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D i e i n t e r n a t i o n a l e Z e i t s c h r i f t f 체 r S i e b e n t e n - Ta g s - A d v e n t i s t e n

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Warum der

Dienst am

N채chsten

wirklich z채hlt

SONDERTHEMA

Aktiv f체r Gesundheit & Hoffnung Siehe Seite 21


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Warum der Dienst am Nächsten wirklich zählt

Warum der

Dienst am

Nächsten

wirklich zählt

Von Sandra Blackmer

Australische Missionsbewegung wird 20 Jahre alt.

SONDERTHEMA

Aktiv für Gesundheit & Hoffnung Siehe Seite 21

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B L I C K P U N K T

Eine bedeutsame prophetische Berufung

21 Aktiv für Gesundheit und Hoffnung

T I T E LT H E M A

D i e i n t e r n a t i o n a l e Z e i t s c h r i f t f ü r S i e b e n t e n - Ta g s - A d v e n t i s t e n

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O N D E R T H E M A

Von Sandra Blackmer

Der australische Gesundkosthersteller Sanitarium ist für mehr als nur Nahrungsmittel bekannt.

24 Auf den Spuren der Missionare

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I E

A D V E N T G E S C H I C H T E

­E R Z Ä H L T

Von Michael Sokupa

Die Geschichte der adventistischen Kirche im süd­ lichen Afrika ist geprägt von Opfern und harter Arbeit.

Von Ted N. C. Wilson

Machen wir das Beste aus unserer Botschaft!

14 Radikale Begegnungen

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L A U B E N S Ü B E R Z E U G U N G E N

Von Frauke Gyuroka

Sollen wir unser Christsein „tragen“ oder leben?

RESSORTS 3 K I R C H E

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A K T I O N

3 Aus aller Welt 6 Blick in die Welt 10 GLOW Geschichten

11 G E S U N D H E I T Nimmt die Infekt­ anfälligkeit im Alter zu?

E L 12 

27 B I B E L S T U D I U M Sardes: Lehren für die Endzeit

L E N W H I T E E N T D E C K E N

Eine lebendige Kraft

26 F R A G E N Z U R B I B E L Voll bis zum Rand

www.adventistworld.org In 12 Sprachen online

Adventist World | Februar 2014

L E S E R F O R U M

Titelfoto: Ein Teammitglied von StormCo drückt ihre Liebe zu den Kindern im australischen ­Hinterland aus. F o t o

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L a r r y

B l a c k m e r


Was bei Gott zählt

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A U S A L L E R W E LT

Adventisten auf Zypern begehen 100-jähriges Jubiläum

Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten auf Zypern und ihre Gäste versammelten sich, um an den Beginn der Adventmission auf der Mittelmeerinsel vor hundert Jahren zu erinnern.

t e d NE W S

„Der wichtigste Mensch, dem du helfen kannst, steht direkt vor dir.“ ine der unbeabsichtigten Auswirkungen der wachsenden Bemühungen von Wohltätigkeitsorganisationen und Regierungen, die auf unserem Planeten herrschende Armut, Krankheiten und Leiden in den Griff zu bekommen, ist, dass Gläubige den Eindruck bekommen können, der Beitrag, den sie zum Dienst für Christus leisten können, sei weder wichtig noch besonders notwendig. Ein Einzelner mag sich sagen oder denken: Was können die wenigen Stunden oder Euro, die ich investieren kann, schon bewirken? Wird den wohltätigen Zwecken durch Kampagnen, die von Steuergeldern finanziert werden, oder durch die Großzügigkeit der Milliardäre dieser Welt nicht viel besser gedient? Verglichen mit der Finanzierung durch Regierungen oder der schlagzeilenträchtigen Unterstützung durch Google, IBM oder UNESCO ist meine Hilfe kleiner als das Scherflein der Witwe. Aber vergiss nicht, lieber Leser: Jesus lobte die Witwe und ihre bescheidene Gabe (vgl. Lk 21,1–4) nicht wegen des moralischen Wertes ihres Opfers oder des relativen finanziellen Wertes. Gott schätzt die Absicht, die wir im Herzen haben, viel höher, als unsere Münzen oder Scheine im Gabenkorb oder Spendenumschlag. Ein einziger Becher Wasser, im Namen Christi weitergegeben (Mt 10,42), wird in dem Wert, den Gott ihm beimisst, nur vom Blut Jesu übertroffen. Wir Siebenten-Tags-Adventisten haben eine lange Geschichte des Dienstes im Namen Christi. Seit weit über einem Jahrhundert bauen Adventisten auf dieser Erde mehr Krankenhäuser, bohren Brunnen, gründen Schulen und verteilen Mahlzeiten an Kinder als jede andere Glaubensgemeinschaft. Unzählige Menschen haben durch unser Engagement, das Ellen White gern als „uneigennützige Mildtätigkeit“ bezeichnete, Obdach, Nahrung und medizinische Versorgung erhalten – ein Engagement, das aus Treue zu Christus geschah. Aber auch das große Ausmaß und die weltweite Verbreitung adventistischer Opfer- und Dienstbereitschaft ändert nichts an dem wesentlichen, persönlichen Wert, der darin liegt, dass ein einzelner Gläubiger eine Schaufel in die Hand nimmt, eine Schüssel Haferbrei weitergibt oder ein einsames Kind tröstet. Wenn du das Titelthema dieser Ausgabe liest: „Warum der Dienst am Nächsten wirklich zählt“, dann bete um Weisheit, die Zeit und das Talent, das du persönlich erhalten hast, in der unspektakulären, aber dennoch unbezahlbaren Art einzusetzen, die für Jesus und seine Kinder wirklich wichtig ist.

■■ Moses Boursalian war nicht der typische Missionar. Der armenische Kammmacher war ein Flüchtling aus Antakya (liegt in der heutigen Türkei, früheres Antiochia), und kam vor hundert Jahren auf Zypern an. Zunächst verbreiteten Boursalian und seine Familie ihren Glauben nur durch die Art und Weise, wie sie lebten. Sie waren die ersten Siebenten-Tags-Adventisten, die sich auf der Insel niederließen. Erst 1932 kamen die ersten offiziellen Missionare auf die Insel: der pensionierte Pastor Robert Greaves und seine Frau. Die Greaves waren aufgrund von Gesundheitsproblemen von Afrika nach Nordamerika zurückgekehrt. Als sie wieder gesund waren, fühlten sie sich berufen, noch einmal etwas für Gott zu tun. Also zogen sie zunächst in die Türkei, dann nach Griechenland und ließen sich schließlich auf Zypern nieder. Am Sabbat, 26. Oktober 2013, versammelten sich mehr als 150 Gemeindeglieder und Glaubensfreunde in Nikosia, um des Beginns unserer Kirche auf der Insel vor hundert Jahren zu gedenken. Moses Elmadjian, das älteste Gemeindeglied und Enkel von Moses Boursalian, erzählte Geschichten von Gottes Führung in der Vergangenheit. Er faszinierte Jung und Alt unter den Zuhörern, indem er einige Kämme seines Großvaters zeigte, die aus Kamelknochen hergestellt worden waren. Zu seinen frühesten Erinnerungen gehören Besuche bei den Greaves als Kind: „Die Atmosphäre war dort immer etwas Besonderes, ein bisschen wie im Himmel.“ Der derzeitige Vorsteher der Adventgemeinden auf Zypern, Branislav Mirilov, sowie der heutige Pastor, ein Bibelarbeiter und zwei ehemalige Pastoren berichteten von Gottes Wirken in der Vergangenheit. Die Zukunft verspricht spannend zu werden – es gibt viel, wofür man Gott loben und danken kann. Im Zentrum der Hauptstadt Nikosia wurde vor kurzem ein Stück

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A U S A L L E R W E LT Land gekauft; die Gemeinde wächst: Von Juni bis November gab es 14 Taufen. Vor kurzem wurde ein Pfadfinderclub ins Leben gerufen und Dienste für Studierende und Angehörige verschiedener ­Nationalitäten auf der Insel gegründet. Berichtet von Audrey Andersson, tedNEWS

üben“, sagt Kwon. „Das Ingenieurswesen ist dafür da, das Leben anderer zu verbessern. Das ist meine Arbeit und es prägt auch, was ich unterrichte.“ In Kwons Labor arbeitet das Forschungsteam an der Entwicklung eines Biosensors. Diese Technik hilft bei schnellen Krankheitsdiagnosen. Das kann die Behandlung beschleunigen. Sie entwickeln ein kostengünstiges und transportables System, das in unterentwickelten Ländern eingesetzt werden kann. Die Abteilung für Ingenieurswesen und Informatik gründete eine Ortsgruppe von Engineers Without Borders (EWB, Techniker ohne Grenzen), weil sie an Hilfe für benachteiligte Gegenden interessiert und darin bereits engagiert sind. EWB ist eine gemeinnützige Organisation die mit lokalen Entwicklungsprogrammen weltweit zusammenarbeitet. Ziel ist es, nachhaltige technische Projekte zu entwerfen und zu verwirklichen. „Die Teilnahme bei Engineers Without Borders wird uns helfen, unseren Dienst weiterhin zu leisten und auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen“, sagt Ng.

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Kirche in Samoa wächst durch Stadtmission um 15 Prozent

A n d r e w

■■ „Der Dienst Jesu hatte viel mit der Arbeit seiner Hände zu tun – zunächst in der Zimmermannswerkstatt und später durch sein heilendes Wirken“, sagt Wagner Kuhn, Professor für Weltmission und Interkulturelle Studien an der Andrews-Universität. „Wir bieten Berufsausbildungen an, damit Menschen nicht nur ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern auch mit einer christozentrischen Perspektive arbeiten können.“ Im Sommer 2013 veranstaltete BoonChai Ng, Professor für Ingenieurswesen, eine Studienreise für Studenten nach Singapur, wo sie ihre Zeit und Fähigkeiten zur Verfügung stellten, um einen Fußweg für eine örtliche Adventgemeinde zu sanieren. Und dies ist nicht das erste Projekt, an dem Professoren und Studenten zusammenarbeiteten. Als Abschlussprojekt im Jahr 2012 arbeiteten die Ingenieursstudenten Adam Shull und Spencer Groff mit ihrem Professor Hyun Kwon an einem transportablen Wasserreinigungssystem für Missionare. Sie wählten dieses Vorhaben, weil es viele Hilfsorganisationen wie, ADRA, Maranatha-Volonteers, das Amerikanische Rote Kreuz und die Weltgesundheitsorganisation gibt, die Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer in Länder ohne ausreichende Wasserversorgung senden. Shulls und Groffs Wasserreinigungssystem kann 30 Menschen für 30 Tage mit sauberem Wasser versorgen. „Sowohl uns als auch unseren Studenten liegen Projekte und Forschungsarbeiten am Herzen, die der Gesellschaft nützen und einen positiven Einfluss aus-

M e j e u r / AU

Adventistische Ingenieursstudenten helfen anderen durch weltweite Projekte

Das EWB-Projekt der Andrews-Universität bringt grundlegende Ressourcen wie Wasser oder Elektrizität in ein unterentwickeltes Land. „Die Apostel, die sich am Wirken Christi orientierten, sind uns ein Beispiel. Wie Paulus, der als Zeltmacher arbeitete“, führt George Agoki aus, Leiter der Abteilung für Ingenieurswesen und Informatik. „Die Zeltherstellung diente dem Gelderwerb, doch die Mission war nie getrennt vom Beruf.“ Durch Studentenprojekte, Forschung und Programme wie die EWB kann man Menschen helfen, an Wasser, sanitäre Anlagen, Elektrizität/Energie und Technik zu gelangen. „‚Zeltmacher‘ sind ein wesentlicher Bestandteil der Mission Gottes“, sagt Kuhn. „Alle Bemühungen und Gelegenheiten sollten ermutigt und unterstützt werden, so dass die Gute Nachricht bezeugt, ausgelebt und so vielen Menschen wie möglich in so vielen Ländern wie möglich verkündet wird.“ Berichtet von Rachel Boothby, Immatri­ kulationskoordinatorin für die natur­ wissenschaftlichen und technischen ­Institute der Andrews-Universität, Berrien Springs (Michigan/USA)

Technikstudenten der AndrewsUniversität reparieren während einer Studienreise in den Philippi­ nen zusammen mit Einheimischen den überdachten Fußweg einer örtlichen Adventgemeinde.

■■ Samoa: Land der tausend Kirchen. Die prunkvollen Kirchen auf der Insel lassen alle anderen Gebäude wie Hütten erscheinen. Religiosität wird in Samoa großgeschrieben, denn rund 98 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum christlichen Glauben. Sogar der nationale Leitspruch Fa’avae i le Atua Samoa macht dies deutlich: „Samoa ist auf Gott gegründet.“ Die hohe religiöse Sättigung erschwert die Evangelisation. Hinzu kommt, dass Samoa kürzlich zur westlichen Seite der Datumsgrenze wechselte, was das Halten des Sabbats beeinflusste und Ängste hervorrief,


F o t o S P D

Selelimalelei, der höchste Häuptling des Lufilufi-Dorfes, wurde am Übertra­ gungsort Fusi Saoluafata/Vailoa Anoamaa getauft. Zu diesem Ort kamen die meisten nichtadventistischen Besucher während der Stadtevangelisatio­ nen im Oktober und November 2013. die Adventgemeinde auf Samoa könne an Zugkraft und Bedeutung verlieren. Daher gleicht es einem Wunder, dass sich am Ende der Evangelisationsreihe „Last Empire“ (Das letzte Weltreich), nämlich am 3. November 2013, mehr als 1000 Menschen haben taufen lassen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1440 Taufen in der Samoa Tokelau Mission (STM), einschließlich der Täuflinge, die bis zur und während der Evangelisation zur Gemeinde kamen. Dies bedeutet ein Mitgliederwachstum von mehr als 15 Prozent; die Mitgliederzahl dieses Gebiets lag Ende 2012 bei 9427. „Diese umfassende Evangelisation war ein Segen für uns“, sagte Uili Solofa, Vorsteher von STM. „[Die Veranstaltungen waren] eine großartige Gelegenheit, von Gott zu erzählen. Doch vor allem kam sie in einer Zeit, die eine sehr große Herausforderung für uns darstellte [Wechsel der Datumsgrenze]. Es war ein Segen für uns, diesen Einsatz in unserem Land zu haben.“ Apia war die letzte von vier Städten, die von der Initiative „Mission für die Großstädte“ der Südpazifischen Division (SPD) ausgewählt worden war. STM nutzte diese Gelegenheit und übertrug mithilfe von Living Ministry Media die Veranstaltungen über das Internet zu 23 Orten auf die Inseln Upolu, Savaii und Amerikanisch-Samoa, statt sich nur auf diese eine Stadt zu konzentrieren.

Die Hauptversammlung fand im modernen Tui Atua Tupua Tamasese EfiGebäude statt, in dem jeden Abend rund 500 Gäste Platz fanden. Die abschließenden Sabbatprogramme und -taufen fanden in der Lalovaea-Gemeinde auf dem Gelände von STM statt. Chester Kuma, stellvertretender Abteilungsleiter für Gesundheit der SPD, hielt Gesundheitsvorträge, in denen er die modernen, sich schnell ausbreitenden Lebensstilkrankheiten Samoas ansprach. Seine Ausführungen wurden unter anderem auch von Regierungsmitarbeitern und Fachleuten im Gesundheitswesen besucht. Anschließend wurde eine eher traditionellere Präsentation der prophetischen Botschaft der Adventgemeinde von Jean-Noel Adeline gehalten und ins Samoanische übersetzt. Am letzten Abend gab es eine Einladung zur Taufe, die viele Gäste positiv beantworteten – jung und alt, gut ausgebildete Angestellte und Plantagenarbeiter, Menschen mit verschiedener religiöser Herkunft als auch Leute ohne Religion. Es war ein historisches Programm, sowohl bezüglich der Taufzahlen als auch hinsichtlich der Internetseiten, die zeitgleich dieselbe Botschaft übertrugen. „Zum ersten Mal haben wir das Internet im Uplink-Modus verwendet und wir sind, soweit ich weiß, die erste Kirche in Samoa

überhaupt, die solch eine Veranstaltung abgehalten hat“, sagte Solofa. „Es war einzigartig. Unsere Leute waren sehr fasziniert.“ Bei den Herausforderungen, denen die Kirche hier gegenüberstand, ist es kein Wunder, dass die Menschen begeistert waren. Ihre Begeisterung wurde genutzt und nicht durch Zufall, sondern durch gewissenhafte Arbeit und treues Gebet wurde ein guter Erfolg erreicht. „[Gebet war] der Schlüssel zu der Veranstaltung“, sagte Solofa. „Gemeindeglieder, die in der Stadt arbeiteten, trafen sich in den Mittagspausen an ihren Anlaufstellen um zu beten.“ Sione Ausage, Generalsekretär von STM, nahm Adeline jeden Morgen um 6 Uhr zum Gebet zu einem anderen Veranstaltungsort. In der Fasitootai-Adventgemeinde hielt eine Gruppe manchmal sogar eine Nachtwache von Mitternacht bis 6 Uhr morgens. Sie schliefen in der Halle und beteten jeweils für eine Stunde, die ganze Nacht hindurch. Gruppen für die Nacharbeit wurden gegründet und manche Menschen fasteten. Es gab auch ein Erweckungsprogramm, bevor die Evangelisationsreihe begann. STM sieht dies alles jedoch lediglich als Beginn an. Einige der neuen Gläubigen stehen vonseiten ihrer Familien und Dörfer unter Druck. „Die vertiefende Weiterarbeit mit diesen Menschen ist jetzt unsere große Herausforderung“, sagte Solofa. „Dies ist eine wichtige Aufgabe für die Gemeinde – wir müssen helfen, sie voll und ganz in das Gemeindeleben aufzunehmen und einzubinden.“ Dieser Prozess hat schon begonnen: Drei neue Gemeinden wurden gegründet, um sich um die Neugetauften zu kümmern. Unter ihnen ist auch Salome, die am letzten Abend ein Zeugnis gab: „Jesus hat uns von Fidschi nicht nur hierher gerufen, um zu arbeiten, sondern auch, um die Wahrheit kennenzulernen. Wir sind heute Morgen getauft worden und freuen uns darauf, Gott in der Kirche der SiebentenTags-Adventisten zu dienen.“ Jarrod Stackelroth, RECORD

