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Nr 4 / Mai 2012 Zeitschrift für die Mitarbeitenden der Zürcher Landeskirche

Neue Töne in der Eglise zurichoise Die französischsprachige Kirche zwischen Tradition und Aufbruch Seite 8

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Gott ist ein Tätigkeitswort

Die Kirche ist auch mein Bier

Sozialdiakone diskutieren das künftige Diakonie-Konzept

Was die Braukunst mit Gemeindeaufbau zu tun hat


Editorial / Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser «… auf dass Gott ein Tätigkeitswort werde.» – Dank dem Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti weiss ich seit einiger Zeit endlich, was mit Diakonie gemeint sein könnte. Mit dem Begriff hatte ich meine liebe Mühe, als ich bei der Kirche zu arbeiten anfing. Man gebrauchte ihn oft, und weil ich ihn nicht verstand, versuchte ich mich munter und naiv in ver-

«Wie erklärt man Diakonie ohne Kirchenlatein?» schiedenen Definitionen. Schliesslich bläut man Journalisten ein, nicht unnötig mit Fremdwörtern um sich zu werfen. Ich merkte dann bald, dass man mit Umschreibungen von Diakonie unweigerlich ins Interpretieren und ins Theologisieren kommt und dass die unterschiedlichen Deutungsrichtungen ganz schön umstritten sind. Nun habe ich das Glück, dass ich für ein Publikum schreibe, das mit kirchlichen Begriffen vertraut ist. Diakonie gilt hier nicht als Fremdwort. Man darf es ungeniert brauchen und muss nicht nach Ausdeutschungen suchen. Ich war also fürs erste fein raus. Froh war ich dann doch, als ich auf Kurt Martis Um2

schreibung oder Wunsch stiess, die das Theologische mit dem praktischen Tun so schlicht und überzeugend zu kombinieren weiss. Man muss den Begriff Diakonie schliesslich auch Menschen erklären können, die des Kirchenlateins nicht mächtig sind. Nun ist Diakonie in der Zürcher Landeskirche in nächster Zeit gross im Kommen (Seite 8): Der Begriff spielt eine grosse Rolle in den Legislaturzielen des Kirchenrates, er ist Leitmotiv der nächsten Kirchenpflegetagungen, und noch diesen Sommer verabschiedet der Kirchenrat ein Diakoniekonzept. Letzteres ist der Abschluss einer Konzeptarbeit zur Diakonie, die seit gut zehn Jahren auf dem Weg ist (Was es im Detail enthält, wird Thema eines der nächsten «notabene» sein). Für einen wie mich ist es beruhigend zu sehen, dass Diakonie halt wirklich nicht so leicht auf den Punkt zu bringen ist. Löblich und lohnend aber, dass man die Herausforderung annimmt und nicht nachlässt, wenn es darum geht, wie denn Gott zum Tätigkeitswort werden soll, und welche Taten denn hauptsächlich getan werden sollen. Das nimmt einem auch einer wie Marti nicht ab. Und, ach ja, tun müssen wir diese Taten dann auch noch.

Aktuell

Kurznachrichten 3–6

Kolumne «Wer’s glaubt» 5

Brennpunkte

So tätigt man Ausgaben richtig 6

Diakonie ist im Kommen 7

Lernen von der Eglise zurichoise 8 – 10

Gemeindeaufbau: Den Aufbruch wagen 11 Rubriken

Themen und Termine 12 – 14

Stellenmarkt 14

kreuz & quer: Mönchaltorf 15

Denkzettel / Impressum 16

Christian Schenk Redaktor «notabene» notabene

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Kirchensynode /

Kirchenrat legt Ziele vor

Foto: sch

kom. Der Kirchenrat legt der Kirchensynode an der Sitzung vom 12. Juni die Legislaturziele 2012–2016 vor. Mit den Legislaturzielen definiert der Kirchenrat, in welchen Bereichen die Zürcher Kirche während der nächsten vier Jahre besondere Akzente setzen will. Sie werden Anfang Juni veröffentlicht und den Behörden, der Pfarrschaft und Teilen der Mitarbeiterschaft zugestellt. «notabene» bringt Auszüge davon in der nächsten Nummer. In der Kirchensynode steht ausserdem die Jahresrechnung 2011 der Zentralkasse auf der Traktandenliste. Die Sitzung beginnt 8.15 Uhr im Rathaus. Infos: www.zh.ref.ch/kirchensynode

Kirchenrat reicht Tätigkeitsprogramm ein / Der

Kanton SEK–EKD / Engere will wissen, was die Kirche alles tut Zusammenarbeit mo. Ende April hat der Kirchenrat dem Regierungsrat das Tätigkeitsprogramm der Landeskirche für die Jahre 2014– 2019 eingereicht. Das Kirchengesetz verpflichtet die kantonalen kirchlichen Körperschaften, jeweils für die Dauer von sechs Jahren zuhanden des Kantons ein Tätigkeitsprogramm zu erstellen. Es bildet die Grundlage und ist die Voraussetzung für die Gewährung der Beiträge des Kantons an jene Leistungen der Kirche, die für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung sind. Im Vordergrund stehen dabei die Tätigkeiten und Angebote in den Bereichen Bildung, Soziales und Kultur. Für die erstmalige Erstellung des Tätigkeitsprogramms wurde in rund 40 ausgewählten Kirchgemeinden eine komplexe Evaluation durchführt. Die repräsentativen Ergebnisse daraus wurnotabene

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den auf die ganze Landeskirche hochgerechnet und bilden die zahlenmässige Grundlage des Programms, ergänzt noch durch die Angaben aus den Gesamtkirchlichen Diensten. In einem nächsten Schritt wird das Tätigkeitsprogramm nun mit der Direktion der Justiz und des Innern bereinigt, bevor der Regierungsrat Ende Jahr dem Kantonsrat Antrag stellt. Vorgesehen ist, dass die Landeskirche vom Kanton ab 2014 jährlich 27,4 Mio. Franken erhält. Damit wird auch der Prozess zur Reduktion der Staatsbeiträge bzw. der Ausgleich mit der Katholischen Körperschaft abgeschlossen sein. Das Tätigkeitsprogramm wird im Sommer beziehungsweise nach Abschluss der Bereinigungsphase der Öffentlichkeit präsentiert und auch in «notabene» vorgestellt.

kom. Ein Spitzentreffen zwischen dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat in Hannover Anfang April einen Partnerschaftsvertrag auf den Weg gebracht. Die Vereinbarung sieht vor, zu theologischen Themen und in Fragen des kirchlichen Lebens zusammenzuarbeiten. «Das ist ein Meilenstein in der Beziehung unserer Kirchen», sagte der Präsident des SEK, Gottfried Locher. Die EKD öffnet für Schweizer Pfarrpersonen ausserdem die Möglichkeit, sich auf Auslandsstellen der EKD zu bewerben. Eine verstärkte Zusammenarbeit ist auch im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation geplant. 2017 ist das Gedenkjahr an Martin Luther, 2019 jenes von Ulrich Zwingli. 3


für Hinterbliebene

kom. Jährlich nehmen sich in der Schweiz rund 1300 Menschen das Leben. Für die Zurückbleibenden ist der Verlust eines geliebten Menschen durch Suizid ein furchtbarer Schicksalsschlag. Auch für Menschen, die beruflich mit Fällen von Selbsttötungen in Kontakt kommen (Notfalldienste, Psychiatrie, Justiz, Seelsorge, Schule, ÖV) bedeutet die Verarbeitung eine grosse Herausforderung. Rund 10 000 Personen werden jährlich mit einer Selbsttötung konfrontiert, sei es im Beruf oder in der eigenen Familie. Während auf der professionellen Seite die Unterstützung durch geschultes Per-

Stabübergabe / Birke

Foto: sch

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www.verein-refugium.ch Für Erwachsene, die eine nahestehende Person (z.B. Partner, Geschwister, Kind) durch Suizid verloren haben. www.nebelmeer.net Für Jugendliche und junge Erwachsene ab zwölf Jahren: Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils Fachstelle Kirche und Jugend: www. kirche-jugend.ch. Jörg Weisshaupt, Ausstellungsstrasse 105, Zürich. Tel. 044 271 88 16.

