Die Start-upCommunities in Kärnten und der Steiermark rücken enger zusammen.
Lebenslang weiterwachsen
Weiterbildung als Ressource für die persönliche und berufliche Zukunft.
Gemeinsam über den Berg
Die Zusammenarbeit im Alpen-Adria-Raum stärkt Wirtschaft und Gesellschaft.
Als erstes österreichisches Printmagazin wurde advantage mit dem PEFC Award 2025 in der Kategorie Promotion ausgezeichnet!
Wirtschaftsraum Südösterreich
NACHHALTIGKEIT ist für uns kein Trend – sie ist Teil unserer DNA. Was uns mit PEFC verbindet, sind gemeinsame Werte: Verantwortung für Ressourcen, Wertschätzung für den Wald und ein Bekenntnis zu nachhaltigen, holzbasierten Produkten.
Als Zielgruppenmedium für Unternehmen, Führungskräfte und Meinungsbildner:innen in Südösterreich setzen wir konsequent auf regionale Wertschöpfung und drucken seit vielen Jahren auf PEFC-zertifiziertem Papier. Bei der inhaltlichen Gestaltung legen wir besonderen Wert auf journalistische Qualität und rücken Zukunftsthemen authentisch in den Fokus.
an PEFC Austria für diese besondere Auszeichnung –und an all jene, die uns auf unserem Weg begleiten. kein bindet,
Unser Wirtschaftsraum ist nicht erst durch die Koralmbahn weiter geworden. Kooperationen und Vernetzungen über die Landesgrenzen hinaus sind ja nichts Neues. Doch die Eröffnung dieser Verbindung rückt diese Chancen wieder stärker in den Fokus. Sie ist Anlass für neue Kooperationen und Initiativen, Vernetzungen intensivieren sich. Mit der Koralmbahn haben Ideen Fahrt aufgenommen, wie in dieser Ausgabe nachzulesen ist.
Auch für uns ist dieses Ereignis Anlass, wieder mehr über die Grenzen zu schauen. Dabei schenken wir dem Wirtschaftsraum Süd vermehrt Beachtung und beginnen in dieser Ausgabe unter anderem mit einem Bericht über eine der vielen Initiativen zwischen Kärnten und Slowenien. Er zeigt, dass Gebirge nicht nur trennen, sondern auch verbinden können. Betriebsnachfolge ist ein Thema, das wir schon länger begleiten, ebenso wie das weite Feld der Künstlichen Intelligenz, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird.
Wie bereits berichtet, haben wir als erstes österreichisches Printmagazin einen PEFC Award verliehen bekommen. Diese Auszeichnung tragen wir mit Stolz und nehmen sie gern in unsere Marke auf. Sie ist der Beleg dafür, dass wir über Nachhaltigkeit nicht nur berichten, sondern sie auch leben.
Ihr Herausgeberteam
Walter Rumpler & Monika Unegg
SOCIAL MEDIA: F Advantage Wirtschaftsmagazin | j advantage Wirtschaftsmagazin d advantage.magazin | www.advantage.at
4 Ideen nehmen Fahrt auf Die Start-up-Communities in Kärnten und Steiermark bündeln die Innovationskraft Südösterreichs.
16 Gemeinsam über den Berg Bei der Zusammenarbeit im Alpen-Adria-Raum eröffnen sich zahlreiche Chancen für Anrainerstaaten.
28 Unternehmen in neuen Händen Gelungene Betriebsübergaben schaffen Raum für Innovation und stärken die heimische Wirtschaft.
40 Wissen als Ressource Erwachsenenbildung als Türöffner für Menschen jeden Alters gewinnt zunehmend an Stellenwert.
48 Stromnetze der Zukunft
Die Energiewende geht mit neuen Chancen und Anforderungen an die Netzinfrastruktur einher.
PEFC/06-42-28 Durch die Beschaffung von PEFC-zertifiziertem
PEFC/06-39-364/11
PEFC-zertifiziert
Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen www.pefc.at
OFFENLEGUNG nach § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 , 25 Mediengesetz. IMPRESSUM: Gründung 1997. Herausgeber: Walter Rumpler, w.rumpler@advantage.at, Monika Unegg, monika@unegg.or.at. Verlag & Medieninhaber: advantage Media GmbH. Geschäftsführung: Walter Rumpler. Redaktion: Anja Fuchs, Barbara Pachler, Monika Unegg, Melanie Uran. Anzeigenleitung: Walter Rumpler. Fotos: advantage, pixelio.de, pixabay.com, unsplash.com, stock.adobe.com, pexels.com bzw. beigestellt lt. FN. Adresse: advantage Media GmbH, Villacher Ring 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, T: +43 (0)650 7303400. Die Meinungen von Gastkommentatoren müssen sich nicht mit der Meinung der advantageRedaktion decken. Alle Rechte, auch Übernahme von Beiträgen gem. §44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. AGB/Haftungsausschluss/rechtlicher Hinweis: www.advantage.at
52 Beruf und Familie verbinden Familienfreundliches Arbeiten fördert Gesundheit und Engagement von Mitarbeiter:innen.
58 Die neue Nachbarschaft
Die Koralmbahn verändert den Mobilitätsalltag und lässt Südösterreich zusammenrücken.
Mit der Koralmbahn bringt STARTUP SOUTH! die Gründerszenen zweier Bundesländer gemeinsam auf Schiene. Wie viel Innovationskraft im Süden Österreichs steckt, zeigt sich in regionalen Erfolgsgeschichten. Von Anja Fuchs
AUFNEHMEN
Kärnten und die Steiermark entwickeln sich durch die Koralmbahn zu einem gemeinsamen Wirtschaftsund Lebensraum. Eine Dynamik, die auch in der Start-up-Community aufgegriffen wird: Mit STARTUP SOUTH! bündeln das Kärnten Gründungsnetzwerk unter der Federführung von Startup Carinthia und das Ideentriebwerk Graz ihre Kräfte – unterstützt von der Grazer Wirtschaftsabteilung und der Stadt Klagenfurt. Die Vision der neuen Allianz: Start-up-Ökosysteme der Steiermark und Kärntens enger zu verknüpfen und als gemeinsamen, starken Wirtschafts- und Innovationsraum Area Süd sichtbar und wirksam zu machen.
Mit Highspeed zu neuen Ideen
Den Auftakt von STARTUP SOUTH! markierten zwei Events im Jänner 2026, bei denen die Koralmbahn selbst zum Schauplatz wurde: An zwei Terminen reisten Delegationen über die neue
Hochleistungsstrecke ins jeweilige Nachbarbundesland, um an Veranstaltungen der Start-up-Community teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Dabei fungierten Waggons als „Moving Workspace“, wo in Impuls-Workshops bei rund 200 km/h Ideen für eine gemeinsame STARTUP SOUTH!-Region entstanden. Anschließend fanden beim ersten Termin in Kärnten das Event „UNTERNEHMA WOS.“ im Makerspace Carinthia und beim zweiten Termin in Graz der „Start-up Spritzer“ im Grazer Lendhafen statt, die neben spannenden Pitches und Erfolgsgeschichten Raum zum Austausch und Netzwerken boten.
Innovation kennt keine Landesgrenzen
„Die neue Achse Graz-Klagenfurt ist eine große Chance für den Süden. Mit STARTUP SOUTH! nutzen wir die Koralmbahn nicht nur als neue Verbindung zwischen zwei Städten, sondern als Anlass, unsere
„Mit STARTUP SOUTH! nutzen wir die Koralmbahn nicht nur als neue Verbindung zwischen zwei Städten, sondern als Anlass, unsere Start-up-Ökosysteme neu zu denken.“
Iris Einöder, Start-up Carinthia
Start-up-Ökosysteme neu zu denken“, so Iris Einöder, Head of Entrepreneurship Education und Vorstand bei Start-up Carinthia und Mitglied des Koordinationsteams im Kärnten Gründungsnetzwerk.
„Die Auftaktveranstaltung von STARTUP SOUTH! hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, gemeinsam Projekte anzustoßen: Die ersten Kooperationsideen sind bereits im Impuls-Workshop im Zug entstanden. Man spürt, dass der Süden gemeinsam etwas bewegen will.“
Auch Andrea Udier, Präsidentin vom IdeenTriebwerk Graz, freut
Mirnig
Lendl
„Wir setzen die beiden Bundesländer
gemeinsam auf Schiene, damit Innovation künftig keine Landesgrenzen mehr kennt.“
Andrea Udier, Ideentriebwerk Graz
WISSENSWERT
• Seit 2013 wurden in Österreich mehr als 3.700 Start-ups gegründet. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden beträgt 9,5 – in Summe umfasst der österreichische Start-up-Sektor rund 30.000 Beschäftigte.
• 7 von 10 Unternehmen sind 5 Jahre nach der Gründung immer noch aktiv.
• Das Durchschnittsalter bei der Firmengründung beträgt aktuell 36,4 Jahre.
• 2025 wurden österreichweit 39.978 Unternehmen gegründet, die meisten davon in der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie.
(Quelle: WKO)
sich über den Erfolg des neuen Eventformats: „Für viele aus Graz war es das erste Mal, die Kärntner Start-up-Szene so gebündelt zu erleben – und es war großartig. STARTUP SOUTH! hat mit der Auftaktveranstaltung einen starken Startpunkt für die Zusammenarbeit gesetzt. Die Koralmbahn verbindet Steiermark und Kärnten – STARTUP SOUTH! verbindet ihre Ideen. Wir setzen die beiden Bundesländer gemeinsam auf Schiene, damit Innovation künftig keine Landesgrenzen mehr kennt.“
Rückenwind für Gründer:innen
„Die starke Vernetzung von Kärnten und der Steiermark bietet für Start-ups enormes Potenzial: Sie verbindet industrielle Stärken, technologische Exzellenzen und unternehmerische Innovationskraft über Landesgrenzen hinweg. Durch gemeinsame Ökosysteme, geteilte Infrastruktur und den Austausch von Talenten können neue skalierfähige Geschäftsmodelle mit internationaler Strahlkraft entstehen. Es ist ein entscheidender Hebel, um den Wirtschaftsraum Südösterreich nachhaltig zu stärken“, so Sandra Moschitz, Start-up-Coach und Prokuristin im build! Gründungszentrum Kärnten, das seit dem Jahr 2002 innovative Köpfe dabei begleitet, aus Visionen tragfähige Unternehmen zu entwickeln.
Wie effektiv die Unterstützung durch solche Start-up-Förderinstitutionen sein kann, wird anhand konkreter Erfolgsgeschichten sichtbar: Zum Beispiel jener von zeitkapsl – einem Start-up mit Sitz in Klagenfurt, das eindrucksvoll beweist, wie Technik und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Die Entwicklungsreise des Unternehmens führte durch die Inkubationsprogramme MOVE und RUN des
build! Gründungszentrums – individuell begleitet durch einen erfahrenen Start-upCoach.
Technologie trifft Verantwortung
Aus dieser intensiven Aufbauphase heraus entstand 2023 schließlich zeitkapsl, gegründet von Peter Spiess-Knafl und Oliver Selinger. Die Datenschutz-Experten widmen sich mit ihrem Unternehmen einem hochaktuellen Thema: In einer Zeit wachsender Sensibilität für Datenschutz bietet zeitkapsl eine sichere, europäische Alternative zur Speicherung und Synchronisierung von Fotos und Videos – mit lokaler KI-Suche und Endezu-Ende-Verschlüsselung. So bleiben Bilder und Videos vor dem Zugriff großer
„Die starke Vernetzung von Kärnten und der Steiermark verbindet industrielle Stärken, technologische Exzellenzen und unternehmerische Innovationskraft über Landesgrenzen hinweg.“
Tech-Konzerne und Hacker geschützt. „Ich habe Fotos jahrelang auf externen Festplatten gespeichert und viele Self-HostingLösungen ausprobiert. Die Daten bleiben privat, aber es ist unglaublich viel Aufwand“, so Spiess-Knafl. Mit zeitkapsl will er Privatsphäre für alle ermöglichen –„nicht nur für Technik-Nerds.“ Neben innovativer Technologie setzt zeitkapsl auch auf Nachhaltigkeit: Um den CO₂Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, sind alle Server sowie der primäre Speicher in Rechenzentren gehostet, die zu 100 Prozent mit erneuerbarer Wasserkraft betrieben werden. Zudem sind die Apps so gestaltet, dass sie auch ältere, weniger leistungsfähige Geräte unterstützen – ein bewusster Beitrag zur Reduktion von Elektroschrott.
Fruchtbarer Boden für grüne Technologien
Auch ein Blick in die steirische Start-upSzene macht die Innovationskraft Süd -
österreichs sichtbar. Ein prägnantes Beispiel aus dem Green-Tech-Sektor liefern Tobias Kopp, Jürgen Abraham und Chris Pichler mit ihrem Start-up ProtectLib: 2024 gegründet, setzt sich das Unternehmen für das fachgerechte Recycling von Lithium-Ionen-Batterien ein. Über ein vollautomatisches Schreddersystem werden Lithium-Ionen-Batterien ohne manuelle Vorarbeit sicher und vor Ort zerkleinert – selbst im geladenen Zustand. Die Technologie verhindert Brandrisiken und gewinnt wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel umweltschonend zurück.
Ein weiteres, vielversprechendes Konzept aus der Greentech-Szene wurde beim Startup Spritzer im Jänner in Graz präsentiert: Das Team von Power Cue arbeitet an einer smarten Plug-and-Play-Steckdose, die Geräte automatisch dann einschaltet, wenn der Strompreis am günstigsten ist –ein intelligenter Weg, um im Alltag Energiekosten zu sparen. |
SAVE THE DATE
Kärnten
• 12. März 2026 –UNTERNEHMA WOS. in St. Veit an der Glan
• 21. Mai 2026 –UNTERNEHMA WOS. in Kötschach/Hermagor
• 9. Juli 2026 –UNTERNEHMA WOS. in Wolfsberg/Klopeiner
See
Steiermark
• 4. März 2026 – Gründungsgarage Ideenbörse in Graz
• 18 März 2026 – Green
Startup Night in Leoben
• 21. März 2026: Gründermesse in Graz
• 8. April 2026: Startup
World Cup Austria in Graz
Alle Informationen unter: www.startupcarinthia.com
www.sfg.at/gruenden-undstarten/startupmark
INTERVIEW
mit Martin Trink, Geschäftsführer des build! Gründungszentrums
„Wir werden unsere Stärken weiter ausbauen“
Martin Trink übernahm mit Jahresende 2025 die Leitung des build! Gründungszentrums, das Start-ups bei der Entwicklung ihrer Ideen begleitet. Von Monika Unegg
advantage: Wie sind die Voraussetzungen für Start-ups in Kärnten?
Martin Trink: Die Voraussetzungen sind gut bis sehr gut, insbesondere für technologiegetriebene Start-ups. Kärnten bietet Leistungen, die im nationalen Vergleich absolut konkurrenzfähig sind. Das zentrale Thema ist die Sichtbarkeit: Außerhalb Kärntens ist noch zu wenig bekannt, welche Möglichkeiten der Standort bietet. Kärnten verkauft sich unter Wert. Für viele Start-ups ist Kärnten bereits heute der beste Standort – diese Stärke müssen wir klarer und über die Landesgrenzen hinaus kommunizieren.
Welche Start-ups finden in Kärnten die besten Bedingungen vor?
Das ist beispielsweise die Drohnen-Technologie. Hier bietet Kärnten großartige Voraussetzungen. Wir haben die passenden Förderinstrumente, bei der Universität die größte Drohnenhalle Europas, die man über die Grenzen hinaus kennt, sowie eine Drohnen-Outdoor-Halle, und wir bieten die passende Forschungsinfrastruktur. Auch das Thema Chips ist ein Bereich, wo sehr viel passiert. Es gibt diese regionalen Stärken und die werden wir in Zukunft weiter ausbauen.
Wie können die Stärken ausgebaut werden?
Wenn wir unsere Stärken ausbauen, dürfen wir nicht an den Landesgrenzen aufhören, sondern müssen in überregionalen Excellenzclustern denken. Damit wir mitspielen können, ist eine Vernetzung über die Landes-, aber auch Staatsgrenzen hinaus notwendig. Stärkefelder sind auch ein Kooperationsthema. So ist die Zusammenarbeit im Ökosystem der Start-up-Unterstützungen ganz wichtig.
Was ist darunter zu verstehen?
build! ist für seine Gesellschafter die zentrale Schnittstelle im Kärntner Start-upÖkosystem. Wir bringen die strategischen Ziele des Landes – insbesondere über BABEG und in enger Partnerschaft mit dem KWF –, der Hochschulen sowie der Städte Klagenfurt und Villach in die Umsetzung und sorgen dafür, dass Angebote für Start-ups gut aufeinander abgestimmt sind. So nutzen wir Synergien, vermeiden Doppelstrukturen und stärken gemeinsam den Standort Kärnten.
Wie kann das Wissen über die Leistungen Kärntens für Start-ups verbessert werden?
Wir müssen den Standort nach außen
positionieren. Dafür bedarf es einer klaren Kommunikation, welche Leistungen es gibt, und einer Präsenz über die Landesgrenzen hinaus. Weiters kann man an erfolgreichen Kärntner Start-ups beispielhaft zeigen, was man hier erreichen kann. Es gibt zig Start-up-Wettbewerbe allein in Österreich, an denen die jungen Unternehmen teilnehmen können.
Wie viele Start-ups betreut das build! derzeit?
Es sind rund 40 Teams in unterschiedlichen Phasen. Nur ein Teil davon sind Start-ups, andere sind Projekte, die unterschiedlich weit sind.
Ihre Botschaft an Gründungswillige?
Wer eine Geschäftsidee hat, soll sich an das build! Gründungszentrum wenden. Wir beraten, begleiten und informieren über die passsenden Förderungen und Möglichkeiten. |
Von Hybridkraftwerken bis hin zu hochleistungsfähigen Biomassekesseln: Die PMS Gruppe steht für maßgeschneiderte Lösungen und effiziente Energiekonzepte.
Die PMS Unternehmensgruppe aus St. Stefan im Lavanttal gilt als eindrucksvolles Beispiel dafür, wie technologische Spitzenleistung und wirtschaftliche Effizienz Hand in Hand gehen können. Mit innovativen Energie- und Wärmesystemen sowie der Umsetzung komplexer Industrieprojekte entwickelt das Unternehmen Lösungen, die Produktionsbetriebe nicht nur leistungsfähiger, sondern auch zukunftssicher machen. Damit positioniert sich PMS als wichtiger Impulsgeber für eine modernisierte und nachhaltige Industrie.
Innovativer Partner für ganzheitliche Lösungen
Als kompetenter Partner für Gesamtlösungen in den Bereichen Industrieelektrik über Digitalisierung bis hin zu alternativen Energiesystemen betreut PMS Industriekunden bei spezifischen Anforderungen und Projekten. Mit Hybridkraftwerken, Batteriespeichern für ACund DC-Netze oder den hochleistungsfähigen Biomassekesseln PMS OAK
1,5–10 MW für Fernwärme und Industrie entwickelt PMS gezielt Produkte und Systeme, die wirtschaftlich, modular und
technologisch führend sind. Jede Lösung ist auf die Anforderungen energieintensiver Branchen zugeschnitten und ein echter Innovationsvorsprung für Unternehmen, die Effizienz und Nachhaltigkeit verbinden wollen.
Die PMS Gruppe begleitet Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beratung und Planung über die Errichtung bis hin zu Betrieb, Service und Systemoptimierung. Mit tiefem Prozessverständnis, modularer Skalierbarkeit und technischer Exzellenz verwandelt PMS komplexe Projekte in wirtschaftlich effiziente und zukunftssichere Investitionen.
Starkes und kompetentes
Netzwerk
Organisiert als Flottenverband aus zehn spezialisierten Unternehmen, bündelt PMS verschiedene Kompetenzen gezielt. Projekte werden schnell, präzise und wirtschaftlich umgesetzt. Für Kund:innen bedeutet das: planbare Kosten, termingerechte Umsetzung und messbare Ergebnisse bei Investitionen in Energie, Industrie und Infrastruktur. PMS bietet den Zugang zu führenden Technologien, wirt-
schaftliche Investitionssicherheit, praxisnahe Lösungen und messbare Wirkung. Mit regionaler Verwurzelung und globaler Ausrichtung gestaltet PMS die Energiewende aktiv – effizient, innovativ und zukunftsorientiert.
Praxisnaher Impact und messbare Ergebnisse
Ein aktuelles Highlight ist die Schlüsselrolle von PMS bei der Elektromontage des neuen Elektrolichtbogenofens am voestalpine Standort Linz. Als zentraler Bestandteil des Transformationsprogramms „greentec steel“ sorgt PMS dafür, dass das Projekt termingerecht, wirtschaftlich optimiert und technologisch exzellent umgesetzt wird, und leistet so messbare Beiträge zur CO₂-Reduktion in der Stahlproduktion. |
KONTAKT
PMS Gruppe
PMS-Straße 1 9431 St. Stefan/Lavanttal T: 050 767-0 vertrieb@pms.at www.pms.at
„Entrepreneurship auf Schiene“ verbindet Südösterreich
Im Rahmen eines Vernetzungstreffens intensivierten 15 Akteur:innen aus der akademischen Start-up- und Gründungsszene die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit.
Um die Start-up- und Gründungsökosysteme aus dem universitären Umfeld Kärntens und der Steiermark stärker zu verknüpfen, trafen sich im Februar 15 wichtige Akteur:innen für einen intensiven Vernetzungstag. Leitschnur des Tagesprogramms mit dem Motto „Entrepreneurship auf Schiene“ war die Koralmbahn: Vom ersten Halt an der Fachhochschule Kärnten in Villach führte die Reise über den zweiten Stopp an der Universität Klagenfurt bis zur dritten Haltestelle am neuen Campus der Medizinischen Universität Graz.
Start-up-Akteure aus ganz Südösterreich Neben den drei Gastgeberinstitutionen sowie NEXUS und dem aspire! Center for Entrepreneurship, Innovation & Social Competence nahmen Vertreter:innen von build! Gründungszentrum, Gründergarage, TU Graz, Universität Graz, Montanuniversität Leoben – ZAT, FH JOANNEUM, KWF – Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds, SFG –Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, ZWT Accelerator GmbH, Science
Park Graz, Unicorn Start-up & Innovation Hub, Lakeside Science & Technology Park GmbH und Silicon Austria Labs am Vernetzungstreffen teil. „Das Abenteuer Entrepreneurship auf Schiene war intensiv, lehrreich und kurzweilig. Doch das Beste sind die konkreten zukünftigen Kooperationsmöglichkeiten über die Kärntner Grenzen hinweg. Die Verbindung mit der Koralmbahn und die damit verbundene Vergrößerung des Aktionsraums bieten enorme Chancen für unsere vor.GRÜNDER:innen“, betonte Isabella Hold, Spin-off-Managerin der Universität Klagenfurt.
Inspirierendes Tagesprogramm
Am Beginn des Programms stand in der FH Kärnten zunächst das gegenseitige Kennenlernen innerhalb des akademischen Start-up- und Gründungsnetzwerks in der Area Süd im Vordergrund. Schon während der Zugfahrt nach Klagenfurt wurden erste Fragestellungen für die weitere Zusammenarbeit erarbeitet. In Klagenfurt angekommen, ging es zunächst zum NEXUS Community Hub an der Universität Klagenfurt. Über das
Hauptgebäude führte der Weg weiter zum aspire! Center for Entrepreneurship, Innovation & Social Competence, wo eine Diskussionsrunde mit Peter Schlögl (Vizerektor der Universität Klagenfurt), Christian Bettstetter (Vorstand des Instituts für Vernetzte und Eingebettete Systeme) und Martin Schusser (FH Spinoff & CEO von Pery MT) stattfand. In Graz stand schließlich ein Besuch des neuen Campus der MedUni Graz auf dem Programm. Hier wurden konkrete Kooperationsformate entwickelt, um Ressourcen und Kompetenzen gezielt zu bündeln. Ein abschließendes Highlight bildete der Besuch der Final Pitches der Gründungsgarage, wo zehn innovative Gründungsideen ausgezeichnet wurden.
