische Kaki-Produktion von Rojo Brillante hat sich in dieser Saison erholt und belief sich auf rund 450 Millionen Kilo. Sie folgt auf eine verlustreiche Saison 2018-2019 mit mehr als 50 % weniger Ertrag. Dies ist auf Auswirkungen von Wettereinflüssen wie Hagel und Frost zurückzuführen.

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bwohl die Preise in der vergangenen Saison aufgrund von Produktknappheit noch akzeptabel waren, wird die Saison 2019-2020 mit katastrophalen Ergebnissen, die bereits in den Vorjahren vorhergesagt wurden, zu Ende gehen. Kakis haben sich in wenigen Jahren von einer profitablen Alternative zu einer risikoreichen Angelegenheit entwickelt. Dies gilt gerade im Vergleich zu anderen Früchten wie Orangen oder Mandarinen. Wurden ohne Planung zu viele Kakis gepflanzt? Wäre die Erschließung neuer Märkte und die Förderung des Verzehrs der Früchte ein Schlüssel, um den Untergang dieses Sektors zu verhindern? Der Kaki-Anbau ist in Spanien in einem rasanten Tempo gewachsen, vor allem in der Provinz Valencia, wo die Produktion von 4.000 Tonnen im Jahr 2000, die ausschließlich in der Provinz La Ribera del Xúquer angebaut wurden, begann. Im Jahr 2020 ist diese auf etwa 450.000 Tonnen in ganz Spanien gestiegen. Das bedeutet, dass sich die Produktion um mehr als hundert

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Mal erhöht hat. In diesem Jahr sind viele Kakis an den Bäumen hängen geblieben, weil es sich nicht gelohnt hat, sie zu ernten, da niemand Interesse an ihrem Kauf zu zeigen schien. Die Situation für viele spanische Produzenten und Vermarktungsunternehmen, die mit diesem Produkt arbeiten, ist dramatisch. Im Bewusstsein der Tatsache, dass es mehr Obst als im letzten Jahr gibt, hat der große Einzelhandel begonnen, die Einkaufspreise zu senken. „Viele Erzeuger gerieten in Panik und begannen bald zu ernten und sehr billig zu verkaufen. Die Folge davon war ein Preiseinbruch nur wenige Wochen nach Beginn der Saison“, sagt Eduardo Cifre, ein valencianischer Produzent und Exporteur. Anfang Dezember lagen die Einkaufspreise im Ursprung bereits zwischen 5 und 7 Cent pro Kilo, während die Produktionskosten allein bei rund 25 Cent pro Kilo liegen. Laut Eduardo Cifre sind auch die Vermarktungsunternehmen in Schwierigkeiten geraten. „Die Vermarkter hatten mit Mar-

gen zwischen 1 und 2 Cent zu tun, sodass eine einzige Beanstandung einen wichtigen Teil der Kampagne verderben kann. Die Situation ist sehr angespannt, sowohl zwischen Produzenten und Handelsunternehmen als auch zwischen Händlern und dem großen Einzelhandel. Tatsache ist, dass die meisten Supermarktketten den Preis für Kakis in ihren Regalen auf dem Niveau des letzten Jahres gehalten haben und somit höhere Margen erzielen.“

„In diesem Jahr gab es keine Hagelstürme, Fröste oder größere Schädlingsprobleme, also gab es eine gute Ernte. Wir waren mit der Qualität der Früchte sehr zufrieden“, sagt Pascual Prats, Präsident der spanischen Kaki-Vereinigung. Dieser Verband besteht aus 45 Unternehmen, die 53 % der gesamten Kaki-Produktion Spaniens ausmachen. Die Region Valencia ist mit rund 91 % das repräsentativste Anbaugebiet, gefolgt von Andalusien und Murcia. In diesem Jahr sind auch einige Produzenten aus Aragonien und Katalonien dem Verband beigetreten. In dieser Saison hat der Verband eine Verkaufsstrategie eingeführt, die es ihm erlaubt, seine gesamte Produktion auf profitable Weise zu vertreiben und nicht, wenn nötig, die Kakis zweiter Klasse zu vermarkten, um den Markt auf der Grundlage der Nachfrage zu regulieren. „An einigen Punkten der Saison kann es sogar


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notwendig sein, den Verkauf ganz einzustellen, bis sich die Preise ein wenig erholen“, sagte er.