und Ballone für Boldern und Kappel

sch. Die Kirchenpflegetagungen finden 2013 bekanntlich nicht mehr in Boldern, sondern im Kloster Kappel statt. Zur Stabsübergabe reiste eine Gruppe von Mitarbeitenden von Boldern am 10. April nach Kappel. Mit im Gepäck hatten die Mitarbeitenden der Hauswirtschaft und der Hotellerie eine Birke, die sie ihren Nachfolgern als Tagungsgastgeber übergaben. Hans Egli, Leiter des Ta-

Jürgen Barth und Hans Egli pflanzen die Boldern-Birke im Klostergarten.

sonal nach einem traumatisierenden Vorfall gewährleistet ist, bieten geführte Gruppen Hinterbliebenen nach Suizid wertvolle Unterstützung in der Verarbeitung des komplizierten Trauerprozesses. Für Hinterbliebene gestaltet sich die Suche nach unterstützenden Massnahmen schwierig. Neben dem therapeutischen Zweiergespräch sind die geführten Gruppen mit Betroffenen eine hilfreiche Ergänzung. «Refugium» und «Nebelmeer» bieten solche Gruppen für die deutschsprachige Schweiz an. Beide Organisationen werden mitgetragen von der Fachstelle Kirche und Jugend des Zürcher Stadtverbands:

gungszentrums Boldern, und Jürgen Barth, Geschäftsführer des Klosters Kappel, setzten den jungen Baum gemeinsam im Klostergarten. Jürgen Barth freute sich über das lebendige Zeichen und sagte, Kappel dürfe auf dem guten Fundament weiterarbeiten, das Boldern gelegt habe. Rund fünfzig Mal war das Evangelische Studien- und Tagungszentrum Gastgeber der Zürcher Kirchenpflegetagungen, zu denen der Kirchenrat jährlich einlädt. Simone Strohm sprach den Mitarbeitenden von Boldern den Dank im Namen der Landeskirche aus. Mit ihrem Engagement in der Küche, in der Hauswirtschaft, in der Buchhaltung und im Sekretariat hätten sie in den letzten Jahren die Bühne bereitet, auf der dann die Fragen diskutiert wurden, die Behörden der Zürcher Kirche beackerten. Auf Boldern wurde der Übergang ebenfalls symbolträchtig begangen. Am 15. April lud die Studienleitung, die künftig in Zürich arbeiten wird, zum Abschiedsfest auf Boldern. Gegen 120 Gäste nutzten die Gelegenheit, um Walter Lüssi, Brigitte Becker und Jeannette Behringer zu danken und Adieu zu sa-

gen. Am Schluss stiegen Ballone mit guten Wünschen in den Abendhimmel. Künftig sind die Mitarbeitenden im Kloster Kappel gefordert, das Umfeld zu schaffen für die Tagungswochenenden, an denen meist gegen 700 Gäste teilnehmen. Bis zum ersten Tagungswochenende der Kappeler Kirchentagung dürfte die Birke aus Boldern im Klostergarten dann bereits feste Wurzeln geschlagen haben.

Foto: Viviane Schwizer

Suizid / Hilfe

Ballone mit guten Wünsche zum Abschied der Studienleitung von Boldern.

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Leserbrief / «Glauben12

macht weiter Mut»

Glauben12: Mattenbach mit erfolgreicher Fortsetzung

«Reise durch die Bibel» (2008/09), «Bibel persönlich – Lebensbilder aus dem Alten und Neuen Testament» (2011) und in Vorbereitung fürs Jahr 2013 eine Reihe zu «Gottesbilder – der Eine mit den vielen Namen». Das Interesse in der Kirchgemeinde ist nach wie vor sehr gross. Etwas ganz Besonderes ist jeweils die Auseinandersetzung mit den immer neuen Themen sowie die gemeinsame Planung und Durchführung der zehn bis zwölf Kursabende. «Die Luft ist raus bei Glauben12», hiess es im Artikel, in unserer Gemeinde war es aber der Anfang eines wunderbaren Projektes, das unser Team zusammengeschweisst hat und Mut zu Neuem macht. Hans Fahrni, Diakon

2/12: «Die Luft ist raus bei Glauben12» Die Kirchgemeinde Winterthur Mattenbach ist eine der im Bericht erwähnten 70 Gemeinden, die den «Glauben12»Kurs durchführten. Der Erfolg war so gross, dass wir uns entschieden, das Projekt in anderer Form weiterzuführen. Nun ist es ja für das Vorbereitungsteam nicht gerade motivierend, wenn alle ein bis zwei Jahre die gleichen Fragen behandelt werden sollen. Das Team der Mitarbeitenden, bestehend aus Sigrist, Sekretärin, drei Pfarrpersonen, zwei Diakoninnen und einem Diakon, bietet nun gemeinsam alle zwei Jahre einen neuen Kurs an: mit den Themenkreisen

Kirchenrat / 55

Mitarbeitende beauftragt

sch. Am 13. Mai werden im Grossmünster 55 Mitarbeitende für den kirchlichen Dienst beauftragt. Die öffentliche Feier ist ein liturgischer Akt ähnlich der Ordination von Pfarrpersonen. Beauftragt werden 33 Sozialdiakone und Sozialdiakoninnen und 22 Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen. Die kirchliche Beauftragung wurde mit der neuen Kirchenordnung eingeführt und steht Mitarbeitenden der Katechetik, der Sozialdiakonie und der Kirchenmusik offen.

Funkmikrofone / Doch

keine Konzessionen

sch. Kehrtwende beim Bundesamt für Kommunikation: Ab 2013 müssen Nutzer von Funkmikrofonanlagen keine Konzessionen mehr zahlen. Davon sind auch Kirchgemeinden betroffen. Sie mussten bisher jährlich 120 Franken Gebühren zahlen. Bereits letztes Jahr hatte das BAKOM darauf aufmerksam gemacht, dass die Bandbreiten der Funkmikrofone geändert werden («notabene» notabene

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Ein erster grosser Beauftragungsgottesdienst fand letztes Jahr im Grossmünster statt. Im Beauftragungsgottesdienst spricht der Kirchenrat den beauftragten Personen seine Unterstützung bei der Erfüllung ihres Auftrags und den Segen Gottes zu. Diese geloben ihrerseits, die Arbeit in der Kirche in christlicher Verantwortung zu erfüllen. Die Beauftragten erhalten eine Urkunde und werden in ein Register der Zürcher Landeskirche aufgenommen.

8/11). Von einem Verzicht auf die Konzessionierung war damals noch nicht die Rede. Die Liberalisierung ist Gegenstand der Verordnungsrevision, die diesen Sommer lanciert wird und am 1. Januar 2013 in Kraft treten sollte. Wie eine Sprecherin des Bundesamtes gegenüber dem Tagesanzeiger sagte, wird die Konzessionspflicht für dieses Jahr aber immer noch mit Stichproben überprüft.

«Wer’s glaubt …» Kolumne /

Mein Leben ist rund Nach einem Vortrag, den ich in einer Kirchgemeinde zum Thema Alltagsspiritualität gehalten hatte, kam eine Zuhörerin aufgeregt auf mich zu und fragte: «Woher wissen Sie, dass mein Leben vor Gott rund ist? Es gibt so viel Schwieriges und Ungelöstes darin!» Sie nahm Bezug auf den Schlusssatz meines Referats. «Ich weiss es nicht», gab ich zur Antwort, «aber ich glaube es. So bruchstückhaft mir selbst mein Leben auch erscheinen mag, vor Gott ist es rund.» Die Zuhörerin blickte mich erstaunt an und ich erriet ihre Gedanken: Wie kann man etwas glauben, das man gar nicht weiss? Ich meinte, es sei für mich leichter, mit diesem Gedanken zu leben als ohne ihn. Ich käme so gelassener mit meinen Mitmenschen, mit dem Schicksal und meinem eigenen Unvermögen zurande. Nach kurzem Nachdenken meinte sie: «Und das reicht? Einfach so einen Gedanken denken? Ist das schon glauben?» Ich nickte. Sie atmete tief auf und machte sich auf den Heimweg. Glauben heisst für mich, Gedanken denken, mit denen sich besser leben lässt. Anregungen dazu gibt mir die Bibel. Ob das, was ich denke, wissenschaftlicher Kritik standhält, ob es dem modernen Denken entspricht, kümmert mich nicht. Ob es Gott gibt, finde ich eine sinnlose Frage. Wir machen uns das Glauben heute oft zu schwer. Und auch das Reden darüber. Ich habe mir vorgenommen, die Gedanken, die mir selber im Leben helfen, öfter mit anderen Menschen zu teilen – und mich dabei nicht zu schämen (siehe Röm 1,16). Brigitte Schäfer

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Das Bundesgericht befasste sich vor kurzem mit dem Vorgehen einer Zürcher Kirchgemeinde bei der Bewilligung von Ausgaben. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, müssen Kirchgemeinden beim Tätigen von Ausgaben die rechtlichen Grundlagen im Auge behalten.

