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ZEI T  RAUM

_  Eine einzigartige Runde mit dem Oldtimer zu einem

Herrn namens Turrell und einem Schulhaus, von dem aus neuerdings ein Golfplatz zu sehen ist. Weiters an Bord: Weinberge und Jazzgrößen, der Weiße Ring und der Bergsommer. Und als Ehrengast der Luxus der Langsamkeit.

LECH ZÜRS MAGAZIN

Ausgabe 2015/2016 | € 5,ZEITRAUM

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Tel +43 (0)5583 2361 | www.strolz.at

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Lech Zürs in Zahlen

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wurde Lech zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

12 feine Kräuter

geben dem Lechweg-Gin, der auch Kramat genannt wird, sein unverkennbares Aroma.

Im Jahre 1906

gab es in Lech den ersten Skikurs. 1937 wurde in Zürs der erste Skischlepplift Österreichs gebaut.

Mit 5,5 km

ist das Madloch die längste Abfahrt im Skigebiet Lech Zürs.

Mehr als 4400 Bücher

zählt die Bücherei Lech. Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln.

37.818 Lech-Fans

auf Facebook sind immer up to date (Stand 30.11.2015).

Bis zu 11 Meter Schnee ist in den letzten 70 Jahren pro Winter gefallen.

1,2 Kilometer lang ist die Zipfelbobbahn Oberlech.

Gäste aus rund 70 Nationen besuchten Lech Zürs im Winter 2014/15. Die meisten kamen aus Deutschland, Österreich und Großbritannien.

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Autor Peter Natter und sein ganz persönlicher Blick auf Lech

Immer wieder ein erstes Mal Von der Verzauberung der Welt durch das Unsichtbare.

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enn das Barometer fällt und tagelang die Wolken am Lecher Himmel dichter werden, wenn es geradezu nach Schnee riecht, wenn irgendwann im November oder Dezember der Winter Einzug hält und die ersten Flocken zu tanzen anheben: Das ist der magischste Moment im ganzen Jahr und noch dazu einer, der seinen Zauber nie verliert. Der erste Schnee im Jahr ist der Beginn einer langen Saison, aber noch mehr ist er ein Ereignis, das ganz für sich selbst wirkt. Nichts kann mithalten mit der Faszination des Flockenwirbels, der lautlos einsetzt und in tiefster Stille sein vollkommenes Werk vollbringt. Nicht von ungefähr ist die Lecher Pfarrkirche dem heiligen Nikolaus gewidmet, sage ich mir: Am sechsten Dezember feiern wir seinen Namenstag und spätestens an diesem Tag sollte es eingeschneit haben. Dann wird es ernst; so ernst, wie es nur werden kann, wenn wir zu spielen beginnen; ein Spiel, in dem auf geheimnisvolle Weise das gewöhnliche Leben und der Alltag aufgehoben sind. Man kann es auch ein Märchen nennen. Es ist das berühmte Wintermärchen, das die Urlauber in Lech Zürs suchen und Jahr für Jahr so sicher finden wie das Amen im Gebet. Wie kommt das? Wer über den Flexenpass hineinfährt nach Zürs, wer schließlich das sich zwischen tief verschneiten Bergen vor ihm ausbreitende Lech erreicht und etwa Fotografien aus den

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1950er-Jahren im Kopf hat, der könnte leicht den Eindruck gewinnen, es sei alles anders und alles neu in Lech und Zürs, das Heutige habe nichts mehr gemeinsam mit der Bauernsiedlung von früher. Hat es auch nicht, oder? Dennoch ist es gleichzeitig so, als ob hier heroben alles immer schon ganz genau so gewesen wäre, wie es heute ist; ja mehr noch: als ob es anders gar nicht sein könnte. In diesem Perpetuum mobile einer rein in sich selbst gründenden Entwicklung liegt der vielleicht größte Reiz einer Wintersportdestination, die keinen Vergleich zu scheuen braucht, weil sie mit Unvergleichlichem aufwartet: mit einem über die Jahrhunderte andauernden Prozess der Entpuppung. Lech ist ein wundersamer Schmetterling im Schnee, ein wahrer papillon de neige (© Joë Bousquet). Wie in wirklich bedeutender Musik Note für Note unverrückbar geschrieben steht, dem Genie des Komponisten geschuldet, so präsentiert sich das Dorf dem Gast als harmonische Einheit, als ein Ganzes, dessen Teile sich dezent und eigenwillig, notwendig und fantastisch ineinanderfügen. Der Winter in Lech Zürs: Es öffnet sich eine Welt in der Welt, ein Raum im Raum, eine Zeit in (oder außerhalb?) der Zeit; oder: eine Oase in allem. War da wirklich eine riesige Baustelle den ganzen Sommer lang oberhalb des Lecher Ortszentrums? Hat tatsächlich das noble Haus von Grund auf um- und zugebaut? War es nicht immer schon so? Oh nein! Vieles ist neu und exakt so, wie es die verwöhntesten


Peter Natter hat sich in einem seiner Bücher und zum Einstieg in das vorliegende Magazin intensiv mit Lech beschäftigt.

Ansprüche vorgeben und die modernste Technik erlaubt. Und doch ist Haus für Haus eingebettet in den unverrückbaren Zauber, der Jahr für Jahr mit dem ersten Schnee einsetzt und mit der Aprilsonne zur unverlierbaren Erinnerung, zum Mythos wird. Erklärt sich daraus der hohe Anteil an Stammgästen, auch solchen in zweiter, dritter, vierter Generation? Erklärt sich daraus der Anspruch des gänzlich Eigenen, der von Lech Zürs ausgeht und ihm innewohnt als köstliche Essenz? Das Außergewöhnliche als das Selbstverständliche ist das Perfekte. Alles ist da, was den Lecher Winter zum Winter und zu weit mehr als nur zum Winter macht: vom dichten Schneegestöber, das die Wärme am Kamin noch kostbarer werden lässt bis zu den strahlend blauen Tagen im Vorfrühling; vom exquisiten Dinner im festlich-intimen Rahmen bis zur spektakulären Siegerparty des „Weißen Ring“; vom Tanzcafé Arlberg bis zur Lautlosigkeit auf den Gipfeln. Alles ist da wie schon immer, so exquisit und luxuriös, außergewöhnlich und wertvoll, dezent und verlässlich wie der erste Schnee. Meine Zeit in Lech liegt Jahrzehnte zurück, doch ist sie für mich in Bildern und Stimmungen präsent wie kaum anderes. Diese Konstanz hängt mit der Lage des Ortes zusammen: hoch oben, weitab; mit seiner und meiner Geschichte;

mit den Anfängen und dem Ursprung des Dorfes; mit Lecherinnen und Lechern, die sich als unvergängliche Typen und markante Individuen eingeprägt haben. (Mein Inspektor Ibele weiß davon manches Lied zu singen.) Heute bin ich weit weg von Lech, aber für immer ist ein Teil von mir dort und etwas Lecherisches in mir. Das geht nicht, sagen Sie? Und wie es geht! Weil Identität dort entsteht, wo sich unsere Träume mit den Zugeständnissen der Welt überschneiden. In dieser Hinsicht – nicht nur in dieser! – ist Lech ein Ausnahmekönner.

Peter Natter Geboren 1958 in einem Vorarlberger Dorf, Studium der Romanistik und Philosophie in Wien und Tours (F); ist stets nah am geschriebenen und gelesenen Wort tätig; der frühe (1978-1980) Ausflug zu den Zahlen als Hilfsbuchhalter in einem großen Lecher Sport & Mode Haus hat sich beruflich nicht durchgesetzt; dafür aber insgesamt bleibenden Eindruck hinterlassen und eine entscheidende Landmark gesetzt. Seit 2010 fünf Kriminalgeschichten um den Bregenzer Inspektor Isidor Ibele; eine davon – „In Grund und Boden“ – spielt in einem fiktiven Wintersportort namens Lech a. A. (Inspektor Ibele. Die ersten drei Fälle, Haymon Verlag Innsbruck, 2015, ISBN 978-3-7099-7836-8).

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ZEITRAUM _ 03 Lech Zürs in Zahlen Interessante und ungewöhnliche Fakten.

_ 04 Immer wieder ein erstes Mal Buchautor Peter Natter über den Zauber von Lech.

LEBENSRAUM _ 10 Mit Leib und Seele Marc Gusner ist Lecher durch und durch. _ 12 Über Aufstiege und Abfahrten Die sagenhafte Geschichte des Mehmet Eglenceoglu. _ 14 Der kleine Unterschied Herzlichkeit und hohe Qualität zeichnen auch die kleinen Betriebe aus. _ 17 Die schönsten Orte findet man mit „La Loupe“ Tipps in einem Pocket-Format mit Sammelwert.

GESPRÄCHSRAUM _ 20 Herzblut mit Qualität Lech – Chance und Herausforderung zugleich. _ 24 Qualität ohne Kompromisse Rudolf Knünz ist der Mann hinter der Wiedergeburt von Kästle.

BEWEGUNGSRAUM

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_ 28 Mein Skigebiet Der Weiße Ring: legendärer Event und traumhafte Tour in einem.

_ 40 Der Lechweg Köstlichkeiten, Natur pur und Geschichte auf einem der schönsten Weitwanderwege.

_ 33 Hotspots im Pulverschnee Auch Freerider und Tiefschneegenießer fühlen sich am Arlberg zu Hause.

_ 41 Eine Halle für Alle Perfektes Ziel für Bewegungsbegeisterte und Profisportler.

_ 34 Abseits der Piste Fahren im freien Gelände – praxisnahe Informationen.

_ 42 Spielwiese in Mutter Natur Der Golfplatz Lech ist die neue Attraktion am Arlberg.

_ 36 Willkommen im Bergsommer Faszination mit zahlreichen Wanderrouten und Naturschönheiten.

_ 46 If you dream it, you can do it Manuel Trappel ist ein aufstrebender Golfprofi aus Vorarlberg.


KULTURRAUM _ 50 Dem Himmel so nah Die Lecher Bergwelt verschmilzt mit zeitgenössischer Kunst. _ 52 Musik pur Jazzfestival in Lech – viel Arbeit, aber ein unvergleichliches Erlebnis. _ 54 Vintage on the Dancefloor Ein Crossover an Musikstilen.

_ 56 High Times Veranstaltungen, die zu Lech Zürs passen. _ 58 Buchzeit Lesestoff vom Arlberg. _ 59 Auftritt der Meister Maßgeschneiderte Handarbeit, edle Materialien und regionale Färbungen.

_ 55 Ein Festival auf Erfolgskurs Im Sommer kommt klassische Musik nach Lech.

HUBRAUM _ 62 Expedition ins Ungewisse Lecher Hotelier startet zum zweiten Mal bei der Rally Peking-Paris. _ 65 Alpine Traumkulissen Einmal im Jahr brummen am Arlberg die Oldtimer-Motoren.

GENUSSRAUM _ 70 Die Hohe Schule des Schlemmens Neue Nutzung für ein altes Schulhaus. _ 72 Genuss verbindet Arlberg Weinberg – Genießen von (vinophilen) Köstlichkeiten. _ 74 Luxus der Langsamkeit – ein Gedankenspaziergang Urlaub bedeutet auch Genuss mit Muße. _ 78 Was die Welt im Innersten zusammenhält Intellektuelle Auseinandersetzung über das menschliche Sein beim Philosophicum. _ 79 Stress – Fluch oder Segen Das Medicinicum bringt zahlreiche Experten an den Arlberg.

_ 80 Kurzmeldungen Vom Übungshang und einer besonderen Hütte bis nach Kampen. Geocaching, neue Gutscheine und ein neues Geschäft inklusive.

_ 82 Impressum

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LEBENSRAUM Stolz und voller Leidenschaft f端r den Ort, an dem er zu Hause sein darf. Das ist der Stoff, aus dem der typische Lecher ist. Bauhof-Mitarbeiter, Ski- und Mountainbikefan, Fliegenfischer und Trachtenkapellmeister Marc Gusner ist einer von ihnen.

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Mit Leib und Seele Seine Heimat präsentiert er musikalisch schon auch mal ein paar tausend Kilometer entfernt. Marc Gusner ist Lecher, einer der 1530 Einwohner, die das ganze Jahr über in Lech leben. Wer hier lebt, ist in besonderem Maß mit dem Kommen und Gehen der Gäste verbunden, mit der Natur, den Bergen und dem Dorf Lech.

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arc Gusner ist ein vielseitig interessierter und begabter junger Mann. Die große weite Welt hat ihn nie wirklich gelockt. Er weiß genau, wo er sich wohlfühlt, wofür er sich engagieren möchte und welche Dinge ihm im Leben wichtig sind. Lech ist seine Heimat. Hier ist er aufgewachsen. Hier arbeitet er. Dass ihm Lech und die Region so sehr am Herzen liegen ist verständlich, und das nicht nur, weil es hier oben so einzigartig schön und er „ein Kind der Berge“ ist. Marc ist stellvertretender Leiter auf dem Bauhof. Es muss viel organisiert und koordiniert werden. Er und das Team vom Bauhof kümmern sich darum, dass in Lech Zürs am Arlberg alles „tipp topp“ ist, sagt Marc, „wir sind die stillen Helfer im Hintergrund“. _ Auch mal über den Ozean. Gerade ist er wieder einmal aus den USA zurückgekommen, wo er mit der Trachtenkapelle Lech im Nobelskiort Beaver Creek aufgetreten ist. Nicht das erste Mal, schon seit ein paar Jahren spielt die Trachtenkapelle dort auf: Immer im Oktober zum dortigen Oktoberfest. Beaver Creek ist die Partnergemeinde von Lech Zürs, wie auch Happo in Japan und Kampen auf Sylt. Die Trachtenkapelle ist Marcs Leidenschaft und er investiert viel Zeit in „seine Bläsertruppe“, die der Musiker, dessen Hauptinstrument das klassische Waldhorn ist, als Kapellmeister leitet. Immer freitags trifft sich die junge Truppe, deren Durchschnittsalter bei 26 Jahren liegt. „Wir spielen recht gut“, schmunzelt er verlegen über sein Eigenlob. Und Auftritte gibt es in Lech übers Jahr zuhauf: die Platz- und Abendkonzerte vor dem Schulhaus, zu denen meist ein paar hundert Besucher kommen, oder auch die Alp- und Gipfelmessen neben den anderen kirchlichen Anlässen. „Gerade boomt Heiraten in Lech“, erzählt mir Marc, da seien dann die Alphornbläser sehr beliebt.

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Wenn Marc Gusner gerade nicht musiziert, geht er anderen Leidenschaften nach — dass Skifahren zu seinen Hobbys zählt, ist hier oben eigentlich selbstverständlich, Fliegenfischen ist da schon eher etwas Besonderes: am liebsten an den felsigen, einsameren Stellen des Lech, „wo ma a biz klettera muss“, oder in den Gebirgsseen wie dem Formarin- und dem Spullersee. _ Natur erfahren. Felsig und steinig ist es auch, wenn er mit dem Mountainbike unterwegs ist. „Lech ist zwar kein klassisches Mountainbike-Resort“, aber Marc weiß „zahlreiche tolle Touren“ und seine persönliche Lieblingsstrecke führt rund ums Karhorn Richtung Warth und über das Auenfeld. „Mountainbiken ist eine gute Alternative für die Gäste zum Wandern“, Marc hält deshalb auch immer Ausschau nach neuen Strecken. Als Lecher ist „man das ganze Jahr über Gastgeber“. Wenn er unterwegs ist und zufällig mitbekommt, dass Gäste das schöne Ambiente von Lech loben, die Wanderwege, die perfekt präparierten Loipen und Winterwanderwege, dann freut er sich jedes Mal darüber, dass „er und das Bauhof-Team diese gute und nützliche Arbeit machen“.


Marc Gusner „Love it, change it, fix it or leave it“ ist das Motto von Marc Gusner, Jahrgang 1979. Will man den Begriff des Einheimischen verwenden, für Marc trifft er zu: Er ist Lecher mit Leib und Seele, passionierter Musiker und leitet die Trachtenkapelle Lech. Wenn Marc gerade nicht als stellvertretender Leiter des Bauhofs unterwegs ist, trifft man den leidenschaftlichen Skifahrer beim Fliegenfischen, Mountainbiken oder sonst wo in Lech.

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Über Aufstiege und Abfahrten Die Marke „Arlberg“ ist heute der Inbegriff für alpines Skifahren. Vom Aufstieg zur renommierten Tourismusdestination und ihrem Pendant in der Türkei erzählt die Sonderausstellung des Lechmuseums im Huber-Hus – ein Haus, das selbst eine spannende Geschichte zu erzählen hat.

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er Arlberg ist ein Exporterfolg. Und damit sind nicht nur die Bilder von perfekten Skipisten und beeindruckende Bergwelten gemeint, die den Menschen in allen Teilen der Welt in den Sinn kommen, wenn vom Arlberg die Rede ist. Aktuell entsteht in der Türkei eine ganze Skiregion nach dem Vorbild des Arlbergs – mit Doppelmayr-Liften, Sportgeschäften und Hotels. Hinter dem sagenhaften Projekt steckt Mehmet Eglenceoglu. Der Initiator des größten Skigebietes der Türkei kam im Alter von zwei Jahren als Sohn eines Schuhmachers, der dem Ruf eines Freundes gefolgt war, nach Lech und hat nun den Arlberg in seine einstige Heimat Anatolien exportiert. Er ist mit Skiern groß geworden, absolvierte die Orthopädie-Lehre beim Traditionsunternehmen Sporthaus Strolz und eröffnete in den 90ern sein eigenes Sportgeschäft. Schon damals träumte er vom Skigebiet in seiner türkischen Heimat am Fuße des Vulkans Mount Erciyes.

Im Huber-Hus ist ein Querschnitt über die Geschichte von Lech Zürs authentisch zu erleben.

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Es klingt wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. In nur einem Menschenleben bei Kayseri in der Türkei etwas aufzubauen, was in über einem Jahrhundert am Arlberg gewachsen ist. Zugegeben, die Arlbergregion musste erst durch eine Bahnlinie zwischen Innsbruck und Bludenz erschlossen und das Skifahren noch erfunden werden. Dennoch konnte das Vorhaben von Mehmet Eglenceoglu nur mit eisernem Willen, hervorragender Planung und Unterstützung von Experten und politischen Entscheidungsträgern gelingen. 2010 erfolgte der Spatenstich für das 350 Millionen Euro Projekt. Am Ende sollen über 20 Bahnen und 170 Pistenkilometer mit Abfahrten in allen Schwierigkeitsgraden entstehen. Die Tipps für die künstliche Beschneiung holte sich Eglenceoglu, der mittlerweile auch österreichischer Konsul in seiner Heimat ist, noch persönlich bei Michael Manhart in Lech, um – wie er sagt – einen „kleinen Arlberg“ in der Türkei zu schaffen.


_Von der Ofenbank zur Datenbank. Zwei Ausstellungstafeln beschreiben heute im Huber-Hus in Lech die Leistungen von Mehmet Eglenceoglu. Geschichten wie die seine erzählte man sich früher in der Stube auf der Gutsche sitzend – das ist der Name für die Bank am Kachelofen. Neben der aktuellen Sonderausstellung zur Historie des Arlbergs und der Entwicklung des alpinen Skilaufs beherbergt das Huber-Hus auch eine digitale Datenbank mit Zeugnissen der Dorfgeschichte. Für die heutige Direktorin Monika Gärtner ist das Huber-Hus selbst das beeindruckendste Ausstellungsstück zur Dorfgeschichte. „Es ist ein 440 Jahre altes, bauliches Kleinod, das im starken Kontrast mit den jüngeren Bauten steht. Und noch immer liefert es neue Erkenntnisse vom damaligen Leben der Walser in Lech“, erzählt die Museologin. Das prächtige Bauernhaus ist heute eines von mehreren Einrichtungen des Lechmuseums. Es wurde vor zehn Jahren behutsam von der Gemeinde renoviert. Bei Baubeginn fanden die Handwerker eine wertvolle Bausubstanz, die bis ins Jahr 1590 zurückreicht. Die Küchensituation aus dieser Zeit wurde rekonstruiert und die Feuerstelle, der Schüttstein und das Fenster restauriert. Die Stube gibt Einblick in die Wohnsituation mehrerer Jahrhunderte. Das älteste Möbelstück ist der barocke Walsertisch mit Schieferplatte und Einlegarbeiten. Vor rund hundert Jahren hielt der Tourismus Einzug in Lech – und auch im Huber-Hus. Mit neu eingerichteten Fremdenzimmern im Obergeschoß des Walserhauses trugen die damaligen Bewohner in den 1950er Jahren das ihre zum Aufstieg der Skiregion Arlberg bei.