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B L I C K I N D I E W E LT

Eine Million Adventisten in Ghana

feiern 125-jähriges Jubiläum Großveranstaltung in Stadion als Höhepunkt des Gedenkjahres Von Solace Asafo-Hlordzi, Leiterin der Kommunikationsabteilung des Ghana-Verbands aus der Hauptstadt Accra

A

m 7. Dezember 2013 fand der abschließende Höhepunkt des Gedenkjahres zum 125-jährigen Bestehen der Kirche der Siebenten-TagsAdventisten in Ghana statt. 20.000 Adventisten waren zu dem Dankgottesdienst in das Stadion von Accra gekommen; sie winkten mit weißen Taschentüchern und sangen Loblieder. Das Ereignis stand unter dem Motto: „Christsein verkünden und leben“. In dem Gottesdienst, der landesweit live im Fernsehen übertragen wurde, verlas der für die Groß-Accra Region zuständige Minister Julius Debrah eine Ansprache des Präsidenten von Ghana, John Dramani Mahama. Darin würdigte er die Kirche für ihren Beitrag zur sozio­ ökonomischen Entwicklung des Landes, insbesondere durch den Dienst ihrer Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen für alle Bevölkerungsgruppen ohne Unterschied. „Die [adventistische] Kirche ist in Ghana überall dort, wo unser Volk Hilfe braucht. Das ist das wahre Wesen des Christentums – Menschen in ihren Schmerzen zu erreichen und ihnen in hoffnungslosen Situationen Hoffnung zu

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bringen. Wir schätzen Ihre Opferbereitschaft und Ihre harte Arbeit und ermutigen Sie, weiterhin Ihr Bestes für die Menschen zu tun“, hieß es in der Ansprache. Samuel Adama Larmie, Präsident des Ghana-Verbands, gab Gott die Ehre für das Wachstum der Kirche und dafür, dass er ihr hilft, das Leben der Menschen in Ghana positiv zu beeinflussen. „Am Anfang standen ein einziges Traktat und ein einziger Mann, Francis Dolphijn, und heute gibt es mehr als 700.000 Gottesdienstbesucher, über 600 Schulen und Universitäten und 25 Gesundheitseinrichtungen, die allen Ghanaern offenstehen. Welch einem mächtigen Gott dienen wir“, sagte er. Delbert Baker, einer der Vizepräsidenten der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und Gastredner bei dem Gottesdienst, rief die Zuhörer auf, über ihre Hindernisse und negativen Lebensumstände hinauszusehen und auf der Grundlage zu bauen, die andere vor ihnen gelegt haben. In seiner Predigt zog er aus der Geschichte von Jabez (1 Chr 4) die Lehre, dass ein Mensch jedes Hindernis, jeden Schmerz und jede Niederlage überwinden

und zur Ehre Gottes ein Segen werden kann. „Unser Gebet für uns persönlich und für unsere Gemeinde sollte lauten: ‚O Herr, segne mich sehr und erweitere mein Gebiet.‘ Lasst uns Gott um seinen Segen bitten, nicht um persönlicher Vorteile willen, sondern zu seiner Ehre und damit sein Werk wächst.“ Joyce Bortey war aus dem Gemeindebezirk Accra zu dem Gottesdienst gekommen. Sie sagte im Anschluss: „Mein Herz ist voller Freude; diesen Gottesdienst werde ich nie vergessen.“ Ein anderes Gemeindemitglied, Rose, schrieb per SMS an das Kommunikationsteam der Kirche: „Der Gottesdienst war gut, die Predigt inspirierend. Die Live-Übertragung war eine Empfehlung für Christus und unsere Kirche in Ghana.“ Vertreter unserer Kirche würdigten verdiente Gemeindeglieder, deren hingebungsvoller Einsatz das Wachstum und die Entwicklung der Kirche in Ghana positiv beeinflusst hat. Darunter waren zum Beispiel der ehemalige Generalsekretär der Weltkirchenleitung Matthew Bediako, der bekannte Evangelist Andrews Ewoo und Evelyn Boateng.

F OTO S

V o n T u r ls o n

O c r a n


Oben links: Der Dankgottesdienst fand im Stadion von Ghanas Hauptstadt Accra statt. Mitte: Fröhliche Gottesdienstbesucher jubeln während des Gedenkgottes­ dienstes. Rechts: Delbert Baker überreicht Matthew A. Bediako eine Auszeichnung. Der gebürtige Ghanaer diente bis zu seiner Pensionierung als Generalse­ kretär der Weltkirchenleitung. Bediakos Frau Elisabeth sieht zu.

Delbert Baker, einer der Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung der Siebenten-TagsAdventisten, bei seiner Ansprache beim 125-jährigen Jubiläum unserer Kirche in Ghana.

Emmanuel Kwesi Anyimadu, Beamter im ghanaischen Parlament, wurde für die würdige Vertretung der Kirche in seinem Dienst für die Nation ausgezeichnet. Andere Religionsgemeinschaften wie die Katholische Kirche und Muslimvertreter lobten während der Feier die Arbeit der Siebenten-Tags-Adventisten in Ghana. Zu Beginn der Woche hatte Alhassan Mumuni, Muslim und Mitglied des ghanaischen Parlaments, geäußert, dass er sein Leben der Behandlung in einem adventistischen Krankenhaus im Jahr 2012 verdanke. „Im November 2012 wurde ich krank und eilig in die Uniklinik von Tamale

gebracht. Dort konnte man mich aufgrund von Bettenmangel jedoch nicht aufnehmen. Damals wurde das Krankenhaus gerade erweitert … Daraufhin wurde ich in das städtische Krankenhaus der Siebenten-Tags-Adventisten gebracht und ich kann sagen: Dass ich heute noch am Leben bin, verdanke ich den Siebenten-Tags-Adventisten“, so Mumuni. Bemerkenswert an der Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten in Ghana ist, dass die Adventbotschaft nicht wie andere Kirchen durch Missionare, sondern durch Literatur Eingang in Ghana fand. Im Jahr 1888 nahm der Ghanaer Francis Dolphijn irgendwo an der Küste von Apam, in der Zentralregion, ein Traktat mit, las es und nahm die Adventbotschaft an. Sechs Jahre später, im Jahr 1894, kamen die ersten Missionare, Edward L. Sanford und Karl G. Rudolph, nach Apam. Eine weitere Gruppe von Missionaren wurde 1895 unter der Leitung von Dudley U. Hale von der Generalkonferenz nach Cape Coast, dem damaligen Verwaltungssitz der Kirche in Westafrika, gesandt. Im Jahr 1897 wurden die ersten vier Personen getauft. Heute gibt es in Ghana, wenn man die Kinder mitrechnet, fast

eine Million Adventisten. Durch die Medien wird die Adventbotschaft wöchentlich über 48 Rundfunk- und vier Fernsehstationen verbreitet. Durch ihre Schulen, Krankenhäuser und den humanitären Dienst von ADRAGhana hat die Kirche der Siebenten-TagsAdventisten auch das sozioökonomische Leben der Ghanaer positiv beeinflusst. Mehr als 600 Grundschulen, 14 weiterführende Schulen, drei Krankenpflegeschulen und ein College in Asokore werden von der Kirche geführt. Die adventistische Valley-View-Universität ist die erste Privatuniversität mit staatlicher Anerkennung in Ghana. Außerdem betreibt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ghana 13 Krankenhäuser, 12 Ambulanzen und eine Apotheke. Darüber hinaus wird in drei Krankenpflegeschulen Pflegepersonal ausgebildet und im ganzen Land vorbeugende Gesundheitserziehung geleistet. Der Dankgottesdienst war die letzte Gelegenheit, den die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ghana als eine landesweite Verwaltungseinheit veranstaltete. Ab Januar 2014 gibt es in Ghana zwei Verbände. n

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Der folgende Artikel ist der erste Teil einer gekürzten Version der Ansprache „Eine bedeutsame prophetische Berufung: Eine Botschaft des Präsidenten der Generalkonferenz“. Der zweite Teil erscheint in der Märzausgabe von Adventist World. Der ungekürzte Text und ein Video der Ansprache des Generalkonferenz-Präsidenten in englischer Sprache finden sich unter http://adventist­ review.org/an-urgent-prophetic-calling.

L

iebe Brüder und Schwestern in Christus, als Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten bin ich sehr zuversichtlich, weil ich weiß, dass diese Kirche in Gottes Händen ist. Er ist ihr Gründer, ihr Führer und ihr wahres Oberhaupt. Er hat diese Bewegung in der Vergangenheit beständig geführt, erhält sie in der Gegenwart und wird sie voller Kraft in die Zukunft führen. Unser Schöpfer, Erlöser und kommender König ist die einzige Hoffnung der Gemeinde für heute, morgen und in Ewigkeit. Er hat unsere Kirche in seiner Vorsehung ins Leben gerufen, um eine einzigartige Mission zu erfüllen, und sie wird der Berufung gerecht werden, zu der Christus sie erwählt hat. Die Siebenten-Tags-Adventisten sind eine prophetische Bewegung mit einer bedeutsamen prophetischen Berufung. Wir sind nicht einfach eine von vielen Glaubensgemeinschaften in der religiösen Landschaft. Wir sind eine von Gott gewollte Endzeitbewegung mit einem Endzeitauftrag, einer Endzeitbotschaft und einer Endzeitmission für die ganze Welt. Das heißt nicht, dass es bei uns keine Probleme gibt. Die gibt es durchaus und ich werde sie in der nächsten Ausgabe von Adventist World offen ansprechen. Doch inmitten aller Probleme ist der Heilige Geist kraftvoll am Wirken, und am Ende wird die Gemeinde triumphieren. Die Gemeinde ist der Leib Christi

In Matthäus 16,18 sagte Jesus: Ich will „meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“. Diese Gemeinde ist keine bürokratische Organisation menschlichen Ursprungs, wie uns manche weismachen wollen.

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Eine

Von Ted N. C. Wilson

bedeutsame prophetische

erufung B Gott führt seine Gemeinde TEIL 1

Unser Heiland selbst hat gesagt, dass er seine Gemeinde gebaut hat und die Pforten der Hölle sie nicht bezwingen werden. In 1. Korinther 12 wird die Gemeinde als Leib Christi beschrieben, in Epheser 5 als seine Braut. Nach 1. Petrus 2 ist die Gemeinde das geistliche Haus Christi, und in 1. Petrus 2,9 bezeichnet der Apostel Gottes Gemeinde als „das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums“. Sieg über die Mächte des Bösen

Christus hält seine Gemeinde in seinen Händen. Sie ist seine Festung, seine Zufluchtsstätte auf einem Planeten in Aufruhr. Sie ist ein Licht in der Dunkelheit, ein Leuchtfeuer in der Nacht und ein helles Licht auf dem schwach beleuchteten Weg nach vorn. Im Buch Das Wirken der Apostel von Ellen White lesen wir: „In Jahrhunderten der Verfolgung, des Kampfes und der Dunkelheit hat Gott seine Gemeinde erhalten. Kein Schatten fiel auf sie, ohne dass Gott nicht Vorsorge getroffen hatte. Keine widerstrebende Macht erhob sich gegen Gottes Gemeinde, mit der der Herr nicht gerechnet hatte. Alles traf so ein, wie er es vorhergesagt hatte. Er hat seine Gemeinde nicht verlassen, sondern alles, was geschehen würde, durch das prophetische Wort angekündigt. Was immer sein Geist den Propheten vorauszusagen eingab, erfüllte sich auch. Sein Gesetz ist mit seinem Thron verbunden, und keine böse Macht kann es zerstören. Gott selbst vermittelt die Wahrheit und wacht über sie. Sie wird über allen Widerstreit siegen.“ (S. 11)

In diesen entscheidenden Stunden der Weltgeschichte können wir Anzeichen dafür sehen, dass Gottes Wahrheit über die Mächte des Bösen triumphiert. Wir erkennen deutliche Zeichen, dass Jesus seine Gemeinde führt. Ich möchte euch einige fantastische Zahlen mitteilen: Im Jahr 1863 gab es einen Siebenten-TagsAdventisten auf 356.000 Menschen auf der Erde. Heute ist das Verhältnis 1 zu knapp unter 400. Es dauerte 107 Jahre, bis unsere Kirche die erste Million an Gemeindegliedern erreichte. Heute taufen wir jedes Jahr eine Million Menschen. In unseren mehr als 70.000 Ortsgemeinden in über 200 Ländern der Erde besuchen fast 25 Millionen Menschen unsere Gottesdienste. Der Heilige Geist wirkt auf bemerkenswerte Art und Weise. Erweckung und Reformation

In den vergangenen Jahren haben wir einen besonderen Schwerpunkt auf Erweckung, Reformation und Mission gelegt. Unter Erweckung verstehen wir ein tägliches geistliches Erwachen im Herzen und Denken eines jeden Einzelnen. Mit Reformation meinen wir eine Vertiefung unserer Hingabe und die Entschlossenheit, Gottes Willen zu tun und dass wir jeden Tag darauf bedacht sind, in allem, was wir tun, Jesus zu gefallen.1 Zu einer Reformation kommt es, wenn wir Tag für Tag unseren Willen seinem Willen unterstellen. Dann gibt er uns als Einzelne und als Gemeinde ein Verständnis davon, was seine Mission für uns ist. Brauchen wir als Kirche der SiebentenTags-Adventisten Erweckung und Refor-


mation? Oder ist das Ganze nur eines von vielen Programmen unserer Kirche? Gottes Botin, Ellen White, ließ in folgender Aussage keinen Zweifel aufkommen: „Eine Erweckung wahrer Frömmigkeit unter uns ist das größte und dringendste all unserer Bedürfnisse. Danach zu streben sollte unsere vorrangige Aufgabe sein. Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, die Segnungen Gottes zu empfangen – nicht etwa, weil Gott nicht bereit wäre, sie über uns auszugießen, sondern weil wir nicht

Kirche in aller Welt eure Herzen in ernstem Gebet vor Gott demütigen und um die mächtige Ausgießung des Heiligen Geistes bitten? Gott ruft uns in diesen entscheidenden Stunden der Weltgeschichte zu einer tieferen Hingabe auf. Jetzt ist die Zeit, uns völlig Jesus und seiner Botschaft zu weihen. Vereint im Gebet

Zu einer Erweckung kommt es, wenn wir Zeit mit Gott im Gebet und im Bibelstudium verbringen. Aus diesem Grund hat

Ein Licht in der Dunkelheit, ein Leuchtfeuer in der Nacht und ein helles Licht auf dem schwach beleuchteten Weg bereit sind, sie zu empfangen. Unser himmlischer Vater gibt denen, die ihn darum bitten, den Heiligen Geist bereitwilliger als Eltern ihren Kindern Gutes geben. [Lk 11,13] Aber es ist unsere Aufgabe, durch Bekenntnis [der Sünden], Demut, Reue und ernsthaftes Gebet die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen Gott versprochen hat, uns seinen Segen zu geben. Eine Erweckung kann nur als Antwort auf Gebet erwartet werden.”2 Herzenssehnsucht

Ohne die übernatürliche Kraft Gottes wird sein Werk nicht abgeschlossen werden – nicht in unserem Leben und ganz sicher nicht in der Welt. Wir sind den Mächten des Bösen einfach nicht gewachsen. Ich sehne mich nach der Ausgießung des Heiligen Geistes in meinem Leben. Und mehr als alles andere ersehne ich die Ausgießung des Heiligen Geistes in all seiner Fülle zur Vollendung des Werkes Gottes auf Erden, damit Jesus wiederkommen kann. Was wir am meisten und dringendsten brauchen, ist die Ausgießung des Heiligen Geistes. Wollt ihr gemeinsam mit mir und anderen Leitern und Mitgliedern unserer KUN S T W ERK

v o n

C o dy

J e n s e n

unsere Kirche die Gebetsinitiative „7-7-7“ ins Leben gerufen (www.revivalandreformation. org/777). Viele Tausende Siebenten-TagsAdventisten beteiligen sich an dieser Gebetsinitiative und erleben eine Erneuerung. Weitere Tausende beteiligen sich am Bibelleseplan „Erneuert durch sein Wort“ (www.erneuertdurchseinwort.de), bei dem täglich ein Kapitel der Bibel gelesen wird, sodass bis zur Generalkonferenz-Vollversammlung 2015 in San Antonio die ganze Bibel durchgelesen sein wird. Aus Brasilien wird berichtet, dass so viele Leute über Twitter ihre Erfahrungen mit dem Bibelleseplan berichteten, dass die Anzahl der diesbezüglichen Tweets landesweit an dritter Stelle lag. Überall auf der Welt finden Erweckungen statt. Der Heilige Geist wird auf Jugendgruppen ausgegossen, die Gott im Gebet suchen, sein Wort studieren und zu seiner Ehre ihren Glauben bezeugen. Es ist sehr ermutigend für mich, wenn ich junge Leute sehe, die sich ganz dem Werk Christi weihen. Auswirkungen von Erweckung und Reformation

Erweckung und Reformation führen immer dazu, dass wir unseren Glauben

bezeugen und die frohe Botschaft verkündigen. Es gibt keine echte Erweckung ohne eine erneuerte Leidenschaft für die Seelengewinnung. Wenn Gott etwas in uns tut, tut er auch etwas durch uns. Wie Petrus erklären wir: „Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.” (Apg 4,20) Mit Paulus rufen wir aus: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.” (Röm 1,16) Und mit Johannes bezeugen wir: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch.” (1 Joh 1,3) Alle großen Erweckungs- und Reformationsbewegungen der Geschichte gingen mit bedeutenden Zeiten der Evangelisation und der Mission einher. Das galt nicht nur für die Zeit des Neuen Testaments, sondern auch für die Reformationen im 16. Jahrhundert und später. Es traf auch auf die große Erweckungsbewegung (Great Awakening) in Nordamerika und in der Folge auf die Anfänge der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu. Ohne Erweckung und Reformation sind unsere Bemühungen, Zeugnis zu geben, kraftlos. Evangelisation ohne eine Erweckung bringt unzureichende Ergebnisse. Das Werk Gottes soll durch das Zusammenwirken himmlischer und menschlicher Helfer vollendet werden. Wenn Erweckung und Reformation nicht im Zeugnisgeben ihren Ausdruck finden, dauert es nicht lange, bis sie zum bloßen sentimentalen Gerede verkommen und schließlich ganz abebben. Jedes Gemeindeglied ist ein wunderbarer Missionar, von Gott berufen, seinen Glauben zu bezeugen. Verkündigung in den Städten

Seit einiger Zeit legt unsere Kirche einen besonderen Schwerpunkt auf die Arbeit in Großstädten. Unter dem Titel „Mission in den Großstädten“ sollen Millionen von Menschen in den etwa 650 größten Städten der Welt erreicht werden. Im vergangenen Jahr wurden in New York City im Rahmen einer Großevangelisation zeitgleich etwa 400 Evangelisationen gehalten. Pastoren und Gemeindeglieder aus aller Welt konnten in der Kraft Christi viel für unseren Herrn bewirken. Im RahFebruar 2014 | Adventist World

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B L I C K P U N K T

men dieser Großevangelisation wurden auch Hunderte von Gemeindegliedern ausgebildet, um entsprechend der Gaben, die sie von Gott erhalten haben, die frohe Botschaft zu bezeugen. Bis heute wurden durch die intensiven Bemühungen bereits mehr als 4700 Personen getauft. In vielen Städten überall auf der Welt finden zurzeit ähnliche Veranstaltungen mit ähnlichen Ergebnissen statt. Zehntausende werden getauft, und das ist erst der Anfang. In Verbindung mit der Mission in den Großstädten werden wir mit einem umfassenden Gesundheitsdienst nach dem Muster des Dienstes von Jesus beginnen.