Löhne, Versicherungsprämien, die Sanierung des Pfarrhauses oder der neue Fotokopierer fürs Sekretariat – Kirchgemeinden tätigen ständig alle möglichen Arten von Ausgaben. Dazu braucht es einerseits die nötigen Mittel. Es braucht aber auch das Wissen um die rechtlichen Grundlagen. Wenn eine Kirchgemeinde Ausgaben tätigen will, muss sie prüfen, ob diese in Bereichen angefallen sind, die zu den Aufgaben der Kirchgemeinde zählen. Wenn zum Beispiel Kosten für die Anschaffung von Lehrmitteln des 3.-KlassUnterrichts oder Unterhaltskosten für die Kirche anfallen, dann ist diese Voraussetzung zweifellos erfüllt. Juristen sprechen in diesem Fall von einer materiellen Grundlage der Ausgabe. Dann muss die Ausgabe aber auch formell korrekt beschlossen werden. Dabei bestimmt die Kirchgemeindeordnung und allenfalls das Stadtverbandsstatut, welche Ausgaben durch die Stimmberechtigten an der Urne, in der Kirchgemeindeversammlung oder durch die Kirchenpflege bewilligt werden. Grundlage jeder Ausgabe bildet in der 6

Regel ein Voranschlagskredit im Budget der Kirchgemeinde. Mit der Bewilligung des jährlichen Budgets ermächtigen die Stimmberechtigten die Kirchenpflege, den Betrag für den bezeichneten Zweck im entsprechenden Rechnungsjahr zu belasten.

Gebundene Ausgaben Ohne einen weiteren Beschluss ist dieses Vorgehen aber nur bei gebundenen Ausgaben zulässig. Als gebunden gelten beispielsweise Ausgaben für Löhne für bewilligte Stellen, Prämien für obligatorische Versicherungen, Gebühren für Wasser und Abfall, Ausgaben für Büromaterial und Porti. Es sind dies somit Ausgaben, zu denen die Kirchgemeinde durch übergeordnetes Recht, durch Gerichtsentscheide oder durch Beschlüsse der Stimmberechtigten verpflichtet ist, bei denen sachlich, örtlich und zeitlich kein erheblicher Entscheidungsspielraum besteht. Für nicht gebundene, neue Ausgaben bedarf es eines zweistufigen Verfahrens: Zuerst muss ein Verpflichtungskredit

Foto: Cornelia Menichelli / PIXELIO

So tätigt man Ausgaben richtig Finanzen /

beschlossen werden. Dieser ermächtigt zum Eingehen finanzieller Verpflichtungen für einen bestimmten Zweck. Er kann die Form eines Rahmenkredits (bei einem Investitionsprogramm), eines Objektkredits (bei einem Einzelvorhaben) oder eines Zusatzkredits haben. Insbesondere bei einem Objektkredit, den die Kirchenpflege spricht, bilden Verpflichtungskredit und Ausgabenbeschluss oftmals eine Einheit (z. B. Anschaffung eines Fotokopierers). In allen anderen Fällen ist zum Vollzug der Ausgabe ein Ausgabenbeschluss nötig. Er regelt die konkrete Verwendung der Mittel, die im Rahmen der Voranschlags- und Verpflichtungskredite beansprucht werden dürfen. Gestützt auf diesen werden Anschaffungen getätigt und Rechnungen bezahlt. Barbara Mathis / Martin Röhl

Rechtsgrundlagen Die Kirchenordnung, die Finanzverordnung der Landeskirche und die zugehörige Vollzugsverordnung regeln die Ausgabenbewilligung durch die Kirchgemeinden nicht selber. Stattdessen wird auf die Vorschriften des kantonalen Rechts verwiesen, d.h. auf §§ 118 ff. des Gemeindegesetzes und auf §§ 2 ff. der Verordnung über den Gemeindehaushalt. Für die Kirchgemeinden in den Städten Zürich und Winterthur gelten zusätzlich die Statuten und weiteren Vorschriften des betreffenden Stadtverbands.

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Foto: refbil

Diakonie ist im Kommen

Foto: refbild.ch

Gesamt-Diakonatskapitel /

Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone aus dem ganzen Kanton diskutierten das Diakoniekonzept, das die Zürcher Kirche dieses Jahr genehmigen und als künftige Richtschnur diakonischen Handelns nutzen will. sch. Diakonie ist im Kommen. Das proklamierte der Leiter der Abteilung Diakonie der Landeskirche, Frieder Furler, in seiner Einführung zum Diakoniekonzept am Gesamt-Diakonatskapitel am 11. April in Zürich. Der Leitsatz manifestierte sich auch im Grossaufmarsch der Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone. Rund 170 Mitarbeitende von Kirchgemeinden im Bereich Diakonie nahmen am Treffen teil und diskutierten die Konzeptarbeit, die die Landeskirche ihrem Arbeitsbereich zu Grunde legen will. Diakonie habe eine «Komm-Struktur», sie gehe auf die Menschen zu, konkretisierte Frieder Furler den Grundgedanken diakonischen Wirkens der Kirche. Diejenigen, die dieses Kommen der Kirche in ihrer Arbeit hauptsächlich umsetzten, seien die Sozialdiakone und

konische Arbeit begründet, die dafür sorgt, «dass Gott auch ein Tätigkeitswort werde», so der Untertitel des Konzepts. Die von Furler geleitete Konzeptarbeit soll noch dieses Jahr vom Kirchenrat und von der Kirchensynode verabschiedet werden.

Keine Gesetzestafeln Die Sozialdiakone unterzogen die Leitlinien für die diakonische Arbeit in der Zürcher Kirche am 11. April einem ersten Härtetest und diskutierten im Plenum und in Gruppenarbeiten Vorteile und Schwachpunkte. Einige Sozialdiakoninnen bemängelten beispielsweise, dass die Zielgruppe der 30- bis 60-jährigen Alleinstehenden im Konzept nicht explizit erwähnt würde und bei der gegenwärtigen Fokussierung auf das Thema Familie und Generationenarbeit in den Hintergrund rückten. Die Kirche könne nicht alles tun, es brauche den Mut zur Lücke, erklärte Frieder Furler, räumte aber ein, es sei den Gemeinden unbelassen, den Fokus auch anders als im Konzept beschrieben zu setzen. Bernhard Egg, der für das DiakonieRessort zuständige Kirchenrat, warnte in diesem Sinn auch vor überzogenen

«Dafür sorgen, dass Gott auch ein Tätigkeitswort werde.» Sozialdiakoninnen. Vereint, wie an diesem Morgen, handle es sich hier also um eine «Komm-Union», assoziierte Furler und schlug damit einen inhaltlichen Bogen zum neuen Diakoniekonzept. Diesem legt er das Sakrament des Abendmahls (oder eben Kommunion) zu Grunde, das «Urmodell des Teilens», wie Furler es nennt. Darauf ist die dianotabene

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Erwartungen an das Konzept, dessen Entwicklung in der Zürcher Kirche seit bald zehn Jahren pendent ist. Es seien keine mosaischen Gesetzestafeln, die die Landeskirche hier dieses Jahr präsentieren werde. Gleichwohl begrüssten zahlreiche Votanten der sozialdiakonischen Mitarbeitenden das Konzept als erwünschte und wichtige Zielsetzung ihres Auftrags, auf die man sich in der Kirchgemeinde bei der Ausgestaltung des Einsatzbereichs auch berufen könne. Das Konzept hat die Vernehmlassung der einzelnen Diakonats-Kapitel hinter sich und durchläuft derzeit die letzten Lesungen und Korrekturen im Kirchenrat. Wenn es im Sommer beschlussreif vorliegt, wird es im «notabene» ausführlich vorgestellt und kommentiert. Leitmotiv ist Diakonie ausserdem an den nächsten Kirchenpflegetagungen 2013 in Kappel und zudem ein wichtiger Pfeiler der nächsten Legislaturziele des Kirchenrats. Diakonie ist in der Zürcher Kirche somit definitiv im Kommen. Und: «Diakonie ist auch schon da», so trug es eine Mitarbeiterin im Plenum selbstbewusst nach. Angesichts der versammelten diakonischen Fachkompetenz und Erfahrung im Saal durchaus überzeugend und gerechtfertigt.

