Page 1

Ausgabe 04/2018

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz

AUTO

ACS

Special

Expertentipp

MIT NEUEM SCHWUNG IN DIE ZUKUNFT

OPEL WIRD EFFIZIENT UND ELEKTRISCH

SICHERES PACKEN MIT KÖPFCHEN

Am 22. Juni ging im Verkehrshaus Luzern die ordentliche ACS-Delegiertenversammlung über die Bühne

Neuer Optimismus nach dem Einstieg des PSA-Konzerns

So fahren Sie entspannt und sicher in die Ferien


Unsere Partner – Ihre Clubleistungen Mit der Allianz sind Sie jederzeit bestens gesichert. Profitieren Sie noch heute von 10% Rabatt auf Autound Hausratversicherungen.

ACS Visa Card – Kreditkarte und Mitgliederausweis in einem.

Recht bekommen, wenn Sie Bis zu 4 Rp./l günstiger tanken mit der ACS Migrolcard. Recht haben. Mit 10% Rabatt auf Ihre Rechtsschutz8% Rabatt auf Autowäsche. versicherung lohnt es sich Kostenlose Karte. gleich doppelt.

Profitieren Sie von attraktiven Vorteilen für Sie und Ihre Familie.

Tanken Sie mit Ihrer ACS AgipPLUS-Karte und profitieren Sie von einem Rabatt von 4.5 Rp/Lt. auf den Treibstoffen. Spesen und Karte gratis.

Driving Center Benzingutscheine beim Kauf von Pirelli-Reifen: Bis 16'' CHF 80.–, ab 17'' CHF 120.–.

Günstixt mieten bei Sixt in der Schweiz und weltweit.

Let Sixt drive you!

20% Rabatt auf das Jahresabonnement von MOTO SPORT SCHWEIZ.

10% Rabatt auf den offiziellen Parkplatztarifen.

AUTOMOBIL

REVUE 12% Ermässigung in über 150 Relais du Silence Hotels und Qualys-Hotels in ganz Europa.

1906

CHF 50.– Rabatt auf Fahrsicherheitstrainings und WAB (nur Tageskurse in Safenwil und Sennwald, Zernez und Anneau du Rhin).

MFK-Basis-Check für alle Automarken zu Vorzugskonditionen. Laufend werden für Sie spannende Partnerschaften abgeschlossen!

20% Rabatt auf das Jahresabonnement der AUTOMOBIL REVUE.

Weitere Informationen unter: +41 31 328 31 11 oder www.acs.ch/partner


EDITORIAL

DER ZÜRICH E-PRIX – EIN MOTORSPORTHAPPENING MIT INTERNATIONALER STRAHLKRAFT Am 10. Juni 2018 wurde in Zürich Geschichte geschrieben. Mit dem Zürich E-Prix fand in der Schweiz das erste Rundstreckenrennen seit 64 Jahren statt. Die Mischung von spannendem Motorsportevent und abwechslungsreichem Rahmenprogramm liess den Anlass zu einem richtigen Volksfest werden.

M

it dem Zürich E-Prix 2018 fand am Sonntag, 10. Juni 2018 nicht nur das erste Formel-E-Rennen in Zürich, sondern das erste Rundstreckenrennen in der Schweiz seit 64 Jahren statt. Für diesen Anlass wurde vom Bundesrat eigens das Verbot für Rundstreckenrennen gelockert. Im Vorfeld des Rennens wurde ich deshalb von verschiedenen Seiten gefragt, ob dies nun der erste Schritt in Richtung Aufhebung des Verbots sei. Ich denke, der Weg bis zu einer Aufhebung ist noch sehr weit. Aber zurück zum Formel-E-Rennen. An jenem Sonntag durfte Zürich einen Motorsportevent der Sonderklasse erleben und das bei sommerlichem Kaiserwetter. Den Organisatoren gebührt ein ganz grosses Lob, für das, was sie in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben. Nebst dem Rennen selbst machte das umfassende Rahmenprogramm mit öffentlich zugänglichem E-Village und weiteren Attraktionen den Event zu einem Volksfest, das gegen 160000 Zuschauer anlockte. Bei vielen herrschte grosse Vorfreude auf diesen historischen Motorsportevent. Die Spannung war gross, ob Rennboliden mit Elektromotor auch ein wahres Motorsportfeeling vermitteln können. Sie konnten! Der anspruchsvolle Stadtkurs verlangte den Formel-E-Piloten alles an Fahrkönnen ab, was sie besitzen. Die vielen herausfordernden Kurven und die enge Streckenführung boten den Zuschauern Motorrennsport vom Feinsten. Bedauerlicherweise wurde im Vorfeld dieses Grossanlasses viel gemutmasst, ob diese Première gleichzeitig die Dernière sei. Dies nicht zuletzt, weil sich verschiedene Exponenten des Zürcher Stadtrats im Vorfeld sehr negativ über den Anlass geäussert und

bereits angekündigt hatten, dass sie eine weitere Durchführung nicht mehr unterstützen würden. Auch haben einige Leute moniert, dass die Aufbauarbeiten zu aufwendig seien und zu lange dauerten. Aus meiner Sicht haben die Kritiker zwei wesentliche Punkte übersehen: So ein Formel-E-Rennen ist einerseits ein aussergewöhnlicher Motosportevent mit internationaler Strahlkraft sowie weltweiter Medienpräsenz und damit ein ausgezeichnetes Marketinginstrument für den Tourismus. Andererseits steht er für technologische Innovation, was für eine Stadt mit Sitz einer weltweit renommierten, technischen Hochschule, wie der ETH, nicht ganz unwesentlich ist. Die Formel E ist noch im Aufbau. Sie wird sich aber in den kommenden Jahren zu einer Motorrennsport-Eventserie weiterentwickeln, die auch medial noch vermehrt Beachtung finden wird. Schon heute sind verschiedene grosse Automobilkonzerne Teil des Formel-E-Rennsports. Im nächsten Jahr werden zwei weitere dazustossen und diese werden bestimmt nicht die Letzten sein. Die Formel E wird massgeblich zum Fortschritt in der E-Mobilität beitragen. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Schweiz hier unbedingt weiterhin mit von der Partie sein sollte. In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass wir 2019 ein weiteres Formel-E-Rennen in Zürich werden erleben können.

NR Thomas Hurter Zentralpräsident Automobil Club der Schweiz

Panne?! Neue Assistance-Nummer wählen

+41 44 283 33 77 NR. 04/2018

AUTO

3


INHALT

TITELBILD S.01 / S.08 Der Opel Grandland X ist einer der Hoffnungsträger der Rüsselsheimer Traditionsmarke. Er rollt 2020 auch mit einem Plug-in-Hybrid und Allradantrieb auf die Strasse – besonders wichtig für den Schweizer Markt. Auch sonst befindet sich die Traditionsmarke mit dem Blitz in Auf bruchstimmung. Von der Zusammenarbeit mit der Groupe PSA erhofft sich Opel viel. Lesen Sie in unserem Special auf den Seiten 8 bis 11, wohin die Reise von Opel geht.

EXPERTENTIPP S.22

SICHER PACKEN MIT KÖPFCHEN Die Fahrt in die verdienten Ferien soll sicher und entspannt sein. Deshalb lohnt es sich, das Gepäck durchdacht im Auto zu verstauen. Wir zeigen Ihnen wie.

ACS

S.06

POSITIVE STIMMUNG PRÄGT DELEGIERTENVERSAMMLUNG Die Delegierten der ACS-Sektionen durften am 22. Juni 2018 im Verkehrshaus Luzern auf ein erfreuliches Clubjahr 2017 zurückblicken. Zentralpräsident Thomas Hurter berichtete von einem erfolgreichen Wechsel des Mobilitätspartners und einem positiven Rechnungsabschluss. Dazu wurden zwei neue Mitglieder ins Direktionskomitee gewählt. Bild: ACS-Botschafter und MotoGP-Pilot Tom Lüthi beim Selfie mit den Mitarbeitern der Zentralverwaltung in Bern.

NEUHEITEN S.12

OLDTIMER S.26 PANTHEON STEHT UNTER STROM Im Pantheon Basel sind bis zum 21. Oktober 2018 über 40 Exponate zum Thema Elektromobilität aus der Pionierzeit bis in die heutigen Tage in einer Sonderausstellung zu sehen.

IN KÜRZE

AUTO

SCHICKER SCHWEDENKOMBI Der sportliche Kombi V60 soll bei Volvo die dritte tragende Säule der Modellpalette werden. Er rollt am 31. August zu den Händlern.

ALLESKÖNNER VON JAGUAR Der vollelektrische I-Pace ist gleichermassen für kräftige Antritte, abenteuerliches Kraxeln und entspanntes Cruisen zu gebrauchen.

NEUE SPEERSPITZE Mit der dritten Generation des Touareg will Volkswagen in der SUV-Hierarchie eine neue Stufe erklimmen. Die Chancen hierfür stehen gut.

S.18/19

CHINA WEIT VORAUS China baut seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität weiter aus. Fast jeder zweite Stromer wurde 2017 im Reich der Mitte verkauft. Viele handverlesene Musiktalente gibt es am Blue Balls Festival in Luzern vom 20. bis 28. Juli 2018 zu sehen und zu hören.

4

ZURÜCK ZUM MARKENKERN Citroën präsentiert als Nachfolger der Limousine C5 und deren Kombiversion die europäische Version des C5 Aircross.

NR. 04/2018


INHALT

S. 3 4

VERKEHRSSICHERHEIT S.24

MOTORSPORT S.28

KINDER WERDEN LEICHT ABGELENKT Kinder sind voller Fantasie, lebendig, verspielt, neugierig. Dadurch werden sie leicht abgelenkt, auch wenn sie zur Schule oder in der Freizeit unterwegs sind. Wir sagen Ihnen, auf was sie unbedingt achtgeben müssen.

PARTNERSCHAFT S.32 HERVORRAGENDE ERSTE HALBZEIT Wir ziehen eine Zwischenbilanz über die Pannen- und Assistance-Dienstleistungen, welche die Allianz Global Assistance (AGA) im ersten Halbjahr 2018 für die Mitglieder des ACS erbracht hat.

MOBILITÄT S.30 GROSSE REICHWEITE – KURZE TANKZEIT Wir fuhren mit dem jetzt auch in der Schweiz erhältlichen Toyota Mirai über 800 Kilometer in den Norden Deutschlands. Lesen Sie unseren Erfahrungsbericht.

LIFESTYLE

FORMEL E BEGEISTERT TAUSENDE Die Zuschauer stürmten am 10. Juni 2018 zu Tausenden zum ersten Rennen der Formel E auf Schweizer Boden. Das enorme Interesse und die Begeisterung weckt nun die Begehrlichkeiten vieler nationaler Motorsportler.

VERKEHRSPOLITIK S.33 MOBILITÄT NACH STAATLICHEN REGELN? Die Menschen werden immer mobiler. Das Verkehrswachstum auf Strasse und Schiene steigt. Nun droht die Gefahr, dass der Staat indirekt vorschreibt, welche Art von Mobilität wir zukünftig zu nutzen haben.

S.20

AC S

: u r opa n in E inweise e s i e R t i ge H Wich

Impressum Verlag ACS-AUTO © Automobil Club der Schweiz (ACS) Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Tel. +41 31 328 31 11 Fax +41 31 311 03 10 www.acs.ch, info@acs.ch Chefredaktion/ Anzeigenverkauf Markus Rutishauser Romanshornerstrasse 62B CH-8280 Kreuzlingen Mobile +41 79 406 90 23 markus.rutishauser@acs.ch Produktion Merkur Druck AG Gaswerkstrasse 56 CH-4900 Langenthal Tel. +41 62 915 15 15 Fax +41 62 915 15 55 acs@merkurdruck.ch AVD GOLDACH AG Sulzstrasse 10–12 CH-9403 Goldach Tel. +41 71 844 94 44 Fax +41 71 844 95 55 email@avd.ch Berichte Titelbild und Testbericht können einem Advertorial entsprechen, wobei die Redaktion jeglicher Verpflichtung freibleibend und ohne Fremdeinsprache die Beurteilung des Objektes vornimmt. Erscheinungsweise 8 Ausgaben pro Jahr. Für die ACS-Mitglieder in den Clubleistungen enthalten. Auflage 85 915 Exemplare (notariell beglaubigt 2017)

FRANKREICHS ROMANTISCHE MITTE Hübsche mittelalterliche Städtchen locken mit Kathedralen am Jakobsweg. Sanfte Landschaften, Weinberge und kulinarische Köstlichkeiten laden zum Verweilen ein. Unser Erlebnisbericht zu einem lohnenswerten Ausflug ins Burgund.

Nachdruck nur unter Quellenangabe und mit Bewilligung des Verlages gestattet. Für unverlangt eingesandtes Manuskript- und Bildmaterial übernehmen Verlag und Redaktion keine Haftung. Titelbild Werk

NR. 04/2018

AUTO

5


ACS

Delegiertenversammlung

GESTÄRKT IN DIE ZUKUNFT Der erfolgreich vollzogene Partnerwechsel von der Zurich zur Allianz Global Assistance, ein erfreulicher Rechnungsabschluss und die Wahl von zwei neuen Direktionskomiteemitgliedern prägten die ordentliche Delegiertenversammlung vom 22. Juni 2018 in Luzern.

D

as sonnige Wetter über dem Vierwaldstättersee passte zur Gemütslage an der ACS-Delegiertenversammlung im Konferenzzentrum des Verkehrshauses in Luzern. Die Stimmung in der Clubleitung unter der Führung von Nationalrat Thomas Hurter und bei den 17 anwesenden Sektionen, die ihr Stimmrecht mit 57 Delegierten wahrnahmen, war sehr positiv geprägt. Der ACS mit seinen 103 035 Mitgliedern (Stand 1. Mai 2018) bewegt sich unter der neuen Führung in ganz vielen Bereichen wieder in deutlich ruhigeren Gewässern. Man schaut nach vorne: Der 120 Jahre alte Automobil Club der Schweiz will seine Strukturen und sein Angebot fit für die Zukunft machen und weiter wachsen. «Das Clubjahr 2017 war geprägt von unseren neuen Partnerschaften mit der Allianz Global Assistance und Botschafter Tom Lüthi», blickte Hurter zurück. Ein dickes präsidiales Lob gab es an die Adresse der

rektionskomitee gebe es viele spannende Generalsekretär Fabien Produit Diskussionen. Wichtige Themen, die man durfte den Delegierten eine erfreuliche aufgegriffen habe, seien unter anderem Jahresrechnung 2017 präsentieren. Diese die CO2 -Problematik, das Mobility Pri- schliesst mit einem respektablen Gewinn cing und Tempo 30. Der ACS wolle sich ab. Das tolle Ergebnis sei das Resultat einer weiterhin an vorderster Front mit maxi- umfassenden und konsequenten Kostenmalem Engagement für die Interessen sei- kontrolle, betonten die Verantwortlichen. ner Mitglieder einsetzen. Nach Jahren grosser Marketingaktivitä-

JAHRESBERICHT ONLINE AUF ACS.CH Zentralverwaltung in Bern mit Generalsekretär Fabien Produit an vorderster Front, «die wieder sehr gut aufgestellt ist und einen tollen Job macht.» Auch im Di-

6

AUTO

NR. 04/2018

Zentralpräsident Thomas Hurter führt durch die Delegiertenversammlung.