Wissenswertes zum Arlberg _ Die Deutung des Namens „Arlberg“ ist nach dem Befund von Sprachforschern eindeutig auf den der Walser Mundart zuzuschreibendem Ausdruck „Arle“ bzw. „Arla“ für Krummholz und zur Bezeichnung der Bergkiefer bzw. Legföhre zurückzuführen. _ Im 18. Jahrhundert wurde es üblich, von „Arlenberg“ oder „Adelberg“ zu sprechen, wenn vom ganzen Land die Rede war. Aus habsburgischer Sicht befanden sich die Herrschaften vor dem Arlberg, wodurch sich auch der Landesname – Vorarlberg – schrittweise durchsetzen konnte. _ Am 7. Mai 1880 unterschrieb Kaiser Franz Joseph den Gesetzesentwurf „auf Ermächtigung der Regierung zur Herstellung einer von Innsbruck über Landeck und durch den Arlberg bis zum Anschluss an die Vorarlberger Bahn führenden Eisenbahn auf Staatskosten, mit einem Aufwande von höchstens 35.600.000 fl“. _ Zur Verbreitung der Marke „Arlberg“ trug auch Anton Kästle bei. 1924 begann er in der Wagnerei seines Vaters in Hohenems mit der Herstellung von Skiern und versah sie mit dem regionalen Markennamen Arlberg. Die Lecherin Trude Jochum-Beiser gewann zum Beispiel 1950 mit einem Ski der Marke „Arlberg“ bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften in Aspen die Goldmedaille in der Abfahrt und die Silbermedaille im Riesentorlauf.

Die sagenhafte Geschichte von Mehmet Eglenceoglu wird im Lechmuseum gewürdigt.

Lechmuseum Das Lechmuseum verbindet mehrere Standorte in Lech am Arlberg unter einem Dach: Neben dem Huber-Hus mit seinen Sonderausstellungen und dem historischen Archiv sowie der Schausammlung im Walsermuseum Lech-Tannberg zählen die historischen Gebäude Wang-Hus und die archäologische Grabung „Hofwüstung Schöneberg“ zum Ensemble. _ Öffnungszeiten Dienstag, Donnerstag, Sonntag von 15.00-18.00 Uhr (Mai, Juni geschlossen) _ Adresse Dorf 26, 6764 Lech am Arlberg www.lechmuseum.at

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Der kleine Unterschied Das Persönliche, das Familiäre und das Herzliche machen die besondere Qualität der kleinen Betriebe aus. Ulli Jochum macht mit der Initiative „Klein und fein in Lech“ genau auf diese Stärken aufmerksam.

Die Aufenthaltsqualität am Arlberg wird wesentlich von kleineren Betrieben geprägt.

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eltgewandt und qualitativ auf höchstem Niveau sind in Lech Zürs nicht nur die großen Luxushotels. Nein. Auch die kleineren Unterkünfte wissen mit dem Lecher Komfort zu begeistern. In Sachen gelebter Gastfreundschaft macht ihnen niemand etwas vor: „Für viele unserer Gäste ist es jedes Jahr aufs Neue ein kleines „Coming Home“ – wenn sie von vertrauten Menschen begrüßt werden und wieder „ihr“ Appartement oder Zimmer beziehen können“, sagt Ulli Jochum. „Da beginnt der Urlaub schon um einiges früher. Man weiß schließlich schon lange vorher, worauf man sich freuen kann“, erklärt die engagierte Lecherin und Vorsitzende des Lecher Vermieterforums. Und was ist mit Wellnessbereichen und anderen Extras? Beinahe alles wird geboten – etwas kleiner zwar, aber nicht weniger umfangreich. _ Urlaub bei Freunden machen. Es hat schon etwas Verbindendes, morgens von der Gastgeberin oder dem Gastge-­­ ber persönlich frischen Kaffee serviert zu bekommen. Zu spüren, dass man nicht nur zahlender Gast ist. Sondern

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vielmehr ein langjähriger Freund des Hauses. Entsprechend groß ist natürlich das Engagement der rund 150 Betriebe, die sich der Initiative „Klein und fein in Lech“ angeschlossen haben. „Unser Angebot reicht vom Urlaub auf dem Biobauernhof bis zum 4-Sterne-Komfort-Appartement, von modern bis rustikal“, erklärt Ulli Jochum. Zum individuellen Service der kleinen und mittleren Häuser gehören auch die Insider-Tipps. Sie tragen entscheidend zur Erlebnisqualität im Urlaub bei. Egal ob Wanderrouten, Skitouren, Kultur- und Kulinarikangebote – die einheimischen Gastgeber sind bestens vernetzt und kennen jeden Winkel von Lech, Zürs, Zug, Stubenbach oder Oberlech. Man muss nur danach fragen – wenn diese wertvollen Informationen nicht sowieso schon gemeinsam mit dem Morgenkaffee serviert wurden. Mehr auf dem Lecher YouTube-Videokanal: www.youtube.com/LZTG


Krone-Stuben - Restaurant

Feste feiern. Die Krönung Ihres Familienfestes, Ihres Geburtstages, Ihrer Hochzeit – ob weiß, silbern, golden oder diamanten – ist die Feier in der Krone.

Kleine Gesellschaften feiern romantisch in den Krone-Stuben. Für bis zu 180 geladene Gäste bieten das Panorama-Restaurant und „Der Runde Saal“ unterschiedlichste Tischformen an. Zu den besonderen Erlebnissen zählt der Aperitif auf der Dachterrasse mit Panoramablick auf die majestätische Bergwelt. Dass Ihre Einladung bei Ihren Gästen in bester Erinnerung bleibt, dafür sorgen Ihre Wünsche-Erfüller mit individueller Betreuung, aufmerksamem Service und hoher Qualität.

Krone-Stuben - Restaurant „Die Krone von Lech“ Familie Pfefferkorn · 6764 Lech am Arlberg · Österreich Telefon: +43 5583 2551 · email@kronelech.at · www.kronelech.at

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Eine Designikone wird 50! Erfahren Sie mehr über die neue Definition von Modularität und werden Sie Zeuge eines visionären Projekts unter usm.com/project50

ConTempi GmbH, Interieur mit Wert Kornmarktstraße 20, 6900 Bregenz, Tel. 05574/20795 Vorstadt 14, 6800 Feldkirch www.contempi.at 16

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www.usm.com


Erscheinung: Magazin 2015 210 x 280 mm

Die schönsten Orte findet man mit „La Loupe“ In Lech Zürs gibt es jede Menge zu entdecken, ganz gleich welche Jahreszeit man wählt. Für alle, die nicht wissen, wo sie anfangen sollen bei der Suche nach den besten Dingen, die Lech Zürs zu bieten hat, ist das stylische Pocket-Magazin, das in jedem Betrieb ausliegt, perfekt. Neben Lifestyle und Tipps gibt es spannende Interviews und Stories. Benjamin Skardarasy hatte vor fünf Jahren die Idee zu „La Loupe“.

Herr Skardarasy, was macht „La Loupe“ so besonders? Ich habe gehört das Pocket-Magazin hat schon Fans in aller Welt und ist für manche bereits ein Sammelobjekt. „La Loupe“ ist inzwischen wirklich ein Sammelobjekt. Wir bekommen Bestellungen von unseren Gästen aus Südafrika, dem Iran und den USA, obwohl man alle Magazine online und auf dem iPad lesen kann. Ich denke, jeder, der das gedruckte Magazin in Händen gehalten hat, ist begeistert von der besonderen Haptik des exklusiven Papiers und den Finessen bestimmter Drucktechniken. Jede Ausgabe ist auch ein Blickfang durch die besondere grafische Gestaltung. Aber auch inhaltlich haben wir neben den Tipps rund um den Urlaub in Lech Zürs immer interessante Geschichten und Interviews mit faszinierenden Persönlichkeiten. In früheren Ausgaben durfte ich unter anderem mit Willy Bogner, Gaby Hauptmann, Niki Lauda, Sebastian Vettel und aktuell mit Hannah Herzsprung sprechen.

Kitzbühel, St. Anton und das Zillertal. Mit der aktuellen Ausgabe des Lifestyle-Pocket-Magazins finden Gäste auch „La Loupe Concierge“, eine Faltkarte mit den besten Tipps zur Region, die man leicht einstecken kann.

Die Printausgabe scheint Ihnen am Herzen zu liegen? Ich trotze allen Prognosen, dass Print keine fünf Jahre mehr überlebt. Ich glaube, hochwertige Bücher und qualitative Magazine werden in 20 Jahren auch noch einen Markt haben. Wie sind Sie auf die Idee gekommen für Lech Zürs ein Magazin im Taschenformat zu machen? Ich liebe Magazine und Zeitungen. Schon seit meiner Jugend stapeln sie sich in meinem Zimmer. Durch meine touristische Ausbildung hatte ich das Glück, an vielen verschiedenen Orten zu arbeiten und dadurch habe ich auch viele touristische Magazine und Reiseführer gesammelt. Keiner davon hat mich voll und ganz überzeugt. 2011 kam mir die Idee, etwas Eigenes zu machen und ich habe „La Loupe“ gegründet. Das Pocket-Magazin gibt es inzwischen auch für andere Orte wie Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck,

Benjamin Skardarasy Der Tourismusexperte liebt bunte Socken und Magazine. „brand eins“ und „Beef“ stehen ganz oben auf seiner Liste. Benjamin Skardarasy (32) ist Lecher und Zürser und in beiden Orten aufgewachsen, wo seine Familie neben dem Restaurant „Tonis Einkehr“ das „Hotel Flexen“ und das Boutiquehotel „GEORG“ betreiben. Für „La Loupe“ arbeitet er eng mit seiner Ehefrau Julia zusammen. www.laloupe.com

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GESPRÄCHSRAUM Beim Reden kommen bekanntlich die Leute zusammen. Wir haben das Gespräch mit Menschen gesucht, die etwas zu sagen haben. Dabei erfuhren wir Neues über eine Traditions-Skimarke und lernten, dass am Arlberg langfristige Überlegungen vor dem schnellen Profit kommen.

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Herzblut mit Qualität Als die schönen Flecken dieser Erde verteilt wurden, hat der Herrgott Lech Zürs ohne Zweifel weit überdurchschnittlich gut bedacht. Am Arlberg hat man diese Großzügigkeit immer zu schätzen gewusst und mit Bedacht einen Ort entwickelt, der traditionelle Werte, Fortschritt und Qualität in unnachahmlicher Weise verbindet. Für die Verantwortlichen bedeutet dies Chance und Herausforderung zugleich. Ein spannendes Gespräch über Gegenwart und Zukunft eines Ortes, der nach vorne schaut und trotzdem nie vergisst, wo er herkommt.

„Eine so positive Grundhaltung wie hier habe ich noch nie erlebt.“ Lech Zürs scheint ein Abonnement auf erfolgreichen Tourismus zu haben. Eine komfortable Situation für die, die Verantwortung für die Lebensader der Gemeinde tragen. Alles gut am Arlberg?

Muxel: Genau das ist gleich ein ganz wichtiger Punkt: Wir haben nie geglaubt, dass wir uns zurücklehnen können. Es geht immer weiter und jede Saison wollen wir uns jeden Tag neu beweisen. Das fängt in den Hotels an und hört beim Ortsbild auf. Zimmermann: Wir sind ohne Zweifel auf einem sehr hohen Niveau. Das ist nur gelungen, weil wir immer den Spagat zwischen Fortschritt und dem Bewahren unserer Werte geschafft haben. Fercher: Werte, das ist ein zentrales Stichwort. Ich bin schon viel herumgekommen, aber eine so positive Grundhaltung wie hier habe ich noch nie erlebt. Dienstleistung und Qualität in dieser Form sind nur so mög20

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Hermann Fercher, GF Lech Zürs Tourismus

lich. Die gesunde, kompromisslose Einstellung zum Gast, zur Umwelt, zur Architektur – das spürst du hier auf Schritt und Tritt. Zimmermann: Ich glaube, dass das viel mit unseren Strukturen zu tun hat. Viele Häuser in Lech Zürs befinden sich in Familienbesitz. Dieser persönliche Bezug erzeugt ein Herzblut, das der Gast spürt und über alle Maßen schätzt. Fercher: Das mit entsprechenden Rahmenbedingungen auf die nächsten Generationen übertragen zu können, das wird eine unserer großen Herausforderungen sein. Was bringt die Zukunft noch an Herausforderungen?

Fercher: Wir müssen weiter in die Infrastruktur investieren. Ein Tagungszentrum steht ganz oben auf der Wunschliste. Muxel: Das sehen wir bei der Gemeinde auch so. Unsere Pisten, die


Michael Zimmermann, Hermann Fercher und Ludwig Muxel ziehen für die Lecher Tourismuszukunft an einem Strang.

„Wir haben uns in der Vergangenheit unseren Lebensraum nicht mit kurz- fristigen Überlegungen kaputt gemacht und daran wird sich nichts ändern.“ Ludwig Muxel, Bürgermeister

Lifte, die Wanderwege, das alles gehört zum Besten auf der Welt. Das ist auch eine Verpflichtung in andere Bereiche hinein. Ein Tagungszentrum wäre eine sehr sinnvolle Erweiterung unseres Angebotes. Diesen einmaligen Lebensraum auch für Veranstaltungen, Seminare und Kongresse zu nutzen, das scheint mir konsequent. Fercher: Die Belebung des Sommers ist uns ein großes Anliegen. Veranstaltungen und Wandern sind da die Treiber, jetzt reden wir über ein Veranstaltungszentrum und bekommen auch noch den Golfplatz dazu. In diesem Umfeld entstehen zusätzliche Chancen außerhalb der Hauptsaison. Eine Zahl unterstreicht das mehr als tausend Worte: Drei Viertel unserer Winter-Stammgäste spielen Golf. Zimmermann: Das Schöne ist, dass solche zusätzlichen Aktivitäten bei uns nicht als reine Bettenfüller gesehen

werden. Im Vordergrund steht auch hier immer die Qualität. Und das ist für alle gut so: Der Gast bekommt ein entsprechendes Angebot und wir ein Mehr an Wertschöpfung, das hinter jedem qualitätsbewussten Gast steht. Muxel: Dieses verantwortungsbewusste Handeln hat eine lange Tradition in Lech Zürs. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man sich Gedanken gemacht, wie man den Ort Schritt für Schritt weiterbringen kann. Seitdem hat sich Lech Zürs stets langsam, dafür nachhaltig weiterentwickelt. Fercher: In diesem Zusammenhang muss man noch einmal darauf verweisen, was Michael vorher erwähnt hat: Nachhaltigkeitstreiber schlechthin sind die Familien. Wir haben keine Stakeholder, die auf kurzfristige Rendite aus sind. Das gilt es zu schützen und weiterzutragen.

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„ Die Lecher haben immer den Spagat zwischen Fortschritt und dem Bewahren ihrer Werte geschafft.“ Michael Zimmermann, Tourismusobmann

Wenn Sie, sagen wir fünf Jahre, vorausschauen. Was tut sich in Lech Zürs in dieser Zeit?

Fercher: Wir werden weiter in Qualität investieren und gleichzeitig konstant und berechenbar bleiben bei all den vielen Dingen, die sich immer schon bewährt haben. Muxel: Ich sehe unsere Zukunft auch sehr positiv, weil wir uns in der Vergangenheit unseren Lebensraum nicht mit kurzfristigen Überlegungen kaputt gemacht haben und daran wird sich nichts ändern.

Muxel: Ergänzend können wir sagen, dass unser Angebot nicht nur für den klassischen Skifahrer hochattraktiv ist. Die Freerider kommen bei uns genauso ins Schwärmen wie die, die diese einmalige Natur hier sehr bewusst erleben wollen: Langläufer zum Beispiel oder Schneeschuhwanderer. Lech Zürs ist ein Ort, an dem sich auch der Luxus der Langsamkeit zelebrieren lässt. Zimmermann: Und wir punkten auch sonst über das reine Sportangebot hinaus. Der Bezug zu den Einheimischen, das Besinnen auf die eigenen Wurzeln – das ist der Kern für jene Momente und Begegnungen, die Lech Zürs in jeder Beziehung so einzigartig machen.

Zimmermann: Wir halten unser Niveau. Und das wird der nächste Fortschritt sein, weil wir uns dabei behutsam an neue Bedingungen anpassen werden. Fercher: Wobei die Rahmenbedingungen nicht leichter werden, das muss man auch klar sagen. Die Konkurrenz schläft nicht und gleichzeitig gehen die Skifahrerzahlen zurück. In den Achtzigerjahren wurden zehn Millionen Skier pro Jahr verkauft, heute sind es drei Millionen. Gleichzeitig werden die Winter klimabedingt tendenziell eher kürzer. Aber wir haben trotzdem gute Chancen, weil wir auf einem nicht so schnell kopierbaren Weg unterwegs sind. Nicht umsonst hat zum Beispiel bei uns im Vorjahr der August gästemäßig das kompensiert, was wir im April verloren haben.

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Lecher Tourismusgipfel _ Ludwig Muxel ist seit 1993 Bürgermeister von Lech. _ Michael Zimmermann ist Gastgeber im Hotel Kristberg und seit 2015 Lecher Tourismusobmann. _ Hermann Fercher ist nach Stationen als Tourismusdirektor in Kitzbühel und Kirchberg sowie als Marketingleiter bei Swarovski seit 2011 Geschäftsführer der Lech Zürs Tourismus GmbH.


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Qualität ohne Kompromisse Dr. Rudolf Knünz ist der Mann hinter der Wiedergeburt von Kästle.

„ Den Arlberg halte ich für das beste Skigebiet der Welt.“ Dr. Rudolf Knünz, Kästle-Eigentümer

Spricht man vom Vorarlberger Geschäftsmann Rudolf Knünz, dann kommt in gefühlten neun von zehn Fällen: Der hat KTM saniert. 2007 machte er sich auf den Weg, dem Traditionsunternehmen Kästle neues Leben einzuhauchen. Was einst mit den Toni Sailers, Pirmin Zubrbriggens, Anita Wachters und Kjetil André Aamodts der Skiwelt identifiziert wurde, erreicht heute mit Erfolg passionierte Skifahrer, die zu einem Gutteil in den USA daheim sind. Seit heuer befindet sich der Firmensitz wieder im legendären Stammhaus in Hohenems. Wir haben Rudolf Knünz in seinem Wiener Büro zum Gespräch getroffen – und dabei auch viel über seine Liebe zum Arlberg erfahren.

für eine Vorarlberger Traditionsmarke eine wesentliche Rolle gespielt. Aber Kästle ist kein Hobby von mir. Ich glaube an den Erfolg der Marke und sehe die langfristige wirtschaftliche Perspektive.

In einem Porträt hat ein Journalist einmal die Frage gestellt, ob Sie ein sauberer Rechner, ein sentimentaler Millionär oder ein liebenswerter Spinner sind. Die Antwort hat er offen gelassen. Wo würden Sie sich selbst einordnen? Ich würde sagen, ich bin der saubere Rechner, der langfristig denkt und sich manchmal einen Traum erfüllt.

Der Start war dennoch nicht leicht... Die Zeit hätte ungünstiger nicht sein können. Die ganze Welt war gerade durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers erstarrt, während wir ein Premiumprodukt auf den Markt bringen wollten.

