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Jens Müller, Karen Weiland (Hg./Ed.) A5/04:

Kieler Woche

BE O R P -ESE -- L XCERPT -- E

Geschichte eines Designwettbewerbs History of a Design Contest LARS MÜLLER PUBLISHERS


Ein Gespräch mit Christian Riediger, Leiter des Kieler-Woche-Büros von Jens Müller und Karen Weiland Kiel, 2009

A Conversation with Christian Riediger, Director of the Kieler Woche Office by Jens Müller and Karen Weiland Kiel, 2009

Der Plakatwettbewerb ist seit 1948 Teil der Kieler Woche. Wie ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit? Wir haben das nie so explizit hinterfragt, wie der Wettbewerb wahrgenommen wird. Selbstverständlich ist er präsent innerhalb und ausserhalb der Stadt über die Plakate, die anderen Werbemittel und die Accessoires wie T-Shirts oder Uhren, die man kaufen kann. Von daher wird er wahrgenommen. Er ist natürlich nicht elementar für die Kieler Woche, die ein Festival ist, das von der Programmatik lebt. Aber der Designwettbewerb ist ein wichtiger Bestandteil, weil er eben auch so eine lange Tradition hat. Die Menschen finden die Ergebnisse mal besser, mal schlechter. Es wird darüber diskutiert, es gibt Leserbriefe dazu, mal positive, mal negative. Man kann natürlich über solche Dinge vortrefflich streiten und kann sagen: «Das hätte ich alles viel besser gekonnt, das sind ja nur Punkte» oder «das ist ja nur ein Strich», aber an solchen Diskussionen beteiligen wir uns nicht. Wer ist für die Auswahl der Gestalter, die zum Wettbewerb eingeladen werden, zuständig? Es gibt schon seit vielen Jahren Gutachter, die uns beraten und Vorschläge machen, welche Gestalter denn einmal teilnehmen sollten. Diese Gutachter haben über die Jahre natürlich gewechselt, aber die Funktion gibt es schon vielleicht 25 oder 30 Jahre, denn die Stadtverwaltung ist natürlich nicht so in der Szene drin «logischerweise» und kennt die Menschen nicht, die gerade angesagt sind. Zurzeit sind Prof. Detlef Fiedler (Cyan) und Prof. Bernhard Stein aus Berlin die ständigen Gutachter, und es gibt immer noch den Vorjahressieger, der auch in diesem Gremium mitwirkt. Diese suchen Grafiker aus, nach ihrer Vorstellung und ihren Erfahrungen. Die werden in aller Regel auch eingeladen, denn wir sind nicht die richtigen Menschen, die darüber diskutieren können. Die Honorierung ist bei der Kieler Woche eher bescheiden, denn wir haben nicht so unendlich Geld für den Wettbewerb. Trotzdem funktioniert das Verfahren. Wie sieht das Briefing aus? Die ausgewählten Designer werden eingeladen nach Kiel zu kommen, an verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen, die Kieler Woche zu erleben, sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Lande. Das wird seit vielen Jahren gemacht, um einen Eindruck von der ganzen Veranstaltung zu vermitteln. Darüber hinaus gibt es noch einen Vortrag von unseren ständigen Gutachtern aus ihrer Erfahrung, bei dem alte Entwürfe gezeigt werden, auch welche, die nicht genommen worden sind. Sie bekommen ausserdem einen Überblick über die Merchandising-Artikel, die abgesehen von Standards wie der Krawatte oder dem Tuch auch manchmal wechseln. Danach werden sie sozusagen wieder entlassen und dürfen arbeiten. Die entstandenen Arbeiten landen dann vor einer Jury, der Sie auch angehören. Was können Sie uns über dieses Gremium erzählen? Die Jury besteht aus zwei Teilen, zum einen gibt es vier Fachgutachter, zu denen die beiden ständigen Berater, der Vorjahressieger und erfreulicherweise ich zähle, obwohl ich fachlich nicht so bewandert bin. Ich habe