„Die Zusammenarbeit zwischen der Steiermark und Kärnten auf allen Ebenen – Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur –ist angesichts der zunehmenden Konkurrenz zwischen den Regionen ein Gebot der Stunde. Als Promotor:innen und Mentor:innen des bundesländerübergreifenden Start-up- und Spin-off-Ökosystems sind wir gerne bereit, unseren Beitrag aktiv zu leisten – vor Ort oder auch auf Schiene“, so Erich Schwarz, Leiter des aspire! Center for Entrepreneurship, Innovation & Social Competence. Mit zahlreichen Ideen und vielen neuen Kontakten im Gepäck verließen die Teilnehmer:innen den Vernetzungstag. Eine Wiederholung im Jahr 2027 ist bereits geplant. |
TIPP
Spannende Eindrücke des Vernetzungstreffens bietet ein Video der Universität Klagenfurt:
Orientierungshilfe bei der Berufswahl
Die Kärntner Lehrlingsmesse bot Jugendlichen Einblicke in über 140 Lehrberufe sowie vielfältige Karrierewege.
Ende Jänner fand die achte Kärntner Lehrlingsmesse 2026 in Klagenfurt statt und zählte mehr als 7.500 Besucher:innen. Auf über 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gaben rund 100 Unternehmen und Bildungseinrichtungen aus Kärnten spannende Einblicke in Lehrberufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Für die Jugendlichen standen das aktive Miterleben und Mitmachen im Mittelpunkt.
Berufe zum Anfassen
Auf zahlreichen Stationen luden Unternehmen aus Gewerbe, Industrie, Handel und Tourismus dazu ein, die Berufe direkt
Zahlreiche Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, sich über Lehrberufe zu Informieren und Kontakte mit Ausbildungsbetrieben zu knüpfen.
auszuprobieren und erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Die Mitmachangebote wie technische und handwerkliche Tätigkeiten aus der Kärntner Industrie weckten besonders großes Interesse.
Programm-Highlights
Auf der what.at-Challenge-Bühne wurde mit Gesprächen und Diskussionsrunden rund um die Lehrausbildung ein begleitendes, interessantes Programm geboten. Insgesamt fanden 38 Fachgespräche mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Bildung sowie mit Unternehmen vor Ort statt. Thematisiert wurden dabei aktuelle Entwicklungen, Ausbildungsmodelle und die
zentrale Bedeutung von Lehrlingen für den Wirtschaftsstandort Kärnten, ergänzt wurde das Bühnenprogramm durch sechs interaktive Challenges, bei denen sich Jugendliche aktiv einbringen konnten. Ein besonderes Highlight war das „Duell der Köche“. Insgesamt stellten zehn Gastronomie-Lehrlinge ihr handwerkliches Können live unter Beweis. Luis Latschen, Lehrling vom Hotel Schloss Seefels am Wörthersee setzte sich erfolgreich gegen seine Mitbewerber durch und entschied den Bewerb für sich. |
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Künstliche Intelligenz verändert die Unternehmen und die Berufswelt nachhaltig. Berufsbilder wandeln sich und neue sind im Entstehen. Von Monika Unegg
Die Digitalisierung war ein schleichender Prozess, im Vergleich dazu präsentiert sich die KI als Turboboost, der tief in die Organisationen eindringt, der die Kultur, die Art, wie Dinge gedacht werden, verändert. So beschreibt Udo Müller von Creative Process den Einfluss der nicht mehr ganz so neuen Technologie auf unser Leben. Müller berät und begleitet Unternehmen in Kärnten und der Steiermark vor allem im Energie- und Anlagenbereich bei der Wahl und der Installierung von KI-Programmen. „Egal, ob Einzelunternehmen oder großer Konzern, wer sein Unternehmen künftig weiterbringen will, wird sich damit beschäftigen müssen“, sagt Müller.
„Aus den Unternehmen heraus werden neue Funktionen und daraus neue Berufsbilder entstehen.“
Udo Müller, Creative Process
Die Frage sei nicht, ob man im Unternehmen KI einsetze, sondern wie schnell man sie installiere. „Es ist eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit“, formuliert es Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT in der Kärntner Wirtschafts-
kammer. Mit Förderungen und Qualifizierungsmaßnahmen will die Wirtschaftskammer Unternehmen begleiten, vernetzen und dabei unterstützen, aus Ideen konkrete Anwendungen zu machen – inklusive Fördermöglichkeiten, um den Einstieg in KI zu erleichtern. Für Unternehmen, die einen KI-Prototypen entwickeln und installieren, gibt es Landesförderungen.
Veränderung für Mitarbeiter:innen
„Mit der KI haben wir eine Technologie geschaffen, die so mächtig ist, dass sie uns auf jeden Fall erhalten bleibt. Sie verändert Dinge oft in ihren Grundfesten, sodass wir damit zu Recht vorsichtig und umsichtig umgehen müssen“, sagt Bernd Buchegger, der mit seinem Unternehmen AImpowering Sales Betriebe im industrienahen Umfeld bei der technischen und organisatorischen Umsetzung der Vertriebsdigitalisierung begleitet.
KI werde Auswirkungen auf gewisse Jobprofile haben und es werde zu Umbauten kommen, vor allem im Bereich wiederkehrender Arbeiten sowie standardisierter und regelbetriebener Prozesse. „Denn das Heilsversprechen von KI ist die Effizienzsteigerung“, meint Buchegger. Zandonella hält eine Zeitersparnis bei
den genannten Prozessen von bis zu 60 Prozent für realistisch. Auch bei der Kontrolle sei die KI dem Menschen überlegen und könne Fehlerquoten – etwa in der Produktion – um bis zu 70 Prozent reduzieren, so der UBIT-Obmann.
Laut Report des World Economic Forums (WEF) sind die bis 2030 am schnellsten schrumpfenden Berufsgruppen Datenerfassung, Kassier:innen, Schalterbeamt:innen, Verwaltungsassistenz, Sekretär:innen der Geschäftsführung sowie Post- und Bankangestellte.
Alte und neue Berufsbilder
Auch für Texterstellung und Interaktionen mit den Kund:innen, das individuelle, gezielte Ansprechen mit maßgeschneiderten Themen, werden immer häufiger KI-Tools eingesetzt. Wer von einem Unternehmen ein persönliches, auf seine Interessen maßgeschneidertes E-Mail bekommt, braucht sich nicht geschmeichelt zu fühlen – alles Programm, meistens gleich mehrere.
Auch dem Beruf des Dolmetschers gibt Buchegger wenig Zukunftschancen.
„Hier ist die KI wahnsinnig gut geworden, es wurde bereits ein Programm gebaut, das mehr als 2.000 Sprachen versteht, da ist wahrscheinlich auch Kärntnerisch dabei“, lacht er.
„Mit der KI haben wir eine Technologie geschaffen, die so mächtig ist, dass sie uns auf jeden Fall erhalten bleibt.“
Bernd Buchegger, AImpowering Sales
Beim klassischen Software-Entwickler wird ebenfalls kein Stein auf dem anderen bleiben, glaubt Müller. Die KI ist heute noch ein Werkzeug des Programmierers.
„Aber vielleicht ist sie morgen so gut, dass sie uns gar nicht mehr braucht und sich selbst weiterentwickelt. Im Labor passiert das bereits – mit unterschiedlichen Ergebnissen“, weiß auch Buchegger.
Im Tele-Sale oder Telefonsupport setzt sich KI bereits durch. 70 bis 80 Prozent der Standardfragen kann die Maschine beantworten und man muss nicht warten, bis eine Leitung frei ist.
In der Produktion punktet KI bei der Auswertung von Daten, bei der Produktionsüberwachung und bei der predictive maintenance, in der Maschinen den Servicebedarf oder den notwendigen Tausch von Ersatzteilen selbst melden.
Aus den Unternehmen heraus werden neue Rollenbilder, neue Funktionen und neue Verantwortlichkeiten und daraus auch neue Berufsbilder entstehen, sagt
Müller. Die Unternehmen stellen fest, was sie brauchen, darauf reagieren Arbeitsmarkt und Ausbildung.
Er nennt als Beispiel die PromptArchitekt:innen. Sie definieren – den Standards und Regeln der Firma entsprechend – die Prompts, Befehle und Aufgabenstellung an die KI, und legen dafür die entsprechende Prompt-Bibliothek an.
Laut WEF werden bis 2030 weltweit 92 Millionen Jobs, das sind rund acht Prozent der aktuellen Stellen, verschwinden, aber etwa 170 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. 59 von 100 Beschäftigten werden eine Form der Weiterbildung oder Umschulung benötigen.
Wachsenden Bedarf gibt es in den Bereichen Big Data, KI und maschinelles Lernen, Finanztechnologie, erneuerbare Energien, Bildung und Ausbildung sowie bei Fachkräften im Gesundheits- und Pflegesektor.
Genaue Vorbereitung
Grundvoraussetzung für eine funktionierende KI sind die Vorbereitungsarbeiten. Dem Programm muss mitgeteilt werden, welche Aufgaben es zu erfüllen hat und welche Ergebnisse erwartet werden.
„Denn die KI ist eine Maschine und kann keine Gedanken lesen“, sagt Buchegger. Mit den Verantwortlichen im Unterneh-
men wird analysiert, welche Aufgaben das Programm übernehmen soll, was strategisch passt, was ein Unternehmen organisatorisch verdauen kann, wer es verantwortet und was für die Umsetzung benötigt wird. Fünf bis sechs Personen – aus den Bereichen Recht, Ethik, Datenanalytik, IT, Security – sollten in die Vorbereitung involviert sein, damit ein KI-Projekt gut umsetzt werde, erklärt Müller.
Datensicherheit beachten
In vielen Fällen reiche es, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen, sie aber für das jeweilige Unternehmen individuell anzupassen, meint Buchegger. Daher müssen die Berater:innen stets am neuesten Entwicklungsstand sein, was KI kann und wo sie einsetzbar ist.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Sicherheit. „Alle Mitarbeiter:innen müssen sich dessen bewusst sein, dass alles, was sie auf ein öffentlich zugängliches Programm wie ChatGPT hochladen, im Internet landet. Daher wird es in manchen Bereichen – bei sensiblen und vertraulichen Daten – geschlossener Kreisläufe bedürfen, vergleichbar mit dem Intranet“, so Müller.
Denn bei jeder Technologie, egal welches Werkzeug verwendet wird, bleibt die Verantwortung beim Unternehmen. |
Viel mehr als ein Schachcomputer: KI durchdringt heute fast alle Bereiche menschlichen Arbeitens.
Am 5. Mai 2026 lädt die Wirtschaftskammer Kärnten gemeinsam mit starken Partnern zu einem praxisnahen und inspirierenden Tag rund um das Thema KI im Lakeside Park.
SAVE THE DATE
KI-Day am 05.05.2026
• Vormi�ag (09:00–11:30 Uhr)
Keynote von Roger Basler de Roca, Podiumsdiskussion, Impulsvorträge von ausgewählten Best Practice-Unternehmen
• Mi�agspause mit Gelegenheit zum Netzwerken (11:45–13:00 Uhr)
• Nachmi�ag (13:00–16:00 Uhr)
Workshops für KI-Einsteiger und Fortgeschrittene, AWS KIPitching, Frauenhofer KI-Mobil
Alle Informationen und Anmeldung unter:
Künstliche Intelligenz ist ein Zukunftsthema, das voll und ganz in der Gegenwart angekommen ist. Es gibt kaum ein Unternehmen, das sich heute nicht mit der neuen Technologie auseinandersetzt und versucht, die bestmöglichen Anwendungsbereiche für den laufenden Betrieb zu finden. Dabei stoßen viele auf Herausforderungen: Welche Tools eignen sich für welche Aufgaben, wie können Mitarbeiter:innen entsprechend geschult werden, und wie lässt sich ein Mehraufwand vermeiden?
www.ki-day.at
Antworten auf Fragen wie diese liefert der KI-Day am 5. Mai 2026 – ein praxisnaher Tag voller Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden zum Thema Künstliche Intelligenz. Dabei bündelt die Wirtschaftskammer Kärnten gemeinsam mit Land Kärnten, Industriellenvereinigung und Digital Innovation Hub (DIH) umfangreiche Expertise aus dem In- und Ausland. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmer:innen und Führungskräfte ebenso wie an Start-ups, Forschungseinrichtungen und Entschei-
dungsträger:innen in Wirtschaft und Verwaltung. Sie alle können am KI-Day von verständlicher Vermittlung und fundierten Einblicken in den State-of-theArt der Künstlichen Intelligenz profitieren: „KI ist kein Trend, sondern ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Der KI-Day zeigt, wie Unternehmen Chancen erkennen und in konkrete Lösungen umsetzen können“, betont Marc Gfrerer, WKK-Berufsgruppensprecher IT (UBIT). Teilnehmende würden Impulse erhalten, die nicht nur inspirieren, sondern echte Wettbewerbsvorteile schaffen, so der IT-Experte.
Von digitalen Assistenten und KI-Agenten
Das umfangreiche Programm des KIDays findet von neun bis 17 Uhr in den Räumlichkeiten des Lakeside Science und Technology Parks statt. Die ersten Stunden sind dem Austausch und Diskurs gewidmet: Neben einer Podiumsdiskussion und Impulsvorträgen von Best Practice-Unternehmen bildet die Keynote von Roger Basler de Roca ein High-
„KI ist kein Trend, sondern ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit.“
Marc Gfrerer, WKK-Berufsgruppensprecher IT (UBIT)
light des Vormittags. In seinem Vortrag „KI zwischen Hype und Pragmatismus“ liefert der renommierte Schweizer Speaker spannende Einblicke in seine 25-jährige Erfahrung als IT- und KI-Berater. Der Nachmittag bietet ein breites Spektrum an Workshops für KI-Ein-
steiger und Fortgeschrittene. Interessierte haben dabei etwa Gelegenheit, Grundlegendes über die Erstellung von eigenen KI-Assistenten und -Agenten zu lernen.
Auch Themen wie Generative Engine Optimization (GEO), Rechtslage und Datensicherheit oder konkrete Use Cases werden behandelt. Von 14 bis 16 Uhr findet zudem das KI-Pitching des Austria Wirtschaftsservice statt, bei dem zehn innovative Start-ups ihre zukunftsweisenden KI-Lösungen präsentieren. Im Foyer informieren zahlreiche Aussteller zu verschiedenen Themen, und im Außenbereich wartet ein KI-Mobil vom Fraunhofer Institut mit praxisnahen KI-Demonstrationen.
Know-how auf dem neuesten Stand
Um in einer rasanten technischen Entwicklung zu bestehen, braucht es eine
genaue Kenntnis aktueller Trends, ein solides Grundlagenwissen – und ein starkes Netzwerk aus Expert:innen, Start-ups und Gleichgesinnten. All das bietet der KI-Day: Eine Teilnahme gewährt nicht nur Einblicke in die neuesten Entwicklungen dieser dynamischen Technologie, sondern auch Zugang zu einer stetig wachsenden KI-Community in Kärnten und darüber hinaus. Die Anmeldung zur Veranstaltung ist bis 30. April möglich –und für alle Interessierten mehr als empfehlenswert. |
Kooperationen im Alpen-AdriaRaum eröffnen Chancen für alle Anrainerstaaten – von wirtschaftlichen Vorteilen bis hin zu offeneren Gesellschaften.
Von Barbara Pachler
Die Karawanken sind ein schroffes Gebirge: Als Teil der südlichen Kalkalpen schneiden ihre Zacken weithin sichtbar in den Himmel und bilden damit eine natürliche und durchaus wirkungsvolle Grenze zwischen Kärnten und Slowenien. Doch wie alle Grenzen trägt auch diese ihre eigene Überschreitbarkeit in sich – eine Tatsache, die sich seit vielen Jahrhunderten in Verkehrswegen, kulturellem Austausch und Handelsbeziehungen äußert. In Zeiten der EU und des freien Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehrs verliert die Grenze zunehmend an Bedeutung – und schafft Raum für die Chancen, die eine gezielte Zusammenarbeit in der Alpen-Adria-Region eröffnet. Eine langjährige Verfechterin dieser internationalen Zusammenarbeit ist Eva Štravs Podlogar. Seit mehreren Jahren leitet die Tourismus-Expertin die Ent-
„Wenn die Basis gelegt und das Vertrauen zwischen den Partnern gefestigt ist, ist es leichter, geschäftliche Beziehungen aufzubauen.“
Eva Štravs Podlogar, Leiterin von RAGOR
wicklungsagentur RAGOR in Jesenice. Wie wichtig Kooperationen in der AlpenAdria-Region sind, erkannte sie bereits während ihrer langjährigen Tätigkeit im Tourismusverband Bled, der unter anderem eng mit Velden und
Beim ersten COVISIONProjekttreffen in Jesenice wurde der Grundstein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Karawanken gelegt.
Villach zusammenarbeitet. „Durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit können wir gemeinsam Projekte umsetzen –aber die Grundlage dafür ist, sich gegenseitig kennenzulernen und ein gutes Verhältnis auf verschiedenen Ebenen aufzubauen“, ist Štravs Podlogar überzeugt.
Verbindendes Gebirge
Um die Zusammenarbeit mit Kärnten weiterzuentwickeln, kooperiert RAGOR eng mit dem slowenischen Wirtschaftsverband in Kärnten (SGZ). Durch slowenische Abende in Kärnten oder gemeinsame Sportveranstaltungen soll die Basis für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit gestärkt werden. Auch mit den mehrsprachigen Schulen in Kärnten werden Projekte umgesetzt – etwa ein Ausflug, bei dem Kärntner Schüler:innen die Stadt Jesenice besuchen und von Schüler:innen des an sässigen Gynmasiums herumgeführt werden. Dieser Fokus auf junge Menschen ist für Štravs Podlogar besonders wesentlich: „Ich sehe hier ein großes Potenzial. Es ist wichtig, dass die Zusammenarbeit verschiedene Generationen umfasst und junge Menschen einbezieht, denn sie sind die Generation der Zukunft.“
Auch rund um die Karawanken konnten RAGOR und SGZ eine grenzüberschreitende Kooperation in die Wege leiten:
Das INTERREG-Projekt COVISION soll dazu beitragen, die Karawanken als gemeinsamen Tourismus-, Lebens- und Wirtschaftsraum zu begreifen – ein Gebiet der Zusammenarbeit, der Entwicklung und des Vertrauens, an dem Gemeinden auf beiden Seiten der Berge gleichermaßen teilhaben. So werden die Gemeindeleiter:innen von Jesenice, Bled oder Radovljica ebenso in das Projekt einbezogen wie die Bürgermeister von Ferlach, Finkenstein oder St. Jakob im Rosental, wo am 5. März 2026 das zweite Projekttreffen stattfinden wird. Im Zuge von SEME, einem weiteren INTERREGProjekt, gibt es eine ähnliche Zusammenarbeit im Kontext von ökologischer Saatguterhaltung und Biodiversitätsförderung im Grenzgebiet.
Stärker durch Zusammenhalt All diese Kooperationen sind nicht vorrangig wirtschaftlicher Natur. Dennoch kann auch die Wirtschaft ganz klar profitieren, wie Štravs Podlogar betont: „Wenn die Basis gelegt und das Vertrauen zwischen den Partnern gefestigt ist, ist es leichter, geschäftliche Beziehungen aufzubauen.“ Schon jetzt ist Österreich einer der wichtigsten Geschäftspartner Sloweniens. Kärnten und die Steiermark nehmen hier aufgrund der räumlichen Nähe eine Sonderstellung ein, die durch die
Koralmbahn und den Ausbau der slowenischen Bahninfrastruktur noch weiter gestärkt wird. Auch am Arbeitsmarkt findet ein reger Austausch statt: Mehr als 13.000 Slowen:innen pendeln täglich in die Steiermark, über 8.000 weitere arbeiten in Kärnten. Ein gutes Zeichen, findet Eva Štravs Podlogar: „Einerseits für Österreich, weil es bedeutet, dass die Slowen:innen den Arbeitgeber:innen vertrauen und die Rahmen bedingungen stimmig sind. Andererseits bedeutet es auch, dass die Öster reicher:innen die Slowen:innen für ihre Arbeit wertschätzen.“
Europäische Makroregion
Die bestehenden Wirtschaftsbeziehungen im Alpen-Adria-Raum zu stärken, hat sich auch das New Alps Adriatic Network (NAAN) zur Aufgabe gemacht. NAAN ist ein Zusammenschluss aus zehn Wirtschaftskammern in Südösterreich, Norditalien, Slowenien und Kroatien mit Hauptsitz in Klagenfurt, das die erweiterte AlpenAdria-Makroregion innerhalb der EU besser positionieren soll. Als Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der Wirtschaftskammer Kärnten ist Hemma Kircher-Schneider eng in die Aktivitäten von NAAN involviert. Ihre Abteilung unterstützt Kärntner Unternehmen bei Internationalisierungsvorhaben und regt
dazu an, über die Grenzen zu schauen. Dafür bietet die geographische Lage Kärntens aus Kircher-Schneiders Sicht ideale Voraussetzungen: „Die Alpen-Adria-Region ist ein großer Markt, der vor unserer Haustüre liegt – und den man unbedingt nutzen sollte. Während der Pandemie haben wir gesehen, dass es hier bereits sehr enge und selbstverständliche Kooperationen gibt – etwa beim Import von Dienstleistungen, aber auch bei Waren wie Kulinarik oder Textilien.“ Auch im Export spielen Slowenien und Italien für Kärnten eine wichtige Rolle – insgesamt 15 Prozent des Kärntner Exportvolumens entfallen auf die beiden Nachbarländer.
Öffnung mit Mehrwert
Diese engen Verflechtungen wären ohne die Europäische Union so nicht möglich. „Der EU-Binnenmarkt ist für die Kärntner Betriebe zum Glück Alltag geworden. Leider wird er in seiner Bedeutung immer noch unterschätzt. Dass man selbstverständlich und ohne Kontrolle nach Slowenien oder Italien fahren, dort Montagetätigkeiten durchführen oder Waren ausliefern kann, ohne vor einer Zollgrenze zu stehen – das haben wir nur der EU zu verdanken“, betont Kircher-Schneider. Auch für Eva Štravs Podlogar steht der Wert der Europäischen Union außer Frage. Wie die Wirtschaftskammer Kärn-
„Die Alpen-Adria-Region ist ein großer Markt, der vor unserer Haustüre liegt – und den man unbedingt nutzen sollte.“
Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der WKK
ten informiert auch RAGOR slowenische Unternehmen gezielt über ihre Optionen am österreichischen Markt. Dass nach wie vor eine sprachliche Hemmschwelle zwischen den beiden Ländern besteht, bereitet ihr angesichts der immer besseren Englischkenntnisse jüngerer Generationen kaum Sorgen. „Ich glaube, wir können durch den Austausch in allen Bereichen profitieren – egal ob als Unternehmen, die expandieren wollen, im Tourismus oder im Bildungsbereich“, so Štravs Podlogar.