ACS

ten und unvorhergesehener Ereignisse stand das letzte Jahr im Zeichen der Beruhigung und Konsolidierung. In diesem Zusammenhang seien gewisse Aktivitäten freiwillig gestoppt oder reduziert worden. Zum positiven Ergebnis trug ebenso ein tieferer Personalaufwand bei. Folglich bleiben die ACS-Mitgliederbeiträge mit zentraler Regelung für 2019 unverändert. Als Vertreter der italienischsprachigen Schweiz wurde Simone Gianini ins Direktionskomitee gewählt. Der 42-jährige Verkehrspolitiker ist Rechtsanwalt und Notar in Bellinzona und Präsident der regionalen Transportkommission. Ebenfalls neu dem ACS-Führungsgremium gehört der Basler Daniel Seiler an. Der 49-jährige Betriebsökonom HVW/FH ist Vorstandsmitglied des ACS Sektion beider Basel und Vizepräsident der Basler FDP. Seiler ersetzt Lorenz Imhof. Damit setzt sich das ACS-Direktionskomitee wie folgt zusammen: Zentralpräsident Thomas Hurter (bisher), Vize-Zentralpräsident Julien Broquet (bisher), Ruth Enzler Denzler (Sektion Zürich, bisher), René Desbaillets (Sektion Genf, bisher), Peter Hirn (Sektion St. Gallen-Appenzell, bisher), Beat Studer (Sektion Schwyz-Uri, bisher), Simone Gianini (Sektion Tessin, neu) und Daniel Seiler (Sektion beider Basel, neu). Neu in die Geschäftsprüfungsstelle gewählt wurde Olivier Hertzeisen (Sektion Les Rangiers). Den Abschluss der Delegiertenversammlung machte das Interview mit dem ACS-Botschafter Tom Lüthi. Der erste Schweizer Pilot in der MotoGP sei trotz seiner Erfolge «ein sehr bodenständiger und symphatischer Typ geblieben», attestierte ihm Zentralpräsident Thomas Hurter. Der 31-jährige Emmentaler erzählte von seiner frühen Begeisterung für den Motorradsport, welche ihm durch seinen Vater in die Wiege gelegt wurde. Und von seiner erfolgreichen Zeit in der Moto2-Klasse, die mit dem Weltmeistertitel 2005 im Alter von 19 Jahren schon früh gekrönt wurde. «Natürlich bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf in der MotoGP nicht zufrieden», gab der Berner offenherzig zu. Allerdings sei es ihm schon vorher bewusst gewesen, dass die erste Phase schwierig werden würde. «Jetzt ist Geduld gefragt. Grosse Schritte gibt es auf diesem Niveau keine mehr. Ich muss mich an jedem auch noch so kleinen Schritt vorwärts weiter motivieren», sagte Lüthi. Auf seine zahlreichen Stürze angesprochen, meinte der Ober-

MotoGP-Pilot und ACS-Botschafter Tom Lüthi bedient seine Fans mit Autogrammen.

diessbacher: «Wichtig ist es, die Ursachen zu kennen, welche dazu geführt haben. Nur dann kann man es akzeptieren und verarbeiten.» Natürlich weiss auch Lüthi, dass er baldmöglichst aus seiner Baisse herausfinden muss, damit er seinen Startplatz in der MotoGP behalten kann. «Aber ich will nicht zu weit nach vorne schauen, denn für mich zählt immer nur das nächste Rennen», betonte der ACS-Botschafter. Er befinde sich nach wie vor in einer Lernpha-

NEUE MITGLIEDER FÜR DAS DIREKTIONSKOMITEE se. Die 280 PS einer 160 bis 170 Kilogramm leichten MotoGP-Maschine gelte es zu beherrschen. Dazu kommen die grossen Unterschiede bei den Pneus zwischen der Moto2 (Dunlop) und der MotoGP (Michelin) und die Tatsache, dass in der MotoGP viel mehr Elektronik abgestimmt werden

müsse. Auf die Frage von Thomas Hurter, ob der Motorsport in der Schweiz ausreichend gefördert werde, meinte Lüthi: «Da kann ich nur für mich sprechen. Mein Talent wurde einzig durch meine Familie und mein enges Umfeld gefördert. Hier gäbe es in der Schweiz sicher noch einiges Verbesserungspotenzial.» Deshalb freue er sich auch über das Engagement des ACS. «Wir passen zusammen! Der ACS unterstützt den Schweizer Motorsport auf vielen Ebenen. Zudem bin ich viel auf Reisen – oftmals auch im Auto. Da ist es gut zu wissen, dass ich auch hier einen zuverlässigen Partner habe.» Auf die abschliessende Frage, was er sich denn wünschen würde, meinte Tom Lüthi mit einem breiten Lachen: «Ein bisschen mehr Grip (Bodenhaftung der Pneus, die Red.) bei den Rennen wäre toll!» Bei einer Autogrammstunde mit Tom Lüthi und einem Apéro liessen die Delegierten den Nachmittag ausklingen. Text Markus Rutishauser / Bilder Clement Maignant

Neu im ACS-Führungsgremium: Simone Gianini (Bellinzona, links) und Daniel Seiler (Basel).

NR. 04/2018

AUTO

7


SPECIAL

OPEL

EFFIZIENT UND ELEKTRISCH In den letzten Monaten hat Opel eine bemerkenswerte Entwicklung durchlebt. Seit dem Einstieg des PSA-Konzerns (Peugeot Citroën DS) ist in Rüsselsheim wieder viel Optimismus zu spüren. Die schwierige Zeit unter GM-Flagge scheint überwunden.

D

ie deutsche Traditionsmarke versteht sich wieder als wichtiger Partner, dessen Kompetenzen auch in der Pariser Konzernzentrale geschätzt werden. Deshalb spricht die Opel-Chefetage auch nicht von einer Übernahme, sondern von einem Zusammenschluss mit der Groupe PSA. Davon sollen beide Seiten nachhaltig profitieren. Mit der PSA-Strategie, zwei überaus flexibel ausgelegte Plattformen für die gesamte Modellpalette einzusetzen, wollen die Rüsselsheimer bei der Entwicklung neuer Modell die Kosteneffizienz entscheidend steigern. So erwartet Opel beim neuen Corsa, der 2019 auf den Markt kommt, bis zu 50 Prozent tiefere Entwicklungskosten. Dazu wird Opel das Kompetenzzentrum der Groupe PSA in 15 Bereichen. So zeichnet die Marke mit dem Blitz zukünftig unter anderem für das gesamte Konzernportfolio bei den Sitzen und für die nächste Generation eines hocheffizienten Vierzylinder-Ben-

OPEL-DNA BLEIBT ERHALTEN zinmotors verantwortlich, der ab 2022 in verschiedenen Leistungsstufen eingesetzt werden soll. Opel-Chef Michael Lohscheller, der vor rund einem Jahr die Nachfolge von Karl-Thomas Neumann übernahm, will die deutsche Traditionsmarke zu einem effizienten und profitablen Unternehmen mit einer erfolgreichen und nachhaltigen Zukunft machen: «Opel wird profitabel, elektrisch und global», kündigt der 49-jährige Manager an. Man werde jeden Stein umdrehen. Ziel sei es, Komplexität und

8

AUTO

NR. 04/2018

Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Zusammenarbeit mit der Groupe PSA als grosse Chance, Opel in Zukunft weiterhin als eigenständige Marke positionieren zu können.

Kosten zu reduzieren bei gleichzeitiger Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Die neue Strategie namens PACE! (englisch für Fortschritt, die Red.) funktioniere. Opel/Vauxhall habe in kurzer Zeit viele Verbesserungen erzielt und man komme erfreulich schnell voran. «Noch liegt viel Arbeit vor uns», dämpft der ehemalige Finanzchef ab. Viel Verantwortung trägt in diesem Prozess selbstredend auch Opel-Entwicklungschef Christian Müller. «Im modernen Automobilbau dreht sich heute fast alles um den Begriff ‹Effizienz›», betont er. Bereits die Basisstruktur entscheide massgeblich darüber, wie wirtschaftlich, wie dynamisch und wie umweltfreundlich ein Fahrzeug sei, «und auch wie kosteneffizient in der Fertigung.» Dabei habe die Plattform grossen Einfluss auf die Effizi-

enz – sowohl des Fahrzeuges als auch des Unternehmens. Sie mache rund 60 Prozent der Materialkosten aus. Hardware, Software, die Wahl der Module, verschiedenen Abstimmungen, Kalibrierungen – all dies helfe, jedem Auto einen markenspezifischen Charakter mitzugeben. «So können wir die Opel-DNA sicherstellen», betont Müller. Die Opel-Modellpalette werde so schnell wie möglich auf die flexiblen und elektrifizierbaren Architekturen des PSA-Konzerns aufgesetzt. Bis in zwei Jahren schon werde Opel vier elektrifizierte Baureihen auf dem Markt haben. Müller vorausschauend: «Bis zum Jahr 2024 werden dann alle europäischen Personenwagen-Modelle von Opel und Vauxhall elektrifiziert sein.» Text Markus Rutishauser / Bilder Werk


SPECIAL

BIS 2024 VOLL ELEKTRIFIZIERT

Opel kann seine Kompetenzen auch bei der Weiter- und Neuentwicklung von Motoren einbringen.

PLATTFORMEN UND ANTRIEBE

NUR NOCH ZWEI STATT NEUN

Bisher hat Opel neun Plattformen für 13 Modelle genutzt. In Zukunft sollen sämtliche Modelle nurmehr auf zwei PSA-Plattformen aufgebaut werden. Dies soll im Vergleich zum jeweiligen Vorgänger substanzielle Kosteneinsparungen von 20 bis 50 Prozent ermöglichen.

D

ie beiden Plattformen sind so ausgelegt, dass sich darauf Modelle aus allen Segmenten – vom Kleinwagen bis zum SUV – aufbauen lassen. Trotzdem können die vier Konzernmarken (Peugeot, Citroën, DS und Opel/Vauxhall) ihre typischen Eigenschaften bewahren. «Ein Opel wird immer seine typische Marken-DNA aufweisen», verspricht Entwicklungschef Christian Müller. Beide Plattformen können ohne Anpassungen sowohl konventionelle als auch elektrische Antriebe aufnehmen. Dabei ist die kleinere Variante für Kompaktautos wie den Corsa ausgelegt, während die grössere Version für die Limousinen, Kombis und SUV genutzt wird. Auch bei der Elektrifizierung werden sich die beiden Plattformen die Aufgaben teilen. Während auf der kleinen Plattform

(CMP) vor allem vollelektrische Fahrzeuge entwickelt werden, ist die grössere Variante (EMP2) für die Plug-in-Hybride konzipiert. «Den batterieelektrischen Antrieb

halten wir in der Stadt für sinnvoll, während der Plug-in-Hybrid bei Fahrzeugen eingesetzt wird, die auch mal grössere Distanzen zurücklegen müssen», so Müller. In Bezug auf die Reichweiten schweigen sich die Opel-Leute noch aus. Das erste vollelektrische Modell nach dem noch aus GM-Zeiten stammenden Ampera-e wird im Jahr 2020 der neue Corsa sein. Gleichzeitig wird der Grandland X als Plug-in-Hybrid und Allradantrieb auf den Markt rollen. Ausserdem werden in den kommenden Jahren alle Baureihen nach und nach eine elektrische Variante erhalten. Bis 2024 will Opel eine voll elektrifizierte europäische Personenwagenmarke sein. Bereits von 2020 an werden die leichten Nutzfahrzeuge unter Strom gesetzt. Bei den konventionellen Antrieben wird Opel für den PSA-Konzern die nächste Generation eines Vierzylinder-Benzinmotors entwickeln, der von 2022 an in verschiedenen Leistungsstufen auf den Markt kommt. Dieser Antrieb wird überdies für den Einsatz von Elektromotoren bei Hybridsystemen optimiert. Zudem wird es bei Opel/Vauxhall zukünftig nur noch vier statt zehn Motorenfamilien geben. Auch beim Zukunftsthema Brennstoffzellen führt Opel in der Groupe PSA die Feder. Wann allerdings der erste Serien-Opel mit Wasserstoffantrieb auf die Strasse rollen wird, vermag in Rüsselsheim noch niemand zu sagen. Text Markus Rutishauser und Walter Wuttke / Bilder Werk

Auf der EMP2-Plattform wird unter anderem der für die Schweiz wichtige Grandland X mit Plug-in-Hybrid und Allradantrieb aufgebaut.

NR. 04/2018

AUTO

9


SPECIAL

Die Rüsselsheimer Fachleute entwickeln in Zukunft Sitze für die ganze Groupe PSA.

SITZE

ZERTIFIZIERTER SITZKOMFORT Opel hat sich in jüngster Vergangenheit einen hervorragenden Namen bei der Entwicklung von Sitzen gemacht. Nicht zuletzt durch die Zertifizierung der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR).

D

ie Hessen blicken auf eine Sitztradition zurück, die so alt ist wie der Automobil Club der Schweiz – also bemerkenswerte 120 Jahre! Aufgrund dieser grossen Erfahrung wird Rüsselsheim zum Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugsitzen für sämtliche PSA-Marken. Die vor 15 Jahren im Opel Signum begonnene Offensive für gesundes Sitzen zu erschwinglichen Preisen in der Mittelklasse soll konsequent weitergeführt beziehungsweise sogar noch ausgebaut werden. «Die ausgezeichnete Ergonomie der Opelsitze ist weit mehr als nur ein Wohlfühlfaktor», erklären die Ingenieure. «Ergonomie bedeutet nicht zuletzt auch Sicherheit. Bei einem Crash hat der Insasse vor allem

10

AUTO

NR. 04/2018

dann eine Chance, ohne schwerwiegende Blessuren davonzukommen, wenn ihn der Sitz in Position hält. Nur so können die Sicherheitsgurte und die Airbags ihre maximale Wirkung entfalten.» Opel bietet seine AGR-zertifizierten Ergonomiesitze ab dem kompakten Cross-

Der Integralfahrersitz im Insignia GSi ist die neueste Errungenschaft.

over Crossland X aufwärts für die Modelle Mokka X, Grandland X, Astra, Cascada, Zafira und Insignia an. Die jüngste Errungenschaft der Rüsselsheimer Entwickler ist der Integralsitz im neuen Opel Insignia GSi, der optisch grosse Ähnlichkeiten mit

ERGONOMIE BEDEUTET AUCH SICHERHEIT einer aufgerichteten Cobra hat. Der auch auf Langstrecken komfortable Schalensitz bietet nebst dem ausgezeichneten Seitenhalt zahlreiche Komfortfeatures wie Ventilation, Heizung, Massagefunktion und verstellbare Seitenwangen. Dazu kommt die hochgezogene Lehne mit integrierter Kopfstütze. Dies sieht nicht nur toll aus, sondern fühlt sich auch so an. Trotz der zahlreichen Komfortoptionen wurde das Gewicht des Integralfahrersitzes tief gehalten. Er bringt mit nur 26 Kilo sogar noch zwei Kilo weniger auf die Waage als der schon seit einigen Jahren im Corsa OPC angebotene Sportsitz. Die Gewichtsoptimierung ist auch bei den kompakteren Modellen der Groupe PSA ein wichtiges Thema. Aktuell wiegt ein einfacherer Fahrersitz im Citroën C4 Picasso noch 12,9 Kilo, im 308 von Peugeot 11,3 Kilo und im Opel Grandland X derzeit 9,4 Kilo. Bis 2020 soll das Gewicht weiter auf nur noch 8,0 Kilo reduziert werden. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk


SPECIAL

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

DEUTSCHE TUGENDEN NUTZEN Gleich 15 Kompetenzzentren der Groupe PSA sind derzeit in Rüsselsheim angesiedelt. Der französische Mutterkonzern möchte die typischen Stärken von Opel bei der Forschung und Entwicklung für alle fünf Marken nutzen.