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zwar über die Jahre eine gewisse Erfahrung, aber ich bin ja kein Gestalter. Und der andere Teil besteht aus vier Personen, die der Kieler Woche nahestehen: universitärer Bereich, seglerischer Bereich, der Vorsitzende des Fördervereins und die Aufsichtsratsvorsitzende der Kieler-Woche-Marketing GmbH. Wie gehen Sie bei der Bewertung der Arbeiten vor? Wir laden ja fünf Gestalter ein, die jeweils bis zu drei Entwürfe machen können, sodass wir auf eine theoretische Zahl von 15 Arbeiten kommen. In aller Regel wird das nicht ausgeschöpft, viele machen einen, manche machen zwei, sodass man im Durchschnitt acht bis zehn Entwürfe hat, über die man dann beraten kann. Der Ablauf ist so, dass man natürlich erst einmal einen Eindruck von dem, was da aufgehängt wurde gewinnt. Die Entscheidung läuft dann nach dem Ausschlussverfahren: Man guckt also nach den Entwürfen, die am wenigsten geeignet sind und versucht so, die Auswahl weiter zu dezimieren. Am Ende gibt es einen Mehrheitsentscheid über mehrere Stufen – so fallen nach und nach Entwürfe raus. Was nicht bedeutet, dass man nicht auch wieder einen in dieses Verfahren hineinnehmen kann. Wenn zum Beispiel am Ende zwei Entwürfe übrig sind, über die man sich nicht einig wird, kann auch ein dritter wieder dazugenommen werden. Aber irgendwann bleibt dann einer übrig und der ist es dann. Und die Mehrheit entscheidet, es gibt keinen Vorsitzenden oder doppeltes Stimmrecht für die Gestalter. Die Gestalter verlieren auch mal. Es ist tatsächlich ein Mehrheitsentscheid. Wie sehen die Kriterien für diese Entscheidungen aus? Es für mich als Laien natürlich schwierig, diese Kriterien zu benennen. Für mich ist die Umsetzbarkeit des Entwurfs wichtig und wie er dann später auf den entsprechenden Medien wirkt. Für die Gestalter sieht das sicherlich anders aus. Die betrachten das aus ihrem Blickwinkel des Wissenden. Und bei den anderen Juroren geht es wahrscheinlich mal so und mal so aus. Es ist natürlich auch der schlichte optische Eindruck und es ist der Vergleich mit anderen, schon da gewesenen Dingen. Man sucht auch immer wieder nach etwas Neuem. Und es ist offensichtlich schwierig, als Gestalter sich etwas echt richtig Neues auszudenken. Wir hatten ja mal ein rotes Plakat (1996, Takaaki Bando). Das war natürlich mal ein Knaller. Das würde ich mir mal wieder wünschen, aber rot mögen die wohl alle irgendwie nicht so. Da muss man wohl Japaner sein, damit man mal ein rotes Plakat macht. Es ist doch immer viel Blaues dabei, weil das Wasser und der Himmel blau sind. Da wünsche ich mir manchmal ein bisschen mehr Farbigkeit.


The poster competition has been part of Kieler Woche since 1948. How is it seen by the general public? We have never explicitly investigated how people see the competition. Of course it makes an impact in and around the city through the posters, the other advertising media, and accessories such as T-shirts or watches that can be bought. It is absorbed from that viewpoint. It is of course not fundamental to Kieler Woche, which is a festival that thrives on its programming. But the design competition is an important component simply because it has such a long tradition. People find the results are sometimes better, sometimes worse. It is argued over, there are readers’ letters about it, some positive, some negative. Of course it is very easy to pick a fine old quarrel about such things and say: “I could have done all that much better, those are just dots” or “that is just a line,” but we don’t get involved in arguments like that. Who is responsible for choosing the designers who are invited to compete? For many years now there have been expert consultants who advise us and suggest which designers should take part. Of course these experts have changed over the years, but the role has been in place for perhaps twenty-five or thirty years, because logically the municipal authorities are not at home in that scene and are not aware of which people to suggest themselves. At present Prof. Detlef Fiedler (Cyan) and Prof. Bernard Stein from Berlin are the permanent experts, and the previous year’s winner is also a member of this committee. They choose graphic designers on the basis of their own ideas and experience. And as a rule, these are the ones who are invited, as we are not the right people to be able to argue about it. Fees for Kieler Woche are on the modest side, because we don’t have an infinite amount of money for the competition. But the procedure still works. What form does the briefing take? The chosen designers are invited to come to Kiel to take part in various events and to experience the Kieler Woche, both on water and dry land. This has been done for many years, so that they gain an impression of the event as a whole. In addition there is a talk by our permanent experts based on their experience, and all the old designs are shown there, including the ones that weren’t accepted. They also take a general look at the merchandising items, which sometimes change as well, with the exception of standards like the tie or the scarf. After that they are dismissed, as it were, and can get on with their work. The work produced then lands in front of the jury, of which you also are a member. What can you tell us about this jury? The jury is in two sections. One includes four experts, and then the two permanent advisors, the previous year’s winner and I am glad to say me, though of course I am not such an expert in the field. I have gained a certain amount of experience over the years, but I am not a designer. And the other section consists of four people close to Kieler Woche, representing the university and sailing spheres, then the chairman of the Friends of Kieler Woche and the chairman of the KielerWoche-Marketing GmbH board. 15

How do you go about evaluating the work? We invite five designers, each of whom can submit up to three designs, so that we get to a theoretical total of fifteen works. Usually there are not so many, a lot of entrants submit one, some two, so that on average we have eight to ten designs that we can then discuss. The sequence is that of course we first form an impression of what has been hung up for us. The decision is then reached by process of elimination, so we look for the designs that are the least suitable, and try in that way to cut the choice down further. Finally we reach a majority decision in several stages—so designs gradually drop out. This doesn’t mean that they can’t be brought back into the process again. If there are two designs left at the end, for example, and we can’t agree about them, a third one can be reintroduced. But at some time or another only one is left, and that is it. And the majority decides, there is no chairman or double votes for the designers. The designers sometimes lose as well. It really is a majority decision. What are the criteria for these decisions? Of course it’s difficult for me as an amateur to identify these criteria. How easily the design can be implemented is important for me, and how it will then work in the appropriate media. I’m am sure it looks different for the designers. They are looking at it from the point of view of knowledge. And it probably turns out this way or that way for the other jurors. Of course there is the simple visual impression, and comparisons with other things that have gone before. We are always looking for something new. And it is obviously difficult for a designer to come up with something really new. We once had a red poster [1996, Takaaki Bando]. That was of course a sensation. I’d be quite pleased to see that again, but probably none of them like red very much. You probably have to be Japanese to make a red poster. There’s always a lot of blue about, because the water and the sky are blue. I would sometimes like to see something a bit more colorful.