Auf österreichischer Seite wünscht sich Hemma Kircher-Schneider eine größere Offenheit – nicht zuletzt gegenüber der slowenischen Sprache: „Ich finde es schade, dass es in den meisten Kärntner Schulen nicht möglich ist, Slowenisch als Zweitsprache zu wählen. Hier könnte man im Bildungssystem mehr Flexibilität beweisen – nicht zuletzt, weil eine slawische Sprache der Schlüssel zum gesamten slawischen Sprachraum sein kann.“ An der Schnittstelle von drei Sprachräumen kommt Kärnten eine Sonderstellung zu, die zahlreiche Chancen birgt. Eine sprachliche und wirtschaftliche Annäherung könnte in Südösterreich, Slowenien und Norditalien zu einer offeneren Gesellschaft beitragen – und dazu anregen, den Alpen-Adria-Raum, genau wie die trennenden Karawanken, als etwas Gemeinsames zu begreifen. |
MEHR INFOS
• zur Entwicklungsagentur RAGOR unter www.ragor.si/en
• zu den Aktivitäten von NAAN unter www. alpe-adria-network.com
Innovative Start-ups live erleben – Save the Date!
Wirtschaftsachse KärntenSteiermark stärkt Area Süd
Im Rahmen eines Arbeitstreffens im Jänner intensivierten die Wirtschaftslandesräte und WK-Präsidenten der beiden Bundesländer ihre Zusammenarbeit.
Im Amt der Kärntner Landesregierung empfingen Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig und WKK-Präsident Jürgen Mandl ihre steirischen Kollegen Landesrat Willibald Ehrenhöfer und WK-Steiermark-Präsident Josef Herk. Ziel des Arbeitstreffens war es, die Weiterentwicklung des gemeinsamen Wirtschaftsraums voranzutreiben und den internationalen Außenauftritt zu stärken.
Koralmbahn als Bindeglied
Anlass für das Treffen bildete die Inbetriebnahme der Koralmbahn. Die bereits zuvor etablierte Wirtschaftsachse Kärnten-Steiermark sollte durch das Treffen
Wietersdorfer Gruppe fokussiert
Corporate Business Development
Die Wietersdorfer Gruppe legt nun einen stärkeren Fokus auf strategisches Wachstum: Um die Unternehmensstrategie gezielt weiterzuentwickeln und konkrete Wachstumsinitiativen umzusetzen, wurde kürzlich Lukas Himler-Bürger als Head of Mergers & Acquisitions eingesetzt. Ziel ist es, Expansionsvorhaben voranzutreiben und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Wietersdorfer Gruppe zu sichern.
„Die Wietersdorfer Gruppe verbindet unternehmerische Stabilität mit einem klaren Zukunftsanspruch“, so HimlerBürger. „Ich freue mich, gemeinsam mit den Teams in den Geschäftsfeldern strategische Initiativen voranzutreiben, Wachstumspotenziale zu erschließen und die langfristige Entwicklung der Unternehmensgruppe aktiv mitzugestalten.“
noch enger verbunden werden, konkrete Schritte wurden festgelegt. „Ziel ist es, die neue Wirtschaftsregion international sichtbar zu machen, als dynamischen Standort mit großer Innovationskraft. Gemeinsam erhöhen wir unsere Schlagkraft im internationalen Wettbewerb und treten als starke Stimme im Süden auf“, so Schuschnig. Auch Willibald Ehrenhöfer sieht in der Koralmbahn eine Jahrhundertchance, betonte allerdings: „Damit unser Potenzial voll ausgeschöpft werden kann, braucht es die klare Unterstützung durch die Bundesregierung – insbesondere bei Infrastruktur, Fachkräften, Innovation und internationaler Positionierung. Wenn wir Synergien heben, Potenziale nutzen, künftig Doppelgleisigkeiten vermeiden und so unsere Stärken stärken, kann es gelingen, unseren Wirtschaftsstandort mit hoher Innovationskraft und exzellenter Lebensqualität international wirksam zu positionieren“, so der steirische Wirtschaftslandesrat. |
Kurz nach Eröffnung der Koralmbahn trafen sich zentrale Leitungspersonen der Universitäten Graz und Klagenfurt für eine gemeinsame Strategieklausur in St. Paul. Ziel des Treffens war es, wichtige Zukunftsthemen der Hochschulregion zu besprechen und die Zusammenarbeit zu stärken. Zudem sollte das Treffen die gesellschaftspolitische Rolle der Universitäten für die Zukunft festigen.
Von 24. bis 27. März findet am Messegelände Gospodarsko razstavišče in Ljubljana die Urban Future Conference 2026 statt – Europas größtes Event für nachhaltige Stadtentwicklung. Unter dem Titel „Urban Future. The Better-Cities Event“ vernetzt die Konferenz seit 2019 weltweit zehntausende Akteur:innen, die an der nachhaltigen Transformation ihrer Städte mitwirken wollen. 200 Speaker:innen sprechen über zentrale Themen nachhaltiger Städte – von Stadtzentren über Kreislaufwirtschaft, Resilienz und Formen innovativer Governance bis hin zu Tactical Urbanism und zielführender Change-Kommunikation. Zusätzlich werden im Zuge von 30 Exkursionen spannende Projekte in Ljubljana besichtigt.
SAVE THE DATE
Urban Future. The Better-Cities Event 24.–27. März 2026; GR Messegelände, Ljubljana Mehr Infos: www.urban-future.org
Zu einem ersten positiven Resümee kommt die ÖBB Rail Cargo Group nach 100 Tagen Güterverkehr auf der Koralmbahn.
Die ÖBB Rail Cargo Group zog auf dem Gelände des Industrieunternehmens Alpacem eine positive Zwischenbilanz. 1.050 Züge mit über 21.000 Wagen transportierten im Zeitraum von 100 Tagen mehr als eine Million Tonnen Güter über diese Strecke.
Effizient und energiesparend Kürzere Fahrzeiten, höhere Effizienz und zusätzliche Kapazitäten auf der Südachse bringen deutliche Verbesserungen für den Güterverkehr. Mit maximal zehn Promille Steigung ermöglicht die neue Flachstrecke höhere Anhängelasten, das spart Energie und bis zu 300.000 Zugkilo -
meter pro Jahr. „Die Koralmbahn ist ein Meilenstein für eine leistungsfähige, klimafreundliche Mobilität in Österreich. Die ersten 100 Tage im Güterverkehr zeigen, wie moderne Infrastruktur die Verlagerung auf die Schiene ermöglicht, Unternehmen stärkt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet,“ erklärt Mobilitätsminister Peter Hanke.
Umweltfreundliche Transporte Alpacem setzt seit Jahren auf umweltfreundliche Bahntransporte. Alpacem-Geschäftsührer Bernhard Auer erklärt: „Die Koralmbahn bringt für uns noch verlässlichere und effizientere Transporte undbe-
stärkt uns darin, unsere Logistik konsequent auf die Schiene zu setzen. Gleichzeitig ermöglicht uns die neue Strecke, Transporte nachhaltiger und im Sinne der grünen Transformation durchzuführen. Die enge Zusammenarbeit mit der ÖBB Rail Cargo Group zeigt, wie leistungsfähig und klimafreundlich Schienengüterverkehr heute sein kann.“ |
Ein Termin in der Werkstatt des Autohauses Kaposi in Klagenfurt ist ein Besuch bei Freunden. Technische Kompetenz geht hier Hand in Hand mit Herzlichkeit.
„Die Entwicklung ist rasant. Man muss stets darauf achten, auf dem neuesten Stand zu sein.“
Gert Binder, KFZ-Diagnosetechniker im Autohaus Kaposi als zertifizierter Mercedes Benz Partner.
Persönliche Betreuung ist unsere DNA, die Kunden sollen nicht nur den besten Service bekommen, sondern sich auch wohlfühlen. Ständige Weiterbildung ist eine Selbstverständlichkeit für die Mitarbeiter in unserer Werkstatt“, erklärt Mag. Christian Ratheiser, Geschäftsleiter des Autohauses Kaposi Hofmeester Holding GmbH in Klagenfurt die Philosophie seines Unternehmens.
Hohes technisches Wissen ist auch notwendig, um in einer Spezialwerkstätte arbeiten zu können. Daher haben viele Mitarbeiter Spezialausbildungen. Einer von ihnen ist Gert Binder.
Der Mechaniker steht seit 1996 im Berufsleben und hat die gesamte Entwicklung der Automobiltechnik in Theorie und Praxis mitgemacht.
Mechaniker kann man gar nicht mehr sagen, denn Autos sind heute fahrende Computer. Binder ist „Mercedes BenzDiagnosetechniker“. Der Computer liefert eine Fehlermeldung – beispielsweise eine Kabelunterbrechung – gibt aber nicht die Lokalisierung an. Der Diagnosetechniker macht sich dann auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Dazu braucht man neben dem speziellen Wissen auch Erfahrung und ein gewisses Gespür.
„Die Entwicklung am Automobilsektor ist rasant“, erzählt er. Man müsse ständig darauf achten, auf dem neuesten Stand zu sein. Das gelte sowohl für treibstoffbetriebene Fahrzeuge als auch für E-Autos, deren Anteil in der Werkstatt des Autohauses Kaposi bereits 40 Prozent beträgt.
Hochvolt-Experte
Binder repariert und wartet bei Bedarf alle Fahrzeuge vom Oldtimer bis zu den neuesten Elektroautos, seine Spezialkompetenz ist aber die des Hochvolt-Experten. Für die Wartung und das Service von
Elektroautos bedarf es einer speziellen Ausbildung, verbunden mit „Sicherheitsfreigaben“.
Diese Zusatzausbildungen können in vier Stufen erworben werden. Stufe 1 erlaubt einfache Arbeiten wie Reifen anziehen und Wischwasser auswechseln.
HV 2 ermöglicht die Arbeit am freigeschalteten und damit spannungsfreien Auto, während man in Stufe 3 Elektroautos für Arbeiten freischalten darf.
Der HV-Experte ist die höchste Stufe und wird nach einem Unfall zur Schadensbegutachtung und Beurteilung der
Hochvoltbatterie gerufen. Er übernimmt damit auch eine große Verantwortung, denn er bestimmt durch seine Untersuchung, ob der Wagen sicher oder brandgefährdet ist.
Privat hält es Binder als Ausgleich zur Elektronik analog. Er fährt gern Rad und spielt Eishockey. Als begeisterter Familienmensch verbringt er so oft wie möglich Zeit mit seiner Frau und den drei Kindern. Mit der ersten Tochter hat der Auto-Profi bereits den L-17-Führerschein gemacht. Jetzt begleitet er die zweite Tochter auf ihrem Weg zur Fahrprüfung. |
Viele zufriedene Kunden
Viele Unternehmen und Privatpersonen sind jahrelange Kunden im Autohaus Kaposi und schätzen den professionellen Service und die persönliche Betreuung.
„Als langjähriger Geschäftspartner empfehlen wir das Autohaus Kaposi gerne weiter –die Zusammenarbeit ist unkompliziert, professionell und zuverlässig, der Service reibungslos und das Team stets zuvorkommend.“
Ing. David Czerniak, Check-Trailers
„Mit unseren FahrschulMercedes sind wir bei Kaposi bestens aufgehoben – wir schätzen vor allem den verlässlichen Service und den unkomplizierten, wertschätzenden Umgang.“
Ing. Günter Zobernig, Fahrschule Zobernig
REIFENUMSTECKTAGE BEI KAPOSI
Der 17. April und der 24. April 2026 stehen beim Mercedes Benz Autohaus Kaposi wieder ganz im Zeichen des Jahreszeitenwechsels. An diesen beiden Tagen werden in der Werkstatt ausschließlich Reifen gewechselt. Durch die strukturierte Terminvergabe verkürzen sich die Wartezeiten auf ein Minimum. Die Reifen werden im Halbstunderhythmus umgesteckt, während die Kunden in der Zwischenzeit je nach Tageszeit mit Getränken und einem Frühstück/ Snack verwöhnt werden. Anmeldungen telefonisch 0463 42200 oder per E-Mail mercedes@kaposi.at
„Wir sind Kunden im Autohaus Kaposi, weil bei Kaposi einfach alles schnell, transparent und auf Mercedes-Niveau erledigt wird – vom ersten Check bis zur Übergabe.“
Jonathan Köck, Metallbau Köck
Die Botschaft weitertragen
Der PEFC-Award ist für uns sowohl Anerkennung als auch Auftrag, die Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Das advantage Magazin wurde als erstes Printmagazin Österreichs mit dem renommierten PEFCAward ausgezeichnet. Diesen Award erhalten jedes Jahr fünf Unternehmen, die einen besonderen Beitrag zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft leisten. Wir möchten die Botschaft weitertragen.
Unsere Mission
Wir sehen diese Auszeichnung als Bestätigung unseres Weges und zugleich als Auftrag, diesen umsichtig weiterzugehen. advantage möchte Verantwortung sichtbar machen, Qualität und Nachhaltigkeit miteinander verbinden und die Wirtschaft aktiv mitgestalten. Unser Ziel ist es,
nachhaltiges Denken im Wirtschafts- und Lebensumfeld weiter zu verankern, Innovation mit Verantwortung zu verbinden und Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung zu geben. „Mit Herzblut einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten, Vorteile in Wirtschaft und Leben zu vermitteln –das ist mein persönlicher Anspruch“, betont Gründer und Herausgeber Walter Rumpler.
Seit 2024 trägt das advantage Wirtschaftsmagazin das PEFC-Siegel. Das verwendete Papier sowie das Druckereiunterneh-
Neue Impulse für Klagenfurts Wirtschaft
Die neue Plattform wird zur zentralen Anlaufstelle für Unternehmen, Start-ups und Investoren und soll Klagenfurt im In- und Ausland präsenter machen.
Das Wirtschaftsservice „Invest in Klagenfurt“ ist die neue Anlaufstelle für Unternehmen, Start-ups und Investoren. Als neue Dachmarke unterstützt die Plattform eine starke und zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung in Klagenfurt. „Mit ,Invest in Klagenfurt‘ denken wir Wirtschaft neu. Wir schaffen damit eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Start-ups und Investoren aus dem In- und Ausland. Unser Ziel ist klar: ein schneller, professioneller und zukunftsorientierter Standortservice,“ erklärt Wirtschaftsreferent Julian Geier.
Auftrieb für Klagenfurt
men Mohorjeva/Hermagoras sind ebenfalls PEFC-zertifiziert. Die regionale Wertschöpfung zu stärken, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und unseren Lebensraum respektvoll zu behandeln, sind für uns von größter Bedeutung.
Klagenfurt soll sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Bühne präsentiert werden, denn internationale Unternehmen suchen mehr als nur einen Standort. Sie suchen Vernetzung, Verlässlichkeit und Lebensqualität. „Das bietet Klagenfurt“, so Geier. Konkrete Ziele sind die Ansiedlung neuer Betriebe, das Schaffen von Arbeitsplätzen, der Erhalt bereits bestehender Unternehmen sowie die Ansiedlung junger Talente in Klagenfurt. Unter der Dachmarke „Invest in Klagenfurt“ wurde ein umfassendes Kompetenzzentrum entwickelt, um den Wirtschafts-
standort Klagenfurt zu fördern und gleichzeitig Neuansiedlungen zu erleichtern. |
MEHR INFOS
Mehr Informationen zum kostenlosen
Investorenservice finden Sie unter: investinklagenfurt.at
BUCHTIPP
GANZ ANDERS
Ein Märchenbuch in drei Sprachen für Kinder und Erwachsene.
Ein Märchenbuch für Kinder und Erwachsene – ja, das gibt es in deutscher, italienischer und slowenischer Sprache in einem Band. Dieses 94 Seiten umfassende Buch von Carina und Johann Lach ist jedoch nicht nach den üblichen Klischees gestaltet. Es ist vielmehr darauf ausgelegt, beim Lesen kreative Denkprozesse anzustoßen. Die bewusst abstrakt gehaltenen Bilder von Adi Schmölzer sollten die Kreativität beflügeln und der Vorstellungskraft freien Lauf lassen.
Eine Buchstabenfamilie, die lange Zeit froh und glücklich lebte, spielt die Hauptrolle. Eines Tages wollte das D mit dem C den Platz tauschen. Das war der Auslö-
ser für einen furchtbaren Streit. Ein unvorhersehbares Ereignis führte schließlich dazu, dass sich alle wieder versöhnten.
Lesen „trainiert“ das Gehirn, baut Stress ab und trägt fundamental zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Das Gelesene wird erlebbar. Im Kopf entsteht ein „Film“. In der digitalen Welt werden selbstständiges Denken und Handeln zunehmend von vorgefertigten Inhalten verdrängt. Auch die handschriftlichen Aufzeichnungen/Notizen werden immer mehr vernachlässigt.
Mit diesem Märchenbuch kann man sich selbst und auch die ganze Familie mit einem fantasievollen Erlebnis beschenken. |
Sparkasse bietet verlässliches Banking für Unternehmer:innen
Mit der „Sparkasse. BusinessKlasse“ reagiert die Kärntner Sparkasse mit maßgeschneiderten Lösungen auf die Bedürfnisse von Unternehmen mit Weitblick.
Unternehmen brauchen Partner, auf die sie zählen können – das gilt auch für den finanziellen Alltag. Um flexibel auf Herausforderungen, Ziele und Wünsche verschiedener Branchen reagieren zu können, bietet die Kärntner Sparkasse nun ein neues Banking-Modell für Unternehmer:innen an. Die „Sparkasse. BusinessKlasse“ kombiniert eine persönliche Betreuung auf Augehöhe mit smartem Service ohne Umwege im digitalen Unternehmenscockpit George Business: Von Finanzierung über Förderberatung bis hin zu individuellen Lösungen erhalten Unternehmer:innen dabei alles aus einer Hand.
Reisen mit Zusatznutzen
Die Sparkasse-Betreuer:innen begleiten ihre Kund:innen aktiv, verlässlich und mit einem tiefen Verständnis für das jeweilige Unternehmen. Für Unternehmer:innen bietet die Austrian Miles & More Business Premiumcard – exklusiv bei Erste Bank und Sparkassen – echte Mehrwerte. Sie sammeln bei jeder Zahlung wertvolle Meilen, zahlen weltweit flexibel und profitieren von vielfältigen Reisevorteilen. Ein Pluspunkt für alle, die beruflich internationale Wege gehen. |
Persönlich, digital oder telefonisch –je nach Wunsch. Mehr Informationen:
Sommerflugplan 2026: Eurowings
stockt Verbindung Klagenfurt–Köln auf
Kärnten rückt noch enger an das Rheinland: Aufgrund der hohen Nachfrage erhöht Eurowings im Sommer 2026 die Frequenz zwischen Klagenfurt und Köln von zwei auf drei wöchentliche Direktflüge.
Ab der kommenden Sommersaison verbindet Eurowings die Kärntner Landeshauptstadt immer montags, mittwochs und freitags nonstop mit der Metropole am Rhein. Die Aufstockung bietet Geschäftsreisenden und Tourist:innen maximale Flexibilität für Businesstrips, Messebesuche oder verlängerte Wochenenden.
Köln erleben: Business trifft Lebensart Die Erweiterung ist ein klares Signal für die Relevanz dieser Strecke. Mit ihren Schwerpunkten in Medien, Industrie und
Handel zählt die Region Köln zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Für Kärntner Unternehmen bedeutet das die schnelle Erreichbarkeit eines zentralen Marktes, und auch deutsche Gäste profitieren von der direkten Anbindung. Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung besticht Köln durch urbanes Flair: Kölner Dom, Rheinauhafen, Brauhäuser oder Schokolademuseum – nur einige der Highlights für Besucher:innen. Am Flughafen Klagenfurt genießen Reisende die Vorteile eines stressfreien Abflugs mit kurzen Wegen und optimaler Erreichbarkeit. |
MAXIMALE FLEXIBILITÄT
Zusätzlich zu den drei wöchentlichen Direktflügen fliegt Austrian Airlines die tägliche Hub-Anbindung via Wien. Diese lässt sich ideal mit den Eurowings-Direktflügen kombinieren, um individuelle Reisepläne noch flexibler zu gestalten. Infos & Buchung: Details zum Flugplan unter www.klagenfurtairport.at, Buchungen direkt auf www.eurowings.com und www.austrian.com.
Investitionsfreibetrag: Steuerlich entlasten und gezielt investieren
Unternehmen sehen sich oft mit der Herausforderung konfrontiert, passende Investitionsgelegenheiten abzuwägen und die Amortisation zu planen.
Unter aktuellen Gesichtspunkten, wie beispielsweise Innovationen voranzutreiben oder neue Märkte anzusprechen, ist der Investitionsfreibetrag ein wirkungsvolles Instrument und ein gutes Argument für die Investitionsentscheidung. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sollte man den Blick nach vorne richten und nachhaltige Investitionen in die Zukunft in Angriff nehmen“, so Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS Bank. Eine gute Gelegenheit ist der diesjährig sehr hoch angesetzte Investitionsfreibetrag für neu angeschaffte oder hergestellte, abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Er wirkt steuerlich gewinnmindernd und reduziert somit die Einkommens- bzw. Körperschaftsteuer. Voraussetzung ist, dass die Wirtschaftsgüter neu sind und mindestens vier Jahre im Betrieb verbleiben.
Anreize für Investitionen
Besonders attraktiv ist die aktuell befristete Erhöhung des Freibetrags: Für Investitionen bis zum 31. Dezember 2026 können Unternehmen 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten steuerlich geltend machen. Für Investitionen im Bereich der Ökologisierung steigt dieser Satz sogar auf 22 Prozent. „Damit schafft der Gesetzgeber gezielte
Anreize für Zukunftsinvestitionen und nachhaltige Unternehmensentwicklung“, erklärt Juhász.
Zu den begünstigten „klassischen“ Wirtschaftsgütern zählen unter anderem Maschinen und technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroeinrichtungen sowie EDV-Hardware. Noch stärker gefördert werden ökologische Investitionen wie Photovoltaikanlagen, E-Mobilität, energieeffiziente Maschinen oder Maßnahmen im Umweltund Klimaschutz. Gerade diese Investitionen verbinden steuerliche Vorteile mit langfristigen Einsparungen bei Energieund Betriebskosten.
Planung entscheidend
Summa summarum kann der Investitionsfreibetrag zu erheblichen Steuerersparnissen führen. Entscheidend ist jedoch eine frühzeitige und strukturierte Planung. „Investitionszeitpunkt, Art der Wirtschaftsgüter sowie die Einbettung in die Gesamtfinanzierung spielen dabei eine zentrale Rolle“, so Juhász.
Informationen einholen
Die erfahrenen Kundenberater:innen der BKS Bank informieren in einem unverbindlichen Gespräch gerne darüber, wie Sie mit den aktuell attraktiven Finan-
„Der Investitionsfreibetrag ist ein wichtiger Hebel, der Unternehmen die Möglichkeit gibt, Weiterentwicklungen durch gezielte Investitionen voranzutreiben.“
Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender BKS Bank.
zierungsmöglichkeiten eine zusätzliche Ersparnis bei der Umsetzung Ihrer Investition erzielen können. Terminvereinbarungen sind unter 0463 5858 0, per E-Mail an ksc@bks.at oder unter www.bks.at möglich. |
INVESTITIONSFREIBETRAG
Bis 31.12.2026 beträgt der Freibetrag zusätzlich neben der AfA - 20 % der Investitionskosten - 22 % bei ökologischen Investitionen (z. B. Photovoltaik, E-Mobilität, energieeffiziente Maschinen). Begünstigt sind neue Wirtschaftsgüter, die mindestens vier Jahre im Betrieb verbleiben.