War der Einstieg bei Kästle so ein Traum? Ich bin seit 1989 in die Skiindustrie involviert und habe die schwierigen 1990er Jahre miterlebt. Da hat schon das Herzblut 24

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Worauf begründet sich Ihr Optimismus? Ich habe genau hingeschaut, als drei junge Burschen Kästle von Benetton übernommen und einen Investor gesucht haben. Vor kurzem ist es uns gelungen, mit Rainer Nachbaur den ehemaligen Entwicklungs- und Produktionschef von Kästle wiederzugewinnen, der auch seine Marke Differences eingebracht hat. Er alleine hebt uns schon wesentlich von der Konkurrenz ab.

Warum haben Sie Ihre Strategie trotzdem durchgezogen? Weil wir uns gleich auf den amerikanischen Markt konzentrierten, wo Kästle immer am besten positioniert war. Skifahren ist ein elitärer Sport in den USA, dort ist alles doppelt so teuer wie in Europa. Hollywoodstars und Investmentbanker sind bereit für österrei-


chische Qualität Geld auszugeben – mit Ski „Made in China“ haben die keine Freude. Wäre es nicht verlockend, daneben etwas für die breite Masse zu entwickeln? Sie müssen sich entscheiden: Premium oder Masse. Beides zusammen geht nicht. Wie kann der Kunde die Qualität von Kästle messen? Es ist schwer, den Performanceunterschied im Sportgeschäft zu belegen. Deshalb verkaufen wir zum Beispiel nur über ausgewählte Fachhändler, die entsprechend beraten können. Der Unterschied muss im wahrsten Sinne des Wortes erfahren werden. Was zeichnet Kästle aus? Früher musste man einen Kästle-Ski fahren können. Heute fährt man mit einem Kästle ein oder zwei Klassen besser, weil wir das entsprechende Know-how für einen herrlich fahrbaren Ski besitzen, innovative Materialien verwenden und auf Firlefanz verzichten. Kompromisslose Qualität hat übrigens auch für uns ihren Preis, zum Beispiel weil der Ski länger hält. Wir wechseln deshalb das Design bewusst nur alle zwei Jahre, sodass unsere Kunden über mehrere Jahre einen aktuellen Ski fahren. Sie haben im Gespräch einige Male die USA erwähnt. Mögen Sie das Land? Ich erlebe die USA sehr kritisch, auch wenn ich dort immer gute Geschäfte gemacht habe und ab und zu das Skifahren in den Rocky Mountains sehr genieße. Das Denken ist mir allerdings oft zu kurzfristig orientiert. Ich bin begeisterter Europäer. Sie haben Ihren beruflichen Mittelpunkt seit zehn Jahren in Wien. Sind Sie noch oft in Vorarlberg? Ich bin ein guter Kunde von People’s – die Fluglinie, die Wien mit Vorarlberg verbindet. Privat genieße ich mein Haus in Lech und auch beruflich gibt’s viele Verbindungen. Regelmäßig bin ich in Hohenems, weil ich den Bezug zu den Mitarbeitern und zum Produkt brauche. Ihre eigene Leidenschaft fürs Skifahren ist unverändert groß? Kann man so sagen. Aber ich versuche die Piste zu meiden. Eine Skitour gibt mir Freiheit und Einsamkeit, das macht den Kopf wieder frei. Wie ordnen Sie den Arlberg in der Hitparade der Skigebiete dieser Welt ein? Den Arlberg halte ich für das beste Skigebiet der Welt. Diese Kombination aus anspruchsvollen Pisten und den unzähligen Möglichkeiten im Gelände seine Spuren zu ziehen oder Skitouren zu unternehmen, das ist einzigartig. Ich schätze die Weitläufigkeit – und natürlich die verlässlich gute Schneelage.

Welche persönliche Beziehung haben Sie zu Lech? Ich bin am Arlberg geboren, er ist meine Heimat. Lech bietet für mich Lebensqualität, auch das Familienleben mit meinen Kindern und Enkeln spielt sich dort ab. Was schätzen Sie am Arlberg besonders? Ich würde den Arlberg als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Er ist ein Ziel für echte Wintersportler und hat den Charme des Überschaubaren. Hier treffen sich jedes Jahr die gleichen Leute, man kennt sich. So etwas finden Sie in mondänen Destinationen wie Gstaad oder St. Moritz nicht mehr. Gibt es Geheimtipps, besondere Empfehlungen? Eine Abfahrt von der Valluga Nord ist noch immer die Krönung eines Skiurlaubs! Welche Jahreszeit ist die schönste Zeit am Arlberg? Aufgrund meiner persönlichen Vorlieben schon der Winter. Aber der Sommer hat auch seine Reize, beispielsweise zum Wandern. Nicht zu vergessen das Philosophicum oder das Lech Classic Festival – kulturelle Highlights, die ich auch persönlich unterstütze. Kästle und Arlberg – gibt es da eine besondere Beziehung? Da gibt es eine enge Beziehung. Was kaum noch jemand weiß: Die ersten Kästle-Ski wurden vor 90 Jahren unter der Marke „Arlberg“ verkauft. Auch die ersten Kästle-Weltmeister stammten vom Arlberg und heute sind wir stolz auf Lorraine Huber, eine Top-Freeriderin und Kästle-Markenbotschafterin aus Lech. Auch das Kästle-Museum befindet sich nicht aus reinem Zufall am Rüfikopf... Kästle veranstaltet sogar das jährliche Vertriebsmeeting in Lech, denn das gesamte Team sowie Händler aus aller Welt fühlen sich hier einfach zu Hause.

Kästle _  Gründung 1924 durch Anton Kästle. Heute hält Dr. Rudolf Knünz mit der Knünz GmbH 85 Prozent am Unternehmen, jeweils 5 Prozent gehören Alexander Lotschak, Chris Davenport und Wolfgang Kappl. _ Umsatz 2014: 6 Mio. Euro _  Jährlicher Absatz: 18.000 Paar Ski _  Kästle-Skier kosten zwischen 600 und 1200 Euro. „Bei Skiern über 1000 Euro halten wir einen Weltmarktanteil von 35 Prozent“, schätzt Rudolf Knünz. _    Kästle macht ein Drittel des Umsatzes in Nordamerika. Zweitwichtigster Markt ist Österreich, gefolgt von Frankreich und der Schweiz. Hoffnungsmärkte sind Russland und Tschechien. _  Geschäftsführer ist seit einem Jahr Bernd Knünz (42), ein Großcousin von Rudolf Knünz.  

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BEWEGUNGSRAUM Unbestritten an den schönen Dingen ist, dass man davon nie genug bekommen kann. Die Lieder über den Winter am Arlberg kennen wir alle und hören sie immer wieder gerne. Jetzt schiebt sich auch noch der Sommer in den Vordergrund: Mit Wandern und – ganz neu – mit Golf als i-Tüpfelchen im Angebot.

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Mein Skigebiet Lech Zürs Wer das Skigebiet Lech Zürs in seiner vollen Pracht erleben möchte, der nimmt am besten den Weißen Ring unter seine Bretter. Die beiden hoffnungsvollen Nachwuchsrennläufer Nina Ortlieb und Magnus Walch haben uns dabei begleitet.

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ie stehen am Gipfel. Über Ihnen der blitzblaue Himmel, von dem die Sonne ihr breitestes Lächeln zu Tale schickt. Die Temperaturen angenehm. Zu Ihren Füßen eine weiße Schneedecke. Kurz: Die Verhältnisse sind optimal. Wenn Sie jetzt noch auf dem Rüfikopf in Lech stehen und Sie eine wunderbare Runde in der Arlberger Bergwelt erwartet, dann sind Sie ein glücklicher Mensch. Denn der Weiße Ring ist nicht nur bekannt als das legendärste Publikumsskirennen, sondern genießt auch als 22 km lange Rundfahrt über 5500 Höhenmeter einen ausgezeichneten Ruf in der ganzen Welt. Und das Beste: Wer diese traumhafte Tour in Angriff nimmt, sieht die Ski-Highlights von Lech Zürs an einem Tag. „Besonders cool find‘ ich den Weißen Ring, wenn ich ihn gleich am Morgen mit der ersten Gondel beginne. Die Skirunde ist absolut empfehlenswert. Deshalb: Jeder sollte sie zumindest einmal gefahren sein. Durch die vielen Abfahrten bist du ewig unterwegs, ohne einen Lift mehrmals zu nutzen“, schwärmt Nina Ortlieb, Skirennläuferin aus Lech. Aber Skifahren am Arlberg beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf den Weißen Ring. Wir haben uns umgehört und uns nach den Highlights erkundigt. Die Antworten waren – wenig überraschend – so unterschiedlich, dass wir uns an zwei hoffnungsvolle österreichische Skirennläufer gewendet haben, die es wissen müssen: Magnus Walch und Nina Ortlieb, beide aus Lech. _ Zwei hoffnungsvolle Talente. Magnus Walch ist im Europacup und im Weltcup unterwegs. Er arbeitet akribisch an seinem Ziel, die internationale Spitze zu erreichen: „Einige träumen von herausragenden Leistungen, während andere wach sind, hart daran arbeiten und sie verwirklichen“, ist sein Leitspruch. Und Recht hat er. Trotz seiner Fokussiertheit lässt er im Gespräch die Lockerheit, die es zum Ausgleich braucht, nicht vermissen. Angesprochen auf seine Ski-Heimat hat uns der 23-Jährige viel zu erzählen. Es gibt so viele Gründe, das Skigebiet zu lieben. Zum einen ist es die Kulisse, die ihn, den waschechten Lecher, immer wieder aufs Neue gefangen nimmt und verzaubert. „Von jedem Lift hast du eine neue Aussicht, siehst immer wieder andere Details“, erzählt er begeistert. Dazu kommt, dass die Pisten am Arlberg zu einem großen Teil über der Baumgrenze liegen und die umgebende Bergwelt sich in ihrer ganzen Pracht offenbart. Was ihm besonders gefällt: Auf den Pisten tummeln sich Wintersportler, die mit ihrem Sportgerät umgehen können. Was der Grund dafür sein könnte, wollen wir wissen. Das

Im Skigebiet Lech Zürs ist für jeden die passende Abfahrt dabei.

sei wohl mit ein Verdienst der Skischulen am Arlberg, die den Leuten das Skifahren beibringen. Auch Nina Ortlieb ist ein Kind des Arlberg. Mit ihren 19 Jahren ist sie heuer im Weltcup unterwegs. Wenn sie zu Hause ist, liebt sie es, sich auf den Pisten des Arlberg auszutoben. „Natürlich ist das mein Lieblingsskigebiet, im Speziellen Lech und Oberlech“, meint sie. Sie hebt besonders den Variantenreichtum und die Vielzahl der Abfahrten hervor. „Schau dir unsere Lifte an. Alle sind technisch auf neuestem Stand.“ Und sie hat Recht. Modernste Aufstiegshilfen, Sitzheizung unter der bequemen Polsterung, hohe Transportkapazitäten und die behutsame Erschließung der Bergwelt sind Spaßbringer ohne Ende. Was beide ausdrücklich loben: die ausgezeichnete Pistenpräparierung. _ Die Favoriten: Langer Zug und Steinmähder. Auf die Frage nach ihren Lieblingspisten kommt es wie aus der Pistole geschossen: der Lange Zug und der Rüfikopf, dazu noch der Steinmähder, der Magnus hin und wieder – aufgrund seiner Beschaffenheit – als Trainingsstrecke dient. Auch Nina ist ein Fan des Langen Zug, ihr hat es außerdem das Madloch angetan. „Steil ist meins“, grinst sie. ZEITRAUM

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Am Steinmähder-Lift schätzen die Rennläufer die variantenreichen Abfahrten. Durch die Sonne werde der Schnee kompakt und eigne sich besonders gut fürs Training. In Zürs zieht es Magnus auf den Seekopf. Dessen Besonderheit: ein Lift, sechs Abfahrten. So viel Piste an einem Lift ist selten. Den Anfängern legen die begeisterten Skifahrer besonders die Abfahrten Petersboden, Weibermahd und die Lifte in Oberlech ans Herz. „Hier ist Platz in Hülle und Fülle, jeder Skifahrer kann sein Tempo so dosieren, wie er es möchte“, sieht Magnus die Vorteile. Nina ergänzt: „Vom Kinderland und den Übungsliften bis zu den steilen Hängen ist für jeden etwas dabei. Zusätzlich gibt es sehr viel mittelsteiles Gelände, das für den Großteil der Leute perfekt ist, um lässige Schwünge ziehen zu können.“ _ Aussicht und Ruhe. Besonderes Highlight ist für Magnus die Abfahrt Muggengrat-Zürser Täli. „Landschaftlich ist dieses Gebiet ein Hit. Du fährst kilometerweit durch eine fast unberührte Landschaft. Keine Lifte, nur Ruhe und herrliche Hänge“, gerät er ins Schwärmen. Das ist Genussfahren. Natürlich lieben die beiden das Variantenfahren, egal ob im Tiefschnee oder auf Firn. Hervorragend ausgebildete Skiführer bringen Off-Piste-Liebhaber zu wunderbaren Aussichtsplattformen, zu den Geheimtipps abseits der normalen Routen. Eine der wohl spektakulärsten Abfahrten am Arlberg ist die Madloch-Variante. Auf 5,5 Kilometern bietet sie ein traumhaftes Panorama. Hohen Spaßfaktor hat der Snowpark Lech. 17 täglich frisch präparierte „Obstacles“ stehen Freestylern und Snowboardern zur Verfügung, aufgeteilt in Fun Run, Rail- und Pro-Lines. Ob Anfänger oder Profi, jeder findet hier sein „Shredder“-Vergnügen. Seit dem Winter 2013/14 verbindet außerdem der Auenfeldjet, eine zwei Kilometer lange 10er-Gondel-Einseil-Umlaufbahn, 30

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das Skigebiet Lech Zürs mit dem von Warth-Schröcken. Damit ist am Arlberg, in einer der schneereichsten Regionen der Alpen, das größte Skigebiet Vorarlbergs entstanden. Zum Schluss legt uns Magnus noch eine Besonderheit ans Herz: Die Möglichkeit des Heli-Skiings, die in Österreich einzigartig ist. Zielgipfel ist der 2652 m hohe Mehlsack oder das Schneetäli (2450 m). Die etwa einstündige Abfahrt endet in Zug bei Lech. Bei beiden Sportlern – Nina und Magnus – spürt man die Liebe zu ihren Bergen, zu ihrem Skigebiet, das sie als Botschafter in der Welt des Rennsports vertreten. So wie ihnen geht es wohl tausenden von Besuchern, wenn sie in die Kulisse des Arlberg-Skigebiets eintauchen und den Stoff, aus dem die Träume sind, auf sich wirken lassen.

Skigebiet Lech Zürs _ 97 Lifte und Bahnen _ 350 km Skiabfahrten _ 146 km blaue Pisten _ 147 km rote Pisten _ 55 km schwarze Pisten _ 200 km hochalpine Tiefschneeabfahrten _ 41 % der Pisten tauglich für Anfänger _ 10er-Gondel Auenfeldjet _ 2444 m höchste Bergstation Madloch _ 78 % Gefälle steilster Hang Langer Zug

Weißer Ring – Das Rennen 2016 _ Termin: 16. Januar _ Bestmarke: 44:35:07 durch Patrick Ortlieb www.derweissering.at


Mit Power in die Weltspitze

Höchste Zieleklarer Fokus

Nina Ortlieb Geboren am 2. April 1996, startet sie in allen Disziplinen. Sie legte im Frühling 2015 die Zentralmatura in Stams ab. Nach zahlreichen Erfolgen im Nachwuchs und im Europacup nimmt die Juniorenweltmeisterin von Hafjell 2015 jetzt die Königsklasse, den Weltcup, in Angriff. Ihr Vater ist der ehemalige Skirennläufer Patrick Ortlieb (Weltmeister, Olympiasieger Abfahrt). Wir haben sie in Lech besucht:

Magnus Walch Geboren am 15. Juni 1992, ist er aktuell im Europacup, fallweise im Weltcup unterwegs. Nach der Matura in Bad Hofgastein und zahlreichen Erfolgen im Nachwuchs führt sein Weg stetig nach oben. Sein großes Ziel: die absolute Weltspitze. Wie er das erreichen will? „Einige träumen von herausragenden Leistungen, während andere wach sind, hart daran arbeiten und sie verwirklichen.“ Auch mit ihm haben wir uns in einer Trainingspause unterhalten:

Trainingsfreie Zeit Durch die Doppelbelastung von Schule und Sport hatte ich bis jetzt sehr wenig Freizeit. Und ich glaube nicht, dass sich da in der nächsten Zeit etwas ändern wird.

Trainingsfreie Zeit Freizeit hat nicht viel Platz. Die Saison dauert von November bis April, danach stehen Materialtests und Techniktraining auf dem Programm. Im Mai hab ich 1-2 Wochen frei, bevor es Ende Mai zum Kondi-Training geht. Ende Juli sind wir auf dem Gletscher oder in Übersee und ab Anfang September wechseln sich Ski- und Kondi-Training ab. Soviel zum Thema Freizeit ;-)

Kulinarik Fleisch-Fondue, asiatisches Essen wie Sushi oder Wokgerichte. Gerne probier‘ ich auch immer ausländisches Essen. Urlaub Am Gardasee. Die schnelle Erreichbarkeit und das angenehme Klima, bei heißen Temperaturen ordentlich Wind, machen die Tage so angenehm.

Urlaub In den Bergen und am Meer. In Ägypten war ich zum Katamaran-Segeln und zum Surfen. Lässig war es auf den Bermudas, wo ich in einem 2-monatigen Praktikum die Gegend kennengelernt habe.

Hobbies Sport: Mountainbiken oder zu Fuß in der Natur. Gerne verbringe ich Zeit mit Freunden und der Familie. Ach ja: Natürlich geh‘ ich manchmal auch gerne shoppen :)

Hobbies Sport: Klettern, Wandern, Mountainbiken. In Lech gibt es ca. 60 Gipfel. Auf mehr als 90% bin ich schon gestanden. Ich war schon als Kind mit meinem Vater unterwegs. Hatte also genug Zeit ;-)

Vorbild Bode Miller. Schwer zu erklären, er fasziniert mich schon, seitdem ich mir die Skirennen im Fernsehen ansehe. Ich glaube, seine Ehrlichkeit, Coolness und auch sein für mich verständlicher Frust und die Enttäuschung, wenn’s mal nicht geklappt hat, machen ihn greifbar. Ich fühl‘ einfach mit ihm mit.

Vorbild Da gibt es mehrere: Alexis Pinturault und Marcel Hirscher sind skitechnisch sicher Leute, von denen man sich was abschauen kann. Und dann gibt es noch Skiläufer, die mir menschlich imponieren: Benni Raich zum Beispiel war einer, der locker und offen war und auch immer wieder Tipps gab.

Name Ich muss mich im Skizirkus manchmal nicht vorstellen. Zeitgutschrift bringt ein bekannter Nachname jedoch nicht ;-)

Mein Papa und ich hatten schon immer ein sehr gutes Verhältnis und die Tatsache, dass er öfter angesprochen wird, hat auf mich keinen Einfluss. Durch seine Erfahrung im Sport kann er mich sehr gut unterstützen, und er gibt mir manchmal den einen oder anderen Tipp mit.

Die Lech Zürs Botschafter Nina Ortlieb und Magnus Walch tasten sich Schritt für Schritt an die Ski-Weltklasse heran.

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Hotspots im Pulverschnee Das Skigebiet rund um Lech Zürs hält mit bis zu elf Meter Naturschnee pro Saison den Europarekord. Freerider und Tiefschneegenießer aus aller Welt treffen sich hier, denn es locken mehr als 200 Kilometer hochalpine Tiefschneerouten, die von den Bergstationen der Lifte aus zu befahren sind.