Geschichten GLOW: Licht für unsere Welt GLOW – Licht in unsere Welt tragen – ist eine Missionsinitiative, die ihren Ursprung in den USA hat und sich nun auf weitere Divisionen unserer weltweiten Glaubensgemeinschaft ausweitet. Die Initiative beruht auf der Idee, dass Gemeindeglieder die kleinen GLOW-Hefte immer bei sich tragen und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit kostenlos weitergeben. Die Heftchen werden gegenwärtig in 29 Sprachen gedruckt. Hier sind zwei kurze Begebenheiten, die zeigen, wie durch GLOW Menschen berührt werden:

Wunderbare Ergebnisse

Gott tut so viel in unserer Kirche, dass ich manchmal überwältigt bin. Es ist so viel, dass ich gar nicht alles aufzählen kann. Zu den Projekten, die Gottes mächtiges Wirken bezeugen, gehört auch das Projekt „Der Große Kampf“, bei dem wir uns offiziell das Ziel gesteckt hatten, 50 Millionen Exemplare des gleichnamigen Buches von Ellen White zu verbreiten. Im Glauben hofften wir, dass es 100 Millionen Exemplare sein würden. Aber durch die Kraft und das Wirken Gottes haben wir – habt ihr – mehr als 140 Millionen Bücher Der große Kampf in verschiedenen Versionen verteilt. Gott sei für diese unglaubliche Ausweitung seines Werkes gepriesen. Diese Bücher werden von Millionen Menschen gelesen und einen großen Einfluss ausüben! Es gibt viel Ermutigendes in Gottes prophetischer Bewegung, die Christi baldige Wiederkunft erwartet! n 1 Ellen White definierte Erweckung und Reformation und deren Beziehung so: „Erweckung und Reformation sind zwei verschiedene Dinge. Erweckung bedeutet eine Erneuerung des geistlichen Lebens, eine Stärkung der Kräfte des Herzens und des Geistes, eine Auferstehung vom geistlichen Tod. Reformation bedeutet eine Reorganisation, eine Veränderung im Denken und in Ansichten, in Gewohn­ heiten und Praktiken. Eine Reformation wird nicht die Frucht der Gerechtigkeit hervorbringen, wenn sie nicht mit einer Erweckung durch den Geist verbunden ist.“ (Für die Gemeinde geschrieben, Bd. 1, S. 135 [rev.]) 2 Für die Gemeinde geschrieben, Bd. 1, S. 128 (rev.).

Ted N. C. Wilson ist

­ räsident der Weltkir­ P chenleitung der Sieben­ ten-Tags-Adventisten.

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Deutschland: In Berlin steckte ein junger Mann GLOW-Heftchen in Briefkästen – was in Deutschland legal ist – als er zu einem Briefkasten kam, der ein Vogelnest enthielt. Das Heftchen passte natürlich nicht hinein und so klopfte er an der Haustür und gab dem Hausbewohner das Heftchen direkt in die Hand. Der Mann sagte zu ihm, dass er über YouTube von Adventisten und dem Buch Der Große Kampf erfahren hatte, und als er das GLOW-Heftchen sah, erkannte er ein Bild von dem Buch auf der Rückseite. Dann fragte er ihn, ob er Adventist sei und bat um eine Ausgabe des Großen Kampfes. Zufällig hatte er eine dabei. Er gab sie dem Mann und lud ihn ein, eine bevorstehende Evangelisationsreihe in Berlin zu besuchen.

Karibik: Ein russischer Ad­ ventist – nennen wir ihn Anton – arbeitete mit einer Gruppe von Gesundheitsmissionaren auf einer karibischen Insel, wo sie Gesund­ heitschecks und Zahnbehandlun­ R i c a r d o C a m a c h o gen anboten. Die Einheimischen sprachen nur Spanisch und eine lokale Sprache. Anton legte einige spanische GLOW-Heftchen für die Patienten zum Mitnehmen aus. Einige kleine Kinder waren von den hellen Bildern auf den Heftchen fasziniert, warfen sie schließ­ lich jedoch weg, weil sie noch kein Spanisch verstanden. Später brachte einer der Zahnärzte des Teams einen Patienten zu Anton, der ein GLOW-Heftchen vom Boden aufgehoben hatte. Es handelte von biblischer Prophetie und dem Traum Nebukadnezars (Daniel 2). Er wollte mehr wissen und Anton konnte mit ihm daraufhin die Bibel studieren. Die Geschichten werden vom GLOW-Direktor der Zentralkalifornischen Vereinigung, Nelson Ernst, zusammengestellt. Mehr über GLOW gibt es im Internet unter sdaglow.org. GLOW-Berichte und -zeugnisse finden sich unter vimeo.com/user13970741.


Nimmt die

G E S U N D H E I T

Infektanfälligkeit im Alter zu?

Von Peter N. Landless und Allan R. Handysides Mein Mann ist über 80 und hat häufiger mit Erkältungen und Infektionen der Atemwege zu Gesundheitsparametern schnitt sie besser tun als früher. Habt ihr einen Rat, was wir tun können, um seine Gesundheit zu erhalten? ab. Die Gruppe mit den Nahrungsergänzungsmitteln lieferte nicht die gleichen it zunehmendem Alter funktioEs ist allgemein bekannt, dass ältere zufriedenstellenden Ergebnisse. Geld, das niert unser Immunsystem nicht Menschen oft nicht genügend auf ihre in täglich mindestens fünf Portionen mehr so gut wie in jüngeren Ernährung achten. Im Krankheitsfall Obst und Gemüse investiert wird, macht Jahren. Hinzu kommt, dass die Zahl der neigen sie dazu, sich ungünstig zu ernähsich für die Gesundheit viel mehr bezahlt Immunzellen abnimmt, die bei Infektiren, wodurch sich die Situation noch verals das, was für Nahrungsergänzungsmitonen in jungen Jahren gebildet wurden, schlechtert. tel ausgegeben wird. Farbige Gemüsesorund es für den Körper eine große AnstrenWenn wir älter werden, meinen wir ten wie Karotten, Kürbis, Kohl, Broccoli gung bedeuten kann, schnell genug schüt- manchmal, wir könnten uns eine gesunde und Rosenkohl zahlen sich für unsere zende Antikörper zu produzieren, um eine Ernährung nicht mehr leisten. Manche Gesundheit aus. Zu den nährstoffdichten Infektion abzuwehren. Ein Beispiel dafür kaufen sogar lieber Nahrungsergänzungs- Nahrungsmitteln gehört auch Vollgeist das Risiko, an einer Gürtelrose zu ermittel, doch das ist nicht die beste treide, das Zink, B-Vitamine, Eisen, Magkranken. Bei älteren Menschen, die bereits Lösung. Wir sollten auf eine Ernährung nesium, Selen und Ballaststoffe, enthält. Windpocken hatten und das Virus desmit Nahrungsmitteln achten, die eine Schon eine geringe Menge an Nüssen täghalb in sich tragen, besteht diese Gefahr hohe Nährstoffdichte aufweisen, also lich versorgt uns mit Omega-3-Fettsäubei nachlassender Immunität. auch genügend Vitalstoffe enthalten. Zu ren, Zink und Vitamin E. Paranüsse entEine Möglichkeit, die Immunität ihnen gehören zum Beispiel Zink, Selen, halten außerdem Selen. Während der gegen bestimmte Krankheitserreger aufVitamin C und E und die Carotinoide, Wintermonate kann in sonnenarmen zubauen, ist die Immunisierung. Sie die Krankheiten wie zum Beispiel LunRegionen allerdings eine Nahrungsergänwurde entdeckt, als man nachweisen genentzündung bekämpfen. zung mit Vitamin D angeraten sein, denn konnte, dass ein Impfstoff mit relativ Im September 2012 veröffentlichte die dieses spielt eine zentrale Rolle in der harmlosen Kuhpockenerregern vor den Zeitschrift der amerikanischen Geriatrie- Steuerung des Immunsystems. gefürchteten Pocken schützte. Als die gesellschaft einen interessanten Artikel. Du kannst deinem Mann am besten Impfung verfügbar wurde, nutzte auch In einer Studie mit 217 Personen zwihelfen, wenn du für eine gute Ernährung Ellen White sie für sich und ihre Familie. schen 65 und 85 Jahren wurde die Ausmit einer Vielfalt von gesunden, nährInzwischen sind die Pocken weltweit auswirkung der Ernährung auf die Infektistoffreichen Nahrungsmitteln sorgst. n gemerzt und viele andere ansteckende onsanfälligkeit untersucht. Dazu wurden Infektionen unter Kontrolle. nach dem Zufallsprinzip drei Gruppen Älteren Menschen raten wir generell, gebildet: Die erste Gruppe wurde drei diesem Risikofaktor durch eine Grippe­ Monate lang speziell nährstoffreich impfung Rechnung zu tragen; für manche ernährt; die zweite bekam zusätzlich zur wäre auch eine Impfung gegen Pneumonormalen Kost ein Nahrungsergänzungskokken empfehlenswert. Konkrete Ratmittel, um die gleichen Inhaltsstoffe zu schläge für die Behandlung deines Manerhalten wie die erste; die dritte Gruppe Peter N. Landless, Facharzt für Nuklearkardiologie, nes kann euch euer Arzt geben. erhielt zu ihrer normalen Diät ein Plaist Leiter der Gesundheitsabteilung der Generalkon­ Es ist jedoch wichtig, den Nutzen eines cebo. Das Ergebnis nach sechs Monaten ferenz der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring (Maryland, USA). aktiven, gesunden Lebensstils zu erkenwar, dass die Gruppe mit der nährstoffnen. Bewegung verbessert die Spannkraft reichen Ernährung wesentlich weniger Allan R. Handysides, Facharzt für Gynäkologie, ist und die Leistung der Atemmuskulatur, Infektionen und Arztbesuche aufwies als bis zu seiner kürzlichen Pensionierung Leiter der Ge­ was sehr wichtig für die Genesung ist. die Vergleichsgruppen. Auch bei anderen sundheitsabteilung der Generalkonferenz gewesen.

M

F OTO

VON

V i k t o r i a

L a z e r

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E L L E N

W H I T E

E N T D E C K E N

Eine

lebendige

Von Ellen G. White

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ährend die Welt das Mitgefühl, die Gebete und den Beistand des Volkes Gottes braucht und sie Christus im Leben seiner Nachfolger erkennen muss, benötigt das Volk Gottes Gelegenheiten, die sein Mitgefühl erfordern, seine Gebete wirksam machen und es ein Wesen nach dem göttlichen Vorbild entwickeln lassen. Um uns diese Gelegenheiten zu verschaffen, hat Gott Arme, Unglückliche, Kranke und Leidende unter uns gestellt. Sie sind Christi Vermächtnis an seine Gemeinde; sie sollen so versorgt werden, wie er für sie sorgen würde. So entfernt Gott die Schlacken und reinigt das Gold und lässt uns jene feine Bildung des Herzens und Wesens entwickeln, die wir so sehr benötigen. Der Herr könnte sein Werk auch ohne unsre Mithilfe voranbringen. Er ist nicht abhängig von unserm Geld, unsrer Zeit und Arbeit. Die Gemeinde ist aber in seinen Augen sehr wertvoll. Sie bewahrt seine Juwelen auf und umschließt seine Herde. Er sehnt sich danach, sie ohne Flecken, Runzeln oder dergleichen zu sehen. Mit großer Liebe verlangt es ihn nach ihr. Deshalb schenkt er uns die Gelegenheiten, für ihn zu wirken, und er nimmt unsre Bemühung als Zeichen unsrer Liebe und Treue entgegen. Dadurch, dass der Herr Arme und Leidende unter uns stellt, prüft er uns, damit offenbar werde, was in uns ist. Wir können nicht ungefährdet unseren Grundsätzen untreu werden, der Gerechtigkeit zuwiderhandeln und die Barmherzigkeit vernachlässigen. Sehen wir, wie ein Bruder zugrunde geht, sollen wir nicht auf der andern Straßenseite an ihm vorübergehen,

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Kraft

sondern sofort entschiedene Anstrengungen unternehmen, das Wort Gottes erfüllen und ihm helfen. Wir können nicht Gottes ausdrücklichen Anordnungen zuwiderhandeln, ohne dass das Ergebnis unsrer Arbeit ein kennzeichnendes Licht auf uns wirft. Es sollte in unserm Bewusstsein fest verankert und verwurzelt sein, dass alles, was in unserm Tun Gott entehrt, uns auch nicht fördern kann. Es sollte dem Gewissen wie mit eisernem Griffel in Fels eingeritzt sein, dass, wer Gnade, Mitleid und Gerechtigkeit geringschätzt, die Armen vernachlässigt, die Not der leidenden Menschen übersieht, unfreundlich und unhöflich ist, sich so aufführt, dass Gott an der Entwicklung seines Charakters nicht mitwirken kann. Die Verstandes- und Herzensbildung wird leichter erreicht, wenn wir ein so zartes Mitgefühl für andre empfinden, dass wir unsre Gaben und Vorzüge einsetzen, um ihre Nöte zu lindern. Wenn wir alles, was wir bekommen und festhalten können, für uns verwenden, so führt das zur Verarmung unsrer Seele. Aber denen, die das Werk verrichten, das Gott ihnen aufgetragen hat, stehen alle Eigenschaften Christi zur Verfügung. Unser Erlöser sendet seine Boten, um seinem Volk eine Botschaft zu überbringen. Er sagt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Offb 3,20) Aber viele weigern sich, ihn zu empfangen. Der Heilige Geist wartet darauf, Herzen zu bändigen und zu besänftigen; aber sie sind nicht willens, die Tür zu öff-

nen und den Heiland einzulassen, aus Furcht, er könnte etwas von ihnen fordern. Und deshalb geht Jesus von Nazareth vorbei. Er möchte ihnen die reichen Segnungen seiner Gnade verleihen, aber sie weigern sich, sie anzunehmen. Wie schrecklich ist es, Christus aus seinem eigenen Tempel auszuschließen! Welch einen Verlust stellt das für die Gemeinde dar! Gute Werke erfordern ein Opfer von uns, aber gerade dieses Opfer wirkt erzieherisch. Diese Verpflichtungen bringen Konflikte mit unsern natürlichen Gefühlen und Neigungen mit sich. Wenn wir sie aber erfüllen, so gewinnen wir Sieg um Sieg über unsre fehlerhaften Wesenszüge. Der Kampf geht ununterbrochen weiter, und so wachsen wir in der Gnade. Wir spiegeln dadurch das Bild Christi wider und sind bereit, einen Platz unter den Gesegneten im Reich Gottes einzunehmen. Weltliche und geistliche Segnungen werden die Menschen begleiten, die den Bedürftigen das mitteilen, was sie vom Meister bekommen. Jesus tat ein Wunder, um 5000 Menschen, eine müde, hungrige


Wir können nicht ungefährdet unseren Grundsätzen untreu werden, der Gerechtigkeit zuwiderhandeln und die Barmherzigkeit vernachlässigen.

Menge, zu speisen. Er wählte einen angenehmen Platz, an dem es sich die Menschen bequem machen konnten, und ließ sie sich lagern. Dann nahm er die fünf Brote und die zwei kleinen Fische. Sicher wurden viele Bemerkungen vorgebracht über die Unmöglichkeit, 5000 hungrige

Männer, dazu Frauen und Kinder, mit jenem dürftigen Vorrat zu sättigen. Aber Jesus dankte und gab den Jüngern die Nahrungsmittel in die Hände, damit sie sie verteilten. Sie gaben der Menge das Essen, das sich in ihren Händen vermehrte. Als die Menge satt geworden war, setzten sich die Jünger und aßen mit Christus von dem Vorrat, den der Himmel gegeben hatte. Das ist eine kostbare Lehre für jeden Nachfolger Christi. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst ist es, „die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal zu besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten“. (Jak 1,27) Unsere Gemeindeglieder benötigen dringend die Erkenntnis praktischer Frömmigkeit. Sie müssen Selbstverleugnung und Aufopferung üben und der Welt beweisen, dass sie Christus ähnlich sind. Daher soll der Dienst, den Christus von ihnen fordert, nicht durch Stellver­ treter getan werden, indem irgendeinem Ausschuss oder irgendeiner Anstalt die Last auferlegt wird, die sie selbst tragen sollten. Sie sollen in ihrem Wesen Christus ähnlich werden, indem sie von ihren

Mitteln, ihrer Zeit und ihrem Mitgefühl geben. Sie sollten sich persönlich anstrengen, um Kranken zu helfen, Sorgende zu trösten, Arme zu unterstützen, Verzweifelnde zu ermutigen, Seelen, die in Finsternis sind, Erkenntnis zu bringen, Sünder auf Christus hinzuweisen und den Menschen die Verbindlichkeit des Gesetzes Gottes nahezubringen. Die Menschen beobachten und beurteilen alle, die an die gegenwärtige Wahrheit zu glauben vorgeben. Sie beobachten sie, um festzustellen, ob der Christen Leben und Betragen Christus darstellt. Durch demütige und ernste Anteilnahme an der Arbeit, allen Gutes zu erweisen, wird Gottes Volk einen Einfluss ausüben, der in jeder Stadt, wo die Wahrheit verkündigt wird, Eindruck machen wird. Wenn jeder, der die Wahrheit kennt, diese Arbeit anpackt, wo sich Gelegenheit dazu bietet, indem er Tag für Tag in der Nachbarschaft kleine Liebesdienste verrichtet, wird Christus den Nachbarn vor Augen stehen. Die Heilsbotschaft wird als eine lebendige Macht enthüllt und nicht als schlau ersonnene Fabeln oder müßige Spekulationen. Sie wird sich als Wirklichkeit offenbaren und nicht als Ergebnis von Einbildung oder Schwärmerei. Das wird eine größere Wirkung ausüben als Ansprachen, Kundgebungen oder Glaubensbekenntnisse. n Dieser Artikel ist dem Buch Aus der Schatzkammer der Zeugnisse, Bd. 2, S. 447–450, entnommen. Siebenten-Tags-Adventisten sind der Überzeu­ gung, dass Ellen G. White (1827-1915) während ­ihres mehr als siebzigjährigen öffentlichen Wir­ kens die biblische Gabe der Prophetie ausübte.