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Lernen von der Eglise zurichoise Eglise évangélique réformée /

Dass es die französischsprachige Kirchgemeinschaft in Zürich gibt und noch gibt, ist alles andere als selbstverständlich. Die frankophone Bevölkerung nimmt ab und viele ihrer Kinder reden heute Deutsch. Ein Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft der Eglise évangélique réformée zurichoise. Von Karl Flückiger

Die reformierte französischsprachige Kirchgemeinschaft im Kanton Zürich ist klein. Aber sie hat einen in der Kirchenordnung frisch gefestigten Status, hält seit einigen Jahren ihre Mitgliederzahl stabil und blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihre Entstehung wurzelt in der Geschichte der grossen Flüchtlingsbewegung der Hugenotten aus Frankreich im 17. Jahrhundert. Nachdem König Ludwig XIV. 1685 das Toleranzedikt aufgehoben hatte, das der reformierten Bevölkerung fast ein Jahrhundert lang die Gleichberechtigung zugesichert hatte, mussten über 150 000 Protestanten ihre Heimat verlassen. Die reformierten Städte der Schweiz boten den Glaubensflüchtlingen vorübergehend Schutz und Unterkunft. Auch Zürich: Ende 1685 waren an der Limmat bereits 1800 französische Protestanten, sogenannte Hugenotten, angekommen. Die Stadt hatte damals rund 10 000 Einwohner, der Kanton gegen 120 000. 8

Zwischen 1683 und 1688 beherbergte Zürich jedes Jahr hunderte und tausende Neuankömmlinge: Insgesamt zählte man in diesen Jahren über 23 000 protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die in Zürich Station machten. Sie fanden Asyl bei Privaten und in bereitgestellten Unterkünften. Die Flüchtlinge waren aber von der Zürcher Obrigkeit angehalten, nach einer Erholungspause weiterzureisen, meist über Schaffhausen nach Nord- und OstDeutschland, in die Niederlande oder nach England. Nur wenige Hugenotten erhielten in Zürich ein Niederlassungsrecht. Spuren hinterliessen die französischen Glaubensflüchtlinge aber gleichwohl – wirtschaftlich und eben auch kirchlich.

Gottesdienst für Flüchtlinge Am 12. September 1685 beriefen die Stadtbehörden Paul Reboulet, auch er ein Flüchtling, zum Pfarrer französi-

scher Sprache. Für die Gottesdienste stand am Sonntag ab 11 Uhr das Fraumünster zur Verfügung. Am 14. Oktober 1685 fand in der Stadt Zürich der erste offizielle Gottesdienst in französischer Sprache statt. Und seither gibt es sie, ohne Unterbruch, von Zürich gewählte und bezahlte reformierte Pfarrer, die für die hier ansässigen Reformierten französischer Sprache Gottesdienste abhalten. In Winterthur fanden erstmals 1889 reformierte Gottesdienste in französischer Sprache statt. Seit 1964 bildet Winterthur ein eigenständiges Pfarramt für den Norden des Kantons und ist seit 1988 zusätzlich für die französischsprachige Gemeinde in Schaffhausen zuständig. Seit dem 1. Januar 2010 bilden die beiden Kirchgemeinschaften Zürich und Winterthur eine einzige Kirchgemeinschaft mit zwei Gottesdienstorten, in der Kirche an der Schanzengasse in Zürich und an der Neuwiesenstrasse in Winterthur. notabene

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Foto: Peter Hürlimann

Fotos: zVg

Lebendiges Gemeindeleben in der Eglise. Die Gemeinschaft erhält oft Zuzug von französischsprachigen Protestanten aus Afrika.

Die französische Kirche kann nicht Gemeindekirche für das Quartier im Gebiet der Hohen Promenade in der Stadt Zürich sein. Deshalb musste in der Kirchenordnung eine Ausnahme gemacht werden und die Eglise als Kirchgemeinschaft definiert werden. Mitglieder der Eglise évangélique réformée zurichoise de langue française sind französisch Sprechende, wohnhaft im Kanton Zürich, die in beiden, der deutschsprachigen Wohnkirchengemeinde wie auch in der Eglise formell beheimatet sind. Als Reformierte sind sie im Sinne der Volkskirche automatisch Mitglieder der Kirchgemeinde ihres Wohnortes und zahlen in dieser auch die Kirchensteuern. Durch diese Doppelmitgliedschaft wird die Integration gefördert, denn auch wenn die evangelisch-reformierten Zuzüger aus der weltweiten Frankophonie kommen, müssen sie sich mit der landeskirchlichen Wirklichkeit in der Schweiz auseinandersetzen.

Neumitglieder aus Afrika Zürich wird bunter, aber die Zahl der Frankophonen nimmt ab. Ihr Anteil an notabene

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der Gesamtbevölkerung, der 1960 noch 2,8 Prozent betrug, ist im Jahr 2000 auf 2,1 Prozent gesunken. Dies auch deshalb, weil die nächste Generation der jeweils Neueingewanderten, das heisst all jene, die als Kind in Zürich zur Schule gegangen sind, inzwischen mehrheitlich Deutsch als ihre Hauptsprache bezeichnen. Gegenwärtig hat die französischsprachige Kirchgemeinschaft stabil 675 Mitglieder und versucht alles, die Zahl zu

halten. Dahinter steckt Arbeit, denn es sind viele ältere Menschen, die nicht mehr nach Winterthur oder Zürich reisen mögen und nun teilweise am Wohnort den deutschsprachigen Gottesdienst besuchen. Viele sind gestorben, Junge ziehen weg. Und wenn sie im Kanton Zürich bleiben, besuchen sie oft mit ihren Deutschschweizer Kollegen den Konf-Unti vor Ort. Neuzuwachs geschieht hauptsächlich durch Neueintritte, etwa nach zweisprachigen Hoch-

Foto: zVg

Gemeinschaft statt Gemeinde

Der Chor «les messagers», getragen von «nos Africains», wie man in der Eglise sagt.

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Hugenotten in der Schweiz

Heimat der französischsprachigen Zürcher Protestanten: die Egllise an der Schanzengasse.

zeiten und Taufen – und durch afrikanische Zuwanderer, die Französisch sprechen. In den letzten zehn Jahren hat die Gemeinde einen gewissen Kulturwandel begonnen, bei dem sich die Neuzugezogenen aus Afrika und Alteingesessene gegenseitig integrieren. «Wir reden nicht mehr von den Afrikanern, sondern von unseren Afrikanern», heisst es in der Eglise. Auch darum, weil die beiden Kirchen-Chöre der alteingesessenen verschwunden sind und der afrikanische Chor Les Messagers nun Kirchenchor ist, und den Namen der Eglise auch nach aussen tragen kann. «Die afrikanischstämmigen Familien und ihre Netzwerke sind ein Wachstumspotenzial der Eglise. Wir beackern dieses Feld», sagt Pfarrer Christoph Waldmeier. Darum predigt er regelmässig an den bunten und lauten Veillées africaines, den Trauergottesdiensten, die begleitet von Singen und Tanzen bis spät in die Nacht gefeiert werden und die meist ausserhalb des Kirchgebäudes, etwa in Zürichs Bäckeranlage, stattfinden. Mit guten Musikangeboten wird Kultur (z.B. ein Tango-Konzert) angeboten und werden so Kontakte geschaffen. Ein waches Ohr für die Menschen schafft Beziehungen, ist Christoph Waldmeier überzeugt. Er wolle nicht der Pfarrer sein, der nur Beerdigungen macht. Darum spreche er auch mal auf der Strasse die Menschen an, wenn er hört, dass sie 10