Tipps von Andreas Schnell, Skilehrer und Wanderführer: _ Tiefschneemöglichkeiten vom Feinsten: Der Madloch-Steilhang ist einzigartig. Mit 5,5 Kilometern ist das Madloch die längste Abfahrt. Allein schon wegen ihrer fantastischen Aussicht auf Lech, Zug und das Kriegerhorn bleibt sie im Gedächtnis. _ Die Qual der Wahl am Kriegerhorn. Mehrere Varianten sind möglich. Andreas schlägt den Südhang vor: 600 Höhenmeter Tiefschneeabfahrt. _ Für die perfekte Linie. Das Gebiet am Ochsenboden in Zürs auf 2422 Metern Höhe ist berauschend. Ein Tipp für Könner.

_ Winterwunderland — ein Heliski-Erlebnis: Traumabfahrten am Mehlsack. Die Route in Richtung Älpele ist die beliebteste Abfahrtsvariante. _ Unendliche Abfahrten am Rüfikopf lassen das Herz eines jeden Freeriders höher schlagen. _ Ein letzter Tipp: Das eigene Sicherheitskönnen checken, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Einfach mal im Trainings-Center für Lawinenrettung in Oberlech vorbeischauen.

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Abseits der Piste Immer mehr Skifahrer und Snowboarder wollen im freien Gelände fahren. Tiefschneefahren erfordert Können und die Kenntnis der Location – aber auch Lawinenkunde. Die Snow & Safety Conference im Tiefschneemekka Zürs, initiiert von Profis der Szene, will praxisnah informieren und geht auch auf die Piste. Ein Gespräch mit Freeriderin und Projektleiterin Katharina Schuler.

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Die Konferenz findet zum vierten Mal statt. Welche Themen stehen im Vordergrund? Dieses Mal geht es um das Thema „Wissen versus Bewusstsein“. Denn die Menschen verfügen oft über viel Wissen, doch trotzdem sind sie sich ihrer Handlungen und der daraus resultierenden Konsequenzen nicht bewusst. Doch warum? Egal, ob die Menschen viel und wenig über Lawinenkunde wissen, sie gehen oft erhebliche Risiken ein. Bei der Konferenz gehen wir der Frage nach und beleuchten verschiedene Aspekte. Gibt es auch Workshops während der Konferenz, bei denen es um die Praxis geht? Ist man dann auf der Piste? Wir sind mit verschiedenen Workshops auch auf der Piste oder im Gelände wie beispielsweise am Safety Day. Hier lernt man von staatlich geprüften Berg- und Skiführern der Region, wie man mit dem Wetter, dem Gelände, dem Lawinenlagebericht und anderen Dingen umgeht. Wir bieten zudem ein Safety-Training an, bei dem wir die Suche und Bergung von Lawinenverschütteten trainieren. Aber es gibt auch Workshops rund um das Gelände und die richtige Technik, wie den Freeride Day und den Touring Day, bei denen man mit den Profis der Szene unterwegs ist. Man erfährt dann, wie man Lines am Berg auswählt und fährt. Wer Lust hat, kann sich auch zeigen lassen, wie man Touring und Freeriden optimal kombiniert. Gibt es denn auch spezielle Angebote für junge Freerider? Für Jugendliche bieten wir ein Freeride-Coaching an, bei dem sie mit den Profis ihre Freeride- und Safety-Skills trainieren können. Was muss man beim Freeski beachten, wenn man im Gelände unterwegs ist und warum ist es so wichtig zumindest beim ersten Mal einen erfahrenen Skilehrer an der Seite zu haben? Neben den körperlichen und psychischen Voraussetzungen ist es ganz wichtig, dass man auch umfassende Kenntnisse in Lawinenkunde besitzt. Das ist Grundvoraussetzung, neben dem Aspekt der Erfahrung. Dann muss die Ausrüstung stimmen: Niemals sollte man

ohne LVS-Gerät, Schaufel, Sonde und Erste-Hilfe-Package ins Gelände gehen. Man kann nicht jedes Skigebiet bis ins Detail kennen, schon gar nicht die Wetterverhältnisse. Deshalb ist es für Gäste auch fast unmöglich die lokale Lawinensituation richtig einschätzen zu können. Schon alleine aus diesem Grund sollte man sich zu Beginn einem erfahrenen Berg- und Skiführer anvertrauen. Was macht Lech Zürs gerade für Freerider so reizvoll? Lech Zürs bietet einfach zahlreiche Varianten für jedermann – man kann wunderschöne Abfahrten in Pistennähe genießen. Aber auch nach mehrstündigen Aufstiegen wird man mehr als belohnt. Es bleiben einfach so gut wie keine Wünsche offen. Freeriden ist populär geworden. Immer mehr Leute zieht es ins Gelände. Wo geht die Reise hin? Drohen Verbote? Wo die Reise hin geht? Eine wirklich schwierige Frage. Wichtig ist es, aufzuklären und ein Angebot mit Theorie und Praxis anzubieten, bei dem Interessierte ihr Wissen rund um die Lawinenkunde erweitern und praxisnah trainieren können. Genau das liegt der Snow & Safety Conference am Herzen.

4. Snow & Safety Conference Zu Beginn der diesjährigen Wintersaison findet die 4. Snow & Safety Conference vom 4. bis 6. Dezember 2015 unter dem Motto „Wissen versus Bewusstsein“ statt. Die Vorträge und Workshops sind für Off-Piste-Fahrer jeden Alters, Einsteiger und Erfahrene. Neben namhaften Lawinenexperten aus Österreich und der Schweiz kommen auch Freerider zu Wort. Ein Mix aus Theorie und Praxis.

Praxisnahe Informationen liegen Snow & Safety-Projektleiterin Katharina Schuler besonders am Herzen.

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Willkommen im Bergsommer!

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Lech im Winter kenne ich gut. Jetzt ist Hochsommer, Anfang August — und alles ist anders: der warme Schein der Sonne, die frische, klare Luft, grüne Bergweiden und Blumenwiesen, soweit das Auge reicht. Gestern noch stand ich in der Sommerhitze der Großstadt, und heute? Ich atme tief und bemerke, wie all die rotierenden Gedanken, die mich sonst begleiten, verschwunden sind.

im Sommer zeigt er den Gästen die schönsten Bergtouren. Später, während unserer Wanderung, erzählt er, dass inzwischen viele seiner Wintergäste, die er schon seit vielen Jahren begleitet, nun auch im Sommer kommen und den Arlberg rund um Lech ganz neu entdecken, fasziniert von den zahlreichen Wanderrouten und den Naturschönheiten zu dieser Jahreszeit. „Die Landschaft hier ist in den Sommermonaten unbeschreiblich schön, egal wo du hinschaust, du musst nur ein paar Schritte gehen und du bist in einer anderen Welt, es ist nie gleich, immer wieder neu und anders“, schwärmt Andreas an diesem leuchtenden Morgen, „wenn man hier ist, hat man die Qual der Wahl. Es gibt einfach so viele interessante Wege hier oben“. Draußen sein in der Natur, das ist für ihn das Schönste, „das ist mein Leben“ und das merkt man bei jedem Wort, wenn man mit ihm unterwegs ist.

Da kommt Andreas, unser Wanderführer. Er kennt den Arlberg wie seine Westentasche. Andreas Schnell ist Lecher, genaugenommen Oberlecher. Im Winter ist er Skilehrer im Hotel Arlberg und

_ Lieblingsrunde. Für uns hat er heute seine ganz persönliche Lieblingsrunde ausgewählt. Eine Wanderung zum Butzensee, den wir über die Berger Alpe erreichen wollen.

a stehen wir jetzt also und warten auf Andreas, unseren Wanderführer. Wir haben uns hier vor der Backstube in Lech mit ihm verabredet. Es duftet herrlich nach frischem Holzofenbrot. Anna hatte mich zu diesen Tagen in den Bergen überredet. Ja, so ist es mit der besten Freundin: Sie zieht einen mit, egal welche Fahrt das Leben aufnimmt, man ist nicht allein und teilt die schönen Momente ebenso wie die traurigen. Man kann gemeinsam den Augenblick genießen und die kleinen Dinge der Lebens zelebrieren.

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Zurück wird es über die Kriegeralpe gehen, wo wir in einer Sennerei Halt machen. Den Naturlehrpfad mit den über tausend Dolinen, der meiner Freundin Anna so wichtig ist, weil dort eine außergewöhnliche Blumenvielfalt wächst, hat Andreas auch noch eingeplant. Die Dolinen, die sogenannten Gipslöcher, sind einzigartig in Europa, nicht nur geologisch, sondern auch botanisch, da sich in ihnen ein besonderes Mikroklima bildet. Vielleicht bekommen wir heute ja tatsächlich noch die 20 verschiedenen Orchideenarten zu sehen, die hier blühen sollen. Die Jahreszeit dafür ist optimal. „Gönd mir ufi“, wie man am Arlberg sagt. Und los geht es. Wir gehen Richtung Seilbahn und fahren hoch nach Oberlech aufs Burg-Plateau, umgeben von wunderschönen Aussichten und pittoresken Naturformationen. Der Arlberg im Sommer ist ein Wanderparadies mit über 350 Kilometern markierten Wanderwegen, weit ab von den ausgetrampelten Pfaden. Es gibt Routen für alle Altersklassen und jede Fitness. Andreas hat für uns eine Fünfstundentour geplant.

Während wir hochfahren, erzählt er uns, wie kurz der Bergsommer hier oben ist, da er erst Ende Juni beginnt. Kurz wie ein Rausch, „aber dafür auch ganz besonders schön“. Ein Blick über die Hänge und Wiesen reicht, um zu wissen, wovon er spricht: überall Alpenrosenpolster, Enzian, Glockenblumen und Türkenbund in den Wiesen — an anderen Stellen Wollgras und Kräuter und viel blühendes Johanniskraut. _ Kuhglocken zum Bergfrühstück. Dann spazieren wir los, Richtung Gaisbühel-Alpe. Von irgendwoher klingen Kuhglocken. Um uns herum breitet sich eine wogende Wiesenlandschaft aus. Wo, wenn nicht hier, findet der Begriff „saftige Wiesen“ seine Berechtigung. Vor uns, auf einem der zahllosen Hügel, ruht majestätisch die historische Blockhütte der Alpe. Sie zeugt noch von der ehemaligen Walsersiedlung am Tannberg im 15. Jahrhundert. Um uns herum duftet es würzig nach wildem Schnittlauch, der hier in der regionalen Küche allerlei Verwendung findet. Andreas zählt uns einige Köstlichkeiten auf: von Kartoffelgerichten über Eierspeisen bis zu Käse reicht die Palette, die auf den Alpen am Arlberg angeboten wird. ZEITRAUM

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Sommer-Tipps von Andreas Schnell _ Die Ravensburger Hütte Eine Tour vorbei an Bächen, Seen und einem Wasserfall. Die Ravensburger Hütte liegt oberhalb des Spullersees, eingebettet in blühende Almwiesen. _ Die Kaltenberg Hütte Badesee auf 2000 Metern? Hier ist‘s möglich. Und danach ein köstliches Rindsgulasch. _ Rund ums Karhorn Eine bequeme Wanderung mit herrlichen Ausblicken, vorbei an alten Walsergebäuden, die in die Geschichte des Tannbergs blicken lassen.

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„Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas Schönes und Gutes in jedem Wetter, er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, liebt alle Jahreszeiten und ist im Grunde damit zufrieden, dass die Dinge so sind, wie sie sind.“

„Wenn man über die Berger Alpe zum Mohnenfluh-Sattel hochläuft, isses a bisserl anspruchsvoller“, grinst uns Andreas an. Wir bekommen es schnell zu spüren. Steil und schweißtreibend ist der Aufstieg teilweise. Unser Tempo ist erstaunlich langsam. „Beim Bergwandern ist es wichtig, die eigenen Kräfte richtig einzuteilen“, sagt Andreas. Die Beine funktionieren jetzt wie von alleine. Das gleichmäßige Knirschen der Bergschuhe auf dem Weg gibt wie ein Metronom den Takt vor. Das sind die Augenblicke, wo man gar nicht anders kann, als ganz im Hier und Jetzt zu sein. Wandern in dieser herrlichen Natur und sich selbst spüren, ist Meditation pur. _Wegbegleiter. „Eine Gegend zu erwandern, heißt sie wirklich zu erleben“, hat Andreas zu Beginn unserer Wanderung gesagt. Jeder Blick, ob in die Weite oder nur ein paar Meter voraus, offenbart faszinierende Eindrücke einer unverwechselbaren Landschaft. Ich halte Ausschau nach den Steinböcken, die es hier geben soll — die größte Kolonie in Europa. Auf einem Felsen steht ein Murmeltier, das Ausschau hält. Andreas vertröstet mich, zückt sein Smartphone und zeigt uns ein Bild, das er vor ein paar Tagen gemacht hat: „ I komm runter und da hocken zwölf Gemsen. Sitzen da und machen Mittagspause.“ Aber das war weiter oben am Butzkamm. Wir müssen also noch höher hinauf. Vielleicht haben wir Glück und bekommen sie zu sehen. Nach gut zwei Stunden liegt dann der Butzensee (2124 Meter) smaragdgrün leuchtend vor uns. Die Bergspitzen von Mohnenfluh und Zuger Hochlicht spiegeln sich darin. Andreas ist begeistert von der Stimmung, heute, hier am See, „nie isses gleich, die Farben im Wasser verändern sich ständig, es ist einzigartig“. Wir bleiben stehen, lassen uns berühren von der Schönheit des Augenblicks und genießen gemeinsam. Nur ein paar Meter entfernt steigen zwei Wanderer ins Wasser. Mutig denke ich mir, ahne aber, wie herrlich die Erfrischung sein muss. _ Flora und Fauna. Auf dem Rückweg, nachdem wir den Butzensee umrundet haben und einer kurzen Rast mit einem Glas frischer Milch auf der Kriegeralpe, durchqueren wir eine faszinierende Landschaft, die vor uns liegt wie eine zu Stein gewordene, stürmische Brandung: Es sind die Gipslöcher. Und überall dazwischen, aber auch direkt am Wegesrand recken sich die Orchideen, die Anna hier zu finden hoffte, in die Sonne: vom blutroten Kohlröschen bis zum Händelwurz, vom

Vincent van Gogh

gefleckten Knabenkraut bis zur Waldhyazinthe und all die anderen. Es scheint tatsächlich zu stimmen: Hier am Arlberg kommt jeder auf seine Kosten. Die Bahn bringt uns, als wir wieder in Oberlech angekommen sind, hinunter nach Lech. Unsere Wandertour mit Andreas ist zu Ende, doch nicht der Urlaubstag. Dieser Spätsommertag war ein Erlebnis, nicht zuletzt auch dadurch von einem einheimischen Bergführer unbekümmert geführt zu werden. Das war Loslassen pur. Bei Kaffee und Apfelstrudel auf einer der schönen Sommerterrassen planen wir schon die nächste Wanderung. Morgen tauschen Anna und ich erst einmal die Wanderlust gegen Gaumenfreuden und Wellness, doch übermorgen wird uns Andreas ins „Steinerne Meer“ und zum Formarinsee im Lechquellengebirge führen, der gerade zum „Schönsten Platz in Österreich“ gewählt wurde.

Andreas Schnell Als gebürtiger Oberlecher kennt er sich hier bestens aus. Andreas Schnell (1963) ist seit über 30 Jahren Skilehrer und Wanderführer in Lech und Umgebung. Für das Hotel Arlberg ist er als Wanderführer unterwegs. Wer, wenn nicht er, kennt die schönsten Orte der Region. Da tauscht er schon auch mal bei Sonnenschein Ski und Wanderschuhe gegen seinen Oldtimer oder sein Mountainbike.

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Der Lechweg Ein Weg, seine Menschen und kleine Köstlichkeiten.

Zu Beginn der Wanderung ist der Lech noch eher ein Bächlein, mit jeder Etappe wird er jedoch mächtiger und tosender. Und mit jedem Schritt entlang des Flusses wird man auch mehr eins mit der Natur, der Geist wird weiter, das Herz leichter und alle Sinne öffnen sich. Man lauscht beim Gehen der Melodie des Flusses und gibt sich dem magischen Farbspiel des Wassers hin.

125 Kilometer Natur pur: der Lechweg.

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er Lech verbindet Regionen und ihre Menschen schon seit Jahrhunderten. Sein Ursprung gibt einem ganzen Gebirge und dem Ort seinen Namen. Zwischen dem Ursprung im Lechquellengebirge bis Füssen im Allgäu ist auf 125 Kilometern eine einzigartige Natur und Kulturlandschaft entstanden. Gleichzeitig einer der schönsten Weitwanderwege an einer der letzten Wildflusslandschaften Europas.

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_ Leckerbissen. Wer am Anfang des Weges, auf Höhe Warth, Hunger verspürt, sollte unbedingt am Gehrnerhof der Familie Fritz haltmachen und „die Chrommi Chämmiwürza“ probieren. Kaminwurzen, die mit feinen Kräutern und Beeren zubereitet werden. Steht einem der Sinn eher nach Käse, geht man auf der dritten Etappe weiter nach Steeg und findet in der Naturkäserei von Kurt Sojer Leckerbissen nach außergewöhnlichen Rezepturen. Der Weg entlang des Lech ist gesäumt von zahlreichen lukullischen Erlebnissen und regionalen Produkten. Je nach Lust, Laune und Kondition kann der Lechweg in sechs bis acht Tagen bewältigt werden. Man begibt sich auf eine Tour durch die Kultur und Geschichte der Alpen. Am Wegesrand kann man nicht nur die regionalen Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt entdecken, sondern auch Köstlichkeiten von Menschenhand. Im Schnitzerdorf Elbingenalp, wo die Geierwally zu Hause war, findet man unweit einer Edelweißplantage die einzige Schaubrennerei im Lechtal. Neben anderen Hochprozentigen wird hier auch der „Lechweg-Kramat“ gebrannt. Nicht gerade ein Durstlöscher für Wanderer, aber ein köstlicher Schluck aus Wacholder und anderen Kräutern. www.lechweg.com


Eine Halle für alle Der sport.park.lech bietet eine Top-Infrastruktur. Für Bewegungshungrige genauso wie für Profisportler und die, die es werden wollen – sagt einer, der es wissen muss.

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aniel Huber ist Jugendtrainer im Ski-Club Arlberg. Der älteste und wohl berühmteste Skiclub der Alpen. Einer der Gründe für den anhaltenden Erfolg des Vereins ist die umfassende Nachwuchsförderung, zu der auch das Training im sport.park.lech gehört. Hier finden Daniel Huber und seine Schützlinge beste Voraussetzungen für ihr wöchentliches Workout. Seit Herbst ist er wieder regelmäßig hier anzutreffen. _ Für angehende Skiasse. „Bei unseren Jugendläufern stehen vor allem Kraft-, Koordinations- und Fitnessübungen auf dem Programm. Die Infrastruktur für ein professionelles Arbeiten ist mit den Top-Geräten absolut gegeben“, sagt Huber. „Wir integrieren auch eigene Trainingsmethoden und nutzen dafür die Leiter oder die Slackline.“ Mit Laufband, Crosstrainer, Ergometer und Rudergerät lässt sich in dieser Umgebung die Kondition problemlos auf Vordermann bringen. Die jüngeren Skisportler führt Daniel Huber im Mehrzweck-Bereich spielerisch an das Training heran. Ein Tennis- und ein Fußballplatz und vor allem die Kletterwand bieten dabei zahlreiche Möglichkeiten, die Körperbeherrschung zu fördern. Nicht als Teil des Trainings, sondern von den Kindern individuell nutzbar, ist der Freizeitraum mit Air-Hockey, Tischfußball und Tischtennis. _ Nach dem Training. Wer so richtig entspannen will, kann das im Wellnessbereich. Vom Saunabereich sieht man zuweilen Daniel Huber bei der Arbeit, aber auch hinauf zu den schneebedeckten Bergen. Die Ruhe und die Aussicht auf die eigene Leistungssteigerung sind mehr als eine Entschädigung für die körperlichen Anstrengungen.

sport.park.lech _ 580 m2 Fitnesscenter mit Cardio, Kraft & Freihantel Bereich _ 135 m2 Aerobic/Tanz-Studio _ 65 m2 Indoor Cycling-Studio _ 140 m2 Saunalandschaft _ (Personal)Training, Massage, Physiotherapie _ Tennisplatz _ Multifunktionsplatz für Fußball, Badminton, Volleyball, etc. _ 4 Bowlingbahnen _ Klettern und Bouldern _ frei.zeit.raum mit Ping Pong, Air-Hockey, Tischfußball, etc. _ sportslounge.cafe mit WLAN, Live Sportübertragungen, Billard und Dart _ 1280 m2 für Veranstaltungen und Kongresse

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Spielwiese in Mutter Natur Was assoziieren Menschen mit dem Wort „Arlberg“? Skifahren. Vielleicht auch noch Wandern. Natürlich. Aber ab 2016 ist das Gebiet um eine Attraktion reicher: den Golfplatz Lech.