Anita Reichenfelser kennt die Backstube seit 30 Jahren und hat das Handwerk noch beim Gründer gelernt.
Gelungene Betriebsübergaben schaffen Kontinuität und Raum für Innovation – und sind ein zentraler Baustein für die Zukunft der heimischen Wirtschaft. Von Anja Fuchs
Erfolgreiche Betriebsübergaben sind für die wirtschaftliche Stabilität und den Erhalt von Arbeitsplätzen wichtiger denn je. Pro Jahr gehen rund 6.000 Unternehmen in Österreich in neue Hände über. Allein in Kärnten stehen jährlich etwa 450 Betriebe vor einem Eigentümerwechsel, in der Steiermark sind es rund 900.
Während die Unternehmensübergabe oft schon frühzeitig geregelt ist, kann sich die Suche nach einer passenden Nachfolge auch über Jahre erstrecken. Unabhängig davon, ob die Übergabe innerhalb der Familie oder extern erfolgt, gilt: Wer sein unternehmerisches Lebenswerk rechtzeitig in verantwortungsvolle Hände legt, schafft die Basis dafür, dass Erfolgsgeschichten weitergetragen werden. advantage rückt zwei gelungene Nachfolgebeispiele aus Südösterreich in den Fokus.
Geschmiedet über Generationen
Das im Lavanttal ansässige Himmelberger Zeughammerwerk Leonhard Müller & Söhne blickt auf eine mehr als 350-jährige Unternehmensgeschichte zurück –und ist damit das älteste noch existierende familieneigene Hammerwerk Europas. Seit 2024 tragen Lisa-Marie Müller und ihr Vater Wolfgang die Verantwortung für den Betrieb gemeinsam. „Früher gab es drei Geschäftsführer – im Laufe der Zeit sind die Cousins meines Vaters ausgeschieden und er hätte das Unternehmen alleine weiterführen müssen. Da er kurz vor der Pension steht, war eine Nach-
„Mein Vater und ich repräsentieren zwei völlig unterschiedliche Generationen: er Techniker, ich Wirtschafterin.“
Lisa-Marie Müller, Himmelberger Zeughammerwerk
folge dringend notwendig. Für mich war klar: Den Betrieb in externe Hände zu geben, kam nie in Frage. Ich bin praktisch im Unternehmen aufgewachsen, schon mit zwei Jahren durfte ich auf dem Stapler mitfahren und seit 2012 arbeite ich aktiv mit. Mein Herz schlägt für diese Firma“, erzählt Müller, die das Hammerwerk als erste Frau in der Unternehmensgeschichte weiterführen wird.
Dabei galt es auch Hürden zu nehmen: „Die größte Herausforderung war, mich als Frau in einem stark männerdominierten Bereich zu behaupten. Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter – ich musste mir meinen Respekt hart erkämpfen, immer wieder zeigen, wozu ich fähig bin. Ich habe eine dicke Haut entwickelt und gebe jeden Tag 150 Prozent.“ Auch die Zusammenarbeit mit ihrem Vater sei oft herausfordernd gewesen. „Wir repräsentieren zwei völlig unterschied liche Genera tionen: er Techniker, ich Wirtschafterin. Hinzu kommt die VaterTochter-Dynamik – er musste lernen, mich auch als Geschäftspartnerin zu sehen. Was uns zusammenhielt, war stets der Gedanke, dass wir alles für das Wohl der Firma und unseres Teams tun.“
Als essenziell für eine erfolgreiche gemeinsame Betriebsführung sieht Müller klare, gemeinsam definierte Ziele – und vor allem deren konsequente Umsetzung. Der Erfolg des Unternehmens, ein harmonisches Miteinander und die Wertschätzung der Mitarbeitenden müssten dabei jederzeit im Mittelpunkt stehen. Unerlässlich seien auch ein ausgeprägter Teamgedanke und ein respektvolles Miteinander. „Alleingänge funktionieren nicht”, ist Müller überzeugt. Regelmäßige Jours fixes und laufender Austausch tragen dazu bei, dass jede:r den eigenen Verantwortungsbereich gut wahrnehmen kann und zugleich über alle wichtigen Themen informiert bleibt. Vertrauen sei die tragende Basis der Zusammenarbeit, um eine gemeinsame Führung auch in anspruchsvollen Zeiten zu ermöglichen –und nicht zuletzt nachhaltig. „Unser Ziel ist es, das Unternehmen weiterhin so erfolgreich zu leiten, dass das 400-jährige Jubiläum der Firma Müller
gefeiert werden kann, im besten Fall bin ich auch Teil davon“, so die Geschäftsführerin. Neben technischen Optimierungen in der Produktion steht für die Zukunft die Erschließung neuer Märkte auf der Agenda. Ein weiterer Schwerpunkt: „Die Revitalisierung unseres Kraftwerks, um verstärkt Eigenstrom zu erzeugen und das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus zu rücken. Dabei geht es nicht allein um Effizienz, sondern vor allem um Verantwortung – gegenüber unserer Umwelt, unseren Mitarbeiter:innen und unseren Kund:innen.“
Admonts süßes Erbe
Ein weiteres Exempel einer erfolgreichen Betriebsnachfolge liefern Birgit Blamauer und Anita Reichenfelser: Seit rund zwei Jahren führen sie gemeinsam die Café Konditorei Stockhammer in Admont. Mit der Übernahme des Traditionsbetriebes sicherten sie sich den steirischen FollowMe-Award 2025 in der Kategorie „Familienexterne Nachfolge“. Reichenfelser kennt die Backstube seit 30 Jahren, hat das Handwerk noch beim Gründer der Konditorei gelernt. Als der Verkauf im Raum stand, war klar: Lieber selbst weitermachen, als die Zukunft des Unternehmens in fremde Hände zu legen. Auch Blamauer ist schon seit zwei Jahrzehnten Teil des Teams. Nach einer Familienpause kehrte sie in den Betrieb zurück und kümmert sich heute um Café und Service.
Die Nachfolgerinnen der Konditorei Stockhammer wurden für ihren Einsatz mit dem Follow Me Award ausgezeichnet.
„Am Anfang dachte ich, Verantwortung macht schwer. Heute weiß ich: Sie gibt auch Freiheit.“
Anita Reichenfelser, Café Konditorei Stockhammer
In Admont ist die Konditorei Stockhammer eine Institution, die seit Jahrzehnten für Beständigkeit und Qualität steht – sowohl bei Einheimischen als auch bei Tourist:innen. Für die Nachfolgerinnen stand außer Zweifel: Einen solchen Betrieb übernimmt man nicht einfach nebenbei. Reichenfelser musste sich neben der Backstube auch in Buchhaltung und Verkauf einarbeiten. „Das war neu, aber lernen kann man alles“, sagt sie mittlerweile. Blamauer weiß, dass vertraute Abläufe ein anderes Gewicht bekommen, sobald man selbst die Verantwortung trägt. Mit 13 Mitarbeiter:innen in der Sommersaison, zahlreichen Teilzeitkräften und wechselnden Wochenenddiensten war Organisation gefragt –doch das Team fand rasch einen gemeinsamen Rhythmus.
Führung als Teamarbeit
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Übergabeprozess? „Am Anfang dachte ich, Verantwortung macht schwer. Heute weiß ich: Sie gibt auch Freiheit. Unternehmerin zu sein ist leichter, als ich ge-
dacht habe – vor allem, wenn man’s nicht allein trägt,“ so Reichenfelser. Zu den zentralen Fragen zählten unter anderem: Wie können wir die Qualität halten und gleichzeitig Veränderungen umsetzen?
Und wie ein Team führen, mit dem man schon seit Jahrzehnten zusammenarbeitet?
Führung sieht das Unternehmerinnen-Duo heute als Teil des Alltags – jedoch nicht in Form von Anweisungen oder Kontrolle, sondern als Teamarbeit mit viel Fröhlichkeit und Humor. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, tägliche kurze Besprechungen halten das Team auf Kurs und gemeinsames Essen ist Pflicht. So entsteht ein Klima, in dem sich alle einbringen können. „Wir mischen uns nicht dauernd ein, sondern vertrauen einander. Und auch dem Team. Genau das macht es leicht“, ist Blamauer überzeugt. |
WISSENSWERT
Aktuell befindet sich Österreich in einer massiven Übergabewelle: Im Zeitraum von 2025 bis 2034 gehen 52.500 Betriebe – exklusive EPU – in neue Hände über. Das entspricht knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberunternehmen mit rund 705.000 Beschäftigten (Quelle: bmvet.gv.at). Alle wichtigen Infos zum Thema Betriebsübergabe und -übernahme – inklusive Serviceangebot mit individueller Beratung und Nachfolgebörse bietet die WKO unter
www.wko.at/ktn/gruendung/betriebsnachfolge
INTERVIEW
mit AK-Direktorin-Stellvertreterin Irene Hochstetter-Lackner
AK Kärnten hilft bei der Wohnraumbeschaffung
Die Arbeiterkammer Kärnten unterstützt ihre Mitglieder mit einem zinsenlosen Wohnbaudarlehen von bis zu 6.000 Euro.
advantage: Welche Förderungen bietet die AK ihren Mitgliedern an?
Irene Hochstetter-Lackner: Die Kosten für Wohnraum steigen stetig, daher unterstützt die Arbeiterkammer Kärnten ihre Mitglieder mit einem zinsenlosen Wohnbaudarlehen in Höhe von bis zu 6.000 Euro. Dieses kann für den Hausbau, den Wohnungskauf, Zu- und Ausbauten sowie für Sanierungen des Eigenheims genutzt werden. Ebenso förderfähig sind Investitionen in alternative Energien wie Wärmepumpen, Pellet- oder Hackschnitzelheizungen sowie Photovoltaikanlagen.
Auch der Bezug einer Mietwohnung bei Genossenschaften oder Gemeinden wird unterstützt.
Wer ist antragsberechtigt?
Jeder, der zum Zeitpunkt der Antragstellung Mitglied der Arbeiterkammer Kärnten ist und sich in einem aufrechten Dienstverhältnis befindet, kann das AK-Wohnbaudarlehen „Schaffung von Wohnraum“ beantragen.
Wie sind die Rückzahlungsbedingungen geregelt? Das Darlehen ist sowohl zinsen- als auch kostenfrei. Die Rückzahlung erfolgt – ab-
hängig von der Darlehenshöhe, die maximal 6.000 Euro beträgt – in monatlichen Raten von bis zu 150 Euro.
Welche Unterlagen sind einzureichen und wie läuft die Antragstellung ab?
Für den Antrag werden neben dem ausgefüllten Formular Einkommensnachweise von Antragsteller:in und Mitschuldner:in aus dem Vormonat benötigt. Außerdem ist ein Nachweis über die geplante oder bereits gesetzte Maßnahme erforderlich, etwa ein Kaufvertrag, Rechnungen oder eine Wohnungszuweisung.
Nach Einlangen des Antrags werden die Unterlagen geprüft. Sollten Dokumente fehlen, werden diese schriftlich nachgefordert. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird der Darlehensvertrag von Antragsteller:in und Mitschuldner:in unterzeichnet. Die Auszahlung erfolgt in der Regel im Monat nach der Vertragsunterzeichnung.
Wohnraum ist besonders für junge Menschen oft kaum leistbar. Gibt es für sie spezielle Unterstützungen? Lehrlinge, die AK-Mitglieder sind, das 18. Lebensjahr vollendet haben und sich
in einem aufrechten Lehrverhältnis befinden, können das AK-Wohnbaudarlehen „Junges Wohnen“ beantragen. Dieses richtet sich an Personen bis zum 35. Lebensjahr, die eine Genossenschafts- oder Gemeindewohnung beziehen. Die Darlehenshöhe beträgt fix 3.000 Euro. Besteht Anspruch auf den Alleinverdieneroder Alleinerzieherabsetzbetrag, erhöht sich der Betrag pro Kind um 500 Euro. Die monatliche Rückzahlungsrate liegt bei 50 Euro.
Ist eine Kombination mit anderen Förderungen möglich? Ja, andere Förderungen oder Zuschüsse haben keinen Einfluss auf die Vergabe des AK-Wohnbaudarlehens. |
WEITERE INFOS
Kostenlose Beratung und Unterstützung rund um das AK-Wohnbaudarlehen: 050 477 4002 oder foerderungen@akktn.at
Im ersten Teil der neuen Veranstaltungsreihe von Verantwortung zeigen! widmeten sich die Teilnehmer:innen dem Thema Sinn in der Arbeitswelt. Von Barbara Pachler
Unsere Gesellschaft ist im Wandel: Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegsgeneration sind mittlerweile über 60 Jahre alt, immer mehr Menschen gehen in Pension – und schaffen Raum für eine Generation, die ihnen unter neuen, veränderten Bedingungen nachfolgt. Dieser Übergang bietet Möglichkeiten für Chancen und Innovationen, aber auch für Konflikte. Mit den Generationen können sich auch Werte wandeln – und Dialog, klare Kommunikation und Empathie wichtiger denn je machen.
Platz für neue Perspektiven
„Mit den Generationendialogen öffnen wir Räume, in denen Entscheidungsträger:innen von heute und morgen miteinander Wege entwickeln, wie die unternehmerische Zukunft gelingen kann.“
Iris Straßer, Geschäftsführerin des Netzwerks Verantwortung zeigen!
Das Netzwerk Verantwortung zeigen! (VZ) nimmt diese Gegebenheiten zum Anlass für Engagement und Veränderung: In insgesamt acht Generationendialogen möchten Geschäftsführerin Iris Straßer und Martin Straßer, Leiter der future minds^, gemeinsam mit etablierten Führungskräften und jungen Talenten aus zahlreichen südösterreichischen Unternehmen ausloten, wohin sich unsere Arbeitswelt bewegt. Sinn oder ein hohes Gehalt? Bindung oder Flexibilität? Wer trägt die Verantwortung? Fragen wie diese werden in Diskussionsrunden zunächst von den Führungskräften, dann von den jungen Mitarbeiter:innen (future minds^) und schließlich gemeinsam diskutiert. „Mit den Generationendialogen öffnen wir Räume, in denen Entscheidungsträger:innen von heute und morgen miteinander neue Wege entwickeln, und stellen Werte und Strukturen gemeinsam auf den Prüfstand,“ erklärt VZ-Geschäftsführerin Iris Straßer. Martin Straßer schließt sich an: „Es ist wichtig, dass Führungskräfte und Vorstände Zugang finden zur Meinung der Jungen, die damit Mitverantwortung übernehmen für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.“
Beim ersten Generationendialog, der am 15. Jänner 2026 in der Kelag stattfand, drehte sich alles um die Sinnfrage. „Sinn in der Arbeit – mehr als nur Gehaltsscheck?“ lautete das Motto, unter dem die Wichtigkeit von Sinnstiftung gegenüber materiellen Anreizen im Arbeitsleben besprochen wurde. Als etablierte Führungskräfte diskutierten Gastgeber Danny Güthlein, Vorstand der Kelag, Ferdinand Bucher, Landesdirektor der Wiener Städtischen, Isabella Jandl, Magistratsdirektorin der Stadt Klagenfurt, ATRIO-Geschäftsführer Richard Oswald, Michaela Sapetschnig, Personalverantwortliche der Kelag, Brigitte Stocker vom TZ Möllbrücke und AMS-Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig. Auf Seite der future minds^ nahmen Nikolas Hartbauer (KEW), Claudia Holzmann (Kärnten Netz), Miriam Jobst (AMS Kärnten), Lisa Mack (KWF), Tim Singer (Alpacem) und Oliver Steiner (ATRIO) am Dialog teil.
Dabei zog sich das Thema Wertschätzung wie ein roter Faden durch den Nachmittag: Gute Kommunikation, Anerkennung von Geleistetem und nicht
„Es ist
wichtig, dass Führungskräfte und Vorstände offen sind für die Meinung der Jungen, die damit Mitverantwortung übernehmen für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.“
Martin Straßer, Leiter der future minds^
zuletzt informelle Gespräche sind demnach die Basis, auf der eine gute Unternehmenskultur fußt – diese wiederum beeinflusst nachhaltig Leistungsfähigkeit und -willen der Mitarbeiter:innen. Auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, sich weiterzuentwickeln und die eigene Selbstwirksamkeit im Unternehmen zu spüren, ist für Viele von großer Bedeutung. Die Perspektive der Jungen zeigte zudem: In einer Gegenwart, in der Zukunftsperspektiven oft wenig Stabilität vermitteln, wird Zeit zur wichtigeren Währung. Die Möglichkeit, auch im Arbeitskontext über die eigene Zeit zu verfügen, bietet – in Kombination mit
dem beständigen Wert zwischenmenschlicher Interaktion – einen von vielen Ansätzen für sinnvolles, gemeinsames Arbeiten. |
GENERATIONENDIALOGE 2026
• 4. März 2026: „Zukunft des Unternehmens“ –gemeinsamer Job?
• 14. April 2026: „Verantwortung teilen“ –Generationen im Pflichtenkatalog
• 20. Mai 2026: „Neue Vorbilder“ – Führung im Umbruch
• 22. September 2026: „Leistung, aber anders“ –zählt nicht das Ergebnis?
• 29. September 2026: „Leistung, neu definiert“
• 21. Oktober 2026: „Rollentausch“ –Gender & Führung neu denken
Weitere Details unter: verantwortungzeigen.at
Jeder erhaltene Betrieb stärkt den Standort
In Kärnten werden jährlich mehr als 500 Betriebe übergeben. Die Wirtschaftskammer Kärnten setzt gezielte Maßnahmen, um bestehende Unternehmen und damit Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wissen am Standort zu erhalten.
Prognosen zufolge steht in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung eine Welle an Betriebsübergaben an. Bis 2034 sollen in Österreich rund 52.500 kleine und mittlere Unternehmen eine Nachfolge suchen. In Kärnten wurden 2024 mehr als 500 Betriebe übergeben. Um einen Betrieb erfolgreich zu übergeben, braucht es jedoch gute Planung. „Viele Punkte müssen beachtet werden, damit der Wechsel friktionslos erfolgen kann. Daher unterstützt die Wirtschaftskammer die Unternehmer:innen mit einem umfassenden Serviceangebot“, erklärt Lucija Wakounig, Leiterin des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten.
Erhalt von Betrieben für die regionale Wertschöpfung
Die Ausgangslage ist bei jeder Betriebsübergabe eine andere. „Klar ist, jeder erhaltene Betrieb ist ein Gewinn für die Gesellschaft und den Standort Kärnten,“ erklärt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten. Der Betrieb und die Arbeitsplätze bleiben erhalten, die Wertschöpfung bleibt vor Ort und das Unternehmen kann weiterwachsen. „Aber auch für den ländlichen Raum ist es wesentlich, dass die Unternehmensnachfolgen gesichert bleiben. Gerade dort lebt die Bevölkerung von der Infrastruktur, die ein Unternehmen bietet. Familienunternehmen, die über Generationen geführt werden, sind am Land oft stark verwurzelt und stärken den Standort,“ betont Mandl die Bedeutung des Erhalts regionaler Betriebe.
Vorteile Betriebsübernahme
Mit der Nachfolge wird ein bestehender Betrieb übernommen, gerade bei erstmaliger Selbstständigkeit, ist ein:e Betriebsübernehmer:in aber auch Gründer:in. Die Übernahme eines zukunftsfitten Betriebes kann somit manche Vorteile für Unternehmer:innen mitbringen. Neben einem bestehenden Kundenstamm, aufgebauter Infrastruktur sowie vorhandener Lieferant:innen und Partner:innen, wird ein bestehendes Team übernommen.
„Übernahmen durch familienexterne Nachfolger werden zunehmen. Diese müssen auch gefördert werden, damit wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze für Lehrlinge und Wissen am Standort halten können.“
Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
Außerdem ist die Betriebsübernahme oft eine Chance, vom Start weg erfolgreich zu sein. „Unser Ziel ist es, Hürden abzubauen, Orientierung zu geben und Gründer:innen die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie für einen erfolgreichen Start brauchen – von individueller Beratung bis zu digitalen Tools“, fügt Wakounig hinzu.
Familienbetriebe unter Druck
Die größte Hürde liegt aktuell darin, geeignete Unternehmer:innen zu finden, die einen Betrieb übernehmen möchten. „Der Fortbestand von Familienunternehmen ist unter Druck. In Zukunft werden Übernahmen durch Familienmitglieder abnehmen. Übernahmen durch familienexterne Nachfolger:innen werden zunehmen. Diese müssen auch gefördert werden, damit wir Wertschöpfung, Arbeits-
„Familienunternehmen, die über Generationen geführt werden, sind am Land oft stark verwurzelt und stärken den Standort.“
Jürgen Mandl
plätze, Ausbildungsplätze für Lehrlinge und Wissen am Standort halten können,“ erklärt Jürgen Mandl. Die meisten Betriebe werden in den Branchen Gewerbe und Handwerk, Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie im Handel übergeben.
Von Expert:innen kompetent begleitet
Mit umfassenden Serviceangeboten unterstützt das Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten Unternehmen bei allen Schritten der Übergabe und Übernahme. Als zentraler Baustein für Unternehmer:innen gilt die Nachfolgeberatung. Die Experts Group Übergabe Consultants der Wirtschaftskammer steht für professionelle Beratung und Begleitung zur Seite und hilft Unternehmer:innen mit dem Fokus auf Qualität passende Berater:innen für ihre jeweiligen Bedürfnisse zu finden. Sie unterstützt Übergebende von der Planung bis zur finalen Übergabe und sorgt in herausfordernden Situationen durch mediative Begleitung für einen strukturierten und
fairen Übergabeprozess. Besonders essenziell sind die rechtliche sowie die steuerliche Beratung. Um Konflikten vorzubeugen und klare Verhältnisse zu schaffen, müssen viele Punkte geregelt und sollten bestenfalls in einem Übergabevertrag festgehalten werden. Aufgrund des breiten Spektrums an Themengebieten, die es bei einer Übergabe zu beachten gilt, beraten die Expert:innen in den Bereichen Arbeitsrecht bis Versicherungsrecht, Förderungen und Betriebsanlagengenehmigung.
Forum-Betriebsnachfolge
Etwa fünf Jahre sollten Unternehmer:innen für eine Betriebsübergabe einplanen, zwei Jahre davon sind für die konkrete Umsetzung notwendig. Für die Suche eines externen Übernehmers veranstaltet die Wirtschaftskammer Klagenfurt am 7. Mai 2026 wieder das Forum-Betriebsnachfolge. Bei der Veranstaltung im Speed-Dating-Format treffen Betriebsübergeber:innen und potenzielle Übernehmer:innen aufeinander. Durch eine strukturierte und moderierte Gesprächsführung soll der Austausch möglichst erfolgreich werden. Interessierte melden sich im Vorfeld an und werden im Hintergrund gegenübergestellt. Übernehmer:innen und Übergeber:innen werden noch im Voraus über ihr Match informiert, welches sie am Tag der Ver-
anstaltung persönlich kennenlernen können. Weitere Informationen zur Platform finden Sie auf www.betriebs-nachfolge.at.