«G

erman Engineering» (deutsche Ingenieurskunst) wird auch in der Groupe PSA hoch geschätzt. PSA-Chef Carlos Tavares (59) übergibt den Rüsselsheimern deshalb wichtige Führungsrollen. Der grösstenteils in Frankreich aufgewachsene Portugiese betraut Opel mit Forschungs- und Entwicklungsmandaten für alle vier Konzernmarken (Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall). Die Verantwortlichkeit liegt in folgenden Bereichen bei der Traditionsmarke mit dem Blitz: Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge für die Groupe PSA, Sitze und Schaltgetriebe, Zukunftstechnologien wie die Brennstoffzelle als ein zentrales Thema der Elektromobilität. Weiter wird Opel die globale Verantwortung für die Entwicklung der nächsten Generation hocheffizienter Vierzylinder-Benzinmotoren für alle PSA-Marken übernehmen. Markenübergreifend werden die Rüsselsheimer auch bei den Assistenzsystemen wie dem automatisierten Parken, der aktiven Sicherheit und der Gefahrenwarnung tätig. Die Kompetenz der Opel-Ingenieure will PSA ebenso bei den sportlichen Fahrwerken, die für hohe Geschwindigkeiten konstruiert sind, verwenden. Davon dürften vor allem die sportlichen Konzernmodelle profitieren.

Opel hat viel Erfahrung und Kompetenz bei der Entwicklung sportlicher Fahrwerke.

RÜCKKEHR AUF DEN US-MARKT Besonders wichtig für die Groupe PSA ist jedoch die Erfahrung des deutschen Partners bei der Anpassung der Fahrzeuge für den US-amerikanischen Markt. Ab dem Jahr 2026 will PSA auch Autos in Nordamerika verkaufen. Momentan betreiben die

Franzosen wegweisende Marktforschung, um dann zu entscheiden, mit welcher Marke sie in den USA starten. Wie schon in Südamerika und Russland will PSA mit geringen Stückzahlen beginnen, um schnell profitabel werden zu können. Es ist dies ein Comeback der Franzosen in Übersee: 1991 hatte sich Peugeot aus dem US-Markt zurückgezogen. Text Markus Rutishauser / Bild Werk

CONNECT ERSETZT ONSTAR Opels Konnektivitätsdienst OnStar wird Ende 2020 auslaufen. Er basiert noch auf Technologien von General Motors, nun aber hat PSA das Sagen in Rüsselsheim – und der deutsche Hersteller wird nach und nach auf die digitalen Dienstleistungen der neuen Konzernmutter umgestellt. Die neuen Konnektivitäts-Services werden

unter dem Namen Opel Connect ab Anfang vice, Zugriffsmöglichkeiten per Fernsteue2019 in PWs und leichten Nutzfahrzeugen rung und Flottenmanagement-Funktionen der Marke Einzug halten. Eines der ers- ebenso wie die Vernetzung via Apple Carten Modelle wird die nächste Corsa-Gene- play und Android Auto. Bis 2024 soll Opel ration sein. Neben dem Fahrzeugnotruf Connect für die gesamte Modellpallette zählen zum Leistungsportfolio von Opel zur Verfügung stehen. Connect auch die vernetzte Navigation, Fahrzeugdiagnose, Diebstahl-Notfallser- Text jri

NR. 04/2018

AUTO

11


NEUHEITEN

Mit einer Länge von viereinhalb Metern ist der C5 Aircross im Mittelklasseformat anzusiedeln.

CITROËN C5 AIRCROSS

ZURÜCK ZUM MARKENKERN Citroën hat seine Mittelklasse-Limousine C5 sowie deren Kombivariante ausgemustert und als Nachfolger die europäische Version des C5 Aircross vorgestellt.

F

ür den chinesischen Markt wurde das Auto bereits im April 2017 in Shanghai präsentiert und unterscheidet sich von der europäischen Version nur in Details. Das 4,50 Meter lange Auto basiert auf der Plattform EMP2, ist technisch mit Peugeot 5008, Opel Grandland X sowie dem DS7 verwandt und wird konsequent als SUV bezeichnet. Die Advanced-Comfort-Federung mit hydraulischen Anschlägen in den Stossdämpfern soll den Franzosen zum Klassenbesten in Sachen Komfort machen. Tatsächlich rollt der C5 Aircross gefühlt über einen flauschigen Teppich, federt sanfter als die straffere Konkurrenz. Am vorderen Stossfänger und den Seitenschwellern sind Airbumps angebracht, die jedoch eher der Offroadoptik als dem Karosserieschutz dienen. Der Innenraum wurde auf Komfort getrimmt. Die Sitze sind Bestandteil des Advanced-Com-

12

AUTO

NR. 04/2018

GRIP CONTROL STATT ALLRAD fort-Programms und fühlen sich sehr bequem an. Familien kommt die dreigeteilte Rückbank entgegen.Mit 580 bis 1630 Litern bietet der C5 Aircross den grössten Laderaum in seinem Umfeld. Das Infotainmentsystem wird über einen Touchscreen bedient, zur Direktwahl sind auch Festtasten angebracht. Smartphones lassen sich im derzeit grössten Citroën induktiv aufladen. Insgesamt hat der C5 Aircross 20 Assistenzsysteme an Bord, darunter auch einen adaptiven Tempomat und den Notbremsassistent. PSA folgt beim C5 Aircross der Strategie, lieber die Traktionskontrolle Grip Control mit begrenztem Schlupf statt ei-

nen Allradantrieb anzubieten. Das hilft bei der CO2-Reduktion, dürfte aber einige Schweizer Kunden enttäuschen. Die Motorenpalette besteht aus zwei Benzinern und zwei Dieseln. Der kleine 1,2-Liter-Benziner leistet 130 PS und das 1,6-Liter-Aggregat 180 PS. Die Selbstzünder bieten ebenfalls 130 und 180 PS. Alle Motoren sind je nach Ausstattung mit Automatikgetriebe erhältlich. Ende 2019 soll ein 300 PS starker Plug-in-Hybrid folgen. Anfang 2019 rollt der in Rennes (Frankreich) gebaute Aircross zu den Händlern. Der kleine Diesel wird rund 30000 CHF kosten, während für den stärkeren Benziner mit 180 PS und Automatik gut 40 000 CHF zu veranschlagen sind. Die definitiven Schweizer Preise sind im Herbst zu erwarten. Text Jürg Wick / Bilder Jürg Wick, Werk


NEUHEITEN

VOLVO V60

SCHICKER SCHWEDENKOMBI Neben den beiden SUVs XC40 und XC60 wird der sportliche Kombi V60 die dritte tragende Säule der Volvo-Modellpalette verkörpern. Die Markteinführung erfolgt am 31. August.

D

ie Kombi-Erfolgsgeschichte der schwedischen Traditionsmarke, die seit 2010 zur chinesischen Geely-Gruppe gehört, begann vor 65 Jahren mit dem Duett. Seither hat Volvo weltweit über sechs Millionen Kombis verkauft. War früher der Nutzen oberste Prämisse der «Schwedenpanzer», hielten zuletzt immer mehr auch sportliche und luxuriöse Attribute Einzug ins Design und die Ausstattung. Die zweite V60-Generation ist definitiv der sportlichste Volvo-Kombi aller Zeiten. Der V60 baut auf der Plattform des rund 17 Zentimeter längeren V90 auf, hat aber eine klar dynamischere Ausrichtung. Dafür sorgen unter anderem ein nach hinten abfallendes Dach und ein steileres Heck. Zumindest die Frontproportionen lassen Erinnerungen an den legendären P1800 ES – auch «Schneewittchensarg» genannt – aufkommen. Neben dem Aussehen punktet der V60 vor allem durch die Funktionalität, den Fahrspass, seine Familientauglichkeit, umfangreichen Komfort und den bekannt hohen Sicherheitsstandard von Volvo. Neu verfügt das serienmässig verbaute City Safety auch über einen Notbremsassistenten bei Gegenverkehr. Bevor im Herbst die beiden HybridAllradvarianten mit 340 und 390 PS auf den Markt kommen, startet der V60 mit dem 190-PS-Diesel, Sechsgang-Schalt-

Das Interieur ist aufgeräumt und die edlen Materialien sind hochwertig verarbeitet.

getriebe und Frontantrieb ab 51950 CHF. Der Zweiliter-Vierzylinder-Selbstzünder Dazu gibt es den 310-PS-Benziner, der setzt sein maximales Drehmoment von ausschliesslich mit einem Automatikge- 400 Nm zwischen 1750 und 2500 U/min triebe (Geartronic) und Allrad erhältlich ist, ab 63 700 CHF. Etwas später folgt der 150-PS-Einstiegsdiesel für mindestens 49 800 CHF. HYBRIDVERSIONEN Wir konnten die beiden ersten MoFOLGEN IM HERBST torisierungen bereits fahren und waren von beiden angetan – nicht zuletzt auch aufgrund des hervorragenden Fahrwerks. sehr souverän und harmonisch um. Dazu begnügt sich der 190-PS-Diesel nach dem neuen WLTP-Zyklus mit knapp fünf bis sechs Litern auf 100 Kilometer. Für uns ist der V60-Diesel das perfekte Langstreckenbzw. Flottenfahrzeug. Der 310-PS-Benziner ist selbstverständlich in jeder Hinsicht sportlicher unterwegs. 5,8 Sekunden genügen ihm für den Spurt von 0 auf 100 km/h. Der Mixverbrauch von acht bis neun Litern ist im moderaten Bereich. Für uns gehört der Volvo V60 zu den schönsten Mittelklasse-Kombis auf dem Markt. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

Legendärer Vorgänger: Der P1800 ES wird auch «Schneewittchensarg» genannt.

NR. 04/2018

AUTO

13


NEUHEITEN

JAGUAR I-PACE

ALLESKÖNNER FÜR KOMFORT UND ABENTEUER Ein Auto, das für schnelle Sprints, abenteuerliches Kraxeln im Gelände oder für entspanntes Cruisen gleichermassen zu gebrauchen ist, gibt es das überhaupt? Und das auch noch rein elektrisch. Ja, den Jaguar I-Pace.

J

aguar schleicht sich auf leisen Sohlen in Elon Musks Revier und führt mit dem neuen I-Pace die Phalanx der Tesla-Verfolger an. Der elektrische Crossover für die Oberklasse fährt zwar nahezu geräuschlos, wird dafür aber für umso mehr Lärm in der Luxusliga machen. Mit 480 Kilometern Reichweite fordert die elektrische Raubkatze die Mitbewerber heraus. Der Jaguar I-Pace, der bei einem Preis ab 82800 CHF startet, wirft sich gegen die angekündigten Elektro-Alternativen Audi e-tron, Mercedes EQC und Porsche Mission E (geht als Taycan in Serie) mit voller Wucht in den Ring. Während es die genannten Kandidaten der Konkurrenz noch nicht zu kaufen gibt, war bislang Elon Musk mit seinen Teslas allein auf weiter Flur.

Vor vier Jahren begann Jaguar mit einem weissen Blatt Papier, der Traum eines jeden Entwicklers und Designers. Weil die Vorgabe «kompromissloses Elektroauto» hiess, musste keine Rücksicht auf bestehende Plattformen genommen werden.

KURVENSPASS DANK TIEFEM SCHWERPUNKT Daher steht der I-Pace heute perfekt ausgewogen auf seinen grossen Rädern, hat bei nur 4,68 Metern Gesamtlänge einen üppigen Radstand von drei Metern (üblich ist dieser bei Limousinen der Oberklasse), verfügt über zwei unabhängig voneinander arbeitende Elektromotoren an Vorder-

und Hinterachse und weist eine Gewichtsverteilung von 50:50 auf. Doch damit nicht genug. Zugleich schafften es die Ingenieure, dem I-Pace die steifste Aluminiumkarosserie aller Jaguarund Land-Rover-Modelle mit auf den Weg zu geben, eine wichtige Voraussetzung für eine präzise Fahrdynamik. Und weil die über 600 Kilogramm schwere Batterie im Fahrzeugboden den Schwerpunkt des I-Pace massiv nach unten bringt, wirkt sich dies natürlich positiv auf das Fahrverhalten in Kurven aus. Wie gut dies auch in der Praxis funktioniert, zeigte die Testfahrt mit dem IPace über Bergstrassen, im Gelände und auf einer Rennpiste. Knapp 700 Newtonmeter Drehmoment schicken die beiden zusammen 400 PS starken E-Motoren praktisch aus dem Stand zu den Achsen. Doch nicht einmal die nackte Zahl von 4,8 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h spiegelt die Fahrleistung des Briten wirklich wider. Man muss das selbst erlebt haben. Die Briten zeigen 18 Monate nach ihrer ersten Studie die Serienfassung des Jaguar I-Pace. «Damit schlagen wir ein neues Kapitel unserer Marke auf», erklärt Designchef Ian Callum, der von den neuen Freiheiten schwärmt, die ein Auto ohne Verbrenner bietet – und die konsequent genutzt wurden. Der I-Pace sieht mit seiner ungewohnt weit nach vorn gerückten Kabine, mit dem flachen Dach und dem keiligen Heck frisch und futuristisch aus. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte eine Schnupperfahrt buchen. Aber: Wer das Auto dann auch kaufen möchte, muss sich mit der Auslieferung bis März 2019 gedulden. Dis erste Zuteilung für die Schweiz ist bereits ausverkauft.

Der I-Pace ist an der Front, die in die Markenfamilie passt, als Jaguar zu erkennen. Text Stefan Donat / Bilder Werk 14

AUTO

NR. 04/2018


NEUHEITEN

Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Touareg in der Länge um beinahe neun Zentimeter auf 4,88 Meter gewachsen.

VW TOUAREG

DIE NEUE SPEERSPITZE Mit der dritten Generation des Touareg will VW in der SUV-Hierarchie eine neue Stufe erklimmen. Sie markiert die Speerspitze der Autobauer aus Wolfsburg.