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in Golfplatz auf 1500 m Höhe. Geht denn das? Und wie das geht! Das Projekt, das in dieser Form schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat, wurde im Herbst 2015 finalisiert und liegt nun da, als ob es schon immer an diesem Ort gewesen wäre. Und als ob es auch hierher gehören würde. Der Spatenstich erfolgte am 2. Juni 2014, im Pflegejahr 2015 wurde mit dem Bau des Clubhauses begonnen. Die offizielle Eröffnung ist für 27.-29. Juni 2016 geplant.

„Das Panorama des Platzes ist unvergleichbar“, schwärmt Golfprofi und Lech Zürs Golf-Botschafter Manuel Trappel. „Er passt sich optimal der Umgebung an, führt entlang des natürlichen Gewässers und lässt genug Raum für die ihn umgebende Natur. Ein 9-Loch-Platz hier ist perfekt.“ Trappel sieht noch weitere Vorteile: „Bei 18 Löchern ist der Spieler 4 bis 5 Stunden unterwegs, bei neun Löchern geht sich nach einer schönen Runde auch noch ein anderes Programm – eine Wanderung, ein bisschen Wellness oder ein Ausflug mit der Familie – aus.“

In der kleinen Parzelle Zug liegen die neun Bahnen. Die Routenführung hat die Natur vorgegeben: Flussaufwärts geht es in Richtung Rote Wand bis zum Zugertobel. Nach dem dritten Abschlag führt die Trasse entlang des Lech bis zum Stierlochbach, um anschließend am Fischteich vorbei wieder an den Start zu gelangen.

Denn das Zusatzangebot im Umkreis des Platzes kann sich mehr als sehen lassen: In unmittelbarer Nähe befinden sich das Lecher Waldschwimmbad, der Fischteich und zahlreiche Wander- und Bikewege. Ein Hoch der Abwechslung.

_ Idylle mit Nachhaltigkeit. Spaziert man an einem sonnigen Tag von Lech nach Zug, so öffnet sich nach wenigen Kilometern das Zugertal, und der Platz liegt idyllisch zu Füßen des Wanderers. Das Golf-Areal bettet sich harmonisch in die umgebende Landschaft. Nein, der Star ist nicht der Golfplatz. Der Star ist und bleibt das Zugertal mit seinem außergewöhnlichen Panorama, mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Keine Spur von touristischer Brachial-Kosmetik wie in anderen Tourismusgebieten. Die Region ist über Jahrhunderte gewachsen und sie bleibt, wie sie ist. Mit großer Sorgfalt wurden die notwendigen Eingriffe vorgenommen. Heimische Pflanzen wie Fingerhut, Türkenbund oder Bergflockenblume wurden reintegriert, als ob sie nie weggewesen wären. Latschen und Lärchen überblicken das Gebiet mit gebührender Ruhe und die alten Steinmauern trotzen noch immer Wind und Wetter. Aber Vorsicht: Vielleicht ist das eine oder andere Golfloch schon besetzt. Murmeltiere, Gemsen, Rotwild und andere Vertreter der Fauna haben es sich gemütlich gemacht und statten dem Platz ab und an einen Besuch ab. 42

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_Wiesberger und Trappel. Über mangelnden Zuspruch werden sich Clubpräsident Clemens Walch und sein Team keine Sorgen machen müssen, denn mehr als zwei Drittel der Lecher Winter-Stammgäste spielen Golf, wie eine Umfrage ergeben hat. Ein weiterer Grund, im Sommer nach Lech zu kommen. Auch Einheimische sind jederzeit willkommen, wie Walch betont. „Ich selber würde gerne öfter spielen, aber die Zeit lässt das leider viel zu selten zu“, erzählt der Hotelier und Inhaber der Backstube Lech. Sein Wunsch: den besten österreichischen Golfer Bernd Wiesberger – unter den Top 30 in der Welt – bald einmal nach Zug zu bringen.

Golfclub Lech _ Eröffnung: 27.-29. Juni 2016 _ Lage: auf ca. 1500 m im Zugertal _ 9-Loch-Anlage, 9 ha, Par 66 _ Präsident Clemens Walch _ Ansprechpartner Markus Kleissl +43 664 30 465 30 office@golf-arlberg.at, www.golf-arlberg.at


Spektakuläre Abschläge am neuen Lecher Golfplatz – einmal hier mit Blick auf die Rote Wand und einmal über das legendäre Madloch (Seite 47).

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9-Loch-Golfplatz Lech Zug Im ruhigen Ortsteil Zug im idyllischen Zugertal liegen die neun Löcher auf beiden Seiten des Lech. Die Natur hat bereits die Routenführung vorgegeben. Flussaufwärts geht es in Richtung Rote Wand bis zum Zugertobel. Nach dem dritten Abschlag führt die Trasse dem Lech entlang bis zum Stierlochbach, um anschließend am Fischteich vorbei wieder an den Start zu kommen.

1 Par 4, 191/248 m Anhöhe mit Blick auf die Rote Wand. 2 Par 5, 425/468 m Rechts ist der Hang, links ist das Fairway durch einen Altarm des Lechflusses begrenzt. Das Green liegt auf einem klei- nen Plateau am Auslauf des Zugertobels.

3 Par 4, 310/339 m Eine echte Herausforderung. Nach einem Drive auf über 200 m spielt man ein Dogleg nach rechts mit 100 m über den Lechfluss auf das Green.

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4 Par 4, 275/292 m Von einer kleinen Anhöhe aus geht es wieder über den Bach. Auf der ganzen Länge ist der Lechfluss mit im Spiel.

7 Par 3, 122/140 m Das Signatur Hole. Ist der Stierlochbach überwunden, landet der Ball auf einem idyllischen Green nahe am Lechfluss.

5 Par 3, 106/122 m Links vom Green befindet sich ein Teich, rechts begleitet der Lechfluss dieses Loch.

8 Par 3, 74/79 m Das kürzeste Loch führt wieder Lech aufwärts und ist in einer Arlenschneise angelegt.

6 Par 4, 261/284 m Der Abschlag liegt in einer Waldlichtung, von dort überquert man den Lechfluss über eine moderne Stahlbrücke.

9 Par 3, 101/122 m Nach einem gemütlichen Spaziergang vorbei am traumhaft gelegenen Zuger Fischteich steht man am letzten Abschlag, der über einen Teich zu spielen ist.


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If you dream it, you can do it Manuel Trappel kennt die Welt. Er hat die Chance beim Schopf gepackt und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Er ist Golfprofi. Und Mitglied eines der schönsten Clubs, den er kennt: des Golfclubs Lech.

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enn er in Zug stehe und das Panorama auf ihn wirke, sei das unglaublich, kommt der 26-Jährige ins Schwärmen. „Das Besondere ist die Lage. Zug ist der höchste Platz, auf dem ich bisher gespielt habe.“ Und hier kann es schon einmal sein, dass sich Murmeltiere, Rehe und andere Alpentiere auf den Platz verirren. Einzigartig – wie vieles am Arlberg. _ Profi seit 2013. Aber wie kommt ein junger Mann, dessen

Mutter eine bekannte Skirennläuferin war, zum Golfsport? „Das war Zufall“, erzählt Manuel. Mit neun Jahren verirrte er sich mit seinen Eltern am Tag der offenen Tür im Golfclub Riefensberg auf die Driving-Range, ergatterte einen Schläger – und war stundenlang nicht mehr wegzubekommen. Das Golffieber hatte ihn mit voller Kraft erwischt. Riefensberg war auch der erste Club, für den Manuel unterwegs war. Ins Jahr 2011 fällt sein bis dato größter Erfolg: der EM-Titel bei den Amateuren in Schweden. Seitdem ist viel passiert. Dieser Titel bescherte ihm die Qualifikation für die British Open, dazu kam der Sieg bei der nationalen Meisterschaft.

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2013 erfolgte der Wechsel zu den Profis. Dass die Arbeit als Golfprofi mehr als nur ein Spaziergang ist, erklärt uns Manuel Trappel anhand seines Kalenders. Er ist im Jahr mindestens 25 Wochen on tour, jettet von einem Golfplatz zum nächsten, um jeweils eine Woche ein Turnier zu spielen. Dazu gehört aber viel mehr, als seine Runden zu drehen. Der Profi reist immer zu Wochenbeginn an, um sich einzuspielen. Wie lange sein Tag dauert? „Aufstehen um 5, aufwärmen, spielen. Um möglichst effizient zu sein, steht nach dem Wettkampf noch Training auf dem Programm.“ Die Jahresplanung führt ihn im Januar zwecks Training in wärmere Gefilde – Spanien oder Türkei. Es folgen kleinere Turniere, ehe im April für den Rest des Jahres die echte Wettkampfsaison startet. Zeit für Urlaub? „Wenig“, meint Manuel, „höchstens einmal eine Woche im Winter.“

_ Rio 2016. Seine großen Ziele? „Das erste ist Olympia 2016 in Rio. Ansonsten möchte ich in mein Spiel noch mehr Konstanz bringen. Und natürlich einmal ein Major-Turnier gewinnen. If you dream it, you can do it.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wordrap Urlaub: Sonne, Strand, aber leider nur im Winter Hobbies: Radfahren, Mountainbiken, Wandern Studium: schwierig, jetzt flexibel (Fernuni Hagen) Arlberg: super zum Skifahren und Golfen Beziehung: seit sieben Jahren Familie: sehr, sehr wichtig. Meine Eltern stehen 100%ig hinter mir. Pro-Tour: Wille zum Sieg Vorbild: Tiger Woods. Er hat den Sport populär gemacht. Durch seine Fitness war/ist er seit vielen Jahren an der Spitze.

_ Trainerstab mit Qualität. Stattdessen trainiert Manuel Trappel akribisch mit seinem Trainerstab das ganze Jahr über, und das sechs Tage pro Woche. Da ist sein Fitnesscoach Toni Mathis, der individuelle Pläne ausarbeitet und, wenn der Profi im Ländle ist, persönlich für ihn da ist. Im Sportservice Vorarlberg erhält er die nötige Power für Drives über 270 m. Für den Feinschliff in der Technik sorgen zwei Engländer: Peter Mitchell und Glenn Billington. „Beim Skifahren bist du zwei harte Minuten unterwegs, neben der Kraft sind vor allem eine schnelle Reaktion und Instinkt wichtig. Beim Golfen hängt zuerst einmal alles am Abschlag. Ein paar Sekunden Konzentration und das war’s. Anschließend läufst du zum nächsten Loch, das Spiel wiederholt sich. Es ist also ein ständiges Auf und Ab im mentalen Bereich. Und: Du hast zwischen den Schlägen Zeit, dich über ein Missgeschick zu ärgern. Oder eben nicht. Das macht den Unterschied“, erzählt Trappel.

Manuel Trappel – Profi mit Aussicht Manuel Trappel wurde am 16.9.1989 in Bregenz geboren. Seine Mutter Ingrid Eberle eroberte als Skirennläuferin in Lake Placid 1980 die WM-Bronzemedaille in der klassischen Kombination. Nach der Matura in Bregenz übersiedelte er 2010 zum Studium nach Innsbruck. 2013 wechselte Trappel zu den Profis, seit 2015 spielt er für den Golfclub Lech. Größte Erfolge als Amateur _ Europameister 2011 Größte Erfolge als Profi _ Res Sea Little Venice Open 2013, Alps Tour 14. Rang _ Gewinner des Gösser Open Shoot Out 2013 _ Kärnten Golf Open 2013, Challenge Tour 10. Rang _ Swiss Challenge 2014, Challenge Tour 10. Rang

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KULTURRAUM F端r alle, die beim Arlberg nur an Skifahren denken. Der Sommer in Lech ist auch ein Kultursommer. Und auch sonst 端berzeugt der Veranstaltungsreigen nach allen Regeln der Kunst.

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James Turrell ist einer der renommiertesten Lichtk端nstler der Welt. 50

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Dem Himmel so nah Mit James Turrells „Skyspace“ kommt ein bedeutendes Werk zeitgenössischer Lichtkunst dauerhaft nach Lech. Ort und Werk verbinden sich auf einzigartige Weise zum Gesamtkunstwerk.

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eitgenössische Kunst und die Bergwelt, das ist eine faszinierende und einzigartige Begegnung, wie das Projekt „Horizon Field“ von Antony Gormley mit seinen 100 lebensgroßen Eisenfiguren eindrucksvoll zeigte. Derzeit steht noch eine Figur oberhalb der Kriegeralpe in Lech. Man hätte sie gerne behalten, die 100 Eisenmänner, deren Blicke weit in die Ferne schweifen. Eigens zum Erhalt der Installationen hat sich ein Verein gegründet. Die Gormley Skulpturen konnten zwar nicht dauerhaft am Berg bleiben, doch nun plant der Verein „Horizon Field“ für 2017 ein neues Kunstprojekt. _ Skyspace. Wer würde sich besser eigenen, hier oben, dem Himmel so nah, als James Turrell? Seine Arbeiten vereinen auf einzigartige Weise Erhabenheit und Spiritualität. Die Errichtung eines Skyspace in Lech wertet Otto Huber, Obmann des Vereins, als „besonders spannend, weil dieses begehbare Kunstwerk einen faszinierenden Kontrast zu den sportlichen Aktivitäten in dieser Landschaft darstellt“. Den idealen Ort hat sich der Künstler schon ausgesucht. Es wird das Tannegg sein – oberhalb der Bergstation der Schlosskopfbahn, wohin man nur zu Fuß oder mit Skiern gelangen kann. James Turrell ist einer der renommiertesten Lichtkünstler. In den Werken des Amerikaners, der Mathematik und Psychologie studiert hat, verdichten sich Licht und Raum zu sinnlichen Erfahrungsprozessen. Man verliert schnell die Orientierung, wenn man einen seiner magischen Lichträume betritt. „Licht ist nicht etwas, das andere Dinge erleuchtet, sondern eine Substanz, die sich selbst offenbart“, hat Turrell einmal gesagt. Ganz gleich, ob man die „Skyspaces“ betritt oder den „Roden Crater“, Turrells Lebenswerk in der Wüste von Arizona, der Betrachter erfährt eine vollkommen neue Wahrnehmung. Und dabei geht es Turrell um nichts weniger als die Erkenntnis des bewussten Sehens, die er das „Sich-Selber-Sehen“ nennt.

James Turrell, Tannegg/Lech im September 2014.

Der Entwurf zeigt einen unterirdisch gelegenen, ovalen Raum, den man durch einen 15 Meter langen Tunnel erreicht. Turrells „Skyspaces“ sind wie kleine Tempel, stille meditative Orte mit geradezu sakralem Charakter: Ein karger Raum, in dessen Mitte sich eine große Öffnung befindet. Sie öffnet sich für den freien Blick gen Himmel. Diese Himmelsöffnung wird mit den Lichtinstallationen zur manipulierten Erlebnisfläche. In Tannegg, auf fast 1800 Meter Höhe, soll ein Ort entstehen, „der moderne Kunst für Einheimische und Gäste in einzigartiger Weise erlebbar macht“, so Otto Huber, „ein markanter Anziehungspunkt für Kunstinteressierte aus der ganzen Welt, der eine perfekte Synthese zwischen moderner Kunst und Naturerlebnis darstellt“.

Land Art In der Lecher Allmeinde Commongrounds, einem Ort für Kunst, Architektur und Dialog, werden vom 19.12.2015 bis 2.4.2016 Arbeiten von James Turrell gezeigt, die einen Überblick über das Schaffen des Künstlers geben. Außerdem wird das Projekt „skyspaceLech“ präsentiert. Die Ausstellung ist jeweils Mittwoch bis Sonntag von 15.00 bis 18.00 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet. Nähere Informationen über das Kunstprojekt und die Möglichkeiten zu dessen Unterstützung gibt es auf: www.skyspace-Lech.com

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Musik pur Am Anfang stand die Begeisterung für feinen Jazz. Dann kam die Idee, die eigenen Lieblingsmusiker von der CD live nach Lech zu holen. Am Ende war es für Philip Waldhart „viel mehr Arbeit als erwartet, dafür ein unvergleichliches Erlebnis“ und die ganz große Lust nach mehr: Die zweite Auflage des Lecher Jazzfestivals geht im August über die Bühne der Postgarage.

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anchmal ist es ganz einfach. „Ich hab mir im Internet die Kontaktdaten meiner Wunschkandidaten herausgesucht und gefragt, ob sie Interesse haben nach Lech zu kommen.“ Iiro Rantala, Marcin Wasilewski und Benedikt Jahnel hatten Lust – und sorgten im vergangenen Sommer für Furore am Arlberg. Auch bei Philip Waldhart, dem das Live-Erlebnis „viel gegeben“ hat. „Jeder kann zu Hause in höchster Qualität Musik hören. Aber live die Künstler sehen, gemeinsam mit interessanten Menschen die Musik teilen, daraus entstehen Freundschaften. Faszinierend war auch zu sehen, wie unkompliziert sich die Musiker nach den Konzerten an der Bar unter die Leute mischten.“

„Lech war ein einmaliges Erlebnis. Getragen von der Begeisterung des Publikums sind wir Künstler mit mehr Energie von der Bühne gegangen als wir sie betreten hatten.“

Benedikt Jahnel

_ Starke Besetzung. 2016 legt Philip Waldhart noch einen drauf. Größen wie Tord Gustavsen, das Anat Fort Trio, Mathias Eick und Gjermund Larsen kommen an den Arlberg – für Jazzfreunde vier Feiertage mitten im Sommer. So unkonventionell wie das Zustandekommen der Veranstaltung, so ist der ganze Verein Jazzbühne Lech, der für die Organisation verantwortlich ist. Genau genommen besteht er nämlich nur aus Philip Waldhart und seinem Sohn Laurenz, der die Leidenschaft des Vaters teilt. Ebenfalls im familiären Organisationsteam mit dabei sind Tochter Lina und Philip Waldharts Frau, die im richtigen Leben mit ihm zusammen die Sportalp in Lech führt. _ Gastfreundschaft. „Da die Veranstaltung rein aus privaten Mitteln finanziert wird, spielt daneben speziell mein Freund Andreas Pohl eine große Rolle. Ich bin sehr dankbar, dass er an das Projekt glaubt und mit seinem Engagement großen Anteil am Erfolg hat“, sagt Philip Waldhart und erwähnt im selben Atemzug die Lecher Wirte. „Die haben die Musiker nicht nur kostenlos beherbergt, sondern auch eine Gastfreundschaft geboten, die diese Leute noch selten erlebt haben.“ Auch das macht den Charme einer Idee aus, „für die wir keinen großen Plan hatten“, wie Philip Waldhart mit einem stolzen Schmunzeln erzählt. „Kein Künstlervermittler, kein Manager, keine Berater, keine Vermarkter. Im Zentrum steht einfach nur die Musik. Und das ist gut so.“ Philip Waldhart bringt die Größen der Jazzwelt nach Lech.

Programm 2016 10. August 2016 11. August 2016 12. August 2016 13. August 2016

Tord Gustavsen Gjermund Larsen Mathias Eick mit Band Anat Fort Trio

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Vintage

on the Dancefloor Das Tanzcafé Arlberg kennt keine musikalischen Schubladen. Das „Vintage Music Festival“ vereint ein buntes und vor allem mitreißendes Crossover an Stilen – von jeglichem Staub befreit. Vom 3. bis 16. April in Lech Zürs.