Weitere Services zur Nachfolgesuche Für noch mehr Unterstützung auf der Suche nach dem passenden Betrieb oder der passenden Nachfolge gibt es die WKO-Nachfolgebörse. Dort werden sowohl potenzielle Übernehmer:innen als auch Betriebe zur Übernahme gesucht. Außerdem besteht die Möglichkeit kostenlose Inserate in der „Kärntner Wirtschaft“ und auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen der Wirtschaftskammer zu schalten. Auf der Webseite der Wirtschaftskammer finden Sie detaillierte Informationen und Links zu den Services sowie eine Checkliste für die Übergabe, um herauszufinden, wo Sie in Ihrem persönlichen Prozess der Betriebsübergabe stehen. |
KONTAKT
Gründerservice Wirtschaftskammer Kärnten, Servicezentrum Europaplatz 1 9021 Klagenfurt am Wörthersee T +43 5 90904 777 gruenderservice@wkk.or.at www.gruenderservice.at
LAND LEUTE LEBEN
G’schichteln, Geschichten und Geschichte aus der heimischen Wirtschaftswelt,
gesammelt von Isabella Schöndorfer
Land- und Forstwirtschaft als CO2-Senker
110 Gäste diskutierten im Minoritenzentrum Graz die Rolle nachhaltiger Landnutzung im Klimawandel. Expert:innen von JOANNEUM RESEARCH, Wegener Center und Landwirtschaftskammer betonten: Neben dem Ausstieg aus fossilen Energien sind negative Emissionen entscheidend. Wälder speichern CO₂ langfristig, Holz ersetzt emissionsintensive Rohstoffe. Auch Humusaufbau und biodiverser Anbau stärken Klimaschutz und Ernährungssicherheit. Die Reihe „Balanceakt CO₂“ wird im März und April fortgesetzt.
Generationenwechsel im BLEIB BERG F.X. Mayr Retreat
Feelgood expandiert nach Seiersberg-Pirka
Nur zwei Monate nach dem Start in Kalsdorf eröffneten Ines Brunner und Thomas Mühlbacher einen zweiten FeelgoodStandort in Seiersberg-Pirka. Bereits 314 Mitglieder trainieren im ersten Studio. Das neue Center bietet mehr Fläche und stärkt das Konzept aus sanftem, präventivem Training ohne Leistungsdruck sowie „Bewegung und Begegnung“ in familiärer Atmosphäre. Die Expansion folgt auf die starke Nachfrage nach gesundheitsorientiertem Training.
Mit Jahresbeginn übernimmt Georg Stossier die ärztliche Leitung des BLEIB BERG F.X. Mayr Retreats in Bad Bleiberg. Georg Stossier ist mit der Modernen Mayr-Medizin aufgewachsen. Sein Vater, Harald Stossier, zählt zu ihren prägenden Persönlichkeiten und bleibt dem Haus als wissenschaftlicher Berater verbunden. Als Arzt für Allgemeinmedizin und diplomierter F.X. Mayr Arzt verbindet Georg Stossier klassische Prinzipien mit moderner Diagnostik und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Seit Sommer 2024 Teil des Ärzteteams, verantwortet er nun die medizinische Ausrichtung des Retreats. Sein Fokus liegt auf präziser Diagnostik, individueller Betreuung und einem ganzheitlichen Ansatz, ergänzt durch Expertise in Orthomolekularer Medizin und Funktioneller Myodiagnostik. Geboren in Klagenfurt, studierte er in Timișoara und absolvierte seine Ausbildung am Klinikum Klagenfurt. Weitere Stationen bei VIVAMAYR vertieften seinen Zugang zur Modernen MayrMedizin.
Auch heuer steht das Mausoleum tagsüber für eine Installation zur Verfügung.
Familie Stocklauser
eröffnet elfte Filiale
Der Bäckereibetrieb
Stocklauser betreibt mittlerweile elf Filialen in Kärnten und der Steiermark und stärkt damit die regionale Nahversorgung. Zum Unternehmen zählen Standorte in Weitensfeld (Stammhaus), Gurk, Althofen, Murau, St. Lorenzen ob Murau, Stadl-Predlitz, auf der Turrach sowie vier Filialen in Klagenfurt (Benediktinerplatz, Obirstraße, Bahnhofstraße, Fleischmarkt). Bis zu 70 Mitarbeitende produzieren täglich zwischen 2.000 und 6.000 Semmeln. Zusätzlich werden rund 750 Großkunden sowie vier Skigebiete – Hochrindl, Flattnitz, Kreischberg und Turrach – beliefert. Der Betrieb steht für handwerkliche Produktion, regionale Lieferketten und eine klare Qualitätspositionierung statt Preiswettbewerb. Traditionelle Produkte wie das „Bergsteigerbrot“ (seit 1878) ergänzen ein modernes Sortiment.
Kooperation für nachhaltige Entwicklung der Nockberge Der Biosphärenpark Nockberge, die Nockalmstraße und das Land Kärnten vertiefen ihre Zusammenarbeit zur nachhaltigen Regionalentwicklung. Ziel ist es, Naturschutz, Besucherlenkung und regionale Wertschöpfung besser zu verbinden. Als UNESCOBiosphärenpark setzt die Region auf hochwertige Naturerlebnisse bei gleichzeitigem Schutz sensibler Lebensräume. Die Nockalmstraße übernimmt dabei eine zentrale Rolle als kontrollierter Zugang mit Informations- und Bildungsangeboten.
Lebenszeichen aus Graz
Von 5. bis 8. März 2026 verwandelt das Elevate Festival unter dem Motto „Vital Signs“ Graz in eine Bühne für Musik, Diskurs und Kunst. Mehr als 150 Künstler:innen, über 30 internationale Sprecher:innen und 15 Locations prägen die 22. Ausgabe. Das Diskursprogramm thematisiert gesellschaftliche Erschöpfung und Aufbruch, Elevate Arts bespielt ab 16. Februar den öffentlichen Raum. Installationen, Residencies und EU-Projekte unterstreichen den internationalen Anspruch. Weitere Infos: elevate.at
mit VDir. Mag. Wolfgang Mandl, Vorstandsvorsitzender in der Volksbank Kärnten eG
„Das Herzstück bleibt das persönliche Vertrauen“
Bei der Genossenschaftsbank Volksbank Kärnten stehen echte Regionalität, persönliche Betreuung sowie Stabilität und Vertrauen im Fokus.
advantage: Die Volksbank ist die älteste Genossenschaftsbank Österreichs. Herr Mandl, Sie haben die Leitung einer Bank mit 175 Jahren Geschichte zum Jahreswechsel übernommen. Was bedeutet Ihnen diese Verantwortung?
Wolfgang Mandl: Die Leitung einer Bank mit einer so langen und erfolgreichen Geschichte zu übernehmen, erfüllt mich mit großer Demut und Stolz. 175 Jahre Bestand bedeuten 175 Jahre Vertrauen unserer Kund:innen, oft seit Generationen –und genau dieses Vertrauen ist für mich Verpflichtung und Ansporn zugleich.
Die Volksbank war immer mehr als ein Finanzinstitut: Sie ist ein regionaler Partner, ein Begleiter in wirtschaftlichen wie persönlichen Lebensphasen und ein Motor für die Entwicklung Kärntens. Diese Verantwortung respektiere ich zutiefst, und ich sehe es als meine Aufgabe, diese Tradition fortzuführen und gleichzeitig mutig und innovativ in die Zukunft zu denken.
Wie würden Sie den aktuellen Kurs der Volksbank Kärnten beschreiben, möchten Sie auch neue Akzente setzen?
Die Volksbank Kärnten steht für starke Regionalität, persönliche Kundennähe und für ein klares Bekenntnis zu unserem genossenschaftlichen Modell. Das ist unser Kern – und der bleibt. Ich möchte diesen Kurs keinesfalls verändern, sondern weiter stärken – mit zusätzlichen
Impulsen, besonders in drei Bereichen:
• Konsequente Kundenorientierung: Wir wollen als die regionale Bank erlebbar sein – unkompliziert und verständlich, persönlich erreichbar und maßgeschneidert.
• Strategischer Ausbau digitaler Angebote: Damit Banking so bequem wie möglich wird, ohne den persönlichen Kontakt zu verlieren.
• Stärkung der regionalen Wirtschaft: Mit modernen Finanzierungsmodellen und Beratung, die Unternehmen in jeder Phase unterstützt. Wir kennen den Kärntner Markt, unterstützen die heimischen Unternehmer:innen und treffen rasche Entscheidungen vor Ort.
Die Finanzbranche steht künftig vor großen Veränderungen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen immer mehr an Wichtigkeit. Welchen Stellenwert hat Innovation in einer Bank mit so langer Tradition?
Tradition und Innovation sind für uns kein Widerspruch, sondern eine Voraussetzung dafür, auch künftig erfolgreich zu sein. Digitalisierung hilft uns, Prozesse schneller und einfacher zu gestalten – und schafft Zeit für das, was uns ausmacht: persönliche Beratung auf Augenhöhe. Nachhaltigkeit ist für die Volksbank Kärnten ein zentraler Bestandteil der Unternehmensausrichtung. Schritt für Schritt gestalten wir unseren Bankbetrieb noch klimafreundlicher – unterstützt durch klare Ziele und KPIs sowie moder-
ne, emissionsoptimierte Filialstandards. Für Unternehmer:innen bieten wir gezielte Nachhaltigkeitsberatungen und Audits an, um sie bei ihrer Transformation zu begleiten und ESG-Potenziale sichtbar zu machen.
Im Veranlagungsbereich wächst unser Angebot an nachhaltigen Wertpapieren stetig. Zusätzlich unterstützen wir regionale Betriebe mit jährlichen Informationsbroschüren zu Themen wie Energie und Kreislaufwirtschaft. Ein besonderes Highlight sind unsere eigenen PixiBücher zu Umweltthemen, mit denen wir auch schon die Jüngsten spielerisch für nachhaltiges Denken begeistern.
Wo sehen Sie sich und die Volksbank in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird die Volksbank Kärnten ihren Wachstumskurs gezielt weiter fortsetzen – durch den Ausbau digitaler Services, ein bedarfsgerechtes Kundenmanagement und einen klaren Fokus auf nachhaltige Finanzierungen. Gleichzeitig bleiben für uns jene Werte zentral, die uns als Volksbank ausmachen: regionale Nähe, Verlässlichkeit und persönliche Betreuung. Ich sehe die Volksbank als moderne Opti-Channel-Bank, die Daten intelligent nutzt, Prozesse vereinfacht und digitale Effizienz mit echter menschlicher Nähe verbindet. In dieser Weiterentwicklung möchte ich aktiv mitgestalten –indem ich dazu beitrage, unsere Marke weiter zu stärken, Kundenerlebnisse zu
verbessern und den langfristigen Erfolg unserer Bank und des gesamten Verbunds zu unterstützen.
Was ist Ihnen darüber hinaus noch wichtig?
„Wer eine Bank sucht, die Kompetenz mit Herz, Moderne mit Tradition und Digitalisierung mit Menschlichkeit verbindet, findet all das bei der Volksbank Kärnten – seit 175 Jahren.“
VDir. Wolfgang Mandl, Vorstandsvorsitzender Volksbank Kärnten eG
schätzung, Zuhören und Verlässlichkeit im Mittelpunkt – sowohl gegenüber unseren Kund:innen als auch gegenüber unseren Mitarbeiter:innen.
Warum sollte man sich für die Genossenschaftsbank Volksbank Kärnten entscheiden?
bleiben an der Seite unserer Kund:innen –in guten wie in herausfordernden Zeiten. Kurz gesagt: Wer eine Bank sucht, die Kompetenz mit Herz, Moderne mit Tradition und Digitalisierung mit Menschlichkeit verbindet, findet all das bei der Volksbank Kärnten – seit 175 Jahren. Gutes zieht Kreise. |
Mir ist besonders wichtig zu betonen, dass Banking von Menschen gemacht wird. Trotz aller Technik bleibt das persönliche Vertrauen das Herzstück unserer Arbeit. Darum stehen für mich Wert-
Weil wir drei Dinge vereinen, die heute selten geworden sind: Echte Regionalität –Wir entscheiden vor Ort, wir handeln vor Ort, aus der Region, für die Region. Persönliche Betreuung – Bei uns bekommt jede:r Kund:in eine individuelle Beratung statt einer Standardantwort und das in verständlicher Sprache. Stabilität und Vertrauen – 175 Jahre zeigen: Wir
KONTAKT
Volksbank Kärnten eG
Pernhartgasse 7 9020 Klagenfurt am Wörthersee Tel +43 (0)5 09 09 kundenservice@vbktn.at volksbank-kaernten.at
Von beruflicher Neuorientierung bis hin zur Gesundheitsvorsorge: Warum Erwachsenenbildung zunehmend an Stellenwert gewinnt. Von Anja Fuchs
an lernt nie aus: Eine Redewendung, die selten so aktuell war wie heute. Erwachsenenbildung ist mittlerweile zu einem zentralen Pfeiler für Wirtschaft und Gesellschaft geworden – nicht nur in Österreich. Dass Bildung im Erwachsenenalter dabei weit über den Arbeitsmarkt hinauswirkt, belegen unter anderem die EAEA Country Reports, die einen zivilgesellschaftlichen Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Erwachsenenbildung (ALE) in Europa liefern. Die Analyse 2025 zeigt: Erwachsenenbildungsinstitutionen liefern einen messbaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert. Sie tragen zur digitalen und grünen Transformation bei, fördern soziale und demokratische Teilhabe – und nicht zuletzt das Wohlbefinden und die Gesundheit der Lernenden.
Entwicklung und fördert den sozialen Zusammenhalt.“ Im österreichweiten Regierungsprogramm zur Erwachsenenbildung wird diese auch als Instrument im Kampf gegen Fake-News und Desinformation oder beim Thema Finanz- und Wirtschaftsbildung sowie der Digitalisierung gesehen. Zudem soll sie dazu dienen, das Kunst- und Kulturleben niederschwellig zu gestalten und die Kulturvermittlung zu stärken. Im Gesundheitsbereich werden Prävention und Gesundheitskompetenz als zentrale Themen genannt.
Zahlen und Perspektiven
„Bildung ist und bleibt ein zentraler Türöffner –für Menschen jeden Alters ebenso wie für ein innovatives, zukunftsfähiges Kärnten.“
Geistig in Bewegung bleiben Forschungsergebnisse aus dem Bereich Gerontologie und Bildung zeigen konsistent:
„Unsere Welt verändert sich rasant – dabei ist das lebenslange Lernen eine zentrale Säule unserer Gesellschaft “, so Landesrat Peter Reichmann, Referent für Erwachsenenbildung in Kärnten. „Bildung ist und bleibt der Schlüssel zu einem guten Leben. Erwachsenenbildung schafft Chancen, eröffnet neue Perspektiven, stärkt die persönliche
Wie breit Erwachsenenbildung in Österreich bereits genutzt wird, zeigt die Adult Education Survey, die alle sechs Jahre durchgeführt wird: Im Zuge der letzten Erhebung 2022/2023 gaben 58 Prozent der Befragten an, innerhalb eines Jahres an Bildungs- oder Weiterbildungsangeboten teilgenommen zu haben, mit 43,4 Prozent Teilnahmequote bei den 55- bis 64-Jährigen (Quelle: Statistik Austria).
Ein Blick auf das Ranking der wichtigsten Weiterbildungsthemen der nächsten Jahre ergibt folgendes Bild: An erster Stelle liegt Künstliche Intelligenz, gefolgt von Future Technologies/Green Jobs und IT-Skills. Bei den Weiterbildungsformaten sind reine Präsenztrainings mit 60 Prozent aller geplanten Maßnahmen weiterhin stark vertreten, während Digitale Formate (21 Prozent) und Blended
Lernen im Alter kann helfen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten oder zu stärken, indem es geistige Herausforderungen liefert. In der Wissenschaft spricht man von Konzepten wie der „kognitiven Reserve“: Je aktiver ein Gehirn „trainiert“ wird, desto besser kann es altersbezogenen Veränderungen entgegenwirken. Hier eröffnet Erwachsenenbildung eine breite Palette an Möglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen – und fördert neben der geistigen Fitness auch den sozialen Austausch. „Dabei ist völlig egal, ob man sich sportlich, künstlerisch oder handwerklich betätigt. Zentral ist, dass man miteinander etwas tut. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht für sein körperliches und seelisches Wohlbefinden soziale Kontakte,“ erklärt Johanna Muckenhuber von der Klinischen Abteilung für medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie der MedUni Graz. „Wichtig ist, dass es möglichst niederschwellige,
leicht zugängliche und leistbare Angebote gibt, damit möglichst viele Menschen teilnehmen können. Das erleichtert die Kontaktaufnahme und damit die Chance, andere Leute kennenzulernen.“
Im Fokus: Bildung 50+ Um das Bewusstsein für lebenslanges Lernen in der Bevölkerung zu stärken, hat der Bildungshub Kärnten kürzlich die Kampagne „Bildung kennt kein Alter –Neue Perspektiven gewinnen“ ins Leben gerufen, die gezielt Menschen ab 50 anspricht. Im Mittelpunkt der Initiative steht die breite Palette an Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten im Bildungshub – von berufsbegleitender Weiterbildung und akademischen Formaten bis hin zu Kursen in Digitalisierung, Gesundheit, Sprachen, Kreativität und gesellschaftlicher Bildung. Flexible Lernformen erleichtern den Einstieg und knüpfen gezielt an vorhandene Lebens- und Berufserfahrungen an. „Bildung ist und bleibt ein zentraler Türöffner – für Menschen jeden Alters ebenso wie für ein innovatives, zukunftsfähiges Kärnten“, so Sabine Herlitschka, Präsidentin des Bildungshub Kärnten und Aufsichtsratsvorsitzende der FH Kärnten. „Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an Fachkräften gewinnen Bildungsangebote für Menschen ab 50 massiv an Bedeutung.“
Als gemeinnütziger Zusammenschluss vereint der Bildungshub Kärnten die zentralen Bildungsakteure des Landes: bfi Kärnten, Die Kärntner Volkshochschulen, FH Kärnten, die Universität Klagenfurt, das WIFI Kärnten sowie das Land Kärnten. Ihre enge Kooperation bildet die Basis für innovative Bildungsangebote, die sich an den Bedürfnissen der Lernenden ebenso orientieren wie an den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Dabei eröffnen die Mitgliedseinrichtungen vielfältige Bildungswege – für Weiterbildung, Studium oder zur bewussten Neuorientierung in jeder Lebensphase. „In dieser Form ist die Zusammenarbeit österreichweit einzigartig und wird bereits über die Landesgrenzen hinaus als Best-Practice-Modell wahrgenommen. Gemeinsam machen wir Bildungsangebote sichtbarer, nutzen Synergien und übernehmen Verantwortung dafür, Bildung als gemeinsamen Auftrag für Gesellschaft, Wirtschaft und Demokratie weiterzuentwickeln“, erklärt Beate Gfrerer, Vorstandsvorsitzende des Bildungshub und Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen, die landesweit jährlich mehr als 3.000 Kurse an über 80 Standorten anbieten.
Bildungsnetzwerk Steiermark
Auch Kerstin Slamanig, Geschäftsführerin des Bildungsnetzwerkes Steiermark, ist überzeugt: „Erwachsenenbildung leis-
„Erwachsenenbildung leistet einen zentralen Beitrag zu einer wirtschaftlich gesunden, sozialen und demokratischen Gesellschaft, in der man aufeinander zugeht, einander zuhört und viele Menschen Gestaltungskraft und -macht haben.“
tet einen zentralen Beitrag zu einer wirtschaftlich gesunden, sozialen und demokratischen Gesellschaft. Einer zukunftsfähigen Gesellschaft, in der man aufeinander zugeht, einander zuhört und viele Menschen Gestaltungskraft und -macht haben, und nicht nur einige wenige.“ Das Bildungsnetzwerk agiert als zentrale Service-, Vernetzungs- und Interessenplattform der Erwachsenenbildung in der Steiermark. Es vernetzt Bildungsakteure, Politik und Öffentlichkeit über regionale, nationale und europäische Ebenen hinweg, stärkt Kooperationen und liefert Impulse zur strategischen Weiterentwicklung des lebenslangen Lernens. Zugleich macht es Vielfalt sichtbar, informiert unabhängig über Angebote und tritt für Bildung als Grundlage von Teilhabe, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit ein. Darüber hinaus erhebt das Bildungsnetzwerk jährlich Daten zur Erwachsenenbildung in der Steiermark. Die Auswertung 2025 ergab einen Anstieg der Teilnahmen von zwölf Prozent auf insgesamt 378.374. Auch beim Bildungsportfolio zeigte sich ein Zuwachs von acht Prozent auf 27.744 Angebote. |
Robotik & KI: Neue Allianz für Forschung und Lehre
Mit der Vertiefung ihrer Kooperation am Institut ROBOTICS setzen Joanneum Research und Universität Klagenfurt ein starkes Signal für den Forschungsstandort Kärnten.
Ein neuer Kooperationsvertrag hebt die Zusammenarbeit der beiden Institutionen künftig auf ein neues Level: Durch die strategische Partnerschaft werden Forschung, Lehre und Infrastruktur noch enger verknüpft. Im Fokus der Allianz stehen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Robotik und künstliche Intelligenz. Von den daraus entstehenden Synergien profitieren angewandte Forschung und universitäre Lehre ebenso wie Studierende, Unternehmen und nicht zuletzt Kärntens Wettbewerbsfähigkeit als Forschungsstandort.
Neue Brückenprofessur
Eine neu geschaffene Brückenfunktion verankert die Zusammenarbeit institutionell: Die Leitung des Instituts ROBOTICS bei Joanneum Research liegt bei Christian Oswald. Als wissenschaft-
„Im Rahmen der neuen Kooperation können wir unsere Forschung gezielt weiterentwickeln und gleichzeitig regionale Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen.“
Heinz Mayer, Geschäftsführer Joanneum Research
licher Leiter und Schnittstelle zur Universität wirkt Hubert Zangl, Vorstand am Institut für Intelligente Systemtechnologien der Universität Klagenfurt. Ergänzend bringen die Expert:innen von ROBOTICS ihre Expertise in die universitäre Lehre ein, wodurch ein enges Zusammenspiel von Forschung, Lehre und Infrastrukturnutzung entsteht.
Dank der neuen Kooperation sind Robotik und KI künftig stärker in Kärntens Forschungslandschaft verankert. V. li.: Christian Oswald, Hubert Zangl, Gaby Schaunig, Ada Pellert, Heinz Mayer, Jan Steinbrener.
Als Wirtschafts- und Maschinenbauingenieur befasst sich Oswald bei Joanneum Research mit der Wirtschaftlichkeit innovativer und experimenteller technischer Lösungen im Bereich flexibler Produktion und bringt dabei Erfahrung sowohl aus dem industriellen als auch aus dem Early-Stage-Umfeld ein. Zangl ist Professor für Sensor- und Aktortechnik und erforscht in der Robotik die physische Interaktion zwischen Robotern, Objekten und Menschen.
Rund um diese Schlüsselpositionen werden künftig auch Studierende und Projektmitarbeitende in gemeinsamen Forschungsprojekten tätig sein. Durch die eng abgestimmten Forschungsstrategien beider Partner entstehen international sichtbare Kompetenzen und klar profilierte thematische Schwerpunkte.
Forschung als Standortfaktor
„Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, das Institut ROBOTICS in Klagenfurt auf der grünen Wiese zu starten und erfolgreich zu etablieren. Die enge Anbindung an die Universität Klagenfurt stärkt unsere strategische Ausrichtung und verbessert unsere Position bei der Akquisition von nationalen und internationalen Forschungsprojekten“, betont JoanneumResearch-Geschäftsführer Heinz Mayer. „Der Wettbewerb um Fördergelder und qualifiziertes Personal wird stetig intensiver. Neben innovativen Robotik-Anwendungen im industriellen Umfeld werden in Zukunft Entwicklungen im Zusammenhang mit Robotik-Steuerung und KI eine wesentliche Rolle spielen. Im Rahmen der neuen Kooperation können wir unsere Forschung gezielt weiterentwickeln und gleichzeitig regionale Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen.“ |
EXPERTENTIPP
von Angelika Pinter
Lebenslanges Lernen neu gedacht
Die Diätologin, systemische Coachin und Personalberaterin Angelika Pinter erklärt, warum Haltung im eigenen Lernprozess oft wichtiger ist als Wissen.