Z

ur Markteinführung cirka Ende Juni rollt der Touareg mit zwei V6-Turbodieseln (231 oder 286 PS) an den Start. Beide gehören zu der neuesten Abgasnormgeneration Euro 6d-TEMP, die ausreichend Sicherheit im Hinblick auf mögliche Fahrverbote in Städten bietet. Im Herbst folgt der V6TSI-Benziner mit 340 PS und im nächsten Jahr der V8-Diesel mit 421 PS und 900 Nm Drehmoment. Ob auch der Plug-in-Hybrid mit 367 PS den Weg via China nach Europa finden wird, ist noch nicht bestätigt. Alle Motorisierungen verfügen serienmässig über ein 8-Gang-Automatikgetriebe und den Allradantrieb 4Motion. Die maximale Anhängelast liegt wie bisher bei 3,5 Tonnen. Vorerst gibt VW nur die Preise für die beiden Diesel-Einstiegsversionen bekannt: Der 3.0 V6 TDI kostet ab 69 900 CHF (231 PS) beziehungsweise ab 80 400 CHF (286 PS). Alles, was der VW-Konzern bei den Themen Infotainment, Konnektivität und Dienstleistungen sowie künstliche Intelligenz bei Anzeige, Bedienung und Fahrassistenz zu bieten hat, findet Einzug im neu-

en Touareg. Ein weiteres wichtiges Kapitel fasst VW im Begriff «IQ. Light» zusammen. Als Kern dienen LED-Matrixscheinwerfer mit 128 LEDs pro Scheinwerfer: 48 fürs Abblendlicht, 27 fürs Fernlicht und die übrigen 53 fürs Kurven- und Abbiegelicht, Standlicht und das animierte Blinklicht. Der Fahrer muss nur den dynamischen

WENDIG WIE EIN KOMPAKTAUTO

nicht ein sogenanntes «Turboloch», versicherte ein Experte. Vielmehr werde in dieser Fahrsituation der Schadstoffausstoss durch einen zusätzlichen Reinigungsvorgang nochmals reduziert. Nach NEFZ-Messmethode soll der V6-TDI mit einem Mixverbrauch von moderaten 6,9 l/100 km auskommen. Beeindruckt hat uns die Wendigkeit des grossen SUV. Sie ist der Allradlenkung geschuldet. Mit 11,2 Metern liegt der Wendekreis des auf Wunsch luftgefederten Touareg auf dem Niveau eines Kompaktwagens. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

Lichtassistenten (Dynamic Light Assist) aktivieren, den Rest übernimmt das System. Wir konnten anlässlich der ersten Testfahrten den V6-Diesel mit 286 PS erfahren. Mit den gut 2,2 Tonnen (inklusive zwei Personen) geht der Sechszylinder souverän und geräuscharm um. Dank seinem maximalen Drehmoment von 600 Nm beschleunigt der Touareg nach engen Kurven souverän. Allerdings mit einer kurzen Verzögerung. Der Grund dafür sei

Im Cockpit verschmelzen ein 12-Zoll-Display hinter dem Lenkrad mit einem beeindruckenden 15-Zoll-Touchscreen über der Mittelkonsole.

NR. 04/2018

AUTO

15


Jetzt upgraden und einen CHF 50.– Migrol-Gutschein abräumen!

Ihr Geschenk!

Benötigen Sie eine Reiseversicherung für die ganze Familie? Oder die europaweite Pannenhilfe? Zum Vorzugspreis von CHF 268.– können Sie bei uns die Mitgliedschaft Classic & Travel abschliessen.*

Für alle Personen im gleichen Haushalt

Reiseversicherung

ACS Visa Card

ACS Medical Hotline

Rechts- und technische Beratung

Treibstoff-Rabatt

Vergünstigte Campingcard

ACS Clubmagazin AUTO

Weltweit erreichbar

ACS Blog

Online Shop

ACS App

Drive Events

Pannendienst Europa

les mehr!

h vie … und noc

* Bereits einbezahlte Mitgliederbeiträge werden anteilsmässig angerechnet. Aktion gültig bis 31.08.2018.

Anmeldung und weitere Informationen unter: +41 31 328 31 11 oder acs.ch/ClassicTravel


NEUHEITEN

Der Ford Fiesta ST (grosses Bild) ist eine Fahrspass-Maschine, der Active (kleines Bild) ein durchaus sportlicher Familien-Crossover.

FORD FOCUS ST & ACTIVE

FÜR SPORT UND FAMILIE Ford rundet seine beliebte Fiesta-Baureihe mit der nächsten Generation des ST ab und stellt ihm mit dem Active gleich auch noch einen kompakten Crossover zur Seite.

«D

er Fiesta Active bringt Design und Vielseitigkeit eines SUV in die Fiesta-Familie und entspricht dem wachsenden Kundenwunsch nach Offroadern», frohlockt Ford in seiner Pressemitteilung. Dazu soll er die Vielseitigkeit eines SUV mit der typischen Fahrdynamik der FordFiesta-Baureihe kombinieren. Was denn nun? Offroader, SUV oder Crossover? Für uns ist der Active schlicht und einfach ein leicht höherer (+2cm) und breiterer (+3 cm) Fiesta mit einem gefühlten Plus an Komfort für Passagiere und viel Platz für Gepäck (269 bis 1093 Liter). Der 4,07 Meter lange Active hat sowohl bei der Fahrsicherheit als auch bei der Konnektivität fast alles an Bord, was die Kölner aus ihrer Technikschublade zaubern können. Ob der Fiesta Crossover den Konzernbruder EcoSport konkurrenziert? Nein, nicht wirklich, denn den EcoSport gibt es auch mit Allradantrieb, während der Active ausschliesslich über die Vorderräder angetrieben wird. Zudem hat der Active noch konsequenter die Zielgruppe «urbane Kleinfamilie» im Visier. Dazu passen auch

die 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit vier Leistungsstufen (85, 100, 125 und 140 PS) sowie der 1,5-Liter-TDCi-Vierzylinder-Turbodiesel mit 85 und 120 PS. Im Kurvenduell mit dem tieferliegenden Fiesta ST kann der Active logischerweise nicht mithalten, obschon man den

SPORTLICH WIE NOCH NIE Crossover überraschend sportlich bewegen kann. Der Ford Fiesta ST bietet ultimativen Fahrspass wie nur ganz wenige seiner Zunft. Das erstmals erhältliche (optionale) mechanische Sperrdifferenzial an der Vorderachse verleiht dem Kraftprotz noch mehr Grip in Kurven. Optimiert wird die Fahrdynamik durch die Force-Vectoring-Technologie. Auf Knopfdruck kann der Fahrer aus drei Modi (Normal, Sport, Track) wählen. Der sportliche Ritterschlag ist die ebenfalls optionale Launch Control,

die aber nur Sinn macht, wenn der Fiesta ST zumindest ab und zu auf der Rennstrecke bewegt wird. Für den Vortrieb sorgt ein drehfreudiger 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit 200 PS und 290 Nm Drehmoment. Weder unter Volllast noch beim Sound haben wir auf ersten Testfahrten den vierten Zylinder vermisst. Das EcoBoost-Triebwerk macht seine Sache hervorragend. Dazu beschleunigt es den 1262 Kilo leichten Kompaktsportler in nur 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 232 km/h, der Verbrauch soll nur knapp über sechs Litern liegen. Zu den Preisen: Der Fiesta Active beginnt in der Basisversion (1,1-LiterBenziner, 70 PS, 5-Gang-Schaltgetriebe, Trend-Ausstattung) bei 14 800 CHF und endet als Vignale-Topmodell mit dem 140-PS-Benzinerbei23200CHF.Der85-PSEinstiegsdiesel kostet ab 17 100 CHF. Den Fiesta ST gibt es als Drei- oder Fünftürer (+500 CHF) in drei Versionen ab attraktiven 24200 CHF. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

NR. 04/2018

AUTO

17


IN KÜRZE

E-MOBILITÄT

MERCEDES-AMG

CHINA WEIT VORAUS – SCHWEIZ HOLT AUF

DRITTER GT-ROADSTER

China baut den Vorsprung in der Elektromobilität aus: Mit über 600 000 verkauften Elektroautos (+72%) wurde 2017 weltweit fast jedes zweite E-Auto im Reich der Mitte zugelassen. Die Nachfrage in Europa mit 306 000 Neuzulassungen (+39%) und den USA mit 200 000 neuen E-Autos (+27 %) entwickelt sich hingegen langsamer. Die Schweiz holt mit über 8000 neuen E-Autos auf, was einer Steigerung um über 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktanteil ist mit 2,3% im globalen Vergleich hoch, allerdings weit hinter den Marktführern Norwegen (32,2 %) und Schweden (4,7). Im Index landet die Schweiz auf Platz 3, unter anderem weil der Aufbau der Infrastruktur für Elektroautos rasch vorankommt. Die Schweiz verfügte 2017 über mehr als tausend öffentliche Ladestationen.

Mercedes-AMG erweitert sein Sportwagen-Programm ab sofort um den AMG GT S Roadster. Das Modell reiht sich zwischen dem AMG GT Roadster und dem nochmals leistungsstärkeren AMG GT C Roadster ein. Der 4,0-Liter-V8-Biturbo leistet im AMG GT S Roadster 522 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 670 Nm bei 1900 bis 5000 U/min bereit. Der Wert für den Standardspurt von null auf 100 km/h liegt bei 3,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 308 km/h. Serienmässig ist der GT S Roadster mit dem AMG-Ride-Control-Fahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung ausgestattet. Zudem stehen fünf Fahrprogramme von «C» wie Comfort bis «Race» sowie das individuell programmierbare Setup «I» (Individual) zur Verfügung. Ebenfalls serienmässig ist das elektronisch geregelte Hinterachs-Sperrdifferenzial.

AUDI R8 RWS

PURISMUS AN DER SPITZE

PORSCHE 911 GT3 R

NEUER RENNBOLIDE FÜR KUNDENSPORT Auf Basis des im März vorgestellten Seriensportwagens 911 GT3 RS hat Porsche einen neuen Kundensport-Rennwagen für die weltweiten GT3-Serien ab 2019 konstruiert: Den 911 GT3 R. Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung des nunmehr mindestens 550 PS starken Einsitzers mit dem sequenziellen Sechsgang-Klauengetriebe lag auf einer besonders effizienten Aerodynamik einer besseren Fahrbarkeit, nochmals optimierter Sicherheit sowie einer Reduzierung der Service- und Ersatzteilkosten. Der neue Porsche 911 GT3 R kann ab sofort zu einem Preis von 459000 Euro zuzüglich länderspezifischer Mehrwertsteuer bestellt werden und wird ab Dezember 2018 ausgeliefert. Texte red / Bilder Werk

18

AUTO

NR. 04/2018

Die neue Variante des Audi-Supersportwagens glänzt mit seinem puristischen Antriebskonzept: Der R8 RWS präsentiert sich als reiner Hecktriebler. Damit wird er zu einer extremen Fahrmaschine: Die 540 PS und 540 Nm landen zu 100 Prozent auf der Hinterachse. Sie ist mit einer mechanischen Differenzialsperre ausgerüstet. So lässt sich der R8 RWS nicht nur mit der extrem präzisen, elektromechanischen Servolenkung, sondern auch mit dem Gaspedal hervorragend lenken. Der freisaugende 5,2-Liter-V10-Motor hat leichtes Spiel mit den 1590 Kilo. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert nur 3,7 Sekunden. Die Spitze von 320 km/h wird im sechsten und damit zweithöchsten Gang erreicht. Und zum akustischen Auftritt des V10-Saugmotors: So klang zu ihren Glanzzeiten einmal die Formel 1.


IN KÜRZE

MEINUNG

SCHWEIZER RASER? EIN SELBSTVERSUCH Anfang dieses Jahres sorgte Winfried Hermann, der Grünen-Verkehrsminister des Bundeslandes Baden-Württemberg, für BLUEBALLS viele rote Köpfe. Gegen den Widerstand des Koalitionspartners CDU und des deutHANDVERLESENE TALENTE ENTDECKEN schen Automobilclubs ADAC führte er auf gewissen Abschnitten der A81 von Singen Während sich die Musikwelt immer schneller dreht, die Events immer grösser werden nach Stuttgart Tempolimits ein, die sich und ein Hype den nächsten jagt, bleibt sich das Blue Balls Festival treu. Das heisst: Musik explizit gegen Schweizer Raser richten. und Kunst mit Seele – während neun Tagen rund um das Luzerner Seebecken. Seit über Ich habe an einem Samstagnachmittag zwanzig Jahren präsentiert das Festival handverlesene Talente und Entdeckungen – über im Mai einen Selbstversuch unternomzwanzig von ihnen spielen zum ersten Mal in der Schweiz. So etwa Keir, das diesjährige men. Sofern keine Höchstgeschwindigkeit Blue Balls Face, oder Delgres und Black Pistol Fire. Das Qualitätskredo zieht sich von den vorgeschrieben, fuhr ich in meinen Jaguar kleinen über die grossen Bühnen vom KKL, Pavillon bis und mit Schweizerhof durch: 120 E-Pace mit Tempo 150 bis 170 in Richtung Events, 8 Bühnen – und 100 000 Fans. Ob Jazz-Studierende, Sprayer, Singer-Songwri- Stuttgart und wurde dabei exakt 21 Mal ter oder abgebrühte Rocker: Sie alle treten auf, um die Herzen der Besucher zu berüh- von Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten ren. Programmübersicht, Tickets und Infos: blueballs.ch. Tickets nur beim KKL Luzern von über 200 km/h überholt. Mehrmals und Starticket. Starticket-Verkaufsstellen (Post, Manor usw.), Telefon 0900 325 325 auch von zwei Autos hintereinander mit (CHF 1.19/Min, Festnetz), Internet: www.starticket.ch. Preise: 75 bis 140 CHF (Vorver- weniger als 50 Meter Abstand. Soweit so kauf und Abendkasse). Text red gut und kaum etwas Besonderes. Schon eher nachdenklich stimmte mich aber die Tatsache, dass sämtliche Schnellfahrer ein Auto mit deutschen Kennzeichen lenkten. Kein einziger Schweizer! Auf der Rückfahrt am späteren Abend war es nicht anders. Da frage ich mich dann schon, ob Verkehrsminister Hermann nicht mit politisch aufgeladenen Kanonen auf (Schweizer) Spatzen schiesst. Text Markus Rutishauser / Bilder zVg

AUTO-SCHWEIZ

JEDER 10. NEUE BIS 2020 ELEKTRIFIZIERT Unter dem Titel «10/20» gibt auto-schweiz ein ehrgeiziges Branchenziel für die Elektrifizierung des motorisierten IndividualTRAUMWAGEN ZU VERMIETEN verkehrs aus. Bis 2020 soll jeder 10. neue Unter dem Logo «Dream Collection» vermietet Hertz Schweiz in Zusammenarbeit mit Personenwagen, der in der Schweiz oder Elite Rent-a-Car in Genf eine grosse Palette von Sportwagen sowie repräsentativen SUVs, in Liechtenstein immatrikuliert wird, ein Luxuslimousinen und E-Fahrzeugen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos: Im Ferrari einen Elektroauto oder Plug-in-Hybrid sein. Die Alpenpass befahren, das frisch vermählte Brautpaar mit dem Range Rover Vogue vor die Vorgabe ist ambitioniert, betrug doch der Kirche chauffieren oder jemanden zum Geburtstag mit einer Lamborghini-Ausfahrt über- E-Fahrzeug-Anteil 2017 nur 2,7 Prozent. raschen. Die Anmietung erfolgt unkompliziert: Online kann das gewünschte Fahrzeug Nur mit der Erreichung dieses Ziels sowie ausgewählt und für den bevorzugten Zeitraum angefragt werden. Den Ferrari 458 Italia Wachstum bei anderen alternativen AnSpider gibt es ab 1160 CHF/Tag, den Aston Martin V8 Vantage ab 760 CHF/Tag und den trieben wie etwa Gas- oder Hybridautos Lamborghini Huracan ab 1240 CHF/Tag. Website: www.hertzdreamcollection.ch. Bild: wird es möglich sein, den ab 2020 geltenMarkus Thiem (Marketing Direktor Hertz Schweiz, links) und Hervé Laborde (General den CO2 -Grenzwert von durchschnittlich Manager Elite Rent-a-Car, rechts) freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. 95 g/km annähernd zu erreichen.