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G L A U B E N S Ü B E R Z E U G U N G E N

Ü

ber christlichen beziehungsweise adventistischen Lebensstil zu schreiben ist gar nicht so einfach. Zumindest in der westlichen Industriegesellschaft. Wir legen so viel Wert auf unsere Individualität und Privatsphäre, dass wir meinen, zu unserem Lebensstil habe uns niemand etwas zu sagen oder zu schreiben.

Landminen

Es gibt Gemeinden, in denen das Thema Lebensstil auf die Kleidung reduziert wird, was nicht selten für Spannungen sorgt. Da gibt es wohlmeinende ältere Schwestern, die auf jüngere (oft noch nicht einmal getaufte) Mädchen zugehen, um sie darüber

bedeutet in diesem Zusammenhang der Aufruf des Apostels Paulus im Neuen Testament viel: „Brüder und Schwestern, weil Gott so viel Erbarmen mit euch gehabt hat, bitte und ermahne ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt euch Gott als lebendiges Opfer dar, ein Opfer völliger Hingabe, an dem er Freude hat. Das ist für euch der ‚vernunftgemäße‘ Gottesdienst. Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.“ (Röm 12,1–2 GNB) Gott möchte offensichtlich,

Radikale Begegnungen Von Frauke Gyuroka

NUMMER 22

Verändert durch die Erneuerung unseres Denkens

zu belehren, dass ihre Röcke zu kurz oder die Absätze zu hoch sind. Im besten Fall werden sie von den Betreffenden belächelt oder ignoriert, im schlimmsten Fall entsteht eine Feindseligkeit, die schließlich sogar zum Fernbleiben vom Gottesdienst führen kann. Andere vertreten vehement die Meinung, dass das Äußere für Gott keine Rolle spielt und es deshalb völlig egal ist, wie wir uns im Gottesdienst oder auch während der Woche kleiden. Essen und Trinken ist ein weiteres Gebiet, das zu Problemen zwischen Adventisten führen und in Gemeinden polarisierend wirken kann. Da gibt es „Liberale“ und „Konservative“, die ihre jeweilige Sicht für die einzig richtige – „allein seligmachende“ – und die Lebensweise der anderen für absolut verurteilungswürdig halten. Dadurch wird allzu oft der eigentliche Fokus unseres Glaubens aus den Augen verloren, die Atmosphäre in der Gemeinde getrübt und die Mission der Gemeinde überschattet oder völlig lahmgelegt. So sollte es nicht sein!

dass wir ein besonderes Leben führen, nach einem Maßstab, der sich von dem der breiten Masse unterscheidet. Der Maßstab sind biblische Prinzipien; das Vorbild ist Jesus selbst. Es geht um eine Veränderung unseres Denkens, damit uns bewusst wird, was Gott will und wir es dann auch gerne tun. Ist das langweilig und altmodisch? Für einen Menschen, den der Glaube nicht interessiert, vielleicht. Für einen erklärten Nachfolger Jesu jedoch ist es eine spannende Herausforderung. Wenn wir vom Wort Gottes überzeugt sind, sollen wir auch nach seinen Prinzipien leben. Doch unser Hauptproblem ist nicht ein theologisches. Unser Hauptproblem ist, uns die Zeit zu nehmen, um uns mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, damit es uns verändern kann. Wenn unser Alltag geprägt ist von Medien, Arbeit und Vergnügungen, kurz, den Anforderungen, die die (Um-) Welt an uns stellt, laufen wir Gefahr, auch den Lebensstil unserer Umwelt unbewusst immer stärker zu übernehmen. Diesem Kurs müssen wir bewusst entgegensteuern.

Das Lebensstilprinzip der Bibel

Was macht unseren Lebensstil christlich? Woran soll man erkennen können, dass wir Adventisten sind? Muss man das überhaupt erkennen? Ist ein christlicher Lebensstil gleichbedeutend mit einem altmodischen, langweiligen Leben, in dem alles verboten ist, was Spaß macht? An wem können wir uns orientieren? Mir

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Auf Jesus sehen

Das Neue Testament berichtet an vielen Stellen, wie sich das Leben der Menschen, die mit Jesus in Berührung kamen, veränderte. Immer wieder wird das an den Personen deutlich, die Jesus heilte, am deutlichsten wohl an dem Gerasener, den Jesus


aus der Gefangenschaft des Teufels befreite (vgl. Mk 5,1–20). Die radikale Begegnung mit Jesus veränderte alles – auch wie er sich kleidete (V. 15) und womit er seine Zeit verbrachte (V. 20). Auch an den Jüngern von Jesus lässt sich erkennen, wie sich ihr Leben durch die Gemeinschaft mit ihm veränderte. Aus selbstsüchtigen, ehrgeizigen Menschen, die nur ihren Vorteil suchten und sich nicht wirklich von ihren Zeitgenossen unterschieden, wurden durch den Einfluss Christi letztlich selbstlose, dienstbereite Männer, die bereit waren, alle ihre Mittel – Geld, Zeit, Gesundheit, Fähigkeiten – für Jesus einzusetzen, jedes Opfer für ihn zu bringen – und sogar dankbar dafür waren (vgl. Apg 5,41). Hier ist ihr – und unser – Geheimnis: Um einen christlichen Lebensstil zu entwickeln, ist es einfach unumgänglich, sich durch das Lesen der Bibel dem Einfluss des Heiligen Geistes – dem Stellvertreter Jesu – auszusetzen und zwar möglichst persönlich, möglichst praktisch – und möglichst täglich. Wenn ich zum Beispiel Johannes den Täufer und seinen einfachen Lebensstil vor meinem inneren Auge sehe (vgl. Mt 3,4), denke ich darüber nach, wie ich mit Gottes Hilfe Schlichtheit und Einfachheit in meinem Leben definieren kann. Wenn ich lese, dass Jesus und seine Jünger oft nicht genug Zeit zum Essen hatten (vgl. Mk 3,20; 6,31) und dass er oft keinen Platz hatte, wo er sich ausruhen konnte (vgl. Mt 8,20), stelle ich mir die Frage, ob es sein kann, dass Essen, Trinken und Wohnen in meinem konsumorientierten Leben manchmal nicht einen zu hohen Stellenwert haben und ob ich meine Zeit und mein Geld nicht besser – sprich mehr im Sinne Gottes – verwenden könnte. Jesus ist ein vollkommenes Vorbild für gottgewollte Ausgeglichenheit und Ausgewogenheit. Denn obwohl er so manches Mal

keine Zeit zum Essen hatte, bekommen wir doch nie den Eindruck, dass er gestresst war – für das, was ihm wichtig war, hatte er immer Zeit. Was er tat oder nicht tat, orientierte sich nicht am Zeitgeist, sondern daran, wozu er gekommen war (vgl. Joh 17,4). Er wollte Gott verherrlichen und Menschen retten – alles andere ordnete er dieser großen Leidenschaft unter; darüber vergaß er sich selbst; dafür gab er sein Leben – damit wir leben können. Wer diesem Jesus in seinem Wort begegnet, wird durch den Einfluss des Heiligen Geistes von innen heraus verändert. „Das bedeutet, dass seine Selbstsucht nicht länger die Vorherrschaft besitzt … Der Geist Gottes hat ihm die Dinge Christi in solch einem attraktiven Licht offenbart, dass seine Gewohnheiten und sein Verhalten sich verändern … Er freut sich an demselben wie Christus: Menschen erlöst zu sehen.“� Unsere Gesundheit, unser Äußeres, unser Besitz, unsere Freizeitbeschäftigung – all das wird dann kein Selbstzweck mehr sein, sondern dem großen Ziel unterstellt, Gott zu verherrlichen und Menschen für Jesus zu gewinnen. Das ist nicht altmodisch und schon gar nicht langweilig, sondern gibt eine Freude und Erfüllung, die bis in die Ewigkeit reichen. n 1 Ellen White, Advent Review and Sabbath Herald, 6. Oktober 1891; zitiert in Das Wirken des Heiligen Geistes, S. 167.

Frauke Gyuroka

lebt mit ihrer Familie in Graz. Sie übersetzt Adventist World ins Deutsche.

Christlicher W

ir sind berufen, ein gottes­ fürchtiges Volk zu sein, das in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Wortes Gottes denkt, fühlt und handelt. Damit der Heilige Geist in uns einen Christus ähnlichen Charakter ausprägen kann, beschäftigen wir uns bewusst mit dem, was in uns Reinheit, Gesundheit und Freude fördert. Frei­ zeitgestaltung und Unterhaltung sollen dem hohen Anspruch von Geschmack und Schönheit entsprechen, wie sie christlichem Glauben angemessen sind. Während wir durchaus kulturelle

Lebensstil

Unterschiede berücksichtigen, sind wir darauf bedacht, uns schlicht, an­ ständig und geschmackvoll zu kleiden; denn wahre Schönheit besteht nicht in Äußerlichkeiten, sondern in dem unver­ gänglichen Schmuck der Freundlichkeit und Herzensgüte. Das schließt auch ein, dass wir für unseren Leib, der ein Tempel des Heiligen Geistes ist, in ver­ nünftiger Weise Sorge tragen. Neben ausreichender körperlicher Bewegung und Ruhe wollen wir uns so gesund wie möglich ernähren und uns der Speisen enthalten, die in der Heiligen Schrift

als unrein bezeichnet werden. Weil wir uns nicht schaden wollen, enthalten wir uns auch alkoholischer Getränke, des Tabaks, jeglicher Drogen und lehnen den Missbrauch von Medikamenten ab. Stattdessen befassen wir uns mit dem, was unsere Gedanken und unseren Körper unter den Einfluss Christi stellt. Er wünscht uns Freude, Gesundheit und Wohlergehen. (Röm 12,1–2; 1 Joh 2,6; Eph 5,1–20; Phil 4,8; 2 Kor 10,5; 6,16–18; 7,1; 1 Ptr 3,1–4; 1 Kor 6,19–20; 10,31; 3 Mo 11; 3 Joh 2)

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T I T E LT H E M A

Warum der am

Von Sandra Blackmer

Dienst Nächsten wirklich zählt

Australische Missionsbewegung wird 20

D

ie Kunden in einem Friseurgeschäft in Lightning Ridge staunten nicht schlecht, als ein Mann in einem Clownskostüm hereinmarschierte und sich in den nächstbesten Stuhl fallen ließ. „Ich hätte gern eine Dauerwelle“, verkündete er; dabei wippten seine Locken in allen Regenbogenfarben über seinem leuchtend geschminkten Gesicht. Die Leute fingen an zu lachen und langsam konnte man den Gesichtern der Anwesenden, die schon länger in der für ihre schwarzen Opale bekannten Stadt lebten, ansehen, dass sie sich an etwas erinnern konnten. Jemand rief: „StormCo ist wieder da!“, und der Clown Crunchy wurde herzlich begrüßt. Hinter der Maske verbarg sich Chrys Martin, ein Teamleiter von StormCo und Mitglied der Avondale-Memorial-Adventgemeinde in Cooranbong im australischen Bundesstaat New South Wales. „Wir haben zu so vielen Menschen in der Stadt eine persönliche Beziehung aufgebaut, sodass sie darauf warten, dass wir wieder kommen – sie wollen, dass wir wieder kommen“, erklärt Martin. „Im Mittelpunkt der Mission von StormCo stehen die Stadt und die adventistischen Jugendlichen, die sich im Dienst für die Menschen, die hier leben, engagieren.“

Was ist StormCo?

StormCo steht für „Service to Others Really Matters Company“ (der Dienst am Mitmenschen zählt), ein Missionskonzept, das aus Australien stammt und aus einer Änderung ursprünglicher Pläne entstanden ist. Jerry Unser, ehemaliger Studierendenseelsorger der South-Queensland-Vereinigung, hatte eine Missionsreise nach Übersee für Studierende organisiert. Doch in letzter Minute fiel das Vorhaben ins Wasser. Das Team wollte aber

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unbedingt ein Abenteuer erleben, so Unser. Also rief er Pastoren in der Umgebung an, bis er einen fand, der die Gruppe einlud, im Haus seiner Gemeinde zu übernachten und in der kleinen Stadt nach Gelegenheiten zu suchen, etwas Nützliches zu tun. „Schließlich besuchten wir Schulen, hielten Kochkurse, besuchten die Kirchengemeinden vor Ort und verbrachten viel Zeit mit den Ureinwohnern der Stadt“, erklärt Unser. „Als wir wieder nach Hause kamen, konnten wir es kaum abwarten, den nächsten Missionseinsatz zu unternehmen.“ Heute, zwanzig Jahre später, ist das Programm immer noch erfolgreich. Adventgemeinden, adventistische Schulen und Vereinigungen in allen australischen Bundesländern und Neuseeland senden jedes Jahr StormCo-Teams zu sieben- bis zehntägigen Missionsreisen aus. Die Anzahl der Teams variiert von einem einzigen Team in einigen Vereinigungen bis zu zwanzig oder mehr in anderen. Inzwischen ist das Missionskonzept auch nach Kanada und Europa gelangt. „Manchmal mussten wir den Namen entsprechend der kulturellen Gegebenheiten ändern“, erklärt Unser, der inzwischen im Ruhestand ist. „In Rumänien läuft das Programm unter dem Namen „TinSerV“ (Dienst für dich). Ich habe erfahren, dass in einem Jahr bis zu 50 Teams aktiv waren.“ Nach den Worten von Unser beschreiben Bezeichnungen wie Programm, Organisation, Evangelisationsmethode oder auch Veranstaltung StormCo nicht treffend. Es ist vielmehr eine „einzigartige Mischung aus Abenteuer und gemeinnützigem Dienst, die zu einer weit verbreiteten Bewegung wurde“. „Mel Lemke, Leiter der Jugendabteilung in unserer Vereinigung, und David Jack, Leiter unserer Abteilung für Mission und von ADRA, wurden von der Idee angesteckt“, erklärt Unser weiF o t o

V o n

L a r r y

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Wie wird StormCo finanziert?

Um StormCo finanziell zu unterstützen, gewähren die meisten Vereinigungen in Australien einen Zuschuss von 1000 australischen Dollar (650 Euro) pro Reise und übernehmen die Kosten für die Versicherung. Außerdem gibt es Spendenaktionen in den Ortsgemeinden, und jeder Teilnehmer muss selbst etwas zu

L a r r y

ter. „Gemeinsam haben wir drei weitere Missionsreisen von Brisbane aus organisiert. Es hat nicht lange gedauert, bis einige der beteiligten Jugendlichen das Konzept mit nach Hause genommen haben. Es war und ist noch heute eine Basisbewegung. Wir haben einige Anleitungen und Ratschläge aufgeschrieben, aber eine offizielle Organisationsstruktur gibt es für StormCo nicht – abgesehen von den Ortsgemeinden, Schulen und Vereinigungen, die ihre eigenen Teams aussenden.“ Mit der Unterstützung des damaligen Leiters der Jugendabteilung der Südpazifischen Division, Gilbert Cangy – inzwischen Leiter der Jugendabteilung der Generalkonferenz –, schrieb Unser im Jahr 2000 das StormCo Guidebook, in dem die Grundlagen und Prinzipien des Programms dargelegt werden. Allerdings ahnten weder er noch Cangy, dass es so viele Jahre später immer noch Teams geben würde, die durch ihre Nachbarschaftshilfe gute Beziehungen zu den Menschen aufbauen. „StormCo ist ein fester Bestandteil der Jugendarbeit in Australien geworden“, erklärt Cangy. „Es ist ein großartiges Beispiel dafür, was Ellen White mit ihrem berühmten Satz meinte, dass allein die Vorgehensweise Christi Erfolg bringen werde. Für die Zukunft liegt die Herausforderung darin, dass die Brücken, die zu den Menschen gebaut werden, bewusst genutzt werden, damit das Reich Gottes wächst.“

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StormCo-Teammitglieder stehen mit Kindern aus ­Toomelah vor einer Kletterwand, welche die Jugend­ abteilung der New South Wales-Nordvereinigung für StormCo-Einsätze zur Verfügung stellt, um das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken.