„Es gibt Produzenten, die bereits ihre Bäume entwurzeln, weil sie zu viel Geld verloren haben. Einige Vermarktungsunternehmen sind sogar stark vom Bankrott bedroht. Es besteht die Möglichkeit, dass es bei dieser Saison weniger Zahlungen an die Erzeuger geben wird“, sagt Eduardo Cifre. „Es gibt viel Verzweiflung und Spannung in diesem Sektor, sodass einige sich wünschen, dass es wieder Frost und Hagelstürme gibt, damit sich die Preise erholen können.“ „Wenn es offenere Märkte gäbe, gäbe es nicht genug Kakis, um sie zu versorgen“ Die Erschließung neuer Märkte scheint die Priorität für spanische Kaki-Exporteure zu sein. „Spanien ist der weltgrößte Exporteur von Kakis und wir müssen dies nutzen, um zu verhindern, dass die Märkte übersättigt werden und unser Produkt an Wert verliert. Die Erweiterung der Kaki-Fläche ging hierzulande sehr schnell vonstatten und das Wachstum der Nachfrage konnte nicht mithalten. Jetzt hat dieses Wachstum aufgehört und die Baumschulen haben seit einigen Jahren keine Kaki-Setzlinge mehr verkauft, aber die Produktion dieser jüngeren Plantagen nimmt immer noch zu. Deshalb glauben wir, dass es wichtig ist, rechtzeitig neue Märkte zu finden“, sagt Pascual Prats. „In einem Jahr wie diesem, mit einer so reichhaltigen Kaki-Produktion, ist klarer geworden, dass die spanischen Exporteure so viele weitere Märkte wie möglich für das

Produkt finden müssen“, sagt Juan Carlos Martínez, Manager von The Natural Hand, einem valencianischen Unternehmen, das zur spanischen Kaki-Vereinigung gehört und ein Pionier im Export in Überseemärkte ist. „Die Hälfte der Weltmärkte sind immer noch für Kakis verschlossen, eine Frucht, die ohne Probleme weite Wege auf sich nehmen kann. Wenn es offenere Märkte gäbe, gäbe es nicht genug Kakis, um sie zu beliefern.“ Rund 80 % der von The Natural Hand verkauften Früchte werden nach Übersee verschifft. Das Unternehmen ist auf Märkten wie Singapur, Hongkong, Malaysia, Indonesien, Kanada, Brasilien, Saudi-Arabien, Dubai, Kuwait und Jordanien vertreten. Zurzeit laufen die Verhandlungen in Indien, Thailand, Japan, Südkorea und China, in der Hoffnung, bald ein Exportprotokoll zu erhalten.

Indien, Thailand, Japan, Vietnam und vor allem China sind die Hauptziele der Kaki-Exporteure, aber auch südamerikanische Länder wie Peru oder Kolumbi-

en, sowie Dubai im Nahen Osten sind von Interesse. „Wir haben Testcontainer nach Indien verschifft, mit sehr positiven Ergebnissen. Wir haben außerdem Besuche von indischen Importeuren erhalten, um Schritte zur Erstellung eines Exportprotokolls zu unternehmen. Zudem haben wir das Landwirtschaftsministerium vor Jahren um die Öffnung des chinesischen Marktes gebeten, der aufgrund seiner Kaufkraft das größte Potenzial in Asien hat. Leider dauert dieser Prozess sehr lange und wir erhalten auch keine finanzielle Unterstützung von den öffentlichen Verwaltungen für die Durchführung von Handelsmissionen zwischen Importeuren, Exporteuren und Inspektionstechnikern beider Länder“, sagt Pascual Prats. „Wir würden gerne etwas in Chile oder Peru machen und Märkte schnell und effizient öffnen“, sagt er. Auch Juan Carlos Martínez stimmt mit Pascual Prats überein und hebt das Potenzial Japans hervor, über das nicht oft gesprochen wird. „Wir glauben, dass Asien ein großes Potenzial für Kakis hat, insbesondere China, Japan und Indien. Japan - das

Schädlinge: Eine wachsende Sorge Eine weitere Sorge der spanischen Kaki-Produzenten ist das Auftreten von Schädlingen, die immer bedrohlicher werden. „Wir sorgen uns um Schädlinge wie Cotonet oder die Weiße Fliege. Die Europäische Kommission schränkt die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zunehmend ein, während die EU ihre eigenen Handelsabkommen mit dem Mercosur und anderen Drittländern mit wesentlich niedrigeren Standards in diesem Bereich aushandelt. Wir möchten zu gleichen Bedingungen konkurrieren, sonst ist unsere Landwirtschaft ernsthaft gefährdet“, sagte Pascual Prats.