Lebenslanges Lernen wird oft als Pflicht verstanden. Als etwas, das man tun muss, um am Ball zu bleiben, nicht den Anschluss zu verlieren oder den eigenen Marktwert zu sichern. Noch ein Kurs, noch ein Tool, noch ein Zertifikat – und trotzdem fühlen sich Menschen überfordert, müde, innerlich leer. Seit es als Präventionstool gegen Demenz gesehen wird, wird Lernen sogar als Werkzeug diskutiert, um Krankheiten vorzubeugen. Lernen wird damit zur Strategie gegen Angst – nicht zur Quelle von Entwicklung. Denn wenn Lernen wirklich die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit wäre, müssten wir längst entspannter und gesünder sein.
ZUR PERSON
ANGELIKA PINTER ist Business-Coach für mentalen und körperlichen Erfolg und Diätologin. Sie erreichen die Autorin unter office@angelikapinter.com.
Sind wir aber nicht. Also lohnt sich ein ehrlicher Blick: Vielleicht liegt das Problem nicht im Mangel an Wissen, sondern im Umgang damit.
Beruflich bewege ich mich täglich zwischen zwei Feldern, in denen Wissen reichlich vorhanden ist: Führung und Gesundheit. In beiden Bereichen ist die Studienlage klar, die Empfehlungen sind bekannt, die Modelle etabliert. Und dennoch zeigt sich immer wieder dasselbe Phänomen: Wissen führt nur selten automatisch zu Veränderung. Aus meiner Sicht – geprägt durch meine Arbeit als integraler systemischer Leadership Coach und Diätologin – ist lebenslanges Lernen kein Kompetenzthema, sondern ein Haltungs- und Reifungsthema. Es geht nicht darum, immer mehr zu wissen, sondern darum, bewusster mit dem umzugehen, was wir bereits wissen. Und es geht darum, aus meiner Sicht, das Feuer der Begeisterung am Lodern zu halten, Neues oder ein bestimmtes Thema in der Tiefe kennen lernen zu wollen.
Innere Haltung beeinflusst unsere Entwicklung
Die Wissenschaft ist da erstaunlich klar. Das lernwillige Gehirn liebt Sinn (Was mach ich mit dem Wissen?), Emotion (Bin ich aufgeregt oder gestresst, wenn ich an den neuen Stoff denke?) und Relevanz
„Menschen verändern sich dann, wenn sie sich verstanden oder wirksam fühlen – nicht, wenn sie belehrt werden.“
Angelika Pinter
(In welchen Bereich werde ich das Wissen aktuell für mich in meiner Lebensphase nutzen?). Es liebt allerdings keine PowerPoint-Schlachten im Dauerstress. Unter Druck lernt das Gehirn vor allem eines: wie man durchhält. Nicht, wie man wächst. Neurobiologisch gesehen, schaltet es bei Stress, Zeitdruck, Angst in den Überlebensmodus. Entwicklung wird dann vertagt – gerne auf später. Diese Mechanismen kennen wir aus der Ernährungswissenschaft auch sehr gut. Dauerhafte Veränderungen im Essverhalten entstehen nicht durch Information, sondern durch Beziehung: zur eigenen Wahrnehmung, zu Bedürfnissen, zu inneren Signalen. Menschen verändern sich dann, wenn sie sich verstanden oder wirksam fühlen – nicht, wenn sie belehrt
werden. Übertragen auf das Lernen bedeutet das: Lebenslanges Lernen braucht innere Zustimmung. Es braucht die Bereitschaft, sich selbst ernst zu nehmen, Grenzen wahrzunehmen und Prioritäten zu setzen. Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll.
Die Qualität deiner Fragen beeinflusst die Qualität deines Lebens und Lernens
Vielleicht sollten wir uns weniger oft fragen: Was ist noch alles möglich? Sondern öfter fragen: Wohin will ich als Mensch? Und was ist dazu hilfreich zu erfahren? Die moderne Lernforschung zeigt klar: Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, dauerhaft neue Inhalte aufzunehmen, ohne sie zu verarbeiten. Lernen braucht Phasen der Verdichtung, der Wiederholung und der Reflexion. Ohne diese Phasen bleibt Wissen fragmentiert und entfaltet keine Wirkung im Alltag. Eine lernförderliche Haltung zeichnet sich durch Neugier, Selbstverantwortung und die Fähigkeit zur Reduktion aus. Sie er-
Innere Zustimmung, Neugier, aber auch die Fähigkeit zur Reduktion sind essenziell für erfolgreiches lebenslanges Lernen.
„Das lernwillige Gehirn liebt Sinn, Emotion und Relevanz.“
Angelika Pinter
laubt es, Wissen zu integrieren statt zu konsumieren. Sie fördert Tiefe statt Geschwindigkeit. In einer Welt, die immer schneller wird, ist genau das eine Schlüsselkompetenz: nicht alles aufzunehmen, sondern das Wesentliche wirksam werden zu lassen. Und das Wesentliche ist individuell, was für dich wesentlich ist, ist nicht unbedingt wesentlich für dein Kind, deinen Lieblingsmenschen oder dein Teammitglied. Lebenslanges Lernen bedeutet nicht, alles mitzunehmen, was angeboten wird. Es bedeutet, auswählen zu können. Zu sagen: Das ist gerade relevant – und das darf warten. Diese Fähigkeit zur Reduktion ist keine Schwäche, sondern eine hochentwickelte Form von Selbstführung.
Einladung: Tauschen Sie die Frage: „Was muss ich noch lernen?“ in „Mit welcher Haltung lerne ich und wofür eigent-
lich?“ Lerne ich aus Pflicht oder aus Begeisterung? Mit Disziplin oder mit freiem Willen? Fühl ich mich lebendig, wie ein Kind, das gerade begeistert den Baggerfahrer beobachtet, oder wie einer, der etwas tun muss, damit er gesehen, geschätzt wird?
Einladung als Basis fürs Lebenslange Lernen Lebenslanges Lernen ist kein Dauerlauf im Außen (noch mehr Zertifikate, Podcasts, Schulungen, ...), sondern ein bewusster Prozess im Inneren. Wer seine Haltung klärt, lernt ein Leben lang –auch dann, wenn er gerade nichts Neues (Kurs, Buch, ...) hinzufügt.
Meine Einladung an Sie ist darum auch ganz klar: Tauschen Sie ein paar Lernstunden (Seminar, Podcasts, Schulungen, ...) in Reflexionsstunden und notieren Sie in ein Buch, was Sie wirklich bewegt, wofür Sie brennen und für wen oder was Sie den Unterschied machen möchten. Und daraus resultieren dann die Lernthemen. Und da wir immer wieder in eine neue Phase des Lebens kommen, werden die Themen wechseln und somit lernen wir ein Leben lang! |
BUCHTIPP
Und falls Sie jetzt doch einen Buchtipp wünschen, meine Empfehlung für Sie: Gerald Hüther, Mit Freude lernen – ein Leben lang. Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht, 2023
Im Zentrum eines europäischen Netzwerks
Die FH Kärnten ist ein Leuchtturm für internationale Bildung und Forschung: Als Teil der ACE2–EU-Hochschulallianz kann sie auf ein erfolgreiches Kooperationsjahr zurückblicken.
Wie soll die Bildung der Zukunft in Europa aussehen? Welche Möglichkeiten gibt es für Hochschulen, den großen Herausforderungen unserer Zeit produktiv entgegenzutreten? Diese und viele weitere Fragen gemeinsam zu beantworten ist Ziel der europäischen Hochschulallianz ACE2–EU (Applied, Connected, Entrepreneurial and
Engaged – European University). Mitten im Zentrum dieser Kooperation steht die FH Kärnten: Die Fachhochschule ist Mitbegründerin des Netzwerks, das seit 2024 neun führende Hochschulen aus ganz Europa verbindet.
Angehörige der teilnehmenden Hochschulen profitieren durch die Allianz von zahlreichen Bildungs- und Mobilitätsan-
geboten. Die größten Gewinner sind die Studierenden: „An der FH Kärnten zu studieren bedeutet nun, direkten Zugang zu neun europäischen Hochschulen zu bekommen. Das ist ein massiver Vorteil“, erklärt Peter Granig, Rektor der FH Kärnten. „Mit unseren Partnern entwickeln wir Bildungs- und Forschungswege, die auf die Anforderungen einer dynamischen, europäischen Zukunft vorbereiten. ACE²–EU stärkt unsere Position im Europäischen Hochschulraum und gibt uns die Möglichkeit, Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen aktiv mitzugestalten.“
„A fast start is a good start – denn dieses erste Jahr European University hat gezeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können und was in den kommenden Jahren noch möglich ist.“
Peter Granig, Rektor der FH Kärnten
Entwicklung mit Strategie ACE2–EU ist Teil der European Universities Initiative (EUI), ein Leitprojekt der Europäischen Kommission mit dem Ziel, langfristige strategische Hochschulpartnerschaften aufzubauen. 65 Allianzen mit mehr als 550 Hochschulen aus ganz Europa sind aktuell an der EUI beteiligt. Innerhalb der ACE2–EU-Allianz ist die FH Kärnten für das Arbeitspaket „Forschung, Innovation und Entrepreneurship“ verantwortlich und bringt hier ihre über Jahre aufgebaute Expertise ein. Die Förderung im Ausmaß von 14,4 Millionen Euro – davon 2,2 Millionen Euro für die FH Kärnten – ist für eine Projektlaufzeit von vier Jahren anberaumt. Erklärtes Ziel der teilnehmenden Hochschulen ist es jedoch, die Kooperation über diesen Zeithorizont hinaus fortzusetzen. Nur so könne eine stabile Zusammenarbeit geschaffen und die Zukunft der europäischen Bildung nachhaltig weiterentwickelt werden, betont Granig.
Die Initiative fügt sich nahtlos in die Strategie 23–30 ein, in der die FH Kärnten ihre Zielsetzungen für die nächsten Jahre definiert. Insbesondere die Internationalisierung, einer der vier strategischen Grundpfeiler, wird durch das Projekt immens gestärkt. Das zeigt sich auch bei den Studierendenzahlen: Seit dem offiziellen Projektbeginn am 1. November 2024 wuchs der Anteil internationaler Studierender um rund 18 Prozent. „Für Studierende eröffnet die Allianz eine Bandbreite neuer Möglichkeiten, um sich international zu vernetzen und sich optimal für den Arbeitsmarkt vorzubereiten –etwa durch multidisziplinäre, internationale Workshops und EntrepreneurshipProgramme und Freiwilligeneinsätze in kulturellen und sozialen Organisationen in ganz Europa“, erzählt Studentin Sonia Moncaleano. Julia Marinaccio, Projektleiterin der ACE²–EU an der FH Kärnten, schließt sich an: „Ob Mobilität, gemeinsame Studienangebote oder Forschungsinitiativen – wir vernetzen Menschen, Ideen und Institutionen.“
Starke Zwischenbilanz
Darüber hinaus brachte das erste Kooperationsjahr weitere wichtige Meilensteine mit sich: Zentrale Strukturen wurden innerhalb der Allianz etabliert und zahlreiche kooperative Formate entwickelt. Neben dem Jahreskongress in Ingolstadt fanden mehrere Arbeitstreffen statt –eines davon direkt an der FH Kärnten. Gemeinsam führten Vertreter:innen der Hochschulen Workshops zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen durch und entwickelten innovative Lernformate, die Allianzstudierenden schon in den kommenden Semestern zur Verfügung stehen werden.
Den Abschluss des Arbeitstreffens an der FH Kärnten bildete der International Day, an dem die Delegationen der Projektpartner und zahlreiche internationale Hochschulangehörige teilnahmen. Aleksandra Jama, Head of International Rela-
tions Office an der FH Kärnten, zeigt sich erfreut über das große Interesse: „Über 200 Hochschulangehörige haben am diesjährigen International Day teilgenommen – ein Signal für die internationale Öffnung unserer Hochschule. Aus diesem Austausch entstehen neue Ideen und Kooperationen, die unseren Studierenden und der Region zugutekommen.“ Und auch Rektor Peter Granig freut sich
„Für Studierende eröffnet die Allianz eine Bandbreite neuer Möglichkeiten, um sich international zu vernetzen und sich optimal für den Arbeitsmarkt vorzubereiten.“
Sonia Moncaleano, Studentin an der FH Kärnten
über die bereits erzielten Erfolge: „A fast start is a good start – denn dieses erste Jahr European University hat gezeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können und was in den kommenden Jahren noch möglich ist.“ |
Die grüne Energiewende bringt viele Neuerungen in das Thema Strom und neue Anforderungen an die Netze. Die Landschaft ist bunt geworden. Von Monika Unegg
Viele Jahrzehnte lang basierte die Stromversorgung in Kärnten auf den Fluss- und Speicherkraftwerken sowie Kohlekraftwerken. Die Kohlekraftwerke wurden nach und nach geschlossen, die Wasserkraftwerke sichern weiterhin die Grundlast. Ergänzt wird die Stromerzeugung aus Wasserkraft immer mehr von vielen kleineren und einigen größeren Photovoltaik-Anlagen sowie einigen Windkraftanlagen. Diese Entwicklung und die gestiegene Nachfrage nach Strom stellen die Netze vor neue Herausforderungen, verbunden mit hohen Investitionen in die Infrastruktur.
„Wir befinden uns mitten in der Energiewende“, erklärt Michael Marketz, Geschäftsführer der Kärnten Netz GmbH (KNG). So hat sich die Anzahl der Photovoltaikanlagen von 6000 im Jahr 2019 auf knapp 37.000 mehr als versechsfacht. „Die Leistung der Photovoltaik hat mittlerweile das Ausmaß der Leistung der Kraftwerkskette entlang der Drau“, so Marketz. Derzeit pendle sich die Anzahl der Neuanmeldungen von rund 10.000 jährlich auf 5.000 bis 7.000 zusätzliche Anlagen pro Jahr ein, damit sei mit einem weiteren Zuwachs zu rechnen, so Marketz.
Die Kärnten Netz zählt zu den zehn größten Verteilernetzbetreibern Österreichs und bringt – mit ein paar kleinen
Ausnahmen – im gesamten Bundesland die elektrische Energie zum Endverbrauch. In Summe sind es 230.000 Kund:innen, von großen Industriebetrieben bis zu den Privathaushalten.
Dafür spannt sich ein Netz von insgesamt 18.500 Kilometer Leitungen, die es zu betreuen gilt, übers Land. Dazu kommen 50 Umspannwerke und 7.500 Trafostationen.
Hohe Investitionen
Laut Schätzungen wird der Stromverbrauch bis 2040 weiter steigen, denn die Bevölkerung soll von der weiteren Transformation von fossiler zu erneuerbarer, oft elektrischer Energie – bei industriellen Prozessen, für Heizung und Mobilität – überzeugt werden. Laut Schätzungen bedinge diese Energiewende bis 2040 eine Verdoppelung der aktuell benötigten Strommenge, sagt Marketz.
Um die gestiegenen und weiter steigenden Energiemengen sowie die Vielzahl an Einspeisepunkten in die Leitungslandschaft zu integrieren, muss die Kärnten Netz die Leitungskapazität auf allen Spannungsebenen verstärken. Daher werden in den nächsten Jahren rund 1.000 Ortsnetze ausgebaut, wobei bei den Baumaßnahmen oft Synergien mit der Errichtung des Glasfasernetzes genutzt werden. Ausbau heißt in diesem Fall nicht nur mehr Leitungen, sondern auch dickere und leistungsstärkere Kabel. Allein im Jahr 2026 beträgt das Investitionsvolumen 180 Millionen Euro. In den
„Die Kärnten Netz GmbH wird in den nächsten zehn Jahren in die Verstärkung der Netze und damit in die Netzsicherheit mehr als eine Milliarde Euro investieren.“
Michael Marketz, Geschäftsführer der Kärnten Netz GmbH
nächsten zehn Jahren wird Kärnten Netz mehr als eine Milliarde Euro investieren. Die Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft ist stark schwankend, was weitere Anforderungen für die Netze bedeutet, die nicht an ihre Grenze kommen dürfen. Sowohl ein plötzliches Zuwenig als auch ein Zuviel an eingespeister Energie muss beherrscht werden. Mit Überwachung über Sensorik und Digitalisierung muss ständig die entsprechende Balance gehalten werden.
Das alles kostet Geld. Kärntens Endkund:innen zahlen im Österreichvergleich die höchsten Netztarife. Das sei der Zersiedelung in weiten Teilen des Landes geschuldet, sagt Marketz. Auch das abgelegenste Gehöft müsse mit elektrischer Energie versorgt werden. Das bedeute im Durchschnitt mehr Leitung pro Kund:in und das ergebe ein weit verzweigtes Netz, das gewartet und ausgebaut werden müsse.
Die gute Nachricht: Da sich der Netztarif auf die bezogene Kilowattstunde berechnet, wird der prognostizierte Mehrabsatz die Netzkosten prozentuell verringern. Wird mehr Strom verbraucht, bedeutet dies geringere Netzkosten pro Kilowattstunde.
Energiegemeinschaften
Über niedrigere Netzkosten können sich Mitglieder von Erneuerbaren-EnergieGemeinschaften (EEG) freuen. Mehr als 3500 dieser Gemeinschaften gibt es in Österreich, mit Trend nach oben.
Kleinere oder mittlere Unternehmen, Gewerbebetriebe, Landwirtschaften und Haushalte können sich zusammenschließen, gemeinsam Strom erzeugen, nutzen und auch verkaufen. Man kann Strom auch nur beziehen, ohne selbst eine PVAnlage zu besitzen oder Strom einzuspeisen.
EEG bekommen regional und lokal günstigere Netztarife. Sie sind innerhalb des Netzgebietes eines Umspannwerks regional begrenzt und genießen eine Vergünstigung von 28 Prozent bei den Netzgebühren. EEG Lokal innerhalb des Netzgebietes einer Trafostation zahlen sogar um 57 Prozent weniger für die Nutzung des öffentlichen Netzes. Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) können sich österreichweit vernetzen, kommen aber
nicht in den Genuss einer Vergünstigung. Eine Ausnahme schafft jedoch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG): Im Nahbereich (Definition noch ausstehend) werden künftig auch in BEG Netzvergünstigungen gewährt.
Regionale Wertschöpfung
Für Bertram M. Steiner, Obmann der Osttiroler und Oberkärntner STROMgemeinschaften bedeutet regionale Stromerzeugung und -nutzung auch regionale Wertschöpfung. Darin eingebunden sind nicht nur die zahlreichen PhotovoltaikAnlagen, sondern auch Biogasanlagen und Wasserkraftwerke. Steiner sieht in der Weiterentwicklung und Etablierung von Speichern die Schlüsseltechnologie der dezentralen Energieversorgung. Mit Gemeinschaftsspeichern könne die Stromversorgung sicherer und die Netze entlastet werden, meint er.
Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz sind die Stromerzeuger auch berechtigt, Direktleitungen zu betreiben und zusätzlich mit maximal einem Anschluss in das öffentliche Netz einzuspeisen. Kund:innen können Strom sowohl über die Direktleitung als auch aus dem öffentlichen Netz beziehen, wodurch sich die Netzkosten und damit auch die Energiekosten deutlich verringern.
Was die einen sparen, zahlen die anderen, denn die Gesamtkosten der öffent-
„Die Zukunft der dezentralen, nachhaltigen Energieversorgung liegt in der Speichertechnologie.“
Bertram M. Steiner, Obmann Osttiroler und Oberkärntner STROMgemeinschaften
lichen Netze werden auf jene Kunden solidarisiert, die zu regulären Bedingungen ihre Kilowattstunden aus dem öffentlichen Netz beziehen.
Eigenverantwortung
Das Konsumverhalten kann sowohl zur individuellen Senkung der Energiekosten als auch zur Vermeidung der Netzschwankungen beitragen. Mit den dynamischen Preismodellen, die nun auch Privatkund:innen angeboten werden müssen, ist das möglich. Der Erzeugerpreis geht an sonnigen Sommertagen mit hohen Einträgen aus der Photovoltaik gegen Null oder rutscht sogar ins Negative. Wer seinen Hauptenergieverbrauch in diese Zeiten legen kann, profitiert davon. Sowohl Marketz als auch Steiner sehen die dynamischen Tarife als Schritt in die richtige Richtung: Strombezieher:innen können in Eigenverantwortung ihre Kosten mitbestimmen, aber auch zur Entlastung der Netze beitragen. |
Sicherheit mit System
Kärnten nimmt hinsichtlich Blackout-Prävention und Katastrophenschutz österreichweit eine Vorreiterrolle ein. Diese Themen sollen auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben.
Wie wichtig eine umfassende Prävention bei Katastrophen ist, haben Vorfälle der jüngeren Vergangenheit, wie der Blackout in Spanien und der großflächige Stromausfall in Berlin, verstärkt gezeigt. „Wir setzen seit Jahren auf strukturierte Vorbereitung, enge Vernetzung aller Einsatzorganisationen und eine starke Einbindung der Bevölkerung“, erklärt Landesrat Daniel Fellner, Katastrophenschutzreferent des Landes Kärnten, das Konzept.
Gut vorbereitet
Erhebungen belegen, dass Kärnten damit auf einem ausgezeichneten Weg und gut vorbereitet ist. So hat der Blackout Readiness Check 2025 von EY Österreich ergeben, dass mehr als 90 Prozent der Kärntner Bevölkerung individuelle Vorsorgemaßnahmen getroffen haben. Damit nimmt Kärnten österreichweit eine Vorreiterrolle in der Blackout-Prävention ein.
Ein wesentlicher Pfeiler der Kärntner Blackout-Strategie ist die flächendecken-
de Vorsorge in den Gemeinden: In allen 132 Kärntner Gemeinden stehen insgesamt 152 sogenannte „Leuchttürme“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um notstromversorgte Einrichtungen in öffentlichen Gebäuden, die im Ernstfall als zentrale Anlaufstellen für Information und Unterstützung dienen.
„Kärnten setzt auf strukturierte, vernetzte Krisenvorsorge und Einbindung der Bevölkerung“
Landesrat Daniel Fellner, Katastrophenschutzreferent Land Kärnten
Feuerwehren als Eckpfeiler
Eine wichtige Rolle spielen die Einsatzkräfte. Die Freiwilligen Feuerwehren zählen zu den Eckpfeilern des Katastrophenschutzes. Eine zeitgemäße Ausrüstung, moderne Uniformen, die Schutz bieten, sowie die Förderung der Feuerwehrju -
gend als wichtige Nachwuchsarbeit sind Investitionen, die maßgeblich zur Sicherheit der Menschen in Kärnten beitragen. Diese Maßnahmen werden auch aufgrund der zunehmenden Unwetterereignisse immer wichtiger. In diesem Zusammenhang soll auch NATWARN –„Naturgefahren-Prognose- und Warnsystem“ für mehr Sicherheit sorgen. „Mehr Stark regen, mehr Muren, mehr Hochwasser – Extremwetterereignisse nehmen zu. Mit ‚Natwarn Kärnten‘ schaffen wir eine zentrale Steuerung von Naturgefahrenwarnungen und optimieren die Abläufe im Krisenfall“, erklärt LR Fellner.