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s kommt selten vor, dass ein Festival mit Klischees bricht, lustvoll über den musikalischen Tellerrand blickt und den Staub von den Genres bläst. Mit seinem erfrischenden Konzept läutet das Tanzcafé Arlberg in den ersten beiden Aprilwochen den Frühling ein und liefert damit gleich 24 musikalische Höhepunkte im Veranstaltungskalender von Lech Zürs.

_ Majestätisch. Gefeierte Acts der internationalen Musikszene beehren die Sonnenterrassen und Bars der eleganten Lecher und Zürser Hotels. Darunter Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox. Die Formation um den New Yorker Pianisten interpretiert aktuelle PopHits im Stile der 20er und 30er Jahre und gibt in Lech ihr einziges Konzert in Westösterreich. Für volle Tanzflächen sorgt der Club des Belugas. Die deutschen Nu-Jazzer werden angeführt von der kalifornischen Powerstimme Brenda Boykin. Mit Fatima Spar ist eine der wichtigsten Stimmen der österreichischen Musiklandschaft vertreten. Sie eröffnet das Festival mit dem Jazzorchester Vorarlberg und ihrem unvergleichlichen Mix aus klassischem Songwriting, Big-Band-Sound, Rhythm & Blues und Jazz.

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_ Programmatisch. Frühe Jazz-Genres im neuen Elektro-Gewand und andere Retro-Konzepte bringen die Musik der „good old days“ ins 21. Jahrhundert. Allen voran die Linzer Newcomer Eugene the Cat und die italienische Electro-Swing Pionierin Rosantique. Marla Blumenblatt vermischt den Klang der Sechziger mit dem modernen Sound der Großstädte. Ihr schlageresque-schlüpfriges Crossover machte sie von jetzt auf gleich zur Retro-Queen. _ Klassisch. Auch wer handgemachten und tanzbaren Jazz der alten Schule liebt, kommt in Lech Zürs auf seine Kosten. Die Pink Champagne Sisters und die kleinste Big-Band der Welt, Marina & The Kats, servieren klassischen Swing, während Carlos Martín y sus Caballeros den Abend mit virtuosem Barjazz würzen. _ Poetisch. Etwas leisere Töne schlagen die Singer-Songwriter an. Neben der Indie-Folk-Sängerin Mika Vember und dem aus Südafrika stammenden Brendan Adams sorgt auch der charterfahrene Musiker Milow für höchsten Hörgenuss. www.tanzcafe-arlberg.at


Ein Festival auf Erfolgskurs

FONDUE PIONIER SEIT 1959

ROTE WAND

Das „5. Lech Classic Festival“ von 2. bis 6. August 2016

Eintauchen in den Genuss Vor mehr als 50 Jahren hat Genusspionier Josef Walch senior als Erster das Fondue an den Arlberg gebracht. Gekrönte Häupter und so manch anderes bekannte Gesicht hat sich mindestens einmal von Josef Walch mit der Pferdekutsche in Lech abholen und im Gasthof Rote Wand nach allen Regeln der Fonduekunst verwöhnen lassen. Auch heute noch ist ein Fondue-Abend in unseren Fondue-Stuben ein kulinarisches Highlight am Arlberg. Wir bitten um rechtzeitige Vorbestellung.

OOOO GAS T F R E U N D S C H A F T. S E I T 1 9 5 9

A-6764 Lech/Zug T +43(0)5583-3435-0 gasthof@rotewand.com www.rotewand.com Mo-Sa 18.00-22.00 Uhr

EST. 2015

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ech bietet auch im Sommer qualitative Veranstaltungen. Das „Lech Classic Festival“ hat sich dem Lecher Qualitätsanspruch verpflichtet und möchte klassische Musik näher bringen. Neben bekannten Meisterwerken präsentiert das Festival auch Kompositionen, die im üblichen Konzertalltag wenig Eingang finden. Oft sind die Stücke für die Konzertprogrammierung einfach zu kurz. Da gibt es musikalische Schätze zu heben. Die Veranstalterin Marlies Wagner wagt sich jedoch auch an Opernaufführungen und Werke, deren Musik, Wort und Handlung so eindringlich sind, dass sie einer szenischen Umsetzung nicht unbedingt bedürfen. „Der Aufführungsrahmen“, so Marlies Wagner „ist in der Neuen Kirche Lech so dicht, dass eine besondere Interdepedenz zwischen Künstlern und Publikum entsteht. Diese besondere Atmosphäre verleiht dem Festival seine Faszination.“ 2016 stehen u.a. Antonio Vivaldi, W. A. Mozart und Antonin Dvorák auf dem Programm. Höhepunkt ist die Aufführung des 1. Aktes der „Walküre“ von Richard Wagner mit Opernstars, die auf allen großen Bühnen der Welt zuhause sind: Linda Watson, Christopher Ventris und Ain Anger. www.lechclassicfestival.com

12 Gänge. 16 Plätze. Der Chef’s Table im alten Schualhus In der authentischen Atmosphäre des alten Schualhus erleben Sie aus nächster Nähe, wie Haubenkoch Manuel Grabner und sein Team das Wesen hervorragender regionaler Grundzutaten der Saison auf den Punkt bringen. Nur auf Vorbestellung. Treffpunkt um 19.30 Uhr mit Apéro an der Tagesbar der Roten Wand.

ROTE WAND

SCHUALHUS JAUSESTUBA | KUCHIKLUB

Montag bis Samstag, nur auf Vorbestellung · Telefon: +43 5583 34350 ZEITRAUM gasthof@rotewand.com · www.rotewand.com

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HIGH TIMES

Veranstaltungskalender Dezember 2015 bis September 2016

DEZEMBER 3.12.2015 Lech Zürs Saisonstart 3.-5.12.2015 Lech 9. Europäischer Mediengipfel 4.-6.12.2015 Zürs 4. Snow & Safety Conference 4.-5.12.2015 Zürs Adventmarkt Zürs 6.-9.12.2015 sport.park.lech „Arlberg Weinberg“ Treff internationaler Winzer und Weinliebhaber 10.12.2015, 17.00 Uhr, Lechmuseum/Huber-Hus Klein, aber oho! Musikschule Lech 12.12.2015, 20.30 Uhr, Rüfikopf Fantastic Gondolas, einzigartiges Kunst-Event 12.-13.12.2015 Zug Weihnachtsmarkt Zug 19.-20.12.2015 Lech Zürs Weihnachtsmarkt am Kirchplatz 28.12.2015, 18.00 Uhr, Übungshang Zürs Fackellauf

JANUAR / FEBRUAR 1.1.2016 Zürs Klangfeuerwerk Edelweißplatz 5.1.2016, 21.30 Uhr, Talstation Schlegelkopf Lech Fackellauf 7.-10.1.2016 Lech Zürs Women‘s Progression Days by Lorraine Huber 15.1.2016 Zürs Speed Race Zürs 16.1.2016 Rüfikopf Bergstation Lech Der Weiße Ring – Das Rennen 20.1.2016, 18.00 Uhr, Übungshang Zürs Fackellauf

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17.2.2016, 18.00 Uhr, Übungshang Zürs Fackellauf 23.2.2016, 21.30 Uhr, Talstation Schlegelkopf Lech Fackellauf

MÄRZ 5.-12.3.2016 Lech Zürs Meisterstrasse Österreich zu Gast in Lech 9.-12.3.2015 Lech Zürs 9. Amateur Inter-Club Team Championship 12.3.2016 Snowpark Lech Close to Heaven – Freestylecontest 23.3.2016, 18.00 Uhr, Übungshang Zürs Fackellauf

APRIL 3.4.2016, 14.00 Uhr, Sonnenburg Oberlech Fatima Spar & Jazzorchester Vorarlberg, Eröffnungskonzert * 3.4.2016, 21.30 Uhr, Cottage Pub (Tannbergerhof) Lech Marla Blumenblatt, Berlins Retro-Queen * 4.4.2016, 15.00 Uhr, Rud-Alpe Lech Marla Blumenblatt, Berlins Retro-Queen * 4.4.2016, 21.00 Uhr, Kristberg Lech Brendan Adams, Urban-Folk aus Kapstadt * 5.4.2016, 21.00 Uhr, Aurelio Lech Scott Bradlee‘s Postmodern Jukebox, Vintage-Pop-Phänomen aus N.Y. * 6.4.2016, 18.00 Uhr, Kristiania Lech Martin Schmitt, Von Kopf bis Blues * 7.4.2016, 15.00 Uhr, Hotel Krone Lech Club des Belugas, eine der führenden Nujazz-Bands Europas * 7.4.2016, 21.00 Uhr, Hotel Rote Wand Zug Ann Sophie, neo-soulige Leidenschaft und ein Schuss poppige Verruchtheit * 8.4.2016, 15.00 Uhr, Hotel Edelweiß Zürs Richie Loidl & Friends, Boogie Woogie-Virtuosen *

30.1.-6.2.2016 Lech Zürs Meisterstrasse Österreich zu Gast in Lech

8.4.2016, 21.00 Uhr, Hotel Edelweiß Zürs Richie Loidl & Friends, Boogie Woogie-Virtuosen, die 2.te *

2.2.2016, 21.30 Uhr, Talstation Schlegelkopf Lech Fackellauf

8.4.2016, 21.30, Cottage Pub (Tannbergerhof) Lech Club des Belugas, eine der führenden Nujazz-Bands Europas *

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8.4.2016, Auenfeldjet Lech Weingondeln „Grüner Veltliner und Blaufränkisch“ 9.4.2016, 15.00 Uhr, Hotel Krone Lech Milow, Storyteller mit sanfter Stimme * 9.4.2016, 21.00 Uhr, Sandhof Lech Rosantique, Italiens Electro-Swing-Pionierin als Pin-up-DJane * 10.4.2016, 13.00 Uhr, Goldener Berg Oberlech Rosantique, Italiens Electro-Swing-Pionierin mit Band * 10.4.2016, 15.30 Uhr, Tannbergerhof Lech Eugene the Cat, Electro-Swing * 10.4.2016, 21.00 Uhr, Berghof Lech Billy Rubin Trio feat. Lady S., eine Reise ins Chicago der 30er-Jahre * 11.4.2016, 21.00 Uhr, Berghof Lech The Pink Champagne Sisters, prickelnder Swing * 12.4.2016, 14.00 Uhr, Balmalpe Oberlech Eugene the Cat, Electro-Swing * 13.4.2016, 21.00 Uhr, Sandhof Lech Mika Vember, Singer-Songwriter * 14.4.2016, 18.00 Uhr, Kristiania Lech Carlos Martín y sus Caballeros, Musik legendärer Clubs und Bars * 14.4.2016, 21.00 Uhr, Rote Wand Zug Marina & The Kats, die kleinste Big Band der Welt * 14.-15.4.2016 Lech Europa Forum Lech 15.4.2016, 21.00 Uhr, Hotel Post Zug Marina & The Kats, die kleinste Big Band der Welt * 15.4.2016 Hotel Der Berghof Lech Lecher Festweinverkostung 16.4.2016, 14.00 Uhr, Sonnenburg Oberlech Hacklerberry Pi & die Faulen Kompromisse, R&B, Pop und Rock ‚n‘ Roll * 16.4.2016, 21.00 Uhr, Aurelio Lech Jojo Effect, Latin/Nujazz/Chill-Out * 16.4.2016 sport.park.lech Sister Resort Party 23.4.2016 Lech Zürs 18. Mountain Trophy – The Last Ride 24.4.2016 Lech Zürs Saisonschluss

MAI / JUNI / JULI 15.5.2016, Lech Zürs meets Golfclub Sylt Pfingstpokalturnier 27.-29.6.2016 Golfplatz Lech Eröffnungsturnier Golfplatz Lech 30.6-3.7.2016 Lech 7. Arlberg Classic Car Rally 7.-10.7.2016 sport.park.lech Medicinicum Lech „Stress – Fluch oder Segen?” 8.-10.7.2016 Lech Trailrunning Camp „Basic” mit Sabine Reiner 9.7.2016 Lech 2. Lech Golf Cup 16.7.2016 Rüfiplatz Lech Lecher Dorffest 30.7.2016 Lech 9. Lecher Musikantentag 31.7.-5.8.2016 Lech 14. Fußballferien für Kinder

AUGUST / SEPTEMBER 2.-6.8.2016 Neue Kirche Lech 5. Lech Classic Festival 10.-13.8.2016 Postgarage Lech Jazz Bühne Lech 14.8.2016 Rüfikopf Lech Fest am Berg 18.-21.8.2016 Lech Trailrunning Camp „Professional“ mit Sabine Reiner 19.-21.8.2016 sport.park.lech Arlberg läuft 27.8.2016 sport.park.lech TransVorarlberg 21.-25.9.2016 Neue Kirche Lech 20. Philosophicum Lech „Über Gott und die Welt – Philosophieren in unruhiger Zeit“ * Tanzcafé Arlberg

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Buchzeit Ein Samurai am Kriegerhorn Der Grüne Ring ist eine Wanderroute voller Geheimnisse und rätselhafter Wesen. Die Schriftstellerin Daniela Egger verwebt in diesem literarischen Wanderführer bekannte Sagen mit modernen Erzählungen, erklärt auf verblüffende Weise Flur- und Gipfelnamen und führt den Wanderer zu den mit Bedacht gesetzten Installationen entlang der Route des Künstlers Daniel Nikolaus Kocher. unartproduktion, 92 Seiten, (dt., engl., franz., ital.), 15 Euro

Spuren Skikultur am Arlberg Was bringt moderne Menschen dazu, sich Bretter an die Füße zu schnallen und in Kälte und Schnee lange Wege auf sich zu nehmen? „Spuren“ erzählt von diesem „Wunder in Weiß“. Mit neuen Forschungsergebnissen und unveröffentlichten Bildern und Materialien macht diese Publikation die historische Faszination der Skikultur am Arlberg neu erlebbar. Sabine Dettling und Berhard Tschofen, Bertolini Verlag Bregenz, 354 Seiten, 34 Euro

Große Gefühle Das Lech Zürs Bilderbuch Das große Wendebuch widmet sich dem Winter und dem Sommer in eindrucksvollen Bildern, begleitet von Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Ausklappbare Panoramaseiten zeigen die Schönheit der Ski- und Wanderregion in ihrer ganzen Breite und Tiefe. Ansehen, eintauchen und genießen! Lech Zürs Tourismus, 106 Seiten, 25 Euro

Augenblicke in der traumhaften Bergwelt von Lech und Zürs Ein Bildband als Liebeserklärung von Georg Schnell an seine Heimat. Der Wanderführer und Fotograf versammelt darin Porträts der einzelnen Ortsteile, Naturjuwelen und eindrucksvollen Bergwelten im Wandel der Jahreszeiten. Begleitet werden die Bilder von Texten von Olaf Sailer. Georg Schnell, Eigenverlag, 184 Seiten (dt., engl.), 69 Euro

Skiclub Arlberg Ein Jahrhundertbericht Mit einer Fülle an historischen Bildern und Interviews der großen Skistars des Arlbergs gibt der Band Einblicke in die Entstehung des Skiclub Arlberg, seine Pioniere und die Entwicklung, die der erfolgreichste Club der Ski-Geschichte seit 1901 genommen hat. Eigenverlag, 144 Seiten (dt., engl.), 34 Euro

Gemeindebuch Lech Gekonnt gestaltet, bibliophil, einmalig. Das neue Gemeindebuch Lech ist ein Kunstwerk zum Blättern und ausgezeichnet mit dem Staatspreis „Schönstes Buch Österreichs“ und „eines der schönsten Bücher Deutschlands 2015“. Die Landschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Bergdorfes erleben Sie eingebunden in eine wunderbare Bandbreite buchgestalterischer Möglichkeiten. Mag Birgit Ortner, Lechmuseum, 308 Seiten, 39 Euro

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Auftritt der Meister Echte Handarbeit, edle Materialien, regionale Färbung – das zeichnet die Betriebe der MEISTERSTRASSE aus. Sie geben sich 2016 gleich zwei Mal ein Stelldichein in Lech am Arlberg.

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icola Rath hat gerade alle Hände voll zu tun. Sie und ihr Mann Christoph sind die Initiatoren der MEISTERSTRASSE als internationale Dachmarke für erlesenes Handwerk und ausgezeichnete Manufakturen. Ihre „MEISTERSTRASSE in Residence“ holt in Lech vom 30. Januar bis 6. Februar und vom 5. bis 12. März hochkarätige Handwerksbetriebe und Manufakturen vor den Vorhang. Das Besondere dabei: Die Meisterhandwerker lassen sich in lebenden Werkstätten über die Schulter schauen und Besucher können hautnah die Entstehung der Luxusprodukte miterleben. 2016 findet die Veranstaltung bereits zum vierten Mal statt. Denn hier findet zusammen, was zusammen gehört: „Zwischen den Handwerkern und Hoteliers stimmt die Chemie und es haben sich schon zahlreiche Freundschaften gebildet“, wissen Nicola und Christoph Rath. Auch die Lecher Gäste profitieren von deren Liebe zum meisterlichen Handwerk. Für sie ist die MEISTERSTRASSE ein charmanter Guide zu Vielfalt und Exzellenz, Klassikern und Geheimtipps, zu Handarbeit und Meisterschaft. _ Maßgeschneidert. Die MEISTERSTRASSE zeigt eine exquisite Vielfalt vom exklusiven Maßschuh des Individual-Schuhmachers

Gerhard Wieser über das Designeroutfit von Thomas Rettl, dessen Kreationen auch in Königshäusern getragen werden, bis zu Stefan Wimmer, der für handgefertigte Lederhosen und Dirndl bekannt ist. Mundgeblasenes Glas von J.&L. Lobmeyr, feinste Juwelen aus dem Hause A.E. Köchert oder handgemachte Etuis und Kassetten des Traditionsbetriebs Fialka präsentieren neben vielen anderen Handwerkskunst auf höchstem Niveau. Nicola Raths Traum einer weltumspannenden Dachmarke für bestes Handwerk feiert in Lech einen kleinen Etappensieg – sind es doch Handwerksmeister aus Deutschland und Österreich, dich sich dem internationalen Publikum präsentieren.

MEISTERSTRASSE Informationen zu den Betrieben und zum Gewinnspiel „Meisterstücke aus Lech“ auf www.meisterstrasse.com/lech

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HUBRAUM Einmal im Jahr brummen am Arlberg die Motoren und gl채nzt das Chrom. Die rollenden Juwelen der Arlberg Classic Rally haben Stil und sind auf angenehme Art edel. Sie passen damit wunderbar nach Lech, wo die Legende noch mehr lebt als anderswo.

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Expedition ins Ungewisse Wenn er nach Wien muss, dann nimmt er lieber den Zug. „Neue Autos interessieren mich nicht wirklich“, sagt Ingo Strolz. Oldtimer umso mehr. Der Lecher Hotelier fährt die längsten und schwierigsten Rallyes der Welt. 2016 zum Beispiel das zweite Mal Peking-Paris.