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Kaki Saison mit neuen Sorten verlängert werden könnte, sagt Juan Carlos Martínez, dass „die Rojo Brillante die einzige ist, die garantiert den richtigen Geschmack, die Qualität und die Festigkeit hat, um über große Entfernungen exportiert zu werden.“

ein Freihandelsabkommen mit der EU hat, das nicht für Früchte gilt - ist das Land mit der höchsten Anzahl an registrierten Kaki-Sorten. Aus diesem Grund wissen sie sehr gut über diese Frucht Bescheid und es ist auch das Land, in dem die höchsten Preise gezahlt werden. Unsere Kaki Rojo Brillante ist auf diesem Markt nicht vertreten, aber wir wissen, dass die Verbraucher sie mögen. Die Frucht würde nach dem Ende der heimischen Saison ankommen. Es gibt also ein Fenster, das wir nutzen könnten“, sagt Juan Carlos Martínez. „Unsere politischen Vertreter sollten sich stärker darum bemühen, den Exporteuren bei der Erschließung neuer Märkte zu helfen, auch wenn sie sagen, dass dies etwas ist, das allein von uns abhängt“, so Martínez. Francisco Sánchez ist der Leiter von Onubafruit, einem Unternehmen der zweitgrößten Kooperative von Huelva, die in der

Produktion und im Verkauf von Beeren führend ist. Mit einer Produktion von 10.000 Tonnen in dieser Saison expandiert der größte Kaki-Produzent in Huelva auch nach Asien, wo er seit mehreren Jahren wächst. „Wir wollen, dass unsere Kakis bald China erreichen, da dort ein großes Potenzial für dieses Produkt besteht. Allerdings würden wir gerne die Hilfe des Landwirtschaftsministeriums nutzen, um die Prozesse zur Eröffnung eines Exportprotokolls zu beschleunigen. Es gibt Gespräche über die Öffnung anderer asiatischer Märkte, wie z. B. Indien, aber dessen Kaufkraft und Infrastruktur ist nicht mit der Chinas vergleichbar.“ Wie könnte Spanien, der führende Exporteur, die Preise besser schützen? Die spanische Kaki-Saison von Rojo Brillante dauert von Mitte September bis Ende Februar und obwohl einige denken, dass die

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„Ich denke, wenn sich der spanische Kaki-Sektor zusammenschließen und einen sektoralen Vorstand bilden würde, könnten wir die Preise des Produkts problemlos verteidigen. Dieser bringt unter anderem private Unternehmen und große Genossenschaften sowie den spanischen Kaki-Verband und die geschützte Ursprungsbezeichnung Kaki de La Ribera del Xúquer zusammen“, sagt Juan Carlos Martínez.

Spanien ist führend in der Produktion und im Export von Kakis, einer Frucht, die hauptsächlich in der Provinz Valencia angebaut wird. Dies dürfte es den Erzeugern erleichtern, gemeinsam für die Festlegung von Mindestpreisen zu kämpfen. „Wenn wir uns nicht bald zusammenschließen und unsere Mentalität ändern, gibt es keine Zukunft für dieses Produkt. Tatsache ist, dass wir nächstes Jahr, wenn keine Wetterprobleme registriert werden, wieder die gleiche Situation haben werden. In Frankreich ist es ihnen gelungen, ihre Erzeuger vor solchen Situationen zu schützen, indem sie Mindestpreise festgesetzt haben, um die Rentabilität der Produktion zu sichern. Warum also nicht hier?“


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Verpackung

Uwe Groll und Markus Benninger

Renaissance der Holzsteige in Frankreich, Spanien und Italien - wann folgt Deutschland?

„Wir wollen mehr Bewusstsein für unsere natürliche, praxisbewährte Verpackung generieren“ Unter den vielen verschiedenen Verpackungsmöglichkeiten, die es für Obst und Gemüse am Markt gibt, ist die Holzsteige wohl eine der ältesten. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sie nicht für den modernen Markt geeignet wären. FreshPlaza war zusammen mit Uwe Groll, dem geschäftsführenden Vorstand des GROW e.V., zu Besuch bei Markus Benninger in seiner Kistenfabrik in Bundenthal.