Otto Treumann 1975

1975 Peter Diehl Jerzy Flisak G端nther M端rr Otto Treumann Igildo Biesele 38


Hans Förtsch 1976

Hans Schweiss 1977

1976 Monika und Norbert Baum Hans Förtsch Wolfgang Heuwinkel Hans Hillmann Heinz Kröhl Peter Nagel 1977 Wim Crouwel Hanswerner Klein Hans-Jürgen Rau Hans Schweiss 39


Markus Dreßen 2007

0123456789 0123456789 0123456789 /|\ 0 123456789 0123456789 / |\ /|\ 0123456789 0123456789 A 0/ 1|2\3 4 5 6 7 8 9 /|\ A A /|\ /|\ BC /A |\ A 0123456789 B C BC A A 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 23456789 C D AB BC D /|\ 3456789 BC B C D D \/ | \ B C D A D D D A A BC B C BC D C D D D 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9

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Der Wettbewerb der Kieler Woche stellt in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes dar. Für Grafikdesigner gilt die Einladung zum Wettbewerb bereits als Auszeichnung. Die Kieler Woche 2007, zu der ich eingeladen wurde, stand ganz im Zeichen ihrer eigenen Geschichte. Zum einen feierte die «Grande Dame» der Segel-Regatten ihr 125-jähriges Jubiläum. Zum anderen jährte sich dieser in der Welt des Grafikdesigns wohl einmalige Wettbewerb zum sechzigsten Mal. Für mich ist die Teilnahme am Wettbewerb der Kieler Woche vor allem mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Das Treffen zum Briefing findet an drei Tagen zur Eröffnung der Kieler Woche statt. Es beginnt mit dem Begrüssungsessen im Schloss mit den zum Wettbewerb geladenen Designern, Vertretern der Jury und Honoratioren der Stadt. Am folgenden Tag findet ein Segeltörn in der Kieler Förde statt. Von Bord aus kann man die Regatten beobachten und in den sich vorm Bug kräuselnden Wellen die Sonne glitzern sehen. Im Olympiahafen in Schilksee liegen Segelboote aller Klassen, die Oldtimer unter ihnen ziehen meine Blicke auf sich. So schön, ihr Wert lässt sich schwer beziffern. Es herrscht sportlich-maritimes Treiben. Hier werden sie dann geboren, die ersten Inspirationen für mögliche Plakatmotive. Doch daran will man noch gar nicht denken. Das Hirn des Grafikdesigners ist in Urlaubsstimmung. In der Kieler Innenstadt vermittelt sich ein gegensätzlicher Eindruck. Ausser ein paar folkloristischen Zitaten erinnert hier wenig an Segelsport. Mit drei Millionen Besuchern ist die Kieler Woche das grösste Volksfest in Nordeuropa. Die Stadt formt sich zu einem riesigen Bierzelt. Das Ganze für zehn Tage bis tief in die Nacht. Günther Pieper ist toll. Ingenieur von Beruf, jetzt Pensionär, kümmert er sich drei Tage um uns. Er macht das seit Jahren aus Leidenschaft und beantwortet jede auch noch so diffizile Frage. Klaus Peter Eggers ist der andere grosse Mann. Er ist Mr. Wettbewerb. Sein grosser Auftritt ist am Montagmorgen. In einem runden Konferenzraum im Rathaus der Landeshauptstadt Kiel, der ein bisschen an Kubricks Film Dr. Strangelove or: How I Learnd to Stop Worrying and Love the Bomb erinnert, wird es dann ernst.