Die richtige Kombination
„Die Kombination aus technischer Vorsorge, klaren Strukturen, raschen Kommunikationswegen, bestens ausgestatteten Einsatzkräften, resilienten Gemeinden und einer gut informierten Bevölkerung macht Kärnten widerstandsfähig. Damit sind wir heute und in Zukunft den Herausforderungen gewachsen“, sagt LR Fellner. |
Familienfreundliche Betriebe fördern die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben und stärken damit Motivation, Engagement sowie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen. Von Melanie Uran
Der Spagat zwischen Beruf und Familie ist für viele Arbeitnehmer:innen herausfordernd.
Für mehr als zwei Drittel der Erwerbstätigen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein entscheidendes
Kriterium für die Jobwahl. Wird der „Gender Care Gap“ hinzugerechnet, zeigt sich, besonders Frauen erleben Mehrfachbelastungen. Sie übernehmen durchschnittlich 43 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Strukturelle Barrieren wie mangelnde Betreuungseinrichtungen machen die Vereinbarkeit von familiären Pflichten und insbesondere Vollzeitbeschäftigung noch schwieriger.
Konsequenzen von Mehrfachbelastung
Folgen der Mehrfachbelastung können vielfältig sein, ein dauerhaft erhöhtes
Stresslevel kann neben Erschöpfung zu gesundheitlichen und psychischen Problemen führen. In ihrer Bilanz für 2025 benennt die Arbeiterkammer Kärnten allgemein psychische Belastungen von Beschäftigten als „blinden Fleck im Arbeitnehmer:innenschutz“. Das zeigt den Handlungsbedarf und welches Potenzial es zu nutzen gilt. Um Familie und Beruf besser miteinander vereinbar zu machen, gibt es Initiativen, die Unternehmen ermutigen, sich in eine familienfreundliche Zukunft zu entwickeln. Mit Auszeichnungen wie „Familienfreundlichster Betrieb“ oder „Familie & Beruf“ oder dem Gütezeichen für „berufundfamilie“ forcieren Bund und Länder genau diese Entwicklung bei Unternehmen, erkennen Veränderungen an und ehren die besten Beispiele mit eben diesen Auszeichnungen. Diese Betriebe leben Vereinbarkeit und zeigen vor, wie es gehen kann. Auch die betriebliche Kinderbetreuung wird ein immer realeres Konzept und spielt sowohl in der Steiermark als auch in Kärntner Unternehmen eine immer größere Rolle.
Wohlbefinden stärken und Motivation erhöhen Erst kürzlich wurden die „Familienfreundlichsten Betriebe Kärntens 2025“ ausgezeichnet. Einer von ihnen ist autArK. Als Sieger in der Kategorie Non-ProfitOrganisation punktet autArK mit Frauenförderungsplanung, familienorientierten Arbeitszeitmodellen, Weiterbildung, einer wertschätzenden Unternehmenskultur, Arbeitsplatzsicherheit und betrieblicher Gesundheitsförderung. „Echte Wertschätzung beginnt dort, wo wir das private Leben unserer Mitarbeiter:innen ernst nehmen und aktiv unterstützen“, betont Andreas Jesse, Geschäftsführer von autArK. Unternehmen, die ein familienfreundliches Arbeitsumfeld pflegen, gewinnen auch an Attraktivität als Arbeitgeber:in und schaffen einen echten Mehrwert für ihre Mitarbeiter:innen. Sie leben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aktiv und unterstützen zugleich das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen. „Ein familienfreundliches Arbeitsumfeld stärkt nicht nur das Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen, sondern erhöht auch Motivation, Engagement und langfristige Bindung. Als soziales Dienstleistungsunternehmen sehen wir es als unsere Verantwortung, jene Haltung nach innen zu leben, die wir auch nach außen vertreten“, so Jesse. Bei autArk wird nichts dem Zufall überlassen. Das Unternehmen setzt unter anderem auf strukturierte Maßnahmen, die Vereinbarkeit systematisch fördern, was mit 33 Standorten in Kärnten durchaus eine Herausforderung ist.
Die Lücken bei der Kinderbetreuung schließen Dicht verwoben mit der Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Erwerbstätigkeit ist die Verfügbarkeit von Betreuungseinrichtungen. Wie wichtig Kinderbetreuung ist, zeigte eine Studie der WKO Steiermark aus dem Jahr 2023, erhoben unter 156
„Echte Wertschätzung beginnt dort, wo wir das private Leben unserer Mitarbeiter:innen ernst nehmen und aktiv unterstützen.“
Andreas Jesse, Geschäftsführer von autArK
Betrieben. Von den befragten Mitarbeiter:innen und Unternehmer:innen sagten 50 Prozent, dass es Verbesserungspotenzial in der Förderung und Schaffung von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen gibt. Deshalb hat das Land Steiermark in Kooperation mit der WKO Steiermark sowie der Industriellenvereinigung im September letzten Jahres eine Plattform zum Thema betriebliche Kinderbetreuung für interessierte Unternehmen geschaffen. Das Hilfswerk Kärnten hat bereits ein Kinderbetreuungsangebot für die Ferien und Fenstertage, wurde ebenfalls „Familienfreundlichster Betrieb 2025“ und beweist, dass Familienfreundlichkeit eine Frage der Haltung ist. Mit 150 verschiedenen Arbeitszeitmodellen, einer eigenen Akademie für Weiterbildungen, einer Work-Life-Balance-App sowie einem Karenz- und Pensionistenpool schafft die Organisation maximale Flexibilität für ihre Mitarbeitenden. „Wir leisten seit Jahrzehnten Pionierarbeit in Sachen Familienfreundlichkeit“, →
erklärt Elisabeth Scheucher-Pichler, Präsidentin des Hilfswerks Kärnten. Mit der Vielzahl an Arbeitszeitmodellen ist es möglich, auf die unterschiedlichsten Lebenssituationen der Mitarbeiter:innen einzugehen, von der Kinderbetreuung bis zur Pflege von Angehörigen. Außerdem wirkt sich das in einer sehr geringen Fluktuation aus. Aktuell liegt die Frauenquote des Hilfswerk bei 98 Prozent mit über 1.000 Beschäftigten in ganz Kärnten.
Vielfalt als Chance statt als Herausforderung sehen
Das Unternehmen Komptech GmbH aus der Steiermark wurde Ende 2025 mit dem Zertifikat „berufundfamilie“ ausgezeichnet. Dieser Betrieb versteht unterschiedliche Hintergründe und Familienkonstellationen seiner Angestellten weniger als herausfordernd, sondern als Chance. „Die Vielfalt unseres Teams ist der Motor für Innovationen und eine nachhaltige Unternehmenskultur – Personen unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Alters, aus vielfältigen Familienkonstellationen, mit einer breiten Palette an Hobbys und Erfahrungen haben alle eine andere Sicht auf Herausforderungen. Davon profitieren wir“, erklärt Christoph Feyerer, CEO von Komptech. Das Unternehmen setzt auf ein RundumPaket an Maßnahmen, die zum Teil schon seit Jahren etabliert sind, und baut diese auch regelmäßig aus: „KT in Motion“ bietet ein breites Angebot von Fitnesseinheiten bis hin zu Backkursen. „Instahelp“ stellt im Bedarfsfall professionelle psychologische Unterstützung bereit. „We Care“ leistet schnelle und unbürokra-
tische finanzielle Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. Mit der Zertifizierung „berufundfamilie“ hat das Unternehmen den „oft als selbstverständlich empfundenen Vereinbarkeitsangeboten“ einen neuen Stellenwert gegeben. So sind sie besser sichtbar und „wir können sie strukturiert weiter ausbauen und neue Ideen entwickeln“, betont Feyerer. „Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen sind die wichtigsten Zutaten für unseren Erfolg und wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenswerte. Die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben sowie das Wohlergehen unserer Beschäftigten stehen daher bei uns seit jeher im Fokus“, lautet sein Credo. Unter allen mit dem Gütesiegel „berufundfamilie“ ausgezeichneten Unternehmen, Hochschulen sowie Gesundheitsund Pflegeeinrichtungen fanden sich fünf Betriebe aus der Steiermark und 22 Kärntner Unternehmen.
Gender Care Gap
Der „Gender Care Gap“ vergleicht, wie groß der Zeitunterschied zwischen Männern und Frauen ist, die täglich unbezahlte Sorgearbeit leisten. Laut AMS Österreich zeigte der „Gender Care Gap“, dass Frauen durchschnittlich 43 Prozent mehr Sorgearbeit übernehmen als Männer. Gründe dafür sind unter anderem Gehaltsunterschiede, denn Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, deshalb ist es für viele Familien ökonomisch sinnvoller, wenn die Frau sich um die Sorgearbeit kümmert und der Mann erwerbstätig bleibt. Außerdem kommen häufig traditionelle Geschlechter-
„Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen sind die wichtigsten Zutaten für unseren Erfolg und wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenswerte.“
Christoph Feyerer, CEO von Komptech
rollen zum Tragen. Fehlende Infrastruktur, wie beispielsweise mangelnde Betreuungseinrichtungen und andere strukturelle Barrieren, können dazu führen, dass Frauen eher einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, um mehr Sorgearbeit übernehmen zu können. Die Konsequenzen daraus münden für Frauen in ökonomischer Abhängigkeit, geringeren Karrierechancen oder im schlimmsten Fall in Altersarmut.
Vom Landespreis zum Staatspreis
Die Auszeichnung „Familienfreundlichster Betrieb“ ist ein Landespreis, den jedes Bundesland ausschreibt. Die drei bestgereihten Unternehmen oder Institutionen des jeweiligen Bundeslandes können am Staatspreis „Familie&Beruf“ teilnehmen. |
Betriebliche Gesundheitsförderung als ganzheitliche Unternehmensstrategie
Betriebliche Gesundheit setzt sich aus der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) inklusive Arbeitssicherheit, Rückengesundheit sowie Stressbewältigung zusammen.
Konkret sollen Maßnahmen im Betrieb implementiert werden, welche zur Förderung des körperlichen und mentalen Wohlbefindens am Arbeitsplatz beitragen oder präventiven Gesundheitscharakter haben.
Werden durch den Dienstgeber finanzielle Zuschüsse an die Beschäftigten für Prävention und andere Maßnahmen der Gesundheitsförderung gewährt, so handelt es sich unter bestimmten Voraussetzungen um freiwillige soziale Zuwendungen, die steuer- und beitragsfrei behandelt werden können.
Voraussetzungen für steuer- und sozialversicherungsfreie Beiträge zur Gesundheitsförderung
Damit die Beiträge zur präventiven Gesundheitsförderung der Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei ausgestaltet werden können, müssen einige Kriterien erfüllt werden.
Zunächst müssen die ausgewählten Maßnahmen der Gesunderhaltung dienen und einem bestimmten Handlungsfeld wie Ernährung, Bewegung, Sucht oder psychische Gesundheit zugeordnet werden können. Das Förderangebot muss zielgerichtet und wirkungsorientiert sowie vom Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkasse umfasst sein. Die Maßnahmen müssen im überwiegenden
betrieblichen Interesse liegen, allen Arbeitnehmern oder definierten Gruppen zur Verfügung stehen und die Durchführung muss durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen.
Beitragsfreie Betriebliche Maßnahmen
Viele Angebote wie Leistungen durch den Betriebsarzt oder medizinische Vorsorgemaßnahmen sowie Impfungen können vom Dienstgeber beitragsfrei angeboten werden. Auch die Nutzung von Fitnessräumen im Unternehmen, Massagen vor Ort oder gesundheitsfördernde Kurse zählen zu den beitragsfreien Maßnahmen.
Die Teilnahme an einer Laufveranstaltung kann als Betriebsveranstaltung mit bis zu 365 Euro pro Jahr und Dienstnehmer steuerfrei organisiert werden. Gutscheine für Sportangebote sind bis zu einem Betrag von 186 Euro jährlich begünstigt.
Zusätzlich können Prämien zur Zukunftssicherung wie zum Beispiel Er- und Ablebensversicherungen, Krankenversicherungen, Anteile an Pensionsinvestmentfonds oder Pensionskassenbeiträge bis zu 300 Euro pro Jahr und Mitarbeiter unter Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes steuerfrei ausgegeben werden.
Abgrenzung zu steuer- und sozialversicherungspflichtigen Beiträgen
Im Mittelpunkt der Beitragsfreiheit muss eine Maßnahme der Gesundheitsförderung und Prävention stehen. Nicht begünstigt sind hingegen Leistungen, die primär der privaten Lebensführung zuzuordnen sind wie beispielsweise Mitgliedschaften für Fitnesscenter und Mitgliedsbeiträge für Sportvereine oder Kochkurse, welche nicht den Schwerpunkt Ernährungsschulung haben.
Die Betriebliche Gesundheit ist ein wichtiger Faktor in der ganzheitlichen Unternehmensstrategie. Im Unternehmen führt die Gesundheitsförderung zu einem besseren Betriebsklima sowie einer Imageaufwertung. Außerdem wird durch gezielte Förderung die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter verbessert und deren Produktivität gesteigert. Es ist erfreulich, dass Dienstgeber in Ihren Bemühungen um gesunde Mitarbeiter durch steuerund sozialversicherungsrechtliche Begünstigungen unterstützt werden. |
Mit der Veranstaltungsreihe „In Zukunft gut haben. Finanziell und gesundheitlich vorsorgen.“ lädt die Volksbank Kärnten dazu ein, Gesundheit und finanzielle Vorsorge zu verbinden.
Bereichsdirektor Horst Hackl begrüßte beim dritten Teil der Reihe zahlreiche interessierte Gäste sowie den neuen Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Kärnten, VDir. Mag. Wolfgang Mandl im Schloss Porcia in Spittal an der Drau.
Vorsorgen und Absichern
Mandl verwies auf die Wichtigkeit präventiver Gesundheitsmaßnahmen:
Aufgrund seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als freiwilliger Flugretter wisse er, dass nahezu die Hälfte der Einsätze auf medizinische Notfälle zurückzuführen seien. Anschließend erklärte Horst Hackl,
wie eng finanzielle Absicherung und gesundheitliche Stabilität miteinander verknüpft sind: „Ein finanziell stabiles Umfeld wirkt sich nachweislich positiv auf das körperliche und mentale Wohlbefinden aus. Daher sollte man frühzeitig mit der Vorsorge beginnen.“
Für ein gesundes Herz
Unter dem Titel „Für ein starkes und gesundes Herz in mir“ präsentierte Prim. Priv.-Doz. Hannes Alber aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kardiologie und erläuterte, wie ein gesunder Lebensstil und medikamentöse Therapie zur Prävention beitragen können. |
Der vierte Teil der Reihe findet am 24. März 2026 im Hotel Sandwirth in Klagenfurt am Wörthersee statt. Referent ist DDr. Eberhard Kowatsch, Spezialist für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Weitere Informationen finden Sie unter volksbank-kaernten.at
von Hans Lach
Finanzielle Freiheit geht mit Bequemlichkeit zu Ende
„Ich habe nichts zu verbergen!“ Doch, hast du! Wer mit Kreditkarte zahlt, stimmt für die totale Überwachung. Bargeldzahlung ist unsere Freiheit.
Bar oder Karte? Diese Frage gehört mittlerweile beim Bezahlvorgang zur Normalität – ob im Supermarkt, im Café oder in der Autowerkstätte. Die digitale Zahlung wird forciert. Besonders von Konzernen, Banken und Politik.
Warum diese „Werbung“?
Die Antwort ist einfach: Es ist kein Geheimnis, dass die Staaten in der EU extrem verschuldet sind. Eine Rückzahlung solcher Summen ist völlig unrealistisch. Auf den Sparkonten liegen große Geldsummen. Der Staat hat darauf allerdings keinen Zugriff. Die einzige Möglichkeit besteht über das digitale Geld. Die Zentralbanken stehen vor dem Problem, dass sie die Wirtschaft ankurbeln müssen. Mit „billigem“ Geld. Derzeit gibt es noch Zinsen für Spareinlagen. Eine Zinssenkung unter Null ist allerdings mit dem derzeitigen Geldsystem nicht möglich. Bei einer Einführung von Negativzinsen würden die Menschen das Geld bei der Bank abholen und es unter den Kopfposter oder die Matratze legen. Solange es Bargeld gibt, können somit keine Negativzinsen durchgesetzt werden.
Bargeld ist Freiheit
Wenn der Onkel dem Neffen 200 Euro gibt, dann wechselt dieser Betrag den Besitzer, ohne dass ein Dritter davon etwas erfährt. Es entstehen keine nachverfolgbaren Daten. Das ist echte Privatsphäre. Jede digitale Zahlung hinterlässt Spuren: genaue Uhrzeit, Datum, Ort und über welches Konto der Transfer erfolgte. Daten sind heute wertvoller als Gold. Den Menschen wird das Märchen von der Geldwäsche eingetrichtert. Das Mantra der Politik lautet: Wir müssen die Obergrenze der Bargeldzahlung beschränken, um die Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Kriminelle amüsieren sich über so ein Verbot. Drogenbosse lässt das völlig kalt.
ZUR PERSON HANS LACH Autor und Verleger office@alpenadria-verlag.at GLOSSE
Medien, die über angeblich konfiszierte Geldkoffer berichten, sind Märchenerzähler. Professionelle Geldwäsche erfolgt heute ausschließlich digital und über Briefkastenfirmen. Hier sei an den im Sommer 2020 aufgeflogenen Wirecard-Skandal erinnert. Ein Bargeldverbot ist auf die arbeitenden Menschen und den Mittelstand ausgerichtet. Menschen, die ihr Geld redlich verdient und angespart haben, werden unter Generalverdacht gestellt.
Gläserner Bürger
Mit einem Bargeldverbot wird jeder Mensch zum gläsernen Bürgen (sorry: Bürger). Sollte zum Beispiel der Kauf einer Wohnung angedacht sein, könnte der Algorithmus das gesamte Leben vom künftigen Schuldner prüfen: Ernährungsgewohnheiten, die ganz persönliche Krankenakte, Gasthausbesuche, Familienverhältnis usw. Ein Blick nach China ist ein Augenöffner.
Was ist nun der digitale Euro? Es wird behauptet, der sei gleich wie Bargeld, lediglich digital. Man muss aber wissen, dass dieses „Geld“ programmierbar ist (Software) und es können „Regeln“ hinterlegt werden. So kann beispielsweise eine Teilnahme an einer Demonstration dazu führen, dass kein Flug gebucht werden kann. Auch kann dem digitalen Geld ein Verfallsdatum hinterlegt werden usw. Im Jänner 2022 fanden in Kanada Trucker-Proteste statt. Dabei hat die Regierung einigen Teilnehmern die Bankkonten gesperrt. Sie hatten offenbar auch nichts zu verbergen?
In einer bargeldlosen Gesellschaft ist man ohne ein Konto ausgeschlossen. Kein Essen, kein Treibstoff, keine Zugfahrt ... Noch ist Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel und man sollte es nutzen. Wer heute mit Karte zahlt, stimmt für die totale Überwachung. |
Seit der Eröffnung der Koralmbahn sind sich Kärnten und die Steiermark so nahe wie nie zuvor. Ein Einblick in den veränderten Mobilitätsalltag Südösterreichs. Von Barbara Pachler
Nur knapp über 40 Minuten liegen nun zwischen Graz und Klagenfurt. Ein Satz, der sich anders liest, wenn man die Strecke selbst zurückgelegt hat. Bei der ersten Fahrt hat es etwas Unwirkliches: Gerade noch in Klagenfurt Hauptbahnhof, zieht Unterkärnten schon in ungewohnter Geschwindigkeit vorbei, die schneebedeckte Petzen taucht auf, schließlich ein noch größeres Massiv: die Koralpe. Kaum hat der Zug den Bahnhof St. Paul passiert, wird es schwarz. Mit bis zu 250 km/h donnert die Bahn durch den Koralmtunnel, in nur 10 Minuten werden die rund 33 Kilometer, die fast 30 Jahre Vorarbeit und 5,9 Milliarden Euro gekostet haben, zurückgelegt. Überraschend bald wird es wieder hell. Das Licht am Ende des Tunnels: die Steiermark. Eine Viertelstunde später rollt der Zug im Grazer Hauptbahnhof ein.
U-Bahn der anderen Art
35 Minuten fahren Reisende nun von St. Paul im Lavanttal bis Graz Hauptbahnhof.
34 Minuten benötigt die Wiener U6, um
Fahrgäste von Siebenhirten im Süden der Stadt bis Floridsdorf im Norden zu transportieren. Eine Dreiviertelstunde für einen Weg zu brauchen, ist in der Großstadt keine Seltenheit. Durch die neue Verbindung gelten für Graz und Klagenfurt –trotz der trennenden Wirkung von 100 Kilometern Luftlinie und einem bis zu 2.140 Meter hohen Bergmassiv – nun ähnliche Maßstäbe. Auch im europäischen Kontext spielt die neue Bahnstrecke eine wichtige Rolle, schließt sie doch die Baltisch-Adriatische Achse, welche die Ostsee (Danzig und Stettin) mit der Adria (Triest, Venedig und Koper) verbindet. Für Südösterreicher:innen bedeutet das nicht zuletzt: Tägliche Direktverbindungen in Städte wie Prag, Triest oder Venedig.
„Der Knackpunkt ist und bleibt die letzte und erste Meile.“
Sabine Bauer, Assistentin am Zentrum für aktive Mobilität und Institut für Städtebau der TU Graz
Gut Ding braucht Weile
Bevor eine solche positive Wirkung allerdings messbar wird, könnte durchaus noch etwas Zeit vergehen. „Die
Für den Joanneum Research-Experten Eric Kirschner ist die Koralmbahn das größte sozialökonomische Experiment in Österreich seit 1854, als die Bahnstrecke über den Semmering eröffnet wurde. Joanneum-Studien stellen der Region Südösterreich nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch positive Auswirkungen auf regionale Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmarkt in Aussicht. Der demographische Wandel ist in vielen Bereichen Kärntens und der Steiermark deutlich zu spüren – insbesondere ländliche Bezirke wie Völkermarkt, Wolfsberg oder Deutschlandsberg sind von einem negativen Trend betroffen. Durch die schnellere Verbindung wachsen die Steiermark und Kärnten zu einem gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum zusammen, so die Prognose – die neue Metropolregion Graz-Klagenfurt-Villach zählt insgesamt rund 1,1 Millionen Einwohner:innen. Eine Entwicklung, von der auch die ländlichen Bezirke entlang der Koralmbahn profitieren könnten.
„Wenn zwei Regionen durch Mobilität stärker verbunden sind, differenzieren sie sich in der Regel weiter aus.“
Max-Peter Menzel, Institutsvorstand für Geographie und Regionalentwicklung an der AAU
Menschen werden ihren Job nicht wegen der Koralmbahn wechseln. Effekte wie eine Verlagerung des Lebensmittelpunkts sind langfristige Prozesse – so etwas wird erst nach Jahren bis Jahrzehnten wirklich spürbar, weil sich Strukturen oft sehr langsam anpassen“, erklärt Max-Peter Menzel, Institutsvorstand für Geographie und Regionalentwicklung an der Universität Klagenfurt. Nichtsdestotrotz ist das Potenzial der neuen Infrastruktur auch für ihn unbestritten: „Der Aktionsradius vergrößert sich durch die Koralmbahn deutlich – und damit der Zugang zu Arbeitsstellen, aber auch Freizeit-, Einkaufs- oder Erholungsmöglichkeiten“, so der Wirtschaftsgeograph. Das sei nicht zuletzt für hochqualifizierte Arbeitnehmer:innen und Fachkräfte wichtig – etwa wenn in einer Beziehung beide Partner einen Job in derselben Region finden wollen, so Menzel. Gleichzeitig werde es auch für die Unternehmen leichter, passende Fachkräfte zu finden. Durch die Ansiedlung von Fachkräften und hochqualifizierten Arbeitnehmer:innen könnten alle Standorte entlang der Bahnstre-
cke profitieren, die Innovationskraft im Süden könnte nachhaltig steigen. Zu erwarten sei außerdem eine regionale Spezialisierung, bei Institutionen oder Universitäten ebenso wie in der freien Wirtschaft: „Wenn zwei Regionen durch Mobilität stärker verbunden sind, differenzieren sie sich in der Regel weiter aus –das bedeutet, dass man sich auf das konzentriert, was schon jetzt gut funktioniert, und versucht, darin immer besser zu werden“, so Menzel.