StormCo-Teammitglied Emma Lea Lawrence spielt als Clown verkleidet während des Kinderklubs in Lightning Ridge mit einem Kind. den Kosten beisteuern. Auch Sach- und Lebensmittelspenden von den Gemeindegliedern spielen eine große Rolle dabei, die StormCo-Teams finanziell über Wasser zu halten. Einfach – aber effektiv

Die Arbeit von StormCo gründet sich auf zwei wesentliche Prinzipien. Erstens haben die Teams feste Orte, zu denen sie jedes Jahr fahren, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und gute Beziehungen aufzubauen. Zweitens haben die Teams keine Agenda. Sie kommen nicht mit einem fertigen Programm, sondern fragen die Verantwortlichen der jeweiligen Orte, welche Bedürfnisse es vor Ort gibt und wie StormCo sich einbringen kann. An einigen Orten, wie im 740 Kilometer südwestlich von Brisbane gelegenen Lightning Ridge, ist das ein Klub für Kinder. Um die Kinder einzuladen, ziehen Martin und einige andere Teammitglieder jeden Morgen als Clowns verkleidet durch den Ort. „Wir schauen beim Lebensmittelhändler und Bäcker vorbei und sagen ihnen und ihren Kunden Hallo“, sagt Martin. „Wenn Februar 2014 | Adventist World

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C h r y s

M a r t i n

wir Kinder treffen, geben wir ihnen einen Handzettel und laden sie zum Kinderklub ein. Die meisten Ladenbesitzer kennen uns inzwischen und wissen, was wir machen. Sie machen Mundpropaganda für uns und einige hängen auch unsere Plakate auf.“ Manchmal kommen selbst in einer Kleinstadt bis zu 50 Kinder. Sie lernen Lieder, schauen Puppenspiele an, machen bei biblischen Anspielen mit, basteln und spielen. Alle Aktivitäten haben eine biblisch-christliche Grundlage. „Als ich gesehen habe, in welch einer rauen Umgebung viele Kinder aufwachsen und wie grob sie miteinander umgehen, habe ich mich anfangs unwohl gefühlt“, sagt Kayla Sleight aus Cooranbong, die schon an fünf StormCo-Missionsreisen teilgenommen hat. „Aber wenn wir freundlich und liebevoll mit ihnen umgehen und Spaß miteinander haben, sehen wir auf einmal kleine Veränderungen in ihrem Verhalten. Das ist ein großartiges Gefühl!“ Joshua Page, Student am Avondale College, berichtet, dass er sechs Jahre mit StormCo nach Lightning Ridge gefahren ist wegen der „guten Erfahrungen, der engen Verbindung mit dem Team, der Möglichkeit zu dienen und einfach weil man sieht, was die Leute brauchen, und weil man das Gefühl hat, etwas tun zu können. Das bringt einen dazu, immer wieder hinzufahren.“ In Lightning Ridge betreuen die StormCo-Teammitglieder unter anderem während der Einsatzwochen jeden Morgen das Lokalradio. Sie bedienen die Geräte, machen Ankündigungen, lesen die Nachrichten und spielen christliche Musik. „Das macht großen Spaß“, sagt Nelson Eddy aus Euroa im australischen Bundesstaat Victoria. Er gehört seit sieben Jahren zum StormCo-Team für Lightning Ridge und leitet die Gruppe, die während ihres Aufenthalts das Morgenprogramm im Radio gestaltet. „Wie viele Prediger sehen auch wir den Erfolg unserer Arbeit nicht immer sofort, weil wir nur einmal im Jahr hierher kommen. Aber viele Leute erinnern sich an uns, besonders die Kinder. Wir haben zu den Leuten hier eine enge Beziehung aufgebaut.“ Eddy hat erlebt, dass sich auch seine eigene Einstellung anderen Menschen und der Mission gegenüber geändert hat. Er sagt: „Wenn man sein vertrautes Umfeld verlässt und hierher kommt, bekommt man eine ganz andere Sichtweise von der Welt.“ Die Manager des Lokalradios, Bevan und Ann Brown, freuen sich auf die alljährlichen Besuche des StormCo-Teams. „Die jungen Leute drücken sich sehr gut aus; sie arbeiten positiv mit und wir bekommen positive Hörerreaktionen“, sagt Ann. „Ab und zu hatten wir Probleme mit dem Computer, bei denen uns Nelson geholfen hat. Wir könnten ihn hier öfter brauchen.“ An den Nachmittagen krempeln die Teammitglieder ihre Ärmel hoch und leisten gemeinnützige Arbeit wie Unkraut

Puppenspiele, Anspiele zu biblischen Ge­ schichten und Singen gehören zum Programm des Kinderklubs in Gen Innes, im australischen Bundesstaat New South Wales.

StormCo-Teammitglied Luke Vaughan hilft in der Radiostation von Lightning Ridge.

Im Mittelpunkt der Arbeit von StormCo in Toomelah stehen die Kinder.

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Des Vaughan, ein freiwilliger Helfer, bei einem Arbeitseinsatz. Er gräbt Unkraut vor der Begegnungsstätte in Lightning Ridge aus. jäten, Holz hacken, Maler- und Reparaturarbeiten und Auf­ räumaktionen. „Einmal haben wir einen neuen Wassertank für die katholische Kirche bezahlt, weil der alte undicht war“, erinnert sich Martin. „Bei StormCo gibt es keine Mauern oder Schranken. Uns geht es darum, den Menschen zu dienen.“ Das merken die Menschen, die hier leben. Beulah James, eine Adventistin in Lightning Ridge, sagt, dass sie immer wieder hört, wie die Leute die Arbeit und den Einsatz der StormCo-Teams loben. Sie sagt: „Eine Frau, deren beiden Töchter jedes Jahr zum Kinderklub gehen, hat mir erzählt, dass die Mädchen vor lauter Freude immer schon ganz aufgeregt sind, wenn StormCo wiederkommt. Sie selbst war auch so glücklich. Sie hat mir gesagt: ‚Meine Mädchen haben Jesus kennengelernt und singen Lieder von Jesus. Es ist so schön, zuhause zu hören, wie sie singen.‘ StormCo hat hier einen guten Namen.“ Dienst an „schwierigen“ Orten

Etwa 385 Kilometer östlich von Lightning Ridge liegt Toomelah, ein 300-Seelen-Dorf, das von Aborigines, den australischen Ureinwohnern, bewohnt wird. Dort wirken Trudy und Jeff Chilcott mit ihrem StormCo-Team seit 14 Jahren einmal im Jahr für eine Woche. Zwar hat sich die gesundheitliche und soziale Situation der Aborigines in Australien allgemein merklich verbessert, dennoch ist das Leben in den von den Ureinwohnern bewohnten Gebieten oft immer noch ein Kampf. Besonders in den ländlichen Gebieten gehören die Aborigines zu den Ärmsten der australischen Gesellschaft. Ihre Arbeitslosenrate ist fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung; sie haben eine geringere Bildung und eine niedrigere Lebenserwartung.�

Toomelah ist da keine Ausnahme. Versuche der Regierung und anderer Organisationen, den Lebensstil der Einwohner von Toomelah zu ändern, sind allgemein auf Skepsis und Ablehnung gestoßen. Bei StormCo ist es anders. „Wir werden wie Familienmitglieder aufgenommen. Die Einwohner schützen und respektieren uns – und wir lieben sie“, sagt Trudy. Das StormCo-Team in Toomelah, das aus etwa 20 Schülern und Studenten besteht, setzt sich vornehmlich in der Arbeit für Kinder, Jugendliche und junge Mütter ein. Morgens führen sie einen christlich orientierten Kinderklub durch und nachmittags gehen sie mit den Kindern fischen oder sammeln Feuerholz. Sie sprechen mit den jungen Müttern über Hygiene und Ernährung, machen Handarbeiten mit ihnen und reden über Möglichkeiten, mit persönlichen Herausforderungen umzugehen. Trudy sagt: „Ich erkläre den jungen Frauen, dass sie sich selbst einen hohen Wert beimessen sollen; dass andere sie nicht wertschätzen werden, wenn sie es nicht selbst tun. Solche und ähnliche einfache Einsichten vermittle ich ihnen.“ Abends organisiert das Team im Gemeinschaftsraum des Dorfes gesellige Zusammenkünfte für Jugendliche ab 13. „Wir spielen hauptsächlich ganz einfache, altmodische Gruppenspiele, damit sich alle besser kennenlernen“, erklärt Jeff. „Freitagabends machen wir ein Lagerfeuer und einige Jugendliche, die wir vorher gefragt haben, geben ein Glaubenszeugnis. Für einen jungen Menschen ist es wirklich etwas sehr Bewegendes, zu Gleichaltrigen über das zu reden, was Gott für ihn getan hat.“ Was StormCo in einem Ort wie Toomelah bewirkt, ist nicht die Ummodelung der Kultur oder der Menschen, sondern das Aufbauen von Beziehungen, die Hoffnung und Orientierung geben. Dazu sagt Trudy: „Wir sehen kleine Veränderungen, für die wir dankbar sind. Wenn wir ankommen, zeigen uns die jungen Mütter stolz ihre Babys, sauber, gepflegt und sorgfältig gewickelt. Auch um die größeren Kinder kümmern sich die Leute besser, und sie achten mehr auf ihre Ernährung.“ Einmal fragte Trudy eine Dorfälteste, ob ihr Veränderungen aufgefallen seien. Diese Frau, so Trudy, „war völlig aus dem Häuschen, wie ich überhaupt solch eine Frage stellen konnte, weil sie der Überzeugung ist, dass das, was wir mit den Jugendlichen tun, ihr Leben verändert“. Adam Bailey kommt aus Melbourne und gehört seit 2008 zu dem StormCo-Team, das in Toomelah tätig ist. Er sagt, dass sich die Arbeit nicht nur positiv auf das Leben der Kinder auswirkt, sondern dass auch er persönlich durch die Erfahrung gewachsen ist. „Man kommt mit der fast arroganten Einstellung, dass man ihre Welt verändern wird, aber was wir selbst von ihnen lernen und die Zuneigung, die wir empfangen, sind viel größer“, sagt er. „Wir zeigen ihnen nur, dass wir sie schätzen und sie uns am Herzen liegen.“ Als Stefanie Gaassen 2005 an ihrem ersten StormCo-Einsatz in Toomelah teilnahm, zog es sie zu der Arbeit mit den kleinen Kindern, und sie half beim morgendlichen Kinderklub mit. Später wechselte sie zu den Spieleabenden für die Jugendlichen. Sie sagt: „Ich habe die Kinder zu Teenagern heranwachsen sehen. Februar 2014 | Adventist World

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Die Leiter des StormCo-Teams in Toomelah, Trudy und Jeff Chilcott, mit zwei Kindern aus dem Ort. Einige von ihnen haben inzwischen selbst Babys, andere studieren. Ich ermutige sie, dran zu bleiben und etwas Positives aus ihrem Leben zu machen.“ Stefanie ist inzwischen verheiratet und auch ihr Mann, Paul, gehört zum StormCo-Team. Am Anfang ihrer Freundschaft und bei seinem ersten StormCo-Einsatz war Paul noch kein Adventist. Doch er beschreibt die Erfahrung dieses Missionseinsatzes als Wendepunkt in seinem Leben. Sie führte dazu, dass er Jesus als seinen Erlöser annahm und sich taufen ließ. „Ich hatte so etwas noch nie gemacht; es war eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich“, erklärt er. „Ich finde es toll, dass ich anderen helfen und sehen kann, was unsere Arbeit bewirkt und nebenbei auch mehr über die einheimische Kultur lerne.“ Stefanie und Paul studieren am Avondale-College und wollen Lehrer werden. Das Geheimnis des Erfolgs von StormCo liegt laut Jeff Chilcott darin, dass sie sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren. Sie trafen sich mit den Stadtverantwortlichen und hörten sich an, welche Hilfe ihrer Ansicht nach notwendig war und welche Aktivitäten sie sich vom StormCo-Team wünschen würden. Das war Chilcott zufolge „die Wende. Sie waren so daran gewöhnt, dass die Leute zu ihnen kamen und ihnen sagten, was sie brauchten. Und das ist das Großartige an dem ganzen Programm – ein anderer Ansatz, der ihre Einstellung völlig veränderte. Wir haben keine Agenda und keine Erwartungen. Wir bauen Beziehungen auf.“ Positive Auswirkungen auch auf Teammitglieder

Doch die StormCo-Teammitglieder entwickeln nicht nur zu den Menschen, für die sie sich einsetzen, gute Beziehungen; sie wachsen auch untereinander eng zusammen und erneuern ihre

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Beziehung zu Gott. Jeff Parker, Leiter der Jugendabteilung der New South Wales-Nordvereinigung, berichtet, dass die Einsätze das Leben vieler Jugendlicher verändert haben. So auch das Leben eines Studenten, für den ein StormCo-Einsatz seiner eigenen Aussage zufolge die Entscheidung brachte. „Er sagte: ‚Wenn es das ist, was das Christsein ausmacht, dann will ich dazugehören‘“, erzählt Parker. „Er kam nicht aus einer christlichen Familie, aber jetzt ist er Lehrer an einer unserer adventistischen Schulen. Und solche Geschichten könnte ich viele erzählen.“ Auch die Chilcotts betonen den positiven Einfluss, den die Arbeit von StormCo auf die Teammitglieder hat. „StormCo hilft unseren Jugendlichen, starke Führungspersönlichkeiten zu werden, Entscheidungen für Gott zu treffen, ihre Mitmenschen bewusster wahrzunehmen und sich der Gaben und Fähigkeiten bewusst zu werden, die sie von Gott empfangen haben“, sagt Trudy. „Sie nehmen ihre Erfahrungen mit in ihre Gemeinden und setzen sich auch dort aktiv in führenden Rollen in der Gemeindearbeit ein. Die Einsätze mit StormCo haben auch Einfluss auf ihre Berufswahl. Ich weiß zumindest von einem jungen Mann, der beschlossen hat, Pastor zu werden.“ Und Jeff fügt hinzu: „Anderen zu dienen hilft den Jugendlichen, nicht so selbstbezogen zu leben, sondern auch auf ihre Mitmenschen zu achten.“ Martin drückt es noch deutlicher aus: „Unsere Kinder werden für die Ewigkeit gerettet.“ „So viele Jugendliche entfernen sich allmählich von Gott und der Gemeinde“, erklärt er weiter, „aber durch StormCo werden sie von der Leidenschaft ergriffen, Gott und ihren Mitmenschen zu dienen. Sie engagieren sich in der Gemeinde. Sie sind begeistert von Christus und ihrem Glauben, und sie haben keine Angst aufzustehen und sich dazu zu bekennen. Ich bin überzeugt davon, dass StormCo ein Geschenk von Gott ist.“ Und Chrys fügt hinzu, dass zwar nicht jeder vor Leuten stehen und predigen kann, aber dass jeder seinen Mitmenschen helfen kann: „Alle können ihr Christsein in ihrer Umgebung ausleben und ausstrahlen. Und wenn die Leute ihnen Fragen stellen, können sie ihnen von Jesus erzählen.“ Zum Schluss erklärt er: „Bei StormCo geht es darum, dort, wo wir leben, Christen zu sein. Das ist es, worum es beim Christsein überhaupt geht.“ n Wer mehr über StormCo erfahren möchte, kann eine E-Mail an jerry@unser.com.au oder stormCo@exemail.com.au schreiben. Internetseite: stormco.adventistconnect.org. 1 Wikipedia.

Sandra Blackmer gehört zum Redaktions­ team von Adventist World.


S O N D E RT H E M A

Für Gesundheit und

Hoffnung

Von Sandra Blackmer

A u s t r a l i a n

R e d

C r o ss / Al i c e

C r o wl e y

Sanitarium – ein vielseitiger Nahrungsmittelproduzent

Auf Initiative von Sanitarium Health and Wellbeing teilen etwa 1200 Helfer an jedem Schultag Frühstück an 5000 bedürftige Kinder aus.

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er Nahrungsmittelproduzent Sanitarium Health and Wellbeing ist Hersteller der in Australien und Neuseeland meistverkauften Frühstücksflocken Weet-Bix. Er ist weit über die Landesgrenzen für seine gesunden vegetarischen Nahrungsmittel bekannt. Sanitarium wurde 1898 in Melbourne (Australien) vom Bäcker Edward Halsey gegründet, der damals Australiens erstes Fertigmüsli herstellte und es von Tür zu Tür verkaufte. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 1700 Mitarbeiter in sechs Produktionsstätten, davon zwei in Australien und zwei in Neuseeland. Weniger bekannt ist, wie stark sich Sanitarium in der Gesellschaft engagiert, entsprechend seiner Vision, in seiner unmittelbaren Umgebung und darüber hinaus „einen wirklich glücklichen und gesunden Lebensstil anzuregen, zu för-

dern und zu ermöglichen“. Die Abteilung für gesunde Nahrungsmittel der Südpazifischen Division, zu der Sanitarium gehört, hat sich zum Ziel gesetzt, „Hoffnung auf ein besseres Leben“ zu vermitteln. Dieses Ziel verfolgt sie ganzheitlich durch eine Reihe von Unternehmen wie zum Beispiel dem Gesundheitszentrum Sanctuary, einem vegetarischen Café, Frühstücksausgabe für bedürftige Kinder, einem jährlichen Kinder-Triathlon, einem Firmen-Gesundheitsservice, einem Lebensstil-Interventions-Programm, Nachhaltigkeitsinitiativen zum Umweltschutz und der Unterstützung von sozialen Projekten in Übersee. Das Gesundheitszentrum ­Sanctuary

Im strategisch am Darling Harbor in Pyrmont, im australischen Bundesstaat

New South Wales gelegenen Gesundheitszentrum Sanctuary kümmert sich ein Team von 16 Fachleuten und Helfern mit einem ganzheitlichen Ansatz um die Bedürfnisse der Menschen. Zum Team gehören unter anderem drei praktische Ärzte, ein Physiotherapeut, ein klinischer Psychologe, ein Podologe (Fußheilkundler), ein Bewegungsphysiologe, ein Diätologe, ein Masseur und ein Seelsorger. Die Gesundheitsfachleute kümmern sich um akute medizinische Probleme, schwere chronische Erkrankungen, Frauengesundheit, Kinderkrankheiten und erledigen kleinere Operationen. Außerdem erfahren die Menschen Hilfe im Bereich der seelischen Gesundheit, bei Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen und erhalten Ernährungsinformationen und Gesundheitserziehung. Sanctuary wurde 2010 gegründet; Cathy McDonald, Geschäftsführerin von Sanitarium’s Health and Wellbeing Services, zufolge ist die Institution auf Erfolgsund Wachstumskurs. „Das Sanctuary in Pyrmont ist unsere erste Gesundheitsinstitution dieser Art, aber wir planen 15 bis 20 Institutionen in ganz Australien und Neuseeland“, erklärt McDonald. „Das Konzept hinter Sanctuary entspricht dem Gedanken in Johannes 10,10: ‚Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen‘ und dem Rat Ellen Whites, kleine ‚Einflusszentren‘� in den Städten zu gründen, die ihr ‚Licht leuchten‘� lassen und eine ‚Tür der Hoffnung‘1 öffnen. Sie sprach davon, Kochkurse abzuhalten, ärztliche Dienste sowie Massagen und ähnliches anzubieten. Sanctuary wurde nach ihrem Rat konzipiert.“ Februar 2014 | Adventist World

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Jackson. „Daraus leiteten wir unsere Vision für die Zukunft ab und entwickelten unsere Philosophien. Wir bleiben uns und unserem Auftrag treu, statt uns nach heutigen Trends zu richten. Das Schöne daran ist allerdings, dass unsere Gesundheitsprinzipien heute tatsächlich im Trend liegen.“ Auf der Speisekarte und einem großen, gut sichtbar angebrachten Plakat im Café wird auf die Verbindung zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und die von der Mitbegründerin Ellen White vertretenen Gesundheitsprinzipien hingewiesen. Frühstückklubs für einen guten Start

Studien belegen, dass eines von vier Kindern in Australien regelmäßig kein Frühstück isst, eine Zahl, die in Regionen mit sozial benachteiligter Bevölkerung noch höher liegt. Dieser Missstand beschränkt sich nicht auf diese Region, dennoch hat Sanitarium begonnen, in Zusammenarbeit mit dem Australischen Roten Kreuz etwas dagegen zu unternehmen. Es wurden so genannte Frühstückklubs für einen guten Start (Good Start Breakfast Clubs) gegründet, durch den Sanitarium bisher bereits 4,7 Millionen Portionen Müsli und Sojamilchprodukte gespendet hat. Jeden Schultag verteilen zirka 1200 ehrenamtliche Helfer Frühstück an 5000 Kinder in Gebieten, in denen die Not besonders groß ist. Dadurch helfen sie mit, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig eine gesunde Ernährung für eine gute schulische Leistung der Kinder ist. „Das Rote Kreuz hat uns vor etwa zehn Jahren auf das Problem aufmerksam gemacht, dass die Kinder ohne Frühstück zur Schule gingen“, sagt Julie Praestiin, Sanitariums Managerin für Unternehmenskommunikation. „Wir nahmen uns vor: Das darf es in Australien nicht geben. Inzwischen verteilen wir 750.000 Mahlzeiten im Jahr. Zuletzt haben wir auch Unterstützungsangebote von öffentlichen Stellen bekommen, die sich an dem Programm beteiligen wollen.“ In Neuseeland hat Sanitarium unter dem Namen KickStart ein ähnliches Programm ins Leben gerufen, bei dem etwa 2,7 Millionen Frühstücke im Jahr ausgeteilt werden.