Das offizielle Briefing beginnt. Zurückliegende Jahrgänge werden im Schnelldurchlauf kritisch vorgestellt – wenig zimperlich, ohne Rücksicht auf Rang und Namen. Was bleibt, ist der Eindruck unzähliger Variationen von Wellen, Fahnen, Segeln und Booten in Blau. Das wiegt schwer. Was bleibt, ist eine Idee, ein Hoffnungsschimmer. Von mir gesehen. Ein magischer Moment, der sich nur alle 125 Jahre in der Natur zeigt. In den sich vorm Bug kräuselnden Wellen glitzert die Sonne – ihre Reflexion schreibt die Zahl 125 auf die Wasseroberfläche. Ich schwöre, so ist es gewesen. Am 3. November 2006 um ca. 12 Uhr erhielt ich von der Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Kiel, Angelika Volquartz, einen Anruf. Der Entwurf mit der Einsendungsnummer 83710 hatte gewonnen. Doch ich war den Tag über im Büro nicht zu erreichen. So erfuhr ich davon erst am Abend durch eine E-Mail aus dem Kieler-Woche-Büro, in der ich Dank und Absage vermutet hatte. Der grossen Freude, Hybris, oh Gott! folgte unmittelbar akute Herzlähmung. Der Wettbewerb, der 1948 mit dem Plakatentwurf von Niels Brodersen begonnen hatte, umfasst mittlerweile einen Umfang von ca. vierzig verschiedenen Entwurfsleistungen. Darunter fallen nach wie vor die klassischen bekannten Drucksachen, aber auch eine Vielzahl an Werbemitteln. Dazu kommen ca. sechzehn verschiedene Merchandising-Artikel. Es sind allein vierzehn verschiedene Einladungskarten zu gestalten, teilweise mit dazugehörigen Teilnehmer- und Antwortkarten, darunter die Grusskarten an die Gäste und Sportler. Neben dem Entwurf für das Plakat stellt sich die Gestaltung der Kieler-Woche-Krawatte und des Etiketts der Kieler-Woche-Jubiläumssektflasche als weitere grosse Herausforderung dar. Ein von mir entworfener Duschvorhang kam leider nicht zur Umsetzung. An den Zeitdruck, die unzähligen Nachtschichten, Korrekturgänge, E-Mails und Telefonate habe ich keine Erinnerung mehr.


-Segeln und Sport

-Kultur

-Politik und Gesellschaft

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-Wirtschaft und Wissenschaft

-Jubil채um

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Markus DreĂ&#x;en 2007

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The Kieler Woche competition is something quite special in a number of ways. Simply being invited to take part is itself an honor for graphic designers. I was invited for the 2007 Kieler Woche, which was dominated by its own history. Firstly, the grande dame of sailing regattas was celebrating its 125th anniversary. And secondly, this competition, which is probably unique in the graphic design world, had reached its sixtieth birthday. For me, taking part in Kieler Woche competition is linked with personal memories more than anything else. The briefing meeting takes place over three days at the opening of the Kieler Woche It starts with a welcome party in the Schloss for the designers invited to take part in the competition, representatives of the jury, and city dignitaries. The next day features a sailing trip on the Kiel Fjord. You can watch the regatta from the boat and see the sun glinting on the waves rippling around the bow. Yachts of all classes are at anchor in the Olympic harbor in Schilksee, and the old-timers among them catch my eye. So beautiful, it’s hard to put a value on them. There is a great deal of sporting and maritime activity. This is where they are born, the first inspirations for possible poster motifs. But you don’t want to think about that. The graphic designer’s brain is in a holiday mood. The opposite impression is conveyed in central Kiel. With the exception of a few folksy quotations there is little that is reminiscent of sailing here. Its three million visitors make Kieler Woche the biggest public festival in northern Europe. The city becomes one enormous beer tent. And all this for ten days, deep into the night. Günther Pieper is great. An engineer by profession, now a pensioner, he looks after us for three days. He has being doing it because he has been passionate about it for years, and can answer any question, no matter how difficult. Klaus-Peter Eggers is the other big man; he is Mr. Competition. His big moment comes on Monday morning. That is when things start getting serious, in a circular conference room in the Kiel city hall, the regional capital, which is faintly reminiscent of Stanley Kubrick’s Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb.

The official briefing is beginning. Previous years are run through rapidly and critically— with no holds barred, regardless of status and name. What remains is an impression of countless variations on waves, flags, sails, and boats in blue. That is worrying. What remains is an idea, a glimmer of hope. Seen by me. A magic moment, which appears in nature only every 125 years. The sun is glittering on the waves rippling before the bow—and their reflection writes the number 125 on the surface of the water. I swear that is how it happened. On November 3, 2006, at about noon I was phoned by the mayor of Kiel, Angelika Volquartz. The design with the submission number 83710 had won. But I wasn’t available in the office that day, so I did not find out about it until the evening, via an e-mail from the Kieler Woche office, which I assumed would contain thanks and a rejection. Absolute joy, hubris, oh God, was followed by acute paralysis of the heart. The competition, which had started in 1948 with a poster design by Niels Brodersen, by now included about forty different design deliverables. Then as now there was the classic printed matter, but also a variety of advertising media, and then about sixteen different merchandising items. There are about fourteen different invitations alone to be designed, some of them with the appropriate participant and reply cards, including cards welcoming visitors and sportsmen and -women. Aside from designing the poster, creating the Kieler Woche tie and the label for the bottle of Kieler Woche anniversary sparkling wine presented another major challenge. A shower curtain I designed was unfortunately not realized. I now have no recollection of the time pressure, the countless night shifts, correction processes, e-mails, and telephone calls.