Mehr als nur ein Zug
Was sich in Sachen Zusammenwachsen schon jetzt abzeichnet, ist eine Art regionsübergreifende Neugier. Besonders in den ersten Tagen und Wochen nach der Eröffnung bestand großes Interesse an der neuen Verkehrsverbindung. Viele planen zudem, die neuen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bald zu nutzen: Ob zum Feiern nach Graz oder zum Baden an den Wörthersee, ob zum Städtebummel in die Steiermark oder auf einen Kaffee nach Kärnten. Mit der Westbahn betritt ab März 2026 ein neuer Player die Schienen der Südstrecke, Tickets könnten günstiger, die Hemmschwelle für die Bahnnutzung gesenkt werden. Zentral dabei bleibt: Wie kommen Reisende zum Bahnhof, und von dort in die Stadt?
„Der Knackpunkt ist und bleibt die letzte und erste Meile – insbesondere für die kleineren Bahnhöfe entlang der Strecke“, betont Sabine Bauer, Assistentin am Institut für Städtebau der TU Graz und am interuniversitären Zentrum für Aktive Mobilität. Hier könnten angepasste Mikro-ÖV-Lösungen dazu beitragen, dass die Koralmbahn ihre Wirkung bestmöglich entfalten kann. Doch auch die Bahnhofsumgebung spielt Bauer zufolge eine entscheidende Rolle: Wie ist der öffentliche Raum gestaltet? Lässt er
eine intuitive Orientierung zu? Welche Qualitäten bietet er für das Zufußgehen, Radfahren und Verweilen? „Ein gut lesbarer und intuitiv verständlicher Raum ist auch für Leute, die ihn täglich nutzen von Vorteil“, erklärt Bauer. „Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass ein öffenlicher Raum, der zum Aufenthalt und zur Nutzung aktiver Mobilität einlädt, sehr stark zur Lebensqualität vor Ort beitragen kann.“
Auch aus dieser Perspektive betrachtet ist der Koralmbahn-Effekt also ein doppelt positiver: Einerseits, indem die Bahn den Aktionsradius der Menschen in Südösterreich vergrößert; andererseits, indem sie als Impulsgeberin für Umgestaltung, flexible Mobilitätslösungen und nachhaltige Siedlungsentwicklung wirkt. Die entstandenen Möglichkeiten optimal zu nutzen ist nun Aufgabe der Politik auf Landes- und Gemeindeebene, der Stadt-, Raum- und Verkehrsplanung; es ist aber auch Sache der Unternehmen und Führungskräfte, der Stakeholder, Forschungsund Bildungsinstitutionen, der Medien; und nicht zuletzt aller Individuen, die sich den neu verbundenen Lebensraum teilen. Der Zug steht bereit, man müsste nur einsteigen – knapp über 40 Minuten liegen nun zwischen Klagenfurt und Graz. |
WISSENSWERT
Die Strecke Klagenfurt-Graz wird aktuell 29-mal täglich bedient, ab März bietet die Westbahn bis zu fünf weitere Verbindungen an. Die Fahrtzeit beträgt, je nach Geschwindigkeit und Zwischenhalten, 41 bis 55 Minuten.
Die Volkshilfe legt den Fokus ihrer Arbeit auf Prävention und Hilfe zur Selbsthilfe und begleitet vor allem Menschen, denen Wohnungslosigkeit droht.
Die Volkshilfe kümmert sich um Menschen aller Generationen von mobiler Pflege bis zu armutsgefährdeten Familien. Doch das Hauptaugenmerk liegt bei einem der Grundbedürfnisse des Menschen, dem Wohnen.
Auf diesem Gebiet hat sich der Verein eine unerreichte Expertise aufgebaut und bietet nachhaltige Unterstützung, stets mit dem Zweck, den Betroffenen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. „Wir formulieren gemeinsam mit den Menschen das Ziel und helfen ihnen, aus ihrem sozialen Dilemma herauszukommen“, beschreibt Volkshilfe-Präsident Ewald Wiedenbauer die Philosophie des Vereins.
Wohnungssicherung
Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit können zu Mietrückständen führen. Die Volkshilfe wird bei drohendem Wohnverlust in Klagenfurter Gemeindewohnungen vom Magistrat rechtzeitig informiert und greift nicht nur finanziell ein, bevor es zur Delogierung kommt. „Geld allein bringt nichts, wir helfen den Menschen auf die Beine zu kommen und begleiten sie bis zu zwei Jahre lang“, erklärt Jürgen Pfeiler, Geschäftsführer der Volkshilfe, das Konzept. Die Wohnungssicherung ist eine wirkungsvolle Delogie-
„Wir begleiten Menschen dabei, aus ihrem sozialen Dilemma herauszukommen und ihre Ziele zu erreichen.“
Ewald Wiedenbauer, Präsident der Volkshilfe Kärnten
rungsprophylaxe. Im Zeitraum von 2014 bis 2024 konnten in Klagenfurt dadurch 766 von 981 drohenden Delogierungen verhindert werden.
Betreut wohnen
„Sozial betreut Wohnen“ ist in Klagenfurt in 78 Einheiten möglich. Bis zu zwei Jahre lang begleiten Sozialarbeiter:innen die Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Betreuung richtet sich nach den individuellen Situationen und Problemen der Bewohner:innen. Das Programm wird für die Stadt Klagenfurt abgewickelt.
Auch für den „Wohnschirm – Housing First“, ein Programm des Sozialministeriums, das Menschen in Form von Finanzierungsbeiträgen hilft, ist die Volkshilfe die erste Ansprechpartnerin.
Rasche Hilfe für Frauen
Die FrauenNotSchlafstelle mit neun Plätzen ist permanent belegt. Mehr Raum
wird dringend gesucht. Für viele Frauen ist es eine sichere Übergangslösung, bis sie in eine geeignete Wohnmöglichkeit übersiedeln können. Wer länger sozialarbeiterische Betreuung benötigt, kann für eine Zeitlang in der Frauenwohngemeinschaft Frei(t)raum unterkommen.
Breakfast-Club
Eine Herzensangelegenheit und österreichweit einzigartig ist auch der „Breakfast-Club“ in Klagenfurt. Für Kinder, deren Eltern zeitig zur Arbeit müssen, öffnen mittlerweile in 13 Pflichtschulen die Horte frühzeitig und bieten ihnen in gemütlicher Atmosphäre ein gesundes und abwechslungsreiches Frühstück.
Mitarbeiter:innen gesucht
Für die mobile Pflege, die Hauskrankenhilfe und Hauskrankenpflege, wird dringend Personal gesucht, denn die Nachfrage steigt. Die Volkshilfe vermittelt auch 24-Stunden-Personenbetreuung und sichert mit regelmäßigen Kontrollen die Qualität. |
KONTAKT
Volkshilfe Kärnten
T +43 463/32495
office@vhktn.at
Südsteiermark:
Qualität, die verbindet
Mit einer gemeinsamen Strategie und Vernetzung tragen die Marken „Südsteiermark Qualität“ und „Schilcher Qualität“ die Vielfalt der Region sichtbar nach außen. Von Melanie Uran
Die Marken „Südsteiermark Qualität“ und „Schilcherland Qualität“ wurden in den letzten zwei Jahren erfolgreich in der Südweststeiermark etabliert. Im Rahmen des LEADER-Kooperationsprojekts „Wir sind Qualitätsmarke“ werden die beiden Marken durch den gemeinsamen Auftritt gestärkt und sollen noch sichtbarer werden. Sie repräsentieren eine Vielzahl regionaler und qualitativ hochwertiger Produkte und Dienstleistungen. Das Angebotsspektrum reicht von (Kern-)Ölmühlen über Käsereien und Weingüter bis hin zu Bierbrauereien,
„Die hohe Beteiligung und das lebendige Miteinander zeigen, wie groß das Interesse an Vernetzung und Austausch ist.“
Joachim Schnabel, Obmann des Vereins Marke Südsteiermark
Buschenschänken, Restaurants und sogar Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben. Diese vielfältige Gemeinschaft ist Teil der Qualitätsmarken-Familie. Der Aufbau der beiden Markenvereine wurde in den letzten Jahren über verschiedene Förderprojekte und Maßnahmen vom Regionalmanagement Südweststeiermark und den beiden LEADER-Regionen Südsteiermark und Schilcherland unterstützt.
Gemeinsame Kräfte nutzen
Die bisherige Arbeit beim Aufbau und der Pflege dieser beiden Qualitätsmarken hat bereits wesentlich zur Stärkung der regionalen Identität und zur positiven Wahrnehmung der Region beigetragen. Nun soll eine gemeinsame Qualitätsmarkenbewirtschaftung innerhalb der Erlebnisregion Südsteiermark vorangetrieben werden. Das Ziel des LEADER-Projekts ist es, die Stärken beider Qualitätsmarken zu vereinen und die Betreuung sowie die Bewirtschaftung zu harmonisieren. Bereits umge-
setzt wurden eine gemeinsame OnlineKampagne, Workshops und zwei gemeinsame Netzwerktreffen. So werden fachlicher und persönlicher Austausch unter den Betrieben gefördert. Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Partner:innen sowie der Austausch bei den Netzwerktreffen stehen im Vordergrund. Durch die Kulturinitiativen „Kulturbotschaften Südsteiermark“ und „schillern“ wurde das Projekt ergänzt, diese Initiativen bringen die regionale Wertschöpfung mit Kunst und Kultur zusammen. Wein, Kunst und Kultur werden so zum Bindeglied für die künftig gestärkte Zusammenarbeit.
Markenbewirtschaftung durch Tourismusverband Die geplante Übernahme der Markenbewirtschaftung durch den Tourismusverband Südsteiermark war ein zentraler Punkt des Netzwerktreffens. Dazu präsentierte Nicole Reiter, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Südsteiermark,
das neue Marketingkonzept und zeigte auf, wie die Marken künftig strategisch weiterentwickelt und sichtbar positioniert werden sollen. Die Übernahme ist nach Ende des LEADER-Projektes geplant.
Aktuelle Entwicklungen
Das zweite gemeinsame Netzwerktreffen der Marken „Schilcherland Qualität“ und „Südsteiermark Qualität“ fand Mitte Feber im Veranstaltungsraum des Rüsthauses der Gemeinde St. Nikolai im Sausal statt. Zahlreiche Partner:innen
„Unser Ziel ist es, ein starkes, lebendiges Netzwerk zu schaffen, das unsere Region auf allen Ebenen stärkt –wirtschaftlich, kulturell und menschlich.“
NRAbg. Bgm. Joachim Schnabel
folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Nationalratsabgeordneten Bgm. Joachim Schnabel, Obmann des Vereins Marke Südsteiermark, sowie Karlheinz Schuster, Obmann des Vereins Marke Schilcherland. Beide betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit und die Rolle der Qualitätsmarken für die regionale Wertschöpfung. Ulrike Elsneg von der Regionalmanagement Südweststeiermark GmbH gab im An-
„The Anthropocene across the
schluss einen umfassenden Rückblick auf die Entstehung sowie die bisherige Arbeit mit den Qualitätsmarken. Einen stimmungsvollen Ausklang fand das Netzwerktreffen beim Qualitätsmarkenpartner AEIJST. Bei einer Verkostung verschiedener Gin-Sorten bot sich die Gelegenheit für den persönlichen Austausch, intensive Gespräche und aktives Netzwerken im Sinne der regionalen Zusammenarbeit. Die Markenpartner Käserei Fischer und Fleischerei Mahofer sorgten für die Verköstigung. |
Nähere Informationen zum LEADERKooperationsprojekt finden Sie unter: www.rmsw.at
Zwischen Erinnerung und Zukunft
Nach einem äußerst erfolgreichen Jahr 2025 stürzen sich Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museums, und sein Team mit Elan in die nächsten Projekte. Von Monika Unegg
Die Entwicklung weiterer Standorte sowie Ausstellungen zu einem breit gefächerten Themenkreis prägen das Jahresprogramm 2026 des kärnten.museums.
So geht es zur Entwirrung des Beziehungsgeflechts „Mensch und Natur“ in den ehemaligen Luftschutzstollen im Klagenfurter Botanischen Garten, wo bis 2015 das Bergbaumuseum bestand. „In der Kreuzbergl-Stollenanlage schaffen wir einen eindrucksvollen Erlebnis- und Erfahrungsraum, der sich zu einem vitalen Schauplatz des kärnten.museums mit Strahlkraft für ganz Kärnten entwickeln soll“, erklärt Museumsdirektor Muchitsch das Konzept. Unter dem Projektnamen ÜBER.LEBEN spannt sich der Themenbogen von der Entstehung, Beschaffenheit und Nutzung des Stollens, über den NS-Kontext als Schutzstollen bis hin zur Pflanzen- und Tierwelt, der Gefährdung und Erhaltung des Lebens sowie zu Lebensgrundlagen und Lebensraumbedingungen. Auch die
Geschichte des Lindwurms wird multimedial aufbereitet.
Museum am Loibl
Auf dem Areal der abgetragenen ehemaligen Grenzpolizeistation am Nordportal des Loibltunnels wird ein Museumspavillon als KZ-Gedenkstätte errichtet. Eine 150 Quadratmeter große „umgehbare Vitrine“ wird ganzjährig rund um die Uhr und ohne Personal besucht werden können. Der Innenbereich ermöglicht die Betreuung von und die Arbeit mit Besucher:innengruppen. Zum Architektenwettbewerb wurden bewusst auch Teams aus jenen Ländern eingeladen, aus denen die meisten Häftlinge des Konzentrationslagers am Loibl stammten.
Im Atrium des Museums wird ebenfalls ein Teil NS-Geschichte präsentiert: Die Kindertransporte zur Rettung jüdischer Kinder nach Großbritannien 1938/39 werden in einem Fotoprojekt von Rosie Porter und Patricia Ayre nacherzählt.
Im Klagenfurter Stollen entsteht ein neuer Erlebnisraum (links). 2026 ist ein
In diesem Jahr wird der Grundstein gelegt, das Freilichtmuseum Maria Saal mit einem neuen Konzept und zeitgemäßer Infrastruktur in die Zukunft zu führen.
Durch Eingriffe und Adaptierungen soll eine neue „Sehschule“ entstehen.
Der archäologische Park auf dem Magdalensberg bedarf aufgrund der massiv zurückgegangenen Besuchszahlen der vergangenen Jahre eines Relaunches. Er soll eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Ostalpen wieder ins rechte Licht rücken.
Von Anselm Kiefer bis Ägypten
Anselm Kiefer, einer der aktuell bedeutendsten bildenden Künstler, schafft für den Vorgarten des Ingeborg Bachmann Hauses eine eigene Bronzeskulptur und krönt damit die Sonderausstellung zum Bachmann-Jubiläumsjahr 2026.
Eine Sonderschau im KM-Atrium befasst sich in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Alpenverein mit den
„Uns ist sehr wichtig, aktuelle Themen der Gesellschaft aufzugreifen.“
Wolfgang Muchitsch, Direktor kärnten.museum
Hochalpen, den vielen Facetten von Mensch und Natur, beginnend in der Jungsteinzeit 5000 v. Chr. bis heute.
Kärnten hat nach dem Kunsthistorischen Museum Wien die zweitgrößte Ägyptensammlung Österreichs. Die rund 500 Exponate schlummerten bisher im Depot und werden 2026 erstmals fachlich-didaktisch erfasst und inklusive Ausstellungskatalog der Öffentlichkeit präsentiert.
Erfolgreiches Jahr 2025
Das Jahr 2025 war für das kärnten.museum äußert erfolgreich. 124.000 Personen besuchten im Vorjahr die insgesamt zehn Ausstellungen und 350 Veranstaltungen. Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr davor.
Eine weitere Zahl zeigt die dynamische Entwicklung des Museums. Waren 2017 zusätzlich zum Haupthaus fünf Außenstellen zu betreuen, so sind es nun zwölf. Ende des Jahres 2026 werden es um zwei mehr sein. |
INTERVIEW
mit Wolfgang Muchitsch, Direktor kärnten.museum
„Das Interesse an Zeitgeschichte ist vorhanden“
advantage: Sie haben ein umfangreiches Programm für 2026 vorgestellt. An welchen Projekten hängt Ihr Herz besonders?
Wolfgang Muchitsch: Zwei Projekte liegen mir besonders am Herzen. Eines ist der Stollen am Kreuzbergl. Das verfolgen wir schon länger und dafür haben wir mit der Stadt Klagenfurt lang verhandelt. Mit der Unterstützung der großen Kärntner Stiftungen können wir hier nun eine Dauerausstellung etablieren, in der es über das Leben und Überleben in all ihren Facetten geht. Das zweite Herzensprojekt ist der Museumspavillon Loibl Nord in Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Memorial und dem Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška.
Das deckt sich mit Ihrem Anspruch, dass Museen auch Werte vermitteln sollen. Uns ist sehr wichtig, aktuelle Themen der Gesellschaft aufzugreifen und grundlegende Werte unseres Zusammenlebens, wie zum Beispiel die Demokratie, zu vermitteln. Demokratie wird auch im Stollen ein Thema sein, denn es geht ja auch ums menschliche Zusammenleben. Und sie war es bei den unterschiedlichen Erinnerungsprojekten.
Welche Ausstellung hat sie von der Resonanz her überrascht? Positiv überrascht hat mich „Hinschaun! Poglejmo.“ Dieses regionale und schwierige Thema, die nationalsozialistische Herrschaft in Kärnten, hatte genauso viele Besuche wie die Ausstellung der Heidi Horten Collection mit klingenden Namen wie Picasso, Warhol
und Baselitz. Das zeigt, dass das Interesse an Zeitgeschichte, auch bei der Jugend, vorhanden ist.
Sie sind 2023 mit großen Zielen an den Start gegangen. Mittlerweile haben Sie deutlich mehr erreicht als sie sich vorgenommen haben. Gibt es etwas, über das Sie sich besonders freuen?
Ein besonderes Highlight wird natürlich 2027 das Udo Jürgens Museum werden. Das bringt unser Museum und Klagenfurt in eine ganz andere, eine internationale Wahrnehmung. Und ja, ich habe tatsächlich mehr umgesetzt als ich mir ursprünglich vorgenommen habe. Das hat sich so ergeben (lacht). Aber ohne das entsprechende wertschätzende Umfeld, die Unterstützung von Politik und Sponsor:innen sowie ein hervorragendes Team wäre es nicht möglich gewesen.
Sie haben angekündigt, ihren Vertrag 2028 nicht mehr verlängern zu wollen. Was wird Ihnen bis dahin besonders wichtig sein?
Ich möchte meiner Nachfolge ein gut bestelltes Haus mit einer soliden budgetären Basis übergeben und durch die Architekturwettbewerbe für das Freilichtmuseum Maria Saal und für den archäologischen Park am Magdalensberg eine Entscheidungsbasis für die nächste Direktionsperiode legen. Damit kann man mit konkreten Plänen, in die Zukunft gehen, mit Plänen die modulartig aufgebaut sind, wodurch man sukzessive auch kleinere Maßnahmen finanzieren und umsetzen kann. |
#THINKABOUT
von Martin Straßer
Gedanken zu moderner Mitarbeiterbindung
Unausgesprochene Erwartungen kosten Bindung der Mitarbeitenden – und Geld. Daher sollten Leistung und Gegenleistung immer wieder neu verhandelt werden.
In Zeiten von Fachkräftemangel und dem beginnenden demografischen Wandel ist Mitarbeiterbindung nicht mehr „Nice-to-have“, sondern strategische Notwendigkeit. Unternehmen stehen unter Druck, junge, hoch motivierte und gut ausgebildete Mitarbeitende nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu halten. Entwicklungsmöglichkeiten allein reichen dabei nicht aus.
Leistung = Gegenleistung
Meine These lautet: Die Gleichung – „erbrachte Arbeitsleistung des Mitarbeiters = entsprechende Gegenleistung des Unternehmens“ – funktioniert nur dann dauerhaft, wenn sie subjektiv als ausgewogen empfunden wird. Es geht nicht um objektive Maßstäbe, sondern um individuell erlebte Fairness.
Konflikt. Mitarbeitende fühlen sich nicht ausreichend gesehen, Unternehmen erleben fehlendes Engagement. Tatsächlich fehlt oft nicht die Leistung, sondern die Klarheit über gegenseitige Erwartungen.
Erwartungen klar formulieren
Eine explizite Klärung ist daher kein optionaler Kommunikationsakt, sondern Voraussetzung für nachhaltige Bindung. Mitarbeitende sind gefordert, ihre Erwartungen transparent zu formulieren. Unternehmen wiederum müssen konkret benennen, welche Leistung sie erwarten und welche Gegenleistung sie erbringen. Erst auf dieser Grundlage kann die Gleichung „Leistung = Gegenleistung“ bewusst verhandelt werden.
ZUR PERSON
MARTIN STRASSER leitet die future minds^ im Netzwerk Verantwortung zeigen. Sie erreichen den Autor unter martin.strasser@ verantwortungzeigen.at
Eine zentrale Rolle spielen dabei Erwartungen –auf Seiten der Mitarbeitenden und der Unternehmen. Paradoxerweise werden diese Erwartungen meist nur an einer Stelle explizit thematisiert: im jährlichen Mitarbeitergespräch. Die Gehaltsvorstellungen und -angebote werden vorbereitet, argumentiert und verhandelt. Viele andere Aspekte bleiben unausgesprochen. Anforderungen an Verantwortungsübernahme, Verlässlichkeit oder Form der Eigeninitiative werden nicht konkret ausformuliert, aber von Person zu Person unterschiedlich interpretiert und bewertet. Und welche Entwicklungsmöglichkeiten wünscht sich der Mitarbeitende tatsächlich? Welche Form von Wertschätzung kommt an? Welche Flexibilität – zeitlich, örtlich oder in der Rolle – wird aktuell benötigt?
Diese Ausgangssituation gleicht einem strukturellen Minenfeld, denn genau diese Faktoren fließen entscheidend in die individuelle Fairnesswahrnehmung ein. Unausgesprochene Erwartungen führen zwangsläufig zu Irritation, Rückzug oder verdecktem
Das erfordert Reflexionsfähigkeit und Kommunikationskompetenz auf beiden Seiten. Gelingt dieser Schritt, verändern sich Mitarbeitergespräche grundlegend: weg vom ritualisierten Gehaltsgespräch, hin zu einem offenen und regelmäßigen Aushandlungsraum von Erwartungen. Transparenz ersetzt Annahmen. Fairness wird nicht vermutet, sondern gestaltet – und genau darin liegt das eigentliche Potenzial moderner Mitarbeiterbindung. |
WEITERE INFOS
Im Netzwerk „Verantwortung zeigen“ beschäftigen wir uns in der Veranstaltungsreihe „Generationendialoge“ mit Zukunftsfragen wie diesen. Führungskräfte und engagierte Nachwuchskräfte tauschen Perspektiven aus und untertützen Unternehmen dabei, zukunftsfähig zu bleiben.