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GroSS-Kle

MEIN KIE Z

Eine Plattenbausiedlung mit ehrenamtlicher „Man-Power“ Mit Groß Klein verbinden wir in der Regel das Klenow Tor, direkt an der S-Bahn Haltestelle Lichtenhagen, natürlich Lichtenhagen als angrenzender Stadtteil selbst und den Rapper Marteria. Und wenn wir dann noch den Pressemitteilungen der Zeitungen und Online-Medien glauben schenken, brennen hier ab und an Wohnungen, Frauen regen sich über Sperrmüll auf und Handtaschen werden geklaut. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man hier gut, ruhig und günstig wohnen kann. Das mit dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist dann schon schwieriger.

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er Stadtteil Groß Klein im Nordwesten von Rostock wird geografisch von Lichtenhagen berührt, hinzu kommen im Westen Lütten Klein und im Süden Schmarl. Nördlich findet ihr den Anfang oder das Ende, je nach Perspektive, von Warnemünde mit einem Katzensprung Entfernung. Also, eigentlich ein ziemlich attraktiver Standort, wenn man nicht direkt in der Touristenhochburg von Rostock-Warnemünde leben möchte und trotzdem im Sommer schnell an den Strand will. An die reine Plattenbausiedlung schließt sich Groß-Klein Dorf mit Einfamilienhäusern und Gärten an, welches idyllischer und ruhiger ist und direkt an der Unterwarnow liegt. Für Hundebesitzer vielleicht rein optisch nicht die schönste Flussstelle, aber auf jeden Fall eine entspannende. Neben der lokalen Einordnung spielt für uns Menschen die soziale Struktur, die Lokalitätendichte und die Bildung von „Kind und Kegel“ eine wichtige Rolle. Um diese Orte zu finden, habe ich mich online auf die Suche begeben, bin nach Groß Klein gefahren und habe mich umgeschaut und mit Leuten gesprochen. Viel gefunden habe ich aber nicht.

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Es existiert die Freiwillige Feuerwehr Rostock - Groß Klein. Diese wurde 1860 gegründet und ist somit die älteste Freiwillige Feuerwehr in der Hanse- und Universitätsstadt. Man findet viele Ärzte und günstige Wohnungen, Kindertagesstätten, eine Schule und die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt „Börgerhus“. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Elmshorner Immobilienunternehmen Semmelhaack Sozialwohnungen vor Ort bauen möchte. Es gibt mehrere Supermärkte und natürlich das Klenow Tor mit einem Chinesen, einem Textilshop von KIK, einem Friseur und so weiter. Im Groß Kleiner Dorf findet ihr dann Sehenswürdigkeiten: Eine denkmalgeschützte „Querbüdnerei“ (kleines ländliches Anwesen), die Fliegertechnische Vorschule der Arodawerke (Fritz-MeyerSchaffenberg-Weg) und ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Ansonsten entdeckt ihr bei der Online-Recherche noch das Projekt „Groß Klein für Alle“. Eine im Rahmen der rassistischen Proteste von 2016 gegründet Initiative, die sich für Toleranz, Solidarität und einen bunten, vielfältigen Stadtteil einsetzen.

Im „Bögerhus“ steckt Leben drin Wenn wir schon bei einem gemeinsamen Miteinander sind, sollten wir auf das bereits genannte „Börgerhus“ zu sprechen kommen. Das Stadtteil- und Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt möchte ebenfalls für nachbarschaftliches Engagement sorgen und die Menschen näher zusammen bringen. An dieser Stelle sollte man neben den Hauptamtlichen, die vielen Ehrenamtlichen lobend erwähnen, welche sich täglich engagieren. Ein Blick in ihren Veranstaltungskalender zeigt nämlich, dass viel los ist. Ab dem 28. Februar startet zum Beispiel das „Groß Kleiner Nachbarschaft-Café“ mit einer Spielecke für Kinder. Jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr sollen sich Deutsche und Ausländer treffen, austauschen und Fragen stellen dürfen. Hinzu kommen Tanzkurse, Sprachkurse und kleine Filmaufführungen, um die Menschen schneller im Stadtteil zu integrieren und zu vernetzen. Ebenfalls im „Börgerhus“ findet man den gemeinnützigen Verein „Gemeinsam für Groß Klein e.V.“. Der seit 2005 bestehende Initiative kümmert sich um die richtige Ernährung von Schülern. Sie bieten die Projekte „Das gesunde