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-01 Ernst Wild -- 02-03 Josef Müller-Brockmann -- 03 Erich Röhle -- 04 Günther Kieser -- 06 Hans Looser -- 07 Paul Froitzheim -- 08 Josef Müller-Brockmann -- 09 Richard Roth -- 10 Unbekannt/Unknown -- 11 Fritz Haase -- 12 Walter Breker -- 13 Günter Karl Bose -- 14 Alfred Albiez -- 15 Peter Nagel -- 16 Andrea Tinnes -- 17 Fons Hickmann -18 André Baldinger -- 19 Rolf Meyn -- 20 Harald Strauch-Stoll -- 21 Petra Knyrim -- 22 Achim Bocksboy -- 23 Willy Fleckhaus -- 24-26 Andreas Uebele -- 27 Hans Hillmann -- 28 Klaus Winterhager -- 29 Karl Martin Rüdiger -- 30 Karl Erwin Fuchs -- 31 Helmut Schmid -- 32 Heribert Birnbach -- 33 Patrick Thomas -- 34 Alan Fletcher -- 35 Pierre Mendell -36 Celestino Piatti -- 37 Fritz Haase -- 38 Niklaus Troxler -- 39 Walter Ballmer -- 40 Uwe Loesch -- 41 Armin Hofmann -42 Ursula Hiestand -- 43 Unbekannt/Unknown -- 44 Rolf Harder -- 45 Hans-Dieter Reichert -- 46 Gerwin Schmidt -47 Leonardo Sonnoli -- 48 Erkki Ruuhinen -- 49 Unbekannt/Unknown -- 50-51 Leonardo Sonnoli -- 52-55 Hans-Peter Hoch -- 56 Uwe Loesch -- 57 Hans-Peter Hoch -- 58 Manfred Nacke -- 59 Unbekannt/Unknown -- 60 Ott+Stein -61 Peter Wehr -- 62 Gunter Rambow -- 63 Helmut Keppler -- 64 Frieder Grindler -- 65 Hans Schweiss -- 66 Jürgen Späth -- 67 Peter Wehr -- 68 Pierre Mendell -- 69 Uwe Loesch -- 70 Fritz Haase -- 71 Anton Stankowski -- 72 Erkki Ruuhinen -- 73 Benno Grübel -- 74 Günther Grabe -- 75 Günther Glückert -- 76 Fons Hickmann -- 77 Eckhard Jung und Florian Pfeffer -- 78 Holger Matthies -- 79 Wim Crouwel -- 80 Walter Hönigs -- 81 Gunter Rambow -- 82 Unbekannt/Unknown -83 Hermann Bentele -- 84 Marlies Rosa -- 85 Jörg Hamburger -- 86 Tony Brook/Spin -- 87 Unbekannt/Unknown -88 Unbekannt/Unknown -- 89 Unbekannt/Unknown -- 90 Ralph Schraivogel -- 91 Jürgen Späth -- 92 Wolf D. Zimmermann -93 Walter Breker -- 94 Unbekannt/Unknown -- 95 Hans-Georg Pospischil -- 96 Helmut Lortz -- 97 Hermann Rastorfer -98 Marina Lörwald -- 99 Gerwin Schmidt

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«Grafisch sauber gelöst» – aus den Urteilen der Jury

1959  «Der Entwurf zeichnet sich durch eine saubere Arbeit und durch das wirkungsvolle Motiv aus. Er entspricht den Vorstellungen von der Kieler Woche.»

1972  «Die lapidare Modifikation des Titels ‹Kieler Woche 1972› als der dominierende Bestandteil des Plakates, ist grundsätzlich zu akzeptieren.»

1960  «Die Aufgabe ist nach Stimmungsgehalt und dargestellten Details erfüllt. Die im Hintergrund gezeigte See mit den Segelbooten weist auf das festliche Ereignis hin und zaubert Kieler Atmosphäre auf das Plakat.»

1973  «Das Bestechende an der vorgelegten Lösung ist die Klarheit, Eindeutigkeit und Sparsamkeit des Grundelements und die Chancen seiner Variabilität in der seriellen Anwendung. Es entsteht ein visuelles Environment von hoher plakativer Wirkung und mit grossem innovativem Reiz.»