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Kitchen ist ein Café im Herzen von Brisbane, in dem Frühstück und Mittagessen mit einer Vielzahl gesunder, vegetarischer Menüs angeboten und serviert werden. Die Mahlzeiten werden mit heimischen, organisch-biologisch angebauten Produkten meisterhaft zubereitet und ziehen immer mehr Menschen an – vorwiegend junge Erwachsene –, die sich zunehmend gesundheits- und umweltbewusst ernähren wollen. Auch der freundliche Service lässt sie häufig wieder kommen. „Wir achten bewusst darauf, unsere Kunden mit Namen anzusprechen. Das gehört zu unserer Philosophie“, erklärt Anca Popovac´au, die Managerin. „Wir merken uns auch, was unsere Stammkunden immer essen. Das schätzen sie sehr.“ Popovac´au ist voll des Lobes für ihr 12-köpfiges Mitarbeiterteam, zu dem auch Chefkoch Steve Warden-Hutton gehört, der seit fünf Jahren für Kitchen kocht. „Steve ist unglaublich talentiert“, sagt Popovac´au. „Die Gerichte, die er kreiert, bringen die Vielfalt und den Geschmack der vollwertigen Nahrungsmittel wunderbar zur Geltung. Unsere Kunden sind begeistert.“ Bestätigt wird Popovac´aus Lob durch den Anstieg der Kundenzahl um 26 Prozent innerhalb eines Jahres und durch einen Beliebtheitsgrad von 92 Prozent auf der Restaurant-Bewertungs-App UrbanSpoon. Vegetarische Gaststätten sind nichts Neues für Sanitarium. Die erste wurde bereits 1902 eröffnet. Weitere folgten in ganz Australien und Neuseeland. In den 1980er-Jahren führten Veränderungen am Markt dazu, dass Sanitarium seine Cafés und Reformgeschäfte schloss. Kitchen ist also eine Neuauflage eines „alten“ Modells. Das neue Konzept hatte seinen Ursprung im Jahr 2000, als das Managementteam von Sanitarium unter der Leitung von Geschäftsführer Kevin Jackson zusammenkam und sich die Frage stellte: „In welche Richtung wollen wir mit unserer Organisation gehen? Wie soll sie in der Zukunft aussehen und wie gewinnen wir Menschen, die den Weg mit uns gehen?“ „Wir haben uns die Geschichte unserer Kirche angesehen – woher wir kommen, was unsere Aufgabe ist und warum Ellen White die Dinge sagte, die sie sagte“, erklärt

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Kitchen Sanitarium

Kinder TRYathlon

Seit über 20 Jahren organisiert Sanitarium einen Kinder-Triathlon – den WeetBix Kids TRYathlon –, um körperliche Bewegung unter den 7–15-Jährigen zu fördern. Die Veranstaltung ist ein Beitrag zur Bekämpfung wachsender Gesundheitsprobleme wie Übergewicht und Diabetes bei Kindern und soll das Selbstbewusstsein der Kinder und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken. Der TRYathlon findet zwischen Januar und Juni an 11 Austragungsorten in Australien und 13 in Neuseeland statt. Im Jahr 2013 wurde ein Weltrekord aufgestellt, als sich 36.500 Kinder an dem Ereignis beteiligten. „Übergewicht und Bewegungsmangel sind nach wie vor große Probleme unter den australischen Kindern“, erklärt der nationale Repräsentant für TRYathlon, Brett Lee. „Ich glaube, die Kinder zu motivieren, sich an einem Wettlauf zu beteiligen, bei dem sie für ihre Teilnahme belohnt werden … ist Teil der Lösung.“ Gesundheitsservice für Firmen: Vitality Works

Vitality Works unterstützt Organisationen und Industriebetriebe in Australien und Neuseeland in der Gesundheitsförderung und Prävention. So wird die Gesundheit der Mitarbeiter verbessert und die Firmen spa-


L a r ry

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Links: Mit dem jährlichen Kindertriathlon „TRYathlon“ fördert Sanitarium die Be­ wegungsfreudigkeit von Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren.

Links: Chefkoch Steve Warden-Hutton kocht seit fünf Jahren für „Kitchen“. Seine schmackhaften, gesunden Gerichte bringen dem Café Stammkunden. Oben: Managerin Anca Popova´cau mit einem Kunden in dem vegetarischen Café und Restaurant „Kitchen“, im Herzen von Brisbane. ren sich durch Arbeitsunfähigkeit entstehende Kosten. Die Erfolge sind messbar. „Zu Beginn bieten wir persönliche Gesundheitschecks an, damit die Beschäftigten sehen können, wo ihre Probleme liegen; dann liefern wir ihnen ein individuell auf sie zugeschnittenes Programm“, erklärt McDonald. „Dieses Angebot gibt es erst seit drei Jahren, aber es läuft bereits sehr erfolgreich. Mit Vitality Works bringen wir unsere Philosophie zu den vielbeschäftigten Leuten, damit sie am Arbeitsplatz einen praktischen Nutzen davon haben. Jetzt haben wir landesweit ein Profil gewonnen und dadurch einen Zugang zu einigen der entlegensten Gebiete Australiens erhalten.“ CHIP

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Südpazifischen Division erwarb die Rechte an dem erfolgreichen und effektiven Maßnahmenplan zur Verbesserung des Lebensstils, den der kalifornische Mediziner Hans Diehl 1988 unter dem Namen Coronary Health Improvement Plan (kurz CHIP, Plan zur Verbesserung Koronar[Herz]gesundheit) entwickelt hatte, sowie das ebenfalls von Diehl gegründete Lifestyle Medicine Institute (LMI;

Medizinisches-Lebensstil-Institut). Heute steht CHIP für Complete Health Improvement Program (Programm zur umfassenden Verbesserung der Gesundheit), weil es eine wichtige Rolle bei der Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten spielt. Mit der Unterstützung der Sanitarium Health and Wellbeing Company wurde das Programm neu gestartet; die Verwaltung und Bereitstellung des Programms liegt weiterhin beim LMI. „Die Partnerschaft besteht nicht nur zwischen dem Medizinischen-LebensstilInstitut und der Kirche der SiebentenTags-Adventisten; auch andere Institutionen leisten einen wichtigen Beitrag, wie zum Beispiel unser Verlag (Signs Publishing Company), unser Medienzentrum (Adventist Media Network) und die Ortsgemeinden, die das Programm interessierten Mitbürgern anbieten“, erklärt Anja Sussmann, Managerin für die Entwicklung medizinischer Dienste bei dem Institut. „Unsere Aufgabe besteht darin, das kaufmännische, marketing- und ernährungsspezifische Knowhow zur Neuentwicklung des Programms zu liefern.“ Dazu gehört neben einer neuen Aufmachung für das professionell erstellte Material auch eine größere Betonung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche die gesundheitsfördernden Ergebnisse von CHIP unterstützen. „Artikel über Studienergebnisse von CHIP sind in prestigeträchtigen Fachzeitschriften wie American Journal of Cardiology und British Medical Journal Open zur Veröffentlichung angenommen worden“, so Sussmann. „Sie belegen in relativ kurzer Zeit einen bedeutenden Rückgang der Risikofaktoren für chronische Erkrankungen und der Krankheitskosten. Hans Diehl bleibt weiterhin einer der Hauptverantwortlichen für das Gesundheitsprogramm in den USA, Australien und Neuseeland. Unterstützt wird er von Darren Morton, einem promovierten Bewegungsphysiologen, und Dr. med. Andrea Avery, einer Internistin, die an der Universität von Kalifornien Medizin unterrichtet. Umweltbewusst und sozial

Die Ansicht, dass wir für unsere Umwelt verantwortlich sind, weil sie ein

„geschaffenes Geschenk“ ist, wirkt sich darauf aus, wie Sanitarium geführt wird. Im Jahr 2006 wurde ein Umweltmanagement-System eingesetzt, um Gelegenheiten zur Optimierung der ökologischen Effizienz zu finden und Risiken zu minimieren. Durch umweltfreundliche Verpackungen werden negative Auswirkungen auf die Umwelt deutlich verringert. Bis 2015 hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, keinen Verpackungsmüll für Mülldeponien mehr zu produzieren. Man verwendet umweltfreundlichere Energiequellen und strebt eine Reduzierung der CO2-Emissionen an. Im Juli 2011 hat Kitchen Sanitarium für die Minimierung umweltschädlicher Einflüsse und die Verwendung organisch-biologisch und fair angebauter Produkte der Region die Urkunde „Green Table Australia“ erhalten. Die von Sanitarium erzeugten Nahrungsmittel sind zudem gentechnikfrei. Darüber hinaus engagiert sich Sanitarium auch sozial. Durch ADRA-Australien wird zum Beispiel in Kambodscha und Thailand Katastrophenhilfe geleistet oder Bildungs- und Kinderbetreuungsprogramme unterstützt. „Wir sind ganz bewusst auf die Leute zugegangen und haben unsere Botschaft für sie relevant und angemessen gemacht“, sagt Praestiin. „Wir kapseln uns nicht ab, sondern gehen zu den Menschen und sagen ihnen, wer wir sind und wofür wir stehen. Dann hoffen wir, dass sie gemeinsam mit uns den Weg zu einem wahrhaft gesunden, glücklichen Lebensstil gehen.“ Unter www.sanitarium.com.au oder www.sanitarium.co.nz könnt ihr mehr über Sanitarium Health and Wellbeing (der ehemaligen Sanitarium Health Food Company) erfahren. n 1 Ellen G. White, The Health Food Ministry (Washington, D.C.: Ellen G. White Publications, 1970), S. 12.15. 2 Ebenda, S. 89. 3 Ebenda, S. 56. 4 TRY bedeutet „versuchen, ausprobieren“, so wird durch den Namen zum Mitmachen ermutigt [Anm. d. Übers.].

Sandra Blackmer

gehört zum Redaktions­ team von Adventist World.

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Adventgeschichte erzählt S Ü D L ICHE S - Af r i K a - I n d i S CHER - OZ e a n - D i v i s i o n

spuren Von Michael Sokupa

Auf den

C e n t e r f o r A d v e n t i s t R e s e a r c h

Die

C e nt e r f o r Adventist Research

der

Missionare

Siebenten-Tags-Adventisten in der Südliches-Afrika-Indischer-Ozean-Division bauen auf einem soliden Fundament

D

as Gedenken an 150 Jahre Adventismus als organisierte Bewegung bietet eine gute Gelegenheit, über den Beginn der Mission im südlichen Afrika, insbesondere über den Beitrag adventistischer Missionare, zu reflektieren.

Die ersten Missionare im südlichen Afrika

Im Juli 1887 trafen zwei Missionarsfamilien – C. L. Boyd und D. A. Robinson mit ihren Familien – in Südafrika ein. Am 18. Juni 1887 lernte Ellen White die Familien auf deren Weg nach Südafrika in Moss (Norwegen) kennen. Sie schrieb ihnen folgendes: „Liebe Brüder auf eurem Weg in ein weit entferntes Arbeitsgebiet: Ich wollte gern mit euch reden, doch ich habe es nicht gewagt, denn ich hatte den Eindruck, dass ich nicht die Kraft hatte, in einer persönlichen Unterredung über irgendein Thema angemessen sprechen zu können.“1 In ihrem Zeugnis „Counsels to Missionaries en Route to Africa“ (Ratschläge für Missionare auf dem Weg nach Afrika) schrieb sie weiter: „Die Arbeiter sollten sich nicht absondern, sondern in allem, was das Werk Gottes betrifft, zusammenarbeiten.“2 Sie warnte die Missionare davor, sich von einzelnen Personen beeinflussen zu lassen und Unterschiede aufgrund von Rassenzugehörigkeit oder sozioökonomi-

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schem Status zu machen. Weiter schrieb sie: „Es wird gut situierte Männer geben, die etwas von dem Wesen des Werkes [der Evangeliumsverkündigung] erkennen, aber nicht den Mut aufbringen werden, das Kreuz auf sich zu nehmen und die Vorhaltungen zu ertragen, die mit einer unpopulären Botschaft verbunden sind. Erreicht wenn möglich zuerst die höheren gesellschaftlichen Schichten, aber vernachlässigt nicht die niedrigeren.“3 Außerdem gab sie Ratschläge über die Vorgehensweisen, die die Missionare anwenden sollten. Ganz oben auf der Liste stand das gedruckte Wort. Welche Rolle die Literatur spielte, wurde erkannt, als der adventistische Grubenarbeiter William Hunt adventistische Literatur an Pieter Wessels und George Van Druten weitergab. Die erste Adventgemeinde wurde in Beaconsfield, Kimberley, von C. L. Boyd organisiert. Noch bevor Ellen White die Missionare davor gewarnt hatte, sich durch Status, Reichtum oder Rasse beeinflussen zu lassen, waren interessanterweise schon Menschen, die reich waren und zur gehobenen Gesellschaftsschicht gehörten, durch eigenes Bibelstudium auf die Sabbatwahrheit gestoßen. Auch Pieter Wessels und George Van Druten fanden durch ihr persönliches Bibelstudium den Sabbat. Als auf einem Stück Land, das Wessels bewirtschaftete,

m i t

Die ersten Missionare (im Uhrzeiger­ sinn): C. L. Boyd und seine Frau L. G. Boyd, hier mit Maud Sisley Boyd abgebildet, halfen bei der Gründung einer der ersten Adventgemeinden in Afrika. H. M. Sparrow und seine Frau lebten fünf Monate in einem Planwagen. A. T. Robinson, auf dem Foto mit seiner Frau und seiner Tochter, half dabei, ein Grundstück von Cecil Rhodes für die Solusi-Mission zu kaufen.

Diamanten entdeckt wurden, steuerte sein Vater Mittel zur Förderung der Adventmission bei. Gemeinsam mit A. T. Robinson suchte Pieter Wessels Cecil Rhodes, den Premierminister der damaligen Kapkolonie, auf und bat um ein Stück Land, auf dem später die Solusi-Mission entstand. Das Werk beginnt zu wachsen

Im Jahr 1894 ließen sich die Missionare G. B. Tripp, H. M. Sparrow und W. H. Anderson mit ihren Familien unter unsicheren politischen Verhältnissen in Südrhodesien, dem heutigen Simbabwe, nieder und bauten eine Missionsstation auf. Rassenunruhen zwangen sie, nach Bulawayo zu fliehen; fünf Monate lebten die drei Familien in einem Planwagen.

f a lls n i c h t a n d e r s a n g e g e b e n , a ll e f o t o s f r e u n d l i c h e r e r l a u b n i s d e s Ell e n G . W h i t e Es t a t e .


Ellen White nahm im Juni 1887 an einem Campmeeting in Moss (Norwegen) teil. Dort traf sie die Familien Boyd und Robinson, die gerade auf dem Weg nach Afrika waren. Ihre darauffolgenden Briefe wurden schließlich im Buch Testimonies to Southern Africa zusammengestellt.

William H. Anderson und seine Frau Nora dienten knapp 50 Jahre in verschiedenen Ländern Afrikas.