HERTZ DREAM COLLECTION

Text und Bild Markus Rutishauser

Text red

NR. 04/2018

AUTO

19


LIFESTYLE LIFESTYLE

BURGUND

FRANKREICHS ROMANTISCHE MITTE Hübsche mittelalterliche Städtchen locken mit Kathedralen am Jakobsweg. Die von befahrbaren Wasserwegen durchzogene Landschaft ist abwechslungsreich. Weinberge und Kulinarik laden zum Verweilen ein.

W

ährend der Französischen Revolution tobte in Sens die aufgebrachte Menschenmenge. Die Steinköpfe der Heiligen über dem Hauptportal der Kathedrale Saint-Étienne wurden abgeschlagen. Heute toben Kinder auf dem Platz vor dem Gotteshaus, der Place de la République, auf den Holzpferden eines Karussells. Nur der heilige Stephanus blieb ungeköpft, weil man ihm eine rote Mütze mit der Kokarde in den blau-weissroten Farben der Revolutionäre aufgesetzt hatte. Zauberhafte Gässchen mit versteckten Ecken und vielen kleinen Geschäften rahmen den Platz mit seinen Strassencafés ein. Beim Anblick der gut sortierten Feinkostauslagen der kleinen Metzgereien und Käseläden kann Passanten das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der verführerische Duft aus den Bäckereien eilt ihnen in den Altstadtgassen mit oft windschiefen Fachwerkhäusern voraus. Die französi-

sche Lebensart und Gelassenheit, «l’art de vivre», die Kunst zu leben, ist hier wie in so vielen kleinen Städtchen der Bourgogne, des Burgunds, zu spüren. Das Stadtbild von Sens verschönern jeden Sommer zahlreiche bunte Blumen und Palmen, die in der kalten Jahreszeit in den grossen Gewächshäusern des weitläufigen Parks Moulin à Tan geschützt werden. Burgunds nördlichstes Weinbaugebiet liegt um das kleine Städtchen Joigny im Département Yonne am Ufer des gleichnamigen Flusses, nur 30 Kilometer südlich von Sens. Auf der Yonne wurde vor über 40 Jahren die Idee geboren, Hausboote führerscheinfrei zu vermieten. Davon wird heute auf den vielen Wasserläufen der gesamten Region reger Gebrauch gemacht. Eine reizvoll-hügelige Landschaft bietet den passenden Rahmen dafür. Das Zehntausend-Seelen-Örtchen Joigny liegt unterhalb mächtiger Weinberge mit den Sorten Chardonnay und Pinot blanc. Gut zu essen gehört dort zum Alltag.

Blick von der Pont Saint-Nicolas auf die Altstadt von Joigny.

20

AUTO

NR. 04/2018

Jean-Michel Lorain, Michelin-Zwei-SterneKoch, in seinem Reich.

Aushängeschild ist das Restaurant von Jean-Michel Lorain mit zwei Michelin-Sternen. Am Wochenende zählen die Hauptstädter zu seinen Gästen, denn von Paris ist Joigny nur eine Autostunde in südöstlicher Richtung entfernt. Den Gästen mundet das Feinschmeckermenü mit Hummer und Vichysauce aus weissem Spargel, Seesaiblingfilet mit Haselnussbutter-Emulsion, Filet und Lammkeule von Quercy, französischer Käseplatte und Roseneis in der knusprigen Tulpe nebst kristallisierten Rosenblüten. Dazu hat der Maître passende, erlesene Weine ausgesucht. 70 Kilometer von Joigny entfernt bescheint die Nachmittagssonne das Château d’Ancy-le-Franc, was den hellen Sandsteinfeudalbau noch prachtvoller erscheinen lässt. Das Renaissance-Schloss der burgundischen Herzöge wurde vom damali-


LIFESTYLE

gen italienischen Stararchitekten Sebastiano Serlio erbaut. Er war Hofarchitekt von Franz I. und Meister der Symmetrie in der Architektur des 16. Jahrhunderts. Innen schmücken gut restaurierte Malereien den Renaissance-Palast. Eine Augenweide sind die grandiosen Kassettendecken und die Fresken der Salons. Junge Mädchen können sich hier als Edelfräulein verkleiden, grazil durch die Räume schlendern und dabei Porträts von Grafen und Gräfinnen bestaunen. Der Weg nach Vézelay führt, wie so oft im Burgund, durch eine hügelige Landschaft mit Wäldern, Seen, Wasserläufen und riesigen Feldern inmitten einer Heckenlandschaft nach Avallon. Dort übernachtete am 16. März 1815 bereits Napoleon Bonaparte auf dem Weg von Elba nach Paris in der Hostellerie de la Poste. Die vor dem Hotel Beifall klatschende riesige Menschenmenge liess ihm keine Ruhe. Die erfahren hingegen Pilger auf dem Jakobsweg in der mächtigen Basilika von Vézelay – einem der schönsten Dörfer Frankreichs. Dort treffen die Jakobspilger-

Ihr Reich: Die Winzerin Sophie Woillez im Weinkeller der Domaine de la Croix Montjoie.

GUT ZU ESSEN GEHÖRT ZUM ALLTAG wege aus Belgien, den Ardennen, Lothringen und der Champagne zusammen. Die weithin sichtbar auf einem grünen Hügel thronende, romanische Basilika gehört seit über 30 Jahren zum Welterbe der Unesco. Den Hügel hinauf, durch die Gassen des altehrwürdigen Ortes, erreichen die Pilger das Gotteshaus, das die Gebeine der heiligen Maria Magdalena bewahren soll. Zur Blütezeit wohnten bis zu 100 Benediktinermönche im Kloster. «Am 12. Juni um 12 Uhr erzeugen die hereinfallenden Sonnenstrahlen vom Eingang bis zum Chor eine Gerade aus Lichtflecken», erläutert Stadtführer Lorant Hecquet. Besonders freuen ihn die restaurierten Heiligen über dem Hauptportal. In der Französischen Revolution geköpft, zeigen sie nun wieder Gesicht und haben der Kathedrale Saint-Étienne von Sens so etwas voraus. Text und Bilder Gerd Krauskopf

Hoch über dem Fluss Yvonne gedeihen die weltbekannten Chardonnay-Trauben.

Ein Platz zum Verweilen: Die Place de la République in Sens mit der Kathedrale Saint-Étienne als Kulisse.

NR. 04/2018

AUTO

21


ACS EXPERTENTIPP

SICHER PACKEN MIT KÖPFCHEN Die Fahrt in die Ferien soll entspannt sein – und sicher. Deshalb lohnt es sich, das Urlaubsgepäck durchdacht im Auto zu verstauen. Das erspart lästiges Suchen und verhindert Schlimmeres bei einer Vollbremsung oder gar einem Unfall.

D

as Packen der Koffer für die lang ersehnten Ferien wird in den meisten Familien nicht selten zu einer hektischen Angelegenheit. Diese Schuhe müssen noch mit, jenes Sportgerät braucht noch seinen Platz. Am Ende ist der Kofferraum bis oben voll. Und keiner findet mehr etwas. Packen mit System hilft, den Überblick zu behalten. Und macht das Fahren sicherer. Dinge, die man für die Fahrt unbedingt braucht, gehören in eine Handtasche oder einen kleinen Rucksack: Pässe, Tickets, Medikamente, Reiseproviant. In eine zweite kleine Reisetasche kommen die Dinge, die man unterwegs brauchen könnte: Wäsche oder T-Shirts zum Wechseln, Waschsachen, Kleidung für eine Übernachtung. Diese Tasche wird so verstaut, dass man leicht an sie herankommt. Das übrige Gepäck sollte man, wenn möglich, schon am Tag vor der Abreise packen – und zuvor einen Abstecher zur nächsten Tankstelle einplanen. Volltanken, Ölstand und Scheibenwaschwasser prüfen und bei Bedarf nachfüllen. «Bei voller Beladung muss der Reifendruck erhöht werden», raten die Experten des ACS. Welche Werte genau für Ihr Fahrzeug gelten, steht in der Betriebsanleitung oder im Deckel der Tankklappe. Mit voller Ladung lautet die Faustregel: zwischen 2,5 und 2,8 bar. In den meisten Reiseländern muss eine Warnweste getragen werden, wenn man bei einer Panne das Auto verlässt. Sie muss vor Verlassen des Fahrzeugs angezogen werden. Die Westen gehören deshalb nicht in den Kofferraum, sondern unter die Sitze. Gut zugänglich sollten auch Warndreieck und Verbandskasten verstaut werden

22

AUTO

NR. 04/2018

NICHT ERST IN LETZTER MINUTE PACKEN – am besten im Innenraum, aber natürlich nicht auf der Heckablage. Denn bei der ersten Vollbremsung wird aus dem Sicherheitszubehör ein gefährliches Geschoss. Umherfliegendes Gepäck bei einer scharfen Bremsung, erst recht aber bei einem Unfall, ist extrem gefährlich. Schwere Gegenstände gehören ganz nach unten und direkt an die Stirnwand des Kofferraums

hinter die Rücksitze. «Damit sind sie auf jeden Fall vor der Hinterachse und damit im günstigsten Schwerpunktbereich untergebracht», betonen die Experten des ACS. Kommt es zu einem Aufprall mit 50 km/h, werden aus einem Gepäckstück von 14 Kilogramm beinahe 1,5 Tonnen, die einschlagen. Ein gut gepackter kleiner Rollkoffer erreicht dieses Gewicht und muss deshalb weit unten verladen werden. Auf keinen Fall so verstauen, dass er über die Rückenlehnen nach vorne rutschen kann. In die oberste Lage gehören weiche, leichte Gegenstände, also in erster Linie Kleidung, Decken oder Schlafsäcke. Trotzdem gilt: Werden Kombis oder Minivans dachhoch beladen, muss auf jeden Fall ein

Ohne Sicherungsnetz oder Gitter darf die Ladung nicht über die Oberkante der Rücklehne hinausragen.


GEPÄCK MUTIERT ZUM GEFÄHRLICHEN GESCHOSS Trennetz oder ein Trenngitter gespannt werden. Die praktischen, in der Rücklehne integrierten Netze stehen in ihrem Sicherheitspotenzial den Gittern in der Regel in nichts nach. Wenn ein Kombi nicht über ein Sicherungsnetz oder Gitter verfügt, sollte die Ladung nie über die Oberkante der Rücklehne hinausragen. Einzelne schwere Gegenstände stehen auch besser nicht an der Trennstelle getrennt umlegbarer Rücksitze. «Das gilt auch für Limousinen, bei denen die Rücksitzlehnen zum einfachen Durchladen nach vorn klappbar sind», so die ACS-Experten. Nicht nur grosse und schwere Gegenstände können schon bei heftigem Bremsen Unheil anrichten. «Das Gleiche gilt für kleine Teile», warnen die ACS-Experten.

Die schweren Gepäckstücke müssen möglichst weit unten verstaut werden.

Federballschläger, Taucherbrille, Luftpumpe und andere Dinge sind am besten in einer Tasche oder einem Karton aufgehoben. Ist der Gepäckraum auf der Urlaubsfahrt ausnahmsweise nicht ganz ausgefüllt, sollten einzelne Gepäckstücke oder Einkaufskörbe stets bis zur Lehne des Rücksitzes oder der Trennwand nach vorn geschoben werden. Das verhindert, dass die Ladung beim scharfen Bremsen oder

einem Unfall auch noch Schwung holen kann. Viele Kombis und Vans verfügen über Ösen im Laderaum. In sie lassen sich Sicherungsgurte einhängen, die am besten kreuzweise über die Ladung gezogen werden. Besonders sorgfältige Packer legen vorher noch eine Decke oder ein Netz über das Gepäck. Zum Verzurren selbst aber nur geeignete Spanngurte verwenden. Text Klaus Justen / Bilder Pixelio.de

KOFFERRAUM AUF DEM DACH Wenn der Kofferraum nicht genug Platz für das komplette Urlaubsgepäck hat, hilft eine Dachbox weiter. Die muss man nicht unbedingt kaufen, sondern kann sie auch für die Zeit der Ferien mieten.

S

oll der Familienhund mit in die Ferien oder reist Sportgepäck mit, erweitert eine Dachbox den Spielraum zum Packen: Grosse Boxen bieten 400 Liter und mehr Stauvolumen, das ist so viel Laderaum wie in einem Kompaktklasseauto. Falls Sie die Preise für Box und passenden Grundträger abschrecken (ab rund 400 Franken): Man kann die Boxen auch mieten. Beim Garagisten oder Reifenhändler seiner Wahl nachfragen oder im Web (zum Beispiel www.dachbox.ch). In eine Dachbox gehören nur leichte Gegenstände. Denn die Boxen selber sind meist nur bis rund 50 Kilogramm Ladung freigegeben, und auch die erlaubte Dachlast des Autos darf nicht überschritten werden. «Diese liegt meist zwischen 50 und 100 Kilogramm», wissen die ACS-Experten. Ein Blick in die Fahrzeugunterlagen hilft weiter. Den vorderen Bereich der

Box mit weichen Gegenständen (Jacken) polstern, so können harte Gegenstände bei einer Vollbremsung nicht die Box durchschlagen. Die Verzurrgurte in der Box nutzen, um etwa ein Skateboard zu sichern.

Trotz Schloss: Ein Tresor sind die Boxen nicht. Über Nacht sollte man sie leer räumen, wenn das Auto nicht in einer abgeschlossenen Garage steht. Text Klaus Justen / Bild zVg

Eine Dachbox erhöht den Benzinverbrauch.

NR. 04/2018

AUTO

23


VERKEHRSSICHERHEIT

KINDER WERDEN LEICHT ABGELENKT

Erwachsene sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um ihren Kindern das richtige Verhalten im Strassenverkehr beizubringen.

Lebendig, verspielt, neugierig – Kinder sind voller Fantasie und lassen sich für so viele kleine und neue Dinge begeistern. Dadurch werden sie leicht abgelenkt, auch wenn sie zur Schule oder in der Freizeit unterwegs sind.