Französisch sprechen: «Zwar bin ich nicht aufs Missionieren ausgerichtet, aber es ist doch einfach für das ‹Marketing› der Eglise richtig, dass ich die französischsprachige reformierte Kirche proaktiv vertrete – und ich will, dass sie wächst.» Die französischsprachige Kirchgemeinschaft sei ein Überlebensmodell, sagt Pfarrer Waldmeier, und die Mehrsprachigkeit tue gut und fördere die Flexibilität. «Das reformierte Erbe und die Frankophonie sind unsere Basis. Doch leben wir de facto in mehreren Kulturen zusammen und erhöhen gerade dadurch unsere Lebenschancen. Als regionale Gemeinde sind wir mobil, das territoriale Denken ist im Hintergrund, dagegen betonen wir Beziehungen, Kontakte und Zusammenarbeit.» In diesem Sinn ist der Pasteur überzeugt: «Die französischsprachige Kirchgemeinschaft kann für reformierte Kirchgemeinden zu einem Lernort werden.»

sch. Die Zahl der Hugenotten, die auf ihrer Flucht die Schweiz durchquerten, schätzt das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) auf 60 000. Bei der Fluchtwelle Ende des 17. Jahrhun-derts verdoppelten oder verdreifachten die Hugenotten zeitweise die Wohnbevölkerung in den Dörfern und Städten entlang der Transitachsen. Die reformierten Stände in der Eidgenossenschaft sahen den Zustrom voraus und einigten sich auf einen Verteilschlüssel, nach dem Bern 50% der bedürftigen Refugianten aufnehmen sollte, Zürich 30%, Basel 12% und Schaffhausen 8%. Anders als in Ländern wie Brandenburg wurde die Anlegung von Flüchtlingskolonien abgelehnt. Dazu war die Wirtschaftslage am Ende des 17. Jh. zu schlecht und das Land zu klein, kommentiert das HLS. Ausserdem sollten die katholischen Orte nicht brüskiert und Frankreich beschwichtigt werden. Nachdem die reformierten Orte 1693 an der Tagsatzung in Baden die Wegweisungspolitik festgelegt hatten, musste die Mehrheit der Hugenotten die Schweiz 1699 wieder verlassen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich rund 20 000 Hugenotten dauerhaft in der Schweiz niederliessen. Sie wurden nicht nur aus den offiziell angeführten religiösen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen aufgenommen. Die Hugenotten brachten wichtige Kenntnisse im Bankwesen, in der Textilbranche und in der Uhrmacherei in die Schweiz.

Hugenotten auf der Flucht (Kupferstich von R. de Hooghe).

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Beratung für Gemeindeentwicklung /

Den Aufbruch wagen

sch. Es braucht eine Portion Mut und Ehrlichkeit, wenn man sich eingesteht, dass in der eigenen Kirchgemeinde vielleicht doch nicht alles zum Besten steht. Es braucht zusätzlich Ehrgeiz und Engagement, die Probleme anzupacken und eine Lösung herbeizuführen. In der Kirchgemeinde Illnau-Effretikon hatte man diesen Ehrgeiz. Nach einer Retraite leiteten Behörden und Mitarbeitende vor drei Jahren einen Prozess für einen zielgerichteten Gemeindeaufbau ein. Gemeindeeigene Leitsätze hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits erarbeitet. Nun ging es den Verantwortlichen darum, diese Leitsätze umzusetzen. Dabei galt es auch, so beschreibt es der damalige Kirchenpflegepräsident Patrick Stark, die unterschiedlichen Ansprüche und Bedürfnisse des ländlich orientierten Gemeindeteils Illnau und der eher städtisch geprägten Agglomeration Effretikon unter einen Hut zu bringen. Zur Beratung und Begleitung holte die Kirchgemeinde Karl Flückiger, Pfarrer und Leiter der Fachstelle Gemeindeaufbau und Beratung, ins Boot.

Nicht mehr ums Detail feilschen Wenn Patrick Stark heute zurückblickt, beurteilt er die Ergebnisse der Gemeindeentwicklung positiv. Die einzelnen Ressorts hätten ganz klare Konturen bekommen. In Illnau-Effretikon liegen für alle Ressorts ausformulierte Konzepte mit Legislaturzielen und Massnahmen sowie entsprechende Globalbudgets vor. Man braucht nach dieser strategischen Klärung heute an den Kirchenpflegesitzungen in Illnau-Effretikon nicht mehr notabene

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lang und breit über einzelne kleine Budget-Posten zu diskutieren. Patrick Stark hält deshalb auch die Moderations- und Beratungsarbeit, angeboten von der Landeskirche, für empfehlenswert. Nimmt sie eine Gemeinde für einen dreijährigen Entwicklungsprozess in Anspruch, unterzeichnet sie zusammen mit der Fachstelle Gemeindeaufbau einen Vertrag, der den Prozess definiert und einzelne Etappenziele ausformuliert. Der Tarif für das Beratungsmandat ist an die Finanzkraft der Kirchgemeinde angepasst. In Illnau-Effretikon belief sich die Rechnung nach drei Jahren auf 4350 Franken. Günstig, findet Stark und wundert sich fast schon darüber, dass man für das Angebot nicht Schlange steht. Einen mehrjährigen Gemeindeentwicklungsprozess hat auch die Kirchgemeinde Dielsdorf hinter sich. Nelly Marazzi, Präsidentin, beschreibt den Ausgangspunkt vor drei Jahren als ein Gefühl von «Treten an Ort». Es sei deshalb wichtig gewesen, jemanden heranzuziehen, der die Situation von aussen beurteilen und spiegeln konnte. Knackpunkt aus ihrer Sicht: das Zusammenspiel von Mitarbeitenden und Kirchenpflege. Nach den jährlichen oder halbjährlichen Arbeitstagungen mit Behörden und Mitarbeitenden sei das Team jetzt stärker zusammengewachsen, und es seien Methoden vorhanden, die Qualität der Arbeit zu überprüfen.

Wenn Konflikte aufbrechen Ganz schmerzfrei laufen solche Entwicklungsprozesse nicht ab. Das räumt

Foto: Reuter / PIXELIO

Manchmal hilft ein Blick von aussen, wenn Konflikte oder festgefahrene Strukturen eine Kirchgemeinde lähmen, oder wenn eine Gemeinde ganz bewusst den gezielten Gemeindeaufbau an die Hand nimmt. Die Fachstelle Gemeindeentwicklung der Landeskirche sorgt auf Wunsch für Beratung und Coaching.

Karl Flückiger offen ein. Ein Gemeindeentwicklungsprozess kann Konflikte aufbrechen lassen, die man vorher nur unterschwellig wahrgenommen hat. Es kann auch sein, dass nach anfänglicher Aufbruchstimmung ein Gefühl der Resignation eintritt, wenn der Prozess blockiert wird oder stagniert. Meist erlebt Karl Flückiger, dass man nach einem Durchhänger auch wieder die Kraft findet, den Entwicklungsprozess voranzutreiben. Was ihn motiviere, auch in schwierigen Phasen dranzubleiben, sei das Wissen darum, wie viel Potenzial in den Gemeinden vorhanden sei, und die Erfahrung, dass es sich lohnt, die Zeit und die Energie für Veränderungen und für einen Aufbruch zu investieren.