Im Jahr 1902 wurde Land von den Siebenten-Tags-Baptisten in Nyasaland, dem heutigen Malawi, gekauft. Die Missionsstation, zunächst unter dem Namen Plainsfield bekannt, wurde später in Malamulo umbenannt. Die ersten Missionare in Nyasaland waren Joseph Booth und Thomas H. Branch. Im Jahr 1905 überquerte W. H. Anderson den Sambesi und gründete die Rusangu-Mission in Sambia. Heute ist Sambia die Region mit dem schnellsten Gemeindewachstum in der SüdlichesAfrika-Indischer-Ozean-Division. In Zusammenarbeit mit dem Missionsarzt S. H. Kretschmar begann Anderson 1919 mit der Arbeit in Bachuanaland, im heutigen Botswana. Kretschmar gründete ein Krankenhaus in Kanye. Im Jahr 1922 reiste Anderson nach Südwestafrika, dem heutigen Namibia, um die Möglichkeiten für Missionsstationen in dem Gebiet zu erkunden. Die Einreise nach Ovamboland wurde ihm verweigert, sodass er nach Windhuk zurückkehren musste, um eine Genehmigung zur Durchreise nach Angola zu erhalten. Nachdem er zwei Monate lang in einem kleinen, von einem Esel gezogenen Planwagen unterwegs war, kam er schließlich in Bongo an. Im darauffolgenden Jahr wählte er, unterstützt von T. M. French und J. D. Baker, einen Standort für die Bongo-Missionsstation. Erste Arbeitsweisen

Anderson leistete einen bedeutenden Beitrag zur frühen Entwicklung der Kirche

im südlichen Afrika, indem er seine Arbeitsmethoden dokumentierte. Als er beobachtete, dass einheimische Evangelisten nur zweiwöchige Vortragsreihen hielten, bestand er auf längeren Evangelisationen. Er berichtete, dass zum Beispiel in Lower Gwelo (Simbabwe) nach den ersten zwei Wochen erst zwei Personen eine Entscheidung für Christus getroffen hatten. Nach der dritten Woche waren es 15 weitere und noch einmal 38 Personen nach vier Wochen. Während der Evangelisation notierte er, dass sich 84 Personen einer damals so bezeichneten Klasse für „Zuhörer“ oder „Probekandidaten“ anschlossen. In dieser Klasse wurden frisch Bekehrte bis zu zwei Jahre lang unterwiesen. Wenn sie gewissenhaft waren, wurden sie danach in die Gemeinde aufgenommen.4 Anderson empfahl: „Wenn ein Mann ins Missionsgebiet geht, muss er die Menschen lieben, wenn er sie gewinnen will. Wenn er keine Liebe hat, braucht er gar nicht erst zu gehen … Liebe ist die Grundlage für jede Missionsarbeit.“5 Im Jahr 1946 berichtete Anderson, dass er nach einem Plan arbeitete, der jedem der Evangelisten, die mit ihm zusammenarbeiteten, einen bestimmten Bezirk zuwies. Von jedem Mitarbeiter wurde erwartet, jede Familie in dem ihm zugewiesenen Bezirk täglich zu besuchen. Anderson merkte an, dass die Afrikaner zwar oft nicht zu den öffentlichen Versammlungen kamen, in der Regel jedoch niemanden abwiesen, der zu ihnen nach Hause kam.6

Was das politische Engagement der Missionare anging, schloss Anderson jede Einmischung kategorisch aus. Er betonte, dass man den Menschen zunächst den richtigen Weg zeigen müsse, bevor man ein Urteil über ein System fällen sollte. Sein Vorbild in dieser Angelegenheit war Jesus, dem es immer in erster Linie darum ging, die Menschen zu bessern und nicht die zur damaligen Zeit im Römischen Reich existierenden sozialen und politischen Missstände zu ändern.7 Eine solide Grundlage

Obwohl Ellen White nie einen Fuß auf den afrikanischen Kontinent gesetzt hat, wird ihr intensives Interesse an dem dortigen Werk an den Ratschlägen deutlich, die sie den dort wirkenden Missionaren schriftlich mitteilte. Das umfassende missionarische Wirken von W. H. Anderson ist ein Beispiel dafür, wie Missionare in den ersten Jahren gearbeitet haben. Von diesen bescheidenen Anfängen mit den einfachen Methoden ausgehend hat Gott in seiner Vorsehung für sein Werk in diesem Teil der Welt gesorgt. Heute hat die Südliches-Afrika-Indischer-Ozean-Division der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten drei Millionen Gemeindeglieder. n 1 Ellen G. White, Testimonies to Southern Africa, Südafrikanischer Verband der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Kapstadt, 1977, S. 7. 2 Ebenda, S. 8. 3 Ebd, S. 10. 4 W. H. Anderson: „Frontier Evangelistic Methods“, Ministry, April 1940. 5 W. H. Anderson: „Missionary Problems Considered“, Ministry, Oktober 1933. 6 W. H. Anderson: „Work Among African Natives“, Ministry, Juli 1946. 7 W. H. Anderson: „Veteran Missionary Answers Questions“, Ministry, September 1935.

Michael Sokupa ist Leiter

des Ellen-White-Forschungs­ instituts am Helderberg Col­ lege in Kapstadt (Südafrika) und unterrichtet dort auch Neues Testament.

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F R A G E N

Z U R

B I B E L

Voll bis zum Was ist der Becher des Herrn?

Rand

Der Becher des Herrn ist eine Metapher für buchstäbliche Becher, die in der Antike verwendet wurden, um daraus zu trinken oder seine Feinde zu vergiften. In den meisten Fällen war das gemeinsame Trinken aus einem Becher ein Ausdruck der Gemeinschaft und des Wohlwollens. 1. Gottes Segensbecher: Gott bereitete dem Psalmisten ein Mahl, bei dem dieser ausrief: „Mein Becher fließt über.“ (Psalm 23,5 EB) Die Aussage bezieht sich wahrscheinlich auf den Überfluss an Segen, den er von Gott empfing. Tatsächlich gibt es einen „Heilsbecher“, der Gottes Vorkehrungen zur Erlösung der Gerechten enthält. (Ps 116,13 EB) Die Israeliten verkündeten wahrscheinlich die Erlösung durch Gott während eines Gemeinschaftsmahles im Tempel, bei dem sie in der Gegenwart Gottes aus dem Becher des Herrn tranken. Die Verbindung zwischen dem Becher und dem Segen Gottes führte den Psalmisten dazu, die Becher mit dem gleichzusetzen, von dem alle Segnungen fließen (Ps 16,5 EB). Ein Gebrauchsgegenstand, der täglich in Verwendung war, um Wasser und Saft – Manifestationen des Segens Gottes – aufzunehmen, erinnert daran, dass Gott ständig Segen und Rettung für sein Volk bereithält. In diesem Sinne wurde jeder Becher in Israel zum „Becher des Herrn“. 2. Der Becher des Zornes Gottes: Das Gegenteil des Heilsbechers ist der „Becher seines [Gottes] Zornes“. (Jes 51,17) An manchen Stellen wird lediglich der Begriff Becher verwendet, gefolgt von den negativen Folgen, die es hat, daraus zu trinken (Jer 49,12; Kla 4,21; Hes 23,31–33). Dieser Becher befindet sich in der Hand Gottes (Jer 25,17–18) oder in seiner rechten Hand (Hab 2,16). Welche Auswirkungen das Trinken aus diesem Becher hat, wird mit dem Verhalten eines Betrunkenen veranschaulicht; sie gehen aber weit darüber hinaus: „Damit sie … taumeln und sich wie toll aufführen“ (Jer 25,16 EB); sie ziehen ihre Kleidung aus, ein Symbol für große Schande (Kla 4,21); sie müssen erbrechen und stürzen so, dass sie nicht mehr aufstehen können (Jer 25,27). Der Becher des Zornes Gottes wird zum Symbol seines endgültigen Vollstreckungsgerichts gegen die Gottlosen. Er ist ein Becher „des Grauens und Entsetzens“ (Hes 23,33), der „Spott und Hohn“ mit sich bringt (V. 32). Für die

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Gottlosen ist „Glutwind … ihres Bechers Anteil“, „Feuer und Schwefel“ regnet auf sie nieder (Ps 11,6 EB). Sowohl die Sünder in Samaria und Juda als auch alle Nationen der Erde müssen ihn trinken (Hes 23,31–33; Jer 25,17–26 EB). Aus dem Becher des Zornes Gottes zu trinken ist ein Symbol für universelles Gericht. 3. Ursprung und Bedeutung der Metapher: Warum verwendete Gott als Symbol für sein Gerichtsurteil gegen die Sünde einen Becher? Vielleicht finden wir die Antwort im Ablauf des Rituals oder der Tortur, die eine Frau durchmachen musste, die von ihrem Mann des Ehebruchs verdächtigt wurde (4 Mo 5,11– 31). Wenn es keine Beweise gab, die den Verdacht erhärteten, wurde sie zum Priester gebracht, der einen Trank in einem Becher bereitete und ihr zu trinken gab. Durch das Trinken aus dem Becher deckte Gott ihre Schuld oder Unschuld auf. Gott allein kannte die Wahrheit, und durch das, was geschah, wenn die Frau aus dem Becher trank, deckte er sie auf. Was den Becher des Zornes Gottes betrifft, sind diejenigen, die daraus trinken, bereits schuldig und empfangen dadurch, dass sie daraus trinken, Gottes Urteil gegen sie. Der Becher ist nicht das Mittel, um zu bestimmen, wer schuldig oder nicht schuldig ist; er ist ein Symbol für Gottes universelles Vollstreckungsgericht gegen die Schuldigen. Der Becher enthält das Urteil Gottes über die Gottlosen. Er ist in Gottes Hand; er gibt ihn den Gottlosen und gebietet ihnen, daraus zu trinken (Jer 25,15). Sie müssen daraus trinken, sollen es zugleich aber freiwillig tun. Wenn sie sich weigern, werden sie aufgefordert: „Ihr müsst trinken!“ (V 28) Irgendwie werden sie überzeugt zu trinken! Als Jesus Gottes Gericht gegen die Sünde auf sich nahm, trank er den Becher oder Kelch des Zornes Gottes (Mt 26,39). Damit machte er es uns möglich, aus dem Heilsbecher des neuen Bundes zu trinken (V. 27–28). Er nahm unsere Strafe auf sich, damit wir uns an seinem Heil erfreuen können. Daran erinnern wir uns ganz besonders beim Abendmahl. n

Angel Manuel Rodríguez war Direktor des Biblischen Forschungsinstituts (BRI) der Generalkonferenz, bevor er in den Ruhestand ging, den er in Texas (USA) verbringt.


B I B E L S T U D I U M

Sardes: Lehren für

Von Mark A. Finley

die Endzeit

S

ardes, die Hauptstadt des antiken Königreichs Lydien, erlebte unter der Herrschaft von König Krösus seine Blüte. Einige Historiker berichten, dass Krösus seinerzeit der reichste Mann der Welt war. Grundlage für den Wohlstand der Stadt waren vor allem die reichen Edelmetallvorkommen in den Flüssen. Es heißt, dass die ersten Goldmünzen, die in Kleinasien geprägt wurden, aus Sardes stammten. In der Stadt gab es einen belebten Marktplatz, reich verzierte Tempel, ein großzügig angelegtes Gesundheitszentrum, große Häuser und eine beeindruckende Architektur. Offensichtlich gab es in der Zeit, als Johannes die Offenbarung verfasste, eine kleine Gruppe von Christen in Sardes. Inmitten des Materialismus und des Überflusses, die in Sardes herrschten, war es schwer, Christus entschieden nachzufolgen. Die Botschaft, die Johannes an die Gemeinde in Sardes schickte, hat für uns, die wir in der letzten Zeit leben und auf die Wiederkunft Christi warten, ebenfalls große Bedeutung.

1 Wie stellt sich Christus in Offenbarung 3,1 der Gemeinde in Sardes vor? Warum verwendet er die Symbole der „sieben Geister Gottes“ und der „sieben Sterne“? Die Zahl Sieben steht in der Offenbarung immer für Vollkommenheit. Es kommen zum Beispiel sieben Gemeinden, sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Sterne, sieben Engel und natürlich der Sabbat, der siebte Tag, als Siegel Gottes, vor. In unserem Abschnitt symbolisieren die sieben Sterne den vollkommenen Dienst der Engel an den sieben Gemeinden; die sieben Geister stehen für den vollkommenen Dienst des Heiligen Geistes (Offb 1,20). Der Heilige Geist und die Engel nehmen unsichtbar Einfluss auf die Herzen der Menschen, offenbaren Wahrheit und schlagen die Mächte des Bösen zurück, um Gottes Kinder zu Recht und Wahrheit zu führen. Sie sind Zeugen unserer Entscheidungen im kosmischen Konflikt zwischen Gut und Böse.

2 Wie beschreibt Christus in Offenbarung 3,1 den geistlichen Zustand der Gemeinde in Sardes? Woran leidet sie? Auffallend ist die Ähnlichkeit zu den Christen in Ephesus und Laodizea. In Sardes hatte man den Eindruck, dass die Christen geistlich lebendig waren; in Wirklichkeit jedoch waren sie tot. In Ephesus hatten sie die erste Liebe verloren und in Laodizea waren sie lauwarm, ohne eine lebendige, innige Beziehung zu Jesus zu haben. In allen drei Fällen herrschte eine äußere Form von Frömmigkeit ohne tiefe, beständige Gemeinschaft mit Jesus. Vor dieser Herausforderung standen und stehen Christen zu

allen Zeiten: echt und authentisch zu sein, Jesus ganz entschieden nachzufolgen. Äußere Formen der Frömmigkeit können schnell zu einem Ersatz für echten Herzensglauben werden.

3 Welches Heilmittel verordnet Christus in Offenbarung 3,2–3 für das geistliche Leiden der Christen in Sardes? 4 Was sagen Matthäus 24,42–44; 26,38–41; Markus 14,34–38 und Lukas 21,34–36 darüber aus, was es bedeutet zu wachen? Jesus hat den Ausdruck „wachen“ häufig verwendet, um eine Haltung der Wachsamkeit zu beschreiben mit dem Ziel, nicht die kostbare Beziehung zu Jesus zu verlieren. Diese Haltung wird in enger Verbindung mit einer stillen Zeit des Gebets und Nachsinnens genannt. In der Hektik unserer Zeit erinnert uns Jesus daran, uns genügend Zeit und Ruhe zu nehmen, um auf seine Stimme zu hören.

5 Vergleiche Christi Rat in Offenbarung 3,2–3 mit dem in Matthäus 24,42–44. Welche Ähnlichkeiten kannst du erkennen? Was können Menschen, die auf die Wiederkunft Christi warten, aus Offenbarung 3,3 lernen? 6 Woran sollten die Christen laut Offenbarung 3,3 denken? Warum ist das so wichtig? 7

Gab es in Sardes Christen, die treu geblieben waren? Wie werden sie in Offenbarung 3,4 beschrieben? Vergleiche die Beschreibung mit Offenbarung 3,18 und 19,7–9. Was stellen die weißen Kleider dar? Die Sprache, die in der Botschaft an die Gemeinde in Sardes verwendet wird, ist eine „Wiederkunftssprache“. Natürlich wendet sich die Botschaft – der ernste Aufruf, Gott inmitten von Wohlstand, Materialismus, Irrlehren und Abfall treu zu bleiben – an die Gemeinde zu allen Zeiten. Aber für Gottes Gemeinde in der Gegenwart gibt es noch eine weitere wichtige Botschaft in diesem Abschnitt. Das ist die Botschaft, völlig in der Liebe Christi aufzugehen, mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet, von seiner Güte erfüllt und durch seine Gnade errettet zu sein. Der „tote Glaube“, dem die meisten Christen in Sardes anhingen, reicht nicht aus. Nur ein lebendiger Glaube an Christus, der sich völlig auf seine Gerechtigkeit verlässt, wird in der letzten großen Krise bestehen können. n Februar 2014 | Adventist World

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Leserbriefe Die Wahrheit finden

Ich habe Ted N.C. Wilsons Artikel „Die Wahrheit finden“ und andere Artikel in der Novemberausgabe 2013 von Adventist World gelesen. Sie waren eine wunderbare Lektüre für meine Morgenandacht. Wilsons Artikel hat in mir die Dringlichkeit erneuert, meinen Glauben weiterhin zu bezeugen. Gott segne euch als Leiter unserer Kirche und auch alle Gemeindeglieder. Möge er uns nach seiner Verheißung bis zum Ende „vor dem Fallen“ bewahren. John Nwakanma Nigeria

oder vor ihm weglaufen.“ Wie einfach und beziehungsorientiert ist das ausgedrückt! Der Rest des Artikels beschreibt die Dinge verständlich und einprägsam. Danke für die Veröffentlichung! Ich freue mich schon auf weitere Artikel vom gleichen Autor. Ich möchte auch meine Dankbarkeit für die Artikel über unsere Gründer und Missionare zum Ausdruck bringen (siehe die monatliche Rubrik „Die Adventgeschichte erzählt“). Es ist gut, von unserer Geschichte und den Opfern zu lesen, die Einzelne und Familien gebracht haben, um die Gute Nachricht zu verkündigen, und davon zu lernen. Danke für die großartige Zeitschrift. Ich lese sie immer von vorne bis hinten durch. Anne Campbell Oregon, USA

Die Erfüllung aller Träume

Joseph Olstads Artikel „Die Erfüllung aller Träume“ (November 2013) gehört zu den besten Artikeln, die ich je gelesen habe. Olstad hat ein komplexes und manchmal verwirrendes Thema sehr klar auf den Punkt gebracht. Er schrieb: „Er [Christus] muss einfach kommen und zuschauen: die Menschen werden entweder zu ihm hin-

Dankw

sein Exemplar von Adventist World aus, fotokopierten, vervielfältigten und verDas teilten den Artikel, von Wunder um die Geschichte von diesem Wunder Gottes zu verbreiten. Vor kurzem haben wir jedoch entdeckt, dass die früheren Ausgaben im Internet [www.AdventistWorld.org] archiviert sind und wir den Artikel an wen wir wollen in Farbe versenden können. Gelobt sei Gott! In der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden wir sagen können, dass Gott allein der König aller Könige und Herr aller Herren ist. Sein Name ist über allen Namen. Ihm sei Lob, Preis und Ehre! Alfredo T. Suzuki São Paulo, Brasilien D i e i n t e r n a t i o n a l e Z e i t s c h r i f t f ü r S i e b e n t e n - Ta g s - A d v e n t i s t e n

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Glück und Zufriedenheit oder Zweifel?

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Gemeinsamer

Dienst

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Geisterfülltes

Leben

Im Internet

Ende 2011 wurden wir durch die Bemerkung eines Sabbatschulgesprächsleiters auf Ryoko Suzukis Artikel „Das Wunder von Hiroshima“ (August 2011) aufmerksam. Der Gesprächsleiter ist ein Freund von uns, der in Cary, im US-amerikanischen Bundesstaat North Carolina lebt. Wir liehen uns

Dankbarkeit

In Dankbarkeit für alles, was Gott für mich getan hat, gebe ich ein kurzes Zeugnis, damit alle Leser den wahren Gott, Jahwe, erkennen, ihm dienen und anderen etwas von den kostbaren Schätzen seines Reiches weitergeben können.