D

ie Kistenfabrik ist schon seit über 50 Jahren im Betrieb, erzählt der Geschäftsführer, der zuvor im Gebrauchtkistenhandel tätig war, und die Fabrik seit 5 Jahren betreibt: „Früher wurde zunächst alles in Handarbeit hergestellt, mit einem Output von 200-300 Kisten pro Tag. Schon damals waren die Verpackungen auch Mehrwegprodukte und die Nachfrage war, auch mangels anderer Alternativen, groß.“

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Der Betrieb in seiner heutigen Form kann zwischen 1500 und 2000 Kisten pro Stunde produzieren. Damit ist er noch klein, im Vergleich zu größeren Herstellerkollegen aus Spanien (die pro Maschine über 3500 Kisten pro Stunde herstellen). Aber was hat sich geändert seit den Anfängen? „Eigentlich nicht so viel wie man denken würde. Die Maschinen, die wir benutzen, sind bereits 25 Jahre im Einsatz und werden kontinuier-

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Verschiedene Schritte der Verarbeitung der Pappelstämme zu Holzverpackungen

vielfältiger Erfahrung für die sehr spezielle Technik sowie die komplexen Produktionsabläufe voraussetzt.“

Um den Ansprüchen der Erzeuger und des Handels gerecht zu werden sind die Kisten mit Seriennummern versehen, um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Zudem werden regelmäßige Hygiene- und Sicherheitskontrollen durchgeführt. „Problematische Erreger, wie Coli-Bakterien, überleben auf dem Holz ohnehin nicht“, so Benninger. „Leider ist die Konkurrenz durch andere Verpackungsmaterialien groß“, erklärt Groll. „Wir glauben, das liegt auch daran, dass unsere Kunden und die Endkonsumenten sich den optimierten Prozess der Herstellung nicht so gut vorstellen können. Wir wollen daher mehr Bewusstsein für unsere natürliche und praxisbewährte Verpackungslösung generieren.“ Rein wirtschaftlich haben die Holzsteigen keine Nachteile im Vergleich zu beispielsweise Karton, sind sich die beiden einig. „Unsere Kisten sind natürlich, nachhaltig und sozial. Das passt gut in den Trend hin zur natürlichen Präsentation in den Geschäften der großen Lebensmittelhandelsketten, die durch die Nutzung von Holz eine 'Marktatmosphäre' schaffen wollen“, so Groll.

Auch für Marketingzwecke für Erzeuger, Großhändler und Einzelhändler eignen sich das Material. „In Spanien gibt es schon viel öfter bedruckte Holzsteigen - in Deutschland bevorzugt man bisher hauptsächlich den natürlichen Look. Ich denke das wird sich mit der Zeit auch ändern.“ Die Holzverpackung habe außerdem eine positive Aus-

wirkung auf die Ware. Groll: „Das Material kann gut die Feuchtigkeit regulieren, die Ware steht weder im Wasser, noch trocknet sie aus.“ Das sei besonders vorteilhaft im Falle einer Kühlkettenunterbrechung.

Die Entsorgung der Kisten sei kein Problem, erklärt Benninger: „Das Holzrecycling ist in Deutschland sehr weit fortgeschritten. Wir haben eine Kapazität von nahezu 10 Millionen Tonnen pro Jahr und importieren sogar Altholz aus den Niederlanden.“ „Die Kritik an Plastik ist inzwischen deutlich umfangreicher und stellt auch die Frage, ob Plastik nicht generell ein Material ist, welches man möglichst vermeiden sollte“, kommentiert Groll. „Fast schon komisch wirken da Kunststoffverpackungen in Holzoptik. Was hat dies unter den geänderten Bedingungen mit Glaubwürdigkeit zu tun?“ Deutlich im Trend liegen nun Verpackungen aus echten nachwachsenden Rohstoffen, die z.B. durch Kompostierung im eigenen Land im Naturkreislauf gehalten

werden können. Dabei sind jedoch noch viele Fragen offen und auch Missverständnisse zu klären: „Nicht jeder versteht beispielsweise den Unterschied zwischen Plastik das ‚kompostierbar‘ ist und einem Kunststoff, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde. Beide Stoffe sind völlig unterschiedlich und es bedarf noch viel Aufklärung und Kennzeichnung, dass die gewünschten Stoffkreisläufe dann auch tatsächlich funktionieren.“