24

AUTO

NR. 04/2018

D

ass Kinder bis zehn Jahre Gefahren des Strassenverkehrs kaum erkennen, Geschwindigkeiten und Distanzen nicht einschätzen können, vergessen wir Erwachsenen leicht. Zum Schulbeginn im August werden erneut rund 80 000 Kinder zum ersten Mal den Schulweg alleine unter die Füsse nehmen und sind deshalb ganz besonders darauf angewiesen, dass sich die Erwachsenen richtig verhalten und Fahrzeuglenkende mit Rücksicht unterwegs sind. Als grösstes Unfallrisiko gelten die kognitiven Fähigkeiten von Kindern. Erst wenn diese entwickelt sind, können motorische und sensorische Fähigkeiten im Sinne der Verkehrssicherheit korrekt eingesetzt werden (Quelle: bfu Sicher-

heitsdossier Nr. 16). Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung. Bis ungefähr zehn Jahre ist es also für Kinder besonders schwierig, sich im Verkehrsraum möglichst gefahrenfrei zu bewegen. Damit ihnen dies gelingt, sind sie auch auf die Unterstützung der Erwachsenen angewiesen. Mit dem Verkehrsunterricht der Polizei in Schule und Kindergarten werden die elementaren Grundlagen für die Benutzung der Gehwege und das korrekte Überqueren einer Fahrbahn gelehrt. Die Kinder üben das bewährte «warte, luege, lose, laufe» lernen über die Strasse zu gehen und nicht zu rennen und sie wissen, wie wichtig das Tragen des Leuchtgürtels ist, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden.


VERKEHRSSICHERHEIT

Damit dieses Erlernte sich bei den Kindern positiv verankern kann, müssen wir Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen. Gerade weil die Entwicklung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr nicht abgeschlossen ist, ist das Kopieren des Verhaltens von erwachsenen Menschen

ERWACHSENE MÜSSEN VORBILDER SEIN ganz normal. Dabei wird aber leider nicht nur das richtige Verhalten imitiert. Als Eltern, Grosseltern und andere Betreuungspersonen sollten wir also immer darauf achten, ein Vorbild für unsere Kinder zu sein. Zum Beispiel wenn das Tram gerade im Begriff ist, die Türen zu schliessen und weiterzufahren: niemals mit dem Kind an der Hand über die Strasse zur Haltestelle rennen. Kinder können nicht unterscheiden, warum Erwachsene dies tun dürfen und sie selber nicht. Sich die Zeit nehmen und korrekt die Fahrbahn am richtigen Ort überqueren ist eine hervorragende Übung für das Kind, und als Erwachsener sind Sie ein perfektes Beispiel für andere! Machen Sie den Test und beobachten Sie einfach mal, wie die Umwelt reagiert, wenn Sie sich bewusst richtig verhalten. Ganz bestimmt lassen sich viele andere Verkehrsteilneh-

Die Mutter erklärt: «Bis zum roten Pullover darfst du gehen, dann musst du zuerst warten, schauen, hören – und erst dann darfst du die Strasse überqueren.»

mer dazu motivieren, sich ebenfalls wie ein Vorbild zu verhalten. Auch der Individualverkehr hat eine wichtige Aufgabe. Ob auf zwei oder vier Rädern, in jedem Fall müssen Kinder im Strassenverkehr vor gefährlichen Situationen geschützt werden. Sind Kinder auf dem Gehweg unterwegs, heisst es Obacht! Geschwindigkeit anpassen, Bremsbereitschaft einnehmen und achtsam fahren. Kinder sind durch ihre kognitive Entwicklung einfach nicht in der Lage, den Verkehrsraum zu überblicken und Gefahren zu erkennen. Gerade in Gruppen ent-

wickelt sich eine Dynamik, die, gebündelt mit Neugier und Abenteuerlust, leicht zu Ablenkung und brüskem Verhalten führen kann. Die meisten Unfälle mit Kindern im

VOR GEFÄHRLICHEN SITUATIONEN SCHÜTZEN Strassenverkehr ereignen sich abseits der Fussgängerstreifen. So zeigen es die Unfallstatistiken. Man kann also davon ausgehen, dass Fahrzeuglenkende heute stark für die Gefahren am Fussgängerstreifen sensibilisiert sind, jedoch nicht für andere Orte im Verkehrsraum von Kindern. Wir Erwachsenen haben also eine wichtige Aufgabe, wenn es um Kinder im Strassenverkehr geht. Vorbild sein, Rücksicht nehmen, aber auch selber aktiv werden. Auf der Webseite des ACS www.acs.ch oder auf www.verkehrserziehung.ch finden Sie eine Auswahl an interessanten, kostenlosen Lernmitteln, um mit Ihren Kindern die Gefahren des Strassenverkehrs zu entdecken und das richtige Verhalten zu üben. Der ACS wünscht allen Schulkindern einen guten Start ins neue Schuljahr! Text Anita Brechtbühl / Bilder bfu

Auf dem Trottoir sollten die Kinder möglichst weg vom Strassenrand laufen.

NR. 04/2018

AUTO

25


OLDTIMER PANTHEON BASEL

UNTER STROM

La Jamais Contente, 1899

Im Pantheon Basel sind bis zum 21. Oktober 2018 über 40 Exponate zum Thema Elektromobilität aus der Pionierzeit bis in die heutigen Tage in der Sonderausstellung «Unter Strom» ausgestellt. Dabei wird ein spannender Überblick über die lange Tradition der Schweiz im Bau von Elektrofahrzeugen präsentiert. Ohne Herkunft keine Zukunft.

D

as im Jahr 1959 eröffnete Verkehrshaus der Schweiz beherbergt neben Luft-, Raum-, Schienen-, Wasser- auch Strassenfahrzeuge. Die Sammlung ist seit der Eröffnung laufend durch Schenkungen von Privaten, Institutionen oder Firmen erweitert worden und wird, mangels genügend Ausstellungsfläche im Aussenlager Rain, eingelagert. Mit der Sonderausstellung «Unter Strom» ist es dem Verkehrshaus dank der Zusammenarbeit und der Unterstützung des Pantheon Basel gelungen, eigene Objekte

26

AUTO

NR. 04/2018

rund um das Thema Elektromobilität der letzten 120 Jahre der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der Tat hat die Schweiz im Bereich Elektromobilität viele Pioniere, Vordenker, Unternehmer, Ingenieure und entsprechend ausgerichtete Hochschulen dafür hervorgebracht. Ein Blick in den Rückspiegel und in die Sonderausstellung im Pantheon zeigt, dass vieles, was uns heute als neu und zukunftsweisend verkauft wird, bereits einmal da war. Damals wie heute waren und sind neben dem Ladevorgang die Speicherkapazität der Batteri-

en und damit die Reichweite eine der grossen Herausforderungen. Zu diesem Thema sind Exponate aus längst vergangenen Tagen mit entsprechenden Erklärungen über deren Funktion zu sehen. Schweizer Pionier im Fahrzeugbau mit Elektroantrieb war ab 1902 die Firma Tribelhorn & Co. Mit der damaligen Technik waren Aktionsradien von 60 bis 100 km für Luxuswagen, 60 bis 90 km für Lieferungsund Krankenwagen und 40 bis 70 km für grosse Lastwagen möglich. In der Ausstellung sind vier unterschiedliche Fahrzeuge der Firma Tribelhorn ausgestellt. Der von


OLDTIMER

Tribelhorn Mathilde 1912

SIG 1943

Tribelhorn gebaute Elektrohotelbus «Mathilde» (damals für den Personentransport im Hotel Schweizerhof Luzern im Einsatz) ist ebenfalls dabei. Vom Modell GL 88 «Ei» (1988) der Firma Horlacher AG in Möhlin, bis zum Fiat LARAG Larel, Typ Wil202 (1988) sind weitere Fahrzeuge schweizerischer Herkunft als Zeitzeugen ausgestellt. Der Microlino (2018), ein Produkt der Micro Mobility Systems AG in Küsnacht, das in seiner Form an die BMW Isetta erinnert, schliesst den Kreis der letzten 40 Jahre Schweizer Entwicklungsarbeit. Die Technischen Hochschulen forschten ebenfalls rund um das Thema Elektromobilität. So hat die ETH Zürich und Volkswagen 1993 einen Feldversuch mit Hybridautos gestartet. 1997 folgten dann Versuche mit dem VW Sharan Hybrid ETHZ, von dem im Pantheon Basel ein Schnittmodell präsentiert wird. Die Ingenieurschule Biel entwickelte ab den 80er-Jahren das Solarmobil Spirit of Bienne I, das 1987 erstmals an der «World Solar Challenge» in Australien teilnahm und den dritten Platz erreichte. 1990 gewann dann Spirit of Bienne II die Challenge. Die Weiterentwicklung des Siegermodells, der Spirit of Bienne III, erreichte 1993 den dritten Rang und stellte mit 163 km/h den Geschwindigkeitsrekord für Solarfahrzeuge auf. Neben Pionierleistungen aus der Schweiz sind auch frühe Modelle der internationalen Automobilindustrie mit Elektroantrieb ausgestellt, so zum Beispiel der Toyota Prius (1997), der Chevrolet Volt (2007), ein Tesla Roadster (2008) oder der BMW i3 (2013) ausgestellt. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert war nicht klar, welche Antriebsart (Verbrennungsmotor, Dampf- oder Elektroantrieb) sich durchsetzen wird. Wir sind

heute nicht viel weiter. Damals wurde unter anderem angestrebt, das Pferd als «Antrieb» von Kutschen und landwirtschaftlichen oder gewerblichen Fuhrwerken in Bezug auf Zuverlässigkeit, Anschaffungsund Unterhaltskosten durch ein Auto-Mobil (Selbstfahrer) zu ersetzen. So kam es wahrscheinlich auch, dass von französi-

SCHWEIZER PIONIERE BEIM ELEKTROANTRIEB schen Zeitungen wie zum Beispiel «Le Matin» sogenannte «Concours des voitures sans chevaux» ausgeschrieben wurden, so 1894 von Paris nach Rouen. Die Geburtsstunde des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) im Jahre 1898 geht auf eine solche Veranstaltung am Genfersee zurück. Dabei entschied vor allem das Tempo neben der Zuverlässigkeit des Fahrzeuges inklusive der Reifen. Man(n) wollte sich damals mit den Vehikeln auch viel schneller als ein Pferd

fortbewegen können. Das war die Geburtsstunde der Geschwindigkeitsrekordfahrten, später in der Schweiz vom ACS als «Kilomètre lancé» organisiert. Einheitliche Regeln dazu wurden aufgestellt (z.B. Distanz, fliegender und/oder stehender Start, Protokoll, Zeitmessung). Es war Camille Jenatzy, der auf «La Jamais Contente», ein Automobil mit Elektroantrieb, das 1899 erstmals die magische Grenze von 100 km/h knackte und mit 105,882 km/h einen Rekord aufstellte. Dieser Rekord wurde dann 1902 von Léon Serpollet mit dem «Œuf de Pâques» mit Dampfantrieb eingestellt. Ein Nachbau des «La Jamais Contente» (Leihgabe des Musée National de l’Automobile – Collection Schlumpf) ist ebenfalls im Pantheon zu sehen. Ein Besuch der Retrospektive «Unter Strom» im Pantheon Basel in Zusammenarbeit mit dem Verkehrshaus Luzern ist sehr empfehlenswert. Eine Informationsbroschüre zu den Ausstellungsobjekten und zum Thema ist im Pantheon-Verkaufsshop erhältlich. Text Urs P. Ramseier, Swiss Car Register Bilder Pantheon, Basel Weitere Infos zum Thema: www.pantheonbasel.ch

Anzeige

Kleine Einstellhalle 150 m2 in 8782 Rüti (Glarus) Ideal für Oldtimer. Gut abschliessbar. Auf 400 m2 erweiterbar. Miete Fr. 500.– im Monat. Gerne zeigen wir Ihnen die Räume. Rufen Sie uns an unter Telefon 044 385 55 80

NR. 04/2018

AUTO

27


MOTORSPORT

Der 33-jährige Brasilianer Lucas di Grassi lässt sich von der Menge feiern. Er feierte in seinem Audi einen klaren Sieg.

ZÜRICH E-PRIX

STROMBOLIDEN EROBERN ZÜRICH Die Zuschauer strömten am 10. Juni in Massen zum ersten Rennen der Formel E auf Schweizer Boden. Das enorme Interesse an diesem Anlass weckt nun die Begehrlichkeiten aller nationalen Motorsportler. Sie wünschen sich ein generelles Fallen des nicht mehr vertretbaren Rundstreckenverbots in der Schweiz.

28

AUTO

NR. 04/2018

M

an musste sich die Augen reiben. Ja, mitten in der linksregierten Stadt Zürich findet ein Autorennen statt. Zwar nur eines mit elektrischen Rennwagen, aber immerhin ein richtiges Rundstreckenrennen. In einem Land, in dem dies auf internationalem Niveau seit 1955 verboten war. Zürich war nicht bloss der 19. Austragungsort eines Laufes zur ABB FIA Formula E Championship. Die ausländischen Gäste, sprich Teams, Fahrer und Medienvertreter, bezeichneten das erste Schweizer Rennen als eines der besten und schönsten überhaupt. «Ich bin echt begeistert. Eine Ehre, in solch einer ikonischen Stadt zu fahren», äusserte sich beispielsweise Jaguar-Teamchef James Barclay. «A lovely story for Switzerland and the Formula E.» Zu toppen wäre der Trip in die Schweiz für den Briten nur gewesen, wenn sein Pilot

Mitch Evans die erste Pole-Position auch in den ersten Sieg für Jaguar Racing hätte verwandeln können. Der elektrische Funken sprang auch auf die Zuschauer über, welche diese Sportart am Streckenrand (kostenlos), auf den Tribünen, in VIP-Bereichen oder frei im E-Village beim Public Viewing regelrecht mitlebten. Mediterranes Ambiente vermittelte nicht nur der an den Rundkurs grenzende See, sondern auch das hochsommerliche Wetter. Was Monaco für die Formel 1, ist Zürich nun für die Formel E. Wenn es nach dem Willen der Swiss E-Prix Operations AG geht, der Rechteinhaberin und Veranstalterin mit deren Gründer Pascal Derron an der Spitze, dann soll dies noch lange so bleiben. Bis 2027 dauert die noch vor der Premiere gleich um sechs Jahre verlängerte Lizenzvereinbarung mit der vom Spanier Alejandro Agag geführten Formula E Operations Ltd. Nach


MOTORSPORT

BEGEISTERUNG BEI TEAMS UND FANS diesem Publikumserfolg reiben sich beide die Hände, und mit ihnen die Schweizer Formel-E-Hauptsponsoren ABB, Julius Bär und TAG Heuer. Sie haben in kürzester Zeit erreicht, wovon selbst Optimisten vor Jahren nicht einmal zu träumen wagten. Natürlich gibt es Argumente, die gegen einen solchen Anlass im Herzen einer ohnehin verkehrsbelasteten City sprechen. Die Sperrzone musste grossräumig umfahren und gemütliche Sonntagsspaziergänge entlang der Seepromenade allenfalls im Gedränge genossen werden. Anwohner fühlten sich durch die massigen Betonblöcke mit den hohen FIA-Zäunen in ihrem Lebensraum eingeschränkt, ja geradezu eingesperrt. Obwohl sie vorgängig informiert waren, wurden schon bei den Aufbauarbeiten Stimmen laut gegen eine weitere Bewilligung. Die Organisatoren haben jedoch die städtischen Auflagen erfüllt und eine Unsumme gerade in diese baulichen Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit für die Fahrer und Zuschauer gesteckt. Schliesslich waren es mangelnde Vorkehrungen zum Schutz der Rennbesucher, was vor 63 Jahren zur Katastrophe von Le Mans mit 83 Toten und dem Verbot von Rundstreckenrennen führte. Nach menschlichem Ermessen ist ein solches Schreckensszenario inzwischen auszuschliessen. Trotzdem hält die Schweiz als mittlerweile einziges Land der Welt an diesem Paragraphen in seinem Strassenverkehrsgesetz fest. 2011 scheiterte der bisher letzte Versuch, diesen Passus aufzuheben, praktisch an einer einzigen Stimme aus dem Ständerat. Zuvor hatte sich der Nationalrat ebenso wie die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen. Bewilligungen erteilt der Bundesrat nur in Ausnahmefällen wie nun der Formel E. Seit dem 10. Juni 2018 gibt es aus objektiver Sicht keinen plausiblen Grund mehr dafür. Selbst aus umwelt- und verkehrspolitischen Überlegungen stellt sich die Frage: Warum etwas verbieten, was so vielen Menschen Freude zu bereiten scheint? Auch prinzipiell negativ eingestellten Politikern wird sie wohl in den kommen-

Entlang der Strecke verfolgten gegen 160 000 Motorsportfans die Formel-E-Premiere in Zürich.