ANLIEGEN

Ich brauche Hilfe, um mein Studium abschließen zu können. Ich besuchte Lehrveranstaltungen, wann immer ich konnte, und lebte allein durch den Glauben. Ich habe kein Geld, aber ich hoffe, dass ich meine Ausbildung schnell beenden und meine Schulden zurückzahlen kann. Mein Wunsch ist es, in Gottes Werk mitzuarbeiten. Sowohl meine künftige Ehefrau als

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Adventist World | Februar 2014

auch ich suchen nach einer Arbeitsstelle. Wir brauchen eure Gebete. Ich weiß, dass Gott uns helfen wird (Spr 16, 1–3). Asa, Kenia Mein Mann und ich sind aktive Adventisten. Wir haben immer noch Probleme mit unserer Familie, die nicht christlich ist. Wir werden angegriffen; das kann nur das

Wirken Satans sein, vor dem uns der Himmel bewahren möge. Bitte betet für uns. Lyuba, Bulgarien Mein Sohn ist krank, nachdem er schon fast gestorben war – drei Jahre lang hing er an Schläuchen zur Beatmung und Ernährung. Bittet betet für ihn. Tresford, Südafrika


Dank und Bitte

Ich bin ein adventistischer Student und lese mit großer Freude, wie Gott seine Gemeinde gebraucht, um den Menschen überall auf der Welt durch Adventist World und ähnliche Zeitschriften zu helfen. Danke für diese Zeitschrift. Möge Gott eure Arbeit weiter segnen! Bitte betet für mich und meine Schwester. Wir studieren beide und haben finanzielle Probleme. Unsere Eltern haben eine kleine Farm und haben große Schwierigkeiten, unsere Studiengebühren zu zahlen. Abraham Kemboi Kenia

Wer in aller

Advent is t Wor ld

Frühjahrssitzung Frühjahrssitzung Frühjahrssitzung 17. April 2012 17. April 2012 17. April 2012

GK-Vollversammlung GK-Vollversammlung GK-Vollversammlung Juli 2015 Juli 2015 Juli 2015

Gemeinsam die Bibel durchlesen Kirche Kirche der der Siebenten-Tags-Adventisten Siebenten-Tags-Adventisten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Leserbriefe bitte an letters@adventistworld.org schicken. Bitte

klar und zum Punkt schreiben; höchstens 250 Wörter. Titel des Artikels, Ausgabe und Seitenzahl angeben; Namen und Wohnort (Stadt und Land) nicht vergessen. Redaktionelle Bearbeitung (Kürzung und Präzisierung) vorbehalten. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden.

Welt ist das?

LÖSUNG: Hein und Melissa Myburgh, vorgestellt im Artikel „Zwei Herzen, eine Mission“ (Juli 2012, http://issuu.com/adventistworldmagazine/docs/aw-german2012-1007/1?e=2948086/3482221), die das Missionsprojekt Mukuyu Outreach in Südsambia leiten. Am 6. Mai dieses Jahres durften sie ein neues Familienmitglied begrüßen: Tochter Inge wurde geboren. Das Missionsprojekt Mukuyu Outreach, ein Mitglied von Outpost Centers International, unterstützt bedürftige Menschen durch Ausbildung und humanitäre Hilfe (www.mukuyu.org).

Als ich zu Christus fand, war ich körperlich, moralisch und finanziell am Ende. Doch als ich die Bibel las, wurden meine Gedanken zum Licht geführt. Besonders dankbar bin ich für die geistliche Hilfe, die ich durch einen gläubigen Menschen erhalten habe, der mir den Charakter Christi widergespiegelt hat. Durch das Studium der Bibel und der Schriften von Ellen White sowie das Lesen von Adventist World ist mein Leben nicht mehr voller Krankheit und Kummer, sondern ich habe Frieden und Gesundheit im Überfluss. Vielen Dank! Tchamda Belmond Duval Yaoundé, Kamerun

www.erneuertdurchseinwort.de

www.revivalandreformation.org www.revivalandreformation.org www.revivalandreformation.org

Erneuert durch sein Wort Eine gemeinsame Entdeckungsreise durch die Bibel Gott spricht durch sein Wort zu uns. Schließe dich bibel­ gläubigen Menschen in mehr als 180 Ländern an, die jeden Tag ein Kapitel in der Bibel lesen. Informationen erhältst du unter www.erneuertdurchseinwort.de/category/allgemein/. Auf dieser Website kannst du dich auch anmelden, um das Kapitel für den jeweiligen Tag per E-Mail zugeschickt zu bekommen. Wenn du mitmachen willst, dann beginne am: 1. März 2014 mit Jesaja 5

Ich benötige Fürbitte, damit ich meine Süchte überwinden kann, die ich seit 18 Jahren habe. Nyakundi, Kenia Ich brauche eure Gebete ganz dringend. Ich möchte, dass Gott meinem erwachsenen Sohn auf barmherzige Weise die Augen öffnet, so dass er seinen wahren

Zustand erkennt und sieht, dass er einen Erlöser braucht. Ich brauche auch Hilfe in meiner derzeitigen finanziellen Lage und einen geistlichen und emotionalen Beistand. Danke. Joanne, USA

Gebetsanliegen sowie Lob und Dank für erhörte Gebete bitte an prayer@adventistworld.org schicken. Anliegen bitte kurz und präzise formulieren, höchstens 50 Wörter. Kürzung und Präzi­ sierung vorbehalten. Nicht alle Anliegen werden veröffentlicht. Bitte Namen und Land nicht vergessen. Gebetsanliegen können auch gefaxt oder per Post geschickt werden. Fax: 1-301-6806638. Postanschrift: Adventist World, 12501 Old Columbia Pike, Silver Spring, MD 20904-6600 USA

Bitte betet für mich. Gott segne euch! Claudia, USA Februar 2014 | Adventist World

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LESERFORUM

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©

Ell e n

G .

W h i t e

Es t a t e

vor

jahren

… taufte der adventistische Pionier John N. Loughborough die ersten Siebenten-Tags-Adventisten in England. Am 8. Februar 1880 ließen sich sechs Menschen in Southampton taufen. Die Taufe war das Ergebnis eines Aufrufes der Generalkonferenz auf den Seiten des Advent Review and Sabbath Herald wonach 100.000 US-Dollar gesammelt werden sollten, damit die Arbeit in Großbritannien vorangebracht werden könne. Maud Sisley, die in der Schweiz gewirkte hatte, arbeitete ab 1879 mit Loughborough als Bibellehrerin und Buchevangelistin zusammen. Bald wurde eine Sabbatschulgruppe mit 17 Mitgliedern gegründet. In jenem Sommer kam John N. Andrews und half Loughborough bei den Camp-Meetings. Am 3. Februar 1880 wurde eine Tract and Missionary Society (Traktats- und Missionsgesellschaft) gegründet. Kurz darauf, am 8. Februar, gab es die erste Taufe. Der Britische Verband, der sich aus Irland, Schottland und England zusammensetzt, zählt heute mehr als 31.000 Mitglieder, die sich in 250 Gemeinden versammeln.

Z U M

Knoblauch Die Ergebnisse einer Studie aus China deuten darauf hin, dass Nichtraucher, die viel rohen Knoblauch essen, zu 33% weniger an Lungenkrebs erkranken als Menschen, die keinen rohen Knoblauch zu sich nehmen. Eine spanische Studie fand heraus, dass die Knoblauchart Runder Lauch (Allium rotundum) mehr krebsbekämpfende Schwefelverbindungen aufweist als andere Arten. Quelle: Men’s Health.

N A C H D E N K E N

Es braucht Arbeiter, um im Weinberg des Herrn Erfolg zu haben. Eric Chisama, Lusaka, Sambia

Tue Gutes und fühle dich gut Du willst dich körperlich, emotional und geistlich besser fühlen? Engagiere dich! Menschen, die sich regelmäßig ehrenamtlich an Schulen, in Kirchen, Heimen und für Benachteiligte einsetzen, haben ein 40% geringeres Risiko, an Bluthochdruck zu leiden. Menschen, die sich sozial engagieren: 76 % fühlen sich gesünder 78 % fühlen sich weniger gestresst

Schon

gewusst? Etliche Millionen Menschen weltweit sind von Typ-2-Diabetes betroffen. Diese Krankheit steht bei den Todesursachen in den USA an fünfter Stelle. Allerdings wurde eine natürliche Behandlungsmethode entdeckt, die die körpereigene Insulinproduktion anregt und Betroffene dadurch vor Leber-, Nieren- und Augenschäden sowie Verletzungen der Gliedmaßen bewahrt. Was ist es?

94 % bestätigen eine verbesserte Stimmung

Lösung: Der Speichel der Gila-Krustenechse. Sie kommt im Nordwesten Mexikos und im Südwesten der USA vor und kann bis zu 60 cm lang werden. Sie ernährt sich von kleinen Vögeln, Säugetieren und Reptilien.

Quelle: Women’s Health.

Quelle: National Geographic.

80 % empfinden, dass sie eine größere Kontrolle über ihre Gesundheit haben


5O W Ö R T E R – N I C H T M E H R Mein

Lieblingslied

Wenn ich das Lied „It May Be at Morning“ („Vielleicht ist es morgens“) singe, erinnert es mich daran, wie wir es in meiner Kindheit jeden Morgen mit der ganzen Familie gesungen haben. Wenn Jesus wiederkommt, werden wir alle miteinander im Himmel sein und das freudige Lied von seiner Wiederkunft singen. Halleluja! n

Eunice, Jakarta, Indonesien

„Welch ein Freund ist unser Jesus“ erinnert mich daran, wie wichtig es ist zu beten. Wenn ich einsam bin, ist Jesus mein ewiger Freund. n

Matías, Buenos Aires, Argentinien

„My Hope is Built on Nothing Less“ („Mein Glaube fest sich bauen kann“) ist mein Zeugnis. Fest auf Christus, dem Felsen zu stehen, wird uns durch die Prüfungen des Lebens bringen und uns einen Platz in seinem Reich sichern, wenn er mit dem Schall der Posaune wiederkommt. n

Ethel, Massachusetts, USA

Mein Lieblingslied ist „The Lord Rested“ („Der Herr ruhte aus“). Immer wenn ich es singe, löse ich mich von der Welt, unterbreche meine Tätigkeiten und denke daran, wie wunderbar der Ruhetag ist. n

Claudia, Panama

„Ein feste Burg ist unser Gott“ lässt mich an die Erfahrung von Martin Luther denken. Er kämpfte mit bösen Mächten und fand seine Stärke in Gott. n

Luis, Medellin, Kolumbien Schreibt uns bis zum nächsten Mal in höchstens 50 Wörtern etwas über eure Lieblingsverheißung in der Bibel. Schickt die E-Mail an letters@AdventistWorld.org und schreibt „50 Words or Less“ in die Betreffzeile. Vergesst nicht, die Stadt und das Land, aus dem ihr schreibt, anzugeben.

„Siehe, ich komme bald …“

Unser Auftrag ist es, Jesus Christus zu erhöhen und Siebenten-Tags-Adventisten überall im Glauben und Leben, in ihrer Hoffnung und Mission zu einen. Herausgeber: Adventist World ist eine internationale Zeitschrift der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie wird herausgegeben von der Nordasien-Division der Generalkonferenz der SiebentenTags-Adventisten. Geschäftsführender Herausgeber: Bill Knott Mitherausgeber: Claude Richli Internationaler Verlagsleiter: Chun Pyung Duk Herausgeberausschuss: Ted N. C. Wilson, Vorsitz; Benjamin D. Schoun, stellvertretender Vorsitzender; Bill Knott, Sekretär; Lisa Beardsley; Daniel R. Jackson; Robert E. Lemon; Geoffrey G. Mbwana; G. T. Ng; Juan Prestol; Michael Ryan; Ella S. Simmons; Mark Thomas; Karnik Doukmetzian, Rechtsberater Koordinationsausschuss: Lee Jairyong, Vorsitz; Akeri Suzuki; Kenneth Osbom; Guimo Sung; Glenn Mitchell; Chun Pyung Duk Chefredakteur: Bill Knott V. i. S. d. P. (deutschsprachige Ausgabe): Elí Diez-Prida, Pulverweg 6, 21337 Lüneburg Redakteure in Silver Spring, Maryland, USA: Lael Caesar, Gerald A. Klingbeil (stellvertretende Chefredakteure), Sandra Blackmer, Stephen Chavez, Mark A. Kellner, Kimberly Luste Maran Redakteure in Seoul, Korea: Chun, Jung Kwon; Choe, Jeong-Kwan Redakteur der Online-Ausgabe: Carlos Medley Technische Koordination: Merle Poirier Finanzmanagerin: Rachel J. Child Assistentin des Chefredakteurs: Gina Wahlen Redaktionsassistentin: Marvene Thorpe-Baptiste Leserservice: Merle Poirier Layout und Design: Jeff Dever, Fatima Ameen Berater: Ted N. C. Wilson, G T Ng, Robert E. Lemon, Delbert W. Baker, Guillermo E. Biaggi, Lowell C. Cooper, Daniel R. Jackson, Geoffrey G. Mbwana, Armando Miranda, Pardon K. Mwansa, Michael L. Ryan, Blasious M. Ruguri, Ella S. Simmons, Alberto C. Gulfan jr, Erton Köhler, Jairyong Lee, Israel Leito, John Rathinaraj, Paul S. Ratsara, Barry D. Oliver, Benjamin D. Schoun, Artur A. Stele, Bruno Vertallier, Gilbert Wari, Bertil A. Wiklander Verlag der deutschsprachigen Ausgabe: Saatkorn-Verlag GmbH, Abt. Advent-Verlag, Pulverweg 6, 21337 Lüneburg Übersetzung ins Deutsche: Frauke Gyuroka, Graz; Angelika Kaiser Layoutanpassung der deutschsprachigen Ausgabe: Ingo Engel, München Druck der deutschsprachigen Ausgabe: Thiele & Schwarz GmbH, Werner-Heisenberg-Str. 7, 34123 Kassel Rötzerdruck, Mattersburgerstr. 25, 7000 Eisenstadt (Österreich) Autoren: Wir freuen uns über Beiträge. Unsere Anschrift: 12501 Old Columbia Pike, Silver Spring, MD 20904-6600, USA. E-Mail: worldeditor@gc.adventist.org, Website: www.adventistworld.org Die Bibelzitate sind – falls nichts anderes vermerkt ist – der Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers (revidierter Text 1984), durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 2007 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, entnommen. Adventist World erscheint monatlich und wird in Korea, Brasilien, Indonesien, Australien, Argentinien, Deutschland, Österreich und den USA gedruckt. 10. Jahrgang, Nr. 2

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Key Adventures: Key Adventures:

Adven t i s t Wo r l d

Archeologische Expeditionen zu biblischen Orten Archeologische Archäologische Expeditionen zu biblischen Orten

Bibelreisen Bibelreisen Wiege der Menschheit (Ost-Türkei)

Noah Arche, Abraham und JaWiegeund derdie Menschheit (Ost-Türkei) kob …und Diese kennen Noah die Geschichten Arche, Abraham und wir Jaalle aus unserer Kindheit. Doch was wir ist kob … Diese Geschichten kennen wirklich Und wo haben sichwas diese alle aus dran? unserer Kindheit. Doch ist Geschichten Seriösesich Archäowirklich dran?abgespielt? Und wo haben diese logen sind sich sicher: DieSeriöse Wiege der ZiviGeschichten abgespielt? Archäolisationen sichDie in Mesopotamien. logen sindbefindet sich sicher: Wiege der ZiviEin Zufall?befindet Kommensich Sie in doch selbst vorbei lisationen Mesopotamien. undZufall? machen sich einSie eigenes Bild! vorbei Ein Kommen doch selbst und machen sich ein eigenes Bild! Date: 7. - 16. Mai 2014 Date: 7. - 16. Mai 2014 Preis: EUR 1.590,- / CHF 1908,Preis: www.amazing-adventures.ch/ EUR 1.590,- / CHF 1908,ostuerkei www.amazing-adventures.ch/ ostuerkei

Bibelkreuzfahrt

Bibelkreuzfahrt Lykische Küste (Türkei) Welche Bilder Lykische Küstekommen (Türkei)uns bei dem Wort Islam in den Sinn? Wir Sie Welche Bilder kommen uns laden bei dem ein, den an Sinn? Ort und Stelle Sie zu Wort IslamIslam in den Wir laden erleben dabei abseits touriein, den und Islam an Ort unddes Stelle zu stischen und Rummels und erleben dabei Sonne, abseits Ruhe des touriLebensfreude zu tanken. MitRuhe dem Thestischen Rummels Sonne, und ologen Sylvain zu Romain nehmen wirTheden Lebensfreude tanken. Mit dem Koran unter dieRomain Lupe. nehmen wir den ologen Sylvain Koran unter die Lupe. Date: 30. August - 6. September 2014 Date: 30. August - 6. September 2014 Preis: EUR 990,- / CHF 1188,Preis: www.amazing-adventures.ch/ EUR 990,- / CHF 1188,bibelreise-lykische-kueste www.amazing-adventures.ch/ bibelreise-lykische-kueste

Bibelreisen Bibelreisen Die Sieben Gemeinden

Folgen Sie denGemeinden Spuren von Paulus und JoDie Sieben hannesSie perden Schiff und zu Fuß und erleben Folgen Spuren von Paulus und JoSie die per Plätze, anund denen sie und froherleben waren hannes Schiff zu Fuß oderdieweinten, sangen und SeSie Plätze, an denen siebeteten. froh waren hen Sie in Ephesus den Platz, an dem sich oder weinten, sangen und beteten. SePaulus Mengeden gegenüber sah und hen Sie der in Ephesus Platz, an dem sich fühlen Sie Patmos die Ehrfurcht von Paulus derauf Menge gegenüber sah und Johannes derPatmos Grotte der fühlen Sieinauf die Offenbarung. Ehrfurcht von Johannes in der Grotte der Offenbarung. Date: 08. - 19. September 2014 Date: 19. - 19. 30. September 2014 08. 19. - 30. September 2014 Prices: EUR 1.980,- / CHF 2376,Prices: www.amazing-adventures.ch/ EUR 1.980,- / CHF 2376,siebengemeinden www.amazing-adventures.ch/ siebengemeinden

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