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xakt 12.247 Kilometer in 33 Tagen. Das sind die nüchternen Zahlen, die hinter der Paris-Peking-Premiere von Ingo Strolz im Jahr 2013 stehen. Als er seinen fast 100 Jahre alten American La France über die Ziellinie in Paris fährt, sind seine Hände geschunden und die Fußsohlen verbrannt. Am Auto ist gefühlt jede einzelne Schraube gebrochen: „Diese Rallye ist das Härteste und zugleich Schönste, was du mit Oldtimern erleben kannst. 33 Tage, meist auf unbefestigten Wegen, mit einer Technik, die nur mehr eine Handvoll Leute fahren kann. Und immer am Limit“, blickt Strolz zurück. _ Schwerarbeit. Insgesamt gibt es vier Tage, an denen er mehr als vier Stunden Schlaf hat. Der Star ist dennoch das Auto: Den früheren Feuerwehrwagen hat Ingo Strolz in Vancouver gefunden. Das 4,2 Tonnen-Monster – alleine die Kupplung wiegt 58 Kilo – mit 14,5 Liter Hubraum kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Ein solches Auto zu bewegen erfordert nicht nur 140 PS unter der Motorhaube, auch die Oberarme des Fahrers leisten Schwerarbeit. Die Strecke führt durch China, die Mongolei, Russland, die Ukraine, Slowakei, Österreich und die Schweiz nach Paris – Chinesische Mauer, Wüste Gobi und eine teilweise unglaubliche Begeisterung der Menschen inklusive. Die längste Tagesetappe von Nowosibirsk nach Omsk hat stolze 668 Kilometer. Eine besondere Herausforderung ist die Mongolei. Das Land hat auf einer Fläche von 1,5 Millionen km2 (18 mal so groß wie Österreich) gerade einmal 2,8 Millionen Einwohner. „Eigene Versorgungstrupps sorgen für Essen und Wasser. Sonst ist manchmal im Umkreis von

500 Kilometer weit und breit niemand. Wenn etwas passiert, kann es vier Stunden dauern, bis der Hubschrauber da ist.“ Kein Wunder, dass die „Expedition ins Ungewisse“, wie ein Journalist die Rallye einmal genannt hat, bisher noch bei keiner Auflage ohne Todesopfer geblieben ist. 2016 stellt sich Ingo Strolz zusammen mit 119 anderen historischen Fahrzeugen und mit „meinem genialen Mechaniker und Beifahrer“ Werner Gassner zum zweiten Mal der Herausforderung. Das Auto kommt mit einem Spezialtransport nach England und wird von dort per Schiff nach China verfrachtet. Die Zeit vom 12. Juni bis 17. Juli kann er sich auch deshalb ganz dick in seinem Kalender reservieren, „weil ich heuer in meinem Hotel Auriga zum zweiten Mal in knapp 20 Jahren keine Baustelle habe“. Das Haus gleich am Ortseingang von Lech hat er 1998 von den Eltern übernommen. In der Zeit wurde ständig erneuert und dazugebaut – u.a. eine der größten Wellnessanlagen am Arlberg. _ Technik am Grenzbereich bewegen. Ingo Strolz sieht man an, dass er am liebsten noch stundenlang von seinen Oldtimern erzählen würde. Von einem Buik aus seinem Fuhrpark, von dem es noch drei Stück auf der Welt gibt. Oder von der Faszination, Technik am Grenzbereich zu bewegen. „Technik ist da, um sie zu gebrauchen.“ Dennoch muss er weiter. „Die Autos sind nur mein Hobby. Von Beruf bin ich mit Leib und Seele Wirt. Und das im Winter bis zu 18 Stunden am Tag.“ Sprach’s und setzt sich in sein Elektrogefährt, das er für Besorgungen in Lech in der Garage stehen hat. Wie gesagt: Mit normalen Autos hat er nicht so viel am Hut.

„Alte Autos sind so kompromisslos, so puristisch, dass alles an ihnen eine faszinierende Herausforderung ist.“

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Ingo Strolz


Alpine Traumkulissen

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icht nur Menschen wie Ingo Strolz sind es, die am Arlberg die Faszination alter Autos am Leben erhalten. Zu einem Fixpunkt im Kalender gehört auch die Arlberg Classic Car Rally, die 2016 vom 30. Juni bis 3. Juli stattfindet. Organisator Armin Schwarz und sein Team möchten auch dieses Mal „dem hohen Anspruch einer historischen Rallye inmitten einer grandiosen Alpenlandschaft“ gerecht werden. Auf den rund 650 Kilometern wartet eine atemberaubende Streckenführung auf die Teilnehmer, die die Veranstaltung auch wegen ihrer entspannten und familiären Atmosphäre schätzen – getreu dem seit Jahren bewährtem Motto „Mit Freunden durch alpine Traumkulissen“. Auch Ingo Strolz, der schon auf der ganzen Welt gefahren ist, ist voll des Lobes über sein „Heimrennen“. „Die Arlberg Classic hat ohne Zweifel das beste Starterfeld aller historischen Rallyes in Österreich. Was hier geboten wird, hat Extraklasse.“

Arlberg Classic Car Rally 2016 30. Juni bis 3. Juli 650 km | 20 Prüfungen www.arlbergclassic-car-rally.at

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Zu jeder Jahreszeit gemeinsam stark: Lech Zürs und Mercedes–Benz. Seit 2002 verbindet Lech Zürs und Mercedes-Benz eine enge Partnerschaft – ein wahrer Mehrwert für Feriengäste und Kunden.

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ech Zürs gehört zu den exklusivsten Tourismusdestinationen der Alpen. Hier trifft mondäne Beschaulichkeit auf natürliche Bedingungen der Extraklasse, ein abwechslungsreiches Freizeitangebot und eine hervorragende touristische Infrastruktur. Zudem zeichnet sich die Urlaubsregion durch ihre weltweit bekannte Gastfreundschaft und eine exzellente Küche aus. Kurzum: Lech Zürs ist eine inspirierende Kombination aus Tradition und Moderne.

Wer nach Lech Zürs kommt, will Komfort, Service und vor allem eines: außergewöhnliche Erlebnisse. Im Rahmen der Mercedes-Benz Experiences können die Urlaubsgäste ihren Aufenthalt ganzjährig um eine Attraktion bereichern. _ Mercedes-Benz Offroad Experience. Die Mercedes-Benz Offroad Experience ist das kostenfreie Wintersporterlebnis auf vier Rädern mit Adrenalin-Garantie. Ob als Beifahrer oder selbst am Steuer --- erleben Sie die Offroader von Mercedes-Benz in ihrer natürlichen Umgebung. Bei spektakulären Geländefahrten im Offroad-Parcours wird Sicherheit zum besonderen Abenteuer. Die Offroad Experience findet vom 27.12.2015 bis 28.02.2016 statt. Die Anmeldung erfolgt im Mercedes-Benz Pavillon vor dem Hotel Arlberg. _ Mercedes-Benz Summer Experience. Die Mercedes-Benz Summer Experience bietet exklusiven Fahrgenuss vor alpiner Traumkulisse. Entdecken Sie die Produktneuheiten von Mercedes-Benz auf den kurvenreichen Alpenpässen in und um Lech Zürs --- Roadsterfeeling inklusive. Genaue Informationen zur nächsten Summer Experience erfahren Sie über das Tourismusbüro Lech Zürs. Steigen Sie ein und erleben Sie Ihren ganz persönlichen Mehrwert aus der Zusammenarbeit zwischen Lech Zürs und Mercedes-Benz!

In der Automobilwelt repräsentiert Mercedes-Benz eine einzigartige Kombination aus Faszination, Perfektion und Verantwortung. Im Fokus steht der historische Leitspruch, den Firmengründer Gottlieb Daimler der Marke in die Wiege legte: „Das Beste oder nichts‘‘. Einsteigen, losfahren, sich sicher und wohl fühlen. Sowohl Lech Zürs als auch Mercedes-Benz bieten ihren Gästen und Kunden hochemotionale, faszinierende Erlebnisse mit Herz und Verstand und ergänzen sich dadurch hervorragend. Die Kooperation von Lech Zürs und Mercedes-Benz wird das ganze Jahr über bei mehreren Events und Aktionen erlebbar: sowohl bei hochklassigen Sportveranstaltungen (Der Weiße Ring --- Das Rennen, Arlberg Classic Car Rally) und Konferenzen (Philosophicum, Mediengipfel, Snow & Safety Conference) als auch bei diversen Freizeitangeboten in der beliebten Ferienregion. 66

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GENUSSRAUM Wussten Sie, dass es 64 Restaurants und Lokale in Lech Zürs gibt – die größte Haubendichte Österreichs inklusive? Neuerdings wird der Arlberg auch noch zum Weinberg. Eh klar, dass so etwas auch bei Philosophen und Medizinern nicht unkommentiert bleibt.

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Die hohe Schule des Schlemmens Das Schualhus neben der Zuger Kapelle gibt Nachhilfe in kulinarischer Heimatkunde. Und in Sachen Kochkunst können selbst Gourmets noch etwas Neues lernen.

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oschi Walch ist sichtlich stolz auf sein neues Schmuckstück. Es ist ein kleiner Genusstempel geworden: das Schualhus. Frisch und mit Bedacht auf Authentizität saniert, steht es direkt neben Kapelle und seinem Alpen Sport Resort Rote Wand. Ein exklusiver Spielplatz für Köche und Genießer mit stilvoll eingerichteter Jausestuba und urigen Sitzgelegenheiten vor dem Haus. „Das Schualhus ist eine Reminiszenz an unsere Vorfahren und eine Vision davon, wie regionaler Genuss erlebbar werden kann“, erklärt der passionierte Gastgeber. _ Geschichte und Genuss. Sitzt man in den Räumen des Schualhus, atmet man Walser Geschichte. Das Gebäude wurde 1780 erbaut und diente vormals gleichzeitig als Sennerei und Schule. Heute strahlt die Jausestuba mit ihrer Holzbank, Wandvertäfelung und Kassettendecke typisch alpine Gemütlichkeit aus. Die neuen Tische und Stühle bilden noch einen sichtbaren Kontrast zu den verwitterten, über 200 Jahre alten Hölzern. Noch! Sie laden ein, Hausgemachtes, Deftiges und Regionales zu genießen und ausgelassene Momente in geselliger Runde zu erleben. _ Kreativität und Kochen. Gehoben geht es einen Stock darüber zu: Der Schualhus Kuchiklub bietet kulinarische Erlebnisse der besonderen Art. Zum Beispiel am „Chef’s Table“. Hier können Genusshungrige beobachten, wie der zweifache Haubenkoch Manuel Grabner und sein Team hervorragende, regionale Grundzutaten zu köstlichen Kunstwerken verwandelt – und das in bis zu 16 Gängen. In der Kochwerkstatt weiht der Chefkoch Interessierte persönlich in die Geheimnisse regionaler Genüsse ein. Im Alpine Food Lab dreht sich alles um neue Horizonte. Gemeinsam mit Standeskollegen aus aller Welt feilt Manuel Grabner regelmäßig an Rezepten und erfindet dabei so manchen Klassiker der österreichischen Küche neu.

Hotelier Joschi Walch hat das ehemalige Zuger Schulhaus zu einem gastronomischen Schmuckkästchen umgebaut.

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Mit dem Schualhus ist es Joschi Walch gelungen, das Schualhus mit zeitgemäßer Didaktik neu zu beleben: Es weckt kulinarische Neugier, stillt den Wissensdurst von Hobbyköchen und bleibt dabei nie in der Theorie verhaftet. Was Sie hier erfahren, geht über in Fleisch und Blut.


Weinviertel DAC Reserve Grüner Veltliner in seiner edelsten Form.

Die Reserve des Weinviertels: Gekennzeichnet durch Stil, Persönlichkeit und Charakteristik. Voller Hingabe und Tradition des Weinbaus. Mit der unverkennbaren Handschrift der Weinviertler Winzer. Kurz: Grüner Veltliner in Vollendung. Individuell, kraftvoll und einzigartig – mit der unverwechselbaren Würze des Weinviertels. Genießen Sie Grünen Veltliner auf höchstem Niveau. Weinviertel DAC Reserve. Reich. Aromatisch. Kraftvoll am Gaumen. Hervorragend zu festlichen Speisen. www.weinvierteldac.at

Weinviertel – eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU für österreichischen Qualitätswein

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Genuss verbindet Rot oder Weiß? Um diese Frage dreht es sich beim Genuss-Gipfel „Arlberg Weinberg“ nur am Rande. Im Zentrum steht das Aufeinandertreffen von edlen Tropfen, exzellenter Kochkunst und der typisch Vorarlberger Gastlichkeit.

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n Lech Zürs hat Genuss immer Saison. Das bestätigt schon ein Blick in die Speisekarten der Restaurants in der Region. Mit Hauben dekorierte Häuser gibt es hier übrigens in einer Dichte wie sonst nirgendwo in Österreich. Ihre Küchen bilden dabei nur einen Teil der kulinarischen Spannbreite ab, die Lech Zürs zu bieten hat. Daneben sorgen Kochkurse für Feinschmecker, bewirtete Alphütten und individuelle Gourmet-Abende mit bis zu 16 Gängen für eine Erlebnisgastronomie im besten Sinne des Wortes. In dieser Aufzählung fehlt eine Veranstaltung, die 2015 zum ersten Mal stattfindet: Arlberg Weinberg – ein weiteres „Sahnehäubchen“ im Gourmetjahr. Über 50 Starwinzer aus aller Welt finden dafür den Weg nach Lech Zürs. Darunter Namen wie Krutzler, Nittnaus oder Prieler aus Österreich, Lageder, Antinori, Luce oder Braida aus Italien, Chateau Palmer, Ruinart, Domaine Leflaive oder Cheval Blanc aus Frankreich – sie allein sorgen bei Genießern und Weinliebhabern schon für Vorfreude. Zu ihnen gesellen sich die heimische Spitzengastronomie und zahlreiche Top-Produzenten aus Vorarlberg. Eingebettet ist das Ganze in das spektakuläre Bergpanorama der Alpen. Für gewöhnlich tritt der Wein als Begleiter für Speisen in Erscheinung. Bei der Genussmesse Arlberg Weinberg ist es umgekehrt. 13 Köche renommierter Top-Hotels kreieren mit ihren Küchenteams feine Häppchen, die typisch für ihre Häuser sind und die vinophilen Kostbarkeiten ins beste

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Licht rücken. Spektakulär inszeniert in großen Showküchen. Im persönlichen Gespräch mit den Winzern lassen sich währenddessen völlig ungezwungen neue Weine und verborgene Geschmacksnuancen entdecken. _Vormittags Skifahren, nachmittags und abends Wein genießen. Die Hotels und Gastronomiebetriebe setzen mit eigenen Abendveranstaltungen zusätzlich köstliche Akzente. So lädt das Hotel Sandhof zur Raritätenverkostung mit Bordeauxweinen aus den 1920er-, 40er-, 50er- oder 60er-Jahren. Geöffnet werden Flaschen erlesenster Provenienz: Das Weingut Chateau Cheval Blanc genießt unter Kennern beinahe mythischen Status. So auch das Chateau Latour. Es ist offiziell ein nationales Kulturgut der Grand Nation. Und das Chateau d’Yquem ist bekannt für den teuersten Weißwein der Welt. Das legendäre Chateau Palmer schenkt im Burg Hotel seltene Jahrgänge aus, gereifte Schätze von Schloss Gobelsburg werden im Hotel Post zu den kreativ-raffinierten Gerichten von Michael Spirk gereicht. Der Berghof erfreut den Gaumen mit einem Gourmet-Degustationsmenü, das auf die Weine von Winzer Clemens Strobl zugeschnitten ist. Steirische Weinspezialitäten von den Weingütern Polz und Hannes Sabathi werden im Zürser Hotel Edelweiß kredenzt und in der Krone von Lech begibt man sich mit Wein auf eine Reise um die Welt. Ebenfalls mit dabei: das Boutiquehotel Schmelzhof und das Burg Vital Hotel.


Arlberg Weinberg 6. bis 9. Dezember 2015 von 14:30 bis 18:30 Uhr im sport.park.lech

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Luxus der Langsamkeit – ein Gedankenspaziergang Langsamkeit. Sie hat ihr negatives, muffiges Image längst verloren. Hektisch und schnelllebig ist unsere Zeit: voller Ablenkungen und Ruhelosigkeit. Wir verlieren den Blick fürs Wesentliche und dafür, unser Leben wirklich zu genießen. Die Sehnsucht nach Entschleunigung und Ruhe wächst. Der Urlaub ist die Zeit loszulassen und mit Muße das Leben zu genießen.

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ieser Morgen hat etwas Magisches. Ich tauche ein in die Stille und in das Licht, das sich vor mir auf den verschneiten Berghängen am Arlberg glitzernd ausbreitet. Tief atme ich die frische, kühle Winterluft. Nichts drängt mich an diesem Morgen. Ich lausche meinem Atem, meinem Herzschlag, meinen Gedanken. Ich habe keine Angst etwas zu verpassen und alle Zeit der Welt. Ich bin ganz in diesem Augenblick, lass die Seele baumeln und genieße, was sich mir gerade zeigt. Unter mir knirscht der Schnee und ich stapfe mit meinen Schneeschuhen durch die traumhafte Winterlandschaft. _ Zeit — heute leider ein knappes Gut. Dabei macht Zeit glücklich. Einfach einmal inne halten, das Tempo rausnehmen und durchatmen, das können wir meist nur im Urlaub. Internet, E-Mail, Smartphone — der Zwang, ständig erreichbar zu sein: Je mehr der Alltag an Geschwindigkeit zulegt, umso wichtiger wird es, im Urlaub runterzuschalten. Die zunehmende Komplexität und Geschwindigkeit in der Arbeitswelt erschöpft die meisten Menschen mental und körperlich. Für viele sind die Urlaubstage die wichtigsten und schönsten Tage des Jahres und eine wertvolle Zeit, die sie intensiv genießen wollen. Genuss und Langsamkeit sind eng miteinander verbunden. Erst mit der Langsamkeit kommt wahrer Genuss ins Leben, denn Genuss braucht Zeit, die wir uns erlauben müssen. Obgleich das Angebot an Genussmöglichkeiten immer größer wird, haben viele Menschen das Gefühl, immer weniger genießen zu können. Laut einer Studie verlangt Genuss nach einer Legitimation durch eine zuvor erbrachte Leistung, so glauben 81 Prozent der Befragten, sich Genuss „verdienen“ zu müssen; lediglich ein Prozent war nicht dieser Meinung. Zudem

nehmen wir es anscheinend zu ernst mit der Selbstbeherrschung. Anstatt zu fragen, wofür wir eigentlich leben, fragen wir uns, wie wir möglichst lange leben. _Wo Leben sich des Lebens freut. Geht es nicht um das Savoir-vivre, das Momentum, um die Kunst, das Leben zu feiern? Sagte nicht François de La Rochefoucauld, dass das Glück im Genuss liegt? Was wollen wir mehr? Weit weniger als wir denken, hängt Lebensgenuss und Glück vom Einkommen oder Konsumieren ab. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie wir das Leben betrachten und welche Aufmerksamkeit wir dem Augenblick des Erlebens geben. Was ist Genuss nun eigentlich? „Genuss ist das Signal, dass der Organismus bekommt, was er braucht“, hat der Autor von „Die Glücksformel“, Stefan Klein, herausgefunden. Das klingt prosaisch, soll das schon alles sein? Genießen kann Ruhe und Entspannung sein, ebenso wie körperliche und geistige Aktivität. Der eine braucht den Urlaub, um runterzukommen, der andere genießt es, endlich körperlich aktiv zu sein. Und dann das Kulinarische: Bei lukullischen Köstlichkeiten tanken wir neue Energie und das nicht nur für körperliche Herausforderungen. Keine andere Sinneserfahrung verbinden wir so sehr mit Genuss wie das Essen und Trinken. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von Zunge, Augen, Lippen, Nase und Ohren, damit Speisen und Getränke ihr volles Aroma entfalten. Wir können Augenweide, Ohrenschmaus und Gaumenkitzel genießen, körperliche Lust und geistige Höhenflüge, gemeinsame und stille Freude… dem Genuss sind keine Grenzen gesetzt. Ob wir unser Tun aber genießen können oder nicht, hängt davon ab, mit welcher Motivation wir ZEITRAUM