Der spätere Sieger Lucas di Grassi führt das Feld auf der Start-Ziel-Geraden an.

den Monaten gestellt. Im Parlament mehren sich die Anzeichen, dass das Thema Aufhebung des Rundstreckenverbots im Zuge der Formel E aufgegriffen wird. Wobei es im Endeffekt generell um die Förderung der Mobilität und der Verkehrssicherheit auf einem permanenten Schweizer Rundkurs geht, auf dem die Möglichkeit für Anlässe mit sportlichem Charakter besteht.

WELTWEITE WERBUNG Nationale Motorsportler maulen daher zu Recht, dass die Formel E etwas darf, wozu sie ins Ausland verbannt sind. Das Verbot von Rundstreckenrennen in der Schweiz ist längst nicht mehr zeitgemäss. Die Rennen sind für die Piloten und die Zuschauer gleichermassen viel sicher geworden. Ein Unfall wie 1954 in Le Mans ist heute unvorstellbar. «Ein solcher Event wie die Formel E in Zürich hilft sicher, einen weiteren Vorstoss politisch mehrheitsfähig zu machen», glaubt SVP-Nationalrat

Die Tribünen waren vollbesetzt. Die Tickets waren im Vorverkauf innert kurzer Zeit ausverkauft.

und ACS-Zentralpräsident Thomas Hurter. «Aber das geschieht nicht von heute auf morgen. Schlussendlich muss es auch noch verstärkt gelingen, die verschiedenen Mobilitätsorganisationen und Clubs besser in diesen politischen Prozess einzubinden. Ohne diese wird die Aufhebung des Verbotes kaum gelingen, denn schlussendlich müssen sie eine grosse politische Vorarbeit leisten», betont Hurter. Text Peter Wyss / Bilder FIA Formel E, Werk, Jürg Streun, Peter Wyss

NR. 04/2018

AUTO

29


MOBILITÄT TOYOTA MIRAI

GROSSE REICHWEITE – KURZE TANKZEIT Der Toyota Mirai mit Wasserstoffantrieb ist jetzt für 89900 CHF auch in der Schweiz erhältlich. Wir berichten von unserer Testfahrt über 800 km.

Der Toyota Mirai ist fast fünf Meter lang.

Z

ahlreiche Branchenvertreter gehen davon aus, dass sich mittelfristig eher die Brennstoffzellen-Technik mit Wasserstoff als die batteriegestützte Elektromobilität durchsetzen wird: Die Betankung dauert fünf Minuten, die

Gute Kopffreiheit, wenig Sitztiefe.

30

AUTO

NR. 04/2018

Reichweite liegt bei 600 Kilometern und statt Abgasemissionen stösst das Fahrzeug Wasserdampf aus. Schliesslich fallen auch die geringeren Investitionen gegenüber der Energieversorgung am Stromnetz ins Gewicht: Wasserstofftankstellen lassen sich an jeder bestehenden Treibstoffausgabe installieren. Wir übernehmen den Mirai in Niedersachsen und zapfen kurze Zeit später an einer offiziellen Tankstelle innert drei Minuten H2 für rund 500 km. Dann geht es über Landstrassen durch die beschauliche Lüneburger Heide, bis wir im Hamburger Stop & Go-Verkehr stecken. Danach «freie Fahrt». Zwischen Baustellen lässt sich die versprochene Spitzengeschwindigkeit von 178 km/h erreichen. Die Reichweite sinkt unter Volllast allerdings rapide. Pilotieren lässt sich der Mirai wie ein Verbrenner mit stufenloser Automatik. Den Wählhebel mit der unlogischen Aktivierung der Rekuperation kennt man vom Prius. Trotz der coupéhaften Silhouette ist die Kopffreiheit hinten überraschend grosszügig, erkauft freilich mit einer geringen Sitztiefe. Der Fronttriebler ist ein

HOHE TEMPI REDUZIEREN DIE REICHWEITE Viersitzer, die beiden hinteren Plätze trennt eine Mittelkonsole. Bei über 100 km/h bekommt man trotz elektrischem Vortrieb von der Konversation auf den Vordersitzen im Fond wenig mit, weil die Abrollgeräusche überlagern. Das Fahrverhalten ist neutral, der Federungskomfort auf Oberklasseniveau. Der Kofferraum fasst 361 Liter; wegen der raumgreifenden Infrastruktur gibt es keine Durchlademöglichkeit. Das Gesamtpaket Brennstoffzelle (über der Hinterachse), Elektromotor vorne sowie H2-Vorrat (unter der Sitzbank) fordert seinen Tribut in Form eines 4,9 m langen Automobils mit beschränktem Raumangebot. Optisch will der Mirai auffällig wie der Prius sein. Weiter gedacht müsste ein Brennstoffzel-


MOBILITÄT

Eine Betankung dauert drei Minuten.

len-Auto eher als hochbauendes SUV wie zum Beispiel der Hyundai iX35 Fuell Cell daherkommen, bloss erkennt man diesen auf Anhieb als ökologisches Automobil kaum. Auffrischung der Reichweite, wo unser Mirai reines H2O auf den Asphalt pinkelt. Wer verhindern möchte, dass sich das Auto in der Tiefgarage abschliessend versäubert, tut dies vor dem Parken via Knopfdruck; auf 100 Kilometer fallen bis 10 Liter reines Wasser an. Nach 800 km rückt Kopenhagen ins Bild. Der Antritt bei Grün fühlt sich so

Das Bedienarrangement ist aus dem Prius bekannt.

REINES WASSER ANSTATT ABGASE souverän an, wie man es von herkömmlichen Elektromobilen kennt. Dank 335 Nm Drehmoment bleibt man aus dem Stand stets der Schnellste. Toyota hielt schützend die Hand über uns, nie musste man sich um die Betankung kümmern. Proble-

matisch bleibt die Versorgung, was auch für batteriegestützte Fahrzeuge gilt. Angesichts des von der Politik initiierten Elektrohypes stellt sich die Frage ob es Sinn macht, die Infrastrukturen mit dickeren Stromkabeln bis in den letzten Winkel auszubauen. Wäre es nicht vernünftiger, der Autoindustrie etwas mehr Zeit bei der Erfüllung der CO2-Ziele zu lassen, damit sie sich auf die effizientere Brennstoffzellen-Technologie einstellen kann? Text Jürg Wick / Bilder Werk, Jürg Wick

FLÄCHENDECKENDES NETZ BIS 2023 Die Schweiz soll bis in fünf Jahren ein flächendeckendes Netz von Wasserstoff-Tankstellen erhalten. Sieben Unternehmen, darunter Tankstellenbetreiber und die Grossverteiler Coop und Migros, haben zu diesem Zweck einen Förderverein gegründet.

A

m Verein beteiligen sich vorerst Agrola, Avia Vereinigung, Coop und Coop Mineralöl AG, fenaco Genossenschaft, Migrol sowie Migros Genossenschaftsbund. Ihre Idee ist, an bestehenden Tankstellen eine Zapfgelegenheit für Wasserstoff für Elektrofahrzeuge einzurichten. Für Wasserstoff gibt es in der Schweiz bisher nur zwei Tankstellen. Die erste öffentlich zugängliche Anlage wurde im November 2016 unweit der A1 in Hunzenschwil AG in Betrieb genommen. Wasserstoff getankt werden

kann auch bei der Empa in Dübendorf ZH. Allerdings müssen sich Nutzer dort zuerst registrieren. Wasserstoff gilt unter Experten als nachhaltiger Zwischenspeicher, um Elektrofahrzeuge mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Wichtigste Vorteile gegenüber Fahrzeugen mit Akku sind eine Tankzeit von wenigen Minuten und eine Reichweite von 600 Kilometern oder mehr mit einer Füllung. Dass sich die Technologie bisher nicht durchgesetzt hat, liegt am fehlenden Tankstellennetz. Zudem sind die Investitionen hoch. Mit 1500 Tankstellen und über

1700 schweren Nutzfahrzeugen sehen sich seine Mitglieder in der Lage, dies zu ändern. Lastwagen brauchen im Vergleich zu Autos pro Jahr das 30- bis 50-fache an Wasserstoff, rechnet der Förderverein vor. Zehn Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellen genügen deshalb laut Förderverein, um eine Wasserstoff-Tankstelle wirtschaftlich zu betreiben. Die Initianten wollen, dass der Tank-Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird. Text mru / Quelle sda

NR. 04/2018

AUTO

31


ACS ZUSAMMENARBEIT MIT AGA

HERVORRAGENDE ERSTE HALBZEIT Auch wenn aufgrund der WM zurzeit das Fussballfieber grassiert, geht es bei dieser Halbzeit nicht um das Runde, das ins Eckige muss. Vielmehr möchten wir hier Bilanz ziehen über die Pannen- und Assistance-Dienstleistungen, welche die Allianz Global Assistance (AGA) im ersten Halbjahr 2018 für die Mitglieder des ACS erbracht hat

S

eit dem 1. Januar 2018 ist die Allianz Global Assistance (AGA) als Assistance-Partner des ACS Schweiz für die Betreuung unserer Mitglieder in Pannenund anderen Assistance-Fällen zuständig. Die AGA ist der weltweit führende Anbieter von Assistance- und Reiseversicherungen und wurde in der jüngsten Vergangenheit schon mehrfach mit Bestnoten für die Kundenzufriedenheit aufgezeichnet. Nach den ersten sechs Monaten können wir seitens des ACS eine äussert positive Bilanz ziehen. Zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2018 hat die AGA die Mitglieder des ACS über 10 000 Mal in Pannen- und Assistance-Fällen rasch, unbürokratisch und tatkräftig unterstützt. Das ist eine beeindruckende Anzahl Einsätze, welche die AGA im ersten Semester 2018 für den ACS geleistet hat.

Sonderkonditionen für ACS-Mitglieder Als Mitglied des Automobil Clubs der Schweiz ACS können Sie, dank der Partnerschaft mit Allianz, von attraktiven Vorteilskonditionen für ausgewählte Deckungen profitieren: • 10 Prozent auf Ihre Allianz Motorfahrzeugversicherung • 10 Prozent auf Ihre Hausrat-, Gebäudeund Privathaftpflichtversicherung • 10 Prozent auf Ihre Rechtsschutzversicherung

Nicht nur die Anzahl der Einsätze, auch die Qualität der Dienstleistungen kann sich sehen lassen. Sie ist hervorragend und erfüllt damit die Qualitätsstandards, die unsere Mitglieder vom ACS erwarten dürfen. Zahlreiche äusserst po-

Starke Partner des ACS beim Pannendienst (von rechts): Lebrecht Gerber (COO, operative Leitung), Pannenhelfer Marcel Leuch und Angelo Eggli (CEO AGA).

32

AUTO

NR. 04/2018

sitive Rückmeldungen von Mitgliedern bestätigen dies. Wie ausgezeichnet die Einsatzkräfte unseres Assistance-Partners gearbeitet haben, zeigen auch die folgenden Zahlen: Die Erreichbarkeit der Notfallzentrale der AGA ist hervorragend. 80Prozent der knapp 24000 eingegangenen Anrufe wurden innerhalb von 20 Sekunden beantwortet. Hier zeigt sich, wie gut die Notfallzentrale besetzt ist und wie effizient sie arbeitet. Ebenso effizient sind die Pannenhelfer. Sie waren im Durschnitt innerhalb von knapp 33 Minuten ab Eingang des Notrufs vor Ort. Dieser Wert liegt deutlich unter der Zielvorgabe von 35 Minuten. In 68 Prozent der Fälle konnte die Panne direkt vor Ort behoben und damit die Weiterfahrt ermöglicht werden. Auch diese Quote ist deutlich besser als der angestrebte Zielwert, der 66 Prozent beträgt. Beeindruckend ist auch die Effizienz bei den Rückführungen von Fahrzeugen: Die durchschnittliche Dauer der Rückführungen dauerte knapp eineinhalb Tage. Damit wurde die Zielvorgabe von drei Tagen überdeutlich unterschritten. Der ACS ist stolz, mit der Allianz Global Assistance einen Assistance-Partner zu haben, der sich täglich und mit allen Mitteln dafür einsetzt, seinen Mitgliedern qualitativ die bestmöglichen AssistanceDienstleistungen zu bieten – mit grossem Erfolg. An dieser Stelle möchte der ACS dem gesamten AGA-Team für den grandiosen Einsatz herzlich danken. Er freut sich, weiter auf dessen hohe Einsatzbereitschaft und Servicequalität zählen zu dürfen. Text Fabien Produit / Bild zVg


ACS

VERKEHRSPOLITIK

MOBILITÄT DER ZUKUNFT NACH STAATLICHEN REGELN? Die Menschen werden immer mobiler und deshalb steigt das Verkehrswachstum auf Strasse und Schiene weiter an. Dass der Bund in seinen Verkehrsperspektiven 2040 das Verkehrswachstum aber zum grössten Teil im Bereich des öffentlichen Verkehrs ausmacht, erstaunt.