1961  «Der Entwurf verbindet die Motive von Sport und Kultur. Er hat einen liebenswürdig-freundlichen, ja humoristischen Charakter – eine ganz ungewöhnliche und von allen bisherigen Kieler-Woche-Plakaten abweichende Lösung.» 1962  «Der farbintensive Entwurf überzeugt durch seine grossflächige Gestaltung, die klar und voll Spannung ist. Er vermag im Ganzen auch die geistige und kulturelle Komponente der Kieler Woche anzudeuten.» 1963  «Der Entwurf hat die Farbigkeit und die Festlichkeit der Kieler Woche und ist grafisch sauber gelöst. Er kann als gutes Plakat bezeichnet werden.» 1964  «Dieser Entwurf ist das von den Gutachtern am meisten geschätzte Plakat. In ihm ist die stärkste Verdichtung auf das Wesentliche. Er hat eine stille intensive Wirkung, ohne dass das Plakative vernachlässigt wird – eine fortschrittliche, in die Zukunft weisende Lösung.» 1965  «Der Entwurf drückt in Form und Farbgebung die nördliche Sonne und das Segeln aus. Das Plakat gewinnt, je länger man es betrachtet, und vermittelt eine festliche Atmosphäre.» 1966  «Dieser Entwurf hat die stärkste Wirkung. Die (Flächen beherrschende) Form verweist auf ein geblähtes Segel. Das Plakat wirkt in seiner Einfachheit stark und hat eine kühle Festlichkeit.» 1967  «Der Entwurf ist eine sehr dynamische Lösung, die unmittelbar in den sportlichen Teil der Kieler Woche einführt und eine festliche Farbstimmung übermittelt.» 1968  «In der Gestaltungsform eine bewusste Fortschreibung der Seglerdreiecke. Das Plakat hat Symbolgewalt und bietet innerhalb des diesjährigen Wettbewerbs die konsequenteste Lösung.» 1969  «Die Gutachter waren hier von dem hohen Rang des Plakates, besonders von seiner ungewöhnlichen, grossflächigen Formendynamik beeindruckt.» 1970  «Der Plakatvorschlag ist von gewinnendem Reiz durch die Spiegelung der Formenmotive und die unverkennbare Ausstrahlung typischer Atmosphäre.» 1971  «Der Entwurf vereinigt in überzeugender Weise die Hauptelemente der Kieler Woche mit dem segelsportlichen Ereignis als zentralem Thema. Hier ist eine symbolhafte Zusammenfassung der Kieler Woche als eines festlichen und fortschrittlichen Ereignisses gegeben.» 112

1974  «Das an sich wiederholt verwendete Segelmotiv als fotografisches Abbild kommt durch einen vorzüglich gewählten Bildausschnitt zu einer interessanten, klar ablesbaren Aussage. Die nachgewiesene Überprüfung des Systems funktioniert in allen Teilen, selbst in der linearen Schwarz-Weiss-Umsetzung.» 1975  «Dieser Plakatentwurf stellt einen interessanten Versuch dar, das Thema mit bisher für die Kieler Woche nicht verwendeten Bildelementen zu bewältigen.» 1976  «Der Charme der vorgelegten Konzeption beruht wesentlich auf den vielfältigen und ökonomischen Anwendungsmöglichkeiten des Grundelements ‹Faltschiffchen›. Der Einsatz der Faltschiffchen wird für eine besondere Belebung und Akzentuierung im Erscheinungsbild der Stadt während der Kieler Woche sorgen.» 1977  «Von allen eingereichten Entwürfen ist dieser der konzeptionell ergiebigste. Die visuelle Umsetzung ist direkt und unkompliziert und lässt zugleich vielerlei individuelle Deutungen zu.» 1978  «Der Entwurf zeichnet sich aus durch seine ungewöhnliche Gewichtung und Placierung von Farbe und Fläche. Er gibt dem Dreieck, das ohnehin schon Zeichenqualität für die Kieler Woche besitzt, eine neue Dimension und Qualität.» 1979  «Die Gesamtgestaltung dieses Entwurfs verfügt über Vielseitigkeit, Farbenfreudigkeit und ist geeignet, die Erlebniskomponenten der Kieler Woche der Öffentlichkeit zu vermitteln. Darüber hinaus erfüllt der Entwurf eine originelle Mehrfachfunktion, in dem er als Plakat und als Faltprospekt Verwendung finden kann.» 1980  «Das zugrunde liegende Konzept macht Assoziationen zur Thematik Sport, Internationalität und bürgernahe Festlichkeit durchaus möglich. Die dargestellten Aktionsprogramme zeigen deutlich die vielfältigen Möglichkeiten, die dieses Konzept beinhaltet.» 1981  «Diese Entwurfsreihe zeigt eine hohe geschlossene Prägnanz und optische Merkfähigkeit. Die grafischen Elemente sind variationsreich auf die verschiedenen Anwendungsformen übertragen.» 1982  «Eine prägnante, überzeugende Formung des Themas, die bis in alle Details reicht. Diesem grossen Vorzug steht im Unterschied zu allen übrigen Programmen nichts Einschränkendes entgegen.» 1983  «Das Plakat hat eine ausserordentliche visuelle Prägnanz, die die geforderten Inhalte