Einsteiger-Impulse für Gemeindekonvente und/oder Kirchenpflegen: • Gemeindeaufbau-Modelle Welche Kräfte wirken beim Gemeindeaufbau mit, welche hindern die Vitalisierung? • Wo gehobelt wird … Konfliktprävention meint nicht Grabesruhe und Vermeidung von Auseinandersetzung, sondern ein rechtzeitiges Aufgreifen und lösend-weiterführendes Umgehen mit Spannungen. • Projekt Neuzuzüger Wie gehen wir auf Neuzuzüger aktiv zu, so dass Beziehungen entstehen können? Kontakt: Karl Flückiger, Fachstelle Gemeindeaufbau und Beratung, Hirschengraben 50, Zürich Tel. 044 258 92 43 karl.flueckiger@zh.ref.ch

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«Den eigenen Tod sterben» Ist der Ruf nach Sterbehilfe Ausdruck des Wunsches nach einem «eigenen Tod»? – Oder zeigt er, dass der moderne

Themen und Termine

Verkündigung & Gottesdienst Kommt, lasst uns singen! Basiskurs Gemeindesingleitung. Sie lernen Methoden der lustvollen Singanimation kennen und erhalten praktische Hinweise zur kreativen Vermittlung von Kanons und Liedern. Sie erleben und erproben diese mit der Kursgruppe. Leitung: Daniel Schmid. Drei Montagabende, je 18.30 bis 21.30 Uhr: 4., 11. und 18. Juni. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: Tel. 044 258 92 66, dorathea.morf@zh.ref.ch

Kirchenmusiktag in Zürich mit Jürg Kienberger 22. Juni. Ab 9 Uhr. Kirchgemeindehaus Paulus, Scheuchzerstrasse 180, Zürich. Infos und Anmeldung: www.zkmv.ch. Kontakt: Peter Freitag, Tel. 079 640 97 72

Diakonie & Seelsorge Ein Chor aus Tansania auf Tournee in der Schweiz

spielt in den afrikanischen Kirchen eine tragende Rolle. Die Begegnung im Lied ermöglicht die gegenseitige Anteilnahme an den unterschiedlichen Spiritualitäten von Nord und Süd. Weltweite Kirche wird konkret erfahrbar. «Hujambo Afrika – wie geht’s Afrika» wird beiden Seiten helfen, einander näher kennenzulernen.

tisch überprüfen und diskutieren. Teilnehmende: Menschen, die theologische Zusammenhänge verstehen und Bekanntes überprüfen wollen, die den Glauben bedenken und neugierig auf andere Meinungen sind. Leitung: Christine Forster, Hans Guldenmann, Beatrice HeieckVögelin, Jessica Stürmer-Terdenge.

Vom 26. Mai bis 22. Juni. Alle Konzertdaten auf: www.zh.ref.ch/hujambo

31. August 2012 bis 4. Juli 2015 Drei Jahre, jeweils am Mittwoch, 18 bis 21 Uhr. St. Georgenstr. 5, Winterthur. Aufnahmegespräche im Mai / Juni 2012. Infos: www. zh.ref.ch/handlungsfelder/bs/ erwachsenenbildung/schulung

Mitmischen statt Rumhängen Diakonie aktuell: Jugendliche und Freiwillige dazu bewegen, aktiv zu werden und mitzumischen. Impulse für die Partizipationsarbeit. Leitung: Barbara Schleuniger, Vreni Burkhard, Peter Wilhelm, Urs Woodtli, Gerda Zbinden. 22. Mai, 9.15 bis 11.15 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: ruth.schuler@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 88

Partizipation in der Altersarbeit Die Kursteilnehmenden werden vertraut mit Theorie und Praxis der partizipativen Arbeit mit Seniorinnen und Senioren. Leitung: Walter Lüssi, Urs Abt, Lilian Straub. 5. Juli, 8.15 bis 17 Uhr. Hirschengraben 7, Zürich. Anmeldung: eva.brusadin@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 56

Fokus Islam Von Bildern und Blicken in Politik, Kunst, Mode und Religion Gender- und bildtheoretischer Workshop zum Thema «Mensch im Bild». Leitung: Sarah Farag, lic. phil. Donnerstag, 3./10. Mai, Dienstag, 15./22. Mai 2012, 18.15 bis 19.45 Uhr, KOL-H-320, Rämistrasse 71, Universität Zürich-Zentrum

Zürich und die Prostitution Podiumsdiskussion mit Dore Heim, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich; Daniel Leupi, Vorsteher des Polizeidepartements der Stadt Zürich; Regula Rother, Leiterin der Zürcher Stadtmission; Anita Ulrich, Leiterin des Schweizerischen Sozialarchivs. Moderation: Stefan Grotefeld. Musik: Patrick Bianco, Saxophon. 15. Mai, 18.30 Uhr. Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Zürich.

Bildung & Spiritualität

Unter dem Motto «Chöre bauen Gemeinde» besucht ein Chor aus der Moravian Church in Tansania Schweizer Kirchgemeinden, in Zusammenarbeit mit mission 21. Der Gesang

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Evangelischer Theologiekurs Grundwissen Theologie. Ein Angebot der Fachstelle Erwachsenenbildung & Theologie. Ziel des dreijährigen Kurses: Den christlichen Glauben und die christliche Theologie in Gegenwart und Tradition kennen und verstehen lernen, kri-

Mensch die «Kunst des Sterbens» verlernt hat? SuizidhilfeOrganisationen werden für manche Menschen zum letzten Ausweg. Doch welche Möglichkeiten bieten Palliativmedizin und Sterbebegleitung? Und welche Perspektiven eröffnet der christliche Glaube? Ein Podiumsgespräch mit: Andreas Brunner, Leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich; Saskia Frei, Präsidentin der Sterbehilfe-Organisation EXIT; Michel Müller, Präsident des Kirchenrates der Ev.-ref. Landeskirche Zürich; Roland Kunz, Chefarzt Geriatrie/Palliative Care Spital Affoltern. Moderation: Stefan Grotefeld. 12. Juni, 19.30 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich.

Politik von der Kanzel Wie politisch darf die Kirche sein? Während die einen meinen, die Kirche solle sich aus der Politik heraushalten, fordern andere ein dezidiert politisches Engagement der Kirchen. Leitung und Moderation: Béatrice Acklin Zimmermann, PaulusAkademie Zürich Gäste: Dr. Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel; Otto Ineichen, Nationalrat und Unternehmer. 22. Mai, 19.30 bis 21 Uhr. Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Zürich. www.paulus-akademie.ch

Psychologie trifft Theologie Die Symbolsprache der Bibel tiefenpsychologisch erschlossen. Vorträge, Seminare, Podiumsgespräch. Mit Carl Möller, Ingrid Riedel, Sabina Hösli Gubler. Themen: Jakobs Kampf mit dem Engel – ein Lebensübergang; Symbolsprache der notabene

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Bibel – Bilder der Bibel tiefenpsychologisch erschlossen. 1. Juli, 9.35 bis 18.15 Uhr. C. G. Jung-Institut Zürich, Hornweg 28, Küsnacht. Anmeldung: Tel. 044 914 10 40. www.junginstitut.ch

Feste feiern Die Veranstaltungsreihe des «Zürcher Forum der Religionen» gibt Einblicke in religiöse Feiertage von Hindus, Buddhisten, Juden, Christen und Muslimen.

• 4. Juni: Tibetische Buddhisten begehen ihren heiligsten Tag.

An diesem Punkt setzt das IBPModell des kontrollierten Dialogs an, das den Partnern die Grundlagen funktionierender Kommunikation beibringt. Organisation: Paarberatung im Kanton Zürich. 12. Juli, 9 bis 17 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: Tel. 044 258 92 88, ruth.schuler@ zh.ref.ch

Newsletter Vorschulzeit Sie wollen immer auf dem Laufenden sein im Bereich Fiire mit de chliine und Kolibri? Dann abonnieren Sie den Newsletter Vorschulzeit: Hier finden Sie alle Kurse, Angebote und Grundlagen. Der Newsletter erscheint drei- bis viermal im Jahr. Anmeldung und Infos auf: www.zh.ref.ch/handlungsfelder/ bs/vorschulzeit/newsletter-vorschulzeit

• 12. Juli: Juden gedenken der Zerstörung des Jerusalemer Tempels. • 24. August: Christkatholiken feiern den Gedenktag des Heiligen Augustinus. • 24. November: 10. Tag im Muharram, erster Monat des islamischen Kalenders.