Einfacher sieht es da mit dem Rohstoff Holz aus, der über ein voll funktionsfähiges Kreislaufwirtschaftssystem in Deutschland verfügt. Groll erklärt: „Während der Altpapierhandel hierbei auch international ausgerichtet ist, wird Altholz nahezu vollständig in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern verwertet. Dies sind heute Faktoren, die einen zunehmenden Einfluss auf die Bewertung einer Verpackung haben, auch bei den Kunden. Ebenso spielt es bei Holz eine Rolle, welche Holzsorte und aus welchen Ländern das Holz stammt. Hier gibt es durchaus Holzarten, die noch nachhaltiger gewonnen werden als andere.“ Für Holzsteigen werde nahezu ausschließlich Pappelholz verwendet, das schon ab 20 Jahren industriell genutzt werden könne. Dieses stammt fast ausschließlich aus zertifizierter nationaler oder privater Forstwirtschaft aus Deutschland und Europa. „In Deutschland herrscht im Bereich Leichtpackmittel aus Holz immer noch eine Zurückhaltung. Der Fokus auf notwendige Veränderungen liegt zunächst vor allem im Bereich der Konsumentenverpackungen. Veränderungen in Richtung von Alternativen aus Papier, Gras und Blättern finden AGF Primeur • Special Edition Fruit Logistica • 2020

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Verpackung

Verschiedene Kistentypen - für jedes Produkt ist was dabei

dort erkennbar statt. Zunächst häufig emotional geprägt und ohne alle Fragen der Migration und anderen lebensmittelrelevanten Fragen endgültig geklärt zu haben. Unsere Nachbarländer begreifen das Thema deutlich umfassender und schließen auch die Transportverpackungen ein“, so Grolls Denkanstoß. Von einer wahren Renaissance der Holzsteige könne man in Frankreich, Spanien und Italien sprechen. Dort werde insbesondere auch der Effekt gesehen, dass Naturprodukte sich in Naturverpackungen tatsächlich glaubwürdiger und besser vermarkten lassen. Nicht nur im Biosegment erfahren Holzverpackungen eine höhere Beachtung, sondern auch im klassischen Sortiment.

Die vergangenen Jahre wurden von der Branche genutzt, um diesen Auffälligkeiten

auch wissenschaftlich den Rücken zu stärken. Erkenntnisse hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Produkts, sowie der Lebensmitteleignung und Hygiene werden ständig erweitert und auch den technischen Entwicklungen rund um die eigesetzten Hölzer und Verarbeitungstechniken und gegebenenfalls eingesetzten Druckfarben angepasst. „Kaum ein anderes Material dürfte aktuell im Bereich Hygiene und Migration intensiver untersucht worden sein und hat dabei teilweise überraschend positive Ergebnisse geliefert. Zuletzt wurde sogar der Nachweis erbracht, dass Fischverpackungen aus Holz hygienisch unbedenklicher sind als Boxen aus EPS (Styropor).“

produktverantwortlichen Erzeuger liegen, würde bei einigen Kulturen deutlich mehr Holzverpackungen eingesetzt werden, um Qualität, Reife und Erscheinungsbild der Produkte besser gewährleisten zu können. Aber auch hier gibt es Änderungen, die hier zunächst von anderen Ländern ausgehen. Inzwischen wird offen ausgesprochen, dass man sich als Erzeuger mehr Spielraum für eine eigene Verpackungswahl nach Gesichtspunkten der optimalen Schutzund Transport- und Vermarktungsfunktion wünscht.“ (LH)

Das gelte aber auch für den Bereich von Obst und Gemüse: „Würde die Verpackungsentscheidung weniger von logistischen Fragen geprägt sein und mehr aus der Sicht der

Kolophon AGF-PRIMEUR bv Stevinweg 2, 4691 SM Tholen Niederlande Tel: +31 (0)166-698200 Fax: +31 (0)166-698219 info@agfprimeur.nl www.agfprimeur.nl Herausgeber: Pieter Boekhout

Redaktionell: Luisa Heim Hugo Huijbers Izak Heijboer Martine van der Wekken Cristiano Riciputi Melanie Groeneveld Edith Novoa Aurélie Pintat Thom Dobbelaar Joel Pitarch Elselien Treure Annika Durinck

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Primeur • Deutsche Ausgabe • Fruit Logistica 2020  

Unabhängiges Fachblatt für den Kartoffel, Obst und Gemüsehandel • Seit 1986

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