‹Segeln, Wasser, Festlichkeit› in hohem Masse ausstrahlt. Es vermittelt in herausragender Weise die Stimmung und Atmosphäre der Kieler Woche.» 1984  «Dieser Vorschlag wird durch eine klare informative Zeichenhaftigkeit bestimmt, die sich über einem monochromen Grund entwickelt. Der überraschend innovative Charakter dieses Motivs ist unübersehbar und bedeutet in der Abfolge der Kieler-Woche-Plakate einen weiteren Schritt nach vorn.» 1985  «Das gewählte einfache grafische Repertoire ist optimal genutzt. Das Motiv lebt von der grossartigen Spannung zwischen weichen gegenläufigen stark farbigen Verläufen und der Präzision der Formen, die durch eine einfache Formensprache den Start einer Segelregatta assoziiert.» 1986  «Dem Entwerfer gelingt es, seinen Einfall mit gewöhnlich einfachen Mitteln zu realisieren. Die scheinräumliche Darstellung eines geblähten Segels wird dem Generalthema 1986 ‹Segeln› in besonderer Weise gerecht.» 1987  «Die Tradition der Kieler-Woche Plakate wird mit diesem Entwurf in überzeugender Weise fortgesetzt. Die Arbeit ist angelegt auf eine Reihung im Rapport, in der sie ihre Wirkung noch steigert.» 1988  «Von diesem farbigen Entwurf geht eine starke Signalwirkung aus mit frischer Ausstrahlung durch die lebhafte, heitere Farbgebung. Die Festlichkeit in der Anmutung wird durch die dynamische Flächengliederung noch gesteigert.» 1989  «Dominierend in diesem Programm ist die schlagkräftige Wirkung der plakativ eingesetzten Schrift. In allen Ableitungen des visuellen Programms kommen überraschende Varianten der Formung hinzu, die den Eindruck von Mal zu Mal verlebendigen.» 1990  «Den Gesamteindruck beherrscht eine sehr ansprechende Farbigkeit. Die vom Rand her wirkende Anordnung der Dreiecksformen verbindet die kultivierte Farbwahl mit einer spannungsvollen Komposition.» 1991  «Dieser Entwurf ist der einzige, bei dem man in der Beurteilung von der Geschlossenheit des visuellen Programms ausgehen kann. Ebenso einfallsreich wie subtil wird das Hauptmotiv in der gesamten Entwurfsbearbeitung, ganz hervorragend aber im Prospekt, abgehandelt.» 1992  «Dieser Entwurfskomplex nimmt durch seinen lebendigen, spontanen Duktus und seine lichte, heitere Farbigkeit sofort für sich ein. Die vordergründig betrachtet einfachen Elemente des Repertoires werden jedoch in der Farb- und Formverteilung, besonders auch in den weiteren Teilen des Programms, sensibel präsentiert.» 1993  «Diese Lösung fasziniert auf Anhieb durch den Kontrast der ruhigen freien Fläche und der lebendigen, intelligent eingesetzten Typografie. Die Kombination der positiven Farbigkeit in der Horizontlinie mit der starken Hervorhebung des Titels ‹Kieler Woche› lässt Assoziationen zu, die sowohl auf die 113

sportlichen wie auch die festlichen Anteile der Veranstaltung verweisen.»

2004  Für diesen Jahrgang wurden keine schriftlichen Juryurteile angelegt.

1994  «Hier zeichnet alle Entwurfsteile eine starke Formungskraft aus, die in lebendigen Varianten immer neue Aspekte dieses visuellen Programms ins Blickfeld rückt. Das Grundmotiv überzeugt und überrascht durch Formulierungen, die hier den bekannten Dreiecksformen in Weiss abgewonnen werden.»

2005  «Die zeichenhaft reduzierte Welle und die lebendige Typografie provozieren die Sehgewohnheiten. So wird die Konzeption eigenständig und merkfähig und kann sich robust im visuellen Umfeld des Alltags behaupten. Der Entwurf beeindruckt ausserdem durch eine variantenreiche Umsetzung in den Kommunikationsmitteln und Einsatzmöglichkeiten des Corporate Designs.»

1995  «Eine bestechende typografische Gliederung der Fläche in spielerischer Form. Dabei bleibt trotz des Grössenwechsels der Buchstabenelemente die Lesbarkeit gewährleistet. Auch das gesamte Programm ist in nahezu allen Teilen hervorragend gestaltet.» 1996  «In der langen Tradition der vorwiegend ‹blauen› Plakate zur Kieler Woche überrascht auf den ersten Blick der rote Fond dieses Plakatentwurfs. Das Spiel mit einer Kombination aus den geometrischen Grundformen Kreis, Quadrat, Dreieck und den Grundfarben Blau, Gelb, Rot ist typografisch gekonnt verklammert mit der Textzeile ‹Kieler Woche›.» 1997  «In diesem Entwurfskomplex, der anspruchsvoll und auf hohem Niveau vorgetragen ist, wird unter Anwendung einer innovativen Formensprache der Versuch unternommen, herkömmliche Versatzstücke zu umgehen. In das Programm finden Bedeutungsträger Eingang, die sowohl auf das Segeln wie auf das Gesamtspektrum der Kieler Woche Bezug nehmen.» 1998  «Der raffiniert gewählte Ausschnitt aus der Gestalt des ‹K› führt zugleich zum Eindruck eines Segel-Dreiecks. Der monumentale, beispielhaft plakative Gesamteindruck wird dem Gewicht der ‹Kieler Woche› in ganz besonderer Weise gerecht.» 1999  «Zunächst mutet diese Arbeit frisch, heiter und verspielt an. Sie besteht aus einer Figuration geometrischer Flächen- und Linienelemente, welche die Deutungen von Lichtreflexen und Segeln auslöst. Wegen seiner vordergründig dekorativen Wirkung lässt dieses Repertoire inhaltlich beliebige Interpretationen zu.» 2000  «Durchgängig eine beispielhaft konsequente Haltung bei hohem Wiedererkennungswert. Insgesamt ist die subtile Farbdifferenzierung hervorzuheben, die auch zur inhaltlichen Codierung benutzt wird.» 2001  «Diese prägnante Konzeption lässt viele positive Assoziationen zu. Besonders in der Ausarbeitung zeigen sich viele Stärken und Möglichkeiten dieser Lösung. Das Motiv lässt sich variantenreich umsetzen, ohne an Wiedererkennbarkeit zu verlieren.» 2002  «Die Lösung hebt sich deutlich durch ihre hohe grafische Qualität sowohl in Konzept wie auch in Ausführung ab. Die Kombination aus einem typografischen Basisplakat und unterschiedlichen Bildplakaten eröffnet Möglichkeiten zu einer facettenreichen Präsentation.» 2003  Der von der Jury auf den zweiten Platz gewählte Entwurf wurde umgesetzt. Daher fehlt eine schriftliche Erläuterung.