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Halbzeit rpg – eine wissenschaftliche Evaluation Wie steht’s ums rpg? Infos aus erster Hand für Behörden. Rahel Voirol-Sturzenegger stellt die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit auf Grund von Interviews mit Katechetinnen, Behörden und Pfarrschaft vor. 26. Juni, 18.30 bis 21.30 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: iris.gerber@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 45

Sex & Segen Wegweiser für die männliche Sexualität. Es fehlt im christlich geprägtenWesten weitgehend der «Segen zum Sex». Kirchliche Traditionen haben die Sexualität oft abgewertet und Spiritualität als Bewegung weg vom sexuellen Menschen definiert. Christoph Walser.

2. Juni, 9.30 bis 15.50 Uhr, Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: www.lkf.ch/familie

«So gelingt Kommunikation» Aufarbeitung von emotionalen Verletzungen in Partnerschaften. Ein Fortbildungstag mit Dr. Markus Fischer, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Viele Partnerschaften kranken oder scheitern an unverarbeiteten emotionalen Verletzungen (Paradebeispiel: Affäre). Kommunikationsstörungen tragen dazu bei, dass diese Verletzungen sich vertiefen. Dadurch wird das Fundament der Partnerschaft untergraben.

26. Juni, 17.30 bis 20.30 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: dorathea.morf@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 66

Kloster Kappel

Familien einbeziehen und Paare stärken Eine Tagung des Landeskirchen-Forums.

5. Juni, 18.15 bis 21 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: iris.gerber@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 45

Unsere Botschaften und Werte vermitteln Wie bringen wir unsere Inhalte an die Öffentlichkeit? Leitung: Stefan Grotefeld.

nischen Choral. Christof N. Schröder. 1. bis 3. Juni

Wenn Abschied weh tut Vom heilsamen Umgang mit Verlust und Trauer. Leitung: R. Schmocker. 1. bis 3. Juni

Stimme, Spiegel meiner Seele Atem, Körper und Stimme, Mittel zur Entfaltung, Wandlung und Begegnung. V. B. Gohl. 2. bis 3. Juni

Wort und Antwort Glaube und Gemeinschaft. Im Zweifel mit Gott reden. Ch. Hürlimann und M. Sahli. 2. / 16. Juni

Glück: mein eigenes und das der andern Wegweiser zu einem guten Leben. M. Surdmann. 9. bis 10. Juni

www.forum-der-religionen.ch

Treffpunkt Katechetik – miteinander unterwegs!

schengraben 7, Zürich. Anmeldung: freiwilligenarbeit@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 56

Von der Sehnsucht nach der heilen Familie Alte und neue Familienstrukturen aus systemischer Sicht. R. Schmocker. 15. bis 17. Juni

18. bis 20. Mai

Gemeindeaufbau & Leitung Journalistisches Schreiben Schreiben für die Gemeindebeilage reformiert.lokal, für den Jahresbericht, die Internetseite und die Lokalpresse. Leitung: Christian Schenk. 8. Juni, 9 bis 13 Uhr. Hirschengraben 50, Zürich. Anmeldung: Tel. 044 258 91 40. gemeindedienste@ zh.ref.ch

Hilfe und Trost im Gespräch Die Kunst, Gespräche zu führen, die wirklich helfen. Leitung: Christina Christen. 6., 13. und 20. Juni, 3 Mittwochnachmittage, 14 bis 17 Uhr. Hir-

KlosterTage zu Pfingsten Welche Farbe hat dein Glaube? Für alle, die die Festtage individuell gestalten und gleichzeitig in Gemeinschaft verbringen möchten. Leitung: Pfrn. Elisabeth Wyss-Jenny. 25. bis 28. Mai

Musik und Wort zu Pfingsten «O ewiges Feuer, o ewige Liebe»: Vokalsolisten, Collegium Musicum und Collegium Vocale Grossmünster Zürich Leitung: Daniel Schmid; Lesungen: Pfrn. Elisabeth WyssJenny. Kollekte. 27. Mai, 17.15 Uhr

«Qui manducat et bibit … Wer isst und trinkt …» Essen und Trinken im Gregoria-

Ich lebe alleine – und erfüllt!? Für Männer und Frauen ohne Partner auf der Suche nach Lebensfülle. C. Epprecht. 15. bis 17. Juni

«Es muss im Leben doch mehr als alles geben…» Einführung in die Kontemplation. A. Eglin. 15. bis 17. Juni

KlosterNacht – Johannisnacht Eine Pilgersternwanderung. Startpunkte: Zürich-Aussersihl / Neumünster / Zug / Affoltern am Albis. 23. bis 24. Juni Auskunft/Anmeldung: Tel. 044 764 88 10 www.klosterkappel.ch

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Von und für Gemeinden

Rose begegnet den Avancen von Dr. Held in einem Wechselspiel von Flirt und Abweisung. Die nicht alltägliche Liebesgeschichte zu Pater Johannes entfaltet ihre Essenz in den erhabenen Kirchenräumen, getragen von musikalischen Motiven aus dem Schwanensee. Publikumsdiskussion nach der Vorstellung mit dem Autor und Vertretern der Kirche.

der Gesamtkirchlichen Dienste. Bestellen bei: Ev.-ref. Landeskirche, Hirschengraben 50, 8001 Zürich. Tel. 044 258 91 40. Alle Kurse findet man auch im Internet unter: www.zh.ref.ch/kurse

echt, evangelisch, egagiert

19. Mai, 20 Uhr. Helferei Zürich. Weitere Aufführungen: www.theaterspagat.ch

Vivaldis Gloria getanzt Abendfeier vor Auffahrt in der Kirche Neumünster. Die Tanzcompany Parataxis, Kinder, Seniorinnen und Senioren unter der Leitung von Annalies Preisig tanzen im Abendgottesdienst. Liturgie: Pfr. Leo Suter und Pfrn. Heidrun Suter-Richter. Die Stimmungsbilder der Gloria-Messe von Antonio Vivaldi werden in Bewegungsbilder umgesetzt. Mittwoch 16. Mai, 19 Uhr. www.neumünster.ch www.kreuzkirche.ch

Rose: Ich will leben Theaterstück der Schauspielgruppe «theaterspagat», mit Aufführungen in verschiedenen Kirchen der Schweiz. «Ich habe getanzt, sonst nichts», sagt Rose Kindermann. Kurz vor der Premiere des Schwanensees wird sie wegen einer beängstigenden Diagnose durch den sie verehrenden Arzt Dr. Held in Angst und Schrecken versetzt. Die Ballett-Tänzerin setzt sich in ihrem noch jungen Leben mit dem Tod sowie mit dem Glauben auseinander und trifft auf ihrer Suche nach Antworten auf die Liebe.

Stellenmarkt Vakante Pfarrstellen Altikon-Thalheim Buch am Irchel, 70% Dorf, 70% Ellikon an der Thur, 70% Fehraltorf, 50%, EPS* Fehraltorf Greifensee Greifensee, 30%, EPS Herrliberg Hombrechtikon Horgen Kyburg, 60% Mönchaltorf Ottenbach Regensdorf Rheinau, 70% Rümlang Rümlang, 30%, EPS Seuzach Stäfa Turbenthal Wallisellen, 50%, EPS Winterthur Seen, EPS, 50% Zürich Balgrist Zürich Industriequartier, EPS, 50% Zürich Industriequartier Zürich Oerlikon *Ergänzungspfarrstelle

Erscheint viermal im Jahr. Abopreis zzgl. Versand: Fr. 24.50. Probenummern bestellen unter: info@bvmedia.ch oder Tel. 043 288 80 10 www.magazin3E.net

Mystik anschaulich 1.08.13 1.08.09 1.09.11 1.05.11 1.05.11 1.09.11 1.07.12 1.07.12 1.10.12 1.07.10 1.07.12 1.07.12 1.09.11 1.10.12 1.10.10 1.07.12 1.03.12 1.07.12 1.09.11 1.10.12 1.07.12 1.03.11 1.08.12 1.07.12 1.09.11 1.09.11 1.08.12

Offene Stellen in den Gesamtkirchlichen Diensten und den Kirchgemeinden finden Sie auf: www.zh.ref.ch/stellen

Bücher & Medien Kursbuch Soeben ist das neue Kursbuch für das zweite Halbjahr 2012 erschienen. Es enthält alle Ausund Weiterbildungsangebote