I

n seiner Studie zu den Verkehrsperspektiven 2040, welche das Bundesamt für Raumentwicklung ARE im August 2016 zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK veröffentlich hat, wurde die Entwicklung des Personen- und Güterverkehrs bis ins Jahr 2040 errechnet. Auftraggeber der Studie sind die folgenden Bundesämter: das Bundesamt für Raumentwicklung ARE, das Bundesamt für Strassen ASTRA, das Bundesamt für Umwelt BAFU, das Bundesamt für Verkehr BAV und das Bundesamt für Energie BFE. Wie die folgende Grafik des ARE zeigt, kommt die Studie zum Schluss, dass im Bereich des Personenverkehrs der öffentliche Verkehr und der Langsamverkehr einen um ein Vielfaches höheren Zuwachs verzeichnen werden als der motorisierte Individualverkehr. So ist errechnet worden, dass der öffentliche Verkehr bis 2040 einen Zuwachs von 51 % gegenüber heute verzeichnen wird. Beim Langsamverkehr (LV) sind es 32%, beim motorisierten Individualverkehr MIV sollen es nur gerade 18% sein. In der Studie wird dieser Umstand so erklärt, dass die Entwicklung des MIV weniger dynamisch sein werde als bisher und dass es Sättigungstendenzen im Motorisierungsgrad sowie eine Verlagerung hin zum ÖV und zum LV gäbe. Aber auch beim Güterverkehr geht die Studie davon aus, dass der Zuwachs mehr in Richtung Schiene gehen wird. Gemäss den Berechnungen soll das Wachstum auf der Schiene (45%) um rund einen Drittel höher sein als auf der Strasse (33%).

Verkehrsperspektiven 2040

Die höchste Zunahme im PersonenverDie Verkehrsleistung wächst weiter beachtlich, aber weniger dynamisch als in der jüngsten Vergangenheit. Personenverkehr Güterverkehr

kehr (Pkm) weist der öffentliche Verkehr aus, die geringste der motorisierte Individualverkehr. ÖV

LV

MIV

+51% +32% +18% Im Güterverkehr

+25% +37% Einkaufs- und Freizeitwege nehmen am

stärksten zu, der Arbeitsverkehr am geringsten. Gründe sind der sinkende Anteil der Erwerbstätigen und mehr mobile Rentnerinnen und Rentner. Einkauf

Freizeit

Der grösste Treiber der

Verkehrsentwicklung bleibt das Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft. Bevölkerung

wächst der Anteil (Tkm) der Schiene stärker als jener der Strasse.

Wirtschaft

Schiene

Strasse

+45% +33% © ARE

Arbeit

+38% +32% +16%

FOKUS AUF DEM AUSBAU DER BAHNINFRASTRUKTUR Schaut man diese Zahlen so an, kann man sich ein Bild davon machen, auf den Ausbau welcher Infrastruktur der Bund zukünftig seinen Fokus setzen wird. Auch wenn ein beachtlicher Teil des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse stattfindet, muss man davon ausgehen, dass dem Ausbau der Schieneninfrastruktur Vorrang gegeben wird. Dies wird langfristig dazu führen, dass für den Ausbau des Strassennetzes einerseits die finanziellen Mittel und andererseits der Platz fehlen wird. Das könnte dazu führen, dass uns der Staat zukünftig indirekt vorschreibt, welche Art von Mobilität wir zu nutzen haben. WIE WIRD DIE FINANZIERUNG AUSSEHEN? In Bezug auf die Finanzierung stellt sich die Frage, mit welchem Geld der Ausbau des Schienennetzes finanziert werden

+28% +46%

würde. Aus dem BIF (Bahninfrastrukturfonds) allein wäre das Ganze nicht finanzierbar. Schon heute bezahlen wir für den ÖV pro Jahr rund eine Milliarde mehr als für den Individualverkehr (MIV und LV), obschon die Schiene «nur» 16 Prozent des gesamten Personenverkehrs trägt. Die restlichen 84 Prozent werden über die Strasse abgewickelt (75% MIV, 6% LV, 3% ÖV Strasse). Es ist zu befürchten, dass über kurz oder lang die Strasse die Schiene zunehmend querfinanzieren müsste. Eine Entwicklung, der man mit der Schaffung des NAV (Nationalstrassen und Agglomerationsfonds) eigentlich entgegentreten wollte. Wir werden also nicht darum herumkommen, uns früher oder später darüber zu unterhalten, für welche Art der Mobilität wir wie viel bezahlen möchten. Text Thomas Hurter / Grafik Bundesamt für Raumentwicklung ARE

NR. 04/2018

AUTO

33


WUSSTEN SIE SIE SCHON? WUSSTEN SCHON?

REISEN IN EUROPA

Vor dem Start zu einer Urlaubsreise ist es hilfreich, nützliche Informationen zu sammeln, damit die Fahrt möglichst stress- und sorgenfrei wird. Der ACS begleitet Sie in ganz Europa und garantiert seinen Mitgliedern auch ausserhalb der Schweiz einen sicheren und effizienten Pannendienst. Es ist jedoch wesentlich, die gültigen Verkehrsregeln in den einzelnen Ländern zu kennen, um diese befolgen zu können. In unserer Tabelle finden Sie die wichtigsten Informationen, länderspezifisch zusammengefasst. Der ACS wünscht Ihnen schöne und erholsame Ferien sowie eine sichere Fahrt! Welche Leistungen Ihre Mitgliedschaftsstufe umfasst, können Sie online nachlesen unter www.acs.ch/ch-de/mitgliedschaft Geschwindigkeitsbeschränkung in km/h

Autobahngebühren

Rettungsausrüstung

Alkohol in g/l Blut

Länder

Innerorts

Ausserorts

Autobahnen/ Schnellstrassen

Fahranfänger

Standard

Abblendlichter tagsüber

Warnweste

Warndreieck

ErsteHilfeKasten

Feuerlöscher

Belgien

20/30/50

70/90

120

0.5

0.5

nein

ja

ja

ja

ja

Bulgarien

50

90

120/140

0.0

0.0

ja

ja

ja

ja

ja

Dänemark

50

80

130

0.5

0.5

nein

nein

ja

nein

nein

Deutschland

50

100

empfohlen: 130

0.0

0.5

nein

ja

ja

ja

nein

Estland

50

90

90

0.2

0.2

ja

ja

ja

nein

ja

Finnland

50

80

80/100/120

0.22

0.22

ja

nein

ja

nein

nein

Frankreich

50

90

110/130

0.2

0.5

nein

ja

ja

nein

nein

Grossbrit.

48

96

112

0.8

0.8

nein

nein

nein

nein

nein

Griechenland

50

90

110/130

0.2

0.5

nein

nein

ja

ja

ja

Irland

50

80/100

120

0.2

0.5

ja

nein

nein

nein

nein

Italien

50

90

130

0.0

0.5

ja

ja

ja

nein

nein

Kroatien

50

90

130

0.0

0.5

ja (Winter)

ja

ja

ja

nein

Lettland

50

90

nicht vorhanden

0.2

0.5

ja

nein

ja

ja

ja

Litauen

50

70/90

100/130

0.0

0.4

ja

ja

ja

ja

ja

Luxemburg

50

90

130

0.2

0.5

nein

ja

ja

nein

nein

Malta

50

80

80

0.8

0.8

nein

nein

nein

nein

nein

Niederlande

50

80

100/120/130

0.2

0.5

nein

nein

ja

nein

nein

Norwegen

50

80

100

0.2

0.2

ja

ja

ja

nein

nein

Österreich

50

100

130

0.1

< 0.5

nein

ja

ja

ja

nein

50/60

90/110

120/140

0.2

0.2

ja

nein

ja

nein

ja

Portugal

50

90

100/120

0.2

0.5

nein

ja

ja

nein

nein

Rumänien

50

90/100

130

0.0

0.0

ja

nein

ja

nein

ja

Schweden

50

70

110

0.2

0.2

ja

nein

ja

nein

ja

Schweiz

50

80

100/120

0.1

0.5

ja

nein

ja

nein

nein

Slowakei

50

90

90/130

0.0

0.0

ja

ja

ja

nein

nein

Polen

Slowenien

10/30/50

90

110/130

0.0

0.5

ja

ja

ja

ja

nein

Spanien

50

90/100

120

0.3

0.5

nein

ja

ja

nein

nein

Tschechien

50

90

110/130

0.0

0.0

ja

nein

nein

ja

nein

Türkei

50

90

120

0.0

0.5

ja

ja

ja (2x)

ja

ja

Ungarn

50

90

110/130

0.0

0.0

ja

nein

ja

nein

nein

Zypern

30/50

80

100

0.2

0.5

nein

nein

nein

nein

nein

34

AUTO

NR. 04/2018

Nein


ACS ACS

REISEN

ACS-TRAUMREISEN 2018 / 2019

Hamburg * Musikreise mit Konzert in der Elbphilharmonie 15.09.–18.09.2018 Reiseleitung: Siegfried Huber LETZTE PLÄTZE 06.10.–09.10.2018 Reiseleitung: Siegfried Huber LETZTE PLÄTZE

Dubrovnik Festivalklänge in der Perle der Adria 17.09.–21.09.2018 Reiseleitung: Andreas Luzio

Seadream Mittelmeer * Stilvolles Yachting von Nizza nach Rom 28.09.–06.10.2018 Reiseleitung: David Peter Frauch LETZTE PLÄTZE

Asien ** Das Tonhalle-Orchester Zürich zu Gast in Asien 22.10.–04.11.2018 Reiseleitung: David Peter Frauch

Die Faszination von Down Under mit viel Genuss 04.11.–21.11.2018 Reiseleitung: Stefanie Bertoneri

Breslau

30.11.–05.12.2018 Reiseleitung: David Peter Frauch Silvester mit Stil und Klassik in Niederschlesien 28.12.2018– 02.01.2019 Reiseleitung: Urs Oesch

Oman 1 Jahresbeginn wie im Märchen aus 1001 Nacht 28.12.2018– 06.01.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Mailand *

Hamburg 1

Verdis Ernani und grosses Ballett an der Scala

Jahreswechsel mit Konzert in der Elbphilharmonie

17.10.–19.10.2018 24.10.–26.10.2018 Reiseleitung: Cristina Oesch

Der Zauber von Irland im «Belmond Grand Hibernian»

22.01.–02.02.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch 12.02.–23.02.2019 Reiseleitung: Andreas Luzio

Sri Lanka * Natur, Kultur und viel Genuss im Indischen Ozean 24.01.–03.02.2019 Reiseleitung: Siegfried Huber 07.02.–17.02.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Weihnachtlicher Zauber in Breslau und Umgebung

Genussvoller Silvester mit andalusischem Charme 28.12.2018– 02.01.2019 Reiseleitung: Andreas Luzio

15.10.–21.10.2018 22.10.–28.10.2018 Reiseleitung: Siegfried Huber

Kleines Land mit grosser Vielfalt

1

Architektur und Sterneköche im Baskenland

Kultur und Genuss im Mittelmeer

Irland 2

Der einzigartige Zauber der Kirschblüte

Australien

Sevilla 1

Malta *

Japan 1

LETZTE PLÄTZE

Bilbao *

09.10.–13.10.2018 16.10.–20.10.2018 Reiseleitung: Andreas Luzio

Costa Rica *

29.12.2018 – 02.01.2019 Reiseleitung: Siegfried Huber

Wien

29.03.–12.04.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

St. Petersburg ***/ 2 Das Ballett Zürich in der glanzvollen Zarenstadt 16.04.–22.04.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Berlin 2 Tosca mit Yoncheva und Schinkels Zauberflöte 01.05.–05.05.2019 Reiseleitung: N.N.

1

Glanzvolle Galareise zum Wiener Opernball 27.02.–03.03.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch LETZTE PLÄTZE

Bulgarien * / 2 Der Zauber eines unbekannten Landes Mai 2019 Reiseleitung: N.N.

Wien 2 Marrakesch * / 1 Traumgärten, Kunst und Genuss in der Perle des Südens 04.03.–08.03.2019 Reiseleitung: Siegfried Huber 11.03.–15.03.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Seadream Kuba Stilvolles Yachting und die Perle der Antillen 21.03.–02.04.2019 Reiseleitung: Andreas Luzio

Südamerika Schätze Mittelamerikas und Mythos Panamakanal 27.03.–12.04.2019 Reiseleitung: Urs Oesch

Il Barbiere mit Florez, Andrea Chénier mit Netrebko 17.05.–21.05.2019 Reiseleitung: N.N.

Dresden 2 Tosca mit Gheorghiu und Nabucco mit Domingo 06.06.–10.06.2019 Reiseleitung: N.N.

Berlin 2 Grosse Klassik mit Rattle, Orozco-Estrada, Metha 07.06.–11.06.2019 Reiseleitung: N.N.

Seadream Atlantik */ 2 Stilvolles Yachting von Lissabon nach Bordeaux 27.06.–06.07.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

16.07.–22.07.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Vietnam – Kambodscha 3 Auf der Aqua Mekong von Saigon nach Siem Reap 07.10.–22.10.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

Kolumbien 3 Kolonialer Charme und karibisches Flair ca. 09.11.– 23.11.2019 Reiseleitung: David Peter Frauch

* In Zusammenarbeit mit HEV Schweiz ** In Zusammenarbeit mit dem Tonhalle-Orchester Zürich *** in Zusammenarbeit mit dem Ballett Zürich 1 Programm erscheint Ende Juli 2018 2 Programm erscheint im Herbst 2018 3 Programm erscheint im Januar 2019

Durchführung und Organisation der genannten Musik-, Kultur- und Erlebnisreisen: ACS-Reisen AG. Stand Juni 2018. Änderungen bleiben vorbehalten. Kreuzen Sie die von Ihnen gewünschten Programme an, wir senden Ihnen gerne die entsprechenden Unterlagen. Name/Vorname Strasse PLZ/Ort

Einsenden oder faxen an: ACS-Reisen AG Forchstrasse 95, 8032 Zürich Tel. 044 387 75 10, Fax 044 387 75 19 Bernstrasse 164, 3052 Zollikofen Tel. 031 378 01 41, Fax 031 378 01 58 E-Mail: info@acs-travel.ch Die aktuellen Prospekte der ACSReisen AG mit Musik-, Kultur- und Erlebnisreisen erhalten Sie auch in den ACS Reisebüros in Basel/Muttenz und St. Gallen.

NR. 04/2018

AUTO

35


IHR RecHt

VERDIENT den BESTeN

sCHutZ

WIR SETZEN UNS DAFÜR EIN

Manchmal muss man sein Recht durchsetzen. Oder es verteidigen. Denn Konflikte lauern überall: ob im beruflichen oder privaten Umfeld, als Mieter oder Wohnungsbesitzer oder im Strassenverkehr. Vertrauen Sie im Streitfall auf die Spezialisten der CAP Rechtsschutz.

DAS SPART ZEIT UND GELD – UND SCHONT DIE NERVEN

Wir sind stolz darauf, der Rechtsschutz-Partner an der Seite des ACS Automobil Club der Schweiz und seiner Mitglieder zu sein. Sichern Sie sich und Ihre Familie mit dem Privat- und Verkehrsrechtsschutz privaLex® vor den finanziellen Risiken eines Rechtsstreits ab.

Als Mitglied des ACS profitieren Sie von einem Rabatt von 10% auf privaLex®.

Informationen zu unserem Privat- und Verkehrsrechtsschutz privaLex® finden Sie unter www.cap.ch. CAP Rechtsschutz Postfach, 8010 Zürich Tel. 058 358 09 00, contact@cap.ch

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz  

Ausgabe 04/2018

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz  

Ausgabe 04/2018