2006  «Der Entwurf stellt das Segelereignis in den Vordergrund und überzeugt durch die gekonnte lineare Darstellung aller Bootsklassen. Die subtile Farbigkeit vermittelt neben dem sportlichen Charakter der Veranstaltung Aspekte wie Eleganz und Festlichkeit.» 2007  «Der Entwurf spiegelt das zentrale Thema ‹125 Jahre Kieler Woche› am plakativsten wider. Eine sehr raffinierte Lösung, weil das Motiv, von Weitem gesehen, sehr gut erkennbar ist, je näher der Betrachter aber kommt, desto geheimnisvoller wird der Entwurf.» 2008  «Der Entwurf fügt der historischen Reihe der Kieler-Woche-Plakate nahtlos eine neue Facette hinzu. Das Thema Strömung wird für alle Medien überzeugend und mit hoher handwerklicher Qualität variiert. Der Entwurf kontrastiert reizvoll mit der bunten Vielfalt der Kieler-Woche-Veranstaltungen.» 2009  «Der Entwurf fokussiert klar auf den Menschen, auf die Teilnehmer und Gäste der Kieler Woche und abstrahiert das Miteinander und die Tätigkeiten in einer dem Comic sehr nahen, humorvollen Bildsprache, die sich durch einfache Verständlichkeit für alle Bevölkerungsgruppen auszeichnet.» 2010  «Der Entwurf besticht durch seine konsequente Durchführung. Der Buchstabe ‹W› wird durch Wiederholung zum prägnanten grafischen Zeichen. Assoziationen von Wellen und Wogen geben ihm eine eigenständige visuelle Wirkung. Der Entwurf ist gerade in seiner typografischen Durcharbeitung auf einem hohen handwerklichen Niveau. Die Kombination der Farben Blau, Weiss, Gelb erzeugt eine freundliche Grundstimmung und wird damit der Veranstaltung gerecht.»


-1950 fand der erste Plakatwettbewerb anlässlich der Segelragatta Kieler Woche statt. Die jährliche Veranstaltung hat sich über die Jahre zum renommiertesten Designwettbewerb Europas entwickelt. Seit 1959 werden jedes Jahr fünf ausgewählte Gestalter oder Designbüros eingeladen. In den 1990er-Jahren wurde aus dem Plakatwettbewerb ein Corporate-Design-Wettbewerb. Das Thema blieb jedoch unverändert und so bieten die Entwürfe aus den vergangenen sechzig Jahren einen einmaligen Überblick über die Entwicklung der europäischen Grafik. Die Liste der Gewinner und Teilnehmer liest sich wie das Who‘s who des Grafikdesigns. Darunter: Anton Stankowski, Ruedi Baur, Wim Crouwel, Cyan, Alan Fletcher, Josef Müller-Brockmann und Odermatt + Tissi. Der vierte A5-Band erzählt die spannende Geschichte des traditionsreichen Designwettbewerbs der Kieler Woche und zeigt neben allen Gewinnerplakaten viele – teils unveröffentlichter – Entwürfe bekannter Grafikdesigner sowie eine Auswahl der Corporate-Design-Systeme aus den vergangenen Jahren. -The first poster competition for the Kieler Woche regatta was held in 1950, and over the years this annual event has come to be Europe’s most prestigious design competition. Since 1959, five designers or design practices have been invited to take part. While the poster competition became a corporate design competition in the 1970s, the Kieler Woche theme remained unchanged, so the designs submitted over the past sixty years offer a unique survey of how European graphic design has developed. The list of winners and participants reads like a Who’s Who of graphic design. They include: Anton Stankowski, Ruedi Baur, Wim Crouwel, Cyan, Alan Fletcher, Josef Müller-Brockmann and Odermatt + Tissi. This fourth A5 volume tells the exciting story of the Kieler Woche design competition and its rich traditions. It shows all the winning posters, and also many alternative motifs—some previously unpublished—by well-known graphic designers. -ISBN 978-3-03778-231-6

9 783037 782316

A5/04: Kieler Woche (Leseprobe/Excerpt)  

1950 fand der erste Plakatwettbewerb anlässlich der Segelragatta Kieler Woche statt. Die jährliche Veranstaltung hat sich über die Jahre zum...

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