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espressions of church» in England. Das Magazin verströmt Zuversicht: Wenn sich Kirche auf das Wesentliche konzentriert, wird sie auch in Zukunft das Evangelium in Wort und Tat zu den Menschen tragen. Pfrn. Rita Famos, Beauftragte für die Pfarrausbildung, Beirat «3E»

Ideenmagazin für die Kirche: Die Erneuerung der Kirche beginnt mit mutigen Projekten, die das Evangelium auf kreative, verständliche Weise zu Menschen tragen, die kirchendistanziert aber interessiert an Glaubensfragen sind. Das Magazin «3E» versteht sich als Plattform für den Austausch solcher Projekte. Zielpublikum sind Pfarrer und Pfarrerinnen, Kirchenvorstände, Freiwillige, alle, die sich für das Evangelium engagieren. Vorgestellt werden Modelle, die sich in der Praxis bewährt haben. Da ist die Reportage über den Brunch im Gewächshaus in SteinmaurNeerach ebenso zu finden wie die E-Mail-Nigth der Konfirmanden in der badischen Landeskirche. «3E» ist grenzüberschreitend: Für Schweizer Leser ist es inspirierend, vom Projekt «Taufjahr 2011» oder «erwachsen glauben» der EKD zu lesen. Auch theologische Scheuklappen werden abgelegt: Es werden sowohl freikirchliche Glaubenskurse vorgestellt, als auch diejenigen aus der EKD. In Grundlageartikeln werden aktuelle Modelle des Gemeindeaufbaus diskutiert, in der ersten Nummer die «fresh

mo. Mit ihrer «Trilogie des Zeitlosen» hat die Mediävistin Hildegard Elisabeth Keller ein Gesamtkunstwerk vorgelegt, das diese Bezeichnung wahrlich verdient. Es begann 2007 mit «Die Stunde des Hundes», wo in Wort, Ton und Bild das Leben des Dominikanermönchs Heinrich Seuse vorgestellt wird. 2011 folgten «Das Kamel und das Nadelöhr», eine Begegnung zwischen Meister Eckhart und Laotse, und «Der Ozean im Fingerhut» mit Porträts u. a. von Mechthild von Magdeburg. Die Klammer um die eindrückliche Trilogie, die eine Kombination aus Hör-, Lese- und Bilderbüchern darstellt, ist die immerwährende Suche des Menschen nach dem Einen. Hildegard Elisabeth Keller, Trilogie des Zeitlosen. Die Stunde des Hundes, 3 CD. Das Kamel und das Nadelöhr, 1 CD. Der Ozean im Fingerhut, 2 CD. Je 200 Seiten, reich illustriert, vdf / Universität Zürich, je Fr. 68.–.

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kreuz & quer

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Die Kirche ist auch mein Bier In Mönchaltorf gärt es. Und das ist gut so, finden Rahel Aschwanden und Jürg Kühnis. Die Sozialdiakonin und der Kirchenpfleger luden letzthin zum Braukurs. Im Dorf wissen jetzt einige Menschen mehr, dass die Kirche auch ihr Bier ist. Von Christian Schenk

Mit einem überdimensionierten PlastikBierhumpen und mit Plakaten und Flyern ausgerüstet zog Rahel Aschwanden durchs Dorf. Mit fünf Anmeldungen für den schon vor Wochen ausgeschriebenen Bierbraukurs gab sich die Sozialdiakonin einfach nicht zufrieden. Es musste doch möglich sein, einige Mönchaltorfer mehr für das – zugegeben – ungewohnte kirchliche Projekt zusammenzubringen. War es dann auch: Am 24. März stand eine Gruppe von zehn Personen gebannt um den Bottich, in dem die Gerste mit dem Wasser vermischt und langsam er-

«Kirche ist auch etwas Alltägliches.» hitzt wurde. Maischen heisst dieser Prozess, der den Auftakt für den wochenlangen Brauprozess einläutet. Auch Jürg Kühnis, Kirchenpfleger in Mönchaltorf, schaute damals zu, wie gemächlich der Braumeister die Malzsuppe rührte. «Bierbrauen braucht unglaublich viel Zeit und Geduld», weiss der Kirchenpfleger heute. Und in einer notabene

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bunt gemischten Gruppe mit allen Sinnen zu erleben und zu erfahren, wie die Menschen dadurch auch ein Stück weit zusammenwachsen, das sei etwas Besonderes, auch wenn es ganz alltäglich töne. Alltäglich – warum auch nicht. «Kirche ist auch etwas Alltägliches», sagt Kühnis. Auch das hat man mit dem kirchlichen Braukurs vermitteln wollen. Junge Leute sollten angesprochen werden, ergänzt Rahel Aschwanden, Menschen zwischen zwanzig und vierzig, die meist so gut wie nichts mit der Kirche zu tun haben. Die Botschaft sei: Die Kirche ist Gemeinschaft und auch für euch da, oder wie es auf dem Flyer heisst: «Die Kirche ist auch mein Bier.» Die Kirche zu den Leuten zu bringen, das versuchen die 30-jährige Mönchaltorferin und der 41-jährige Neuzuzüger und Kirchenpfleger auch auf anderen Kanälen. Die beiden haben einen Fächer an Angeboten für eben jene schwierig zu erreichende Altersgruppe der jungen Erwachsenen entwickelt: Im Advent wurde gebastelt, vor Weihnachten startete man eine Wichtelaktion, wo man sich gegenseitig heimlich beschenkte, vor Ostern gabs ein Deko-Atelier. Eine Choral-Gruppe

wurde aus der Taufe gehoben. In Planung sind eine Ladies Night, ein Cliffhanger-Kletterlager oder eine Kleidertauschbörse. Nicht alles davon wird gelingen, das ist man sich bewusst. Try and Error, das ist das Prinzip, das Rahel Aschwanden mit ihrem 30-Prozent-Pensum in Mönchaltorf wagen will. Bier gebraut, das wird in Mönchaltorf mit Sicherheit ein zweites Mal, und dannzumal unter Anleitung von Kirchenpfleger Kühnis, der sein Brau-Knowhow mittlerweile weiter ausgebaut hat. Die bestehenden, traditionell gut verankerten Angebote in der Seelsorge, der Jugend- oder Altersarbeit werden in Mönchaltorf dadurch nicht geschmälert. Aber die Kirche soll zusätzlich anders, ungewohnt wahrgenommen werden. Und dafür mag die Sozialdiakonin wenn nötig auch nächstes Jahr wieder mit einem Plastikhumpen durchs Dorf marschieren. Und das – hier seis verraten – auch wenn sie selber kein Bier mag.

kreuz & quer Mit der Rubrik «kreuz und quer» nimmt «notabene» Sie mit auf eine Tour de Zurich der kirchlichen Art.

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NOTABENE / Denkzettel

P. P.

8001 Zürich

Absender: Ev.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich Blaufahnenstrasse 10, 8001 Zürich

Adressberichtigung melden an: Ev.-ref. Landeskirche, Zentrale Dienste Blaufahnenstrasse 10, 8001 Zürich

Eine Illustration von Daniel Lienhard.

Impressum «notabene» ist die Zeitschrift aller, die beruflich, ehrenamtlich oder regelmässig freiwillig in der Zürcher Landeskirche mitarbeiten. Redaktion und Gestaltung Christian Schenk (sch), Blaufahnenstrasse 10, 8001 Zürich, Tel. 044 258 92 97 www.zh.ref.ch / notabene, notabene@zh.ref.ch Redaktionssekretariat Helena Klöti, helena.kloeti@zh.ref.ch Tel. 044 258 92 13

Herausgeber Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich Kommunikation Druck Robert Hürlimann AG, Zürich Auflage 7200 Exemplare Erscheint monatlich mit Doppelnummern im Juli / August und Dezember / Januar. Nächste Ausgaben Nr. 5 / 2012 (Juni, Woche 23) Nr. 6 / 2012 (Juli/August, Woche 27) Redaktionsschluss: Am 15. des Vormonats

Titelbild: Der Kirchenchor der Eglise française in Zürich. Afrikanische Zuzüger geben der traditionellen Kirchgemeinschaft ein neues Gesicht. Foto: Eglise française

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Eglise zurichoise

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