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bei der Sache sind. Genusserleben ist individuell, sehr sinnlich und bedarf der Hingabe, des Loslassens und manchmal sogar auch des Kontrollverlusts. Die Gunst des Augenblicks voll auszukosten ist manchmal wichtiger, als vernünftig zu handeln. _ Genuss und Lebensfreude. Der österreichische Philosoph Robert Pfaller, der nicht müde wird, vor der Maßlosigkeit der Mäßigung zu warnen, sagte in einem Interview: „Was uns abhanden gekommen ist, sind nicht die Genüsse, sondern die Fähigkeit, sie als lustvoll zu erleben. Das Zwiespältige, das jedem Genuss – auch dem noch so harmlosen Vergnügen – anhaftet, ängstigt uns heute nur noch.“ 2400 Jahre zuvor zog der griechische Philosoph Epikur, der seinen Gegnern als ein dem Genuss verfallener Hedonist par excellence galt, ein anderes Fazit: Jede Form des Genusses ist gut, solange man Maß hält. Maßhalten — will ich das, wenn die Sinne tanzen und berauscht sind von der klaren, frischen Bergluft und dieser einzigartigen Landschaft, hier, über 2000 Meter am Rüflikopf mit dem atemberaubenden Panorama? Ich denke nicht. Ich will es auskosten, achtsam genießen, mich berauschen lassen und mich ganz diesem Hochgenuss hingeben. Meine Schneeschuhe und ich bahnen sich den Weg durch die zauberhafte Schneelandschaft. Ich genieße die gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungen und spüre, wie mit jedem Schritt mein Geist ruhiger wird, mein Körper entspannt. Nicht nur Skifahrer, Freerider und Snowboarder kommen am Arlberg auf ihre Kosten, auch Winterwanderer, die inmitten der verschneiten Bergwelt ihren Urlaub bewusst langsamer angehen wollen. Lech Zürs mit seinen unglaublich schönen, weitläufigen Strecken rund um das Kriegerhorn, den Tannberg, das Auenfeld oder im Zugertal sind mit einem Guide eine Entdeckung für Winter- und Schneeschuhwanderer. _ Leben mit allen Sinnen. Wer den Farbenzauber von Frühling, Sommer und Herbst in dieser Region schon kennt, erlebt in der kalten Jahreszeit einen Wintertraum, der den Betrachter

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staunen und alle Alltäglichkeiten vergessen lässt. Hier heroben können Körper, Geist und Seele Ruhe und Erholung, Kraft und Frieden finden – und hier sind dies nicht nur Worte. Im Winter heißt Wandern noch einmal mehr Entschleunigung, weil man für jede Strecke fast doppelt so lange braucht. Das macht gerade diese Erfahrung so sinnlich, denn Genuss braucht Zeit und entfaltet sich in der Langsamkeit. Aber nicht nur Wanderer oder Schneeschuhgänger können entlang der glitzernden Schneefelder Sinnengenuss erfahren, auch Langläufern bieten 30 Kilometer abwechslungsreiche Loipen eindrucksvolle Touren durch die stille Bergwelt. Am Abend gönne ich mir etwas, das ich mir schon seit meinen Kindertagen gewünscht habe und gleite mit dem Pferdeschlitten durch den Abend. Der Trubel und die Stimmen des Ortes verhallen langsam, je weiter wir hinausfahren aufs freie Feld. Ich tauche ein in die Stille, die Dunkelheit und fühle mich wunderbar wohl, eingemummelt in meine dicke Decke. Ich spüre die Leichtigkeit des Seins. „Die Welt gehört dem, der sie genießt“, schrieb Giacomo Leopardi. Im Prinzip können wir Menschen fast alle angenehmen Dinge genießen und wo und wann ginge das nicht besser als im Urlaub, wenn wir uns auf den Rhythmus der Natur einlassen und den Luxus der Langsamkeit pflegen können, fernab unseres stressigen Alltags. Doch für mich ist der Tag der Abreise gekommen. Ich möchte die Momente des Genießens und des achtsamen Erlebens verlängern und frage mich, wie es sein wird nach dem Urlaub. Irgendwie ahne ich, dass es nicht leicht werden wird, jeden Augenblick und die Fülle des Lebens mit allen Sinnen zu genießen. Es wird eine Übung für meinen Alltag werden, die ich wahrscheinlich nicht ständig aufrechterhalten kann. Zum Glück kommt der nächste Urlaub bestimmt. Und die Vorfreude genieße ich schon jetzt.

www.lech-zuers.at/von-eislaufen-bis-wandern


Appetizer Klassisch oder Skating? 30 Kilometer Loipen rund um Lech Zürs _ Weißer Rausch auf 10 Kilometern: die Loipe Lech – Zug – Älpele _ The sunny side: 2,2 Kilometer Sonne pur. Skater kommen auf ihre Kosten _ Aus der Mitte entspringt ein Fluss. Im Tal entlang des Lechs Richtung Zug (2,8 km) Soweit die Füße tragen. Winterwanderungen _ Stille Runde: der Gaisbühel Weg mit sonnigem Plateau (4 km) _ Herrliche Weitblicke: von Oberlech über Tannegg zur Kriegeralpe (5 km), fordert Kondition

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Was die Welt im Innersten zusammenhält Das Philosophicum Lech ist bekannt für seine richtungsweisenden Beiträge und als ein Zentrum der intellektuellen Auseinandersetzung. Für kritische Denker sind die fünf Tage im September längst eine feste Institution für philosophische Diskussionen. Im Jubiläumsjahr 2016 widmet sich das interdisziplinäre Symposium wieder einem großen Thema menschlichen Seins: „Über Gott und die Welt. Philosophieren in unruhiger Zeit“.

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ber Gott und die Welt zu sprechen, klinge auf den ersten Blick beliebig. Eine Rede über alles und nichts, so der Wiener Philosoph und wissenschaftliche Leiter des Philosophicums, Konrad Paul Liessmann. „Hinter dieser Formel verbergen sich die entscheidenden Fragen des Menschen, jene Fragen, denen sich auch die Philosophie seit mehr als zwei Jahrtausenden widmet.“ In Lech will man beim 20. Philosophicum die großen und kleinen Fragen nach dem stellen, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. In den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung mit ihren zahlreichen interdisziplinären Diskussionen und fundamentalen Fragestellungen zu einem kulturellen Höhepunkt der Sommersaison weit über Österreichs Grenzen hinaus entwickelt.

_ Fragen, die uns alle angehen. In einer Zeit voller sozialer, politischer und kultureller Widersprüche und Differenzen, die von einem rasanten technologischen Fortschritt begleitet ist, stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Daseins. In welcher Welt wollen wir leben? Woran können wir uns orientieren? Was gibt unserem Leben Sinn? Das 20. Philosophicum will mit renommierten Experten die „großen Entwürfe und Einsichten“ diskutieren, aber auch „die Frage nach dem kleinen Glück“ stellen und gemeinsam mit dem Publikum diskutieren. _ Fragen über Fragen. „In einer Zeit der Veränderungen, Verwerfungen und Spannungen lohnt es sich, ohne Scheu wieder einmal grundsätzlich über Gott und die Welt nachzudenken“, so Konrad Paul Liessmann in seinem Editorial für die kommenden Tage im September. Und daraus ergeben sich zahlreiche weitere Fragen, nicht zuletzt die nach der Existenz Gottes und welche Verantwortung wir Menschen gegenüber dieser Erde und unseren Mitmenschen haben. Was können, dürfen wir uns erhoffen vom 20. Philosophicum Lech? Nichts weniger als Antworten und Denkanstöße über das, was wir sind, über unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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20. Philosophicum Lech Lech ist vom 21. bis 25. September 2016 wieder Zentrum des Philosophierens. Eingeladen sind renommierte Philosophen und Vertreter benachbarter Wissenschaften, die sich fundamentalen Fragen stellen und mit dem Publikum diskutieren.


Medicinicum Lech:

Stress - Fluch oder Segen? Wir sind digital vernetzt, immer erreichbar, mehrfach belastet und überall im Einsatz. Welche Bedeutung hat Stress in unserer heutigen Zeit und welche Auswirkungen haben Stress und Hektik auf unsere Gesundheit? Auch 2016 kommen zahlreiche Internationale Experten nach Lech am Arlberg.

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ie viel Stress brauchen wir? Viele Situationen im Körper können Stress auslösen. Stress ist bei uns meist negativ besetzt – wir stöhnen über zu viel davon im Alltag, im Berufsleben, in der Freizeit. Aber ein glückliches Leben ohne Stress gibt es nicht, wie inzwischen auch die Wissenschaft herausgefunden hat. Stress selbst kann glücklich machen, wenn wir ihn als positiv empfinden. Es kommt auf jeden Einzelnen an und wie wir mit Stress umgehen. Wir brauchen Phasen der Anspannung und Phasen der Entspannung und beide sollten sich in Balance halten. Wie kann erfolgreiches Stressmanagement aussehen? In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Methoden zum Stressabbau entwickelt: Achtsamkeit, Meditation und Yoga boomen, aber auch gesunde Ernährung und die richtige Bewegung sind eine wirksame Unterstützung gegen Stress. Beim Medicinicum 2016 geben internationale Experten aus verschiedenen Bereichen Antworten, stellen neueste Erkenntnisse aus der Neuropsychoimmunologie vor und diskutieren zusammen mit dem Publikum, wie erfolgreiches Stressmanagement aufgebaut sein soll, um die perfekte Balance von Körper und Seele zu finden.

Medicinicum Lech Das nächste Medicinicum Lech „Stress - Fluch oder Segen? Gesund sein in hektischen Zeiten“ findet vom 7. bis 10. Juli 2016 statt. Anmeldungen ab 1. Februar auf www.medicinicum.at Neben Vorträgen stehen eine Weinverkostung, ein Hüttenabend und Showkochen mit Thorsten Probost auf dem Programm.

Nachgefragt bei Gerald März, Bereichsleiter Märkte & Kommunikation, Vorarlberg Tourismus GmbH Alljährlich im Juli präsentiert sich Lech als interdisziplinäre Plattform für medizinische Themen mit gesellschaftlicher Relevanz. Warum ist Lech ein so geeigneter Ort für diese Veranstaltung? Lech ist bekannt für seine Vorarlberger Gastfreundschaft und bietet als einer der renommiertesten Alpenorte den optimalen Raum und ein einzigartiges Ambiente für intellektuellen Gedankenaustausch auf hohem Niveau. Ein Rückblick auf „Lass Nahrung deine Medizin sein!“ – Thema des Medicinicums 2015. Wie haben Sie das Symposium erlebt? Beim Ernährungskongress haben mehr als 200 Interessierte teilgenommen, Experten und gesundheitsbewusste Menschen, eine Zahl, die für sich spricht. Die Vielfalt und Qualität der Vorträge und Workshops wurde vom Publikum sehr geschätzt, was nicht zuletzt die angeregten, spannenden Diskussionen widerspiegelten. Wie passt das Medicinicum zu Ihrer Markenstrategie? Vorarlberg ist einer der anregendsten Entfaltungsräume in den Alpen. Ein selbstbestimmtes und genussvolles Leben sind wichtige Aspekte unseres Selbstverständnisses. Und so gesehen verbinden sich die Themen rund um das Menschsein — die körperliche und die geistige Gesundheit — wie sie das Medicinicum jedes Jahr thematisiert, wunderbar mit Vorarlberg. ZEITRAUM

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Kurzmeldungen Schatzsuche am Tannberg Geocacher aufgepasst! Rund um Lech, Warth und Schröcken gibt es drei neue Runden vor traumhafter Naturkulisse. Das Abenteuer im Grünen fasziniert jedes Alter und hilft auch einen Regentag zu genießen. Auf drei tollen Runden und beliebten Wanderwegen sind insgesamt 30 kreative Caches versteckt, die darauf warten, gelogt zu werden. Auf der Warth-Runde „Pfarrer Müller und das weiße Gold“ folgt man den Spuren jenes Geistlichen, der 1894 den Skisport in die Region brachte. „Gipt’s das?“ führt durch die einzigartige Landschaft der Gipslöcher in Oberlech und in Schröcken lassen sich ein „Walserdorf & Naturjuwelen“ entdecken. www.tannberg.info

Luxus trifft Biwak Man kann sie nicht übersehen. Die „kleine“ Holzschachtel aus Lärchenholz am Fuße des Stierlochkopfs leuchtet wie eine kleine Krone auf dem Gipfel. Ein Häuschen im Grünen mit unverbaubarer Aussicht in alle Himmelsrichtungen. In Lech ist das exklusive Refugium wohl die kleinste Unterkunft, die gemietet werden kann — am puristischsten und luftigsten allemal. Alle vier Plätze des 2,10 mal 3,20 Meter großen Kubus haben Panoramablicke, sogar wenn man im Schlafsack liegt. Es wartet eine Nacht mit Blick in den sternenklaren Himmel. Der Aufstieg zum „Viel-Sterne-Haus“ (2354 Meter) dauert etwa drei Stunden, von Lech über die Gstütalpe oder von Zürs über Zürser See und Madlochjoch. Von dort kann man auch über die Ravensburger Hütte auf- oder absteigen. Den Schlüssel gibt es bei Lech Zürs Tourismus, gegen ein Depot von 100 Euro und eine Gebühr von 20 Euro.

Schenken & Verwöhnen Es gibt so viel Gutes, Feines, Schönes, Besonderes, Ausgefallenes, Exquisites, Genussvolles, das man verschenken kann. Und manchmal ist es nur eine freundliche Geste oder auch ein Dankeschön, das man weitergeben möchte. Der Lech Zürs Gutschein ist auf jeden Fall eine Überraschung, die man schnell einlösen kann. Er ist so wertvoll wie Bargeld und das perfekte spontane Geschenk. Mit dem neuen Gutschein kann man in vielen Geschäften in Lech und Zürs bezahlen. Erhältlich sind die Gutscheine bei der Lech Zürs Tourismus und der Raiffeisenbank Lech.

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Liste der teilnehmenden Betriebe:

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Der Gutsch

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Komfortabel nach oben Bevor man in Schwung kommt, wird’s bequem. Mit dem Neubau des Übungshangs in Zürs wurde der alte Lift durch einen modernen 6er Sessellift mit Komfort-Polsterung, Sitzheizung und Wetterschutzhaube ersetzt. In zwei Minuten ist man nach 358 Meter oben und über hundert Meter höher. Zeitersparnis auch für die Gäste, die den Übungshang als Einstieg ins Skigebiet nutzen. 80

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Erhältlich in der Raiffeisenbank Lech und bei der Lech Zürs Tourismus. Einlösbar bei fast allen Lecher und Zürser Betrieben: lechbank.com/gutscheine


Buchen Sie Taxi-Transfers noch rascher und bequemer online. Mode meets Sport Die Saison ist eröffnet: Und mit ihr die neue Strolz-Filiale am Rüfiplatz auf 600 Quadratmetern. Bekannt und doch neu: Der Name Strolz steht für exklusive Mode und Skimode. Im neuen Shop mit integriertem „Baristo“ bekommen Wintersportler und Tiefschneefahrer das perfekte Winter-Outfit für die Piste: Marken wie Burton, Roxy, Scott, Ortovox, Peak Performance, Zimtsern, Oakley, Radical, K2, Armada, Black Crows und viele mehr. Wer sich Ski oder Board im Shop ausleiht oder im Skidepot lagert, hat direkten Zugang zur Rüfikopfgondel. Eröffnung ist am 5.12.2015. Und im Sommer werden geführte Radtouren durch die Bergwelt angeboten. Die Leihräder können aber auch für eigene Erkundungstouren gemietet werden.

Uwe-Düne trifft Rüfikopf Auf den ersten Blick scheint es eine ungewöhnliche Partnerschaft. Nordsee, Uwe-Düne und Shanty hier, Bergpanorama, Rüfikopf und Alphorn dort – Unterschiede, wie sie kaum krasser sein können. Zwischen Kampen auf Sylt und Lech am Arlberg liegen 1033 Kilometer Entfernung und 1444 Höhenmeter. Und auch wenn die beliebten Ferienorte einiges trennt, so gibt es eine ganze Menge, was sie verbindet. Im Süden wie im Norden fühlen sich die Einwohner dem dörflichem Ursprung und der Schönheit der Natur verpflichtet. Sie lieben ihre traditionelle Architektur. Ihre ländliche Bodenständigkeit und weltoffene Gastlichkeit sind das gewisse Etwas, das die 100 jährige Gastgebertradition der beiden Orte auszeichnet und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland immer wieder anlockt.

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Impressum Herausgeber: Lech Zürs Tourismus GmbH, 6764 Lech am Arlberg Tel. +43 (0) 5583 2161, info@lech-zuers.at; www.lech-zuers.at Medieninhaber und Verleger: Silberball PR GmbH, Mariahilfstraße 29, 6900 Bregenz, Österreich CONTUR GmbH & Co KG, Karlstraße 16, 88212 Ravensburg, Deutschland Projektleitung: Pia Herbst (Lech Zürs Tourismus) Michael Dünser (Silberball PR/CONTUR) Projektkoordination: Svenja Hemme (CONTUR) Redaktion: Michael Dünser (Silberball PR/CONTUR)

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Artdirector/Layout: Thomas Hepberger (Silberball Bregenz GmbH) Bildbearbeitung: Ines Lindner, Thomas Hepberger (Silberball Bregenz GmbH), Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Druck: Holzer Druck und Medien, Weiler, Deutschland Erscheinungstermin: Dezember 2015 Rechte: Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Lech Zürs Tourismus und unter Angabe der Quelle. Titelseite: Grafik: Markus Fetz www.markusfetz.com Seite 3: Grafik: Thomas Hepberger, Sabine Blaser Seite 4-5: Text: Peter Natter|Foto: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 8-9: Foto: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 10-11: Text: Caroline Schilling|Fotos: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 12-13: Text: Felix Steininger|Fotos: Beate Rhomberg, Vielfaltenarchiv Vorarlberg Seite 14: Text: Felix Steininger|Foto: Hanno Mackowitz Seite 17: Text: Caroline Schilling|Fotos: Rudi Wyhlidal, La Loupe Seite 18-19: Foto: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 20-22: Text: Michael Dünser|Fotos: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 24-25: Text: Michael Dünser|Foto: Matthias Weissengruber Seite 26-27: Foto: Sepp Mallaun Seite 28-31: Text: Klaus Feldkircher|Fotos: Ralf Hauser, Sepp Mallaun, Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 33: Text: Caroline Schilling|Grafik: Thomas Hepberger Seite 34-35: Text: Caroline Schilling|Fotos: Sepp Mallaun, Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail, Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 36-39: Text: Caroline Schilling|Fotos: Christoph Schöch, Hanno Mackowitz, Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 40: Text: Caroline Schilling|Foto: Christoph Schöch|Grafik: Thomas Hepberger Seite 41: Text: Felix Steininger|Fotos: Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 42-47: Text: Klaus Feldkircher|Fotos: Golfclub Lech|Grafik: Thomas Hepberger Seite 48-49: Foto: Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 50-51: Text: Caroline Schilling|Fotos: © James Turrell, Florian Holzherr, Maria Muxel Seite 52-53: Text: Michael Dünser|Fotos: fotolia, Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 54: Text: Felix Steininger|Fotos: Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Risch-Lau, Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 55: Fotos: Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 56-57: Text: Felix Steininger|Fotos: Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 58: Text: Felix Steininger|Fotos: Sabine Blaser Seite 59: Text: Felix Steininger|Fotos: Meisterstrasse Seite 60-61: Foto: Christoph Schöch Seite 62-65: Text: Michael Dünser|Fotos: Gerard Brown, Christoph Schöch Seite 66: Text: Liganova|Fotos: Liganova Seite 68-69: Foto: Adolf Bereuter Seite 70: Text: Felix Steininger|Foto: Adolf Bereuter, Lisa Dünser, Sophie Menegaldo Seite 72-73: Text: Felix Steininger|Foto: misaleva/fotolia.com Seite 74-77: Text: Caroline Schilling|Fotos: Christoph Schöch, Sepp Mallaun Seite 78: Text: Caroline Schilling|Foto: Florian Lechner Seite 79: Text: Caroline Schilling|Foto: Lech Zürs Tourismus/Lisa Fail Seite 80-81: Text: Caroline Schilling|Fotos: Lech Zürs Tourismus/Joachim Elshof, Warth-Schröcken Tourismus, Raiffeisenbank Lech, Tourismus-Service Kampen

die sonnenterrasse. das restaurant. ihre linie.

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silberball.com

Stefan & Reingard Muxel · Oberlech am Arlberg Tel. +43 (0)5583/33110 · www.mohnenfluh.com


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BesseR mit Helm.

Eine Aktion des Vereins f端r Nachhaltigkeit und Sicherheit im Schi- und Radsport. Unterst端tzt von

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ZeitRaum 2015/2016